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	<title>Epen-Zirkel-Wiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-07-01T02:55:47Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Demokratied%C3%A4mmerung&amp;diff=1018</id>
		<title>Demokratiedämmerung</title>
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		<updated>2024-06-28T08:43:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
*15. Mai 2024 - 2030 bei Tiemo - Einstieg und Neubelebung &lt;br /&gt;
*5. Juni 2024 - 2030 bei Andreas - Demokratie-Fundament-Reflektion anhand [https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie?wprov=sfla1 Wikipedia-Artikel] &lt;br /&gt;
*27. Juni 2024 - 2030 bei Tobias - Selk Einleitung und etwas mehr bis Ende 1.2 - Seite 51 (nur bis 18 gekommen)&lt;br /&gt;
*17. Juli 2024 - 2030 bei Tiemo - Selk Einleitung und etwas mehr bis Ende 1.2 - Seite 51&lt;br /&gt;
*31. Juli 2024 - 2030 bei Andreas&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Struktur ==&lt;br /&gt;
* 1.Sitzung: Reiseberichte, Zirkel-Revitalisierung&lt;br /&gt;
* 2.Sitzung: Allgemeines Verständnis, Begriffsdefinitionen, Theorie und Praxis&lt;br /&gt;
* 3.-x. Sitzung: Selk&lt;br /&gt;
* x+1./y. Sitzung: Merkel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Sitzungsnotizen =&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;5.6.2024&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Tobias&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Kontiunität der Demokratie-Modelle seit der Antike oder Bruch in der Moderne um 1800 (universale Menschenrechte, soziale Frage-Proletariat etc.)&lt;br /&gt;
# Das Problem der Dimension: Demokratieform und Gruppengröße&lt;br /&gt;
# Über welche Einheit herrscht Demokratie, und was stellt eine zu repräsentierende Einheit dar? Die Volkseinheit, die Gruppe intelligenter Rasenmäher etc.&lt;br /&gt;
# Zeitfaktor: das Problem langfristiger Planung&lt;br /&gt;
# Konsenskultur vs. die beste Lösung als technisch generierte Lösung (KI), damit verbunden: die Rolle des öffentlichen Raums und technokratischen Expertenwissens in Demokratien&lt;br /&gt;
# Anthropologie und Demokratie: welches Menschenbild liegt dem Prozessgefüge der Herrschaftslegitimation zugrunde, was sind demokratische Werte, wofür steht die Verfassung etc.&lt;br /&gt;
# Adaptive Herrschaftsformen: äußerer Druck (Krieg, Klimakrise, Komplexität) und angemessene Herrschaftsform, innerer Druck und sich ändernde Produktionsverhältnisse etc.&lt;br /&gt;
# Ökonomie und Demokratie: Wohlstandssicherung, Förderung kapitalistisch-liberaler Momente&lt;br /&gt;
# Kritisches Selbstverständnis des Menschen vs. der Mensch als digitalisierbarer Datensatz und naturwissenschaftliches Objekt&lt;br /&gt;
# Nationale Demokratien und vernetzte Demokratien: lokale und internationale Strukturen (EU, UN etc.)  &lt;br /&gt;
# Demokratie und aufklärerisches lineares Fortschrittsmodell (der Mensch entfaltet schrittweise, was er im Kern ist) vs. Kreislaufmodelle (Spengler etc.), theologische Eschatologien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Tiemo&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Lange Geschichte der Idee der Volksherrschaft&lt;br /&gt;
* Genaue Differenzierung erst in der Moderne&lt;br /&gt;
** Die Vernunft der Aufklärung kommt dazu&lt;br /&gt;
* Demokratie fusst auf&lt;br /&gt;
** Partizipation&lt;br /&gt;
** Freiheit&lt;br /&gt;
*** indirekt davon abgeleitet die freie Entfaltung des Kapitalismus&lt;br /&gt;
** Gerechtigkeit / Gleichheit im individuell aufgeklärten Sinne&lt;br /&gt;
*** Daraus leitet sich wohl auch der Sozialstaat ab, vielleicht auch &amp;quot;Wohlstands-ermöglichung als Prinzip&lt;br /&gt;
*** Bildung&lt;br /&gt;
** Vermeidung von Willkür (Dispotie und Tyrannei)&lt;br /&gt;
** Minderheitenschutz&lt;br /&gt;
** Es geht um Entscheidungsfähigkeit - Regierung/Exekutive an erster Stelle&lt;br /&gt;
*** Gewaltmonopol - Justiz, militar&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit und Transparenz&lt;br /&gt;
*** aber Schutz von Privatheit und Intimität&lt;br /&gt;
**** auch geheime Wahl&lt;br /&gt;
** Schutz von Besitz und Eigentum&lt;br /&gt;
*** dem Freiheitsgedanken entsprechend&lt;br /&gt;
** Gewaltenteilung als operative Balancestruktur&lt;br /&gt;
*** Exekutive -Judikative -legislative&lt;br /&gt;
** Weitere Typen&lt;br /&gt;
*** Repräsentative D.vs direkte D.; Räted., Deliberative D.; Konsenzd. vs Mehrheitsd.; Konkordanzd. vs Konkurrenzd.; Radikale Demokratie (&#039;&#039;Freiheit ist Erlaubnis zu Zügellosigkeit&#039;&#039;); Postdemokratie; Globaler Föderalismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;27.6.2024&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Tiemo: offene Frage: Die Rolle von Globalisierung in seiner Problemanalyse (Komplexität, Diversität etc.)&lt;br /&gt;
# Tobias: Selk verwendet naturwissenschaftliche Methodik zur Theoriedarstellung und zur Bestimmung dessen, was einen Theoriekollaps auszeichnet: Paradigmenkerne, die destabilisiert werden (Kuhn, Fleck: vom ptolemäischen zum keplerischen Weltbild). Was ist eine Theorie in den Politikwissenschaften? Wer hat das bestimmt, ist Kuhn-Fleck die richtige Referenz? Was ist eine Theoriedämmerung, was ein Kollaps?&lt;br /&gt;
# Tobias: biologisches Vokubalr Evolution-Devolution, Adaptation. Was heißt das für seinen Ansatz&lt;br /&gt;
# Tobias; Selk verwendet häufig den Begriff: Norm, normativ.&lt;br /&gt;
# Tobias: unklare Differenzierungen von Moderne, Modernisierung, Demokratie, Fortschritt. Moderne ist eigentlich der umfassende Begriff, Moderneimmanenz der Demokratie. Ist Selks Kritik eine Kritik der Moderne. Siehe Fußnote 7 auf S. 10, Luhmann: Demokratie ist nur ein Funktionssystem der Modernisierung als Prozess der Entfaltung der Moderne.&lt;br /&gt;
# Selks Paradigmenansatz: a. Demokratietheorie ist auch immer eine Theorie der mitverhandelten Subjekte, als Anthropologie und Menschenbild. Das Kippen der D-Theorie würde all dies mit verändern.&lt;br /&gt;
# Diskussion über Governance-Strukturen.&lt;br /&gt;
# Diskussion über Meinungsvielfalt und Hyperindiviudalisierung als Demokratieproblem am Beispiel von Many-to-many-Medien&lt;br /&gt;
# Big Data, Statistik, und ein neues Epenthema (Andreas).&lt;br /&gt;
# Expertokratische Unterwanderung demokratischer Strukturen. Technokraten als Lösung überkomplexer Realzwänge (Klimakrise, Ökologie, Pandemie)&lt;br /&gt;
# Ende der Lektüre: S. 18, nächste Sitzung: ab: Theorien des Niedergangs&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Thesen &amp;amp; Kurzeinträge ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Tiemo - vorbereitend im Feb. 2024:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Demokratie-&amp;quot;Zweck&amp;quot;&lt;br /&gt;
*** Menschen neigen dazu, sich zu größeren mächtigeren Gruppen zusammen zu schließen.&lt;br /&gt;
**** Hängt das an dem Trieb, Ressourcen erweitert zu nutzen?&lt;br /&gt;
**** Hängt es an intrinsischer Neigung zu &amp;quot;Fortschritt&amp;quot;?&lt;br /&gt;
*** &amp;quot;Demokratie&amp;quot; als eine mögliche Herrschaftsorganisation stabilisiert solche Gruppen, ordnet unüberschaubare familiär nicht klar verbundene Gruppen.&lt;br /&gt;
**** Religion hat einen ähnlichen Zweck, funktioniert aber weniger formell - mehr über Rituale und Mystik.&lt;br /&gt;
** Alternativen&lt;br /&gt;
*** Monarchie, Aristokratie, Theokratie, Diktatur, Oligarchie, Technokratie, Anarchie ...&lt;br /&gt;
**** Da &amp;quot;Ressourcenerweiterung&amp;quot; evtl. ein wesentlichen Zweck/Ziel begründet, über die natürliche Familienstruktur hinaus gehende Ordnungsstrukturen zu schaffen, bietet sich vielleicht an, Technokratie als naheliegendste Struktur zu benennen ....&lt;br /&gt;
** Fragen&lt;br /&gt;
**# Was ist die beste politische nicht-religiöse Methode der Stabilisierung einer Gesellschaft im Sinne einer Ordnung (Entscheidungen, Prinzipien, Regeln)?&lt;br /&gt;
**# Müssen wir &amp;quot;Demokratie&amp;quot; durchdenken, anpassen, verwerfen?&lt;br /&gt;
**#* Gibt es einen Notwendigkeit des Wechsels in einer neuerdings&lt;br /&gt;
**#** global begrenzteren (Ressourcen, Platz, Energie, Rohstoffe, Nahrung, Entfernung) zu einer bisher scheinbar unbegrenzten Welt?&lt;br /&gt;
**#** komplexeren Welt, die stärkere Differenzierung in den Ordnungsprinzipien erfordert?&lt;br /&gt;
**#* Müssen wir die Paarung mit dem Kapitalismus als flankierendes Wirtschaftssystem stärker hinterfragen? - Wie kann dies umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Tiemo 16.5.2024 nach erster Sitzung:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Muss Demokratie vom materiellen Fortschrittsgedanken, der wiederum auch den heutigen Freiheitsbegriff weitestgehend mitzubestimmen/einzuengen scheint, abgekoppelt werden (man darf Fliegen nicht verbieten; man darf nicht verbieten, dass jemand in einem Einfamilienhaus wohnt; man darf nicht verbieten, dass jemand einen SUV fährt)?&lt;br /&gt;
** Brauchen wir einen Umwidmung von &amp;quot;Freiheit&amp;quot; und &amp;quot;Fortschritt&amp;quot; bei begrenzten Ressourcen um Demokratie noch zu erhalten?&lt;br /&gt;
** Wie gehen wir mit aufkommenden Maschinenwesen um (Roboter/Mensch Mischformen -&amp;gt; der Rasenmäher mit Bewusstsein, der Mensch der ohne KI/Wikipedia nichts mehr selber weiss, aber dennoch basierend auf seinen menschlichen Fähigkeiten, politische Entscheidungen mit bestimmen soll?&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Tiemo 5.6.2024 (zu zweiter Sitzung -  [https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie?wprov=sfla1 Wikipedia-Artikel]):&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Republik - unklare Def.?&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit ist wichtig aber nicht zwingend für jedwede Partizipation?&lt;br /&gt;
** Benötigt Demokratie immer etwas Oligarchie?&lt;br /&gt;
** Demokratie für Krisen ungeeignet?&lt;br /&gt;
** D. ist träge, gleichzeitig aber nur kurzfristig handelnd?&lt;br /&gt;
** Was wenn die Komplexität keine Fairness / Gleichheit mehr ermöglicht?&lt;br /&gt;
** Ist Demokratie wirklich die einzige legitimierte Form der sozialen Ordnung?&lt;br /&gt;
*** Was heisst hier &amp;quot;legitimiert&amp;quot;&lt;br /&gt;
** Ermöglicht D. Entscheidungen auf dem niedrigsten level?&lt;br /&gt;
** Sind Medien heutzutage ein Problem, da sie nicht bilden sondern nur noch Komplexität zu sehr erhöhen&lt;br /&gt;
** Ist Mehrheitsfindung ein zerstörendes &amp;quot;Marktgeschehen&amp;quot;&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Andreas - Gedanken zum Wikipedia-Artikel &amp;quot;Demokratie&amp;quot; und daraus resultierende Fragen (aus der Sitzung am 5.6.24)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
**Wie relevant ist die Geschichte der Demokratie für aktuelle Probleme in Demokratie-Theorie und -Praxis?&lt;br /&gt;
**Ist eine technisch-prozedurale Demokratie-Definition hinreichend?&lt;br /&gt;
**Welche konstitutiven Bestandteile bleiben dann übrig?&lt;br /&gt;
**Oder bedarf eine Definition heute zwingend der Erweiterung um normative Aspekte, die sich seit der europäischen Aufklärung herausgebildet haben?&lt;br /&gt;
**Welche?&lt;br /&gt;
**Kann der technische oder der normative Entwurf ein globaler, überkultureller Maßstab sein?&lt;br /&gt;
**Oder brauchen kulturell anders geprägte Gesellschaften andere Modelle?&lt;br /&gt;
**Wie sehen solche Modelle aus? (Chinesisches Polit-Eliten-Modell?)&lt;br /&gt;
**Kann ein neuzeitlich-europäisches Menschenbild auch in anderen Systemen gedeihen?&lt;br /&gt;
**Auf welcher Ebene (eher technisch oder eher normativ) sehen wir aktuell ein Demokratiedefizit?&lt;br /&gt;
**Erwarten wir zu viel von Demokratie?&lt;br /&gt;
**Ist der &amp;quot;Kreislauf der Verfassungen&amp;quot; eventuell nicht nur erwartbar, sondern in gewisser Weise geradezu &amp;quot;normal&amp;quot;?&lt;br /&gt;
**Erwartet eine christlich (insofern teleologisch) geprägte Kultur durch einen Ewigkeitsanspruch hier zu viel von Demokratie?&lt;br /&gt;
**Verbietet auch europäisches Fortschrittsdenken eine Kreislauf-Vorstellung?&lt;br /&gt;
**Ist Demokratie auf den Umgang mit aktuellen Herausforderungen eingestellt?&lt;br /&gt;
**Oder ist Demokratie nicht für langfristige Lösungswege und Kontinuität gemacht?&lt;br /&gt;
**Gibt es Strategien und Strategieverfolgung in westlichen Demokratien?&lt;br /&gt;
**Bzw. wieso sind solche Strategien so wenig wahrnehmbar?&lt;br /&gt;
**Wer müsste sie entwickeln?&lt;br /&gt;
**Sehen wir technische Lösungen für zu erwartende Probleme (Regierungs-Apparate im wörtlichen Sinne)?&lt;br /&gt;
**Sollte es so kommen - welche Rolle bleibt dem &amp;quot;Alt-Europäer&amp;quot;? Nur der Rückzug in den Weinberg? (Durch den ihn dann der Pflegeroboter schiebt?)&lt;br /&gt;
==Akademischer Kontext==&lt;br /&gt;
*Hochschule Fulda. Centre of transnational governance. [https://www.centreoftransnationalgovernance.de/up-next/lecture-series-2023/ Lecture Series Europe in the world:Conflicts, Politics, Values, 2023-2024].&lt;br /&gt;
**Book presentation and discussion: [https://hbx.fhhrz.net/getlink/fiYCV7b8WvXijCHcRrv7EU/Merkel%20Selk%20Recording.mp4 Collapse, crisis or resilience? Democracy in the 21st century. Wolfgang Merkel (Prof.em Wissenschaftszentrum Berlin &amp;amp; Humboldt Universität zu Berlin; Fellow at Central European University Budapest). Veith Selk (Lecturer at the TU Darmstadt &amp;amp; Senior Fellow at the Point Alpha Research Institute). 06 February 17:00-18:30.]&lt;br /&gt;
***Zusammenfassungen&lt;br /&gt;
****Selk, V. (2023). Demokratiedämmerung ...&lt;br /&gt;
*****Entplausibilisierung von Demokratietheorien,&lt;br /&gt;
******Botschaft/These: Die Demokratie ist alt geworden - sie schwindet&lt;br /&gt;
*******da die aktuellen Theorien den aktuellen Krisen nicht real gerecht werden, verlieren sie auch an normativen Strahlkraft&lt;br /&gt;
*******#Radikaldemokratische (z.B. Mouffe) - Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit dem Volkssouverän&lt;br /&gt;
*******#*ein Zeitproblem in heutiger Krisenlage&lt;br /&gt;
*******#Deliberative Modelle (z.B. Habermas) - im Zentrum steht der öffentliche Diskurs&lt;br /&gt;
*******#*keine wirksame Zivilgesellschaft, kognitive Ungleichheit, Parlament deliberiert nicht mehr, Theorie müsste verwässert werden, wodurch sie unnötig würde, demokratische Kapitalismus wird zu undemokratisch&lt;br /&gt;
*******#Liberales Demokratiemodell - alle Theorie wird vom Individuum aus gedacht, Trennung von öffentlich und privat, Freiheit als wichtiger Grundsatz&lt;br /&gt;
*******#*Kernargumentation: Niedergang der liberalen Demokratie / Devolution bei 4 Prozessen&lt;br /&gt;
*******#**Politisierung bei gleichzeitiger Nichtintegration,&lt;br /&gt;
*******#**Wachsende Komplexheit des Regierens,&lt;br /&gt;
*******#**Kognitionsasymmetrie,&lt;br /&gt;
*******#**Demokratischer Kapitalismus geht unter&lt;br /&gt;
****Merkel, W. (2023). Im Zwielicht ...&lt;br /&gt;
*****Kontext: aktuelle Krise und Hinterfragung der Zukunftsfähigkeit&lt;br /&gt;
*****Leitfaden&lt;br /&gt;
*****#Soll - Thesen zur Demokratie - Demokratiekonzept&lt;br /&gt;
*****#*Selbstregierung eingebettet in Kapitalismus und Soziale Gerechtigkeit, Zivilgesellschaft und Staat&lt;br /&gt;
*****#*5 Regime: Wahl, Partizipation, Bürgerliche Freiheitsrechte, Gewaltenkontrolle Effektive Regierungsgewalt&lt;br /&gt;
*****#Ist&lt;br /&gt;
*****#*Evtl. nicht in der Krise denn &amp;quot;die Demokratie&amp;quot; existiert nicht, kein weitreichender Partizipationsverlust und kein Krisenbewusstsein&lt;br /&gt;
*****#*Quantität der Demokratien geht zurück und Qualität der Demokratien verringert sich&lt;br /&gt;
*****#**insbesondere bezüglich 5 Regime&lt;br /&gt;
*****#***Wahl - Versagt bei Bekämpfung sozioökonomischer Unterschiede&lt;br /&gt;
*****#****schlechte Wirtschaftspolitik, Parteipolitik, Individualisierung zum Niedergang der Volksparteien, &amp;quot;Lagerdenken&amp;quot;&lt;br /&gt;
*****#***Partizipation -untere Schichten klinken sich raus&lt;br /&gt;
*****#****Selbst- und Fremdexklusion, fehlende Klassenpolitik, Zivilgesellschaft wird elitär (Partizipationsaristokratie)&lt;br /&gt;
*****#***Bürgerliche Freiheitsrechte - Notstandsgesetze, Cancel culture&lt;br /&gt;
*****#***Gewaltenkontrolle: Zunahme Macht der Exekutive&lt;br /&gt;
*****#***Effektive Regierungsgewalt: Abwanderung von Kompetenzen des Nationalstaat &lt;br /&gt;
*****#****failed state, fehlende Reaktion auf Globalisierung&lt;br /&gt;
*****#**Verfestigung 2/3 Demokratie, Erosion von Demokratien, Spelt zwischen Ideal und Realität, Desintegration der Gesellschaft, Rechtsruck als Gegenreaktion&lt;br /&gt;
*****#Ausblick&lt;br /&gt;
*****#*Demokratie wird iliberal, Plutokratische Postdemokratie (Oberklassenoligarchie)&lt;br /&gt;
*****#*Resilienz kann sich entwickeln aber Demokratische Innovation scheinen nicht verfügbar (Wissenschaft, Modusänderung, Bürgerräte, Resilienz)&lt;br /&gt;
***Weitere Kommentare aus der Debatte&lt;br /&gt;
****Demokratie liegt immer in Schwundstufen&lt;br /&gt;
****So lange es kein alternatives Konzept mit weniger Defizite gibt, bleibt die Demokratie ein passendes System&lt;br /&gt;
****AFD ist &amp;quot;semiloyale Partei&amp;quot;&lt;br /&gt;
****Die alternde Demokratie muss dennoch an der Norm gemessen werden&lt;br /&gt;
****Es gibt partizipative Bewegungen aus der Demokratie raus&lt;br /&gt;
****Demokratie beinhaltet Schutz und Recoveryfunktion&lt;br /&gt;
****Wie kann eine weniger demokratisch legitimierte Institution wie die EU einer demokratischer gewählten Regierung Guidance zu geben - einer der Paradoxa der EU&lt;br /&gt;
****Erfahrungsboden für die normativen Normen fallen weg - aber war das nicht schon immer so dass die real existierende Degeneration nicht der Norm entsprach&lt;br /&gt;
****nur ca. 30 Staaten sind voll demokratisch, ca. 40 sind Autokratien, dazwischen viele defekte Demokratien meist iliberalen Zuschnitts&lt;br /&gt;
****wir haben aktuelle eine Phase in der man nicht mehr daran glaubt, dass die Realität an die Theorie angenähert werden kann oder sollte&lt;br /&gt;
****es gibt neben der Politisierung auch viel Entpolitisierung&lt;br /&gt;
****Devolution der Demokratie deutet etwas systemisch notwendiges an, was nicht erkennbar ist oder erklärt wird bei Selk&lt;br /&gt;
*****die devolutive Notwendigkeit ergibt sich aus der neuen Krisensituation&lt;br /&gt;
****Mehr politische Bildung in der Schule - scheitert an neuer Komplexität&lt;br /&gt;
****Direkte demokratische Elemente verschwanden gegenwärtig eher, weil sie sich untauglich gezeigt haben, das hoch institutionalisierte System zu beeinflussen&lt;br /&gt;
****Soziale Praxis des Kollektivs ist geschwunden (Kirche, Vereine, Wirtschaftsverbände)&lt;br /&gt;
****Demokratien haben Märkte entfesselt, gleichzeitig den Kapitalismus auch demokratisiert&lt;br /&gt;
****Frage: Schützt der Kapitalismus die Demokratie&lt;br /&gt;
****Polarisierung geht zu weit, gewisse Polarisierung ist gut, aber es muss eine Reintegration möglich sein&lt;br /&gt;
****Ist die Polarisierung ein Ausguss von Krisenbewusstsein&lt;br /&gt;
****Globalisierung und Liberalisierung scheinen auch auf dem Rückmarsch - noch keine harten Indikatoren&lt;br /&gt;
*****keine Resilienz der Demokratie sondern Resilienz des Kapitalismus - Kapitalismus wird sich auch gegenüber den geopolitischen Ideen durchsetzen&lt;br /&gt;
****positive Konsumaussichten gleichen demokratische Einschränkungen nicht mehr aus&lt;br /&gt;
****es entwickelt sich nicht zum Chaos sondern zu Hybridmodellen&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Selk, V. (2023). Demokratiedämmerung: Eine Kritik der Demokratietheorie. Suhrkamp Verlag.&lt;br /&gt;
*Merkel, W. (2023). Im Zwielicht: Zerbrechlichkeit und Resilienz der Demokratie im 21. Jahrhundert. Campus Verlag.&lt;br /&gt;
*&amp;quot;[https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie?wprov=sfla1 Demokratie&amp;quot; in Wikipedia]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Demokratied%C3%A4mmerung&amp;diff=1015</id>
		<title>Demokratiedämmerung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://epenzirkel.eu/index.php?title=Demokratied%C3%A4mmerung&amp;diff=1015"/>
		<updated>2024-06-27T22:11:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* Sitzungsnotizen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
*15. Mai 2024 - 2030 bei Tiemo - Einstieg und Neubelebung &lt;br /&gt;
*5. Juni 2024 - 2030 bei Andreas - Demokratie-Fundament-Reflektion anhand [https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie?wprov=sfla1 Wikipedia-Artikel] &lt;br /&gt;
*27.Juni 2024 - 2030 bei Tobias - Selk Einleitung und etwas mehr bis Ende 1.2 - Seite 51&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Struktur ==&lt;br /&gt;
* 1.Sitzung: Reiseberichte, Zirkel-Revitalisierung&lt;br /&gt;
* 2.Sitzung: Allgemeines Verständnis, Begriffsdefinitionen, Theorie und Praxis&lt;br /&gt;
* 3.-x. Sitzung: Selk&lt;br /&gt;
* x+1./y. Sitzung: Merkel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Sitzungsnotizen =&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;5.6.2024&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Tobias&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Kontiunität der Demokratie-Modelle seit der Antike oder Bruch in der Moderne um 1800 (universale Menschenrechte, soziale Frage-Proletariat etc.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Das Problem der Dimension: Demokratieform und Gruppengröße &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Über welche Einheit herrscht Demokratie, und was stellt eine zu repräsentierende Einheit dar? Die Volkseinheit, die Gruppe intelligenter Rasenmäher etc.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Zeitfaktor: das Problem langfristiger Planung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Konsenskultur vs. die beste Lösung als technisch generierte Lösung (KI), damit verbunden: die Rolle des öffentlichen Raums und technokratischen Expertenwissens in Demokratien  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Anthropologie und Demokratie: welches Menschenbild liegt dem Prozessgefüge der Herrschaftslegitimation zugrunde, was sind demokratische Werte, wofür steht die Verfassung etc.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Adaptive Herrschaftsformen: äußerer Druck (Krieg, Klimakrise, Komplexität) und angemessene Herrschaftsform, innerer Druck und sich ändernde Produktionsverhältnisse etc.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Ökonomie und Demokratie: Wohlstandssicherung, Förderung kapitalistisch-liberaler Momente  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Kritisches Selbstverständnis des Menschen vs. der Mensch als digitalisierbarer Datensatz und naturwissenschaftliches Objekt  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Nationale Demokratien und vernetzte Demokratien: lokale und internationale Strukturen (EU, UN etc.)    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Demokratie und aufklärerisches lineares Fortschrittsmodell (der Mensch entfaltet schrittweise, was er im Kern ist) vs. Kreislaufmodelle (Spengler etc.), theologische Eschatologien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27.6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Tiemo: offene Frage: Die Rolle von Globalisierung in seiner Problemanalyse (Komplexität, Diversität etc.)&lt;br /&gt;
# Tobias: Selk verwendet naturwissenschaftliche Methodik zur Theoriedarstellung und zur Bestimmung dessen, was einen Theoriekollaps auszeichnet: Paradigmenkerne, die destabilisiert werden (Kuhn, Fleck: vom ptolemäischen zum keplerischen Weltbild). Was ist eine Theorie in den Politikwissenschaften? Wer hat das bestimmt, ist Kuhn-Fleck die richtige Referenz? Was ist eine Theoriedämmerung, was ein Kollaps?&lt;br /&gt;
# Tobias: biologisches Vokubalr Evolution-Devolution, Adaptation. Was heißt das für seinen Ansatz&lt;br /&gt;
# Tobias; Selk verwendet häufig den Begriff: Norm, normativ. &lt;br /&gt;
# Tobias: unklare Differenzierungen von Moderne, Modernisierung, Demokratie, Fortschritt. Moderne ist eigentlich der umfassende Begriff, Moderneimmanenz der Demokratie. Ist Selks Kritik eine Kritik der Moderne. Siehe Fußnote 7 auf S. 10, Lehmann: Demokratie ist nur ein Funktionssystem der Modernisierung als Prozess der Entfaltung der Moderne.&lt;br /&gt;
# Selks Paradigmenansatz: a. Demokratietheorie ist auch immer eine Theorie der mitverhandelten Subjekte, als Anthropologie und Menschenbild. Das Kippen der D-Theorie würde all dies mit verändern.&lt;br /&gt;
# Diskussion über Governance-Strukturen.&lt;br /&gt;
# Diskussion über Meinungsvielfalt und Hyperindiviudalisierung als Demokratieproblem am Beispiel von Many-to-many-Medien&lt;br /&gt;
# Big Data, Statistik, und ein neues Epenthema (Andreas).&lt;br /&gt;
# Expertokratische Unterwanderung demokratischer Strukturen. Technokraten als Lösung überkomplexer Realzwänge (Klimakrise, Ökologie, Pandemie)&lt;br /&gt;
# Ende der Lektüre: S. 18, nächste Sitzung: ab: Theorien des Niedergangs &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Thesen &amp;amp; Kurzeinträge ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Tiemo - Feb. 2024:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Demokratie-&amp;quot;Zweck&amp;quot;&lt;br /&gt;
*** Menschen neigen dazu, sich zu größeren mächtigeren Gruppen zusammen zu schließen.&lt;br /&gt;
**** Hängt das an dem Trieb, Ressourcen erweitert zu nutzen?&lt;br /&gt;
**** Hängt es an intrinsischer Neigung zu &amp;quot;Fortschritt&amp;quot;?&lt;br /&gt;
*** &amp;quot;Demokratie&amp;quot; als eine mögliche Herrschaftsorganisation stabilisiert solche Gruppen, ordnet unüberschaubare familiär nicht klar verbundene Gruppen.&lt;br /&gt;
**** Religion hat einen ähnlichen Zweck, funktioniert aber weniger formell - mehr über Rituale und Mystik.&lt;br /&gt;
** Alternativen&lt;br /&gt;
*** Monarchie, Aristokratie, Theokratie, Diktatur, Oligarchie, Technokratie, Anarchie ...&lt;br /&gt;
**** Da &amp;quot;Ressourcenerweiterung&amp;quot; evtl. ein wesentlichen Zweck/Ziel begründet, über die natürliche Familienstruktur hinaus gehende Ordnungsstrukturen zu schaffen, bietet sich vielleicht an, Technokratie als naheliegendste Struktur zu benennen ....&lt;br /&gt;
** Fragen&lt;br /&gt;
**# Was ist die beste politische nicht-religiöse Methode der Stabilisierung einer Gesellschaft im Sinne einer Ordnung (Entscheidungen, Prinzipien, Regeln)?&lt;br /&gt;
**# Müssen wir &amp;quot;Demokratie&amp;quot; durchdenken, anpassen, verwerfen?&lt;br /&gt;
**#* Gibt es einen Notwendigkeit des Wechsels in einer neuerdings&lt;br /&gt;
**#** global begrenzteren (Ressourcen, Platz, Energie, Rohstoffe, Nahrung, Entfernung) zu einer bisher scheinbar unbegrenzten Welt?&lt;br /&gt;
**#** komplexeren Welt, die stärkere Differenzierung in den Ordnungsprinzipien erfordert?&lt;br /&gt;
**#* Müssen wir die Paarung mit dem Kapitalismus als flankierendes Wirtschaftssystem stärker hinterfragen? - Wie kann dies umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Tiemo 16.5.2024 nach erster Sitzung:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Muss Demokratie vom materiellen Fortschrittsgedanken, der wiederum auch den heutigen Freiheitsbegriff weitestgehend mitzubestimmen/einzuengen scheint, abgekoppelt werden (man darf Fliegen nicht verbieten; man darf nicht verbieten, dass jemand in einem Einfamilienhaus wohnt; man darf nicht verbieten, dass jemand einen SUV fährt)?&lt;br /&gt;
** Brauchen wir einen Umwidmung von &amp;quot;Freiheit&amp;quot; und &amp;quot;Fortschritt&amp;quot; bei begrenzten Ressourcen um Demokratie noch zu erhalten?&lt;br /&gt;
** Wie gehen wir mit aufkommenden Maschinenwesen um (Roboter/Mensch Mischformen -&amp;gt; der Rasenmäher mit Bewusstsein, der Mensch der ohne KI/Wikipedia nichts mehr selber weiss, aber dennoch basierend auf seinen menschlichen Fähigkeiten, politische Entscheidungen mit bestimmen soll?&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Tiemo 6.6.2024 (Vorbereitung zu zweiter Sitzung -  [https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie?wprov=sfla1 Wikipedia-Artikel]):&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Lange Geschichte der Idee der Volksherrschaft&lt;br /&gt;
** Genaue Differenzierung erst in der Moderne&lt;br /&gt;
*** Die Vernunft der Aufklärung kommt dazu&lt;br /&gt;
** Demokratie fusst auf&lt;br /&gt;
*** Partizipation&lt;br /&gt;
*** Freiheit&lt;br /&gt;
**** indirekt davon abgeleitet die freie Entfaltung des Kapitalismus&lt;br /&gt;
*** Gerechtigkeit / Gleichheit im individuell aufgeklärten Sinne&lt;br /&gt;
**** Daraus leitet sich wohl auch der Sozialstaat ab, vielleicht auch &amp;quot;Wohlstands-ermöglichung als Prinzip&lt;br /&gt;
**** Bildung&lt;br /&gt;
*** Vermeidung von Willkür (Dispotie und Tyrannei)&lt;br /&gt;
*** Minderheitenschutz&lt;br /&gt;
*** Es geht um Entscheidungsfähigkeit - Regierung/Exekutive an erster Stelle&lt;br /&gt;
**** Gewaltmonopol - Justiz, militar&lt;br /&gt;
*** Öffentlichkeit und Transparenz&lt;br /&gt;
**** aber Schutz von Privatheit und Intimität&lt;br /&gt;
***** auch geheime Wahl&lt;br /&gt;
*** Schutz von Besitz und Eigentum&lt;br /&gt;
**** dem Freiheitsgedanken entsprechend&lt;br /&gt;
*** Gewaltenteilung als operative Balancestruktur&lt;br /&gt;
**** Exekutive -Judikative -legislative&lt;br /&gt;
*** Weitere Typen&lt;br /&gt;
**** Repräsentative D.vs direkte D.; Räted., Deliberative D.; Konsenzd. vs Mehrheitsd.; Konkordanzd. vs Konkurrenzd.; Radikale Demokratie (&#039;&#039;Freiheit ist Erlaubnis zu Zügellosigkeit&#039;&#039;); Postdemokratie; Globaler Föderalismus&lt;br /&gt;
*** Fragen&lt;br /&gt;
**** Republik - unklare Def.?&lt;br /&gt;
**** Öffentlichkeit ist wichtig aber nicht zwingend für jedwede Partizipation?&lt;br /&gt;
**** Benötigt Demokratie immer etwas Oligarchie?&lt;br /&gt;
**** Demokratie für Krisen ungeeignet?&lt;br /&gt;
**** D. ist träge, gleichzeitig aber nur kurzfristig handelnd?&lt;br /&gt;
**** Was wenn die Komplexität keine Fairness / Gleichheit mehr ermöglicht?&lt;br /&gt;
**** Ist Demokratie wirklich die einzige legitimierte Form der sozialen Ordnung?&lt;br /&gt;
***** Was heisst hier &amp;quot;legitimiert&amp;quot;&lt;br /&gt;
**** Ermöglicht D. Entscheidungen auf dem niedrigsten level?&lt;br /&gt;
**** Sind Medien heutzutage ein Problem, da sie nicht bilden sondern nur noch Komplexität zu sehr erhöhen&lt;br /&gt;
**** Ist Mehrheitsfindung ein zerstörendes &amp;quot;Marktgeschehen&amp;quot;&lt;br /&gt;
****&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Andreas - Gedanken zum Wikipedia-Artikel &amp;quot;Demokratie&amp;quot; und daraus resultierende Fragen (aus der Sitzung am 5.6.24)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
**Wie relevant ist die Geschichte der Demokratie für aktuelle Probleme in Demokratie-Theorie und -Praxis?&lt;br /&gt;
**Ist eine technisch-prozedurale Demokratie-Definition hinreichend?&lt;br /&gt;
**Welche konstitutiven Bestandteile bleiben dann übrig?&lt;br /&gt;
**Oder bedarf eine Definition heute zwingend der Erweiterung um normative Aspekte, die sich seit der europäischen Aufklärung herausgebildet haben?&lt;br /&gt;
**Welche?&lt;br /&gt;
**Kann der technische oder der normative Entwurf ein globaler, überkultureller Maßstab sein?&lt;br /&gt;
**Oder brauchen kulturell anders geprägte Gesellschaften andere Modelle?&lt;br /&gt;
**Wie sehen solche Modelle aus? (Chinesisches Polit-Eliten-Modell?)&lt;br /&gt;
**Kann ein neuzeitlich-europäisches Menschenbild auch in anderen Systemen gedeihen?&lt;br /&gt;
**Auf welcher Ebene (eher technisch oder eher normativ) sehen wir aktuell ein Demokratiedefizit?&lt;br /&gt;
**Erwarten wir zu viel von Demokratie?&lt;br /&gt;
**Ist der &amp;quot;Kreislauf der Verfassungen&amp;quot; eventuell nicht nur erwartbar, sondern in gewisser Weise geradezu &amp;quot;normal&amp;quot;?&lt;br /&gt;
**Erwartet eine christlich (insofern teleologisch) geprägte Kultur durch einen Ewigkeitsanspruch hier zu viel von Demokratie?&lt;br /&gt;
**Verbietet auch europäisches Fortschrittsdenken eine Kreislauf-Vorstellung?&lt;br /&gt;
**Ist Demokratie auf den Umgang mit aktuellen Herausforderungen eingestellt?&lt;br /&gt;
**Oder ist Demokratie nicht für langfristige Lösungswege und Kontinuität gemacht?&lt;br /&gt;
**Gibt es Strategien und Strategieverfolgung in westlichen Demokratien?&lt;br /&gt;
**Bzw. wieso sind solche Strategien so wenig wahrnehmbar?&lt;br /&gt;
**Wer müsste sie entwickeln?&lt;br /&gt;
**Sehen wir technische Lösungen für zu erwartende Probleme (Regierungs-Apparate im wörtlichen Sinne)?&lt;br /&gt;
**Sollte es so kommen - welche Rolle bleibt dem &amp;quot;Alt-Europäer&amp;quot;? Nur der Rückzug in den Weinberg? (Durch den ihn dann der Pflegeroboter schiebt?)&lt;br /&gt;
==Akademischer Kontext==&lt;br /&gt;
*Hochschule Fulda. Centre of transnational governance. [https://www.centreoftransnationalgovernance.de/up-next/lecture-series-2023/ Lecture Series Europe in the world:Conflicts, Politics, Values, 2023-2024].&lt;br /&gt;
**Book presentation and discussion: [https://hbx.fhhrz.net/getlink/fiYCV7b8WvXijCHcRrv7EU/Merkel%20Selk%20Recording.mp4 Collapse, crisis or resilience? Democracy in the 21st century. Wolfgang Merkel (Prof.em Wissenschaftszentrum Berlin &amp;amp; Humboldt Universität zu Berlin; Fellow at Central European University Budapest). Veith Selk (Lecturer at the TU Darmstadt &amp;amp; Senior Fellow at the Point Alpha Research Institute). 06 February 17:00-18:30.]&lt;br /&gt;
***Zusammenfassungen&lt;br /&gt;
****Selk, V. (2023). Demokratiedämmerung ...&lt;br /&gt;
*****Entplausibilisierung von Demokratietheorien,&lt;br /&gt;
******Botschaft/These: Die Demokratie ist alt geworden - sie schwindet&lt;br /&gt;
*******da die aktuellen Theorien den aktuellen Krisen nicht real gerecht werden, verlieren sie auch an normativen Strahlkraft&lt;br /&gt;
*******#Radikaldemokratische (z.B. Mouffe) - Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit dem Volkssouverän&lt;br /&gt;
*******#*ein Zeitproblem in heutiger Krisenlage&lt;br /&gt;
*******#Deliberative Modelle (z.B. Habermas) - im Zentrum steht der öffentliche Diskurs&lt;br /&gt;
*******#*keine wirksame Zivilgesellschaft, kognitive Ungleichheit, Parlament deliberiert nicht mehr, Theorie müsste verwässert werden, wodurch sie unnötig würde, demokratische Kapitalismus wird zu undemokratisch&lt;br /&gt;
*******#Liberales Demokratiemodell - alle Theorie wird vom Individuum aus gedacht, Trennung von öffentlich und privat, Freiheit als wichtiger Grundsatz&lt;br /&gt;
*******#*Kernargumentation: Niedergang der liberalen Demokratie / Devolution bei 4 Prozessen&lt;br /&gt;
*******#**Politisierung bei gleichzeitiger Nichtintegration,&lt;br /&gt;
*******#**Wachsende Komplexheit des Regierens,&lt;br /&gt;
*******#**Kognitionsasymmetrie,&lt;br /&gt;
*******#**Demokratischer Kapitalismus geht unter&lt;br /&gt;
****Merkel, W. (2023). Im Zwielicht ...&lt;br /&gt;
*****Kontext: aktuelle Krise und Hinterfragung der Zukunftsfähigkeit&lt;br /&gt;
*****Leitfaden&lt;br /&gt;
*****#Soll - Thesen zur Demokratie - Demokratiekonzept&lt;br /&gt;
*****#*Selbstregierung eingebettet in Kapitalismus und Soziale Gerechtigkeit, Zivilgesellschaft und Staat&lt;br /&gt;
*****#*5 Regime: Wahl, Partizipation, Bürgerliche Freiheitsrechte, Gewaltenkontrolle Effektive Regierungsgewalt&lt;br /&gt;
*****#Ist&lt;br /&gt;
*****#*Evtl. nicht in der Krise denn &amp;quot;die Demokratie&amp;quot; existiert nicht, kein weitreichender Partizipationsverlust und kein Krisenbewusstsein&lt;br /&gt;
*****#*Quantität der Demokratien geht zurück und Qualität der Demokratien verringert sich&lt;br /&gt;
*****#**insbesondere bezüglich 5 Regime&lt;br /&gt;
*****#***Wahl - Versagt bei Bekämpfung sozioökonomischer Unterschiede&lt;br /&gt;
*****#****schlechte Wirtschaftspolitik, Parteipolitik, Individualisierung zum Niedergang der Volksparteien, &amp;quot;Lagerdenken&amp;quot;&lt;br /&gt;
*****#***Partizipation -untere Schichten klinken sich raus&lt;br /&gt;
*****#****Selbst- und Fremdexklusion, fehlende Klassenpolitik, Zivilgesellschaft wird elitär (Partizipationsaristokratie)&lt;br /&gt;
*****#***Bürgerliche Freiheitsrechte - Notstandsgesetze, Cancel culture&lt;br /&gt;
*****#***Gewaltenkontrolle: Zunahme Macht der Exekutive&lt;br /&gt;
*****#***Effektive Regierungsgewalt: Abwanderung von Kompetenzen des Nationalstaat &lt;br /&gt;
*****#****failed state, fehlende Reaktion auf Globalisierung&lt;br /&gt;
*****#**Verfestigung 2/3 Demokratie, Erosion von Demokratien, Spelt zwischen Ideal und Realität, Desintegration der Gesellschaft, Rechtsruck als Gegenreaktion&lt;br /&gt;
*****#Ausblick&lt;br /&gt;
*****#*Demokratie wird iliberal, Plutokratische Postdemokratie (Oberklassenoligarchie)&lt;br /&gt;
*****#*Resilienz kann sich entwickeln aber Demokratische Innovation scheinen nicht verfügbar (Wissenschaft, Modusänderung, Bürgerräte, Resilienz)&lt;br /&gt;
***Weitere Kommentare aus der Debatte&lt;br /&gt;
****Demokratie liegt immer in Schwundstufen&lt;br /&gt;
****So lange es kein alternatives Konzept mit weniger Defizite gibt, bleibt die Demokratie ein passendes System&lt;br /&gt;
****AFD ist &amp;quot;semiloyale Partei&amp;quot;&lt;br /&gt;
****Die alternde Demokratie muss dennoch an der Norm gemessen werden&lt;br /&gt;
****Es gibt partizipative Bewegungen aus der Demokratie raus&lt;br /&gt;
****Demokratie beinhaltet Schutz und Recoveryfunktion&lt;br /&gt;
****Wie kann eine weniger demokratisch legitimierte Institution wie die EU einer demokratischer gewählten Regierung Guidance zu geben - einer der Paradoxa der EU&lt;br /&gt;
****Erfahrungsboden für die normativen Normen fallen weg - aber war das nicht schon immer so dass die real existierende Degeneration nicht der Norm entsprach&lt;br /&gt;
****nur ca. 30 Staaten sind voll demokratisch, ca. 40 sind Autokratien, dazwischen viele defekte Demokratien meist iliberalen Zuschnitts&lt;br /&gt;
****wir haben aktuelle eine Phase in der man nicht mehr daran glaubt, dass die Realität an die Theorie angenähert werden kann oder sollte&lt;br /&gt;
****es gibt neben der Politisierung auch viel Entpolitisierung&lt;br /&gt;
****Devolution der Demokratie deutet etwas systemisch notwendiges an, was nicht erkennbar ist oder erklärt wird bei Selk&lt;br /&gt;
*****die devolutive Notwendigkeit ergibt sich aus der neuen Krisensituation&lt;br /&gt;
****Mehr politische Bildung in der Schule - scheitert an neuer Komplexität&lt;br /&gt;
****Direkte demokratische Elemente verschwanden gegenwärtig eher, weil sie sich untauglich gezeigt haben, das hoch institutionalisierte System zu beeinflussen&lt;br /&gt;
****Soziale Praxis des Kollektivs ist geschwunden (Kirche, Vereine, Wirtschaftsverbände)&lt;br /&gt;
****Demokratien haben Märkte entfesselt, gleichzeitig den Kapitalismus auch demokratisiert&lt;br /&gt;
****Frage: Schützt der Kapitalismus die Demokratie&lt;br /&gt;
****Polarisierung geht zu weit, gewisse Polarisierung ist gut, aber es muss eine Reintegration möglich sein&lt;br /&gt;
****Ist die Polarisierung ein Ausguss von Krisenbewusstsein&lt;br /&gt;
****Globalisierung und Liberalisierung scheinen auch auf dem Rückmarsch - noch keine harten Indikatoren&lt;br /&gt;
*****keine Resilienz der Demokratie sondern Resilienz des Kapitalismus - Kapitalismus wird sich auch gegenüber den geopolitischen Ideen durchsetzen&lt;br /&gt;
****positive Konsumaussichten gleichen demokratische Einschränkungen nicht mehr aus&lt;br /&gt;
****es entwickelt sich nicht zum Chaos sondern zu Hybridmodellen&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Selk, V. (2023). Demokratiedämmerung: Eine Kritik der Demokratietheorie. Suhrkamp Verlag.&lt;br /&gt;
*Merkel, W. (2023). Im Zwielicht: Zerbrechlichkeit und Resilienz der Demokratie im 21. Jahrhundert. Campus Verlag.&lt;br /&gt;
*&amp;quot;[https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie?wprov=sfla1 Demokratie&amp;quot; in Wikipedia]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Demokratied%C3%A4mmerung&amp;diff=1010</id>
		<title>Demokratiedämmerung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://epenzirkel.eu/index.php?title=Demokratied%C3%A4mmerung&amp;diff=1010"/>
		<updated>2024-06-06T09:30:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
*15. Mai 2024 - 2030 bei Tiemo - Einstieg und Neubelebung &lt;br /&gt;
*5. Juni 2024 - 2030 bei Andreas - Demokratie-Fundament-Reflektion anhand [https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie?wprov=sfla1 Wikipedia-Artikel] &lt;br /&gt;
*27.Juni 2024 - 2030 bei Tobias - Selk Einleitung und etwas mehr bis Ende 1.2 - Seite 51&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Struktur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1.Sitzung: Reiseberichte, Zirkel-Revitalisierung&lt;br /&gt;
* 2.Sitzung: Allgemeines Verständnis, Begriffsdefinitionen, Theorie und Praxis&lt;br /&gt;
* 3.-x. Sitzung: Selk&lt;br /&gt;
* x+1./y. Sitzung: Merkel&lt;br /&gt;
* y+1. Sitzung: Abschluss&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fragen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Tiemo - Feb. 2024:&lt;br /&gt;
#Was ist die beste politische nicht-religiöse Methode der Stabilisierung einer Gesellschaft im Sinne einer Ordnung (Entscheidungen, Prinzipien, Regeln)?&lt;br /&gt;
# Müssen wir &amp;quot;Demokratie&amp;quot; durchdenken, anpassen, verwerfen?&lt;br /&gt;
#* Gibt es einen Notwendigkeit des Wechsels in einer neuerdings&lt;br /&gt;
#** global begrenzteren (Ressourcen, Platz, Energie, Rohstoffe, Nahrung, Entfernung) zu einer bisher scheinbar unbegrenzten Welt?&lt;br /&gt;
#** komplexeren Welt, die stärkere Differenzierung in den Ordnungsprinzipien erfordert?&lt;br /&gt;
#* Müssen wir die Paarung mit dem Kapitalismus als flankierendes Wirtschaftssystem stärker hinterfragen? - Wie kann dies umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Tiemo 16.5.2024 nach erster Sitzung:&lt;br /&gt;
** Muss Demokratie vom materiellen Fortschrittsgedanken, der wiederum auch den heutigen Freiheitsbegriff weitestgehend mitzubestimmen/einzuengen scheint, abgekoppelt werden (man darf Fliegen nicht verbieten; man darf nicht verbieten, dass jemand in einem Einfamilienhaus wohnt; man darf nicht verbieten, dass jemand einen SUV fährt)?&lt;br /&gt;
** Brauchen wir einen Umwidmung von &amp;quot;Freiheit&amp;quot; und &amp;quot;Fortschritt&amp;quot; bei begrenzten Ressourcen um Demokratie noch zu erhalten?&lt;br /&gt;
** Wie gehen wir mit aufkommenden Maschinenwesen um (Roboter/Mensch Mischformen -&amp;gt; der Rasenmäher mit Bewusstsein, der Mensch der ohne KI/Wikipedia nichts mehr selber weiss, aber dennoch basierend auf seinen menschlichen Fähigkeiten, politische Entscheidungen mit bestimmen soll?&lt;br /&gt;
*Andreas - Gedanken zum Wikipedia-Artikel &amp;quot;Demokratie&amp;quot; und daraus resultierende Fragen (aus der Sitzung am 5.6.24)&lt;br /&gt;
**Wie relevant ist die Geschichte der Demokratie für aktuelle Probleme in Demokratie-Theorie und -Praxis?&lt;br /&gt;
**Ist eine technisch-prozedurale Demokratie-Definition hinreichend?&lt;br /&gt;
**Welche konstitutiven Bestandteile bleiben dann übrig?&lt;br /&gt;
**Oder bedarf eine Definition heute zwingend der Erweiterung um normative Aspekte, die sich seit der europäischen Aufklärung herausgebildet haben?&lt;br /&gt;
**Welche?&lt;br /&gt;
**Kann der technische oder der normative Entwurf ein globaler, überkultureller Maßstab sein?&lt;br /&gt;
**Oder brauchen kulturell anders geprägte Gesellschaften andere Modelle?&lt;br /&gt;
**Wie sehen solche Modelle aus? (Chinesisches Polit-Eliten-Modell?)&lt;br /&gt;
**Kann ein neuzeitlich-europäisches Menschenbild auch in anderen Systemen gedeihen?&lt;br /&gt;
**Auf welcher Ebene (eher technisch oder eher normativ) sehen wir aktuell ein Demokratiedefizit?&lt;br /&gt;
**Erwarten wir zu viel von Demokratie?&lt;br /&gt;
**Ist der &amp;quot;Kreislauf der Verfassungen&amp;quot; eventuell nicht nur erwartbar, sondern in gewisser Weise geradezu &amp;quot;normal&amp;quot;?&lt;br /&gt;
**Erwartet eine christlich (insofern teleologisch) geprägte Kultur durch einen Ewigkeitsanspruch hier zu viel von Demokratie?&lt;br /&gt;
**Verbietet auch europäisches Fortschrittsdenken eine Kreislauf-Vorstellung?&lt;br /&gt;
**Ist Demokratie auf den Umgang mit aktuellen Herausforderungen eingestellt?&lt;br /&gt;
**Oder ist Demokratie nicht für langfristige Lösungswege und Kontinuität gemacht?&lt;br /&gt;
**Gibt es Strategien und Strategieverfolgung in westlichen Demokratien?&lt;br /&gt;
**Bzw. wieso sind solche Strategien so wenig wahrnehmbar?&lt;br /&gt;
**Wer müsste sie entwickeln?&lt;br /&gt;
**Sehen wir technische Lösungen für zu erwartende Probleme (Regierungs-Apparate im wörtlichen Sinne)?&lt;br /&gt;
**Sollte es so kommen - welche Rolle bleibt dem &amp;quot;Alt-Europäer&amp;quot;? Nur der Rückzug in den Weinberg? (Durch den ihn dann der Pflegeroboter schiebt?)&lt;br /&gt;
==Kurzeinträge, Thesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Tiemos Feb. 2024:&lt;br /&gt;
** Demokratie-&amp;quot;Zweck&amp;quot;&lt;br /&gt;
*** Menschen neigen dazu, sich zu größeren mächtigeren Gruppen zusammen zu schließen.&lt;br /&gt;
**** Hängt das an dem Trieb, Ressourcen erweitert zu nutzen?&lt;br /&gt;
**** Hängt es an intrinsischer Neigung zu &amp;quot;Fortschritt&amp;quot;?&lt;br /&gt;
*** &amp;quot;Demokratie&amp;quot; als eine mögliche Herrschaftsorganisation stabilisiert solche Gruppen, ordnet unüberschaubare familiär nicht klar verbundene Gruppen.&lt;br /&gt;
**** Religion hat einen ähnlichen Zweck, funktioniert aber weniger formell - mehr über Rituale und Mystik.&lt;br /&gt;
** Alternativen&lt;br /&gt;
*** Monarchie, Aristokratie, Theokratie, Diktatur, Oligarchie, Technokratie, Anarchie ...&lt;br /&gt;
**** Da &amp;quot;Ressourcenerweiterung&amp;quot; evtl. ein wesentlichen Zweck/Ziel begründet, über die natürliche Familienstruktur hinaus gehende Ordnungsstrukturen zu schaffen, bietet sich vielleicht an, Technokratie als naheliegendste Struktur zu benennen ....&lt;br /&gt;
* Tiemo 6.6.2024 (Vorbereitung zu zweiter Sitzung -  [https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie?wprov=sfla1 Wikipedia-Artikel])&lt;br /&gt;
** Lange Geschichte der Idee der Volksherrschaft&lt;br /&gt;
** Genaue Differenzierung erst in der Moderne&lt;br /&gt;
*** Die Vernunft der Aufklarung kommt dazu &lt;br /&gt;
** Demokratie fusst auf&lt;br /&gt;
*** Partizipation&lt;br /&gt;
*** Freiheit&lt;br /&gt;
**** indirekt davon abgeleitet die freie Enfaltung des Kapitalismus&lt;br /&gt;
*** Gerechtigkeit / Gleicheit im indivifuel aufgeklärten Sinne&lt;br /&gt;
**** Daraus leitet sich wohl auch der Sozialstaat ab, vielleicht auch &amp;quot;Wohlstandermöglichung als Prinzip&lt;br /&gt;
**** Bildung&lt;br /&gt;
*** Vermeidung von Willkür (Dispotie und Tyrannei)&lt;br /&gt;
*** Minderheitenschutz&lt;br /&gt;
*** Es geht um Entscheidungsfähigkeit - Regierung/Exekutive an erster Stelle&lt;br /&gt;
**** Gewaltmonopol - Justiz, militar&lt;br /&gt;
*** Öffentlichkeit und Transparenz&lt;br /&gt;
**** aber Schutz von Privatheit und Intimität&lt;br /&gt;
***** auch Geheime wahl&lt;br /&gt;
*** Schutz von Besitz und Eigentum&lt;br /&gt;
**** dem Freiheitsgedanken entsprechend&lt;br /&gt;
*** Gewaltenteilung als operative Balancestruktur&lt;br /&gt;
**** Exekutive -Judikative -legislative&lt;br /&gt;
*** Weitere Typen&lt;br /&gt;
**** Reprasentative D.vs direkte D.; Räted., Deliberative D.; Konsenzd. vs Mehrheitsd.; Konkordanzd. vs Konkurrenzd.; Radikale Demokratie (&#039;&#039;Freiheit ist Erlaubnis zu Zügellosigkeit&#039;&#039;); Postdemokratie; Globaler Föderalismus&lt;br /&gt;
*** Fragen&lt;br /&gt;
**** Republik - unklare Def.?&lt;br /&gt;
**** Öffentlichkeit ist wichtig aber nicht zwingend für jedwede Partizipation?&lt;br /&gt;
**** Benotigt Demokratie immer etwas Oligarchie?&lt;br /&gt;
**** Demokratie für Krisen ungeeignet?&lt;br /&gt;
**** D. ist träge, gleichzeitig aber nur kurzfristig handelns?&lt;br /&gt;
**** Was wenn die Komplexitat keine Fairness / Gleichheit mehr ermoglicht?&lt;br /&gt;
**** Ist Demokratie wirklich die einzige legitimierte Form der sozialen Ordnung?&lt;br /&gt;
***** Was heisst ier &amp;quot;legitimiert&amp;quot;&lt;br /&gt;
**** Ermöglicht D. Entscheidungen auf dem niedrigsten level?&lt;br /&gt;
**** Sind Medien heutzutage ein Problem, da sie nicht bilden sondern nur noch Komplexitat zu sehr erhöhen&lt;br /&gt;
**** Ist Mehrheitsfindung ein zerstörendes &amp;quot;Marktgeschehen&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akademischer Kontext==&lt;br /&gt;
*Hochschule Fulda. Centre of transnational governance. [https://www.centreoftransnationalgovernance.de/up-next/lecture-series-2023/ Lecture Series Europe in the world:Conflicts, Politics, Values, 2023-2024].&lt;br /&gt;
**Book presentation and discussion: [https://hbx.fhhrz.net/getlink/fiYCV7b8WvXijCHcRrv7EU/Merkel%20Selk%20Recording.mp4 Collapse, crisis or resilience? Democracy in the 21st century. Wolfgang Merkel (Prof.em Wissenschaftszentrum Berlin &amp;amp; Humboldt Universität zu Berlin; Fellow at Central European University Budapest). Veith Selk (Lecturer at the TU Darmstadt &amp;amp; Senior Fellow at the Point Alpha Research Institute). 06 February 17:00-18:30.]&lt;br /&gt;
***Zusammenfassungen&lt;br /&gt;
****Selk, V. (2023). Demokratiedämmerung ...&lt;br /&gt;
*****Entplausibilisierung von Demokratietheorien,&lt;br /&gt;
******Botschaft/These: Die Demokratie ist alt geworden - sie schwindet&lt;br /&gt;
*******da die aktuellen Theorien den aktuellen Krisen nicht real gerecht werden, verlieren sie auch an normativen Strahlkraft&lt;br /&gt;
*******#Radikaldemokratische (z.B. Mouffe) - Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit dem Volkssouverän&lt;br /&gt;
*******#*ein Zeitproblem in heutiger Krisenlage&lt;br /&gt;
*******#Deliberative Modelle (z.B. Habermas) - im Zentrum steht der öffentliche Diskurs&lt;br /&gt;
*******#*keine wirksame Zivilgesellschaft, kognitive Ungleichheit, Parlament deliberiert nicht mehr, Theorie müsste verwässert werden, wodurch sie unnötig würde, demokratische Kapitalismus wird zu undemokratisch&lt;br /&gt;
*******#Liberales Demokratiemodell - alle Theorie wird vom Individuum aus gedacht, Trennung von öffentlich und privat, Freiheit als wichtiger Grundsatz&lt;br /&gt;
*******#*Kernargumentation: Niedergang der liberalen Demokratie / Devolution bei 4 Prozessen&lt;br /&gt;
*******#**Politisierung bei gleichzeitiger Nichtintegration,&lt;br /&gt;
*******#**Wachsende Komplexheit des Regierens,&lt;br /&gt;
*******#**Kognitionsasymmetrie,&lt;br /&gt;
*******#**Demokratischer Kapitalismus geht unter&lt;br /&gt;
****Merkel, W. (2023). Im Zwielicht ...&lt;br /&gt;
*****Kontext: aktuelle Krise und Hinterfragung der Zukunftsfähigkeit&lt;br /&gt;
*****Leitfaden&lt;br /&gt;
*****#Soll - Thesen zur Demokratie - Demokratiekonzept&lt;br /&gt;
*****#*Selbstregierung eingebettet in Kapitalismus und Soziale Gerechtigkeit, Zivilgesellschaft und Staat&lt;br /&gt;
*****#*5 Regime: Wahl, Partizipation, Bürgerliche Freiheitsrechte, Gewaltenkontrolle Effektive Regierungsgewalt&lt;br /&gt;
*****#Ist&lt;br /&gt;
*****#*Evtl. nicht in der Krise denn &amp;quot;die Demokratie&amp;quot; existiert nicht, kein weitreichender Partizipationsverlust und kein Krisenbewusstsein&lt;br /&gt;
*****#*Quantität der Demokratien geht zurück und Qualität der Demokratien verringert sich&lt;br /&gt;
*****#**insbesondere bezüglich 5 Regime&lt;br /&gt;
*****#***Wahl - Versagt bei Bekämpfung sozioökonomischer Unterschiede&lt;br /&gt;
*****#****schlechte Wirtschaftspolitik, Parteipolitik, Individualisierung zum Niedergang der Volksparteien, &amp;quot;Lagerdenken&amp;quot;&lt;br /&gt;
*****#***Partizipation -untere Schichten klinken sich raus&lt;br /&gt;
*****#****Selbst- und Fremdexklusion, fehlende Klassenpolitik, Zivilgesellschaft wird elitär (Partizipationsaristokratie)&lt;br /&gt;
*****#***Bürgerliche Freiheitsrechte - Notstandsgesetze, Cancel culture&lt;br /&gt;
*****#***Gewaltenkontrolle: Zunahme Macht der Exekutive&lt;br /&gt;
*****#***Effektive Regierungsgewalt: Abwanderung von Kompetenzen des Nationalstaat &lt;br /&gt;
*****#****failed state, fehlende Reaktion auf Globalisierung&lt;br /&gt;
*****#**Verfestigung 2/3 Demokratie, Erosion von Demokratien, Spelt zwischen Ideal und Realität, Desintegration der Gesellschaft, Rechtsruck als Gegenreaktion&lt;br /&gt;
*****#Ausblick&lt;br /&gt;
*****#*Demokratie wird iliberal, Plutokratische Postdemokratie (Oberklassenoligarchie)&lt;br /&gt;
*****#*Resilienz kann sich entwickeln aber Demokratische Innovation scheinen nicht verfügbar (Wissenschaft, Modusänderung, Bürgerräte, Resilienz)&lt;br /&gt;
***Weitere Kommentare aus der Debatte&lt;br /&gt;
****Demokratie liegt immer in Schwundstufen&lt;br /&gt;
****So lange es kein alternatives Konzept mit weniger Defizite gibt, bleibt die Demokratie ein passendes System&lt;br /&gt;
****AFD ist &amp;quot;semiloyale Partei&amp;quot;&lt;br /&gt;
****Die alternde Demokratie muss dennoch an der Norm gemessen werden&lt;br /&gt;
****Es gibt partizipative Bewegungen aus der Demokratie raus&lt;br /&gt;
****Demokratie beinhaltet Schutz und Recoveryfunktion&lt;br /&gt;
****Wie kann eine weniger demokratisch legitimierte Institution wie die EU einer demokratischer gewählten Regierung Guidance zu geben - einer der Paradoxa der EU&lt;br /&gt;
****Erfahrungsboden für die normativen Normen fallen weg - aber war das nicht schon immer so dass die real existierende Degeneration nicht der Norm entsprach&lt;br /&gt;
****nur ca. 30 Staaten sind voll demokratisch, ca. 40 sind Autokratien, dazwischen viele defekte Demokratien meist iliberalen Zuschnitts&lt;br /&gt;
****wir haben aktuelle eine Phase in der man nicht mehr daran glaubt, dass die Realität an die Theorie angenähert werden kann oder sollte&lt;br /&gt;
****es gibt neben der Politisierung auch viel Entpolitisierung&lt;br /&gt;
****Devolution der Demokratie deutet etwas systemisch notwendiges an, was nicht erkennbar ist oder erklärt wird bei Selk&lt;br /&gt;
*****die devolutive Notwendigkeit ergibt sich aus der neuen Krisensituation&lt;br /&gt;
****Mehr politische Bildung in der Schule - scheitert an neuer Komplexität&lt;br /&gt;
****Direkte demokratische Elemente verschwanden gegenwärtig eher, weil sie sich untauglich gezeigt haben, das hoch institutionalisierte System zu beeinflussen&lt;br /&gt;
****Soziale Praxis des Kollektivs ist geschwunden (Kirche, Vereine, Wirtschaftsverbände)&lt;br /&gt;
****Demokratien haben Märkte entfesselt, gleichzeitig den Kapitalismus auch demokratisiert&lt;br /&gt;
****Frage: Schützt der Kapitalismus die Demokratie&lt;br /&gt;
****Polarisierung geht zu weit, gewisse Polarisierung ist gut, aber es muss eine Reintegration möglich sein&lt;br /&gt;
****Ist die Polarisierung ein Ausguss von Krisenbewusstsein&lt;br /&gt;
****Globalisierung und Liberalisierung scheinen auch auf dem Rückmarsch - noch keine harten Indikatoren&lt;br /&gt;
*****keine Resilienz der Demokratie sondern Resilienz des Kapitalismus - Kapitalismus wird sich auch gegenüber den geopolitischen Ideen durchsetzen&lt;br /&gt;
****positive Konsumaussichten gleichen demokratische Einschränkungen nicht mehr aus&lt;br /&gt;
****es entwickelt sich nicht zum Chaos sondern zu Hybridmodellen&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Selk, V. (2023). Demokratiedämmerung: Eine Kritik der Demokratietheorie. Suhrkamp Verlag.&lt;br /&gt;
*Merkel, W. (2023). Im Zwielicht: Zerbrechlichkeit und Resilienz der Demokratie im 21. Jahrhundert. Campus Verlag.&lt;br /&gt;
*&amp;quot;[https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie?wprov=sfla1 Demokratie&amp;quot; in Wikipedia]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Demokratied%C3%A4mmerung&amp;diff=1009</id>
		<title>Demokratiedämmerung</title>
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		<updated>2024-06-06T09:11:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* Fragen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
*15. Mai 2024 - 2030 bei Tiemo - Einstieg und Neubelebung &lt;br /&gt;
*5. Juni 2024 - 2030 bei Andreas - Demokratie-Fundament-Reflektion anhand [https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie?wprov=sfla1 Wikipedia-Artikel] &lt;br /&gt;
*27.Juni 2024 - 2030 bei Tobias - Selk Einleitung und etwas mehr bis Ende 1.2 - Seite 51&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Struktur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1.Sitzung: Reiseberichte, Zirkel-Revitalisierung&lt;br /&gt;
* 2.Sitzung: Allgemeines Verständnis, Begriffsdefinitionen, Theorie und Praxis&lt;br /&gt;
* 3.-x. Sitzung: Selk&lt;br /&gt;
* x+1./y. Sitzung: Merkel&lt;br /&gt;
* y+1. Sitzung: Abschluss&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fragen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Tiemo - Feb. 2024:&lt;br /&gt;
#Was ist die beste politische nicht-religiöse Methode der Stabilisierung einer Gesellschaft im Sinne einer Ordnung (Entscheidungen, Prinzipien, Regeln)?&lt;br /&gt;
# Müssen wir &amp;quot;Demokratie&amp;quot; durchdenken, anpassen, verwerfen?&lt;br /&gt;
#* Gibt es einen Notwendigkeit des Wechsels in einer neuerdings&lt;br /&gt;
#** global begrenzteren (Ressourcen, Platz, Energie, Rohstoffe, Nahrung, Entfernung) zu einer bisher scheinbar unbegrenzten Welt?&lt;br /&gt;
#** komplexeren Welt, die stärkere Differenzierung in den Ordnungsprinzipien erfordert?&lt;br /&gt;
#* Müssen wir die Paarung mit dem Kapitalismus als flankierendes Wirtschaftssystem stärker hinterfragen? - Wie kann dies umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Tiemo 16.5.2024 nach erster Sitzung:&lt;br /&gt;
** Muss Demokratie vom materiellen Fortschrittsgedanken, der wiederum auch den heutigen Freiheitsbegriff weitestgehend mitzubestimmen/einzuengen scheint, abgekoppelt werden (man darf Fliegen nicht verbieten; man darf nicht verbieten, dass jemand in einem Einfamilienhaus wohnt; man darf nicht verbieten, dass jemand einen SUV fährt)?&lt;br /&gt;
** Brauchen wir einen Umwidmung von &amp;quot;Freiheit&amp;quot; und &amp;quot;Fortschritt&amp;quot; bei begrenzten Ressourcen um Demokratie noch zu erhalten?&lt;br /&gt;
** Wie gehen wir mit aufkommenden Maschinenwesen um (Roboter/Mensch Mischformen -&amp;gt; der Rasenmäher mit Bewusstsein, der Mensch der ohne KI/Wikipedia nichts mehr selber weiss, aber dennoch basierend auf seinen menschlichen Fähigkeiten, politische Entscheidungen mit bestimmen soll?&lt;br /&gt;
*Andreas - Gedanken zum Wikipedia-Artikel &amp;quot;Demokratie&amp;quot; und daraus resultierende Fragen (aus der Sitzung am 5.6.24)&lt;br /&gt;
**&lt;br /&gt;
==Kurzeinträge, Thesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Tiemos Feb. 2024:&lt;br /&gt;
** Demokratie-&amp;quot;Zweck&amp;quot;&lt;br /&gt;
*** Menschen neigen dazu, sich zu größeren mächtigeren Gruppen zusammen zu schließen.&lt;br /&gt;
**** Hängt das an dem Trieb, Ressourcen erweitert zu nutzen?&lt;br /&gt;
**** Hängt es an intrinsischer Neigung zu &amp;quot;Fortschritt&amp;quot;?&lt;br /&gt;
*** &amp;quot;Demokratie&amp;quot; als eine mögliche Herrschaftsorganisation stabilisiert solche Gruppen, ordnet unüberschaubare familiär nicht klar verbundene Gruppen.&lt;br /&gt;
**** Religion hat einen ähnlichen Zweck, funktioniert aber weniger formell - mehr über Rituale und Mystik.&lt;br /&gt;
** Alternativen&lt;br /&gt;
*** Monarchie, Aristokratie, Theokratie, Diktatur, Oligarchie, Technokratie, Anarchie ...&lt;br /&gt;
**** Da &amp;quot;Ressourcenerweiterung&amp;quot; evtl. ein wesentlichen Zweck/Ziel begründet, über die natürliche Familienstruktur hinaus gehende Ordnungsstrukturen zu schaffen, bietet sich vielleicht an, Technokratie als naheliegendste Struktur zu benennen ....&lt;br /&gt;
* Tiemo 6.6.2024 (Vorbereitung zu zweiter Sitzung -  [https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie?wprov=sfla1 Wikipedia-Artikel])&lt;br /&gt;
** Lange Geschichte der Idee der Volksherrschaft&lt;br /&gt;
** Genaue Differenzierung erst in der Moderne&lt;br /&gt;
*** Die Vernunft der Aufklarung kommt dazu &lt;br /&gt;
** Demokratie fusst auf&lt;br /&gt;
*** Partizipation&lt;br /&gt;
*** Freiheit&lt;br /&gt;
**** indirekt davon abgeleitet die freie Enfaltung des Kapitalismus&lt;br /&gt;
*** Gerechtigkeit / Gleicheit im indivifuel aufgeklärten Sinne&lt;br /&gt;
**** Daraus leitet sich wohl auch der Sozialstaat ab, vielleicht auch &amp;quot;Wohlstandermöglichung als Prinzip&lt;br /&gt;
**** Bildung&lt;br /&gt;
*** Vermeidung von Willkür (Dispotie und Tyrannei)&lt;br /&gt;
*** Minderheitenschutz&lt;br /&gt;
*** Es geht um Entscheidungsfähigkeit - Regierung/Exekutive an erster Stelle&lt;br /&gt;
**** Gewaltmonopol - Justiz, militar&lt;br /&gt;
*** Öffentlichkeit und Transparenz&lt;br /&gt;
**** aber Schutz von Privatheit und Intimität&lt;br /&gt;
***** auch Geheime wahl&lt;br /&gt;
*** Schutz von Besitz und Eigentum&lt;br /&gt;
**** dem Freiheitsgedanken entsprechend&lt;br /&gt;
*** Gewaltenteilung als operative Balancestruktur&lt;br /&gt;
**** Exekutive -Judikative -legislative&lt;br /&gt;
*** Weitere Typen&lt;br /&gt;
**** Reprasentative D.vs direkte D.; Räted., Deliberative D.; Konsenzd. vs Mehrheitsd.; Konkordanzd. vs Konkurrenzd.; Radikale Demokratie (&#039;&#039;Freiheit ist Erlaubnis zu Zügellosigkeit&#039;&#039;); Postdemokratie; Globaler Föderalismus&lt;br /&gt;
*** Fragen&lt;br /&gt;
**** Republik - unklare Def.?&lt;br /&gt;
**** Öffentlichkeit ist wichtig aber nicht zwingend für jedwede Partizipation?&lt;br /&gt;
**** Benotigt Demokratie immer etwas Oligarchie?&lt;br /&gt;
**** Demokratie für Krisen ungeeignet?&lt;br /&gt;
**** D. ist träge, gleichzeitig aber nur kurzfristig handelns?&lt;br /&gt;
**** Was wenn die Komplexitat keine Fairness / Gleichheit mehr ermoglicht?&lt;br /&gt;
**** Ist Demokratie wirklich die einzige legitimierte Form der sozialen Ordnung?&lt;br /&gt;
***** Was heisst ier &amp;quot;legitimiert&amp;quot;&lt;br /&gt;
**** Ermöglicht D. Entscheidungen auf dem niedrigsten level?&lt;br /&gt;
**** Sind Medien heutzutage ein Problem, da sie nicht bilden sondern nur noch Komplexitat zu sehr erhöhen&lt;br /&gt;
**** Ist Mehrheitsfindung ein zerstörendes &amp;quot;Marktgeschehen&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akademischer Kontext==&lt;br /&gt;
*Hochschule Fulda. Centre of transnational governance. [https://www.centreoftransnationalgovernance.de/up-next/lecture-series-2023/ Lecture Series Europe in the world:Conflicts, Politics, Values, 2023-2024].&lt;br /&gt;
**Book presentation and discussion: [https://hbx.fhhrz.net/getlink/fiYCV7b8WvXijCHcRrv7EU/Merkel%20Selk%20Recording.mp4 Collapse, crisis or resilience? Democracy in the 21st century. Wolfgang Merkel (Prof.em Wissenschaftszentrum Berlin &amp;amp; Humboldt Universität zu Berlin; Fellow at Central European University Budapest). Veith Selk (Lecturer at the TU Darmstadt &amp;amp; Senior Fellow at the Point Alpha Research Institute). 06 February 17:00-18:30.]&lt;br /&gt;
***Zusammenfassungen&lt;br /&gt;
****Selk, V. (2023). Demokratiedämmerung ...&lt;br /&gt;
*****Entplausibilisierung von Demokratietheorien,&lt;br /&gt;
******Botschaft/These: Die Demokratie ist alt geworden - sie schwindet&lt;br /&gt;
*******da die aktuellen Theorien den aktuellen Krisen nicht real gerecht werden, verlieren sie auch an normativen Strahlkraft&lt;br /&gt;
*******#Radikaldemokratische (z.B. Mouffe) - Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit dem Volkssouverän&lt;br /&gt;
*******#*ein Zeitproblem in heutiger Krisenlage&lt;br /&gt;
*******#Deliberative Modelle (z.B. Habermas) - im Zentrum steht der öffentliche Diskurs&lt;br /&gt;
*******#*keine wirksame Zivilgesellschaft, kognitive Ungleichheit, Parlament deliberiert nicht mehr, Theorie müsste verwässert werden, wodurch sie unnötig würde, demokratische Kapitalismus wird zu undemokratisch&lt;br /&gt;
*******#Liberales Demokratiemodell - alle Theorie wird vom Individuum aus gedacht, Trennung von öffentlich und privat, Freiheit als wichtiger Grundsatz&lt;br /&gt;
*******#*Kernargumentation: Niedergang der liberalen Demokratie / Devolution bei 4 Prozessen&lt;br /&gt;
*******#**Politisierung bei gleichzeitiger Nichtintegration,&lt;br /&gt;
*******#**Wachsende Komplexheit des Regierens,&lt;br /&gt;
*******#**Kognitionsasymmetrie,&lt;br /&gt;
*******#**Demokratischer Kapitalismus geht unter&lt;br /&gt;
****Merkel, W. (2023). Im Zwielicht ...&lt;br /&gt;
*****Kontext: aktuelle Krise und Hinterfragung der Zukunftsfähigkeit&lt;br /&gt;
*****Leitfaden&lt;br /&gt;
*****#Soll - Thesen zur Demokratie - Demokratiekonzept&lt;br /&gt;
*****#*Selbstregierung eingebettet in Kapitalismus und Soziale Gerechtigkeit, Zivilgesellschaft und Staat&lt;br /&gt;
*****#*5 Regime: Wahl, Partizipation, Bürgerliche Freiheitsrechte, Gewaltenkontrolle Effektive Regierungsgewalt&lt;br /&gt;
*****#Ist&lt;br /&gt;
*****#*Evtl. nicht in der Krise denn &amp;quot;die Demokratie&amp;quot; existiert nicht, kein weitreichender Partizipationsverlust und kein Krisenbewusstsein&lt;br /&gt;
*****#*Quantität der Demokratien geht zurück und Qualität der Demokratien verringert sich&lt;br /&gt;
*****#**insbesondere bezüglich 5 Regime&lt;br /&gt;
*****#***Wahl - Versagt bei Bekämpfung sozioökonomischer Unterschiede&lt;br /&gt;
*****#****schlechte Wirtschaftspolitik, Parteipolitik, Individualisierung zum Niedergang der Volksparteien, &amp;quot;Lagerdenken&amp;quot;&lt;br /&gt;
*****#***Partizipation -untere Schichten klinken sich raus&lt;br /&gt;
*****#****Selbst- und Fremdexklusion, fehlende Klassenpolitik, Zivilgesellschaft wird elitär (Partizipationsaristokratie)&lt;br /&gt;
*****#***Bürgerliche Freiheitsrechte - Notstandsgesetze, Cancel culture&lt;br /&gt;
*****#***Gewaltenkontrolle: Zunahme Macht der Exekutive&lt;br /&gt;
*****#***Effektive Regierungsgewalt: Abwanderung von Kompetenzen des Nationalstaat &lt;br /&gt;
*****#****failed state, fehlende Reaktion auf Globalisierung&lt;br /&gt;
*****#**Verfestigung 2/3 Demokratie, Erosion von Demokratien, Spelt zwischen Ideal und Realität, Desintegration der Gesellschaft, Rechtsruck als Gegenreaktion&lt;br /&gt;
*****#Ausblick&lt;br /&gt;
*****#*Demokratie wird iliberal, Plutokratische Postdemokratie (Oberklassenoligarchie)&lt;br /&gt;
*****#*Resilienz kann sich entwickeln aber Demokratische Innovation scheinen nicht verfügbar (Wissenschaft, Modusänderung, Bürgerräte, Resilienz)&lt;br /&gt;
***Weitere Kommentare aus der Debatte&lt;br /&gt;
****Demokratie liegt immer in Schwundstufen&lt;br /&gt;
****So lange es kein alternatives Konzept mit weniger Defizite gibt, bleibt die Demokratie ein passendes System&lt;br /&gt;
****AFD ist &amp;quot;semiloyale Partei&amp;quot;&lt;br /&gt;
****Die alternde Demokratie muss dennoch an der Norm gemessen werden&lt;br /&gt;
****Es gibt partizipative Bewegungen aus der Demokratie raus&lt;br /&gt;
****Demokratie beinhaltet Schutz und Recoveryfunktion&lt;br /&gt;
****Wie kann eine weniger demokratisch legitimierte Institution wie die EU einer demokratischer gewählten Regierung Guidance zu geben - einer der Paradoxa der EU&lt;br /&gt;
****Erfahrungsboden für die normativen Normen fallen weg - aber war das nicht schon immer so dass die real existierende Degeneration nicht der Norm entsprach&lt;br /&gt;
****nur ca. 30 Staaten sind voll demokratisch, ca. 40 sind Autokratien, dazwischen viele defekte Demokratien meist iliberalen Zuschnitts&lt;br /&gt;
****wir haben aktuelle eine Phase in der man nicht mehr daran glaubt, dass die Realität an die Theorie angenähert werden kann oder sollte&lt;br /&gt;
****es gibt neben der Politisierung auch viel Entpolitisierung&lt;br /&gt;
****Devolution der Demokratie deutet etwas systemisch notwendiges an, was nicht erkennbar ist oder erklärt wird bei Selk&lt;br /&gt;
*****die devolutive Notwendigkeit ergibt sich aus der neuen Krisensituation&lt;br /&gt;
****Mehr politische Bildung in der Schule - scheitert an neuer Komplexität&lt;br /&gt;
****Direkte demokratische Elemente verschwanden gegenwärtig eher, weil sie sich untauglich gezeigt haben, das hoch institutionalisierte System zu beeinflussen&lt;br /&gt;
****Soziale Praxis des Kollektivs ist geschwunden (Kirche, Vereine, Wirtschaftsverbände)&lt;br /&gt;
****Demokratien haben Märkte entfesselt, gleichzeitig den Kapitalismus auch demokratisiert&lt;br /&gt;
****Frage: Schützt der Kapitalismus die Demokratie&lt;br /&gt;
****Polarisierung geht zu weit, gewisse Polarisierung ist gut, aber es muss eine Reintegration möglich sein&lt;br /&gt;
****Ist die Polarisierung ein Ausguss von Krisenbewusstsein&lt;br /&gt;
****Globalisierung und Liberalisierung scheinen auch auf dem Rückmarsch - noch keine harten Indikatoren&lt;br /&gt;
*****keine Resilienz der Demokratie sondern Resilienz des Kapitalismus - Kapitalismus wird sich auch gegenüber den geopolitischen Ideen durchsetzen&lt;br /&gt;
****positive Konsumaussichten gleichen demokratische Einschränkungen nicht mehr aus&lt;br /&gt;
****es entwickelt sich nicht zum Chaos sondern zu Hybridmodellen&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Selk, V. (2023). Demokratiedämmerung: Eine Kritik der Demokratietheorie. Suhrkamp Verlag.&lt;br /&gt;
*Merkel, W. (2023). Im Zwielicht: Zerbrechlichkeit und Resilienz der Demokratie im 21. Jahrhundert. Campus Verlag.&lt;br /&gt;
*&amp;quot;[https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie?wprov=sfla1 Demokratie&amp;quot; in Wikipedia]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Bhagavad-gita/Mahabharata&amp;diff=898</id>
		<title>Bhagavad-gita/Mahabharata</title>
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		<updated>2019-05-29T10:18:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* Übergreifende Thesen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 6.April 2016 - 20:30 bei Tobias: Anbahnung des neuen Themas, Bestimmung der Lektüre und Kontextthemen&lt;br /&gt;
* 25.Mai 2016 - 20:30 bei Andreas: Einleitung von S. Radhakrishnan von 1958&lt;br /&gt;
* 8.Juni 2016 - 20:30 bei Tiemo: Kontextthemen aus &amp;quot;Hinduismus&amp;quot; von Malinar 2009 (Matthias -&amp;gt; Geschichte; Andreas -&amp;gt; Religiöse Praxis; Tiemo -&amp;gt; Soziale Dimension; Tobias -&amp;gt; Konzepte)&lt;br /&gt;
* 18.Juli 2016 - 20:30 bei Matthias: Kontextthemen aus &amp;quot;Hinduismus&amp;quot; von Malinar 2009 (Matthias -&amp;gt; Geschichte; Andreas -&amp;gt; Religiöse Praxis; Tiemo -&amp;gt; Soziale Dimension; Tobias -&amp;gt; Konzepte)&lt;br /&gt;
* 14.Dezember 2016 - 20:30 in der kleinen Markthalle : Wiedersehen nach Tobis US-Aufenthalt&lt;br /&gt;
* 15.Januar 2017 - 20:30 bei Tobias: Neustart ohne Matthias - Reflektion des Status quo&lt;br /&gt;
* 9.Februar 2017 - 20:30 bei Andreas: Kontextthemen aus &amp;quot;Hinduismus&amp;quot; von Malinar 2009 (Gemeinsam -&amp;gt; Geschichte; Tobias -&amp;gt; Konzepte)&lt;br /&gt;
* 27.Februar 2017 - 20:30 bei Tiemo: Start des Lesens der Bhagavad-gita von S. Radhakrishnan; Teil 1 und 2&lt;br /&gt;
* 20.März 2017 - 20:30 bei Tobi: Teil 3&lt;br /&gt;
* 6.April 2017 - 20:30 bei Andreas: Teil 4 Anfang&lt;br /&gt;
* 31.Mai 2017 - 20:30 bei Tiemo: lesen ab 4.23.&lt;br /&gt;
* 19.Juni 2017 - 20:30 bei Tobi: Teil 5&lt;br /&gt;
* 5.Juli 2017 - 20:30 bei Andreas: Teil 6&lt;br /&gt;
* 7.September 2017 - 20:30 bei Tiemo: Teil 6&lt;br /&gt;
* 28.September 2017 - 20:30 bei Tobi: Teil 6&lt;br /&gt;
* 19.Oktober 2017 - 20:30 bei Andreas: 50igster Geb.?&lt;br /&gt;
* 23.November 2017 - 20:30 bei Tiemo: Teil 6&lt;br /&gt;
* 14. Dezember 2017 - 20:30 bei Tobi: Teil 7&lt;br /&gt;
* 22.Januar 2018 - 20:30 bei Andreas: Teil 8 und Kapitel 4 [[Media:Malinar-Bhagavadgita-Doctrines-Contexts-2007.pdf]]&lt;br /&gt;
* 14.Februar 2018 - 20:30 bei Tiemo: Teil 9&lt;br /&gt;
* 1.März 2018 - 2030 bei Tobi: Teil 9 und Kapitel 2 [[Media:Malinar-Bhagavadgita-Doctrines-Contexts-2007.pdf]]&lt;br /&gt;
* 22.März 2018 - 2030 bei Andreas: Teil 10&lt;br /&gt;
* 12.April 2018 - 2030 bei Tiemo: Teil 11&lt;br /&gt;
* 17.Mai 2018 - 2030 bei Tobias: Teil 11&lt;br /&gt;
* 21.Juni 2018 - 2030 bei Andreas: Teil 11&lt;br /&gt;
* 17.September 2018 - 2030 bei Tiemo: Teil 12 und [[Weiteres_rund_ums_Leben#Zirbe|Zirbengeistverkostung]]&lt;br /&gt;
* 4.Oktober 2018 - 2030 bei Tobi: Teil 12 und [[Media:Bassuk-Incarnation_in_Hinduism_&amp;amp;_Christianity-1987.pdf]] ([[Media:Bassuk-Incarnation_in_Hinduism_&amp;amp;_Christianity-1987_Intro_anmd_epilopg_tranlated_DE.pdf|Intro und Epilogue automatisiert ins Deutsche übersetzt]])&lt;br /&gt;
* 29.Oktober und 15.November 2018 - 2030 bei Tiemo/Andreas: Spezialthema [[Social credit systeme]]&lt;br /&gt;
* 28.November 2018 - 2030 bei Tobias: Teil 13&lt;br /&gt;
* 13.Dezember 2018 - 2030 bei Tiemo: Teil 13&lt;br /&gt;
* 14.Januar 2019 - 2030 bei Andreas: Kontextthema &amp;quot;Indien als Sozialstaat und als Staat, der Menschenrechte achtet - heute.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 14.März 2019 - 2030 bei Tobias: Teil 13&lt;br /&gt;
*  11.April 2019 - 2030 bei Andreas: Teil 14&lt;br /&gt;
*  27.Mai 2019 - 2030 bei Tiemo: Teil 15&lt;br /&gt;
* 12.Juni 2019 - 2030 bei Tobias: Teil 15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
===Mahabharata===&lt;br /&gt;
Das Mahabharata (Sanskrit, महाभारत, n., mahābhārata „die große Geschichte der Bharatas“) ist das bekannteste indische Epos. Man nimmt an, dass es erstmals zwischen 400 v. Chr. bis 400 n. Chr. niedergeschrieben wurde, aber auf älteren Traditionen beruht (bis zu 7000 v. Chr.). Es umfasst etwa 100.000 Doppelverse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große indische Dichter, wie z. B. Kalidasa, haben immer wieder auf das Mahabharata sowie auf das Ramayana, das zweite große Volksepos Indiens, zurückgegriffen. Die Epen bilden zusammen mit den Puranas und anderen Werken als Bestandteile der Smritis den Kern der hinduistischen Überlieferung. Den bedeutendsten philosophischen Text des Mahabharata, die Bhagavadgita, zählt man oft zu den Shrutis, den Offenbarungsschriften. Zusammen mit dem tibetischen Epos des Königs Gesar gehört das Mahabharata zu den umfangreichsten literarischen Werken der Welt.&lt;br /&gt;
Das Werk ist eines der wichtigsten Dharma-Bücher und darum für Hindus ein wichtiger Leitfaden. Es schneidet alle Aspekte hinduistischer Ethik an, weist einerseits orthodoxe Äußerungen auf, etwa über die Aufgaben der Kasten und Frauenpflichten, dann wiederum erhebt es an vielen Stellen heftigen Protest dagegen.&lt;br /&gt;
Mit seiner großen Anzahl an Geschichten und Motiven sowie seinen unzähligen religiösen und philosophischen Parabeln wird die Bedeutung des Epos am besten mit dem Satz aus dem ersten Buch zusammengefasst: „Was hier gefunden wird, kann woanders auch gefunden werden. Was hier nicht gefunden werden kann, kann nirgends gefunden werden.“&lt;br /&gt;
Das Mahabharata ist sowohl Heldenepos als auch ein bedeutendes religiöses und philosophisches Werk, dessen Ursprung möglicherweise in vedischer Zeit liegt. Traditionell wird der mythische Weise Vyasa als Autor angenommen, der in der Geschichte selbst eine Rolle spielt. Der Legende nach soll er es komponiert und dem elefantenköpfigen Gott Ganesha diktiert haben. Im Laufe der Jahrhunderte kam es immer wieder zu Veränderungen und Weiterentwicklungen des Werks, denn vieles wurde lange Zeit nur mündlich überliefert. Es besteht aus vielen Schichten, die sich im Laufe der Zeit anlagerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mahabharata ist in achtzehn Kapitel und eine Appendix unterteilt und enthält neben der Hauptgeschichte hunderte von Nebengeschichten und kleinere Episoden. Grundsätzlich beschäftigt sich das umfangreiche Epos mit allen Themen, die im Hinduismus wichtig sind: mit dem Leben der Geschöpfe, mit Tod und Wiedergeburt, mit Karma und Dharma (Rechtschaffenheit), beschreibt Glück und Leid, die Ergebnisse der guten und der schlechten Taten, das Opfer, sowie die verschiedenen Zeitalter, es beschäftigt sich mit den Göttern und überliefert uralte Hymnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rahmenhandlung beschreibt den Kampf der Kauravas mit den Pandavas, zweier verwandter Fürstenfamilien, auf dem Schlachtfeld in Kurukshetra (nördlich von Delhi). Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich im Kern um ein historisches Geschehen handelt, für viele Inder sind die Begebenheiten Tatsache. Der Kampf wird als schrecklicher Bruderkrieg dargestellt, bei dem viele Menschen starben. Er bildet auch den dramaturgischen Hintergrund der Bhagavad-Gita (Gesang Gottes), in der es um philosophisch-religiöse Inhalte geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hauptgeschichte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Fürst aus dem alt-indischen Herrschergeschlecht der Bharatas hatte drei Söhne: Dhritarashtra, Pandu und Vidura. Der älteste, der blinde Dhritarashtra, konnte wegen seiner Blindheit den Thron nicht besteigen. Trotzdem übertrug der regierende Pandu nach einiger Zeit den Thron seinem blinden Bruder und zog sich mit seinen beiden Frauen Kunti und Madri in die Wälder zurück. Dort wurden ihm, bevor er starb, fünf Söhne geboren, die Pandavas (Söhne von Pandu): Yudhishthira, Bhima, Arjuna, sowie die Zwillinge Nakula und Sahadava. Der regierende blinde König Dhritarashtra hatte einhundert Söhne, die Kauravas (benannt nach dem Urahn Kuru), von denen der älteste, Duryodhana, zum Hauptgegenspieler der Pandavas wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Haupterzählstrang des Mahabharata beschäftigt sich mit dem Konflikt zwischen diesen beiden verwandten Familien und ihren Verbündeten. Die Kauravas unter Führung von Duryodhana versuchen immer wieder, ihre Cousins – die Pandava-Brüder – zu beseitigen, um ihren eigenen Anspruch auf den Thron zu sichern. Aber die Pandavas können entkommen und streifen einige Jahre zusammen mit ihrer Mutter Kunti als Asketen verkleidet umher. Am Ende dieser Zeit gewinnt Arjuna die Hand der Prinzessin Draupadi auf ihrer Gattenwahl. Doch aufgrund ihres vorbestimmten Schicksals und durch ein Missverständnis von Kunti wird sie zur Ehefrau aller fünf Pandavas. Denn als die fünf Brüder zu ihrer Mutter Kunti nach Hause kamen, meinte diese, ohne aufzuschauen und ohne die neue Schwiegertochter bemerkt zu haben, sie sollten untereinander alles teilen, was sie mitgebracht hätten. Da einem Befehl der Mutter nicht widersprochen werden durfte, heiratete Draupadi alle fünf Söhne, obwohl dies nicht Sitte war, und trotz der Bedenken des regierenden Königs Dhritarashtra.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weiteren Verlauf der Geschichte besitzen die Pandavas und die Kauravas je ein Königreich, damit der Frieden gesichert werden kann. Aber die Kauravas organisieren ein Würfelspiel, in dem die Pandavas ihr gesamtes Königreich verlieren. Schließlich müssen die Pandavas zwölf Jahre lang im Exil leben und sich dann im dreizehnten Jahr unerkannt in der Gesellschaft aufhalten. Doch selbst nach diesen dreizehn Jahren verweigern die Kauravas unter der Führung von Duryodhana die Rechte der Pandavas, wobei sich auch der regierende blinde König Dhritarashtra mit seinem Beraterstab auf die Seite seiner Söhne stellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es zum großen Krieg, bei dem elf Stämme auf der Seite der Kauravas gegen sieben auf der Seite der Pandavas kämpfen. Auch der mit beiden Familien verwandte König Krishna, von dem es heißt, dass er ein Avatar des Gottes Vishnu sei, beteiligt sich als Wagenlenker des Pandava Arjuna an der Auseinandersetzung. Vor Beginn der großen Schlacht vermittelt Krishna ihm die Lehren der Bhagavad-Gita. Schließlich, nach unsäglichem Leid auf beiden Seiten, gewinnen die Pandavas und führen ihr Volk in eine glückliche Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Jahren gehen die Pandava-Brüder mit ihrer Frau Draupadi auf eine Pilgerreise in den Himalaya. Bis auf Yudhishthira sterben unterwegs nacheinander alle. Ihm schließt sich ein Hund an, der ihm bis zum Himmelstor folgt. Nun wird der Pandava geprüft und er muss seine Lieben unter Qualen in der Hölle finden. Doch als sich herausstellt, dass Yudhisthira eher bei seiner Frau, seinen Brüdern und dem Hund bleiben will, als ohne diese die himmlische Herrlichkeit zu genießen, fällt sein menschlicher Körper endgültig von ihm ab und er erkennt, dass alles ein Trugbild zu seiner Prüfung war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bhagavad-gita===&lt;br /&gt;
====Basisinformation====&lt;br /&gt;
Ein Teil des Epos Mahabharata - Die Bhagavad Gita (gītā – Lied, Gedicht; bhagavan – der Erhabene, Gott; „der Gesang des Erhabenen“), verkürzt auch nur Gita, ist eine der zentralen Schriften des Hinduismus. Sie hat die Form eines spirituellen Gedichts. Der vermutlich zwischen dem fünften und dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert entstandene Text ist eine Zusammenführung mehrerer verschiedener Denkschulen des damaligen Indien auf Grundlage der Veden, der Upanishaden, des orthodoxen Brahmanismus, des Yoga und weitere, steht aber den Upanishaden gedanklich am nächsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lehren der Bhagavad-Gita sind eingebettet in einen umfangreichen episch-dramatischen Kontext, in das Epos Mahabharata („die große Geschichte der Bharatas“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es handelt sich um eine Selbstoffenbarung Krishnas, der sich vor Beginn eines großen Krieges, welchen das Mahabharata ausführlich beschreibt, auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra dem Fürsten Arjuna als göttliches oder kosmisches Selbst zu erkennen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krishna (wörtlich „der Schwarze“) ist eine hinduistische Form des Göttlichen und wird meist als der achte Avatara von Vishnu verehrt. Für seine Anhänger ist er die Inkarnation des Höchsten. Krishna kommt in der Bhagavadgita, je nach Kontext, unterschiedliche Bedeutung zu: Einmal wird er als das kosmische Selbst angesehen, das alles Lebende durchdringt; ein anderer Aspekt ist die Bedeutung als innere Göttlichkeit, die eine Reflexion des kosmischen Selbstes in jedem Lebewesen ist. Eine dritte Funktion ist die des spirituellen Lehrers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entsprechend der hinduistischen Mythologie leben wir jetzt im Kali-Yuga, dem „dunklen, schwarzen Zeitalter“, das nach Krishnas Tod begann (3102 v. Chr.). Von Krishna heißt es, er sei gekommen, um den Menschen jene ethischen und philosophischen Unterweisungen zu geben, die für die Zeit dieses Yuga notwendig seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich es einen historischen Hintergrund für die Ghita gibt, ist der Text nicht als geschichtlich zu betrachten. Viele Hindus sehen ihn als Allegorie. Eine mögliche und weit verbreitete Sichtweise ist, dass es sich um ein Zwiegespräch handelt zwischen der inneren Göttlichkeit, verkörpert durch Krishna, und der menschlichen Seele, die Arjuna darstellt: das Schlachtfeld sei das Leben, und die feindlichen Heerscharen, gegen die Arjuna antreten muss, verkörperten die menschlichen Schwächen, die besiegt und überwunden werden müssten. Neben dieser sich auf das Individuum beziehenden Deutung ist es möglich, der Bhagavadgita eine Deutung zu geben, die sich auf die Menschheit als Ganzes bezieht. In dieser evolutionären Anschauung ist die Schlacht ein Aufeinandertreffen der asurischen, egoistischen Kräfte mit denen der göttlichen Ordnung. Arjuna und seine Mitstreiter werden in diesem Bemühen von Krishna, dem Avatar, angeführt und unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Inhalt====&lt;br /&gt;
Die Söhne des Fürsten Pandu werden von ihrem Onkel Dhritarashtra aus dem Stamm der Kurus und von dessen Söhnen um ihren rechtmäßigen Thronanspruch betrogen und immer wieder Verfolgungen ausgesetzt. Schließlich kommt es auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra, der „Stätte der Kurus“, zu einer großen Schlacht. Arjuna, der dritte der Söhne des Pandu, befindet sich in einem persönlichen Konflikt zwischen der Zuneigung zu seinen Verwandten auf der Gegenseite und seiner Pflicht als Fürst und dem rechtmäßigen Anspruch seiner Familie auf Land und Thron. Er ist „von Furcht überwältigt“ und weigert sich zu kämpfen. Auf seinem Streitwagen (sanskrit: Ratha) befindet sich Krishna als Wagenlenker. Dieser versucht Arjuna durch religiös-philosophische Unterweisung aus seinem Zwiespalt zu befreien und zum Kampf zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Formale Aspekte ====&lt;br /&gt;
Sie besteht aus 700 Strophen, die auf 18 Gesänge bzw. Kapitel verteilt sind. Die Gita umfasst die Gesänge 25 bis 42 des 6. Buches der Mahabharata.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der größte Teil des Werkes besteht aus zwei Verszeilen, die aufeinanderbezogen sind. Jede Verszeile setzt sich aus zwei achtsilbigen Reihen zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel (1. Gesang, Vers 47):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
evam uktvārjunaḥ saṅkhye (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rathopastha upāviśat, (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
visṛjya sa śaraṁ cāpaṁ, (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
śokasaṁvignamānasaḥ. (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Arjuna sank leiderfüllt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf seines Wagens Sitz zurück,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bogen glitt ihm aus der Hand,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Gram umflorte seinen Blick.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Strophen wird von diesem Metrum ohne erkennbaren Grund abgewichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Bedeutung im Hinduismus====&lt;br /&gt;
Hindus betrachten die Lehren der Bhagavad-Gita traditionell als Quintessenz der Veden. Beim Studium ergeben sich oft scheinbare Widersprüche: Während einige Stellen anscheinend einen Dualismus lehren – die Zweiheit von Natur und Geist, von Gott und Mensch –, lehren andere die Einheit. Durch diese unterschiedlichen Auslegungsmöglichkeiten ist das Gedicht Mittelpunkt für die verschiedensten Glaubensrichtungen.&lt;br /&gt;
Die achtzehn Kapitel des Epos haben das gesamte indische Geistesleben beeinflusst. Kein Text der Hinduliteratur wird so viel gelesen, so oft auswendig gelernt und so häufig zitiert, wie diese Verse. Viele Hindus ziehen das Buch als wichtigen Ratgeber heran, und auch für Mahatma Gandhi war es von erheblicher Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Versionsgeschichte und Übersetzungen====&lt;br /&gt;
Traditionell gehören Übersetzer Kommentatoren einer spirituellen Tradition oder Schule und bestimmten Gurulinien an, die jede für sich beanspruchen, am zuverlässigsten den Originaltext wiederzugeben. Die verschiedenen Übersetzer und Kommentatoren haben bisweilen auch weit voneinander abweichende Ansichten über die Bedeutung bestimmter Sanskritwörter und Ausdrücke. Dies führt dazu, dass Interpretationen ganzer Abschnitte in den Literaturwissenschaften des Westens oft mit den traditionellen Ansichten nicht übereinstimmen. Nach Aussage des Indologen Helmut von Glasenapp lässt sich auch die Treffsicherheit des Ausdrucks und der Hauch des Weihevollen, die dem Urtext eigen sind, nicht voll übertragen. Eine weitere Schwierigkeit besteht bei der Übersetzung darin, dem Original treu zu bleiben und dennoch Metrum und Reim zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der älteste und zugleich einflussreichste indische Version  des Mittelalters stammt von Shankara, dem bedeutendsten Philosophen der Vedanta-Schule des Advaita-Vedanta (Nicht-Dualität). Nach ihm weisen auch die Lehren der Gita auf die Erkenntnis einer sich als pure Erscheinung (Maya) manifestierenden, differenzierten Wirklichkeit sinnlicher und gedanklicher Erfahrung. Anderer Ansicht ist dagegen Ramanuja, der im elften Jahrhundert lebte und lehrte, dass die erfahrbare Welt keine Täuschung oder Illusion, sondern in all ihrer Vielfalt real ist, diese Realität gleichwohl aber vom Allerhöchsten abhänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein persischer Universalgelehrter hat sich mit der Ghita um 1000 in einem berühmten Buch über Indien, dem Kitab-al-Hind, beschäftigt. Um 1600 wurde das Werk in persische Prosa übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1785 kam die Bhagavad Gita, durch den Orientalisten Charles Wilkins übersetzt, nach Europa. August Wilhelm Schlegel, der Inhaber des ersten Lehrstuhls für Indologie in Deutschland an der Universität Bonn, ließ die ersten Sanskrit-Texte 1823 in Europa mit einer lateinischen Übersetzung drucken. Sie fand begeisterte Aufnahme, und viele zeitgenössische Gelehrte verbreiteten sie unter ihren Schülern. Wilhelm von Humboldt schrieb 1825 bis 1826 zwei Abhandlungen darüber in den Schriften der Berliner Akademie. Er bezeichnete die Bhagavad Gita als „… das schönste, ja vielleicht das einzig wahrhafte philosophische Gedicht, das alle uns bekannten Literaturen aufzuweisen haben“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavad-Gita wurde in Versform unter anderem von Robert Boxberger (1870), Franz Hartmann (1904) Theodor Springmann (1920), und Leopold von Schroeder (1937) (ins Deutsche) und von Friedrich Rückert (ins Lateinische) übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den zahlreichen Prosa-Übersetzungen sind diejenigen von Richard Garbe (1905), Paul Deussen (1906) und Rudolf Otto (1935) von besonderem wissenschaftlichen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert wurden Kommentare von den Großen der indischen Unabhängigkeitsbewegung Bal Gangadhar Tilak , Mahatma Gandhi und Sri Aurobindo geschrieben. Andere moderne Kommentatoren waren Swami Vivekananda und Sarvepalli Radhakrishnan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltweit verbreitet ist heute die Übersetzung und Kommentierung &amp;quot;Bhagavad-gītā, wie sie ist&amp;quot; des ISKCON („Hare Krishna“)-Begründers Prabhupada, der die Lehren im Lichte des monotheistischen Gaudiya Vaishnavatums betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhaltliche Zusammenfassung==&lt;br /&gt;
# Gesang Niedergeschlagenheit. Arjuna bittet Krishna, ihn zwischen die beiden Heere zu fahren. Als er auf der Seite der Kurus einen Großteil seiner Verwandten erblickt, hält er es für ungerechtfertigt, gegen sie zu kämpfen.&lt;br /&gt;
# Gesang Yoga der Erkenntnis. Arjuna will nicht kämpfen. Krishna spricht zu ihm als Lehrer. Nur die Körper seien vergänglich; der unvergängliche, ungeborene, ewige Geist im Menschen aber könne nicht getötet werden. Er appelliert dann weiter an seine Ehre als Krieger und dass es seine Pflicht sei, einen gerechten Kampf zu führen. Allgemeiner führt er aus, dass eine Tat in Gleichmut und Andacht geschehen soll und ohne auf den Erfolg der Tat zu spekulieren. Er soll seine Sinne bändigen und auf den Höchsten schauen (Samkhya-Philosophie)&lt;br /&gt;
# Gesang Yoga des Handelns. Arjuna will wissen, warum er kämpfen soll, wo doch die Erkenntnis wichtig sei. Krishna sagt, dass er handeln müsse, weil die in uns wohnende Natur zum Handeln zwinge. Ein Mensch, der sich zum Nichtstun zwinge und doch an Sinnendinge denke, würde vom rechten Wege abgelenkt werden. Besser sei es, die auferlegte Tat frei von Eigennutz zu tun. Auch im Hinblick auf die Ordnung der Welt müsse er handeln; denn was der Beste tut, das tun die anderen Menschen auch.&lt;br /&gt;
# Gesang Göttliche Erkenntnis. Krishna, der Avatar, erklärt, dass er bereits viele Geburten durchlebt hat und immer wieder diese unvergängliche Lehre des Yoga verkünde zum Schutz der guten Menschen und zu der Bösen Untergang. Und wer diese Wahrheit wirklich erkannt habe, werde nicht wiedergeboren und gelange zu ihm. Weiterhin sagt er, dass man dem Brahman auf viele Arten opfern könne, doch das Opfer der Erkenntnis sei das beste Opfer. Denn durch diese Erkenntnis erkenne man alle Wesen im Selbst und dann in ihm.&lt;br /&gt;
# Gesang Entsagung oder Yoga der Werke. Arjuna fragt, was denn nun besser sei, sich der Tat zu enthalten oder die Tat zu üben. Krishna antwortet, dass beide Wege Heil bringen, doch höher als die Entsagung der Tat sei der Yoga des Wirkens zu bewerten. Beide Wege führten zum Ziel, doch sei wahrhafte Entsagung ohne Yoga nur schwer zu erreichen. Wer aber im Yoga lebend seine Sinne bezwungen habe und mit aller Wesen Seele eins sei, werde durch sein Handeln nicht verstrickt. Und wer Brahman als den Herrn der Welt erkannt habe, der alle Opfer und Anstrengung mit Freuden annehme, gelange zum wahren Frieden.&lt;br /&gt;
# Gesang Yoga der Besinnung. Krishna beschreibt Arjuna die rechte Körperhaltung für die Meditation und nennt ihm den rechten Lebenswandel für Arbeiten, Essen und Schlafen. Er sagt, dass sich durch die rechte Andachtshaltung Gedanken und Sinnenerregung allmählich beruhigen. Dann kann durch das beständige, achtsame Leben im Selbst das Brahman-Nirvana erreicht und damit grenzenloses Glück erlangt werden.&lt;br /&gt;
# Gesang Yoga der Erkenntnis und Weisheit. Krishna verkündet Arjuna, wie er, Yoga übend, Herz und Sinne auf ihn gerichtet, das Wissen vollständig erlangen kann (was nur wenigen gelingt). Er sagt, dass er in seiner niederen Natur die materielle Welt darstellt, in seiner höheren Natur aber alles aus ihm stammt, von ihm erhalten wird und alles Sein in ihm ist; er aber nicht in ihr. Wer zu einer Gottheit strebt, dem wird zuteil, was er verlangt. Wer sich aber ihm zuwendet, überwindet das Scheinbild der Natur und gelangt zu ihm, dem Ungeborenen, Ewigen – auch im Sterben.&lt;br /&gt;
# Gesang Das Höchste Göttliche. Auf die entsprechenden Fragen von Arjuna antwortet Krishna: Brahman ist das ewige, höchste Sein, sein Wesen ist das höchste Selbst, und die Schöpfung, welche den Ursprung der Wesen bewirkt, wird das Werk genannt. Wer seinen Körper verlässt und zur Zeit seines Endes in Gedanken an mich weitergeht, erlangt meinen Seinszustand. Wer dieses Denken zu allen Zeiten geübt hat, geht in mein Wesen ein; darüber kann kein Zweifel bestehen.&lt;br /&gt;
# Gesang Das Königswissen. Krishna fordert von Arjuna, gut zuzuhören, und spricht: Die Welt ist ausgespannt durch mich, alle Wesen sind in mir. Den Weg zu mir zu üben ist kinderleicht; doch ist es notwendig zu glauben, sonst verfehlt man mich. Ich bin zu allen Menschen gleich; doch die liebend mich verehren, die sind in mir und erreichen die höchste Bahn. Selbst ein großer Sünder, der mich verehrt, wird bald ein frommer Mann und geht zu ewigem Frieden ein. Wer sich mir liebend zuwendet, geht unabhängig von seiner Geburt, seinem Geschlecht oder seiner Kaste einstmals zu mir ein.&lt;br /&gt;
# Gesang Yoga der Offenbarung. Arjuna ist von den Offenbarungen Krishnas tief beeindruckt und will wissen, in welchem Zustand des Seins er den „Herrlichen“ erkennen soll. Krishna antwortet, dass der „Höchste“ keine Grenzen habe und er deshalb nur das Wichtigste aufzähle. Dann zählt er die Namen von Göttern, mythischen Gestalten und berühmten Menschen der Vergangenheit auf. Er sagt, dass der „Himmlische“ die Seele der Welt sei und in aller Wesen Herz zu finden sei. Weiterhin nennt er Namen von Pflanzen und Tieren, erwähnt Begriffe aus Kunst und Wissenschaft. Er schließt mit der Aussage, dass er, mit einem Teil seiner selbst, dieses Weltall erschaffen habe und dass immer dann, wenn ein herrliches Geschöpf in der Welt sei oder ein Wesen von Wissensmacht, Stärke und Schönheit sich zeige, dies ein besonderer Ausdruck seiner Größe und Kraft und seines Lichtes sei.&lt;br /&gt;
# Gesang Schau der göttlichen Gestalt. Arjuna wünscht von Krishna, mit eigenen Augen den Ewigen zu sehen. Der Erhabene „verleiht“ ihm daraufhin ein „himmlisches“ Auge, damit er die Gestalt des höchsten Gottes erkennen kann. Und Arjuna schaut die göttliche Gestalt, mit dem Antlitz allerwärts gewandt, wie wenn das Licht von tausend Sonnen am Himmel plötzlich hervorbräche. Und er sieht weder Ende, Mitte noch Anfang. Und er sieht die Götter und die Schar der Wesen in ihm enthalten. Er sieht den Herrn der Götter und des Alls auch als den Herrn der Zeit, der seine Geschöpfe in seinem „Rachen“ verschlingt. Und er sieht, wie die Menschen voller Hast zum Untergang eilen. Und der Erhabene sagt, dass auch die Kämpfer alle dem Tod verfallen sind. Und er, Arjuna, sei sein Werkzeug, um jene zu töten, die bereits durch ihn „getötet“ sind. Arjuna faltet seine Hände zitternd und verehrt den Höchsten.&lt;br /&gt;
# Gesang Yoga der liebevollen Hingabe. Arjuna fragt, welche Gläubigen von Gott bevorzugt würden – diejenigen, die Gott als gestaltlos betrachten und verehren, oder diejenigen, die Gott den Allmächtigen in einer offenbarten Gestalt verehren? Krishna erklärt beide Arten der Verehrung als gleichermaßen gut, doch erfordere es mehr Mühsal, sich dem Unsichtbaren zu weihen. Leichter sei es für denjenigen, der sein Denken ganz in ihn versenke. Wenn er dies nicht könne, soll er die Andacht eifrig üben; sei er auch dazu zu schwach, soll er sein Tun ihm weihen; könne er auch dies nicht leisten, soll er andachtsvoll auf die Früchte aller Taten verzichten.&lt;br /&gt;
# Gesang Das Feld und der Kenner des Feldes. Leib und die gesamte Natur werden von Krishna als das Feld bezeichnet. Der Feldkenner sei der Geist, der diesen Leib beseelt. Krishna sagt von sich selbst, dass er alle Felder hier kenne. Das Feld verändere sich zu jeder Zeit, und nur durch Gleichmut gegen Äußeres und vollkommene Hingebung an ihn könne das anfanglose, höchste Brahman erreicht werden. Dieses höchste Brahman sei innerhalb und außerhalb der Welt, zugleich fern und nah und doch so fein, dass niemand (mit Sinnen) es wahrnehme. Es wohne im Herzen jedes Wesens und bleibe doch in Wahrheit ungeteilt.&lt;br /&gt;
# Gesang Über die drei Gunas. Alle Gedanken, Worte und Handlungen sind erfüllt von sattva (Wahrhaftigkeit, Reinheit, Klarheit), rajas (Bewegung, Energie, Leidenschaft) oder tamas (Finsternis, Trägheit, Stabilität). Wer alles, was existiert, als Zusammenwirken dieser drei Seinszustände begreife, der könne Erkenntnis gewinnen. Auf die Frage von Arjuna, wie er denjenigen erkenne, der die drei Gunas besiegt habe, antwortet Krishna: Wer ruhig und gefasst bleibt beim ‚Auftauchen’ eines Gunas, stets den Gleichmut bewahrt, standhaft ist in Freud und Leid, wer gleich sich bleibt, wenn man ihn schmäht oder bewundert, wer jeder Tat (aus dem Ich) entsagt, der löst sich aus der Macht der Gunas. Ebenso gelingt dies demjenigen, der in unbeirrbarer Liebe nach mir sucht. Auch er gelangt über die drei Gunas hinaus und kann zu Brahman werden.&lt;br /&gt;
# Gesang Yoga des Höchsten Geistes. Es folgt das Bild eines Baumes mit Wurzeln im Himmel, ohne Anfang und ohne Ende. Es ist notwendig, dessen Triebe (Sinnesdinge), Äste und die feste Wurzel mit dem Beil des Gleichmuts und der „Nicht-Anhänglichkeit“ zu fällen und den unbeweglichen Geist (Brahman) zu erreichen. Später heißt es dann, dass das höchste Selbst (Purushottama) größer ist als dieser unwandelbare Geist (akshara) und auch größer ist als der Geist, der zu den Dingen ward (kshara). Er sei es nämlich, der diese ganze Dreiwelt trage und als Herr durchwalte und umspanne. Wer dies wahrhaft erkenne, habe das letzte Ziel erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
====Die Einleitung====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die Bedeutung der ganzen Ghita&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Alter und Text&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Hauptkommentatoren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Letzte Realität&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Krisna&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Zustand der Welt - die Formung Maya&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Die Einzelseele&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Yoga satra die Erziehung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Jnana oder das erlösende Wissen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Der Weg der Erkenntnis - Jnana marga&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Der Weg der Hingabe: Bhakit-marga&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Der Weg des Handelns Karma-marga&lt;br /&gt;
       &lt;br /&gt;
13. Das Ziel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Fragen zum Thema Religion====&lt;br /&gt;
* Stört die religiöse Differenzierung bei der Lösung  globaler Fragen des 21.Jahrhunderts?&lt;br /&gt;
* Muss &amp;quot;gegen Religion&amp;quot; insofern Aufklärung betrieben werden?&lt;br /&gt;
* oder braucht es Religion weiterhin als Gegenkonzept zu Technikwelt, Konsum, politischen Sytemen ...?&lt;br /&gt;
* Wie könnte man gegen Religion vorgehen, ohne Menschen ins Leere fallen zu lassen?&lt;br /&gt;
* Wenn Religion wichtig ist, wie gehen wir global mit den Religionskonflikten um, ohne die dahinterliegenden Bedürfnisse zu ignorieren?&lt;br /&gt;
* Wie kommt man trotz oder mit religiöser Divergenz  auf Lösungen globaler Herausforderungen?&lt;br /&gt;
* Muss/kann/sollte Religion eine Rolle spielen in einer  teilweise entmystifizierten Umwelt?&lt;br /&gt;
* Und was ist Religion/Glaube überhaupt?&lt;br /&gt;
* Ist Releigion nur ein Problem fehelnder Sicherheit (im mentalen wie im materiellen Sinne)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Sich ergebende Fragen/Thesen aus der Lektüre====&lt;br /&gt;
* Nach Teil 3&lt;br /&gt;
** Soll die Ghita in die Orthodoxie zurückleiten oder ermöglichst sie, durch die Darstellung einer möglichen Hinterfragung, Reflektion bei Arjuna trotz der Zurechtweisung durch Krisna eine Option der Invividualisierung.&lt;br /&gt;
** Kann Mensch wirklich Mensch sein, obgleich er in allen seinen Apekten (Sinn, Vernunft...) eingeengt wird, andrerseits Vernunft und Sinne durchaus nutzen soll?&lt;br /&gt;
** Weiterhin bliebt  unklar, wodurch, durch wen, durch was die sozio kosmische Ordnung in ihren Zwängen besteht?&lt;br /&gt;
* Nach Teil 4&lt;br /&gt;
** Religion entsteht und ist nur von Nöten durch zivilisatorische Entwicklungen hin zu komplexeren Gesellschaften - wobei Komplexität auch schon in der Höhlengesellschaft entsteht&lt;br /&gt;
** Krishna manifestiert 4 Kasten als immerwährende Ordnung - nur möglich in einer bereits hochzivilisierten Gesellschaft&lt;br /&gt;
* Nach Teil 5&lt;br /&gt;
** Erkenntnis bzw. Wissen haben eine andere Semantik als im westlichen Kulturkreis - eher im Sinne eines göttlichen Wissens, dem kein Wissenserwerb voran gehen muss.&lt;br /&gt;
** die Ethische Bewertung einer Handlung oder Nichthandlung orientiert sich weniger am Ergebnis als vielmehr an einer Art Haltung, die die Göttliche Fügung nicht in Frage stellt.&lt;br /&gt;
** diese Konzepte spielen einem totalitärem Regime in die Karten, bzw. Erfordern starke Hierarchien, wie sie im Kastensystem wohl auch verankert sind - bei einem grundsätzlichen Fehlen von &amp;quot;Skepsis&amp;quot; und &amp;quot;in Frage stellen&amp;quot; braucht es Führer (Hier wohl Brahmanen)&lt;br /&gt;
** wie kann eine solche Gesellschaft innovativ auf aufkommende Veränderungen reagieren? Vermutlich ist die Innovation hier weniger basierend auf einem Fortschrittsgedanken - samt der Mehrung von Reichtum für kommende Generationen, wie bei uns, sondern einer Innovation basierend auf dem Gedanken der Wirtschaftlichen Sicherheit für die Familie&lt;br /&gt;
* Nach Teil 6&lt;br /&gt;
**1. Vers&lt;br /&gt;
***Wie gewinnt man eine innere Haltung? Bezug zur Weisheit, die man nur im Sprung schluckt, so wie Buddha das Nirwana, im Gegensatz zu Lessing.&lt;br /&gt;
***Innere und äußere Werke.&lt;br /&gt;
***Ordnung besteht im Vollzug der Werke, der die Weisheit verstehende Yogi handelt in Werkform.&lt;br /&gt;
**2. Vers&lt;br /&gt;
***Handeln ohne Selbst. Spiegelbildliche Konstruktion zwischen Dionysos/Berserker und dem Yogi. Beziehung von Rausch und Weisheit.&lt;br /&gt;
**3. Vers&lt;br /&gt;
***Der Yogin ist an die Weisheit als innere Haltung angeschirrt, wie Pferde an den Wagen des Krishna.&lt;br /&gt;
**5. Vers&lt;br /&gt;
***Der Weg der Weisheit führt von der Erkenntnis, dass die äußeren Dinge keinen Wert in sich haben, sondern von dem eigenen Selbst, zu der Einsicht, dass auch dieses Selbst in der Illusion handelt, aus sich selbst heraus (etwas, ein Wert, eine Qualität) zu sein, und auf höherer Ebene, durch die kosmische Einbindung des Schein-Selbst, als Nicht-Selbst zu bestimmen ist. &lt;br /&gt;
***In Differenz zum Christentum ist das Ziel des Hinduismus, auch das Selbst selbst zu zerstören. Individualität ist Illusion, im (protestantisch geprägten) Christentum geht es nur um das Individuum.&lt;br /&gt;
**9. Vers&lt;br /&gt;
***Doppelkonstruktion: der Yogin verurteilt nicht, für ihn ist ein Verbrecher und ein regelkonformer Mensch nur ein Element kosmologischr Ordnung (gemäß dem Leitgedanken: wir werden durch das Verbrechen, nicht für es verurteilt), dennoch stützt er das soziale System, das auf Richter angewiesen ist, da es notwendig ist, um Yogi werden zu können.&lt;br /&gt;
**Weitere Grundfragen, die sich in Teil 6 ergaben&lt;br /&gt;
*** Die deutsche Übersetzung macht Schwierigkeiten, da wichtige Begriffe wie Ruhe, Handlung, Werk, Entsagung, Selbstbeherschung scheinbar sehr unterschiedlich im Sinne - äusserlich sichtbarer Motorik vs keine Motorik und quasi nur innere Elemente interpretiert werden. &amp;quot;Geht es um den Guru im Wald oder um die Hinnahme aller schicksalshaft auferlegten Handlungen?&lt;br /&gt;
*** Missachtung bzw Entsagung von Freund vs Feind, Familie vs Fremden. Wie kann das eine Gesellschaft über Jahrtausende erhalten? Gibt das die Erklärung für die scheinbar fehlende Menschlichkeit in Indien aus unserer Perpektive - Vergewaltigungen und fehelnde Gastfreundlichkeit gegenüber Touristen.&lt;br /&gt;
** Weitere Aspekte aus Gesang 6: &lt;br /&gt;
*** In einem Selbst ist der Weg zur Entselbstung, wobei das niedere Selbst besiget werden muss&lt;br /&gt;
*** Es wird der Weg zum Yogin über die Enthaltsamkeit aber auch über die Mäßigung (reiner Platz, fester Sitz, weder zu hoch noch zu niedrig) beschreiben&lt;br /&gt;
*** Sündernerlass: auch wer vom Wege abkommt wird über die Wiedergeburt in einer der höheren Kasten hineien geboren und kann so zum Yogin kommen , vor allem wenn er gutes tut.&lt;br /&gt;
* Nach Teil 7&lt;br /&gt;
** Der hinduistische Gott zeigt &amp;quot;wo der Hammer&amp;quot; hängt, dass er die Ursprung und die Auflösung der Welt ist. Er verkörpert alles, alles ist in ihm und ihn erkennen kann niemand.&lt;br /&gt;
** speziell Vers 12 und 13 beschreiben, dass Gott hinter allem steht und er bzw. seine göttliche Sphäre (Maya) nicht zu erkennen ist&lt;br /&gt;
** Einerseits git es nur die wenigen, die zu Gott eingehen, bei ihm Zuflucht suchen, andererseits gibt es die vielen &amp;quot;Übeltäter&amp;quot; die anderen Göttern entsprechen kännen, zwar durch Begierde abgelenkt, aber letztlich doch dem einen Gott entsprechend- denn alle Götter sind Gestalten des eines Gottes.&lt;br /&gt;
** Einerseits ist Gott nie erkennbar (V.26), und dennoch gibt es die, die ihn erkennen - und sei es in der Stunde des Ablebens (V.30).&lt;br /&gt;
** gesellschaftlich konstitutiert die Gesellschaft hier eine Toleranz eines Volkes mit vielen religionen, die auch ohne Missionierung den erkennen wollen, aber doch nicht erkennen.&lt;br /&gt;
* Nach Teil 14&lt;br /&gt;
** Begriffsklärung: &amp;quot;sattva&amp;quot; (Güte, Wesenheit, vor allem: Wissensdrang?) als eine der drei Erscheinungsweisen (gunas) neben Leidenschaften und Trägheit. 3 Gunas auch übersetzt als 3 Wesenheiten, vielleicht 3 Haltungen, 3 Charakterzüge.&lt;br /&gt;
* Nach Teil 14&lt;br /&gt;
** Begriffsklärung: &amp;quot;purusha&amp;quot; (Person, Geist, Selbst?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
1. Religionsgeschichtlich bedeutender Moment für die Bhagavadgita und das konzeptuelle Fundament des Hinduismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Übergang von Ritualpraxen (33: Kanonisierung in den Veden 1000-800) in asketisch-erlösungstheologische Dispositive (47: beginnt mit den ältesten Upanishaden 700-500). Die Dispositive charakterisieren allgemein sieben Annahmen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Schöpfungstheologische Ausrichtung auf einen Ursprung, das All-Eine (brahman).&lt;br /&gt;
# Aus 1. folgt eine monotheistische Tendenz.&lt;br /&gt;
# Ableitung einer Rollenhierarchie der Götter in der Verwaltung der Welt. Diese Hierarchie kann als personifizierende Akzentuierung der Eigenschaften des All-   Einen verstanden werden (Avatar-Logik).&lt;br /&gt;
# Konzept eines unsterblichen Selbst (atman) in einem sterblichen Körper, und zwar individuell abgestimmt als &#039;individualisiertes Selbst&#039; (jiva-atman).&lt;br /&gt;
# Konzept eines generationsübergreifenden Kreislaufs zwischen Geburt, Tod und Wiedergeburt (samsara).&lt;br /&gt;
# Konzept der generationsübergreifenden Weitergabe der Schuldverkettung durch körpergebundenes, eigennütziges oder uneinsichtiges Handeln (karma),die sich zugleich mit einer sozio-kosmologischen, generativen Disposition (dharma) verbindet (als Klassen-Zugehörigkeit, Geburts-Disposition, Körper-Disposition, individuelle Pflicht-Disposition, historische Disposition (individuelle Situation) etc.). &lt;br /&gt;
# Konzept der endgültigen Erlösung (moksha) als Loslösung von körpergebundenen, eigennützigen oder uneinsichtigen Formen des Handelns, ermöglicht durch die drei &#039;Wege&#039; (marga)  (242) der &#039;Erkenntnis&#039; (jinana), des (rituellen) Handelns (karma) und der Gottesliebe (bhakti).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Übertragung der Upanishaden-Konstellation auf die Bhagavadgita (56): Zu-sich-selbst-Kommen als Selbst-Disziplinierung heißt hier: asketische Selbstbeherrschung im Handeln, Handeln ohne Eigeninteresse als &#039;desinteressiertes Handeln, &#039;wunschloses Erfüllen sozialer Pflichten&#039;, all dies dient zur Abwendung möglicher negativer Konsequenzen des Handelns, kann im Individuum als Habitus implementiert werden durch eine Yoga-Form der Selsbtübung (karmayoga). Führt letztendlich zum Erhalt der &#039;sozio-kosmischen Ordnung&#039; (dharma), deren göttliches Vorbild als In-der-Welt-Handelnder Krishna ist. Der Mensch als Lernender wird exemplifiziert durch Arjuna, der als Feldherr nicht gegen Verwandte kämpfen will, obwohl ihm dies seine Karma-hafte Individualdisposition, in der zugleich eine sozio-kosmologische, generative Disposition (dharma) zum Ausdruck kommt, gebietet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die Bhagavadgita als Kritik buddhistischer Bewegungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen buddhistische Bewegungen, deren Fokus auf der Fähigkeit zur individuellen Reflexion liegt, die ohne Bindung an und ohne Rücksicht auf sozio-kosmologische Ordnungen zur (aus sich selbst generierten) Einsicht in das Göttlich-Wahre führen kann, betont die Bhagavadgita schon in den ersten Zeilen die Bedeutung sozio-kosmologischer Ordnungen (dharma) für die jeweiligen Akteure. Krishnas Rolle besteht vor allem in der Verdeutlichung eines Pflicht-Imperativs, der über individueller Einsicht steht und dessen Legitimation den rationalen Kern zu haben scheint, dass die sozio-kosmologische Ordnung erstens seit undenklich langer Zeit existiert und funktioniert sowie zweitens so komplex ist, dass das Individuum es nur perspektivisch-einseitig, aspekthaft erfassen kann und damit bei Zuwiderhandlung riskiert, für die jeweiligen Teilnehmer an diesen Ordnungen unabsehbar Unordnung zu stiften, die immer mehr Unheil, Unglück und an sich Schlechtes als Heil, Glück und an sich Gutes mit sich bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Zum zweiten Abschnitt der Baghavadgita (Krishnas erste Intervention): das Problem des kritiklosen Kriegers in einem totalitären Regime&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zumindest ließe sich in diesem Abschnitt die Kritik erheben, dass durch die Ausblendung individuellen Urteilsvermögens und individuell habituierter moralisch-sittlicher Dispositionen zugunsten eines durch die Priesterschaft oder göttliche Intervention legitimierten sozio-kosmologischen Pflichtverständnis (Arjuna sollte Brüder und Schwestern töten, da es seine Pflicht als Krieger und Feldherr ist)die Gefahr eines totalitären Regimes droht, dessen Wertsetzungen und Machtdispositive jenseits individueller Existenzansprüche und jenseits aller Kritik unbeschränkt gültig und unhinterfragt zu vollziehen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Zum zweiten Abschnitt der Baghavadgita (Krishnas erste Intervention): das Dilemma des idealen Kriegers. (vebunden mit Punkt 3)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ideale Krieger übt keine Kritik an Befehlen, kennt keine Mitgefühle, unterdrückt seine eigenen Gefühle, beherrscht sich und seine Waffentechnik, ist eiskalt, tödlich und rational in der Umsetzung von Anordnungen. In all diesem sieht er seine absolute Pflicht als Krieger-Soldat. Doch was passiert, wenn die Befehle schlecht sind? Was, wenn der Befehl lautet, alle Priester zu töten, die Befehle korrigieren könnten? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzumerken ist aber immerhin, dass die Geschichte an dieser Stelle diese Kritik in den Blick nimmt, erlaubt und refelktorisch bearbeitet. Der Einfluss des Buddhismus in der Gesellschaft mur zur Entstehung dieser Geschichte also schon dringlich geworden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5.  Zum zweiten Abschnitt der Baghavadgita (Krishnas erste Intervention): das Pflicht-Problem. (verbunden mit Punkt 3)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zu diesem Abschnitt gab es in der Lektüre noch keinen Verweis darauf, wie Fehler und Korrektive in die Ordnungs-Systeme der Menschen, in denen Pflicht absolut gilt, selbst eingehen und eingebaut sind, also ohne eine avatarische Präsenz des Göttlichen in ihrer Welt (etwa durch Krishna).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Jesus und Krishna, sowie: Propheten, Avatare und Göttervielfalt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krishna kommt und geht, entscheidet selbst über seine Verkörperung, taucht ständig hier und dort unter verschiedenen Namen auf, scheint wie ein göttlicher Bote unantastbar. Könnte er von einem Pfeil verletzt werden? Könnte Arjuna ihn kreuzigen? Jesus kommt nur einmal, opfert sich selbst, wird Opfer, und überlässt der Welt sich selbst. Jesus greift aktiv durch Gruppenbildung, Verweigerung und Revolte in sein soziales Umfeld ein, Krishna berät nur ohne aktiv Einzugreifen - allerdings bleibt Jesus in der Durchsetzungsphase auch passiv, er lässt geschehen, was menschliche Mächte wollen. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage nach der Differenz zwischen Propheten, Avataren und Göttern. Es scheint kein Konflikt zwischen Avataren möglich, wohl aber zwischen (griechischen) Göttern. Propheten verfügen über göttliches Wissen, manchmal auch über (heilende) Macht, können aber irren (?), stehen den Göttern ferner als und haben nicht dieselbe Autorität wie Avatare. Weiterhin sind Avatare quasi global aktiv, können überall auftauchen, Propheten leben irgendwo und sterben. Avatare scheinen Engeln zu ähneln, aber es gibt keinen gefallenen Avatar (?).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Grundproblem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst sein Selbst entselbsten. Sich selbst seiend sein Selbst als Illusion erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Grundparadox&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Handlung (Werk) setzt ein Selbst voraus. Jedes Selbst existiert nur durch in soziale Ordnung eingebundene und organisierte Handlung (als Geist-Körper-Synthese durch Kasten-gemäße Arbeit). Das Ziel jedes Selbst ist seine Entselbstung, das heißt ohne Handlung (Werke) ziellos im enstselbsteten Selbst verharrend (Haltung) zu existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Grundkritik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ent-selbstete Existenzen haben kein Humanitäts-zentriertes Fundament mehr, ihre Identität verschwindet mit ihrer Individualität, sie sind potentiell willkürliche Vollzieher totalitärer Regime der jeweiligen lokalen Ordnung, der sie sich Kritik-los fügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Genese des Grundproblems: Wissen um das Absolute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empirisch-lebensweltlich und experimentell-wissenschaftlich ist keine Letztbegründung von Wissen über Etwas zu gewinnen. Der Westen begab sich aufklärerisch mit Kant und Lessing auf den Weg infinitesimaler Annäherung konditionierten Wissens ohne End- und Er-Lösung. Die Figur des entselbsteten Selbst ist eine Lösung (das sahen auch die deutschen Romantiker mit Schelling und Konsorten sowie Schopenhauer so) ohne Wiedereinführung einer transzendenten Instanz oder Autorität (der eine Gott etc.), vielmehr löst sie rationalisierend durch Dekonstruktion in pyrrhonisch-skeptischer Manier (Argument und Gegenargument führen zu systemisch bedingter und insofern unentrinnbarer Unentscheidbarkeit).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Der problematische Wert der Emotion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emotion scheint an Individualität gebunden zu sein (als Lust, Begierde), in Form der Suche nach selbst-verwirklichenden Handlungsgefügen (Selbst-Erfüllung), ist christlich-protestatntisch an das ökonomische Verhältnis von (irdischer) Arbeit und Lohn gekoppelt, spielt aber in einer einer feudal-inspirierten Kastengesellschaft mit dem Ideal entselbstettr spirituell-ethischer Führer eine durchweg negative Rolle, da sie Ur-Grund aller Handlung ist (Hunger-Bedürfnis, Reproduktion etc.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Skeptiker vs. Yogin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Yogin ist ein Hyperkrtiker, ein pyrrhonischer Anarchist, der für jedes Argument ein Gegenargument findet, der eine haltungslose Haltung hat, und doch soziale Ordnung fundiert, in ihr den höchsten Rang einnimmt, während antike Hyperkritiker und ihre westlich-modernen Varianten kriminalisiert wurden. Gemeinsames Ziel von Skeptiker und Yogin scheint die Seelenruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Die Baghavadgita als Kritik eines vedischen Ritenkultus und Übergang in individualistisch-reflexiven Buddhismus.&lt;br /&gt;
Siehe 9.21-22.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Glauben und Wissen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezug: 9.3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bagavadgjita ist Glauben Wissen, Erkenntnis des zyklischen Zusammenhangs von Einheit und Vielfalt als Schöpfungsprinzip, gearde nicht aufklärerische Westliche Opposition von Wissen und Glauben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Avatare sind keine fleischgewordenen Götter auf Erden, nicht individuiert. Differenz von Natur/Prakriti und Illusion/Maya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezug: 9.11.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Avatare sind Erscheinungen eines Codes, der zugleich Natur generiert. Der Avatar ist Lucas am Ende der letzten Star Wars Episode, er leidet nicht, kann  nicht zerfetzt werden, ist real als Repräsentant des Codes, aber kein Individuum. Jesus schon, er spricht als Individuum, als Mensch zum Menschen, er stirbt gemäß einer Bestimmung, die Leitfaden für andere Schicksale werden soll, aber nur lesbar durch seinen Tod ist. Die Logik dieses Leitfadens ist verborgen, Jesus&#039; Leben ene Art Idealform, zugleich Vorbild. Avatare haben in diesem Sinne kein Leben, sie zeigen sich hier und dort. Krishna hat keine Familie. Er ist ohne Eltern. Er hat keine Geschichte.(hier gab es aber auch Indizien für ein Individualisierung Krischnas in alten vedischen Texten - evtl. also nicht ganz verstanden von uns oder ein Bruch in den kanonischen Dokumenten der Hinduisten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Horizontale und vertikale Ordnung (Teil 10 und 11)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horzontal (10): Gott ist in allem (gleichermaßen).&lt;br /&gt;
Vertikal (11): In jeder Dingklasse gibt es ein Bestes, das ist/repräsentiert Gott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jesus: bezieht sich auf keine vertikale Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. Göttliche Macht, das Soziale und der Gutmensch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die BVG exponiert, vor allem im Teil 11, das Problem, dass eine göttliche Macht, die genau so viel aufbaut wie zerstört, erhält und vernichtet, schön ist und grausam, gut und böse in sich vereint, soziale Ordnung stiften soll und von den Menschen fordert, sich an die tradiert-bestehende Ordnung (konservatives Motiv) zu halten. Die Verbindung zwischen ambivalenter Macht und sozialem Auftrag ist unklar, fragt nach bedingungsloser Einordnung in eine Ordnung, deren Regulativ generationsübergreifend in Zyklen (samsara) Vergehen gegen diese Ordnung in verschiedenen Wiedergeburtsformemn ahndet. Gibt&#039;s Zweifel, wie im Fall von Arjuna, zeigt sich die göttliche Macht in seiner ganzen Ambivalen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Christlichen ist genau so zu hinterfragen, wieso ein allmächtiger Gott eher gut als böse ist. Im Alten Testament funktioniert die Verbindung zum Sozialen und Gutmenschen durch eine direkte Übergabe von Ordnungen (Gesetzestafeln)(analog zur verbaldiktion und Mohammed, aber eben verschriftlicht) - wobei zwischen Schöpfung und Übergabe noch der selbstverschuldete Fall steht, der aber nur ein Regelproblem durch ein anderes ersetzt und das Moment der Arbeit und des weltlichen Leidens als Konsequenz eines Strafakts einführt. t. Die Frage ist zunächst, wieso ein Gutmensch Gott näher steht als ein Schlechtmensch. Bei Jakob Böhme und anderen Mystikern funktioniert das, galube ich, über Liebe: Gott schuf die Welt aus einem Überschuss aus Liebe (gleich Gutheit), und die gibt man jetzt zurück. Dagegen steht der Manächiismus. Insgesamt eine recht waklige Konstruktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. Das (dritte) göttliche Auge&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es taucht im 11. Teil auf, wird Arjuna von Krishna eingepflanzt, um die unmögliche-göttliche, externe Perspektive auf die Welt als einen Körper einzunehmen, wobei alles in diesem Einen Körper im Plural auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19. Freiheitsgrade&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* a. Hinduismus: Menschen können fehlen, verfügen also über Freiheitsgrade; dadurch können Probleme in der geschaffenen Ordnung entstehen, die Avatare richten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* b. Freiheit im Hinduismus ist gekoppelt an die Erkenntnis des eigenen Dharmas als in individuelles Leben eingeschriebener Vollzugsrahmen (Kastenzuorndung, Beruf, Ethik etc.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. BG XIV (23): &amp;quot;...wissend, dass es nur die Erscheinungsweisen sind, welche handeln ...&amp;quot; klingt wie Nietzsche. Vielleicht hätte er gesagt &amp;quot;In uns tobt ein Kampf verschiedener Willen, die alle zur Macht streben. Unterschiedliche Willen zur Macht konkurrieren in mir. Jede meiner Äußerungen ist Ergebnis dieses Kampfes.&amp;quot; oder so.&lt;br /&gt;
Nietzsche gilt als schopenhauer-beeinflusst, Schopenhauer gilt als upanischaden-beeinflusst. Hier sieht man es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
* Richard Garbe von 1905: Die Bhagavadgita aus dem Sanskrit als Prosa übersetzt. Mit einer Einleitung über ihre ursprüngliche Gestalt, ihre Lehren und ihr Alter. Leipzig. [http://www.amazon.de/Die-Bhagavadgita-Aus-Sanskrit-Bersetzt/dp/1168526809 Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Helmuth von Glasenapp von 1986/1965: Bhagavadgita - von einem bekannten deutscher Indologe und Schüler von R.Garbe - ästhetische, an die Metrik des Originals anknüpfende Übersetzung. [http://www.amazon.de/Bhagavadgita-Helmuth-von-Glasenapp/dp/3150078741 Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sarvepalli Radhakrishnan von 1958: Die Bhagavadgita, Sanskrittext mit Einleitung und Kommentar von S. Radhakrishnan, mit dem indischen Urtext  verglichen und ins Deutsche als Prosa übersetzt von Siegfried Lienhard.  Baden-Baden. 447 S. [Akademischer Standard]&amp;lt;br&amp;gt;Radhakrishnan schreibt, dass nach Aussage der Bhagavad Gita „ein Kampf zwischen Gut und Böse in der Welt stattfindet, an dem Gott innigen Anteil nehme“. Radhakrishnan sieht in der Gestalt von Krishna, wie sie in der Gita erscheint, „eine Veranschaulichung der geistigen Quellen und der verborgenen Göttlichkeit des Menschen“. [http://www.amazon.de/Bhagavadgita-Sanskrittext-Einleitung-Radhakrishnan-verglichen/dp/B002HLPD6G/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1459597595&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Bhagavadgita Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada von 1972: Die &amp;quot;Bhagavad-gita Wie Sie Ist&amp;quot; beinhaltet eine Wort-für-Wort Übersetzung und Kommentierung der Bhagavad-gita, dem Gründer der Internationalen Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein (ISKCON).&amp;lt;br&amp;gt;Das von Prabhupada verfasste Werk bietet die originalen Sanskrit-Verse in Devanagari und in einer lateinischen Transliteration. Es folgt eine Wort-für-Wort-Übersetzung und anschließend die Übersetzung des jeweiligen Verses mit Erläuterungen.&amp;lt;br&amp;gt;Die &amp;quot;Bhagavad-gita Wie Sie Ist&amp;quot; ist neben dem Srimad Bhagavatam eine der wichtigsten Schriften der ISKCON und anderer Gaudiya-Vaishnava-Organisationen. Der Autor kommentiert die Bhagavad-gita in der Auslegung der Gaudiya Vaishnavas, des bengalischen Vaishnavatums. Bhaktivedanta Prabhupada, Geb. 1896 in Kalkutta, kam auf Wunsch seines Spirituellen Meisters 1965 mit einem Schiff nach New York, um den Hare Krishna Mahamantra in der westlichen Welt zu verbreiten. Er konnte 1972 sein vollständiges und ungekürztes Manuskript der Bhagavad Gita As It Is bei The Macmillan Company in New York veröffentlichen. Die deutsche Gita Wie Sie Ist ist eine Übersetzung seiner Schüler vom englischen Original und wurde zum ersten mal 1974 herausgegeben. 1981 (die 5. Auflage) wurde eine verbessert-übersetzte Version herausgebracht, und 1983 nochmals nachgedruckt.&amp;lt;br&amp;gt;2012 wurde eine eventuell verfälschend ergänzte weitere Auflage herausgebracht.&lt;br /&gt;
** [http://www.interessantes.at/gita/1983-Bhagavad-gita_Wie_Sie_Ist.pdf Bhagavad Gita Wie Sie Ist von 1983]&lt;br /&gt;
** [http://www.amazon.de/gp/product/9171496513/ref=pd_lpo_sbs_dp_ss_2?pf_rd_p=556245207&amp;amp;pf_rd_s=lpo-top-stripe&amp;amp;pf_rd_t=201&amp;amp;pf_rd_i=3150078741&amp;amp;pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;amp;pf_rd_r=14PP0VCZDB5DPVBYS61W Bhagavad-Gita von A. C. Bhaktivedant Prabhupada von 2012]&lt;br /&gt;
** [http://www.interessantes.at/gita.htm Hintergrund zu Bhagavad Gita Wie Sie Ist]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* Jack Hawley von 2002: Eine moderne Prosa-Fassung Bhagavadgita [http://www.amazon.de/gp/product/3442216079/ref=pd_lpo_sbs_dp_ss_1?pf_rd_p=556245207&amp;amp;pf_rd_s=lpo-top-stripe&amp;amp;pf_rd_t=201&amp;amp;pf_rd_i=3150078741&amp;amp;pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;amp;pf_rd_r=14PP0VCZDB5DPVBYS61W Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Zusatzquellen====&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: The Bhagavadgita: Doctrines and Contexts. Cambridge. 2007. [[Media:Malinar-Bhagavadgita-Doctrines-Contexts-2007.pdf]]&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: Rajavidya: Das königliche Wissen um Herrschaft und Verzicht. Studien zur Bhagavadgita. 1996. [Habilitation. Ausführlicher Grundlagentext mit Kommentierung der Verse und historischem Kontext.]&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: Hinduismus. 2009. [https://www.amazon.de/Hinduismus-Studium-Religionen-Band-3197/dp/3825231976?ie=UTF8&amp;amp;qid=1464725453&amp;amp;ref_=la_B00455RJ00_1_1&amp;amp;s=books&amp;amp;sr=1-1 Amazon]&lt;br /&gt;
* Egbert Richter-Ushanas: Die Philosophie der Bhagavadgita in der indischen Tradition und im Abendland. 2011. [Dissertation] grottenschlecht&lt;br /&gt;
* Swami Chinmayananda: La Bhagavad Gîtâ. Übersetzt ins Französische von Christiane Madeline. Paris. 2012.&lt;br /&gt;
* Michel Hulin &amp;amp; Emile Senart: La Bhagavad-Gita: Suivie du Commentaire de Sankara. Paris. 2010.&lt;br /&gt;
* [[Media:Ahmad-Epic-Counter-Eoic-India-1963.pdf‎]]&lt;br /&gt;
* [http://www.theosophy.de/books/DIE%20BHAGAVAD%20GITA.pdf DIE BHAGAVAD-GÎTÂ auf Basis von Franz Hartann als theosophische Übersetzung von 2008/1922]&lt;br /&gt;
=====Zusatzquellen zum Thema Religion=====&lt;br /&gt;
* [[Media:Religion_und_Evolution-_Strafende_Götter_als_Erfolgsgeheimnis_der_Menschheit_-_SPIEGEL_ONLINE_-_Wissenschaft.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Spektrum_Glaube_als_waffe_im_Kampf_ums_dasein_2009_4_S68.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Purzycki_Moralistic_gods_2016.pdf]]&lt;br /&gt;
* Karl Jaspers: Die maßgebenden Menschen : Sokrates, Buddha, Konfuzius, Jesus. 12. Aufl. 2012.&lt;br /&gt;
* [[Media:Bassuk-Incarnation_in_Hinduism_&amp;amp;_Christianity-1987.pdf]]&lt;br /&gt;
=====Zusatzquellen zu &amp;quot;Indien heute&amp;quot;=====&lt;br /&gt;
* https://www.deutschlandfunkkultur.de/dalit-studenten-in-indien-die-kaste-ist-wichtiger-als-die.979.de.html?dram:article_id=365337&lt;br /&gt;
* http://m.bpb.de/internationales/asien/indien/44581/indien-eine-einfuehrung&lt;br /&gt;
* http://www.suedasien.info/analysen/524.html&lt;br /&gt;
* http://www.suedasien.info/analysen/525.html&lt;br /&gt;
* http://m.bpb.de/apuz/280574/hindu-nationalismus-indien-auf-dem-weg-in-einen-hindu-staat&lt;br /&gt;
* http://m.bpb.de/internationales/asien/indien/44414/kastenwesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
===Kontext===&lt;br /&gt;
====Zusammenfassung Angelika Malinar: Hinduismus. 2009. [https://www.amazon.de/Hinduismus-Studium-Religionen-Band-3197/dp/3825231976?ie=UTF8&amp;amp;qid=1464725453&amp;amp;ref_=la_B00455RJ00_1_1&amp;amp;s=books&amp;amp;sr=1-1 Amazon]====&lt;br /&gt;
=====Teil I Begriff Hinduismus=====&lt;br /&gt;
* Der Hinduismus ist keine einheitliche Religion. Indologen und Religionswissenschaftler verwenden häufig den Begriff Hindu-Traditionen oder Hindu-Religionen. Der Begriff Hinduismus umfasst einen Komplex religiöser Traditionen und gesellschaftlicher Phänomene, die teilweise sehr unterschiedliche sozioökonomische, historische und geographische Bedingungen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das Wort „Hindu“ stammt aus dem Persischen und bezeichnet im Singular den Fluss Indus (der im Sanskrit wiederum Sindhu heißt). Als geographische Bezeichnung kommt dieses Wort somit schon in den altpersischen Inschriften der Achämiden vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mit dem Vordringen der Muslime ab 711/12 n. Chr. wurde die einheimische Bevölkerung Hindus und das Land als „Al Hind“ genannt. Diese aus der Steuerverwaltung entsprungene Bezeichnung wurde von allen nachfolgenden Herrscherdynastien weitergeführt, zuletzt von den Engländern, die die Strukturen der Mogulverwaltung übernahmen. Die Hindu-Identität konstruiert sich damit besonders durch ihr Verhältnis zu den herrschenden Muslimen als Nicht-Muslime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In der englischen Kolonialzeit entstand die künstliche Unterscheidung zwischen „Inder“ im säkularen und „Hindu“ im religiösen Sinn, im Unterschied zu Muslimen und Christen. Davon abgeleitet entstand „Hinduismus“ als Sammelbegriff für indische Religionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Innerhalb des Hinduismus gibt es monotheistische, dualistische und polytheistische Richtungen, Gottheiten erscheinen als persönliche oder unpersönliche Wesen. Die Hindu-Religionen verfügen weder über ein gemeinsames Glaubensbekenntnis noch über eine zentrale Institution, die Autorität für alle Hindus hätte. Nur einzelne Richtungen gehen auf einen bestimmten Gründer zurück. Die Ausprägung der indischen Philosophie und sogar die Gottesvorstellungen sind in den einzelnen Strömungen sehr verschieden, auch die Ansichten über Leben, Tod und Erlösung (Moksha) stimmen nicht überein. Der Priesterstand kann sowohl dem Brahmanentum als auch niedrigeren Kasten angehören, teilweise besteht er auch aus sogenannten Unberührbaren. Für den persönlichen Glauben haben religiöse Lehrer (Gurus) oft einen großen Stellenwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Auf der zweiten von der Vishva Hindu Parishad organisierten Welt-Hindu-Konferenz von 1979 konnten sich die Vertreter verschiedener hinduistischer Gruppierungen, Kasten oder religiösen Richtungen nicht auf eine gemeinsame Definition einigen. Immerhin entwickelte man einen Sechs-Punkte-Kodex für alle Hindus: Wer Gebete (suryapranama und prarthana) spricht, die Bhagavad Gita liest, eine persönliche Wunschgottheit (Murti, wörtlich „Götterstatue, Bild“) verehrt, die heilige Silbe Om verwendet und das heilige Kraut Tulsi („Indisches Basilikum“) anbaut, der darf sich „Hindu“ nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Teil II Geschichte=====&lt;br /&gt;
* Um 1500 v.Chr. ins Industal einwandernde &amp;quot;vedische&amp;quot; Stämme, die sich selbst als &amp;quot;arya&amp;quot; (&amp;quot;gastfreundlich&amp;quot;, aber auch &amp;quot;Klanmitglied&amp;quot;, dann auch &amp;quot;edel&amp;quot;) bezeichnen, bringen neben Ihrer Sprache, dem Sanskrit, einen religiösen Opferkult mit. Das Sanskrit ist bis heute die Ritualsprache des Hinduismus.  &amp;quot;Veda&amp;quot; bedeutet &amp;quot;Wissen&amp;quot; - jenes um das Opfer und seine kosmoserhaltende Wirkung, ist gleichzeitig die Bezeichnung für die rituellen Textsammlungen.das vedische Pantheon besteht aus einer Vielzahl an Göttern. &lt;br /&gt;
* Ab dem 6. Jh vChr asketische (Gegen- oder Reform-) Bewegungen des Jainismus und des Buddhismus: Die Lehre vom unsterblichen Selbst (atman), dem Kreislauf von Geburt und Tod, der Askese. Eins der äußerlichen Zeichen der Abwendung von der vedischen Praxis ist die Verwendung einer anderen Ritualsprache, nämlich des Prakrit.&lt;br /&gt;
* Ab dem 11. Jh nChr Auseinandersetzung mit dem Islam.&lt;br /&gt;
* 1206 Sultanat von Delhi.&lt;br /&gt;
* 1526 islamische Mogul-Dynastie in ganz Indien.&lt;br /&gt;
* Um 1750 Beginn der Britischen Einflussnahme in Indien, zunächst durch die Ostindien-Kompanie. Nach Aufständen gegen die Kompanie (und die Briten) Auflösung der Kompanie und Übernahme der Herrschaft durch die brit. Krone. Ruinieren bestimmter Handwerkszweige und damit der Sozialstruktur durch wirtschaftliches Agieren der Briten (z.B. Export von Baumwolle, Re-Import brit. Textilien). Zunächst keine Einmischung der Briten in religiöse Fragen. Mit dem Wandel wirtschaftlicher Interessen in die Übernahme von Regierungsverantwortung Notwendigkeit zur Positionierung auch in sozialen oder religiösen Fragen. Was kann man, und was muss man akzeptieren? (Witwenverbrennung pro und contra)&lt;br /&gt;
* 1885 Gründung der Kongress-Partei als Ausdruck eines Bestrebens nach Unabhängigkeit und der Betonung des Wertes der eigenen Kultur. Einer der Parteiführer ist der für Gewaltlosigkeit und passiven Widerstand stehende Mahatma Gandhi. Er sieht die Stellung der Unberührbaren als Makel Indiens, kann sich aber hier nicht zu Konsequenz entscheiden, was viele Unberührbare zum Buddhismus treibt. Ein weiteres Ansinnen Gandhis ist die Aussöhnung zwischen Moslems und Hindus. Ermordung Gandhis 1948.  Unabhängigkeit!  Abschaffung der Unberührbarkeit mit der Verfassung von 1950, gleichwohl nach wie vor gesellschaftliche Realität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Teil III - religiöse Praxis (Seite 127 - 183)=====&lt;br /&gt;
* Es gibt 5 Hauptaufgaben der Gottheiten: Schöpfung, Erhalt und Zerstörung der Welt (i.d.R. Durch Brahma, Visnu und Siva verkörpert und &amp;quot;trimurti&amp;quot; genannt), Sowie (4) Verwirrung der Individuen / Verhüllung der Erkenntnis, Und (5) Enthüllung, Offenbarung, Erlösung.&lt;br /&gt;
* All dies tun sowohl weit verbreitet verehrte Hauptgötter sowie Dorf- und Familiengottheiten&lt;br /&gt;
* Als Hauptgötter gelten Visnu, Krsna, Rama, Siva, Sri Laksmi, Durga, Kali (letztere drei sind weiblich)&lt;br /&gt;
* Visnu ist in vedischen Texten und Epen als mächtiger Gott etabliert. Er schafft, erhält und zerstört (zur Rettung der Ordnung) die Welt. Er erscheint auch in Form von 10 Herabkünften (Avataren) zu denen nach bestimmten Überlieferungen auch Krsna, Rama und Buddha gehören. Seine letzte Verkörperung steht beim Weltenuntergang bevor. Das kann so lange aber nicht mehr dauern: Schließlich gibt es eine Abfolge von 4 Weltaltern, in deren Letzterem (degenerierten) wir und befinden. (ein Viererzyklus dauert 4,32 Millionen Jahre. Das letzte Zeitalter begann nach traditioneller Auffassung mit dem Tode Krsnas 3102 v.Chr.) In der dann folgenden kosmischen Nacht wird Visnu schlafen. Durch seine Kraft genährt wird Brahman die Welt neu erschaffen.&lt;br /&gt;
* Krsna spielt eine zentrale Rolle im Mahabharata-Epos, u.a. der Bhagavadgita. Er ist der Flöte spielende Beschützer der Kühe und Verführer der Hirtinnen. Obwohl er als Visnu-Avatar gilt, und teilweise mit diesem identifiziert wird, ist er doch ein eigenständiger Gott und wir gar als &amp;quot;Der Höchste&amp;quot; verehrt.&lt;br /&gt;
* Rama ist zusammen mit Sita das ideale Ehepaar der indischen Kulturgeschichte (vor allem wohl der duldenden Gattin wegen). Die Fernsehfassung des epischen Textes Ramayana war in den 80er Jahren mit ihren 100 Folgen ein überwältigender Erfolg. Die Wiederkehr von Ramas Herrschaft (Ramaraja) wurde zum politischen Programm Der indischen Unabhängigkeitsbewegung und des Hindu-Fundamentalismus.&lt;br /&gt;
* Siva - als alter Gott keine Visnu-Inkarnation ist der Herr der Nutztiere. Mahesvana (mächtiger Herr) und Mahadeva (Großer Gott) sind ihm beigelegte Eigennahmen. Als einsamer Jäger mit Pfeil und Bogen an den Randzonen der Gesellschaft ist er bedrohlich und mit besonders zerstörerischer Macht ausgestattet. Er ist Asket und Herr des Yoga, aber auch mit hoher sexueller Energie und Macht gesegnet, weshalb sein Zeichen das phallische Emblem &amp;quot;Lingam&amp;quot; ist.&lt;br /&gt;
* Sri Laksmi taucht aus dem Chaos auf und wählt Visnu als kosmischen Herrscher und Gatten. &lt;br /&gt;
* Durga und Kali werden als jeweils singuläre Hauptgöttinnen, teilweise in Assoziation zu Siva (Liebe, Tod, Zerstörung) verehrt.&lt;br /&gt;
* Göttinnen haben grundsätzlich einen ähnlichen &amp;quot;Zuständigkeitsbereich&amp;quot; wie männliche Götter, treten aber auch als Symbolisierungen (Göttin Morgenröte, Göttin Sprache, fast alle Flüsse sind weibliche Gottheiten) auf.&lt;br /&gt;
* Als regionale oder Dorfgottheit wird häufig Siva, seltener Visnu in einer bestimmten regionalen Erscheinung verehrt, aber auch andere Haupt- und Nebengötter, die dann meist als bestimmte Ausprägung der Hauptgötter interpretiert werden. Hier hat auch eine Verschmelzung älterer oder nur regional bekannter Gottheiten mit hinduistischen Hauptgöttern stattgefunden. Man spricht auch von kultureller Sanskritisierurng. &lt;br /&gt;
* Das Vorhandensein von insgesamt über 300 Millionen verehrten Gottheiten kann dazu führen, den Hinduismus als polytheistische Religion zu sehen. Andererseits werden wohl die einzelnen Gottheiten als nur verschiedene Aspekte des einen Göttlichen verstanden. Die &amp;quot;trimurti&amp;quot; bspw. &amp;quot;... Ist kein Polytheismus, sondern ist das Signum der Einheit der göttlichen Zuwendung zur Welt.&amp;quot; (Malinar S. 147)&lt;br /&gt;
* Ort der religiösen Praxis ist der meist vorhandene Hausschrein oder der Dorfschrein, an dem geopfert wird, um die Götter (und Ahnen und Geister...) in ihrem willkürlichen Spiel mit der Welt und dem Menschengeschick milde zu stimmen oder die Ahnen nicht gegen sich aufzubringen. &lt;br /&gt;
* Daneben wird Religiosität in Festen praktiziert, in deren Rahmen u.a. Sänger und Musiker z.T. über mehrere Tage und Nächte religiöse Texte und Epen rezitieren. &lt;br /&gt;
* Ein weiterer Ort religiöser Praxis (und unter Umständen auch Pilgerfahrt) ist der nach symbolischer (u.a. am menschlichen Körper orientierten) Architektur angelegte Tempel. Die Tempel werden von einer i.d.R. Brahmanischen und männlichen Priesterschaft betrieben. Acht Gottesdienste am Tag sind normal. &lt;br /&gt;
* Die Landkarte Indiens als kosmographischer Region ist insgesamt auch als religiös-symbolische Karte, u.a. mit einer nord-südlichen Werteskala, zu lesen.&lt;br /&gt;
* Indien ist &amp;quot;Karmabhurmi&amp;quot;, der Ort des Ansammelns von Verdiensten und damit der Möglichkeit der Erlösung.&lt;br /&gt;
* Indien ist Ort des Dharma, der (richtigen) Ordnung (des Kastenwesens) und der rituellen Reinheit.&lt;br /&gt;
* Essenz des vedischen Wissens ist die Silbe &amp;quot;Om&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Teil 4 Soziale Dimension des Hinduismus=====&lt;br /&gt;
* Zugehörigkeit zum Hinduismus ergibt sich durch Geburt im Kastensystem, wobei dies wiederum nach dem Glauben ein Resultat der Qualität der früheren Lebens ist.&lt;br /&gt;
* Das deutsche Wort Kaste entstammt dem portugiesischen casta - Gruppe/Gattung.&lt;br /&gt;
* Das Kastensystem ist durch religöse Werte strukturiert, dem Grad der &amp;quot;religiösen Reinheit&amp;quot; folgend. &lt;br /&gt;
* Die Kaste gibt dem Einzelnen den primären Referenzrahmen für Religiösität - rituelle Rechte und Pflichten beinhaltend.&lt;br /&gt;
* Religionszugehörigkeit, aber auch Sozialer Status, sind an die Kaste gekoppelt. U.a. Inititationsriten und Lebenszyklusrituale verleihen soziale Rollen und Prestige - der einzelne Mensch wird &amp;quot;sozial positioniert&amp;quot; und kann in &amp;quot;gesellschaftliche Transaktionen eintreten&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* Individuelle Religiösität ist aber möglich. Es gibt religiöse Praktiken ausserhalb der Vorgaben einer Kaste (z.B. Verehrung von Herzensgottheiten). Grundsätzlich soll jeder Einzelne zwecks Vorbereitung seines nächsten Lebens, &amp;quot;das beste aus seinen Möglichkeiten machen&amp;quot;, dies gilt auch innerhalb seiner Kaste.&lt;br /&gt;
* Ausschluss aus einer Kaste ist durch Vergehen, Entsagung oder Initiierung in einer anderen Gemeinschaft möglich.&lt;br /&gt;
* Die Konversion in den Hinduismus ist nicht möglich.&lt;br /&gt;
* Kastenhierarchien sind lokal unterschiedlich und umkämpft und die Attraktivität der unterschiedlichen religiösen Gemeinschaften liegt in der Möglichkeit zu alternativen Rechten und Positionen. Desweiteren kann das Karma reduziert oder aufgehoben werden (scheint so eine Ablassoption zu sein).&lt;br /&gt;
* Grundsätzlich existieren vier Kasten in hierarchischer Anordnung: Bramanen (Priester und Gelehrte -&amp;gt; Mund), Ksatriya (Krieger, Aristokraten und Landbesitzer -&amp;gt; Arme), Vaisya (Händler, Geschäftsleute und Handwerker -&amp;gt; Beine), Sudras (Diener, Tagelöhner -&amp;gt; Füsse).&lt;br /&gt;
* Die obersten drei Kasten agieren freier miteinander (Heirat, Essen), bzw. zwischen Ihnen besteht eine Hieraechie relativer Reinheit.&lt;br /&gt;
* Die Priester nehmen aber eindeutig die Spitze der Hierarchie ein und repräsentieren die höchsten Werte und Normen und auch eine Relativierung des sozialen Machtstrebens (Prestige und auch Besitz) der darunter liegenden Kasten.&lt;br /&gt;
* Die Sudras haben keine rituellen Rechte und dürfen die vedischen Texte nicht studieren. Sie haben kein Recht zur zweiten Geburt (Heiratsritual) und sind nur mit der Unreinheit der darüber liegenden Kaste beschäftigt.&lt;br /&gt;
* Ausserhalb der Kastenzugehörigkeit existieren die &amp;quot;Unberührbaren&amp;quot; Gruppen (obgleich durch die indische Verfassung abgeschafft), die sich ursprünglich um Müll, Fäkalien und leichen kümmern. Diese Gruppen entwickelen zum Teil eine eigene religiöse Identität (z.B. als Ur Hindus, die ehemals ausgeschlossen wurden). Der politische Versuch ihrer Integration und Aktivierung für weitere Berufe scheiterte an ihrer Zersplittertheit, wobei weiterhin staatliche Fördermassnahmen bestehen.  &lt;br /&gt;
* Häufig findet sich keine reine Vier-Kasten-Gesellschaft, sondern eine Vielzahl von Geburtsgruppen (jati), auch Subkasten genannt, die zusammen mit der Herkunftsregion zur Identität einer Person beitragen.&lt;br /&gt;
* Die sozialen und rituellen Normen (auch Regeln für die Ordnung - des Dharma) sind in Rechtstexten behandelt - je nach Kaste (Varna) und Lebensphase (Asrama).&lt;br /&gt;
* Das Asrama ist unterteilt in brahmacarin (Student), grhasthin (Haushälter), Vanaprastha (Waldeinsidler), Samnyasin (einer der allem entsagt). &lt;br /&gt;
* Die Regeln der Ordnung (Dharma) bestehen aus den Zusammenhang der Gesetzte, die die natürliche Lebensgrundlage leistet, der Svaddharma - Vorschriften und Gesetze für die soziale Position, dem Dharma für die Rechtsordnung.&lt;br /&gt;
* Die Dharmavorschriften richten sich desweiteren auch nach vier grundsätzlichen Lebenszielen: Dharma, Artha (materielle Sicherung), käma (Befriedigung sinnlicher/sexueller Bedürfnisse, moksa (Streben nach Erlösung).&lt;br /&gt;
* Sozialle und religiöse Praktiken sind stark mit der Idee von Reinheit und Unreinheit (z.B. bezüglich Substanzen wie Essensresten, Tod, Gesetzesverstösse) verknüpft.&lt;br /&gt;
* Reinigungsriten als auch Reinigungsmittel spielen eine grosse Rolle. Mit Reinheit ist auch eine Eignung für etwas gemeint.&lt;br /&gt;
* Je höher die Fähigkeit zur Reinigung desto höher der soziale Status. &lt;br /&gt;
* Das Konzept der Reinheit wird auch beim Speisen angewendet und es gibt viele Regeln zur Frage, wer bei wem essen darf und in welcher Ordnung dies geschieht.&lt;br /&gt;
* Reinheit kann auch metaphysisch bezogen sein auf die &amp;quot;Reinheit des unsterblichen Selbst&amp;quot; und die &amp;quot;Unreinheit der Welt&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* Die Unreinheit, die durch den Kontakt des Selbst mit dem Körper entsteht, kann ausgemerzt werden durch Yogasutra. Die Reinigungsbemühungen haben als Mittelpunkt: Unwissenheit, Egoismus, Leidenschaft, Hass, und Liebe zum Leben.&lt;br /&gt;
* Asketische Konzepte unterstützen die Reinigung (sattva-Diät).&lt;br /&gt;
* Neben der Geburt bestimmen 16 Lebenszyklusrituale (Samkaras) den sozialen Status (Zeugung, Ritual für einen männlichen Fötus, Haarscheitel ziehen, Geburt, Namensgebung, Erstes Verlassen des Hauses, Erster Verzehr von Nahrung, Erstes Haare schneiden, Durchstechen des Ohrläppchenns, Erstes Lernen - zweite Geburt, Schülerinititiation, Vedastadium, Erste Rasur, Ende des Studiums, Hochzeit, Tod): Samkaras dienen als &amp;quot;Perfektionierungen&amp;quot;. Zu den Samkaras gehören auch häusliche Rituale (Opferformeln), die vom brahmanischen Hauspriester durchgeführt werden.&lt;br /&gt;
* Samkaras gelten als eine wichtige Gemeinsamkeit aller Hindus.&lt;br /&gt;
* Die Rituale unterscheiden sich stark zwischen den Kasten (zweite Geburt nur bei den drei oberen Kasten) und zwischen den Geschlechtern.&lt;br /&gt;
* Viele Rituale dienen dem Aspekt der Lehrsamkeit.&lt;br /&gt;
* Die Hochzeit (Erhebung in den Haushäterstatus und Bildung eines ökonomischen Zentrums bis zur Geburt der Enkel) eröffnet den Raum zur Verwirklichung der sozialen Aufgaben - erst danach wird man zum vollwertigen Mitglied der Gesellschaft.&lt;br /&gt;
* Stabilität und Wohlergehen der Großfamilie stehen im Zentrum der Ehe, nicht Zuneigung und Gefühle. Allianzbeziegungen und Heiratsarrangements im Rahmen bestimmter Regeln bezüglich der Stellung im Kastensystem sind wie Brautpreise und Mitgiften üblich. Zur Schau getragene Intimiät und selbst Gespräche zwischen Ehepartnern in der Öffentlichkeit sind verpöhnt.&lt;br /&gt;
* Als alternativer Lebensweg zu Hochzeit ist die Wahl eines Asketenlebens möglich (möglichst vor einer Hochzeit aber auch in Ausnahmen im Sinne einer Scheidung nach der Eheschliessung).&lt;br /&gt;
* Das Totenritual ist wichtig, damit der Verwandte nicht zum feindlichen Geist wird. Der Tote wird verbrantt, sein Schädel gespalten, die Asche dann in einer Urne verwahrt oder in einen Fluss gestreut. Dem Toten hat nun auh Anrecht auf Opferung und seine individuelle Eistenz wird so in eine sozio-kosmische Ordnung eingebettet.&lt;br /&gt;
* Die Erfüllung des individuellen Lebens besteht in der Übernahme von sozialen Aufgaben.&lt;br /&gt;
* Frauen in höheren Kasten hatten geringe ökonomische Unabhängigkeit. Männer sollen Frauen kontrollieren und eingrenzen - am besten durch die Ehe.&lt;br /&gt;
* Hauptpflicht der Frau ist der Dienst für den Ehemann und als Hüterin der Familie und des Haushalts.&lt;br /&gt;
* Frauen haben keine Studienzeit und kein upanaya Ritual (wichtiges Ritual während des Studiums - Studium im Sinne religiöser Ritualle).&lt;br /&gt;
* Frauen die beim Tod des Ehemannes auch freiwillig in den Tod gehen, werden geehrt.&lt;br /&gt;
* Wie bei Männern ist es auch Frauen trotz aller Vorbsteimmtheit möglich, Verwirklichung in vielen verschiedenen religiösen Gemeinschaften zu erreichen.&lt;br /&gt;
* Erst mit der Geburt von Kindern erhöht sich die Stellung der Frau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Teil 5 Institutionen und organisatorische Strukturen=====&lt;br /&gt;
* keine zentrale Instanz&lt;br /&gt;
* Gemeinsame Rituale in Bezug auf dharma, karman oder Erlösung&lt;br /&gt;
* Sprache, sozialer Kontext und relgiöse Kultur der Herkunftsregion als wesentlicher Rahmen&lt;br /&gt;
* Tempel, Klöster, religiöse Gemeinschaften, Orden und Gurus ergeben und unterstützen religiöse Beziehungen&lt;br /&gt;
* Tempel&lt;br /&gt;
** auch ökonomische und soziale Zentren mit grossen Ländereien&lt;br /&gt;
** die Tempelgemeinschaften sind durch die weltliche Macht unterstützt (z.B. Steuerprivilegien)&lt;br /&gt;
** 1976 kam es zur vollständigen Enteignung der Tempel und zur Unterstellung in staatliche Kontrollstrukturen&lt;br /&gt;
*** Seitdem entwickelt sich auch privates Sposorentum (Versuch der Unabhängigkeit vom Staat)&lt;br /&gt;
* Klöster (matha) und religiöse Zentren (Asrama)&lt;br /&gt;
** dienen manchmal als Residenz von einem bedeutenden Lehrer&lt;br /&gt;
** Asrama historisch oft auch asketische Einsidelein&lt;br /&gt;
** Matha sind meist verbunden mit einem Tempel&lt;br /&gt;
** Dienen neben dem religiösen Zentren auch für Handel, Ausbildung, Gesundheitsversorgung, Rekrutierung im Kriegsfall und als militärisches Trainingszentrum&lt;br /&gt;
* religiöse Gemeinschaften (Sampradaya)&lt;br /&gt;
** dienen eher der Überlieferung religiöser Tradition als der Abwandlung einer zentralen Orthodoxie&lt;br /&gt;
** die Mitgliedschaft in einer Sampadaya steht nicht zwingend im Widerspruch zu eigentlichen durch Lebenszeitrituale verfestigten Identität&lt;br /&gt;
** werden oft durch charismatische Stifter ins Leben gerufen&lt;br /&gt;
** die Aufnahme in eine solche Gemeinschaft ist meist allen offen, Initiationsriten werden bei der Aufnahme durchlaufen&lt;br /&gt;
** Kleidung, Körperbemalung, Brandmarkungen, Stirnzeichnungen, Halsketten zur Murmelzitation und Mantras (Formeln zum Gottesanruf) bzw. andere kanonische Texte (Offenbarungstexte, Ritualhandbücher, Biographien des Stifters und weiteres) spezifizieren die Mitgliedschaft in einer solchen Gemeinschaft&lt;br /&gt;
** Die dezentrale Organistationstruktur besteht auch auf der Ebene der Religionsgemeinschaften und sorgt so umsomehr für die religiöse Fragmentierung in Indien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Teil 6 Konzepte=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Einbettung in indische Geschichte====&lt;br /&gt;
====Hinduismus vs. Buddhismus====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Hinduismus vs. Christentum / Avatare vs Inkaranation====&lt;br /&gt;
siehe [[Media:Bassuk-Incarnation_in_Hinduism_&amp;amp;_Christianity-1987.pdf]] ([[Media:Bassuk-Incarnation_in_Hinduism_&amp;amp;_Christianity-1987_Intro_anmd_epilopg_tranlated_DE.pdf|Intro und Epilogue automatisiert ins Deutsche übersetzt]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
siehe auch Thesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Avatare vs. Jesus&lt;br /&gt;
** Avatare sind wie Jesus als eine Verbindung zu Gott zu verstehen&lt;br /&gt;
*** In beiden Religionenn gibt es in mehreren Hierachiestufen Annäherungsoptionen für Menschen um Gott näher zu kommen (Man-God) - z.B. Heilige, Selige bei Christen, in Hinduismus stärker differenziert in 6 Stufen&lt;br /&gt;
** Gottes Annäherung an den Menschen (God-Man), sein Sein, sein Mythos manifestiert bzw. inkarniert wiederum auch im Hinduismus in mehreren Avatarstufen, ähnlich wie Jesus sich bei den Christen manifestiert hat.&lt;br /&gt;
*** &amp;quot;Ein Jesus vs viele Avatare&amp;quot; - Jesus inkarnierte nur einmal, in mystischer Art und Weise (er könnte letztlich nicht getötet werden und fuhr wieder auf in den Himmel), dieser Mythos wird aber fortwährend genutzt, so wie Avatare sich auch fortwährend auch zeigen&lt;br /&gt;
*** Die Annäherung/Sichtbarwerdung Gotts an den Menschen durch die &amp;quot;Fleischwerdung&amp;quot; Jesu und die &amp;quot;Herabsteigung&amp;quot; der Avatare wie Krishna sind in den Urtexten (Altes Testament/Veden) nicht vorhanen. Das Konzept wurde erst später (vermeintlich in Glaubenskrisen - Antrennung buddhistischer Lehre, Krise des Judentums im römischen Reich um Christigeburt oder auch Hunderte Jahre später, als die Geschichte Jesu retrospektiv entstand) in die kanonischen Texte eingewebt (die Gita ist die Ersterwähnung des Avatarkonzepts).&lt;br /&gt;
* Werte&lt;br /&gt;
** der Moralkodex, der sich im Christentum (Nächstenliebe, Mitwirken an Gesellschaft mittels individueller Verantwortung) entwickelt hat, ist ein anderer als im Hinduismus (übergeordente Herschaftsebenen vor den individuellen familiären, akzeptiere die Strukturen, unterstütze die Ordnung)&lt;br /&gt;
* Struktur&lt;br /&gt;
** Hinduismus ist geprägt durch eine stark differenzierte Struktur (Kasten, Avatarvarianten, Priester-ebenen), die den Menschen mehr Halt gibt, die Gesellschaft stabilisiert, weniger Notwendigkeit für die individuelle Entscheidung erfordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Tobias]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Körperliche Präsenz &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* a. Jesus kommt als verletzlicher Mensch auf die Welt, Avatare scheinen unnahbar, mächtig und autoritär, ihr Körper scheint nur der Kommunikation zu dienen, spielt sonst keine Rolle.&lt;br /&gt;
* b. Jesus kommt nur als Mensch in der Welt vor, Avatare können potentiell in allem erscheinen (Nähe zu schamanistischen und animistischen Traditionen).&lt;br /&gt;
* c. Jesus kommt einmal auf die Welt, um letztlich von Menschen getötet zu werden, sein Tod ist wesentlicher Teil seiner Inkarnation.  Seine Auferstehtung vollzieht sich als kurze Präsenz, seine Nicht-Wiederkehr ist definitiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Inkarnation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* a. In der christlichen Konstruktion ist Jesusʼ Inkarnation eine Anomalie und zugleich zentrales Dogma der Schöpfung selbst (trinitarisches Konzept: Vater, Sohn, Heiliger Geist). [Engel scheinen hier ein Problem darzustellen: es sind keine Inkarnationen, und scheinen doch welche.]&lt;br /&gt;
* b. Avatare kommen und gehen, es gibt viele in verschiedenster Form, und Brahman verfügt hierfür über eine besondere Fähigkeit: maya, die Fähigkeit, das Unmögliche wirklich werden zu lassen. [genau diese Fähigkeit kann für Descartes Gott nicht zukommen: Rationalisierung wird zum Gegenspieler der Inkarnations-These]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Heilsversprechung und Rektifizierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* a. Jesus hat auf der Erde keine Macht, er verspricht nur zukünftiges Heil (spätestens nach dem Ende der Welt).&lt;br /&gt;
* b. Avatare richten vor Ort, Jesus verspricht Heil. Daher muss Jesus nur einmal kommen, Avatare aber immer dann, wenn etwas schief läuft (zumindest im größeren Rahmen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Gottähnlichkeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* a. In der protestantischen Konstruktion werden Menschen Gott nicht ähnlich, sondern verdienen sich ihre Erlösung, Gott ist gnädig, aber unnahbar, tendenziell in Richtung jüdischer und islamischer Perspektiven: das Verständnis der Ordnung der physischen Welt trägt nicht zum Verständnis Gottes bei. Genau daher wird Aufklärung zum Problem, weil unter anderem Naturgesetze Ordnung ohne Gott erklären. Weltverständnis führt zum Konflikt.&lt;br /&gt;
* b. Im Hinduismus geht es beständig um stufenweise, reziproke Ähnlichkeitsverhältnisse, analog zu einer spinozistischen Gott-oder-Natur-Konzeption (Fahrstuhl-Logik). Erleuchtung als Erlösung wird nicht von einem gnädigen Gott gewährt, sondern kann selbst durch verschiedene Formen des yoga erworben werden (führt zum Sprung Buddhas in das Nirvana). Zum Prozess der Erleuchtung-Erlösung gehört ein Verständnis der Weltstruktur und des Zusammenhangs sowie der hierarchischen Ordnung aller Wesen. Rationalisierung ist Gotteserkenntnis ist Welterkenntnis.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
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	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Bhagavad-gita/Mahabharata&amp;diff=897</id>
		<title>Bhagavad-gita/Mahabharata</title>
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		<updated>2019-05-29T10:09:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* Sich ergebende Fragen/Thesen aus der Lektüre */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 6.April 2016 - 20:30 bei Tobias: Anbahnung des neuen Themas, Bestimmung der Lektüre und Kontextthemen&lt;br /&gt;
* 25.Mai 2016 - 20:30 bei Andreas: Einleitung von S. Radhakrishnan von 1958&lt;br /&gt;
* 8.Juni 2016 - 20:30 bei Tiemo: Kontextthemen aus &amp;quot;Hinduismus&amp;quot; von Malinar 2009 (Matthias -&amp;gt; Geschichte; Andreas -&amp;gt; Religiöse Praxis; Tiemo -&amp;gt; Soziale Dimension; Tobias -&amp;gt; Konzepte)&lt;br /&gt;
* 18.Juli 2016 - 20:30 bei Matthias: Kontextthemen aus &amp;quot;Hinduismus&amp;quot; von Malinar 2009 (Matthias -&amp;gt; Geschichte; Andreas -&amp;gt; Religiöse Praxis; Tiemo -&amp;gt; Soziale Dimension; Tobias -&amp;gt; Konzepte)&lt;br /&gt;
* 14.Dezember 2016 - 20:30 in der kleinen Markthalle : Wiedersehen nach Tobis US-Aufenthalt&lt;br /&gt;
* 15.Januar 2017 - 20:30 bei Tobias: Neustart ohne Matthias - Reflektion des Status quo&lt;br /&gt;
* 9.Februar 2017 - 20:30 bei Andreas: Kontextthemen aus &amp;quot;Hinduismus&amp;quot; von Malinar 2009 (Gemeinsam -&amp;gt; Geschichte; Tobias -&amp;gt; Konzepte)&lt;br /&gt;
* 27.Februar 2017 - 20:30 bei Tiemo: Start des Lesens der Bhagavad-gita von S. Radhakrishnan; Teil 1 und 2&lt;br /&gt;
* 20.März 2017 - 20:30 bei Tobi: Teil 3&lt;br /&gt;
* 6.April 2017 - 20:30 bei Andreas: Teil 4 Anfang&lt;br /&gt;
* 31.Mai 2017 - 20:30 bei Tiemo: lesen ab 4.23.&lt;br /&gt;
* 19.Juni 2017 - 20:30 bei Tobi: Teil 5&lt;br /&gt;
* 5.Juli 2017 - 20:30 bei Andreas: Teil 6&lt;br /&gt;
* 7.September 2017 - 20:30 bei Tiemo: Teil 6&lt;br /&gt;
* 28.September 2017 - 20:30 bei Tobi: Teil 6&lt;br /&gt;
* 19.Oktober 2017 - 20:30 bei Andreas: 50igster Geb.?&lt;br /&gt;
* 23.November 2017 - 20:30 bei Tiemo: Teil 6&lt;br /&gt;
* 14. Dezember 2017 - 20:30 bei Tobi: Teil 7&lt;br /&gt;
* 22.Januar 2018 - 20:30 bei Andreas: Teil 8 und Kapitel 4 [[Media:Malinar-Bhagavadgita-Doctrines-Contexts-2007.pdf]]&lt;br /&gt;
* 14.Februar 2018 - 20:30 bei Tiemo: Teil 9&lt;br /&gt;
* 1.März 2018 - 2030 bei Tobi: Teil 9 und Kapitel 2 [[Media:Malinar-Bhagavadgita-Doctrines-Contexts-2007.pdf]]&lt;br /&gt;
* 22.März 2018 - 2030 bei Andreas: Teil 10&lt;br /&gt;
* 12.April 2018 - 2030 bei Tiemo: Teil 11&lt;br /&gt;
* 17.Mai 2018 - 2030 bei Tobias: Teil 11&lt;br /&gt;
* 21.Juni 2018 - 2030 bei Andreas: Teil 11&lt;br /&gt;
* 17.September 2018 - 2030 bei Tiemo: Teil 12 und [[Weiteres_rund_ums_Leben#Zirbe|Zirbengeistverkostung]]&lt;br /&gt;
* 4.Oktober 2018 - 2030 bei Tobi: Teil 12 und [[Media:Bassuk-Incarnation_in_Hinduism_&amp;amp;_Christianity-1987.pdf]] ([[Media:Bassuk-Incarnation_in_Hinduism_&amp;amp;_Christianity-1987_Intro_anmd_epilopg_tranlated_DE.pdf|Intro und Epilogue automatisiert ins Deutsche übersetzt]])&lt;br /&gt;
* 29.Oktober und 15.November 2018 - 2030 bei Tiemo/Andreas: Spezialthema [[Social credit systeme]]&lt;br /&gt;
* 28.November 2018 - 2030 bei Tobias: Teil 13&lt;br /&gt;
* 13.Dezember 2018 - 2030 bei Tiemo: Teil 13&lt;br /&gt;
* 14.Januar 2019 - 2030 bei Andreas: Kontextthema &amp;quot;Indien als Sozialstaat und als Staat, der Menschenrechte achtet - heute.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 14.März 2019 - 2030 bei Tobias: Teil 13&lt;br /&gt;
*  11.April 2019 - 2030 bei Andreas: Teil 14&lt;br /&gt;
*  27.Mai 2019 - 2030 bei Tiemo: Teil 15&lt;br /&gt;
* 12.Juni 2019 - 2030 bei Tobias: Teil 15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
===Mahabharata===&lt;br /&gt;
Das Mahabharata (Sanskrit, महाभारत, n., mahābhārata „die große Geschichte der Bharatas“) ist das bekannteste indische Epos. Man nimmt an, dass es erstmals zwischen 400 v. Chr. bis 400 n. Chr. niedergeschrieben wurde, aber auf älteren Traditionen beruht (bis zu 7000 v. Chr.). Es umfasst etwa 100.000 Doppelverse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große indische Dichter, wie z. B. Kalidasa, haben immer wieder auf das Mahabharata sowie auf das Ramayana, das zweite große Volksepos Indiens, zurückgegriffen. Die Epen bilden zusammen mit den Puranas und anderen Werken als Bestandteile der Smritis den Kern der hinduistischen Überlieferung. Den bedeutendsten philosophischen Text des Mahabharata, die Bhagavadgita, zählt man oft zu den Shrutis, den Offenbarungsschriften. Zusammen mit dem tibetischen Epos des Königs Gesar gehört das Mahabharata zu den umfangreichsten literarischen Werken der Welt.&lt;br /&gt;
Das Werk ist eines der wichtigsten Dharma-Bücher und darum für Hindus ein wichtiger Leitfaden. Es schneidet alle Aspekte hinduistischer Ethik an, weist einerseits orthodoxe Äußerungen auf, etwa über die Aufgaben der Kasten und Frauenpflichten, dann wiederum erhebt es an vielen Stellen heftigen Protest dagegen.&lt;br /&gt;
Mit seiner großen Anzahl an Geschichten und Motiven sowie seinen unzähligen religiösen und philosophischen Parabeln wird die Bedeutung des Epos am besten mit dem Satz aus dem ersten Buch zusammengefasst: „Was hier gefunden wird, kann woanders auch gefunden werden. Was hier nicht gefunden werden kann, kann nirgends gefunden werden.“&lt;br /&gt;
Das Mahabharata ist sowohl Heldenepos als auch ein bedeutendes religiöses und philosophisches Werk, dessen Ursprung möglicherweise in vedischer Zeit liegt. Traditionell wird der mythische Weise Vyasa als Autor angenommen, der in der Geschichte selbst eine Rolle spielt. Der Legende nach soll er es komponiert und dem elefantenköpfigen Gott Ganesha diktiert haben. Im Laufe der Jahrhunderte kam es immer wieder zu Veränderungen und Weiterentwicklungen des Werks, denn vieles wurde lange Zeit nur mündlich überliefert. Es besteht aus vielen Schichten, die sich im Laufe der Zeit anlagerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mahabharata ist in achtzehn Kapitel und eine Appendix unterteilt und enthält neben der Hauptgeschichte hunderte von Nebengeschichten und kleinere Episoden. Grundsätzlich beschäftigt sich das umfangreiche Epos mit allen Themen, die im Hinduismus wichtig sind: mit dem Leben der Geschöpfe, mit Tod und Wiedergeburt, mit Karma und Dharma (Rechtschaffenheit), beschreibt Glück und Leid, die Ergebnisse der guten und der schlechten Taten, das Opfer, sowie die verschiedenen Zeitalter, es beschäftigt sich mit den Göttern und überliefert uralte Hymnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rahmenhandlung beschreibt den Kampf der Kauravas mit den Pandavas, zweier verwandter Fürstenfamilien, auf dem Schlachtfeld in Kurukshetra (nördlich von Delhi). Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich im Kern um ein historisches Geschehen handelt, für viele Inder sind die Begebenheiten Tatsache. Der Kampf wird als schrecklicher Bruderkrieg dargestellt, bei dem viele Menschen starben. Er bildet auch den dramaturgischen Hintergrund der Bhagavad-Gita (Gesang Gottes), in der es um philosophisch-religiöse Inhalte geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hauptgeschichte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Fürst aus dem alt-indischen Herrschergeschlecht der Bharatas hatte drei Söhne: Dhritarashtra, Pandu und Vidura. Der älteste, der blinde Dhritarashtra, konnte wegen seiner Blindheit den Thron nicht besteigen. Trotzdem übertrug der regierende Pandu nach einiger Zeit den Thron seinem blinden Bruder und zog sich mit seinen beiden Frauen Kunti und Madri in die Wälder zurück. Dort wurden ihm, bevor er starb, fünf Söhne geboren, die Pandavas (Söhne von Pandu): Yudhishthira, Bhima, Arjuna, sowie die Zwillinge Nakula und Sahadava. Der regierende blinde König Dhritarashtra hatte einhundert Söhne, die Kauravas (benannt nach dem Urahn Kuru), von denen der älteste, Duryodhana, zum Hauptgegenspieler der Pandavas wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Haupterzählstrang des Mahabharata beschäftigt sich mit dem Konflikt zwischen diesen beiden verwandten Familien und ihren Verbündeten. Die Kauravas unter Führung von Duryodhana versuchen immer wieder, ihre Cousins – die Pandava-Brüder – zu beseitigen, um ihren eigenen Anspruch auf den Thron zu sichern. Aber die Pandavas können entkommen und streifen einige Jahre zusammen mit ihrer Mutter Kunti als Asketen verkleidet umher. Am Ende dieser Zeit gewinnt Arjuna die Hand der Prinzessin Draupadi auf ihrer Gattenwahl. Doch aufgrund ihres vorbestimmten Schicksals und durch ein Missverständnis von Kunti wird sie zur Ehefrau aller fünf Pandavas. Denn als die fünf Brüder zu ihrer Mutter Kunti nach Hause kamen, meinte diese, ohne aufzuschauen und ohne die neue Schwiegertochter bemerkt zu haben, sie sollten untereinander alles teilen, was sie mitgebracht hätten. Da einem Befehl der Mutter nicht widersprochen werden durfte, heiratete Draupadi alle fünf Söhne, obwohl dies nicht Sitte war, und trotz der Bedenken des regierenden Königs Dhritarashtra.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weiteren Verlauf der Geschichte besitzen die Pandavas und die Kauravas je ein Königreich, damit der Frieden gesichert werden kann. Aber die Kauravas organisieren ein Würfelspiel, in dem die Pandavas ihr gesamtes Königreich verlieren. Schließlich müssen die Pandavas zwölf Jahre lang im Exil leben und sich dann im dreizehnten Jahr unerkannt in der Gesellschaft aufhalten. Doch selbst nach diesen dreizehn Jahren verweigern die Kauravas unter der Führung von Duryodhana die Rechte der Pandavas, wobei sich auch der regierende blinde König Dhritarashtra mit seinem Beraterstab auf die Seite seiner Söhne stellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es zum großen Krieg, bei dem elf Stämme auf der Seite der Kauravas gegen sieben auf der Seite der Pandavas kämpfen. Auch der mit beiden Familien verwandte König Krishna, von dem es heißt, dass er ein Avatar des Gottes Vishnu sei, beteiligt sich als Wagenlenker des Pandava Arjuna an der Auseinandersetzung. Vor Beginn der großen Schlacht vermittelt Krishna ihm die Lehren der Bhagavad-Gita. Schließlich, nach unsäglichem Leid auf beiden Seiten, gewinnen die Pandavas und führen ihr Volk in eine glückliche Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Jahren gehen die Pandava-Brüder mit ihrer Frau Draupadi auf eine Pilgerreise in den Himalaya. Bis auf Yudhishthira sterben unterwegs nacheinander alle. Ihm schließt sich ein Hund an, der ihm bis zum Himmelstor folgt. Nun wird der Pandava geprüft und er muss seine Lieben unter Qualen in der Hölle finden. Doch als sich herausstellt, dass Yudhisthira eher bei seiner Frau, seinen Brüdern und dem Hund bleiben will, als ohne diese die himmlische Herrlichkeit zu genießen, fällt sein menschlicher Körper endgültig von ihm ab und er erkennt, dass alles ein Trugbild zu seiner Prüfung war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bhagavad-gita===&lt;br /&gt;
====Basisinformation====&lt;br /&gt;
Ein Teil des Epos Mahabharata - Die Bhagavad Gita (gītā – Lied, Gedicht; bhagavan – der Erhabene, Gott; „der Gesang des Erhabenen“), verkürzt auch nur Gita, ist eine der zentralen Schriften des Hinduismus. Sie hat die Form eines spirituellen Gedichts. Der vermutlich zwischen dem fünften und dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert entstandene Text ist eine Zusammenführung mehrerer verschiedener Denkschulen des damaligen Indien auf Grundlage der Veden, der Upanishaden, des orthodoxen Brahmanismus, des Yoga und weitere, steht aber den Upanishaden gedanklich am nächsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lehren der Bhagavad-Gita sind eingebettet in einen umfangreichen episch-dramatischen Kontext, in das Epos Mahabharata („die große Geschichte der Bharatas“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es handelt sich um eine Selbstoffenbarung Krishnas, der sich vor Beginn eines großen Krieges, welchen das Mahabharata ausführlich beschreibt, auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra dem Fürsten Arjuna als göttliches oder kosmisches Selbst zu erkennen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krishna (wörtlich „der Schwarze“) ist eine hinduistische Form des Göttlichen und wird meist als der achte Avatara von Vishnu verehrt. Für seine Anhänger ist er die Inkarnation des Höchsten. Krishna kommt in der Bhagavadgita, je nach Kontext, unterschiedliche Bedeutung zu: Einmal wird er als das kosmische Selbst angesehen, das alles Lebende durchdringt; ein anderer Aspekt ist die Bedeutung als innere Göttlichkeit, die eine Reflexion des kosmischen Selbstes in jedem Lebewesen ist. Eine dritte Funktion ist die des spirituellen Lehrers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entsprechend der hinduistischen Mythologie leben wir jetzt im Kali-Yuga, dem „dunklen, schwarzen Zeitalter“, das nach Krishnas Tod begann (3102 v. Chr.). Von Krishna heißt es, er sei gekommen, um den Menschen jene ethischen und philosophischen Unterweisungen zu geben, die für die Zeit dieses Yuga notwendig seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich es einen historischen Hintergrund für die Ghita gibt, ist der Text nicht als geschichtlich zu betrachten. Viele Hindus sehen ihn als Allegorie. Eine mögliche und weit verbreitete Sichtweise ist, dass es sich um ein Zwiegespräch handelt zwischen der inneren Göttlichkeit, verkörpert durch Krishna, und der menschlichen Seele, die Arjuna darstellt: das Schlachtfeld sei das Leben, und die feindlichen Heerscharen, gegen die Arjuna antreten muss, verkörperten die menschlichen Schwächen, die besiegt und überwunden werden müssten. Neben dieser sich auf das Individuum beziehenden Deutung ist es möglich, der Bhagavadgita eine Deutung zu geben, die sich auf die Menschheit als Ganzes bezieht. In dieser evolutionären Anschauung ist die Schlacht ein Aufeinandertreffen der asurischen, egoistischen Kräfte mit denen der göttlichen Ordnung. Arjuna und seine Mitstreiter werden in diesem Bemühen von Krishna, dem Avatar, angeführt und unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Inhalt====&lt;br /&gt;
Die Söhne des Fürsten Pandu werden von ihrem Onkel Dhritarashtra aus dem Stamm der Kurus und von dessen Söhnen um ihren rechtmäßigen Thronanspruch betrogen und immer wieder Verfolgungen ausgesetzt. Schließlich kommt es auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra, der „Stätte der Kurus“, zu einer großen Schlacht. Arjuna, der dritte der Söhne des Pandu, befindet sich in einem persönlichen Konflikt zwischen der Zuneigung zu seinen Verwandten auf der Gegenseite und seiner Pflicht als Fürst und dem rechtmäßigen Anspruch seiner Familie auf Land und Thron. Er ist „von Furcht überwältigt“ und weigert sich zu kämpfen. Auf seinem Streitwagen (sanskrit: Ratha) befindet sich Krishna als Wagenlenker. Dieser versucht Arjuna durch religiös-philosophische Unterweisung aus seinem Zwiespalt zu befreien und zum Kampf zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Formale Aspekte ====&lt;br /&gt;
Sie besteht aus 700 Strophen, die auf 18 Gesänge bzw. Kapitel verteilt sind. Die Gita umfasst die Gesänge 25 bis 42 des 6. Buches der Mahabharata.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der größte Teil des Werkes besteht aus zwei Verszeilen, die aufeinanderbezogen sind. Jede Verszeile setzt sich aus zwei achtsilbigen Reihen zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel (1. Gesang, Vers 47):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
evam uktvārjunaḥ saṅkhye (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rathopastha upāviśat, (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
visṛjya sa śaraṁ cāpaṁ, (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
śokasaṁvignamānasaḥ. (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Arjuna sank leiderfüllt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf seines Wagens Sitz zurück,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bogen glitt ihm aus der Hand,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Gram umflorte seinen Blick.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Strophen wird von diesem Metrum ohne erkennbaren Grund abgewichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Bedeutung im Hinduismus====&lt;br /&gt;
Hindus betrachten die Lehren der Bhagavad-Gita traditionell als Quintessenz der Veden. Beim Studium ergeben sich oft scheinbare Widersprüche: Während einige Stellen anscheinend einen Dualismus lehren – die Zweiheit von Natur und Geist, von Gott und Mensch –, lehren andere die Einheit. Durch diese unterschiedlichen Auslegungsmöglichkeiten ist das Gedicht Mittelpunkt für die verschiedensten Glaubensrichtungen.&lt;br /&gt;
Die achtzehn Kapitel des Epos haben das gesamte indische Geistesleben beeinflusst. Kein Text der Hinduliteratur wird so viel gelesen, so oft auswendig gelernt und so häufig zitiert, wie diese Verse. Viele Hindus ziehen das Buch als wichtigen Ratgeber heran, und auch für Mahatma Gandhi war es von erheblicher Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Versionsgeschichte und Übersetzungen====&lt;br /&gt;
Traditionell gehören Übersetzer Kommentatoren einer spirituellen Tradition oder Schule und bestimmten Gurulinien an, die jede für sich beanspruchen, am zuverlässigsten den Originaltext wiederzugeben. Die verschiedenen Übersetzer und Kommentatoren haben bisweilen auch weit voneinander abweichende Ansichten über die Bedeutung bestimmter Sanskritwörter und Ausdrücke. Dies führt dazu, dass Interpretationen ganzer Abschnitte in den Literaturwissenschaften des Westens oft mit den traditionellen Ansichten nicht übereinstimmen. Nach Aussage des Indologen Helmut von Glasenapp lässt sich auch die Treffsicherheit des Ausdrucks und der Hauch des Weihevollen, die dem Urtext eigen sind, nicht voll übertragen. Eine weitere Schwierigkeit besteht bei der Übersetzung darin, dem Original treu zu bleiben und dennoch Metrum und Reim zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der älteste und zugleich einflussreichste indische Version  des Mittelalters stammt von Shankara, dem bedeutendsten Philosophen der Vedanta-Schule des Advaita-Vedanta (Nicht-Dualität). Nach ihm weisen auch die Lehren der Gita auf die Erkenntnis einer sich als pure Erscheinung (Maya) manifestierenden, differenzierten Wirklichkeit sinnlicher und gedanklicher Erfahrung. Anderer Ansicht ist dagegen Ramanuja, der im elften Jahrhundert lebte und lehrte, dass die erfahrbare Welt keine Täuschung oder Illusion, sondern in all ihrer Vielfalt real ist, diese Realität gleichwohl aber vom Allerhöchsten abhänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein persischer Universalgelehrter hat sich mit der Ghita um 1000 in einem berühmten Buch über Indien, dem Kitab-al-Hind, beschäftigt. Um 1600 wurde das Werk in persische Prosa übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1785 kam die Bhagavad Gita, durch den Orientalisten Charles Wilkins übersetzt, nach Europa. August Wilhelm Schlegel, der Inhaber des ersten Lehrstuhls für Indologie in Deutschland an der Universität Bonn, ließ die ersten Sanskrit-Texte 1823 in Europa mit einer lateinischen Übersetzung drucken. Sie fand begeisterte Aufnahme, und viele zeitgenössische Gelehrte verbreiteten sie unter ihren Schülern. Wilhelm von Humboldt schrieb 1825 bis 1826 zwei Abhandlungen darüber in den Schriften der Berliner Akademie. Er bezeichnete die Bhagavad Gita als „… das schönste, ja vielleicht das einzig wahrhafte philosophische Gedicht, das alle uns bekannten Literaturen aufzuweisen haben“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavad-Gita wurde in Versform unter anderem von Robert Boxberger (1870), Franz Hartmann (1904) Theodor Springmann (1920), und Leopold von Schroeder (1937) (ins Deutsche) und von Friedrich Rückert (ins Lateinische) übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den zahlreichen Prosa-Übersetzungen sind diejenigen von Richard Garbe (1905), Paul Deussen (1906) und Rudolf Otto (1935) von besonderem wissenschaftlichen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert wurden Kommentare von den Großen der indischen Unabhängigkeitsbewegung Bal Gangadhar Tilak , Mahatma Gandhi und Sri Aurobindo geschrieben. Andere moderne Kommentatoren waren Swami Vivekananda und Sarvepalli Radhakrishnan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltweit verbreitet ist heute die Übersetzung und Kommentierung &amp;quot;Bhagavad-gītā, wie sie ist&amp;quot; des ISKCON („Hare Krishna“)-Begründers Prabhupada, der die Lehren im Lichte des monotheistischen Gaudiya Vaishnavatums betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhaltliche Zusammenfassung==&lt;br /&gt;
# Gesang Niedergeschlagenheit. Arjuna bittet Krishna, ihn zwischen die beiden Heere zu fahren. Als er auf der Seite der Kurus einen Großteil seiner Verwandten erblickt, hält er es für ungerechtfertigt, gegen sie zu kämpfen.&lt;br /&gt;
# Gesang Yoga der Erkenntnis. Arjuna will nicht kämpfen. Krishna spricht zu ihm als Lehrer. Nur die Körper seien vergänglich; der unvergängliche, ungeborene, ewige Geist im Menschen aber könne nicht getötet werden. Er appelliert dann weiter an seine Ehre als Krieger und dass es seine Pflicht sei, einen gerechten Kampf zu führen. Allgemeiner führt er aus, dass eine Tat in Gleichmut und Andacht geschehen soll und ohne auf den Erfolg der Tat zu spekulieren. Er soll seine Sinne bändigen und auf den Höchsten schauen (Samkhya-Philosophie)&lt;br /&gt;
# Gesang Yoga des Handelns. Arjuna will wissen, warum er kämpfen soll, wo doch die Erkenntnis wichtig sei. Krishna sagt, dass er handeln müsse, weil die in uns wohnende Natur zum Handeln zwinge. Ein Mensch, der sich zum Nichtstun zwinge und doch an Sinnendinge denke, würde vom rechten Wege abgelenkt werden. Besser sei es, die auferlegte Tat frei von Eigennutz zu tun. Auch im Hinblick auf die Ordnung der Welt müsse er handeln; denn was der Beste tut, das tun die anderen Menschen auch.&lt;br /&gt;
# Gesang Göttliche Erkenntnis. Krishna, der Avatar, erklärt, dass er bereits viele Geburten durchlebt hat und immer wieder diese unvergängliche Lehre des Yoga verkünde zum Schutz der guten Menschen und zu der Bösen Untergang. Und wer diese Wahrheit wirklich erkannt habe, werde nicht wiedergeboren und gelange zu ihm. Weiterhin sagt er, dass man dem Brahman auf viele Arten opfern könne, doch das Opfer der Erkenntnis sei das beste Opfer. Denn durch diese Erkenntnis erkenne man alle Wesen im Selbst und dann in ihm.&lt;br /&gt;
# Gesang Entsagung oder Yoga der Werke. Arjuna fragt, was denn nun besser sei, sich der Tat zu enthalten oder die Tat zu üben. Krishna antwortet, dass beide Wege Heil bringen, doch höher als die Entsagung der Tat sei der Yoga des Wirkens zu bewerten. Beide Wege führten zum Ziel, doch sei wahrhafte Entsagung ohne Yoga nur schwer zu erreichen. Wer aber im Yoga lebend seine Sinne bezwungen habe und mit aller Wesen Seele eins sei, werde durch sein Handeln nicht verstrickt. Und wer Brahman als den Herrn der Welt erkannt habe, der alle Opfer und Anstrengung mit Freuden annehme, gelange zum wahren Frieden.&lt;br /&gt;
# Gesang Yoga der Besinnung. Krishna beschreibt Arjuna die rechte Körperhaltung für die Meditation und nennt ihm den rechten Lebenswandel für Arbeiten, Essen und Schlafen. Er sagt, dass sich durch die rechte Andachtshaltung Gedanken und Sinnenerregung allmählich beruhigen. Dann kann durch das beständige, achtsame Leben im Selbst das Brahman-Nirvana erreicht und damit grenzenloses Glück erlangt werden.&lt;br /&gt;
# Gesang Yoga der Erkenntnis und Weisheit. Krishna verkündet Arjuna, wie er, Yoga übend, Herz und Sinne auf ihn gerichtet, das Wissen vollständig erlangen kann (was nur wenigen gelingt). Er sagt, dass er in seiner niederen Natur die materielle Welt darstellt, in seiner höheren Natur aber alles aus ihm stammt, von ihm erhalten wird und alles Sein in ihm ist; er aber nicht in ihr. Wer zu einer Gottheit strebt, dem wird zuteil, was er verlangt. Wer sich aber ihm zuwendet, überwindet das Scheinbild der Natur und gelangt zu ihm, dem Ungeborenen, Ewigen – auch im Sterben.&lt;br /&gt;
# Gesang Das Höchste Göttliche. Auf die entsprechenden Fragen von Arjuna antwortet Krishna: Brahman ist das ewige, höchste Sein, sein Wesen ist das höchste Selbst, und die Schöpfung, welche den Ursprung der Wesen bewirkt, wird das Werk genannt. Wer seinen Körper verlässt und zur Zeit seines Endes in Gedanken an mich weitergeht, erlangt meinen Seinszustand. Wer dieses Denken zu allen Zeiten geübt hat, geht in mein Wesen ein; darüber kann kein Zweifel bestehen.&lt;br /&gt;
# Gesang Das Königswissen. Krishna fordert von Arjuna, gut zuzuhören, und spricht: Die Welt ist ausgespannt durch mich, alle Wesen sind in mir. Den Weg zu mir zu üben ist kinderleicht; doch ist es notwendig zu glauben, sonst verfehlt man mich. Ich bin zu allen Menschen gleich; doch die liebend mich verehren, die sind in mir und erreichen die höchste Bahn. Selbst ein großer Sünder, der mich verehrt, wird bald ein frommer Mann und geht zu ewigem Frieden ein. Wer sich mir liebend zuwendet, geht unabhängig von seiner Geburt, seinem Geschlecht oder seiner Kaste einstmals zu mir ein.&lt;br /&gt;
# Gesang Yoga der Offenbarung. Arjuna ist von den Offenbarungen Krishnas tief beeindruckt und will wissen, in welchem Zustand des Seins er den „Herrlichen“ erkennen soll. Krishna antwortet, dass der „Höchste“ keine Grenzen habe und er deshalb nur das Wichtigste aufzähle. Dann zählt er die Namen von Göttern, mythischen Gestalten und berühmten Menschen der Vergangenheit auf. Er sagt, dass der „Himmlische“ die Seele der Welt sei und in aller Wesen Herz zu finden sei. Weiterhin nennt er Namen von Pflanzen und Tieren, erwähnt Begriffe aus Kunst und Wissenschaft. Er schließt mit der Aussage, dass er, mit einem Teil seiner selbst, dieses Weltall erschaffen habe und dass immer dann, wenn ein herrliches Geschöpf in der Welt sei oder ein Wesen von Wissensmacht, Stärke und Schönheit sich zeige, dies ein besonderer Ausdruck seiner Größe und Kraft und seines Lichtes sei.&lt;br /&gt;
# Gesang Schau der göttlichen Gestalt. Arjuna wünscht von Krishna, mit eigenen Augen den Ewigen zu sehen. Der Erhabene „verleiht“ ihm daraufhin ein „himmlisches“ Auge, damit er die Gestalt des höchsten Gottes erkennen kann. Und Arjuna schaut die göttliche Gestalt, mit dem Antlitz allerwärts gewandt, wie wenn das Licht von tausend Sonnen am Himmel plötzlich hervorbräche. Und er sieht weder Ende, Mitte noch Anfang. Und er sieht die Götter und die Schar der Wesen in ihm enthalten. Er sieht den Herrn der Götter und des Alls auch als den Herrn der Zeit, der seine Geschöpfe in seinem „Rachen“ verschlingt. Und er sieht, wie die Menschen voller Hast zum Untergang eilen. Und der Erhabene sagt, dass auch die Kämpfer alle dem Tod verfallen sind. Und er, Arjuna, sei sein Werkzeug, um jene zu töten, die bereits durch ihn „getötet“ sind. Arjuna faltet seine Hände zitternd und verehrt den Höchsten.&lt;br /&gt;
# Gesang Yoga der liebevollen Hingabe. Arjuna fragt, welche Gläubigen von Gott bevorzugt würden – diejenigen, die Gott als gestaltlos betrachten und verehren, oder diejenigen, die Gott den Allmächtigen in einer offenbarten Gestalt verehren? Krishna erklärt beide Arten der Verehrung als gleichermaßen gut, doch erfordere es mehr Mühsal, sich dem Unsichtbaren zu weihen. Leichter sei es für denjenigen, der sein Denken ganz in ihn versenke. Wenn er dies nicht könne, soll er die Andacht eifrig üben; sei er auch dazu zu schwach, soll er sein Tun ihm weihen; könne er auch dies nicht leisten, soll er andachtsvoll auf die Früchte aller Taten verzichten.&lt;br /&gt;
# Gesang Das Feld und der Kenner des Feldes. Leib und die gesamte Natur werden von Krishna als das Feld bezeichnet. Der Feldkenner sei der Geist, der diesen Leib beseelt. Krishna sagt von sich selbst, dass er alle Felder hier kenne. Das Feld verändere sich zu jeder Zeit, und nur durch Gleichmut gegen Äußeres und vollkommene Hingebung an ihn könne das anfanglose, höchste Brahman erreicht werden. Dieses höchste Brahman sei innerhalb und außerhalb der Welt, zugleich fern und nah und doch so fein, dass niemand (mit Sinnen) es wahrnehme. Es wohne im Herzen jedes Wesens und bleibe doch in Wahrheit ungeteilt.&lt;br /&gt;
# Gesang Über die drei Gunas. Alle Gedanken, Worte und Handlungen sind erfüllt von sattva (Wahrhaftigkeit, Reinheit, Klarheit), rajas (Bewegung, Energie, Leidenschaft) oder tamas (Finsternis, Trägheit, Stabilität). Wer alles, was existiert, als Zusammenwirken dieser drei Seinszustände begreife, der könne Erkenntnis gewinnen. Auf die Frage von Arjuna, wie er denjenigen erkenne, der die drei Gunas besiegt habe, antwortet Krishna: Wer ruhig und gefasst bleibt beim ‚Auftauchen’ eines Gunas, stets den Gleichmut bewahrt, standhaft ist in Freud und Leid, wer gleich sich bleibt, wenn man ihn schmäht oder bewundert, wer jeder Tat (aus dem Ich) entsagt, der löst sich aus der Macht der Gunas. Ebenso gelingt dies demjenigen, der in unbeirrbarer Liebe nach mir sucht. Auch er gelangt über die drei Gunas hinaus und kann zu Brahman werden.&lt;br /&gt;
# Gesang Yoga des Höchsten Geistes. Es folgt das Bild eines Baumes mit Wurzeln im Himmel, ohne Anfang und ohne Ende. Es ist notwendig, dessen Triebe (Sinnesdinge), Äste und die feste Wurzel mit dem Beil des Gleichmuts und der „Nicht-Anhänglichkeit“ zu fällen und den unbeweglichen Geist (Brahman) zu erreichen. Später heißt es dann, dass das höchste Selbst (Purushottama) größer ist als dieser unwandelbare Geist (akshara) und auch größer ist als der Geist, der zu den Dingen ward (kshara). Er sei es nämlich, der diese ganze Dreiwelt trage und als Herr durchwalte und umspanne. Wer dies wahrhaft erkenne, habe das letzte Ziel erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
====Die Einleitung====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die Bedeutung der ganzen Ghita&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Alter und Text&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Hauptkommentatoren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Letzte Realität&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Krisna&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Zustand der Welt - die Formung Maya&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Die Einzelseele&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Yoga satra die Erziehung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Jnana oder das erlösende Wissen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Der Weg der Erkenntnis - Jnana marga&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Der Weg der Hingabe: Bhakit-marga&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Der Weg des Handelns Karma-marga&lt;br /&gt;
       &lt;br /&gt;
13. Das Ziel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Fragen zum Thema Religion====&lt;br /&gt;
* Stört die religiöse Differenzierung bei der Lösung  globaler Fragen des 21.Jahrhunderts?&lt;br /&gt;
* Muss &amp;quot;gegen Religion&amp;quot; insofern Aufklärung betrieben werden?&lt;br /&gt;
* oder braucht es Religion weiterhin als Gegenkonzept zu Technikwelt, Konsum, politischen Sytemen ...?&lt;br /&gt;
* Wie könnte man gegen Religion vorgehen, ohne Menschen ins Leere fallen zu lassen?&lt;br /&gt;
* Wenn Religion wichtig ist, wie gehen wir global mit den Religionskonflikten um, ohne die dahinterliegenden Bedürfnisse zu ignorieren?&lt;br /&gt;
* Wie kommt man trotz oder mit religiöser Divergenz  auf Lösungen globaler Herausforderungen?&lt;br /&gt;
* Muss/kann/sollte Religion eine Rolle spielen in einer  teilweise entmystifizierten Umwelt?&lt;br /&gt;
* Und was ist Religion/Glaube überhaupt?&lt;br /&gt;
* Ist Releigion nur ein Problem fehelnder Sicherheit (im mentalen wie im materiellen Sinne)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Sich ergebende Fragen/Thesen aus der Lektüre====&lt;br /&gt;
* Nach Teil 3&lt;br /&gt;
** Soll die Ghita in die Orthodoxie zurückleiten oder ermöglichst sie, durch die Darstellung einer möglichen Hinterfragung, Reflektion bei Arjuna trotz der Zurechtweisung durch Krisna eine Option der Invividualisierung.&lt;br /&gt;
** Kann Mensch wirklich Mensch sein, obgleich er in allen seinen Apekten (Sinn, Vernunft...) eingeengt wird, andrerseits Vernunft und Sinne durchaus nutzen soll?&lt;br /&gt;
** Weiterhin bliebt  unklar, wodurch, durch wen, durch was die sozio kosmische Ordnung in ihren Zwängen besteht?&lt;br /&gt;
* Nach Teil 4&lt;br /&gt;
** Religion entsteht und ist nur von Nöten durch zivilisatorische Entwicklungen hin zu komplexeren Gesellschaften - wobei Komplexität auch schon in der Höhlengesellschaft entsteht&lt;br /&gt;
** Krishna manifestiert 4 Kasten als immerwährende Ordnung - nur möglich in einer bereits hochzivilisierten Gesellschaft&lt;br /&gt;
* Nach Teil 5&lt;br /&gt;
** Erkenntnis bzw. Wissen haben eine andere Semantik als im westlichen Kulturkreis - eher im Sinne eines göttlichen Wissens, dem kein Wissenserwerb voran gehen muss.&lt;br /&gt;
** die Ethische Bewertung einer Handlung oder Nichthandlung orientiert sich weniger am Ergebnis als vielmehr an einer Art Haltung, die die Göttliche Fügung nicht in Frage stellt.&lt;br /&gt;
** diese Konzepte spielen einem totalitärem Regime in die Karten, bzw. Erfordern starke Hierarchien, wie sie im Kastensystem wohl auch verankert sind - bei einem grundsätzlichen Fehlen von &amp;quot;Skepsis&amp;quot; und &amp;quot;in Frage stellen&amp;quot; braucht es Führer (Hier wohl Brahmanen)&lt;br /&gt;
** wie kann eine solche Gesellschaft innovativ auf aufkommende Veränderungen reagieren? Vermutlich ist die Innovation hier weniger basierend auf einem Fortschrittsgedanken - samt der Mehrung von Reichtum für kommende Generationen, wie bei uns, sondern einer Innovation basierend auf dem Gedanken der Wirtschaftlichen Sicherheit für die Familie&lt;br /&gt;
* Nach Teil 6&lt;br /&gt;
**1. Vers&lt;br /&gt;
***Wie gewinnt man eine innere Haltung? Bezug zur Weisheit, die man nur im Sprung schluckt, so wie Buddha das Nirwana, im Gegensatz zu Lessing.&lt;br /&gt;
***Innere und äußere Werke.&lt;br /&gt;
***Ordnung besteht im Vollzug der Werke, der die Weisheit verstehende Yogi handelt in Werkform.&lt;br /&gt;
**2. Vers&lt;br /&gt;
***Handeln ohne Selbst. Spiegelbildliche Konstruktion zwischen Dionysos/Berserker und dem Yogi. Beziehung von Rausch und Weisheit.&lt;br /&gt;
**3. Vers&lt;br /&gt;
***Der Yogin ist an die Weisheit als innere Haltung angeschirrt, wie Pferde an den Wagen des Krishna.&lt;br /&gt;
**5. Vers&lt;br /&gt;
***Der Weg der Weisheit führt von der Erkenntnis, dass die äußeren Dinge keinen Wert in sich haben, sondern von dem eigenen Selbst, zu der Einsicht, dass auch dieses Selbst in der Illusion handelt, aus sich selbst heraus (etwas, ein Wert, eine Qualität) zu sein, und auf höherer Ebene, durch die kosmische Einbindung des Schein-Selbst, als Nicht-Selbst zu bestimmen ist. &lt;br /&gt;
***In Differenz zum Christentum ist das Ziel des Hinduismus, auch das Selbst selbst zu zerstören. Individualität ist Illusion, im (protestantisch geprägten) Christentum geht es nur um das Individuum.&lt;br /&gt;
**9. Vers&lt;br /&gt;
***Doppelkonstruktion: der Yogin verurteilt nicht, für ihn ist ein Verbrecher und ein regelkonformer Mensch nur ein Element kosmologischr Ordnung (gemäß dem Leitgedanken: wir werden durch das Verbrechen, nicht für es verurteilt), dennoch stützt er das soziale System, das auf Richter angewiesen ist, da es notwendig ist, um Yogi werden zu können.&lt;br /&gt;
**Weitere Grundfragen, die sich in Teil 6 ergaben&lt;br /&gt;
*** Die deutsche Übersetzung macht Schwierigkeiten, da wichtige Begriffe wie Ruhe, Handlung, Werk, Entsagung, Selbstbeherschung scheinbar sehr unterschiedlich im Sinne - äusserlich sichtbarer Motorik vs keine Motorik und quasi nur innere Elemente interpretiert werden. &amp;quot;Geht es um den Guru im Wald oder um die Hinnahme aller schicksalshaft auferlegten Handlungen?&lt;br /&gt;
*** Missachtung bzw Entsagung von Freund vs Feind, Familie vs Fremden. Wie kann das eine Gesellschaft über Jahrtausende erhalten? Gibt das die Erklärung für die scheinbar fehlende Menschlichkeit in Indien aus unserer Perpektive - Vergewaltigungen und fehelnde Gastfreundlichkeit gegenüber Touristen.&lt;br /&gt;
** Weitere Aspekte aus Gesang 6: &lt;br /&gt;
*** In einem Selbst ist der Weg zur Entselbstung, wobei das niedere Selbst besiget werden muss&lt;br /&gt;
*** Es wird der Weg zum Yogin über die Enthaltsamkeit aber auch über die Mäßigung (reiner Platz, fester Sitz, weder zu hoch noch zu niedrig) beschreiben&lt;br /&gt;
*** Sündernerlass: auch wer vom Wege abkommt wird über die Wiedergeburt in einer der höheren Kasten hineien geboren und kann so zum Yogin kommen , vor allem wenn er gutes tut.&lt;br /&gt;
* Nach Teil 7&lt;br /&gt;
** Der hinduistische Gott zeigt &amp;quot;wo der Hammer&amp;quot; hängt, dass er die Ursprung und die Auflösung der Welt ist. Er verkörpert alles, alles ist in ihm und ihn erkennen kann niemand.&lt;br /&gt;
** speziell Vers 12 und 13 beschreiben, dass Gott hinter allem steht und er bzw. seine göttliche Sphäre (Maya) nicht zu erkennen ist&lt;br /&gt;
** Einerseits git es nur die wenigen, die zu Gott eingehen, bei ihm Zuflucht suchen, andererseits gibt es die vielen &amp;quot;Übeltäter&amp;quot; die anderen Göttern entsprechen kännen, zwar durch Begierde abgelenkt, aber letztlich doch dem einen Gott entsprechend- denn alle Götter sind Gestalten des eines Gottes.&lt;br /&gt;
** Einerseits ist Gott nie erkennbar (V.26), und dennoch gibt es die, die ihn erkennen - und sei es in der Stunde des Ablebens (V.30).&lt;br /&gt;
** gesellschaftlich konstitutiert die Gesellschaft hier eine Toleranz eines Volkes mit vielen religionen, die auch ohne Missionierung den erkennen wollen, aber doch nicht erkennen.&lt;br /&gt;
* Nach Teil 14&lt;br /&gt;
** Begriffsklärung: &amp;quot;sattva&amp;quot; (Güte, Wesenheit, vor allem: Wissensdrang?) als eine der drei Erscheinungsweisen (gunas) neben Leidenschaften und Trägheit. 3 Gunas auch übersetzt als 3 Wesenheiten, vielleicht 3 Haltungen, 3 Charakterzüge.&lt;br /&gt;
* Nach Teil 14&lt;br /&gt;
** Begriffsklärung: &amp;quot;purusha&amp;quot; (Person, Geist, Selbst?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
1. Religionsgeschichtlich bedeutender Moment für die Bhagavadgita und das konzeptuelle Fundament des Hinduismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Übergang von Ritualpraxen (33: Kanonisierung in den Veden 1000-800) in asketisch-erlösungstheologische Dispositive (47: beginnt mit den ältesten Upanishaden 700-500). Die Dispositive charakterisieren allgemein sieben Annahmen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Schöpfungstheologische Ausrichtung auf einen Ursprung, das All-Eine (brahman).&lt;br /&gt;
# Aus 1. folgt eine monotheistische Tendenz.&lt;br /&gt;
# Ableitung einer Rollenhierarchie der Götter in der Verwaltung der Welt. Diese Hierarchie kann als personifizierende Akzentuierung der Eigenschaften des All-   Einen verstanden werden (Avatar-Logik).&lt;br /&gt;
# Konzept eines unsterblichen Selbst (atman) in einem sterblichen Körper, und zwar individuell abgestimmt als &#039;individualisiertes Selbst&#039; (jiva-atman).&lt;br /&gt;
# Konzept eines generationsübergreifenden Kreislaufs zwischen Geburt, Tod und Wiedergeburt (samsara).&lt;br /&gt;
# Konzept der generationsübergreifenden Weitergabe der Schuldverkettung durch körpergebundenes, eigennütziges oder uneinsichtiges Handeln (karma),die sich zugleich mit einer sozio-kosmologischen, generativen Disposition (dharma) verbindet (als Klassen-Zugehörigkeit, Geburts-Disposition, Körper-Disposition, individuelle Pflicht-Disposition, historische Disposition (individuelle Situation) etc.). &lt;br /&gt;
# Konzept der endgültigen Erlösung (moksha) als Loslösung von körpergebundenen, eigennützigen oder uneinsichtigen Formen des Handelns, ermöglicht durch die drei &#039;Wege&#039; (marga)  (242) der &#039;Erkenntnis&#039; (jinana), des (rituellen) Handelns (karma) und der Gottesliebe (bhakti).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Übertragung der Upanishaden-Konstellation auf die Bhagavadgita (56): Zu-sich-selbst-Kommen als Selbst-Disziplinierung heißt hier: asketische Selbstbeherrschung im Handeln, Handeln ohne Eigeninteresse als &#039;desinteressiertes Handeln, &#039;wunschloses Erfüllen sozialer Pflichten&#039;, all dies dient zur Abwendung möglicher negativer Konsequenzen des Handelns, kann im Individuum als Habitus implementiert werden durch eine Yoga-Form der Selsbtübung (karmayoga). Führt letztendlich zum Erhalt der &#039;sozio-kosmischen Ordnung&#039; (dharma), deren göttliches Vorbild als In-der-Welt-Handelnder Krishna ist. Der Mensch als Lernender wird exemplifiziert durch Arjuna, der als Feldherr nicht gegen Verwandte kämpfen will, obwohl ihm dies seine Karma-hafte Individualdisposition, in der zugleich eine sozio-kosmologische, generative Disposition (dharma) zum Ausdruck kommt, gebietet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die Bhagavadgita als Kritik buddhistischer Bewegungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen buddhistische Bewegungen, deren Fokus auf der Fähigkeit zur individuellen Reflexion liegt, die ohne Bindung an und ohne Rücksicht auf sozio-kosmologische Ordnungen zur (aus sich selbst generierten) Einsicht in das Göttlich-Wahre führen kann, betont die Bhagavadgita schon in den ersten Zeilen die Bedeutung sozio-kosmologischer Ordnungen (dharma) für die jeweiligen Akteure. Krishnas Rolle besteht vor allem in der Verdeutlichung eines Pflicht-Imperativs, der über individueller Einsicht steht und dessen Legitimation den rationalen Kern zu haben scheint, dass die sozio-kosmologische Ordnung erstens seit undenklich langer Zeit existiert und funktioniert sowie zweitens so komplex ist, dass das Individuum es nur perspektivisch-einseitig, aspekthaft erfassen kann und damit bei Zuwiderhandlung riskiert, für die jeweiligen Teilnehmer an diesen Ordnungen unabsehbar Unordnung zu stiften, die immer mehr Unheil, Unglück und an sich Schlechtes als Heil, Glück und an sich Gutes mit sich bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Zum zweiten Abschnitt der Baghavadgita (Krishnas erste Intervention): das Problem des kritiklosen Kriegers in einem totalitären Regime&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zumindest ließe sich in diesem Abschnitt die Kritik erheben, dass durch die Ausblendung individuellen Urteilsvermögens und individuell habituierter moralisch-sittlicher Dispositionen zugunsten eines durch die Priesterschaft oder göttliche Intervention legitimierten sozio-kosmologischen Pflichtverständnis (Arjuna sollte Brüder und Schwestern töten, da es seine Pflicht als Krieger und Feldherr ist)die Gefahr eines totalitären Regimes droht, dessen Wertsetzungen und Machtdispositive jenseits individueller Existenzansprüche und jenseits aller Kritik unbeschränkt gültig und unhinterfragt zu vollziehen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Zum zweiten Abschnitt der Baghavadgita (Krishnas erste Intervention): das Dilemma des idealen Kriegers. (vebunden mit Punkt 3)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ideale Krieger übt keine Kritik an Befehlen, kennt keine Mitgefühle, unterdrückt seine eigenen Gefühle, beherrscht sich und seine Waffentechnik, ist eiskalt, tödlich und rational in der Umsetzung von Anordnungen. In all diesem sieht er seine absolute Pflicht als Krieger-Soldat. Doch was passiert, wenn die Befehle schlecht sind? Was, wenn der Befehl lautet, alle Priester zu töten, die Befehle korrigieren könnten? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzumerken ist aber immerhin, dass die Geschichte an dieser Stelle diese Kritik in den Blick nimmt, erlaubt und refelktorisch bearbeitet. Der Einfluss des Buddhismus in der Gesellschaft mur zur Entstehung dieser Geschichte also schon dringlich geworden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5.  Zum zweiten Abschnitt der Baghavadgita (Krishnas erste Intervention): das Pflicht-Problem. (verbunden mit Punkt 3)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zu diesem Abschnitt gab es in der Lektüre noch keinen Verweis darauf, wie Fehler und Korrektive in die Ordnungs-Systeme der Menschen, in denen Pflicht absolut gilt, selbst eingehen und eingebaut sind, also ohne eine avatarische Präsenz des Göttlichen in ihrer Welt (etwa durch Krishna).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Jesus und Krishna, sowie: Propheten, Avatare und Göttervielfalt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krishna kommt und geht, entscheidet selbst über seine Verkörperung, taucht ständig hier und dort unter verschiedenen Namen auf, scheint wie ein göttlicher Bote unantastbar. Könnte er von einem Pfeil verletzt werden? Könnte Arjuna ihn kreuzigen? Jesus kommt nur einmal, opfert sich selbst, wird Opfer, und überlässt der Welt sich selbst. Jesus greift aktiv durch Gruppenbildung, Verweigerung und Revolte in sein soziales Umfeld ein, Krishna berät nur ohne aktiv Einzugreifen - allerdings bleibt Jesus in der Durchsetzungsphase auch passiv, er lässt geschehen, was menschliche Mächte wollen. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage nach der Differenz zwischen Propheten, Avataren und Göttern. Es scheint kein Konflikt zwischen Avataren möglich, wohl aber zwischen (griechischen) Göttern. Propheten verfügen über göttliches Wissen, manchmal auch über (heilende) Macht, können aber irren (?), stehen den Göttern ferner als und haben nicht dieselbe Autorität wie Avatare. Weiterhin sind Avatare quasi global aktiv, können überall auftauchen, Propheten leben irgendwo und sterben. Avatare scheinen Engeln zu ähneln, aber es gibt keinen gefallenen Avatar (?).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Grundproblem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst sein Selbst entselbsten. Sich selbst seiend sein Selbst als Illusion erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Grundparadox&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Handlung (Werk) setzt ein Selbst voraus. Jedes Selbst existiert nur durch in soziale Ordnung eingebundene und organisierte Handlung (als Geist-Körper-Synthese durch Kasten-gemäße Arbeit). Das Ziel jedes Selbst ist seine Entselbstung, das heißt ohne Handlung (Werke) ziellos im enstselbsteten Selbst verharrend (Haltung) zu existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Grundkritik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ent-selbstete Existenzen haben kein Humanitäts-zentriertes Fundament mehr, ihre Identität verschwindet mit ihrer Individualität, sie sind potentiell willkürliche Vollzieher totalitärer Regime der jeweiligen lokalen Ordnung, der sie sich Kritik-los fügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Genese des Grundproblems: Wissen um das Absolute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empirisch-lebensweltlich und experimentell-wissenschaftlich ist keine Letztbegründung von Wissen über Etwas zu gewinnen. Der Westen begab sich aufklärerisch mit Kant und Lessing auf den Weg infinitesimaler Annäherung konditionierten Wissens ohne End- und Er-Lösung. Die Figur des entselbsteten Selbst ist eine Lösung (das sahen auch die deutschen Romantiker mit Schelling und Konsorten sowie Schopenhauer so) ohne Wiedereinführung einer transzendenten Instanz oder Autorität (der eine Gott etc.), vielmehr löst sie rationalisierend durch Dekonstruktion in pyrrhonisch-skeptischer Manier (Argument und Gegenargument führen zu systemisch bedingter und insofern unentrinnbarer Unentscheidbarkeit).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Der problematische Wert der Emotion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emotion scheint an Individualität gebunden zu sein (als Lust, Begierde), in Form der Suche nach selbst-verwirklichenden Handlungsgefügen (Selbst-Erfüllung), ist christlich-protestatntisch an das ökonomische Verhältnis von (irdischer) Arbeit und Lohn gekoppelt, spielt aber in einer einer feudal-inspirierten Kastengesellschaft mit dem Ideal entselbstettr spirituell-ethischer Führer eine durchweg negative Rolle, da sie Ur-Grund aller Handlung ist (Hunger-Bedürfnis, Reproduktion etc.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Skeptiker vs. Yogin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Yogin ist ein Hyperkrtiker, ein pyrrhonischer Anarchist, der für jedes Argument ein Gegenargument findet, der eine haltungslose Haltung hat, und doch soziale Ordnung fundiert, in ihr den höchsten Rang einnimmt, während antike Hyperkritiker und ihre westlich-modernen Varianten kriminalisiert wurden. Gemeinsames Ziel von Skeptiker und Yogin scheint die Seelenruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Die Baghavadgita als Kritik eines vedischen Ritenkultus und Übergang in individualistisch-reflexiven Buddhismus.&lt;br /&gt;
Siehe 9.21-22.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Glauben und Wissen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezug: 9.3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bagavadgjita ist Glauben Wissen, Erkenntnis des zyklischen Zusammenhangs von Einheit und Vielfalt als Schöpfungsprinzip, gearde nicht aufklärerische Westliche Opposition von Wissen und Glauben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Avatare sind keine fleischgewordenen Götter auf Erden, nicht individuiert. Differenz von Natur/Prakriti und Illusion/Maya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezug: 9.11.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Avatare sind Erscheinungen eines Codes, der zugleich Natur generiert. Der Avatar ist Lucas am Ende der letzten Star Wars Episode, er leidet nicht, kann  nicht zerfetzt werden, ist real als Repräsentant des Codes, aber kein Individuum. Jesus schon, er spricht als Individuum, als Mensch zum Menschen, er stirbt gemäß einer Bestimmung, die Leitfaden für andere Schicksale werden soll, aber nur lesbar durch seinen Tod ist. Die Logik dieses Leitfadens ist verborgen, Jesus&#039; Leben ene Art Idealform, zugleich Vorbild. Avatare haben in diesem Sinne kein Leben, sie zeigen sich hier und dort. Krishna hat keine Familie. Er ist ohne Eltern. Er hat keine Geschichte.(hier gab es aber auch Indizien für ein Individualisierung Krischnas in alten vedischen Texten - evtl. also nicht ganz verstanden von uns oder ein Bruch in den kanonischen Dokumenten der Hinduisten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Horizontale und vertikale Ordnung (Teil 10 und 11)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horzontal (10): Gott ist in allem (gleichermaßen).&lt;br /&gt;
Vertikal (11): In jeder Dingklasse gibt es ein Bestes, das ist/repräsentiert Gott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jesus: bezieht sich auf keine vertikale Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. Göttliche Macht, das Soziale und der Gutmensch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die BVG exponiert, vor allem im Teil 11, das Problem, dass eine göttliche Macht, die genau so viel aufbaut wie zerstört, erhält und vernichtet, schön ist und grausam, gut und böse in sich vereint, soziale Ordnung stiften soll und von den Menschen fordert, sich an die tradiert-bestehende Ordnung (konservatives Motiv) zu halten. Die Verbindung zwischen ambivalenter Macht und sozialem Auftrag ist unklar, fragt nach bedingungsloser Einordnung in eine Ordnung, deren Regulativ generationsübergreifend in Zyklen (samsara) Vergehen gegen diese Ordnung in verschiedenen Wiedergeburtsformemn ahndet. Gibt&#039;s Zweifel, wie im Fall von Arjuna, zeigt sich die göttliche Macht in seiner ganzen Ambivalen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Christlichen ist genau so zu hinterfragen, wieso ein allmächtiger Gott eher gut als böse ist. Im Alten Testament funktioniert die Verbindung zum Sozialen und Gutmenschen durch eine direkte Übergabe von Ordnungen (Gesetzestafeln)(analog zur verbaldiktion und Mohammed, aber eben verschriftlicht) - wobei zwischen Schöpfung und Übergabe noch der selbstverschuldete Fall steht, der aber nur ein Regelproblem durch ein anderes ersetzt und das Moment der Arbeit und des weltlichen Leidens als Konsequenz eines Strafakts einführt. t. Die Frage ist zunächst, wieso ein Gutmensch Gott näher steht als ein Schlechtmensch. Bei Jakob Böhme und anderen Mystikern funktioniert das, galube ich, über Liebe: Gott schuf die Welt aus einem Überschuss aus Liebe (gleich Gutheit), und die gibt man jetzt zurück. Dagegen steht der Manächiismus. Insgesamt eine recht waklige Konstruktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. Das (dritte) göttliche Auge&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es taucht im 11. Teil auf, wird Arjuna von Krishna eingepflanzt, um die unmögliche-göttliche, externe Perspektive auf die Welt als einen Körper einzunehmen, wobei alles in diesem Einen Körper im Plural auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19. Freiheitsgrade&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* a. Hinduismus: Menschen können fehlen, verfügen also über Freiheitsgrade; dadurch können Probleme in der geschaffenen Ordnung entstehen, die Avatare richten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* b. Freiheit im Hinduismus ist gekoppelt an die Erkenntnis des eigenen Dharmas als in individuelles Leben eingeschriebener Vollzugsrahmen (Kastenzuorndung, Beruf, Ethik etc.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
* Richard Garbe von 1905: Die Bhagavadgita aus dem Sanskrit als Prosa übersetzt. Mit einer Einleitung über ihre ursprüngliche Gestalt, ihre Lehren und ihr Alter. Leipzig. [http://www.amazon.de/Die-Bhagavadgita-Aus-Sanskrit-Bersetzt/dp/1168526809 Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Helmuth von Glasenapp von 1986/1965: Bhagavadgita - von einem bekannten deutscher Indologe und Schüler von R.Garbe - ästhetische, an die Metrik des Originals anknüpfende Übersetzung. [http://www.amazon.de/Bhagavadgita-Helmuth-von-Glasenapp/dp/3150078741 Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sarvepalli Radhakrishnan von 1958: Die Bhagavadgita, Sanskrittext mit Einleitung und Kommentar von S. Radhakrishnan, mit dem indischen Urtext  verglichen und ins Deutsche als Prosa übersetzt von Siegfried Lienhard.  Baden-Baden. 447 S. [Akademischer Standard]&amp;lt;br&amp;gt;Radhakrishnan schreibt, dass nach Aussage der Bhagavad Gita „ein Kampf zwischen Gut und Böse in der Welt stattfindet, an dem Gott innigen Anteil nehme“. Radhakrishnan sieht in der Gestalt von Krishna, wie sie in der Gita erscheint, „eine Veranschaulichung der geistigen Quellen und der verborgenen Göttlichkeit des Menschen“. [http://www.amazon.de/Bhagavadgita-Sanskrittext-Einleitung-Radhakrishnan-verglichen/dp/B002HLPD6G/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1459597595&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Bhagavadgita Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada von 1972: Die &amp;quot;Bhagavad-gita Wie Sie Ist&amp;quot; beinhaltet eine Wort-für-Wort Übersetzung und Kommentierung der Bhagavad-gita, dem Gründer der Internationalen Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein (ISKCON).&amp;lt;br&amp;gt;Das von Prabhupada verfasste Werk bietet die originalen Sanskrit-Verse in Devanagari und in einer lateinischen Transliteration. Es folgt eine Wort-für-Wort-Übersetzung und anschließend die Übersetzung des jeweiligen Verses mit Erläuterungen.&amp;lt;br&amp;gt;Die &amp;quot;Bhagavad-gita Wie Sie Ist&amp;quot; ist neben dem Srimad Bhagavatam eine der wichtigsten Schriften der ISKCON und anderer Gaudiya-Vaishnava-Organisationen. Der Autor kommentiert die Bhagavad-gita in der Auslegung der Gaudiya Vaishnavas, des bengalischen Vaishnavatums. Bhaktivedanta Prabhupada, Geb. 1896 in Kalkutta, kam auf Wunsch seines Spirituellen Meisters 1965 mit einem Schiff nach New York, um den Hare Krishna Mahamantra in der westlichen Welt zu verbreiten. Er konnte 1972 sein vollständiges und ungekürztes Manuskript der Bhagavad Gita As It Is bei The Macmillan Company in New York veröffentlichen. Die deutsche Gita Wie Sie Ist ist eine Übersetzung seiner Schüler vom englischen Original und wurde zum ersten mal 1974 herausgegeben. 1981 (die 5. Auflage) wurde eine verbessert-übersetzte Version herausgebracht, und 1983 nochmals nachgedruckt.&amp;lt;br&amp;gt;2012 wurde eine eventuell verfälschend ergänzte weitere Auflage herausgebracht.&lt;br /&gt;
** [http://www.interessantes.at/gita/1983-Bhagavad-gita_Wie_Sie_Ist.pdf Bhagavad Gita Wie Sie Ist von 1983]&lt;br /&gt;
** [http://www.amazon.de/gp/product/9171496513/ref=pd_lpo_sbs_dp_ss_2?pf_rd_p=556245207&amp;amp;pf_rd_s=lpo-top-stripe&amp;amp;pf_rd_t=201&amp;amp;pf_rd_i=3150078741&amp;amp;pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;amp;pf_rd_r=14PP0VCZDB5DPVBYS61W Bhagavad-Gita von A. C. Bhaktivedant Prabhupada von 2012]&lt;br /&gt;
** [http://www.interessantes.at/gita.htm Hintergrund zu Bhagavad Gita Wie Sie Ist]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* Jack Hawley von 2002: Eine moderne Prosa-Fassung Bhagavadgita [http://www.amazon.de/gp/product/3442216079/ref=pd_lpo_sbs_dp_ss_1?pf_rd_p=556245207&amp;amp;pf_rd_s=lpo-top-stripe&amp;amp;pf_rd_t=201&amp;amp;pf_rd_i=3150078741&amp;amp;pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;amp;pf_rd_r=14PP0VCZDB5DPVBYS61W Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Zusatzquellen====&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: The Bhagavadgita: Doctrines and Contexts. Cambridge. 2007. [[Media:Malinar-Bhagavadgita-Doctrines-Contexts-2007.pdf]]&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: Rajavidya: Das königliche Wissen um Herrschaft und Verzicht. Studien zur Bhagavadgita. 1996. [Habilitation. Ausführlicher Grundlagentext mit Kommentierung der Verse und historischem Kontext.]&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: Hinduismus. 2009. [https://www.amazon.de/Hinduismus-Studium-Religionen-Band-3197/dp/3825231976?ie=UTF8&amp;amp;qid=1464725453&amp;amp;ref_=la_B00455RJ00_1_1&amp;amp;s=books&amp;amp;sr=1-1 Amazon]&lt;br /&gt;
* Egbert Richter-Ushanas: Die Philosophie der Bhagavadgita in der indischen Tradition und im Abendland. 2011. [Dissertation] grottenschlecht&lt;br /&gt;
* Swami Chinmayananda: La Bhagavad Gîtâ. Übersetzt ins Französische von Christiane Madeline. Paris. 2012.&lt;br /&gt;
* Michel Hulin &amp;amp; Emile Senart: La Bhagavad-Gita: Suivie du Commentaire de Sankara. Paris. 2010.&lt;br /&gt;
* [[Media:Ahmad-Epic-Counter-Eoic-India-1963.pdf‎]]&lt;br /&gt;
* [http://www.theosophy.de/books/DIE%20BHAGAVAD%20GITA.pdf DIE BHAGAVAD-GÎTÂ auf Basis von Franz Hartann als theosophische Übersetzung von 2008/1922]&lt;br /&gt;
=====Zusatzquellen zum Thema Religion=====&lt;br /&gt;
* [[Media:Religion_und_Evolution-_Strafende_Götter_als_Erfolgsgeheimnis_der_Menschheit_-_SPIEGEL_ONLINE_-_Wissenschaft.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Spektrum_Glaube_als_waffe_im_Kampf_ums_dasein_2009_4_S68.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Purzycki_Moralistic_gods_2016.pdf]]&lt;br /&gt;
* Karl Jaspers: Die maßgebenden Menschen : Sokrates, Buddha, Konfuzius, Jesus. 12. Aufl. 2012.&lt;br /&gt;
* [[Media:Bassuk-Incarnation_in_Hinduism_&amp;amp;_Christianity-1987.pdf]]&lt;br /&gt;
=====Zusatzquellen zu &amp;quot;Indien heute&amp;quot;=====&lt;br /&gt;
* https://www.deutschlandfunkkultur.de/dalit-studenten-in-indien-die-kaste-ist-wichtiger-als-die.979.de.html?dram:article_id=365337&lt;br /&gt;
* http://m.bpb.de/internationales/asien/indien/44581/indien-eine-einfuehrung&lt;br /&gt;
* http://www.suedasien.info/analysen/524.html&lt;br /&gt;
* http://www.suedasien.info/analysen/525.html&lt;br /&gt;
* http://m.bpb.de/apuz/280574/hindu-nationalismus-indien-auf-dem-weg-in-einen-hindu-staat&lt;br /&gt;
* http://m.bpb.de/internationales/asien/indien/44414/kastenwesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
===Kontext===&lt;br /&gt;
====Zusammenfassung Angelika Malinar: Hinduismus. 2009. [https://www.amazon.de/Hinduismus-Studium-Religionen-Band-3197/dp/3825231976?ie=UTF8&amp;amp;qid=1464725453&amp;amp;ref_=la_B00455RJ00_1_1&amp;amp;s=books&amp;amp;sr=1-1 Amazon]====&lt;br /&gt;
=====Teil I Begriff Hinduismus=====&lt;br /&gt;
* Der Hinduismus ist keine einheitliche Religion. Indologen und Religionswissenschaftler verwenden häufig den Begriff Hindu-Traditionen oder Hindu-Religionen. Der Begriff Hinduismus umfasst einen Komplex religiöser Traditionen und gesellschaftlicher Phänomene, die teilweise sehr unterschiedliche sozioökonomische, historische und geographische Bedingungen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das Wort „Hindu“ stammt aus dem Persischen und bezeichnet im Singular den Fluss Indus (der im Sanskrit wiederum Sindhu heißt). Als geographische Bezeichnung kommt dieses Wort somit schon in den altpersischen Inschriften der Achämiden vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mit dem Vordringen der Muslime ab 711/12 n. Chr. wurde die einheimische Bevölkerung Hindus und das Land als „Al Hind“ genannt. Diese aus der Steuerverwaltung entsprungene Bezeichnung wurde von allen nachfolgenden Herrscherdynastien weitergeführt, zuletzt von den Engländern, die die Strukturen der Mogulverwaltung übernahmen. Die Hindu-Identität konstruiert sich damit besonders durch ihr Verhältnis zu den herrschenden Muslimen als Nicht-Muslime.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In der englischen Kolonialzeit entstand die künstliche Unterscheidung zwischen „Inder“ im säkularen und „Hindu“ im religiösen Sinn, im Unterschied zu Muslimen und Christen. Davon abgeleitet entstand „Hinduismus“ als Sammelbegriff für indische Religionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Innerhalb des Hinduismus gibt es monotheistische, dualistische und polytheistische Richtungen, Gottheiten erscheinen als persönliche oder unpersönliche Wesen. Die Hindu-Religionen verfügen weder über ein gemeinsames Glaubensbekenntnis noch über eine zentrale Institution, die Autorität für alle Hindus hätte. Nur einzelne Richtungen gehen auf einen bestimmten Gründer zurück. Die Ausprägung der indischen Philosophie und sogar die Gottesvorstellungen sind in den einzelnen Strömungen sehr verschieden, auch die Ansichten über Leben, Tod und Erlösung (Moksha) stimmen nicht überein. Der Priesterstand kann sowohl dem Brahmanentum als auch niedrigeren Kasten angehören, teilweise besteht er auch aus sogenannten Unberührbaren. Für den persönlichen Glauben haben religiöse Lehrer (Gurus) oft einen großen Stellenwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Auf der zweiten von der Vishva Hindu Parishad organisierten Welt-Hindu-Konferenz von 1979 konnten sich die Vertreter verschiedener hinduistischer Gruppierungen, Kasten oder religiösen Richtungen nicht auf eine gemeinsame Definition einigen. Immerhin entwickelte man einen Sechs-Punkte-Kodex für alle Hindus: Wer Gebete (suryapranama und prarthana) spricht, die Bhagavad Gita liest, eine persönliche Wunschgottheit (Murti, wörtlich „Götterstatue, Bild“) verehrt, die heilige Silbe Om verwendet und das heilige Kraut Tulsi („Indisches Basilikum“) anbaut, der darf sich „Hindu“ nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Teil II Geschichte=====&lt;br /&gt;
* Um 1500 v.Chr. ins Industal einwandernde &amp;quot;vedische&amp;quot; Stämme, die sich selbst als &amp;quot;arya&amp;quot; (&amp;quot;gastfreundlich&amp;quot;, aber auch &amp;quot;Klanmitglied&amp;quot;, dann auch &amp;quot;edel&amp;quot;) bezeichnen, bringen neben Ihrer Sprache, dem Sanskrit, einen religiösen Opferkult mit. Das Sanskrit ist bis heute die Ritualsprache des Hinduismus.  &amp;quot;Veda&amp;quot; bedeutet &amp;quot;Wissen&amp;quot; - jenes um das Opfer und seine kosmoserhaltende Wirkung, ist gleichzeitig die Bezeichnung für die rituellen Textsammlungen.das vedische Pantheon besteht aus einer Vielzahl an Göttern. &lt;br /&gt;
* Ab dem 6. Jh vChr asketische (Gegen- oder Reform-) Bewegungen des Jainismus und des Buddhismus: Die Lehre vom unsterblichen Selbst (atman), dem Kreislauf von Geburt und Tod, der Askese. Eins der äußerlichen Zeichen der Abwendung von der vedischen Praxis ist die Verwendung einer anderen Ritualsprache, nämlich des Prakrit.&lt;br /&gt;
* Ab dem 11. Jh nChr Auseinandersetzung mit dem Islam.&lt;br /&gt;
* 1206 Sultanat von Delhi.&lt;br /&gt;
* 1526 islamische Mogul-Dynastie in ganz Indien.&lt;br /&gt;
* Um 1750 Beginn der Britischen Einflussnahme in Indien, zunächst durch die Ostindien-Kompanie. Nach Aufständen gegen die Kompanie (und die Briten) Auflösung der Kompanie und Übernahme der Herrschaft durch die brit. Krone. Ruinieren bestimmter Handwerkszweige und damit der Sozialstruktur durch wirtschaftliches Agieren der Briten (z.B. Export von Baumwolle, Re-Import brit. Textilien). Zunächst keine Einmischung der Briten in religiöse Fragen. Mit dem Wandel wirtschaftlicher Interessen in die Übernahme von Regierungsverantwortung Notwendigkeit zur Positionierung auch in sozialen oder religiösen Fragen. Was kann man, und was muss man akzeptieren? (Witwenverbrennung pro und contra)&lt;br /&gt;
* 1885 Gründung der Kongress-Partei als Ausdruck eines Bestrebens nach Unabhängigkeit und der Betonung des Wertes der eigenen Kultur. Einer der Parteiführer ist der für Gewaltlosigkeit und passiven Widerstand stehende Mahatma Gandhi. Er sieht die Stellung der Unberührbaren als Makel Indiens, kann sich aber hier nicht zu Konsequenz entscheiden, was viele Unberührbare zum Buddhismus treibt. Ein weiteres Ansinnen Gandhis ist die Aussöhnung zwischen Moslems und Hindus. Ermordung Gandhis 1948.  Unabhängigkeit!  Abschaffung der Unberührbarkeit mit der Verfassung von 1950, gleichwohl nach wie vor gesellschaftliche Realität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Teil III - religiöse Praxis (Seite 127 - 183)=====&lt;br /&gt;
* Es gibt 5 Hauptaufgaben der Gottheiten: Schöpfung, Erhalt und Zerstörung der Welt (i.d.R. Durch Brahma, Visnu und Siva verkörpert und &amp;quot;trimurti&amp;quot; genannt), Sowie (4) Verwirrung der Individuen / Verhüllung der Erkenntnis, Und (5) Enthüllung, Offenbarung, Erlösung.&lt;br /&gt;
* All dies tun sowohl weit verbreitet verehrte Hauptgötter sowie Dorf- und Familiengottheiten&lt;br /&gt;
* Als Hauptgötter gelten Visnu, Krsna, Rama, Siva, Sri Laksmi, Durga, Kali (letztere drei sind weiblich)&lt;br /&gt;
* Visnu ist in vedischen Texten und Epen als mächtiger Gott etabliert. Er schafft, erhält und zerstört (zur Rettung der Ordnung) die Welt. Er erscheint auch in Form von 10 Herabkünften (Avataren) zu denen nach bestimmten Überlieferungen auch Krsna, Rama und Buddha gehören. Seine letzte Verkörperung steht beim Weltenuntergang bevor. Das kann so lange aber nicht mehr dauern: Schließlich gibt es eine Abfolge von 4 Weltaltern, in deren Letzterem (degenerierten) wir und befinden. (ein Viererzyklus dauert 4,32 Millionen Jahre. Das letzte Zeitalter begann nach traditioneller Auffassung mit dem Tode Krsnas 3102 v.Chr.) In der dann folgenden kosmischen Nacht wird Visnu schlafen. Durch seine Kraft genährt wird Brahman die Welt neu erschaffen.&lt;br /&gt;
* Krsna spielt eine zentrale Rolle im Mahabharata-Epos, u.a. der Bhagavadgita. Er ist der Flöte spielende Beschützer der Kühe und Verführer der Hirtinnen. Obwohl er als Visnu-Avatar gilt, und teilweise mit diesem identifiziert wird, ist er doch ein eigenständiger Gott und wir gar als &amp;quot;Der Höchste&amp;quot; verehrt.&lt;br /&gt;
* Rama ist zusammen mit Sita das ideale Ehepaar der indischen Kulturgeschichte (vor allem wohl der duldenden Gattin wegen). Die Fernsehfassung des epischen Textes Ramayana war in den 80er Jahren mit ihren 100 Folgen ein überwältigender Erfolg. Die Wiederkehr von Ramas Herrschaft (Ramaraja) wurde zum politischen Programm Der indischen Unabhängigkeitsbewegung und des Hindu-Fundamentalismus.&lt;br /&gt;
* Siva - als alter Gott keine Visnu-Inkarnation ist der Herr der Nutztiere. Mahesvana (mächtiger Herr) und Mahadeva (Großer Gott) sind ihm beigelegte Eigennahmen. Als einsamer Jäger mit Pfeil und Bogen an den Randzonen der Gesellschaft ist er bedrohlich und mit besonders zerstörerischer Macht ausgestattet. Er ist Asket und Herr des Yoga, aber auch mit hoher sexueller Energie und Macht gesegnet, weshalb sein Zeichen das phallische Emblem &amp;quot;Lingam&amp;quot; ist.&lt;br /&gt;
* Sri Laksmi taucht aus dem Chaos auf und wählt Visnu als kosmischen Herrscher und Gatten. &lt;br /&gt;
* Durga und Kali werden als jeweils singuläre Hauptgöttinnen, teilweise in Assoziation zu Siva (Liebe, Tod, Zerstörung) verehrt.&lt;br /&gt;
* Göttinnen haben grundsätzlich einen ähnlichen &amp;quot;Zuständigkeitsbereich&amp;quot; wie männliche Götter, treten aber auch als Symbolisierungen (Göttin Morgenröte, Göttin Sprache, fast alle Flüsse sind weibliche Gottheiten) auf.&lt;br /&gt;
* Als regionale oder Dorfgottheit wird häufig Siva, seltener Visnu in einer bestimmten regionalen Erscheinung verehrt, aber auch andere Haupt- und Nebengötter, die dann meist als bestimmte Ausprägung der Hauptgötter interpretiert werden. Hier hat auch eine Verschmelzung älterer oder nur regional bekannter Gottheiten mit hinduistischen Hauptgöttern stattgefunden. Man spricht auch von kultureller Sanskritisierurng. &lt;br /&gt;
* Das Vorhandensein von insgesamt über 300 Millionen verehrten Gottheiten kann dazu führen, den Hinduismus als polytheistische Religion zu sehen. Andererseits werden wohl die einzelnen Gottheiten als nur verschiedene Aspekte des einen Göttlichen verstanden. Die &amp;quot;trimurti&amp;quot; bspw. &amp;quot;... Ist kein Polytheismus, sondern ist das Signum der Einheit der göttlichen Zuwendung zur Welt.&amp;quot; (Malinar S. 147)&lt;br /&gt;
* Ort der religiösen Praxis ist der meist vorhandene Hausschrein oder der Dorfschrein, an dem geopfert wird, um die Götter (und Ahnen und Geister...) in ihrem willkürlichen Spiel mit der Welt und dem Menschengeschick milde zu stimmen oder die Ahnen nicht gegen sich aufzubringen. &lt;br /&gt;
* Daneben wird Religiosität in Festen praktiziert, in deren Rahmen u.a. Sänger und Musiker z.T. über mehrere Tage und Nächte religiöse Texte und Epen rezitieren. &lt;br /&gt;
* Ein weiterer Ort religiöser Praxis (und unter Umständen auch Pilgerfahrt) ist der nach symbolischer (u.a. am menschlichen Körper orientierten) Architektur angelegte Tempel. Die Tempel werden von einer i.d.R. Brahmanischen und männlichen Priesterschaft betrieben. Acht Gottesdienste am Tag sind normal. &lt;br /&gt;
* Die Landkarte Indiens als kosmographischer Region ist insgesamt auch als religiös-symbolische Karte, u.a. mit einer nord-südlichen Werteskala, zu lesen.&lt;br /&gt;
* Indien ist &amp;quot;Karmabhurmi&amp;quot;, der Ort des Ansammelns von Verdiensten und damit der Möglichkeit der Erlösung.&lt;br /&gt;
* Indien ist Ort des Dharma, der (richtigen) Ordnung (des Kastenwesens) und der rituellen Reinheit.&lt;br /&gt;
* Essenz des vedischen Wissens ist die Silbe &amp;quot;Om&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Teil 4 Soziale Dimension des Hinduismus=====&lt;br /&gt;
* Zugehörigkeit zum Hinduismus ergibt sich durch Geburt im Kastensystem, wobei dies wiederum nach dem Glauben ein Resultat der Qualität der früheren Lebens ist.&lt;br /&gt;
* Das deutsche Wort Kaste entstammt dem portugiesischen casta - Gruppe/Gattung.&lt;br /&gt;
* Das Kastensystem ist durch religöse Werte strukturiert, dem Grad der &amp;quot;religiösen Reinheit&amp;quot; folgend. &lt;br /&gt;
* Die Kaste gibt dem Einzelnen den primären Referenzrahmen für Religiösität - rituelle Rechte und Pflichten beinhaltend.&lt;br /&gt;
* Religionszugehörigkeit, aber auch Sozialer Status, sind an die Kaste gekoppelt. U.a. Inititationsriten und Lebenszyklusrituale verleihen soziale Rollen und Prestige - der einzelne Mensch wird &amp;quot;sozial positioniert&amp;quot; und kann in &amp;quot;gesellschaftliche Transaktionen eintreten&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* Individuelle Religiösität ist aber möglich. Es gibt religiöse Praktiken ausserhalb der Vorgaben einer Kaste (z.B. Verehrung von Herzensgottheiten). Grundsätzlich soll jeder Einzelne zwecks Vorbereitung seines nächsten Lebens, &amp;quot;das beste aus seinen Möglichkeiten machen&amp;quot;, dies gilt auch innerhalb seiner Kaste.&lt;br /&gt;
* Ausschluss aus einer Kaste ist durch Vergehen, Entsagung oder Initiierung in einer anderen Gemeinschaft möglich.&lt;br /&gt;
* Die Konversion in den Hinduismus ist nicht möglich.&lt;br /&gt;
* Kastenhierarchien sind lokal unterschiedlich und umkämpft und die Attraktivität der unterschiedlichen religiösen Gemeinschaften liegt in der Möglichkeit zu alternativen Rechten und Positionen. Desweiteren kann das Karma reduziert oder aufgehoben werden (scheint so eine Ablassoption zu sein).&lt;br /&gt;
* Grundsätzlich existieren vier Kasten in hierarchischer Anordnung: Bramanen (Priester und Gelehrte -&amp;gt; Mund), Ksatriya (Krieger, Aristokraten und Landbesitzer -&amp;gt; Arme), Vaisya (Händler, Geschäftsleute und Handwerker -&amp;gt; Beine), Sudras (Diener, Tagelöhner -&amp;gt; Füsse).&lt;br /&gt;
* Die obersten drei Kasten agieren freier miteinander (Heirat, Essen), bzw. zwischen Ihnen besteht eine Hieraechie relativer Reinheit.&lt;br /&gt;
* Die Priester nehmen aber eindeutig die Spitze der Hierarchie ein und repräsentieren die höchsten Werte und Normen und auch eine Relativierung des sozialen Machtstrebens (Prestige und auch Besitz) der darunter liegenden Kasten.&lt;br /&gt;
* Die Sudras haben keine rituellen Rechte und dürfen die vedischen Texte nicht studieren. Sie haben kein Recht zur zweiten Geburt (Heiratsritual) und sind nur mit der Unreinheit der darüber liegenden Kaste beschäftigt.&lt;br /&gt;
* Ausserhalb der Kastenzugehörigkeit existieren die &amp;quot;Unberührbaren&amp;quot; Gruppen (obgleich durch die indische Verfassung abgeschafft), die sich ursprünglich um Müll, Fäkalien und leichen kümmern. Diese Gruppen entwickelen zum Teil eine eigene religiöse Identität (z.B. als Ur Hindus, die ehemals ausgeschlossen wurden). Der politische Versuch ihrer Integration und Aktivierung für weitere Berufe scheiterte an ihrer Zersplittertheit, wobei weiterhin staatliche Fördermassnahmen bestehen.  &lt;br /&gt;
* Häufig findet sich keine reine Vier-Kasten-Gesellschaft, sondern eine Vielzahl von Geburtsgruppen (jati), auch Subkasten genannt, die zusammen mit der Herkunftsregion zur Identität einer Person beitragen.&lt;br /&gt;
* Die sozialen und rituellen Normen (auch Regeln für die Ordnung - des Dharma) sind in Rechtstexten behandelt - je nach Kaste (Varna) und Lebensphase (Asrama).&lt;br /&gt;
* Das Asrama ist unterteilt in brahmacarin (Student), grhasthin (Haushälter), Vanaprastha (Waldeinsidler), Samnyasin (einer der allem entsagt). &lt;br /&gt;
* Die Regeln der Ordnung (Dharma) bestehen aus den Zusammenhang der Gesetzte, die die natürliche Lebensgrundlage leistet, der Svaddharma - Vorschriften und Gesetze für die soziale Position, dem Dharma für die Rechtsordnung.&lt;br /&gt;
* Die Dharmavorschriften richten sich desweiteren auch nach vier grundsätzlichen Lebenszielen: Dharma, Artha (materielle Sicherung), käma (Befriedigung sinnlicher/sexueller Bedürfnisse, moksa (Streben nach Erlösung).&lt;br /&gt;
* Sozialle und religiöse Praktiken sind stark mit der Idee von Reinheit und Unreinheit (z.B. bezüglich Substanzen wie Essensresten, Tod, Gesetzesverstösse) verknüpft.&lt;br /&gt;
* Reinigungsriten als auch Reinigungsmittel spielen eine grosse Rolle. Mit Reinheit ist auch eine Eignung für etwas gemeint.&lt;br /&gt;
* Je höher die Fähigkeit zur Reinigung desto höher der soziale Status. &lt;br /&gt;
* Das Konzept der Reinheit wird auch beim Speisen angewendet und es gibt viele Regeln zur Frage, wer bei wem essen darf und in welcher Ordnung dies geschieht.&lt;br /&gt;
* Reinheit kann auch metaphysisch bezogen sein auf die &amp;quot;Reinheit des unsterblichen Selbst&amp;quot; und die &amp;quot;Unreinheit der Welt&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* Die Unreinheit, die durch den Kontakt des Selbst mit dem Körper entsteht, kann ausgemerzt werden durch Yogasutra. Die Reinigungsbemühungen haben als Mittelpunkt: Unwissenheit, Egoismus, Leidenschaft, Hass, und Liebe zum Leben.&lt;br /&gt;
* Asketische Konzepte unterstützen die Reinigung (sattva-Diät).&lt;br /&gt;
* Neben der Geburt bestimmen 16 Lebenszyklusrituale (Samkaras) den sozialen Status (Zeugung, Ritual für einen männlichen Fötus, Haarscheitel ziehen, Geburt, Namensgebung, Erstes Verlassen des Hauses, Erster Verzehr von Nahrung, Erstes Haare schneiden, Durchstechen des Ohrläppchenns, Erstes Lernen - zweite Geburt, Schülerinititiation, Vedastadium, Erste Rasur, Ende des Studiums, Hochzeit, Tod): Samkaras dienen als &amp;quot;Perfektionierungen&amp;quot;. Zu den Samkaras gehören auch häusliche Rituale (Opferformeln), die vom brahmanischen Hauspriester durchgeführt werden.&lt;br /&gt;
* Samkaras gelten als eine wichtige Gemeinsamkeit aller Hindus.&lt;br /&gt;
* Die Rituale unterscheiden sich stark zwischen den Kasten (zweite Geburt nur bei den drei oberen Kasten) und zwischen den Geschlechtern.&lt;br /&gt;
* Viele Rituale dienen dem Aspekt der Lehrsamkeit.&lt;br /&gt;
* Die Hochzeit (Erhebung in den Haushäterstatus und Bildung eines ökonomischen Zentrums bis zur Geburt der Enkel) eröffnet den Raum zur Verwirklichung der sozialen Aufgaben - erst danach wird man zum vollwertigen Mitglied der Gesellschaft.&lt;br /&gt;
* Stabilität und Wohlergehen der Großfamilie stehen im Zentrum der Ehe, nicht Zuneigung und Gefühle. Allianzbeziegungen und Heiratsarrangements im Rahmen bestimmter Regeln bezüglich der Stellung im Kastensystem sind wie Brautpreise und Mitgiften üblich. Zur Schau getragene Intimiät und selbst Gespräche zwischen Ehepartnern in der Öffentlichkeit sind verpöhnt.&lt;br /&gt;
* Als alternativer Lebensweg zu Hochzeit ist die Wahl eines Asketenlebens möglich (möglichst vor einer Hochzeit aber auch in Ausnahmen im Sinne einer Scheidung nach der Eheschliessung).&lt;br /&gt;
* Das Totenritual ist wichtig, damit der Verwandte nicht zum feindlichen Geist wird. Der Tote wird verbrantt, sein Schädel gespalten, die Asche dann in einer Urne verwahrt oder in einen Fluss gestreut. Dem Toten hat nun auh Anrecht auf Opferung und seine individuelle Eistenz wird so in eine sozio-kosmische Ordnung eingebettet.&lt;br /&gt;
* Die Erfüllung des individuellen Lebens besteht in der Übernahme von sozialen Aufgaben.&lt;br /&gt;
* Frauen in höheren Kasten hatten geringe ökonomische Unabhängigkeit. Männer sollen Frauen kontrollieren und eingrenzen - am besten durch die Ehe.&lt;br /&gt;
* Hauptpflicht der Frau ist der Dienst für den Ehemann und als Hüterin der Familie und des Haushalts.&lt;br /&gt;
* Frauen haben keine Studienzeit und kein upanaya Ritual (wichtiges Ritual während des Studiums - Studium im Sinne religiöser Ritualle).&lt;br /&gt;
* Frauen die beim Tod des Ehemannes auch freiwillig in den Tod gehen, werden geehrt.&lt;br /&gt;
* Wie bei Männern ist es auch Frauen trotz aller Vorbsteimmtheit möglich, Verwirklichung in vielen verschiedenen religiösen Gemeinschaften zu erreichen.&lt;br /&gt;
* Erst mit der Geburt von Kindern erhöht sich die Stellung der Frau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Teil 5 Institutionen und organisatorische Strukturen=====&lt;br /&gt;
* keine zentrale Instanz&lt;br /&gt;
* Gemeinsame Rituale in Bezug auf dharma, karman oder Erlösung&lt;br /&gt;
* Sprache, sozialer Kontext und relgiöse Kultur der Herkunftsregion als wesentlicher Rahmen&lt;br /&gt;
* Tempel, Klöster, religiöse Gemeinschaften, Orden und Gurus ergeben und unterstützen religiöse Beziehungen&lt;br /&gt;
* Tempel&lt;br /&gt;
** auch ökonomische und soziale Zentren mit grossen Ländereien&lt;br /&gt;
** die Tempelgemeinschaften sind durch die weltliche Macht unterstützt (z.B. Steuerprivilegien)&lt;br /&gt;
** 1976 kam es zur vollständigen Enteignung der Tempel und zur Unterstellung in staatliche Kontrollstrukturen&lt;br /&gt;
*** Seitdem entwickelt sich auch privates Sposorentum (Versuch der Unabhängigkeit vom Staat)&lt;br /&gt;
* Klöster (matha) und religiöse Zentren (Asrama)&lt;br /&gt;
** dienen manchmal als Residenz von einem bedeutenden Lehrer&lt;br /&gt;
** Asrama historisch oft auch asketische Einsidelein&lt;br /&gt;
** Matha sind meist verbunden mit einem Tempel&lt;br /&gt;
** Dienen neben dem religiösen Zentren auch für Handel, Ausbildung, Gesundheitsversorgung, Rekrutierung im Kriegsfall und als militärisches Trainingszentrum&lt;br /&gt;
* religiöse Gemeinschaften (Sampradaya)&lt;br /&gt;
** dienen eher der Überlieferung religiöser Tradition als der Abwandlung einer zentralen Orthodoxie&lt;br /&gt;
** die Mitgliedschaft in einer Sampadaya steht nicht zwingend im Widerspruch zu eigentlichen durch Lebenszeitrituale verfestigten Identität&lt;br /&gt;
** werden oft durch charismatische Stifter ins Leben gerufen&lt;br /&gt;
** die Aufnahme in eine solche Gemeinschaft ist meist allen offen, Initiationsriten werden bei der Aufnahme durchlaufen&lt;br /&gt;
** Kleidung, Körperbemalung, Brandmarkungen, Stirnzeichnungen, Halsketten zur Murmelzitation und Mantras (Formeln zum Gottesanruf) bzw. andere kanonische Texte (Offenbarungstexte, Ritualhandbücher, Biographien des Stifters und weiteres) spezifizieren die Mitgliedschaft in einer solchen Gemeinschaft&lt;br /&gt;
** Die dezentrale Organistationstruktur besteht auch auf der Ebene der Religionsgemeinschaften und sorgt so umsomehr für die religiöse Fragmentierung in Indien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Teil 6 Konzepte=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Einbettung in indische Geschichte====&lt;br /&gt;
====Hinduismus vs. Buddhismus====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Hinduismus vs. Christentum / Avatare vs Inkaranation====&lt;br /&gt;
siehe [[Media:Bassuk-Incarnation_in_Hinduism_&amp;amp;_Christianity-1987.pdf]] ([[Media:Bassuk-Incarnation_in_Hinduism_&amp;amp;_Christianity-1987_Intro_anmd_epilopg_tranlated_DE.pdf|Intro und Epilogue automatisiert ins Deutsche übersetzt]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
siehe auch Thesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Avatare vs. Jesus&lt;br /&gt;
** Avatare sind wie Jesus als eine Verbindung zu Gott zu verstehen&lt;br /&gt;
*** In beiden Religionenn gibt es in mehreren Hierachiestufen Annäherungsoptionen für Menschen um Gott näher zu kommen (Man-God) - z.B. Heilige, Selige bei Christen, in Hinduismus stärker differenziert in 6 Stufen&lt;br /&gt;
** Gottes Annäherung an den Menschen (God-Man), sein Sein, sein Mythos manifestiert bzw. inkarniert wiederum auch im Hinduismus in mehreren Avatarstufen, ähnlich wie Jesus sich bei den Christen manifestiert hat.&lt;br /&gt;
*** &amp;quot;Ein Jesus vs viele Avatare&amp;quot; - Jesus inkarnierte nur einmal, in mystischer Art und Weise (er könnte letztlich nicht getötet werden und fuhr wieder auf in den Himmel), dieser Mythos wird aber fortwährend genutzt, so wie Avatare sich auch fortwährend auch zeigen&lt;br /&gt;
*** Die Annäherung/Sichtbarwerdung Gotts an den Menschen durch die &amp;quot;Fleischwerdung&amp;quot; Jesu und die &amp;quot;Herabsteigung&amp;quot; der Avatare wie Krishna sind in den Urtexten (Altes Testament/Veden) nicht vorhanen. Das Konzept wurde erst später (vermeintlich in Glaubenskrisen - Antrennung buddhistischer Lehre, Krise des Judentums im römischen Reich um Christigeburt oder auch Hunderte Jahre später, als die Geschichte Jesu retrospektiv entstand) in die kanonischen Texte eingewebt (die Gita ist die Ersterwähnung des Avatarkonzepts).&lt;br /&gt;
* Werte&lt;br /&gt;
** der Moralkodex, der sich im Christentum (Nächstenliebe, Mitwirken an Gesellschaft mittels individueller Verantwortung) entwickelt hat, ist ein anderer als im Hinduismus (übergeordente Herschaftsebenen vor den individuellen familiären, akzeptiere die Strukturen, unterstütze die Ordnung)&lt;br /&gt;
* Struktur&lt;br /&gt;
** Hinduismus ist geprägt durch eine stark differenzierte Struktur (Kasten, Avatarvarianten, Priester-ebenen), die den Menschen mehr Halt gibt, die Gesellschaft stabilisiert, weniger Notwendigkeit für die individuelle Entscheidung erfordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Tobias]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Körperliche Präsenz &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* a. Jesus kommt als verletzlicher Mensch auf die Welt, Avatare scheinen unnahbar, mächtig und autoritär, ihr Körper scheint nur der Kommunikation zu dienen, spielt sonst keine Rolle.&lt;br /&gt;
* b. Jesus kommt nur als Mensch in der Welt vor, Avatare können potentiell in allem erscheinen (Nähe zu schamanistischen und animistischen Traditionen).&lt;br /&gt;
* c. Jesus kommt einmal auf die Welt, um letztlich von Menschen getötet zu werden, sein Tod ist wesentlicher Teil seiner Inkarnation.  Seine Auferstehtung vollzieht sich als kurze Präsenz, seine Nicht-Wiederkehr ist definitiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Inkarnation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* a. In der christlichen Konstruktion ist Jesusʼ Inkarnation eine Anomalie und zugleich zentrales Dogma der Schöpfung selbst (trinitarisches Konzept: Vater, Sohn, Heiliger Geist). [Engel scheinen hier ein Problem darzustellen: es sind keine Inkarnationen, und scheinen doch welche.]&lt;br /&gt;
* b. Avatare kommen und gehen, es gibt viele in verschiedenster Form, und Brahman verfügt hierfür über eine besondere Fähigkeit: maya, die Fähigkeit, das Unmögliche wirklich werden zu lassen. [genau diese Fähigkeit kann für Descartes Gott nicht zukommen: Rationalisierung wird zum Gegenspieler der Inkarnations-These]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Heilsversprechung und Rektifizierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* a. Jesus hat auf der Erde keine Macht, er verspricht nur zukünftiges Heil (spätestens nach dem Ende der Welt).&lt;br /&gt;
* b. Avatare richten vor Ort, Jesus verspricht Heil. Daher muss Jesus nur einmal kommen, Avatare aber immer dann, wenn etwas schief läuft (zumindest im größeren Rahmen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Gottähnlichkeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* a. In der protestantischen Konstruktion werden Menschen Gott nicht ähnlich, sondern verdienen sich ihre Erlösung, Gott ist gnädig, aber unnahbar, tendenziell in Richtung jüdischer und islamischer Perspektiven: das Verständnis der Ordnung der physischen Welt trägt nicht zum Verständnis Gottes bei. Genau daher wird Aufklärung zum Problem, weil unter anderem Naturgesetze Ordnung ohne Gott erklären. Weltverständnis führt zum Konflikt.&lt;br /&gt;
* b. Im Hinduismus geht es beständig um stufenweise, reziproke Ähnlichkeitsverhältnisse, analog zu einer spinozistischen Gott-oder-Natur-Konzeption (Fahrstuhl-Logik). Erleuchtung als Erlösung wird nicht von einem gnädigen Gott gewährt, sondern kann selbst durch verschiedene Formen des yoga erworben werden (führt zum Sprung Buddhas in das Nirvana). Zum Prozess der Erleuchtung-Erlösung gehört ein Verständnis der Weltstruktur und des Zusammenhangs sowie der hierarchischen Ordnung aller Wesen. Rationalisierung ist Gotteserkenntnis ist Welterkenntnis.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Bhagavad-gita/Mahabharata&amp;diff=737</id>
		<title>Bhagavad-gita/Mahabharata</title>
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		<updated>2016-06-05T15:21:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* Zusatzquellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 6. April 2016 - 20:30 bei Tobias: Anbahnung des neuen Themas, Bestimmung der Lektüre und Kontextthemen&lt;br /&gt;
* 25.Mai 2016 - bei Andreas: Einleitung von S. Radhakrishnan von 1958&lt;br /&gt;
* 8.Juli 2016 - bei Tiemo: Kontextthemen aus &amp;quot;Hinduismus&amp;quot; von Malinar 2009 (Matthias -&amp;gt; Geschichte; Andreas -&amp;gt; Religiöse Praxis; Tiemo -&amp;gt; Soziale Dimension; Tobias -&amp;gt; Konzepte)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
===Mahabharata===&lt;br /&gt;
Das Mahabharata (Sanskrit, महाभारत, n., mahābhārata „die große Geschichte der Bharatas“) ist das bekannteste indische Epos. Man nimmt an, dass es erstmals zwischen 400 v. Chr. bis 400 n. Chr. niedergeschrieben wurde, aber auf älteren Traditionen beruht (bis zu 7000 v. Chr.). Es umfasst etwa 100.000 Doppelverse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große indische Dichter, wie z. B. Kalidasa, haben immer wieder auf das Mahabharata sowie auf das Ramayana, das zweite große Volksepos Indiens, zurückgegriffen. Die Epen bilden zusammen mit den Puranas und anderen Werken als Bestandteile der Smritis den Kern der hinduistischen Überlieferung. Den bedeutendsten philosophischen Text des Mahabharata, die Bhagavadgita, zählt man oft zu den Shrutis, den Offenbarungsschriften. Zusammen mit dem tibetischen Epos des Königs Gesar gehört das Mahabharata zu den umfangreichsten literarischen Werken der Welt.&lt;br /&gt;
Das Werk ist eines der wichtigsten Dharma-Bücher und darum für Hindus ein wichtiger Leitfaden. Es schneidet alle Aspekte hinduistischer Ethik an, weist einerseits orthodoxe Äußerungen auf, etwa über die Aufgaben der Kasten und Frauenpflichten, dann wiederum erhebt es an vielen Stellen heftigen Protest dagegen.&lt;br /&gt;
Mit seiner großen Anzahl an Geschichten und Motiven sowie seinen unzähligen religiösen und philosophischen Parabeln wird die Bedeutung des Epos am besten mit dem Satz aus dem ersten Buch zusammengefasst: „Was hier gefunden wird, kann woanders auch gefunden werden. Was hier nicht gefunden werden kann, kann nirgends gefunden werden.“&lt;br /&gt;
Das Mahabharata ist sowohl Heldenepos als auch ein bedeutendes religiöses und philosophisches Werk, dessen Ursprung möglicherweise in vedischer Zeit liegt. Traditionell wird der mythische Weise Vyasa als Autor angenommen, der in der Geschichte selbst eine Rolle spielt. Der Legende nach soll er es komponiert und dem elefantenköpfigen Gott Ganesha diktiert haben. Im Laufe der Jahrhunderte kam es immer wieder zu Veränderungen und Weiterentwicklungen des Werks, denn vieles wurde lange Zeit nur mündlich überliefert. Es besteht aus vielen Schichten, die sich im Laufe der Zeit anlagerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mahabharata ist in achtzehn Kapitel und eine Appendix unterteilt und enthält neben der Hauptgeschichte hunderte von Nebengeschichten und kleinere Episoden. Grundsätzlich beschäftigt sich das umfangreiche Epos mit allen Themen, die im Hinduismus wichtig sind: mit dem Leben der Geschöpfe, mit Tod und Wiedergeburt, mit Karma und Dharma (Rechtschaffenheit), beschreibt Glück und Leid, die Ergebnisse der guten und der schlechten Taten, das Opfer, sowie die verschiedenen Zeitalter, es beschäftigt sich mit den Göttern und überliefert uralte Hymnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rahmenhandlung beschreibt den Kampf der Kauravas mit den Pandavas, zweier verwandter Fürstenfamilien, auf dem Schlachtfeld in Kurukshetra (nördlich von Delhi). Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich im Kern um ein historisches Geschehen handelt, für viele Inder sind die Begebenheiten Tatsache. Der Kampf wird als schrecklicher Bruderkrieg dargestellt, bei dem viele Menschen starben. Er bildet auch den dramaturgischen Hintergrund der Bhagavad-Gita (Gesang Gottes), in der es um philosophisch-religiöse Inhalte geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hauptgeschichte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Fürst aus dem alt-indischen Herrschergeschlecht der Bharatas hatte drei Söhne: Dhritarashtra, Pandu und Vidura. Der älteste, der blinde Dhritarashtra, konnte wegen seiner Blindheit den Thron nicht besteigen. Trotzdem übertrug der regierende Pandu nach einiger Zeit den Thron seinem blinden Bruder und zog sich mit seinen beiden Frauen Kunti und Madri in die Wälder zurück. Dort wurden ihm, bevor er starb, fünf Söhne geboren, die Pandavas (Söhne von Pandu): Yudhishthira, Bhima, Arjuna, sowie die Zwillinge Nakula und Sahadava. Der regierende blinde König Dhritarashtra hatte einhundert Söhne, die Kauravas (benannt nach dem Urahn Kuru), von denen der älteste, Duryodhana, zum Hauptgegenspieler der Pandavas wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Haupterzählstrang des Mahabharata beschäftigt sich mit dem Konflikt zwischen diesen beiden verwandten Familien und ihren Verbündeten. Die Kauravas unter Führung von Duryodhana versuchen immer wieder, ihre Cousins – die Pandava-Brüder – zu beseitigen, um ihren eigenen Anspruch auf den Thron zu sichern. Aber die Pandavas können entkommen und streifen einige Jahre zusammen mit ihrer Mutter Kunti als Asketen verkleidet umher. Am Ende dieser Zeit gewinnt Arjuna die Hand der Prinzessin Draupadi auf ihrer Gattenwahl. Doch aufgrund ihres vorbestimmten Schicksals und durch ein Missverständnis von Kunti wird sie zur Ehefrau aller fünf Pandavas. Denn als die fünf Brüder zu ihrer Mutter Kunti nach Hause kamen, meinte diese, ohne aufzuschauen und ohne die neue Schwiegertochter bemerkt zu haben, sie sollten untereinander alles teilen, was sie mitgebracht hätten. Da einem Befehl der Mutter nicht widersprochen werden durfte, heiratete Draupadi alle fünf Söhne, obwohl dies nicht Sitte war, und trotz der Bedenken des regierenden Königs Dhritarashtra.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weiteren Verlauf der Geschichte besitzen die Pandavas und die Kauravas je ein Königreich, damit der Frieden gesichert werden kann. Aber die Kauravas organisieren ein Würfelspiel, in dem die Pandavas ihr gesamtes Königreich verlieren. Schließlich müssen die Pandavas zwölf Jahre lang im Exil leben und sich dann im dreizehnten Jahr unerkannt in der Gesellschaft aufhalten. Doch selbst nach diesen dreizehn Jahren verweigern die Kauravas unter der Führung von Duryodhana die Rechte der Pandavas, wobei sich auch der regierende blinde König Dhritarashtra mit seinem Beraterstab auf die Seite seiner Söhne stellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es zum großen Krieg, bei dem elf Stämme auf der Seite der Kauravas gegen sieben auf der Seite der Pandavas kämpfen. Auch der mit beiden Familien verwandte König Krishna, von dem es heißt, dass er ein Avatar des Gottes Vishnu sei, beteiligt sich als Wagenlenker des Pandava Arjuna an der Auseinandersetzung. Vor Beginn der großen Schlacht vermittelt Krishna ihm die Lehren der Bhagavad-Gita. Schließlich, nach unsäglichem Leid auf beiden Seiten, gewinnen die Pandavas und führen ihr Volk in eine glückliche Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Jahren gehen die Pandava-Brüder mit ihrer Frau Draupadi auf eine Pilgerreise in den Himalaya. Bis auf Yudhishthira sterben unterwegs nacheinander alle. Ihm schließt sich ein Hund an, der ihm bis zum Himmelstor folgt. Nun wird der Pandava geprüft und er muss seine Lieben unter Qualen in der Hölle finden. Doch als sich herausstellt, dass Yudhisthira eher bei seiner Frau, seinen Brüdern und dem Hund bleiben will, als ohne diese die himmlische Herrlichkeit zu genießen, fällt sein menschlicher Körper endgültig von ihm ab und er erkennt, dass alles ein Trugbild zu seiner Prüfung war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bhagavad-gita===&lt;br /&gt;
====Basisinformation====&lt;br /&gt;
Ein Teil des Epos Mahabharata - Die Bhagavad Gita (gītā – Lied, Gedicht; bhagavan – der Erhabene, Gott; „der Gesang des Erhabenen“), verkürzt auch nur Gita, ist eine der zentralen Schriften des Hinduismus. Sie hat die Form eines spirituellen Gedichts. Der vermutlich zwischen dem fünften und dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert entstandene Text ist eine Zusammenführung mehrerer verschiedener Denkschulen des damaligen Indien auf Grundlage der Veden, der Upanishaden, des orthodoxen Brahmanismus, des Yoga und weitere, steht aber den Upanishaden gedanklich am nächsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lehren der Bhagavad-Gita sind eingebettet in einen umfangreichen episch-dramatischen Kontext, in das Epos Mahabharata („die große Geschichte der Bharatas“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es handelt sich um eine Selbstoffenbarung Krishnas, der sich vor Beginn eines großen Krieges, welchen das Mahabharata ausführlich beschreibt, auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra dem Fürsten Arjuna als göttliches oder kosmisches Selbst zu erkennen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krishna (wörtlich „der Schwarze“) ist eine hinduistische Form des Göttlichen und wird meist als der achte Avatara von Vishnu verehrt. Für seine Anhänger ist er die Inkarnation des Höchsten. Krishna kommt in der Bhagavadgita, je nach Kontext, unterschiedliche Bedeutung zu: Einmal wird er als das kosmische Selbst angesehen, das alles Lebende durchdringt; ein anderer Aspekt ist die Bedeutung als innere Göttlichkeit, die eine Reflexion des kosmischen Selbstes in jedem Lebewesen ist. Eine dritte Funktion ist die des spirituellen Lehrers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entsprechend der hinduistischen Mythologie leben wir jetzt im Kali-Yuga, dem „dunklen, schwarzen Zeitalter“, das nach Krishnas Tod begann (3102 v. Chr.). Von Krishna heißt es, er sei gekommen, um den Menschen jene ethischen und philosophischen Unterweisungen zu geben, die für die Zeit dieses Yuga notwendig seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich es einen historischen Hintergrund für die Ghita gibt, ist der Text nicht als geschichtlich zu betrachten. Viele Hindus sehen ihn als Allegorie. Eine mögliche und weit verbreitete Sichtweise ist, dass es sich um ein Zwiegespräch handelt zwischen der inneren Göttlichkeit, verkörpert durch Krishna, und der menschlichen Seele, die Arjuna darstellt: das Schlachtfeld sei das Leben, und die feindlichen Heerscharen, gegen die Arjuna antreten muss, verkörperten die menschlichen Schwächen, die besiegt und überwunden werden müssten. Neben dieser sich auf das Individuum beziehenden Deutung ist es möglich, der Bhagavadgita eine Deutung zu geben, die sich auf die Menschheit als Ganzes bezieht. In dieser evolutionären Anschauung ist die Schlacht ein Aufeinandertreffen der asurischen, egoistischen Kräfte mit denen der göttlichen Ordnung. Arjuna und seine Mitstreiter werden in diesem Bemühen von Krishna, dem Avatar, angeführt und unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Inhalt====&lt;br /&gt;
Die Söhne des Fürsten Pandu werden von ihrem Onkel Dhritarashtra aus dem Stamm der Kurus und von dessen Söhnen um ihren rechtmäßigen Thronanspruch betrogen und immer wieder Verfolgungen ausgesetzt. Schließlich kommt es auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra, der „Stätte der Kurus“, zu einer großen Schlacht. Arjuna, der dritte der Söhne des Pandu, befindet sich in einem persönlichen Konflikt zwischen der Zuneigung zu seinen Verwandten auf der Gegenseite und seiner Pflicht als Fürst und dem rechtmäßigen Anspruch seiner Familie auf Land und Thron. Er ist „von Furcht überwältigt“ und weigert sich zu kämpfen. Auf seinem Streitwagen (sanskrit: Ratha) befindet sich Krishna als Wagenlenker. Dieser versucht Arjuna durch religiös-philosophische Unterweisung aus seinem Zwiespalt zu befreien und zum Kampf zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Formale Aspekte ====&lt;br /&gt;
Sie besteht aus 700 Strophen, die auf 18 Gesänge bzw. Kapitel verteilt sind. Die Gita umfasst die Gesänge 25 bis 42 des 6. Buches der Mahabharata.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der größte Teil des Werkes besteht aus zwei Verszeilen, die aufeinanderbezogen sind. Jede Verszeile setzt sich aus zwei achtsilbigen Reihen zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel (1. Gesang, Vers 47):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
evam uktvārjunaḥ saṅkhye (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rathopastha upāviśat, (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
visṛjya sa śaraṁ cāpaṁ, (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
śokasaṁvignamānasaḥ. (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Arjuna sank leiderfüllt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf seines Wagens Sitz zurück,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bogen glitt ihm aus der Hand,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Gram umflorte seinen Blick.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Strophen wird von diesem Metrum ohne erkennbaren Grund abgewichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Bedeutung im Hinduismus====&lt;br /&gt;
Hindus betrachten die Lehren der Bhagavad-Gita traditionell als Quintessenz der Veden. Beim Studium ergeben sich oft scheinbare Widersprüche: Während einige Stellen anscheinend einen Dualismus lehren – die Zweiheit von Natur und Geist, von Gott und Mensch –, lehren andere die Einheit. Durch diese unterschiedlichen Auslegungsmöglichkeiten ist das Gedicht Mittelpunkt für die verschiedensten Glaubensrichtungen.&lt;br /&gt;
Die achtzehn Kapitel des Epos haben das gesamte indische Geistesleben beeinflusst. Kein Text der Hinduliteratur wird so viel gelesen, so oft auswendig gelernt und so häufig zitiert, wie diese Verse. Viele Hindus ziehen das Buch als wichtigen Ratgeber heran, und auch für Mahatma Gandhi war es von erheblicher Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Versionsgeschichte und Übersetzungen====&lt;br /&gt;
Traditionell gehören Übersetzer Kommentatoren einer spirituellen Tradition oder Schule und bestimmten Gurulinien an, die jede für sich beanspruchen, am zuverlässigsten den Originaltext wiederzugeben. Die verschiedenen Übersetzer und Kommentatoren haben bisweilen auch weit voneinander abweichende Ansichten über die Bedeutung bestimmter Sanskritwörter und Ausdrücke. Dies führt dazu, dass Interpretationen ganzer Abschnitte in den Literaturwissenschaften des Westens oft mit den traditionellen Ansichten nicht übereinstimmen. Nach Aussage des Indologen Helmut von Glasenapp lässt sich auch die Treffsicherheit des Ausdrucks und der Hauch des Weihevollen, die dem Urtext eigen sind, nicht voll übertragen. Eine weitere Schwierigkeit besteht bei der Übersetzung darin, dem Original treu zu bleiben und dennoch Metrum und Reim zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der älteste und zugleich einflussreichste indische Version  des Mittelalters stammt von Shankara, dem bedeutendsten Philosophen der Vedanta-Schule des Advaita-Vedanta (Nicht-Dualität). Nach ihm weisen auch die Lehren der Gita auf die Erkenntnis einer sich als pure Erscheinung (Maya) manifestierenden, differenzierten Wirklichkeit sinnlicher und gedanklicher Erfahrung. Anderer Ansicht ist dagegen Ramanuja, der im elften Jahrhundert lebte und lehrte, dass die erfahrbare Welt keine Täuschung oder Illusion, sondern in all in ihrer Vielfalt real ist, diese Realität gleichwohl aber vom Allerhöchsten abhänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein persischer Universalgelehrter hat sich mitder Ghita um 1000 in einem berühmten Buch über Indien, dem Kitab-al-Hind, beschäftigt. Um 1600 wurde das Werk in persische Prosa übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1785 kam die Bhagavad Gita, durch den Orientalisten Charles Wilkins übersetzt, nach Europa. August Wilhelm Schlegel, der Inhaber des ersten Lehrstuhls für Indologie in Deutschland an der Universität Bonn, ließ die ersten Sanskrit-Texte 1823 in Europa mit einer lateinischen Übersetzung zu drucken. Sie fand begeisterte Aufnahme, und viele zeitgenössische Gelehrte verbreiteten sie unter ihren Schülern. Wilhelm von Humboldt schrieb 1825 bis 1826 zwei Abhandlungen darüber in den Schriften der Berliner Akademie. Er bezeichnete die Bhagavad Gita als „… das schönste, ja vielleicht das einzig wahrhafte philosophische Gedicht, das alle uns bekannten Literaturen aufzuweisen haben“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavad-Gita wurde in Versform unter anderem von Robert Boxberger (1870), Franz Hartmann (1904) Theodor Springmann (1920), und Leopold von Schroeder (1937) (ins Deutsche) und von Friedrich Rückert (ins Lateinische) übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den zahlreichen Prosa-Übersetzungen diejenigen von Richard Garbe (1905), Paul Deussen (1906) und Rudolf Otto (1935) von besonderem wissenschaftlichen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert wurden Kommentare von den Großen der indischen Unabhängigkeitsbewegung Bal Gangadhar Tilak , Mahatma Gandhi und Sri Aurobindo geschrieben. Andere moderne Kommentatoren waren Swami Vivekananda und Sarvepalli Radhakrishnan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltweit verbreitet ist heute die Übersetzung und Kommentierung Bhagavad-gītā, wie sie ist des ISKCON („Hare Krishna“)-Begründers Prabhupada, derdie Lehren im Lichte des monotheistischen Gaudiya Vaishnavatums betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
====Die Einleitung====&lt;br /&gt;
	1. Die Bedeutung der ganzen Ghita&lt;br /&gt;
	2. Alter und Text&lt;br /&gt;
	3. Hauptkommentatoren&lt;br /&gt;
	4. Letzte Realität&lt;br /&gt;
	5. Krisna&lt;br /&gt;
	6. Zustand der Welt - die Formung Maya&lt;br /&gt;
	7. Die Einzelseele&lt;br /&gt;
	8. Yoga satra die Erziehung&lt;br /&gt;
	9. Jnana oder das erlösende Wissen&lt;br /&gt;
	10. Der Weg der Erkenntnis - Jnana marga&lt;br /&gt;
	11. Der Weg der Hingabe: Bhakit-marga&lt;br /&gt;
	12. Der Weg des Handelns Karma-marga&lt;br /&gt;
        13. Das Ziel&lt;br /&gt;
====Fragen zum Thema Religion====&lt;br /&gt;
* Stört die religiöse Differenzierung bei der Lösung  globaler Fragen des 21.Jahrhunderts?&lt;br /&gt;
* Muss &amp;quot;gegen Religion&amp;quot; insofern Aufklärung betrieben werden?&lt;br /&gt;
* oder braucht es Religion weiterhin als Gegenkonzept zu Technikwelt, Konsum, politischen Sytemen ...?&lt;br /&gt;
* Wie könnte man gegen Religion vorgehen, ohne Menschen ins Leere fallen zu lassen?&lt;br /&gt;
* Wenn Religion wichtig ist, wie gehen wir global mit den Religionskonflikten um, ohne die dahinterliegenden Bedürfnisse zu ignorieren?&lt;br /&gt;
* Wie kommt man trotz oder mit religiöser Divergenz  auf Lösungen globaler Herausforderungen?&lt;br /&gt;
* Muss/kann/sollte Religion eine Rolle spielen in einer  teilweise entmystifizierten Umwelt?&lt;br /&gt;
* Und was ist Religion/Glaube überhaupt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
* Richard Garbe von 1905: Die Bhagavadgita aus dem Sanskrit als Prosa übersetzt. Mit einer Einleitung über ihre ursprüngliche Gestalt, ihre Lehren und ihr Alter. Leipzig. [http://www.amazon.de/Die-Bhagavadgita-Aus-Sanskrit-Bersetzt/dp/1168526809 Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Helmuth von Glasenapp von 1986/1965: Bhagavadgita - von einem bekannten deutscher Indologe und Schüler von R.Garbe - ästhetische, an die Metrik des Originals anknüpfende Übersetzung. [http://www.amazon.de/Bhagavadgita-Helmuth-von-Glasenapp/dp/3150078741 Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sarvepalli Radhakrishnan von 1958: Die Bhagavadgita, Sanskrittext mit Einleitung und Kommentar von S. Radhakrishnan, mit dem indischen Urtext  verglichen und ins Deutsche als Prosa übersetzt von Siegfried Lienhard.  Baden-Baden. 447 S. [Akademischer Standard]&amp;lt;br&amp;gt;Radhakrishnan schreibt, dass nach Aussage der Bhagavad Gita „ein Kampf zwischen Gut und Böse in der Welt stattfindet, an dem Gott innigen Anteil nehme“. Radhakrishnan sieht in der Gestalt von Krishna, wie sie in der Gita erscheint, „eine Veranschaulichung der geistigen Quellen und der verborgenen Göttlichkeit des Menschen“. [http://www.amazon.de/Bhagavadgita-Sanskrittext-Einleitung-Radhakrishnan-verglichen/dp/B002HLPD6G/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1459597595&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Bhagavadgita Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada von 1972: Die &amp;quot;Bhagavad-gita Wie Sie Ist&amp;quot; beinhaltet eine Wort-für-Wort Übersetzung und Kommentierung der Bhagavad-gita, dem Gründer der Internationalen Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein (ISKCON).&amp;lt;br&amp;gt;Das von Prabhupada verfasste Werk bietet die originalen Sanskrit-Verse in Devanagari und in einer lateinischen Transliteration. Es folgt eine Wort-für-Wort-Übersetzung und anschließend die Übersetzung des jeweiligen Verses mit Erläuterungen.&amp;lt;br&amp;gt;Die &amp;quot;Bhagavad-gita Wie Sie Ist&amp;quot; ist neben dem Srimad Bhagavatam eine der wichtigsten Schriften der ISKCON und anderer Gaudiya-Vaishnava-Organisationen. Der Autor kommentiert die Bhagavad-gita in der Auslegung der Gaudiya Vaishnavas, des bengalischen Vaishnavatums. Bhaktivedanta Prabhupada, Geb. 1896 in Kalkutta, kam auf Wunsch seines Spirituellen Meisters 1965 mit einem Schiff nach New York, um den Hare Krishna Mahamantra in der westlichen Welt zu verbreiten. Er konnte 1972 sein vollständiges und ungekürztes Manuskript der Bhagavad Gita As It Is bei The Macmillan Company in New York veröffentlichen. Die deutsche Gita Wie Sie Ist ist eine Übersetzung seiner Schüler vom englischen Original und wurde zum ersten mal 1974 herausgegeben. 1981 (die 5. Auflage) wurde eine verbessert-übersetzte Version herausgebracht, und 1983 nochmals nachgedruckt.&amp;lt;br&amp;gt;2012 wurde eine eventuell verfälschend ergänzte weitere Auflage herausgebracht.&lt;br /&gt;
** [http://www.interessantes.at/gita/1983-Bhagavad-gita_Wie_Sie_Ist.pdf Bhagavad Gita Wie Sie Ist von 1983]&lt;br /&gt;
** [http://www.amazon.de/gp/product/9171496513/ref=pd_lpo_sbs_dp_ss_2?pf_rd_p=556245207&amp;amp;pf_rd_s=lpo-top-stripe&amp;amp;pf_rd_t=201&amp;amp;pf_rd_i=3150078741&amp;amp;pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;amp;pf_rd_r=14PP0VCZDB5DPVBYS61W Bhagavad-Gita von A. C. Bhaktivedant Prabhupada von 2012]&lt;br /&gt;
** [http://www.interessantes.at/gita.htm Hintergrund zu Bhagavad Gita Wie Sie Ist]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* Jack Hawley von 2002: Eine moderne Prosa-Fassung Bhagavadgita [http://www.amazon.de/gp/product/3442216079/ref=pd_lpo_sbs_dp_ss_1?pf_rd_p=556245207&amp;amp;pf_rd_s=lpo-top-stripe&amp;amp;pf_rd_t=201&amp;amp;pf_rd_i=3150078741&amp;amp;pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;amp;pf_rd_r=14PP0VCZDB5DPVBYS61W Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Zusatzquellen====&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: The Bhagavadgita: Doctrines and Contexts. Cambridge. 2007.&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: Rajavidya: Das königliche Wissen um Herrschaft und Verzicht. Studien zur Bhagavadgita. 1996. [Habilitation. Ausführlicher Grundlagentext mit Kommentierung der Verse und historischem Kontext.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: Hinduismus. 2009. [https://www.amazon.de/Hinduismus-Studium-Religionen-Band-3197/dp/3825231976?ie=UTF8&amp;amp;qid=1464725453&amp;amp;ref_=la_B00455RJ00_1_1&amp;amp;s=books&amp;amp;sr=1-1 Amazon]&lt;br /&gt;
ZUSAMMENFASSUNG:&lt;br /&gt;
Teil I&lt;br /&gt;
Teil II&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEil III - religiöse Praxis (Seite 127 - 183)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Es gibt 5 Hauptaufgaben der Gottheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Schöpfung, Erhalt und Zerstörung der Welt (i.d.R. Durch Brahma, Visnu und Siva verkörpert und &amp;quot;trimurti&amp;quot; genannt)&lt;br /&gt;
Sowie (4) Verwirrung der Individuen / Verhüllung der Erkenntnis&lt;br /&gt;
Und (5) Enthüllung, Offenbarung, Erlösung.&lt;br /&gt;
* All dies tun sowohl weit verbreitet verehrte Hauptgötter sowie Dorf- und Familiengottheiten&lt;br /&gt;
* Als Hauptgötter gelten Visnu, Krsna, Rama, Siva, Sri Laksmi, Durga, Kali (letztere drei sind weiblich)&lt;br /&gt;
* Visnu ist in vedischen Texten und Epen als mächtiger Gott etabliert. Er schafft, erhält und zerstört (zur Rettung der Ordnung) die Welt. Er erscheint auch in Form von 10 Herabkünften (Avataren) zu denen nach bestimmten Überlieferungen auch Krsna, Rama und Buddha gehören. Seine letzte Verkörperung steht beim Weltenuntergang bevor. Das kann so lange aber nicht mehr dauern: Schließlich gibt es eine Abfolge von 4 Weltaltern, in deren Letzterem (degenerierten) wir und befinden. (so Ein Viererzyklus dauert 4,32 Millionen Jahre. Das letzte Zeitalter begann nach traditioneller Auffassung mit dem Tode Krsnas 3102 v.Chr.) In der dann folgenden kosmischen Nacht wird Visnu schlafen. Durch seine Kraft genährt wird Brahman die Welt neu erschaffen.&lt;br /&gt;
* Krsna spielt eine zentrale Rolle im Mahabharata-Epos, u.a. Der Bhagavadgita. Er ist der Flöte spielende Beschützer der Kühe und Verführer der Hirtinnen. Obwohl er als Visnu-Avatar gilt, und teilweise mit diesem identifiziert wird, ist er doch ein eigenständiger Gott und wir gar als &amp;quot;Der Höchste&amp;quot; verehrt.&lt;br /&gt;
* Rama ist zusammen mit Sita das ideale Ehepaar der indischen Kulturgeschichte (vor allem wohl der duldenden Gattin wegen). Die Fernsehfassung des epischen Textes Ramayana war in den 80er Jahren mit ihren 100 Folgen ein überwältigender Erfolg. Die Wiederkehr von Ramas Herrschaft (Ramaraja) wurde zum politischen Programm Der indischen Unabhängigkeitsbewegung und des Hindu-Fundamentalismus.&lt;br /&gt;
* Siva - als alter Gott keine Visnu-Inkarnation ist der Herr der Nutztiere. Mahesvana (mächtiger Herr) und Mahadeva (Großer Gott) sind ihm beigelegte Eigennahmen. Als einsamer Jäger mit Pfeil und Bogen an den Randzonen der Gesellschaft ist er bedrohlich und mit besonders zerstörerischer Macht ausgestattet. Er ist Asket und Herr des Yoga, aber auch mit hoher sexueller Energie und Macht gesegnet, weshalb sein Zeichen das phallische Emblem &amp;quot;Lingam&amp;quot; ist.&lt;br /&gt;
* Sri Laksmi taucht aus dem Chaos auf und wählt Visnu als kosmischen Herrscher und Gatten. &lt;br /&gt;
* Durga und Kali werden als jeweils singuläre Hauptgöttinnen, teilweise in Assoziation zu Siva (Liebe, Tod, Zerstörung) verehrt.&lt;br /&gt;
* Göttinnen haben grundsätzlich einen ähnlichen &amp;quot;Zuständigkeitsbereich&amp;quot; wie männliche Götter, treten aber auch als Symbolisierungen (Göttin Morgenröte, Göttin Sprache, fast alle Flüsse sind weibliche Gottheiten) auf.&lt;br /&gt;
* Als regionale oder Dorfgottheit wird häufig Siva, seltener Visnu in einer bestimmten regionalen Erscheinung verehrt, aber auch andere Haupt- und Nebengötter, die dann meist als bestimmte Ausprägung der Hauptgötter interpretiert werden. Hier hat auch eine Verschmelzung älterer oder nur regional bekannter Gottheiten mit hinduistischen Hauptgöttern stattgefunden. Man spricht auch von kultureller Sanskritisierurng. &lt;br /&gt;
* Das Vorhandensein von insgesamt über 300 Millionen verehrten Gottheiten kann dazu führen, den Hinduismus als polytheistische Religion zu sehen. Andererseits werden wohl die einzelnen Gottheiten als nur verschiedene Aspekte des einen Göttlichen verstanden. Die &amp;quot;trimurti&amp;quot; bspw. &amp;quot;... Ist kein Polytheismus, sondern ist das Signum der Einheit der göttlichen Zuwendung zur Welt.&amp;quot; (Malinar S. 147)&lt;br /&gt;
* Ort der religiösen Praxis ist der meist vorhandene Hausschrein oder der Dorfschrein, an dem geopfert wird, um die Götter (und Ahnen und Geister...) in ihrem willkürlichen Spiel mit der Welt und dem Menschengeschick milde zu stimmen oder die Ahnen nicht gegen sich aufzubringen. &lt;br /&gt;
* Daneben wird Religiosität in Festen praktiziert, in deren Rahmen u.a. Sänger und Musiker z.T. Über mehrere Tage und Nächte religiöse Texte und Epen rezitieren. &lt;br /&gt;
* Ein weiterer Ort religiöser Praxis (und unter Umständen auch Pilgerfahrt) ist der nach symbolischer (u.a. Am menschlichen Körper orientierten) Architektur angelegte Tempel. Die Tempel werden von einer i.d.R. Brahmanischen und männlichen Priesterschaft betrieben. Acht Gottesdienste am Tag sind normal. &lt;br /&gt;
* Die Landkarte Indiens als kosmographischer Region ist insgesamt auch als religiös-symbolische Karte, u.a. Mit einer nord-südlichen Werteskala, zu lesen.&lt;br /&gt;
* Indien ist &amp;quot;Karmabhurmi&amp;quot;, der Ort des Ansammelns von Verdiensten und damit der Möglichkeit der Erlösung.&lt;br /&gt;
* Indien ist Ort des Dharma, der (richtigen) Ordnung (des Kastenwesens) und der rituellen Reinheit.&lt;br /&gt;
* Essenz des vedischen Wissens ist die Silbe &amp;quot;Om&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Egbert Richter-Ushanas: Die Philosophie der Bhagavadgita in der indischen Tradition und im Abendland. 2011. [Dissertation] grottenschlecht&lt;br /&gt;
* Swami Chinmayananda: La Bhagavad Gîtâ. Übersetzt ins Französische von Christiane Madeline. Paris. 2012.&lt;br /&gt;
* Michel Hulin &amp;amp; Emile Senart: La Bhagavad-Gita: Suivie du Commentaire de Sankara. Paris. 2010.&lt;br /&gt;
* [[Media:Ahmad-Epic-Counter-Eoic-India-1963.pdf‎]]&lt;br /&gt;
* [http://www.theosophy.de/books/DIE%20BHAGAVAD%20GITA.pdf DIE BHAGAVAD-GÎTÂ auf Basis von Franz Hartann als theosophische Übersetzung von 2008/1922]&lt;br /&gt;
=====Zusatzquellen zum Thema Religion=====&lt;br /&gt;
* [[Media:Religion_und_Evolution-_Strafende_Götter_als_Erfolgsgeheimnis_der_Menschheit_-_SPIEGEL_ONLINE_-_Wissenschaft.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Spektrum_Glaube_als_waffe_im_Kampf_ums_dasein_2009_4_S68.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Purzycki_Moralistic_gods_2016.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
===Kontext===&lt;br /&gt;
====Einbettung in indische Geschichte====&lt;br /&gt;
====Hinduismus vs.Buddhismus====&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Bhagavad-gita/Mahabharata&amp;diff=736</id>
		<title>Bhagavad-gita/Mahabharata</title>
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		<updated>2016-06-05T15:12:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* Zusatzquellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 6. April 2016 - 20:30 bei Tobias: Anbahnung des neuen Themas, Bestimmung der Lektüre und Kontextthemen&lt;br /&gt;
* 25.Mai 2016 - bei Andreas: Einleitung von S. Radhakrishnan von 1958&lt;br /&gt;
* 8.Juli 2016 - bei Tiemo: Kontextthemen aus &amp;quot;Hinduismus&amp;quot; von Malinar 2009 (Matthias -&amp;gt; Geschichte; Andreas -&amp;gt; Religiöse Praxis; Tiemo -&amp;gt; Soziale Dimension; Tobias -&amp;gt; Konzepte)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
===Mahabharata===&lt;br /&gt;
Das Mahabharata (Sanskrit, महाभारत, n., mahābhārata „die große Geschichte der Bharatas“) ist das bekannteste indische Epos. Man nimmt an, dass es erstmals zwischen 400 v. Chr. bis 400 n. Chr. niedergeschrieben wurde, aber auf älteren Traditionen beruht (bis zu 7000 v. Chr.). Es umfasst etwa 100.000 Doppelverse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große indische Dichter, wie z. B. Kalidasa, haben immer wieder auf das Mahabharata sowie auf das Ramayana, das zweite große Volksepos Indiens, zurückgegriffen. Die Epen bilden zusammen mit den Puranas und anderen Werken als Bestandteile der Smritis den Kern der hinduistischen Überlieferung. Den bedeutendsten philosophischen Text des Mahabharata, die Bhagavadgita, zählt man oft zu den Shrutis, den Offenbarungsschriften. Zusammen mit dem tibetischen Epos des Königs Gesar gehört das Mahabharata zu den umfangreichsten literarischen Werken der Welt.&lt;br /&gt;
Das Werk ist eines der wichtigsten Dharma-Bücher und darum für Hindus ein wichtiger Leitfaden. Es schneidet alle Aspekte hinduistischer Ethik an, weist einerseits orthodoxe Äußerungen auf, etwa über die Aufgaben der Kasten und Frauenpflichten, dann wiederum erhebt es an vielen Stellen heftigen Protest dagegen.&lt;br /&gt;
Mit seiner großen Anzahl an Geschichten und Motiven sowie seinen unzähligen religiösen und philosophischen Parabeln wird die Bedeutung des Epos am besten mit dem Satz aus dem ersten Buch zusammengefasst: „Was hier gefunden wird, kann woanders auch gefunden werden. Was hier nicht gefunden werden kann, kann nirgends gefunden werden.“&lt;br /&gt;
Das Mahabharata ist sowohl Heldenepos als auch ein bedeutendes religiöses und philosophisches Werk, dessen Ursprung möglicherweise in vedischer Zeit liegt. Traditionell wird der mythische Weise Vyasa als Autor angenommen, der in der Geschichte selbst eine Rolle spielt. Der Legende nach soll er es komponiert und dem elefantenköpfigen Gott Ganesha diktiert haben. Im Laufe der Jahrhunderte kam es immer wieder zu Veränderungen und Weiterentwicklungen des Werks, denn vieles wurde lange Zeit nur mündlich überliefert. Es besteht aus vielen Schichten, die sich im Laufe der Zeit anlagerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mahabharata ist in achtzehn Kapitel und eine Appendix unterteilt und enthält neben der Hauptgeschichte hunderte von Nebengeschichten und kleinere Episoden. Grundsätzlich beschäftigt sich das umfangreiche Epos mit allen Themen, die im Hinduismus wichtig sind: mit dem Leben der Geschöpfe, mit Tod und Wiedergeburt, mit Karma und Dharma (Rechtschaffenheit), beschreibt Glück und Leid, die Ergebnisse der guten und der schlechten Taten, das Opfer, sowie die verschiedenen Zeitalter, es beschäftigt sich mit den Göttern und überliefert uralte Hymnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rahmenhandlung beschreibt den Kampf der Kauravas mit den Pandavas, zweier verwandter Fürstenfamilien, auf dem Schlachtfeld in Kurukshetra (nördlich von Delhi). Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich im Kern um ein historisches Geschehen handelt, für viele Inder sind die Begebenheiten Tatsache. Der Kampf wird als schrecklicher Bruderkrieg dargestellt, bei dem viele Menschen starben. Er bildet auch den dramaturgischen Hintergrund der Bhagavad-Gita (Gesang Gottes), in der es um philosophisch-religiöse Inhalte geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hauptgeschichte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Fürst aus dem alt-indischen Herrschergeschlecht der Bharatas hatte drei Söhne: Dhritarashtra, Pandu und Vidura. Der älteste, der blinde Dhritarashtra, konnte wegen seiner Blindheit den Thron nicht besteigen. Trotzdem übertrug der regierende Pandu nach einiger Zeit den Thron seinem blinden Bruder und zog sich mit seinen beiden Frauen Kunti und Madri in die Wälder zurück. Dort wurden ihm, bevor er starb, fünf Söhne geboren, die Pandavas (Söhne von Pandu): Yudhishthira, Bhima, Arjuna, sowie die Zwillinge Nakula und Sahadava. Der regierende blinde König Dhritarashtra hatte einhundert Söhne, die Kauravas (benannt nach dem Urahn Kuru), von denen der älteste, Duryodhana, zum Hauptgegenspieler der Pandavas wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Haupterzählstrang des Mahabharata beschäftigt sich mit dem Konflikt zwischen diesen beiden verwandten Familien und ihren Verbündeten. Die Kauravas unter Führung von Duryodhana versuchen immer wieder, ihre Cousins – die Pandava-Brüder – zu beseitigen, um ihren eigenen Anspruch auf den Thron zu sichern. Aber die Pandavas können entkommen und streifen einige Jahre zusammen mit ihrer Mutter Kunti als Asketen verkleidet umher. Am Ende dieser Zeit gewinnt Arjuna die Hand der Prinzessin Draupadi auf ihrer Gattenwahl. Doch aufgrund ihres vorbestimmten Schicksals und durch ein Missverständnis von Kunti wird sie zur Ehefrau aller fünf Pandavas. Denn als die fünf Brüder zu ihrer Mutter Kunti nach Hause kamen, meinte diese, ohne aufzuschauen und ohne die neue Schwiegertochter bemerkt zu haben, sie sollten untereinander alles teilen, was sie mitgebracht hätten. Da einem Befehl der Mutter nicht widersprochen werden durfte, heiratete Draupadi alle fünf Söhne, obwohl dies nicht Sitte war, und trotz der Bedenken des regierenden Königs Dhritarashtra.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weiteren Verlauf der Geschichte besitzen die Pandavas und die Kauravas je ein Königreich, damit der Frieden gesichert werden kann. Aber die Kauravas organisieren ein Würfelspiel, in dem die Pandavas ihr gesamtes Königreich verlieren. Schließlich müssen die Pandavas zwölf Jahre lang im Exil leben und sich dann im dreizehnten Jahr unerkannt in der Gesellschaft aufhalten. Doch selbst nach diesen dreizehn Jahren verweigern die Kauravas unter der Führung von Duryodhana die Rechte der Pandavas, wobei sich auch der regierende blinde König Dhritarashtra mit seinem Beraterstab auf die Seite seiner Söhne stellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es zum großen Krieg, bei dem elf Stämme auf der Seite der Kauravas gegen sieben auf der Seite der Pandavas kämpfen. Auch der mit beiden Familien verwandte König Krishna, von dem es heißt, dass er ein Avatar des Gottes Vishnu sei, beteiligt sich als Wagenlenker des Pandava Arjuna an der Auseinandersetzung. Vor Beginn der großen Schlacht vermittelt Krishna ihm die Lehren der Bhagavad-Gita. Schließlich, nach unsäglichem Leid auf beiden Seiten, gewinnen die Pandavas und führen ihr Volk in eine glückliche Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Jahren gehen die Pandava-Brüder mit ihrer Frau Draupadi auf eine Pilgerreise in den Himalaya. Bis auf Yudhishthira sterben unterwegs nacheinander alle. Ihm schließt sich ein Hund an, der ihm bis zum Himmelstor folgt. Nun wird der Pandava geprüft und er muss seine Lieben unter Qualen in der Hölle finden. Doch als sich herausstellt, dass Yudhisthira eher bei seiner Frau, seinen Brüdern und dem Hund bleiben will, als ohne diese die himmlische Herrlichkeit zu genießen, fällt sein menschlicher Körper endgültig von ihm ab und er erkennt, dass alles ein Trugbild zu seiner Prüfung war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bhagavad-gita===&lt;br /&gt;
====Basisinformation====&lt;br /&gt;
Ein Teil des Epos Mahabharata - Die Bhagavad Gita (gītā – Lied, Gedicht; bhagavan – der Erhabene, Gott; „der Gesang des Erhabenen“), verkürzt auch nur Gita, ist eine der zentralen Schriften des Hinduismus. Sie hat die Form eines spirituellen Gedichts. Der vermutlich zwischen dem fünften und dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert entstandene Text ist eine Zusammenführung mehrerer verschiedener Denkschulen des damaligen Indien auf Grundlage der Veden, der Upanishaden, des orthodoxen Brahmanismus, des Yoga und weitere, steht aber den Upanishaden gedanklich am nächsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lehren der Bhagavad-Gita sind eingebettet in einen umfangreichen episch-dramatischen Kontext, in das Epos Mahabharata („die große Geschichte der Bharatas“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es handelt sich um eine Selbstoffenbarung Krishnas, der sich vor Beginn eines großen Krieges, welchen das Mahabharata ausführlich beschreibt, auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra dem Fürsten Arjuna als göttliches oder kosmisches Selbst zu erkennen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krishna (wörtlich „der Schwarze“) ist eine hinduistische Form des Göttlichen und wird meist als der achte Avatara von Vishnu verehrt. Für seine Anhänger ist er die Inkarnation des Höchsten. Krishna kommt in der Bhagavadgita, je nach Kontext, unterschiedliche Bedeutung zu: Einmal wird er als das kosmische Selbst angesehen, das alles Lebende durchdringt; ein anderer Aspekt ist die Bedeutung als innere Göttlichkeit, die eine Reflexion des kosmischen Selbstes in jedem Lebewesen ist. Eine dritte Funktion ist die des spirituellen Lehrers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entsprechend der hinduistischen Mythologie leben wir jetzt im Kali-Yuga, dem „dunklen, schwarzen Zeitalter“, das nach Krishnas Tod begann (3102 v. Chr.). Von Krishna heißt es, er sei gekommen, um den Menschen jene ethischen und philosophischen Unterweisungen zu geben, die für die Zeit dieses Yuga notwendig seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich es einen historischen Hintergrund für die Ghita gibt, ist der Text nicht als geschichtlich zu betrachten. Viele Hindus sehen ihn als Allegorie. Eine mögliche und weit verbreitete Sichtweise ist, dass es sich um ein Zwiegespräch handelt zwischen der inneren Göttlichkeit, verkörpert durch Krishna, und der menschlichen Seele, die Arjuna darstellt: das Schlachtfeld sei das Leben, und die feindlichen Heerscharen, gegen die Arjuna antreten muss, verkörperten die menschlichen Schwächen, die besiegt und überwunden werden müssten. Neben dieser sich auf das Individuum beziehenden Deutung ist es möglich, der Bhagavadgita eine Deutung zu geben, die sich auf die Menschheit als Ganzes bezieht. In dieser evolutionären Anschauung ist die Schlacht ein Aufeinandertreffen der asurischen, egoistischen Kräfte mit denen der göttlichen Ordnung. Arjuna und seine Mitstreiter werden in diesem Bemühen von Krishna, dem Avatar, angeführt und unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Inhalt====&lt;br /&gt;
Die Söhne des Fürsten Pandu werden von ihrem Onkel Dhritarashtra aus dem Stamm der Kurus und von dessen Söhnen um ihren rechtmäßigen Thronanspruch betrogen und immer wieder Verfolgungen ausgesetzt. Schließlich kommt es auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra, der „Stätte der Kurus“, zu einer großen Schlacht. Arjuna, der dritte der Söhne des Pandu, befindet sich in einem persönlichen Konflikt zwischen der Zuneigung zu seinen Verwandten auf der Gegenseite und seiner Pflicht als Fürst und dem rechtmäßigen Anspruch seiner Familie auf Land und Thron. Er ist „von Furcht überwältigt“ und weigert sich zu kämpfen. Auf seinem Streitwagen (sanskrit: Ratha) befindet sich Krishna als Wagenlenker. Dieser versucht Arjuna durch religiös-philosophische Unterweisung aus seinem Zwiespalt zu befreien und zum Kampf zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Formale Aspekte ====&lt;br /&gt;
Sie besteht aus 700 Strophen, die auf 18 Gesänge bzw. Kapitel verteilt sind. Die Gita umfasst die Gesänge 25 bis 42 des 6. Buches der Mahabharata.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der größte Teil des Werkes besteht aus zwei Verszeilen, die aufeinanderbezogen sind. Jede Verszeile setzt sich aus zwei achtsilbigen Reihen zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel (1. Gesang, Vers 47):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
evam uktvārjunaḥ saṅkhye (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rathopastha upāviśat, (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
visṛjya sa śaraṁ cāpaṁ, (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
śokasaṁvignamānasaḥ. (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Arjuna sank leiderfüllt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf seines Wagens Sitz zurück,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bogen glitt ihm aus der Hand,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Gram umflorte seinen Blick.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Strophen wird von diesem Metrum ohne erkennbaren Grund abgewichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Bedeutung im Hinduismus====&lt;br /&gt;
Hindus betrachten die Lehren der Bhagavad-Gita traditionell als Quintessenz der Veden. Beim Studium ergeben sich oft scheinbare Widersprüche: Während einige Stellen anscheinend einen Dualismus lehren – die Zweiheit von Natur und Geist, von Gott und Mensch –, lehren andere die Einheit. Durch diese unterschiedlichen Auslegungsmöglichkeiten ist das Gedicht Mittelpunkt für die verschiedensten Glaubensrichtungen.&lt;br /&gt;
Die achtzehn Kapitel des Epos haben das gesamte indische Geistesleben beeinflusst. Kein Text der Hinduliteratur wird so viel gelesen, so oft auswendig gelernt und so häufig zitiert, wie diese Verse. Viele Hindus ziehen das Buch als wichtigen Ratgeber heran, und auch für Mahatma Gandhi war es von erheblicher Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Versionsgeschichte und Übersetzungen====&lt;br /&gt;
Traditionell gehören Übersetzer Kommentatoren einer spirituellen Tradition oder Schule und bestimmten Gurulinien an, die jede für sich beanspruchen, am zuverlässigsten den Originaltext wiederzugeben. Die verschiedenen Übersetzer und Kommentatoren haben bisweilen auch weit voneinander abweichende Ansichten über die Bedeutung bestimmter Sanskritwörter und Ausdrücke. Dies führt dazu, dass Interpretationen ganzer Abschnitte in den Literaturwissenschaften des Westens oft mit den traditionellen Ansichten nicht übereinstimmen. Nach Aussage des Indologen Helmut von Glasenapp lässt sich auch die Treffsicherheit des Ausdrucks und der Hauch des Weihevollen, die dem Urtext eigen sind, nicht voll übertragen. Eine weitere Schwierigkeit besteht bei der Übersetzung darin, dem Original treu zu bleiben und dennoch Metrum und Reim zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der älteste und zugleich einflussreichste indische Version  des Mittelalters stammt von Shankara, dem bedeutendsten Philosophen der Vedanta-Schule des Advaita-Vedanta (Nicht-Dualität). Nach ihm weisen auch die Lehren der Gita auf die Erkenntnis einer sich als pure Erscheinung (Maya) manifestierenden, differenzierten Wirklichkeit sinnlicher und gedanklicher Erfahrung. Anderer Ansicht ist dagegen Ramanuja, der im elften Jahrhundert lebte und lehrte, dass die erfahrbare Welt keine Täuschung oder Illusion, sondern in all in ihrer Vielfalt real ist, diese Realität gleichwohl aber vom Allerhöchsten abhänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein persischer Universalgelehrter hat sich mitder Ghita um 1000 in einem berühmten Buch über Indien, dem Kitab-al-Hind, beschäftigt. Um 1600 wurde das Werk in persische Prosa übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1785 kam die Bhagavad Gita, durch den Orientalisten Charles Wilkins übersetzt, nach Europa. August Wilhelm Schlegel, der Inhaber des ersten Lehrstuhls für Indologie in Deutschland an der Universität Bonn, ließ die ersten Sanskrit-Texte 1823 in Europa mit einer lateinischen Übersetzung zu drucken. Sie fand begeisterte Aufnahme, und viele zeitgenössische Gelehrte verbreiteten sie unter ihren Schülern. Wilhelm von Humboldt schrieb 1825 bis 1826 zwei Abhandlungen darüber in den Schriften der Berliner Akademie. Er bezeichnete die Bhagavad Gita als „… das schönste, ja vielleicht das einzig wahrhafte philosophische Gedicht, das alle uns bekannten Literaturen aufzuweisen haben“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavad-Gita wurde in Versform unter anderem von Robert Boxberger (1870), Franz Hartmann (1904) Theodor Springmann (1920), und Leopold von Schroeder (1937) (ins Deutsche) und von Friedrich Rückert (ins Lateinische) übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den zahlreichen Prosa-Übersetzungen diejenigen von Richard Garbe (1905), Paul Deussen (1906) und Rudolf Otto (1935) von besonderem wissenschaftlichen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert wurden Kommentare von den Großen der indischen Unabhängigkeitsbewegung Bal Gangadhar Tilak , Mahatma Gandhi und Sri Aurobindo geschrieben. Andere moderne Kommentatoren waren Swami Vivekananda und Sarvepalli Radhakrishnan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltweit verbreitet ist heute die Übersetzung und Kommentierung Bhagavad-gītā, wie sie ist des ISKCON („Hare Krishna“)-Begründers Prabhupada, derdie Lehren im Lichte des monotheistischen Gaudiya Vaishnavatums betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
====Die Einleitung====&lt;br /&gt;
	1. Die Bedeutung der ganzen Ghita&lt;br /&gt;
	2. Alter und Text&lt;br /&gt;
	3. Hauptkommentatoren&lt;br /&gt;
	4. Letzte Realität&lt;br /&gt;
	5. Krisna&lt;br /&gt;
	6. Zustand der Welt - die Formung Maya&lt;br /&gt;
	7. Die Einzelseele&lt;br /&gt;
	8. Yoga satra die Erziehung&lt;br /&gt;
	9. Jnana oder das erlösende Wissen&lt;br /&gt;
	10. Der Weg der Erkenntnis - Jnana marga&lt;br /&gt;
	11. Der Weg der Hingabe: Bhakit-marga&lt;br /&gt;
	12. Der Weg des Handelns Karma-marga&lt;br /&gt;
        13. Das Ziel&lt;br /&gt;
====Fragen zum Thema Religion====&lt;br /&gt;
* Stört die religiöse Differenzierung bei der Lösung  globaler Fragen des 21.Jahrhunderts?&lt;br /&gt;
* Muss &amp;quot;gegen Religion&amp;quot; insofern Aufklärung betrieben werden?&lt;br /&gt;
* oder braucht es Religion weiterhin als Gegenkonzept zu Technikwelt, Konsum, politischen Sytemen ...?&lt;br /&gt;
* Wie könnte man gegen Religion vorgehen, ohne Menschen ins Leere fallen zu lassen?&lt;br /&gt;
* Wenn Religion wichtig ist, wie gehen wir global mit den Religionskonflikten um, ohne die dahinterliegenden Bedürfnisse zu ignorieren?&lt;br /&gt;
* Wie kommt man trotz oder mit religiöser Divergenz  auf Lösungen globaler Herausforderungen?&lt;br /&gt;
* Muss/kann/sollte Religion eine Rolle spielen in einer  teilweise entmystifizierten Umwelt?&lt;br /&gt;
* Und was ist Religion/Glaube überhaupt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
* Richard Garbe von 1905: Die Bhagavadgita aus dem Sanskrit als Prosa übersetzt. Mit einer Einleitung über ihre ursprüngliche Gestalt, ihre Lehren und ihr Alter. Leipzig. [http://www.amazon.de/Die-Bhagavadgita-Aus-Sanskrit-Bersetzt/dp/1168526809 Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Helmuth von Glasenapp von 1986/1965: Bhagavadgita - von einem bekannten deutscher Indologe und Schüler von R.Garbe - ästhetische, an die Metrik des Originals anknüpfende Übersetzung. [http://www.amazon.de/Bhagavadgita-Helmuth-von-Glasenapp/dp/3150078741 Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sarvepalli Radhakrishnan von 1958: Die Bhagavadgita, Sanskrittext mit Einleitung und Kommentar von S. Radhakrishnan, mit dem indischen Urtext  verglichen und ins Deutsche als Prosa übersetzt von Siegfried Lienhard.  Baden-Baden. 447 S. [Akademischer Standard]&amp;lt;br&amp;gt;Radhakrishnan schreibt, dass nach Aussage der Bhagavad Gita „ein Kampf zwischen Gut und Böse in der Welt stattfindet, an dem Gott innigen Anteil nehme“. Radhakrishnan sieht in der Gestalt von Krishna, wie sie in der Gita erscheint, „eine Veranschaulichung der geistigen Quellen und der verborgenen Göttlichkeit des Menschen“. [http://www.amazon.de/Bhagavadgita-Sanskrittext-Einleitung-Radhakrishnan-verglichen/dp/B002HLPD6G/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1459597595&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Bhagavadgita Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada von 1972: Die &amp;quot;Bhagavad-gita Wie Sie Ist&amp;quot; beinhaltet eine Wort-für-Wort Übersetzung und Kommentierung der Bhagavad-gita, dem Gründer der Internationalen Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein (ISKCON).&amp;lt;br&amp;gt;Das von Prabhupada verfasste Werk bietet die originalen Sanskrit-Verse in Devanagari und in einer lateinischen Transliteration. Es folgt eine Wort-für-Wort-Übersetzung und anschließend die Übersetzung des jeweiligen Verses mit Erläuterungen.&amp;lt;br&amp;gt;Die &amp;quot;Bhagavad-gita Wie Sie Ist&amp;quot; ist neben dem Srimad Bhagavatam eine der wichtigsten Schriften der ISKCON und anderer Gaudiya-Vaishnava-Organisationen. Der Autor kommentiert die Bhagavad-gita in der Auslegung der Gaudiya Vaishnavas, des bengalischen Vaishnavatums. Bhaktivedanta Prabhupada, Geb. 1896 in Kalkutta, kam auf Wunsch seines Spirituellen Meisters 1965 mit einem Schiff nach New York, um den Hare Krishna Mahamantra in der westlichen Welt zu verbreiten. Er konnte 1972 sein vollständiges und ungekürztes Manuskript der Bhagavad Gita As It Is bei The Macmillan Company in New York veröffentlichen. Die deutsche Gita Wie Sie Ist ist eine Übersetzung seiner Schüler vom englischen Original und wurde zum ersten mal 1974 herausgegeben. 1981 (die 5. Auflage) wurde eine verbessert-übersetzte Version herausgebracht, und 1983 nochmals nachgedruckt.&amp;lt;br&amp;gt;2012 wurde eine eventuell verfälschend ergänzte weitere Auflage herausgebracht.&lt;br /&gt;
** [http://www.interessantes.at/gita/1983-Bhagavad-gita_Wie_Sie_Ist.pdf Bhagavad Gita Wie Sie Ist von 1983]&lt;br /&gt;
** [http://www.amazon.de/gp/product/9171496513/ref=pd_lpo_sbs_dp_ss_2?pf_rd_p=556245207&amp;amp;pf_rd_s=lpo-top-stripe&amp;amp;pf_rd_t=201&amp;amp;pf_rd_i=3150078741&amp;amp;pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;amp;pf_rd_r=14PP0VCZDB5DPVBYS61W Bhagavad-Gita von A. C. Bhaktivedant Prabhupada von 2012]&lt;br /&gt;
** [http://www.interessantes.at/gita.htm Hintergrund zu Bhagavad Gita Wie Sie Ist]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* Jack Hawley von 2002: Eine moderne Prosa-Fassung Bhagavadgita [http://www.amazon.de/gp/product/3442216079/ref=pd_lpo_sbs_dp_ss_1?pf_rd_p=556245207&amp;amp;pf_rd_s=lpo-top-stripe&amp;amp;pf_rd_t=201&amp;amp;pf_rd_i=3150078741&amp;amp;pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;amp;pf_rd_r=14PP0VCZDB5DPVBYS61W Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Zusatzquellen====&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: The Bhagavadgita: Doctrines and Contexts. Cambridge. 2007.&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: Rajavidya: Das königliche Wissen um Herrschaft und Verzicht. Studien zur Bhagavadgita. 1996. [Habilitation. Ausführlicher Grundlagentext mit Kommentierung der Verse und historischem Kontext.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: Hinduismus. 2009. [https://www.amazon.de/Hinduismus-Studium-Religionen-Band-3197/dp/3825231976?ie=UTF8&amp;amp;qid=1464725453&amp;amp;ref_=la_B00455RJ00_1_1&amp;amp;s=books&amp;amp;sr=1-1 Amazon]&lt;br /&gt;
ZUSAMMENFASSUNG:&lt;br /&gt;
Teil I&lt;br /&gt;
Teil II&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEil III - religiöse Praxis (Seite 127 - 183)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Es gibt 5 Hauptaufgaben der Gottheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Schöpfung, Erhalt und Zerstörung der Welt (i.d.R. Durch Brahma, Visnu und Siva verkörpert und &amp;quot;trimurti&amp;quot; genannt)&lt;br /&gt;
Sowie (4) Verwirrung der Individuen / Verhüllung der Erkenntnis&lt;br /&gt;
Und (5) Enthüllung, Offenbarung, Erlösung.&lt;br /&gt;
* All dies tun sowohl weit verbreitet verehrte Hauptgötter sowie Dorf- und Familiengottheiten&lt;br /&gt;
* Als Hauptgötter gelten Visnu, Krsna, Rama, Siva, Sri Laksmi, Durga, Kali (letztere drei sind weiblich)&lt;br /&gt;
* Visnu ist in vedischen Texten und Epen als mächtiger Gott etabliert. Er schafft, erhält und zerstört (zur Rettung der Ordnung) die Welt. Er erscheint auch in Form von 10 Herabkünften (Avataren) zu denen nach bestimmten Überlieferungen auch Krsna, Rama und Buddha gehören. Seine letzte Verkörperung steht beim Weltenuntergang bevor. Das kann so lange aber nicht mehr dauern: Schließlich gibt es eine Abfolge von 4 Weltaltern, in deren Letzterem (degenerierten) wir und befinden. (so Ein Viererzyklus dauert 4,32 Millionen Jahre. Das letzte Zeitalter begann nach traditioneller Auffassung mit dem Tode Krsnas 3102 v.Chr.) In der dann folgenden kosmischen Nacht wird Visnu schlafen. Durch seine Kraft genährt wird Brahman die Welt neu erschaffen.&lt;br /&gt;
* Krsna spielt eine zentrale Rolle im Mahabharata-Epos, u.a. Der Bhagavadgita. Er ist der Flöte spielende Beschützer der Kühe und Verführer der Hirtinnen. Obwohl er als Visnu-Avatar gilt, und teilweise mit diesem identifiziert wird, ist er doch ein eigenständiger Gott und wir gar als &amp;quot;Der Höchste&amp;quot; verehrt.&lt;br /&gt;
* Rama ist zusammen mit Sita das ideale Ehepaar der indischen Kulturgeschichte (vor allem wohl der duldenden Gattin wegen). Die Fernsehfassung des epischen Textes Ramayana war in den 80er Jahren mit ihren 100Folgen ein überwältigender Erfolg. Die Wiederkehr von Ramas Herrschaft (Ramaraja) wurde zum politischen Programm Dr indischen Unabhängigkeitsbewegung und des Hindu-Fundamentalismus.&lt;br /&gt;
* Siva - als alter Gott keine Visnu-Inkarnation ist der Her der Nutztiere. Mahesvana (mächtiger Herr) und Mahadeva (Großer Gott) sind ihm beigelegte Eigennahmen. Als einsamer Jäger mit Pfeil und Bogen an den Randzonen der Gesellschaft ist er bedrohlich und besonders zerstörerischer Macht ausgestattet. Er ist Asket und Herr des Yoga, aber auch mit hoher sexueller Energie und Macht gesegnet, weshalb sein Zeichen das phallische Emblem &amp;quot;Lingam&amp;quot; ist.&lt;br /&gt;
* Sri Laksmi taucht aus dem Chaos auf und wählt Visnu als kosmischen Herrscher und Gatten. &lt;br /&gt;
* Durga und Kali werden als jeweils singuläre Hauptgöttinnen, teilweise in Assoziation zu Siva (Liebe, Tod, Zerstörung) verehrt.&lt;br /&gt;
* Göttinnen haben grundsätzlich einen ähnlichen&amp;quot;Zuständigkeitsbereich&amp;quot; wie männliche Götter, treten aber auch als Symbolisierungen (Göttin Morgenröte, Göttin Sprache) auf.&lt;br /&gt;
* Als regionale oder Dorfgottheit wird häufig Siva, seltener Visnu in einer bestimmten regionalen Erscheinung verehrt, aber auch andere Haupt- und Nebengötter, die dann meist als bestimmte Ausprägung der Hauptgötter interpretiert werden. Hier hat auch eine Verschmelzung älterer oder nur regional bekannter Gottheiten mit hinduistischen Hauptgöttern stattgefunden. man spricht auch von kultureller Sanskritisierurng. &lt;br /&gt;
* Die insgesamt über 300 Millionen verehrten Gottheiten kann dazu führen, den Hinduismus als polytheistische Religion zu sehen. Andererseits werden wohl die einzelnen Gottheiten als nur verschiedene Aspekte des einen Göttlichen verstanden. Die &amp;quot;trimurti&amp;quot; bspw. &amp;quot;... Ist kein Polytheismus, sondern ist das Signum der Einheit der göttlichen Zuwendung zur Welt.&amp;quot; (Malinar S. 147)&lt;br /&gt;
* Ort der religiösen Praxis ist der meist vorhandene Hausschrein oder der Dorfschrein, an dem geopfert wird, um die Götter ( und Ahnen und Geister...) in ihrem willkürlichen Spiel mit Der Welt und dem Menschengeschick milde zu stimmen oder die Ahnen nicht gegen sich aufzubringen. &lt;br /&gt;
* Daneben wird Religiosität in Festen praktiziert, in deren Rahmen u.a. Sänger und Musiker z.T. Über mehrere Tage und Nächte religiöse Texte und Epen rezitieren. &lt;br /&gt;
* Ein weiterer Ort religiöser Praxis (und unter Umständen auch Pilgerfahrt) ist der nach symbolischer (u.a. Am menschlichen Körper orientierten) Architektur angelegte Tempel. Die Tempel werden von einer i.d.R. Brahmanischen und männlichen Priesterschaft betrieben. acht Gottesdienste am Tag sind normal. &lt;br /&gt;
* Die Landkarte Indiens als kosmographischer Region ist insgesamt auch als religiös-symbolische Karte, u.a. Mit einer nord-südlichen Werteskala, zu lesen.&lt;br /&gt;
* Indien ist &amp;quot;Karmabhurmi&amp;quot;, der Ort des Ansammelns von Verdiensten und damit der Möglichkeit der Erlösung.&lt;br /&gt;
* Indien ist Ort des Dharma, der (richtigen) Ordnung (des Kastenwesens) und der rituellen Reinheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Egbert Richter-Ushanas: Die Philosophie der Bhagavadgita in der indischen Tradition und im Abendland. 2011. [Dissertation] grottenschlecht&lt;br /&gt;
* Swami Chinmayananda: La Bhagavad Gîtâ. Übersetzt ins Französische von Christiane Madeline. Paris. 2012.&lt;br /&gt;
* Michel Hulin &amp;amp; Emile Senart: La Bhagavad-Gita: Suivie du Commentaire de Sankara. Paris. 2010.&lt;br /&gt;
* [[Media:Ahmad-Epic-Counter-Eoic-India-1963.pdf‎]]&lt;br /&gt;
* [http://www.theosophy.de/books/DIE%20BHAGAVAD%20GITA.pdf DIE BHAGAVAD-GÎTÂ auf Basis von Franz Hartann als theosophische Übersetzung von 2008/1922]&lt;br /&gt;
=====Zusatzquellen zum Thema Religion=====&lt;br /&gt;
* [[Media:Religion_und_Evolution-_Strafende_Götter_als_Erfolgsgeheimnis_der_Menschheit_-_SPIEGEL_ONLINE_-_Wissenschaft.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Spektrum_Glaube_als_waffe_im_Kampf_ums_dasein_2009_4_S68.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Purzycki_Moralistic_gods_2016.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
===Kontext===&lt;br /&gt;
====Einbettung in indische Geschichte====&lt;br /&gt;
====Hinduismus vs.Buddhismus====&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Bhagavad-gita/Mahabharata&amp;diff=735</id>
		<title>Bhagavad-gita/Mahabharata</title>
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		<updated>2016-06-05T15:03:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* Zusatzquellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 6. April 2016 - 20:30 bei Tobias: Anbahnung des neuen Themas, Bestimmung der Lektüre und Kontextthemen&lt;br /&gt;
* 25.Mai 2016 - bei Andreas: Einleitung von S. Radhakrishnan von 1958&lt;br /&gt;
* 8.Juli 2016 - bei Tiemo: Kontextthemen aus &amp;quot;Hinduismus&amp;quot; von Malinar 2009 (Matthias -&amp;gt; Geschichte; Andreas -&amp;gt; Religiöse Praxis; Tiemo -&amp;gt; Soziale Dimension; Tobias -&amp;gt; Konzepte)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
===Mahabharata===&lt;br /&gt;
Das Mahabharata (Sanskrit, महाभारत, n., mahābhārata „die große Geschichte der Bharatas“) ist das bekannteste indische Epos. Man nimmt an, dass es erstmals zwischen 400 v. Chr. bis 400 n. Chr. niedergeschrieben wurde, aber auf älteren Traditionen beruht (bis zu 7000 v. Chr.). Es umfasst etwa 100.000 Doppelverse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große indische Dichter, wie z. B. Kalidasa, haben immer wieder auf das Mahabharata sowie auf das Ramayana, das zweite große Volksepos Indiens, zurückgegriffen. Die Epen bilden zusammen mit den Puranas und anderen Werken als Bestandteile der Smritis den Kern der hinduistischen Überlieferung. Den bedeutendsten philosophischen Text des Mahabharata, die Bhagavadgita, zählt man oft zu den Shrutis, den Offenbarungsschriften. Zusammen mit dem tibetischen Epos des Königs Gesar gehört das Mahabharata zu den umfangreichsten literarischen Werken der Welt.&lt;br /&gt;
Das Werk ist eines der wichtigsten Dharma-Bücher und darum für Hindus ein wichtiger Leitfaden. Es schneidet alle Aspekte hinduistischer Ethik an, weist einerseits orthodoxe Äußerungen auf, etwa über die Aufgaben der Kasten und Frauenpflichten, dann wiederum erhebt es an vielen Stellen heftigen Protest dagegen.&lt;br /&gt;
Mit seiner großen Anzahl an Geschichten und Motiven sowie seinen unzähligen religiösen und philosophischen Parabeln wird die Bedeutung des Epos am besten mit dem Satz aus dem ersten Buch zusammengefasst: „Was hier gefunden wird, kann woanders auch gefunden werden. Was hier nicht gefunden werden kann, kann nirgends gefunden werden.“&lt;br /&gt;
Das Mahabharata ist sowohl Heldenepos als auch ein bedeutendes religiöses und philosophisches Werk, dessen Ursprung möglicherweise in vedischer Zeit liegt. Traditionell wird der mythische Weise Vyasa als Autor angenommen, der in der Geschichte selbst eine Rolle spielt. Der Legende nach soll er es komponiert und dem elefantenköpfigen Gott Ganesha diktiert haben. Im Laufe der Jahrhunderte kam es immer wieder zu Veränderungen und Weiterentwicklungen des Werks, denn vieles wurde lange Zeit nur mündlich überliefert. Es besteht aus vielen Schichten, die sich im Laufe der Zeit anlagerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mahabharata ist in achtzehn Kapitel und eine Appendix unterteilt und enthält neben der Hauptgeschichte hunderte von Nebengeschichten und kleinere Episoden. Grundsätzlich beschäftigt sich das umfangreiche Epos mit allen Themen, die im Hinduismus wichtig sind: mit dem Leben der Geschöpfe, mit Tod und Wiedergeburt, mit Karma und Dharma (Rechtschaffenheit), beschreibt Glück und Leid, die Ergebnisse der guten und der schlechten Taten, das Opfer, sowie die verschiedenen Zeitalter, es beschäftigt sich mit den Göttern und überliefert uralte Hymnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rahmenhandlung beschreibt den Kampf der Kauravas mit den Pandavas, zweier verwandter Fürstenfamilien, auf dem Schlachtfeld in Kurukshetra (nördlich von Delhi). Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich im Kern um ein historisches Geschehen handelt, für viele Inder sind die Begebenheiten Tatsache. Der Kampf wird als schrecklicher Bruderkrieg dargestellt, bei dem viele Menschen starben. Er bildet auch den dramaturgischen Hintergrund der Bhagavad-Gita (Gesang Gottes), in der es um philosophisch-religiöse Inhalte geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hauptgeschichte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Fürst aus dem alt-indischen Herrschergeschlecht der Bharatas hatte drei Söhne: Dhritarashtra, Pandu und Vidura. Der älteste, der blinde Dhritarashtra, konnte wegen seiner Blindheit den Thron nicht besteigen. Trotzdem übertrug der regierende Pandu nach einiger Zeit den Thron seinem blinden Bruder und zog sich mit seinen beiden Frauen Kunti und Madri in die Wälder zurück. Dort wurden ihm, bevor er starb, fünf Söhne geboren, die Pandavas (Söhne von Pandu): Yudhishthira, Bhima, Arjuna, sowie die Zwillinge Nakula und Sahadava. Der regierende blinde König Dhritarashtra hatte einhundert Söhne, die Kauravas (benannt nach dem Urahn Kuru), von denen der älteste, Duryodhana, zum Hauptgegenspieler der Pandavas wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Haupterzählstrang des Mahabharata beschäftigt sich mit dem Konflikt zwischen diesen beiden verwandten Familien und ihren Verbündeten. Die Kauravas unter Führung von Duryodhana versuchen immer wieder, ihre Cousins – die Pandava-Brüder – zu beseitigen, um ihren eigenen Anspruch auf den Thron zu sichern. Aber die Pandavas können entkommen und streifen einige Jahre zusammen mit ihrer Mutter Kunti als Asketen verkleidet umher. Am Ende dieser Zeit gewinnt Arjuna die Hand der Prinzessin Draupadi auf ihrer Gattenwahl. Doch aufgrund ihres vorbestimmten Schicksals und durch ein Missverständnis von Kunti wird sie zur Ehefrau aller fünf Pandavas. Denn als die fünf Brüder zu ihrer Mutter Kunti nach Hause kamen, meinte diese, ohne aufzuschauen und ohne die neue Schwiegertochter bemerkt zu haben, sie sollten untereinander alles teilen, was sie mitgebracht hätten. Da einem Befehl der Mutter nicht widersprochen werden durfte, heiratete Draupadi alle fünf Söhne, obwohl dies nicht Sitte war, und trotz der Bedenken des regierenden Königs Dhritarashtra.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weiteren Verlauf der Geschichte besitzen die Pandavas und die Kauravas je ein Königreich, damit der Frieden gesichert werden kann. Aber die Kauravas organisieren ein Würfelspiel, in dem die Pandavas ihr gesamtes Königreich verlieren. Schließlich müssen die Pandavas zwölf Jahre lang im Exil leben und sich dann im dreizehnten Jahr unerkannt in der Gesellschaft aufhalten. Doch selbst nach diesen dreizehn Jahren verweigern die Kauravas unter der Führung von Duryodhana die Rechte der Pandavas, wobei sich auch der regierende blinde König Dhritarashtra mit seinem Beraterstab auf die Seite seiner Söhne stellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es zum großen Krieg, bei dem elf Stämme auf der Seite der Kauravas gegen sieben auf der Seite der Pandavas kämpfen. Auch der mit beiden Familien verwandte König Krishna, von dem es heißt, dass er ein Avatar des Gottes Vishnu sei, beteiligt sich als Wagenlenker des Pandava Arjuna an der Auseinandersetzung. Vor Beginn der großen Schlacht vermittelt Krishna ihm die Lehren der Bhagavad-Gita. Schließlich, nach unsäglichem Leid auf beiden Seiten, gewinnen die Pandavas und führen ihr Volk in eine glückliche Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Jahren gehen die Pandava-Brüder mit ihrer Frau Draupadi auf eine Pilgerreise in den Himalaya. Bis auf Yudhishthira sterben unterwegs nacheinander alle. Ihm schließt sich ein Hund an, der ihm bis zum Himmelstor folgt. Nun wird der Pandava geprüft und er muss seine Lieben unter Qualen in der Hölle finden. Doch als sich herausstellt, dass Yudhisthira eher bei seiner Frau, seinen Brüdern und dem Hund bleiben will, als ohne diese die himmlische Herrlichkeit zu genießen, fällt sein menschlicher Körper endgültig von ihm ab und er erkennt, dass alles ein Trugbild zu seiner Prüfung war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bhagavad-gita===&lt;br /&gt;
====Basisinformation====&lt;br /&gt;
Ein Teil des Epos Mahabharata - Die Bhagavad Gita (gītā – Lied, Gedicht; bhagavan – der Erhabene, Gott; „der Gesang des Erhabenen“), verkürzt auch nur Gita, ist eine der zentralen Schriften des Hinduismus. Sie hat die Form eines spirituellen Gedichts. Der vermutlich zwischen dem fünften und dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert entstandene Text ist eine Zusammenführung mehrerer verschiedener Denkschulen des damaligen Indien auf Grundlage der Veden, der Upanishaden, des orthodoxen Brahmanismus, des Yoga und weitere, steht aber den Upanishaden gedanklich am nächsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lehren der Bhagavad-Gita sind eingebettet in einen umfangreichen episch-dramatischen Kontext, in das Epos Mahabharata („die große Geschichte der Bharatas“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es handelt sich um eine Selbstoffenbarung Krishnas, der sich vor Beginn eines großen Krieges, welchen das Mahabharata ausführlich beschreibt, auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra dem Fürsten Arjuna als göttliches oder kosmisches Selbst zu erkennen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krishna (wörtlich „der Schwarze“) ist eine hinduistische Form des Göttlichen und wird meist als der achte Avatara von Vishnu verehrt. Für seine Anhänger ist er die Inkarnation des Höchsten. Krishna kommt in der Bhagavadgita, je nach Kontext, unterschiedliche Bedeutung zu: Einmal wird er als das kosmische Selbst angesehen, das alles Lebende durchdringt; ein anderer Aspekt ist die Bedeutung als innere Göttlichkeit, die eine Reflexion des kosmischen Selbstes in jedem Lebewesen ist. Eine dritte Funktion ist die des spirituellen Lehrers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entsprechend der hinduistischen Mythologie leben wir jetzt im Kali-Yuga, dem „dunklen, schwarzen Zeitalter“, das nach Krishnas Tod begann (3102 v. Chr.). Von Krishna heißt es, er sei gekommen, um den Menschen jene ethischen und philosophischen Unterweisungen zu geben, die für die Zeit dieses Yuga notwendig seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich es einen historischen Hintergrund für die Ghita gibt, ist der Text nicht als geschichtlich zu betrachten. Viele Hindus sehen ihn als Allegorie. Eine mögliche und weit verbreitete Sichtweise ist, dass es sich um ein Zwiegespräch handelt zwischen der inneren Göttlichkeit, verkörpert durch Krishna, und der menschlichen Seele, die Arjuna darstellt: das Schlachtfeld sei das Leben, und die feindlichen Heerscharen, gegen die Arjuna antreten muss, verkörperten die menschlichen Schwächen, die besiegt und überwunden werden müssten. Neben dieser sich auf das Individuum beziehenden Deutung ist es möglich, der Bhagavadgita eine Deutung zu geben, die sich auf die Menschheit als Ganzes bezieht. In dieser evolutionären Anschauung ist die Schlacht ein Aufeinandertreffen der asurischen, egoistischen Kräfte mit denen der göttlichen Ordnung. Arjuna und seine Mitstreiter werden in diesem Bemühen von Krishna, dem Avatar, angeführt und unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Inhalt====&lt;br /&gt;
Die Söhne des Fürsten Pandu werden von ihrem Onkel Dhritarashtra aus dem Stamm der Kurus und von dessen Söhnen um ihren rechtmäßigen Thronanspruch betrogen und immer wieder Verfolgungen ausgesetzt. Schließlich kommt es auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra, der „Stätte der Kurus“, zu einer großen Schlacht. Arjuna, der dritte der Söhne des Pandu, befindet sich in einem persönlichen Konflikt zwischen der Zuneigung zu seinen Verwandten auf der Gegenseite und seiner Pflicht als Fürst und dem rechtmäßigen Anspruch seiner Familie auf Land und Thron. Er ist „von Furcht überwältigt“ und weigert sich zu kämpfen. Auf seinem Streitwagen (sanskrit: Ratha) befindet sich Krishna als Wagenlenker. Dieser versucht Arjuna durch religiös-philosophische Unterweisung aus seinem Zwiespalt zu befreien und zum Kampf zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Formale Aspekte ====&lt;br /&gt;
Sie besteht aus 700 Strophen, die auf 18 Gesänge bzw. Kapitel verteilt sind. Die Gita umfasst die Gesänge 25 bis 42 des 6. Buches der Mahabharata.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der größte Teil des Werkes besteht aus zwei Verszeilen, die aufeinanderbezogen sind. Jede Verszeile setzt sich aus zwei achtsilbigen Reihen zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel (1. Gesang, Vers 47):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
evam uktvārjunaḥ saṅkhye (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rathopastha upāviśat, (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
visṛjya sa śaraṁ cāpaṁ, (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
śokasaṁvignamānasaḥ. (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Arjuna sank leiderfüllt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf seines Wagens Sitz zurück,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bogen glitt ihm aus der Hand,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Gram umflorte seinen Blick.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Strophen wird von diesem Metrum ohne erkennbaren Grund abgewichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Bedeutung im Hinduismus====&lt;br /&gt;
Hindus betrachten die Lehren der Bhagavad-Gita traditionell als Quintessenz der Veden. Beim Studium ergeben sich oft scheinbare Widersprüche: Während einige Stellen anscheinend einen Dualismus lehren – die Zweiheit von Natur und Geist, von Gott und Mensch –, lehren andere die Einheit. Durch diese unterschiedlichen Auslegungsmöglichkeiten ist das Gedicht Mittelpunkt für die verschiedensten Glaubensrichtungen.&lt;br /&gt;
Die achtzehn Kapitel des Epos haben das gesamte indische Geistesleben beeinflusst. Kein Text der Hinduliteratur wird so viel gelesen, so oft auswendig gelernt und so häufig zitiert, wie diese Verse. Viele Hindus ziehen das Buch als wichtigen Ratgeber heran, und auch für Mahatma Gandhi war es von erheblicher Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Versionsgeschichte und Übersetzungen====&lt;br /&gt;
Traditionell gehören Übersetzer Kommentatoren einer spirituellen Tradition oder Schule und bestimmten Gurulinien an, die jede für sich beanspruchen, am zuverlässigsten den Originaltext wiederzugeben. Die verschiedenen Übersetzer und Kommentatoren haben bisweilen auch weit voneinander abweichende Ansichten über die Bedeutung bestimmter Sanskritwörter und Ausdrücke. Dies führt dazu, dass Interpretationen ganzer Abschnitte in den Literaturwissenschaften des Westens oft mit den traditionellen Ansichten nicht übereinstimmen. Nach Aussage des Indologen Helmut von Glasenapp lässt sich auch die Treffsicherheit des Ausdrucks und der Hauch des Weihevollen, die dem Urtext eigen sind, nicht voll übertragen. Eine weitere Schwierigkeit besteht bei der Übersetzung darin, dem Original treu zu bleiben und dennoch Metrum und Reim zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der älteste und zugleich einflussreichste indische Version  des Mittelalters stammt von Shankara, dem bedeutendsten Philosophen der Vedanta-Schule des Advaita-Vedanta (Nicht-Dualität). Nach ihm weisen auch die Lehren der Gita auf die Erkenntnis einer sich als pure Erscheinung (Maya) manifestierenden, differenzierten Wirklichkeit sinnlicher und gedanklicher Erfahrung. Anderer Ansicht ist dagegen Ramanuja, der im elften Jahrhundert lebte und lehrte, dass die erfahrbare Welt keine Täuschung oder Illusion, sondern in all in ihrer Vielfalt real ist, diese Realität gleichwohl aber vom Allerhöchsten abhänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein persischer Universalgelehrter hat sich mitder Ghita um 1000 in einem berühmten Buch über Indien, dem Kitab-al-Hind, beschäftigt. Um 1600 wurde das Werk in persische Prosa übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1785 kam die Bhagavad Gita, durch den Orientalisten Charles Wilkins übersetzt, nach Europa. August Wilhelm Schlegel, der Inhaber des ersten Lehrstuhls für Indologie in Deutschland an der Universität Bonn, ließ die ersten Sanskrit-Texte 1823 in Europa mit einer lateinischen Übersetzung zu drucken. Sie fand begeisterte Aufnahme, und viele zeitgenössische Gelehrte verbreiteten sie unter ihren Schülern. Wilhelm von Humboldt schrieb 1825 bis 1826 zwei Abhandlungen darüber in den Schriften der Berliner Akademie. Er bezeichnete die Bhagavad Gita als „… das schönste, ja vielleicht das einzig wahrhafte philosophische Gedicht, das alle uns bekannten Literaturen aufzuweisen haben“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavad-Gita wurde in Versform unter anderem von Robert Boxberger (1870), Franz Hartmann (1904) Theodor Springmann (1920), und Leopold von Schroeder (1937) (ins Deutsche) und von Friedrich Rückert (ins Lateinische) übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den zahlreichen Prosa-Übersetzungen diejenigen von Richard Garbe (1905), Paul Deussen (1906) und Rudolf Otto (1935) von besonderem wissenschaftlichen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert wurden Kommentare von den Großen der indischen Unabhängigkeitsbewegung Bal Gangadhar Tilak , Mahatma Gandhi und Sri Aurobindo geschrieben. Andere moderne Kommentatoren waren Swami Vivekananda und Sarvepalli Radhakrishnan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltweit verbreitet ist heute die Übersetzung und Kommentierung Bhagavad-gītā, wie sie ist des ISKCON („Hare Krishna“)-Begründers Prabhupada, derdie Lehren im Lichte des monotheistischen Gaudiya Vaishnavatums betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
====Die Einleitung====&lt;br /&gt;
	1. Die Bedeutung der ganzen Ghita&lt;br /&gt;
	2. Alter und Text&lt;br /&gt;
	3. Hauptkommentatoren&lt;br /&gt;
	4. Letzte Realität&lt;br /&gt;
	5. Krisna&lt;br /&gt;
	6. Zustand der Welt - die Formung Maya&lt;br /&gt;
	7. Die Einzelseele&lt;br /&gt;
	8. Yoga satra die Erziehung&lt;br /&gt;
	9. Jnana oder das erlösende Wissen&lt;br /&gt;
	10. Der Weg der Erkenntnis - Jnana marga&lt;br /&gt;
	11. Der Weg der Hingabe: Bhakit-marga&lt;br /&gt;
	12. Der Weg des Handelns Karma-marga&lt;br /&gt;
        13. Das Ziel&lt;br /&gt;
====Fragen zum Thema Religion====&lt;br /&gt;
* Stört die religiöse Differenzierung bei der Lösung  globaler Fragen des 21.Jahrhunderts?&lt;br /&gt;
* Muss &amp;quot;gegen Religion&amp;quot; insofern Aufklärung betrieben werden?&lt;br /&gt;
* oder braucht es Religion weiterhin als Gegenkonzept zu Technikwelt, Konsum, politischen Sytemen ...?&lt;br /&gt;
* Wie könnte man gegen Religion vorgehen, ohne Menschen ins Leere fallen zu lassen?&lt;br /&gt;
* Wenn Religion wichtig ist, wie gehen wir global mit den Religionskonflikten um, ohne die dahinterliegenden Bedürfnisse zu ignorieren?&lt;br /&gt;
* Wie kommt man trotz oder mit religiöser Divergenz  auf Lösungen globaler Herausforderungen?&lt;br /&gt;
* Muss/kann/sollte Religion eine Rolle spielen in einer  teilweise entmystifizierten Umwelt?&lt;br /&gt;
* Und was ist Religion/Glaube überhaupt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
* Richard Garbe von 1905: Die Bhagavadgita aus dem Sanskrit als Prosa übersetzt. Mit einer Einleitung über ihre ursprüngliche Gestalt, ihre Lehren und ihr Alter. Leipzig. [http://www.amazon.de/Die-Bhagavadgita-Aus-Sanskrit-Bersetzt/dp/1168526809 Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Helmuth von Glasenapp von 1986/1965: Bhagavadgita - von einem bekannten deutscher Indologe und Schüler von R.Garbe - ästhetische, an die Metrik des Originals anknüpfende Übersetzung. [http://www.amazon.de/Bhagavadgita-Helmuth-von-Glasenapp/dp/3150078741 Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sarvepalli Radhakrishnan von 1958: Die Bhagavadgita, Sanskrittext mit Einleitung und Kommentar von S. Radhakrishnan, mit dem indischen Urtext  verglichen und ins Deutsche als Prosa übersetzt von Siegfried Lienhard.  Baden-Baden. 447 S. [Akademischer Standard]&amp;lt;br&amp;gt;Radhakrishnan schreibt, dass nach Aussage der Bhagavad Gita „ein Kampf zwischen Gut und Böse in der Welt stattfindet, an dem Gott innigen Anteil nehme“. Radhakrishnan sieht in der Gestalt von Krishna, wie sie in der Gita erscheint, „eine Veranschaulichung der geistigen Quellen und der verborgenen Göttlichkeit des Menschen“. [http://www.amazon.de/Bhagavadgita-Sanskrittext-Einleitung-Radhakrishnan-verglichen/dp/B002HLPD6G/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1459597595&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Bhagavadgita Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada von 1972: Die &amp;quot;Bhagavad-gita Wie Sie Ist&amp;quot; beinhaltet eine Wort-für-Wort Übersetzung und Kommentierung der Bhagavad-gita, dem Gründer der Internationalen Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein (ISKCON).&amp;lt;br&amp;gt;Das von Prabhupada verfasste Werk bietet die originalen Sanskrit-Verse in Devanagari und in einer lateinischen Transliteration. Es folgt eine Wort-für-Wort-Übersetzung und anschließend die Übersetzung des jeweiligen Verses mit Erläuterungen.&amp;lt;br&amp;gt;Die &amp;quot;Bhagavad-gita Wie Sie Ist&amp;quot; ist neben dem Srimad Bhagavatam eine der wichtigsten Schriften der ISKCON und anderer Gaudiya-Vaishnava-Organisationen. Der Autor kommentiert die Bhagavad-gita in der Auslegung der Gaudiya Vaishnavas, des bengalischen Vaishnavatums. Bhaktivedanta Prabhupada, Geb. 1896 in Kalkutta, kam auf Wunsch seines Spirituellen Meisters 1965 mit einem Schiff nach New York, um den Hare Krishna Mahamantra in der westlichen Welt zu verbreiten. Er konnte 1972 sein vollständiges und ungekürztes Manuskript der Bhagavad Gita As It Is bei The Macmillan Company in New York veröffentlichen. Die deutsche Gita Wie Sie Ist ist eine Übersetzung seiner Schüler vom englischen Original und wurde zum ersten mal 1974 herausgegeben. 1981 (die 5. Auflage) wurde eine verbessert-übersetzte Version herausgebracht, und 1983 nochmals nachgedruckt.&amp;lt;br&amp;gt;2012 wurde eine eventuell verfälschend ergänzte weitere Auflage herausgebracht.&lt;br /&gt;
** [http://www.interessantes.at/gita/1983-Bhagavad-gita_Wie_Sie_Ist.pdf Bhagavad Gita Wie Sie Ist von 1983]&lt;br /&gt;
** [http://www.amazon.de/gp/product/9171496513/ref=pd_lpo_sbs_dp_ss_2?pf_rd_p=556245207&amp;amp;pf_rd_s=lpo-top-stripe&amp;amp;pf_rd_t=201&amp;amp;pf_rd_i=3150078741&amp;amp;pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;amp;pf_rd_r=14PP0VCZDB5DPVBYS61W Bhagavad-Gita von A. C. Bhaktivedant Prabhupada von 2012]&lt;br /&gt;
** [http://www.interessantes.at/gita.htm Hintergrund zu Bhagavad Gita Wie Sie Ist]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* Jack Hawley von 2002: Eine moderne Prosa-Fassung Bhagavadgita [http://www.amazon.de/gp/product/3442216079/ref=pd_lpo_sbs_dp_ss_1?pf_rd_p=556245207&amp;amp;pf_rd_s=lpo-top-stripe&amp;amp;pf_rd_t=201&amp;amp;pf_rd_i=3150078741&amp;amp;pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;amp;pf_rd_r=14PP0VCZDB5DPVBYS61W Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Zusatzquellen====&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: The Bhagavadgita: Doctrines and Contexts. Cambridge. 2007.&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: Rajavidya: Das königliche Wissen um Herrschaft und Verzicht. Studien zur Bhagavadgita. 1996. [Habilitation. Ausführlicher Grundlagentext mit Kommentierung der Verse und historischem Kontext.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: Hinduismus. 2009. [https://www.amazon.de/Hinduismus-Studium-Religionen-Band-3197/dp/3825231976?ie=UTF8&amp;amp;qid=1464725453&amp;amp;ref_=la_B00455RJ00_1_1&amp;amp;s=books&amp;amp;sr=1-1 Amazon]&lt;br /&gt;
ZUSAMMENFASSUNG:&lt;br /&gt;
Teil I&lt;br /&gt;
Teil II&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEil III - religiöse Praxis (Seite 127 - 183)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Es gibt 5 Hauptaufgaben der Gottheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Schöpfung, Erhält und Zerstörung der Welt (i.d.R. Durch Brahma, Visnu und Siva verkörpert und &amp;quot;ttrimurti&amp;quot; genannt)&lt;br /&gt;
Sowie (4) Verwirrung der Individuen / Verhüllung der Erkenntnis&lt;br /&gt;
Und (5) Enthüllung, Offenbarung, Erlösung.&lt;br /&gt;
* All dies tun sowohl weit verbreitet verehrte Hauptgötter sowie Dorf- und Familiengottheiten&lt;br /&gt;
* Als Hauptgötter gelten Visnu, Krsna, Rama, Siva, Sri Laksmi, Durg, Kali ( letztere drei sind weiblich)&lt;br /&gt;
* Visnu ist in vedischen Texten und Epen als mächtiger Gott etabliert. Er schafft, erhält und zerstört ( zur Rettung der Ordnung) die Welt. Er erscheint auch in Form von 10 Herabkünften (Avataren) zu denen nach bestimmten Überlieferungen auch Krsna, Rama und Buddha gehören. Seine letzte Verkörperung steht beim Weltenuntergang bevor. In Dr dann folgenden kosmischen Nacht wird er schlafen. Durch seine Kraft genährt wird Brahman die Welt neu erschaffen.&lt;br /&gt;
* Krsna spielt eine zentrale Rolle im Mahabharata-Epos, u.a. Der Bhagavadgita. Er ist der Flöte spielende Beschützer der Kühe und Verführer der Hirtinnen. Obwohl er als Visnu-Avatar gilt, und teilweise mit diesem identifiziert wird, ist er doch ein eigenständiger Gott und wir gar als &amp;quot;Der Höchste&amp;quot; verehrt.&lt;br /&gt;
* Rama ist zusammen mit Sita das ideale Ehepaar der indischen Kulturgeschichte (vor allem wohl der duldenden Gattin wegen). Die Fernsehfassung des epischen Textes Ramayana war in den 80er Jahren mit ihren 100Folgen ein überwältigender Erfolg. Die Wiederkehr von Ramas Herrschaft (Ramaraja) wurde zum politischen Programm Dr indischen Unabhängigkeitsbewegung und des Hindu-Fundamentalismus.&lt;br /&gt;
* Siva - als alter Gott keine Visnu-Inkarnation ist der Her der Nutztiere. Mahesvana (mächtiger Herr) und Mahadeva (Großer Gott) sind ihm beigelegte Eigennahmen. Als einsamer Jäger mit Pfeil und Bogen an den Randzonen der Gesellschaft ist er bedrohlich und besonders zerstörerischer Macht ausgestattet. Er ist Asket und Herr des Yoga, aber auch mit hoher sexueller Energie und Macht gesegnet, weshalb sein Zeichen das phallische Emblem &amp;quot;Lingam&amp;quot; ist.&lt;br /&gt;
* Sri Laksmi taucht aus dem Chaos auf und wählt Visnu als kosmischen Herrscher und Gatten. &lt;br /&gt;
* Durga und Kali werden als jeweils singuläre Hauptgöttinnen, teilweise in Assoziation zu Siva (Liebe, Tod, Zerstörung) verehrt.&lt;br /&gt;
* Göttinnen haben grundsätzlich einen ähnlichen&amp;quot;Zuständigkeitsbereich&amp;quot; wie männliche Götter, treten aber auch als Symbolisierungen (Göttin Morgenröte, Göttin Sprache) auf.&lt;br /&gt;
* Als regionale oder Dorfgottheit wird häufig Siva, seltener Visnu in einer bestimmten regionalen Erscheinung verehrt, aber auch andere Haupt- und Nebengötter, die dann meist als bestimmte Ausprägung der Hauptgötter interpretiert werden. Hier hat auch eine Verschmelzung älterer oder nur regional bekannter Gottheiten mit hinduistischen Hauptgöttern stattgefunden. man spricht auch von kultureller Sanskritisierurng. &lt;br /&gt;
* Die insgesamt über 300 Millionen verehrten Gottheiten kann dazu führen, den Hinduismus als polytheistische Religion zu sehen. Andererseits werden wohl die einzelnen Gottheiten als nur verschiedene Aspekte des einen Göttlichen verstanden. Die &amp;quot;trimurti&amp;quot; bspw. &amp;quot;... Ist kein Polytheismus, sondern ist das Signum der Einheit der göttlichen Zuwendung zur Welt.&amp;quot; (Malinar S. 147)&lt;br /&gt;
* Ort der religiösen Praxis ist der meist vorhandene Hausschrein oder der Dorfschrein, an dem geopfert wird, um die Götter ( und Ahnen und Geister...) in ihrem willkürlichen Spiel mit Der Welt und dem Menschengeschick milde zu stimmen oder die Ahnen nicht gegen sich aufzubringen. &lt;br /&gt;
* Daneben wird Religiosität in Festen praktiziert, in deren Rahmen u.a. Sänger und Musiker z.T. Über mehrere Tage und Nächte religiöse Texte und Epen rezitieren. &lt;br /&gt;
* Ein weiterer Ort religiöser Praxis (und unter Umständen auch Pilgerfahrt) ist der nach symbolischer (u.a. Am menschlichen Körper orientierten) Architektur angelegte Tempel. Die Tempel werden von einer i.d.R. Brahmanischen und männlichen Priesterschaft betrieben. acht Gottesdienste am Tag sind normal. &lt;br /&gt;
* Die Landkarte Indiens als kosmographischer Region ist insgesamt auch als religiös-symbolische Karte, u.a. Mit einer nord-südlichen Werteskala, zu lesen.&lt;br /&gt;
* Indien ist &amp;quot;Karmabhurmi&amp;quot;, der Ort des Ansammelns von Verdiensten und damit der Möglichkeit der Erlösung.&lt;br /&gt;
* Indien ist Ort des Dharma, der (richtigen) Ordnung (des Kastenwesens) und der rituellen Reinheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fortsetzung folgt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Egbert Richter-Ushanas: Die Philosophie der Bhagavadgita in der indischen Tradition und im Abendland. 2011. [Dissertation] grottenschlecht&lt;br /&gt;
* Swami Chinmayananda: La Bhagavad Gîtâ. Übersetzt ins Französische von Christiane Madeline. Paris. 2012.&lt;br /&gt;
* Michel Hulin &amp;amp; Emile Senart: La Bhagavad-Gita: Suivie du Commentaire de Sankara. Paris. 2010.&lt;br /&gt;
* [[Media:Ahmad-Epic-Counter-Eoic-India-1963.pdf‎]]&lt;br /&gt;
* [http://www.theosophy.de/books/DIE%20BHAGAVAD%20GITA.pdf DIE BHAGAVAD-GÎTÂ auf Basis von Franz Hartann als theosophische Übersetzung von 2008/1922]&lt;br /&gt;
=====Zusatzquellen zum Thema Religion=====&lt;br /&gt;
* [[Media:Religion_und_Evolution-_Strafende_Götter_als_Erfolgsgeheimnis_der_Menschheit_-_SPIEGEL_ONLINE_-_Wissenschaft.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Spektrum_Glaube_als_waffe_im_Kampf_ums_dasein_2009_4_S68.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Purzycki_Moralistic_gods_2016.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
===Kontext===&lt;br /&gt;
====Einbettung in indische Geschichte====&lt;br /&gt;
====Hinduismus vs.Buddhismus====&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Bhagavad-gita/Mahabharata&amp;diff=734</id>
		<title>Bhagavad-gita/Mahabharata</title>
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		<updated>2016-06-03T06:31:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* Zusatzquellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 6. April 2016 - 20:30 bei Tobias: Anbahnung des neuen Themas, Bestimmung der Lektüre und Kontextthemen&lt;br /&gt;
* 25.Mai 2016 - bei Andreas: Einleitung von S. Radhakrishnan von 1958&lt;br /&gt;
* 8.Juli 2016 - bei Tiemo: Kontextthemen aus &amp;quot;Hinduismus&amp;quot; von Malinar 2009 (Matthias -&amp;gt; Geschichte; Andreas -&amp;gt; Religiöse Praxis; Tiemo -&amp;gt; Soziale Dimension; Tobias -&amp;gt; Konzepte)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
===Mahabharata===&lt;br /&gt;
Das Mahabharata (Sanskrit, महाभारत, n., mahābhārata „die große Geschichte der Bharatas“) ist das bekannteste indische Epos. Man nimmt an, dass es erstmals zwischen 400 v. Chr. bis 400 n. Chr. niedergeschrieben wurde, aber auf älteren Traditionen beruht (bis zu 7000 v. Chr.). Es umfasst etwa 100.000 Doppelverse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große indische Dichter, wie z. B. Kalidasa, haben immer wieder auf das Mahabharata sowie auf das Ramayana, das zweite große Volksepos Indiens, zurückgegriffen. Die Epen bilden zusammen mit den Puranas und anderen Werken als Bestandteile der Smritis den Kern der hinduistischen Überlieferung. Den bedeutendsten philosophischen Text des Mahabharata, die Bhagavadgita, zählt man oft zu den Shrutis, den Offenbarungsschriften. Zusammen mit dem tibetischen Epos des Königs Gesar gehört das Mahabharata zu den umfangreichsten literarischen Werken der Welt.&lt;br /&gt;
Das Werk ist eines der wichtigsten Dharma-Bücher und darum für Hindus ein wichtiger Leitfaden. Es schneidet alle Aspekte hinduistischer Ethik an, weist einerseits orthodoxe Äußerungen auf, etwa über die Aufgaben der Kasten und Frauenpflichten, dann wiederum erhebt es an vielen Stellen heftigen Protest dagegen.&lt;br /&gt;
Mit seiner großen Anzahl an Geschichten und Motiven sowie seinen unzähligen religiösen und philosophischen Parabeln wird die Bedeutung des Epos am besten mit dem Satz aus dem ersten Buch zusammengefasst: „Was hier gefunden wird, kann woanders auch gefunden werden. Was hier nicht gefunden werden kann, kann nirgends gefunden werden.“&lt;br /&gt;
Das Mahabharata ist sowohl Heldenepos als auch ein bedeutendes religiöses und philosophisches Werk, dessen Ursprung möglicherweise in vedischer Zeit liegt. Traditionell wird der mythische Weise Vyasa als Autor angenommen, der in der Geschichte selbst eine Rolle spielt. Der Legende nach soll er es komponiert und dem elefantenköpfigen Gott Ganesha diktiert haben. Im Laufe der Jahrhunderte kam es immer wieder zu Veränderungen und Weiterentwicklungen des Werks, denn vieles wurde lange Zeit nur mündlich überliefert. Es besteht aus vielen Schichten, die sich im Laufe der Zeit anlagerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mahabharata ist in achtzehn Kapitel und eine Appendix unterteilt und enthält neben der Hauptgeschichte hunderte von Nebengeschichten und kleinere Episoden. Grundsätzlich beschäftigt sich das umfangreiche Epos mit allen Themen, die im Hinduismus wichtig sind: mit dem Leben der Geschöpfe, mit Tod und Wiedergeburt, mit Karma und Dharma (Rechtschaffenheit), beschreibt Glück und Leid, die Ergebnisse der guten und der schlechten Taten, das Opfer, sowie die verschiedenen Zeitalter, es beschäftigt sich mit den Göttern und überliefert uralte Hymnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rahmenhandlung beschreibt den Kampf der Kauravas mit den Pandavas, zweier verwandter Fürstenfamilien, auf dem Schlachtfeld in Kurukshetra (nördlich von Delhi). Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich im Kern um ein historisches Geschehen handelt, für viele Inder sind die Begebenheiten Tatsache. Der Kampf wird als schrecklicher Bruderkrieg dargestellt, bei dem viele Menschen starben. Er bildet auch den dramaturgischen Hintergrund der Bhagavad-Gita (Gesang Gottes), in der es um philosophisch-religiöse Inhalte geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hauptgeschichte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Fürst aus dem alt-indischen Herrschergeschlecht der Bharatas hatte drei Söhne: Dhritarashtra, Pandu und Vidura. Der älteste, der blinde Dhritarashtra, konnte wegen seiner Blindheit den Thron nicht besteigen. Trotzdem übertrug der regierende Pandu nach einiger Zeit den Thron seinem blinden Bruder und zog sich mit seinen beiden Frauen Kunti und Madri in die Wälder zurück. Dort wurden ihm, bevor er starb, fünf Söhne geboren, die Pandavas (Söhne von Pandu): Yudhishthira, Bhima, Arjuna, sowie die Zwillinge Nakula und Sahadava. Der regierende blinde König Dhritarashtra hatte einhundert Söhne, die Kauravas (benannt nach dem Urahn Kuru), von denen der älteste, Duryodhana, zum Hauptgegenspieler der Pandavas wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Haupterzählstrang des Mahabharata beschäftigt sich mit dem Konflikt zwischen diesen beiden verwandten Familien und ihren Verbündeten. Die Kauravas unter Führung von Duryodhana versuchen immer wieder, ihre Cousins – die Pandava-Brüder – zu beseitigen, um ihren eigenen Anspruch auf den Thron zu sichern. Aber die Pandavas können entkommen und streifen einige Jahre zusammen mit ihrer Mutter Kunti als Asketen verkleidet umher. Am Ende dieser Zeit gewinnt Arjuna die Hand der Prinzessin Draupadi auf ihrer Gattenwahl. Doch aufgrund ihres vorbestimmten Schicksals und durch ein Missverständnis von Kunti wird sie zur Ehefrau aller fünf Pandavas. Denn als die fünf Brüder zu ihrer Mutter Kunti nach Hause kamen, meinte diese, ohne aufzuschauen und ohne die neue Schwiegertochter bemerkt zu haben, sie sollten untereinander alles teilen, was sie mitgebracht hätten. Da einem Befehl der Mutter nicht widersprochen werden durfte, heiratete Draupadi alle fünf Söhne, obwohl dies nicht Sitte war, und trotz der Bedenken des regierenden Königs Dhritarashtra.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weiteren Verlauf der Geschichte besitzen die Pandavas und die Kauravas je ein Königreich, damit der Frieden gesichert werden kann. Aber die Kauravas organisieren ein Würfelspiel, in dem die Pandavas ihr gesamtes Königreich verlieren. Schließlich müssen die Pandavas zwölf Jahre lang im Exil leben und sich dann im dreizehnten Jahr unerkannt in der Gesellschaft aufhalten. Doch selbst nach diesen dreizehn Jahren verweigern die Kauravas unter der Führung von Duryodhana die Rechte der Pandavas, wobei sich auch der regierende blinde König Dhritarashtra mit seinem Beraterstab auf die Seite seiner Söhne stellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es zum großen Krieg, bei dem elf Stämme auf der Seite der Kauravas gegen sieben auf der Seite der Pandavas kämpfen. Auch der mit beiden Familien verwandte König Krishna, von dem es heißt, dass er ein Avatar des Gottes Vishnu sei, beteiligt sich als Wagenlenker des Pandava Arjuna an der Auseinandersetzung. Vor Beginn der großen Schlacht vermittelt Krishna ihm die Lehren der Bhagavad-Gita. Schließlich, nach unsäglichem Leid auf beiden Seiten, gewinnen die Pandavas und führen ihr Volk in eine glückliche Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Jahren gehen die Pandava-Brüder mit ihrer Frau Draupadi auf eine Pilgerreise in den Himalaya. Bis auf Yudhishthira sterben unterwegs nacheinander alle. Ihm schließt sich ein Hund an, der ihm bis zum Himmelstor folgt. Nun wird der Pandava geprüft und er muss seine Lieben unter Qualen in der Hölle finden. Doch als sich herausstellt, dass Yudhisthira eher bei seiner Frau, seinen Brüdern und dem Hund bleiben will, als ohne diese die himmlische Herrlichkeit zu genießen, fällt sein menschlicher Körper endgültig von ihm ab und er erkennt, dass alles ein Trugbild zu seiner Prüfung war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bhagavad-gita===&lt;br /&gt;
====Basisinformation====&lt;br /&gt;
Ein Teil des Epos Mahabharata - Die Bhagavad Gita (gītā – Lied, Gedicht; bhagavan – der Erhabene, Gott; „der Gesang des Erhabenen“), verkürzt auch nur Gita, ist eine der zentralen Schriften des Hinduismus. Sie hat die Form eines spirituellen Gedichts. Der vermutlich zwischen dem fünften und dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert entstandene Text ist eine Zusammenführung mehrerer verschiedener Denkschulen des damaligen Indien auf Grundlage der Veden, der Upanishaden, des orthodoxen Brahmanismus, des Yoga und weitere, steht aber den Upanishaden gedanklich am nächsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lehren der Bhagavad-Gita sind eingebettet in einen umfangreichen episch-dramatischen Kontext, in das Epos Mahabharata („die große Geschichte der Bharatas“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es handelt sich um eine Selbstoffenbarung Krishnas, der sich vor Beginn eines großen Krieges, welchen das Mahabharata ausführlich beschreibt, auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra dem Fürsten Arjuna als göttliches oder kosmisches Selbst zu erkennen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krishna (wörtlich „der Schwarze“) ist eine hinduistische Form des Göttlichen und wird meist als der achte Avatara von Vishnu verehrt. Für seine Anhänger ist er die Inkarnation des Höchsten. Krishna kommt in der Bhagavadgita, je nach Kontext, unterschiedliche Bedeutung zu: Einmal wird er als das kosmische Selbst angesehen, das alles Lebende durchdringt; ein anderer Aspekt ist die Bedeutung als innere Göttlichkeit, die eine Reflexion des kosmischen Selbstes in jedem Lebewesen ist. Eine dritte Funktion ist die des spirituellen Lehrers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entsprechend der hinduistischen Mythologie leben wir jetzt im Kali-Yuga, dem „dunklen, schwarzen Zeitalter“, das nach Krishnas Tod begann (3102 v. Chr.). Von Krishna heißt es, er sei gekommen, um den Menschen jene ethischen und philosophischen Unterweisungen zu geben, die für die Zeit dieses Yuga notwendig seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich es einen historischen Hintergrund für die Ghita gibt, ist der Text nicht als geschichtlich zu betrachten. Viele Hindus sehen ihn als Allegorie. Eine mögliche und weit verbreitete Sichtweise ist, dass es sich um ein Zwiegespräch handelt zwischen der inneren Göttlichkeit, verkörpert durch Krishna, und der menschlichen Seele, die Arjuna darstellt: das Schlachtfeld sei das Leben, und die feindlichen Heerscharen, gegen die Arjuna antreten muss, verkörperten die menschlichen Schwächen, die besiegt und überwunden werden müssten. Neben dieser sich auf das Individuum beziehenden Deutung ist es möglich, der Bhagavadgita eine Deutung zu geben, die sich auf die Menschheit als Ganzes bezieht. In dieser evolutionären Anschauung ist die Schlacht ein Aufeinandertreffen der asurischen, egoistischen Kräfte mit denen der göttlichen Ordnung. Arjuna und seine Mitstreiter werden in diesem Bemühen von Krishna, dem Avatar, angeführt und unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Inhalt====&lt;br /&gt;
Die Söhne des Fürsten Pandu werden von ihrem Onkel Dhritarashtra aus dem Stamm der Kurus und von dessen Söhnen um ihren rechtmäßigen Thronanspruch betrogen und immer wieder Verfolgungen ausgesetzt. Schließlich kommt es auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra, der „Stätte der Kurus“, zu einer großen Schlacht. Arjuna, der dritte der Söhne des Pandu, befindet sich in einem persönlichen Konflikt zwischen der Zuneigung zu seinen Verwandten auf der Gegenseite und seiner Pflicht als Fürst und dem rechtmäßigen Anspruch seiner Familie auf Land und Thron. Er ist „von Furcht überwältigt“ und weigert sich zu kämpfen. Auf seinem Streitwagen (sanskrit: Ratha) befindet sich Krishna als Wagenlenker. Dieser versucht Arjuna durch religiös-philosophische Unterweisung aus seinem Zwiespalt zu befreien und zum Kampf zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Formale Aspekte ====&lt;br /&gt;
Sie besteht aus 700 Strophen, die auf 18 Gesänge bzw. Kapitel verteilt sind. Die Gita umfasst die Gesänge 25 bis 42 des 6. Buches der Mahabharata.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der größte Teil des Werkes besteht aus zwei Verszeilen, die aufeinanderbezogen sind. Jede Verszeile setzt sich aus zwei achtsilbigen Reihen zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel (1. Gesang, Vers 47):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
evam uktvārjunaḥ saṅkhye (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rathopastha upāviśat, (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
visṛjya sa śaraṁ cāpaṁ, (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
śokasaṁvignamānasaḥ. (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Arjuna sank leiderfüllt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf seines Wagens Sitz zurück,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bogen glitt ihm aus der Hand,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Gram umflorte seinen Blick.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Strophen wird von diesem Metrum ohne erkennbaren Grund abgewichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Bedeutung im Hinduismus====&lt;br /&gt;
Hindus betrachten die Lehren der Bhagavad-Gita traditionell als Quintessenz der Veden. Beim Studium ergeben sich oft scheinbare Widersprüche: Während einige Stellen anscheinend einen Dualismus lehren – die Zweiheit von Natur und Geist, von Gott und Mensch –, lehren andere die Einheit. Durch diese unterschiedlichen Auslegungsmöglichkeiten ist das Gedicht Mittelpunkt für die verschiedensten Glaubensrichtungen.&lt;br /&gt;
Die achtzehn Kapitel des Epos haben das gesamte indische Geistesleben beeinflusst. Kein Text der Hinduliteratur wird so viel gelesen, so oft auswendig gelernt und so häufig zitiert, wie diese Verse. Viele Hindus ziehen das Buch als wichtigen Ratgeber heran, und auch für Mahatma Gandhi war es von erheblicher Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Versionsgeschichte und Übersetzungen====&lt;br /&gt;
Traditionell gehören Übersetzer Kommentatoren einer spirituellen Tradition oder Schule und bestimmten Gurulinien an, die jede für sich beanspruchen, am zuverlässigsten den Originaltext wiederzugeben. Die verschiedenen Übersetzer und Kommentatoren haben bisweilen auch weit voneinander abweichende Ansichten über die Bedeutung bestimmter Sanskritwörter und Ausdrücke. Dies führt dazu, dass Interpretationen ganzer Abschnitte in den Literaturwissenschaften des Westens oft mit den traditionellen Ansichten nicht übereinstimmen. Nach Aussage des Indologen Helmut von Glasenapp lässt sich auch die Treffsicherheit des Ausdrucks und der Hauch des Weihevollen, die dem Urtext eigen sind, nicht voll übertragen. Eine weitere Schwierigkeit besteht bei der Übersetzung darin, dem Original treu zu bleiben und dennoch Metrum und Reim zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der älteste und zugleich einflussreichste indische Version  des Mittelalters stammt von Shankara, dem bedeutendsten Philosophen der Vedanta-Schule des Advaita-Vedanta (Nicht-Dualität). Nach ihm weisen auch die Lehren der Gita auf die Erkenntnis einer sich als pure Erscheinung (Maya) manifestierenden, differenzierten Wirklichkeit sinnlicher und gedanklicher Erfahrung. Anderer Ansicht ist dagegen Ramanuja, der im elften Jahrhundert lebte und lehrte, dass die erfahrbare Welt keine Täuschung oder Illusion, sondern in all in ihrer Vielfalt real ist, diese Realität gleichwohl aber vom Allerhöchsten abhänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein persischer Universalgelehrter hat sich mitder Ghita um 1000 in einem berühmten Buch über Indien, dem Kitab-al-Hind, beschäftigt. Um 1600 wurde das Werk in persische Prosa übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1785 kam die Bhagavad Gita, durch den Orientalisten Charles Wilkins übersetzt, nach Europa. August Wilhelm Schlegel, der Inhaber des ersten Lehrstuhls für Indologie in Deutschland an der Universität Bonn, ließ die ersten Sanskrit-Texte 1823 in Europa mit einer lateinischen Übersetzung zu drucken. Sie fand begeisterte Aufnahme, und viele zeitgenössische Gelehrte verbreiteten sie unter ihren Schülern. Wilhelm von Humboldt schrieb 1825 bis 1826 zwei Abhandlungen darüber in den Schriften der Berliner Akademie. Er bezeichnete die Bhagavad Gita als „… das schönste, ja vielleicht das einzig wahrhafte philosophische Gedicht, das alle uns bekannten Literaturen aufzuweisen haben“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavad-Gita wurde in Versform unter anderem von Robert Boxberger (1870), Franz Hartmann (1904) Theodor Springmann (1920), und Leopold von Schroeder (1937) (ins Deutsche) und von Friedrich Rückert (ins Lateinische) übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den zahlreichen Prosa-Übersetzungen diejenigen von Richard Garbe (1905), Paul Deussen (1906) und Rudolf Otto (1935) von besonderem wissenschaftlichen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert wurden Kommentare von den Großen der indischen Unabhängigkeitsbewegung Bal Gangadhar Tilak , Mahatma Gandhi und Sri Aurobindo geschrieben. Andere moderne Kommentatoren waren Swami Vivekananda und Sarvepalli Radhakrishnan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltweit verbreitet ist heute die Übersetzung und Kommentierung Bhagavad-gītā, wie sie ist des ISKCON („Hare Krishna“)-Begründers Prabhupada, derdie Lehren im Lichte des monotheistischen Gaudiya Vaishnavatums betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
====Die Einleitung====&lt;br /&gt;
	1. Die Bedeutung der ganzen Ghita&lt;br /&gt;
	2. Alter und Text&lt;br /&gt;
	3. Hauptkommentatoren&lt;br /&gt;
	4. Letzte Realität&lt;br /&gt;
	5. Krisna&lt;br /&gt;
	6. Zustand der Welt - die Formung Maya&lt;br /&gt;
	7. Die Einzelseele&lt;br /&gt;
	8. Yoga satra die Erziehung&lt;br /&gt;
	9. Jnana oder das erlösende Wissen&lt;br /&gt;
	10. Der Weg der Erkenntnis - Jnana marga&lt;br /&gt;
	11. Der Weg der Hingabe: Bhakit-marga&lt;br /&gt;
	12. Der Weg des Handelns Karma-marga&lt;br /&gt;
        13. Das Ziel&lt;br /&gt;
====Fragen zum Thema Religion====&lt;br /&gt;
* Stört die religiöse Differenzierung bei der Lösung  globaler Fragen des 21.Jahrhunderts?&lt;br /&gt;
* Muss &amp;quot;gegen Religion&amp;quot; insofern Aufklärung betrieben werden?&lt;br /&gt;
* oder braucht es Religion weiterhin als Gegenkonzept zu Technikwelt, Konsum, politischen Sytemen ...?&lt;br /&gt;
* Wie könnte man gegen Religion vorgehen, ohne Menschen ins Leere fallen zu lassen?&lt;br /&gt;
* Wenn Religion wichtig ist, wie gehen wir global mit den Religionskonflikten um, ohne die dahinterliegenden Bedürfnisse zu ignorieren?&lt;br /&gt;
* Wie kommt man trotz oder mit religiöser Divergenz  auf Lösungen globaler Herausforderungen?&lt;br /&gt;
* Muss/kann/sollte Religion eine Rolle spielen in einer  teilweise entmystifizierten Umwelt?&lt;br /&gt;
* Und was ist Religion/Glaube überhaupt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
* Richard Garbe von 1905: Die Bhagavadgita aus dem Sanskrit als Prosa übersetzt. Mit einer Einleitung über ihre ursprüngliche Gestalt, ihre Lehren und ihr Alter. Leipzig. [http://www.amazon.de/Die-Bhagavadgita-Aus-Sanskrit-Bersetzt/dp/1168526809 Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Helmuth von Glasenapp von 1986/1965: Bhagavadgita - von einem bekannten deutscher Indologe und Schüler von R.Garbe - ästhetische, an die Metrik des Originals anknüpfende Übersetzung. [http://www.amazon.de/Bhagavadgita-Helmuth-von-Glasenapp/dp/3150078741 Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sarvepalli Radhakrishnan von 1958: Die Bhagavadgita, Sanskrittext mit Einleitung und Kommentar von S. Radhakrishnan, mit dem indischen Urtext  verglichen und ins Deutsche als Prosa übersetzt von Siegfried Lienhard.  Baden-Baden. 447 S. [Akademischer Standard]&amp;lt;br&amp;gt;Radhakrishnan schreibt, dass nach Aussage der Bhagavad Gita „ein Kampf zwischen Gut und Böse in der Welt stattfindet, an dem Gott innigen Anteil nehme“. Radhakrishnan sieht in der Gestalt von Krishna, wie sie in der Gita erscheint, „eine Veranschaulichung der geistigen Quellen und der verborgenen Göttlichkeit des Menschen“. [http://www.amazon.de/Bhagavadgita-Sanskrittext-Einleitung-Radhakrishnan-verglichen/dp/B002HLPD6G/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1459597595&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Bhagavadgita Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada von 1972: Die &amp;quot;Bhagavad-gita Wie Sie Ist&amp;quot; beinhaltet eine Wort-für-Wort Übersetzung und Kommentierung der Bhagavad-gita, dem Gründer der Internationalen Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein (ISKCON).&amp;lt;br&amp;gt;Das von Prabhupada verfasste Werk bietet die originalen Sanskrit-Verse in Devanagari und in einer lateinischen Transliteration. Es folgt eine Wort-für-Wort-Übersetzung und anschließend die Übersetzung des jeweiligen Verses mit Erläuterungen.&amp;lt;br&amp;gt;Die &amp;quot;Bhagavad-gita Wie Sie Ist&amp;quot; ist neben dem Srimad Bhagavatam eine der wichtigsten Schriften der ISKCON und anderer Gaudiya-Vaishnava-Organisationen. Der Autor kommentiert die Bhagavad-gita in der Auslegung der Gaudiya Vaishnavas, des bengalischen Vaishnavatums. Bhaktivedanta Prabhupada, Geb. 1896 in Kalkutta, kam auf Wunsch seines Spirituellen Meisters 1965 mit einem Schiff nach New York, um den Hare Krishna Mahamantra in der westlichen Welt zu verbreiten. Er konnte 1972 sein vollständiges und ungekürztes Manuskript der Bhagavad Gita As It Is bei The Macmillan Company in New York veröffentlichen. Die deutsche Gita Wie Sie Ist ist eine Übersetzung seiner Schüler vom englischen Original und wurde zum ersten mal 1974 herausgegeben. 1981 (die 5. Auflage) wurde eine verbessert-übersetzte Version herausgebracht, und 1983 nochmals nachgedruckt.&amp;lt;br&amp;gt;2012 wurde eine eventuell verfälschend ergänzte weitere Auflage herausgebracht.&lt;br /&gt;
** [http://www.interessantes.at/gita/1983-Bhagavad-gita_Wie_Sie_Ist.pdf Bhagavad Gita Wie Sie Ist von 1983]&lt;br /&gt;
** [http://www.amazon.de/gp/product/9171496513/ref=pd_lpo_sbs_dp_ss_2?pf_rd_p=556245207&amp;amp;pf_rd_s=lpo-top-stripe&amp;amp;pf_rd_t=201&amp;amp;pf_rd_i=3150078741&amp;amp;pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;amp;pf_rd_r=14PP0VCZDB5DPVBYS61W Bhagavad-Gita von A. C. Bhaktivedant Prabhupada von 2012]&lt;br /&gt;
** [http://www.interessantes.at/gita.htm Hintergrund zu Bhagavad Gita Wie Sie Ist]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* Jack Hawley von 2002: Eine moderne Prosa-Fassung Bhagavadgita [http://www.amazon.de/gp/product/3442216079/ref=pd_lpo_sbs_dp_ss_1?pf_rd_p=556245207&amp;amp;pf_rd_s=lpo-top-stripe&amp;amp;pf_rd_t=201&amp;amp;pf_rd_i=3150078741&amp;amp;pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;amp;pf_rd_r=14PP0VCZDB5DPVBYS61W Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Zusatzquellen====&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: The Bhagavadgita: Doctrines and Contexts. Cambridge. 2007.&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: Rajavidya: Das königliche Wissen um Herrschaft und Verzicht. Studien zur Bhagavadgita. 1996. [Habilitation. Ausführlicher Grundlagentext mit Kommentierung der Verse und historischem Kontext.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: Hinduismus. 2009. [https://www.amazon.de/Hinduismus-Studium-Religionen-Band-3197/dp/3825231976?ie=UTF8&amp;amp;qid=1464725453&amp;amp;ref_=la_B00455RJ00_1_1&amp;amp;s=books&amp;amp;sr=1-1 Amazon]&lt;br /&gt;
ZUSAMMENFASSUNG:&lt;br /&gt;
Teil I&lt;br /&gt;
Teil II&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEil III - religiöse Praxis (Seite 127 - 183)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Es gibt 5 Hauptaufgaben der Gottheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Schöpfung, Erhält und Zerstörung der Welt (i.d.R. Durch Brahma, Visnu und Siva verkörpert und &amp;quot;ttrimurti&amp;quot; genannt)&lt;br /&gt;
Sowie (4) Verwirrung der Individuen / Verhüllung der Erkenntnis&lt;br /&gt;
Und (5) Enthüllung, Offenbarung, Erlösung.&lt;br /&gt;
* All dies tun sowohl weit verbreitet verehrte Hauptgötter sowie Dorf- und Familiengottheiten&lt;br /&gt;
* Als Hauptgötter gelten Visnu, Krsna, Rama, Siva, Sri Laksmi, Durg, Kali ( letztere drei sind weiblich)&lt;br /&gt;
* Visnu ist in vedischen Texten und Epen als mächtiger Gott etabliert. Er schafft, erhält und zerstört ( zur Rettung der Ordnung) die Welt. Er erscheint auch in Form von 10 Herabkünften (Avataren) zu denen nach bestimmten Überlieferungen auch Krsna, Rama und Buddha gehören. Seine letzte Verkörperung steht beim Weltenuntergang bevor. In Dr dann folgenden kosmischen Nacht wird er schlafen. Durch seine Kraft genährt wird Brahman die Welt neu erschaffen.&lt;br /&gt;
* Krsna spielt eine zentrale Rolle im Mahabharata-Epos, u.a. Der Bhagavadgita. Er ist der Flöte spielende Beschützer der Kühe und Verführer der Hirtinnen. Obwohl er als Visnu-Avatar gilt, und teilweise mit diesem identifiziert wird, ist er doch ein eigenständiger Gott und wir gar als &amp;quot;Der Höchste&amp;quot; verehrt.&lt;br /&gt;
* Rama ist zusammen mit Sita das ideale Ehepaar der indischen Kulturgeschichte (vor allem wohl der duldenden Gattin wegen). Die Fernsehfassung des epischen Textes Ramayana war in den 80er Jahren mit ihren 100Folgen ein überwältigender Erfolg. Die Wiederkehr von Ramas Herrschaft (Ramaraja) wurde zum politischen Programm Dr indischen Unabhängigkeitsbewegung und des Hindu-Fundamentalismus.&lt;br /&gt;
* Siva - als alter Gott keine Visnu-Inkarnation ist der Her der Nutztiere. Mahesvana (mächtiger Herr) und Mahadeva (Großer Gott) sind ihm beigelegte Eigennahmen. Als einsamer Jäger mit Pfeil und Bogen an den Randzonen der Gesellschaft ist er bedrohlich und besonders zerstörerischer Macht ausgestattet. Er ist Asket und Herr des Yoga, aber auch mit hoher sexueller Energie und Macht gesegnet, weshalb sein Zeichen das phallische Emblem &amp;quot;Lingam&amp;quot; ist.&lt;br /&gt;
* Sri Laksmi taucht aus dem Chaos auf und wählt Visnu als kosmischen Herrscher und Gatten. &lt;br /&gt;
* Durga und Kali werden als jeweils singuläre Hauptgöttinnen, teilweise in Assoziation zu Siva (Liebe, Tod, Zerstörung) verehrt.&lt;br /&gt;
* Göttinnen haben grundsätzlich einen ähnlichen&amp;quot;Zuständigkeitsbereich&amp;quot; wie männliche Götter, treten aber auch als Symbolisierungen (Göttin Morgenröte, Göttin Sprache) auf.&lt;br /&gt;
* Als regionale oder Dorfgottheit wird häufig Siva, seltener Visnu in einer bestimmten regionalen Erscheinung verehrt, aber auch andere Haupt- und Nebengötter, die dann meist als bestimmte Ausprägung der Hauptgötter interpretiert werden. Hier hat auch eine Verschmelzung älterer oder nur regional bekannter Gottheiten mit hinduistischen Hauptgöttern stattgefunden. man spricht auch von kultureller Sanskritisierurng. &lt;br /&gt;
* Die insgesamt über 300 Millionen verehrten Gottheiten kann dazu führen, den Hinduismus als polytheistische Religion zu sehen. Andererseits werden wohl die einzelnen Gottheiten als nur verschiedene Aspekte des einen Göttlichen verstanden. Die &amp;quot;trimurti&amp;quot; bspw. &amp;quot;... Ist kein Polytheismus, sondern ist das Signum der Einheit der göttlichen Zuwendung zur Welt.&amp;quot; (Malinar S. 147)&lt;br /&gt;
* Ort der religiösen Praxis ist der meist vorhandene Hausschrein oder der Dorfschrein, an dem geopfert wird, um die Götter ( und Ahnen und Geister...) in ihrem willkürlichen Spiel mit Der Welt und dem Menschengeschick milde zu stimmen oder die Ahnen nicht gegen sich aufzubringen. &lt;br /&gt;
* Daneben wir Religiosität in Festen praktiziert, in deren Rahmen u.a. Sänger und Musiker z.T. Über mehrere Tage und Nächte religiöse Texte und Epen rezitieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fortsetzung folgt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Egbert Richter-Ushanas: Die Philosophie der Bhagavadgita in der indischen Tradition und im Abendland. 2011. [Dissertation] grottenschlecht&lt;br /&gt;
* Swami Chinmayananda: La Bhagavad Gîtâ. Übersetzt ins Französische von Christiane Madeline. Paris. 2012.&lt;br /&gt;
* Michel Hulin &amp;amp; Emile Senart: La Bhagavad-Gita: Suivie du Commentaire de Sankara. Paris. 2010.&lt;br /&gt;
* [[Media:Ahmad-Epic-Counter-Eoic-India-1963.pdf‎]]&lt;br /&gt;
* [http://www.theosophy.de/books/DIE%20BHAGAVAD%20GITA.pdf DIE BHAGAVAD-GÎTÂ auf Basis von Franz Hartann als theosophische Übersetzung von 2008/1922]&lt;br /&gt;
=====Zusatzquellen zum Thema Religion=====&lt;br /&gt;
* [[Media:Religion_und_Evolution-_Strafende_Götter_als_Erfolgsgeheimnis_der_Menschheit_-_SPIEGEL_ONLINE_-_Wissenschaft.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Spektrum_Glaube_als_waffe_im_Kampf_ums_dasein_2009_4_S68.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Purzycki_Moralistic_gods_2016.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
===Kontext===&lt;br /&gt;
====Einbettung in indische Geschichte====&lt;br /&gt;
====Hinduismus vs.Buddhismus====&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Bhagavad-gita/Mahabharata&amp;diff=733</id>
		<title>Bhagavad-gita/Mahabharata</title>
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		<updated>2016-06-03T06:02:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* Zusatzquellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 6. April 2016 - 20:30 bei Tobias: Anbahnung des neuen Themas, Bestimmung der Lektüre und Kontextthemen&lt;br /&gt;
* 25.Mai 2016 - bei Andreas: Einleitung von S. Radhakrishnan von 1958&lt;br /&gt;
* 8.Juli 2016 - bei Tiemo: Kontextthemen aus &amp;quot;Hinduismus&amp;quot; von Malinar 2009 (Matthias -&amp;gt; Geschichte; Andreas -&amp;gt; Religiöse Praxis; Tiemo -&amp;gt; Soziale Dimension; Tobias -&amp;gt; Konzepte)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
===Mahabharata===&lt;br /&gt;
Das Mahabharata (Sanskrit, महाभारत, n., mahābhārata „die große Geschichte der Bharatas“) ist das bekannteste indische Epos. Man nimmt an, dass es erstmals zwischen 400 v. Chr. bis 400 n. Chr. niedergeschrieben wurde, aber auf älteren Traditionen beruht (bis zu 7000 v. Chr.). Es umfasst etwa 100.000 Doppelverse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große indische Dichter, wie z. B. Kalidasa, haben immer wieder auf das Mahabharata sowie auf das Ramayana, das zweite große Volksepos Indiens, zurückgegriffen. Die Epen bilden zusammen mit den Puranas und anderen Werken als Bestandteile der Smritis den Kern der hinduistischen Überlieferung. Den bedeutendsten philosophischen Text des Mahabharata, die Bhagavadgita, zählt man oft zu den Shrutis, den Offenbarungsschriften. Zusammen mit dem tibetischen Epos des Königs Gesar gehört das Mahabharata zu den umfangreichsten literarischen Werken der Welt.&lt;br /&gt;
Das Werk ist eines der wichtigsten Dharma-Bücher und darum für Hindus ein wichtiger Leitfaden. Es schneidet alle Aspekte hinduistischer Ethik an, weist einerseits orthodoxe Äußerungen auf, etwa über die Aufgaben der Kasten und Frauenpflichten, dann wiederum erhebt es an vielen Stellen heftigen Protest dagegen.&lt;br /&gt;
Mit seiner großen Anzahl an Geschichten und Motiven sowie seinen unzähligen religiösen und philosophischen Parabeln wird die Bedeutung des Epos am besten mit dem Satz aus dem ersten Buch zusammengefasst: „Was hier gefunden wird, kann woanders auch gefunden werden. Was hier nicht gefunden werden kann, kann nirgends gefunden werden.“&lt;br /&gt;
Das Mahabharata ist sowohl Heldenepos als auch ein bedeutendes religiöses und philosophisches Werk, dessen Ursprung möglicherweise in vedischer Zeit liegt. Traditionell wird der mythische Weise Vyasa als Autor angenommen, der in der Geschichte selbst eine Rolle spielt. Der Legende nach soll er es komponiert und dem elefantenköpfigen Gott Ganesha diktiert haben. Im Laufe der Jahrhunderte kam es immer wieder zu Veränderungen und Weiterentwicklungen des Werks, denn vieles wurde lange Zeit nur mündlich überliefert. Es besteht aus vielen Schichten, die sich im Laufe der Zeit anlagerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mahabharata ist in achtzehn Kapitel und eine Appendix unterteilt und enthält neben der Hauptgeschichte hunderte von Nebengeschichten und kleinere Episoden. Grundsätzlich beschäftigt sich das umfangreiche Epos mit allen Themen, die im Hinduismus wichtig sind: mit dem Leben der Geschöpfe, mit Tod und Wiedergeburt, mit Karma und Dharma (Rechtschaffenheit), beschreibt Glück und Leid, die Ergebnisse der guten und der schlechten Taten, das Opfer, sowie die verschiedenen Zeitalter, es beschäftigt sich mit den Göttern und überliefert uralte Hymnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rahmenhandlung beschreibt den Kampf der Kauravas mit den Pandavas, zweier verwandter Fürstenfamilien, auf dem Schlachtfeld in Kurukshetra (nördlich von Delhi). Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich im Kern um ein historisches Geschehen handelt, für viele Inder sind die Begebenheiten Tatsache. Der Kampf wird als schrecklicher Bruderkrieg dargestellt, bei dem viele Menschen starben. Er bildet auch den dramaturgischen Hintergrund der Bhagavad-Gita (Gesang Gottes), in der es um philosophisch-religiöse Inhalte geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hauptgeschichte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Fürst aus dem alt-indischen Herrschergeschlecht der Bharatas hatte drei Söhne: Dhritarashtra, Pandu und Vidura. Der älteste, der blinde Dhritarashtra, konnte wegen seiner Blindheit den Thron nicht besteigen. Trotzdem übertrug der regierende Pandu nach einiger Zeit den Thron seinem blinden Bruder und zog sich mit seinen beiden Frauen Kunti und Madri in die Wälder zurück. Dort wurden ihm, bevor er starb, fünf Söhne geboren, die Pandavas (Söhne von Pandu): Yudhishthira, Bhima, Arjuna, sowie die Zwillinge Nakula und Sahadava. Der regierende blinde König Dhritarashtra hatte einhundert Söhne, die Kauravas (benannt nach dem Urahn Kuru), von denen der älteste, Duryodhana, zum Hauptgegenspieler der Pandavas wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Haupterzählstrang des Mahabharata beschäftigt sich mit dem Konflikt zwischen diesen beiden verwandten Familien und ihren Verbündeten. Die Kauravas unter Führung von Duryodhana versuchen immer wieder, ihre Cousins – die Pandava-Brüder – zu beseitigen, um ihren eigenen Anspruch auf den Thron zu sichern. Aber die Pandavas können entkommen und streifen einige Jahre zusammen mit ihrer Mutter Kunti als Asketen verkleidet umher. Am Ende dieser Zeit gewinnt Arjuna die Hand der Prinzessin Draupadi auf ihrer Gattenwahl. Doch aufgrund ihres vorbestimmten Schicksals und durch ein Missverständnis von Kunti wird sie zur Ehefrau aller fünf Pandavas. Denn als die fünf Brüder zu ihrer Mutter Kunti nach Hause kamen, meinte diese, ohne aufzuschauen und ohne die neue Schwiegertochter bemerkt zu haben, sie sollten untereinander alles teilen, was sie mitgebracht hätten. Da einem Befehl der Mutter nicht widersprochen werden durfte, heiratete Draupadi alle fünf Söhne, obwohl dies nicht Sitte war, und trotz der Bedenken des regierenden Königs Dhritarashtra.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weiteren Verlauf der Geschichte besitzen die Pandavas und die Kauravas je ein Königreich, damit der Frieden gesichert werden kann. Aber die Kauravas organisieren ein Würfelspiel, in dem die Pandavas ihr gesamtes Königreich verlieren. Schließlich müssen die Pandavas zwölf Jahre lang im Exil leben und sich dann im dreizehnten Jahr unerkannt in der Gesellschaft aufhalten. Doch selbst nach diesen dreizehn Jahren verweigern die Kauravas unter der Führung von Duryodhana die Rechte der Pandavas, wobei sich auch der regierende blinde König Dhritarashtra mit seinem Beraterstab auf die Seite seiner Söhne stellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es zum großen Krieg, bei dem elf Stämme auf der Seite der Kauravas gegen sieben auf der Seite der Pandavas kämpfen. Auch der mit beiden Familien verwandte König Krishna, von dem es heißt, dass er ein Avatar des Gottes Vishnu sei, beteiligt sich als Wagenlenker des Pandava Arjuna an der Auseinandersetzung. Vor Beginn der großen Schlacht vermittelt Krishna ihm die Lehren der Bhagavad-Gita. Schließlich, nach unsäglichem Leid auf beiden Seiten, gewinnen die Pandavas und führen ihr Volk in eine glückliche Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Jahren gehen die Pandava-Brüder mit ihrer Frau Draupadi auf eine Pilgerreise in den Himalaya. Bis auf Yudhishthira sterben unterwegs nacheinander alle. Ihm schließt sich ein Hund an, der ihm bis zum Himmelstor folgt. Nun wird der Pandava geprüft und er muss seine Lieben unter Qualen in der Hölle finden. Doch als sich herausstellt, dass Yudhisthira eher bei seiner Frau, seinen Brüdern und dem Hund bleiben will, als ohne diese die himmlische Herrlichkeit zu genießen, fällt sein menschlicher Körper endgültig von ihm ab und er erkennt, dass alles ein Trugbild zu seiner Prüfung war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bhagavad-gita===&lt;br /&gt;
====Basisinformation====&lt;br /&gt;
Ein Teil des Epos Mahabharata - Die Bhagavad Gita (gītā – Lied, Gedicht; bhagavan – der Erhabene, Gott; „der Gesang des Erhabenen“), verkürzt auch nur Gita, ist eine der zentralen Schriften des Hinduismus. Sie hat die Form eines spirituellen Gedichts. Der vermutlich zwischen dem fünften und dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert entstandene Text ist eine Zusammenführung mehrerer verschiedener Denkschulen des damaligen Indien auf Grundlage der Veden, der Upanishaden, des orthodoxen Brahmanismus, des Yoga und weitere, steht aber den Upanishaden gedanklich am nächsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lehren der Bhagavad-Gita sind eingebettet in einen umfangreichen episch-dramatischen Kontext, in das Epos Mahabharata („die große Geschichte der Bharatas“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es handelt sich um eine Selbstoffenbarung Krishnas, der sich vor Beginn eines großen Krieges, welchen das Mahabharata ausführlich beschreibt, auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra dem Fürsten Arjuna als göttliches oder kosmisches Selbst zu erkennen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krishna (wörtlich „der Schwarze“) ist eine hinduistische Form des Göttlichen und wird meist als der achte Avatara von Vishnu verehrt. Für seine Anhänger ist er die Inkarnation des Höchsten. Krishna kommt in der Bhagavadgita, je nach Kontext, unterschiedliche Bedeutung zu: Einmal wird er als das kosmische Selbst angesehen, das alles Lebende durchdringt; ein anderer Aspekt ist die Bedeutung als innere Göttlichkeit, die eine Reflexion des kosmischen Selbstes in jedem Lebewesen ist. Eine dritte Funktion ist die des spirituellen Lehrers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entsprechend der hinduistischen Mythologie leben wir jetzt im Kali-Yuga, dem „dunklen, schwarzen Zeitalter“, das nach Krishnas Tod begann (3102 v. Chr.). Von Krishna heißt es, er sei gekommen, um den Menschen jene ethischen und philosophischen Unterweisungen zu geben, die für die Zeit dieses Yuga notwendig seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich es einen historischen Hintergrund für die Ghita gibt, ist der Text nicht als geschichtlich zu betrachten. Viele Hindus sehen ihn als Allegorie. Eine mögliche und weit verbreitete Sichtweise ist, dass es sich um ein Zwiegespräch handelt zwischen der inneren Göttlichkeit, verkörpert durch Krishna, und der menschlichen Seele, die Arjuna darstellt: das Schlachtfeld sei das Leben, und die feindlichen Heerscharen, gegen die Arjuna antreten muss, verkörperten die menschlichen Schwächen, die besiegt und überwunden werden müssten. Neben dieser sich auf das Individuum beziehenden Deutung ist es möglich, der Bhagavadgita eine Deutung zu geben, die sich auf die Menschheit als Ganzes bezieht. In dieser evolutionären Anschauung ist die Schlacht ein Aufeinandertreffen der asurischen, egoistischen Kräfte mit denen der göttlichen Ordnung. Arjuna und seine Mitstreiter werden in diesem Bemühen von Krishna, dem Avatar, angeführt und unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Inhalt====&lt;br /&gt;
Die Söhne des Fürsten Pandu werden von ihrem Onkel Dhritarashtra aus dem Stamm der Kurus und von dessen Söhnen um ihren rechtmäßigen Thronanspruch betrogen und immer wieder Verfolgungen ausgesetzt. Schließlich kommt es auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra, der „Stätte der Kurus“, zu einer großen Schlacht. Arjuna, der dritte der Söhne des Pandu, befindet sich in einem persönlichen Konflikt zwischen der Zuneigung zu seinen Verwandten auf der Gegenseite und seiner Pflicht als Fürst und dem rechtmäßigen Anspruch seiner Familie auf Land und Thron. Er ist „von Furcht überwältigt“ und weigert sich zu kämpfen. Auf seinem Streitwagen (sanskrit: Ratha) befindet sich Krishna als Wagenlenker. Dieser versucht Arjuna durch religiös-philosophische Unterweisung aus seinem Zwiespalt zu befreien und zum Kampf zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Formale Aspekte ====&lt;br /&gt;
Sie besteht aus 700 Strophen, die auf 18 Gesänge bzw. Kapitel verteilt sind. Die Gita umfasst die Gesänge 25 bis 42 des 6. Buches der Mahabharata.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der größte Teil des Werkes besteht aus zwei Verszeilen, die aufeinanderbezogen sind. Jede Verszeile setzt sich aus zwei achtsilbigen Reihen zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel (1. Gesang, Vers 47):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
evam uktvārjunaḥ saṅkhye (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rathopastha upāviśat, (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
visṛjya sa śaraṁ cāpaṁ, (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
śokasaṁvignamānasaḥ. (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Arjuna sank leiderfüllt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf seines Wagens Sitz zurück,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bogen glitt ihm aus der Hand,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Gram umflorte seinen Blick.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Strophen wird von diesem Metrum ohne erkennbaren Grund abgewichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Bedeutung im Hinduismus====&lt;br /&gt;
Hindus betrachten die Lehren der Bhagavad-Gita traditionell als Quintessenz der Veden. Beim Studium ergeben sich oft scheinbare Widersprüche: Während einige Stellen anscheinend einen Dualismus lehren – die Zweiheit von Natur und Geist, von Gott und Mensch –, lehren andere die Einheit. Durch diese unterschiedlichen Auslegungsmöglichkeiten ist das Gedicht Mittelpunkt für die verschiedensten Glaubensrichtungen.&lt;br /&gt;
Die achtzehn Kapitel des Epos haben das gesamte indische Geistesleben beeinflusst. Kein Text der Hinduliteratur wird so viel gelesen, so oft auswendig gelernt und so häufig zitiert, wie diese Verse. Viele Hindus ziehen das Buch als wichtigen Ratgeber heran, und auch für Mahatma Gandhi war es von erheblicher Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Versionsgeschichte und Übersetzungen====&lt;br /&gt;
Traditionell gehören Übersetzer Kommentatoren einer spirituellen Tradition oder Schule und bestimmten Gurulinien an, die jede für sich beanspruchen, am zuverlässigsten den Originaltext wiederzugeben. Die verschiedenen Übersetzer und Kommentatoren haben bisweilen auch weit voneinander abweichende Ansichten über die Bedeutung bestimmter Sanskritwörter und Ausdrücke. Dies führt dazu, dass Interpretationen ganzer Abschnitte in den Literaturwissenschaften des Westens oft mit den traditionellen Ansichten nicht übereinstimmen. Nach Aussage des Indologen Helmut von Glasenapp lässt sich auch die Treffsicherheit des Ausdrucks und der Hauch des Weihevollen, die dem Urtext eigen sind, nicht voll übertragen. Eine weitere Schwierigkeit besteht bei der Übersetzung darin, dem Original treu zu bleiben und dennoch Metrum und Reim zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der älteste und zugleich einflussreichste indische Version  des Mittelalters stammt von Shankara, dem bedeutendsten Philosophen der Vedanta-Schule des Advaita-Vedanta (Nicht-Dualität). Nach ihm weisen auch die Lehren der Gita auf die Erkenntnis einer sich als pure Erscheinung (Maya) manifestierenden, differenzierten Wirklichkeit sinnlicher und gedanklicher Erfahrung. Anderer Ansicht ist dagegen Ramanuja, der im elften Jahrhundert lebte und lehrte, dass die erfahrbare Welt keine Täuschung oder Illusion, sondern in all in ihrer Vielfalt real ist, diese Realität gleichwohl aber vom Allerhöchsten abhänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein persischer Universalgelehrter hat sich mitder Ghita um 1000 in einem berühmten Buch über Indien, dem Kitab-al-Hind, beschäftigt. Um 1600 wurde das Werk in persische Prosa übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1785 kam die Bhagavad Gita, durch den Orientalisten Charles Wilkins übersetzt, nach Europa. August Wilhelm Schlegel, der Inhaber des ersten Lehrstuhls für Indologie in Deutschland an der Universität Bonn, ließ die ersten Sanskrit-Texte 1823 in Europa mit einer lateinischen Übersetzung zu drucken. Sie fand begeisterte Aufnahme, und viele zeitgenössische Gelehrte verbreiteten sie unter ihren Schülern. Wilhelm von Humboldt schrieb 1825 bis 1826 zwei Abhandlungen darüber in den Schriften der Berliner Akademie. Er bezeichnete die Bhagavad Gita als „… das schönste, ja vielleicht das einzig wahrhafte philosophische Gedicht, das alle uns bekannten Literaturen aufzuweisen haben“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavad-Gita wurde in Versform unter anderem von Robert Boxberger (1870), Franz Hartmann (1904) Theodor Springmann (1920), und Leopold von Schroeder (1937) (ins Deutsche) und von Friedrich Rückert (ins Lateinische) übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den zahlreichen Prosa-Übersetzungen diejenigen von Richard Garbe (1905), Paul Deussen (1906) und Rudolf Otto (1935) von besonderem wissenschaftlichen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert wurden Kommentare von den Großen der indischen Unabhängigkeitsbewegung Bal Gangadhar Tilak , Mahatma Gandhi und Sri Aurobindo geschrieben. Andere moderne Kommentatoren waren Swami Vivekananda und Sarvepalli Radhakrishnan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltweit verbreitet ist heute die Übersetzung und Kommentierung Bhagavad-gītā, wie sie ist des ISKCON („Hare Krishna“)-Begründers Prabhupada, derdie Lehren im Lichte des monotheistischen Gaudiya Vaishnavatums betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
====Die Einleitung====&lt;br /&gt;
	1. Die Bedeutung der ganzen Ghita&lt;br /&gt;
	2. Alter und Text&lt;br /&gt;
	3. Hauptkommentatoren&lt;br /&gt;
	4. Letzte Realität&lt;br /&gt;
	5. Krisna&lt;br /&gt;
	6. Zustand der Welt - die Formung Maya&lt;br /&gt;
	7. Die Einzelseele&lt;br /&gt;
	8. Yoga satra die Erziehung&lt;br /&gt;
	9. Jnana oder das erlösende Wissen&lt;br /&gt;
	10. Der Weg der Erkenntnis - Jnana marga&lt;br /&gt;
	11. Der Weg der Hingabe: Bhakit-marga&lt;br /&gt;
	12. Der Weg des Handelns Karma-marga&lt;br /&gt;
        13. Das Ziel&lt;br /&gt;
====Fragen zum Thema Religion====&lt;br /&gt;
* Stört die religiöse Differenzierung bei der Lösung  globaler Fragen des 21.Jahrhunderts?&lt;br /&gt;
* Muss &amp;quot;gegen Religion&amp;quot; insofern Aufklärung betrieben werden?&lt;br /&gt;
* oder braucht es Religion weiterhin als Gegenkonzept zu Technikwelt, Konsum, politischen Sytemen ...?&lt;br /&gt;
* Wie könnte man gegen Religion vorgehen, ohne Menschen ins Leere fallen zu lassen?&lt;br /&gt;
* Wenn Religion wichtig ist, wie gehen wir global mit den Religionskonflikten um, ohne die dahinterliegenden Bedürfnisse zu ignorieren?&lt;br /&gt;
* Wie kommt man trotz oder mit religiöser Divergenz  auf Lösungen globaler Herausforderungen?&lt;br /&gt;
* Muss/kann/sollte Religion eine Rolle spielen in einer  teilweise entmystifizierten Umwelt?&lt;br /&gt;
* Und was ist Religion/Glaube überhaupt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
* Richard Garbe von 1905: Die Bhagavadgita aus dem Sanskrit als Prosa übersetzt. Mit einer Einleitung über ihre ursprüngliche Gestalt, ihre Lehren und ihr Alter. Leipzig. [http://www.amazon.de/Die-Bhagavadgita-Aus-Sanskrit-Bersetzt/dp/1168526809 Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Helmuth von Glasenapp von 1986/1965: Bhagavadgita - von einem bekannten deutscher Indologe und Schüler von R.Garbe - ästhetische, an die Metrik des Originals anknüpfende Übersetzung. [http://www.amazon.de/Bhagavadgita-Helmuth-von-Glasenapp/dp/3150078741 Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sarvepalli Radhakrishnan von 1958: Die Bhagavadgita, Sanskrittext mit Einleitung und Kommentar von S. Radhakrishnan, mit dem indischen Urtext  verglichen und ins Deutsche als Prosa übersetzt von Siegfried Lienhard.  Baden-Baden. 447 S. [Akademischer Standard]&amp;lt;br&amp;gt;Radhakrishnan schreibt, dass nach Aussage der Bhagavad Gita „ein Kampf zwischen Gut und Böse in der Welt stattfindet, an dem Gott innigen Anteil nehme“. Radhakrishnan sieht in der Gestalt von Krishna, wie sie in der Gita erscheint, „eine Veranschaulichung der geistigen Quellen und der verborgenen Göttlichkeit des Menschen“. [http://www.amazon.de/Bhagavadgita-Sanskrittext-Einleitung-Radhakrishnan-verglichen/dp/B002HLPD6G/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1459597595&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Bhagavadgita Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada von 1972: Die &amp;quot;Bhagavad-gita Wie Sie Ist&amp;quot; beinhaltet eine Wort-für-Wort Übersetzung und Kommentierung der Bhagavad-gita, dem Gründer der Internationalen Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein (ISKCON).&amp;lt;br&amp;gt;Das von Prabhupada verfasste Werk bietet die originalen Sanskrit-Verse in Devanagari und in einer lateinischen Transliteration. Es folgt eine Wort-für-Wort-Übersetzung und anschließend die Übersetzung des jeweiligen Verses mit Erläuterungen.&amp;lt;br&amp;gt;Die &amp;quot;Bhagavad-gita Wie Sie Ist&amp;quot; ist neben dem Srimad Bhagavatam eine der wichtigsten Schriften der ISKCON und anderer Gaudiya-Vaishnava-Organisationen. Der Autor kommentiert die Bhagavad-gita in der Auslegung der Gaudiya Vaishnavas, des bengalischen Vaishnavatums. Bhaktivedanta Prabhupada, Geb. 1896 in Kalkutta, kam auf Wunsch seines Spirituellen Meisters 1965 mit einem Schiff nach New York, um den Hare Krishna Mahamantra in der westlichen Welt zu verbreiten. Er konnte 1972 sein vollständiges und ungekürztes Manuskript der Bhagavad Gita As It Is bei The Macmillan Company in New York veröffentlichen. Die deutsche Gita Wie Sie Ist ist eine Übersetzung seiner Schüler vom englischen Original und wurde zum ersten mal 1974 herausgegeben. 1981 (die 5. Auflage) wurde eine verbessert-übersetzte Version herausgebracht, und 1983 nochmals nachgedruckt.&amp;lt;br&amp;gt;2012 wurde eine eventuell verfälschend ergänzte weitere Auflage herausgebracht.&lt;br /&gt;
** [http://www.interessantes.at/gita/1983-Bhagavad-gita_Wie_Sie_Ist.pdf Bhagavad Gita Wie Sie Ist von 1983]&lt;br /&gt;
** [http://www.amazon.de/gp/product/9171496513/ref=pd_lpo_sbs_dp_ss_2?pf_rd_p=556245207&amp;amp;pf_rd_s=lpo-top-stripe&amp;amp;pf_rd_t=201&amp;amp;pf_rd_i=3150078741&amp;amp;pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;amp;pf_rd_r=14PP0VCZDB5DPVBYS61W Bhagavad-Gita von A. C. Bhaktivedant Prabhupada von 2012]&lt;br /&gt;
** [http://www.interessantes.at/gita.htm Hintergrund zu Bhagavad Gita Wie Sie Ist]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* Jack Hawley von 2002: Eine moderne Prosa-Fassung Bhagavadgita [http://www.amazon.de/gp/product/3442216079/ref=pd_lpo_sbs_dp_ss_1?pf_rd_p=556245207&amp;amp;pf_rd_s=lpo-top-stripe&amp;amp;pf_rd_t=201&amp;amp;pf_rd_i=3150078741&amp;amp;pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;amp;pf_rd_r=14PP0VCZDB5DPVBYS61W Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Zusatzquellen====&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: The Bhagavadgita: Doctrines and Contexts. Cambridge. 2007.&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: Rajavidya: Das königliche Wissen um Herrschaft und Verzicht. Studien zur Bhagavadgita. 1996. [Habilitation. Ausführlicher Grundlagentext mit Kommentierung der Verse und historischem Kontext.]&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: Hinduismus. 2009. [https://www.amazon.de/Hinduismus-Studium-Religionen-Band-3197/dp/3825231976?ie=UTF8&amp;amp;qid=1464725453&amp;amp;ref_=la_B00455RJ00_1_1&amp;amp;s=books&amp;amp;sr=1-1 Amazon]&lt;br /&gt;
ZUSAMMENFASSUNG:&lt;br /&gt;
Teil I&lt;br /&gt;
Teil II&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEil III - religiöse Praxis (Seite 127 - 183)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Es gibt 5 Hauptaufgaben der Gottheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Schöpfung, Erhält und Zerstörung der Welt (i.d.R. Durch Brahma, Visnu und Siva verkörpert und &amp;quot;ttrimurti&amp;quot; genannt)&lt;br /&gt;
Sowie (4) Verwirrung der Individuen / Verhüllung der Erkenntnis&lt;br /&gt;
Und (5) Enthüllung, Offenbarung, Erlösung.&lt;br /&gt;
* All dies tun sowohl weit verbreitet verehrte Hauptgötter sowie Dorf- und Familiengottheiten&lt;br /&gt;
* Als Hauptgötter gelten Visnu, Krsna, Rama, Siva, Sri Laksmi, Durg, Kali ( letztere drei sind weiblich)&lt;br /&gt;
* Visnu ist in vedischen Texten und Epen als mächtiger Gott etabliert. Er schafft, erhält und zerstört ( zur Rettung der Ordnung) die Welt. Er erscheint auch in Form von 10 Herabkünften (Avataren) zu denen nach bestimmten Überlieferungen auch Krsna, Rama und Buddha gehören. Seine letzte Verkörperung steht beim Weltenuntergang bevor. In Dr dann folgenden kosmischen Nacht wird er schlafen. Durch seine Kraft genährt wird Brahman die Welt neu erschaffen.&lt;br /&gt;
* Krsna spielt eine zentrale Rolle im Mahabharata-Epos, u.a. Der Bhagavadgita. Er ist der Flöte spielende Beschützer der Kühe und Verführer der Hirtinnen. Obwohl er als Visnu-Avatar gilt, und teilweise mit diesem identifiziert wird, ist er doch ein eigenständiger Gott und wir gar als &amp;quot;Der Höchste&amp;quot; verehrt.&lt;br /&gt;
* Rama ist zusammen mit Sita das ideale Ehepaar der indischen Kulturgeschichte (vor allem wohl der duldenden Gattin wegen). Die Fernsehfassung des epischen Textes Ramayana war in den 80er Jahren mit ihren 100Folgen ein überwältigender Erfolg. Die Wiederkehr von Ramas Herrschaft (Ramaraja) wurde zum politischen Programm Dr indischen Unabhängigkeitsbewegung und des Hindu-Fundamentalismus.&lt;br /&gt;
* Siva - als alter Gott keine Visnu-Inkarnation ist der Her der Nutztiere. Mahesvana (mächtiger Herr) und Mahadeva (Großer Gott) sind ihm beigelegte Eigennahmen. Als einsamer Jäger mit Pfeil und Bogen an den Randzonen der Gesellschaft ist er bedrohlich und besonders zerstörerischer Macht ausgestattet. Er ist Asket und Herr des Yoga, aber auch mit hoher sexueller Energie und Macht gesegnet, weshalb sein Zeichen das phallische Emblem &amp;quot;Lingam&amp;quot; ist.&lt;br /&gt;
* Sri Laksmi taucht aus dem Chaos auf und wählt Visnu als kosmischen Herrscher und Gatten. &lt;br /&gt;
* Durga und Kali werden als jeweils singuläre Hauptgöttinnen, teilweise in Assoziation zu Siva (Liebe, Tod, Zerstörung) verehrt.&lt;br /&gt;
* Göttinnen haben grundsätzlich einen ähnlichen&amp;quot;Zuständigkeitsbereich&amp;quot; wie männliche Götter, treten aber auch als Symbolisierungen (Göttin Morgenröte, Göttin Sprache) auf.&lt;br /&gt;
* Als regionale oder Dorfgottheit wird häufig Siva, seltener Visnu in einer bestimmten regionalen Erscheinung verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fortsetzung folgt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Egbert Richter-Ushanas: Die Philosophie der Bhagavadgita in der indischen Tradition und im Abendland. 2011. [Dissertation] grottenschlecht&lt;br /&gt;
* Swami Chinmayananda: La Bhagavad Gîtâ. Übersetzt ins Französische von Christiane Madeline. Paris. 2012.&lt;br /&gt;
* Michel Hulin &amp;amp; Emile Senart: La Bhagavad-Gita: Suivie du Commentaire de Sankara. Paris. 2010.&lt;br /&gt;
* [[Media:Ahmad-Epic-Counter-Eoic-India-1963.pdf‎]]&lt;br /&gt;
* [http://www.theosophy.de/books/DIE%20BHAGAVAD%20GITA.pdf DIE BHAGAVAD-GÎTÂ auf Basis von Franz Hartann als theosophische Übersetzung von 2008/1922]&lt;br /&gt;
=====Zusatzquellen zum Thema Religion=====&lt;br /&gt;
* [[Media:Religion_und_Evolution-_Strafende_Götter_als_Erfolgsgeheimnis_der_Menschheit_-_SPIEGEL_ONLINE_-_Wissenschaft.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Spektrum_Glaube_als_waffe_im_Kampf_ums_dasein_2009_4_S68.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Purzycki_Moralistic_gods_2016.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
===Kontext===&lt;br /&gt;
====Einbettung in indische Geschichte====&lt;br /&gt;
====Hinduismus vs.Buddhismus====&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Bhagavad-gita/Mahabharata&amp;diff=732</id>
		<title>Bhagavad-gita/Mahabharata</title>
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		<updated>2016-06-03T05:44:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* Zusatzquellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 6. April 2016 - 20:30 bei Tobias: Anbahnung des neuen Themas, Bestimmung der Lektüre und Kontextthemen&lt;br /&gt;
* 25.Mai 2016 - bei Andreas: Einleitung von S. Radhakrishnan von 1958&lt;br /&gt;
* 8.Juli 2016 - bei Tiemo: Kontextthemen aus &amp;quot;Hinduismus&amp;quot; von Malinar 2009 (Matthias -&amp;gt; Geschichte; Andreas -&amp;gt; Religiöse Praxis; Tiemo -&amp;gt; Soziale Dimension; Tobias -&amp;gt; Konzepte)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
===Mahabharata===&lt;br /&gt;
Das Mahabharata (Sanskrit, महाभारत, n., mahābhārata „die große Geschichte der Bharatas“) ist das bekannteste indische Epos. Man nimmt an, dass es erstmals zwischen 400 v. Chr. bis 400 n. Chr. niedergeschrieben wurde, aber auf älteren Traditionen beruht (bis zu 7000 v. Chr.). Es umfasst etwa 100.000 Doppelverse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große indische Dichter, wie z. B. Kalidasa, haben immer wieder auf das Mahabharata sowie auf das Ramayana, das zweite große Volksepos Indiens, zurückgegriffen. Die Epen bilden zusammen mit den Puranas und anderen Werken als Bestandteile der Smritis den Kern der hinduistischen Überlieferung. Den bedeutendsten philosophischen Text des Mahabharata, die Bhagavadgita, zählt man oft zu den Shrutis, den Offenbarungsschriften. Zusammen mit dem tibetischen Epos des Königs Gesar gehört das Mahabharata zu den umfangreichsten literarischen Werken der Welt.&lt;br /&gt;
Das Werk ist eines der wichtigsten Dharma-Bücher und darum für Hindus ein wichtiger Leitfaden. Es schneidet alle Aspekte hinduistischer Ethik an, weist einerseits orthodoxe Äußerungen auf, etwa über die Aufgaben der Kasten und Frauenpflichten, dann wiederum erhebt es an vielen Stellen heftigen Protest dagegen.&lt;br /&gt;
Mit seiner großen Anzahl an Geschichten und Motiven sowie seinen unzähligen religiösen und philosophischen Parabeln wird die Bedeutung des Epos am besten mit dem Satz aus dem ersten Buch zusammengefasst: „Was hier gefunden wird, kann woanders auch gefunden werden. Was hier nicht gefunden werden kann, kann nirgends gefunden werden.“&lt;br /&gt;
Das Mahabharata ist sowohl Heldenepos als auch ein bedeutendes religiöses und philosophisches Werk, dessen Ursprung möglicherweise in vedischer Zeit liegt. Traditionell wird der mythische Weise Vyasa als Autor angenommen, der in der Geschichte selbst eine Rolle spielt. Der Legende nach soll er es komponiert und dem elefantenköpfigen Gott Ganesha diktiert haben. Im Laufe der Jahrhunderte kam es immer wieder zu Veränderungen und Weiterentwicklungen des Werks, denn vieles wurde lange Zeit nur mündlich überliefert. Es besteht aus vielen Schichten, die sich im Laufe der Zeit anlagerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mahabharata ist in achtzehn Kapitel und eine Appendix unterteilt und enthält neben der Hauptgeschichte hunderte von Nebengeschichten und kleinere Episoden. Grundsätzlich beschäftigt sich das umfangreiche Epos mit allen Themen, die im Hinduismus wichtig sind: mit dem Leben der Geschöpfe, mit Tod und Wiedergeburt, mit Karma und Dharma (Rechtschaffenheit), beschreibt Glück und Leid, die Ergebnisse der guten und der schlechten Taten, das Opfer, sowie die verschiedenen Zeitalter, es beschäftigt sich mit den Göttern und überliefert uralte Hymnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rahmenhandlung beschreibt den Kampf der Kauravas mit den Pandavas, zweier verwandter Fürstenfamilien, auf dem Schlachtfeld in Kurukshetra (nördlich von Delhi). Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich im Kern um ein historisches Geschehen handelt, für viele Inder sind die Begebenheiten Tatsache. Der Kampf wird als schrecklicher Bruderkrieg dargestellt, bei dem viele Menschen starben. Er bildet auch den dramaturgischen Hintergrund der Bhagavad-Gita (Gesang Gottes), in der es um philosophisch-religiöse Inhalte geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hauptgeschichte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Fürst aus dem alt-indischen Herrschergeschlecht der Bharatas hatte drei Söhne: Dhritarashtra, Pandu und Vidura. Der älteste, der blinde Dhritarashtra, konnte wegen seiner Blindheit den Thron nicht besteigen. Trotzdem übertrug der regierende Pandu nach einiger Zeit den Thron seinem blinden Bruder und zog sich mit seinen beiden Frauen Kunti und Madri in die Wälder zurück. Dort wurden ihm, bevor er starb, fünf Söhne geboren, die Pandavas (Söhne von Pandu): Yudhishthira, Bhima, Arjuna, sowie die Zwillinge Nakula und Sahadava. Der regierende blinde König Dhritarashtra hatte einhundert Söhne, die Kauravas (benannt nach dem Urahn Kuru), von denen der älteste, Duryodhana, zum Hauptgegenspieler der Pandavas wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Haupterzählstrang des Mahabharata beschäftigt sich mit dem Konflikt zwischen diesen beiden verwandten Familien und ihren Verbündeten. Die Kauravas unter Führung von Duryodhana versuchen immer wieder, ihre Cousins – die Pandava-Brüder – zu beseitigen, um ihren eigenen Anspruch auf den Thron zu sichern. Aber die Pandavas können entkommen und streifen einige Jahre zusammen mit ihrer Mutter Kunti als Asketen verkleidet umher. Am Ende dieser Zeit gewinnt Arjuna die Hand der Prinzessin Draupadi auf ihrer Gattenwahl. Doch aufgrund ihres vorbestimmten Schicksals und durch ein Missverständnis von Kunti wird sie zur Ehefrau aller fünf Pandavas. Denn als die fünf Brüder zu ihrer Mutter Kunti nach Hause kamen, meinte diese, ohne aufzuschauen und ohne die neue Schwiegertochter bemerkt zu haben, sie sollten untereinander alles teilen, was sie mitgebracht hätten. Da einem Befehl der Mutter nicht widersprochen werden durfte, heiratete Draupadi alle fünf Söhne, obwohl dies nicht Sitte war, und trotz der Bedenken des regierenden Königs Dhritarashtra.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weiteren Verlauf der Geschichte besitzen die Pandavas und die Kauravas je ein Königreich, damit der Frieden gesichert werden kann. Aber die Kauravas organisieren ein Würfelspiel, in dem die Pandavas ihr gesamtes Königreich verlieren. Schließlich müssen die Pandavas zwölf Jahre lang im Exil leben und sich dann im dreizehnten Jahr unerkannt in der Gesellschaft aufhalten. Doch selbst nach diesen dreizehn Jahren verweigern die Kauravas unter der Führung von Duryodhana die Rechte der Pandavas, wobei sich auch der regierende blinde König Dhritarashtra mit seinem Beraterstab auf die Seite seiner Söhne stellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es zum großen Krieg, bei dem elf Stämme auf der Seite der Kauravas gegen sieben auf der Seite der Pandavas kämpfen. Auch der mit beiden Familien verwandte König Krishna, von dem es heißt, dass er ein Avatar des Gottes Vishnu sei, beteiligt sich als Wagenlenker des Pandava Arjuna an der Auseinandersetzung. Vor Beginn der großen Schlacht vermittelt Krishna ihm die Lehren der Bhagavad-Gita. Schließlich, nach unsäglichem Leid auf beiden Seiten, gewinnen die Pandavas und führen ihr Volk in eine glückliche Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Jahren gehen die Pandava-Brüder mit ihrer Frau Draupadi auf eine Pilgerreise in den Himalaya. Bis auf Yudhishthira sterben unterwegs nacheinander alle. Ihm schließt sich ein Hund an, der ihm bis zum Himmelstor folgt. Nun wird der Pandava geprüft und er muss seine Lieben unter Qualen in der Hölle finden. Doch als sich herausstellt, dass Yudhisthira eher bei seiner Frau, seinen Brüdern und dem Hund bleiben will, als ohne diese die himmlische Herrlichkeit zu genießen, fällt sein menschlicher Körper endgültig von ihm ab und er erkennt, dass alles ein Trugbild zu seiner Prüfung war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bhagavad-gita===&lt;br /&gt;
====Basisinformation====&lt;br /&gt;
Ein Teil des Epos Mahabharata - Die Bhagavad Gita (gītā – Lied, Gedicht; bhagavan – der Erhabene, Gott; „der Gesang des Erhabenen“), verkürzt auch nur Gita, ist eine der zentralen Schriften des Hinduismus. Sie hat die Form eines spirituellen Gedichts. Der vermutlich zwischen dem fünften und dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert entstandene Text ist eine Zusammenführung mehrerer verschiedener Denkschulen des damaligen Indien auf Grundlage der Veden, der Upanishaden, des orthodoxen Brahmanismus, des Yoga und weitere, steht aber den Upanishaden gedanklich am nächsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lehren der Bhagavad-Gita sind eingebettet in einen umfangreichen episch-dramatischen Kontext, in das Epos Mahabharata („die große Geschichte der Bharatas“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es handelt sich um eine Selbstoffenbarung Krishnas, der sich vor Beginn eines großen Krieges, welchen das Mahabharata ausführlich beschreibt, auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra dem Fürsten Arjuna als göttliches oder kosmisches Selbst zu erkennen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krishna (wörtlich „der Schwarze“) ist eine hinduistische Form des Göttlichen und wird meist als der achte Avatara von Vishnu verehrt. Für seine Anhänger ist er die Inkarnation des Höchsten. Krishna kommt in der Bhagavadgita, je nach Kontext, unterschiedliche Bedeutung zu: Einmal wird er als das kosmische Selbst angesehen, das alles Lebende durchdringt; ein anderer Aspekt ist die Bedeutung als innere Göttlichkeit, die eine Reflexion des kosmischen Selbstes in jedem Lebewesen ist. Eine dritte Funktion ist die des spirituellen Lehrers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entsprechend der hinduistischen Mythologie leben wir jetzt im Kali-Yuga, dem „dunklen, schwarzen Zeitalter“, das nach Krishnas Tod begann (3102 v. Chr.). Von Krishna heißt es, er sei gekommen, um den Menschen jene ethischen und philosophischen Unterweisungen zu geben, die für die Zeit dieses Yuga notwendig seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich es einen historischen Hintergrund für die Ghita gibt, ist der Text nicht als geschichtlich zu betrachten. Viele Hindus sehen ihn als Allegorie. Eine mögliche und weit verbreitete Sichtweise ist, dass es sich um ein Zwiegespräch handelt zwischen der inneren Göttlichkeit, verkörpert durch Krishna, und der menschlichen Seele, die Arjuna darstellt: das Schlachtfeld sei das Leben, und die feindlichen Heerscharen, gegen die Arjuna antreten muss, verkörperten die menschlichen Schwächen, die besiegt und überwunden werden müssten. Neben dieser sich auf das Individuum beziehenden Deutung ist es möglich, der Bhagavadgita eine Deutung zu geben, die sich auf die Menschheit als Ganzes bezieht. In dieser evolutionären Anschauung ist die Schlacht ein Aufeinandertreffen der asurischen, egoistischen Kräfte mit denen der göttlichen Ordnung. Arjuna und seine Mitstreiter werden in diesem Bemühen von Krishna, dem Avatar, angeführt und unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Inhalt====&lt;br /&gt;
Die Söhne des Fürsten Pandu werden von ihrem Onkel Dhritarashtra aus dem Stamm der Kurus und von dessen Söhnen um ihren rechtmäßigen Thronanspruch betrogen und immer wieder Verfolgungen ausgesetzt. Schließlich kommt es auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra, der „Stätte der Kurus“, zu einer großen Schlacht. Arjuna, der dritte der Söhne des Pandu, befindet sich in einem persönlichen Konflikt zwischen der Zuneigung zu seinen Verwandten auf der Gegenseite und seiner Pflicht als Fürst und dem rechtmäßigen Anspruch seiner Familie auf Land und Thron. Er ist „von Furcht überwältigt“ und weigert sich zu kämpfen. Auf seinem Streitwagen (sanskrit: Ratha) befindet sich Krishna als Wagenlenker. Dieser versucht Arjuna durch religiös-philosophische Unterweisung aus seinem Zwiespalt zu befreien und zum Kampf zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Formale Aspekte ====&lt;br /&gt;
Sie besteht aus 700 Strophen, die auf 18 Gesänge bzw. Kapitel verteilt sind. Die Gita umfasst die Gesänge 25 bis 42 des 6. Buches der Mahabharata.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der größte Teil des Werkes besteht aus zwei Verszeilen, die aufeinanderbezogen sind. Jede Verszeile setzt sich aus zwei achtsilbigen Reihen zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel (1. Gesang, Vers 47):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
evam uktvārjunaḥ saṅkhye (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rathopastha upāviśat, (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
visṛjya sa śaraṁ cāpaṁ, (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
śokasaṁvignamānasaḥ. (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Arjuna sank leiderfüllt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf seines Wagens Sitz zurück,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bogen glitt ihm aus der Hand,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Gram umflorte seinen Blick.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Strophen wird von diesem Metrum ohne erkennbaren Grund abgewichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Bedeutung im Hinduismus====&lt;br /&gt;
Hindus betrachten die Lehren der Bhagavad-Gita traditionell als Quintessenz der Veden. Beim Studium ergeben sich oft scheinbare Widersprüche: Während einige Stellen anscheinend einen Dualismus lehren – die Zweiheit von Natur und Geist, von Gott und Mensch –, lehren andere die Einheit. Durch diese unterschiedlichen Auslegungsmöglichkeiten ist das Gedicht Mittelpunkt für die verschiedensten Glaubensrichtungen.&lt;br /&gt;
Die achtzehn Kapitel des Epos haben das gesamte indische Geistesleben beeinflusst. Kein Text der Hinduliteratur wird so viel gelesen, so oft auswendig gelernt und so häufig zitiert, wie diese Verse. Viele Hindus ziehen das Buch als wichtigen Ratgeber heran, und auch für Mahatma Gandhi war es von erheblicher Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Versionsgeschichte und Übersetzungen====&lt;br /&gt;
Traditionell gehören Übersetzer Kommentatoren einer spirituellen Tradition oder Schule und bestimmten Gurulinien an, die jede für sich beanspruchen, am zuverlässigsten den Originaltext wiederzugeben. Die verschiedenen Übersetzer und Kommentatoren haben bisweilen auch weit voneinander abweichende Ansichten über die Bedeutung bestimmter Sanskritwörter und Ausdrücke. Dies führt dazu, dass Interpretationen ganzer Abschnitte in den Literaturwissenschaften des Westens oft mit den traditionellen Ansichten nicht übereinstimmen. Nach Aussage des Indologen Helmut von Glasenapp lässt sich auch die Treffsicherheit des Ausdrucks und der Hauch des Weihevollen, die dem Urtext eigen sind, nicht voll übertragen. Eine weitere Schwierigkeit besteht bei der Übersetzung darin, dem Original treu zu bleiben und dennoch Metrum und Reim zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der älteste und zugleich einflussreichste indische Version  des Mittelalters stammt von Shankara, dem bedeutendsten Philosophen der Vedanta-Schule des Advaita-Vedanta (Nicht-Dualität). Nach ihm weisen auch die Lehren der Gita auf die Erkenntnis einer sich als pure Erscheinung (Maya) manifestierenden, differenzierten Wirklichkeit sinnlicher und gedanklicher Erfahrung. Anderer Ansicht ist dagegen Ramanuja, der im elften Jahrhundert lebte und lehrte, dass die erfahrbare Welt keine Täuschung oder Illusion, sondern in all in ihrer Vielfalt real ist, diese Realität gleichwohl aber vom Allerhöchsten abhänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein persischer Universalgelehrter hat sich mitder Ghita um 1000 in einem berühmten Buch über Indien, dem Kitab-al-Hind, beschäftigt. Um 1600 wurde das Werk in persische Prosa übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1785 kam die Bhagavad Gita, durch den Orientalisten Charles Wilkins übersetzt, nach Europa. August Wilhelm Schlegel, der Inhaber des ersten Lehrstuhls für Indologie in Deutschland an der Universität Bonn, ließ die ersten Sanskrit-Texte 1823 in Europa mit einer lateinischen Übersetzung zu drucken. Sie fand begeisterte Aufnahme, und viele zeitgenössische Gelehrte verbreiteten sie unter ihren Schülern. Wilhelm von Humboldt schrieb 1825 bis 1826 zwei Abhandlungen darüber in den Schriften der Berliner Akademie. Er bezeichnete die Bhagavad Gita als „… das schönste, ja vielleicht das einzig wahrhafte philosophische Gedicht, das alle uns bekannten Literaturen aufzuweisen haben“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavad-Gita wurde in Versform unter anderem von Robert Boxberger (1870), Franz Hartmann (1904) Theodor Springmann (1920), und Leopold von Schroeder (1937) (ins Deutsche) und von Friedrich Rückert (ins Lateinische) übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den zahlreichen Prosa-Übersetzungen diejenigen von Richard Garbe (1905), Paul Deussen (1906) und Rudolf Otto (1935) von besonderem wissenschaftlichen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert wurden Kommentare von den Großen der indischen Unabhängigkeitsbewegung Bal Gangadhar Tilak , Mahatma Gandhi und Sri Aurobindo geschrieben. Andere moderne Kommentatoren waren Swami Vivekananda und Sarvepalli Radhakrishnan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltweit verbreitet ist heute die Übersetzung und Kommentierung Bhagavad-gītā, wie sie ist des ISKCON („Hare Krishna“)-Begründers Prabhupada, derdie Lehren im Lichte des monotheistischen Gaudiya Vaishnavatums betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
====Die Einleitung====&lt;br /&gt;
	1. Die Bedeutung der ganzen Ghita&lt;br /&gt;
	2. Alter und Text&lt;br /&gt;
	3. Hauptkommentatoren&lt;br /&gt;
	4. Letzte Realität&lt;br /&gt;
	5. Krisna&lt;br /&gt;
	6. Zustand der Welt - die Formung Maya&lt;br /&gt;
	7. Die Einzelseele&lt;br /&gt;
	8. Yoga satra die Erziehung&lt;br /&gt;
	9. Jnana oder das erlösende Wissen&lt;br /&gt;
	10. Der Weg der Erkenntnis - Jnana marga&lt;br /&gt;
	11. Der Weg der Hingabe: Bhakit-marga&lt;br /&gt;
	12. Der Weg des Handelns Karma-marga&lt;br /&gt;
        13. Das Ziel&lt;br /&gt;
====Fragen zum Thema Religion====&lt;br /&gt;
* Stört die religiöse Differenzierung bei der Lösung  globaler Fragen des 21.Jahrhunderts?&lt;br /&gt;
* Muss &amp;quot;gegen Religion&amp;quot; insofern Aufklärung betrieben werden?&lt;br /&gt;
* oder braucht es Religion weiterhin als Gegenkonzept zu Technikwelt, Konsum, politischen Sytemen ...?&lt;br /&gt;
* Wie könnte man gegen Religion vorgehen, ohne Menschen ins Leere fallen zu lassen?&lt;br /&gt;
* Wenn Religion wichtig ist, wie gehen wir global mit den Religionskonflikten um, ohne die dahinterliegenden Bedürfnisse zu ignorieren?&lt;br /&gt;
* Wie kommt man trotz oder mit religiöser Divergenz  auf Lösungen globaler Herausforderungen?&lt;br /&gt;
* Muss/kann/sollte Religion eine Rolle spielen in einer  teilweise entmystifizierten Umwelt?&lt;br /&gt;
* Und was ist Religion/Glaube überhaupt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
* Richard Garbe von 1905: Die Bhagavadgita aus dem Sanskrit als Prosa übersetzt. Mit einer Einleitung über ihre ursprüngliche Gestalt, ihre Lehren und ihr Alter. Leipzig. [http://www.amazon.de/Die-Bhagavadgita-Aus-Sanskrit-Bersetzt/dp/1168526809 Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Helmuth von Glasenapp von 1986/1965: Bhagavadgita - von einem bekannten deutscher Indologe und Schüler von R.Garbe - ästhetische, an die Metrik des Originals anknüpfende Übersetzung. [http://www.amazon.de/Bhagavadgita-Helmuth-von-Glasenapp/dp/3150078741 Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sarvepalli Radhakrishnan von 1958: Die Bhagavadgita, Sanskrittext mit Einleitung und Kommentar von S. Radhakrishnan, mit dem indischen Urtext  verglichen und ins Deutsche als Prosa übersetzt von Siegfried Lienhard.  Baden-Baden. 447 S. [Akademischer Standard]&amp;lt;br&amp;gt;Radhakrishnan schreibt, dass nach Aussage der Bhagavad Gita „ein Kampf zwischen Gut und Böse in der Welt stattfindet, an dem Gott innigen Anteil nehme“. Radhakrishnan sieht in der Gestalt von Krishna, wie sie in der Gita erscheint, „eine Veranschaulichung der geistigen Quellen und der verborgenen Göttlichkeit des Menschen“. [http://www.amazon.de/Bhagavadgita-Sanskrittext-Einleitung-Radhakrishnan-verglichen/dp/B002HLPD6G/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1459597595&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Bhagavadgita Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada von 1972: Die &amp;quot;Bhagavad-gita Wie Sie Ist&amp;quot; beinhaltet eine Wort-für-Wort Übersetzung und Kommentierung der Bhagavad-gita, dem Gründer der Internationalen Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein (ISKCON).&amp;lt;br&amp;gt;Das von Prabhupada verfasste Werk bietet die originalen Sanskrit-Verse in Devanagari und in einer lateinischen Transliteration. Es folgt eine Wort-für-Wort-Übersetzung und anschließend die Übersetzung des jeweiligen Verses mit Erläuterungen.&amp;lt;br&amp;gt;Die &amp;quot;Bhagavad-gita Wie Sie Ist&amp;quot; ist neben dem Srimad Bhagavatam eine der wichtigsten Schriften der ISKCON und anderer Gaudiya-Vaishnava-Organisationen. Der Autor kommentiert die Bhagavad-gita in der Auslegung der Gaudiya Vaishnavas, des bengalischen Vaishnavatums. Bhaktivedanta Prabhupada, Geb. 1896 in Kalkutta, kam auf Wunsch seines Spirituellen Meisters 1965 mit einem Schiff nach New York, um den Hare Krishna Mahamantra in der westlichen Welt zu verbreiten. Er konnte 1972 sein vollständiges und ungekürztes Manuskript der Bhagavad Gita As It Is bei The Macmillan Company in New York veröffentlichen. Die deutsche Gita Wie Sie Ist ist eine Übersetzung seiner Schüler vom englischen Original und wurde zum ersten mal 1974 herausgegeben. 1981 (die 5. Auflage) wurde eine verbessert-übersetzte Version herausgebracht, und 1983 nochmals nachgedruckt.&amp;lt;br&amp;gt;2012 wurde eine eventuell verfälschend ergänzte weitere Auflage herausgebracht.&lt;br /&gt;
** [http://www.interessantes.at/gita/1983-Bhagavad-gita_Wie_Sie_Ist.pdf Bhagavad Gita Wie Sie Ist von 1983]&lt;br /&gt;
** [http://www.amazon.de/gp/product/9171496513/ref=pd_lpo_sbs_dp_ss_2?pf_rd_p=556245207&amp;amp;pf_rd_s=lpo-top-stripe&amp;amp;pf_rd_t=201&amp;amp;pf_rd_i=3150078741&amp;amp;pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;amp;pf_rd_r=14PP0VCZDB5DPVBYS61W Bhagavad-Gita von A. C. Bhaktivedant Prabhupada von 2012]&lt;br /&gt;
** [http://www.interessantes.at/gita.htm Hintergrund zu Bhagavad Gita Wie Sie Ist]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* Jack Hawley von 2002: Eine moderne Prosa-Fassung Bhagavadgita [http://www.amazon.de/gp/product/3442216079/ref=pd_lpo_sbs_dp_ss_1?pf_rd_p=556245207&amp;amp;pf_rd_s=lpo-top-stripe&amp;amp;pf_rd_t=201&amp;amp;pf_rd_i=3150078741&amp;amp;pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;amp;pf_rd_r=14PP0VCZDB5DPVBYS61W Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Zusatzquellen====&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: The Bhagavadgita: Doctrines and Contexts. Cambridge. 2007.&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: Rajavidya: Das königliche Wissen um Herrschaft und Verzicht. Studien zur Bhagavadgita. 1996. [Habilitation. Ausführlicher Grundlagentext mit Kommentierung der Verse und historischem Kontext.]&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: Hinduismus. 2009. [https://www.amazon.de/Hinduismus-Studium-Religionen-Band-3197/dp/3825231976?ie=UTF8&amp;amp;qid=1464725453&amp;amp;ref_=la_B00455RJ00_1_1&amp;amp;s=books&amp;amp;sr=1-1 Amazon]&lt;br /&gt;
ZUSAMMENFASSUNG:&lt;br /&gt;
Teil I&lt;br /&gt;
Teil II&lt;br /&gt;
TEil III - religiöse Praxis (Seite 127 - 183)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Es gibt 5 Hauptaufgaben der Gottheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Schöpfung, Erhält und Zerstörung der Welt (i.d.R. Durch Brahma, Visnu und Siva verkörpert und &amp;quot;ttrimurti&amp;quot; genannt)&lt;br /&gt;
Sowie (4) Verwirrung der Individuen / Verhüllung der Erkenntnis&lt;br /&gt;
Und (5) Enthüllung, Offenbarung, Erlösung.&lt;br /&gt;
* All dies tun sowohl weit verbreitet verehrte Hauptgötter sowie Dorf- und Familiengottheiten&lt;br /&gt;
* Als Hauptgötter gelten Visnu, Krsna, Rama, Siva, Sri Laksmi, Durg, Kali ( letztere drei sind weiblich)&lt;br /&gt;
* Visnu ist in vedischen Texten und Epen als mächtiger Gott etabliert. Er schafft, erhält und zerstört ( zur Rettung der Ordnung) die Welt. Er erscheint auch in Form von 10 Herabkünften (Avataren) zu denen nach bestimmten Überlieferungen auch Krsna, Rama und Buddha gehören. Seine letzte Verkörperung steht beim Weltenuntergang bevor. In Dr dann folgenden kosmischen Nacht wird er schlafen. Durch seine Kraft genährt wird Brahman die Welt neu erschaffen.&lt;br /&gt;
* Krsna spielt eine zentrale Rolle im Mahabharata-Epos, u.a. Der Bhagavadgita. Er ist der Flöte spielende Beschützer der Kühe und Verführer der Hirtinnen. Obwohl er als Visnu-Avatar gilt, und teilweise mit diesem identifiziert wird, ist er doch ein eigenständiger Gott und wir gar als &amp;quot;Der Höchste&amp;quot; verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fortsetzung folgt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Egbert Richter-Ushanas: Die Philosophie der Bhagavadgita in der indischen Tradition und im Abendland. 2011. [Dissertation] grottenschlecht&lt;br /&gt;
* Swami Chinmayananda: La Bhagavad Gîtâ. Übersetzt ins Französische von Christiane Madeline. Paris. 2012.&lt;br /&gt;
* Michel Hulin &amp;amp; Emile Senart: La Bhagavad-Gita: Suivie du Commentaire de Sankara. Paris. 2010.&lt;br /&gt;
* [[Media:Ahmad-Epic-Counter-Eoic-India-1963.pdf‎]]&lt;br /&gt;
* [http://www.theosophy.de/books/DIE%20BHAGAVAD%20GITA.pdf DIE BHAGAVAD-GÎTÂ auf Basis von Franz Hartann als theosophische Übersetzung von 2008/1922]&lt;br /&gt;
=====Zusatzquellen zum Thema Religion=====&lt;br /&gt;
* [[Media:Religion_und_Evolution-_Strafende_Götter_als_Erfolgsgeheimnis_der_Menschheit_-_SPIEGEL_ONLINE_-_Wissenschaft.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Spektrum_Glaube_als_waffe_im_Kampf_ums_dasein_2009_4_S68.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Purzycki_Moralistic_gods_2016.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
===Kontext===&lt;br /&gt;
====Einbettung in indische Geschichte====&lt;br /&gt;
====Hinduismus vs.Buddhismus====&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Bhagavad-gita/Mahabharata&amp;diff=731</id>
		<title>Bhagavad-gita/Mahabharata</title>
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		<updated>2016-06-02T16:56:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* Zusatzquellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 6. April 2016 - 20:30 bei Tobias: Anbahnung des neuen Themas, Bestimmung der Lektüre und Kontextthemen&lt;br /&gt;
* 25.Mai 2016 - bei Andreas: Einleitung von S. Radhakrishnan von 1958&lt;br /&gt;
* 8.Juli 2016 - bei Tiemo: Kontextthemen aus &amp;quot;Hinduismus&amp;quot; von Malinar 2009 (Matthias -&amp;gt; Geschichte; Andreas -&amp;gt; Religiöse Praxis; Tiemo -&amp;gt; Soziale Dimension; Tobias -&amp;gt; Konzepte)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
===Mahabharata===&lt;br /&gt;
Das Mahabharata (Sanskrit, महाभारत, n., mahābhārata „die große Geschichte der Bharatas“) ist das bekannteste indische Epos. Man nimmt an, dass es erstmals zwischen 400 v. Chr. bis 400 n. Chr. niedergeschrieben wurde, aber auf älteren Traditionen beruht (bis zu 7000 v. Chr.). Es umfasst etwa 100.000 Doppelverse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große indische Dichter, wie z. B. Kalidasa, haben immer wieder auf das Mahabharata sowie auf das Ramayana, das zweite große Volksepos Indiens, zurückgegriffen. Die Epen bilden zusammen mit den Puranas und anderen Werken als Bestandteile der Smritis den Kern der hinduistischen Überlieferung. Den bedeutendsten philosophischen Text des Mahabharata, die Bhagavadgita, zählt man oft zu den Shrutis, den Offenbarungsschriften. Zusammen mit dem tibetischen Epos des Königs Gesar gehört das Mahabharata zu den umfangreichsten literarischen Werken der Welt.&lt;br /&gt;
Das Werk ist eines der wichtigsten Dharma-Bücher und darum für Hindus ein wichtiger Leitfaden. Es schneidet alle Aspekte hinduistischer Ethik an, weist einerseits orthodoxe Äußerungen auf, etwa über die Aufgaben der Kasten und Frauenpflichten, dann wiederum erhebt es an vielen Stellen heftigen Protest dagegen.&lt;br /&gt;
Mit seiner großen Anzahl an Geschichten und Motiven sowie seinen unzähligen religiösen und philosophischen Parabeln wird die Bedeutung des Epos am besten mit dem Satz aus dem ersten Buch zusammengefasst: „Was hier gefunden wird, kann woanders auch gefunden werden. Was hier nicht gefunden werden kann, kann nirgends gefunden werden.“&lt;br /&gt;
Das Mahabharata ist sowohl Heldenepos als auch ein bedeutendes religiöses und philosophisches Werk, dessen Ursprung möglicherweise in vedischer Zeit liegt. Traditionell wird der mythische Weise Vyasa als Autor angenommen, der in der Geschichte selbst eine Rolle spielt. Der Legende nach soll er es komponiert und dem elefantenköpfigen Gott Ganesha diktiert haben. Im Laufe der Jahrhunderte kam es immer wieder zu Veränderungen und Weiterentwicklungen des Werks, denn vieles wurde lange Zeit nur mündlich überliefert. Es besteht aus vielen Schichten, die sich im Laufe der Zeit anlagerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mahabharata ist in achtzehn Kapitel und eine Appendix unterteilt und enthält neben der Hauptgeschichte hunderte von Nebengeschichten und kleinere Episoden. Grundsätzlich beschäftigt sich das umfangreiche Epos mit allen Themen, die im Hinduismus wichtig sind: mit dem Leben der Geschöpfe, mit Tod und Wiedergeburt, mit Karma und Dharma (Rechtschaffenheit), beschreibt Glück und Leid, die Ergebnisse der guten und der schlechten Taten, das Opfer, sowie die verschiedenen Zeitalter, es beschäftigt sich mit den Göttern und überliefert uralte Hymnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rahmenhandlung beschreibt den Kampf der Kauravas mit den Pandavas, zweier verwandter Fürstenfamilien, auf dem Schlachtfeld in Kurukshetra (nördlich von Delhi). Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich im Kern um ein historisches Geschehen handelt, für viele Inder sind die Begebenheiten Tatsache. Der Kampf wird als schrecklicher Bruderkrieg dargestellt, bei dem viele Menschen starben. Er bildet auch den dramaturgischen Hintergrund der Bhagavad-Gita (Gesang Gottes), in der es um philosophisch-religiöse Inhalte geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hauptgeschichte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Fürst aus dem alt-indischen Herrschergeschlecht der Bharatas hatte drei Söhne: Dhritarashtra, Pandu und Vidura. Der älteste, der blinde Dhritarashtra, konnte wegen seiner Blindheit den Thron nicht besteigen. Trotzdem übertrug der regierende Pandu nach einiger Zeit den Thron seinem blinden Bruder und zog sich mit seinen beiden Frauen Kunti und Madri in die Wälder zurück. Dort wurden ihm, bevor er starb, fünf Söhne geboren, die Pandavas (Söhne von Pandu): Yudhishthira, Bhima, Arjuna, sowie die Zwillinge Nakula und Sahadava. Der regierende blinde König Dhritarashtra hatte einhundert Söhne, die Kauravas (benannt nach dem Urahn Kuru), von denen der älteste, Duryodhana, zum Hauptgegenspieler der Pandavas wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Haupterzählstrang des Mahabharata beschäftigt sich mit dem Konflikt zwischen diesen beiden verwandten Familien und ihren Verbündeten. Die Kauravas unter Führung von Duryodhana versuchen immer wieder, ihre Cousins – die Pandava-Brüder – zu beseitigen, um ihren eigenen Anspruch auf den Thron zu sichern. Aber die Pandavas können entkommen und streifen einige Jahre zusammen mit ihrer Mutter Kunti als Asketen verkleidet umher. Am Ende dieser Zeit gewinnt Arjuna die Hand der Prinzessin Draupadi auf ihrer Gattenwahl. Doch aufgrund ihres vorbestimmten Schicksals und durch ein Missverständnis von Kunti wird sie zur Ehefrau aller fünf Pandavas. Denn als die fünf Brüder zu ihrer Mutter Kunti nach Hause kamen, meinte diese, ohne aufzuschauen und ohne die neue Schwiegertochter bemerkt zu haben, sie sollten untereinander alles teilen, was sie mitgebracht hätten. Da einem Befehl der Mutter nicht widersprochen werden durfte, heiratete Draupadi alle fünf Söhne, obwohl dies nicht Sitte war, und trotz der Bedenken des regierenden Königs Dhritarashtra.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weiteren Verlauf der Geschichte besitzen die Pandavas und die Kauravas je ein Königreich, damit der Frieden gesichert werden kann. Aber die Kauravas organisieren ein Würfelspiel, in dem die Pandavas ihr gesamtes Königreich verlieren. Schließlich müssen die Pandavas zwölf Jahre lang im Exil leben und sich dann im dreizehnten Jahr unerkannt in der Gesellschaft aufhalten. Doch selbst nach diesen dreizehn Jahren verweigern die Kauravas unter der Führung von Duryodhana die Rechte der Pandavas, wobei sich auch der regierende blinde König Dhritarashtra mit seinem Beraterstab auf die Seite seiner Söhne stellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es zum großen Krieg, bei dem elf Stämme auf der Seite der Kauravas gegen sieben auf der Seite der Pandavas kämpfen. Auch der mit beiden Familien verwandte König Krishna, von dem es heißt, dass er ein Avatar des Gottes Vishnu sei, beteiligt sich als Wagenlenker des Pandava Arjuna an der Auseinandersetzung. Vor Beginn der großen Schlacht vermittelt Krishna ihm die Lehren der Bhagavad-Gita. Schließlich, nach unsäglichem Leid auf beiden Seiten, gewinnen die Pandavas und führen ihr Volk in eine glückliche Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Jahren gehen die Pandava-Brüder mit ihrer Frau Draupadi auf eine Pilgerreise in den Himalaya. Bis auf Yudhishthira sterben unterwegs nacheinander alle. Ihm schließt sich ein Hund an, der ihm bis zum Himmelstor folgt. Nun wird der Pandava geprüft und er muss seine Lieben unter Qualen in der Hölle finden. Doch als sich herausstellt, dass Yudhisthira eher bei seiner Frau, seinen Brüdern und dem Hund bleiben will, als ohne diese die himmlische Herrlichkeit zu genießen, fällt sein menschlicher Körper endgültig von ihm ab und er erkennt, dass alles ein Trugbild zu seiner Prüfung war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bhagavad-gita===&lt;br /&gt;
====Basisinformation====&lt;br /&gt;
Ein Teil des Epos Mahabharata - Die Bhagavad Gita (gītā – Lied, Gedicht; bhagavan – der Erhabene, Gott; „der Gesang des Erhabenen“), verkürzt auch nur Gita, ist eine der zentralen Schriften des Hinduismus. Sie hat die Form eines spirituellen Gedichts. Der vermutlich zwischen dem fünften und dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert entstandene Text ist eine Zusammenführung mehrerer verschiedener Denkschulen des damaligen Indien auf Grundlage der Veden, der Upanishaden, des orthodoxen Brahmanismus, des Yoga und weitere, steht aber den Upanishaden gedanklich am nächsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lehren der Bhagavad-Gita sind eingebettet in einen umfangreichen episch-dramatischen Kontext, in das Epos Mahabharata („die große Geschichte der Bharatas“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es handelt sich um eine Selbstoffenbarung Krishnas, der sich vor Beginn eines großen Krieges, welchen das Mahabharata ausführlich beschreibt, auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra dem Fürsten Arjuna als göttliches oder kosmisches Selbst zu erkennen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krishna (wörtlich „der Schwarze“) ist eine hinduistische Form des Göttlichen und wird meist als der achte Avatara von Vishnu verehrt. Für seine Anhänger ist er die Inkarnation des Höchsten. Krishna kommt in der Bhagavadgita, je nach Kontext, unterschiedliche Bedeutung zu: Einmal wird er als das kosmische Selbst angesehen, das alles Lebende durchdringt; ein anderer Aspekt ist die Bedeutung als innere Göttlichkeit, die eine Reflexion des kosmischen Selbstes in jedem Lebewesen ist. Eine dritte Funktion ist die des spirituellen Lehrers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entsprechend der hinduistischen Mythologie leben wir jetzt im Kali-Yuga, dem „dunklen, schwarzen Zeitalter“, das nach Krishnas Tod begann (3102 v. Chr.). Von Krishna heißt es, er sei gekommen, um den Menschen jene ethischen und philosophischen Unterweisungen zu geben, die für die Zeit dieses Yuga notwendig seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich es einen historischen Hintergrund für die Ghita gibt, ist der Text nicht als geschichtlich zu betrachten. Viele Hindus sehen ihn als Allegorie. Eine mögliche und weit verbreitete Sichtweise ist, dass es sich um ein Zwiegespräch handelt zwischen der inneren Göttlichkeit, verkörpert durch Krishna, und der menschlichen Seele, die Arjuna darstellt: das Schlachtfeld sei das Leben, und die feindlichen Heerscharen, gegen die Arjuna antreten muss, verkörperten die menschlichen Schwächen, die besiegt und überwunden werden müssten. Neben dieser sich auf das Individuum beziehenden Deutung ist es möglich, der Bhagavadgita eine Deutung zu geben, die sich auf die Menschheit als Ganzes bezieht. In dieser evolutionären Anschauung ist die Schlacht ein Aufeinandertreffen der asurischen, egoistischen Kräfte mit denen der göttlichen Ordnung. Arjuna und seine Mitstreiter werden in diesem Bemühen von Krishna, dem Avatar, angeführt und unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Inhalt====&lt;br /&gt;
Die Söhne des Fürsten Pandu werden von ihrem Onkel Dhritarashtra aus dem Stamm der Kurus und von dessen Söhnen um ihren rechtmäßigen Thronanspruch betrogen und immer wieder Verfolgungen ausgesetzt. Schließlich kommt es auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra, der „Stätte der Kurus“, zu einer großen Schlacht. Arjuna, der dritte der Söhne des Pandu, befindet sich in einem persönlichen Konflikt zwischen der Zuneigung zu seinen Verwandten auf der Gegenseite und seiner Pflicht als Fürst und dem rechtmäßigen Anspruch seiner Familie auf Land und Thron. Er ist „von Furcht überwältigt“ und weigert sich zu kämpfen. Auf seinem Streitwagen (sanskrit: Ratha) befindet sich Krishna als Wagenlenker. Dieser versucht Arjuna durch religiös-philosophische Unterweisung aus seinem Zwiespalt zu befreien und zum Kampf zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Formale Aspekte ====&lt;br /&gt;
Sie besteht aus 700 Strophen, die auf 18 Gesänge bzw. Kapitel verteilt sind. Die Gita umfasst die Gesänge 25 bis 42 des 6. Buches der Mahabharata.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der größte Teil des Werkes besteht aus zwei Verszeilen, die aufeinanderbezogen sind. Jede Verszeile setzt sich aus zwei achtsilbigen Reihen zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel (1. Gesang, Vers 47):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
evam uktvārjunaḥ saṅkhye (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rathopastha upāviśat, (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
visṛjya sa śaraṁ cāpaṁ, (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
śokasaṁvignamānasaḥ. (acht Silben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Arjuna sank leiderfüllt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf seines Wagens Sitz zurück,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bogen glitt ihm aus der Hand,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Gram umflorte seinen Blick.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Strophen wird von diesem Metrum ohne erkennbaren Grund abgewichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Bedeutung im Hinduismus====&lt;br /&gt;
Hindus betrachten die Lehren der Bhagavad-Gita traditionell als Quintessenz der Veden. Beim Studium ergeben sich oft scheinbare Widersprüche: Während einige Stellen anscheinend einen Dualismus lehren – die Zweiheit von Natur und Geist, von Gott und Mensch –, lehren andere die Einheit. Durch diese unterschiedlichen Auslegungsmöglichkeiten ist das Gedicht Mittelpunkt für die verschiedensten Glaubensrichtungen.&lt;br /&gt;
Die achtzehn Kapitel des Epos haben das gesamte indische Geistesleben beeinflusst. Kein Text der Hinduliteratur wird so viel gelesen, so oft auswendig gelernt und so häufig zitiert, wie diese Verse. Viele Hindus ziehen das Buch als wichtigen Ratgeber heran, und auch für Mahatma Gandhi war es von erheblicher Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Versionsgeschichte und Übersetzungen====&lt;br /&gt;
Traditionell gehören Übersetzer Kommentatoren einer spirituellen Tradition oder Schule und bestimmten Gurulinien an, die jede für sich beanspruchen, am zuverlässigsten den Originaltext wiederzugeben. Die verschiedenen Übersetzer und Kommentatoren haben bisweilen auch weit voneinander abweichende Ansichten über die Bedeutung bestimmter Sanskritwörter und Ausdrücke. Dies führt dazu, dass Interpretationen ganzer Abschnitte in den Literaturwissenschaften des Westens oft mit den traditionellen Ansichten nicht übereinstimmen. Nach Aussage des Indologen Helmut von Glasenapp lässt sich auch die Treffsicherheit des Ausdrucks und der Hauch des Weihevollen, die dem Urtext eigen sind, nicht voll übertragen. Eine weitere Schwierigkeit besteht bei der Übersetzung darin, dem Original treu zu bleiben und dennoch Metrum und Reim zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der älteste und zugleich einflussreichste indische Version  des Mittelalters stammt von Shankara, dem bedeutendsten Philosophen der Vedanta-Schule des Advaita-Vedanta (Nicht-Dualität). Nach ihm weisen auch die Lehren der Gita auf die Erkenntnis einer sich als pure Erscheinung (Maya) manifestierenden, differenzierten Wirklichkeit sinnlicher und gedanklicher Erfahrung. Anderer Ansicht ist dagegen Ramanuja, der im elften Jahrhundert lebte und lehrte, dass die erfahrbare Welt keine Täuschung oder Illusion, sondern in all in ihrer Vielfalt real ist, diese Realität gleichwohl aber vom Allerhöchsten abhänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein persischer Universalgelehrter hat sich mitder Ghita um 1000 in einem berühmten Buch über Indien, dem Kitab-al-Hind, beschäftigt. Um 1600 wurde das Werk in persische Prosa übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1785 kam die Bhagavad Gita, durch den Orientalisten Charles Wilkins übersetzt, nach Europa. August Wilhelm Schlegel, der Inhaber des ersten Lehrstuhls für Indologie in Deutschland an der Universität Bonn, ließ die ersten Sanskrit-Texte 1823 in Europa mit einer lateinischen Übersetzung zu drucken. Sie fand begeisterte Aufnahme, und viele zeitgenössische Gelehrte verbreiteten sie unter ihren Schülern. Wilhelm von Humboldt schrieb 1825 bis 1826 zwei Abhandlungen darüber in den Schriften der Berliner Akademie. Er bezeichnete die Bhagavad Gita als „… das schönste, ja vielleicht das einzig wahrhafte philosophische Gedicht, das alle uns bekannten Literaturen aufzuweisen haben“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavad-Gita wurde in Versform unter anderem von Robert Boxberger (1870), Franz Hartmann (1904) Theodor Springmann (1920), und Leopold von Schroeder (1937) (ins Deutsche) und von Friedrich Rückert (ins Lateinische) übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den zahlreichen Prosa-Übersetzungen diejenigen von Richard Garbe (1905), Paul Deussen (1906) und Rudolf Otto (1935) von besonderem wissenschaftlichen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert wurden Kommentare von den Großen der indischen Unabhängigkeitsbewegung Bal Gangadhar Tilak , Mahatma Gandhi und Sri Aurobindo geschrieben. Andere moderne Kommentatoren waren Swami Vivekananda und Sarvepalli Radhakrishnan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltweit verbreitet ist heute die Übersetzung und Kommentierung Bhagavad-gītā, wie sie ist des ISKCON („Hare Krishna“)-Begründers Prabhupada, derdie Lehren im Lichte des monotheistischen Gaudiya Vaishnavatums betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
====Die Einleitung====&lt;br /&gt;
	1. Die Bedeutung der ganzen Ghita&lt;br /&gt;
	2. Alter und Text&lt;br /&gt;
	3. Hauptkommentatoren&lt;br /&gt;
	4. Letzte Realität&lt;br /&gt;
	5. Krisna&lt;br /&gt;
	6. Zustand der Welt - die Formung Maya&lt;br /&gt;
	7. Die Einzelseele&lt;br /&gt;
	8. Yoga satra die Erziehung&lt;br /&gt;
	9. Jnana oder das erlösende Wissen&lt;br /&gt;
	10. Der Weg der Erkenntnis - Jnana marga&lt;br /&gt;
	11. Der Weg der Hingabe: Bhakit-marga&lt;br /&gt;
	12. Der Weg des Handelns Karma-marga&lt;br /&gt;
        13. Das Ziel&lt;br /&gt;
====Fragen zum Thema Religion====&lt;br /&gt;
* Stört die religiöse Differenzierung bei der Lösung  globaler Fragen des 21.Jahrhunderts?&lt;br /&gt;
* Muss &amp;quot;gegen Religion&amp;quot; insofern Aufklärung betrieben werden?&lt;br /&gt;
* oder braucht es Religion weiterhin als Gegenkonzept zu Technikwelt, Konsum, politischen Sytemen ...?&lt;br /&gt;
* Wie könnte man gegen Religion vorgehen, ohne Menschen ins Leere fallen zu lassen?&lt;br /&gt;
* Wenn Religion wichtig ist, wie gehen wir global mit den Religionskonflikten um, ohne die dahinterliegenden Bedürfnisse zu ignorieren?&lt;br /&gt;
* Wie kommt man trotz oder mit religiöser Divergenz  auf Lösungen globaler Herausforderungen?&lt;br /&gt;
* Muss/kann/sollte Religion eine Rolle spielen in einer  teilweise entmystifizierten Umwelt?&lt;br /&gt;
* Und was ist Religion/Glaube überhaupt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
* Richard Garbe von 1905: Die Bhagavadgita aus dem Sanskrit als Prosa übersetzt. Mit einer Einleitung über ihre ursprüngliche Gestalt, ihre Lehren und ihr Alter. Leipzig. [http://www.amazon.de/Die-Bhagavadgita-Aus-Sanskrit-Bersetzt/dp/1168526809 Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Helmuth von Glasenapp von 1986/1965: Bhagavadgita - von einem bekannten deutscher Indologe und Schüler von R.Garbe - ästhetische, an die Metrik des Originals anknüpfende Übersetzung. [http://www.amazon.de/Bhagavadgita-Helmuth-von-Glasenapp/dp/3150078741 Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sarvepalli Radhakrishnan von 1958: Die Bhagavadgita, Sanskrittext mit Einleitung und Kommentar von S. Radhakrishnan, mit dem indischen Urtext  verglichen und ins Deutsche als Prosa übersetzt von Siegfried Lienhard.  Baden-Baden. 447 S. [Akademischer Standard]&amp;lt;br&amp;gt;Radhakrishnan schreibt, dass nach Aussage der Bhagavad Gita „ein Kampf zwischen Gut und Böse in der Welt stattfindet, an dem Gott innigen Anteil nehme“. Radhakrishnan sieht in der Gestalt von Krishna, wie sie in der Gita erscheint, „eine Veranschaulichung der geistigen Quellen und der verborgenen Göttlichkeit des Menschen“. [http://www.amazon.de/Bhagavadgita-Sanskrittext-Einleitung-Radhakrishnan-verglichen/dp/B002HLPD6G/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1459597595&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Bhagavadgita Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada von 1972: Die &amp;quot;Bhagavad-gita Wie Sie Ist&amp;quot; beinhaltet eine Wort-für-Wort Übersetzung und Kommentierung der Bhagavad-gita, dem Gründer der Internationalen Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein (ISKCON).&amp;lt;br&amp;gt;Das von Prabhupada verfasste Werk bietet die originalen Sanskrit-Verse in Devanagari und in einer lateinischen Transliteration. Es folgt eine Wort-für-Wort-Übersetzung und anschließend die Übersetzung des jeweiligen Verses mit Erläuterungen.&amp;lt;br&amp;gt;Die &amp;quot;Bhagavad-gita Wie Sie Ist&amp;quot; ist neben dem Srimad Bhagavatam eine der wichtigsten Schriften der ISKCON und anderer Gaudiya-Vaishnava-Organisationen. Der Autor kommentiert die Bhagavad-gita in der Auslegung der Gaudiya Vaishnavas, des bengalischen Vaishnavatums. Bhaktivedanta Prabhupada, Geb. 1896 in Kalkutta, kam auf Wunsch seines Spirituellen Meisters 1965 mit einem Schiff nach New York, um den Hare Krishna Mahamantra in der westlichen Welt zu verbreiten. Er konnte 1972 sein vollständiges und ungekürztes Manuskript der Bhagavad Gita As It Is bei The Macmillan Company in New York veröffentlichen. Die deutsche Gita Wie Sie Ist ist eine Übersetzung seiner Schüler vom englischen Original und wurde zum ersten mal 1974 herausgegeben. 1981 (die 5. Auflage) wurde eine verbessert-übersetzte Version herausgebracht, und 1983 nochmals nachgedruckt.&amp;lt;br&amp;gt;2012 wurde eine eventuell verfälschend ergänzte weitere Auflage herausgebracht.&lt;br /&gt;
** [http://www.interessantes.at/gita/1983-Bhagavad-gita_Wie_Sie_Ist.pdf Bhagavad Gita Wie Sie Ist von 1983]&lt;br /&gt;
** [http://www.amazon.de/gp/product/9171496513/ref=pd_lpo_sbs_dp_ss_2?pf_rd_p=556245207&amp;amp;pf_rd_s=lpo-top-stripe&amp;amp;pf_rd_t=201&amp;amp;pf_rd_i=3150078741&amp;amp;pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;amp;pf_rd_r=14PP0VCZDB5DPVBYS61W Bhagavad-Gita von A. C. Bhaktivedant Prabhupada von 2012]&lt;br /&gt;
** [http://www.interessantes.at/gita.htm Hintergrund zu Bhagavad Gita Wie Sie Ist]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* Jack Hawley von 2002: Eine moderne Prosa-Fassung Bhagavadgita [http://www.amazon.de/gp/product/3442216079/ref=pd_lpo_sbs_dp_ss_1?pf_rd_p=556245207&amp;amp;pf_rd_s=lpo-top-stripe&amp;amp;pf_rd_t=201&amp;amp;pf_rd_i=3150078741&amp;amp;pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;amp;pf_rd_r=14PP0VCZDB5DPVBYS61W Amazon]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Zusatzquellen====&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: The Bhagavadgita: Doctrines and Contexts. Cambridge. 2007.&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: Rajavidya: Das königliche Wissen um Herrschaft und Verzicht. Studien zur Bhagavadgita. 1996. [Habilitation. Ausführlicher Grundlagentext mit Kommentierung der Verse und historischem Kontext.]&lt;br /&gt;
* Angelika Malinar: Hinduismus. 2009. [https://www.amazon.de/Hinduismus-Studium-Religionen-Band-3197/dp/3825231976?ie=UTF8&amp;amp;qid=1464725453&amp;amp;ref_=la_B00455RJ00_1_1&amp;amp;s=books&amp;amp;sr=1-1 Amazon]&lt;br /&gt;
ZUSAMMENFASSUNG:&lt;br /&gt;
Teil I&lt;br /&gt;
Teil II&lt;br /&gt;
TEil III - religiöse Praxis (Seite 127 - 183)&lt;br /&gt;
- Es gibt 5 Hauptaufgaben der Gottheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fortsetzung folgt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Egbert Richter-Ushanas: Die Philosophie der Bhagavadgita in der indischen Tradition und im Abendland. 2011. [Dissertation] grottenschlecht&lt;br /&gt;
* Swami Chinmayananda: La Bhagavad Gîtâ. Übersetzt ins Französische von Christiane Madeline. Paris. 2012.&lt;br /&gt;
* Michel Hulin &amp;amp; Emile Senart: La Bhagavad-Gita: Suivie du Commentaire de Sankara. Paris. 2010.&lt;br /&gt;
* [[Media:Ahmad-Epic-Counter-Eoic-India-1963.pdf‎]]&lt;br /&gt;
* [http://www.theosophy.de/books/DIE%20BHAGAVAD%20GITA.pdf DIE BHAGAVAD-GÎTÂ auf Basis von Franz Hartann als theosophische Übersetzung von 2008/1922]&lt;br /&gt;
=====Zusatzquellen zum Thema Religion=====&lt;br /&gt;
* [[Media:Religion_und_Evolution-_Strafende_Götter_als_Erfolgsgeheimnis_der_Menschheit_-_SPIEGEL_ONLINE_-_Wissenschaft.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Spektrum_Glaube_als_waffe_im_Kampf_ums_dasein_2009_4_S68.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Purzycki_Moralistic_gods_2016.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
===Kontext===&lt;br /&gt;
====Einbettung in indische Geschichte====&lt;br /&gt;
====Hinduismus vs.Buddhismus====&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Games_of_Thrones&amp;diff=697</id>
		<title>Games of Thrones</title>
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		<updated>2016-02-29T15:46:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* Fragen, Kurzeinträge, Thesen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 21. Dezember 2015 - 20:30 bei Tiemo: Game of Thrones 1.Staffel, Teile 1 und 2&lt;br /&gt;
* 11. Januar 2016 - 20:30 bei Matthias: Teile 3 und 4&lt;br /&gt;
* 10. Februar 2016 - 20:30 bei Matthias: Teile 9 und 10 (Teile 5-8 vorab selber anschauen - z.B. per PC bei Amazon oder Ipad via iTunes-APP, oder Videoverleih)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge, Thesen===&lt;br /&gt;
* Es werden eine Vielzahl von Erzählsträngen genutzt, die nur dank erweiterter Kommunikationskanäle (Bild und Ton) aufnehmbar sind&lt;br /&gt;
* Die Fäden sind anfangs nur wenig verbunden (und tendieren auch nicht alle dazu sich schnell zu verbinden, da sich ansonsten kein &amp;quot;Suchteffekt&amp;quot; ergeben würde&lt;br /&gt;
* Es gibt anfangs noch keinen zentralen Helden, eher mehrere wesentliche Protagonisten, die zu Helden werden könnten&lt;br /&gt;
* Es treten mehr potentiell &amp;quot;gute&amp;quot; oder &amp;quot;böse&amp;quot; Zentralgestalten auf (den vielen Strängen geschuldet)&lt;br /&gt;
* Die einzelnen Charaktere sind vielschichtig.&lt;br /&gt;
* Viele bekannte typische Kernelemente eines Epos sind vorhanden&lt;br /&gt;
** Kämpfer&lt;br /&gt;
** Familienbande&lt;br /&gt;
** mehrere Generationen&lt;br /&gt;
** höfische stark ritualisierte Gesellschaften&lt;br /&gt;
** klar werteorientierte Führer&lt;br /&gt;
** Vielseitigste Begleiter&lt;br /&gt;
** mystische Tiere&lt;br /&gt;
** mystische Mächte nördlich einer Mauer&lt;br /&gt;
** Sex and drugs&lt;br /&gt;
* ähnlich einer Tollkiehnschen Erzählung wirkt dieser Epos weniger eingebettet in eine Kultur (unsere?) &lt;br /&gt;
** vielleicht ist er aber auch besonders gut eingebettet, da wir ja mit allen Bausteinen etwas anfangen können&lt;br /&gt;
* die Geschichte hat kein Ziel, entwickelt keine &amp;quot;Moral der Geschichte&amp;quot; sondern spielt mit moderner Vielfältigkeit und Verworrenheit, gleichzeitig in einem Settin, in dem jeder einzelne Charakter und Protagonist eher konservativ fixiert ist&lt;br /&gt;
* Die Staffel 1 (Folgen 1 - 10) hat als Klammer zwei Parallelstellen mit Ned Stark:&lt;br /&gt;
Früh in Folge 1 schlägt er als Scharfrichter einem desertierten Mauerwächter (dem keiner seine Geschichte glauben will) den Kopf ab. -&lt;br /&gt;
Spät in Folge 10 wird er (zu Unrecht des Verrats beschuldigt) auf gleiche Weise am Königshof hingerichtet.&lt;br /&gt;
* Die sieben Königreiche als Analogie zur menschlichen Seele:&lt;br /&gt;
Das Böse wird draußen vermutet. Die Grenze zwischen Innen und Außen wird, wo nicht natürlich (als Meer) vorhanden künstlich (als Mauer) errichtet. Die von Innen wirkenden Wächter dieser Grenze nähern sich durch institutionalisierten Verzicht auf Liebe (in Form von Ehe und Familie) strukturell dem Bösen an. Das Böse und seine zersetzende Kraft ist (nicht nur damit) aber genauso im Innern zu Hause.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Games_of_Thrones&amp;diff=696</id>
		<title>Games of Thrones</title>
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		<updated>2016-02-29T15:39:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* Fragen, Kurzeinträge, Thesen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 21. Dezember 2015 - 20:30 bei Tiemo: Game of Thrones 1.Staffel, Teile 1 und 2&lt;br /&gt;
* 11. Januar 2016 - 20:30 bei Matthias: Teile 3 und 4&lt;br /&gt;
* 10. Februar 2016 - 20:30 bei Matthias: Teile 9 und 10 (Teile 5-8 vorab selber anschauen - z.B. per PC bei Amazon oder Ipad via iTunes-APP, oder Videoverleih)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge, Thesen===&lt;br /&gt;
* Es werden eine Vielzahl von Erzählsträngen genutzt, die nur dank erweiterter Kommunikationskanäle (Bild und Ton) aufnehmbar sind&lt;br /&gt;
* Die Fäden sind anfangs nur wenig verbunden (und tendieren auch nicht alle dazu sich schnell zu verbinden, da sich ansonsten kein &amp;quot;Suchteffekt&amp;quot; ergeben würde&lt;br /&gt;
* Es gibt anfangs noch keinen zentralen Helden, eher mehrere wesentliche Protagonisten, die zu Helden werden könnten&lt;br /&gt;
* Es treten mehr potentiell &amp;quot;gute&amp;quot; oder &amp;quot;böse&amp;quot; Zentralgestalten auf (den vielen Strängen geschuldet)&lt;br /&gt;
* Die einzelnen Charaktere sind vielschichtig.&lt;br /&gt;
* Viele bekannte typische Kernelemente eines Epos sind vorhanden&lt;br /&gt;
** Kämpfer&lt;br /&gt;
** Familienbande&lt;br /&gt;
** mehrere Generationen&lt;br /&gt;
** höfische stark ritualisierte Gesellschaften&lt;br /&gt;
** klar werteorientierte Führer&lt;br /&gt;
** Vielseitigste Begleiter&lt;br /&gt;
** mystische Tiere&lt;br /&gt;
** mystische Mächte nördlich einer Mauer&lt;br /&gt;
** Sex and drugs&lt;br /&gt;
* ähnlich einer Tollkiehnschen Erzählung wirkt dieser Epos weniger eingebettet in eine Kultur (unsere?) &lt;br /&gt;
** vielleicht ist er aber auch besonders gut eingebettet, da wir ja mit allen Bausteinen etwas anfangen können&lt;br /&gt;
* die Geschichte hat kein Ziel, entwickelt keine &amp;quot;Moral der Geschichte&amp;quot; sondern spielt mit moderner Vielfältigkeit und Verworrenheit, gleichzeitig in einem Settin, in dem jeder einzelne Charakter und Protagonist eher konservativ fixiert ist&lt;br /&gt;
* Die Staffel 1 (Folgen 1 - 10) hat als Klammer zwei Parallelstellen mit Ned Stark:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Manas&amp;diff=669</id>
		<title>Manas</title>
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		<updated>2015-07-10T10:34:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* Semytäis Wiederkehr und Rache */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 14.Januar 2014 - 20:30 bei Andreas: Vorwort, Episode 1&lt;br /&gt;
* 21.Januar 2014 - 20:30 bei Matthias: Planung der weiteren Schritte&lt;br /&gt;
* 10.Februar 2014 - 20:30 bei Tiemo: Referate aus &amp;quot;12 Vorlesungen über die Geschichte der Türken Mittelasiens&amp;quot; &amp;amp; &amp;quot;Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 6.März 2014 - 20:30 bei Andreas: Referate zum Koran &lt;br /&gt;
* 24.März 2014 - 20:30 bei Matthias: Episode 1 &amp;amp; Anfang 2&lt;br /&gt;
* 12.Mai 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1453&lt;br /&gt;
* 12.Juni 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1862&lt;br /&gt;
* 7.Juli 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1120&lt;br /&gt;
* 14.August 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1940&lt;br /&gt;
* 6.Oktober 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/2486&lt;br /&gt;
* 6.November 2014 - 20:30 bei Andreas gelesen bis IV/1150, und Recherche- und Leseaufträge vergeben zu vorislamischer Religion und Alltagskultur&lt;br /&gt;
* 20.November 2014 - 20:30 bei Tiemo gelesen bis ungefähr IV/1543&lt;br /&gt;
* 4.Dezember 2014 - 20:30 bei Tobias - Lesen: Paul: Weltgeschichte, Position 1312 (Religion und Kunst) und Bajalojewa: Kirgisen, S. 11-26. Kontext: Totemismus-Wolf.[[Media:J_Paul_-Neue_Fischer_Weltgeschichte_-_Band_10_Zentralasien.pdf]] &amp;amp; [[Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf]] Gelesen bis 4/2197 (Ende des 4. Teils)&lt;br /&gt;
* 8.Januar 2015 - 20:30 bei Matthias. Gelesen bis 5/1176&lt;br /&gt;
* 12.Februar 2015 - 20:30 bei Tiemo. Gelesen bis Ende 5&lt;br /&gt;
* 26.Februar 2015 - 20:30 bei Andreas. Gespräch mit Kirgisischem Kulturverein vorbereitet. Zusammenfassung  [[Media:Scharlipp-Frühe-Türken-Zentralasien-1992.pdf]] von Andreas&lt;br /&gt;
* 19.März 2015 - 19 Uhr bei Tiemo. Treffen mit Kirgisischem Kulturverein. [[Fragen zu Manas für Experten]]&lt;br /&gt;
* 25.März 2015 - Kinofil [http://www.imdb.com/title/tt3456064 Flowers of Freedom]&lt;br /&gt;
* 26.März 2015 - 20:30 Uhr im Finnegans. Nachbesprechung des Treffens mit dem Kirgisischem Kulturverein.&lt;br /&gt;
* 28.Mai 2015 - 20:30 bei Matthias. Gelesen bis Teil 6&lt;br /&gt;
* 18.Juni 2015 - 20:30 bei Tobias - Gelesen bis Teil 7 bis 610&lt;br /&gt;
* 9. Juli 2015 - 15:00 - 17:00 an der HU - Videokonferenz mit der Al-Farabi Universität, Almaty, Kasachstan&lt;br /&gt;
* 13.Juli 2015 - 20:30 bei Andreas - Höreffekt Tobi, Matthias Dschingis Khan, Andreas Elmira&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
Das Manas-Epos handelt von dem Kampf des mythischen kirgisischen Volkshelden Manas und seiner Gefährten und Nachkommen im 9. Jahrhundert gegen die Uiguren und ist das wichtigste Werk der klassischen kirgisischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Werk umfasst fast 500.000 Verse und ist damit zwanzig Mal so lang wie Homers Odyssee und Ilias zusammen. Über viele Generationen nur mündlich von Manaschis, hoch angesehenen, den türkischen Aşıklar ähnlichen Volkssängern in melodischem Redegesang überliefert, wurde das Epos erst 1885 schriftlich niedergelegt. Über seine Ursprünge gibt es verschiedene Ansichten: Manche Literaturforscher gehen vom 6. bis 10. Jahrhundert aus, andere vom 11. und 12., und wieder andere erst vom 15. bis 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute existieren mindestens 65 verschiedene gedruckte Versionen des Werks oder von Teilen davon. Eine neue Übersetzung des Gesamtwerks ins Englische durch Walter May wurde 1995, zum mutmaßlich tausendsten Jubiläum der Geburt von Manas, veröffentlicht und 2004 in zwei Bänden neu gedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des Epos werden heute bei festlichen Gelegenheiten gern und häufig von Manaschis rezitiert, normalerweise begleitet von einer oder mehreren Komuz, einer gezupften dreisaitigen Langhalslaute, die von den Musikern ausgesprochen virtuos gehandhabt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held Manas soll in den Ala-Too-Bergen in der Region Talas in im Nordwesten von Kirgisistan geboren sein. Ein Mausoleum einige Kilometer östlich der Stadt Talas soll seine sterblichen Reste bergen und ist eine beliebte Ausflugs- und Feststätte, wo seit 1995 im Sommer eindrucksvolle kirgisische Reiterspiele aufgeführt werden. Allerdings heißt es in einer Fassadenbeschriftung, dass das Mausoleum „... der ruhmreichsten der Frauen, Kenizek-Khatun, der Tochter des Emirs Abuka“ gewidmet sei. Der Legende zufolge soll Kanikey, die Witwe des Manas, diese Inschrift angeordnet haben, um die Feinde ihres Mannes irre zu führen und eine Grabschändung zu verhindern. Das Gebäude, bekannt als „Manastin Khumbuzu“ oder „Der Ghumbez des Manas“, wurde vermutlich 1334 errichtet. In der Nähe steht ein Museum, das Manas und seiner Legende gewidmet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhaltliche Zusammenfassung==&lt;br /&gt;
=== Teil 1 ===&lt;br /&gt;
====Geburt des Manas====&lt;br /&gt;
* 1-39: Beschreibung der Vorfahren des Manas und Hoffnung an seine Fähigkeiten.&lt;br /&gt;
* 40-72: Geburt Manas und Prophezeiungen und Bestätigung durch den schon sprechenden in der Wiege liegenden Manas - er will den Muslimen den Weg öffnen.&lt;br /&gt;
* 73-143: Beauftragung durch den Vater Jakyp Kan an Bakai Kan, Manas die Welt zu zeigen.&lt;br /&gt;
* 144-152: Bakai Kan bestätigt den Auftrag.&lt;br /&gt;
* 153-164: Kurzbeschreibung, welche Fähigkeiten Manas zum vierzehnten Lebensjahr erwarb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 2 ===&lt;br /&gt;
====Geburt des Alman Bet und Zusammenkunft mit Er Köktschö====&lt;br /&gt;
* 1-16: Geburt Alman Bets, als Sohn Kara Kans.&lt;br /&gt;
* 17-65: Held Köktschö begründet sein Volk und trifft dabei Alman Bet.&lt;br /&gt;
* 66-101: Die beiden Helden lernen sich kennen.&lt;br /&gt;
====Alman Bet wird Muslime und will Familie und sein Volk missionieren====&lt;br /&gt;
* 102-125: In der Rede zu religiösen Dingen ensteht der Wunsch Alman Bets, den Koran zu sehen.&lt;br /&gt;
* 125-164: Köktschö gibt Alman Bet die Möglichkeit den Koran zu lesen. Alman Bet will daraufhin Muslime werden&lt;br /&gt;
* 165-177: Alman Bet und Köktschö werden Freunde.&lt;br /&gt;
* 178-200: Alman Bet beschliesst, sein eigenes Volk, die Oirot, zu Muslime zu machen und inmitten der Muslimen flussaufwärts anzusiedeln (evtl metaphorisch gemeint).&lt;br /&gt;
* 201-231: Alman Bet reitet zu seinem Vater und versucht ihn zu überzeugen, dass Kara Kans Volk konvertiert.&lt;br /&gt;
* 232-274: Kara Kan bezeugt seinem Volk Treue und beauftragt sein Volk, Alman Bet zu töten, die sich in einen Hinterhalt legen. &lt;br /&gt;
* 275-306: Alman Bet tritt wiederum vor seinen Vater und versucht ihn zu bekehren, dieser lehnt aber ab und verstösst ihn.&lt;br /&gt;
* 307-335: Alman Bet spricht mit seiner Mutter, damit sie ihn nicht auch verstösse.&lt;br /&gt;
* 336-449: Beim Verlassen trifft er auf das im Hinterhalt liegende Heer, töte alle Fürsten der Oirot.&lt;br /&gt;
====Alman Bet lebt bei Er Köktschö, fällt aber nach einiger Zeit in Ungnade====&lt;br /&gt;
* 450-511: Alman Bet bietet sich als Freund und Unterstützer für Köktschö an und wird von diesem auch zu sich eingeladen (die Teile der Familie nomadisieren zusammen).&lt;br /&gt;
* 512-552: Das Volk und vorallem die Frauen bereiten sich auf die Ankunft Alman Bets vor.&lt;br /&gt;
* 553-590: Begrüssung Alman Bets durch die Frauen Köktschös&lt;br /&gt;
* 591-619: Kleine Zwistigkeit zwischen Köktschö und seiner Frau Ak Erkätsch, weil sie sein Pferd nicht hält bei seinem Absteigen.&lt;br /&gt;
* 620-697: Alman Bet wird besonders gut bewirtet und ihm wird eine Schlafstätte zugewiesen - am nächsten Morgen werden ihm zum Frühstück sogar zwei Stuten geschlachtet.&lt;br /&gt;
* 698-719: Alman Bet lebte nun bei Köktschö und mehrte so seht den Wohlstand der Sippe, dass bei den Gefährten Köktschös Neid entstand.&lt;br /&gt;
* 720-759: Die Gefährten intrigieren indem sie Alman Bet vor Köktschö bezichtigen, Ak Erkätsch des nachts beigewohnt zu haben.&lt;br /&gt;
* 760-827: Köktschö lässt nach Alman Bet rufen, bevor dieser jedoch zu ihm reitet, offenbart er seine Verwirrung dem Vater Köktschös. Bei Köktschö wird er missachtet umd tritt einer verwirrten Gesellschaft gegenüber.&lt;br /&gt;
* 828-856: Alman Bet werden Vorwürfe gemacht, ob er seinen Gastgebern vieles entwenden würde und ob Ak Erkätsch sich ihm ergeben hat.&lt;br /&gt;
* 857-863: &amp;quot;Gegen Gott hilft keine List&amp;quot; und Verlangen nach Brandwein - evtl. ein Eingeständnis&lt;br /&gt;
====Almat Bets Abkehr von Köktschö, Kötschkös Frau Ak Erkätsch spielt eine Rolle====&lt;br /&gt;
* 864-892: Köktschö bittet Alman Bet darum, Pferde und Kleidung für die Abreise zu erbitten, doch Alman Bet bittet um Köktschös eigenes Pferd und seine Kleidung.  &lt;br /&gt;
* 893-914: Diskurs über die Frage, wonach Alman Bet bitten dürfte (Blauer vs. gelber Schecke und ähnliches).&lt;br /&gt;
* 915-927: Köktschtö fragt, warum Alman Bet nicht geht.&lt;br /&gt;
* 928-999: Eskalation des Gesrpächs bis zur Verfluchung und Racheandeutung.&lt;br /&gt;
* 1002-1002: Alman Bet kündigt die Freundschaft auf.&lt;br /&gt;
* 1003-1006: Alman Bet zieht ab.&lt;br /&gt;
* 1007-1059: Ak Erkätsch macht sich hübsch und bietet Alman Bet ihre Hilfe an, Köktschö umzustimmen, Alman Bet doch das passende Pferd und die passende Kleidung zu geben.&lt;br /&gt;
* 1060-1094: Ak Erkätsch erklärt Köktschö, dass er zugrund gerichtet wird, wenn er Alman Bet ohne die erbetenen Dinge ziehen lässt. Köktschö soll Alman Bet auch erst am achten Tag entlassen, auch der Götter (&amp;amp; Kydir) wegen.&lt;br /&gt;
* 1095-1099: Köktschö will sich nicht überzeugen lassen, auch wenn Ak Erkätsch ihn verliesse.&lt;br /&gt;
* 1100-1110: Ak Erkätsch sagt ihm, dass Alman Bet ansonsten gewaltsam ihm sein Pferd entreissen würde und er Pferschaaren verlieren würde.&lt;br /&gt;
* 1111-1114: Köktschö will seinen blauen Schecken und den blauen Panzer an Alman Bet übergeben und lässt nach ihm rufen.&lt;br /&gt;
* 1115-1123: Alman Bet ist aber betrunken und lagert laut den Freunden im Schatten einer Tanne.&lt;br /&gt;
* 1123-1132: Bei genauer Prüfung durch Ak Erkätsch ist er aber dann doch bereits fortgeritten - anstelle des blauen Falben nun mit einem Fuchs.&lt;br /&gt;
====Manas und Alman Bet kommen zusammen====&lt;br /&gt;
* 1132-1134: Mamas hat einen Traum&lt;br /&gt;
* 1135-1172: Auflistung der herbeigerufenen Gefährten&lt;br /&gt;
* 1172-1215: Jakyp, Vater des Mamas, soll den Traum deuten; in-Aussicht-Stellung von Belohnung, verbunden mit Drohung (&amp;quot;deutet richtig er den Traum... Deuten meinen träum er falsch...&amp;quot;; (1206/1209). Deutet der Vater den Traum falsch, kommt dessen Sohn(!) nach Sibirien, USW (1210);&lt;br /&gt;
* 1216-1297: Manas selbst macht sich zum Vater auf, mit Paradepferd prunkpanzer und legendärem Schwert, wiederholt das brimborium um den Traum, erneuert die Drohung bei fehldeutung (1283ff). Das Volk hat schon Angst um den Vater (und auch die Mutter)-scheinbar nicht zu unrecht.&lt;br /&gt;
* 1298-1312: entspann adschy bai  (&amp;quot;der verwirrtes stets gelöset...&amp;quot;) die Situation: manas soll seinen Traum doch erstmal schildern.&lt;br /&gt;
* 1313-1328: tut manas das endlich (Inhalt: Wild und geflügel fällt tot um, wenn Mamas mit Hund und Pferd zur Jagd geht...!?)&lt;br /&gt;
* 1329-1360: nimmt Adschy Bai die Gefahr auf sich, den Traum zu deuten: &amp;quot; eines Fürsten trefflich Kind ... Wird wohl bei dir sich niederlassen.&amp;quot; (1343-46)&lt;br /&gt;
* 1361-1435: ist Manas begeistert, schenkt Adschy seinen Panzer, erweitert die Deutung dahingehend, dass er &amp;quot;des Fürsten Kind&amp;quot; als Alman Bet identifiziert.Es werden Vorbereitungen getroffen, dem Helden entgegenzufiebern, obgleich man nicht weiß, ob der in friedlicher Absicht kommt.&lt;br /&gt;
* 1436: beginnt der Zug des Heeres, dem Alman Bet entgegen.&lt;br /&gt;
* 1436-68: eine Teezeremonie&lt;br /&gt;
* 1497: macht Manas einen Reiter in de Ferne aus.&lt;br /&gt;
* 1513: erspäht auch Alman Bet etwas, dem er folgt und erkennt 1540-48, daß er einem Größeren, Mächtigerem folgt.&lt;br /&gt;
* 1553-1576: trifft Manas Vorbereitungen zum Empfang des Fremden, von dessen Absichten man noch nichts weiß.&lt;br /&gt;
* 1577: kommt Alman Bet, (Und ab hier drängt sich mir der Vergleich mit der Ankunft Siegfrieds bei den Burgundern auf) fängt eine Lerche im Galopp, verweigert das Gespräch mit dem Empfangskommittee, will nur mit dem Fürsten sprechen, wird 1648 von Adschy Bai tatsächlich zu Manas vorgelassen. Das Ganze hätte auch fürchterlich schiefgehen können. Der Text deutet es an&lt;br /&gt;
* 1609-1610: &amp;quot;Alman Bet und Held Manas, wie nur werden sie sich grüßen?&amp;quot;- per Handschlag oder per Schwertstreich... Und in Alman Bets fatalistischem Ausruf, als er bei Manas eintritt: &amp;quot;Gottes Wille ist&#039;s, wer kann gegen seine Macht sich stemmen?&amp;quot;(1642/43) -tut es aber nicht!&lt;br /&gt;
* 1690: Herzliche Begrüßung&lt;br /&gt;
* 1700-1704: Teezeremonie&lt;br /&gt;
* -1745: Kostbare Geschenke des Manas, die Alman Bet aber nicht annimmt, mit Ausnähme eines Pferdes (1745)&lt;br /&gt;
* -1757: Manas will jetzt einen Wettstreit veranstalten (1757  ff) Jakyp Bai soll alles richten. Dieser verunsichert die Boten ab 1800 mit seinen Nachfragen nach deren Kenntnis der Herkunft ihres Volkes. Die sind unwissend. Jakyb deutet Überlegenheit Alman Bets an (1812/13); Wettreiten&lt;br /&gt;
* 1831-39: wer ist Gewinner?&lt;br /&gt;
* 1841-1862: kommt Mutter des Manas. Anblich des Manas uns Alman Bets erzeugt bei ihr Milchfluß. Alman Bet schlägt vor, daß jeder der beiden aus einer Brust trinke möge. Sie tun das und erzeugen so eine Brüderschaft, welche sich durch das anschließendßende Zechen verfestigt oder geradezu erst wirksam wird (1862)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 3 ===&lt;br /&gt;
====Der erste Tod Manas im Kampf mit Köktschö====&lt;br /&gt;
* 1-351: Kampf zwischen Manas und Köktschö. Der Anlass des Kampfes ist unklar. 185ff.: Manas begehrt Köktschös Pferde und Herden, will sie zusammentreiben und Alman Bet geben. Hatto (73-74) verweist auch auf I,2: Köktschö behandelt Alman Bet zunächst als Nicht-Muslim in kritischer Distanz. 411-459: Manas sagt dem Zaren, dass er wegen Alaman Bet, dem K. Pferde verweigerte, ausritt und Köktschös Herden raubte.&lt;br /&gt;
* 10ff.: Manas beugt sich vor dem (russischen) Zaren, zugleich Lob von Manas&#039; Heldenkraft.&lt;br /&gt;
* 161ff.: Manas dringt auf einen tödlichen Zweikampf mit K., mit Flinte und Schwert.&lt;br /&gt;
* 232ff: Manas trifft nicht, wird selbst von K. ins Herz getroffen, schlägt angeblich heilende Medizin von Köktschö aus und flieht.&lt;br /&gt;
* 281-284: Manas betet: &amp;quot;In der Hand des Schöpfers stand er, in dem Schutz des weissen Zaren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 285-324: Manas ruft seine Freunde an, verbringt 20 Nächte &amp;quot;unterhalb der Erde&amp;quot;, im &amp;quot;Jenseits&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 325-350: Unklarer Handlungsanschluss. K. stoppt den fliehenden Manas, der, K. selbst verfehlend, mit demselben Schwerthieb dessen Pferd erlegt.&lt;br /&gt;
* 351-375: Manas übergibt Alman Bet die Herde, reitet zum weißen Zaren.&lt;br /&gt;
* 376-513: Gespräch mit dem Zaren.&lt;br /&gt;
====Manas will eine Frau - Kanykäi====&lt;br /&gt;
* 514-660: Manas kehrt zu seinem Vater Jakyp Bai zurück. Gespräch mit seinem Vater.&lt;br /&gt;
* 563ff.: Manas will eine Frau von seinem Vater. &amp;quot;Ruht&#039; noch nie in Mädchen Armen&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 661-744: Jakyp begibt sich auf Brautsuche. Reitet zu Temir Kan. Spricht zunächst mit Mängdi Bai, der zu Temir Kan gehört und als Unruhestifter beschrieben wird. Jakyp fragt nach der Tochter Temir Kans, Kanykäi, (schon in 632-633 vor Jakyp als Manas&#039; mögliche Braut erwähnt) und sagt, er hätte vorher (?) schon vergeblich der Chinesen, Perser, Kirgisen und Inder Volk nach schönen Frauen durchstreift.&lt;br /&gt;
* 744-763: Mängdi Bai reitet zu Temir Kan, um ihm Jakyps Bitte zu vermitteln, kritisiert dessen Anliegen aber (er hätte keine Brautgeschenke mitgebracht etc.).&lt;br /&gt;
* 764-1003: Temir Kan beschimpft Bai als &amp;quot;zum Zank geborenen Sklaven&amp;quot;, reitet zu Jakyp. Kan will Manas seine Tochter nur geben, wenn Manas mit dem &amp;quot;Schießen, Schlagen und Stechen&amp;quot; aufhört, Jakyp empört sich, sagt Kan, dass Manas sich seine Tocher mit Gewalt holen könnte. Daraufhin berät sich Kan mit seiner Frau und seiner Tochter, Bai und Fürsten. 937ff.: Nachdem Bai wieder Jakyp kritisiert hat, verweisen die Fürsten auf Manas&#039; Stärke, raten, Jakyp ehrenvoll zu empfangen, und fordern, dass Manas Brautgeschenke bringt. &lt;br /&gt;
* 1004-1120: Jakyp reitet zu Manas zurück, dieser akzeptiert die Forderung nach Brautgeschenken und macht sich mit seinen 40 Freunden auf den Weg zu Temir Kan.&lt;br /&gt;
* 1121 - 1160 Mengdi Bai meldet Temir Kan den Manas und seine vierzig Freunde, die jedoch nicht auf Kriegszug sind, sondern Brautgeld für Kanykäi in Form von Pferden bringen. Die Herden müssen zur Erfüllung des Brautpreises vier Täler füllen. &lt;br /&gt;
* 1161 - 1199 Mengdi Bai bewirtet in seinem Haus nur die vierzig Freunde des Manas mit Honigbranntwein, während Manas allein in der Steppe bleibt und in der Hitze Durst leidet.&lt;br /&gt;
* 1200 - 1233 Die Gefährten bemerken, dass Manas allein in der Steppe verblieben ist und eilen um Vergebung bittend zu ihm. Dieser will entgegen ihrer Befürchtungen seine Gefährten jedoch nicht töten, sondern nur zu Verstand bringen. Darauf errichten sie ihm in der Steppe ein Zelt mit vierzig Flügeln.&lt;br /&gt;
* 1234 - 1259 Die Schwägerinnen / Brautgeschwister der Kanykäi kommen geschmückt zu Manas, der Gold und Silbergeld in Fülle vor ihnen ausbreitet.&lt;br /&gt;
* 1260 - 1279 Manas reitet allein zum Zelt der bislang unberührten Kanykäi. Dort isst er unbemerkt von ihrem Honig, trinkt Kumiss und &amp;quot;drückt das im Schlaf versunkene Mädchen heftig an sich&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* 1280 - 1331 Die Fürstentochter Kanykäi erwacht und zieht ein Messer. Sie fordert den ihr unbekannten Manas auf, sie loszulassen und vom Lager aufzustehen. Als dieser sich als Manas vorstellt, welcher unzählige Stuten hergetrieben habe, fragt sie ihn, ob er einer der Hirten ihres Vaters sei. Als Manas die Kanykäi nun als verzärtelt bezeichnet, zerschneidet diese sein Gelenk am Unterarm mit ihrem Messer.&lt;br /&gt;
* 1332 - 1380 Manas tobt und will nun lieber Junggeselle bleiben. Er bezeichnet Känykäi als Metze und Schlechteste ihres Volkes. Er will an ihr Rache nehmen und sie selbst Tiere hüten lassen.&lt;br /&gt;
* 1381 -1419 Die Schwiegermutter versucht noch erfolglos, zwischen Manas und Kanykäi zu vermitteln. Da ihm aber ein Weib widersprochen hatte, steigt Manas mit seinen vierzig Gefährten noch in der Nacht zu Pferde.&lt;br /&gt;
* 1420 - 1480 Die Diener von Manas treiben die Pferde Jakyp Kan´s und Temir Kan´s weg. Manas Gefährten - allen voran Alman Bet - dringen alles niederstechend auf das Heer Temir Kan´s ein, um Kanykäi gewaltsam zu holen.&lt;br /&gt;
* 1481 - 1529 Kanykäi ahnt ihr Verderben, legt als Friedensstifterin seidene Kleidung an und bringt vierzig Mädchen den Gefährten des Manas zum Geschenk. Manas sieht die von ihm als &amp;quot;schlechte Dirne&amp;quot; bezeichnete Kanykäi mit ihren vierzig Mädchen als Beute kommen und lässt sogleich vierzig Lager errichten, um die Gefangenen &amp;quot;zu greifen, bei den Handgelenken zu fassen und zur Besinnung zu bringen&amp;quot;.  &lt;br /&gt;
* 1530 - 1541 Kanykäi fleht zu Manas und bietet diesem sogar an, ihr ( der Dirne ) doch die Zunge abzuschneiden, wie man einem fliehenden Vogel die Federn abschneidet. Manas merkt, dass Kanykäi nun &amp;quot;zu Sinnen gekommen&amp;quot; ist und stellt klar, dass Vögel sich nur fliegend auf ein Zelt setzen.           &lt;br /&gt;
* 1542 - 1626 Das Mädchen in der Jurte Alman Bet´s ist hässlich, weshalb dieser eine andere fordert, da er mit Manas doch gleichgestellt sei. Kanykäi fordert daraufhin Altyn Ai auf, sich für Alman Bet so glänzend schön zu machen, dass dieser staunend in Ohnmacht falle. &lt;br /&gt;
* 1627 - 1679 Temir Kan sammelt seine Reichtümer um sie Manas ebenso wie sein Mädchen zu geben. Mengdi Bai will ihn abhalten und berichtet Temir Kan, dass dessen Tochter Kanykäi dem Manas widersprochen habe. Da habe dieser das Volk vernichtet und dessen Habe geraubt. Manas habe der Kanykäi die beredte Zunge ausgerissen und sie &amp;quot;wie ein Schaf zu Schand gebracht&amp;quot;. Dafür sollte Temir Kan den Manas umbringen. Temir Kan weist Mengdi Bai jedoch zunächst an, 90 Kamele mit Gold, Silber und Seide zu überbringen.&lt;br /&gt;
====Der Tod des Manas - initiiert durch den Mengdi Bai - den Gefährten des Brautvaters====&lt;br /&gt;
* 1680 - 1699 In ihrem Haus diesseits vom Kalmückenvolke befielt Mengdi Bai den beiden Dieben Köktschö Kös und Kamang Kös dem Manas vergifteten Honig-Branntwein darzubieten. Diese stellen daraufhin ein Zelt auf, in dem der eintreffende Manas den vergifteten Branntwein trinkt. &lt;br /&gt;
* 1700 - 1791 Manas versagt die Kraft und er ruft sterbend seine Genossen. Diese fragen ihn, wo sie ohne ihn leben sollen. Er rät ihnen, sich nach seinem Tod den Russen zu ergeben, da es unter dem mächtigen Zaren allen gut gehe und dort stets Recht geschehe. Dann entschwindet die &amp;quot;Fliegenseele&amp;quot; des Manas zu der &amp;quot;wahren Heimat&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* 1792 - 1807 Die vierzig Gefährten errichten ein Grabgebäude für Manas und beerdigen ihn darin nach Trauerfeierlichkeiten mit diversen Opfergaben. &lt;br /&gt;
* 1808 - 1942 Die Gefährten reiten zu Jakyp Kan und berichteten vom Tod des Manas. Sie fordern ihn auf, nicht vor Trauer zu versinken und wie früher zu Lebzeiten des Manas zu handeln. Sie und insbesondere Alman Bet würden noch leben und ihm eine Stütze sein. Jakyp Kan erinnert daran, dass Alman Bet an allen Unternehmungen des mit ihm vertrauten Manas beteiligt war, aber diesem stets der Ruhm blieb. Wenn der von Manas stammende Wohlstand abnehmen werde, müsse er, Jakyp Kan, fortziehen und aus Not auf die Suche gehen.      &lt;br /&gt;
====Nach Manas Tod====&lt;br /&gt;
* 1955 ff Manas ist tot, Jakyp regelt die Nachfolge (u.a. 1971 f: &amp;quot;den Befehl bei Kriegeszügen übergebet Alman Bet&amp;quot;). Obwohl es zunächst nicht den Anschein erweckt, leidet Jakyp doch sehr am Verlust des Sohnes (2019). Manas&#039; Tod hat auch materielle Folgen (2026 &amp;quot;der Reichtum nahm jetzt ab&amp;quot;, Jakyp, &amp;quot;wackelnd wie ein Trappenvogel... Will in Armut weiterleben&amp;quot; 2034 ff). Wir lernen 2043 ff. etwas über das Leben an einem Fürstenhof: Manas&#039; Schwester hat offenbar nie das Haus verlassen - ein Privileg! Kanikäi, von Manas einst geraubt und vergewaltigt, pflegt offenbar die ganze Familie (2063 ff).&lt;br /&gt;
* Ab 2070 kommen die Tiere des Manas ins Spiel: der Falbe, der Falke, der Jagdhund. Diese drei Leiden ernstlich unter dem Verlust des Manas und wiederum &amp;quot;von der Stimme dieser dreie wurden tief erregt die Herzen Aller&amp;quot; (2101 f)&lt;br /&gt;
====Manas Wiedergeburt====&lt;br /&gt;
* 2106: Und so schickte Gott der Herr seine Engel - das zurechtzurücken! Sollte es ein Guter gewesen sein, der da verschieden ist, so soll er wiederauferstehen. Die Engel treten aus das Grab und es wird zum Weißen Haus (2184 f). &amp;quot;manas Stand lebendig auf.&amp;quot; (2188), weiß zunächst wohl nicht, dass er tot war (2200).&lt;br /&gt;
* 2203: Kanykäi sieht ihn im Traum, woraufhin Jakyp 2240 die 40 Gefährten des Manas holen lässt.&lt;br /&gt;
* 2252 ff. wird klar, dass die drei Tiere nicht mehr sind, wo sie waren - der eigentliche und endgültige Schock für Jakyp (2280-90). Jako ist übrigens 80 Jahre alt (2308 - oder 90 (2327)) steigt aber aufs Pferd und reitet zu Alman Bet (2338). Die 40 nehmen seine Hoffnungen und Sorgen nicht so ernst wie erhofft (2372. f) - &amp;quot; Jakyp ritt zurück jetzt wieder&amp;quot; (2392).&lt;br /&gt;
* 2454 wird der Koran als Bezugsquelle ausdrücklich erwähnt. Man entdeckt 2466 ff, dass das Grab durch eine Art Palast ersetzt ist und findet auch die Tiere, außerdem den Manas - bei ihm natürlich &amp;quot;ein trefflich schönes Mädchen&amp;quot; (2487). Manas weiß zunächst nicht, wer er einst gewesen, ist &amp;quot; ein anderer geworden&amp;quot;(2542-48), erkennt dann aber Frau, Vater, Mutter, deren Milch er wieder trinkt (2621). &lt;br /&gt;
* 2636-46: Bestätigung der ruhmreichen Rolle Kanykäis während Manas&#039; Abwesnheit. Für diesen scheint seinen Auferstehung eine Läuterung gewesen zu sein: &amp;quot;Die bescheerte Speise essend, über alle Völker herrschend, sich vom Zaren Segen holend,lebtenherrlich jetzt Manas, alle Feinde flohen ihn,so erreichte er sein Ende.&amp;quot;(2681-86) - Bis ans Ende seiner Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 4 ===&lt;br /&gt;
====Die Planung einer Totenfeier bei Bok Murun und Manas Rolle dabei====&lt;br /&gt;
* 1 ff: Bok Murun soll eine Gastmahl zu Ehren des Abgangs von Kan Kökötoi veranstalten und bestimmt den Boten die Gästeliste und die Forderungen an die Gäste. Wenn die Gäste nicht kommen, sollen sie gezwungen werden.&lt;br /&gt;
* 65 ff: Es werden die Gäste genau umschrieben - unter ihnen auch Manas, Köktschö, Chinesen, Russen - Freund und Feind.&lt;br /&gt;
* 175 ff: Bok Murun berät sich, wie er das Fest bereiten soll, was Mahl, Pferderennen, &amp;quot;wie das Himmelreich gewinnen&amp;quot;, wo die Gäste versammeln und wie die Reise zur Vorbereitung des Festes unternehmen.&lt;br /&gt;
* 245 ff: Jemand (Manas?) wird als Hitzkopf beschrieben, der kommen mag wenn er will.&lt;br /&gt;
* 252 ff: Perspektivwechsel auf die Boten, die die Gäste einladen - Manas (zusammen mit Alman Bet); Umgang mit den Boten; die Boten erwarten den Tod; Manas spricht nicht zu ihnen.&lt;br /&gt;
* 281 ff: Wegen eines schlechten Spiels mit Alman Bet ist Manas stark erzürnt; Alman Bet versucht ihn zu besänftigen, aber Manas erkärt die Notwedigkeit seiner Taten wider dem Boten. Der Bote wird letzlich durch Manas Gefährten gevierteilt.&lt;br /&gt;
* 383 ff: ƒAm nächsten Morgen ruft er nur in Hemd und Unterhosen alle 40 (?) Gefährten zum Aufbruch und Ritt zu Bok Muruns Gastmahl; Beschreibung von Einzelheiten des Aufbruchs (Zelt, Tigerdecke, etc.)&lt;br /&gt;
* 395 ff: Manas bechreibt, dass man sich die Beute hole, sollte man nichts (im Pferderennen?) erringen können.&lt;br /&gt;
* 405 ff: In der Nähe des Gastmahls (die Muslime und Gjauren von weitem sehend) erkennt er den Kampf zwischen den Gästen und will sie auseienander treiben.&lt;br /&gt;
* 438 ff: Die Beschreibung der Kämpfe, in die sich Manas einmischt und alle vertreibt bzw. besiegt und so die Kämpfe beendet.&lt;br /&gt;
* 473 ff: Vier Tage später kommt Bok Murun (oder Koschoi?) zu Manas; Manas klagt seine Verspätung an, doch Bok Murun versucht ihn zu besänftigen.&lt;br /&gt;
* 520 ff: Bok Murun befragt Koschoi , wie das Fest zu bereiten sei und wie die Gjauren und Muslime zu gewinnen (gegen sie gewinnen?); &amp;quot;Manas mög die Haufen ordnen;&amp;quot;Manas verweigert den Auftrag (obwohl doch schon erledigt???).&lt;br /&gt;
* 540 ff: Sprung zur Ankündigung der Pferderennen durch Uerbü, was aber Manas wiederum so erzürnen lässt, dass er Uerbü jadt.&lt;br /&gt;
* 584 ff: Kan Koschoi soll die Ordnung des Festes bestimmen; Koschoi lehnt aber ab, da es ihn nicht interessiert; Manas macht daraufhin seinen Vorschlag, wie das Fest organisiert sein soll (Fest und Rennen erst im Frühling als Vorschlag); Koschoi stimmt zu.&lt;br /&gt;
* 616 ff: Lange Beschreibung der Pferde, die die Späher beim Abritt beobachten, und Beschreibung des herbstlichen Abrittes.&lt;br /&gt;
* 773 ff: Währen Bok Murun sein Volk &amp;quot;besichtigt&amp;quot;, verlangt der Fürst der Chinesen Kongyr Bai das Pferd Bok Muruns Manykär und droht ansonsten.&lt;br /&gt;
* 808 ff: Bok Murun will sich mit seinem Volk beraten. Man rädt ihm, sich wiederum mit Manas zu beraten.&lt;br /&gt;
* 828 ff: Manas berichtet von ähnlichen Geschichten und berät. Abschluß:&amp;quot;Was (Warum etwa) willst du ihm dieses geben&amp;quot;&lt;br /&gt;
====Das Fest beginnt mit verschiedenen Wettkämpfen====&lt;br /&gt;
* 917 ff: Das Fest beginnt mit einem Wettlauf, zu dem Joloi eine Alte schickt, die drei Monate rennt und am Ende die Mitläufer betrunken macht und so fast gewinnt; Er Töschtük gewinnt aber dann doch.&lt;br /&gt;
* 976 ff: Als nächste gibt es einen Ringkampf; als Preis 60 Pferde; Manas versucht jemanden zu finden, der für ihn kämpft gegen Held Joloi.&lt;br /&gt;
* 1110-1149: Ein Kämpfer ist gefunden - Koschoi; Manas bittet ihn, besondere Hosen, die Manas hat fertigen lassen, zu tragen.&lt;br /&gt;
* 1150-1165: Koschoi zieht sich die Lederhosen an.&lt;br /&gt;
* 1166-1181: Koschoi will Manas&#039; Hosen auch nach dem Kampf, sollte er gewinnen, behalten.&lt;br /&gt;
* 1186-1258: Der Ringkampf zwischen Koschoi und Joloi. Koschoi gewinnt, nachdem er, von Joloi auf den Boden gedrückt, vom ergrimmten Manas mit der Knute geschlagen worden ist.&lt;br /&gt;
* 1259-1341: Bok Murun ruft zum Lanzen-Wettkampf zu Pferd. Manas gewinnt gegen Kongyr Bai,&amp;quot;dem Fürsten Chinas&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 1342-1402: Bok Murun bindet ein Kamel an einer Grube mit 60 Silberbarren (Jamben) an - es ist der Gewinn - und fragt, wer es &amp;quot;mit den Zähnen lösen könnte&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 1349-1404: Als Orongo, eine Frau &amp;quot;vom Heidenvolke&amp;quot;, es tief gebückt zu lösen versucht, wird sie von Koilu Bai &amp;quot;wie von einem jungen Stier&amp;quot; penetriert. Ausführliche Beschreibung der Szene. Orongo kriegt schließlich den Preis.&lt;br /&gt;
====Das Pferderennen====&lt;br /&gt;
* 1405ff. : Pferderennen nach Kokand. Das zieht sich bis 1550. Manas (der &amp;quot;wilde Trotzkopf&amp;quot; (z.B. 1483 oder 1532) geht ab 1533 in Führung. Dem überholten Joloi wird sein wunderpferd atsch Budan getreten und umgestoßen.&lt;br /&gt;
* Also (1555) entsteht ein &amp;quot;wilder Kampf&amp;quot; mit Lanzen, Beilen, Schwertern, Bögen. Joloi macht Beute 1565 f).&lt;br /&gt;
* Alman bet wird verwundet (1576 ff), wird sogar leicht kritisch gegenüber manas (1605 ff), fängt sich aber prompt einen Auftrag ein: (1615 ff) alman bet soll die Waffen des manas vom Waffenschmied holen. Auch zu köktschö soll er reiten, den (uns bekannten) blauen Schecken holen.&lt;br /&gt;
* Anschließend kann er gleich weiter zu jamgyrtschy um dessen Korallen einzusammeln. An zwei weiteren Stationen soll alman bet dann schließlich noch Segen holen - und los geht&#039;s. Der Schmied namens tökkör liefert (1665 ff). Der &amp;quot;Trotzkopf&amp;quot; manas tituliert den Waffenschmied beständig &amp;quot; Hitzkopf&amp;quot; (1683 ff). Köktschö hingegen scheint den Schecken zu verweigern.&lt;br /&gt;
* Die vierzig Freunde machen sich auf, das gerade zu Rücken (1700 ff). Aber auch des joloi pferdeherden will manisch schnappen (1720ff) und zwar mit List und Tarnung (1725 f).&lt;br /&gt;
* Wieder einmal soll es alman bet richten (1731f). Der kundschaftet das aus und empfiehlt die Tat.&lt;br /&gt;
* In Vorfreude auf den Sieg gegen joloi macht Manas sich Gedanken über die Belohnung für den Schmied&lt;br /&gt;
* (1757-1775): Pferde und Frauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Kämpfe und Frauenraub====&lt;br /&gt;
* 1779 ff. hat Jolois Frau einen Traum: sie sieht Manas und das Unheil kommen. Joloi hört aber nicht auf sie (1807 ff), will im Gegenteil selber angreifen, seinerseits Frauen rauben (1836 ff).&lt;br /&gt;
* Jolois Frau wendet sich an den Sohn. Dieser soll dem Manas folgen, der sich (im Traum oder Wahrheit) die Pferdeherden schon genommen zu haben scheint - wie sie richtig sieht in Reaktion auf den Diebstahl ihres Mannes beim Trauertest des bok morun (1668 ff).&lt;br /&gt;
* Die söhne bitten joloi, auf die Verfolgungsjagd gehen zu dürfen (1875 ff). Der will aber selber in den Kampf.&lt;br /&gt;
* Lässt sich aber vorher noch durch den targyl tas mittels gebrannter Schulterblätter die Zukunft weissagen (1902 ff). Dieser rät eindringlich ab (1905-1920). Joloi ist erzürnt, will trotzdem los. Targyl warnt erneut (1931 ff). &amp;quot;Doch joloi folgt seinem Wort nicht&amp;quot; (1946), sondern trinkt einen und schwankt in den Kampf (1950 ff). &lt;br /&gt;
* 1958: Perspektivwechsel! Wir sind jetzt wieder bei manas. Angriff auf joloi, den manas 2012 erblickt.&lt;br /&gt;
* 2027 ff. warnt targyl den betrunkenen joloi erneut. Doch der hört natürlich erneut nicht, spaltet vielmehr dem Warner Den Kiefer (2043).&lt;br /&gt;
* So ist er, unser &amp;quot;kan joloi... der den Stier als Muster nahm sich&amp;quot; (2049 f).&lt;br /&gt;
* Manas der tiegergleiche jagt jetzt Joloi, den bergegleichen (2054 ff).&lt;br /&gt;
* Gemeinsam mit Llman Bet tötet Manas den Joloi letztlich und &amp;quot; zog des Weges weiter&amp;quot;(2084).&lt;br /&gt;
* Die Söhne Jolois wollen Rache, werden aber beide von Alman Bet getötet (2108).&lt;br /&gt;
* Alman Bet berichtet das dem Manas und der befiehlt: &amp;quot;Lasst Jolois Volk uns nun vernichten&amp;quot; (2131).&lt;br /&gt;
* Auch der Schmied soll natürlich, wie versprochen, belohnt werden.&lt;br /&gt;
* Die versprochenen Frauen für den Schmied und seinen Sohn werden dann auch gefangen (2166 ff). &amp;quot;Hier ist meine Schuld getilgt&amp;quot; sprach Manas (2178), sucht jetzt Muße bei Kaniykäi, deren weiches Fleisch er fasst. Als er aufwacht, schreit er aus Herzenslust und erfüllt sein Wort dem Schmied gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 5 ===&lt;br /&gt;
====Manas Frauen und Kanykäis Warnung====&lt;br /&gt;
* 1-40: Jakyp Bai denkt über den Wert von Manas drei Frauen (Kara Börük, Akylai und Kanykäi) nach und hält Kanykäi für die wertvolllste.&lt;br /&gt;
* 41-158: Manas will den Wert von Kanykäi auf die Probe stellen und reitet mit seinen &amp;quot;vierzig Freunden&amp;quot; zu ihr. Kanykäi weiß davon und breitet sich mit zwei Dienerinnen vor. Sie bietet allen reichlich Branntwein an, kleidet sie in &amp;quot;Panzer&amp;quot;, von denen &amp;quot;Flintenkugeln abprallen&amp;quot;, gibt ihnen besondere Stifel und Sättel. Manas bleibt wohl recht lange dort, bis zum &amp;quot;Herbstes grauen Reif&amp;quot;. Während dieser Zeit werden die Pferde fett und die Helden träge.&lt;br /&gt;
* 159-235 : Manas will zu den Kalmücken unter der Herrschaft Ai Kans reiten, um dort &amp;quot;Kunde&amp;quot; zu erhalten. Kanykäi warnt ihn vorher, dass für die Pferde gerade ein Unglücksjahr ist, es ist zugleich das Jahr von Manas&#039; 25. Geburtstag. Manas pfeift drauf, wird wütend und schlägt sie mit der &amp;quot;geflochtenen Knute&amp;quot;, bis sich die Nähte ihres Hemdes lösen. Daraufhin lacht Kanykäi und wünscht ihm eine gute Heimkehr, verweist aber wieder auf das bevorstehende Unglück. Manas ist erneut erbos, verflucht sie, darauf verflucht Kanykäi Manas. Manas reitet ab. &lt;br /&gt;
* 236-273: Kanykäi schickt einen Boten zu Manas, der ihn an das Unglücksjahr und ausstehende Opfergaben erinnern soll, Manas achtet nicht darauf.&lt;br /&gt;
====Der Bruder des Manas - Kös Kaman====&lt;br /&gt;
* 274-575 : Alman  Bet sieht recht erschreckt, dass ein &amp;quot;Heide ohne Bart&amp;quot; auf sie zugeritten kommt. Der &amp;quot;Freund&amp;quot; Kyrgyn soll erkunden, wer er ist. Es ist ein &amp;quot;Knabe&amp;quot;. Als sich beide treffen, verstehen sie einander zunächst nicht. Dann kommt auch Alman Bet angeritten. Fragt den Knaben, nach Kyrgyn, erneut nach seinem Namen und seiner Herkunft. Der Knabe präsentiert sich als Bote des Kös Kaman, eines Bruders von Jakyp Bai, der in die Hände der verfeindeten Kalmücken fiel, als Bai sechs Jahre alt gewesen ist. Kaman soll anschließend unter Chinesen und den &amp;quot;Kyrym&amp;quot; gelebt und fünf Söhne haben. Der Knabe fordert einen Lohn für seine Nachricht. Alman Bet reitet jetzt zu Manas und berichtet vom Boten. Manas meint, nichts von Jakyp Bais Bruder zu wissen, will den Boten selbst sehen, der anschließend von Bet zu ihm gebracht wird.&lt;br /&gt;
* 576-647: Manas ordnet an, die Aussage des Boten-Knaben bei Verwandten zu prüfen, ihn reichlich zu entlohnen, wenn es zutrifft, ihn zu &amp;quot;schlachten&amp;quot;, falls er lügt.&lt;br /&gt;
* 648-735: Alman Bet reitet zu Jakyp Bai, der bestätig, dass er einen Bruder namens Kös Kaman hat.&lt;br /&gt;
* 736-774: Als Jakyp Bais Frau, die dabei sitzt, dies hört, äußert sie Furcht darüber, dass die fünf Söhne Kamans über Manas herfallen könnten, und beginnt, Jakyp zu schlagen, doch der lacht und sagt, dass all dies nur zu Manas &amp;quot;Heil&amp;quot; beitrüge, so wie &amp;quot;ein Zweig am Flügel wüchse&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 775-941: Alman Bet reitet zu Kanykäi und fordert von ihr den Botenlohn (Kamele und so weiter), erzählt ihr von Kalman und seinen Söhnen, reitet anschließend weiter zu Manas, der dem Boten nun seinen Lohn verspricht und ihn auffordert, zu Kalman zurückzukehren. Der Bote reitet zurück.&lt;br /&gt;
* 942-1020: Manas verkündet seinen &amp;quot;Freunden&amp;quot;, den Kalman fürstlich empfangen zu wollen, und reitet hierfür zu Kanykäi. Jetzt folgen ausgiebige Festvorbereitungen, Manas erfreut sich erst einmal selbst mit seinen Freunden an Brantwein und Speis und vögelt Kanykäi. &amp;quot;Und sie gackelt wie ein Gänschen, gurgelt wie ein junger Sperber&amp;quot;, als er sie nimmt.  &lt;br /&gt;
* 1021-1176: Kalman und die Kalmücken kommen herbeigeritten, allgemeines Besäufnis. Die Kalmücken sind alle Heiden, Manas beschließt, sie zum Islam zu bekehren, was dann auch der Fall ist. Die Kalmücken lassen sich einen Vollbart wachsen, entfernen ihren Lippenbart, lernen wohl, den Koran zu lesen, und werden bechnitten. Manas, der &amp;quot;Trotzkopf&amp;quot;, lässt die Kunde überall verbreiten und ein Pferderennen abhalten.&lt;br /&gt;
* Verbrüderung der alten und neuen Moslems&lt;br /&gt;
* 1215 Kös Kaman will Manas einladen&lt;br /&gt;
* 1250 ff Alman Bet soll ihn fragen gehen&lt;br /&gt;
* 1264 - 1285 rät Kanykai da aber ab, wittert Gefahr.&lt;br /&gt;
* 1286-1304 erklärt Alman Bet den 40, dass Manas zu betrunken für die Reise ist.&lt;br /&gt;
* 1304-16 will Seräk das nicht hinnehmen.&lt;br /&gt;
* 1217 ff Alman Bet schlägt Seräk daraufhin.&lt;br /&gt;
* 1327-73 schleicht sich Seräk (&amp;quot;mög er verderben&amp;quot;) aber zu Manas, weckt ihn und dieser reitet los. Manas fragt nach Seräks Wunde (1375 ff). Seräk hetzt ( bis 1404) gegen Alman Bet.&lt;br /&gt;
* Manas nimmt Alman Bet in Schütz (&amp;quot;der schlägt auch mich, wenn er inZorn kommt&amp;quot; 1412)&lt;br /&gt;
* 1418 ff. Beim Gelage mit den neuen Glaubensbrüdern wird Manas angegriffen. 1446 mischt sich Kös kamen beschwichtigend ein. Manas geht nach Hause und schläft mit Kanykai.&lt;br /&gt;
====Manas Kalmückenzug====&lt;br /&gt;
* Als er erwacHt (1454 ff) schreit er und ruft die 40 zusammen. man macht sich auf Kalmückenzug (1555)&lt;br /&gt;
* Alman Bet ( mit Köktschögös) soll wieder kundschaften (1587  -1635)&lt;br /&gt;
* 1654 ff. wird Köktschögös erkannt und festgenommen. Dieser wechselt die Seiten, will Manas bekriegen und die Frau rauben (1657)&lt;br /&gt;
* Die Kalmücken Stellen ein Heer auf. &lt;br /&gt;
* 1698 ff. soll Alman Bet wieder kundschaften. 1710 täuscht Köktschögös den Alman Bet.&lt;br /&gt;
* 1750 empfiehlt Alman Bet dem Manas Ritt und Kämpf. 1780 kundschaftet er wieder einmal. 1839 ff. köpft er einen Alten, den er vorher ausgefragt hat und tarnt sich mit dessen Kleidung.&lt;br /&gt;
* 1870ff reitet Alman Bet auf Befehl des Manas zu Altyn Ai. In deren Jurte wird er durch Unhöflichkeit beleidigt ( um 1895), erzählt (um 1900) eine Geschichte von Tieren, die er verloren habe.  die Leute Altyn Ais wollen ihm ( um1925) töten. Alman Bet entwaffnet den Angreifer, verletzt Altyn Ai durch einen Biss ins Gesicht, verdunkelt (1975 ff) die Jurte mit Feuerrauch und Asche und entkommt.&lt;br /&gt;
* 2006 - 2042 Altyn Ai deutet jetzt Alman Bets Tiergeschichte als eine Art Unheilsprophezeihung für ihre eigene Familie&lt;br /&gt;
* 2043 ff droht Alman Bet daraufhin direkt.&lt;br /&gt;
* Gegenüber Manas fordert Alman B et ab 2081 die Altyn Ai als Botenlohn, vergleicht sie 2100 gar mit Kanykai. manas verwehrt ihm diese Gunst aber 2116 f: falls diese so schön sei wie Kanykai, dann gehörte sie M anas!&lt;br /&gt;
* Alman Bet ist konsterniert (2119 ff). Er fällt fast von Manas ab. bis dieser 2137 sagt, dass das doch nur ein Scherz gewesen sei. &amp;quot;Nimm die Altyn Ai dir, Freund.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* Dann geht es aber endgültig auf Kalmückenfahrt. Ab 2142&lt;br /&gt;
* Der Kampf währt bis zum Abend (2170). Da flieht M anas! - mit ihm Alman Bet. 2184 versucht Kyran Syrgak Alman Bet zum Bleiben zu bewegen. der ist aber stark verwundet (2209 ff). Alman Bet wiederum will jetzt Manas zum Bleiben überreden (2244). - Mit Erfolg! (2265ff) :  &amp;quot;Die K almücken des Altai Alle Hieb er da zusammen.&amp;quot; alman Bet raubt Altyn Ai. die 40 machen Beute.&lt;br /&gt;
====Der Bruder vergiftet Manas Gefährten und fast auch Manas - die Gefährten werden wieder erweckt====&lt;br /&gt;
* Als die Beute verteilt ist reitet man heim. Unterwegs steht ein Haus (2390). das bietet sich für ein Besäufnis an. man trinkt, streitet, und Köktschögös, des Kös Kaman Sohn, vergiftet Manas und die 40. Alle sind bewußtlos, nur Manas kann noch auf einem Pferd fliehen. Köktschögös wirft aber ein Messer, trifft Manas an der Hand: &amp;quot;Fiel sogleich vom Pferde nieder, röchelnd al. da Held Mnas.&amp;quot;(2419 f)&lt;br /&gt;
* Kanykai spürt, das etwas im Argen ist, reitet mit Medizin im Gepäck dem Manas entgegen. 2435 ff. wird Manas gesund, erbittet vom Schöpfer die Rückkehr der 40&#039;von den Toten. nach religiösem Zeremoniell in Mekka klappt das auch.&lt;br /&gt;
* Kanykai hat einen Traum, kommt auf den Gedanken, ihn von Altyn Ai ( dem &amp;quot;Schwesterchen&amp;quot;- im Schicksal?) deuten zu lassen. (2484)&lt;br /&gt;
* Deutung: ein Kind wird geboren werden ( ein Wolf mit blauen Mähne -2500). &lt;br /&gt;
* Manas kommt nach Hause, will Altyn Ai erschlagen. Kanykai bringt in den letzten Versen des 5. Buchs den Gedanken des Mitleids und der Gnade ein.&lt;br /&gt;
=== Teil 6 ===&lt;br /&gt;
====Semytäis Geburt und Manas Tod====&lt;br /&gt;
* 0-45: 32 Jahre später ist Kanykäi schwanger und Manas liegt im Sterben. Er richtet Letzte Worte bezüglich des bald geborennen Kindes an seine Freunde und stirbt dann.&lt;br /&gt;
* 46-73: Kanykäis Trauerrede&lt;br /&gt;
* 74- 106: Jakyb möchte Kanykäi nun mit Manas jüngeren Brüdern vermählen, Kanykäi ist aber widerständig.&lt;br /&gt;
*107-160: Sie wolle niemanden freien, wenn Manas Kind ein Junge würde, ein Mädchen hingegen würde umgebracht werden und Kanykäi würde den klügeren Abäkä heiraten.&lt;br /&gt;
* 161-176: Intrige von Schoruks Tochter und Abäkä zum Tödten des Sohnes wir initiiert.&lt;br /&gt;
* 177-217: Der Sohn wird geboren und eine Alte hilft das Kind vor dem Morde zu verbergen und zu schützen.&lt;br /&gt;
====Kanykäis Flucht mit dem Sohn====&lt;br /&gt;
* 218-391: da Manas  Vater und die Brüder den Sohn töten möchten, flieht Kanykäi uuerst zu ihrem Paten Karym, der aber ablehnt, sie aufzunehmen. Daraufhin geht sie zu Bakai. Auch er hilft aber nur durch Kleidung und Nahrung.&lt;br /&gt;
* 392-474: Sie zieht nun mit Manas Mutter Tschakan und dem Kind weiter zu ihrem Vater Kara Kan. Beschreibung des beschwerlichen Weges.&lt;br /&gt;
* 475-531: Sie treffen zuerst auf Kanykäis Bruder, erkennen sich aber erst nachdem Kanykäi ihre Geschichte berichtet hat.&lt;br /&gt;
* 532-591: Vorstellung des Kindes vor dem Volke und Namensgebung - Semätäi - Voraussage, wie das Kind heranwachsen wird&lt;br /&gt;
* 592- 730: Nachdem Semätäi herangewachsen ist, reitet er zum Volk seines Vaters zurück, nachdem Kanykäi und andere versuchen, davon abzuhalten.&lt;br /&gt;
====Semytäis Wiederkehr und Rache====&lt;br /&gt;
* 731-799: Zusammenkunft von Semytäi und Bakai, der seine Ankunft bei Jakyp Bai berichtet, aber auch den Vergiftungsplan des Grpssvaters und der Onkel mithört.&lt;br /&gt;
* 800-841: Semytäi durch Bakai gewarnt entlaft den Vergiftungsversuch und schickt Bakai zu den Onkeln Abäkä und Köbösch, die ihm aber feindselig gegenüber traten.&lt;br /&gt;
* 842-931: Bakai und Semytäi ritten danach gemeinsam zu den Onkeln, betranken sich, bis die Onkel vom Stuhl fielen, um dann die alten Gegenstände des Manas an sich zu nehmen und zu Kanykäi zurück zu reiten.&lt;br /&gt;
* 932-980: Semytäi berichtete seiner Mutter und beschloss mit ihr wiederum zu Manas Volke zu ziehen, was mit grosser Ausstattung des Kara Kan began. Semytäi täuschte aber seine Mutter, und ritt dann durch das Land des Bakai zu Land auf dem Manas Schloss stand.&lt;br /&gt;
* 981-1036: Kleine Herkunftssymbolik mit Eisennagel, infolge des will auch Kanykäi mitkämpfen. sie wird aber davon durch Anbinden festgehalten. Der Kampf der Herre endet in Festsetzung der Onkel.&lt;br /&gt;
* 1037-1087: Kanykäi und Tschakan dürfen dann Onkel und den Vater von Manas zur Genugtuung umbringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teil 7&lt;br /&gt;
Semätai&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vorneweg: auch &amp;quot;Semätai ließ nicht durch Vernunft sich leiten&amp;quot;! (1-2)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Semätai, jetzt Haupt der 40, fordert diese (11-32) auf, mit ihm auf Zug zu gehen.&lt;br /&gt;
* diese ( jetzt 60-70 Jahre alt) wollen aber nicht (33-86), fürchten den Tod durch Semätai und ziehen fort.&lt;br /&gt;
* Semätai verfolgt sie und holt sie ein (87-106)&lt;br /&gt;
* will sie (107-140) zur Rückkehr bewegen.&lt;br /&gt;
* ohne Erfolg (141-162).&lt;br /&gt;
* woraufhin er nun aber wirklich böse wird (163-183): er &amp;quot; metzelte die Männer nieder, schlachtet ab die 40 Freunde, raubte ihnen ihre Kleider&amp;quot; (180f)&lt;br /&gt;
* 185-235: der Held kehrt heim. Die Frauen zweier (70- jähriger und Gerade von Semetäi ermordeter) Helden sind schwanger&lt;br /&gt;
Und gebären just in dem Moment, da Semätai vom Pferd springt. Eins der Babys hat einen Blutklumpen in der Hand, das andere eine Rose. Semätai freut sich ohne gleichen, macht die zwei zu seinen Milchbrüdern, indem es sie (seiner Mutter) Kanykäi an die Brust legt.&lt;br /&gt;
* beide werden natürlich zu Helden (235-254)&lt;br /&gt;
* gleichwohl ist Semetai traurig (256). Er hat nämlich von einer Frau gehört, die keusch und zudem sehr geschickt im Nähen ist. (270f). Die Dame heißt Ai Tschörök und ist dummerweise dem Sohn des uns bekannten Köktschö anverlobt. (280). Wie dem auch sei: Semätai will sie holen - in Freundschaft oder mit Gewalt (290).&lt;br /&gt;
* er reitet hin.&lt;br /&gt;
* Kül Tschoro, einer der jungen Helden und Milchbrüder kündigt Sämetai an (326-343).&lt;br /&gt;
* &amp;quot;da kam Ai Tschörök heraus, nahm den Sämetai zum Manne!&amp;quot; (344)&lt;br /&gt;
* Die beiden jungen Helden beraten sich: Einer treibt die Pferde heim, einer reitet zu den Kalmücken. (349-383).&lt;br /&gt;
* Doch &amp;quot;Kan Tschoro schlief ein und starb.&amp;quot;(384)&lt;br /&gt;
* Ümütöi, Sohn des Köktschö und Exbräutigam von Ai Tschörök bemächtigt sich jetzt der Pferde.(385-420)&lt;br /&gt;
* 420-445 trauert der eine junge Held um den anderen.&lt;br /&gt;
* 447-489: Semätai weiß um den TodKan Tschoros.&lt;br /&gt;
* 490-523 Kül Tschoro vertreibt die sechs Heereshaufen der Pferdediebe, reitet zum toten Kan Tschoro.&lt;br /&gt;
* 524-550 Kül sagt dem (toten) Kan, dass der doch nach Hause reiten solle. Er, Kül, würde hier die Stellung halten.&lt;br /&gt;
* 550-565 Kan kommt zu Semätai. Der aber ist nun (wohl etwas enttäuschend für Kan) hauptsächlich verärgert, dass Kan den Kül allein zurückgelassen hat und zieht zu dessen Lager.&lt;br /&gt;
* 565-592 Kül kämpft derweilen mit vielen Feinden, ermüdet nach sienen Tagen langsam.&lt;br /&gt;
* 593-609 Semätai kommt an und Ümütoi merkt das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Teezeremonien und Pferde-Schenken&lt;br /&gt;
II, 1460ff und 1700ff: Teezeremonien zur Aufnahme von Gesprächen und als Zeichen der Gastfreundschaft. Analog dient die Gabe von Pferden als Freundschaftsbeweis.&lt;br /&gt;
2. Manas der allmächtige Herrscher in allen Lagen als Krieger, Aufbrausender, Berater, Delegierender usw. IV-1150&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Das Himmelreich erreichen: 4.174; 4.520&lt;br /&gt;
Kontext: Fest von Bok Morun, Wettkämpfe. Bedeutung unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Fest bei Bok Morun: Höfische Züge.&lt;br /&gt;
- Pferderennen&lt;br /&gt;
- Ringkampf&lt;br /&gt;
- Wettlauf&lt;br /&gt;
- Pferd-Lanzen-Wettkampf&lt;br /&gt;
- Vielvölker-Zusammenkunft,Freunde und Feinde vereint im Wettkampf&lt;br /&gt;
- Sex&lt;br /&gt;
- jeder bringt was mit&lt;br /&gt;
- sich auszeichnen: Kampf, Besitz (Pferde, Waffen, Kleidung)&lt;br /&gt;
- Kleiderrituale&lt;br /&gt;
- Rituale der Bestimmung des Ablaufs&lt;br /&gt;
- Konfrontationen, Konflikte, Testen eigener Machtbereiche&lt;br /&gt;
- Komik: alte Dame im Pferderennen (4.943)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Komik: alte Dame im Pferderennen (4.943)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Nomadische Lebens- und Kulturform&lt;br /&gt;
- wichtig für den Manas-Kontext&lt;br /&gt;
- 2 Formen: 1. Ziehen dem Vieh und den Weidemöglichkeiten nach. 2. Treiben Handel als eine Art Vermittler zwischen natürlichen Barrieren (Wüste, Berge).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Islam-Referenzen: wirken oft willkürlich eingeschoben, überflüssig.&lt;br /&gt;
Bsp. 4.1256: Ringkampf wird durch Manas eingreifen entschieden, Referenz zu Gott unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Jamben (4.1345): nierenförmige Silberbarren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Schamane-Wahrsager&lt;br /&gt;
In 4/1902ff. wird ein Wahrsager erwähnt, der &amp;quot;Schulterblätter brennt&amp;quot; und hieraus dem Joloi dessen Zukunft prophezeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Epen-Motiv: das zerbrochene Schwert und der Schmied&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Motiv findet sich in mehreren Epen, zentral natürlich im Nibelungenlied. In Manas: ist es Manas&#039; Schwert, das von dem Schmied Tökör repariert wird (4/1620ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Manas und Gilgamesh: Freundschaft&lt;br /&gt;
Manas und Alman bet verhalten sich wie Gilgamesh und Enkidu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Manas und Nibelungenlied: Gunst, Gaben und Bündnisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Epen geht es immer wieder um gegenseitige Gunstbezeugnisse, Gaben und das Schmieden von Bündnissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Einheit in Islamisierung begriffener Turkvölker &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manas verkörpert den Führer eines unter ihm vereinten Verbundes verschiedener Turkvölker, die sich zum einen im Prozess der Islamisierung und zum anderen im Konflikt mit mehreren Großmächten (Chinesen, Russen) befinden. Dabei wird Manas&#039; besondere Geburt (unter einem Apfelbaum mit Prophezeiungen seiner Führerschaft), seine individuelle Kampfstärke und sein wachsender Einfluss durch Freunde, Bündnisse und Siege beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der ewige Wilde (Bezug: I,3)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stärker noch als der junge Gilgamesh und ohne höfische Einbindung, wie im Fall von Siegfried, zeigt Manas in diesem Abschnitt seine schier ungebremste Machtfülle, indem er ohne zu zögern und ohne klare Motivationslage einen tödlichen Zweikampf mit Köktschö sucht, von einer eigentlich tödlichen Verwundung wieder genest, obwohl er zuvor heilende Medikamente ausgeschlagen hat, sich zwar zunächst an einige Rituale der Brautwahl und Vermählung hält, dann aber seinen Trieben freien Lauf lässt und seine Auserwählte unter Androhung brachialer Gewalt an ihn bindet, quasi im Vorbeigehen und wieder in unklarer Motivationslage die Heere des Vaters der Braut und seines Vaters Jakyp (den er vorher schon drohte, selbst zu töten) niedermacht und fröhlich seine &amp;quot;vierzig Freunde&amp;quot;, die für ihn töten und zugleich seinen tödlichen Zorn fürchten, mit einem Harem versieht. Manas hält sich weder an Abmachungen noch an irgendwelche moralischen Codices, geschweige denn an den Koran oder Verpflichtungen aus Verwandtschaftsverhältnissen. Er bewegt sich viel und schnell, auf Pferden, von einer kurzen ruhigen Phase in den nächsten Kampf, begleitet von der weiten Steppe und den Bergen, umringt von mächtigen Feinden. Manas erfährt als Held kaum die Spur eines reflexiven Charakters, ihm scheint keine an Prinzipien gebundene Innerlichkeit anzugehören, er lebt ganz im Außen, in einem weiten Raum, in den er, geleitet durch Reiz und spontane Reaktion, seine Triebe, seine Kraft und seine Jugendlichkeit (&amp;quot;hatte noch nie ein Mädchen in meinem Arm&amp;quot;) ergießt - bis ihn, wie Siegfried, die List der Anderen (hier ein Gift) anscheinend endgültig auslöscht. Alle Arten von begrenzenden Referenzen - Familie, Prophezeiung, Islamisierung, Gebete zu Gott, Unterwelt-Aufenthalte, Erfahrungen von Schmerz, Krieg und Tod, Verlangen nach menschlicher Nähe, Freunde, das Leben in Gemeinschaft, Apelle, er solle mit dem Schlachten aufhören - gehen spurlos an Manas vorbei, sind nur Geäst einer Ornamentik, in dem das Feuer einer Steppe brennt, das keine Schatten in ein Inneres wirft; ein Feuer, das nur brennt, um leuchtend-unversteckt zu sein, was es ist - oder was es meint, sein zu müssen. Genau hier entsteht auf der Interpretationsebene dann auch das klassische Dilemma, dass der beobachtend-lesende Kulturmensch den natürlichen Wilden zwar respektiert, aber als Typus immer in zvilisatorische Entwicklungsmodelle einbaut, die ihn einer primitiven Phase zuordnen. Vielleicht liegt hier auch der Anspruch des Epos an uns: können und sollten wir diese Einordnung fallen lassen, die Andersartigkeit des Wilden nicht als transitorisch aburteilen, sondern als quasi ewige Wahrheit hinter einer anthropologischen Fassade eurozentrierter Aufklärung akzeptieren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Wolfs-Natur als Bindeglied zwischen Glauben und Kultur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Spur zum Verständnis der Glaubenstruktur und des sozialen Überbaus führt in ein als Totemismus betiteltes Wissensfeld, in dem ein (teils als blau-grauer) Wolf eine zentrale Rolle bei den Turkvölkern spielt. Der Wolf wird mit einem Schöpfungsmythos der jeweiligen Stammeslinien verbunden: er kreuzt sich etwa mit einem Menschen, hieraus gehen alle Stammesnachfahren hervor. der Wolf druchdring auch mit fast allen Körperteilen (Magen, Galle, Kopf, Krallen, Fell etc.) das Feld sozialer Praktiken (Geburt, Tod, Gesundheit-Medizin). Sekundärliteratur:  Paul: Weltgeschichte, Position 1312 (Religion und Kunst) und Bajalojewa: Kirgisen, S. 11-26. Wolfs-Referenzen in Manas: 4/1286: &amp;quot;der wolfäig&#039;ge, der graubärt&#039;ge Manas&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Manas- Der Gott auf Erden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manas ist tyrannisch-willkürlich, weise-beratend, wissend und lüsternd, Kind und Mann, kurz alles in Einem, kreisend um ein scheinbar nicht besetztes, leeres Zentrum seiner Identität, fundiert in einer verborgenen Rationalitätsform, die seine Macht legitimiert (eventuell führt die Spur des Wolfes hier hin). Diese Gott-Artigkeit wird im Kontext vom Fest des Bok Morun (4. Abschnitt) sehr deutlich:&lt;br /&gt;
- Willkür: Manas lässt einen Boten vierteilen. Er erwähnt, dass man sich die Beute, den Gewinn selbst holen wird, sollte man auf den Wettkämpfen nicht gewinnen.  4.281, 4.395.&lt;br /&gt;
- Berater und Schlichter zwischen Bok Morun und einem chinesischen Herrscher, Thema: Pferde-Handel.&lt;br /&gt;
- Motivierer-weiser Herrscher, der Ratschläge erteilt: Ringkampf. 4.1110.&lt;br /&gt;
- Ritual-Kenner: weiß, wie man sich Kleiden muss, was dazu gehört.&lt;br /&gt;
- Feste feiern: weiß, wie man das macht.&lt;br /&gt;
- Schlachtführer und Schlichter im Krieg&lt;br /&gt;
- bärenstark, und doch unerfahren-dumm wie ein Kind (&amp;quot;Trotzkopf&amp;quot; genannt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Eine deutsche Übersetzung von 1885 ist vorhanden: Radloff; Wilhelm, 1885. Proben der Volksliteratur der nördlichen türkischen Stämme, V: Der Dialect der Kara-Kirgisen, St. Petersburg.&lt;br /&gt;
*:Manas 377 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_1_Manas.pdf]]&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
*:Einführung S.1-32 [[Media:Radloff 1885.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Joloi Kan 168 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_2_Joloi_Kan.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Er Töschtük 72 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_3_Er_Töschtük.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/jiYQi6VQ6bc YouTube: The Art of Akyns, Kyrgyz Epic Tellers - 4 min.]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/kMDklwoLf34 YouTube: Manas - UNESCO - 10 min.]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=in4VqMvVNWg YouTube: Kirgisische Reiterimpressionen]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=-mzf8ENPMU0 YouTube: Kleiner Manas Sänger in Trance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=VCOGKwMazrU YouTube: Manas Sänger - historische Aufnahmen]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=Hs4pTfKNs-Y YouTube: Kyrgyz Manas Epic &amp;quot;Forty choro warriors flee to China&amp;quot;]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=HfgB-Au5htg YouTube: Manas Performance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=E3_v_dp80R8 YouTube: Manas Performance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=IF4nViV51uc YouTube: Manas als Theater]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=hi39bAgQISE YouTube: Modernere Manasfassung]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=SQB9iy5KHl8 YouTube: Kirgisische Gitrarrespieler]&lt;br /&gt;
* [http://www.unesco.org/culture/ich/index.php?lg=en&amp;amp;pg=00011&amp;amp;RL=00876 Beschreibung durch die UNESCO: Welterbe Manas]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/artl/hatto-manas.shtml The Birth of Manas - A confrontation of two branches of heroic epic poetry in Kirgiz - By A. T. Hatto - Vergleich der Radloffschen Version und Fassung von Sagymbay Orozbakov (1867-1930)]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/folklore/manas/manasintro.html Englische Fassug von 2005, die die wesentlichen Fassungen nochmal neu ins englische übersetzt - unter Berücksichtigung besserer kirgisischer Spachkenntnisse - translated, introduced and annotated by Elmira Köçümkulkïzï1 - Ph.D. Candidate in Near and Middle Eastern Studies - University of Washington (Seattle)]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Die_alttürkische_Religion-1991.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Klimkeit-Buddhism_in_Turkish_Central_Asia-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Gabain-Inhalt_und_magische_Bedeutung_der_alttürkischen_Inschriften-1953.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hatto-Manas-Radloff-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Levin-Where-Rivers-Mountains-Sing-2011.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Mussajew-Epos-Manas-1994.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Die-Araber-vorislamischen-Zeit-Gegenwart-ebook/dp/B005JCYMHG/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390203366&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Die+Araber%3A+Von+der+vorislamischen+Zeit+bis+zur+Gegenwart Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart - Halm, Heinz]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Koran-Kommentar-Konkordanz-Rudi-ParetTaschenbuchausgabe/dp/3170226703/ref=sr_1_2?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390204205&amp;amp;sr=1-2&amp;amp;keywords=paret+koran Der Koran. Textausgabe - Paret, Rudi]&lt;br /&gt;
* [[Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Thrower-Religious-History-Central-Asia-2004.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Reichl-Singing-the-Past-2000.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:J_Paul_-Neue_Fischer_Weltgeschichte_-_Band_10_Zentralasien.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Frühe-Türken-Zentralasien-1992.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hainsworth-Idea-of-Epic-1992.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Krader-Social-Organization-Mongol-Turkic-Pastoral-Nomads-1963.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media: Basilov-Zirin-Nomads-Eurasia-1989.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 10.Februar 2014: Türkisierung Zentralasiens ab ca 6 Jh. n Chr. bis 13 Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herrschervölker in der Mongolei und in Turkestans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 6. Jahrhundert fielen die heute als On-Ok bezeichneten Kök-Türken in Turkestan ein und errichteten in diesem Gebiet ihr westliches Teil-Khanat, dass sich bis zum Jahr 745 halten konnte.&lt;br /&gt;
745 übernehmen die Uighuren bis 840 als ein weiteres Türkvolk neben Oghuzen, Seldschuken &amp;amp; Chasaren die Macht in der Mongolei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uighuren waren zum Teil Nomaden (es gab aber auch stadtartige Siedlungen).&lt;br /&gt;
Ab 840 herrschten die Jenissei-Kirgisen in der Mongolei, Nomaden wurden nach chinesisch Turkestan vertrieben und wurden da teilweise sesshaft.&lt;br /&gt;
(Weitere dokumentierte Türkvölker ab dem 10 jh. : Ghuzen, Garluq, Tughuzghuz, Turkmenen, Usbeken, Karakalpaken, Kasachen, Tataren, Aserbaidschaner, Karäim, Krimtürken, Turk-Mescheten und Türken.)&lt;br /&gt;
Die Islamische Periode startet bei den Türkvölkern ab dem 11.Jahrhundert - Vereinigung der Iranier Persiens und Mittelasiens -&amp;gt; Migrationsbewegung von Persern nach Osten.&lt;br /&gt;
Im 11 Jh. kriegerische Auseinandersetzungen nach Süden mit den Tibetern.&lt;br /&gt;
Während der zweiten Hälfte des 11. und der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war West-Turkestan ein Teil des ausgedehnten Seldschukenreiches (Türkvolk)&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts befand es sich unter der Oberherrschaft der (nichtmuslimischen) Qara-Chitai bevor diese durch die Qarachniden und später den Mongoleneinfall (Dschinghis Khan) verdrängt wurden&lt;br /&gt;
* Türken vs. Araber/Perser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Araber existiert zur Zeit der Orchoninschriften (730) noch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Türkvölker wurden im Unterschied zu Iraniern nicht durch Araber aus dem Westen unterworfen. Die Araber im Westen wehrten nur die Angriffe auf die „Kulturländer“ ab (705-715). Ab 8. Jh. bauten Araber Wälle gegen die Menschen im Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Samaniden (Iranier/Perser) vergrößerten den gebietsmässigen Einfluss des Islam nur unwesentlich, aber der kulturelle Einfluss auf die Türken wuchs, zum Teil kam es kurz vor dem Fall der persischen Sassaniden (9./10. Jh.) auch zu Bündnisse, die den kulturellen und religiösen Austausch verstärkten.&lt;br /&gt;
* Religion&lt;br /&gt;
Türkvölker blieben lange (insbesondere in Ost-Turkestan) schamistisch mit wenig Einfluss durch Buddhismus und Islam. Buddhismus hatte bereits um 600 Einfluss auf die Türken. Nach dem Sieg über die Perser (Sassaniden im 9 Jh) wurden die Türken Zoroaster (siehe Zarathustra). Ab 760 sind Einflüsse der Manichäer (Perser &amp;quot;Mani&amp;quot; als Religionsstifter, Kontakte der Türkvölker nach Babylon) und des Christentums bis nach Ost-Turkestan  (chinesisch Turkestan wurde von Uighuren bewohnt, insofern hier auch budhistische Belege). Die Islam war ursprünglich (ab 7 Jh. im westlichen Teil Mittelasiens) nicht missionarisch tätig - die Türkvölkwer im westlichen Teil Turkestans wurden islamisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Handel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelsbeziehungen zu den Indern und nach China - später zu den Iraniern.&lt;br /&gt;
* Validität der Quellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Historie in der Mongolei und chinesischen Turkestan wurde durch chinesische Schriften dokumentiert, da die Islamische Welt diese Ereignisse kaum wiedergab. Mohammedaner (Araber/Perser) kannten und nutzen zwar die alten Handelswege nach Osten, es gibt aber kaum Berichte von den Türkvölkern im mongolischen Norden - generell gibt es in den umfangreichen geografischen Schriften der Mohammedaner kaum Berichte über die Türkvölker im Osten. Andererseits wurden veraltete Texte über Jahrhunderte wiederholt in der ismamischen Welt wiedergegeben, in denen man den Türken ihrer mächtigen Stellung in der isamaischen Welt nicht gerecht wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache bei den Türkvölkern Zentralasiens wurde mit der Zeit das Persische und blieb im kleineren Maß &lt;br /&gt;
das Türkische, im östlichen Teil nahm das chinesische seinen Einfluß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== auch noch am 10.02.2014: Die Araber (nach Heinz Halm) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Araber ist, wer arabisch spricht - und das tun 280 Mio Menschen. Die Wortbedeutung ist unklar. Der Begriff wird bereits 853 v.Chr. für beduinische (also aus Kamelnomaden bestehende) assyrische Hilfstruppen benutzt. Auch bei Xerxes&#039; Griechenzug 480 v.Chr. sind arabische Bogenschützen auf Kamelen dabei.&lt;br /&gt;
Das Arabische ist eine semitische Sprache, verwandt also z.B. dem Akkadischen, dem Hebräischen, dem Aramäischen...&lt;br /&gt;
Die Schrift hat sich, wie auch die griechische und die lateinische, aus einer phönizischen Urform entwickelt. Sie besteht aus 28 Zeichen - ausschließlich für Konsonanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- 64 v. Chr. kommen die Römer in die Levante, 30 v.Chr. nach Ägypten. Die Araber stehen also zwischen Persien und (Ost-) Rom. Bis zu Mohammed (etwa 570 - 632 n.Chr.) gibt es keine einheitliche politische Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Zur Zeit Mohammeds sind 3 von 5 Stämmen in Medina jüdisch.&lt;br /&gt;
Im geographischen Raum gibt es auch viele Christen. Darüber hinaus werden weit verbreitet arabische Naturgottheiten verehrt. Die Kaba in Mekka ist z.B. ein würfelförmiger Tempel für den Gott Hubal. In Mekka selbst, wohlhabend wegen des vielbesuchten Tempels und der Lage an der &amp;quot;Weihrauchstrasse&amp;quot; vom Jemen nach Damasjus, gibt es keine christlichen oder jüdischen Gemeinden. Hier wird Mohammed um 570 geboren und tritt ab etwa 610 als monotheistischer Prophet auf, wird aber unterdrückt und bedroht, so dass er 622 ins 350 km entfernte Medina auswandert. Bei ihm sind &amp;quot;die Ergebenen&amp;quot; (die &amp;quot;muslimun&amp;quot;, mit ihrer &amp;quot;Ergebung&amp;quot; oder &amp;quot;Hingabe&amp;quot; - dem &amp;quot;Islam&amp;quot;). In Medina entsteht die Urgemeinde, die &amp;quot;Gemeinschaft&amp;quot; (die &amp;quot;umma&amp;quot;) und wird mächtig. Da göttlich eingesetzt, ist die umma unauflösbar. &lt;br /&gt;
Nach 10 Jahren ist praktisch die gesamte arabische Halbinsel islamisch. Auch Christen, auch Juden, auch Mekka schließen sich der neuen religiösen Bewegung an. Der Gründer stirbt 632 in Medina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die 4 ersten Nachfolger (&amp;quot;Kalifen&amp;quot;) sind noch direkte Weggefährten des Mohammed. Sie alle sind Angehörige eines, eigentlich mekkanischen, Stammes. Schon unter den ersten 4 Kalifen gibt es eine starke Expansion des Islam, etwa nach Ägypten und Mesopotamien. Danach wird die weniger religiös inspirierte Familie der Umayyaden für 90 Jahre das Kalifenamt übernehmen und das Machtzentrum nach Damaskus verlegen. Die Nachkommen des 4. Kalifen Ali initiieren eine Aufstand gegen die Umayyaden, der niedergeworfen wird, was ihnen einen Märtyrerstatus ein- und die &amp;quot;Partei&amp;quot; der Schiiten hervorbringt. Die bis heute andauernde Spaltung des Islam ist damit angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Expansion geht weiter: Im 8. Jh. sind etwa Buchara, Samarkant und Taschkent islamisch. Hier ist die &amp;quot;Front&amp;quot; zu den aus den nördlichen Steppen andrängenden Turkvölkern (und der kontextuale Schauplatz der Alman-Bet-Geschichte des Manas). 751 findet am Fluss Talass (in Kirgisien) ein Grenzgefecht mit den Chinesen statt. Etliche kriegsgefangene Chinesen sind Papierwerker, und so kommt die Kunst der Papierherstellung in die arabische Welt. Ein ungeheurer Schub! Somit wird Literatur möglich und Al-Arabiyya, die arabische Sprache ermöglicht einen Kulturtransfer im riesigen Raum von Toledo bis Samarkant. &lt;br /&gt;
Mit gewissen Einschränkungen: Der Iran hatte sich der Arabisierung verschlossen. Hier gilt das (Neu-) Persisch ab dem 10. Jh. als Literatursprache. Die monotheistische Zarathustra-Lehre war dem Islam gewichen, allerdings vornehmlich in dessen schiitischer Ausprägung. &lt;br /&gt;
Ägypten ist durch die Kopten bis ins 15.Jh. ein überwiegend christliches Land geblieben. Die (militärischen) Machtzentren waren aber schnell islamisch. Die koptischen Christen machen heute noch eine etwa 10 % starke Bevölkerungsgruppe aus.&lt;br /&gt;
Wenig arabisiert wurde auch das berberophone Marokko.&lt;br /&gt;
Die Expansion nach Nordosten wird durch Karl Martell bei Poitiers und Tours gestoppt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Umayyaden-Dynastie wird 750 abgelöst durch das &amp;quot;abassidische&amp;quot; Kalifat von Bagdad, das bis 1258 bestehen bleiben wird. Bagdad hat um 800 unter Harun al-Raschid 1 Mio Einwohner. Eine ausgefeilte Bürokratie entsteht mit Ämtern wie etwa dem Wesir (leitender Minister) oder dem Emir (eine Art Gouverneur). Die Bagdader Kalifen sichern ihre Macht durch die teilweise 20.000 Mann starke Militärkaste der &amp;quot;Mamluken&amp;quot;. Das Wort bedeutet Sklave und beschreibt die zu Kriegsdiensten eingesetzten Gefangenen der nomadisierenden Turkvölker Zentralasiens.&lt;br /&gt;
(&amp;quot;Mamluken&amp;quot; in Spanien und Nordafrika sind hingegen überwiegend Osteuropäer = &amp;quot;Slawen&amp;quot;.)&lt;br /&gt;
Die abassidischen Kalifen stehen meistenteils unter der Protektion von &amp;quot;Schutzherren&amp;quot;, zunächst der persischen, schiitischen Buyiden, später der türkischen Seldschuken. Der Seldschukische &amp;quot;Sultan&amp;quot; (=&amp;quot;Herrscher&amp;quot;) residiert in Isfahan und hat neben (oder über) dem Kalifen in Bagdad die faktische Macht der arabischen Welt.&lt;br /&gt;
An 1071 überrennen die Seldschuken das christlich-griechische Kleinasien.&lt;br /&gt;
1258 stehen die Mongolen vor Bagdad.&lt;br /&gt;
Das ist das Ende des Kalifats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Noch einmal zum Kulturtransfer: Die Aristoteles- (bzw. die gesamte Antiken-) Rezeption (Platon fehlt allerdings fast ganz) kommt ab 800 über die christlichen Aramäer ins Arabische - und von dort über Spanien zurück nach Europa. Die &amp;quot;Sarrazenen&amp;quot; (nach dem griechischen Namen eines arabischen Stammes auf dem Sinai) erobern und prägen Al-Andalus. Die &amp;quot;Reconquista&amp;quot; verleibt sich Gebiet, Kultur und Wissen (in einem bis 1492 andauernden Prozess) wieder ein.  &lt;br /&gt;
Ibn Ruschd lebt im 12. Jh. in Cordoba. Auch die von den Indern übernommene Mathematik wird als Wissenschaft weiter etabliert. Viele Begrifflichkeiten (&amp;quot;Algebra&amp;quot;; &amp;quot;Algorithmus&amp;quot;, ...) sind arabischen Ursprungs.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Manas&amp;diff=668</id>
		<title>Manas</title>
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		<updated>2015-07-10T10:32:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 14.Januar 2014 - 20:30 bei Andreas: Vorwort, Episode 1&lt;br /&gt;
* 21.Januar 2014 - 20:30 bei Matthias: Planung der weiteren Schritte&lt;br /&gt;
* 10.Februar 2014 - 20:30 bei Tiemo: Referate aus &amp;quot;12 Vorlesungen über die Geschichte der Türken Mittelasiens&amp;quot; &amp;amp; &amp;quot;Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 6.März 2014 - 20:30 bei Andreas: Referate zum Koran &lt;br /&gt;
* 24.März 2014 - 20:30 bei Matthias: Episode 1 &amp;amp; Anfang 2&lt;br /&gt;
* 12.Mai 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1453&lt;br /&gt;
* 12.Juni 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1862&lt;br /&gt;
* 7.Juli 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1120&lt;br /&gt;
* 14.August 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1940&lt;br /&gt;
* 6.Oktober 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/2486&lt;br /&gt;
* 6.November 2014 - 20:30 bei Andreas gelesen bis IV/1150, und Recherche- und Leseaufträge vergeben zu vorislamischer Religion und Alltagskultur&lt;br /&gt;
* 20.November 2014 - 20:30 bei Tiemo gelesen bis ungefähr IV/1543&lt;br /&gt;
* 4.Dezember 2014 - 20:30 bei Tobias - Lesen: Paul: Weltgeschichte, Position 1312 (Religion und Kunst) und Bajalojewa: Kirgisen, S. 11-26. Kontext: Totemismus-Wolf.[[Media:J_Paul_-Neue_Fischer_Weltgeschichte_-_Band_10_Zentralasien.pdf]] &amp;amp; [[Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf]] Gelesen bis 4/2197 (Ende des 4. Teils)&lt;br /&gt;
* 8.Januar 2015 - 20:30 bei Matthias. Gelesen bis 5/1176&lt;br /&gt;
* 12.Februar 2015 - 20:30 bei Tiemo. Gelesen bis Ende 5&lt;br /&gt;
* 26.Februar 2015 - 20:30 bei Andreas. Gespräch mit Kirgisischem Kulturverein vorbereitet. Zusammenfassung  [[Media:Scharlipp-Frühe-Türken-Zentralasien-1992.pdf]] von Andreas&lt;br /&gt;
* 19.März 2015 - 19 Uhr bei Tiemo. Treffen mit Kirgisischem Kulturverein. [[Fragen zu Manas für Experten]]&lt;br /&gt;
* 25.März 2015 - Kinofil [http://www.imdb.com/title/tt3456064 Flowers of Freedom]&lt;br /&gt;
* 26.März 2015 - 20:30 Uhr im Finnegans. Nachbesprechung des Treffens mit dem Kirgisischem Kulturverein.&lt;br /&gt;
* 28.Mai 2015 - 20:30 bei Matthias. Gelesen bis Teil 6&lt;br /&gt;
* 18.Juni 2015 - 20:30 bei Tobias - Gelesen bis Teil 7 bis 610&lt;br /&gt;
* 9. Juli 2015 - 15:00 - 17:00 an der HU - Videokonferenz mit der Al-Farabi Universität, Almaty, Kasachstan&lt;br /&gt;
* 13.Juli 2015 - 20:30 bei Andreas - Höreffekt Tobi, Matthias Dschingis Khan, Andreas Elmira&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
Das Manas-Epos handelt von dem Kampf des mythischen kirgisischen Volkshelden Manas und seiner Gefährten und Nachkommen im 9. Jahrhundert gegen die Uiguren und ist das wichtigste Werk der klassischen kirgisischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Werk umfasst fast 500.000 Verse und ist damit zwanzig Mal so lang wie Homers Odyssee und Ilias zusammen. Über viele Generationen nur mündlich von Manaschis, hoch angesehenen, den türkischen Aşıklar ähnlichen Volkssängern in melodischem Redegesang überliefert, wurde das Epos erst 1885 schriftlich niedergelegt. Über seine Ursprünge gibt es verschiedene Ansichten: Manche Literaturforscher gehen vom 6. bis 10. Jahrhundert aus, andere vom 11. und 12., und wieder andere erst vom 15. bis 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute existieren mindestens 65 verschiedene gedruckte Versionen des Werks oder von Teilen davon. Eine neue Übersetzung des Gesamtwerks ins Englische durch Walter May wurde 1995, zum mutmaßlich tausendsten Jubiläum der Geburt von Manas, veröffentlicht und 2004 in zwei Bänden neu gedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des Epos werden heute bei festlichen Gelegenheiten gern und häufig von Manaschis rezitiert, normalerweise begleitet von einer oder mehreren Komuz, einer gezupften dreisaitigen Langhalslaute, die von den Musikern ausgesprochen virtuos gehandhabt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held Manas soll in den Ala-Too-Bergen in der Region Talas in im Nordwesten von Kirgisistan geboren sein. Ein Mausoleum einige Kilometer östlich der Stadt Talas soll seine sterblichen Reste bergen und ist eine beliebte Ausflugs- und Feststätte, wo seit 1995 im Sommer eindrucksvolle kirgisische Reiterspiele aufgeführt werden. Allerdings heißt es in einer Fassadenbeschriftung, dass das Mausoleum „... der ruhmreichsten der Frauen, Kenizek-Khatun, der Tochter des Emirs Abuka“ gewidmet sei. Der Legende zufolge soll Kanikey, die Witwe des Manas, diese Inschrift angeordnet haben, um die Feinde ihres Mannes irre zu führen und eine Grabschändung zu verhindern. Das Gebäude, bekannt als „Manastin Khumbuzu“ oder „Der Ghumbez des Manas“, wurde vermutlich 1334 errichtet. In der Nähe steht ein Museum, das Manas und seiner Legende gewidmet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhaltliche Zusammenfassung==&lt;br /&gt;
=== Teil 1 ===&lt;br /&gt;
====Geburt des Manas====&lt;br /&gt;
* 1-39: Beschreibung der Vorfahren des Manas und Hoffnung an seine Fähigkeiten.&lt;br /&gt;
* 40-72: Geburt Manas und Prophezeiungen und Bestätigung durch den schon sprechenden in der Wiege liegenden Manas - er will den Muslimen den Weg öffnen.&lt;br /&gt;
* 73-143: Beauftragung durch den Vater Jakyp Kan an Bakai Kan, Manas die Welt zu zeigen.&lt;br /&gt;
* 144-152: Bakai Kan bestätigt den Auftrag.&lt;br /&gt;
* 153-164: Kurzbeschreibung, welche Fähigkeiten Manas zum vierzehnten Lebensjahr erwarb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 2 ===&lt;br /&gt;
====Geburt des Alman Bet und Zusammenkunft mit Er Köktschö====&lt;br /&gt;
* 1-16: Geburt Alman Bets, als Sohn Kara Kans.&lt;br /&gt;
* 17-65: Held Köktschö begründet sein Volk und trifft dabei Alman Bet.&lt;br /&gt;
* 66-101: Die beiden Helden lernen sich kennen.&lt;br /&gt;
====Alman Bet wird Muslime und will Familie und sein Volk missionieren====&lt;br /&gt;
* 102-125: In der Rede zu religiösen Dingen ensteht der Wunsch Alman Bets, den Koran zu sehen.&lt;br /&gt;
* 125-164: Köktschö gibt Alman Bet die Möglichkeit den Koran zu lesen. Alman Bet will daraufhin Muslime werden&lt;br /&gt;
* 165-177: Alman Bet und Köktschö werden Freunde.&lt;br /&gt;
* 178-200: Alman Bet beschliesst, sein eigenes Volk, die Oirot, zu Muslime zu machen und inmitten der Muslimen flussaufwärts anzusiedeln (evtl metaphorisch gemeint).&lt;br /&gt;
* 201-231: Alman Bet reitet zu seinem Vater und versucht ihn zu überzeugen, dass Kara Kans Volk konvertiert.&lt;br /&gt;
* 232-274: Kara Kan bezeugt seinem Volk Treue und beauftragt sein Volk, Alman Bet zu töten, die sich in einen Hinterhalt legen. &lt;br /&gt;
* 275-306: Alman Bet tritt wiederum vor seinen Vater und versucht ihn zu bekehren, dieser lehnt aber ab und verstösst ihn.&lt;br /&gt;
* 307-335: Alman Bet spricht mit seiner Mutter, damit sie ihn nicht auch verstösse.&lt;br /&gt;
* 336-449: Beim Verlassen trifft er auf das im Hinterhalt liegende Heer, töte alle Fürsten der Oirot.&lt;br /&gt;
====Alman Bet lebt bei Er Köktschö, fällt aber nach einiger Zeit in Ungnade====&lt;br /&gt;
* 450-511: Alman Bet bietet sich als Freund und Unterstützer für Köktschö an und wird von diesem auch zu sich eingeladen (die Teile der Familie nomadisieren zusammen).&lt;br /&gt;
* 512-552: Das Volk und vorallem die Frauen bereiten sich auf die Ankunft Alman Bets vor.&lt;br /&gt;
* 553-590: Begrüssung Alman Bets durch die Frauen Köktschös&lt;br /&gt;
* 591-619: Kleine Zwistigkeit zwischen Köktschö und seiner Frau Ak Erkätsch, weil sie sein Pferd nicht hält bei seinem Absteigen.&lt;br /&gt;
* 620-697: Alman Bet wird besonders gut bewirtet und ihm wird eine Schlafstätte zugewiesen - am nächsten Morgen werden ihm zum Frühstück sogar zwei Stuten geschlachtet.&lt;br /&gt;
* 698-719: Alman Bet lebte nun bei Köktschö und mehrte so seht den Wohlstand der Sippe, dass bei den Gefährten Köktschös Neid entstand.&lt;br /&gt;
* 720-759: Die Gefährten intrigieren indem sie Alman Bet vor Köktschö bezichtigen, Ak Erkätsch des nachts beigewohnt zu haben.&lt;br /&gt;
* 760-827: Köktschö lässt nach Alman Bet rufen, bevor dieser jedoch zu ihm reitet, offenbart er seine Verwirrung dem Vater Köktschös. Bei Köktschö wird er missachtet umd tritt einer verwirrten Gesellschaft gegenüber.&lt;br /&gt;
* 828-856: Alman Bet werden Vorwürfe gemacht, ob er seinen Gastgebern vieles entwenden würde und ob Ak Erkätsch sich ihm ergeben hat.&lt;br /&gt;
* 857-863: &amp;quot;Gegen Gott hilft keine List&amp;quot; und Verlangen nach Brandwein - evtl. ein Eingeständnis&lt;br /&gt;
====Almat Bets Abkehr von Köktschö, Kötschkös Frau Ak Erkätsch spielt eine Rolle====&lt;br /&gt;
* 864-892: Köktschö bittet Alman Bet darum, Pferde und Kleidung für die Abreise zu erbitten, doch Alman Bet bittet um Köktschös eigenes Pferd und seine Kleidung.  &lt;br /&gt;
* 893-914: Diskurs über die Frage, wonach Alman Bet bitten dürfte (Blauer vs. gelber Schecke und ähnliches).&lt;br /&gt;
* 915-927: Köktschtö fragt, warum Alman Bet nicht geht.&lt;br /&gt;
* 928-999: Eskalation des Gesrpächs bis zur Verfluchung und Racheandeutung.&lt;br /&gt;
* 1002-1002: Alman Bet kündigt die Freundschaft auf.&lt;br /&gt;
* 1003-1006: Alman Bet zieht ab.&lt;br /&gt;
* 1007-1059: Ak Erkätsch macht sich hübsch und bietet Alman Bet ihre Hilfe an, Köktschö umzustimmen, Alman Bet doch das passende Pferd und die passende Kleidung zu geben.&lt;br /&gt;
* 1060-1094: Ak Erkätsch erklärt Köktschö, dass er zugrund gerichtet wird, wenn er Alman Bet ohne die erbetenen Dinge ziehen lässt. Köktschö soll Alman Bet auch erst am achten Tag entlassen, auch der Götter (&amp;amp; Kydir) wegen.&lt;br /&gt;
* 1095-1099: Köktschö will sich nicht überzeugen lassen, auch wenn Ak Erkätsch ihn verliesse.&lt;br /&gt;
* 1100-1110: Ak Erkätsch sagt ihm, dass Alman Bet ansonsten gewaltsam ihm sein Pferd entreissen würde und er Pferschaaren verlieren würde.&lt;br /&gt;
* 1111-1114: Köktschö will seinen blauen Schecken und den blauen Panzer an Alman Bet übergeben und lässt nach ihm rufen.&lt;br /&gt;
* 1115-1123: Alman Bet ist aber betrunken und lagert laut den Freunden im Schatten einer Tanne.&lt;br /&gt;
* 1123-1132: Bei genauer Prüfung durch Ak Erkätsch ist er aber dann doch bereits fortgeritten - anstelle des blauen Falben nun mit einem Fuchs.&lt;br /&gt;
====Manas und Alman Bet kommen zusammen====&lt;br /&gt;
* 1132-1134: Mamas hat einen Traum&lt;br /&gt;
* 1135-1172: Auflistung der herbeigerufenen Gefährten&lt;br /&gt;
* 1172-1215: Jakyp, Vater des Mamas, soll den Traum deuten; in-Aussicht-Stellung von Belohnung, verbunden mit Drohung (&amp;quot;deutet richtig er den Traum... Deuten meinen träum er falsch...&amp;quot;; (1206/1209). Deutet der Vater den Traum falsch, kommt dessen Sohn(!) nach Sibirien, USW (1210);&lt;br /&gt;
* 1216-1297: Manas selbst macht sich zum Vater auf, mit Paradepferd prunkpanzer und legendärem Schwert, wiederholt das brimborium um den Traum, erneuert die Drohung bei fehldeutung (1283ff). Das Volk hat schon Angst um den Vater (und auch die Mutter)-scheinbar nicht zu unrecht.&lt;br /&gt;
* 1298-1312: entspann adschy bai  (&amp;quot;der verwirrtes stets gelöset...&amp;quot;) die Situation: manas soll seinen Traum doch erstmal schildern.&lt;br /&gt;
* 1313-1328: tut manas das endlich (Inhalt: Wild und geflügel fällt tot um, wenn Mamas mit Hund und Pferd zur Jagd geht...!?)&lt;br /&gt;
* 1329-1360: nimmt Adschy Bai die Gefahr auf sich, den Traum zu deuten: &amp;quot; eines Fürsten trefflich Kind ... Wird wohl bei dir sich niederlassen.&amp;quot; (1343-46)&lt;br /&gt;
* 1361-1435: ist Manas begeistert, schenkt Adschy seinen Panzer, erweitert die Deutung dahingehend, dass er &amp;quot;des Fürsten Kind&amp;quot; als Alman Bet identifiziert.Es werden Vorbereitungen getroffen, dem Helden entgegenzufiebern, obgleich man nicht weiß, ob der in friedlicher Absicht kommt.&lt;br /&gt;
* 1436: beginnt der Zug des Heeres, dem Alman Bet entgegen.&lt;br /&gt;
* 1436-68: eine Teezeremonie&lt;br /&gt;
* 1497: macht Manas einen Reiter in de Ferne aus.&lt;br /&gt;
* 1513: erspäht auch Alman Bet etwas, dem er folgt und erkennt 1540-48, daß er einem Größeren, Mächtigerem folgt.&lt;br /&gt;
* 1553-1576: trifft Manas Vorbereitungen zum Empfang des Fremden, von dessen Absichten man noch nichts weiß.&lt;br /&gt;
* 1577: kommt Alman Bet, (Und ab hier drängt sich mir der Vergleich mit der Ankunft Siegfrieds bei den Burgundern auf) fängt eine Lerche im Galopp, verweigert das Gespräch mit dem Empfangskommittee, will nur mit dem Fürsten sprechen, wird 1648 von Adschy Bai tatsächlich zu Manas vorgelassen. Das Ganze hätte auch fürchterlich schiefgehen können. Der Text deutet es an&lt;br /&gt;
* 1609-1610: &amp;quot;Alman Bet und Held Manas, wie nur werden sie sich grüßen?&amp;quot;- per Handschlag oder per Schwertstreich... Und in Alman Bets fatalistischem Ausruf, als er bei Manas eintritt: &amp;quot;Gottes Wille ist&#039;s, wer kann gegen seine Macht sich stemmen?&amp;quot;(1642/43) -tut es aber nicht!&lt;br /&gt;
* 1690: Herzliche Begrüßung&lt;br /&gt;
* 1700-1704: Teezeremonie&lt;br /&gt;
* -1745: Kostbare Geschenke des Manas, die Alman Bet aber nicht annimmt, mit Ausnähme eines Pferdes (1745)&lt;br /&gt;
* -1757: Manas will jetzt einen Wettstreit veranstalten (1757  ff) Jakyp Bai soll alles richten. Dieser verunsichert die Boten ab 1800 mit seinen Nachfragen nach deren Kenntnis der Herkunft ihres Volkes. Die sind unwissend. Jakyb deutet Überlegenheit Alman Bets an (1812/13); Wettreiten&lt;br /&gt;
* 1831-39: wer ist Gewinner?&lt;br /&gt;
* 1841-1862: kommt Mutter des Manas. Anblich des Manas uns Alman Bets erzeugt bei ihr Milchfluß. Alman Bet schlägt vor, daß jeder der beiden aus einer Brust trinke möge. Sie tun das und erzeugen so eine Brüderschaft, welche sich durch das anschließendßende Zechen verfestigt oder geradezu erst wirksam wird (1862)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 3 ===&lt;br /&gt;
====Der erste Tod Manas im Kampf mit Köktschö====&lt;br /&gt;
* 1-351: Kampf zwischen Manas und Köktschö. Der Anlass des Kampfes ist unklar. 185ff.: Manas begehrt Köktschös Pferde und Herden, will sie zusammentreiben und Alman Bet geben. Hatto (73-74) verweist auch auf I,2: Köktschö behandelt Alman Bet zunächst als Nicht-Muslim in kritischer Distanz. 411-459: Manas sagt dem Zaren, dass er wegen Alaman Bet, dem K. Pferde verweigerte, ausritt und Köktschös Herden raubte.&lt;br /&gt;
* 10ff.: Manas beugt sich vor dem (russischen) Zaren, zugleich Lob von Manas&#039; Heldenkraft.&lt;br /&gt;
* 161ff.: Manas dringt auf einen tödlichen Zweikampf mit K., mit Flinte und Schwert.&lt;br /&gt;
* 232ff: Manas trifft nicht, wird selbst von K. ins Herz getroffen, schlägt angeblich heilende Medizin von Köktschö aus und flieht.&lt;br /&gt;
* 281-284: Manas betet: &amp;quot;In der Hand des Schöpfers stand er, in dem Schutz des weissen Zaren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 285-324: Manas ruft seine Freunde an, verbringt 20 Nächte &amp;quot;unterhalb der Erde&amp;quot;, im &amp;quot;Jenseits&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 325-350: Unklarer Handlungsanschluss. K. stoppt den fliehenden Manas, der, K. selbst verfehlend, mit demselben Schwerthieb dessen Pferd erlegt.&lt;br /&gt;
* 351-375: Manas übergibt Alman Bet die Herde, reitet zum weißen Zaren.&lt;br /&gt;
* 376-513: Gespräch mit dem Zaren.&lt;br /&gt;
====Manas will eine Frau - Kanykäi====&lt;br /&gt;
* 514-660: Manas kehrt zu seinem Vater Jakyp Bai zurück. Gespräch mit seinem Vater.&lt;br /&gt;
* 563ff.: Manas will eine Frau von seinem Vater. &amp;quot;Ruht&#039; noch nie in Mädchen Armen&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 661-744: Jakyp begibt sich auf Brautsuche. Reitet zu Temir Kan. Spricht zunächst mit Mängdi Bai, der zu Temir Kan gehört und als Unruhestifter beschrieben wird. Jakyp fragt nach der Tochter Temir Kans, Kanykäi, (schon in 632-633 vor Jakyp als Manas&#039; mögliche Braut erwähnt) und sagt, er hätte vorher (?) schon vergeblich der Chinesen, Perser, Kirgisen und Inder Volk nach schönen Frauen durchstreift.&lt;br /&gt;
* 744-763: Mängdi Bai reitet zu Temir Kan, um ihm Jakyps Bitte zu vermitteln, kritisiert dessen Anliegen aber (er hätte keine Brautgeschenke mitgebracht etc.).&lt;br /&gt;
* 764-1003: Temir Kan beschimpft Bai als &amp;quot;zum Zank geborenen Sklaven&amp;quot;, reitet zu Jakyp. Kan will Manas seine Tochter nur geben, wenn Manas mit dem &amp;quot;Schießen, Schlagen und Stechen&amp;quot; aufhört, Jakyp empört sich, sagt Kan, dass Manas sich seine Tocher mit Gewalt holen könnte. Daraufhin berät sich Kan mit seiner Frau und seiner Tochter, Bai und Fürsten. 937ff.: Nachdem Bai wieder Jakyp kritisiert hat, verweisen die Fürsten auf Manas&#039; Stärke, raten, Jakyp ehrenvoll zu empfangen, und fordern, dass Manas Brautgeschenke bringt. &lt;br /&gt;
* 1004-1120: Jakyp reitet zu Manas zurück, dieser akzeptiert die Forderung nach Brautgeschenken und macht sich mit seinen 40 Freunden auf den Weg zu Temir Kan.&lt;br /&gt;
* 1121 - 1160 Mengdi Bai meldet Temir Kan den Manas und seine vierzig Freunde, die jedoch nicht auf Kriegszug sind, sondern Brautgeld für Kanykäi in Form von Pferden bringen. Die Herden müssen zur Erfüllung des Brautpreises vier Täler füllen. &lt;br /&gt;
* 1161 - 1199 Mengdi Bai bewirtet in seinem Haus nur die vierzig Freunde des Manas mit Honigbranntwein, während Manas allein in der Steppe bleibt und in der Hitze Durst leidet.&lt;br /&gt;
* 1200 - 1233 Die Gefährten bemerken, dass Manas allein in der Steppe verblieben ist und eilen um Vergebung bittend zu ihm. Dieser will entgegen ihrer Befürchtungen seine Gefährten jedoch nicht töten, sondern nur zu Verstand bringen. Darauf errichten sie ihm in der Steppe ein Zelt mit vierzig Flügeln.&lt;br /&gt;
* 1234 - 1259 Die Schwägerinnen / Brautgeschwister der Kanykäi kommen geschmückt zu Manas, der Gold und Silbergeld in Fülle vor ihnen ausbreitet.&lt;br /&gt;
* 1260 - 1279 Manas reitet allein zum Zelt der bislang unberührten Kanykäi. Dort isst er unbemerkt von ihrem Honig, trinkt Kumiss und &amp;quot;drückt das im Schlaf versunkene Mädchen heftig an sich&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* 1280 - 1331 Die Fürstentochter Kanykäi erwacht und zieht ein Messer. Sie fordert den ihr unbekannten Manas auf, sie loszulassen und vom Lager aufzustehen. Als dieser sich als Manas vorstellt, welcher unzählige Stuten hergetrieben habe, fragt sie ihn, ob er einer der Hirten ihres Vaters sei. Als Manas die Kanykäi nun als verzärtelt bezeichnet, zerschneidet diese sein Gelenk am Unterarm mit ihrem Messer.&lt;br /&gt;
* 1332 - 1380 Manas tobt und will nun lieber Junggeselle bleiben. Er bezeichnet Känykäi als Metze und Schlechteste ihres Volkes. Er will an ihr Rache nehmen und sie selbst Tiere hüten lassen.&lt;br /&gt;
* 1381 -1419 Die Schwiegermutter versucht noch erfolglos, zwischen Manas und Kanykäi zu vermitteln. Da ihm aber ein Weib widersprochen hatte, steigt Manas mit seinen vierzig Gefährten noch in der Nacht zu Pferde.&lt;br /&gt;
* 1420 - 1480 Die Diener von Manas treiben die Pferde Jakyp Kan´s und Temir Kan´s weg. Manas Gefährten - allen voran Alman Bet - dringen alles niederstechend auf das Heer Temir Kan´s ein, um Kanykäi gewaltsam zu holen.&lt;br /&gt;
* 1481 - 1529 Kanykäi ahnt ihr Verderben, legt als Friedensstifterin seidene Kleidung an und bringt vierzig Mädchen den Gefährten des Manas zum Geschenk. Manas sieht die von ihm als &amp;quot;schlechte Dirne&amp;quot; bezeichnete Kanykäi mit ihren vierzig Mädchen als Beute kommen und lässt sogleich vierzig Lager errichten, um die Gefangenen &amp;quot;zu greifen, bei den Handgelenken zu fassen und zur Besinnung zu bringen&amp;quot;.  &lt;br /&gt;
* 1530 - 1541 Kanykäi fleht zu Manas und bietet diesem sogar an, ihr ( der Dirne ) doch die Zunge abzuschneiden, wie man einem fliehenden Vogel die Federn abschneidet. Manas merkt, dass Kanykäi nun &amp;quot;zu Sinnen gekommen&amp;quot; ist und stellt klar, dass Vögel sich nur fliegend auf ein Zelt setzen.           &lt;br /&gt;
* 1542 - 1626 Das Mädchen in der Jurte Alman Bet´s ist hässlich, weshalb dieser eine andere fordert, da er mit Manas doch gleichgestellt sei. Kanykäi fordert daraufhin Altyn Ai auf, sich für Alman Bet so glänzend schön zu machen, dass dieser staunend in Ohnmacht falle. &lt;br /&gt;
* 1627 - 1679 Temir Kan sammelt seine Reichtümer um sie Manas ebenso wie sein Mädchen zu geben. Mengdi Bai will ihn abhalten und berichtet Temir Kan, dass dessen Tochter Kanykäi dem Manas widersprochen habe. Da habe dieser das Volk vernichtet und dessen Habe geraubt. Manas habe der Kanykäi die beredte Zunge ausgerissen und sie &amp;quot;wie ein Schaf zu Schand gebracht&amp;quot;. Dafür sollte Temir Kan den Manas umbringen. Temir Kan weist Mengdi Bai jedoch zunächst an, 90 Kamele mit Gold, Silber und Seide zu überbringen.&lt;br /&gt;
====Der Tod des Manas - initiiert durch den Mengdi Bai - den Gefährten des Brautvaters====&lt;br /&gt;
* 1680 - 1699 In ihrem Haus diesseits vom Kalmückenvolke befielt Mengdi Bai den beiden Dieben Köktschö Kös und Kamang Kös dem Manas vergifteten Honig-Branntwein darzubieten. Diese stellen daraufhin ein Zelt auf, in dem der eintreffende Manas den vergifteten Branntwein trinkt. &lt;br /&gt;
* 1700 - 1791 Manas versagt die Kraft und er ruft sterbend seine Genossen. Diese fragen ihn, wo sie ohne ihn leben sollen. Er rät ihnen, sich nach seinem Tod den Russen zu ergeben, da es unter dem mächtigen Zaren allen gut gehe und dort stets Recht geschehe. Dann entschwindet die &amp;quot;Fliegenseele&amp;quot; des Manas zu der &amp;quot;wahren Heimat&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* 1792 - 1807 Die vierzig Gefährten errichten ein Grabgebäude für Manas und beerdigen ihn darin nach Trauerfeierlichkeiten mit diversen Opfergaben. &lt;br /&gt;
* 1808 - 1942 Die Gefährten reiten zu Jakyp Kan und berichteten vom Tod des Manas. Sie fordern ihn auf, nicht vor Trauer zu versinken und wie früher zu Lebzeiten des Manas zu handeln. Sie und insbesondere Alman Bet würden noch leben und ihm eine Stütze sein. Jakyp Kan erinnert daran, dass Alman Bet an allen Unternehmungen des mit ihm vertrauten Manas beteiligt war, aber diesem stets der Ruhm blieb. Wenn der von Manas stammende Wohlstand abnehmen werde, müsse er, Jakyp Kan, fortziehen und aus Not auf die Suche gehen.      &lt;br /&gt;
====Nach Manas Tod====&lt;br /&gt;
* 1955 ff Manas ist tot, Jakyp regelt die Nachfolge (u.a. 1971 f: &amp;quot;den Befehl bei Kriegeszügen übergebet Alman Bet&amp;quot;). Obwohl es zunächst nicht den Anschein erweckt, leidet Jakyp doch sehr am Verlust des Sohnes (2019). Manas&#039; Tod hat auch materielle Folgen (2026 &amp;quot;der Reichtum nahm jetzt ab&amp;quot;, Jakyp, &amp;quot;wackelnd wie ein Trappenvogel... Will in Armut weiterleben&amp;quot; 2034 ff). Wir lernen 2043 ff. etwas über das Leben an einem Fürstenhof: Manas&#039; Schwester hat offenbar nie das Haus verlassen - ein Privileg! Kanikäi, von Manas einst geraubt und vergewaltigt, pflegt offenbar die ganze Familie (2063 ff).&lt;br /&gt;
* Ab 2070 kommen die Tiere des Manas ins Spiel: der Falbe, der Falke, der Jagdhund. Diese drei Leiden ernstlich unter dem Verlust des Manas und wiederum &amp;quot;von der Stimme dieser dreie wurden tief erregt die Herzen Aller&amp;quot; (2101 f)&lt;br /&gt;
====Manas Wiedergeburt====&lt;br /&gt;
* 2106: Und so schickte Gott der Herr seine Engel - das zurechtzurücken! Sollte es ein Guter gewesen sein, der da verschieden ist, so soll er wiederauferstehen. Die Engel treten aus das Grab und es wird zum Weißen Haus (2184 f). &amp;quot;manas Stand lebendig auf.&amp;quot; (2188), weiß zunächst wohl nicht, dass er tot war (2200).&lt;br /&gt;
* 2203: Kanykäi sieht ihn im Traum, woraufhin Jakyp 2240 die 40 Gefährten des Manas holen lässt.&lt;br /&gt;
* 2252 ff. wird klar, dass die drei Tiere nicht mehr sind, wo sie waren - der eigentliche und endgültige Schock für Jakyp (2280-90). Jako ist übrigens 80 Jahre alt (2308 - oder 90 (2327)) steigt aber aufs Pferd und reitet zu Alman Bet (2338). Die 40 nehmen seine Hoffnungen und Sorgen nicht so ernst wie erhofft (2372. f) - &amp;quot; Jakyp ritt zurück jetzt wieder&amp;quot; (2392).&lt;br /&gt;
* 2454 wird der Koran als Bezugsquelle ausdrücklich erwähnt. Man entdeckt 2466 ff, dass das Grab durch eine Art Palast ersetzt ist und findet auch die Tiere, außerdem den Manas - bei ihm natürlich &amp;quot;ein trefflich schönes Mädchen&amp;quot; (2487). Manas weiß zunächst nicht, wer er einst gewesen, ist &amp;quot; ein anderer geworden&amp;quot;(2542-48), erkennt dann aber Frau, Vater, Mutter, deren Milch er wieder trinkt (2621). &lt;br /&gt;
* 2636-46: Bestätigung der ruhmreichen Rolle Kanykäis während Manas&#039; Abwesnheit. Für diesen scheint seinen Auferstehung eine Läuterung gewesen zu sein: &amp;quot;Die bescheerte Speise essend, über alle Völker herrschend, sich vom Zaren Segen holend,lebtenherrlich jetzt Manas, alle Feinde flohen ihn,so erreichte er sein Ende.&amp;quot;(2681-86) - Bis ans Ende seiner Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 4 ===&lt;br /&gt;
====Die Planung einer Totenfeier bei Bok Murun und Manas Rolle dabei====&lt;br /&gt;
* 1 ff: Bok Murun soll eine Gastmahl zu Ehren des Abgangs von Kan Kökötoi veranstalten und bestimmt den Boten die Gästeliste und die Forderungen an die Gäste. Wenn die Gäste nicht kommen, sollen sie gezwungen werden.&lt;br /&gt;
* 65 ff: Es werden die Gäste genau umschrieben - unter ihnen auch Manas, Köktschö, Chinesen, Russen - Freund und Feind.&lt;br /&gt;
* 175 ff: Bok Murun berät sich, wie er das Fest bereiten soll, was Mahl, Pferderennen, &amp;quot;wie das Himmelreich gewinnen&amp;quot;, wo die Gäste versammeln und wie die Reise zur Vorbereitung des Festes unternehmen.&lt;br /&gt;
* 245 ff: Jemand (Manas?) wird als Hitzkopf beschrieben, der kommen mag wenn er will.&lt;br /&gt;
* 252 ff: Perspektivwechsel auf die Boten, die die Gäste einladen - Manas (zusammen mit Alman Bet); Umgang mit den Boten; die Boten erwarten den Tod; Manas spricht nicht zu ihnen.&lt;br /&gt;
* 281 ff: Wegen eines schlechten Spiels mit Alman Bet ist Manas stark erzürnt; Alman Bet versucht ihn zu besänftigen, aber Manas erkärt die Notwedigkeit seiner Taten wider dem Boten. Der Bote wird letzlich durch Manas Gefährten gevierteilt.&lt;br /&gt;
* 383 ff: ƒAm nächsten Morgen ruft er nur in Hemd und Unterhosen alle 40 (?) Gefährten zum Aufbruch und Ritt zu Bok Muruns Gastmahl; Beschreibung von Einzelheiten des Aufbruchs (Zelt, Tigerdecke, etc.)&lt;br /&gt;
* 395 ff: Manas bechreibt, dass man sich die Beute hole, sollte man nichts (im Pferderennen?) erringen können.&lt;br /&gt;
* 405 ff: In der Nähe des Gastmahls (die Muslime und Gjauren von weitem sehend) erkennt er den Kampf zwischen den Gästen und will sie auseienander treiben.&lt;br /&gt;
* 438 ff: Die Beschreibung der Kämpfe, in die sich Manas einmischt und alle vertreibt bzw. besiegt und so die Kämpfe beendet.&lt;br /&gt;
* 473 ff: Vier Tage später kommt Bok Murun (oder Koschoi?) zu Manas; Manas klagt seine Verspätung an, doch Bok Murun versucht ihn zu besänftigen.&lt;br /&gt;
* 520 ff: Bok Murun befragt Koschoi , wie das Fest zu bereiten sei und wie die Gjauren und Muslime zu gewinnen (gegen sie gewinnen?); &amp;quot;Manas mög die Haufen ordnen;&amp;quot;Manas verweigert den Auftrag (obwohl doch schon erledigt???).&lt;br /&gt;
* 540 ff: Sprung zur Ankündigung der Pferderennen durch Uerbü, was aber Manas wiederum so erzürnen lässt, dass er Uerbü jadt.&lt;br /&gt;
* 584 ff: Kan Koschoi soll die Ordnung des Festes bestimmen; Koschoi lehnt aber ab, da es ihn nicht interessiert; Manas macht daraufhin seinen Vorschlag, wie das Fest organisiert sein soll (Fest und Rennen erst im Frühling als Vorschlag); Koschoi stimmt zu.&lt;br /&gt;
* 616 ff: Lange Beschreibung der Pferde, die die Späher beim Abritt beobachten, und Beschreibung des herbstlichen Abrittes.&lt;br /&gt;
* 773 ff: Währen Bok Murun sein Volk &amp;quot;besichtigt&amp;quot;, verlangt der Fürst der Chinesen Kongyr Bai das Pferd Bok Muruns Manykär und droht ansonsten.&lt;br /&gt;
* 808 ff: Bok Murun will sich mit seinem Volk beraten. Man rädt ihm, sich wiederum mit Manas zu beraten.&lt;br /&gt;
* 828 ff: Manas berichtet von ähnlichen Geschichten und berät. Abschluß:&amp;quot;Was (Warum etwa) willst du ihm dieses geben&amp;quot;&lt;br /&gt;
====Das Fest beginnt mit verschiedenen Wettkämpfen====&lt;br /&gt;
* 917 ff: Das Fest beginnt mit einem Wettlauf, zu dem Joloi eine Alte schickt, die drei Monate rennt und am Ende die Mitläufer betrunken macht und so fast gewinnt; Er Töschtük gewinnt aber dann doch.&lt;br /&gt;
* 976 ff: Als nächste gibt es einen Ringkampf; als Preis 60 Pferde; Manas versucht jemanden zu finden, der für ihn kämpft gegen Held Joloi.&lt;br /&gt;
* 1110-1149: Ein Kämpfer ist gefunden - Koschoi; Manas bittet ihn, besondere Hosen, die Manas hat fertigen lassen, zu tragen.&lt;br /&gt;
* 1150-1165: Koschoi zieht sich die Lederhosen an.&lt;br /&gt;
* 1166-1181: Koschoi will Manas&#039; Hosen auch nach dem Kampf, sollte er gewinnen, behalten.&lt;br /&gt;
* 1186-1258: Der Ringkampf zwischen Koschoi und Joloi. Koschoi gewinnt, nachdem er, von Joloi auf den Boden gedrückt, vom ergrimmten Manas mit der Knute geschlagen worden ist.&lt;br /&gt;
* 1259-1341: Bok Murun ruft zum Lanzen-Wettkampf zu Pferd. Manas gewinnt gegen Kongyr Bai,&amp;quot;dem Fürsten Chinas&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 1342-1402: Bok Murun bindet ein Kamel an einer Grube mit 60 Silberbarren (Jamben) an - es ist der Gewinn - und fragt, wer es &amp;quot;mit den Zähnen lösen könnte&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 1349-1404: Als Orongo, eine Frau &amp;quot;vom Heidenvolke&amp;quot;, es tief gebückt zu lösen versucht, wird sie von Koilu Bai &amp;quot;wie von einem jungen Stier&amp;quot; penetriert. Ausführliche Beschreibung der Szene. Orongo kriegt schließlich den Preis.&lt;br /&gt;
====Das Pferderennen====&lt;br /&gt;
* 1405ff. : Pferderennen nach Kokand. Das zieht sich bis 1550. Manas (der &amp;quot;wilde Trotzkopf&amp;quot; (z.B. 1483 oder 1532) geht ab 1533 in Führung. Dem überholten Joloi wird sein wunderpferd atsch Budan getreten und umgestoßen.&lt;br /&gt;
* Also (1555) entsteht ein &amp;quot;wilder Kampf&amp;quot; mit Lanzen, Beilen, Schwertern, Bögen. Joloi macht Beute 1565 f).&lt;br /&gt;
* Alman bet wird verwundet (1576 ff), wird sogar leicht kritisch gegenüber manas (1605 ff), fängt sich aber prompt einen Auftrag ein: (1615 ff) alman bet soll die Waffen des manas vom Waffenschmied holen. Auch zu köktschö soll er reiten, den (uns bekannten) blauen Schecken holen.&lt;br /&gt;
* Anschließend kann er gleich weiter zu jamgyrtschy um dessen Korallen einzusammeln. An zwei weiteren Stationen soll alman bet dann schließlich noch Segen holen - und los geht&#039;s. Der Schmied namens tökkör liefert (1665 ff). Der &amp;quot;Trotzkopf&amp;quot; manas tituliert den Waffenschmied beständig &amp;quot; Hitzkopf&amp;quot; (1683 ff). Köktschö hingegen scheint den Schecken zu verweigern.&lt;br /&gt;
* Die vierzig Freunde machen sich auf, das gerade zu Rücken (1700 ff). Aber auch des joloi pferdeherden will manisch schnappen (1720ff) und zwar mit List und Tarnung (1725 f).&lt;br /&gt;
* Wieder einmal soll es alman bet richten (1731f). Der kundschaftet das aus und empfiehlt die Tat.&lt;br /&gt;
* In Vorfreude auf den Sieg gegen joloi macht Manas sich Gedanken über die Belohnung für den Schmied&lt;br /&gt;
* (1757-1775): Pferde und Frauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Kämpfe und Frauenraub====&lt;br /&gt;
* 1779 ff. hat Jolois Frau einen Traum: sie sieht Manas und das Unheil kommen. Joloi hört aber nicht auf sie (1807 ff), will im Gegenteil selber angreifen, seinerseits Frauen rauben (1836 ff).&lt;br /&gt;
* Jolois Frau wendet sich an den Sohn. Dieser soll dem Manas folgen, der sich (im Traum oder Wahrheit) die Pferdeherden schon genommen zu haben scheint - wie sie richtig sieht in Reaktion auf den Diebstahl ihres Mannes beim Trauertest des bok morun (1668 ff).&lt;br /&gt;
* Die söhne bitten joloi, auf die Verfolgungsjagd gehen zu dürfen (1875 ff). Der will aber selber in den Kampf.&lt;br /&gt;
* Lässt sich aber vorher noch durch den targyl tas mittels gebrannter Schulterblätter die Zukunft weissagen (1902 ff). Dieser rät eindringlich ab (1905-1920). Joloi ist erzürnt, will trotzdem los. Targyl warnt erneut (1931 ff). &amp;quot;Doch joloi folgt seinem Wort nicht&amp;quot; (1946), sondern trinkt einen und schwankt in den Kampf (1950 ff). &lt;br /&gt;
* 1958: Perspektivwechsel! Wir sind jetzt wieder bei manas. Angriff auf joloi, den manas 2012 erblickt.&lt;br /&gt;
* 2027 ff. warnt targyl den betrunkenen joloi erneut. Doch der hört natürlich erneut nicht, spaltet vielmehr dem Warner Den Kiefer (2043).&lt;br /&gt;
* So ist er, unser &amp;quot;kan joloi... der den Stier als Muster nahm sich&amp;quot; (2049 f).&lt;br /&gt;
* Manas der tiegergleiche jagt jetzt Joloi, den bergegleichen (2054 ff).&lt;br /&gt;
* Gemeinsam mit Llman Bet tötet Manas den Joloi letztlich und &amp;quot; zog des Weges weiter&amp;quot;(2084).&lt;br /&gt;
* Die Söhne Jolois wollen Rache, werden aber beide von Alman Bet getötet (2108).&lt;br /&gt;
* Alman Bet berichtet das dem Manas und der befiehlt: &amp;quot;Lasst Jolois Volk uns nun vernichten&amp;quot; (2131).&lt;br /&gt;
* Auch der Schmied soll natürlich, wie versprochen, belohnt werden.&lt;br /&gt;
* Die versprochenen Frauen für den Schmied und seinen Sohn werden dann auch gefangen (2166 ff). &amp;quot;Hier ist meine Schuld getilgt&amp;quot; sprach Manas (2178), sucht jetzt Muße bei Kaniykäi, deren weiches Fleisch er fasst. Als er aufwacht, schreit er aus Herzenslust und erfüllt sein Wort dem Schmied gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 5 ===&lt;br /&gt;
====Manas Frauen und Kanykäis Warnung====&lt;br /&gt;
* 1-40: Jakyp Bai denkt über den Wert von Manas drei Frauen (Kara Börük, Akylai und Kanykäi) nach und hält Kanykäi für die wertvolllste.&lt;br /&gt;
* 41-158: Manas will den Wert von Kanykäi auf die Probe stellen und reitet mit seinen &amp;quot;vierzig Freunden&amp;quot; zu ihr. Kanykäi weiß davon und breitet sich mit zwei Dienerinnen vor. Sie bietet allen reichlich Branntwein an, kleidet sie in &amp;quot;Panzer&amp;quot;, von denen &amp;quot;Flintenkugeln abprallen&amp;quot;, gibt ihnen besondere Stifel und Sättel. Manas bleibt wohl recht lange dort, bis zum &amp;quot;Herbstes grauen Reif&amp;quot;. Während dieser Zeit werden die Pferde fett und die Helden träge.&lt;br /&gt;
* 159-235 : Manas will zu den Kalmücken unter der Herrschaft Ai Kans reiten, um dort &amp;quot;Kunde&amp;quot; zu erhalten. Kanykäi warnt ihn vorher, dass für die Pferde gerade ein Unglücksjahr ist, es ist zugleich das Jahr von Manas&#039; 25. Geburtstag. Manas pfeift drauf, wird wütend und schlägt sie mit der &amp;quot;geflochtenen Knute&amp;quot;, bis sich die Nähte ihres Hemdes lösen. Daraufhin lacht Kanykäi und wünscht ihm eine gute Heimkehr, verweist aber wieder auf das bevorstehende Unglück. Manas ist erneut erbos, verflucht sie, darauf verflucht Kanykäi Manas. Manas reitet ab. &lt;br /&gt;
* 236-273: Kanykäi schickt einen Boten zu Manas, der ihn an das Unglücksjahr und ausstehende Opfergaben erinnern soll, Manas achtet nicht darauf.&lt;br /&gt;
====Der Bruder des Manas - Kös Kaman====&lt;br /&gt;
* 274-575 : Alman  Bet sieht recht erschreckt, dass ein &amp;quot;Heide ohne Bart&amp;quot; auf sie zugeritten kommt. Der &amp;quot;Freund&amp;quot; Kyrgyn soll erkunden, wer er ist. Es ist ein &amp;quot;Knabe&amp;quot;. Als sich beide treffen, verstehen sie einander zunächst nicht. Dann kommt auch Alman Bet angeritten. Fragt den Knaben, nach Kyrgyn, erneut nach seinem Namen und seiner Herkunft. Der Knabe präsentiert sich als Bote des Kös Kaman, eines Bruders von Jakyp Bai, der in die Hände der verfeindeten Kalmücken fiel, als Bai sechs Jahre alt gewesen ist. Kaman soll anschließend unter Chinesen und den &amp;quot;Kyrym&amp;quot; gelebt und fünf Söhne haben. Der Knabe fordert einen Lohn für seine Nachricht. Alman Bet reitet jetzt zu Manas und berichtet vom Boten. Manas meint, nichts von Jakyp Bais Bruder zu wissen, will den Boten selbst sehen, der anschließend von Bet zu ihm gebracht wird.&lt;br /&gt;
* 576-647: Manas ordnet an, die Aussage des Boten-Knaben bei Verwandten zu prüfen, ihn reichlich zu entlohnen, wenn es zutrifft, ihn zu &amp;quot;schlachten&amp;quot;, falls er lügt.&lt;br /&gt;
* 648-735: Alman Bet reitet zu Jakyp Bai, der bestätig, dass er einen Bruder namens Kös Kaman hat.&lt;br /&gt;
* 736-774: Als Jakyp Bais Frau, die dabei sitzt, dies hört, äußert sie Furcht darüber, dass die fünf Söhne Kamans über Manas herfallen könnten, und beginnt, Jakyp zu schlagen, doch der lacht und sagt, dass all dies nur zu Manas &amp;quot;Heil&amp;quot; beitrüge, so wie &amp;quot;ein Zweig am Flügel wüchse&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 775-941: Alman Bet reitet zu Kanykäi und fordert von ihr den Botenlohn (Kamele und so weiter), erzählt ihr von Kalman und seinen Söhnen, reitet anschließend weiter zu Manas, der dem Boten nun seinen Lohn verspricht und ihn auffordert, zu Kalman zurückzukehren. Der Bote reitet zurück.&lt;br /&gt;
* 942-1020: Manas verkündet seinen &amp;quot;Freunden&amp;quot;, den Kalman fürstlich empfangen zu wollen, und reitet hierfür zu Kanykäi. Jetzt folgen ausgiebige Festvorbereitungen, Manas erfreut sich erst einmal selbst mit seinen Freunden an Brantwein und Speis und vögelt Kanykäi. &amp;quot;Und sie gackelt wie ein Gänschen, gurgelt wie ein junger Sperber&amp;quot;, als er sie nimmt.  &lt;br /&gt;
* 1021-1176: Kalman und die Kalmücken kommen herbeigeritten, allgemeines Besäufnis. Die Kalmücken sind alle Heiden, Manas beschließt, sie zum Islam zu bekehren, was dann auch der Fall ist. Die Kalmücken lassen sich einen Vollbart wachsen, entfernen ihren Lippenbart, lernen wohl, den Koran zu lesen, und werden bechnitten. Manas, der &amp;quot;Trotzkopf&amp;quot;, lässt die Kunde überall verbreiten und ein Pferderennen abhalten.&lt;br /&gt;
* Verbrüderung der alten und neuen Moslems&lt;br /&gt;
* 1215 Kös Kaman will Manas einladen&lt;br /&gt;
* 1250 ff Alman Bet soll ihn fragen gehen&lt;br /&gt;
* 1264 - 1285 rät Kanykai da aber ab, wittert Gefahr.&lt;br /&gt;
* 1286-1304 erklärt Alman Bet den 40, dass Manas zu betrunken für die Reise ist.&lt;br /&gt;
* 1304-16 will Seräk das nicht hinnehmen.&lt;br /&gt;
* 1217 ff Alman Bet schlägt Seräk daraufhin.&lt;br /&gt;
* 1327-73 schleicht sich Seräk (&amp;quot;mög er verderben&amp;quot;) aber zu Manas, weckt ihn und dieser reitet los. Manas fragt nach Seräks Wunde (1375 ff). Seräk hetzt ( bis 1404) gegen Alman Bet.&lt;br /&gt;
* Manas nimmt Alman Bet in Schütz (&amp;quot;der schlägt auch mich, wenn er inZorn kommt&amp;quot; 1412)&lt;br /&gt;
* 1418 ff. Beim Gelage mit den neuen Glaubensbrüdern wird Manas angegriffen. 1446 mischt sich Kös kamen beschwichtigend ein. Manas geht nach Hause und schläft mit Kanykai.&lt;br /&gt;
====Manas Kalmückenzug====&lt;br /&gt;
* Als er erwacHt (1454 ff) schreit er und ruft die 40 zusammen. man macht sich auf Kalmückenzug (1555)&lt;br /&gt;
* Alman Bet ( mit Köktschögös) soll wieder kundschaften (1587  -1635)&lt;br /&gt;
* 1654 ff. wird Köktschögös erkannt und festgenommen. Dieser wechselt die Seiten, will Manas bekriegen und die Frau rauben (1657)&lt;br /&gt;
* Die Kalmücken Stellen ein Heer auf. &lt;br /&gt;
* 1698 ff. soll Alman Bet wieder kundschaften. 1710 täuscht Köktschögös den Alman Bet.&lt;br /&gt;
* 1750 empfiehlt Alman Bet dem Manas Ritt und Kämpf. 1780 kundschaftet er wieder einmal. 1839 ff. köpft er einen Alten, den er vorher ausgefragt hat und tarnt sich mit dessen Kleidung.&lt;br /&gt;
* 1870ff reitet Alman Bet auf Befehl des Manas zu Altyn Ai. In deren Jurte wird er durch Unhöflichkeit beleidigt ( um 1895), erzählt (um 1900) eine Geschichte von Tieren, die er verloren habe.  die Leute Altyn Ais wollen ihm ( um1925) töten. Alman Bet entwaffnet den Angreifer, verletzt Altyn Ai durch einen Biss ins Gesicht, verdunkelt (1975 ff) die Jurte mit Feuerrauch und Asche und entkommt.&lt;br /&gt;
* 2006 - 2042 Altyn Ai deutet jetzt Alman Bets Tiergeschichte als eine Art Unheilsprophezeihung für ihre eigene Familie&lt;br /&gt;
* 2043 ff droht Alman Bet daraufhin direkt.&lt;br /&gt;
* Gegenüber Manas fordert Alman B et ab 2081 die Altyn Ai als Botenlohn, vergleicht sie 2100 gar mit Kanykai. manas verwehrt ihm diese Gunst aber 2116 f: falls diese so schön sei wie Kanykai, dann gehörte sie M anas!&lt;br /&gt;
* Alman Bet ist konsterniert (2119 ff). Er fällt fast von Manas ab. bis dieser 2137 sagt, dass das doch nur ein Scherz gewesen sei. &amp;quot;Nimm die Altyn Ai dir, Freund.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* Dann geht es aber endgültig auf Kalmückenfahrt. Ab 2142&lt;br /&gt;
* Der Kampf währt bis zum Abend (2170). Da flieht M anas! - mit ihm Alman Bet. 2184 versucht Kyran Syrgak Alman Bet zum Bleiben zu bewegen. der ist aber stark verwundet (2209 ff). Alman Bet wiederum will jetzt Manas zum Bleiben überreden (2244). - Mit Erfolg! (2265ff) :  &amp;quot;Die K almücken des Altai Alle Hieb er da zusammen.&amp;quot; alman Bet raubt Altyn Ai. die 40 machen Beute.&lt;br /&gt;
====Der Bruder vergiftet Manas Gefährten und fast auch Manas - die Gefährten werden wieder erweckt====&lt;br /&gt;
* Als die Beute verteilt ist reitet man heim. Unterwegs steht ein Haus (2390). das bietet sich für ein Besäufnis an. man trinkt, streitet, und Köktschögös, des Kös Kaman Sohn, vergiftet Manas und die 40. Alle sind bewußtlos, nur Manas kann noch auf einem Pferd fliehen. Köktschögös wirft aber ein Messer, trifft Manas an der Hand: &amp;quot;Fiel sogleich vom Pferde nieder, röchelnd al. da Held Mnas.&amp;quot;(2419 f)&lt;br /&gt;
* Kanykai spürt, das etwas im Argen ist, reitet mit Medizin im Gepäck dem Manas entgegen. 2435 ff. wird Manas gesund, erbittet vom Schöpfer die Rückkehr der 40&#039;von den Toten. nach religiösem Zeremoniell in Mekka klappt das auch.&lt;br /&gt;
* Kanykai hat einen Traum, kommt auf den Gedanken, ihn von Altyn Ai ( dem &amp;quot;Schwesterchen&amp;quot;- im Schicksal?) deuten zu lassen. (2484)&lt;br /&gt;
* Deutung: ein Kind wird geboren werden ( ein Wolf mit blauen Mähne -2500). &lt;br /&gt;
* Manas kommt nach Hause, will Altyn Ai erschlagen. Kanykai bringt in den letzten Versen des 5. Buchs den Gedanken des Mitleids und der Gnade ein.&lt;br /&gt;
=== Teil 6 ===&lt;br /&gt;
====Semytäis Geburt und Manas Tod====&lt;br /&gt;
* 0-45: 32 Jahre später ist Kanykäi schwanger und Manas liegt im Sterben. Er richtet Letzte Worte bezüglich des bald geborennen Kindes an seine Freunde und stirbt dann.&lt;br /&gt;
* 46-73: Kanykäis Trauerrede&lt;br /&gt;
* 74- 106: Jakyb möchte Kanykäi nun mit Manas jüngeren Brüdern vermählen, Kanykäi ist aber widerständig.&lt;br /&gt;
*107-160: Sie wolle niemanden freien, wenn Manas Kind ein Junge würde, ein Mädchen hingegen würde umgebracht werden und Kanykäi würde den klügeren Abäkä heiraten.&lt;br /&gt;
* 161-176: Intrige von Schoruks Tochter und Abäkä zum Tödten des Sohnes wir initiiert.&lt;br /&gt;
* 177-217: Der Sohn wird geboren und eine Alte hilft das Kind vor dem Morde zu verbergen und zu schützen.&lt;br /&gt;
====Kanykäis Flucht mit dem Sohn====&lt;br /&gt;
* 218-391: da Manas  Vater und die Brüder den Sohn töten möchten, flieht Kanykäi uuerst zu ihrem Paten Karym, der aber ablehnt, sie aufzunehmen. Daraufhin geht sie zu Bakai. Auch er hilft aber nur durch Kleidung und Nahrung.&lt;br /&gt;
* 392-474: Sie zieht nun mit Manas Mutter Tschakan und dem Kind weiter zu ihrem Vater Kara Kan. Beschreibung des beschwerlichen Weges.&lt;br /&gt;
* 475-531: Sie treffen zuerst auf Kanykäis Bruder, erkennen sich aber erst nachdem Kanykäi ihre Geschichte berichtet hat.&lt;br /&gt;
* 532-591: Vorstellung des Kindes vor dem Volke und Namensgebung - Semätäi - Voraussage, wie das Kind heranwachsen wird&lt;br /&gt;
* 592- 730: Nachdem Semätäi herangewachsen ist, reitet er zum Volk seines Vaters zurück, nachdem Kanykäi und andere versuchen, davon abzuhalten.&lt;br /&gt;
====Semytäis Wiederkehr und Rache====&lt;br /&gt;
* 731-799: Zusammenkunft von Semytäi und Bakai, der seine Ankunft bei Jakyp Bai berichtet, aber auch den Vergiftungsplan des Grpssvaters und der Onkel mithört.&lt;br /&gt;
* 800-841: Semytäi durch Bakai gewarnt entlaft den Vergiftungsversuch und schickt Bakai zu den Onkeln Abäkä und Köbösch, die ihm aber feindselig gegenüber traten.&lt;br /&gt;
* 842-931: Bakai und Semytäi ritten danach gemeinsam zu den Onkeln, betranken sich, bis die Onkel vom Stuhl fielen, um dann die alten Gegenstände des Manas an sich zu nehmen und zu Kanykäi zurück zu reiten.&lt;br /&gt;
* 932-980: Semytäi berichtete seiner Mutter und beschloss mit ihr wiederum zu Manas Volke zu ziehen, was mit grosser Ausstattung des Kara Kan began. Semytäi täuschte aber seine Mutter, und ritt dann durch das Land des Bakai zu Land auf dem Manas Schloss stand.&lt;br /&gt;
* 981-1036: Kleine Herkunftssymbolik mit Eisennagel, infolge des will auch Kanykäi mitkämpfen. sie wird aber davon durch Anbinden festgehalten. Der Kampf der Herre endet in Festsetzung der Onkel.&lt;br /&gt;
* 1037-1087: Kanykäi und Tschakan dürfen dann Onkel und den Vater von Manas zur Genugtuung umbringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teil 7&lt;br /&gt;
Semätai&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorneweg: auch &amp;quot;Semätai ließ nicht durch Vernunft sich leiten&amp;quot;! (1-2)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Semätai, jetzt Haupt der 40, fordert diese (11-32) auf, mit ihm auf Zug zu gehen.&lt;br /&gt;
- diese ( jetzt 60-70 Jahre alt) wollen aber nicht (33-86), fürchten den Tod durch Semätai und ziehen fort.&lt;br /&gt;
- Semätai verfolgt sie und holt sie ein (87-106)&lt;br /&gt;
- will sie (107-140) zur Rückkehr bewegen.&lt;br /&gt;
- ohne Erfolg (141-162).&lt;br /&gt;
- woraufhin er nun aber wirklich böse wird (163-183): er &amp;quot; metzelte die Männer nieder, schlachtet ab die 40 Freunde, raubte ihnen ihre Kleider&amp;quot;&lt;br /&gt;
(180f)&lt;br /&gt;
-185-235: der Held kehrt heim. Die Frauen zweier (70- jähriger und Gerade von Semetäi ermordeter) Helden sind schwanger&lt;br /&gt;
Und gebären just in dem Moment, da Semätai vom Pferd springt. Eins der Babys hat einen Blutklumpen in der Hand, das andere eine Rose.&lt;br /&gt;
Semätai freut sich ohne gleichen, macht die zwei zu seinen Milchbrüdern, indem es sie (seiner Mutter) Kanykäi an die Brust legt.&lt;br /&gt;
- beide werden natürlich zu Helden (235-254)&lt;br /&gt;
- gleichwohl ist Semetai traurig (256). Er hat nämlich von einer Frau gehört, die keusch und zudem sehr geschickt im Nähen ist. (270f). Die Dame heißt Ai Tschörök und ist dummerweise dem Sohn des uns bekannten Köktschö anverlobt. (280). Wie dem auch sei: Semätai will sie holen - in Freundschaft oder mit Gewalt (290).&lt;br /&gt;
- er reitet hin.&lt;br /&gt;
- Kul Tschoro, einer der jungen Helden und Milchbrüder kündigt Sämetai an (326-343).&lt;br /&gt;
- &amp;quot;da kam Ai Tschörök heraus, nahm den Sämetai zum Manne!&amp;quot; (344)&lt;br /&gt;
- Die beiden jungen Helden beraten sich: Einer treibt die Pferde heim, einer reitet zu den Kalmücken. (349-383).&lt;br /&gt;
- Doch &amp;quot; Kan Tschoro schlief ein und starb.&amp;quot;(384)&lt;br /&gt;
- Ümütö, Sohn des Köktschö und Exbräutigam von Ai Tschörök bemächtigt sich jetzt der Pferde.(385-420)&lt;br /&gt;
-420-445 trauert der eine junge Held um den anderen.&lt;br /&gt;
* 447-489: Semätai weiß um den TodKan Tschoros.&lt;br /&gt;
* 490-523 Kül Tschoro vertreibt die sechs Heereshaufen der Pferdediebe, reitet zum toten Kan Tschoro.&lt;br /&gt;
* 524-550 Kül sagt dem (toten) Kan, dass der doch nach Hause reiten solle. Er, Kül, würde hier die Stellung halten.&lt;br /&gt;
* 550-565 Kan kommt zu Semätai. Der aber ist nun (wohl etwas enttäuschend für Kan) hauptsächlich verärgert, dass Kan den Kül allein zurückgelassen hat und zieht zu dessen Lager.&lt;br /&gt;
* 565-592 Kül kämpft derweilen mit vielen Feinden, ermüdet nach sienen Tagen langsam.&lt;br /&gt;
* 593-609 Semätai kommt an und Ümütoi merkt das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Teezeremonien und Pferde-Schenken&lt;br /&gt;
II, 1460ff und 1700ff: Teezeremonien zur Aufnahme von Gesprächen und als Zeichen der Gastfreundschaft. Analog dient die Gabe von Pferden als Freundschaftsbeweis.&lt;br /&gt;
2. Manas der allmächtige Herrscher in allen Lagen als Krieger, Aufbrausender, Berater, Delegierender usw. IV-1150&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Das Himmelreich erreichen: 4.174; 4.520&lt;br /&gt;
Kontext: Fest von Bok Morun, Wettkämpfe. Bedeutung unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Fest bei Bok Morun: Höfische Züge.&lt;br /&gt;
- Pferderennen&lt;br /&gt;
- Ringkampf&lt;br /&gt;
- Wettlauf&lt;br /&gt;
- Pferd-Lanzen-Wettkampf&lt;br /&gt;
- Vielvölker-Zusammenkunft,Freunde und Feinde vereint im Wettkampf&lt;br /&gt;
- Sex&lt;br /&gt;
- jeder bringt was mit&lt;br /&gt;
- sich auszeichnen: Kampf, Besitz (Pferde, Waffen, Kleidung)&lt;br /&gt;
- Kleiderrituale&lt;br /&gt;
- Rituale der Bestimmung des Ablaufs&lt;br /&gt;
- Konfrontationen, Konflikte, Testen eigener Machtbereiche&lt;br /&gt;
- Komik: alte Dame im Pferderennen (4.943)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Komik: alte Dame im Pferderennen (4.943)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Nomadische Lebens- und Kulturform&lt;br /&gt;
- wichtig für den Manas-Kontext&lt;br /&gt;
- 2 Formen: 1. Ziehen dem Vieh und den Weidemöglichkeiten nach. 2. Treiben Handel als eine Art Vermittler zwischen natürlichen Barrieren (Wüste, Berge).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Islam-Referenzen: wirken oft willkürlich eingeschoben, überflüssig.&lt;br /&gt;
Bsp. 4.1256: Ringkampf wird durch Manas eingreifen entschieden, Referenz zu Gott unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Jamben (4.1345): nierenförmige Silberbarren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Schamane-Wahrsager&lt;br /&gt;
In 4/1902ff. wird ein Wahrsager erwähnt, der &amp;quot;Schulterblätter brennt&amp;quot; und hieraus dem Joloi dessen Zukunft prophezeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Epen-Motiv: das zerbrochene Schwert und der Schmied&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Motiv findet sich in mehreren Epen, zentral natürlich im Nibelungenlied. In Manas: ist es Manas&#039; Schwert, das von dem Schmied Tökör repariert wird (4/1620ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Manas und Gilgamesh: Freundschaft&lt;br /&gt;
Manas und Alman bet verhalten sich wie Gilgamesh und Enkidu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Manas und Nibelungenlied: Gunst, Gaben und Bündnisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Epen geht es immer wieder um gegenseitige Gunstbezeugnisse, Gaben und das Schmieden von Bündnissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Einheit in Islamisierung begriffener Turkvölker &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manas verkörpert den Führer eines unter ihm vereinten Verbundes verschiedener Turkvölker, die sich zum einen im Prozess der Islamisierung und zum anderen im Konflikt mit mehreren Großmächten (Chinesen, Russen) befinden. Dabei wird Manas&#039; besondere Geburt (unter einem Apfelbaum mit Prophezeiungen seiner Führerschaft), seine individuelle Kampfstärke und sein wachsender Einfluss durch Freunde, Bündnisse und Siege beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der ewige Wilde (Bezug: I,3)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stärker noch als der junge Gilgamesh und ohne höfische Einbindung, wie im Fall von Siegfried, zeigt Manas in diesem Abschnitt seine schier ungebremste Machtfülle, indem er ohne zu zögern und ohne klare Motivationslage einen tödlichen Zweikampf mit Köktschö sucht, von einer eigentlich tödlichen Verwundung wieder genest, obwohl er zuvor heilende Medikamente ausgeschlagen hat, sich zwar zunächst an einige Rituale der Brautwahl und Vermählung hält, dann aber seinen Trieben freien Lauf lässt und seine Auserwählte unter Androhung brachialer Gewalt an ihn bindet, quasi im Vorbeigehen und wieder in unklarer Motivationslage die Heere des Vaters der Braut und seines Vaters Jakyp (den er vorher schon drohte, selbst zu töten) niedermacht und fröhlich seine &amp;quot;vierzig Freunde&amp;quot;, die für ihn töten und zugleich seinen tödlichen Zorn fürchten, mit einem Harem versieht. Manas hält sich weder an Abmachungen noch an irgendwelche moralischen Codices, geschweige denn an den Koran oder Verpflichtungen aus Verwandtschaftsverhältnissen. Er bewegt sich viel und schnell, auf Pferden, von einer kurzen ruhigen Phase in den nächsten Kampf, begleitet von der weiten Steppe und den Bergen, umringt von mächtigen Feinden. Manas erfährt als Held kaum die Spur eines reflexiven Charakters, ihm scheint keine an Prinzipien gebundene Innerlichkeit anzugehören, er lebt ganz im Außen, in einem weiten Raum, in den er, geleitet durch Reiz und spontane Reaktion, seine Triebe, seine Kraft und seine Jugendlichkeit (&amp;quot;hatte noch nie ein Mädchen in meinem Arm&amp;quot;) ergießt - bis ihn, wie Siegfried, die List der Anderen (hier ein Gift) anscheinend endgültig auslöscht. Alle Arten von begrenzenden Referenzen - Familie, Prophezeiung, Islamisierung, Gebete zu Gott, Unterwelt-Aufenthalte, Erfahrungen von Schmerz, Krieg und Tod, Verlangen nach menschlicher Nähe, Freunde, das Leben in Gemeinschaft, Apelle, er solle mit dem Schlachten aufhören - gehen spurlos an Manas vorbei, sind nur Geäst einer Ornamentik, in dem das Feuer einer Steppe brennt, das keine Schatten in ein Inneres wirft; ein Feuer, das nur brennt, um leuchtend-unversteckt zu sein, was es ist - oder was es meint, sein zu müssen. Genau hier entsteht auf der Interpretationsebene dann auch das klassische Dilemma, dass der beobachtend-lesende Kulturmensch den natürlichen Wilden zwar respektiert, aber als Typus immer in zvilisatorische Entwicklungsmodelle einbaut, die ihn einer primitiven Phase zuordnen. Vielleicht liegt hier auch der Anspruch des Epos an uns: können und sollten wir diese Einordnung fallen lassen, die Andersartigkeit des Wilden nicht als transitorisch aburteilen, sondern als quasi ewige Wahrheit hinter einer anthropologischen Fassade eurozentrierter Aufklärung akzeptieren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Wolfs-Natur als Bindeglied zwischen Glauben und Kultur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Spur zum Verständnis der Glaubenstruktur und des sozialen Überbaus führt in ein als Totemismus betiteltes Wissensfeld, in dem ein (teils als blau-grauer) Wolf eine zentrale Rolle bei den Turkvölkern spielt. Der Wolf wird mit einem Schöpfungsmythos der jeweiligen Stammeslinien verbunden: er kreuzt sich etwa mit einem Menschen, hieraus gehen alle Stammesnachfahren hervor. der Wolf druchdring auch mit fast allen Körperteilen (Magen, Galle, Kopf, Krallen, Fell etc.) das Feld sozialer Praktiken (Geburt, Tod, Gesundheit-Medizin). Sekundärliteratur:  Paul: Weltgeschichte, Position 1312 (Religion und Kunst) und Bajalojewa: Kirgisen, S. 11-26. Wolfs-Referenzen in Manas: 4/1286: &amp;quot;der wolfäig&#039;ge, der graubärt&#039;ge Manas&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Manas- Der Gott auf Erden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manas ist tyrannisch-willkürlich, weise-beratend, wissend und lüsternd, Kind und Mann, kurz alles in Einem, kreisend um ein scheinbar nicht besetztes, leeres Zentrum seiner Identität, fundiert in einer verborgenen Rationalitätsform, die seine Macht legitimiert (eventuell führt die Spur des Wolfes hier hin). Diese Gott-Artigkeit wird im Kontext vom Fest des Bok Morun (4. Abschnitt) sehr deutlich:&lt;br /&gt;
- Willkür: Manas lässt einen Boten vierteilen. Er erwähnt, dass man sich die Beute, den Gewinn selbst holen wird, sollte man auf den Wettkämpfen nicht gewinnen.  4.281, 4.395.&lt;br /&gt;
- Berater und Schlichter zwischen Bok Morun und einem chinesischen Herrscher, Thema: Pferde-Handel.&lt;br /&gt;
- Motivierer-weiser Herrscher, der Ratschläge erteilt: Ringkampf. 4.1110.&lt;br /&gt;
- Ritual-Kenner: weiß, wie man sich Kleiden muss, was dazu gehört.&lt;br /&gt;
- Feste feiern: weiß, wie man das macht.&lt;br /&gt;
- Schlachtführer und Schlichter im Krieg&lt;br /&gt;
- bärenstark, und doch unerfahren-dumm wie ein Kind (&amp;quot;Trotzkopf&amp;quot; genannt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Eine deutsche Übersetzung von 1885 ist vorhanden: Radloff; Wilhelm, 1885. Proben der Volksliteratur der nördlichen türkischen Stämme, V: Der Dialect der Kara-Kirgisen, St. Petersburg.&lt;br /&gt;
*:Manas 377 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_1_Manas.pdf]]&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
*:Einführung S.1-32 [[Media:Radloff 1885.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Joloi Kan 168 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_2_Joloi_Kan.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Er Töschtük 72 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_3_Er_Töschtük.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/jiYQi6VQ6bc YouTube: The Art of Akyns, Kyrgyz Epic Tellers - 4 min.]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/kMDklwoLf34 YouTube: Manas - UNESCO - 10 min.]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=in4VqMvVNWg YouTube: Kirgisische Reiterimpressionen]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=-mzf8ENPMU0 YouTube: Kleiner Manas Sänger in Trance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=VCOGKwMazrU YouTube: Manas Sänger - historische Aufnahmen]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=Hs4pTfKNs-Y YouTube: Kyrgyz Manas Epic &amp;quot;Forty choro warriors flee to China&amp;quot;]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=HfgB-Au5htg YouTube: Manas Performance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=E3_v_dp80R8 YouTube: Manas Performance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=IF4nViV51uc YouTube: Manas als Theater]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=hi39bAgQISE YouTube: Modernere Manasfassung]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=SQB9iy5KHl8 YouTube: Kirgisische Gitrarrespieler]&lt;br /&gt;
* [http://www.unesco.org/culture/ich/index.php?lg=en&amp;amp;pg=00011&amp;amp;RL=00876 Beschreibung durch die UNESCO: Welterbe Manas]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/artl/hatto-manas.shtml The Birth of Manas - A confrontation of two branches of heroic epic poetry in Kirgiz - By A. T. Hatto - Vergleich der Radloffschen Version und Fassung von Sagymbay Orozbakov (1867-1930)]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/folklore/manas/manasintro.html Englische Fassug von 2005, die die wesentlichen Fassungen nochmal neu ins englische übersetzt - unter Berücksichtigung besserer kirgisischer Spachkenntnisse - translated, introduced and annotated by Elmira Köçümkulkïzï1 - Ph.D. Candidate in Near and Middle Eastern Studies - University of Washington (Seattle)]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Die_alttürkische_Religion-1991.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Klimkeit-Buddhism_in_Turkish_Central_Asia-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Gabain-Inhalt_und_magische_Bedeutung_der_alttürkischen_Inschriften-1953.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hatto-Manas-Radloff-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Levin-Where-Rivers-Mountains-Sing-2011.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Mussajew-Epos-Manas-1994.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Die-Araber-vorislamischen-Zeit-Gegenwart-ebook/dp/B005JCYMHG/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390203366&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Die+Araber%3A+Von+der+vorislamischen+Zeit+bis+zur+Gegenwart Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart - Halm, Heinz]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Koran-Kommentar-Konkordanz-Rudi-ParetTaschenbuchausgabe/dp/3170226703/ref=sr_1_2?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390204205&amp;amp;sr=1-2&amp;amp;keywords=paret+koran Der Koran. Textausgabe - Paret, Rudi]&lt;br /&gt;
* [[Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Thrower-Religious-History-Central-Asia-2004.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Reichl-Singing-the-Past-2000.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:J_Paul_-Neue_Fischer_Weltgeschichte_-_Band_10_Zentralasien.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Frühe-Türken-Zentralasien-1992.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hainsworth-Idea-of-Epic-1992.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Krader-Social-Organization-Mongol-Turkic-Pastoral-Nomads-1963.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media: Basilov-Zirin-Nomads-Eurasia-1989.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 10.Februar 2014: Türkisierung Zentralasiens ab ca 6 Jh. n Chr. bis 13 Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herrschervölker in der Mongolei und in Turkestans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 6. Jahrhundert fielen die heute als On-Ok bezeichneten Kök-Türken in Turkestan ein und errichteten in diesem Gebiet ihr westliches Teil-Khanat, dass sich bis zum Jahr 745 halten konnte.&lt;br /&gt;
745 übernehmen die Uighuren bis 840 als ein weiteres Türkvolk neben Oghuzen, Seldschuken &amp;amp; Chasaren die Macht in der Mongolei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uighuren waren zum Teil Nomaden (es gab aber auch stadtartige Siedlungen).&lt;br /&gt;
Ab 840 herrschten die Jenissei-Kirgisen in der Mongolei, Nomaden wurden nach chinesisch Turkestan vertrieben und wurden da teilweise sesshaft.&lt;br /&gt;
(Weitere dokumentierte Türkvölker ab dem 10 jh. : Ghuzen, Garluq, Tughuzghuz, Turkmenen, Usbeken, Karakalpaken, Kasachen, Tataren, Aserbaidschaner, Karäim, Krimtürken, Turk-Mescheten und Türken.)&lt;br /&gt;
Die Islamische Periode startet bei den Türkvölkern ab dem 11.Jahrhundert - Vereinigung der Iranier Persiens und Mittelasiens -&amp;gt; Migrationsbewegung von Persern nach Osten.&lt;br /&gt;
Im 11 Jh. kriegerische Auseinandersetzungen nach Süden mit den Tibetern.&lt;br /&gt;
Während der zweiten Hälfte des 11. und der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war West-Turkestan ein Teil des ausgedehnten Seldschukenreiches (Türkvolk)&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts befand es sich unter der Oberherrschaft der (nichtmuslimischen) Qara-Chitai bevor diese durch die Qarachniden und später den Mongoleneinfall (Dschinghis Khan) verdrängt wurden&lt;br /&gt;
* Türken vs. Araber/Perser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Araber existiert zur Zeit der Orchoninschriften (730) noch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Türkvölker wurden im Unterschied zu Iraniern nicht durch Araber aus dem Westen unterworfen. Die Araber im Westen wehrten nur die Angriffe auf die „Kulturländer“ ab (705-715). Ab 8. Jh. bauten Araber Wälle gegen die Menschen im Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Samaniden (Iranier/Perser) vergrößerten den gebietsmässigen Einfluss des Islam nur unwesentlich, aber der kulturelle Einfluss auf die Türken wuchs, zum Teil kam es kurz vor dem Fall der persischen Sassaniden (9./10. Jh.) auch zu Bündnisse, die den kulturellen und religiösen Austausch verstärkten.&lt;br /&gt;
* Religion&lt;br /&gt;
Türkvölker blieben lange (insbesondere in Ost-Turkestan) schamistisch mit wenig Einfluss durch Buddhismus und Islam. Buddhismus hatte bereits um 600 Einfluss auf die Türken. Nach dem Sieg über die Perser (Sassaniden im 9 Jh) wurden die Türken Zoroaster (siehe Zarathustra). Ab 760 sind Einflüsse der Manichäer (Perser &amp;quot;Mani&amp;quot; als Religionsstifter, Kontakte der Türkvölker nach Babylon) und des Christentums bis nach Ost-Turkestan  (chinesisch Turkestan wurde von Uighuren bewohnt, insofern hier auch budhistische Belege). Die Islam war ursprünglich (ab 7 Jh. im westlichen Teil Mittelasiens) nicht missionarisch tätig - die Türkvölkwer im westlichen Teil Turkestans wurden islamisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Handel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelsbeziehungen zu den Indern und nach China - später zu den Iraniern.&lt;br /&gt;
* Validität der Quellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Historie in der Mongolei und chinesischen Turkestan wurde durch chinesische Schriften dokumentiert, da die Islamische Welt diese Ereignisse kaum wiedergab. Mohammedaner (Araber/Perser) kannten und nutzen zwar die alten Handelswege nach Osten, es gibt aber kaum Berichte von den Türkvölkern im mongolischen Norden - generell gibt es in den umfangreichen geografischen Schriften der Mohammedaner kaum Berichte über die Türkvölker im Osten. Andererseits wurden veraltete Texte über Jahrhunderte wiederholt in der ismamischen Welt wiedergegeben, in denen man den Türken ihrer mächtigen Stellung in der isamaischen Welt nicht gerecht wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache bei den Türkvölkern Zentralasiens wurde mit der Zeit das Persische und blieb im kleineren Maß &lt;br /&gt;
das Türkische, im östlichen Teil nahm das chinesische seinen Einfluß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== auch noch am 10.02.2014: Die Araber (nach Heinz Halm) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Araber ist, wer arabisch spricht - und das tun 280 Mio Menschen. Die Wortbedeutung ist unklar. Der Begriff wird bereits 853 v.Chr. für beduinische (also aus Kamelnomaden bestehende) assyrische Hilfstruppen benutzt. Auch bei Xerxes&#039; Griechenzug 480 v.Chr. sind arabische Bogenschützen auf Kamelen dabei.&lt;br /&gt;
Das Arabische ist eine semitische Sprache, verwandt also z.B. dem Akkadischen, dem Hebräischen, dem Aramäischen...&lt;br /&gt;
Die Schrift hat sich, wie auch die griechische und die lateinische, aus einer phönizischen Urform entwickelt. Sie besteht aus 28 Zeichen - ausschließlich für Konsonanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- 64 v. Chr. kommen die Römer in die Levante, 30 v.Chr. nach Ägypten. Die Araber stehen also zwischen Persien und (Ost-) Rom. Bis zu Mohammed (etwa 570 - 632 n.Chr.) gibt es keine einheitliche politische Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Zur Zeit Mohammeds sind 3 von 5 Stämmen in Medina jüdisch.&lt;br /&gt;
Im geographischen Raum gibt es auch viele Christen. Darüber hinaus werden weit verbreitet arabische Naturgottheiten verehrt. Die Kaba in Mekka ist z.B. ein würfelförmiger Tempel für den Gott Hubal. In Mekka selbst, wohlhabend wegen des vielbesuchten Tempels und der Lage an der &amp;quot;Weihrauchstrasse&amp;quot; vom Jemen nach Damasjus, gibt es keine christlichen oder jüdischen Gemeinden. Hier wird Mohammed um 570 geboren und tritt ab etwa 610 als monotheistischer Prophet auf, wird aber unterdrückt und bedroht, so dass er 622 ins 350 km entfernte Medina auswandert. Bei ihm sind &amp;quot;die Ergebenen&amp;quot; (die &amp;quot;muslimun&amp;quot;, mit ihrer &amp;quot;Ergebung&amp;quot; oder &amp;quot;Hingabe&amp;quot; - dem &amp;quot;Islam&amp;quot;). In Medina entsteht die Urgemeinde, die &amp;quot;Gemeinschaft&amp;quot; (die &amp;quot;umma&amp;quot;) und wird mächtig. Da göttlich eingesetzt, ist die umma unauflösbar. &lt;br /&gt;
Nach 10 Jahren ist praktisch die gesamte arabische Halbinsel islamisch. Auch Christen, auch Juden, auch Mekka schließen sich der neuen religiösen Bewegung an. Der Gründer stirbt 632 in Medina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die 4 ersten Nachfolger (&amp;quot;Kalifen&amp;quot;) sind noch direkte Weggefährten des Mohammed. Sie alle sind Angehörige eines, eigentlich mekkanischen, Stammes. Schon unter den ersten 4 Kalifen gibt es eine starke Expansion des Islam, etwa nach Ägypten und Mesopotamien. Danach wird die weniger religiös inspirierte Familie der Umayyaden für 90 Jahre das Kalifenamt übernehmen und das Machtzentrum nach Damaskus verlegen. Die Nachkommen des 4. Kalifen Ali initiieren eine Aufstand gegen die Umayyaden, der niedergeworfen wird, was ihnen einen Märtyrerstatus ein- und die &amp;quot;Partei&amp;quot; der Schiiten hervorbringt. Die bis heute andauernde Spaltung des Islam ist damit angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Expansion geht weiter: Im 8. Jh. sind etwa Buchara, Samarkant und Taschkent islamisch. Hier ist die &amp;quot;Front&amp;quot; zu den aus den nördlichen Steppen andrängenden Turkvölkern (und der kontextuale Schauplatz der Alman-Bet-Geschichte des Manas). 751 findet am Fluss Talass (in Kirgisien) ein Grenzgefecht mit den Chinesen statt. Etliche kriegsgefangene Chinesen sind Papierwerker, und so kommt die Kunst der Papierherstellung in die arabische Welt. Ein ungeheurer Schub! Somit wird Literatur möglich und Al-Arabiyya, die arabische Sprache ermöglicht einen Kulturtransfer im riesigen Raum von Toledo bis Samarkant. &lt;br /&gt;
Mit gewissen Einschränkungen: Der Iran hatte sich der Arabisierung verschlossen. Hier gilt das (Neu-) Persisch ab dem 10. Jh. als Literatursprache. Die monotheistische Zarathustra-Lehre war dem Islam gewichen, allerdings vornehmlich in dessen schiitischer Ausprägung. &lt;br /&gt;
Ägypten ist durch die Kopten bis ins 15.Jh. ein überwiegend christliches Land geblieben. Die (militärischen) Machtzentren waren aber schnell islamisch. Die koptischen Christen machen heute noch eine etwa 10 % starke Bevölkerungsgruppe aus.&lt;br /&gt;
Wenig arabisiert wurde auch das berberophone Marokko.&lt;br /&gt;
Die Expansion nach Nordosten wird durch Karl Martell bei Poitiers und Tours gestoppt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Umayyaden-Dynastie wird 750 abgelöst durch das &amp;quot;abassidische&amp;quot; Kalifat von Bagdad, das bis 1258 bestehen bleiben wird. Bagdad hat um 800 unter Harun al-Raschid 1 Mio Einwohner. Eine ausgefeilte Bürokratie entsteht mit Ämtern wie etwa dem Wesir (leitender Minister) oder dem Emir (eine Art Gouverneur). Die Bagdader Kalifen sichern ihre Macht durch die teilweise 20.000 Mann starke Militärkaste der &amp;quot;Mamluken&amp;quot;. Das Wort bedeutet Sklave und beschreibt die zu Kriegsdiensten eingesetzten Gefangenen der nomadisierenden Turkvölker Zentralasiens.&lt;br /&gt;
(&amp;quot;Mamluken&amp;quot; in Spanien und Nordafrika sind hingegen überwiegend Osteuropäer = &amp;quot;Slawen&amp;quot;.)&lt;br /&gt;
Die abassidischen Kalifen stehen meistenteils unter der Protektion von &amp;quot;Schutzherren&amp;quot;, zunächst der persischen, schiitischen Buyiden, später der türkischen Seldschuken. Der Seldschukische &amp;quot;Sultan&amp;quot; (=&amp;quot;Herrscher&amp;quot;) residiert in Isfahan und hat neben (oder über) dem Kalifen in Bagdad die faktische Macht der arabischen Welt.&lt;br /&gt;
An 1071 überrennen die Seldschuken das christlich-griechische Kleinasien.&lt;br /&gt;
1258 stehen die Mongolen vor Bagdad.&lt;br /&gt;
Das ist das Ende des Kalifats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Noch einmal zum Kulturtransfer: Die Aristoteles- (bzw. die gesamte Antiken-) Rezeption (Platon fehlt allerdings fast ganz) kommt ab 800 über die christlichen Aramäer ins Arabische - und von dort über Spanien zurück nach Europa. Die &amp;quot;Sarrazenen&amp;quot; (nach dem griechischen Namen eines arabischen Stammes auf dem Sinai) erobern und prägen Al-Andalus. Die &amp;quot;Reconquista&amp;quot; verleibt sich Gebiet, Kultur und Wissen (in einem bis 1492 andauernden Prozess) wieder ein.  &lt;br /&gt;
Ibn Ruschd lebt im 12. Jh. in Cordoba. Auch die von den Indern übernommene Mathematik wird als Wissenschaft weiter etabliert. Viele Begrifflichkeiten (&amp;quot;Algebra&amp;quot;; &amp;quot;Algorithmus&amp;quot;, ...) sind arabischen Ursprungs.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Manas&amp;diff=667</id>
		<title>Manas</title>
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		<updated>2015-07-10T10:09:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 14.Januar 2014 - 20:30 bei Andreas: Vorwort, Episode 1&lt;br /&gt;
* 21.Januar 2014 - 20:30 bei Matthias: Planung der weiteren Schritte&lt;br /&gt;
* 10.Februar 2014 - 20:30 bei Tiemo: Referate aus &amp;quot;12 Vorlesungen über die Geschichte der Türken Mittelasiens&amp;quot; &amp;amp; &amp;quot;Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 6.März 2014 - 20:30 bei Andreas: Referate zum Koran &lt;br /&gt;
* 24.März 2014 - 20:30 bei Matthias: Episode 1 &amp;amp; Anfang 2&lt;br /&gt;
* 12.Mai 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1453&lt;br /&gt;
* 12.Juni 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1862&lt;br /&gt;
* 7.Juli 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1120&lt;br /&gt;
* 14.August 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1940&lt;br /&gt;
* 6.Oktober 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/2486&lt;br /&gt;
* 6.November 2014 - 20:30 bei Andreas gelesen bis IV/1150, und Recherche- und Leseaufträge vergeben zu vorislamischer Religion und Alltagskultur&lt;br /&gt;
* 20.November 2014 - 20:30 bei Tiemo gelesen bis ungefähr IV/1543&lt;br /&gt;
* 4.Dezember 2014 - 20:30 bei Tobias - Lesen: Paul: Weltgeschichte, Position 1312 (Religion und Kunst) und Bajalojewa: Kirgisen, S. 11-26. Kontext: Totemismus-Wolf.[[Media:J_Paul_-Neue_Fischer_Weltgeschichte_-_Band_10_Zentralasien.pdf]] &amp;amp; [[Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf]] Gelesen bis 4/2197 (Ende des 4. Teils)&lt;br /&gt;
* 8.Januar 2015 - 20:30 bei Matthias. Gelesen bis 5/1176&lt;br /&gt;
* 12.Februar 2015 - 20:30 bei Tiemo. Gelesen bis Ende 5&lt;br /&gt;
* 26.Februar 2015 - 20:30 bei Andreas. Gespräch mit Kirgisischem Kulturverein vorbereitet. Zusammenfassung  [[Media:Scharlipp-Frühe-Türken-Zentralasien-1992.pdf]] von Andreas&lt;br /&gt;
* 19.März 2015 - 19 Uhr bei Tiemo. Treffen mit Kirgisischem Kulturverein. [[Fragen zu Manas für Experten]]&lt;br /&gt;
* 25.März 2015 - Kinofil [http://www.imdb.com/title/tt3456064 Flowers of Freedom]&lt;br /&gt;
* 26.März 2015 - 20:30 Uhr im Finnegans. Nachbesprechung des Treffens mit dem Kirgisischem Kulturverein.&lt;br /&gt;
* 28.Mai 2015 - 20:30 bei Matthias. Gelesen bis Teil 6&lt;br /&gt;
* 18.Juni 2015 - 20:30 bei Tobias - Gelesen bis Teil 7 bis 610&lt;br /&gt;
* 9. Juli 2015 - 15:00 - 17:00 an der HU - Videokonferenz mit der Al-Farabi Universität, Almaty, Kasachstan&lt;br /&gt;
* 13.Juli 2015 - 20:30 bei Andreas - Höreffekt Tobi, Matthias Dschingis Khan, Andreas Elmira&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
Das Manas-Epos handelt von dem Kampf des mythischen kirgisischen Volkshelden Manas und seiner Gefährten und Nachkommen im 9. Jahrhundert gegen die Uiguren und ist das wichtigste Werk der klassischen kirgisischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Werk umfasst fast 500.000 Verse und ist damit zwanzig Mal so lang wie Homers Odyssee und Ilias zusammen. Über viele Generationen nur mündlich von Manaschis, hoch angesehenen, den türkischen Aşıklar ähnlichen Volkssängern in melodischem Redegesang überliefert, wurde das Epos erst 1885 schriftlich niedergelegt. Über seine Ursprünge gibt es verschiedene Ansichten: Manche Literaturforscher gehen vom 6. bis 10. Jahrhundert aus, andere vom 11. und 12., und wieder andere erst vom 15. bis 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute existieren mindestens 65 verschiedene gedruckte Versionen des Werks oder von Teilen davon. Eine neue Übersetzung des Gesamtwerks ins Englische durch Walter May wurde 1995, zum mutmaßlich tausendsten Jubiläum der Geburt von Manas, veröffentlicht und 2004 in zwei Bänden neu gedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des Epos werden heute bei festlichen Gelegenheiten gern und häufig von Manaschis rezitiert, normalerweise begleitet von einer oder mehreren Komuz, einer gezupften dreisaitigen Langhalslaute, die von den Musikern ausgesprochen virtuos gehandhabt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held Manas soll in den Ala-Too-Bergen in der Region Talas in im Nordwesten von Kirgisistan geboren sein. Ein Mausoleum einige Kilometer östlich der Stadt Talas soll seine sterblichen Reste bergen und ist eine beliebte Ausflugs- und Feststätte, wo seit 1995 im Sommer eindrucksvolle kirgisische Reiterspiele aufgeführt werden. Allerdings heißt es in einer Fassadenbeschriftung, dass das Mausoleum „... der ruhmreichsten der Frauen, Kenizek-Khatun, der Tochter des Emirs Abuka“ gewidmet sei. Der Legende zufolge soll Kanikey, die Witwe des Manas, diese Inschrift angeordnet haben, um die Feinde ihres Mannes irre zu führen und eine Grabschändung zu verhindern. Das Gebäude, bekannt als „Manastin Khumbuzu“ oder „Der Ghumbez des Manas“, wurde vermutlich 1334 errichtet. In der Nähe steht ein Museum, das Manas und seiner Legende gewidmet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhaltliche Zusammenfassung==&lt;br /&gt;
=== Teil 1 ===&lt;br /&gt;
====Geburt des Manas====&lt;br /&gt;
* 1-39: Beschreibung der Vorfahren des Manas und Hoffnung an seine Fähigkeiten.&lt;br /&gt;
* 40-72: Geburt Manas und Prophezeiungen und Bestätigung durch den schon sprechenden in der Wiege liegenden Manas - er will den Muslimen den Weg öffnen.&lt;br /&gt;
* 73-143: Beauftragung durch den Vater Jakyp Kan an Bakai Kan, Manas die Welt zu zeigen.&lt;br /&gt;
* 144-152: Bakai Kan bestätigt den Auftrag.&lt;br /&gt;
* 153-164: Kurzbeschreibung, welche Fähigkeiten Manas zum vierzehnten Lebensjahr erwarb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 2 ===&lt;br /&gt;
====Geburt des Alman Bet und Zusammenkunft mit Er Köktschö====&lt;br /&gt;
* 1-16: Geburt Alman Bets, als Sohn Kara Kans.&lt;br /&gt;
* 17-65: Held Köktschö begründet sein Volk und trifft dabei Alman Bet.&lt;br /&gt;
* 66-101: Die beiden Helden lernen sich kennen.&lt;br /&gt;
====Alman Bet wird Muslime und will Familie und sein Volk missionieren====&lt;br /&gt;
* 102-125: In der Rede zu religiösen Dingen ensteht der Wunsch Alman Bets, den Koran zu sehen.&lt;br /&gt;
* 125-164: Köktschö gibt Alman Bet die Möglichkeit den Koran zu lesen. Alman Bet will daraufhin Muslime werden&lt;br /&gt;
* 165-177: Alman Bet und Köktschö werden Freunde.&lt;br /&gt;
* 178-200: Alman Bet beschliesst, sein eigenes Volk, die Oirot, zu Muslime zu machen und inmitten der Muslimen flussaufwärts anzusiedeln (evtl metaphorisch gemeint).&lt;br /&gt;
* 201-231: Alman Bet reitet zu seinem Vater und versucht ihn zu überzeugen, dass Kara Kans Volk konvertiert.&lt;br /&gt;
* 232-274: Kara Kan bezeugt seinem Volk Treue und beauftragt sein Volk, Alman Bet zu töten, die sich in einen Hinterhalt legen. &lt;br /&gt;
* 275-306: Alman Bet tritt wiederum vor seinen Vater und versucht ihn zu bekehren, dieser lehnt aber ab und verstösst ihn.&lt;br /&gt;
* 307-335: Alman Bet spricht mit seiner Mutter, damit sie ihn nicht auch verstösse.&lt;br /&gt;
* 336-449: Beim Verlassen trifft er auf das im Hinterhalt liegende Heer, töte alle Fürsten der Oirot.&lt;br /&gt;
====Alman Bet lebt bei Er Köktschö, fällt aber nach einiger Zeit in Ungnade====&lt;br /&gt;
* 450-511: Alman Bet bietet sich als Freund und Unterstützer für Köktschö an und wird von diesem auch zu sich eingeladen (die Teile der Familie nomadisieren zusammen).&lt;br /&gt;
* 512-552: Das Volk und vorallem die Frauen bereiten sich auf die Ankunft Alman Bets vor.&lt;br /&gt;
* 553-590: Begrüssung Alman Bets durch die Frauen Köktschös&lt;br /&gt;
* 591-619: Kleine Zwistigkeit zwischen Köktschö und seiner Frau Ak Erkätsch, weil sie sein Pferd nicht hält bei seinem Absteigen.&lt;br /&gt;
* 620-697: Alman Bet wird besonders gut bewirtet und ihm wird eine Schlafstätte zugewiesen - am nächsten Morgen werden ihm zum Frühstück sogar zwei Stuten geschlachtet.&lt;br /&gt;
* 698-719: Alman Bet lebte nun bei Köktschö und mehrte so seht den Wohlstand der Sippe, dass bei den Gefährten Köktschös Neid entstand.&lt;br /&gt;
* 720-759: Die Gefährten intrigieren indem sie Alman Bet vor Köktschö bezichtigen, Ak Erkätsch des nachts beigewohnt zu haben.&lt;br /&gt;
* 760-827: Köktschö lässt nach Alman Bet rufen, bevor dieser jedoch zu ihm reitet, offenbart er seine Verwirrung dem Vater Köktschös. Bei Köktschö wird er missachtet umd tritt einer verwirrten Gesellschaft gegenüber.&lt;br /&gt;
* 828-856: Alman Bet werden Vorwürfe gemacht, ob er seinen Gastgebern vieles entwenden würde und ob Ak Erkätsch sich ihm ergeben hat.&lt;br /&gt;
* 857-863: &amp;quot;Gegen Gott hilft keine List&amp;quot; und Verlangen nach Brandwein - evtl. ein Eingeständnis&lt;br /&gt;
====Almat Bets Abkehr von Köktschö, Kötschkös Frau Ak Erkätsch spielt eine Rolle====&lt;br /&gt;
* 864-892: Köktschö bittet Alman Bet darum, Pferde und Kleidung für die Abreise zu erbitten, doch Alman Bet bittet um Köktschös eigenes Pferd und seine Kleidung.  &lt;br /&gt;
* 893-914: Diskurs über die Frage, wonach Alman Bet bitten dürfte (Blauer vs. gelber Schecke und ähnliches).&lt;br /&gt;
* 915-927: Köktschtö fragt, warum Alman Bet nicht geht.&lt;br /&gt;
* 928-999: Eskalation des Gesrpächs bis zur Verfluchung und Racheandeutung.&lt;br /&gt;
* 1002-1002: Alman Bet kündigt die Freundschaft auf.&lt;br /&gt;
* 1003-1006: Alman Bet zieht ab.&lt;br /&gt;
* 1007-1059: Ak Erkätsch macht sich hübsch und bietet Alman Bet ihre Hilfe an, Köktschö umzustimmen, Alman Bet doch das passende Pferd und die passende Kleidung zu geben.&lt;br /&gt;
* 1060-1094: Ak Erkätsch erklärt Köktschö, dass er zugrund gerichtet wird, wenn er Alman Bet ohne die erbetenen Dinge ziehen lässt. Köktschö soll Alman Bet auch erst am achten Tag entlassen, auch der Götter (&amp;amp; Kydir) wegen.&lt;br /&gt;
* 1095-1099: Köktschö will sich nicht überzeugen lassen, auch wenn Ak Erkätsch ihn verliesse.&lt;br /&gt;
* 1100-1110: Ak Erkätsch sagt ihm, dass Alman Bet ansonsten gewaltsam ihm sein Pferd entreissen würde und er Pferschaaren verlieren würde.&lt;br /&gt;
* 1111-1114: Köktschö will seinen blauen Schecken und den blauen Panzer an Alman Bet übergeben und lässt nach ihm rufen.&lt;br /&gt;
* 1115-1123: Alman Bet ist aber betrunken und lagert laut den Freunden im Schatten einer Tanne.&lt;br /&gt;
* 1123-1132: Bei genauer Prüfung durch Ak Erkätsch ist er aber dann doch bereits fortgeritten - anstelle des blauen Falben nun mit einem Fuchs.&lt;br /&gt;
====Manas und Alman Bet kommen zusammen====&lt;br /&gt;
* 1132-1134: Mamas hat einen Traum&lt;br /&gt;
* 1135-1172: Auflistung der herbeigerufenen Gefährten&lt;br /&gt;
* 1172-1215: Jakyp, Vater des Mamas, soll den Traum deuten; in-Aussicht-Stellung von Belohnung, verbunden mit Drohung (&amp;quot;deutet richtig er den Traum... Deuten meinen träum er falsch...&amp;quot;; (1206/1209). Deutet der Vater den Traum falsch, kommt dessen Sohn(!) nach Sibirien, USW (1210);&lt;br /&gt;
* 1216-1297: Manas selbst macht sich zum Vater auf, mit Paradepferd prunkpanzer und legendärem Schwert, wiederholt das brimborium um den Traum, erneuert die Drohung bei fehldeutung (1283ff). Das Volk hat schon Angst um den Vater (und auch die Mutter)-scheinbar nicht zu unrecht.&lt;br /&gt;
* 1298-1312: entspann adschy bai  (&amp;quot;der verwirrtes stets gelöset...&amp;quot;) die Situation: manas soll seinen Traum doch erstmal schildern.&lt;br /&gt;
* 1313-1328: tut manas das endlich (Inhalt: Wild und geflügel fällt tot um, wenn Mamas mit Hund und Pferd zur Jagd geht...!?)&lt;br /&gt;
* 1329-1360: nimmt Adschy Bai die Gefahr auf sich, den Traum zu deuten: &amp;quot; eines Fürsten trefflich Kind ... Wird wohl bei dir sich niederlassen.&amp;quot; (1343-46)&lt;br /&gt;
* 1361-1435: ist Manas begeistert, schenkt Adschy seinen Panzer, erweitert die Deutung dahingehend, dass er &amp;quot;des Fürsten Kind&amp;quot; als Alman Bet identifiziert.Es werden Vorbereitungen getroffen, dem Helden entgegenzufiebern, obgleich man nicht weiß, ob der in friedlicher Absicht kommt.&lt;br /&gt;
* 1436: beginnt der Zug des Heeres, dem Alman Bet entgegen.&lt;br /&gt;
* 1436-68: eine Teezeremonie&lt;br /&gt;
* 1497: macht Manas einen Reiter in de Ferne aus.&lt;br /&gt;
* 1513: erspäht auch Alman Bet etwas, dem er folgt und erkennt 1540-48, daß er einem Größeren, Mächtigerem folgt.&lt;br /&gt;
* 1553-1576: trifft Manas Vorbereitungen zum Empfang des Fremden, von dessen Absichten man noch nichts weiß.&lt;br /&gt;
* 1577: kommt Alman Bet, (Und ab hier drängt sich mir der Vergleich mit der Ankunft Siegfrieds bei den Burgundern auf) fängt eine Lerche im Galopp, verweigert das Gespräch mit dem Empfangskommittee, will nur mit dem Fürsten sprechen, wird 1648 von Adschy Bai tatsächlich zu Manas vorgelassen. Das Ganze hätte auch fürchterlich schiefgehen können. Der Text deutet es an&lt;br /&gt;
* 1609-1610: &amp;quot;Alman Bet und Held Manas, wie nur werden sie sich grüßen?&amp;quot;- per Handschlag oder per Schwertstreich... Und in Alman Bets fatalistischem Ausruf, als er bei Manas eintritt: &amp;quot;Gottes Wille ist&#039;s, wer kann gegen seine Macht sich stemmen?&amp;quot;(1642/43) -tut es aber nicht!&lt;br /&gt;
* 1690: Herzliche Begrüßung&lt;br /&gt;
* 1700-1704: Teezeremonie&lt;br /&gt;
* -1745: Kostbare Geschenke des Manas, die Alman Bet aber nicht annimmt, mit Ausnähme eines Pferdes (1745)&lt;br /&gt;
* -1757: Manas will jetzt einen Wettstreit veranstalten (1757  ff) Jakyp Bai soll alles richten. Dieser verunsichert die Boten ab 1800 mit seinen Nachfragen nach deren Kenntnis der Herkunft ihres Volkes. Die sind unwissend. Jakyb deutet Überlegenheit Alman Bets an (1812/13); Wettreiten&lt;br /&gt;
* 1831-39: wer ist Gewinner?&lt;br /&gt;
* 1841-1862: kommt Mutter des Manas. Anblich des Manas uns Alman Bets erzeugt bei ihr Milchfluß. Alman Bet schlägt vor, daß jeder der beiden aus einer Brust trinke möge. Sie tun das und erzeugen so eine Brüderschaft, welche sich durch das anschließendßende Zechen verfestigt oder geradezu erst wirksam wird (1862)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 3 ===&lt;br /&gt;
====Der erste Tod Manas im Kampf mit Köktschö====&lt;br /&gt;
* 1-351: Kampf zwischen Manas und Köktschö. Der Anlass des Kampfes ist unklar. 185ff.: Manas begehrt Köktschös Pferde und Herden, will sie zusammentreiben und Alman Bet geben. Hatto (73-74) verweist auch auf I,2: Köktschö behandelt Alman Bet zunächst als Nicht-Muslim in kritischer Distanz. 411-459: Manas sagt dem Zaren, dass er wegen Alaman Bet, dem K. Pferde verweigerte, ausritt und Köktschös Herden raubte.&lt;br /&gt;
* 10ff.: Manas beugt sich vor dem (russischen) Zaren, zugleich Lob von Manas&#039; Heldenkraft.&lt;br /&gt;
* 161ff.: Manas dringt auf einen tödlichen Zweikampf mit K., mit Flinte und Schwert.&lt;br /&gt;
* 232ff: Manas trifft nicht, wird selbst von K. ins Herz getroffen, schlägt angeblich heilende Medizin von Köktschö aus und flieht.&lt;br /&gt;
* 281-284: Manas betet: &amp;quot;In der Hand des Schöpfers stand er, in dem Schutz des weissen Zaren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 285-324: Manas ruft seine Freunde an, verbringt 20 Nächte &amp;quot;unterhalb der Erde&amp;quot;, im &amp;quot;Jenseits&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 325-350: Unklarer Handlungsanschluss. K. stoppt den fliehenden Manas, der, K. selbst verfehlend, mit demselben Schwerthieb dessen Pferd erlegt.&lt;br /&gt;
* 351-375: Manas übergibt Alman Bet die Herde, reitet zum weißen Zaren.&lt;br /&gt;
* 376-513: Gespräch mit dem Zaren.&lt;br /&gt;
====Manas will eine Frau - Kanykäi====&lt;br /&gt;
* 514-660: Manas kehrt zu seinem Vater Jakyp Bai zurück. Gespräch mit seinem Vater.&lt;br /&gt;
* 563ff.: Manas will eine Frau von seinem Vater. &amp;quot;Ruht&#039; noch nie in Mädchen Armen&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 661-744: Jakyp begibt sich auf Brautsuche. Reitet zu Temir Kan. Spricht zunächst mit Mängdi Bai, der zu Temir Kan gehört und als Unruhestifter beschrieben wird. Jakyp fragt nach der Tochter Temir Kans, Kanykäi, (schon in 632-633 vor Jakyp als Manas&#039; mögliche Braut erwähnt) und sagt, er hätte vorher (?) schon vergeblich der Chinesen, Perser, Kirgisen und Inder Volk nach schönen Frauen durchstreift.&lt;br /&gt;
* 744-763: Mängdi Bai reitet zu Temir Kan, um ihm Jakyps Bitte zu vermitteln, kritisiert dessen Anliegen aber (er hätte keine Brautgeschenke mitgebracht etc.).&lt;br /&gt;
* 764-1003: Temir Kan beschimpft Bai als &amp;quot;zum Zank geborenen Sklaven&amp;quot;, reitet zu Jakyp. Kan will Manas seine Tochter nur geben, wenn Manas mit dem &amp;quot;Schießen, Schlagen und Stechen&amp;quot; aufhört, Jakyp empört sich, sagt Kan, dass Manas sich seine Tocher mit Gewalt holen könnte. Daraufhin berät sich Kan mit seiner Frau und seiner Tochter, Bai und Fürsten. 937ff.: Nachdem Bai wieder Jakyp kritisiert hat, verweisen die Fürsten auf Manas&#039; Stärke, raten, Jakyp ehrenvoll zu empfangen, und fordern, dass Manas Brautgeschenke bringt. &lt;br /&gt;
* 1004-1120: Jakyp reitet zu Manas zurück, dieser akzeptiert die Forderung nach Brautgeschenken und macht sich mit seinen 40 Freunden auf den Weg zu Temir Kan.&lt;br /&gt;
* 1121 - 1160 Mengdi Bai meldet Temir Kan den Manas und seine vierzig Freunde, die jedoch nicht auf Kriegszug sind, sondern Brautgeld für Kanykäi in Form von Pferden bringen. Die Herden müssen zur Erfüllung des Brautpreises vier Täler füllen. &lt;br /&gt;
* 1161 - 1199 Mengdi Bai bewirtet in seinem Haus nur die vierzig Freunde des Manas mit Honigbranntwein, während Manas allein in der Steppe bleibt und in der Hitze Durst leidet.&lt;br /&gt;
* 1200 - 1233 Die Gefährten bemerken, dass Manas allein in der Steppe verblieben ist und eilen um Vergebung bittend zu ihm. Dieser will entgegen ihrer Befürchtungen seine Gefährten jedoch nicht töten, sondern nur zu Verstand bringen. Darauf errichten sie ihm in der Steppe ein Zelt mit vierzig Flügeln.&lt;br /&gt;
* 1234 - 1259 Die Schwägerinnen / Brautgeschwister der Kanykäi kommen geschmückt zu Manas, der Gold und Silbergeld in Fülle vor ihnen ausbreitet.&lt;br /&gt;
* 1260 - 1279 Manas reitet allein zum Zelt der bislang unberührten Kanykäi. Dort isst er unbemerkt von ihrem Honig, trinkt Kumiss und &amp;quot;drückt das im Schlaf versunkene Mädchen heftig an sich&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* 1280 - 1331 Die Fürstentochter Kanykäi erwacht und zieht ein Messer. Sie fordert den ihr unbekannten Manas auf, sie loszulassen und vom Lager aufzustehen. Als dieser sich als Manas vorstellt, welcher unzählige Stuten hergetrieben habe, fragt sie ihn, ob er einer der Hirten ihres Vaters sei. Als Manas die Kanykäi nun als verzärtelt bezeichnet, zerschneidet diese sein Gelenk am Unterarm mit ihrem Messer.&lt;br /&gt;
* 1332 - 1380 Manas tobt und will nun lieber Junggeselle bleiben. Er bezeichnet Känykäi als Metze und Schlechteste ihres Volkes. Er will an ihr Rache nehmen und sie selbst Tiere hüten lassen.&lt;br /&gt;
* 1381 -1419 Die Schwiegermutter versucht noch erfolglos, zwischen Manas und Kanykäi zu vermitteln. Da ihm aber ein Weib widersprochen hatte, steigt Manas mit seinen vierzig Gefährten noch in der Nacht zu Pferde.&lt;br /&gt;
* 1420 - 1480 Die Diener von Manas treiben die Pferde Jakyp Kan´s und Temir Kan´s weg. Manas Gefährten - allen voran Alman Bet - dringen alles niederstechend auf das Heer Temir Kan´s ein, um Kanykäi gewaltsam zu holen.&lt;br /&gt;
* 1481 - 1529 Kanykäi ahnt ihr Verderben, legt als Friedensstifterin seidene Kleidung an und bringt vierzig Mädchen den Gefährten des Manas zum Geschenk. Manas sieht die von ihm als &amp;quot;schlechte Dirne&amp;quot; bezeichnete Kanykäi mit ihren vierzig Mädchen als Beute kommen und lässt sogleich vierzig Lager errichten, um die Gefangenen &amp;quot;zu greifen, bei den Handgelenken zu fassen und zur Besinnung zu bringen&amp;quot;.  &lt;br /&gt;
* 1530 - 1541 Kanykäi fleht zu Manas und bietet diesem sogar an, ihr ( der Dirne ) doch die Zunge abzuschneiden, wie man einem fliehenden Vogel die Federn abschneidet. Manas merkt, dass Kanykäi nun &amp;quot;zu Sinnen gekommen&amp;quot; ist und stellt klar, dass Vögel sich nur fliegend auf ein Zelt setzen.           &lt;br /&gt;
* 1542 - 1626 Das Mädchen in der Jurte Alman Bet´s ist hässlich, weshalb dieser eine andere fordert, da er mit Manas doch gleichgestellt sei. Kanykäi fordert daraufhin Altyn Ai auf, sich für Alman Bet so glänzend schön zu machen, dass dieser staunend in Ohnmacht falle. &lt;br /&gt;
* 1627 - 1679 Temir Kan sammelt seine Reichtümer um sie Manas ebenso wie sein Mädchen zu geben. Mengdi Bai will ihn abhalten und berichtet Temir Kan, dass dessen Tochter Kanykäi dem Manas widersprochen habe. Da habe dieser das Volk vernichtet und dessen Habe geraubt. Manas habe der Kanykäi die beredte Zunge ausgerissen und sie &amp;quot;wie ein Schaf zu Schand gebracht&amp;quot;. Dafür sollte Temir Kan den Manas umbringen. Temir Kan weist Mengdi Bai jedoch zunächst an, 90 Kamele mit Gold, Silber und Seide zu überbringen.&lt;br /&gt;
====Der Tod des Manas - initiiert durch den Mengdi Bai - den Gefährten des Brautvaters====&lt;br /&gt;
* 1680 - 1699 In ihrem Haus diesseits vom Kalmückenvolke befielt Mengdi Bai den beiden Dieben Köktschö Kös und Kamang Kös dem Manas vergifteten Honig-Branntwein darzubieten. Diese stellen daraufhin ein Zelt auf, in dem der eintreffende Manas den vergifteten Branntwein trinkt. &lt;br /&gt;
* 1700 - 1791 Manas versagt die Kraft und er ruft sterbend seine Genossen. Diese fragen ihn, wo sie ohne ihn leben sollen. Er rät ihnen, sich nach seinem Tod den Russen zu ergeben, da es unter dem mächtigen Zaren allen gut gehe und dort stets Recht geschehe. Dann entschwindet die &amp;quot;Fliegenseele&amp;quot; des Manas zu der &amp;quot;wahren Heimat&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* 1792 - 1807 Die vierzig Gefährten errichten ein Grabgebäude für Manas und beerdigen ihn darin nach Trauerfeierlichkeiten mit diversen Opfergaben. &lt;br /&gt;
* 1808 - 1942 Die Gefährten reiten zu Jakyp Kan und berichteten vom Tod des Manas. Sie fordern ihn auf, nicht vor Trauer zu versinken und wie früher zu Lebzeiten des Manas zu handeln. Sie und insbesondere Alman Bet würden noch leben und ihm eine Stütze sein. Jakyp Kan erinnert daran, dass Alman Bet an allen Unternehmungen des mit ihm vertrauten Manas beteiligt war, aber diesem stets der Ruhm blieb. Wenn der von Manas stammende Wohlstand abnehmen werde, müsse er, Jakyp Kan, fortziehen und aus Not auf die Suche gehen.      &lt;br /&gt;
====Nach Manas Tod====&lt;br /&gt;
* 1955 ff Manas ist tot, Jakyp regelt die Nachfolge (u.a. 1971 f: &amp;quot;den Befehl bei Kriegeszügen übergebet Alman Bet&amp;quot;). Obwohl es zunächst nicht den Anschein erweckt, leidet Jakyp doch sehr am Verlust des Sohnes (2019). Manas&#039; Tod hat auch materielle Folgen (2026 &amp;quot;der Reichtum nahm jetzt ab&amp;quot;, Jakyp, &amp;quot;wackelnd wie ein Trappenvogel... Will in Armut weiterleben&amp;quot; 2034 ff). Wir lernen 2043 ff. etwas über das Leben an einem Fürstenhof: Manas&#039; Schwester hat offenbar nie das Haus verlassen - ein Privileg! Kanikäi, von Manas einst geraubt und vergewaltigt, pflegt offenbar die ganze Familie (2063 ff).&lt;br /&gt;
* Ab 2070 kommen die Tiere des Manas ins Spiel: der Falbe, der Falke, der Jagdhund. Diese drei Leiden ernstlich unter dem Verlust des Manas und wiederum &amp;quot;von der Stimme dieser dreie wurden tief erregt die Herzen Aller&amp;quot; (2101 f)&lt;br /&gt;
====Manas Wiedergeburt====&lt;br /&gt;
* 2106: Und so schickte Gott der Herr seine Engel - das zurechtzurücken! Sollte es ein Guter gewesen sein, der da verschieden ist, so soll er wiederauferstehen. Die Engel treten aus das Grab und es wird zum Weißen Haus (2184 f). &amp;quot;manas Stand lebendig auf.&amp;quot; (2188), weiß zunächst wohl nicht, dass er tot war (2200).&lt;br /&gt;
* 2203: Kanykäi sieht ihn im Traum, woraufhin Jakyp 2240 die 40 Gefährten des Manas holen lässt.&lt;br /&gt;
* 2252 ff. wird klar, dass die drei Tiere nicht mehr sind, wo sie waren - der eigentliche und endgültige Schock für Jakyp (2280-90). Jako ist übrigens 80 Jahre alt (2308 - oder 90 (2327)) steigt aber aufs Pferd und reitet zu Alman Bet (2338). Die 40 nehmen seine Hoffnungen und Sorgen nicht so ernst wie erhofft (2372. f) - &amp;quot; Jakyp ritt zurück jetzt wieder&amp;quot; (2392).&lt;br /&gt;
* 2454 wird der Koran als Bezugsquelle ausdrücklich erwähnt. Man entdeckt 2466 ff, dass das Grab durch eine Art Palast ersetzt ist und findet auch die Tiere, außerdem den Manas - bei ihm natürlich &amp;quot;ein trefflich schönes Mädchen&amp;quot; (2487). Manas weiß zunächst nicht, wer er einst gewesen, ist &amp;quot; ein anderer geworden&amp;quot;(2542-48), erkennt dann aber Frau, Vater, Mutter, deren Milch er wieder trinkt (2621). &lt;br /&gt;
* 2636-46: Bestätigung der ruhmreichen Rolle Kanykäis während Manas&#039; Abwesnheit. Für diesen scheint seinen Auferstehung eine Läuterung gewesen zu sein: &amp;quot;Die bescheerte Speise essend, über alle Völker herrschend, sich vom Zaren Segen holend,lebtenherrlich jetzt Manas, alle Feinde flohen ihn,so erreichte er sein Ende.&amp;quot;(2681-86) - Bis ans Ende seiner Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 4 ===&lt;br /&gt;
====Die Planung einer Totenfeier bei Bok Murun und Manas Rolle dabei====&lt;br /&gt;
* 1 ff: Bok Murun soll eine Gastmahl zu Ehren des Abgangs von Kan Kökötoi veranstalten und bestimmt den Boten die Gästeliste und die Forderungen an die Gäste. Wenn die Gäste nicht kommen, sollen sie gezwungen werden.&lt;br /&gt;
* 65 ff: Es werden die Gäste genau umschrieben - unter ihnen auch Manas, Köktschö, Chinesen, Russen - Freund und Feind.&lt;br /&gt;
* 175 ff: Bok Murun berät sich, wie er das Fest bereiten soll, was Mahl, Pferderennen, &amp;quot;wie das Himmelreich gewinnen&amp;quot;, wo die Gäste versammeln und wie die Reise zur Vorbereitung des Festes unternehmen.&lt;br /&gt;
* 245 ff: Jemand (Manas?) wird als Hitzkopf beschrieben, der kommen mag wenn er will.&lt;br /&gt;
* 252 ff: Perspektivwechsel auf die Boten, die die Gäste einladen - Manas (zusammen mit Alman Bet); Umgang mit den Boten; die Boten erwarten den Tod; Manas spricht nicht zu ihnen.&lt;br /&gt;
* 281 ff: Wegen eines schlechten Spiels mit Alman Bet ist Manas stark erzürnt; Alman Bet versucht ihn zu besänftigen, aber Manas erkärt die Notwedigkeit seiner Taten wider dem Boten. Der Bote wird letzlich durch Manas Gefährten gevierteilt.&lt;br /&gt;
* 383 ff: ƒAm nächsten Morgen ruft er nur in Hemd und Unterhosen alle 40 (?) Gefährten zum Aufbruch und Ritt zu Bok Muruns Gastmahl; Beschreibung von Einzelheiten des Aufbruchs (Zelt, Tigerdecke, etc.)&lt;br /&gt;
* 395 ff: Manas bechreibt, dass man sich die Beute hole, sollte man nichts (im Pferderennen?) erringen können.&lt;br /&gt;
* 405 ff: In der Nähe des Gastmahls (die Muslime und Gjauren von weitem sehend) erkennt er den Kampf zwischen den Gästen und will sie auseienander treiben.&lt;br /&gt;
* 438 ff: Die Beschreibung der Kämpfe, in die sich Manas einmischt und alle vertreibt bzw. besiegt und so die Kämpfe beendet.&lt;br /&gt;
* 473 ff: Vier Tage später kommt Bok Murun (oder Koschoi?) zu Manas; Manas klagt seine Verspätung an, doch Bok Murun versucht ihn zu besänftigen.&lt;br /&gt;
* 520 ff: Bok Murun befragt Koschoi , wie das Fest zu bereiten sei und wie die Gjauren und Muslime zu gewinnen (gegen sie gewinnen?); &amp;quot;Manas mög die Haufen ordnen;&amp;quot;Manas verweigert den Auftrag (obwohl doch schon erledigt???).&lt;br /&gt;
* 540 ff: Sprung zur Ankündigung der Pferderennen durch Uerbü, was aber Manas wiederum so erzürnen lässt, dass er Uerbü jadt.&lt;br /&gt;
* 584 ff: Kan Koschoi soll die Ordnung des Festes bestimmen; Koschoi lehnt aber ab, da es ihn nicht interessiert; Manas macht daraufhin seinen Vorschlag, wie das Fest organisiert sein soll (Fest und Rennen erst im Frühling als Vorschlag); Koschoi stimmt zu.&lt;br /&gt;
* 616 ff: Lange Beschreibung der Pferde, die die Späher beim Abritt beobachten, und Beschreibung des herbstlichen Abrittes.&lt;br /&gt;
* 773 ff: Währen Bok Murun sein Volk &amp;quot;besichtigt&amp;quot;, verlangt der Fürst der Chinesen Kongyr Bai das Pferd Bok Muruns Manykär und droht ansonsten.&lt;br /&gt;
* 808 ff: Bok Murun will sich mit seinem Volk beraten. Man rädt ihm, sich wiederum mit Manas zu beraten.&lt;br /&gt;
* 828 ff: Manas berichtet von ähnlichen Geschichten und berät. Abschluß:&amp;quot;Was (Warum etwa) willst du ihm dieses geben&amp;quot;&lt;br /&gt;
====Das Fest beginnt mit verschiedenen Wettkämpfen====&lt;br /&gt;
* 917 ff: Das Fest beginnt mit einem Wettlauf, zu dem Joloi eine Alte schickt, die drei Monate rennt und am Ende die Mitläufer betrunken macht und so fast gewinnt; Er Töschtük gewinnt aber dann doch.&lt;br /&gt;
* 976 ff: Als nächste gibt es einen Ringkampf; als Preis 60 Pferde; Manas versucht jemanden zu finden, der für ihn kämpft gegen Held Joloi.&lt;br /&gt;
* 1110-1149: Ein Kämpfer ist gefunden - Koschoi; Manas bittet ihn, besondere Hosen, die Manas hat fertigen lassen, zu tragen.&lt;br /&gt;
* 1150-1165: Koschoi zieht sich die Lederhosen an.&lt;br /&gt;
* 1166-1181: Koschoi will Manas&#039; Hosen auch nach dem Kampf, sollte er gewinnen, behalten.&lt;br /&gt;
* 1186-1258: Der Ringkampf zwischen Koschoi und Joloi. Koschoi gewinnt, nachdem er, von Joloi auf den Boden gedrückt, vom ergrimmten Manas mit der Knute geschlagen worden ist.&lt;br /&gt;
* 1259-1341: Bok Murun ruft zum Lanzen-Wettkampf zu Pferd. Manas gewinnt gegen Kongyr Bai,&amp;quot;dem Fürsten Chinas&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 1342-1402: Bok Murun bindet ein Kamel an einer Grube mit 60 Silberbarren (Jamben) an - es ist der Gewinn - und fragt, wer es &amp;quot;mit den Zähnen lösen könnte&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 1349-1404: Als Orongo, eine Frau &amp;quot;vom Heidenvolke&amp;quot;, es tief gebückt zu lösen versucht, wird sie von Koilu Bai &amp;quot;wie von einem jungen Stier&amp;quot; penetriert. Ausführliche Beschreibung der Szene. Orongo kriegt schließlich den Preis.&lt;br /&gt;
====Das Pferderennen====&lt;br /&gt;
* 1405ff. : Pferderennen nach Kokand. Das zieht sich bis 1550. Manas (der &amp;quot;wilde Trotzkopf&amp;quot; (z.B. 1483 oder 1532) geht ab 1533 in Führung. Dem überholten Joloi wird sein wunderpferd atsch Budan getreten und umgestoßen.&lt;br /&gt;
* Also (1555) entsteht ein &amp;quot;wilder Kampf&amp;quot; mit Lanzen, Beilen, Schwertern, Bögen. Joloi macht Beute 1565 f).&lt;br /&gt;
* Alman bet wird verwundet (1576 ff), wird sogar leicht kritisch gegenüber manas (1605 ff), fängt sich aber prompt einen Auftrag ein: (1615 ff) alman bet soll die Waffen des manas vom Waffenschmied holen. Auch zu köktschö soll er reiten, den (uns bekannten) blauen Schecken holen.&lt;br /&gt;
* Anschließend kann er gleich weiter zu jamgyrtschy um dessen Korallen einzusammeln. An zwei weiteren Stationen soll alman bet dann schließlich noch Segen holen - und los geht&#039;s. Der Schmied namens tökkör liefert (1665 ff). Der &amp;quot;Trotzkopf&amp;quot; manas tituliert den Waffenschmied beständig &amp;quot; Hitzkopf&amp;quot; (1683 ff). Köktschö hingegen scheint den Schecken zu verweigern.&lt;br /&gt;
* Die vierzig Freunde machen sich auf, das gerade zu Rücken (1700 ff). Aber auch des joloi pferdeherden will manisch schnappen (1720ff) und zwar mit List und Tarnung (1725 f).&lt;br /&gt;
* Wieder einmal soll es alman bet richten (1731f). Der kundschaftet das aus und empfiehlt die Tat.&lt;br /&gt;
* In Vorfreude auf den Sieg gegen joloi macht Manas sich Gedanken über die Belohnung für den Schmied&lt;br /&gt;
* (1757-1775): Pferde und Frauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Kämpfe und Frauenraub====&lt;br /&gt;
* 1779 ff. hat Jolois Frau einen Traum: sie sieht Manas und das Unheil kommen. Joloi hört aber nicht auf sie (1807 ff), will im Gegenteil selber angreifen, seinerseits Frauen rauben (1836 ff).&lt;br /&gt;
* Jolois Frau wendet sich an den Sohn. Dieser soll dem Manas folgen, der sich (im Traum oder Wahrheit) die Pferdeherden schon genommen zu haben scheint - wie sie richtig sieht in Reaktion auf den Diebstahl ihres Mannes beim Trauertest des bok morun (1668 ff).&lt;br /&gt;
* Die söhne bitten joloi, auf die Verfolgungsjagd gehen zu dürfen (1875 ff). Der will aber selber in den Kampf.&lt;br /&gt;
* Lässt sich aber vorher noch durch den targyl tas mittels gebrannter Schulterblätter die Zukunft weissagen (1902 ff). Dieser rät eindringlich ab (1905-1920). Joloi ist erzürnt, will trotzdem los. Targyl warnt erneut (1931 ff). &amp;quot;Doch joloi folgt seinem Wort nicht&amp;quot; (1946), sondern trinkt einen und schwankt in den Kampf (1950 ff). &lt;br /&gt;
* 1958: Perspektivwechsel! Wir sind jetzt wieder bei manas. Angriff auf joloi, den manas 2012 erblickt.&lt;br /&gt;
* 2027 ff. warnt targyl den betrunkenen joloi erneut. Doch der hört natürlich erneut nicht, spaltet vielmehr dem Warner Den Kiefer (2043).&lt;br /&gt;
* So ist er, unser &amp;quot;kan joloi... der den Stier als Muster nahm sich&amp;quot; (2049 f).&lt;br /&gt;
* Manas der tiegergleiche jagt jetzt Joloi, den bergegleichen (2054 ff).&lt;br /&gt;
* Gemeinsam mit Llman Bet tötet Manas den Joloi letztlich und &amp;quot; zog des Weges weiter&amp;quot;(2084).&lt;br /&gt;
* Die Söhne Jolois wollen Rache, werden aber beide von Alman Bet getötet (2108).&lt;br /&gt;
* Alman Bet berichtet das dem Manas und der befiehlt: &amp;quot;Lasst Jolois Volk uns nun vernichten&amp;quot; (2131).&lt;br /&gt;
* Auch der Schmied soll natürlich, wie versprochen, belohnt werden.&lt;br /&gt;
* Die versprochenen Frauen für den Schmied und seinen Sohn werden dann auch gefangen (2166 ff). &amp;quot;Hier ist meine Schuld getilgt&amp;quot; sprach Manas (2178), sucht jetzt Muße bei Kaniykäi, deren weiches Fleisch er fasst. Als er aufwacht, schreit er aus Herzenslust und erfüllt sein Wort dem Schmied gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 5 ===&lt;br /&gt;
====Manas Frauen und Kanykäis Warnung====&lt;br /&gt;
* 1-40: Jakyp Bai denkt über den Wert von Manas drei Frauen (Kara Börük, Akylai und Kanykäi) nach und hält Kanykäi für die wertvolllste.&lt;br /&gt;
* 41-158: Manas will den Wert von Kanykäi auf die Probe stellen und reitet mit seinen &amp;quot;vierzig Freunden&amp;quot; zu ihr. Kanykäi weiß davon und breitet sich mit zwei Dienerinnen vor. Sie bietet allen reichlich Branntwein an, kleidet sie in &amp;quot;Panzer&amp;quot;, von denen &amp;quot;Flintenkugeln abprallen&amp;quot;, gibt ihnen besondere Stifel und Sättel. Manas bleibt wohl recht lange dort, bis zum &amp;quot;Herbstes grauen Reif&amp;quot;. Während dieser Zeit werden die Pferde fett und die Helden träge.&lt;br /&gt;
* 159-235 : Manas will zu den Kalmücken unter der Herrschaft Ai Kans reiten, um dort &amp;quot;Kunde&amp;quot; zu erhalten. Kanykäi warnt ihn vorher, dass für die Pferde gerade ein Unglücksjahr ist, es ist zugleich das Jahr von Manas&#039; 25. Geburtstag. Manas pfeift drauf, wird wütend und schlägt sie mit der &amp;quot;geflochtenen Knute&amp;quot;, bis sich die Nähte ihres Hemdes lösen. Daraufhin lacht Kanykäi und wünscht ihm eine gute Heimkehr, verweist aber wieder auf das bevorstehende Unglück. Manas ist erneut erbos, verflucht sie, darauf verflucht Kanykäi Manas. Manas reitet ab. &lt;br /&gt;
* 236-273: Kanykäi schickt einen Boten zu Manas, der ihn an das Unglücksjahr und ausstehende Opfergaben erinnern soll, Manas achtet nicht darauf.&lt;br /&gt;
====Der Bruder des Manas - Kös Kaman====&lt;br /&gt;
* 274-575 : Alman  Bet sieht recht erschreckt, dass ein &amp;quot;Heide ohne Bart&amp;quot; auf sie zugeritten kommt. Der &amp;quot;Freund&amp;quot; Kyrgyn soll erkunden, wer er ist. Es ist ein &amp;quot;Knabe&amp;quot;. Als sich beide treffen, verstehen sie einander zunächst nicht. Dann kommt auch Alman Bet angeritten. Fragt den Knaben, nach Kyrgyn, erneut nach seinem Namen und seiner Herkunft. Der Knabe präsentiert sich als Bote des Kös Kaman, eines Bruders von Jakyp Bai, der in die Hände der verfeindeten Kalmücken fiel, als Bai sechs Jahre alt gewesen ist. Kaman soll anschließend unter Chinesen und den &amp;quot;Kyrym&amp;quot; gelebt und fünf Söhne haben. Der Knabe fordert einen Lohn für seine Nachricht. Alman Bet reitet jetzt zu Manas und berichtet vom Boten. Manas meint, nichts von Jakyp Bais Bruder zu wissen, will den Boten selbst sehen, der anschließend von Bet zu ihm gebracht wird.&lt;br /&gt;
* 576-647: Manas ordnet an, die Aussage des Boten-Knaben bei Verwandten zu prüfen, ihn reichlich zu entlohnen, wenn es zutrifft, ihn zu &amp;quot;schlachten&amp;quot;, falls er lügt.&lt;br /&gt;
* 648-735: Alman Bet reitet zu Jakyp Bai, der bestätig, dass er einen Bruder namens Kös Kaman hat.&lt;br /&gt;
* 736-774: Als Jakyp Bais Frau, die dabei sitzt, dies hört, äußert sie Furcht darüber, dass die fünf Söhne Kamans über Manas herfallen könnten, und beginnt, Jakyp zu schlagen, doch der lacht und sagt, dass all dies nur zu Manas &amp;quot;Heil&amp;quot; beitrüge, so wie &amp;quot;ein Zweig am Flügel wüchse&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 775-941: Alman Bet reitet zu Kanykäi und fordert von ihr den Botenlohn (Kamele und so weiter), erzählt ihr von Kalman und seinen Söhnen, reitet anschließend weiter zu Manas, der dem Boten nun seinen Lohn verspricht und ihn auffordert, zu Kalman zurückzukehren. Der Bote reitet zurück.&lt;br /&gt;
* 942-1020: Manas verkündet seinen &amp;quot;Freunden&amp;quot;, den Kalman fürstlich empfangen zu wollen, und reitet hierfür zu Kanykäi. Jetzt folgen ausgiebige Festvorbereitungen, Manas erfreut sich erst einmal selbst mit seinen Freunden an Brantwein und Speis und vögelt Kanykäi. &amp;quot;Und sie gackelt wie ein Gänschen, gurgelt wie ein junger Sperber&amp;quot;, als er sie nimmt.  &lt;br /&gt;
* 1021-1176: Kalman und die Kalmücken kommen herbeigeritten, allgemeines Besäufnis. Die Kalmücken sind alle Heiden, Manas beschließt, sie zum Islam zu bekehren, was dann auch der Fall ist. Die Kalmücken lassen sich einen Vollbart wachsen, entfernen ihren Lippenbart, lernen wohl, den Koran zu lesen, und werden bechnitten. Manas, der &amp;quot;Trotzkopf&amp;quot;, lässt die Kunde überall verbreiten und ein Pferderennen abhalten.&lt;br /&gt;
* Verbrüderung der alten und neuen Moslems&lt;br /&gt;
* 1215 Kös Kaman will Manas einladen&lt;br /&gt;
* 1250 ff Alman Bet soll ihn fragen gehen&lt;br /&gt;
* 1264 - 1285 rät Kanykai da aber ab, wittert Gefahr.&lt;br /&gt;
* 1286-1304 erklärt Alman Bet den 40, dass Manas zu betrunken für die Reise ist.&lt;br /&gt;
* 1304-16 will Seräk das nicht hinnehmen.&lt;br /&gt;
* 1217 ff Alman Bet schlägt Seräk daraufhin.&lt;br /&gt;
* 1327-73 schleicht sich Seräk (&amp;quot;mög er verderben&amp;quot;) aber zu Manas, weckt ihn und dieser reitet los. Manas fragt nach Seräks Wunde (1375 ff). Seräk hetzt ( bis 1404) gegen Alman Bet.&lt;br /&gt;
* Manas nimmt Alman Bet in Schütz (&amp;quot;der schlägt auch mich, wenn er inZorn kommt&amp;quot; 1412)&lt;br /&gt;
* 1418 ff. Beim Gelage mit den neuen Glaubensbrüdern wird Manas angegriffen. 1446 mischt sich Kös kamen beschwichtigend ein. Manas geht nach Hause und schläft mit Kanykai.&lt;br /&gt;
====Manas Kalmückenzug====&lt;br /&gt;
* Als er erwacHt (1454 ff) schreit er und ruft die 40 zusammen. man macht sich auf Kalmückenzug (1555)&lt;br /&gt;
* Alman Bet ( mit Köktschögös) soll wieder kundschaften (1587  -1635)&lt;br /&gt;
* 1654 ff. wird Köktschögös erkannt und festgenommen. Dieser wechselt die Seiten, will Manas bekriegen und die Frau rauben (1657)&lt;br /&gt;
* Die Kalmücken Stellen ein Heer auf. &lt;br /&gt;
* 1698 ff. soll Alman Bet wieder kundschaften. 1710 täuscht Köktschögös den Alman Bet.&lt;br /&gt;
* 1750 empfiehlt Alman Bet dem Manas Ritt und Kämpf. 1780 kundschaftet er wieder einmal. 1839 ff. köpft er einen Alten, den er vorher ausgefragt hat und tarnt sich mit dessen Kleidung.&lt;br /&gt;
* 1870ff reitet Alman Bet auf Befehl des Manas zu Altyn Ai. In deren Jurte wird er durch Unhöflichkeit beleidigt ( um 1895), erzählt (um 1900) eine Geschichte von Tieren, die er verloren habe.  die Leute Altyn Ais wollen ihm ( um1925) töten. Alman Bet entwaffnet den Angreifer, verletzt Altyn Ai durch einen Biss ins Gesicht, verdunkelt (1975 ff) die Jurte mit Feuerrauch und Asche und entkommt.&lt;br /&gt;
* 2006 - 2042 Altyn Ai deutet jetzt Alman Bets Tiergeschichte als eine Art Unheilsprophezeihung für ihre eigene Familie&lt;br /&gt;
* 2043 ff droht Alman Bet daraufhin direkt.&lt;br /&gt;
* Gegenüber Manas fordert Alman B et ab 2081 die Altyn Ai als Botenlohn, vergleicht sie 2100 gar mit Kanykai. manas verwehrt ihm diese Gunst aber 2116 f: falls diese so schön sei wie Kanykai, dann gehörte sie M anas!&lt;br /&gt;
* Alman Bet ist konsterniert (2119 ff). Er fällt fast von Manas ab. bis dieser 2137 sagt, dass das doch nur ein Scherz gewesen sei. &amp;quot;Nimm die Altyn Ai dir, Freund.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* Dann geht es aber endgültig auf Kalmückenfahrt. Ab 2142&lt;br /&gt;
* Der Kampf währt bis zum Abend (2170). Da flieht M anas! - mit ihm Alman Bet. 2184 versucht Kyran Syrgak Alman Bet zum Bleiben zu bewegen. der ist aber stark verwundet (2209 ff). Alman Bet wiederum will jetzt Manas zum Bleiben überreden (2244). - Mit Erfolg! (2265ff) :  &amp;quot;Die K almücken des Altai Alle Hieb er da zusammen.&amp;quot; alman Bet raubt Altyn Ai. die 40 machen Beute.&lt;br /&gt;
====Der Bruder vergiftet Manas Gefährten und fast auch Manas - die Gefährten werden wieder erweckt====&lt;br /&gt;
* Als die Beute verteilt ist reitet man heim. Unterwegs steht ein Haus (2390). das bietet sich für ein Besäufnis an. man trinkt, streitet, und Köktschögös, des Kös Kaman Sohn, vergiftet Manas und die 40. Alle sind bewußtlos, nur Manas kann noch auf einem Pferd fliehen. Köktschögös wirft aber ein Messer, trifft Manas an der Hand: &amp;quot;Fiel sogleich vom Pferde nieder, röchelnd al. da Held Mnas.&amp;quot;(2419 f)&lt;br /&gt;
* Kanykai spürt, das etwas im Argen ist, reitet mit Medizin im Gepäck dem Manas entgegen. 2435 ff. wird Manas gesund, erbittet vom Schöpfer die Rückkehr der 40&#039;von den Toten. nach religiösem Zeremoniell in Mekka klappt das auch.&lt;br /&gt;
* Kanykai hat einen Traum, kommt auf den Gedanken, ihn von Altyn Ai ( dem &amp;quot;Schwesterchen&amp;quot;- im Schicksal?) deuten zu lassen. (2484)&lt;br /&gt;
* Deutung: ein Kind wird geboren werden ( ein Wolf mit blauen Mähne -2500). &lt;br /&gt;
* Manas kommt nach Hause, will Altyn Ai erschlagen. Kanykai bringt in den letzten Versen des 5. Buchs den Gedanken des Mitleids und der Gnade ein.&lt;br /&gt;
=== Teil 6 ===&lt;br /&gt;
====Semytäis Geburt und Manas Tod====&lt;br /&gt;
* 0-45: 32 Jahre später ist Kanykäi schwanger und Manas liegt im Sterben. Er richtet Letzte Worte bezüglich des bald geborennen Kindes an seine Freunde und stirbt dann.&lt;br /&gt;
* 46-73: Kanykäis Trauerrede&lt;br /&gt;
* 74- 106: Jakyb möchte Kanykäi nun mit Manas jüngeren Brüdern vermählen, Kanykäi ist aber widerständig.&lt;br /&gt;
*107-160: Sie wolle niemanden freien, wenn Manas Kind ein Junge würde, ein Mädchen hingegen würde umgebracht werden und Kanykäi würde den klügeren Abäkä heiraten.&lt;br /&gt;
* 161-176: Intrige von Schoruks Tochter und Abäkä zum Tödten des Sohnes wir initiiert.&lt;br /&gt;
* 177-217: Der Sohn wird geboren und eine Alte hilft das Kind vor dem Morde zu verbergen und zu schützen.&lt;br /&gt;
====Kanykäis Flucht mit dem Sohn====&lt;br /&gt;
* 218-391: da Manas  Vater und die Brüder den Sohn töten möchten, flieht Kanykäi uuerst zu ihrem Paten Karym, der aber ablehnt, sie aufzunehmen. Daraufhin geht sie zu Bakai. Auch er hilft aber nur durch Kleidung und Nahrung.&lt;br /&gt;
* 392-474: Sie zieht nun mit Manas Mutter Tschakan und dem Kind weiter zu ihrem Vater Kara Kan. Beschreibung des beschwerlichen Weges.&lt;br /&gt;
* 475-531: Sie treffen zuerst auf Kanykäis Bruder, erkennen sich aber erst nachdem Kanykäi ihre Geschichte berichtet hat.&lt;br /&gt;
* 532-591: Vorstellung des Kindes vor dem Volke und Namensgebung - Semätäi - Voraussage, wie das Kind heranwachsen wird&lt;br /&gt;
* 592- 730: Nachdem Semätäi herangewachsen ist, reitet er zum Volk seines Vaters zurück, nachdem Kanykäi und andere versuchen, davon abzuhalten.&lt;br /&gt;
====Semytäis Wiederkehr und Rache====&lt;br /&gt;
* 731-799: Zusammenkunft von Semytäi und Bakai, der seine Ankunft bei Jakyp Bai berichtet, aber auch den Vergiftungsplan des Grpssvaters und der Onkel mithört.&lt;br /&gt;
* 800-841: Semytäi durch Bakai gewarnt entlaft den Vergiftungsversuch und schickt Bakai zu den Onkeln Abäkä und Köbösch, die ihm aber feindselig gegenüber traten.&lt;br /&gt;
* 842-931: Bakai und Semytäi ritten danach gemeinsam zu den Onkeln, betranken sich, bis die Onkel vom Stuhl fielen, um dann die alten Gegenstände des Manas an sich zu nehmen und zu Kanykäi zurück zu reiten.&lt;br /&gt;
* 932-980: Semytäi berichtete seiner Mutter und beschloss mit ihr wiederum zu Manas Volke zu ziehen, was mit grosser Ausstattung des Kara Kan began. Semytäi täuschte aber seine Mutter, und ritt dann durch das Land des Bakai zu Land auf dem Manas Schloss stand.&lt;br /&gt;
* 981-1036: Kleine Herkunftssymbolik mit Eisennagel, infolge des will auch Kanykäi mitkämpfen. sie wird aber davon durch Anbinden festgehalten. Der Kampf der Herre endet in Festsetzung der Onkel.&lt;br /&gt;
* 1037-1087: Kanykäi und Tschakan dürfen dann Onkel und den Vater von Manas zur Genugtuung umbringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teil 7&lt;br /&gt;
Semätai&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorneweg: auch &amp;quot;Semätai ließ nicht durch Vernunft sich leiten&amp;quot;! (1-2)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Semätai, jetzt Haupt der 40, fordert diese (11-32) auf, mit ihm auf Zug zu gehen.&lt;br /&gt;
- diese ( jetzt 60-70 Jahre alt) wollen aber nicht (33-86), fürchten den Tod durch Semätai und ziehen fort.&lt;br /&gt;
- Semätai verfolgt sie und holt sie ein (87-106)&lt;br /&gt;
- will sie (107-140) zur Rückkehr bewegen.&lt;br /&gt;
- ohne Erfolg (141-162).&lt;br /&gt;
- woraufhin er nun aber wirklich böse wird (163-183): er &amp;quot; metzelte die Männer nieder, schlachtet ab die 40 Freunde, raubte ihnen ihre Kleider&amp;quot;&lt;br /&gt;
(180f)&lt;br /&gt;
-185-235: der Held kehrt heim. Die Frauen zweier (70- jähriger und Gerade von Semetäi ermordeter) Helden sind schwanger&lt;br /&gt;
Und gebären just in dem Moment, da Semätai vom Pferd springt. Eins der Babys hat einen Blutklumpen in der Hand, das andere eine Rose.&lt;br /&gt;
Semätai freut sich ohne gleichen, macht die zwei zu seinen Milchbrüdern, indem es sie (seiner Mutter) Kanykäi an die Brust legt.&lt;br /&gt;
- beide werden natürlich zu Helden (235-254)&lt;br /&gt;
- gleichwohl ist Semetai traurig (256). Er hat nämlich von einer Frau gehört, die keusch und zudem sehr geschickt im Nähen ist. (270f). Die Dame heißt Ai Tschörök und ist dummerweise dem Sohn des uns bekannten Köktschö anverlobt. (280). Wie dem auch sei: Semätai will sie holen - in Freundschaft oder mit Gewalt (290).&lt;br /&gt;
- er reitet hin.&lt;br /&gt;
- Kul Tschoro, einer der jungen Helden und Milchbrüder kündigt Sämetai an (326-343).&lt;br /&gt;
- &amp;quot;da kam Ai Tschörök heraus, nahm den Sämetai zum Manne!&amp;quot; (344)&lt;br /&gt;
- Die beiden jungen Helden beraten sich: Einer treibt die Pferde heim, einer reitet zu den Kalmücken. (349-383).&lt;br /&gt;
- Doch &amp;quot; Kan Tschoro schlief ein und starb.&amp;quot;(384)&lt;br /&gt;
- Ümütö, Sohn des Köktschö und Exbräutigam von Ai Tschörök bemächtigt sich jetzt der Pferde.(385-420)&lt;br /&gt;
-420.445 trauert de eine junge Held um den anderen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Teezeremonien und Pferde-Schenken&lt;br /&gt;
II, 1460ff und 1700ff: Teezeremonien zur Aufnahme von Gesprächen und als Zeichen der Gastfreundschaft. Analog dient die Gabe von Pferden als Freundschaftsbeweis.&lt;br /&gt;
2. Manas der allmächtige Herrscher in allen Lagen als Krieger, Aufbrausender, Berater, Delegierender usw. IV-1150&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Das Himmelreich erreichen: 4.174; 4.520&lt;br /&gt;
Kontext: Fest von Bok Morun, Wettkämpfe. Bedeutung unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Fest bei Bok Morun: Höfische Züge.&lt;br /&gt;
- Pferderennen&lt;br /&gt;
- Ringkampf&lt;br /&gt;
- Wettlauf&lt;br /&gt;
- Pferd-Lanzen-Wettkampf&lt;br /&gt;
- Vielvölker-Zusammenkunft,Freunde und Feinde vereint im Wettkampf&lt;br /&gt;
- Sex&lt;br /&gt;
- jeder bringt was mit&lt;br /&gt;
- sich auszeichnen: Kampf, Besitz (Pferde, Waffen, Kleidung)&lt;br /&gt;
- Kleiderrituale&lt;br /&gt;
- Rituale der Bestimmung des Ablaufs&lt;br /&gt;
- Konfrontationen, Konflikte, Testen eigener Machtbereiche&lt;br /&gt;
- Komik: alte Dame im Pferderennen (4.943)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Komik: alte Dame im Pferderennen (4.943)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Nomadische Lebens- und Kulturform&lt;br /&gt;
- wichtig für den Manas-Kontext&lt;br /&gt;
- 2 Formen: 1. Ziehen dem Vieh und den Weidemöglichkeiten nach. 2. Treiben Handel als eine Art Vermittler zwischen natürlichen Barrieren (Wüste, Berge).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Islam-Referenzen: wirken oft willkürlich eingeschoben, überflüssig.&lt;br /&gt;
Bsp. 4.1256: Ringkampf wird durch Manas eingreifen entschieden, Referenz zu Gott unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Jamben (4.1345): nierenförmige Silberbarren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Schamane-Wahrsager&lt;br /&gt;
In 4/1902ff. wird ein Wahrsager erwähnt, der &amp;quot;Schulterblätter brennt&amp;quot; und hieraus dem Joloi dessen Zukunft prophezeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Epen-Motiv: das zerbrochene Schwert und der Schmied&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Motiv findet sich in mehreren Epen, zentral natürlich im Nibelungenlied. In Manas: ist es Manas&#039; Schwert, das von dem Schmied Tökör repariert wird (4/1620ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Manas und Gilgamesh: Freundschaft&lt;br /&gt;
Manas und Alman bet verhalten sich wie Gilgamesh und Enkidu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Manas und Nibelungenlied: Gunst, Gaben und Bündnisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Epen geht es immer wieder um gegenseitige Gunstbezeugnisse, Gaben und das Schmieden von Bündnissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Einheit in Islamisierung begriffener Turkvölker &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manas verkörpert den Führer eines unter ihm vereinten Verbundes verschiedener Turkvölker, die sich zum einen im Prozess der Islamisierung und zum anderen im Konflikt mit mehreren Großmächten (Chinesen, Russen) befinden. Dabei wird Manas&#039; besondere Geburt (unter einem Apfelbaum mit Prophezeiungen seiner Führerschaft), seine individuelle Kampfstärke und sein wachsender Einfluss durch Freunde, Bündnisse und Siege beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der ewige Wilde (Bezug: I,3)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stärker noch als der junge Gilgamesh und ohne höfische Einbindung, wie im Fall von Siegfried, zeigt Manas in diesem Abschnitt seine schier ungebremste Machtfülle, indem er ohne zu zögern und ohne klare Motivationslage einen tödlichen Zweikampf mit Köktschö sucht, von einer eigentlich tödlichen Verwundung wieder genest, obwohl er zuvor heilende Medikamente ausgeschlagen hat, sich zwar zunächst an einige Rituale der Brautwahl und Vermählung hält, dann aber seinen Trieben freien Lauf lässt und seine Auserwählte unter Androhung brachialer Gewalt an ihn bindet, quasi im Vorbeigehen und wieder in unklarer Motivationslage die Heere des Vaters der Braut und seines Vaters Jakyp (den er vorher schon drohte, selbst zu töten) niedermacht und fröhlich seine &amp;quot;vierzig Freunde&amp;quot;, die für ihn töten und zugleich seinen tödlichen Zorn fürchten, mit einem Harem versieht. Manas hält sich weder an Abmachungen noch an irgendwelche moralischen Codices, geschweige denn an den Koran oder Verpflichtungen aus Verwandtschaftsverhältnissen. Er bewegt sich viel und schnell, auf Pferden, von einer kurzen ruhigen Phase in den nächsten Kampf, begleitet von der weiten Steppe und den Bergen, umringt von mächtigen Feinden. Manas erfährt als Held kaum die Spur eines reflexiven Charakters, ihm scheint keine an Prinzipien gebundene Innerlichkeit anzugehören, er lebt ganz im Außen, in einem weiten Raum, in den er, geleitet durch Reiz und spontane Reaktion, seine Triebe, seine Kraft und seine Jugendlichkeit (&amp;quot;hatte noch nie ein Mädchen in meinem Arm&amp;quot;) ergießt - bis ihn, wie Siegfried, die List der Anderen (hier ein Gift) anscheinend endgültig auslöscht. Alle Arten von begrenzenden Referenzen - Familie, Prophezeiung, Islamisierung, Gebete zu Gott, Unterwelt-Aufenthalte, Erfahrungen von Schmerz, Krieg und Tod, Verlangen nach menschlicher Nähe, Freunde, das Leben in Gemeinschaft, Apelle, er solle mit dem Schlachten aufhören - gehen spurlos an Manas vorbei, sind nur Geäst einer Ornamentik, in dem das Feuer einer Steppe brennt, das keine Schatten in ein Inneres wirft; ein Feuer, das nur brennt, um leuchtend-unversteckt zu sein, was es ist - oder was es meint, sein zu müssen. Genau hier entsteht auf der Interpretationsebene dann auch das klassische Dilemma, dass der beobachtend-lesende Kulturmensch den natürlichen Wilden zwar respektiert, aber als Typus immer in zvilisatorische Entwicklungsmodelle einbaut, die ihn einer primitiven Phase zuordnen. Vielleicht liegt hier auch der Anspruch des Epos an uns: können und sollten wir diese Einordnung fallen lassen, die Andersartigkeit des Wilden nicht als transitorisch aburteilen, sondern als quasi ewige Wahrheit hinter einer anthropologischen Fassade eurozentrierter Aufklärung akzeptieren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Wolfs-Natur als Bindeglied zwischen Glauben und Kultur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Spur zum Verständnis der Glaubenstruktur und des sozialen Überbaus führt in ein als Totemismus betiteltes Wissensfeld, in dem ein (teils als blau-grauer) Wolf eine zentrale Rolle bei den Turkvölkern spielt. Der Wolf wird mit einem Schöpfungsmythos der jeweiligen Stammeslinien verbunden: er kreuzt sich etwa mit einem Menschen, hieraus gehen alle Stammesnachfahren hervor. der Wolf druchdring auch mit fast allen Körperteilen (Magen, Galle, Kopf, Krallen, Fell etc.) das Feld sozialer Praktiken (Geburt, Tod, Gesundheit-Medizin). Sekundärliteratur:  Paul: Weltgeschichte, Position 1312 (Religion und Kunst) und Bajalojewa: Kirgisen, S. 11-26. Wolfs-Referenzen in Manas: 4/1286: &amp;quot;der wolfäig&#039;ge, der graubärt&#039;ge Manas&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Manas- Der Gott auf Erden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manas ist tyrannisch-willkürlich, weise-beratend, wissend und lüsternd, Kind und Mann, kurz alles in Einem, kreisend um ein scheinbar nicht besetztes, leeres Zentrum seiner Identität, fundiert in einer verborgenen Rationalitätsform, die seine Macht legitimiert (eventuell führt die Spur des Wolfes hier hin). Diese Gott-Artigkeit wird im Kontext vom Fest des Bok Morun (4. Abschnitt) sehr deutlich:&lt;br /&gt;
- Willkür: Manas lässt einen Boten vierteilen. Er erwähnt, dass man sich die Beute, den Gewinn selbst holen wird, sollte man auf den Wettkämpfen nicht gewinnen.  4.281, 4.395.&lt;br /&gt;
- Berater und Schlichter zwischen Bok Morun und einem chinesischen Herrscher, Thema: Pferde-Handel.&lt;br /&gt;
- Motivierer-weiser Herrscher, der Ratschläge erteilt: Ringkampf. 4.1110.&lt;br /&gt;
- Ritual-Kenner: weiß, wie man sich Kleiden muss, was dazu gehört.&lt;br /&gt;
- Feste feiern: weiß, wie man das macht.&lt;br /&gt;
- Schlachtführer und Schlichter im Krieg&lt;br /&gt;
- bärenstark, und doch unerfahren-dumm wie ein Kind (&amp;quot;Trotzkopf&amp;quot; genannt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Eine deutsche Übersetzung von 1885 ist vorhanden: Radloff; Wilhelm, 1885. Proben der Volksliteratur der nördlichen türkischen Stämme, V: Der Dialect der Kara-Kirgisen, St. Petersburg.&lt;br /&gt;
*:Manas 377 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_1_Manas.pdf]]&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
*:Einführung S.1-32 [[Media:Radloff 1885.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Joloi Kan 168 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_2_Joloi_Kan.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Er Töschtük 72 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_3_Er_Töschtük.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/jiYQi6VQ6bc YouTube: The Art of Akyns, Kyrgyz Epic Tellers - 4 min.]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/kMDklwoLf34 YouTube: Manas - UNESCO - 10 min.]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=in4VqMvVNWg YouTube: Kirgisische Reiterimpressionen]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=-mzf8ENPMU0 YouTube: Kleiner Manas Sänger in Trance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=VCOGKwMazrU YouTube: Manas Sänger - historische Aufnahmen]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=Hs4pTfKNs-Y YouTube: Kyrgyz Manas Epic &amp;quot;Forty choro warriors flee to China&amp;quot;]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=HfgB-Au5htg YouTube: Manas Performance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=E3_v_dp80R8 YouTube: Manas Performance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=IF4nViV51uc YouTube: Manas als Theater]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=hi39bAgQISE YouTube: Modernere Manasfassung]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=SQB9iy5KHl8 YouTube: Kirgisische Gitrarrespieler]&lt;br /&gt;
* [http://www.unesco.org/culture/ich/index.php?lg=en&amp;amp;pg=00011&amp;amp;RL=00876 Beschreibung durch die UNESCO: Welterbe Manas]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/artl/hatto-manas.shtml The Birth of Manas - A confrontation of two branches of heroic epic poetry in Kirgiz - By A. T. Hatto - Vergleich der Radloffschen Version und Fassung von Sagymbay Orozbakov (1867-1930)]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/folklore/manas/manasintro.html Englische Fassug von 2005, die die wesentlichen Fassungen nochmal neu ins englische übersetzt - unter Berücksichtigung besserer kirgisischer Spachkenntnisse - translated, introduced and annotated by Elmira Köçümkulkïzï1 - Ph.D. Candidate in Near and Middle Eastern Studies - University of Washington (Seattle)]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Die_alttürkische_Religion-1991.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Klimkeit-Buddhism_in_Turkish_Central_Asia-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Gabain-Inhalt_und_magische_Bedeutung_der_alttürkischen_Inschriften-1953.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hatto-Manas-Radloff-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Levin-Where-Rivers-Mountains-Sing-2011.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Mussajew-Epos-Manas-1994.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Die-Araber-vorislamischen-Zeit-Gegenwart-ebook/dp/B005JCYMHG/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390203366&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Die+Araber%3A+Von+der+vorislamischen+Zeit+bis+zur+Gegenwart Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart - Halm, Heinz]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Koran-Kommentar-Konkordanz-Rudi-ParetTaschenbuchausgabe/dp/3170226703/ref=sr_1_2?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390204205&amp;amp;sr=1-2&amp;amp;keywords=paret+koran Der Koran. Textausgabe - Paret, Rudi]&lt;br /&gt;
* [[Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Thrower-Religious-History-Central-Asia-2004.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Reichl-Singing-the-Past-2000.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:J_Paul_-Neue_Fischer_Weltgeschichte_-_Band_10_Zentralasien.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Frühe-Türken-Zentralasien-1992.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hainsworth-Idea-of-Epic-1992.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Krader-Social-Organization-Mongol-Turkic-Pastoral-Nomads-1963.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media: Basilov-Zirin-Nomads-Eurasia-1989.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 10.Februar 2014: Türkisierung Zentralasiens ab ca 6 Jh. n Chr. bis 13 Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herrschervölker in der Mongolei und in Turkestans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 6. Jahrhundert fielen die heute als On-Ok bezeichneten Kök-Türken in Turkestan ein und errichteten in diesem Gebiet ihr westliches Teil-Khanat, dass sich bis zum Jahr 745 halten konnte.&lt;br /&gt;
745 übernehmen die Uighuren bis 840 als ein weiteres Türkvolk neben Oghuzen, Seldschuken &amp;amp; Chasaren die Macht in der Mongolei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uighuren waren zum Teil Nomaden (es gab aber auch stadtartige Siedlungen).&lt;br /&gt;
Ab 840 herrschten die Jenissei-Kirgisen in der Mongolei, Nomaden wurden nach chinesisch Turkestan vertrieben und wurden da teilweise sesshaft.&lt;br /&gt;
(Weitere dokumentierte Türkvölker ab dem 10 jh. : Ghuzen, Garluq, Tughuzghuz, Turkmenen, Usbeken, Karakalpaken, Kasachen, Tataren, Aserbaidschaner, Karäim, Krimtürken, Turk-Mescheten und Türken.)&lt;br /&gt;
Die Islamische Periode startet bei den Türkvölkern ab dem 11.Jahrhundert - Vereinigung der Iranier Persiens und Mittelasiens -&amp;gt; Migrationsbewegung von Persern nach Osten.&lt;br /&gt;
Im 11 Jh. kriegerische Auseinandersetzungen nach Süden mit den Tibetern.&lt;br /&gt;
Während der zweiten Hälfte des 11. und der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war West-Turkestan ein Teil des ausgedehnten Seldschukenreiches (Türkvolk)&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts befand es sich unter der Oberherrschaft der (nichtmuslimischen) Qara-Chitai bevor diese durch die Qarachniden und später den Mongoleneinfall (Dschinghis Khan) verdrängt wurden&lt;br /&gt;
* Türken vs. Araber/Perser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Araber existiert zur Zeit der Orchoninschriften (730) noch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Türkvölker wurden im Unterschied zu Iraniern nicht durch Araber aus dem Westen unterworfen. Die Araber im Westen wehrten nur die Angriffe auf die „Kulturländer“ ab (705-715). Ab 8. Jh. bauten Araber Wälle gegen die Menschen im Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Samaniden (Iranier/Perser) vergrößerten den gebietsmässigen Einfluss des Islam nur unwesentlich, aber der kulturelle Einfluss auf die Türken wuchs, zum Teil kam es kurz vor dem Fall der persischen Sassaniden (9./10. Jh.) auch zu Bündnisse, die den kulturellen und religiösen Austausch verstärkten.&lt;br /&gt;
* Religion&lt;br /&gt;
Türkvölker blieben lange (insbesondere in Ost-Turkestan) schamistisch mit wenig Einfluss durch Buddhismus und Islam. Buddhismus hatte bereits um 600 Einfluss auf die Türken. Nach dem Sieg über die Perser (Sassaniden im 9 Jh) wurden die Türken Zoroaster (siehe Zarathustra). Ab 760 sind Einflüsse der Manichäer (Perser &amp;quot;Mani&amp;quot; als Religionsstifter, Kontakte der Türkvölker nach Babylon) und des Christentums bis nach Ost-Turkestan  (chinesisch Turkestan wurde von Uighuren bewohnt, insofern hier auch budhistische Belege). Die Islam war ursprünglich (ab 7 Jh. im westlichen Teil Mittelasiens) nicht missionarisch tätig - die Türkvölkwer im westlichen Teil Turkestans wurden islamisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Handel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelsbeziehungen zu den Indern und nach China - später zu den Iraniern.&lt;br /&gt;
* Validität der Quellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Historie in der Mongolei und chinesischen Turkestan wurde durch chinesische Schriften dokumentiert, da die Islamische Welt diese Ereignisse kaum wiedergab. Mohammedaner (Araber/Perser) kannten und nutzen zwar die alten Handelswege nach Osten, es gibt aber kaum Berichte von den Türkvölkern im mongolischen Norden - generell gibt es in den umfangreichen geografischen Schriften der Mohammedaner kaum Berichte über die Türkvölker im Osten. Andererseits wurden veraltete Texte über Jahrhunderte wiederholt in der ismamischen Welt wiedergegeben, in denen man den Türken ihrer mächtigen Stellung in der isamaischen Welt nicht gerecht wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache bei den Türkvölkern Zentralasiens wurde mit der Zeit das Persische und blieb im kleineren Maß &lt;br /&gt;
das Türkische, im östlichen Teil nahm das chinesische seinen Einfluß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== auch noch am 10.02.2014: Die Araber (nach Heinz Halm) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Araber ist, wer arabisch spricht - und das tun 280 Mio Menschen. Die Wortbedeutung ist unklar. Der Begriff wird bereits 853 v.Chr. für beduinische (also aus Kamelnomaden bestehende) assyrische Hilfstruppen benutzt. Auch bei Xerxes&#039; Griechenzug 480 v.Chr. sind arabische Bogenschützen auf Kamelen dabei.&lt;br /&gt;
Das Arabische ist eine semitische Sprache, verwandt also z.B. dem Akkadischen, dem Hebräischen, dem Aramäischen...&lt;br /&gt;
Die Schrift hat sich, wie auch die griechische und die lateinische, aus einer phönizischen Urform entwickelt. Sie besteht aus 28 Zeichen - ausschließlich für Konsonanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- 64 v. Chr. kommen die Römer in die Levante, 30 v.Chr. nach Ägypten. Die Araber stehen also zwischen Persien und (Ost-) Rom. Bis zu Mohammed (etwa 570 - 632 n.Chr.) gibt es keine einheitliche politische Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Zur Zeit Mohammeds sind 3 von 5 Stämmen in Medina jüdisch.&lt;br /&gt;
Im geographischen Raum gibt es auch viele Christen. Darüber hinaus werden weit verbreitet arabische Naturgottheiten verehrt. Die Kaba in Mekka ist z.B. ein würfelförmiger Tempel für den Gott Hubal. In Mekka selbst, wohlhabend wegen des vielbesuchten Tempels und der Lage an der &amp;quot;Weihrauchstrasse&amp;quot; vom Jemen nach Damasjus, gibt es keine christlichen oder jüdischen Gemeinden. Hier wird Mohammed um 570 geboren und tritt ab etwa 610 als monotheistischer Prophet auf, wird aber unterdrückt und bedroht, so dass er 622 ins 350 km entfernte Medina auswandert. Bei ihm sind &amp;quot;die Ergebenen&amp;quot; (die &amp;quot;muslimun&amp;quot;, mit ihrer &amp;quot;Ergebung&amp;quot; oder &amp;quot;Hingabe&amp;quot; - dem &amp;quot;Islam&amp;quot;). In Medina entsteht die Urgemeinde, die &amp;quot;Gemeinschaft&amp;quot; (die &amp;quot;umma&amp;quot;) und wird mächtig. Da göttlich eingesetzt, ist die umma unauflösbar. &lt;br /&gt;
Nach 10 Jahren ist praktisch die gesamte arabische Halbinsel islamisch. Auch Christen, auch Juden, auch Mekka schließen sich der neuen religiösen Bewegung an. Der Gründer stirbt 632 in Medina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die 4 ersten Nachfolger (&amp;quot;Kalifen&amp;quot;) sind noch direkte Weggefährten des Mohammed. Sie alle sind Angehörige eines, eigentlich mekkanischen, Stammes. Schon unter den ersten 4 Kalifen gibt es eine starke Expansion des Islam, etwa nach Ägypten und Mesopotamien. Danach wird die weniger religiös inspirierte Familie der Umayyaden für 90 Jahre das Kalifenamt übernehmen und das Machtzentrum nach Damaskus verlegen. Die Nachkommen des 4. Kalifen Ali initiieren eine Aufstand gegen die Umayyaden, der niedergeworfen wird, was ihnen einen Märtyrerstatus ein- und die &amp;quot;Partei&amp;quot; der Schiiten hervorbringt. Die bis heute andauernde Spaltung des Islam ist damit angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Expansion geht weiter: Im 8. Jh. sind etwa Buchara, Samarkant und Taschkent islamisch. Hier ist die &amp;quot;Front&amp;quot; zu den aus den nördlichen Steppen andrängenden Turkvölkern (und der kontextuale Schauplatz der Alman-Bet-Geschichte des Manas). 751 findet am Fluss Talass (in Kirgisien) ein Grenzgefecht mit den Chinesen statt. Etliche kriegsgefangene Chinesen sind Papierwerker, und so kommt die Kunst der Papierherstellung in die arabische Welt. Ein ungeheurer Schub! Somit wird Literatur möglich und Al-Arabiyya, die arabische Sprache ermöglicht einen Kulturtransfer im riesigen Raum von Toledo bis Samarkant. &lt;br /&gt;
Mit gewissen Einschränkungen: Der Iran hatte sich der Arabisierung verschlossen. Hier gilt das (Neu-) Persisch ab dem 10. Jh. als Literatursprache. Die monotheistische Zarathustra-Lehre war dem Islam gewichen, allerdings vornehmlich in dessen schiitischer Ausprägung. &lt;br /&gt;
Ägypten ist durch die Kopten bis ins 15.Jh. ein überwiegend christliches Land geblieben. Die (militärischen) Machtzentren waren aber schnell islamisch. Die koptischen Christen machen heute noch eine etwa 10 % starke Bevölkerungsgruppe aus.&lt;br /&gt;
Wenig arabisiert wurde auch das berberophone Marokko.&lt;br /&gt;
Die Expansion nach Nordosten wird durch Karl Martell bei Poitiers und Tours gestoppt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Umayyaden-Dynastie wird 750 abgelöst durch das &amp;quot;abassidische&amp;quot; Kalifat von Bagdad, das bis 1258 bestehen bleiben wird. Bagdad hat um 800 unter Harun al-Raschid 1 Mio Einwohner. Eine ausgefeilte Bürokratie entsteht mit Ämtern wie etwa dem Wesir (leitender Minister) oder dem Emir (eine Art Gouverneur). Die Bagdader Kalifen sichern ihre Macht durch die teilweise 20.000 Mann starke Militärkaste der &amp;quot;Mamluken&amp;quot;. Das Wort bedeutet Sklave und beschreibt die zu Kriegsdiensten eingesetzten Gefangenen der nomadisierenden Turkvölker Zentralasiens.&lt;br /&gt;
(&amp;quot;Mamluken&amp;quot; in Spanien und Nordafrika sind hingegen überwiegend Osteuropäer = &amp;quot;Slawen&amp;quot;.)&lt;br /&gt;
Die abassidischen Kalifen stehen meistenteils unter der Protektion von &amp;quot;Schutzherren&amp;quot;, zunächst der persischen, schiitischen Buyiden, später der türkischen Seldschuken. Der Seldschukische &amp;quot;Sultan&amp;quot; (=&amp;quot;Herrscher&amp;quot;) residiert in Isfahan und hat neben (oder über) dem Kalifen in Bagdad die faktische Macht der arabischen Welt.&lt;br /&gt;
An 1071 überrennen die Seldschuken das christlich-griechische Kleinasien.&lt;br /&gt;
1258 stehen die Mongolen vor Bagdad.&lt;br /&gt;
Das ist das Ende des Kalifats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Noch einmal zum Kulturtransfer: Die Aristoteles- (bzw. die gesamte Antiken-) Rezeption (Platon fehlt allerdings fast ganz) kommt ab 800 über die christlichen Aramäer ins Arabische - und von dort über Spanien zurück nach Europa. Die &amp;quot;Sarrazenen&amp;quot; (nach dem griechischen Namen eines arabischen Stammes auf dem Sinai) erobern und prägen Al-Andalus. Die &amp;quot;Reconquista&amp;quot; verleibt sich Gebiet, Kultur und Wissen (in einem bis 1492 andauernden Prozess) wieder ein.  &lt;br /&gt;
Ibn Ruschd lebt im 12. Jh. in Cordoba. Auch die von den Indern übernommene Mathematik wird als Wissenschaft weiter etabliert. Viele Begrifflichkeiten (&amp;quot;Algebra&amp;quot;; &amp;quot;Algorithmus&amp;quot;, ...) sind arabischen Ursprungs.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Manas&amp;diff=666</id>
		<title>Manas</title>
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		<updated>2015-07-08T20:17:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 14.Januar 2014 - 20:30 bei Andreas: Vorwort, Episode 1&lt;br /&gt;
* 21.Januar 2014 - 20:30 bei Matthias: Planung der weiteren Schritte&lt;br /&gt;
* 10.Februar 2014 - 20:30 bei Tiemo: Referate aus &amp;quot;12 Vorlesungen über die Geschichte der Türken Mittelasiens&amp;quot; &amp;amp; &amp;quot;Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 6.März 2014 - 20:30 bei Andreas: Referate zum Koran &lt;br /&gt;
* 24.März 2014 - 20:30 bei Matthias: Episode 1 &amp;amp; Anfang 2&lt;br /&gt;
* 12.Mai 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1453&lt;br /&gt;
* 12.Juni 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1862&lt;br /&gt;
* 7.Juli 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1120&lt;br /&gt;
* 14.August 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1940&lt;br /&gt;
* 6.Oktober 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/2486&lt;br /&gt;
* 6.November 2014 - 20:30 bei Andreas gelesen bis IV/1150, und Recherche- und Leseaufträge vergeben zu vorislamischer Religion und Alltagskultur&lt;br /&gt;
* 20.November 2014 - 20:30 bei Tiemo gelesen bis ungefähr IV/1543&lt;br /&gt;
* 4.Dezember 2014 - 20:30 bei Tobias - Lesen: Paul: Weltgeschichte, Position 1312 (Religion und Kunst) und Bajalojewa: Kirgisen, S. 11-26. Kontext: Totemismus-Wolf.[[Media:J_Paul_-Neue_Fischer_Weltgeschichte_-_Band_10_Zentralasien.pdf]] &amp;amp; [[Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf]] Gelesen bis 4/2197 (Ende des 4. Teils)&lt;br /&gt;
* 8.Januar 2015 - 20:30 bei Matthias. Gelesen bis 5/1176&lt;br /&gt;
* 12.Februar 2015 - 20:30 bei Tiemo. Gelesen bis Ende 5&lt;br /&gt;
* 26.Februar 2015 - 20:30 bei Andreas. Gespräch mit Kirgisischem Kulturverein vorbereitet. Zusammenfassung  [[Media:Scharlipp-Frühe-Türken-Zentralasien-1992.pdf]] von Andreas&lt;br /&gt;
* 19.März 2015 - 19 Uhr bei Tiemo. Treffen mit Kirgisischem Kulturverein. [[Fragen zu Manas für Experten]]&lt;br /&gt;
* 25.März 2015 - Kinofil [http://www.imdb.com/title/tt3456064 Flowers of Freedom]&lt;br /&gt;
* 26.März 2015 - 20:30 Uhr im Finnegans. Nachbesprechung des Treffens mit dem Kirgisischem Kulturverein.&lt;br /&gt;
* 28.Mai 2015 - 20:30 bei Matthias. Gelesen bis Teil 6&lt;br /&gt;
* 18.Juni 2015 - 20:30 bei Tobias - Gelesen bis Teil 7 bis 610&lt;br /&gt;
* 13.Juli 2015 - 20:30 bei Andreas - Höreffekt Tobi, Matthias Dschingis Khan, Andreas Elmira&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
Das Manas-Epos handelt von dem Kampf des mythischen kirgisischen Volkshelden Manas und seiner Gefährten und Nachkommen im 9. Jahrhundert gegen die Uiguren und ist das wichtigste Werk der klassischen kirgisischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Werk umfasst fast 500.000 Verse und ist damit zwanzig Mal so lang wie Homers Odyssee und Ilias zusammen. Über viele Generationen nur mündlich von Manaschis, hoch angesehenen, den türkischen Aşıklar ähnlichen Volkssängern in melodischem Redegesang überliefert, wurde das Epos erst 1885 schriftlich niedergelegt. Über seine Ursprünge gibt es verschiedene Ansichten: Manche Literaturforscher gehen vom 6. bis 10. Jahrhundert aus, andere vom 11. und 12., und wieder andere erst vom 15. bis 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute existieren mindestens 65 verschiedene gedruckte Versionen des Werks oder von Teilen davon. Eine neue Übersetzung des Gesamtwerks ins Englische durch Walter May wurde 1995, zum mutmaßlich tausendsten Jubiläum der Geburt von Manas, veröffentlicht und 2004 in zwei Bänden neu gedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des Epos werden heute bei festlichen Gelegenheiten gern und häufig von Manaschis rezitiert, normalerweise begleitet von einer oder mehreren Komuz, einer gezupften dreisaitigen Langhalslaute, die von den Musikern ausgesprochen virtuos gehandhabt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held Manas soll in den Ala-Too-Bergen in der Region Talas in im Nordwesten von Kirgisistan geboren sein. Ein Mausoleum einige Kilometer östlich der Stadt Talas soll seine sterblichen Reste bergen und ist eine beliebte Ausflugs- und Feststätte, wo seit 1995 im Sommer eindrucksvolle kirgisische Reiterspiele aufgeführt werden. Allerdings heißt es in einer Fassadenbeschriftung, dass das Mausoleum „... der ruhmreichsten der Frauen, Kenizek-Khatun, der Tochter des Emirs Abuka“ gewidmet sei. Der Legende zufolge soll Kanikey, die Witwe des Manas, diese Inschrift angeordnet haben, um die Feinde ihres Mannes irre zu führen und eine Grabschändung zu verhindern. Das Gebäude, bekannt als „Manastin Khumbuzu“ oder „Der Ghumbez des Manas“, wurde vermutlich 1334 errichtet. In der Nähe steht ein Museum, das Manas und seiner Legende gewidmet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhaltliche Zusammenfassung==&lt;br /&gt;
=== Teil 1 ===&lt;br /&gt;
====Geburt des Manas====&lt;br /&gt;
* 1-39: Beschreibung der Vorfahren des Manas und Hoffnung an seine Fähigkeiten.&lt;br /&gt;
* 40-72: Geburt Manas und Prophezeiungen und Bestätigung durch den schon sprechenden in der Wiege liegenden Manas - er will den Muslimen den Weg öffnen.&lt;br /&gt;
* 73-143: Beauftragung durch den Vater Jakyp Kan an Bakai Kan, Manas die Welt zu zeigen.&lt;br /&gt;
* 144-152: Bakai Kan bestätigt den Auftrag.&lt;br /&gt;
* 153-164: Kurzbeschreibung, welche Fähigkeiten Manas zum vierzehnten Lebensjahr erwarb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 2 ===&lt;br /&gt;
====Geburt des Alman Bet und Zusammenkunft mit Er Köktschö====&lt;br /&gt;
* 1-16: Geburt Alman Bets, als Sohn Kara Kans.&lt;br /&gt;
* 17-65: Held Köktschö begründet sein Volk und trifft dabei Alman Bet.&lt;br /&gt;
* 66-101: Die beiden Helden lernen sich kennen.&lt;br /&gt;
====Alman Bet wird Muslime und will Familie und sein Volk missionieren====&lt;br /&gt;
* 102-125: In der Rede zu religiösen Dingen ensteht der Wunsch Alman Bets, den Koran zu sehen.&lt;br /&gt;
* 125-164: Köktschö gibt Alman Bet die Möglichkeit den Koran zu lesen. Alman Bet will daraufhin Muslime werden&lt;br /&gt;
* 165-177: Alman Bet und Köktschö werden Freunde.&lt;br /&gt;
* 178-200: Alman Bet beschliesst, sein eigenes Volk, die Oirot, zu Muslime zu machen und inmitten der Muslimen flussaufwärts anzusiedeln (evtl metaphorisch gemeint).&lt;br /&gt;
* 201-231: Alman Bet reitet zu seinem Vater und versucht ihn zu überzeugen, dass Kara Kans Volk konvertiert.&lt;br /&gt;
* 232-274: Kara Kan bezeugt seinem Volk Treue und beauftragt sein Volk, Alman Bet zu töten, die sich in einen Hinterhalt legen. &lt;br /&gt;
* 275-306: Alman Bet tritt wiederum vor seinen Vater und versucht ihn zu bekehren, dieser lehnt aber ab und verstösst ihn.&lt;br /&gt;
* 307-335: Alman Bet spricht mit seiner Mutter, damit sie ihn nicht auch verstösse.&lt;br /&gt;
* 336-449: Beim Verlassen trifft er auf das im Hinterhalt liegende Heer, töte alle Fürsten der Oirot.&lt;br /&gt;
====Alman Bet lebt bei Er Köktschö, fällt aber nach einiger Zeit in Ungnade====&lt;br /&gt;
* 450-511: Alman Bet bietet sich als Freund und Unterstützer für Köktschö an und wird von diesem auch zu sich eingeladen (die Teile der Familie nomadisieren zusammen).&lt;br /&gt;
* 512-552: Das Volk und vorallem die Frauen bereiten sich auf die Ankunft Alman Bets vor.&lt;br /&gt;
* 553-590: Begrüssung Alman Bets durch die Frauen Köktschös&lt;br /&gt;
* 591-619: Kleine Zwistigkeit zwischen Köktschö und seiner Frau Ak Erkätsch, weil sie sein Pferd nicht hält bei seinem Absteigen.&lt;br /&gt;
* 620-697: Alman Bet wird besonders gut bewirtet und ihm wird eine Schlafstätte zugewiesen - am nächsten Morgen werden ihm zum Frühstück sogar zwei Stuten geschlachtet.&lt;br /&gt;
* 698-719: Alman Bet lebte nun bei Köktschö und mehrte so seht den Wohlstand der Sippe, dass bei den Gefährten Köktschös Neid entstand.&lt;br /&gt;
* 720-759: Die Gefährten intrigieren indem sie Alman Bet vor Köktschö bezichtigen, Ak Erkätsch des nachts beigewohnt zu haben.&lt;br /&gt;
* 760-827: Köktschö lässt nach Alman Bet rufen, bevor dieser jedoch zu ihm reitet, offenbart er seine Verwirrung dem Vater Köktschös. Bei Köktschö wird er missachtet umd tritt einer verwirrten Gesellschaft gegenüber.&lt;br /&gt;
* 828-856: Alman Bet werden Vorwürfe gemacht, ob er seinen Gastgebern vieles entwenden würde und ob Ak Erkätsch sich ihm ergeben hat.&lt;br /&gt;
* 857-863: &amp;quot;Gegen Gott hilft keine List&amp;quot; und Verlangen nach Brandwein - evtl. ein Eingeständnis&lt;br /&gt;
====Almat Bets Abkehr von Köktschö, Kötschkös Frau Ak Erkätsch spielt eine Rolle====&lt;br /&gt;
* 864-892: Köktschö bittet Alman Bet darum, Pferde und Kleidung für die Abreise zu erbitten, doch Alman Bet bittet um Köktschös eigenes Pferd und seine Kleidung.  &lt;br /&gt;
* 893-914: Diskurs über die Frage, wonach Alman Bet bitten dürfte (Blauer vs. gelber Schecke und ähnliches).&lt;br /&gt;
* 915-927: Köktschtö fragt, warum Alman Bet nicht geht.&lt;br /&gt;
* 928-999: Eskalation des Gesrpächs bis zur Verfluchung und Racheandeutung.&lt;br /&gt;
* 1002-1002: Alman Bet kündigt die Freundschaft auf.&lt;br /&gt;
* 1003-1006: Alman Bet zieht ab.&lt;br /&gt;
* 1007-1059: Ak Erkätsch macht sich hübsch und bietet Alman Bet ihre Hilfe an, Köktschö umzustimmen, Alman Bet doch das passende Pferd und die passende Kleidung zu geben.&lt;br /&gt;
* 1060-1094: Ak Erkätsch erklärt Köktschö, dass er zugrund gerichtet wird, wenn er Alman Bet ohne die erbetenen Dinge ziehen lässt. Köktschö soll Alman Bet auch erst am achten Tag entlassen, auch der Götter (&amp;amp; Kydir) wegen.&lt;br /&gt;
* 1095-1099: Köktschö will sich nicht überzeugen lassen, auch wenn Ak Erkätsch ihn verliesse.&lt;br /&gt;
* 1100-1110: Ak Erkätsch sagt ihm, dass Alman Bet ansonsten gewaltsam ihm sein Pferd entreissen würde und er Pferschaaren verlieren würde.&lt;br /&gt;
* 1111-1114: Köktschö will seinen blauen Schecken und den blauen Panzer an Alman Bet übergeben und lässt nach ihm rufen.&lt;br /&gt;
* 1115-1123: Alman Bet ist aber betrunken und lagert laut den Freunden im Schatten einer Tanne.&lt;br /&gt;
* 1123-1132: Bei genauer Prüfung durch Ak Erkätsch ist er aber dann doch bereits fortgeritten - anstelle des blauen Falben nun mit einem Fuchs.&lt;br /&gt;
====Manas und Alman Bet kommen zusammen====&lt;br /&gt;
* 1132-1134: Mamas hat einen Traum&lt;br /&gt;
* 1135-1172: Auflistung der herbeigerufenen Gefährten&lt;br /&gt;
* 1172-1215: Jakyp, Vater des Mamas, soll den Traum deuten; in-Aussicht-Stellung von Belohnung, verbunden mit Drohung (&amp;quot;deutet richtig er den Traum... Deuten meinen träum er falsch...&amp;quot;; (1206/1209). Deutet der Vater den Traum falsch, kommt dessen Sohn(!) nach Sibirien, USW (1210);&lt;br /&gt;
* 1216-1297: Manas selbst macht sich zum Vater auf, mit Paradepferd prunkpanzer und legendärem Schwert, wiederholt das brimborium um den Traum, erneuert die Drohung bei fehldeutung (1283ff). Das Volk hat schon Angst um den Vater (und auch die Mutter)-scheinbar nicht zu unrecht.&lt;br /&gt;
* 1298-1312: entspann adschy bai  (&amp;quot;der verwirrtes stets gelöset...&amp;quot;) die Situation: manas soll seinen Traum doch erstmal schildern.&lt;br /&gt;
* 1313-1328: tut manas das endlich (Inhalt: Wild und geflügel fällt tot um, wenn Mamas mit Hund und Pferd zur Jagd geht...!?)&lt;br /&gt;
* 1329-1360: nimmt Adschy Bai die Gefahr auf sich, den Traum zu deuten: &amp;quot; eines Fürsten trefflich Kind ... Wird wohl bei dir sich niederlassen.&amp;quot; (1343-46)&lt;br /&gt;
* 1361-1435: ist Manas begeistert, schenkt Adschy seinen Panzer, erweitert die Deutung dahingehend, dass er &amp;quot;des Fürsten Kind&amp;quot; als Alman Bet identifiziert.Es werden Vorbereitungen getroffen, dem Helden entgegenzufiebern, obgleich man nicht weiß, ob der in friedlicher Absicht kommt.&lt;br /&gt;
* 1436: beginnt der Zug des Heeres, dem Alman Bet entgegen.&lt;br /&gt;
* 1436-68: eine Teezeremonie&lt;br /&gt;
* 1497: macht Manas einen Reiter in de Ferne aus.&lt;br /&gt;
* 1513: erspäht auch Alman Bet etwas, dem er folgt und erkennt 1540-48, daß er einem Größeren, Mächtigerem folgt.&lt;br /&gt;
* 1553-1576: trifft Manas Vorbereitungen zum Empfang des Fremden, von dessen Absichten man noch nichts weiß.&lt;br /&gt;
* 1577: kommt Alman Bet, (Und ab hier drängt sich mir der Vergleich mit der Ankunft Siegfrieds bei den Burgundern auf) fängt eine Lerche im Galopp, verweigert das Gespräch mit dem Empfangskommittee, will nur mit dem Fürsten sprechen, wird 1648 von Adschy Bai tatsächlich zu Manas vorgelassen. Das Ganze hätte auch fürchterlich schiefgehen können. Der Text deutet es an&lt;br /&gt;
* 1609-1610: &amp;quot;Alman Bet und Held Manas, wie nur werden sie sich grüßen?&amp;quot;- per Handschlag oder per Schwertstreich... Und in Alman Bets fatalistischem Ausruf, als er bei Manas eintritt: &amp;quot;Gottes Wille ist&#039;s, wer kann gegen seine Macht sich stemmen?&amp;quot;(1642/43) -tut es aber nicht!&lt;br /&gt;
* 1690: Herzliche Begrüßung&lt;br /&gt;
* 1700-1704: Teezeremonie&lt;br /&gt;
* -1745: Kostbare Geschenke des Manas, die Alman Bet aber nicht annimmt, mit Ausnähme eines Pferdes (1745)&lt;br /&gt;
* -1757: Manas will jetzt einen Wettstreit veranstalten (1757  ff) Jakyp Bai soll alles richten. Dieser verunsichert die Boten ab 1800 mit seinen Nachfragen nach deren Kenntnis der Herkunft ihres Volkes. Die sind unwissend. Jakyb deutet Überlegenheit Alman Bets an (1812/13); Wettreiten&lt;br /&gt;
* 1831-39: wer ist Gewinner?&lt;br /&gt;
* 1841-1862: kommt Mutter des Manas. Anblich des Manas uns Alman Bets erzeugt bei ihr Milchfluß. Alman Bet schlägt vor, daß jeder der beiden aus einer Brust trinke möge. Sie tun das und erzeugen so eine Brüderschaft, welche sich durch das anschließendßende Zechen verfestigt oder geradezu erst wirksam wird (1862)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 3 ===&lt;br /&gt;
====Der erste Tod Manas im Kampf mit Köktschö====&lt;br /&gt;
* 1-351: Kampf zwischen Manas und Köktschö. Der Anlass des Kampfes ist unklar. 185ff.: Manas begehrt Köktschös Pferde und Herden, will sie zusammentreiben und Alman Bet geben. Hatto (73-74) verweist auch auf I,2: Köktschö behandelt Alman Bet zunächst als Nicht-Muslim in kritischer Distanz. 411-459: Manas sagt dem Zaren, dass er wegen Alaman Bet, dem K. Pferde verweigerte, ausritt und Köktschös Herden raubte.&lt;br /&gt;
* 10ff.: Manas beugt sich vor dem (russischen) Zaren, zugleich Lob von Manas&#039; Heldenkraft.&lt;br /&gt;
* 161ff.: Manas dringt auf einen tödlichen Zweikampf mit K., mit Flinte und Schwert.&lt;br /&gt;
* 232ff: Manas trifft nicht, wird selbst von K. ins Herz getroffen, schlägt angeblich heilende Medizin von Köktschö aus und flieht.&lt;br /&gt;
* 281-284: Manas betet: &amp;quot;In der Hand des Schöpfers stand er, in dem Schutz des weissen Zaren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 285-324: Manas ruft seine Freunde an, verbringt 20 Nächte &amp;quot;unterhalb der Erde&amp;quot;, im &amp;quot;Jenseits&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 325-350: Unklarer Handlungsanschluss. K. stoppt den fliehenden Manas, der, K. selbst verfehlend, mit demselben Schwerthieb dessen Pferd erlegt.&lt;br /&gt;
* 351-375: Manas übergibt Alman Bet die Herde, reitet zum weißen Zaren.&lt;br /&gt;
* 376-513: Gespräch mit dem Zaren.&lt;br /&gt;
====Manas will eine Frau - Kanykäi====&lt;br /&gt;
* 514-660: Manas kehrt zu seinem Vater Jakyp Bai zurück. Gespräch mit seinem Vater.&lt;br /&gt;
* 563ff.: Manas will eine Frau von seinem Vater. &amp;quot;Ruht&#039; noch nie in Mädchen Armen&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 661-744: Jakyp begibt sich auf Brautsuche. Reitet zu Temir Kan. Spricht zunächst mit Mängdi Bai, der zu Temir Kan gehört und als Unruhestifter beschrieben wird. Jakyp fragt nach der Tochter Temir Kans, Kanykäi, (schon in 632-633 vor Jakyp als Manas&#039; mögliche Braut erwähnt) und sagt, er hätte vorher (?) schon vergeblich der Chinesen, Perser, Kirgisen und Inder Volk nach schönen Frauen durchstreift.&lt;br /&gt;
* 744-763: Mängdi Bai reitet zu Temir Kan, um ihm Jakyps Bitte zu vermitteln, kritisiert dessen Anliegen aber (er hätte keine Brautgeschenke mitgebracht etc.).&lt;br /&gt;
* 764-1003: Temir Kan beschimpft Bai als &amp;quot;zum Zank geborenen Sklaven&amp;quot;, reitet zu Jakyp. Kan will Manas seine Tochter nur geben, wenn Manas mit dem &amp;quot;Schießen, Schlagen und Stechen&amp;quot; aufhört, Jakyp empört sich, sagt Kan, dass Manas sich seine Tocher mit Gewalt holen könnte. Daraufhin berät sich Kan mit seiner Frau und seiner Tochter, Bai und Fürsten. 937ff.: Nachdem Bai wieder Jakyp kritisiert hat, verweisen die Fürsten auf Manas&#039; Stärke, raten, Jakyp ehrenvoll zu empfangen, und fordern, dass Manas Brautgeschenke bringt. &lt;br /&gt;
* 1004-1120: Jakyp reitet zu Manas zurück, dieser akzeptiert die Forderung nach Brautgeschenken und macht sich mit seinen 40 Freunden auf den Weg zu Temir Kan.&lt;br /&gt;
* 1121 - 1160 Mengdi Bai meldet Temir Kan den Manas und seine vierzig Freunde, die jedoch nicht auf Kriegszug sind, sondern Brautgeld für Kanykäi in Form von Pferden bringen. Die Herden müssen zur Erfüllung des Brautpreises vier Täler füllen. &lt;br /&gt;
* 1161 - 1199 Mengdi Bai bewirtet in seinem Haus nur die vierzig Freunde des Manas mit Honigbranntwein, während Manas allein in der Steppe bleibt und in der Hitze Durst leidet.&lt;br /&gt;
* 1200 - 1233 Die Gefährten bemerken, dass Manas allein in der Steppe verblieben ist und eilen um Vergebung bittend zu ihm. Dieser will entgegen ihrer Befürchtungen seine Gefährten jedoch nicht töten, sondern nur zu Verstand bringen. Darauf errichten sie ihm in der Steppe ein Zelt mit vierzig Flügeln.&lt;br /&gt;
* 1234 - 1259 Die Schwägerinnen / Brautgeschwister der Kanykäi kommen geschmückt zu Manas, der Gold und Silbergeld in Fülle vor ihnen ausbreitet.&lt;br /&gt;
* 1260 - 1279 Manas reitet allein zum Zelt der bislang unberührten Kanykäi. Dort isst er unbemerkt von ihrem Honig, trinkt Kumiss und &amp;quot;drückt das im Schlaf versunkene Mädchen heftig an sich&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* 1280 - 1331 Die Fürstentochter Kanykäi erwacht und zieht ein Messer. Sie fordert den ihr unbekannten Manas auf, sie loszulassen und vom Lager aufzustehen. Als dieser sich als Manas vorstellt, welcher unzählige Stuten hergetrieben habe, fragt sie ihn, ob er einer der Hirten ihres Vaters sei. Als Manas die Kanykäi nun als verzärtelt bezeichnet, zerschneidet diese sein Gelenk am Unterarm mit ihrem Messer.&lt;br /&gt;
* 1332 - 1380 Manas tobt und will nun lieber Junggeselle bleiben. Er bezeichnet Känykäi als Metze und Schlechteste ihres Volkes. Er will an ihr Rache nehmen und sie selbst Tiere hüten lassen.&lt;br /&gt;
* 1381 -1419 Die Schwiegermutter versucht noch erfolglos, zwischen Manas und Kanykäi zu vermitteln. Da ihm aber ein Weib widersprochen hatte, steigt Manas mit seinen vierzig Gefährten noch in der Nacht zu Pferde.&lt;br /&gt;
* 1420 - 1480 Die Diener von Manas treiben die Pferde Jakyp Kan´s und Temir Kan´s weg. Manas Gefährten - allen voran Alman Bet - dringen alles niederstechend auf das Heer Temir Kan´s ein, um Kanykäi gewaltsam zu holen.&lt;br /&gt;
* 1481 - 1529 Kanykäi ahnt ihr Verderben, legt als Friedensstifterin seidene Kleidung an und bringt vierzig Mädchen den Gefährten des Manas zum Geschenk. Manas sieht die von ihm als &amp;quot;schlechte Dirne&amp;quot; bezeichnete Kanykäi mit ihren vierzig Mädchen als Beute kommen und lässt sogleich vierzig Lager errichten, um die Gefangenen &amp;quot;zu greifen, bei den Handgelenken zu fassen und zur Besinnung zu bringen&amp;quot;.  &lt;br /&gt;
* 1530 - 1541 Kanykäi fleht zu Manas und bietet diesem sogar an, ihr ( der Dirne ) doch die Zunge abzuschneiden, wie man einem fliehenden Vogel die Federn abschneidet. Manas merkt, dass Kanykäi nun &amp;quot;zu Sinnen gekommen&amp;quot; ist und stellt klar, dass Vögel sich nur fliegend auf ein Zelt setzen.           &lt;br /&gt;
* 1542 - 1626 Das Mädchen in der Jurte Alman Bet´s ist hässlich, weshalb dieser eine andere fordert, da er mit Manas doch gleichgestellt sei. Kanykäi fordert daraufhin Altyn Ai auf, sich für Alman Bet so glänzend schön zu machen, dass dieser staunend in Ohnmacht falle. &lt;br /&gt;
* 1627 - 1679 Temir Kan sammelt seine Reichtümer um sie Manas ebenso wie sein Mädchen zu geben. Mengdi Bai will ihn abhalten und berichtet Temir Kan, dass dessen Tochter Kanykäi dem Manas widersprochen habe. Da habe dieser das Volk vernichtet und dessen Habe geraubt. Manas habe der Kanykäi die beredte Zunge ausgerissen und sie &amp;quot;wie ein Schaf zu Schand gebracht&amp;quot;. Dafür sollte Temir Kan den Manas umbringen. Temir Kan weist Mengdi Bai jedoch zunächst an, 90 Kamele mit Gold, Silber und Seide zu überbringen.&lt;br /&gt;
====Der Tod des Manas - initiiert durch den Mengdi Bai - den Gefährten des Brautvaters====&lt;br /&gt;
* 1680 - 1699 In ihrem Haus diesseits vom Kalmückenvolke befielt Mengdi Bai den beiden Dieben Köktschö Kös und Kamang Kös dem Manas vergifteten Honig-Branntwein darzubieten. Diese stellen daraufhin ein Zelt auf, in dem der eintreffende Manas den vergifteten Branntwein trinkt. &lt;br /&gt;
* 1700 - 1791 Manas versagt die Kraft und er ruft sterbend seine Genossen. Diese fragen ihn, wo sie ohne ihn leben sollen. Er rät ihnen, sich nach seinem Tod den Russen zu ergeben, da es unter dem mächtigen Zaren allen gut gehe und dort stets Recht geschehe. Dann entschwindet die &amp;quot;Fliegenseele&amp;quot; des Manas zu der &amp;quot;wahren Heimat&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* 1792 - 1807 Die vierzig Gefährten errichten ein Grabgebäude für Manas und beerdigen ihn darin nach Trauerfeierlichkeiten mit diversen Opfergaben. &lt;br /&gt;
* 1808 - 1942 Die Gefährten reiten zu Jakyp Kan und berichteten vom Tod des Manas. Sie fordern ihn auf, nicht vor Trauer zu versinken und wie früher zu Lebzeiten des Manas zu handeln. Sie und insbesondere Alman Bet würden noch leben und ihm eine Stütze sein. Jakyp Kan erinnert daran, dass Alman Bet an allen Unternehmungen des mit ihm vertrauten Manas beteiligt war, aber diesem stets der Ruhm blieb. Wenn der von Manas stammende Wohlstand abnehmen werde, müsse er, Jakyp Kan, fortziehen und aus Not auf die Suche gehen.      &lt;br /&gt;
====Nach Manas Tod====&lt;br /&gt;
* 1955 ff Manas ist tot, Jakyp regelt die Nachfolge (u.a. 1971 f: &amp;quot;den Befehl bei Kriegeszügen übergebet Alman Bet&amp;quot;). Obwohl es zunächst nicht den Anschein erweckt, leidet Jakyp doch sehr am Verlust des Sohnes (2019). Manas&#039; Tod hat auch materielle Folgen (2026 &amp;quot;der Reichtum nahm jetzt ab&amp;quot;, Jakyp, &amp;quot;wackelnd wie ein Trappenvogel... Will in Armut weiterleben&amp;quot; 2034 ff). Wir lernen 2043 ff. etwas über das Leben an einem Fürstenhof: Manas&#039; Schwester hat offenbar nie das Haus verlassen - ein Privileg! Kanikäi, von Manas einst geraubt und vergewaltigt, pflegt offenbar die ganze Familie (2063 ff).&lt;br /&gt;
* Ab 2070 kommen die Tiere des Manas ins Spiel: der Falbe, der Falke, der Jagdhund. Diese drei Leiden ernstlich unter dem Verlust des Manas und wiederum &amp;quot;von der Stimme dieser dreie wurden tief erregt die Herzen Aller&amp;quot; (2101 f)&lt;br /&gt;
====Manas Wiedergeburt====&lt;br /&gt;
* 2106: Und so schickte Gott der Herr seine Engel - das zurechtzurücken! Sollte es ein Guter gewesen sein, der da verschieden ist, so soll er wiederauferstehen. Die Engel treten aus das Grab und es wird zum Weißen Haus (2184 f). &amp;quot;manas Stand lebendig auf.&amp;quot; (2188), weiß zunächst wohl nicht, dass er tot war (2200).&lt;br /&gt;
* 2203: Kanykäi sieht ihn im Traum, woraufhin Jakyp 2240 die 40 Gefährten des Manas holen lässt.&lt;br /&gt;
* 2252 ff. wird klar, dass die drei Tiere nicht mehr sind, wo sie waren - der eigentliche und endgültige Schock für Jakyp (2280-90). Jako ist übrigens 80 Jahre alt (2308 - oder 90 (2327)) steigt aber aufs Pferd und reitet zu Alman Bet (2338). Die 40 nehmen seine Hoffnungen und Sorgen nicht so ernst wie erhofft (2372. f) - &amp;quot; Jakyp ritt zurück jetzt wieder&amp;quot; (2392).&lt;br /&gt;
* 2454 wird der Koran als Bezugsquelle ausdrücklich erwähnt. Man entdeckt 2466 ff, dass das Grab durch eine Art Palast ersetzt ist und findet auch die Tiere, außerdem den Manas - bei ihm natürlich &amp;quot;ein trefflich schönes Mädchen&amp;quot; (2487). Manas weiß zunächst nicht, wer er einst gewesen, ist &amp;quot; ein anderer geworden&amp;quot;(2542-48), erkennt dann aber Frau, Vater, Mutter, deren Milch er wieder trinkt (2621). &lt;br /&gt;
* 2636-46: Bestätigung der ruhmreichen Rolle Kanykäis während Manas&#039; Abwesnheit. Für diesen scheint seinen Auferstehung eine Läuterung gewesen zu sein: &amp;quot;Die bescheerte Speise essend, über alle Völker herrschend, sich vom Zaren Segen holend,lebtenherrlich jetzt Manas, alle Feinde flohen ihn,so erreichte er sein Ende.&amp;quot;(2681-86) - Bis ans Ende seiner Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 4 ===&lt;br /&gt;
====Die Planung einer Totenfeier bei Bok Murun und Manas Rolle dabei====&lt;br /&gt;
* 1 ff: Bok Murun soll eine Gastmahl zu Ehren des Abgangs von Kan Kökötoi veranstalten und bestimmt den Boten die Gästeliste und die Forderungen an die Gäste. Wenn die Gäste nicht kommen, sollen sie gezwungen werden.&lt;br /&gt;
* 65 ff: Es werden die Gäste genau umschrieben - unter ihnen auch Manas, Köktschö, Chinesen, Russen - Freund und Feind.&lt;br /&gt;
* 175 ff: Bok Murun berät sich, wie er das Fest bereiten soll, was Mahl, Pferderennen, &amp;quot;wie das Himmelreich gewinnen&amp;quot;, wo die Gäste versammeln und wie die Reise zur Vorbereitung des Festes unternehmen.&lt;br /&gt;
* 245 ff: Jemand (Manas?) wird als Hitzkopf beschrieben, der kommen mag wenn er will.&lt;br /&gt;
* 252 ff: Perspektivwechsel auf die Boten, die die Gäste einladen - Manas (zusammen mit Alman Bet); Umgang mit den Boten; die Boten erwarten den Tod; Manas spricht nicht zu ihnen.&lt;br /&gt;
* 281 ff: Wegen eines schlechten Spiels mit Alman Bet ist Manas stark erzürnt; Alman Bet versucht ihn zu besänftigen, aber Manas erkärt die Notwedigkeit seiner Taten wider dem Boten. Der Bote wird letzlich durch Manas Gefährten gevierteilt.&lt;br /&gt;
* 383 ff: ƒAm nächsten Morgen ruft er nur in Hemd und Unterhosen alle 40 (?) Gefährten zum Aufbruch und Ritt zu Bok Muruns Gastmahl; Beschreibung von Einzelheiten des Aufbruchs (Zelt, Tigerdecke, etc.)&lt;br /&gt;
* 395 ff: Manas bechreibt, dass man sich die Beute hole, sollte man nichts (im Pferderennen?) erringen können.&lt;br /&gt;
* 405 ff: In der Nähe des Gastmahls (die Muslime und Gjauren von weitem sehend) erkennt er den Kampf zwischen den Gästen und will sie auseienander treiben.&lt;br /&gt;
* 438 ff: Die Beschreibung der Kämpfe, in die sich Manas einmischt und alle vertreibt bzw. besiegt und so die Kämpfe beendet.&lt;br /&gt;
* 473 ff: Vier Tage später kommt Bok Murun (oder Koschoi?) zu Manas; Manas klagt seine Verspätung an, doch Bok Murun versucht ihn zu besänftigen.&lt;br /&gt;
* 520 ff: Bok Murun befragt Koschoi , wie das Fest zu bereiten sei und wie die Gjauren und Muslime zu gewinnen (gegen sie gewinnen?); &amp;quot;Manas mög die Haufen ordnen;&amp;quot;Manas verweigert den Auftrag (obwohl doch schon erledigt???).&lt;br /&gt;
* 540 ff: Sprung zur Ankündigung der Pferderennen durch Uerbü, was aber Manas wiederum so erzürnen lässt, dass er Uerbü jadt.&lt;br /&gt;
* 584 ff: Kan Koschoi soll die Ordnung des Festes bestimmen; Koschoi lehnt aber ab, da es ihn nicht interessiert; Manas macht daraufhin seinen Vorschlag, wie das Fest organisiert sein soll (Fest und Rennen erst im Frühling als Vorschlag); Koschoi stimmt zu.&lt;br /&gt;
* 616 ff: Lange Beschreibung der Pferde, die die Späher beim Abritt beobachten, und Beschreibung des herbstlichen Abrittes.&lt;br /&gt;
* 773 ff: Währen Bok Murun sein Volk &amp;quot;besichtigt&amp;quot;, verlangt der Fürst der Chinesen Kongyr Bai das Pferd Bok Muruns Manykär und droht ansonsten.&lt;br /&gt;
* 808 ff: Bok Murun will sich mit seinem Volk beraten. Man rädt ihm, sich wiederum mit Manas zu beraten.&lt;br /&gt;
* 828 ff: Manas berichtet von ähnlichen Geschichten und berät. Abschluß:&amp;quot;Was (Warum etwa) willst du ihm dieses geben&amp;quot;&lt;br /&gt;
====Das Fest beginnt mit verschiedenen Wettkämpfen====&lt;br /&gt;
* 917 ff: Das Fest beginnt mit einem Wettlauf, zu dem Joloi eine Alte schickt, die drei Monate rennt und am Ende die Mitläufer betrunken macht und so fast gewinnt; Er Töschtük gewinnt aber dann doch.&lt;br /&gt;
* 976 ff: Als nächste gibt es einen Ringkampf; als Preis 60 Pferde; Manas versucht jemanden zu finden, der für ihn kämpft gegen Held Joloi.&lt;br /&gt;
* 1110-1149: Ein Kämpfer ist gefunden - Koschoi; Manas bittet ihn, besondere Hosen, die Manas hat fertigen lassen, zu tragen.&lt;br /&gt;
* 1150-1165: Koschoi zieht sich die Lederhosen an.&lt;br /&gt;
* 1166-1181: Koschoi will Manas&#039; Hosen auch nach dem Kampf, sollte er gewinnen, behalten.&lt;br /&gt;
* 1186-1258: Der Ringkampf zwischen Koschoi und Joloi. Koschoi gewinnt, nachdem er, von Joloi auf den Boden gedrückt, vom ergrimmten Manas mit der Knute geschlagen worden ist.&lt;br /&gt;
* 1259-1341: Bok Murun ruft zum Lanzen-Wettkampf zu Pferd. Manas gewinnt gegen Kongyr Bai,&amp;quot;dem Fürsten Chinas&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 1342-1402: Bok Murun bindet ein Kamel an einer Grube mit 60 Silberbarren (Jamben) an - es ist der Gewinn - und fragt, wer es &amp;quot;mit den Zähnen lösen könnte&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 1349-1404: Als Orongo, eine Frau &amp;quot;vom Heidenvolke&amp;quot;, es tief gebückt zu lösen versucht, wird sie von Koilu Bai &amp;quot;wie von einem jungen Stier&amp;quot; penetriert. Ausführliche Beschreibung der Szene. Orongo kriegt schließlich den Preis.&lt;br /&gt;
====Das Pferderennen====&lt;br /&gt;
* 1405ff. : Pferderennen nach Kokand. Das zieht sich bis 1550. Manas (der &amp;quot;wilde Trotzkopf&amp;quot; (z.B. 1483 oder 1532) geht ab 1533 in Führung. Dem überholten Joloi wird sein wunderpferd atsch Budan getreten und umgestoßen.&lt;br /&gt;
* Also (1555) entsteht ein &amp;quot;wilder Kampf&amp;quot; mit Lanzen, Beilen, Schwertern, Bögen. Joloi macht Beute 1565 f).&lt;br /&gt;
* Alman bet wird verwundet (1576 ff), wird sogar leicht kritisch gegenüber manas (1605 ff), fängt sich aber prompt einen Auftrag ein: (1615 ff) alman bet soll die Waffen des manas vom Waffenschmied holen. Auch zu köktschö soll er reiten, den (uns bekannten) blauen Schecken holen.&lt;br /&gt;
* Anschließend kann er gleich weiter zu jamgyrtschy um dessen Korallen einzusammeln. An zwei weiteren Stationen soll alman bet dann schließlich noch Segen holen - und los geht&#039;s. Der Schmied namens tökkör liefert (1665 ff). Der &amp;quot;Trotzkopf&amp;quot; manas tituliert den Waffenschmied beständig &amp;quot; Hitzkopf&amp;quot; (1683 ff). Köktschö hingegen scheint den Schecken zu verweigern.&lt;br /&gt;
* Die vierzig Freunde machen sich auf, das gerade zu Rücken (1700 ff). Aber auch des joloi pferdeherden will manisch schnappen (1720ff) und zwar mit List und Tarnung (1725 f).&lt;br /&gt;
* Wieder einmal soll es alman bet richten (1731f). Der kundschaftet das aus und empfiehlt die Tat.&lt;br /&gt;
* In Vorfreude auf den Sieg gegen joloi macht Manas sich Gedanken über die Belohnung für den Schmied&lt;br /&gt;
* (1757-1775): Pferde und Frauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Kämpfe und Frauenraub====&lt;br /&gt;
* 1779 ff. hat Jolois Frau einen Traum: sie sieht Manas und das Unheil kommen. Joloi hört aber nicht auf sie (1807 ff), will im Gegenteil selber angreifen, seinerseits Frauen rauben (1836 ff).&lt;br /&gt;
* Jolois Frau wendet sich an den Sohn. Dieser soll dem Manas folgen, der sich (im Traum oder Wahrheit) die Pferdeherden schon genommen zu haben scheint - wie sie richtig sieht in Reaktion auf den Diebstahl ihres Mannes beim Trauertest des bok morun (1668 ff).&lt;br /&gt;
* Die söhne bitten joloi, auf die Verfolgungsjagd gehen zu dürfen (1875 ff). Der will aber selber in den Kampf.&lt;br /&gt;
* Lässt sich aber vorher noch durch den targyl tas mittels gebrannter Schulterblätter die Zukunft weissagen (1902 ff). Dieser rät eindringlich ab (1905-1920). Joloi ist erzürnt, will trotzdem los. Targyl warnt erneut (1931 ff). &amp;quot;Doch joloi folgt seinem Wort nicht&amp;quot; (1946), sondern trinkt einen und schwankt in den Kampf (1950 ff). &lt;br /&gt;
* 1958: Perspektivwechsel! Wir sind jetzt wieder bei manas. Angriff auf joloi, den manas 2012 erblickt.&lt;br /&gt;
* 2027 ff. warnt targyl den betrunkenen joloi erneut. Doch der hört natürlich erneut nicht, spaltet vielmehr dem Warner Den Kiefer (2043).&lt;br /&gt;
* So ist er, unser &amp;quot;kan joloi... der den Stier als Muster nahm sich&amp;quot; (2049 f).&lt;br /&gt;
* Manas der tiegergleiche jagt jetzt Joloi, den bergegleichen (2054 ff).&lt;br /&gt;
* Gemeinsam mit Llman Bet tötet Manas den Joloi letztlich und &amp;quot; zog des Weges weiter&amp;quot;(2084).&lt;br /&gt;
* Die Söhne Jolois wollen Rache, werden aber beide von Alman Bet getötet (2108).&lt;br /&gt;
* Alman Bet berichtet das dem Manas und der befiehlt: &amp;quot;Lasst Jolois Volk uns nun vernichten&amp;quot; (2131).&lt;br /&gt;
* Auch der Schmied soll natürlich, wie versprochen, belohnt werden.&lt;br /&gt;
* Die versprochenen Frauen für den Schmied und seinen Sohn werden dann auch gefangen (2166 ff). &amp;quot;Hier ist meine Schuld getilgt&amp;quot; sprach Manas (2178), sucht jetzt Muße bei Kaniykäi, deren weiches Fleisch er fasst. Als er aufwacht, schreit er aus Herzenslust und erfüllt sein Wort dem Schmied gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 5 ===&lt;br /&gt;
====Manas Frauen und Kanykäis Warnung====&lt;br /&gt;
* 1-40: Jakyp Bai denkt über den Wert von Manas drei Frauen (Kara Börük, Akylai und Kanykäi) nach und hält Kanykäi für die wertvolllste.&lt;br /&gt;
* 41-158: Manas will den Wert von Kanykäi auf die Probe stellen und reitet mit seinen &amp;quot;vierzig Freunden&amp;quot; zu ihr. Kanykäi weiß davon und breitet sich mit zwei Dienerinnen vor. Sie bietet allen reichlich Branntwein an, kleidet sie in &amp;quot;Panzer&amp;quot;, von denen &amp;quot;Flintenkugeln abprallen&amp;quot;, gibt ihnen besondere Stifel und Sättel. Manas bleibt wohl recht lange dort, bis zum &amp;quot;Herbstes grauen Reif&amp;quot;. Während dieser Zeit werden die Pferde fett und die Helden träge.&lt;br /&gt;
* 159-235 : Manas will zu den Kalmücken unter der Herrschaft Ai Kans reiten, um dort &amp;quot;Kunde&amp;quot; zu erhalten. Kanykäi warnt ihn vorher, dass für die Pferde gerade ein Unglücksjahr ist, es ist zugleich das Jahr von Manas&#039; 25. Geburtstag. Manas pfeift drauf, wird wütend und schlägt sie mit der &amp;quot;geflochtenen Knute&amp;quot;, bis sich die Nähte ihres Hemdes lösen. Daraufhin lacht Kanykäi und wünscht ihm eine gute Heimkehr, verweist aber wieder auf das bevorstehende Unglück. Manas ist erneut erbos, verflucht sie, darauf verflucht Kanykäi Manas. Manas reitet ab. &lt;br /&gt;
* 236-273: Kanykäi schickt einen Boten zu Manas, der ihn an das Unglücksjahr und ausstehende Opfergaben erinnern soll, Manas achtet nicht darauf.&lt;br /&gt;
====Der Bruder des Manas - Kös Kaman====&lt;br /&gt;
* 274-575 : Alman  Bet sieht recht erschreckt, dass ein &amp;quot;Heide ohne Bart&amp;quot; auf sie zugeritten kommt. Der &amp;quot;Freund&amp;quot; Kyrgyn soll erkunden, wer er ist. Es ist ein &amp;quot;Knabe&amp;quot;. Als sich beide treffen, verstehen sie einander zunächst nicht. Dann kommt auch Alman Bet angeritten. Fragt den Knaben, nach Kyrgyn, erneut nach seinem Namen und seiner Herkunft. Der Knabe präsentiert sich als Bote des Kös Kaman, eines Bruders von Jakyp Bai, der in die Hände der verfeindeten Kalmücken fiel, als Bai sechs Jahre alt gewesen ist. Kaman soll anschließend unter Chinesen und den &amp;quot;Kyrym&amp;quot; gelebt und fünf Söhne haben. Der Knabe fordert einen Lohn für seine Nachricht. Alman Bet reitet jetzt zu Manas und berichtet vom Boten. Manas meint, nichts von Jakyp Bais Bruder zu wissen, will den Boten selbst sehen, der anschließend von Bet zu ihm gebracht wird.&lt;br /&gt;
* 576-647: Manas ordnet an, die Aussage des Boten-Knaben bei Verwandten zu prüfen, ihn reichlich zu entlohnen, wenn es zutrifft, ihn zu &amp;quot;schlachten&amp;quot;, falls er lügt.&lt;br /&gt;
* 648-735: Alman Bet reitet zu Jakyp Bai, der bestätig, dass er einen Bruder namens Kös Kaman hat.&lt;br /&gt;
* 736-774: Als Jakyp Bais Frau, die dabei sitzt, dies hört, äußert sie Furcht darüber, dass die fünf Söhne Kamans über Manas herfallen könnten, und beginnt, Jakyp zu schlagen, doch der lacht und sagt, dass all dies nur zu Manas &amp;quot;Heil&amp;quot; beitrüge, so wie &amp;quot;ein Zweig am Flügel wüchse&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 775-941: Alman Bet reitet zu Kanykäi und fordert von ihr den Botenlohn (Kamele und so weiter), erzählt ihr von Kalman und seinen Söhnen, reitet anschließend weiter zu Manas, der dem Boten nun seinen Lohn verspricht und ihn auffordert, zu Kalman zurückzukehren. Der Bote reitet zurück.&lt;br /&gt;
* 942-1020: Manas verkündet seinen &amp;quot;Freunden&amp;quot;, den Kalman fürstlich empfangen zu wollen, und reitet hierfür zu Kanykäi. Jetzt folgen ausgiebige Festvorbereitungen, Manas erfreut sich erst einmal selbst mit seinen Freunden an Brantwein und Speis und vögelt Kanykäi. &amp;quot;Und sie gackelt wie ein Gänschen, gurgelt wie ein junger Sperber&amp;quot;, als er sie nimmt.  &lt;br /&gt;
* 1021-1176: Kalman und die Kalmücken kommen herbeigeritten, allgemeines Besäufnis. Die Kalmücken sind alle Heiden, Manas beschließt, sie zum Islam zu bekehren, was dann auch der Fall ist. Die Kalmücken lassen sich einen Vollbart wachsen, entfernen ihren Lippenbart, lernen wohl, den Koran zu lesen, und werden bechnitten. Manas, der &amp;quot;Trotzkopf&amp;quot;, lässt die Kunde überall verbreiten und ein Pferderennen abhalten.&lt;br /&gt;
* Verbrüderung der alten und neuen Moslems&lt;br /&gt;
* 1215 Kös Kaman will Manas einladen&lt;br /&gt;
* 1250 ff Alman Bet soll ihn fragen gehen&lt;br /&gt;
* 1264 - 1285 rät Kanykai da aber ab, wittert Gefahr.&lt;br /&gt;
* 1286-1304 erklärt Alman Bet den 40, dass Manas zu betrunken für die Reise ist.&lt;br /&gt;
* 1304-16 will Seräk das nicht hinnehmen.&lt;br /&gt;
* 1217 ff Alman Bet schlägt Seräk daraufhin.&lt;br /&gt;
* 1327-73 schleicht sich Seräk (&amp;quot;mög er verderben&amp;quot;) aber zu Manas, weckt ihn und dieser reitet los. Manas fragt nach Seräks Wunde (1375 ff). Seräk hetzt ( bis 1404) gegen Alman Bet.&lt;br /&gt;
* Manas nimmt Alman Bet in Schütz (&amp;quot;der schlägt auch mich, wenn er inZorn kommt&amp;quot; 1412)&lt;br /&gt;
* 1418 ff. Beim Gelage mit den neuen Glaubensbrüdern wird Manas angegriffen. 1446 mischt sich Kös kamen beschwichtigend ein. Manas geht nach Hause und schläft mit Kanykai.&lt;br /&gt;
====Manas Kalmückenzug====&lt;br /&gt;
* Als er erwacHt (1454 ff) schreit er und ruft die 40 zusammen. man macht sich auf Kalmückenzug (1555)&lt;br /&gt;
* Alman Bet ( mit Köktschögös) soll wieder kundschaften (1587  -1635)&lt;br /&gt;
* 1654 ff. wird Köktschögös erkannt und festgenommen. Dieser wechselt die Seiten, will Manas bekriegen und die Frau rauben (1657)&lt;br /&gt;
* Die Kalmücken Stellen ein Heer auf. &lt;br /&gt;
* 1698 ff. soll Alman Bet wieder kundschaften. 1710 täuscht Köktschögös den Alman Bet.&lt;br /&gt;
* 1750 empfiehlt Alman Bet dem Manas Ritt und Kämpf. 1780 kundschaftet er wieder einmal. 1839 ff. köpft er einen Alten, den er vorher ausgefragt hat und tarnt sich mit dessen Kleidung.&lt;br /&gt;
* 1870ff reitet Alman Bet auf Befehl des Manas zu Altyn Ai. In deren Jurte wird er durch Unhöflichkeit beleidigt ( um 1895), erzählt (um 1900) eine Geschichte von Tieren, die er verloren habe.  die Leute Altyn Ais wollen ihm ( um1925) töten. Alman Bet entwaffnet den Angreifer, verletzt Altyn Ai durch einen Biss ins Gesicht, verdunkelt (1975 ff) die Jurte mit Feuerrauch und Asche und entkommt.&lt;br /&gt;
* 2006 - 2042 Altyn Ai deutet jetzt Alman Bets Tiergeschichte als eine Art Unheilsprophezeihung für ihre eigene Familie&lt;br /&gt;
* 2043 ff droht Alman Bet daraufhin direkt.&lt;br /&gt;
* Gegenüber Manas fordert Alman B et ab 2081 die Altyn Ai als Botenlohn, vergleicht sie 2100 gar mit Kanykai. manas verwehrt ihm diese Gunst aber 2116 f: falls diese so schön sei wie Kanykai, dann gehörte sie M anas!&lt;br /&gt;
* Alman Bet ist konsterniert (2119 ff). Er fällt fast von Manas ab. bis dieser 2137 sagt, dass das doch nur ein Scherz gewesen sei. &amp;quot;Nimm die Altyn Ai dir, Freund.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* Dann geht es aber endgültig auf Kalmückenfahrt. Ab 2142&lt;br /&gt;
* Der Kampf währt bis zum Abend (2170). Da flieht M anas! - mit ihm Alman Bet. 2184 versucht Kyran Syrgak Alman Bet zum Bleiben zu bewegen. der ist aber stark verwundet (2209 ff). Alman Bet wiederum will jetzt Manas zum Bleiben überreden (2244). - Mit Erfolg! (2265ff) :  &amp;quot;Die K almücken des Altai Alle Hieb er da zusammen.&amp;quot; alman Bet raubt Altyn Ai. die 40 machen Beute.&lt;br /&gt;
====Der Bruder vergiftet Manas Gefährten und fast auch Manas - die Gefährten werden wieder erweckt====&lt;br /&gt;
* Als die Beute verteilt ist reitet man heim. Unterwegs steht ein Haus (2390). das bietet sich für ein Besäufnis an. man trinkt, streitet, und Köktschögös, des Kös Kaman Sohn, vergiftet Manas und die 40. Alle sind bewußtlos, nur Manas kann noch auf einem Pferd fliehen. Köktschögös wirft aber ein Messer, trifft Manas an der Hand: &amp;quot;Fiel sogleich vom Pferde nieder, röchelnd al. da Held Mnas.&amp;quot;(2419 f)&lt;br /&gt;
* Kanykai spürt, das etwas im Argen ist, reitet mit Medizin im Gepäck dem Manas entgegen. 2435 ff. wird Manas gesund, erbittet vom Schöpfer die Rückkehr der 40&#039;von den Toten. nach religiösem Zeremoniell in Mekka klappt das auch.&lt;br /&gt;
* Kanykai hat einen Traum, kommt auf den Gedanken, ihn von Altyn Ai ( dem &amp;quot;Schwesterchen&amp;quot;- im Schicksal?) deuten zu lassen. (2484)&lt;br /&gt;
* Deutung: ein Kind wird geboren werden ( ein Wolf mit blauen Mähne -2500). &lt;br /&gt;
* Manas kommt nach Hause, will Altyn Ai erschlagen. Kanykai bringt in den letzten Versen des 5. Buchs den Gedanken des Mitleids und der Gnade ein.&lt;br /&gt;
=== Teil 6 ===&lt;br /&gt;
====Semytäis Geburt und Manas Tod====&lt;br /&gt;
* 0-45: 32 Jahre später ist Kanykäi schwanger und Manas liegt im Sterben. Er richtet Letzte Worte bezüglich des bald geborennen Kindes an seine Freunde und stirbt dann.&lt;br /&gt;
* 46-73: Kanykäis Trauerrede&lt;br /&gt;
* 74- 106: Jakyb möchte Kanykäi nun mit Manas jüngeren Brüdern vermählen, Kanykäi ist aber widerständig.&lt;br /&gt;
*107-160: Sie wolle niemanden freien, wenn Manas Kind ein Junge würde, ein Mädchen hingegen würde umgebracht werden und Kanykäi würde den klügeren Abäkä heiraten.&lt;br /&gt;
* 161-176: Intrige von Schoruks Tochter und Abäkä zum Tödten des Sohnes wir initiiert.&lt;br /&gt;
* 177-217: Der Sohn wird geboren und eine Alte hilft das Kind vor dem Morde zu verbergen und zu schützen.&lt;br /&gt;
====Kanykäis Flucht mit dem Sohn====&lt;br /&gt;
* 218-391: da Manas  Vater und die Brüder den Sohn töten möchten, flieht Kanykäi uuerst zu ihrem Paten Karym, der aber ablehnt, sie aufzunehmen. Daraufhin geht sie zu Bakai. Auch er hilft aber nur durch Kleidung und Nahrung.&lt;br /&gt;
* 392-474: Sie zieht nun mit Manas Mutter Tschakan und dem Kind weiter zu ihrem Vater Kara Kan. Beschreibung des beschwerlichen Weges.&lt;br /&gt;
* 475-531: Sie treffen zuerst auf Kanykäis Bruder, erkennen sich aber erst nachdem Kanykäi ihre Geschichte berichtet hat.&lt;br /&gt;
* 532-591: Vorstellung des Kindes vor dem Volke und Namensgebung - Semätäi - Voraussage, wie das Kind heranwachsen wird&lt;br /&gt;
* 592- 730: Nachdem Semätäi herangewachsen ist, reitet er zum Volk seines Vaters zurück, nachdem Kanykäi und andere versuchen, davon abzuhalten.&lt;br /&gt;
====Semytäis Wiederkehr und Rache====&lt;br /&gt;
* 731-799: Zusammenkunft von Semytäi und Bakai, der seine Ankunft bei Jakyp Bai berichtet, aber auch den Vergiftungsplan des Grpssvaters und der Onkel mithört.&lt;br /&gt;
* 800-841: Semytäi durch Bakai gewarnt entlaft den Vergiftungsversuch und schickt Bakai zu den Onkeln Abäkä und Köbösch, die ihm aber feindselig gegenüber traten.&lt;br /&gt;
* 842-931: Bakai und Semytäi ritten danach gemeinsam zu den Onkeln, betranken sich, bis die Onkel vom Stuhl fielen, um dann die alten Gegenstände des Manas an sich zu nehmen und zu Kanykäi zurück zu reiten.&lt;br /&gt;
* 932-980: Semytäi berichtete seiner Mutter und beschloss mit ihr wiederum zu Manas Volke zu ziehen, was mit grosser Ausstattung des Kara Kan began. Semytäi täuschte aber seine Mutter, und ritt dann durch das Land des Bakai zu Land auf dem Manas Schloss stand.&lt;br /&gt;
* 981-1036: Kleine Herkunftssymbolik mit Eisennagel, infolge des will auch Kanykäi mitkämpfen. sie wird aber davon durch Anbinden festgehalten. Der Kampf der Herre endet in Festsetzung der Onkel.&lt;br /&gt;
* 1037-1087: Kanykäi und Tschakan dürfen dann Onkel und den Vater von Manas zur Genugtuung umbringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teil 7&lt;br /&gt;
Semätai&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorneweg: auch &amp;quot;Semätai ließ nicht durch Vernunft sich leiten&amp;quot;! (1-2)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Semätai, jetzt Haupt der 40, fordert diese (11-32) auf, mit ihm auf Zug zu gehen.&lt;br /&gt;
- diese ( jetzt 60-70 Jahre alt) wollen aber nicht (33-86), fürchten den Tod durch Semätai und ziehen fort.&lt;br /&gt;
- Semätai verfolgt sie und holt sie ein (87-106)&lt;br /&gt;
- will sie (107-140) zur Rückkehr bewegen.&lt;br /&gt;
- ohne Erfolg (141-162).&lt;br /&gt;
- woraufhin er nun aber wirklich böse wird (163-183): er &amp;quot; metzelte die Männer nieder, schlachtet ab die 40 Freunde, raubte ihnen ihre Kleider&amp;quot;&lt;br /&gt;
(180f)&lt;br /&gt;
-185-235: der Held kehrt heim. Die Frauen zweier (70- jähriger und Gerade von Semetäi ermordeter) Helden sind schwanger&lt;br /&gt;
Und gebären just in dem Moment, da Semätai vom Pferd springt. Eins der Babys hat einen Blutklumpen in der Hand, das andere eine Rose.&lt;br /&gt;
Semätai freut sich ohne gleichen, macht die zwei zu seinen Milchbrüdern, indem es sie (seiner Mutter) Kanykäi an die Brust legt.&lt;br /&gt;
- beide werden natürlich zu Helden (235-254)&lt;br /&gt;
- gleichwohl ist Semetai traurig (256). Er hat nämlich von einer Frau gehört, die keusch und zudem sehr geschickt im Nähen ist. (270f). Die Dame heißt Ai Tschörök und ist dummerweise dem Sohn des uns bekannten Köktschö anverlobt. (280). Wie dem auch sei: Semätai will sie holen - in Freundschaft oder mit Gewalt (290).&lt;br /&gt;
- er reitet hin.&lt;br /&gt;
- Kul Tschoro, einer der jungen Helden und Milchbrüder kündigt Sämetai an (326-343).&lt;br /&gt;
- &amp;quot;da kam Ai Tschörök heraus, nahm den Sämetai zum Manne!&amp;quot; (344)&lt;br /&gt;
- Die beiden jungen Helden beraten sich: Einer treibt die Pferde heim, einer reitet zu den Kalmücken. (349-383).&lt;br /&gt;
- Doch &amp;quot; Kan Tschoro schlief ein und starb.&amp;quot;(384)&lt;br /&gt;
- Ümütö, Sohn des Köktschö und Exbräutigam von Ai Tschörök bemächtigt sich jetzt der Pferde.(385-420)&lt;br /&gt;
-420.445 trauert de eine junge Held um den anderen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Teezeremonien und Pferde-Schenken&lt;br /&gt;
II, 1460ff und 1700ff: Teezeremonien zur Aufnahme von Gesprächen und als Zeichen der Gastfreundschaft. Analog dient die Gabe von Pferden als Freundschaftsbeweis.&lt;br /&gt;
2. Manas der allmächtige Herrscher in allen Lagen als Krieger, Aufbrausender, Berater, Delegierender usw. IV-1150&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Das Himmelreich erreichen: 4.174; 4.520&lt;br /&gt;
Kontext: Fest von Bok Morun, Wettkämpfe. Bedeutung unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Fest bei Bok Morun: Höfische Züge.&lt;br /&gt;
- Pferderennen&lt;br /&gt;
- Ringkampf&lt;br /&gt;
- Wettlauf&lt;br /&gt;
- Pferd-Lanzen-Wettkampf&lt;br /&gt;
- Vielvölker-Zusammenkunft,Freunde und Feinde vereint im Wettkampf&lt;br /&gt;
- Sex&lt;br /&gt;
- jeder bringt was mit&lt;br /&gt;
- sich auszeichnen: Kampf, Besitz (Pferde, Waffen, Kleidung)&lt;br /&gt;
- Kleiderrituale&lt;br /&gt;
- Rituale der Bestimmung des Ablaufs&lt;br /&gt;
- Konfrontationen, Konflikte, Testen eigener Machtbereiche&lt;br /&gt;
- Komik: alte Dame im Pferderennen (4.943)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Komik: alte Dame im Pferderennen (4.943)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Nomadische Lebens- und Kulturform&lt;br /&gt;
- wichtig für den Manas-Kontext&lt;br /&gt;
- 2 Formen: 1. Ziehen dem Vieh und den Weidemöglichkeiten nach. 2. Treiben Handel als eine Art Vermittler zwischen natürlichen Barrieren (Wüste, Berge).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Islam-Referenzen: wirken oft willkürlich eingeschoben, überflüssig.&lt;br /&gt;
Bsp. 4.1256: Ringkampf wird durch Manas eingreifen entschieden, Referenz zu Gott unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Jamben (4.1345): nierenförmige Silberbarren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Schamane-Wahrsager&lt;br /&gt;
In 4/1902ff. wird ein Wahrsager erwähnt, der &amp;quot;Schulterblätter brennt&amp;quot; und hieraus dem Joloi dessen Zukunft prophezeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Epen-Motiv: das zerbrochene Schwert und der Schmied&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Motiv findet sich in mehreren Epen, zentral natürlich im Nibelungenlied. In Manas: ist es Manas&#039; Schwert, das von dem Schmied Tökör repariert wird (4/1620ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Manas und Gilgamesh: Freundschaft&lt;br /&gt;
Manas und Alman bet verhalten sich wie Gilgamesh und Enkidu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Manas und Nibelungenlied: Gunst, Gaben und Bündnisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Epen geht es immer wieder um gegenseitige Gunstbezeugnisse, Gaben und das Schmieden von Bündnissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Einheit in Islamisierung begriffener Turkvölker &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manas verkörpert den Führer eines unter ihm vereinten Verbundes verschiedener Turkvölker, die sich zum einen im Prozess der Islamisierung und zum anderen im Konflikt mit mehreren Großmächten (Chinesen, Russen) befinden. Dabei wird Manas&#039; besondere Geburt (unter einem Apfelbaum mit Prophezeiungen seiner Führerschaft), seine individuelle Kampfstärke und sein wachsender Einfluss durch Freunde, Bündnisse und Siege beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der ewige Wilde (Bezug: I,3)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stärker noch als der junge Gilgamesh und ohne höfische Einbindung, wie im Fall von Siegfried, zeigt Manas in diesem Abschnitt seine schier ungebremste Machtfülle, indem er ohne zu zögern und ohne klare Motivationslage einen tödlichen Zweikampf mit Köktschö sucht, von einer eigentlich tödlichen Verwundung wieder genest, obwohl er zuvor heilende Medikamente ausgeschlagen hat, sich zwar zunächst an einige Rituale der Brautwahl und Vermählung hält, dann aber seinen Trieben freien Lauf lässt und seine Auserwählte unter Androhung brachialer Gewalt an ihn bindet, quasi im Vorbeigehen und wieder in unklarer Motivationslage die Heere des Vaters der Braut und seines Vaters Jakyp (den er vorher schon drohte, selbst zu töten) niedermacht und fröhlich seine &amp;quot;vierzig Freunde&amp;quot;, die für ihn töten und zugleich seinen tödlichen Zorn fürchten, mit einem Harem versieht. Manas hält sich weder an Abmachungen noch an irgendwelche moralischen Codices, geschweige denn an den Koran oder Verpflichtungen aus Verwandtschaftsverhältnissen. Er bewegt sich viel und schnell, auf Pferden, von einer kurzen ruhigen Phase in den nächsten Kampf, begleitet von der weiten Steppe und den Bergen, umringt von mächtigen Feinden. Manas erfährt als Held kaum die Spur eines reflexiven Charakters, ihm scheint keine an Prinzipien gebundene Innerlichkeit anzugehören, er lebt ganz im Außen, in einem weiten Raum, in den er, geleitet durch Reiz und spontane Reaktion, seine Triebe, seine Kraft und seine Jugendlichkeit (&amp;quot;hatte noch nie ein Mädchen in meinem Arm&amp;quot;) ergießt - bis ihn, wie Siegfried, die List der Anderen (hier ein Gift) anscheinend endgültig auslöscht. Alle Arten von begrenzenden Referenzen - Familie, Prophezeiung, Islamisierung, Gebete zu Gott, Unterwelt-Aufenthalte, Erfahrungen von Schmerz, Krieg und Tod, Verlangen nach menschlicher Nähe, Freunde, das Leben in Gemeinschaft, Apelle, er solle mit dem Schlachten aufhören - gehen spurlos an Manas vorbei, sind nur Geäst einer Ornamentik, in dem das Feuer einer Steppe brennt, das keine Schatten in ein Inneres wirft; ein Feuer, das nur brennt, um leuchtend-unversteckt zu sein, was es ist - oder was es meint, sein zu müssen. Genau hier entsteht auf der Interpretationsebene dann auch das klassische Dilemma, dass der beobachtend-lesende Kulturmensch den natürlichen Wilden zwar respektiert, aber als Typus immer in zvilisatorische Entwicklungsmodelle einbaut, die ihn einer primitiven Phase zuordnen. Vielleicht liegt hier auch der Anspruch des Epos an uns: können und sollten wir diese Einordnung fallen lassen, die Andersartigkeit des Wilden nicht als transitorisch aburteilen, sondern als quasi ewige Wahrheit hinter einer anthropologischen Fassade eurozentrierter Aufklärung akzeptieren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Wolfs-Natur als Bindeglied zwischen Glauben und Kultur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Spur zum Verständnis der Glaubenstruktur und des sozialen Überbaus führt in ein als Totemismus betiteltes Wissensfeld, in dem ein (teils als blau-grauer) Wolf eine zentrale Rolle bei den Turkvölkern spielt. Der Wolf wird mit einem Schöpfungsmythos der jeweiligen Stammeslinien verbunden: er kreuzt sich etwa mit einem Menschen, hieraus gehen alle Stammesnachfahren hervor. der Wolf druchdring auch mit fast allen Körperteilen (Magen, Galle, Kopf, Krallen, Fell etc.) das Feld sozialer Praktiken (Geburt, Tod, Gesundheit-Medizin). Sekundärliteratur:  Paul: Weltgeschichte, Position 1312 (Religion und Kunst) und Bajalojewa: Kirgisen, S. 11-26. Wolfs-Referenzen in Manas: 4/1286: &amp;quot;der wolfäig&#039;ge, der graubärt&#039;ge Manas&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Manas- Der Gott auf Erden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manas ist tyrannisch-willkürlich, weise-beratend, wissend und lüsternd, Kind und Mann, kurz alles in Einem, kreisend um ein scheinbar nicht besetztes, leeres Zentrum seiner Identität, fundiert in einer verborgenen Rationalitätsform, die seine Macht legitimiert (eventuell führt die Spur des Wolfes hier hin). Diese Gott-Artigkeit wird im Kontext vom Fest des Bok Morun (4. Abschnitt) sehr deutlich:&lt;br /&gt;
- Willkür: Manas lässt einen Boten vierteilen. Er erwähnt, dass man sich die Beute, den Gewinn selbst holen wird, sollte man auf den Wettkämpfen nicht gewinnen.  4.281, 4.395.&lt;br /&gt;
- Berater und Schlichter zwischen Bok Morun und einem chinesischen Herrscher, Thema: Pferde-Handel.&lt;br /&gt;
- Motivierer-weiser Herrscher, der Ratschläge erteilt: Ringkampf. 4.1110.&lt;br /&gt;
- Ritual-Kenner: weiß, wie man sich Kleiden muss, was dazu gehört.&lt;br /&gt;
- Feste feiern: weiß, wie man das macht.&lt;br /&gt;
- Schlachtführer und Schlichter im Krieg&lt;br /&gt;
- bärenstark, und doch unerfahren-dumm wie ein Kind (&amp;quot;Trotzkopf&amp;quot; genannt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Eine deutsche Übersetzung von 1885 ist vorhanden: Radloff; Wilhelm, 1885. Proben der Volksliteratur der nördlichen türkischen Stämme, V: Der Dialect der Kara-Kirgisen, St. Petersburg.&lt;br /&gt;
*:Manas 377 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_1_Manas.pdf]]&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
*:Einführung S.1-32 [[Media:Radloff 1885.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Joloi Kan 168 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_2_Joloi_Kan.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Er Töschtük 72 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_3_Er_Töschtük.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/jiYQi6VQ6bc YouTube: The Art of Akyns, Kyrgyz Epic Tellers - 4 min.]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/kMDklwoLf34 YouTube: Manas - UNESCO - 10 min.]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=in4VqMvVNWg YouTube: Kirgisische Reiterimpressionen]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=-mzf8ENPMU0 YouTube: Kleiner Manas Sänger in Trance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=VCOGKwMazrU YouTube: Manas Sänger - historische Aufnahmen]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=Hs4pTfKNs-Y YouTube: Kyrgyz Manas Epic &amp;quot;Forty choro warriors flee to China&amp;quot;]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=HfgB-Au5htg YouTube: Manas Performance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=E3_v_dp80R8 YouTube: Manas Performance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=IF4nViV51uc YouTube: Manas als Theater]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=hi39bAgQISE YouTube: Modernere Manasfassung]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=SQB9iy5KHl8 YouTube: Kirgisische Gitrarrespieler]&lt;br /&gt;
* [http://www.unesco.org/culture/ich/index.php?lg=en&amp;amp;pg=00011&amp;amp;RL=00876 Beschreibung durch die UNESCO: Welterbe Manas]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/artl/hatto-manas.shtml The Birth of Manas - A confrontation of two branches of heroic epic poetry in Kirgiz - By A. T. Hatto - Vergleich der Radloffschen Version und Fassung von Sagymbay Orozbakov (1867-1930)]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/folklore/manas/manasintro.html Englische Fassug von 2005, die die wesentlichen Fassungen nochmal neu ins englische übersetzt - unter Berücksichtigung besserer kirgisischer Spachkenntnisse - translated, introduced and annotated by Elmira Köçümkulkïzï1 - Ph.D. Candidate in Near and Middle Eastern Studies - University of Washington (Seattle)]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Die_alttürkische_Religion-1991.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Klimkeit-Buddhism_in_Turkish_Central_Asia-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Gabain-Inhalt_und_magische_Bedeutung_der_alttürkischen_Inschriften-1953.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hatto-Manas-Radloff-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Levin-Where-Rivers-Mountains-Sing-2011.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Mussajew-Epos-Manas-1994.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Die-Araber-vorislamischen-Zeit-Gegenwart-ebook/dp/B005JCYMHG/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390203366&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Die+Araber%3A+Von+der+vorislamischen+Zeit+bis+zur+Gegenwart Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart - Halm, Heinz]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Koran-Kommentar-Konkordanz-Rudi-ParetTaschenbuchausgabe/dp/3170226703/ref=sr_1_2?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390204205&amp;amp;sr=1-2&amp;amp;keywords=paret+koran Der Koran. Textausgabe - Paret, Rudi]&lt;br /&gt;
* [[Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Thrower-Religious-History-Central-Asia-2004.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Reichl-Singing-the-Past-2000.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:J_Paul_-Neue_Fischer_Weltgeschichte_-_Band_10_Zentralasien.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Frühe-Türken-Zentralasien-1992.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hainsworth-Idea-of-Epic-1992.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Krader-Social-Organization-Mongol-Turkic-Pastoral-Nomads-1963.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media: Basilov-Zirin-Nomads-Eurasia-1989.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 10.Februar 2014: Türkisierung Zentralasiens ab ca 6 Jh. n Chr. bis 13 Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herrschervölker in der Mongolei und in Turkestans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 6. Jahrhundert fielen die heute als On-Ok bezeichneten Kök-Türken in Turkestan ein und errichteten in diesem Gebiet ihr westliches Teil-Khanat, dass sich bis zum Jahr 745 halten konnte.&lt;br /&gt;
745 übernehmen die Uighuren bis 840 als ein weiteres Türkvolk neben Oghuzen, Seldschuken &amp;amp; Chasaren die Macht in der Mongolei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uighuren waren zum Teil Nomaden (es gab aber auch stadtartige Siedlungen).&lt;br /&gt;
Ab 840 herrschten die Jenissei-Kirgisen in der Mongolei, Nomaden wurden nach chinesisch Turkestan vertrieben und wurden da teilweise sesshaft.&lt;br /&gt;
(Weitere dokumentierte Türkvölker ab dem 10 jh. : Ghuzen, Garluq, Tughuzghuz, Turkmenen, Usbeken, Karakalpaken, Kasachen, Tataren, Aserbaidschaner, Karäim, Krimtürken, Turk-Mescheten und Türken.)&lt;br /&gt;
Die Islamische Periode startet bei den Türkvölkern ab dem 11.Jahrhundert - Vereinigung der Iranier Persiens und Mittelasiens -&amp;gt; Migrationsbewegung von Persern nach Osten.&lt;br /&gt;
Im 11 Jh. kriegerische Auseinandersetzungen nach Süden mit den Tibetern.&lt;br /&gt;
Während der zweiten Hälfte des 11. und der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war West-Turkestan ein Teil des ausgedehnten Seldschukenreiches (Türkvolk)&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts befand es sich unter der Oberherrschaft der (nichtmuslimischen) Qara-Chitai bevor diese durch die Qarachniden und später den Mongoleneinfall (Dschinghis Khan) verdrängt wurden&lt;br /&gt;
* Türken vs. Araber/Perser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Araber existiert zur Zeit der Orchoninschriften (730) noch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Türkvölker wurden im Unterschied zu Iraniern nicht durch Araber aus dem Westen unterworfen. Die Araber im Westen wehrten nur die Angriffe auf die „Kulturländer“ ab (705-715). Ab 8. Jh. bauten Araber Wälle gegen die Menschen im Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Samaniden (Iranier/Perser) vergrößerten den gebietsmässigen Einfluss des Islam nur unwesentlich, aber der kulturelle Einfluss auf die Türken wuchs, zum Teil kam es kurz vor dem Fall der persischen Sassaniden (9./10. Jh.) auch zu Bündnisse, die den kulturellen und religiösen Austausch verstärkten.&lt;br /&gt;
* Religion&lt;br /&gt;
Türkvölker blieben lange (insbesondere in Ost-Turkestan) schamistisch mit wenig Einfluss durch Buddhismus und Islam. Buddhismus hatte bereits um 600 Einfluss auf die Türken. Nach dem Sieg über die Perser (Sassaniden im 9 Jh) wurden die Türken Zoroaster (siehe Zarathustra). Ab 760 sind Einflüsse der Manichäer (Perser &amp;quot;Mani&amp;quot; als Religionsstifter, Kontakte der Türkvölker nach Babylon) und des Christentums bis nach Ost-Turkestan  (chinesisch Turkestan wurde von Uighuren bewohnt, insofern hier auch budhistische Belege). Die Islam war ursprünglich (ab 7 Jh. im westlichen Teil Mittelasiens) nicht missionarisch tätig - die Türkvölkwer im westlichen Teil Turkestans wurden islamisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Handel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelsbeziehungen zu den Indern und nach China - später zu den Iraniern.&lt;br /&gt;
* Validität der Quellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Historie in der Mongolei und chinesischen Turkestan wurde durch chinesische Schriften dokumentiert, da die Islamische Welt diese Ereignisse kaum wiedergab. Mohammedaner (Araber/Perser) kannten und nutzen zwar die alten Handelswege nach Osten, es gibt aber kaum Berichte von den Türkvölkern im mongolischen Norden - generell gibt es in den umfangreichen geografischen Schriften der Mohammedaner kaum Berichte über die Türkvölker im Osten. Andererseits wurden veraltete Texte über Jahrhunderte wiederholt in der ismamischen Welt wiedergegeben, in denen man den Türken ihrer mächtigen Stellung in der isamaischen Welt nicht gerecht wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache bei den Türkvölkern Zentralasiens wurde mit der Zeit das Persische und blieb im kleineren Maß &lt;br /&gt;
das Türkische, im östlichen Teil nahm das chinesische seinen Einfluß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== auch noch am 10.02.2014: Die Araber (nach Heinz Halm) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Araber ist, wer arabisch spricht - und das tun 280 Mio Menschen. Die Wortbedeutung ist unklar. Der Begriff wird bereits 853 v.Chr. für beduinische (also aus Kamelnomaden bestehende) assyrische Hilfstruppen benutzt. Auch bei Xerxes&#039; Griechenzug 480 v.Chr. sind arabische Bogenschützen auf Kamelen dabei.&lt;br /&gt;
Das Arabische ist eine semitische Sprache, verwandt also z.B. dem Akkadischen, dem Hebräischen, dem Aramäischen...&lt;br /&gt;
Die Schrift hat sich, wie auch die griechische und die lateinische, aus einer phönizischen Urform entwickelt. Sie besteht aus 28 Zeichen - ausschließlich für Konsonanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- 64 v. Chr. kommen die Römer in die Levante, 30 v.Chr. nach Ägypten. Die Araber stehen also zwischen Persien und (Ost-) Rom. Bis zu Mohammed (etwa 570 - 632 n.Chr.) gibt es keine einheitliche politische Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Zur Zeit Mohammeds sind 3 von 5 Stämmen in Medina jüdisch.&lt;br /&gt;
Im geographischen Raum gibt es auch viele Christen. Darüber hinaus werden weit verbreitet arabische Naturgottheiten verehrt. Die Kaba in Mekka ist z.B. ein würfelförmiger Tempel für den Gott Hubal. In Mekka selbst, wohlhabend wegen des vielbesuchten Tempels und der Lage an der &amp;quot;Weihrauchstrasse&amp;quot; vom Jemen nach Damasjus, gibt es keine christlichen oder jüdischen Gemeinden. Hier wird Mohammed um 570 geboren und tritt ab etwa 610 als monotheistischer Prophet auf, wird aber unterdrückt und bedroht, so dass er 622 ins 350 km entfernte Medina auswandert. Bei ihm sind &amp;quot;die Ergebenen&amp;quot; (die &amp;quot;muslimun&amp;quot;, mit ihrer &amp;quot;Ergebung&amp;quot; oder &amp;quot;Hingabe&amp;quot; - dem &amp;quot;Islam&amp;quot;). In Medina entsteht die Urgemeinde, die &amp;quot;Gemeinschaft&amp;quot; (die &amp;quot;umma&amp;quot;) und wird mächtig. Da göttlich eingesetzt, ist die umma unauflösbar. &lt;br /&gt;
Nach 10 Jahren ist praktisch die gesamte arabische Halbinsel islamisch. Auch Christen, auch Juden, auch Mekka schließen sich der neuen religiösen Bewegung an. Der Gründer stirbt 632 in Medina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die 4 ersten Nachfolger (&amp;quot;Kalifen&amp;quot;) sind noch direkte Weggefährten des Mohammed. Sie alle sind Angehörige eines, eigentlich mekkanischen, Stammes. Schon unter den ersten 4 Kalifen gibt es eine starke Expansion des Islam, etwa nach Ägypten und Mesopotamien. Danach wird die weniger religiös inspirierte Familie der Umayyaden für 90 Jahre das Kalifenamt übernehmen und das Machtzentrum nach Damaskus verlegen. Die Nachkommen des 4. Kalifen Ali initiieren eine Aufstand gegen die Umayyaden, der niedergeworfen wird, was ihnen einen Märtyrerstatus ein- und die &amp;quot;Partei&amp;quot; der Schiiten hervorbringt. Die bis heute andauernde Spaltung des Islam ist damit angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Expansion geht weiter: Im 8. Jh. sind etwa Buchara, Samarkant und Taschkent islamisch. Hier ist die &amp;quot;Front&amp;quot; zu den aus den nördlichen Steppen andrängenden Turkvölkern (und der kontextuale Schauplatz der Alman-Bet-Geschichte des Manas). 751 findet am Fluss Talass (in Kirgisien) ein Grenzgefecht mit den Chinesen statt. Etliche kriegsgefangene Chinesen sind Papierwerker, und so kommt die Kunst der Papierherstellung in die arabische Welt. Ein ungeheurer Schub! Somit wird Literatur möglich und Al-Arabiyya, die arabische Sprache ermöglicht einen Kulturtransfer im riesigen Raum von Toledo bis Samarkant. &lt;br /&gt;
Mit gewissen Einschränkungen: Der Iran hatte sich der Arabisierung verschlossen. Hier gilt das (Neu-) Persisch ab dem 10. Jh. als Literatursprache. Die monotheistische Zarathustra-Lehre war dem Islam gewichen, allerdings vornehmlich in dessen schiitischer Ausprägung. &lt;br /&gt;
Ägypten ist durch die Kopten bis ins 15.Jh. ein überwiegend christliches Land geblieben. Die (militärischen) Machtzentren waren aber schnell islamisch. Die koptischen Christen machen heute noch eine etwa 10 % starke Bevölkerungsgruppe aus.&lt;br /&gt;
Wenig arabisiert wurde auch das berberophone Marokko.&lt;br /&gt;
Die Expansion nach Nordosten wird durch Karl Martell bei Poitiers und Tours gestoppt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Umayyaden-Dynastie wird 750 abgelöst durch das &amp;quot;abassidische&amp;quot; Kalifat von Bagdad, das bis 1258 bestehen bleiben wird. Bagdad hat um 800 unter Harun al-Raschid 1 Mio Einwohner. Eine ausgefeilte Bürokratie entsteht mit Ämtern wie etwa dem Wesir (leitender Minister) oder dem Emir (eine Art Gouverneur). Die Bagdader Kalifen sichern ihre Macht durch die teilweise 20.000 Mann starke Militärkaste der &amp;quot;Mamluken&amp;quot;. Das Wort bedeutet Sklave und beschreibt die zu Kriegsdiensten eingesetzten Gefangenen der nomadisierenden Turkvölker Zentralasiens.&lt;br /&gt;
(&amp;quot;Mamluken&amp;quot; in Spanien und Nordafrika sind hingegen überwiegend Osteuropäer = &amp;quot;Slawen&amp;quot;.)&lt;br /&gt;
Die abassidischen Kalifen stehen meistenteils unter der Protektion von &amp;quot;Schutzherren&amp;quot;, zunächst der persischen, schiitischen Buyiden, später der türkischen Seldschuken. Der Seldschukische &amp;quot;Sultan&amp;quot; (=&amp;quot;Herrscher&amp;quot;) residiert in Isfahan und hat neben (oder über) dem Kalifen in Bagdad die faktische Macht der arabischen Welt.&lt;br /&gt;
An 1071 überrennen die Seldschuken das christlich-griechische Kleinasien.&lt;br /&gt;
1258 stehen die Mongolen vor Bagdad.&lt;br /&gt;
Das ist das Ende des Kalifats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Noch einmal zum Kulturtransfer: Die Aristoteles- (bzw. die gesamte Antiken-) Rezeption (Platon fehlt allerdings fast ganz) kommt ab 800 über die christlichen Aramäer ins Arabische - und von dort über Spanien zurück nach Europa. Die &amp;quot;Sarrazenen&amp;quot; (nach dem griechischen Namen eines arabischen Stammes auf dem Sinai) erobern und prägen Al-Andalus. Die &amp;quot;Reconquista&amp;quot; verleibt sich Gebiet, Kultur und Wissen (in einem bis 1492 andauernden Prozess) wieder ein.  &lt;br /&gt;
Ibn Ruschd lebt im 12. Jh. in Cordoba. Auch die von den Indern übernommene Mathematik wird als Wissenschaft weiter etabliert. Viele Begrifflichkeiten (&amp;quot;Algebra&amp;quot;; &amp;quot;Algorithmus&amp;quot;, ...) sind arabischen Ursprungs.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Manas&amp;diff=665</id>
		<title>Manas</title>
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		<updated>2015-07-07T16:46:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 14.Januar 2014 - 20:30 bei Andreas: Vorwort, Episode 1&lt;br /&gt;
* 21.Januar 2014 - 20:30 bei Matthias: Planung der weiteren Schritte&lt;br /&gt;
* 10.Februar 2014 - 20:30 bei Tiemo: Referate aus &amp;quot;12 Vorlesungen über die Geschichte der Türken Mittelasiens&amp;quot; &amp;amp; &amp;quot;Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 6.März 2014 - 20:30 bei Andreas: Referate zum Koran &lt;br /&gt;
* 24.März 2014 - 20:30 bei Matthias: Episode 1 &amp;amp; Anfang 2&lt;br /&gt;
* 12.Mai 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1453&lt;br /&gt;
* 12.Juni 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1862&lt;br /&gt;
* 7.Juli 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1120&lt;br /&gt;
* 14.August 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1940&lt;br /&gt;
* 6.Oktober 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/2486&lt;br /&gt;
* 6.November 2014 - 20:30 bei Andreas gelesen bis IV/1150, und Recherche- und Leseaufträge vergeben zu vorislamischer Religion und Alltagskultur&lt;br /&gt;
* 20.November 2014 - 20:30 bei Tiemo gelesen bis ungefähr IV/1543&lt;br /&gt;
* 4.Dezember 2014 - 20:30 bei Tobias - Lesen: Paul: Weltgeschichte, Position 1312 (Religion und Kunst) und Bajalojewa: Kirgisen, S. 11-26. Kontext: Totemismus-Wolf.[[Media:J_Paul_-Neue_Fischer_Weltgeschichte_-_Band_10_Zentralasien.pdf]] &amp;amp; [[Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf]] Gelesen bis 4/2197 (Ende des 4. Teils)&lt;br /&gt;
* 8.Januar 2015 - 20:30 bei Matthias. Gelesen bis 5/1176&lt;br /&gt;
* 12.Februar 2015 - 20:30 bei Tiemo. Gelesen bis Ende 5&lt;br /&gt;
* 26.Februar 2015 - 20:30 bei Andreas. Gespräch mit Kirgisischem Kulturverein vorbereitet. Zusammenfassung  [[Media:Scharlipp-Frühe-Türken-Zentralasien-1992.pdf]] von Andreas&lt;br /&gt;
* 19.März 2015 - 19 Uhr bei Tiemo. Treffen mit Kirgisischem Kulturverein. [[Fragen zu Manas für Experten]]&lt;br /&gt;
* 25.März 2015 - Kinofil [http://www.imdb.com/title/tt3456064 Flowers of Freedom]&lt;br /&gt;
* 26.März 2015 - 20:30 Uhr im Finnegans. Nachbesprechung des Treffens mit dem Kirgisischem Kulturverein.&lt;br /&gt;
* 28.Mai 2015 - 20:30 bei Matthias. Gelesen bis Teil 6&lt;br /&gt;
* 18.Juni 2015 - 20:30 bei Tobias - Gelesen bis Teil 7 bis 610&lt;br /&gt;
* 13.Juli 2015 - 20:30 bei Andreas - Höreffekt Tobi, Matthias Dschingis Khan, Andreas Elmira&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
Das Manas-Epos handelt von dem Kampf des mythischen kirgisischen Volkshelden Manas und seiner Gefährten und Nachkommen im 9. Jahrhundert gegen die Uiguren und ist das wichtigste Werk der klassischen kirgisischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Werk umfasst fast 500.000 Verse und ist damit zwanzig Mal so lang wie Homers Odyssee und Ilias zusammen. Über viele Generationen nur mündlich von Manaschis, hoch angesehenen, den türkischen Aşıklar ähnlichen Volkssängern in melodischem Redegesang überliefert, wurde das Epos erst 1885 schriftlich niedergelegt. Über seine Ursprünge gibt es verschiedene Ansichten: Manche Literaturforscher gehen vom 6. bis 10. Jahrhundert aus, andere vom 11. und 12., und wieder andere erst vom 15. bis 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute existieren mindestens 65 verschiedene gedruckte Versionen des Werks oder von Teilen davon. Eine neue Übersetzung des Gesamtwerks ins Englische durch Walter May wurde 1995, zum mutmaßlich tausendsten Jubiläum der Geburt von Manas, veröffentlicht und 2004 in zwei Bänden neu gedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des Epos werden heute bei festlichen Gelegenheiten gern und häufig von Manaschis rezitiert, normalerweise begleitet von einer oder mehreren Komuz, einer gezupften dreisaitigen Langhalslaute, die von den Musikern ausgesprochen virtuos gehandhabt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held Manas soll in den Ala-Too-Bergen in der Region Talas in im Nordwesten von Kirgisistan geboren sein. Ein Mausoleum einige Kilometer östlich der Stadt Talas soll seine sterblichen Reste bergen und ist eine beliebte Ausflugs- und Feststätte, wo seit 1995 im Sommer eindrucksvolle kirgisische Reiterspiele aufgeführt werden. Allerdings heißt es in einer Fassadenbeschriftung, dass das Mausoleum „... der ruhmreichsten der Frauen, Kenizek-Khatun, der Tochter des Emirs Abuka“ gewidmet sei. Der Legende zufolge soll Kanikey, die Witwe des Manas, diese Inschrift angeordnet haben, um die Feinde ihres Mannes irre zu führen und eine Grabschändung zu verhindern. Das Gebäude, bekannt als „Manastin Khumbuzu“ oder „Der Ghumbez des Manas“, wurde vermutlich 1334 errichtet. In der Nähe steht ein Museum, das Manas und seiner Legende gewidmet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhaltliche Zusammenfassung==&lt;br /&gt;
=== Teil 1 ===&lt;br /&gt;
====Geburt des Manas====&lt;br /&gt;
* 1-39: Beschreibung der Vorfahren des Manas und Hoffnung an seine Fähigkeiten.&lt;br /&gt;
* 40-72: Geburt Manas und Prophezeiungen und Bestätigung durch den schon sprechenden in der Wiege liegenden Manas - er will den Muslimen den Weg öffnen.&lt;br /&gt;
* 73-143: Beauftragung durch den Vater Jakyp Kan an Bakai Kan, Manas die Welt zu zeigen.&lt;br /&gt;
* 144-152: Bakai Kan bestätigt den Auftrag.&lt;br /&gt;
* 153-164: Kurzbeschreibung, welche Fähigkeiten Manas zum vierzehnten Lebensjahr erwarb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 2 ===&lt;br /&gt;
====Geburt des Alman Bet und Zusammenkunft mit Er Köktschö====&lt;br /&gt;
* 1-16: Geburt Alman Bets, als Sohn Kara Kans.&lt;br /&gt;
* 17-65: Held Köktschö begründet sein Volk und trifft dabei Alman Bet.&lt;br /&gt;
* 66-101: Die beiden Helden lernen sich kennen.&lt;br /&gt;
====Alman Bet wird Muslime und will Familie und sein Volk missionieren====&lt;br /&gt;
* 102-125: In der Rede zu religiösen Dingen ensteht der Wunsch Alman Bets, den Koran zu sehen.&lt;br /&gt;
* 125-164: Köktschö gibt Alman Bet die Möglichkeit den Koran zu lesen. Alman Bet will daraufhin Muslime werden&lt;br /&gt;
* 165-177: Alman Bet und Köktschö werden Freunde.&lt;br /&gt;
* 178-200: Alman Bet beschliesst, sein eigenes Volk, die Oirot, zu Muslime zu machen und inmitten der Muslimen flussaufwärts anzusiedeln (evtl metaphorisch gemeint).&lt;br /&gt;
* 201-231: Alman Bet reitet zu seinem Vater und versucht ihn zu überzeugen, dass Kara Kans Volk konvertiert.&lt;br /&gt;
* 232-274: Kara Kan bezeugt seinem Volk Treue und beauftragt sein Volk, Alman Bet zu töten, die sich in einen Hinterhalt legen. &lt;br /&gt;
* 275-306: Alman Bet tritt wiederum vor seinen Vater und versucht ihn zu bekehren, dieser lehnt aber ab und verstösst ihn.&lt;br /&gt;
* 307-335: Alman Bet spricht mit seiner Mutter, damit sie ihn nicht auch verstösse.&lt;br /&gt;
* 336-449: Beim Verlassen trifft er auf das im Hinterhalt liegende Heer, töte alle Fürsten der Oirot.&lt;br /&gt;
====Alman Bet lebt bei Er Köktschö, fällt aber nach einiger Zeit in Ungnade====&lt;br /&gt;
* 450-511: Alman Bet bietet sich als Freund und Unterstützer für Köktschö an und wird von diesem auch zu sich eingeladen (die Teile der Familie nomadisieren zusammen).&lt;br /&gt;
* 512-552: Das Volk und vorallem die Frauen bereiten sich auf die Ankunft Alman Bets vor.&lt;br /&gt;
* 553-590: Begrüssung Alman Bets durch die Frauen Köktschös&lt;br /&gt;
* 591-619: Kleine Zwistigkeit zwischen Köktschö und seiner Frau Ak Erkätsch, weil sie sein Pferd nicht hält bei seinem Absteigen.&lt;br /&gt;
* 620-697: Alman Bet wird besonders gut bewirtet und ihm wird eine Schlafstätte zugewiesen - am nächsten Morgen werden ihm zum Frühstück sogar zwei Stuten geschlachtet.&lt;br /&gt;
* 698-719: Alman Bet lebte nun bei Köktschö und mehrte so seht den Wohlstand der Sippe, dass bei den Gefährten Köktschös Neid entstand.&lt;br /&gt;
* 720-759: Die Gefährten intrigieren indem sie Alman Bet vor Köktschö bezichtigen, Ak Erkätsch des nachts beigewohnt zu haben.&lt;br /&gt;
* 760-827: Köktschö lässt nach Alman Bet rufen, bevor dieser jedoch zu ihm reitet, offenbart er seine Verwirrung dem Vater Köktschös. Bei Köktschö wird er missachtet umd tritt einer verwirrten Gesellschaft gegenüber.&lt;br /&gt;
* 828-856: Alman Bet werden Vorwürfe gemacht, ob er seinen Gastgebern vieles entwenden würde und ob Ak Erkätsch sich ihm ergeben hat.&lt;br /&gt;
* 857-863: &amp;quot;Gegen Gott hilft keine List&amp;quot; und Verlangen nach Brandwein - evtl. ein Eingeständnis&lt;br /&gt;
====Almat Bets Abkehr von Köktschö, Kötschkös Frau Ak Erkätsch spielt eine Rolle====&lt;br /&gt;
* 864-892: Köktschö bittet Alman Bet darum, Pferde und Kleidung für die Abreise zu erbitten, doch Alman Bet bittet um Köktschös eigenes Pferd und seine Kleidung.  &lt;br /&gt;
* 893-914: Diskurs über die Frage, wonach Alman Bet bitten dürfte (Blauer vs. gelber Schecke und ähnliches).&lt;br /&gt;
* 915-927: Köktschtö fragt, warum Alman Bet nicht geht.&lt;br /&gt;
* 928-999: Eskalation des Gesrpächs bis zur Verfluchung und Racheandeutung.&lt;br /&gt;
* 1002-1002: Alman Bet kündigt die Freundschaft auf.&lt;br /&gt;
* 1003-1006: Alman Bet zieht ab.&lt;br /&gt;
* 1007-1059: Ak Erkätsch macht sich hübsch und bietet Alman Bet ihre Hilfe an, Köktschö umzustimmen, Alman Bet doch das passende Pferd und die passende Kleidung zu geben.&lt;br /&gt;
* 1060-1094: Ak Erkätsch erklärt Köktschö, dass er zugrund gerichtet wird, wenn er Alman Bet ohne die erbetenen Dinge ziehen lässt. Köktschö soll Alman Bet auch erst am achten Tag entlassen, auch der Götter (&amp;amp; Kydir) wegen.&lt;br /&gt;
* 1095-1099: Köktschö will sich nicht überzeugen lassen, auch wenn Ak Erkätsch ihn verliesse.&lt;br /&gt;
* 1100-1110: Ak Erkätsch sagt ihm, dass Alman Bet ansonsten gewaltsam ihm sein Pferd entreissen würde und er Pferschaaren verlieren würde.&lt;br /&gt;
* 1111-1114: Köktschö will seinen blauen Schecken und den blauen Panzer an Alman Bet übergeben und lässt nach ihm rufen.&lt;br /&gt;
* 1115-1123: Alman Bet ist aber betrunken und lagert laut den Freunden im Schatten einer Tanne.&lt;br /&gt;
* 1123-1132: Bei genauer Prüfung durch Ak Erkätsch ist er aber dann doch bereits fortgeritten - anstelle des blauen Falben nun mit einem Fuchs.&lt;br /&gt;
====Manas und Alman Bet kommen zusammen====&lt;br /&gt;
* 1132-1134: Mamas hat einen Traum&lt;br /&gt;
* 1135-1172: Auflistung der herbeigerufenen Gefährten&lt;br /&gt;
* 1172-1215: Jakyp, Vater des Mamas, soll den Traum deuten; in-Aussicht-Stellung von Belohnung, verbunden mit Drohung (&amp;quot;deutet richtig er den Traum... Deuten meinen träum er falsch...&amp;quot;; (1206/1209). Deutet der Vater den Traum falsch, kommt dessen Sohn(!) nach Sibirien, USW (1210);&lt;br /&gt;
* 1216-1297: Manas selbst macht sich zum Vater auf, mit Paradepferd prunkpanzer und legendärem Schwert, wiederholt das brimborium um den Traum, erneuert die Drohung bei fehldeutung (1283ff). Das Volk hat schon Angst um den Vater (und auch die Mutter)-scheinbar nicht zu unrecht.&lt;br /&gt;
* 1298-1312: entspann adschy bai  (&amp;quot;der verwirrtes stets gelöset...&amp;quot;) die Situation: manas soll seinen Traum doch erstmal schildern.&lt;br /&gt;
* 1313-1328: tut manas das endlich (Inhalt: Wild und geflügel fällt tot um, wenn Mamas mit Hund und Pferd zur Jagd geht...!?)&lt;br /&gt;
* 1329-1360: nimmt Adschy Bai die Gefahr auf sich, den Traum zu deuten: &amp;quot; eines Fürsten trefflich Kind ... Wird wohl bei dir sich niederlassen.&amp;quot; (1343-46)&lt;br /&gt;
* 1361-1435: ist Manas begeistert, schenkt Adschy seinen Panzer, erweitert die Deutung dahingehend, dass er &amp;quot;des Fürsten Kind&amp;quot; als Alman Bet identifiziert.Es werden Vorbereitungen getroffen, dem Helden entgegenzufiebern, obgleich man nicht weiß, ob der in friedlicher Absicht kommt.&lt;br /&gt;
* 1436: beginnt der Zug des Heeres, dem Alman Bet entgegen.&lt;br /&gt;
* 1436-68: eine Teezeremonie&lt;br /&gt;
* 1497: macht Manas einen Reiter in de Ferne aus.&lt;br /&gt;
* 1513: erspäht auch Alman Bet etwas, dem er folgt und erkennt 1540-48, daß er einem Größeren, Mächtigerem folgt.&lt;br /&gt;
* 1553-1576: trifft Manas Vorbereitungen zum Empfang des Fremden, von dessen Absichten man noch nichts weiß.&lt;br /&gt;
* 1577: kommt Alman Bet, (Und ab hier drängt sich mir der Vergleich mit der Ankunft Siegfrieds bei den Burgundern auf) fängt eine Lerche im Galopp, verweigert das Gespräch mit dem Empfangskommittee, will nur mit dem Fürsten sprechen, wird 1648 von Adschy Bai tatsächlich zu Manas vorgelassen. Das Ganze hätte auch fürchterlich schiefgehen können. Der Text deutet es an&lt;br /&gt;
* 1609-1610: &amp;quot;Alman Bet und Held Manas, wie nur werden sie sich grüßen?&amp;quot;- per Handschlag oder per Schwertstreich... Und in Alman Bets fatalistischem Ausruf, als er bei Manas eintritt: &amp;quot;Gottes Wille ist&#039;s, wer kann gegen seine Macht sich stemmen?&amp;quot;(1642/43) -tut es aber nicht!&lt;br /&gt;
* 1690: Herzliche Begrüßung&lt;br /&gt;
* 1700-1704: Teezeremonie&lt;br /&gt;
* -1745: Kostbare Geschenke des Manas, die Alman Bet aber nicht annimmt, mit Ausnähme eines Pferdes (1745)&lt;br /&gt;
* -1757: Manas will jetzt einen Wettstreit veranstalten (1757  ff) Jakyp Bai soll alles richten. Dieser verunsichert die Boten ab 1800 mit seinen Nachfragen nach deren Kenntnis der Herkunft ihres Volkes. Die sind unwissend. Jakyb deutet Überlegenheit Alman Bets an (1812/13); Wettreiten&lt;br /&gt;
* 1831-39: wer ist Gewinner?&lt;br /&gt;
* 1841-1862: kommt Mutter des Manas. Anblich des Manas uns Alman Bets erzeugt bei ihr Milchfluß. Alman Bet schlägt vor, daß jeder der beiden aus einer Brust trinke möge. Sie tun das und erzeugen so eine Brüderschaft, welche sich durch das anschließendßende Zechen verfestigt oder geradezu erst wirksam wird (1862)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 3 ===&lt;br /&gt;
====Der erste Tod Manas im Kampf mit Köktschö====&lt;br /&gt;
* 1-351: Kampf zwischen Manas und Köktschö. Der Anlass des Kampfes ist unklar. 185ff.: Manas begehrt Köktschös Pferde und Herden, will sie zusammentreiben und Alman Bet geben. Hatto (73-74) verweist auch auf I,2: Köktschö behandelt Alman Bet zunächst als Nicht-Muslim in kritischer Distanz. 411-459: Manas sagt dem Zaren, dass er wegen Alaman Bet, dem K. Pferde verweigerte, ausritt und Köktschös Herden raubte.&lt;br /&gt;
* 10ff.: Manas beugt sich vor dem (russischen) Zaren, zugleich Lob von Manas&#039; Heldenkraft.&lt;br /&gt;
* 161ff.: Manas dringt auf einen tödlichen Zweikampf mit K., mit Flinte und Schwert.&lt;br /&gt;
* 232ff: Manas trifft nicht, wird selbst von K. ins Herz getroffen, schlägt angeblich heilende Medizin von Köktschö aus und flieht.&lt;br /&gt;
* 281-284: Manas betet: &amp;quot;In der Hand des Schöpfers stand er, in dem Schutz des weissen Zaren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 285-324: Manas ruft seine Freunde an, verbringt 20 Nächte &amp;quot;unterhalb der Erde&amp;quot;, im &amp;quot;Jenseits&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 325-350: Unklarer Handlungsanschluss. K. stoppt den fliehenden Manas, der, K. selbst verfehlend, mit demselben Schwerthieb dessen Pferd erlegt.&lt;br /&gt;
* 351-375: Manas übergibt Alman Bet die Herde, reitet zum weißen Zaren.&lt;br /&gt;
* 376-513: Gespräch mit dem Zaren.&lt;br /&gt;
====Manas will eine Frau - Kanykäi====&lt;br /&gt;
* 514-660: Manas kehrt zu seinem Vater Jakyp Bai zurück. Gespräch mit seinem Vater.&lt;br /&gt;
* 563ff.: Manas will eine Frau von seinem Vater. &amp;quot;Ruht&#039; noch nie in Mädchen Armen&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 661-744: Jakyp begibt sich auf Brautsuche. Reitet zu Temir Kan. Spricht zunächst mit Mängdi Bai, der zu Temir Kan gehört und als Unruhestifter beschrieben wird. Jakyp fragt nach der Tochter Temir Kans, Kanykäi, (schon in 632-633 vor Jakyp als Manas&#039; mögliche Braut erwähnt) und sagt, er hätte vorher (?) schon vergeblich der Chinesen, Perser, Kirgisen und Inder Volk nach schönen Frauen durchstreift.&lt;br /&gt;
* 744-763: Mängdi Bai reitet zu Temir Kan, um ihm Jakyps Bitte zu vermitteln, kritisiert dessen Anliegen aber (er hätte keine Brautgeschenke mitgebracht etc.).&lt;br /&gt;
* 764-1003: Temir Kan beschimpft Bai als &amp;quot;zum Zank geborenen Sklaven&amp;quot;, reitet zu Jakyp. Kan will Manas seine Tochter nur geben, wenn Manas mit dem &amp;quot;Schießen, Schlagen und Stechen&amp;quot; aufhört, Jakyp empört sich, sagt Kan, dass Manas sich seine Tocher mit Gewalt holen könnte. Daraufhin berät sich Kan mit seiner Frau und seiner Tochter, Bai und Fürsten. 937ff.: Nachdem Bai wieder Jakyp kritisiert hat, verweisen die Fürsten auf Manas&#039; Stärke, raten, Jakyp ehrenvoll zu empfangen, und fordern, dass Manas Brautgeschenke bringt. &lt;br /&gt;
* 1004-1120: Jakyp reitet zu Manas zurück, dieser akzeptiert die Forderung nach Brautgeschenken und macht sich mit seinen 40 Freunden auf den Weg zu Temir Kan.&lt;br /&gt;
* 1121 - 1160 Mengdi Bai meldet Temir Kan den Manas und seine vierzig Freunde, die jedoch nicht auf Kriegszug sind, sondern Brautgeld für Kanykäi in Form von Pferden bringen. Die Herden müssen zur Erfüllung des Brautpreises vier Täler füllen. &lt;br /&gt;
* 1161 - 1199 Mengdi Bai bewirtet in seinem Haus nur die vierzig Freunde des Manas mit Honigbranntwein, während Manas allein in der Steppe bleibt und in der Hitze Durst leidet.&lt;br /&gt;
* 1200 - 1233 Die Gefährten bemerken, dass Manas allein in der Steppe verblieben ist und eilen um Vergebung bittend zu ihm. Dieser will entgegen ihrer Befürchtungen seine Gefährten jedoch nicht töten, sondern nur zu Verstand bringen. Darauf errichten sie ihm in der Steppe ein Zelt mit vierzig Flügeln.&lt;br /&gt;
* 1234 - 1259 Die Schwägerinnen / Brautgeschwister der Kanykäi kommen geschmückt zu Manas, der Gold und Silbergeld in Fülle vor ihnen ausbreitet.&lt;br /&gt;
* 1260 - 1279 Manas reitet allein zum Zelt der bislang unberührten Kanykäi. Dort isst er unbemerkt von ihrem Honig, trinkt Kumiss und &amp;quot;drückt das im Schlaf versunkene Mädchen heftig an sich&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* 1280 - 1331 Die Fürstentochter Kanykäi erwacht und zieht ein Messer. Sie fordert den ihr unbekannten Manas auf, sie loszulassen und vom Lager aufzustehen. Als dieser sich als Manas vorstellt, welcher unzählige Stuten hergetrieben habe, fragt sie ihn, ob er einer der Hirten ihres Vaters sei. Als Manas die Kanykäi nun als verzärtelt bezeichnet, zerschneidet diese sein Gelenk am Unterarm mit ihrem Messer.&lt;br /&gt;
* 1332 - 1380 Manas tobt und will nun lieber Junggeselle bleiben. Er bezeichnet Känykäi als Metze und Schlechteste ihres Volkes. Er will an ihr Rache nehmen und sie selbst Tiere hüten lassen.&lt;br /&gt;
* 1381 -1419 Die Schwiegermutter versucht noch erfolglos, zwischen Manas und Kanykäi zu vermitteln. Da ihm aber ein Weib widersprochen hatte, steigt Manas mit seinen vierzig Gefährten noch in der Nacht zu Pferde.&lt;br /&gt;
* 1420 - 1480 Die Diener von Manas treiben die Pferde Jakyp Kan´s und Temir Kan´s weg. Manas Gefährten - allen voran Alman Bet - dringen alles niederstechend auf das Heer Temir Kan´s ein, um Kanykäi gewaltsam zu holen.&lt;br /&gt;
* 1481 - 1529 Kanykäi ahnt ihr Verderben, legt als Friedensstifterin seidene Kleidung an und bringt vierzig Mädchen den Gefährten des Manas zum Geschenk. Manas sieht die von ihm als &amp;quot;schlechte Dirne&amp;quot; bezeichnete Kanykäi mit ihren vierzig Mädchen als Beute kommen und lässt sogleich vierzig Lager errichten, um die Gefangenen &amp;quot;zu greifen, bei den Handgelenken zu fassen und zur Besinnung zu bringen&amp;quot;.  &lt;br /&gt;
* 1530 - 1541 Kanykäi fleht zu Manas und bietet diesem sogar an, ihr ( der Dirne ) doch die Zunge abzuschneiden, wie man einem fliehenden Vogel die Federn abschneidet. Manas merkt, dass Kanykäi nun &amp;quot;zu Sinnen gekommen&amp;quot; ist und stellt klar, dass Vögel sich nur fliegend auf ein Zelt setzen.           &lt;br /&gt;
* 1542 - 1626 Das Mädchen in der Jurte Alman Bet´s ist hässlich, weshalb dieser eine andere fordert, da er mit Manas doch gleichgestellt sei. Kanykäi fordert daraufhin Altyn Ai auf, sich für Alman Bet so glänzend schön zu machen, dass dieser staunend in Ohnmacht falle. &lt;br /&gt;
* 1627 - 1679 Temir Kan sammelt seine Reichtümer um sie Manas ebenso wie sein Mädchen zu geben. Mengdi Bai will ihn abhalten und berichtet Temir Kan, dass dessen Tochter Kanykäi dem Manas widersprochen habe. Da habe dieser das Volk vernichtet und dessen Habe geraubt. Manas habe der Kanykäi die beredte Zunge ausgerissen und sie &amp;quot;wie ein Schaf zu Schand gebracht&amp;quot;. Dafür sollte Temir Kan den Manas umbringen. Temir Kan weist Mengdi Bai jedoch zunächst an, 90 Kamele mit Gold, Silber und Seide zu überbringen.&lt;br /&gt;
====Der Tod des Manas - initiiert durch den Mengdi Bai - den Gefährten des Brautvaters====&lt;br /&gt;
* 1680 - 1699 In ihrem Haus diesseits vom Kalmückenvolke befielt Mengdi Bai den beiden Dieben Köktschö Kös und Kamang Kös dem Manas vergifteten Honig-Branntwein darzubieten. Diese stellen daraufhin ein Zelt auf, in dem der eintreffende Manas den vergifteten Branntwein trinkt. &lt;br /&gt;
* 1700 - 1791 Manas versagt die Kraft und er ruft sterbend seine Genossen. Diese fragen ihn, wo sie ohne ihn leben sollen. Er rät ihnen, sich nach seinem Tod den Russen zu ergeben, da es unter dem mächtigen Zaren allen gut gehe und dort stets Recht geschehe. Dann entschwindet die &amp;quot;Fliegenseele&amp;quot; des Manas zu der &amp;quot;wahren Heimat&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* 1792 - 1807 Die vierzig Gefährten errichten ein Grabgebäude für Manas und beerdigen ihn darin nach Trauerfeierlichkeiten mit diversen Opfergaben. &lt;br /&gt;
* 1808 - 1942 Die Gefährten reiten zu Jakyp Kan und berichteten vom Tod des Manas. Sie fordern ihn auf, nicht vor Trauer zu versinken und wie früher zu Lebzeiten des Manas zu handeln. Sie und insbesondere Alman Bet würden noch leben und ihm eine Stütze sein. Jakyp Kan erinnert daran, dass Alman Bet an allen Unternehmungen des mit ihm vertrauten Manas beteiligt war, aber diesem stets der Ruhm blieb. Wenn der von Manas stammende Wohlstand abnehmen werde, müsse er, Jakyp Kan, fortziehen und aus Not auf die Suche gehen.      &lt;br /&gt;
====Nach Manas Tod====&lt;br /&gt;
* 1955 ff Manas ist tot, Jakyp regelt die Nachfolge (u.a. 1971 f: &amp;quot;den Befehl bei Kriegeszügen übergebet Alman Bet&amp;quot;). Obwohl es zunächst nicht den Anschein erweckt, leidet Jakyp doch sehr am Verlust des Sohnes (2019). Manas&#039; Tod hat auch materielle Folgen (2026 &amp;quot;der Reichtum nahm jetzt ab&amp;quot;, Jakyp, &amp;quot;wackelnd wie ein Trappenvogel... Will in Armut weiterleben&amp;quot; 2034 ff). Wir lernen 2043 ff. etwas über das Leben an einem Fürstenhof: Manas&#039; Schwester hat offenbar nie das Haus verlassen - ein Privileg! Kanikäi, von Manas einst geraubt und vergewaltigt, pflegt offenbar die ganze Familie (2063 ff).&lt;br /&gt;
* Ab 2070 kommen die Tiere des Manas ins Spiel: der Falbe, der Falke, der Jagdhund. Diese drei Leiden ernstlich unter dem Verlust des Manas und wiederum &amp;quot;von der Stimme dieser dreie wurden tief erregt die Herzen Aller&amp;quot; (2101 f)&lt;br /&gt;
====Manas Wiedergeburt====&lt;br /&gt;
* 2106: Und so schickte Gott der Herr seine Engel - das zurechtzurücken! Sollte es ein Guter gewesen sein, der da verschieden ist, so soll er wiederauferstehen. Die Engel treten aus das Grab und es wird zum Weißen Haus (2184 f). &amp;quot;manas Stand lebendig auf.&amp;quot; (2188), weiß zunächst wohl nicht, dass er tot war (2200).&lt;br /&gt;
* 2203: Kanykäi sieht ihn im Traum, woraufhin Jakyp 2240 die 40 Gefährten des Manas holen lässt.&lt;br /&gt;
* 2252 ff. wird klar, dass die drei Tiere nicht mehr sind, wo sie waren - der eigentliche und endgültige Schock für Jakyp (2280-90). Jako ist übrigens 80 Jahre alt (2308 - oder 90 (2327)) steigt aber aufs Pferd und reitet zu Alman Bet (2338). Die 40 nehmen seine Hoffnungen und Sorgen nicht so ernst wie erhofft (2372. f) - &amp;quot; Jakyp ritt zurück jetzt wieder&amp;quot; (2392).&lt;br /&gt;
* 2454 wird der Koran als Bezugsquelle ausdrücklich erwähnt. Man entdeckt 2466 ff, dass das Grab durch eine Art Palast ersetzt ist und findet auch die Tiere, außerdem den Manas - bei ihm natürlich &amp;quot;ein trefflich schönes Mädchen&amp;quot; (2487). Manas weiß zunächst nicht, wer er einst gewesen, ist &amp;quot; ein anderer geworden&amp;quot;(2542-48), erkennt dann aber Frau, Vater, Mutter, deren Milch er wieder trinkt (2621). &lt;br /&gt;
* 2636-46: Bestätigung der ruhmreichen Rolle Kanykäis während Manas&#039; Abwesnheit. Für diesen scheint seinen Auferstehung eine Läuterung gewesen zu sein: &amp;quot;Die bescheerte Speise essend, über alle Völker herrschend, sich vom Zaren Segen holend,lebtenherrlich jetzt Manas, alle Feinde flohen ihn,so erreichte er sein Ende.&amp;quot;(2681-86) - Bis ans Ende seiner Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 4 ===&lt;br /&gt;
====Die Planung einer Totenfeier bei Bok Murun und Manas Rolle dabei====&lt;br /&gt;
* 1 ff: Bok Murun soll eine Gastmahl zu Ehren des Abgangs von Kan Kökötoi veranstalten und bestimmt den Boten die Gästeliste und die Forderungen an die Gäste. Wenn die Gäste nicht kommen, sollen sie gezwungen werden.&lt;br /&gt;
* 65 ff: Es werden die Gäste genau umschrieben - unter ihnen auch Manas, Köktschö, Chinesen, Russen - Freund und Feind.&lt;br /&gt;
* 175 ff: Bok Murun berät sich, wie er das Fest bereiten soll, was Mahl, Pferderennen, &amp;quot;wie das Himmelreich gewinnen&amp;quot;, wo die Gäste versammeln und wie die Reise zur Vorbereitung des Festes unternehmen.&lt;br /&gt;
* 245 ff: Jemand (Manas?) wird als Hitzkopf beschrieben, der kommen mag wenn er will.&lt;br /&gt;
* 252 ff: Perspektivwechsel auf die Boten, die die Gäste einladen - Manas (zusammen mit Alman Bet); Umgang mit den Boten; die Boten erwarten den Tod; Manas spricht nicht zu ihnen.&lt;br /&gt;
* 281 ff: Wegen eines schlechten Spiels mit Alman Bet ist Manas stark erzürnt; Alman Bet versucht ihn zu besänftigen, aber Manas erkärt die Notwedigkeit seiner Taten wider dem Boten. Der Bote wird letzlich durch Manas Gefährten gevierteilt.&lt;br /&gt;
* 383 ff: ƒAm nächsten Morgen ruft er nur in Hemd und Unterhosen alle 40 (?) Gefährten zum Aufbruch und Ritt zu Bok Muruns Gastmahl; Beschreibung von Einzelheiten des Aufbruchs (Zelt, Tigerdecke, etc.)&lt;br /&gt;
* 395 ff: Manas bechreibt, dass man sich die Beute hole, sollte man nichts (im Pferderennen?) erringen können.&lt;br /&gt;
* 405 ff: In der Nähe des Gastmahls (die Muslime und Gjauren von weitem sehend) erkennt er den Kampf zwischen den Gästen und will sie auseienander treiben.&lt;br /&gt;
* 438 ff: Die Beschreibung der Kämpfe, in die sich Manas einmischt und alle vertreibt bzw. besiegt und so die Kämpfe beendet.&lt;br /&gt;
* 473 ff: Vier Tage später kommt Bok Murun (oder Koschoi?) zu Manas; Manas klagt seine Verspätung an, doch Bok Murun versucht ihn zu besänftigen.&lt;br /&gt;
* 520 ff: Bok Murun befragt Koschoi , wie das Fest zu bereiten sei und wie die Gjauren und Muslime zu gewinnen (gegen sie gewinnen?); &amp;quot;Manas mög die Haufen ordnen;&amp;quot;Manas verweigert den Auftrag (obwohl doch schon erledigt???).&lt;br /&gt;
* 540 ff: Sprung zur Ankündigung der Pferderennen durch Uerbü, was aber Manas wiederum so erzürnen lässt, dass er Uerbü jadt.&lt;br /&gt;
* 584 ff: Kan Koschoi soll die Ordnung des Festes bestimmen; Koschoi lehnt aber ab, da es ihn nicht interessiert; Manas macht daraufhin seinen Vorschlag, wie das Fest organisiert sein soll (Fest und Rennen erst im Frühling als Vorschlag); Koschoi stimmt zu.&lt;br /&gt;
* 616 ff: Lange Beschreibung der Pferde, die die Späher beim Abritt beobachten, und Beschreibung des herbstlichen Abrittes.&lt;br /&gt;
* 773 ff: Währen Bok Murun sein Volk &amp;quot;besichtigt&amp;quot;, verlangt der Fürst der Chinesen Kongyr Bai das Pferd Bok Muruns Manykär und droht ansonsten.&lt;br /&gt;
* 808 ff: Bok Murun will sich mit seinem Volk beraten. Man rädt ihm, sich wiederum mit Manas zu beraten.&lt;br /&gt;
* 828 ff: Manas berichtet von ähnlichen Geschichten und berät. Abschluß:&amp;quot;Was (Warum etwa) willst du ihm dieses geben&amp;quot;&lt;br /&gt;
====Das Fest beginnt mit verschiedenen Wettkämpfen====&lt;br /&gt;
* 917 ff: Das Fest beginnt mit einem Wettlauf, zu dem Joloi eine Alte schickt, die drei Monate rennt und am Ende die Mitläufer betrunken macht und so fast gewinnt; Er Töschtük gewinnt aber dann doch.&lt;br /&gt;
* 976 ff: Als nächste gibt es einen Ringkampf; als Preis 60 Pferde; Manas versucht jemanden zu finden, der für ihn kämpft gegen Held Joloi.&lt;br /&gt;
* 1110-1149: Ein Kämpfer ist gefunden - Koschoi; Manas bittet ihn, besondere Hosen, die Manas hat fertigen lassen, zu tragen.&lt;br /&gt;
* 1150-1165: Koschoi zieht sich die Lederhosen an.&lt;br /&gt;
* 1166-1181: Koschoi will Manas&#039; Hosen auch nach dem Kampf, sollte er gewinnen, behalten.&lt;br /&gt;
* 1186-1258: Der Ringkampf zwischen Koschoi und Joloi. Koschoi gewinnt, nachdem er, von Joloi auf den Boden gedrückt, vom ergrimmten Manas mit der Knute geschlagen worden ist.&lt;br /&gt;
* 1259-1341: Bok Murun ruft zum Lanzen-Wettkampf zu Pferd. Manas gewinnt gegen Kongyr Bai,&amp;quot;dem Fürsten Chinas&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 1342-1402: Bok Murun bindet ein Kamel an einer Grube mit 60 Silberbarren (Jamben) an - es ist der Gewinn - und fragt, wer es &amp;quot;mit den Zähnen lösen könnte&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 1349-1404: Als Orongo, eine Frau &amp;quot;vom Heidenvolke&amp;quot;, es tief gebückt zu lösen versucht, wird sie von Koilu Bai &amp;quot;wie von einem jungen Stier&amp;quot; penetriert. Ausführliche Beschreibung der Szene. Orongo kriegt schließlich den Preis.&lt;br /&gt;
====Das Pferderennen====&lt;br /&gt;
* 1405ff. : Pferderennen nach Kokand. Das zieht sich bis 1550. Manas (der &amp;quot;wilde Trotzkopf&amp;quot; (z.B. 1483 oder 1532) geht ab 1533 in Führung. Dem überholten Joloi wird sein wunderpferd atsch Budan getreten und umgestoßen.&lt;br /&gt;
* Also (1555) entsteht ein &amp;quot;wilder Kampf&amp;quot; mit Lanzen, Beilen, Schwertern, Bögen. Joloi macht Beute 1565 f).&lt;br /&gt;
* Alman bet wird verwundet (1576 ff), wird sogar leicht kritisch gegenüber manas (1605 ff), fängt sich aber prompt einen Auftrag ein: (1615 ff) alman bet soll die Waffen des manas vom Waffenschmied holen. Auch zu köktschö soll er reiten, den (uns bekannten) blauen Schecken holen.&lt;br /&gt;
* Anschließend kann er gleich weiter zu jamgyrtschy um dessen Korallen einzusammeln. An zwei weiteren Stationen soll alman bet dann schließlich noch Segen holen - und los geht&#039;s. Der Schmied namens tökkör liefert (1665 ff). Der &amp;quot;Trotzkopf&amp;quot; manas tituliert den Waffenschmied beständig &amp;quot; Hitzkopf&amp;quot; (1683 ff). Köktschö hingegen scheint den Schecken zu verweigern.&lt;br /&gt;
* Die vierzig Freunde machen sich auf, das gerade zu Rücken (1700 ff). Aber auch des joloi pferdeherden will manisch schnappen (1720ff) und zwar mit List und Tarnung (1725 f).&lt;br /&gt;
* Wieder einmal soll es alman bet richten (1731f). Der kundschaftet das aus und empfiehlt die Tat.&lt;br /&gt;
* In Vorfreude auf den Sieg gegen joloi macht Manas sich Gedanken über die Belohnung für den Schmied&lt;br /&gt;
* (1757-1775): Pferde und Frauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Kämpfe und Frauenraub====&lt;br /&gt;
* 1779 ff. hat Jolois Frau einen Traum: sie sieht Manas und das Unheil kommen. Joloi hört aber nicht auf sie (1807 ff), will im Gegenteil selber angreifen, seinerseits Frauen rauben (1836 ff).&lt;br /&gt;
* Jolois Frau wendet sich an den Sohn. Dieser soll dem Manas folgen, der sich (im Traum oder Wahrheit) die Pferdeherden schon genommen zu haben scheint - wie sie richtig sieht in Reaktion auf den Diebstahl ihres Mannes beim Trauertest des bok morun (1668 ff).&lt;br /&gt;
* Die söhne bitten joloi, auf die Verfolgungsjagd gehen zu dürfen (1875 ff). Der will aber selber in den Kampf.&lt;br /&gt;
* Lässt sich aber vorher noch durch den targyl tas mittels gebrannter Schulterblätter die Zukunft weissagen (1902 ff). Dieser rät eindringlich ab (1905-1920). Joloi ist erzürnt, will trotzdem los. Targyl warnt erneut (1931 ff). &amp;quot;Doch joloi folgt seinem Wort nicht&amp;quot; (1946), sondern trinkt einen und schwankt in den Kampf (1950 ff). &lt;br /&gt;
* 1958: Perspektivwechsel! Wir sind jetzt wieder bei manas. Angriff auf joloi, den manas 2012 erblickt.&lt;br /&gt;
* 2027 ff. warnt targyl den betrunkenen joloi erneut. Doch der hört natürlich erneut nicht, spaltet vielmehr dem Warner Den Kiefer (2043).&lt;br /&gt;
* So ist er, unser &amp;quot;kan joloi... der den Stier als Muster nahm sich&amp;quot; (2049 f).&lt;br /&gt;
* Manas der tiegergleiche jagt jetzt Joloi, den bergegleichen (2054 ff).&lt;br /&gt;
* Gemeinsam mit Llman Bet tötet Manas den Joloi letztlich und &amp;quot; zog des Weges weiter&amp;quot;(2084).&lt;br /&gt;
* Die Söhne Jolois wollen Rache, werden aber beide von Alman Bet getötet (2108).&lt;br /&gt;
* Alman Bet berichtet das dem Manas und der befiehlt: &amp;quot;Lasst Jolois Volk uns nun vernichten&amp;quot; (2131).&lt;br /&gt;
* Auch der Schmied soll natürlich, wie versprochen, belohnt werden.&lt;br /&gt;
* Die versprochenen Frauen für den Schmied und seinen Sohn werden dann auch gefangen (2166 ff). &amp;quot;Hier ist meine Schuld getilgt&amp;quot; sprach Manas (2178), sucht jetzt Muße bei Kaniykäi, deren weiches Fleisch er fasst. Als er aufwacht, schreit er aus Herzenslust und erfüllt sein Wort dem Schmied gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 5 ===&lt;br /&gt;
====Manas Frauen und Kanykäis Warnung====&lt;br /&gt;
* 1-40: Jakyp Bai denkt über den Wert von Manas drei Frauen (Kara Börük, Akylai und Kanykäi) nach und hält Kanykäi für die wertvolllste.&lt;br /&gt;
* 41-158: Manas will den Wert von Kanykäi auf die Probe stellen und reitet mit seinen &amp;quot;vierzig Freunden&amp;quot; zu ihr. Kanykäi weiß davon und breitet sich mit zwei Dienerinnen vor. Sie bietet allen reichlich Branntwein an, kleidet sie in &amp;quot;Panzer&amp;quot;, von denen &amp;quot;Flintenkugeln abprallen&amp;quot;, gibt ihnen besondere Stifel und Sättel. Manas bleibt wohl recht lange dort, bis zum &amp;quot;Herbstes grauen Reif&amp;quot;. Während dieser Zeit werden die Pferde fett und die Helden träge.&lt;br /&gt;
* 159-235 : Manas will zu den Kalmücken unter der Herrschaft Ai Kans reiten, um dort &amp;quot;Kunde&amp;quot; zu erhalten. Kanykäi warnt ihn vorher, dass für die Pferde gerade ein Unglücksjahr ist, es ist zugleich das Jahr von Manas&#039; 25. Geburtstag. Manas pfeift drauf, wird wütend und schlägt sie mit der &amp;quot;geflochtenen Knute&amp;quot;, bis sich die Nähte ihres Hemdes lösen. Daraufhin lacht Kanykäi und wünscht ihm eine gute Heimkehr, verweist aber wieder auf das bevorstehende Unglück. Manas ist erneut erbos, verflucht sie, darauf verflucht Kanykäi Manas. Manas reitet ab. &lt;br /&gt;
* 236-273: Kanykäi schickt einen Boten zu Manas, der ihn an das Unglücksjahr und ausstehende Opfergaben erinnern soll, Manas achtet nicht darauf.&lt;br /&gt;
====Der Bruder des Manas - Kös Kaman====&lt;br /&gt;
* 274-575 : Alman  Bet sieht recht erschreckt, dass ein &amp;quot;Heide ohne Bart&amp;quot; auf sie zugeritten kommt. Der &amp;quot;Freund&amp;quot; Kyrgyn soll erkunden, wer er ist. Es ist ein &amp;quot;Knabe&amp;quot;. Als sich beide treffen, verstehen sie einander zunächst nicht. Dann kommt auch Alman Bet angeritten. Fragt den Knaben, nach Kyrgyn, erneut nach seinem Namen und seiner Herkunft. Der Knabe präsentiert sich als Bote des Kös Kaman, eines Bruders von Jakyp Bai, der in die Hände der verfeindeten Kalmücken fiel, als Bai sechs Jahre alt gewesen ist. Kaman soll anschließend unter Chinesen und den &amp;quot;Kyrym&amp;quot; gelebt und fünf Söhne haben. Der Knabe fordert einen Lohn für seine Nachricht. Alman Bet reitet jetzt zu Manas und berichtet vom Boten. Manas meint, nichts von Jakyp Bais Bruder zu wissen, will den Boten selbst sehen, der anschließend von Bet zu ihm gebracht wird.&lt;br /&gt;
* 576-647: Manas ordnet an, die Aussage des Boten-Knaben bei Verwandten zu prüfen, ihn reichlich zu entlohnen, wenn es zutrifft, ihn zu &amp;quot;schlachten&amp;quot;, falls er lügt.&lt;br /&gt;
* 648-735: Alman Bet reitet zu Jakyp Bai, der bestätig, dass er einen Bruder namens Kös Kaman hat.&lt;br /&gt;
* 736-774: Als Jakyp Bais Frau, die dabei sitzt, dies hört, äußert sie Furcht darüber, dass die fünf Söhne Kamans über Manas herfallen könnten, und beginnt, Jakyp zu schlagen, doch der lacht und sagt, dass all dies nur zu Manas &amp;quot;Heil&amp;quot; beitrüge, so wie &amp;quot;ein Zweig am Flügel wüchse&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 775-941: Alman Bet reitet zu Kanykäi und fordert von ihr den Botenlohn (Kamele und so weiter), erzählt ihr von Kalman und seinen Söhnen, reitet anschließend weiter zu Manas, der dem Boten nun seinen Lohn verspricht und ihn auffordert, zu Kalman zurückzukehren. Der Bote reitet zurück.&lt;br /&gt;
* 942-1020: Manas verkündet seinen &amp;quot;Freunden&amp;quot;, den Kalman fürstlich empfangen zu wollen, und reitet hierfür zu Kanykäi. Jetzt folgen ausgiebige Festvorbereitungen, Manas erfreut sich erst einmal selbst mit seinen Freunden an Brantwein und Speis und vögelt Kanykäi. &amp;quot;Und sie gackelt wie ein Gänschen, gurgelt wie ein junger Sperber&amp;quot;, als er sie nimmt.  &lt;br /&gt;
* 1021-1176: Kalman und die Kalmücken kommen herbeigeritten, allgemeines Besäufnis. Die Kalmücken sind alle Heiden, Manas beschließt, sie zum Islam zu bekehren, was dann auch der Fall ist. Die Kalmücken lassen sich einen Vollbart wachsen, entfernen ihren Lippenbart, lernen wohl, den Koran zu lesen, und werden bechnitten. Manas, der &amp;quot;Trotzkopf&amp;quot;, lässt die Kunde überall verbreiten und ein Pferderennen abhalten.&lt;br /&gt;
* Verbrüderung der alten und neuen Moslems&lt;br /&gt;
* 1215 Kös Kaman will Manas einladen&lt;br /&gt;
* 1250 ff Alman Bet soll ihn fragen gehen&lt;br /&gt;
* 1264 - 1285 rät Kanykai da aber ab, wittert Gefahr.&lt;br /&gt;
* 1286-1304 erklärt Alman Bet den 40, dass Manas zu betrunken für die Reise ist.&lt;br /&gt;
* 1304-16 will Seräk das nicht hinnehmen.&lt;br /&gt;
* 1217 ff Alman Bet schlägt Seräk daraufhin.&lt;br /&gt;
* 1327-73 schleicht sich Seräk (&amp;quot;mög er verderben&amp;quot;) aber zu Manas, weckt ihn und dieser reitet los. Manas fragt nach Seräks Wunde (1375 ff). Seräk hetzt ( bis 1404) gegen Alman Bet.&lt;br /&gt;
* Manas nimmt Alman Bet in Schütz (&amp;quot;der schlägt auch mich, wenn er inZorn kommt&amp;quot; 1412)&lt;br /&gt;
* 1418 ff. Beim Gelage mit den neuen Glaubensbrüdern wird Manas angegriffen. 1446 mischt sich Kös kamen beschwichtigend ein. Manas geht nach Hause und schläft mit Kanykai.&lt;br /&gt;
====Manas Kalmückenzug====&lt;br /&gt;
* Als er erwacHt (1454 ff) schreit er und ruft die 40 zusammen. man macht sich auf Kalmückenzug (1555)&lt;br /&gt;
* Alman Bet ( mit Köktschögös) soll wieder kundschaften (1587  -1635)&lt;br /&gt;
* 1654 ff. wird Köktschögös erkannt und festgenommen. Dieser wechselt die Seiten, will Manas bekriegen und die Frau rauben (1657)&lt;br /&gt;
* Die Kalmücken Stellen ein Heer auf. &lt;br /&gt;
* 1698 ff. soll Alman Bet wieder kundschaften. 1710 täuscht Köktschögös den Alman Bet.&lt;br /&gt;
* 1750 empfiehlt Alman Bet dem Manas Ritt und Kämpf. 1780 kundschaftet er wieder einmal. 1839 ff. köpft er einen Alten, den er vorher ausgefragt hat und tarnt sich mit dessen Kleidung.&lt;br /&gt;
* 1870ff reitet Alman Bet auf Befehl des Manas zu Altyn Ai. In deren Jurte wird er durch Unhöflichkeit beleidigt ( um 1895), erzählt (um 1900) eine Geschichte von Tieren, die er verloren habe.  die Leute Altyn Ais wollen ihm ( um1925) töten. Alman Bet entwaffnet den Angreifer, verletzt Altyn Ai durch einen Biss ins Gesicht, verdunkelt (1975 ff) die Jurte mit Feuerrauch und Asche und entkommt.&lt;br /&gt;
* 2006 - 2042 Altyn Ai deutet jetzt Alman Bets Tiergeschichte als eine Art Unheilsprophezeihung für ihre eigene Familie&lt;br /&gt;
* 2043 ff droht Alman Bet daraufhin direkt.&lt;br /&gt;
* Gegenüber Manas fordert Alman B et ab 2081 die Altyn Ai als Botenlohn, vergleicht sie 2100 gar mit Kanykai. manas verwehrt ihm diese Gunst aber 2116 f: falls diese so schön sei wie Kanykai, dann gehörte sie M anas!&lt;br /&gt;
* Alman Bet ist konsterniert (2119 ff). Er fällt fast von Manas ab. bis dieser 2137 sagt, dass das doch nur ein Scherz gewesen sei. &amp;quot;Nimm die Altyn Ai dir, Freund.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* Dann geht es aber endgültig auf Kalmückenfahrt. Ab 2142&lt;br /&gt;
* Der Kampf währt bis zum Abend (2170). Da flieht M anas! - mit ihm Alman Bet. 2184 versucht Kyran Syrgak Alman Bet zum Bleiben zu bewegen. der ist aber stark verwundet (2209 ff). Alman Bet wiederum will jetzt Manas zum Bleiben überreden (2244). - Mit Erfolg! (2265ff) :  &amp;quot;Die K almücken des Altai Alle Hieb er da zusammen.&amp;quot; alman Bet raubt Altyn Ai. die 40 machen Beute.&lt;br /&gt;
====Der Bruder vergiftet Manas Gefährten und fast auch Manas - die Gefährten werden wieder erweckt====&lt;br /&gt;
* Als die Beute verteilt ist reitet man heim. Unterwegs steht ein Haus (2390). das bietet sich für ein Besäufnis an. man trinkt, streitet, und Köktschögös, des Kös Kaman Sohn, vergiftet Manas und die 40. Alle sind bewußtlos, nur Manas kann noch auf einem Pferd fliehen. Köktschögös wirft aber ein Messer, trifft Manas an der Hand: &amp;quot;Fiel sogleich vom Pferde nieder, röchelnd al. da Held Mnas.&amp;quot;(2419 f)&lt;br /&gt;
* Kanykai spürt, das etwas im Argen ist, reitet mit Medizin im Gepäck dem Manas entgegen. 2435 ff. wird Manas gesund, erbittet vom Schöpfer die Rückkehr der 40&#039;von den Toten. nach religiösem Zeremoniell in Mekka klappt das auch.&lt;br /&gt;
* Kanykai hat einen Traum, kommt auf den Gedanken, ihn von Altyn Ai ( dem &amp;quot;Schwesterchen&amp;quot;- im Schicksal?) deuten zu lassen. (2484)&lt;br /&gt;
* Deutung: ein Kind wird geboren werden ( ein Wolf mit blauen Mähne -2500). &lt;br /&gt;
* Manas kommt nach Hause, will Altyn Ai erschlagen. Kanykai bringt in den letzten Versen des 5. Buchs den Gedanken des Mitleids und der Gnade ein.&lt;br /&gt;
=== Teil 6 ===&lt;br /&gt;
====Semytäis Geburt und Manas Tod====&lt;br /&gt;
* 0-45: 32 Jahre später ist Kanykäi schwanger und Manas liegt im Sterben. Er richtet Letzte Worte bezüglich des bald geborennen Kindes an seine Freunde und stirbt dann.&lt;br /&gt;
* 46-73: Kanykäis Trauerrede&lt;br /&gt;
* 74- 106: Jakyb möchte Kanykäi nun mit Manas jüngeren Brüdern vermählen, Kanykäi ist aber widerständig.&lt;br /&gt;
*107-160: Sie wolle niemanden freien, wenn Manas Kind ein Junge würde, ein Mädchen hingegen würde umgebracht werden und Kanykäi würde den klügeren Abäkä heiraten.&lt;br /&gt;
* 161-176: Intrige von Schoruks Tochter und Abäkä zum Tödten des Sohnes wir initiiert.&lt;br /&gt;
* 177-217: Der Sohn wird geboren und eine Alte hilft das Kind vor dem Morde zu verbergen und zu schützen.&lt;br /&gt;
====Kanykäis Flucht mit dem Sohn====&lt;br /&gt;
* 218-391: da Manas  Vater und die Brüder den Sohn töten möchten, flieht Kanykäi uuerst zu ihrem Paten Karym, der aber ablehnt, sie aufzunehmen. Daraufhin geht sie zu Bakai. Auch er hilft aber nur durch Kleidung und Nahrung.&lt;br /&gt;
* 392-474: Sie zieht nun mit Manas Mutter Tschakan und dem Kind weiter zu ihrem Vater Kara Kan. Beschreibung des beschwerlichen Weges.&lt;br /&gt;
* 475-531: Sie treffen zuerst auf Kanykäis Bruder, erkennen sich aber erst nachdem Kanykäi ihre Geschichte berichtet hat.&lt;br /&gt;
* 532-591: Vorstellung des Kindes vor dem Volke und Namensgebung - Semätäi - Voraussage, wie das Kind heranwachsen wird&lt;br /&gt;
* 592- 730: Nachdem Semätäi herangewachsen ist, reitet er zum Volk seines Vaters zurück, nachdem Kanykäi und andere versuchen, davon abzuhalten.&lt;br /&gt;
====Semytäis Wiederkehr und Rache====&lt;br /&gt;
* 731-799: Zusammenkunft von Semytäi und Bakai, der seine Ankunft bei Jakyp Bai berichtet, aber auch den Vergiftungsplan des Grpssvaters und der Onkel mithört.&lt;br /&gt;
* 800-841: Semytäi durch Bakai gewarnt entlaft den Vergiftungsversuch und schickt Bakai zu den Onkeln Abäkä und Köbösch, die ihm aber feindselig gegenüber traten.&lt;br /&gt;
* 842-931: Bakai und Semytäi ritten danach gemeinsam zu den Onkeln, betranken sich, bis die Onkel vom Stuhl fielen, um dann die alten Gegenstände des Manas an sich zu nehmen und zu Kanykäi zurück zu reiten.&lt;br /&gt;
* 932-980: Semytäi berichtete seiner Mutter und beschloss mit ihr wiederum zu Manas Volke zu ziehen, was mit grosser Ausstattung des Kara Kan began. Semytäi täuschte aber seine Mutter, und ritt dann durch das Land des Bakai zu Land auf dem Manas Schloss stand.&lt;br /&gt;
* 981-1036: Kleine Herkunftssymbolik mit Eisennagel, infolge des will auch Kanykäi mitkämpfen. sie wird aber davon durch Anbinden festgehalten. Der Kampf der Herre endet in Festsetzung der Onkel.&lt;br /&gt;
* 1037-1087: Kanykäi und Tschakan dürfen dann Onkel und den Vater von Manas zur Genugtuung umbringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teil 7&lt;br /&gt;
Semätai&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorneweg: auch &amp;quot;Semätai ließ nicht durch Vernunft sich leiten&amp;quot;! (1-2)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Semätai, jetzt Haupt der 40, fordert diese (11-32) auf, mit ihm auf Zug zu gehen.&lt;br /&gt;
- diese ( jetzt 60-70 Jahre alt) wollen aber nicht (33-86), fürchten den Tod durch Semätai und ziehen fort.&lt;br /&gt;
- Semätai verfolgt sie und holt sie ein (87-106)&lt;br /&gt;
- will sie (107-140) zur Rückkehr bewegen.&lt;br /&gt;
- ohne Erfolg (141-162).&lt;br /&gt;
- woraufhin er nun aber wirklich böse wird (163-183): er &amp;quot; metzelte die Männer nieder, schlachtet ab die 40 Freunde, raubte ihnen ihre Kleider&amp;quot;&lt;br /&gt;
(180f)&lt;br /&gt;
-185-235: der Held kehrt heim. Die Frauen zweier (70- jähriger und Gerade von Semetäi ermordeter) Helden sind schwanger&lt;br /&gt;
Und gebären just in dem Moment, da Semätai vom Pferd springt. Eins der Babys hat einen Blutklumpen in der Hand, das andere eine Rose.&lt;br /&gt;
Semätai freut sich ohne gleichen, macht die zwei zu seinen Milchbrüdern, indem es sie (seiner Mutter) Kanykäi an die Brust legt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Teezeremonien und Pferde-Schenken&lt;br /&gt;
II, 1460ff und 1700ff: Teezeremonien zur Aufnahme von Gesprächen und als Zeichen der Gastfreundschaft. Analog dient die Gabe von Pferden als Freundschaftsbeweis.&lt;br /&gt;
2. Manas der allmächtige Herrscher in allen Lagen als Krieger, Aufbrausender, Berater, Delegierender usw. IV-1150&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Das Himmelreich erreichen: 4.174; 4.520&lt;br /&gt;
Kontext: Fest von Bok Morun, Wettkämpfe. Bedeutung unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Fest bei Bok Morun: Höfische Züge.&lt;br /&gt;
- Pferderennen&lt;br /&gt;
- Ringkampf&lt;br /&gt;
- Wettlauf&lt;br /&gt;
- Pferd-Lanzen-Wettkampf&lt;br /&gt;
- Vielvölker-Zusammenkunft,Freunde und Feinde vereint im Wettkampf&lt;br /&gt;
- Sex&lt;br /&gt;
- jeder bringt was mit&lt;br /&gt;
- sich auszeichnen: Kampf, Besitz (Pferde, Waffen, Kleidung)&lt;br /&gt;
- Kleiderrituale&lt;br /&gt;
- Rituale der Bestimmung des Ablaufs&lt;br /&gt;
- Konfrontationen, Konflikte, Testen eigener Machtbereiche&lt;br /&gt;
- Komik: alte Dame im Pferderennen (4.943)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Komik: alte Dame im Pferderennen (4.943)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Nomadische Lebens- und Kulturform&lt;br /&gt;
- wichtig für den Manas-Kontext&lt;br /&gt;
- 2 Formen: 1. Ziehen dem Vieh und den Weidemöglichkeiten nach. 2. Treiben Handel als eine Art Vermittler zwischen natürlichen Barrieren (Wüste, Berge).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Islam-Referenzen: wirken oft willkürlich eingeschoben, überflüssig.&lt;br /&gt;
Bsp. 4.1256: Ringkampf wird durch Manas eingreifen entschieden, Referenz zu Gott unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Jamben (4.1345): nierenförmige Silberbarren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Schamane-Wahrsager&lt;br /&gt;
In 4/1902ff. wird ein Wahrsager erwähnt, der &amp;quot;Schulterblätter brennt&amp;quot; und hieraus dem Joloi dessen Zukunft prophezeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Epen-Motiv: das zerbrochene Schwert und der Schmied&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Motiv findet sich in mehreren Epen, zentral natürlich im Nibelungenlied. In Manas: ist es Manas&#039; Schwert, das von dem Schmied Tökör repariert wird (4/1620ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Manas und Gilgamesh: Freundschaft&lt;br /&gt;
Manas und Alman bet verhalten sich wie Gilgamesh und Enkidu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Manas und Nibelungenlied: Gunst, Gaben und Bündnisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Epen geht es immer wieder um gegenseitige Gunstbezeugnisse, Gaben und das Schmieden von Bündnissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Einheit in Islamisierung begriffener Turkvölker &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manas verkörpert den Führer eines unter ihm vereinten Verbundes verschiedener Turkvölker, die sich zum einen im Prozess der Islamisierung und zum anderen im Konflikt mit mehreren Großmächten (Chinesen, Russen) befinden. Dabei wird Manas&#039; besondere Geburt (unter einem Apfelbaum mit Prophezeiungen seiner Führerschaft), seine individuelle Kampfstärke und sein wachsender Einfluss durch Freunde, Bündnisse und Siege beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der ewige Wilde (Bezug: I,3)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stärker noch als der junge Gilgamesh und ohne höfische Einbindung, wie im Fall von Siegfried, zeigt Manas in diesem Abschnitt seine schier ungebremste Machtfülle, indem er ohne zu zögern und ohne klare Motivationslage einen tödlichen Zweikampf mit Köktschö sucht, von einer eigentlich tödlichen Verwundung wieder genest, obwohl er zuvor heilende Medikamente ausgeschlagen hat, sich zwar zunächst an einige Rituale der Brautwahl und Vermählung hält, dann aber seinen Trieben freien Lauf lässt und seine Auserwählte unter Androhung brachialer Gewalt an ihn bindet, quasi im Vorbeigehen und wieder in unklarer Motivationslage die Heere des Vaters der Braut und seines Vaters Jakyp (den er vorher schon drohte, selbst zu töten) niedermacht und fröhlich seine &amp;quot;vierzig Freunde&amp;quot;, die für ihn töten und zugleich seinen tödlichen Zorn fürchten, mit einem Harem versieht. Manas hält sich weder an Abmachungen noch an irgendwelche moralischen Codices, geschweige denn an den Koran oder Verpflichtungen aus Verwandtschaftsverhältnissen. Er bewegt sich viel und schnell, auf Pferden, von einer kurzen ruhigen Phase in den nächsten Kampf, begleitet von der weiten Steppe und den Bergen, umringt von mächtigen Feinden. Manas erfährt als Held kaum die Spur eines reflexiven Charakters, ihm scheint keine an Prinzipien gebundene Innerlichkeit anzugehören, er lebt ganz im Außen, in einem weiten Raum, in den er, geleitet durch Reiz und spontane Reaktion, seine Triebe, seine Kraft und seine Jugendlichkeit (&amp;quot;hatte noch nie ein Mädchen in meinem Arm&amp;quot;) ergießt - bis ihn, wie Siegfried, die List der Anderen (hier ein Gift) anscheinend endgültig auslöscht. Alle Arten von begrenzenden Referenzen - Familie, Prophezeiung, Islamisierung, Gebete zu Gott, Unterwelt-Aufenthalte, Erfahrungen von Schmerz, Krieg und Tod, Verlangen nach menschlicher Nähe, Freunde, das Leben in Gemeinschaft, Apelle, er solle mit dem Schlachten aufhören - gehen spurlos an Manas vorbei, sind nur Geäst einer Ornamentik, in dem das Feuer einer Steppe brennt, das keine Schatten in ein Inneres wirft; ein Feuer, das nur brennt, um leuchtend-unversteckt zu sein, was es ist - oder was es meint, sein zu müssen. Genau hier entsteht auf der Interpretationsebene dann auch das klassische Dilemma, dass der beobachtend-lesende Kulturmensch den natürlichen Wilden zwar respektiert, aber als Typus immer in zvilisatorische Entwicklungsmodelle einbaut, die ihn einer primitiven Phase zuordnen. Vielleicht liegt hier auch der Anspruch des Epos an uns: können und sollten wir diese Einordnung fallen lassen, die Andersartigkeit des Wilden nicht als transitorisch aburteilen, sondern als quasi ewige Wahrheit hinter einer anthropologischen Fassade eurozentrierter Aufklärung akzeptieren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Wolfs-Natur als Bindeglied zwischen Glauben und Kultur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Spur zum Verständnis der Glaubenstruktur und des sozialen Überbaus führt in ein als Totemismus betiteltes Wissensfeld, in dem ein (teils als blau-grauer) Wolf eine zentrale Rolle bei den Turkvölkern spielt. Der Wolf wird mit einem Schöpfungsmythos der jeweiligen Stammeslinien verbunden: er kreuzt sich etwa mit einem Menschen, hieraus gehen alle Stammesnachfahren hervor. der Wolf druchdring auch mit fast allen Körperteilen (Magen, Galle, Kopf, Krallen, Fell etc.) das Feld sozialer Praktiken (Geburt, Tod, Gesundheit-Medizin). Sekundärliteratur:  Paul: Weltgeschichte, Position 1312 (Religion und Kunst) und Bajalojewa: Kirgisen, S. 11-26. Wolfs-Referenzen in Manas: 4/1286: &amp;quot;der wolfäig&#039;ge, der graubärt&#039;ge Manas&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Manas- Der Gott auf Erden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manas ist tyrannisch-willkürlich, weise-beratend, wissend und lüsternd, Kind und Mann, kurz alles in Einem, kreisend um ein scheinbar nicht besetztes, leeres Zentrum seiner Identität, fundiert in einer verborgenen Rationalitätsform, die seine Macht legitimiert (eventuell führt die Spur des Wolfes hier hin). Diese Gott-Artigkeit wird im Kontext vom Fest des Bok Morun (4. Abschnitt) sehr deutlich:&lt;br /&gt;
- Willkür: Manas lässt einen Boten vierteilen. Er erwähnt, dass man sich die Beute, den Gewinn selbst holen wird, sollte man auf den Wettkämpfen nicht gewinnen.  4.281, 4.395.&lt;br /&gt;
- Berater und Schlichter zwischen Bok Morun und einem chinesischen Herrscher, Thema: Pferde-Handel.&lt;br /&gt;
- Motivierer-weiser Herrscher, der Ratschläge erteilt: Ringkampf. 4.1110.&lt;br /&gt;
- Ritual-Kenner: weiß, wie man sich Kleiden muss, was dazu gehört.&lt;br /&gt;
- Feste feiern: weiß, wie man das macht.&lt;br /&gt;
- Schlachtführer und Schlichter im Krieg&lt;br /&gt;
- bärenstark, und doch unerfahren-dumm wie ein Kind (&amp;quot;Trotzkopf&amp;quot; genannt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Eine deutsche Übersetzung von 1885 ist vorhanden: Radloff; Wilhelm, 1885. Proben der Volksliteratur der nördlichen türkischen Stämme, V: Der Dialect der Kara-Kirgisen, St. Petersburg.&lt;br /&gt;
*:Manas 377 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_1_Manas.pdf]]&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
*:Einführung S.1-32 [[Media:Radloff 1885.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Joloi Kan 168 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_2_Joloi_Kan.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Er Töschtük 72 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_3_Er_Töschtük.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/jiYQi6VQ6bc YouTube: The Art of Akyns, Kyrgyz Epic Tellers - 4 min.]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/kMDklwoLf34 YouTube: Manas - UNESCO - 10 min.]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=in4VqMvVNWg YouTube: Kirgisische Reiterimpressionen]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=-mzf8ENPMU0 YouTube: Kleiner Manas Sänger in Trance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=VCOGKwMazrU YouTube: Manas Sänger - historische Aufnahmen]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=Hs4pTfKNs-Y YouTube: Kyrgyz Manas Epic &amp;quot;Forty choro warriors flee to China&amp;quot;]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=HfgB-Au5htg YouTube: Manas Performance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=E3_v_dp80R8 YouTube: Manas Performance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=IF4nViV51uc YouTube: Manas als Theater]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=hi39bAgQISE YouTube: Modernere Manasfassung]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=SQB9iy5KHl8 YouTube: Kirgisische Gitrarrespieler]&lt;br /&gt;
* [http://www.unesco.org/culture/ich/index.php?lg=en&amp;amp;pg=00011&amp;amp;RL=00876 Beschreibung durch die UNESCO: Welterbe Manas]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/artl/hatto-manas.shtml The Birth of Manas - A confrontation of two branches of heroic epic poetry in Kirgiz - By A. T. Hatto - Vergleich der Radloffschen Version und Fassung von Sagymbay Orozbakov (1867-1930)]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/folklore/manas/manasintro.html Englische Fassug von 2005, die die wesentlichen Fassungen nochmal neu ins englische übersetzt - unter Berücksichtigung besserer kirgisischer Spachkenntnisse - translated, introduced and annotated by Elmira Köçümkulkïzï1 - Ph.D. Candidate in Near and Middle Eastern Studies - University of Washington (Seattle)]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Die_alttürkische_Religion-1991.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Klimkeit-Buddhism_in_Turkish_Central_Asia-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Gabain-Inhalt_und_magische_Bedeutung_der_alttürkischen_Inschriften-1953.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hatto-Manas-Radloff-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Levin-Where-Rivers-Mountains-Sing-2011.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Mussajew-Epos-Manas-1994.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Die-Araber-vorislamischen-Zeit-Gegenwart-ebook/dp/B005JCYMHG/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390203366&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Die+Araber%3A+Von+der+vorislamischen+Zeit+bis+zur+Gegenwart Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart - Halm, Heinz]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Koran-Kommentar-Konkordanz-Rudi-ParetTaschenbuchausgabe/dp/3170226703/ref=sr_1_2?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390204205&amp;amp;sr=1-2&amp;amp;keywords=paret+koran Der Koran. Textausgabe - Paret, Rudi]&lt;br /&gt;
* [[Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Thrower-Religious-History-Central-Asia-2004.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Reichl-Singing-the-Past-2000.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:J_Paul_-Neue_Fischer_Weltgeschichte_-_Band_10_Zentralasien.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Frühe-Türken-Zentralasien-1992.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hainsworth-Idea-of-Epic-1992.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Krader-Social-Organization-Mongol-Turkic-Pastoral-Nomads-1963.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media: Basilov-Zirin-Nomads-Eurasia-1989.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 10.Februar 2014: Türkisierung Zentralasiens ab ca 6 Jh. n Chr. bis 13 Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herrschervölker in der Mongolei und in Turkestans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 6. Jahrhundert fielen die heute als On-Ok bezeichneten Kök-Türken in Turkestan ein und errichteten in diesem Gebiet ihr westliches Teil-Khanat, dass sich bis zum Jahr 745 halten konnte.&lt;br /&gt;
745 übernehmen die Uighuren bis 840 als ein weiteres Türkvolk neben Oghuzen, Seldschuken &amp;amp; Chasaren die Macht in der Mongolei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uighuren waren zum Teil Nomaden (es gab aber auch stadtartige Siedlungen).&lt;br /&gt;
Ab 840 herrschten die Jenissei-Kirgisen in der Mongolei, Nomaden wurden nach chinesisch Turkestan vertrieben und wurden da teilweise sesshaft.&lt;br /&gt;
(Weitere dokumentierte Türkvölker ab dem 10 jh. : Ghuzen, Garluq, Tughuzghuz, Turkmenen, Usbeken, Karakalpaken, Kasachen, Tataren, Aserbaidschaner, Karäim, Krimtürken, Turk-Mescheten und Türken.)&lt;br /&gt;
Die Islamische Periode startet bei den Türkvölkern ab dem 11.Jahrhundert - Vereinigung der Iranier Persiens und Mittelasiens -&amp;gt; Migrationsbewegung von Persern nach Osten.&lt;br /&gt;
Im 11 Jh. kriegerische Auseinandersetzungen nach Süden mit den Tibetern.&lt;br /&gt;
Während der zweiten Hälfte des 11. und der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war West-Turkestan ein Teil des ausgedehnten Seldschukenreiches (Türkvolk)&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts befand es sich unter der Oberherrschaft der (nichtmuslimischen) Qara-Chitai bevor diese durch die Qarachniden und später den Mongoleneinfall (Dschinghis Khan) verdrängt wurden&lt;br /&gt;
* Türken vs. Araber/Perser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Araber existiert zur Zeit der Orchoninschriften (730) noch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Türkvölker wurden im Unterschied zu Iraniern nicht durch Araber aus dem Westen unterworfen. Die Araber im Westen wehrten nur die Angriffe auf die „Kulturländer“ ab (705-715). Ab 8. Jh. bauten Araber Wälle gegen die Menschen im Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Samaniden (Iranier/Perser) vergrößerten den gebietsmässigen Einfluss des Islam nur unwesentlich, aber der kulturelle Einfluss auf die Türken wuchs, zum Teil kam es kurz vor dem Fall der persischen Sassaniden (9./10. Jh.) auch zu Bündnisse, die den kulturellen und religiösen Austausch verstärkten.&lt;br /&gt;
* Religion&lt;br /&gt;
Türkvölker blieben lange (insbesondere in Ost-Turkestan) schamistisch mit wenig Einfluss durch Buddhismus und Islam. Buddhismus hatte bereits um 600 Einfluss auf die Türken. Nach dem Sieg über die Perser (Sassaniden im 9 Jh) wurden die Türken Zoroaster (siehe Zarathustra). Ab 760 sind Einflüsse der Manichäer (Perser &amp;quot;Mani&amp;quot; als Religionsstifter, Kontakte der Türkvölker nach Babylon) und des Christentums bis nach Ost-Turkestan  (chinesisch Turkestan wurde von Uighuren bewohnt, insofern hier auch budhistische Belege). Die Islam war ursprünglich (ab 7 Jh. im westlichen Teil Mittelasiens) nicht missionarisch tätig - die Türkvölkwer im westlichen Teil Turkestans wurden islamisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Handel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelsbeziehungen zu den Indern und nach China - später zu den Iraniern.&lt;br /&gt;
* Validität der Quellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Historie in der Mongolei und chinesischen Turkestan wurde durch chinesische Schriften dokumentiert, da die Islamische Welt diese Ereignisse kaum wiedergab. Mohammedaner (Araber/Perser) kannten und nutzen zwar die alten Handelswege nach Osten, es gibt aber kaum Berichte von den Türkvölkern im mongolischen Norden - generell gibt es in den umfangreichen geografischen Schriften der Mohammedaner kaum Berichte über die Türkvölker im Osten. Andererseits wurden veraltete Texte über Jahrhunderte wiederholt in der ismamischen Welt wiedergegeben, in denen man den Türken ihrer mächtigen Stellung in der isamaischen Welt nicht gerecht wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache bei den Türkvölkern Zentralasiens wurde mit der Zeit das Persische und blieb im kleineren Maß &lt;br /&gt;
das Türkische, im östlichen Teil nahm das chinesische seinen Einfluß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== auch noch am 10.02.2014: Die Araber (nach Heinz Halm) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Araber ist, wer arabisch spricht - und das tun 280 Mio Menschen. Die Wortbedeutung ist unklar. Der Begriff wird bereits 853 v.Chr. für beduinische (also aus Kamelnomaden bestehende) assyrische Hilfstruppen benutzt. Auch bei Xerxes&#039; Griechenzug 480 v.Chr. sind arabische Bogenschützen auf Kamelen dabei.&lt;br /&gt;
Das Arabische ist eine semitische Sprache, verwandt also z.B. dem Akkadischen, dem Hebräischen, dem Aramäischen...&lt;br /&gt;
Die Schrift hat sich, wie auch die griechische und die lateinische, aus einer phönizischen Urform entwickelt. Sie besteht aus 28 Zeichen - ausschließlich für Konsonanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- 64 v. Chr. kommen die Römer in die Levante, 30 v.Chr. nach Ägypten. Die Araber stehen also zwischen Persien und (Ost-) Rom. Bis zu Mohammed (etwa 570 - 632 n.Chr.) gibt es keine einheitliche politische Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Zur Zeit Mohammeds sind 3 von 5 Stämmen in Medina jüdisch.&lt;br /&gt;
Im geographischen Raum gibt es auch viele Christen. Darüber hinaus werden weit verbreitet arabische Naturgottheiten verehrt. Die Kaba in Mekka ist z.B. ein würfelförmiger Tempel für den Gott Hubal. In Mekka selbst, wohlhabend wegen des vielbesuchten Tempels und der Lage an der &amp;quot;Weihrauchstrasse&amp;quot; vom Jemen nach Damasjus, gibt es keine christlichen oder jüdischen Gemeinden. Hier wird Mohammed um 570 geboren und tritt ab etwa 610 als monotheistischer Prophet auf, wird aber unterdrückt und bedroht, so dass er 622 ins 350 km entfernte Medina auswandert. Bei ihm sind &amp;quot;die Ergebenen&amp;quot; (die &amp;quot;muslimun&amp;quot;, mit ihrer &amp;quot;Ergebung&amp;quot; oder &amp;quot;Hingabe&amp;quot; - dem &amp;quot;Islam&amp;quot;). In Medina entsteht die Urgemeinde, die &amp;quot;Gemeinschaft&amp;quot; (die &amp;quot;umma&amp;quot;) und wird mächtig. Da göttlich eingesetzt, ist die umma unauflösbar. &lt;br /&gt;
Nach 10 Jahren ist praktisch die gesamte arabische Halbinsel islamisch. Auch Christen, auch Juden, auch Mekka schließen sich der neuen religiösen Bewegung an. Der Gründer stirbt 632 in Medina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die 4 ersten Nachfolger (&amp;quot;Kalifen&amp;quot;) sind noch direkte Weggefährten des Mohammed. Sie alle sind Angehörige eines, eigentlich mekkanischen, Stammes. Schon unter den ersten 4 Kalifen gibt es eine starke Expansion des Islam, etwa nach Ägypten und Mesopotamien. Danach wird die weniger religiös inspirierte Familie der Umayyaden für 90 Jahre das Kalifenamt übernehmen und das Machtzentrum nach Damaskus verlegen. Die Nachkommen des 4. Kalifen Ali initiieren eine Aufstand gegen die Umayyaden, der niedergeworfen wird, was ihnen einen Märtyrerstatus ein- und die &amp;quot;Partei&amp;quot; der Schiiten hervorbringt. Die bis heute andauernde Spaltung des Islam ist damit angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Expansion geht weiter: Im 8. Jh. sind etwa Buchara, Samarkant und Taschkent islamisch. Hier ist die &amp;quot;Front&amp;quot; zu den aus den nördlichen Steppen andrängenden Turkvölkern (und der kontextuale Schauplatz der Alman-Bet-Geschichte des Manas). 751 findet am Fluss Talass (in Kirgisien) ein Grenzgefecht mit den Chinesen statt. Etliche kriegsgefangene Chinesen sind Papierwerker, und so kommt die Kunst der Papierherstellung in die arabische Welt. Ein ungeheurer Schub! Somit wird Literatur möglich und Al-Arabiyya, die arabische Sprache ermöglicht einen Kulturtransfer im riesigen Raum von Toledo bis Samarkant. &lt;br /&gt;
Mit gewissen Einschränkungen: Der Iran hatte sich der Arabisierung verschlossen. Hier gilt das (Neu-) Persisch ab dem 10. Jh. als Literatursprache. Die monotheistische Zarathustra-Lehre war dem Islam gewichen, allerdings vornehmlich in dessen schiitischer Ausprägung. &lt;br /&gt;
Ägypten ist durch die Kopten bis ins 15.Jh. ein überwiegend christliches Land geblieben. Die (militärischen) Machtzentren waren aber schnell islamisch. Die koptischen Christen machen heute noch eine etwa 10 % starke Bevölkerungsgruppe aus.&lt;br /&gt;
Wenig arabisiert wurde auch das berberophone Marokko.&lt;br /&gt;
Die Expansion nach Nordosten wird durch Karl Martell bei Poitiers und Tours gestoppt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Umayyaden-Dynastie wird 750 abgelöst durch das &amp;quot;abassidische&amp;quot; Kalifat von Bagdad, das bis 1258 bestehen bleiben wird. Bagdad hat um 800 unter Harun al-Raschid 1 Mio Einwohner. Eine ausgefeilte Bürokratie entsteht mit Ämtern wie etwa dem Wesir (leitender Minister) oder dem Emir (eine Art Gouverneur). Die Bagdader Kalifen sichern ihre Macht durch die teilweise 20.000 Mann starke Militärkaste der &amp;quot;Mamluken&amp;quot;. Das Wort bedeutet Sklave und beschreibt die zu Kriegsdiensten eingesetzten Gefangenen der nomadisierenden Turkvölker Zentralasiens.&lt;br /&gt;
(&amp;quot;Mamluken&amp;quot; in Spanien und Nordafrika sind hingegen überwiegend Osteuropäer = &amp;quot;Slawen&amp;quot;.)&lt;br /&gt;
Die abassidischen Kalifen stehen meistenteils unter der Protektion von &amp;quot;Schutzherren&amp;quot;, zunächst der persischen, schiitischen Buyiden, später der türkischen Seldschuken. Der Seldschukische &amp;quot;Sultan&amp;quot; (=&amp;quot;Herrscher&amp;quot;) residiert in Isfahan und hat neben (oder über) dem Kalifen in Bagdad die faktische Macht der arabischen Welt.&lt;br /&gt;
An 1071 überrennen die Seldschuken das christlich-griechische Kleinasien.&lt;br /&gt;
1258 stehen die Mongolen vor Bagdad.&lt;br /&gt;
Das ist das Ende des Kalifats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Noch einmal zum Kulturtransfer: Die Aristoteles- (bzw. die gesamte Antiken-) Rezeption (Platon fehlt allerdings fast ganz) kommt ab 800 über die christlichen Aramäer ins Arabische - und von dort über Spanien zurück nach Europa. Die &amp;quot;Sarrazenen&amp;quot; (nach dem griechischen Namen eines arabischen Stammes auf dem Sinai) erobern und prägen Al-Andalus. Die &amp;quot;Reconquista&amp;quot; verleibt sich Gebiet, Kultur und Wissen (in einem bis 1492 andauernden Prozess) wieder ein.  &lt;br /&gt;
Ibn Ruschd lebt im 12. Jh. in Cordoba. Auch die von den Indern übernommene Mathematik wird als Wissenschaft weiter etabliert. Viele Begrifflichkeiten (&amp;quot;Algebra&amp;quot;; &amp;quot;Algorithmus&amp;quot;, ...) sind arabischen Ursprungs.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Manas&amp;diff=638</id>
		<title>Manas</title>
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		<updated>2015-03-09T21:13:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* Teil 5 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 14.Januar 2014 - 20:30 bei Andreas: Vorwort, Episode 1&lt;br /&gt;
* 21.Januar 2014 - 20:30 bei Matthias: Planung der weiteren Schritte&lt;br /&gt;
* 10.Februar 2014 - 20:30 bei Tiemo: Referate aus &amp;quot;12 Vorlesungen über die Geschichte der Türken Mittelasiens&amp;quot; &amp;amp; &amp;quot;Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 6.März 2014 - 20:30 bei Andreas: Referate zum Koran &lt;br /&gt;
* 24.März 2014 - 20:30 bei Matthias: Episode 1 &amp;amp; Anfang 2&lt;br /&gt;
* 12.Mai 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1453&lt;br /&gt;
* 12.Juni 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1862&lt;br /&gt;
* 7.Juli 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1120&lt;br /&gt;
* 14.August 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1940&lt;br /&gt;
* 6.Oktober 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/2486&lt;br /&gt;
* 6.November 2014 - 20:30 bei Andreas gelesen bis IV/1150, und Recherche- und Leseaufträge vergeben zu vorislamischer Religion und Alltagskultur&lt;br /&gt;
* 20.November 2014 - 20:30 bei Tiemo gelesen bis ungefähr IV/1543&lt;br /&gt;
* 4.Dezember 2014 - 20:30 bei Tobias - Lesen: Paul: Weltgeschichte, Position 1312 (Religion und Kunst) und Bajalojewa: Kirgisen, S. 11-26. Kontext: Totemismus-Wolf.[[Media:J_Paul_-Neue_Fischer_Weltgeschichte_-_Band_10_Zentralasien.pdf]] &amp;amp; [[Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf]] Gelesen bis 4/2197 (Ende des 4. Teils)&lt;br /&gt;
* 8. Januar 2015 - 20:30 bei Matthias. Gelesen bis 5/1176&lt;br /&gt;
* 12. Februar 2015 - 20:30 bei Tiemo. Gelesen bis Ende 5&lt;br /&gt;
* 26.Februar 2015 - 20:30 bei Andreas. Gespräch mit Kirgisischem Kulturverein vorbereitet. Zusammenfassung  [[Media:Scharlipp-Frühe-Türken-Zentralasien-1992.pdf]] von Andreas&lt;br /&gt;
* 12. oder 19. März - 19 Uhr bei Tiemo. Treffen mit Kirgisischem Kulturverein. [[Fragen zu Manas für Experten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
Das Manas-Epos handelt von dem Kampf des mythischen kirgisischen Volkshelden Manas und seiner Gefährten und Nachkommen im 9. Jahrhundert gegen die Uiguren und ist das wichtigste Werk der klassischen kirgisischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Werk umfasst fast 500.000 Verse und ist damit zwanzig Mal so lang wie Homers Odyssee und Ilias zusammen. Über viele Generationen nur mündlich von Manaschis, hoch angesehenen, den türkischen Aşıklar ähnlichen Volkssängern in melodischem Redegesang überliefert, wurde das Epos erst 1885 schriftlich niedergelegt. Über seine Ursprünge gibt es verschiedene Ansichten: Manche Literaturforscher gehen vom 6. bis 10. Jahrhundert aus, andere vom 11. und 12., und wieder andere erst vom 15. bis 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute existieren mindestens 65 verschiedene gedruckte Versionen des Werks oder von Teilen davon. Eine neue Übersetzung des Gesamtwerks ins Englische durch Walter May wurde 1995, zum mutmaßlich tausendsten Jubiläum der Geburt von Manas, veröffentlicht und 2004 in zwei Bänden neu gedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des Epos werden heute bei festlichen Gelegenheiten gern und häufig von Manaschis rezitiert, normalerweise begleitet von einer oder mehreren Komuz, einer gezupften dreisaitigen Langhalslaute, die von den Musikern ausgesprochen virtuos gehandhabt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held Manas soll in den Ala-Too-Bergen in der Region Talas in im Nordwesten von Kirgisistan geboren sein. Ein Mausoleum einige Kilometer östlich der Stadt Talas soll seine sterblichen Reste bergen und ist eine beliebte Ausflugs- und Feststätte, wo seit 1995 im Sommer eindrucksvolle kirgisische Reiterspiele aufgeführt werden. Allerdings heißt es in einer Fassadenbeschriftung, dass das Mausoleum „... der ruhmreichsten der Frauen, Kenizek-Khatun, der Tochter des Emirs Abuka“ gewidmet sei. Der Legende zufolge soll Kanikey, die Witwe des Manas, diese Inschrift angeordnet haben, um die Feinde ihres Mannes irre zu führen und eine Grabschändung zu verhindern. Das Gebäude, bekannt als „Manastin Khumbuzu“ oder „Der Ghumbez des Manas“, wurde vermutlich 1334 errichtet. In der Nähe steht ein Museum, das Manas und seiner Legende gewidmet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhaltliche Zusammenfassung==&lt;br /&gt;
=== Teil 1 ===&lt;br /&gt;
* 1-39: Beschreibung der Vorfahren des Manas und Hoffnung an seine Fähigkeiten.&lt;br /&gt;
* 40-72: Geburt Manas und Prophezeiungen und Bestätigung durch den schon sprechenden in der Wiege liegenden Manas - er will den Muslimen den Weg öffnen.&lt;br /&gt;
* 73-143: Beauftragung Durch den Vater Jakyp Kan an Bakai Kan, Manas die Welt zu zeigen.&lt;br /&gt;
* 144-152: Bakai Kan bestätigt den Auftrag.&lt;br /&gt;
* 153-164: kurzbeschreibung welche Fähigkeiten Manas zum vierzehnten Lebensjahr erwarb.&lt;br /&gt;
=== Teil 2 ===&lt;br /&gt;
* 1-16: Geburt Alman Bets, als Sohn Kara Kans.&lt;br /&gt;
* 17-65: Held Köktschö begründet sein Volk und trifft dabei Alman Bet.&lt;br /&gt;
* 66-101: Die beiden Helden lernen sich kennen.&lt;br /&gt;
* 102-125: In der rede zu religiösen dingen ensteht der Wunsch Alman Bets, den Koran zu sehen.&lt;br /&gt;
* 125-164: Köktschö gitb Alman Bet die Möglichkeit den Koran zu lesen. Alman Bet will daraufhin Muslime werden&lt;br /&gt;
* 165-177: Alman Bet und Köktschö werden Freunde.&lt;br /&gt;
* 178-200: Alman Bet beschliesst, sein eigenes Volk, die Oirot, zu Muslime zu machen und inmitten der Muslimen flussaufwärts anzusiedeln (evtl metaphorisch gemeint).&lt;br /&gt;
* 201-231: Alman Bet ritt zu seinem Vater und versucht ihn zu überzeugen, dass Kara Kans Volk konvertiert&lt;br /&gt;
* 232-274: Kara Kan bezeugt seinem Volk Treue und beauftragt sein Volk, Alman Bet zu töten, die sich in einen Hinterhalt legen. &lt;br /&gt;
* 275-306: Alman Bet tritt wiederum vor seinen Vater und versucht ihn zu bekehren, dieser lehnt aber ab und verstösst ihn.&lt;br /&gt;
* 307-335: Alman Bet spricht mit seiner Mutter, damit sie ihn nicht auch verstösse.&lt;br /&gt;
* 336-449: Beim Verlassen trifft er auf das im Hinterhalt liegende Heer, töte alle Fürsten der Oirot.&lt;br /&gt;
* 450-511: Alman Bet bietet sich als Freund und Unterstützer für Köktschö an und wird von diesem auch zu sich eingeladen (die Teile der Familie nomadisieren zusammen).&lt;br /&gt;
* 512-552: Das Volk und vorallem die Frauen bereiten sich auf die Ankunft Alman Bets vor.&lt;br /&gt;
* 553-590: Begrüssung Alman Bets durch die Frauen Köktschös&lt;br /&gt;
* 591-619: Kleine Zwistigkeit zwischen Köktschö und seiner Frau Ak Erkätsch, weil sie sein Pferd nicht hält bei seinem Absteigen.&lt;br /&gt;
* 620-697: Alman Bet wird besonders gut bewirtet und ihm wird eine Schlafstätte zugewiesen - am nächsten Morgen werden ihm zum Frühstück sogar zwei Stuten geschlachtet.&lt;br /&gt;
* 698-719: Alman Bet lebte nun bei Köktschö und mehrte so seht den Wohlstand der Sippe, dass bei den Gefährten Köktschös Neid entstand.&lt;br /&gt;
* 720-759: Die Gefährten intrigieren indem sie Alman Bet vor Köktschö bezichtigen, Ak Erkätsch des nachts beigewohnt zu haben.&lt;br /&gt;
* 760-827: Köktschö lässt nach Alman Bet rufen, bevor dieser jedoch zu ihm reitet, offenbart er seine Verwirrung dem Vater Köktschös. Bei Köktschö wird er missachtet umd tritt einer verwirrten Gesellschaft gegenüber.&lt;br /&gt;
* 828-856: Alman Bet werden Vorwürfe gemacht, ob er seinen Gastgebern vieles entwenden würde und ob Ak Erkätsch sich ihm ergeben hat.&lt;br /&gt;
* 857-863: &amp;quot;Gegen Gott hilft keine List&amp;quot; und Verlangen nach Brandwein - evtl. ein Eingeständnis* 864-892: Köktschö bittet Alman Bet darum Pferde und Kleidung für die Abreise zu erbitten, doch Alman Bet bittet um Köktschös eigenes Pferd und seine Kleidung.  &lt;br /&gt;
* 893-914: Diskurs über die Frage, wonach Alman Bet bitten dürfte (Blauer vs. gelber Schecke und ähnliches).&lt;br /&gt;
* 915-927: Köktschtö fragt, warum Alman Bet nicht geht.* 928-999: Eskalation des Gesrpächs bis zur Verfluchung und Racheandeutung.&lt;br /&gt;
* 1002-1002: Alman Bet kündigt die Freundschaft auf.&lt;br /&gt;
* 1003-1006: Alman Bet zieht ab.&lt;br /&gt;
* 1007-1059: Ak Erkätsch macht sich hübsch und bietet Alman Bet ihre Hilfe an, Köktschö umzustimmen, Alman Bet doch das passende Pferd und die passende Kleidung zu geben.&lt;br /&gt;
* 1060-1094: Ak Erkätsch erklärt Köktschö, dass er zugrund gerichtet wird, wenn er Alman Bet ohne die erbetenen Dinge ziehen lässt. Köktschö soll Alman Bet auch erst am achten Tag entlassen, auch der Götter (&amp;amp; Kydir) wegen.&lt;br /&gt;
* 1095-1099: Köktschö will sich nicht überzeugen lassen, auch wenn Ak Erkätsch ihn verliesse.&lt;br /&gt;
* 1100-1110: Ak Erkätsch sagt ihm, dass Alman Bet ansonsten gewaltsam ihm sein Pferd entreissen würde und er Pferschaaren verlieren würde.&lt;br /&gt;
* 1111-1114: Köktschö willl seinen blauen Schecken und den blauen Panzer an Alman Bet übergeben und lässt nach ihm rufen.&lt;br /&gt;
* 1115-1123: Alman Bet ist aber betrunken und lagert laut den Freunden im Schatten einer Tanne.&lt;br /&gt;
* 1123-1132: Bei genauer Prüfung durch Ak Erkätsch ist er aber dann doch bereits fortgeritten - anstelle des blauen Falben nun mit einem Fuchs.&lt;br /&gt;
* 1132-1134: Mamas hat einen Traum&lt;br /&gt;
* 1135-1172: Auflistung der herbeigerufenen Gefährten&lt;br /&gt;
* 1172-1215: Jakyp, Vater des Mamas, soll den Traum deuten; in-Aussicht-Stellung von Belohnung, verbunden mit Drohung (&amp;quot;deutet richtig er den Traum... Deuten meinen träum er falsch...&amp;quot;; (1206/1209). Deutet der Vater den Traum falsch, kommt dessen Sohn(!) nach Sibirien, USW (1210);&lt;br /&gt;
* 1216-1297: Manas selbst macht sich zum Vater auf, mit paradepferd prunkpanzer und legendärem Schwert, wiederholt das brimborium um den Traum, erneuert die Drohung bei fehldeutung (1283ff). Das Volk hat schon Angst um den Vater (und auch die Mutter)-scheinbar nicht zu unrecht.&lt;br /&gt;
* 1298-1312: entspann adschy bai  (&amp;quot;der verwirrtes stets gelöset...&amp;quot;) die Situation: manas soll seinen Traum doch erstmal schildern.&lt;br /&gt;
* 1313-1328: tut manas das endlich (Inhalt: Wild und geflügel fällt tot um, wenn Mamas mit Hund und Pferd zur Jagd geht...!?)&lt;br /&gt;
* 1329-1360: nimmt Adschy Bai die Gefahr auf sich, den Traum zu deuten: &amp;quot; eines Fürsten trefflich Kind ... Wird wohl bei dir sich niederlassen.&amp;quot; (1343-46)&lt;br /&gt;
* 1361-1435: ist Manas begeistert, schenkt Adschy seinen Panzer, erweitert die Deutung dahingehend, dass er &amp;quot;des Fürsten Kind&amp;quot; als Alman Bet identifiziert.Es werden Vorbereitungen getroffen, dem Helden entgegenzufiebern, obgleich man nicht weiß, ob der in friedlicher Absicht kommt.&lt;br /&gt;
* 1436: beginnt der Zug des Heeres, dem Alman Bet entgegen.&lt;br /&gt;
* 1436-68: eine Teezeremonie&lt;br /&gt;
* 1497: macht Manas einen Reiter in de Ferne aus.&lt;br /&gt;
* 1513: erspäht auch Alman Bet etwas, dem er folgt und erkennt 1540-48, daß er einem Größeren, Mächtigerem folgt.&lt;br /&gt;
* 1553-1576: trifft Manas Vorbereitungen zum Empfang des Fremden, von dessen Absichten man noch nichts weiß.&lt;br /&gt;
* 1577: kommt Alman Bet, (Und ab hier drängt sich mir der Vergleich mit der ANkunft Siegfrieds bei den Burgundern auf) fängt eine Lerche im Galopp, verweigert das Gespräch mit dem Empfangskommittee, will nur mit dem Fürsten sprechen, wird 1648 von Adschy Bai tatsächlich zu Manas vorgelassen. Das Ganze hätte auch fürchterlich schiefgehen können. Der Text deutet es an&lt;br /&gt;
* 1609-1610: &amp;quot;Alman Bet und Held Manas, wie nur werden sie sich grüßen?&amp;quot;- per Handschlag oder per Schwertstreich... Und in Alman Bets fatalistischem Ausruf, als er bei Manas eintritt:&amp;quot;Gottes Wille ist&#039;s, wer kann gegen seine Macht sich stemmen?&amp;quot;(1642/43) -tut es aber nicht!&lt;br /&gt;
* 1690: Herzliche Begrüßung&lt;br /&gt;
* 1700-1704: Teezeremonie&lt;br /&gt;
* -1745: Kostbare GeSchenke des Manas, die Alman Bet aber nicht annimmt, mit Ausnähme eines Pferdes (1745)&lt;br /&gt;
* -1757: Manas will jetzt einen wegtrittst veranstalten (1757  ff) Jakyp Bai soll alles richten. Dieser verunsichert die Boten ab 1800 mit seinen Nachfragen nach deren Kenntnis der Herkunft ihres Volkes. Die sind unwissend. Jakyb deutet Überlegenheit Alman Bets an (1812/13); Wettreiten&lt;br /&gt;
* 1831-39: wer ist Gewinner?&lt;br /&gt;
* 1841-1862: kommt Mutter des Manas. Anblich des Manas uns Alman Bets erzeugt bei ihr Milchfluß. Alman Bet schlägt vor, daß jeder der beiden aus einer Brust trinke möge. Sie tun das und erzeugen so eine Brüderschaft, welche sich durch das anschließendßende Zechen verfestigt oder geradezu erst wirksam wird (1862)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 3 ===&lt;br /&gt;
* 1-351: Kampf zwischen Manas und Köktschö. Der Anlass des Kampfes ist unklar. 185ff.: Manas begehrt Köktschös Pferde und Herden, will sie zusammentreiben und Alman Bet geben. Hatto (73-74) verweist auch auf I,2: Köktschö behandelt Alman Bet zunächst als Nicht-Muslim in kritischer Distanz. 411-459: Manas sagt dem Zaren, dass er wegen Alaman Bet, dem K. Pferde verweigerte, ausritt und Köktschös Herden raubte.&lt;br /&gt;
* 10ff.: Manas beugt sich vor dem (russischen) Zaren, zugleich Lob von Manas&#039; Heldenkraft.&lt;br /&gt;
* 161ff.: Manas dringt auf einen tödlichen Zweikampf mit K., mit Flinte und Schwert.&lt;br /&gt;
* 232ff: Manas trifft nicht, wird selbst von K. ins Herz getroffen, schlägt angeblich heilende Medizin von Köktschö aus und flieht.&lt;br /&gt;
* 281-284: Manas betet: &amp;quot;In der Hand des Schöpfers stand er, in dem Schutz des weissen Zaren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 285-324: Manas ruft seine Freunde an, verbringt 20 Nächte &amp;quot;unterhalb der Erde&amp;quot;, im &amp;quot;Jenseits&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 325-350: Unklarer Handlungsanschluss. K. stoppt den fliehenden Manas, der, K. selbst verfehlend, mit demselben Schwerthieb dessen Pferd erlegt.&lt;br /&gt;
* 351-375: Manas übergibt Alman Bet die Herde, reitet zum weißen Zaren.&lt;br /&gt;
* 376-513: Gespräch mit dem Zaren.&lt;br /&gt;
* 514-660: Manas kehrt zu seinem Vater Jakyp Bai zurück. Gespräch mit seinem Vater.&lt;br /&gt;
* 563ff.: Manas will eine Frau von seinem Vater. &amp;quot;Ruht&#039; noch nie in Mädchen Armen&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 661-744: Jakyp begibt sich auf Brautsuche. Reitet zu Temir Kan. Spricht zunächst mit Mängdi Bai, der zu Temir Kan gehört und als Unruhestifter beschrieben wird. Jakyp fragt nach der Tochter Temir Kans, Kanykäi, (schon in 632-633 vor Jakyp als Manas&#039; mögliche Braut erwähnt) und sagt, er hätte vorher (?) schon vergeblich der Chinesen, Perser, Kirgisen und Inder Volk nach schönen Frauen durchstreift.&lt;br /&gt;
* 744-763: Mängdi Bai reitet zu Temir Kan, um ihm Jakyps Bitte zu vermitteln, kritisiert dessen Anliegen aber (er hätte keine Brautgeschenke mitgebracht etc.).&lt;br /&gt;
* 764-1003: Temir Kan beschimpft Bai als &amp;quot;zum Zank geborenen Sklaven&amp;quot;, reitet zu Jakyp. Kan will Manas seine Tochter nur geben, wenn Manas mit dem &amp;quot;Schießen, Schlagen und Stechen&amp;quot; aufhört, Jakyp empört sich, sagt Kan, dass Manas sich seine Tocher mit Gewalt holen könnte. Daraufhin berät sich Kan mit seiner Frau und seiner Tochter, Bai und Fürsten. 937ff.: Nachdem Bai wieder Jakyp kritisiert hat, verweisen die Fürsten auf Manas&#039; Stärke, raten, Jakyp ehrenvoll zu empfangen, und fordern, dass Manas Brautgeschenke bringt. &lt;br /&gt;
* 1004-1120: Jakyp reitet zu Manas zurück, dieser akzeptiert die Forderung nach Brautgeschenken und macht sich mit seinen 40 Freunden auf den Weg zu Temir Kan.&lt;br /&gt;
* 1121 - 1160 Mengdi Bai meldet Temir Kan den Manas und seine vierzig Freunde, die jedoch nicht auf Kriegszug sind, sondern Brautgeld für Kanykäi in Form von Pferden bringen. Die Herden müssen zur Erfüllung des Brautpreises vier Täler füllen. &lt;br /&gt;
* 1161 - 1199 Mengdi Bai bewirtet in seinem Haus nur die vierzig Freunde des Manas mit Honigbranntwein, während Manas allein in der Steppe bleibt und in der Hitze Durst leidet.&lt;br /&gt;
* 1200 - 1233 Die Gefährten bemerken, dass Manas allein in der Steppe verblieben ist und eilen um Vergebung bittend zu ihm. Dieser will entgegen ihrer Befürchtungen seine Gefährten jedoch nicht töten, sondern nur zu Verstand bringen. Darauf errichten sie ihm in der Steppe ein Zelt mit vierzig Flügeln.&lt;br /&gt;
* 1234 - 1259 Die Schwägerinnen / Brautgeschwister der Kanykäi kommen geschmückt zu Manas, der Gold und Silbergeld in Fülle vor ihnen ausbreitet.&lt;br /&gt;
* 1260 - 1279 Manas reitet allein zum Zelt der bislang unberührten Kanykäi. Dort isst er unbemerkt von ihrem Honig, trinkt Kumiss und &amp;quot;drückt das im Schlaf versunkene Mädchen heftig an sich&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* 1280 - 1331 Die Fürstentochter Kanykäi erwacht und zieht ein Messer. Sie fordert den ihr unbekannten Manas auf, sie loszulassen und vom Lager aufzustehen. Als dieser sich als Manas vorstellt, welcher unzählige Stuten hergetrieben habe, fragt sie ihn, ob er einer der Hirten ihres Vaters sei. Als Manas die Kanykäi nun als verzärtelt bezeichnet, zerschneidet diese sein Gelenk am Unterarm mit ihrem Messer.&lt;br /&gt;
* 1332 - 1380 Manas tobt und will nun lieber Junggeselle bleiben. Er bezeichnet Känykäi als Metze und Schlechteste ihres Volkes. Er will an ihr Rache nehmen und sie selbst Tiere hüten lassen.&lt;br /&gt;
* 1381 -1419 Die Schwiegermutter versucht noch erfolglos, zwischen Manas und Kanykäi zu vermitteln. Da ihm aber ein Weib widersprochen hatte, steigt Manas mit seinen vierzig Gefährten noch in der Nacht zu Pferde.&lt;br /&gt;
* 1420 - 1480 Die Diener von Manas treiben die Pferde Jakyp Kan´s und Temir Kan´s weg. Manas Gefährten - allen voran Alman Bet - dringen alles niederstechend auf das Heer Temir Kan´s ein, um Kanykäi gewaltsam zu holen.&lt;br /&gt;
* 1481 - 1529 Kanykäi ahnt ihr Verderben, legt als Friedensstifterin seidene Kleidung an und bringt vierzig Mädchen den Gefährten des Manas zum Geschenk. Manas sieht die von ihm als &amp;quot;schlechte Dirne&amp;quot; bezeichnete Kanykäi mit ihren vierzig Mädchen als Beute kommen und lässt sogleich vierzig Lager errichten, um die Gefangenen &amp;quot;zu greifen, bei den Handgelenken zu fassen und zur Besinnung zu bringen&amp;quot;.  &lt;br /&gt;
* 1530 - 1541 Kanykäi fleht zu Manas und bietet diesem sogar an, ihr ( der Dirne ) doch die Zunge abzuschneiden, wie man einem fliehenden Vogel die Federn abschneidet. Manas merkt, dass Kanykäi nun &amp;quot;zu Sinnen gekommen&amp;quot; ist und stellt klar, dass Vögel sich nur fliegend auf ein Zelt setzen.           &lt;br /&gt;
* 1542 - 1626 Das Mädchen in der Jurte Alman Bet´s ist hässlich, weshalb dieser eine andere fordert, da er mit Manas doch gleichgestellt sei. Kanykäi fordert daraufhin Altyn Ai auf, sich für Alman Bet so glänzend schön zu machen, dass dieser staunend in Ohnmacht falle. &lt;br /&gt;
* 1627 - 1679 Temir Kan sammelt seine Reichtümer um sie Manas ebenso wie sein Mädchen zu geben. Mengdi Bai will ihn abhalten und berichtet Temir Kan, dass dessen Tochter Kanykäi dem Manas widersprochen habe. Da habe dieser das Volk vernichtet und dessen Habe geraubt. Manas habe der Kanykäi die beredte Zunge ausgerissen und sie &amp;quot;wie ein Schaf zu Schand gebracht&amp;quot;. Dafür sollte Temir Kan den Manas umbringen. Temir Kan weist Mengdi Bai jedoch zunächst an, 90 Kamele mit Gold, Silber und Seide zu überbringen.&lt;br /&gt;
* 1680 - 1699 In ihrem Haus diesseits vom Kalmückenvolke befielt Mengdi Bai den beiden Dieben Köktschö Kös und Kamang Kös dem Manas vergifteten Honig-Branntwein darzubieten. Diese stellen daraufhin ein Zelt auf, in dem der eintreffende Manas den vergifteten Branntwein trinkt. &lt;br /&gt;
* 1700 - 1791 Manas versagt die Kraft und er ruft sterbend seine Genossen. Diese fragen ihn, wo sie ohne ihn leben sollen. Er rät ihnen, sich nach seinem Tod den Russen zu ergeben, da es unter dem mächtigen Zaren allen gut gehe und dort stets Recht geschehe. Dann entschwindet die &amp;quot;Fliegenseele&amp;quot; des Manas zu der &amp;quot;wahren Heimat&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* 1792 - 1807 Die vierzig Gefährten errichten ein Grabgebäude für Manas und beerdigen ihn darin nach Trauerfeierlichkeiten mit diversen Opfergaben. &lt;br /&gt;
* 1808 - 1942 Die Gefährten reiten zu Jakyp Kan und berichteten vom Tod des Manas. Sie fordern ihn auf, nicht vor Trauer zu versinken und wie früher zu Lebzeiten des Manas zu handeln. Sie und insbesondere Alman Bet würden noch leben und ihm eine Stütze sein. Jakyp Kan erinnert daran, dass Alman Bet an allen Unternehmungen des mit ihm vertrauten Manas beteiligt war, aber diesem stets der Ruhm blieb. Wenn der von Manas stammende Wohlstand abnehmen werde, müsse er, Jakyp Kan, fortziehen und aus Not auf die Suche gehen.      &lt;br /&gt;
* 1955 ff Manas ist tot, Jakyp regelt die Nachfolge (u.a. 1971 f: &amp;quot;den Befehl bei Kriegeszügen übergebet Alman Bet&amp;quot;). Obwohl es zunächst nicht den Anschein erweckt, leidet Jakyp doch sehr am Verlust des Sohnes (2019). Manas&#039; Tod hat auch materielle Folgen (2026 &amp;quot;der Reichtum nahm jetzt ab&amp;quot;, Jakyp, &amp;quot;wackelnd wie ein Trappenvogel... Will in Armut weiterleben&amp;quot; 2034 ff). Wir lernen 2043 ff. etwas über das Leben an einem Fürstenhof: Manas&#039; Schwester hat offenbar nie das Haus verlassen - ein Privileg! Kanikäi, von Manas einst geraubt und vergewaltigt, pflegt offenbar die ganze Familie (2063 ff).&lt;br /&gt;
* Ab 2070 kommen die Tiere des Manas ins Spiel: der Falbe, der Falke, der Jagdhund. Diese drei Leiden ernstlich unter dem Verlust des Manas und wiederum &amp;quot;von der Stimme dieser dreie wurden tief erregt die Herzen Aller&amp;quot; (2101 f)&lt;br /&gt;
* 2106: Und so schickte Gott der Herr seine Engel - das zurechtzurücken! Sollte es ein Guter gewesen sein, der da verschieden ist, so soll er wiederauferstehen. Die Engel treten aus das Grab und es wird zum Weißen Haus (2184 f). &amp;quot;manas Stand lebendig auf.&amp;quot; (2188), weiß zunächst wohl nicht, dass er tot war (2200).&lt;br /&gt;
* 2203: Kanykäi sieht ihn im Traum, woraufhin Jakyp 2240 die 40 Gefährten des Manas holen lässt.&lt;br /&gt;
* 2252 ff. wird klar, dass die drei Tiere nicht mehr sind, wo sie waren - der eigentliche und endgültige Schock für Jakyp (2280-90). Jako ist übrigens 80 Jahre alt (2308 - oder 90 (2327)) steigt aber aufs Pferd und reitet zu Alman Bet (2338). Die 40 nehmen seine Hoffnungen und Sorgen nicht so ernst wie erhofft (2372. f) - &amp;quot; Jakyp ritt zurück jetzt wieder&amp;quot; (2392).&lt;br /&gt;
* 2454 wird der Koran als Bezugsquelle ausdrücklich erwähnt. Man entdeckt 2466 ff, dass das Grab durch eine Art Palast ersetzt ist und findet auch die Tiere, außerdem den Manas - bei ihm natürlich &amp;quot;ein trefflich schönes Mädchen&amp;quot; (2487). Manas weiß zunächst nicht, wer er einst gewesen, ist &amp;quot; ein anderer geworden&amp;quot;(2542-48), erkennt dann aber Frau, Vater, Mutter, deren Milch er wieder trinkt (2621). &lt;br /&gt;
* 2636-46: Bestätigung der ruhmreichen Rolle Kanykäis während Manas&#039; Abwesnheit. Für diesen scheint seinen Auferstehung eine Läuterung gewesen zu sein: &amp;quot;Die bescheerte Speise essend, über alle Völker herrschend, sich vom Zaren Segen holend,lebtenherrlich jetzt Manas, alle Feinde flohen ihn,so erreichte er sein Ende.&amp;quot;(2681-86) - Bis ans Ende seiner Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 4 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1 ff: Bok Murun soll eine Gastmahl zu Ehren des Abgangs von Kan Kökötoi veranstalten und bestimmt den Boten die Gästeliste und die Forderungen an die Gäste. Wenn die Gäste nicht kommen, sollen sie gezwungen werden.&lt;br /&gt;
* 65 ff: Es werden die Gäste genau umschrieben - unter ihnen auch Manas, Köktschö, Chinesen, Russen - Freund und Feind.&lt;br /&gt;
* 175 ff: Bok Murun berät sich, wie er das Fest bereiten soll, was Mahl, Pferderennen, &amp;quot;wie das Himmelreich gewinnen&amp;quot;, wo die Gäste versammeln und wie die Reise zur Vorbereitung des Festes unternehmen.&lt;br /&gt;
* 245 ff: Jemand (Manas?) wird als Hitzkopf beschrieben, der kommen mag wenn er will.&lt;br /&gt;
* 252 ff: Perspektivwechsel auf die Boten, die die Gäste einladen - Manas (zusammen mit Alman Bet); Umgang mit den Boten; die Boten erwarten den Tod; Manas spricht nicht zu ihnen.&lt;br /&gt;
* 281 ff: Wegen eines schlechten Spiels mit Alman Bet ist Manas stark erzürnt; Alman Bet versucht ihn zu besänftigen, aber Manas erkärt die Notwedigkeit seiner Taten wider dem Boten. Der Bote wird letzlich durch Manas Gefährten gevierteilt.&lt;br /&gt;
* 383 ff: Am nächsten Morgen ruft er nur in Hemd und Unterhosen alle 40 (?) Gefährten zum Aufbruch und Ritt zu Bok Muruns Gastmahl; Beschreibung von Einzelheiten des Aufbruchs (Zelt, Tigerdecke, etc.)&lt;br /&gt;
* 395 ff: Manas bechreibt, dass man sich die Beute hole, sollte man nichts (im Pferderennen?) erringen können.&lt;br /&gt;
* 405 ff: In der Nähe des Gastmahls (die Muslime und Gjauren von weitem sehend) erkennt er den Kampf zwischen den Gästen und will sie auseienander treiben.&lt;br /&gt;
* 438 ff: Die Beschreibung der Kämpfe, in die sich Manas einmischt und alle vertreibt bzw. besiegt und so die Kämpfe beendet.&lt;br /&gt;
* 473 ff: Vier Tage später kommt Bok Murun (oder Koschoi?) zu Manas; Manas klagt seine Verspätung an, doch Bok Murun versucht ihn zu besänftigen.&lt;br /&gt;
* 520 ff: Bok Murun befragt Koschoi , wie das Fest zu bereiten sei und wie die Gjauren und Muslime zu gewinnen (gegen sie gewinnen?); &amp;quot;Manas mög die Haufen ordnen;&amp;quot;Manas verweigert den Auftrag (obwohl doch schon erledigt???).&lt;br /&gt;
* 540 ff: Sprung zur Ankündigung der Pferderennen durch Uerbü, was aber Manas wiederum so erzürnen lässt, dass er Uerbü jadt.&lt;br /&gt;
* 584 ff: Kan Koschoi soll die Ordnung des Festes bestimmen; Koschoi lehnt aber ab, da es ihn nicht interessiert; Manas macht daraufhin seinen Vorschlag, wie das Fest organisiert sein soll (Fest und Rennen erst im Frühling als Vorschlag); Koschoi stimmt zu.&lt;br /&gt;
* 616 ff: Lange Beschreibung der Pferde, die die Späher beim Abritt beobachten, und Beschreibung des herbstlichen Abrittes.&lt;br /&gt;
* 773 ff: Währen Bok Murun sein Volk &amp;quot;besichtigt&amp;quot;, verlangt der Fürst der Chinesen Kongyr Bai das Pferd Bok Muruns Manykär und droht ansonsten.&lt;br /&gt;
* 808 ff: Bok Murun will sich mit seinem Volk beraten. Man rädt ihm, sich wiederum mit Manas zu beraten.&lt;br /&gt;
* 828 ff: Manas berichtet von ähnlichen Geschichten und berät. Abschluß:&amp;quot;Was (Warum etwa) willst du ihm dieses geben&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 917 ff: Das Fest beginnt mit einem Wettlauf, zu dem Joloi eine Alte schickt, die drei Monate rennt und am Ende die Mitläufer betrunken macht und so fast gewinnt; Er Töschtük gewinnt aber dann doch.&lt;br /&gt;
* 976 ff: Als nächste gibt es einen Ringkampf; als Preis 60 Pferde; Manas versucht jemanden zu finden, der für ihn kämpft gegen Held Joloi.&lt;br /&gt;
* 1110-1149: Ein Kämpfer ist gefunden - Koschoi; Manas bittet ihn, besondere Hosen, die Manas hat fertigen lassen, zu tragen.&lt;br /&gt;
* 1150-1165: Koschoi zieht sich die Lederhosen an.&lt;br /&gt;
* 1166-1181: Koschoi will Manas&#039; Hosen auch nach dem Kampf, sollte er gewinnen, behalten.&lt;br /&gt;
* 1186-1258: Der Ringkampf zwischen Koschoi und Joloi. Koschoi gewinnt, nachdem er, von Joloi auf den Boden gedrückt, vom ergrimmten Manas mit der Knute geschlagen worden ist.&lt;br /&gt;
* 1259-1341: Bok Murun ruft zum Lanzen-Wettkampf zu Pferd. Manas gewinnt gegen Kongyr Bai,&amp;quot;dem Fürsten Chinas&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 1342-1402: Bok Murun bindet ein Kamel an einer Grube mit 60 Silberbarren (Jamben) an - es ist der Gewinn - und fragt, wer es &amp;quot;mit den Zähnen lösen könnte&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 1349-1404: Als Orongo, eine Frau &amp;quot;vom Heidenvolke&amp;quot;, es tief gebückt zu lösen versucht, wird sie von Koilu Bai &amp;quot;wie von einem jungen Stier&amp;quot; penetriert. Ausführliche Beschreibung der Szene. Orongo kriegt schließlich den Preis.&lt;br /&gt;
* 1405ff. : Pferderennen nach Kokand. Das zieht sich bis 1550. Manas (der &amp;quot;wilde Trotzkopf&amp;quot; (z.B. 1483 oder 1532) geht ab 1533 in Führung. Dem überholten Joloi wird sein wunderpferd atsch Budan getreten und umgestoßen. Also (1555) entsteht ein &amp;quot;wilder Kampf&amp;quot; mit Lanzen, Beilen, Schwertern, Bögen. Joloi macht Beute 1565 f). Alman bet wird verwundet (1576 ff), wird sogar leicht kritisch gegenüber manas (1605 ff), fängt sich aber prompt einen Auftrag ein: (1615 ff) alman bet soll die Waffen des manas vom Waffenschmied holen. Auch zu köktschö soll er reiten, den (uns bekannten) blauen Schecken holen. Anschließend kann er gleich weiter zu jamgyrtschy um dessen Korallen einzusammeln. An zwei weiteren Stationen soll alman bet dann schließlich noch Segen holen - und los geht&#039;s. Der Schmied namens tökkör liefert (1665 ff). Der &amp;quot;Trotzkopf&amp;quot; manas tituliert den Waffenschmied beständig &amp;quot; Hitzkopf&amp;quot; (1683 ff). Köktschö hingegen scheint den Schecken zu verweigern. Die vierzig Freunde machen sich auf, das gerade zu Rücken (1700 ff). Aber auch des joloi pferdeherden will manisch schnappen (1720ff) und zwar mit List und Tarnung (1725 f). Wieder einmal soll es alman bet richten (1731f). Der kundschaftet das aus und empfiehlt die Tat. In Vorfreude auf den Sieg gegen joloi macht Manas sich Gedanken über die Belohnung für den Schmied (1757-1775): Pferde und Frauen. &lt;br /&gt;
* 1779 ff. hat Jolois Frau einen Traum: sie sieht Manas und das Unheil kommen. Joloi hört aber nicht auf sie (1807 ff), will im Gegenteil selber angreifen, seinerseits Frauen rauben (1836 ff). Jolois Frau wendet sich an den Sohn. Dieser soll dem Manas folgen, der sich (im Traum oder Wahrheit) die Pferdeherden schon genommen zu haben scheint - wie sie richtig sieht in Reaktion auf den Diebstahl ihres Mannes beim Trauertest des bok morun (1668 ff). Die söhne bitten joloi, auf die Verfolgungsjagd gehen zu dürfen (1875 ff). Der will aber selber in den Kampf. Lässt sich aber vorher noch durch den targyl tas mittels gebrannter Schulterblätter die Zukunft weissagen (1902 ff). Dieser rät eindringlich ab (1905-1920). Joloi ist erzürnt, will trotzdem los. Targyl warnt erneut (1931 ff). &amp;quot;Doch joloi folgt seinem Wort nicht&amp;quot; (1946), sondern trinkt einen und schwankt in den Kampf (1950 ff). &lt;br /&gt;
* 1958: Perspektivwechsel! Wir sind jetzt wieder bei manas. Angriff auf joloi, den manas 2012 erblickt. 2027 ff. warnt targyl den betrunkenen joloi erneut. Doch der hört natürlich erneut nicht, spaltet vielmehr dem Warner Den Kiefer (2043). So ist er, unser &amp;quot;kan joloi... der den Stier als Muster nahm sich&amp;quot; (2049 f). Manas der tiegergleiche jagt jetzt Joloi, den bergegleichen (2054 ff). Gemeinsam mit Llman Bet tötet Manas den Joloi letztlich und &amp;quot; zog des Weges weiter&amp;quot;(2084). Die Söhne Jolois wollen Rache, werden aber beide von Alman Bet getötet (2108). Alman Bet berichtet das dem Manas und der befiehlt: &amp;quot;Lasst Jolois Volk uns nun vernichten&amp;quot; (2131). Auch der Schmied soll natürlich, wie versprochen, belohnt werden. Die versprochenen Frauen für den Schmied und seinen Sohn werden dann auch gefangen (2166 ff). &amp;quot;Hier ist meine Schuld getilgt&amp;quot; sprach Manas (2178), sucht jetzt Muße bei Kaniykäi, deren weiches Fleisch er fasst. Als er aufwacht, schreit er aus Herzenslust und erfüllt sein Wort dem Schmied gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 5 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1-40: Jakyp Bai denkt über den Wert von Manas drei Frauen (Kara Börük, Akylai und Kanykäi) nach und hält Kanykäi für die wertvolllste.&lt;br /&gt;
* 41-158: Manas will den Wert von Kanykäi auf die Probe stellen und reitet mit seinen &amp;quot;vierzig Freunden&amp;quot; zu ihr. Kanykäi weiß davon und breitet sich mit zwei Dienerinnen vor. Sie bietet allen reichlich Branntwein an, kleidet sie in &amp;quot;Panzer&amp;quot;, von denen &amp;quot;Flintenkugeln abprallen&amp;quot;, gibt ihnen besondere Stifel und Sättel. Manas bleibt wohl recht lange dort, bis zum &amp;quot;Herbstes grauen Reif&amp;quot;. Während dieser Zeit werden die Pferde fett und die Helden träge.&lt;br /&gt;
* 159-235 : Manas will zu den Kalmücken unter der Herrschaft Ai Kans reiten, um dort &amp;quot;Kunde&amp;quot; zu erhalten. Kanykäi warnt ihn vorher, dass für die Pferde gerade ein Unglücksjahr ist, es ist zugleich das Jahr von Manas&#039; 25. Geburtstag. Manas pfeift drauf, wird wütend und schlägt sie mit der &amp;quot;geflochtenen Knute&amp;quot;, bis sich die Nähte ihres Hemdes lösen. Daraufhin lacht Kanykäi und wünscht ihm eine gute Heimkehr, verweist aber wieder auf das bevorstehende Unglück. Manas ist erneut erbos, verflucht sie, darauf verflucht Kanykäi Manas. Manas reitet ab. &lt;br /&gt;
* 236-273: Kanykäi schickt einen Boten zu Manas, der ihn an das Unglücksjahr und ausstehende Opfergaben erinnern soll, Manas achtet nicht darauf.&lt;br /&gt;
* 274-575 : Alman  Bet sieht recht erschreckt, dass ein &amp;quot;Heide ohne Bart&amp;quot; auf sie zugeritten kommt. Der &amp;quot;Freund&amp;quot; Kyrgyn soll erkunden, wer er ist. Es ist ein &amp;quot;Knabe&amp;quot;. Als sich beide treffen, verstehen sie einander zunächst nicht. Dann kommt auch Alman Bet angeritten. Fragt den Knaben, nach Kyrgyn, erneut nach seinem Namen und seiner Herkunft. Der Knabe präsentiert sich als Bote des Kös Kaman, eines Bruders von Jakyp Bai, der in die Hände der verfeindeten Kalmücken fiel, als Bai sechs Jahre alt gewesen ist. Kaman soll anschließend unter Chinesen und den &amp;quot;Kyrym&amp;quot; gelebt und fünf Söhne haben. Der Knabe fordert einen Lohn für seine Nachricht. Alman Bet reitet jetzt zu Manas und berichtet vom Boten. Manas meint, nichts von Jakyp Bais Bruder zu wissen, will den Boten selbst sehen, der anschließend von Bet zu ihm gebracht wird.&lt;br /&gt;
* 576-647: Manas ordnet an, die Aussage des Boten-Knaben bei Verwandten zu prüfen, ihn reichlich zu entlohnen, wenn es zutrifft, ihn zu &amp;quot;schlachten&amp;quot;, falls er lügt.&lt;br /&gt;
* 648-735: Alman Bet reitet zu Jakyp Bai, der bestätig, dass er einen Bruder namens Kös Kaman hat.&lt;br /&gt;
* 736-774: Als Jakyp Bais Frau, die dabei sitzt, dies hört, äußert sie Furcht darüber, dass die fünf Söhne Kamans über Manas herfallen könnten, und beginnt, Jakyp zu schlagen, doch der lacht und sagt, dass all dies nur zu Manas &amp;quot;Heil&amp;quot; beitrüge, so wie &amp;quot;ein Zweig am Flügel wüchse&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 775-941: Alman Bet reitet zu Kanykäi und fordert von ihr den Botenlohn (Kamele und so weiter), erzählt ihr von Kalman und seinen Söhnen, reitet anschließend weiter zu Manas, der dem Boten nun seinen Lohn verspricht und ihn auffordert, zu Kalman zurückzukehren. Der Bote reitet zurück.&lt;br /&gt;
* 942-1020: Manas verkündet seinen &amp;quot;Freunden&amp;quot;, den Kalman fürstlich empfangen zu wollen, und reitet hierfür zu Kanykäi. Jetzt folgen ausgiebige Festvorbereitungen, Manas erfreut sich erst einmal selbst mit seinen Freunden an Brantwein und Speis und vögelt Kanykäi. &amp;quot;Und sie gackelt wie ein Gänschen, gurgelt wie ein junger Sperber&amp;quot;, als er sie nimmt.  &lt;br /&gt;
* 1021-1176: Kalman und die Kalmücken kommen herbeigeritten, allgemeines Besäufnis. Die Kalmücken sind alle Heiden, Manas beschließt, sie zum Islam zu bekehren, was dann auch der Fall ist. Die Kalmücken lassen sich einen Vollbart wachsen, entfernen ihren Lippenbart, lernen wohl, den Koran zu lesen, und werden bechnitten. Manas, der &amp;quot;Trotzkopf&amp;quot;, lässt die Kunde überall verbreiten und ein Pferderennen abhalten.&lt;br /&gt;
* Verbrüderung der alten und neuen Moslems&lt;br /&gt;
* 1215 Kös Kaman will Manas einladen&lt;br /&gt;
* 1250 ff Alman Bet soll ihn fragen gehen&lt;br /&gt;
* 1264 - 1285 rät Kanykai da aber ab, wittert Gefahr.&lt;br /&gt;
* 1286-1304 erklärt Alman Bet den 40, dass Manas zu betrunken für die Reise ist.&lt;br /&gt;
* 1304-16 will Seräk das nicht hinnehmen.&lt;br /&gt;
* 1217 ff Alman Bet schlägt Seräk daraufhin.&lt;br /&gt;
* 1327-73 schleicht sich Seräk (&amp;quot;mög er verderben&amp;quot;) aber zu Manas, weckt ihn und dieser reitet los. Manas fragt nach Seräks Wunde (1375 ff). Seräk hetzt ( bis 1404) gegen Alman Bet.&lt;br /&gt;
* Manas nimmt Alman Bet in Schütz (&amp;quot;der schlägt auch mich, wenn er inZorn kommt&amp;quot; 1412)&lt;br /&gt;
* 1418 ff. Beim Gelage mit den neuen Glaubensbrüdern wird Manas angegriffen. 1446 mischt sich Kös kamen beschwichtigend ein. Manas geht nach Hause und schläft mit Kanykai.&lt;br /&gt;
* Als er erwacHt (1454 ff) schreit er und ruft die 40 zusammen. man macht sich auf Kalmückenzug (1555)&lt;br /&gt;
* Alman Bet ( mit Köktschögös) soll wieder kundschaften (1587  -1635)&lt;br /&gt;
* 1654 ff. wird Köktschögös erkannt und festgenommen. Dieser wechselt die Seiten, will Manas bekriegen und die Frau rauben (1657)&lt;br /&gt;
* Die Kalmücken Stellen ein Heer auf. &lt;br /&gt;
* 1698 ff. soll Alman Bet wieder kundschaften. 1710 täuscht Köktschögös den Alman Bet.&lt;br /&gt;
1750 empfiehlt Alman Bet dem Manas Ritt und Kämpf. 1780 kundschaftet er wieder einmal. 1839 ff. köpft er einen Alten, den er vorher ausgefragt hat und tarnt sich mit dessen Kleidung.&lt;br /&gt;
* 1870ff reitet Alman Bet auf Befehl des Manas zu Altyn Ai. In deren Jurte wird er durch Unhöflichkeit beleidigt ( um 1895), erzählt (um 1900) eine Geschichte von Tieren, die er verloren habe.  die Leute Altyn Ais wollen ihm ( um1925) töten. Alman Bet entwaffnet den Angreifer, verletzt Altyn Ai durch einen Biss ins Gesicht, verdunkelt (1975 ff) die Jurte mit Feuerrauch und Asche und entkommt.&lt;br /&gt;
* 2006 - 2042 Altyn Ai deutet jetzt Alman Bets Tiergeschichte als eine Art Unheilsprophezeihung für ihre eigene Familie&lt;br /&gt;
* 2043 ff droht Alman Bet daraufhin direkt.&lt;br /&gt;
* Gegenüber Manas fordert Alman B et ab 2081 die Altyn Ai als Botenlohn, vergleicht sie 2100 gar mit Kanykai. manas verwehrt ihm diese Gunst aber 2116 f: falls diese so schön sei wie Kanykai, dann gehörte sie M anas!&lt;br /&gt;
* Alman Bet ist konsterniert (2119 ff). Er fällt fast von Manas ab. bis dieser 2137 sagt, dass das doch nur ein Scherz gewesen sei. &amp;quot;Nimm die Altyn Ai dir, Freund.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* Dann geht es aber endgültig auf Kalmückenfahrt. Ab 2142&lt;br /&gt;
* Der Kampf währt bis zum Abend (2170). Da flieht M anas! - mit ihm Alman Bet. 2184 versucht Kyran Syrgak Alman Bet zum Bleiben zu bewegen. der ist aber stark verwundet (2209 ff). Alman Bet wiederum will jetzt Manas zum Bleiben überreden (2244). - Mit Erfolg! (2265ff) :  &amp;quot;Die K almücken des Altai Alle Hieb er da zusammen.&amp;quot; alman Bet raubt Altyn Ai. die 40 machen Beute.&lt;br /&gt;
* Als die Beute verteilt ist reitet man heim. Unterwegs steht ein Haus (2390). das bietet sich für ein Besäufnis an. man trinkt, streitet, und Köktschögös, des Kös Kaman Sohn, vergiftet Manas und die 40. Alle sind bewußtlos, nur Manas kann noch auf einem Pferd fliehen. Köktschögös wirft aber ein Messer, trifft Manas an der Hand: &amp;quot;Fiel sogleich vom Pferde nieder, röchelnd al. da Held Mnas.&amp;quot;(2419 f)&lt;br /&gt;
* Kanykai spürt, das etwas im Argen ist, reitet mit Medizin im Gepäck dem Manas entgegen. 2435 ff. wird Manas gesund, erbittet vom Schöpfer die Rückkehr der 40&#039;von den Toten. nach religiösem Zeremoniell in Mekka klappt das auch.&lt;br /&gt;
* Kanykai hat einen Traum, kommt auf den Gedanken, ihn von Altyn Ai ( dem &amp;quot;Schwesterchen&amp;quot;- im Schicksal?) deuten zu lassen. (2484)&lt;br /&gt;
* Deutung: ein Kind wird geboren werden ( ein Wolf mit blauen Mähne -2500). &lt;br /&gt;
* Manas kommt nach Hause, will Altyn Ai erschlagen. Kanykai bringt in den letzten Versen des 5. Buchs den Gedanken des Mitleids und der Gnade ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Teezeremonien und Pferde-Schenken&lt;br /&gt;
II, 1460ff und 1700ff: Teezeremonien zur Aufnahme von Gesprächen und als Zeichen der Gastfreundschaft. Analog dient die Gabe von Pferden als Freundschaftsbeweis.&lt;br /&gt;
2. Manas der allmächtige Herrscher in allen Lagen als Krieger, Aufbrausender, Berater, Delegierender usw. IV-1150&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Das Himmelreich erreichen: 4.174; 4.520&lt;br /&gt;
Kontext: Fest von Bok Morun, Wettkämpfe. Bedeutung unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Fest bei Bok Morun: Höfische Züge.&lt;br /&gt;
- Pferderennen&lt;br /&gt;
- Ringkampf&lt;br /&gt;
- Wettlauf&lt;br /&gt;
- Pferd-Lanzen-Wettkampf&lt;br /&gt;
- Vielvölker-Zusammenkunft,Freunde und Feinde vereint im Wettkampf&lt;br /&gt;
- Sex&lt;br /&gt;
- jeder bringt was mit&lt;br /&gt;
- sich auszeichnen: Kampf, Besitz (Pferde, Waffen, Kleidung)&lt;br /&gt;
- Kleiderrituale&lt;br /&gt;
- Rituale der Bestimmung des Ablaufs&lt;br /&gt;
- Konfrontationen, Konflikte, Testen eigener Machtbereiche&lt;br /&gt;
- Komik: alte Dame im Pferderennen (4.943)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Komik: alte Dame im Pferderennen (4.943)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Nomadische Lebens- und Kulturform&lt;br /&gt;
- wichtig für den Manas-Kontext&lt;br /&gt;
- 2 Formen: 1. Ziehen dem Vieh und den Weidemöglichkeiten nach. 2. Treiben Handel als eine Art Vermittler zwischen natürlichen Barrieren (Wüste, Berge).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Islam-Referenzen: wirken oft willkürlich eingeschoben, überflüssig.&lt;br /&gt;
Bsp. 4.1256: Ringkampf wird durch Manas eingreifen entschieden, Referenz zu Gott unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Jamben (4.1345): nierenförmige Silberbarren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Schamane-Wahrsager&lt;br /&gt;
In 4/1902ff. wird ein Wahrsager erwähnt, der &amp;quot;Schulterblätter brennt&amp;quot; und hieraus dem Joloi dessen Zukunft prophezeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Epen-Motiv: das zerbrochene Schwert und der Schmied&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Motiv findet sich in mehreren Epen, zentral natürlich im Nibelungenlied. In Manas: ist es Manas&#039; Schwert, das von dem Schmied Tökör repariert wird (4/1620ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Manas und Gilgamesh: Freundschaft&lt;br /&gt;
Manas und Alman bet verhalten sich wie Gilgamesh und Enkidu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Manas und Nibelungenlied: Gunst, Gaben und Bündnisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Epen geht es immer wieder um gegenseitige Gunstbezeugnisse, Gaben und das Schmieden von Bündnissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Einheit in Islamisierung begriffener Turkvölker &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manas verkörpert den Führer eines unter ihm vereinten Verbundes verschiedener Turkvölker, die sich zum einen im Prozess der Islamisierung und zum anderen im Konflikt mit mehreren Großmächten (Chinesen, Russen) befinden. Dabei wird Manas&#039; besondere Geburt (unter einem Apfelbaum mit Prophezeiungen seiner Führerschaft), seine individuelle Kampfstärke und sein wachsender Einfluss durch Freunde, Bündnisse und Siege beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der ewige Wilde (Bezug: I,3)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stärker noch als der junge Gilgamesh und ohne höfische Einbindung, wie im Fall von Siegfried, zeigt Manas in diesem Abschnitt seine schier ungebremste Machtfülle, indem er ohne zu zögern und ohne klare Motivationslage einen tödlichen Zweikampf mit Köktschö sucht, von einer eigentlich tödlichen Verwundung wieder genest, obwohl er zuvor heilende Medikamente ausgeschlagen hat, sich zwar zunächst an einige Rituale der Brautwahl und Vermählung hält, dann aber seinen Trieben freien Lauf lässt und seine Auserwählte unter Androhung brachialer Gewalt an ihn bindet, quasi im Vorbeigehen und wieder in unklarer Motivationslage die Heere des Vaters der Braut und seines Vaters Jakyp (den er vorher schon drohte, selbst zu töten) niedermacht und fröhlich seine &amp;quot;vierzig Freunde&amp;quot;, die für ihn töten und zugleich seinen tödlichen Zorn fürchten, mit einem Harem versieht. Manas hält sich weder an Abmachungen noch an irgendwelche moralischen Codices, geschweige denn an den Koran oder Verpflichtungen aus Verwandtschaftsverhältnissen. Er bewegt sich viel und schnell, auf Pferden, von einer kurzen ruhigen Phase in den nächsten Kampf, begleitet von der weiten Steppe und den Bergen, umringt von mächtigen Feinden. Manas erfährt als Held kaum die Spur eines reflexiven Charakters, ihm scheint keine an Prinzipien gebundene Innerlichkeit anzugehören, er lebt ganz im Außen, in einem weiten Raum, in den er, geleitet durch Reiz und spontane Reaktion, seine Triebe, seine Kraft und seine Jugendlichkeit (&amp;quot;hatte noch nie ein Mädchen in meinem Arm&amp;quot;) ergießt - bis ihn, wie Siegfried, die List der Anderen (hier ein Gift) anscheinend endgültig auslöscht. Alle Arten von begrenzenden Referenzen - Familie, Prophezeiung, Islamisierung, Gebete zu Gott, Unterwelt-Aufenthalte, Erfahrungen von Schmerz, Krieg und Tod, Verlangen nach menschlicher Nähe, Freunde, das Leben in Gemeinschaft, Apelle, er solle mit dem Schlachten aufhören - gehen spurlos an Manas vorbei, sind nur Geäst einer Ornamentik, in dem das Feuer einer Steppe brennt, das keine Schatten in ein Inneres wirft; ein Feuer, das nur brennt, um leuchtend-unversteckt zu sein, was es ist - oder was es meint, sein zu müssen. Genau hier entsteht auf der Interpretationsebene dann auch das klassische Dilemma, dass der beobachtend-lesende Kulturmensch den natürlichen Wilden zwar respektiert, aber als Typus immer in zvilisatorische Entwicklungsmodelle einbaut, die ihn einer primitiven Phase zuordnen. Vielleicht liegt hier auch der Anspruch des Epos an uns: können und sollten wir diese Einordnung fallen lassen, die Andersartigkeit des Wilden nicht als transitorisch aburteilen, sondern als quasi ewige Wahrheit hinter einer anthropologischen Fassade eurozentrierter Aufklärung akzeptieren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Wolfs-Natur als Bindeglied zwischen Glauben und Kultur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Spur zum Verständnis der Glaubenstruktur und des sozialen Überbaus führt in ein als Totemismus betiteltes Wissensfeld, in dem ein (teils als blau-grauer) Wolf eine zentrale Rolle bei den Turkvölkern spielt. Der Wolf wird mit einem Schöpfungsmythos der jeweiligen Stammeslinien verbunden: er kreuzt sich etwa mit einem Menschen, hieraus gehen alle Stammesnachfahren hervor. der Wolf druchdring auch mit fast allen Körperteilen (Magen, Galle, Kopf, Krallen, Fell etc.) das Feld sozialer Praktiken (Geburt, Tod, Gesundheit-Medizin). Sekundärliteratur:  Paul: Weltgeschichte, Position 1312 (Religion und Kunst) und Bajalojewa: Kirgisen, S. 11-26. Wolfs-Referenzen in Manas: 4/1286: &amp;quot;der wolfäig&#039;ge, der graubärt&#039;ge Manas&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Manas- Der Gott auf Erden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manas ist tyrannisch-willkürlich, weise-beratend, wissend und lüsternd, Kind und Mann, kurz alles in Einem, kreisend um ein scheinbar nicht besetztes, leeres Zentrum seiner Identität, fundiert in einer verborgenen Rationalitätsform, die seine Macht legitimiert (eventuell führt die Spur des Wolfes hier hin). Diese Gott-Artigkeit wird im Kontext vom Fest des Bok Morun (4. Abschnitt) sehr deutlich:&lt;br /&gt;
- Willkür: Manas lässt einen Boten vierteilen. Er erwähnt, dass man sich die Beute, den Gewinn selbst holen wird, sollte man auf den Wettkämpfen nicht gewinnen.  4.281, 4.395.&lt;br /&gt;
- Berater und Schlichter zwischen Bok Morun und einem chinesischen Herrscher, Thema: Pferde-Handel.&lt;br /&gt;
- Motivierer-weiser Herrscher, der Ratschläge erteilt: Ringkampf. 4.1110.&lt;br /&gt;
- Ritual-Kenner: weiß, wie man sich Kleiden muss, was dazu gehört.&lt;br /&gt;
- Feste feiern: weiß, wie man das macht.&lt;br /&gt;
- Schlachtführer und Schlichter im Krieg&lt;br /&gt;
- bärenstark, und doch unerfahren-dumm wie ein Kind (&amp;quot;Trotzkopf&amp;quot; genannt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Eine deutsche Übersetzung von 1885 ist vorhanden: Radloff; Wilhelm, 1885. Proben der Volksliteratur der nördlichen türkischen Stämme, V: Der Dialect der Kara-Kirgisen, St. Petersburg.&lt;br /&gt;
*:Manas 377 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_1_Manas.pdf]]&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
*:Einführung S.1-32 [[Media:Radloff 1885.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Joloi Kan 168 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_2_Joloi_Kan.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Er Töschtük 72 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_3_Er_Töschtük.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/jiYQi6VQ6bc YouTube: The Art of Akyns, Kyrgyz Epic Tellers - 4 min.]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/kMDklwoLf34 YouTube: Manas - UNESCO - 10 min.]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=in4VqMvVNWg YouTube: Kirgisische Reiterimpressionen]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=-mzf8ENPMU0 YouTube: Kleiner Manas Sänger in Trance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=VCOGKwMazrU YouTube: Manas Sänger - historische Aufnahmen]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=Hs4pTfKNs-Y YouTube: Kyrgyz Manas Epic &amp;quot;Forty choro warriors flee to China&amp;quot;]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=HfgB-Au5htg YouTube: Manas Performance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=E3_v_dp80R8 YouTube: Manas Performance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=IF4nViV51uc YouTube: Manas als Theater]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=hi39bAgQISE YouTube: Modernere Manasfassung]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=SQB9iy5KHl8 YouTube: Kirgisische Gitrarrespieler]&lt;br /&gt;
* [http://www.unesco.org/culture/ich/index.php?lg=en&amp;amp;pg=00011&amp;amp;RL=00876 Beschreibung durch die UNESCO: Welterbe Manas]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/artl/hatto-manas.shtml The Birth of Manas - A confrontation of two branches of heroic epic poetry in Kirgiz - By A. T. Hatto - Vergleich der Radloffschen Version und Fassung von Sagymbay Orozbakov (1867-1930)]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/folklore/manas/manasintro.html Englische Fassug von 2005, die die wesentlichen Fassungen nochmal neu ins englische übersetzt - unter Berücksichtigung besserer kirgisischer Spachkenntnisse - translated, introduced and annotated by Elmira Köçümkulkïzï1 - Ph.D. Candidate in Near and Middle Eastern Studies - University of Washington (Seattle)]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Die_alttürkische_Religion-1991.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Klimkeit-Buddhism_in_Turkish_Central_Asia-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Gabain-Inhalt_und_magische_Bedeutung_der_alttürkischen_Inschriften-1953.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hatto-Manas-Radloff-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Levin-Where-Rivers-Mountains-Sing-2011.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Mussajew-Epos-Manas-1994.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Die-Araber-vorislamischen-Zeit-Gegenwart-ebook/dp/B005JCYMHG/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390203366&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Die+Araber%3A+Von+der+vorislamischen+Zeit+bis+zur+Gegenwart Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart - Halm, Heinz]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Koran-Kommentar-Konkordanz-Rudi-ParetTaschenbuchausgabe/dp/3170226703/ref=sr_1_2?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390204205&amp;amp;sr=1-2&amp;amp;keywords=paret+koran Der Koran. Textausgabe - Paret, Rudi]&lt;br /&gt;
* [[Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Thrower-Religious-History-Central-Asia-2004.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Reichl-Singing-the-Past-2000.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:J_Paul_-Neue_Fischer_Weltgeschichte_-_Band_10_Zentralasien.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Frühe-Türken-Zentralasien-1992.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hainsworth-Idea-of-Epic-1992.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Krader-Social-Organization-Mongol-Turkic-Pastoral-Nomads-1963.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media: Basilov-Zirin-Nomads-Eurasia-1989.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 10.Februar 2014: Türkisierung Zentralasiens ab ca 6 Jh. n Chr. bis 13 Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herrschervölker in der Mongolei und in Turkestans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 6. Jahrhundert fielen die heute als On-Ok bezeichneten Kök-Türken in Turkestan ein und errichteten in diesem Gebiet ihr westliches Teil-Khanat, dass sich bis zum Jahr 745 halten konnte.&lt;br /&gt;
745 übernehmen die Uighuren bis 840 als ein weiteres Türkvolk neben Oghuzen, Seldschuken &amp;amp; Chasaren die Macht in der Mongolei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uighuren waren zum Teil Nomaden (es gab aber auch stadtartige Siedlungen).&lt;br /&gt;
Ab 840 herrschten die Jenissei-Kirgisen in der Mongolei, Nomaden wurden nach chinesisch Turkestan vertrieben und wurden da teilweise sesshaft.&lt;br /&gt;
(Weitere dokumentierte Türkvölker ab dem 10 jh. : Ghuzen, Garluq, Tughuzghuz, Turkmenen, Usbeken, Karakalpaken, Kasachen, Tataren, Aserbaidschaner, Karäim, Krimtürken, Turk-Mescheten und Türken.)&lt;br /&gt;
Die Islamische Periode startet bei den Türkvölkern ab dem 11.Jahrhundert - Vereinigung der Iranier Persiens und Mittelasiens -&amp;gt; Migrationsbewegung von Persern nach Osten.&lt;br /&gt;
Im 11 Jh. kriegerische Auseinandersetzungen nach Süden mit den Tibetern.&lt;br /&gt;
Während der zweiten Hälfte des 11. und der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war West-Turkestan ein Teil des ausgedehnten Seldschukenreiches (Türkvolk)&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts befand es sich unter der Oberherrschaft der (nichtmuslimischen) Qara-Chitai bevor diese durch die Qarachniden und später den Mongoleneinfall (Dschinghis Khan) verdrängt wurden&lt;br /&gt;
* Türken vs. Araber/Perser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Araber existiert zur Zeit der Orchoninschriften (730) noch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Türkvölker wurden im Unterschied zu Iraniern nicht durch Araber aus dem Westen unterworfen. Die Araber im Westen wehrten nur die Angriffe auf die „Kulturländer“ ab (705-715). Ab 8. Jh. bauten Araber Wälle gegen die Menschen im Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Samaniden (Iranier/Perser) vergrößerten den gebietsmässigen Einfluss des Islam nur unwesentlich, aber der kulturelle Einfluss auf die Türken wuchs, zum Teil kam es kurz vor dem Fall der persischen Sassaniden (9./10. Jh.) auch zu Bündnisse, die den kulturellen und religiösen Austausch verstärkten.&lt;br /&gt;
* Religion&lt;br /&gt;
Türkvölker blieben lange (insbesondere in Ost-Turkestan) schamistisch mit wenig Einfluss durch Buddhismus und Islam. Buddhismus hatte bereits um 600 Einfluss auf die Türken. Nach dem Sieg über die Perser (Sassaniden im 9 Jh) wurden die Türken Zoroaster (siehe Zarathustra). Ab 760 sind Einflüsse der Manichäer (Perser &amp;quot;Mani&amp;quot; als Religionsstifter, Kontakte der Türkvölker nach Babylon) und des Christentums bis nach Ost-Turkestan  (chinesisch Turkestan wurde von Uighuren bewohnt, insofern hier auch budhistische Belege). Die Islam war ursprünglich (ab 7 Jh. im westlichen Teil Mittelasiens) nicht missionarisch tätig - die Türkvölkwer im westlichen Teil Turkestans wurden islamisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Handel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelsbeziehungen zu den Indern und nach China - später zu den Iraniern.&lt;br /&gt;
* Validität der Quellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Historie in der Mongolei und chinesischen Turkestan wurde durch chinesische Schriften dokumentiert, da die Islamische Welt diese Ereignisse kaum wiedergab. Mohammedaner (Araber/Perser) kannten und nutzen zwar die alten Handelswege nach Osten, es gibt aber kaum Berichte von den Türkvölkern im mongolischen Norden - generell gibt es in den umfangreichen geografischen Schriften der Mohammedaner kaum Berichte über die Türkvölker im Osten. Andererseits wurden veraltete Texte über Jahrhunderte wiederholt in der ismamischen Welt wiedergegeben, in denen man den Türken ihrer mächtigen Stellung in der isamaischen Welt nicht gerecht wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache bei den Türkvölkern Zentralasiens wurde mit der Zeit das Persische und blieb im kleineren Maß &lt;br /&gt;
das Türkische, im östlichen Teil nahm das chinesische seinen Einfluß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== auch noch am 10.02.2014: Die Araber (nach Heinz Halm) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Araber ist, wer arabisch spricht - und das tun 280 Mio Menschen. Die Wortbedeutung ist unklar. Der Begriff wird bereits 853 v.Chr. für beduinische (also aus Kamelnomaden bestehende) assyrische Hilfstruppen benutzt. Auch bei Xerxes&#039; Griechenzug 480 v.Chr. sind arabische Bogenschützen auf Kamelen dabei.&lt;br /&gt;
Das Arabische ist eine semitische Sprache, verwandt also z.B. dem Akkadischen, dem Hebräischen, dem Aramäischen...&lt;br /&gt;
Die Schrift hat sich, wie auch die griechische und die lateinische, aus einer phönizischen Urform entwickelt. Sie besteht aus 28 Zeichen - ausschließlich für Konsonanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- 64 v. Chr. kommen die Römer in die Levante, 30 v.Chr. nach Ägypten. Die Araber stehen also zwischen Persien und (Ost-) Rom. Bis zu Mohammed (etwa 570 - 632 n.Chr.) gibt es keine einheitliche politische Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Zur Zeit Mohammeds sind 3 von 5 Stämmen in Medina jüdisch.&lt;br /&gt;
Im geographischen Raum gibt es auch viele Christen. Darüber hinaus werden weit verbreitet arabische Naturgottheiten verehrt. Die Kaba in Mekka ist z.B. ein würfelförmiger Tempel für den Gott Hubal. In Mekka selbst, wohlhabend wegen des vielbesuchten Tempels und der Lage an der &amp;quot;Weihrauchstrasse&amp;quot; vom Jemen nach Damasjus, gibt es keine christlichen oder jüdischen Gemeinden. Hier wird Mohammed um 570 geboren und tritt ab etwa 610 als monotheistischer Prophet auf, wird aber unterdrückt und bedroht, so dass er 622 ins 350 km entfernte Medina auswandert. Bei ihm sind &amp;quot;die Ergebenen&amp;quot; (die &amp;quot;muslimun&amp;quot;, mit ihrer &amp;quot;Ergebung&amp;quot; oder &amp;quot;Hingabe&amp;quot; - dem &amp;quot;Islam&amp;quot;). In Medina entsteht die Urgemeinde, die &amp;quot;Gemeinschaft&amp;quot; (die &amp;quot;umma&amp;quot;) und wird mächtig. Da göttlich eingesetzt, ist die umma unauflösbar. &lt;br /&gt;
Nach 10 Jahren ist praktisch die gesamte arabische Halbinsel islamisch. Auch Christen, auch Juden, auch Mekka schließen sich der neuen religiösen Bewegung an. Der Gründer stirbt 632 in Medina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die 4 ersten Nachfolger (&amp;quot;Kalifen&amp;quot;) sind noch direkte Weggefährten des Mohammed. Sie alle sind Angehörige eines, eigentlich mekkanischen, Stammes. Schon unter den ersten 4 Kalifen gibt es eine starke Expansion des Islam, etwa nach Ägypten und Mesopotamien. Danach wird die weniger religiös inspirierte Familie der Umayyaden für 90 Jahre das Kalifenamt übernehmen und das Machtzentrum nach Damaskus verlegen. Die Nachkommen des 4. Kalifen Ali initiieren eine Aufstand gegen die Umayyaden, der niedergeworfen wird, was ihnen einen Märtyrerstatus ein- und die &amp;quot;Partei&amp;quot; der Schiiten hervorbringt. Die bis heute andauernde Spaltung des Islam ist damit angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Expansion geht weiter: Im 8. Jh. sind etwa Buchara, Samarkant und Taschkent islamisch. Hier ist die &amp;quot;Front&amp;quot; zu den aus den nördlichen Steppen andrängenden Turkvölkern (und der kontextuale Schauplatz der Alman-Bet-Geschichte des Manas). 751 findet am Fluss Talass (in Kirgisien) ein Grenzgefecht mit den Chinesen statt. Etliche kriegsgefangene Chinesen sind Papierwerker, und so kommt die Kunst der Papierherstellung in die arabische Welt. Ein ungeheurer Schub! Somit wird Literatur möglich und Al-Arabiyya, die arabische Sprache ermöglicht einen Kulturtransfer im riesigen Raum von Toledo bis Samarkant. &lt;br /&gt;
Mit gewissen Einschränkungen: Der Iran hatte sich der Arabisierung verschlossen. Hier gilt das (Neu-) Persisch ab dem 10. Jh. als Literatursprache. Die monotheistische Zarathustra-Lehre war dem Islam gewichen, allerdings vornehmlich in dessen schiitischer Ausprägung. &lt;br /&gt;
Ägypten ist durch die Kopten bis ins 15.Jh. ein überwiegend christliches Land geblieben. Die (militärischen) Machtzentren waren aber schnell islamisch. Die koptischen Christen machen heute noch eine etwa 10 % starke Bevölkerungsgruppe aus.&lt;br /&gt;
Wenig arabisiert wurde auch das berberophone Marokko.&lt;br /&gt;
Die Expansion nach Nordosten wird durch Karl Martell bei Poitiers und Tours gestoppt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Umayyaden-Dynastie wird 750 abgelöst durch das &amp;quot;abassidische&amp;quot; Kalifat von Bagdad, das bis 1258 bestehen bleiben wird. Bagdad hat um 800 unter Harun al-Raschid 1 Mio Einwohner. Eine ausgefeilte Bürokratie entsteht mit Ämtern wie etwa dem Wesir (leitender Minister) oder dem Emir (eine Art Gouverneur). Die Bagdader Kalifen sichern ihre Macht durch die teilweise 20.000 Mann starke Militärkaste der &amp;quot;Mamluken&amp;quot;. Das Wort bedeutet Sklave und beschreibt die zu Kriegsdiensten eingesetzten Gefangenen der nomadisierenden Turkvölker Zentralasiens.&lt;br /&gt;
(&amp;quot;Mamluken&amp;quot; in Spanien und Nordafrika sind hingegen überwiegend Osteuropäer = &amp;quot;Slawen&amp;quot;.)&lt;br /&gt;
Die abassidischen Kalifen stehen meistenteils unter der Protektion von &amp;quot;Schutzherren&amp;quot;, zunächst der persischen, schiitischen Buyiden, später der türkischen Seldschuken. Der Seldschukische &amp;quot;Sultan&amp;quot; (=&amp;quot;Herrscher&amp;quot;) residiert in Isfahan und hat neben (oder über) dem Kalifen in Bagdad die faktische Macht der arabischen Welt.&lt;br /&gt;
An 1071 überrennen die Seldschuken das christlich-griechische Kleinasien.&lt;br /&gt;
1258 stehen die Mongolen vor Bagdad.&lt;br /&gt;
Das ist das Ende des Kalifats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Noch einmal zum Kulturtransfer: Die Aristoteles- (bzw. die gesamte Antiken-) Rezeption (Platon fehlt allerdings fast ganz) kommt ab 800 über die christlichen Aramäer ins Arabische - und von dort über Spanien zurück nach Europa. Die &amp;quot;Sarrazenen&amp;quot; (nach dem griechischen Namen eines arabischen Stammes auf dem Sinai) erobern und prägen Al-Andalus. Die &amp;quot;Reconquista&amp;quot; verleibt sich Gebiet, Kultur und Wissen (in einem bis 1492 andauernden Prozess) wieder ein.  &lt;br /&gt;
Ibn Ruschd lebt im 12. Jh. in Cordoba. Auch die von den Indern übernommene Mathematik wird als Wissenschaft weiter etabliert. Viele Begrifflichkeiten (&amp;quot;Algebra&amp;quot;; &amp;quot;Algorithmus&amp;quot;, ...) sind arabischen Ursprungs.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Manas&amp;diff=637</id>
		<title>Manas</title>
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		<updated>2015-03-09T20:19:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* Teil 5 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 14.Januar 2014 - 20:30 bei Andreas: Vorwort, Episode 1&lt;br /&gt;
* 21.Januar 2014 - 20:30 bei Matthias: Planung der weiteren Schritte&lt;br /&gt;
* 10.Februar 2014 - 20:30 bei Tiemo: Referate aus &amp;quot;12 Vorlesungen über die Geschichte der Türken Mittelasiens&amp;quot; &amp;amp; &amp;quot;Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 6.März 2014 - 20:30 bei Andreas: Referate zum Koran &lt;br /&gt;
* 24.März 2014 - 20:30 bei Matthias: Episode 1 &amp;amp; Anfang 2&lt;br /&gt;
* 12.Mai 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1453&lt;br /&gt;
* 12.Juni 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1862&lt;br /&gt;
* 7.Juli 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1120&lt;br /&gt;
* 14.August 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1940&lt;br /&gt;
* 6.Oktober 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/2486&lt;br /&gt;
* 6.November 2014 - 20:30 bei Andreas gelesen bis IV/1150, und Recherche- und Leseaufträge vergeben zu vorislamischer Religion und Alltagskultur&lt;br /&gt;
* 20.November 2014 - 20:30 bei Tiemo gelesen bis ungefähr IV/1543&lt;br /&gt;
* 4.Dezember 2014 - 20:30 bei Tobias - Lesen: Paul: Weltgeschichte, Position 1312 (Religion und Kunst) und Bajalojewa: Kirgisen, S. 11-26. Kontext: Totemismus-Wolf.[[Media:J_Paul_-Neue_Fischer_Weltgeschichte_-_Band_10_Zentralasien.pdf]] &amp;amp; [[Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf]] Gelesen bis 4/2197 (Ende des 4. Teils)&lt;br /&gt;
* 8. Januar 2015 - 20:30 bei Matthias. Gelesen bis 5/1176&lt;br /&gt;
* 12. Februar 2015 - 20:30 bei Tiemo. Gelesen bis Ende 5&lt;br /&gt;
* 26.Februar 2015 - 20:30 bei Andreas. Gespräch mit Kirgisischem Kulturverein vorbereitet. Zusammenfassung  [[Media:Scharlipp-Frühe-Türken-Zentralasien-1992.pdf]] von Andreas&lt;br /&gt;
* 12. oder 19. März - 19 Uhr bei Tiemo. Treffen mit Kirgisischem Kulturverein. [[Fragen zu Manas für Experten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
Das Manas-Epos handelt von dem Kampf des mythischen kirgisischen Volkshelden Manas und seiner Gefährten und Nachkommen im 9. Jahrhundert gegen die Uiguren und ist das wichtigste Werk der klassischen kirgisischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Werk umfasst fast 500.000 Verse und ist damit zwanzig Mal so lang wie Homers Odyssee und Ilias zusammen. Über viele Generationen nur mündlich von Manaschis, hoch angesehenen, den türkischen Aşıklar ähnlichen Volkssängern in melodischem Redegesang überliefert, wurde das Epos erst 1885 schriftlich niedergelegt. Über seine Ursprünge gibt es verschiedene Ansichten: Manche Literaturforscher gehen vom 6. bis 10. Jahrhundert aus, andere vom 11. und 12., und wieder andere erst vom 15. bis 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute existieren mindestens 65 verschiedene gedruckte Versionen des Werks oder von Teilen davon. Eine neue Übersetzung des Gesamtwerks ins Englische durch Walter May wurde 1995, zum mutmaßlich tausendsten Jubiläum der Geburt von Manas, veröffentlicht und 2004 in zwei Bänden neu gedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des Epos werden heute bei festlichen Gelegenheiten gern und häufig von Manaschis rezitiert, normalerweise begleitet von einer oder mehreren Komuz, einer gezupften dreisaitigen Langhalslaute, die von den Musikern ausgesprochen virtuos gehandhabt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held Manas soll in den Ala-Too-Bergen in der Region Talas in im Nordwesten von Kirgisistan geboren sein. Ein Mausoleum einige Kilometer östlich der Stadt Talas soll seine sterblichen Reste bergen und ist eine beliebte Ausflugs- und Feststätte, wo seit 1995 im Sommer eindrucksvolle kirgisische Reiterspiele aufgeführt werden. Allerdings heißt es in einer Fassadenbeschriftung, dass das Mausoleum „... der ruhmreichsten der Frauen, Kenizek-Khatun, der Tochter des Emirs Abuka“ gewidmet sei. Der Legende zufolge soll Kanikey, die Witwe des Manas, diese Inschrift angeordnet haben, um die Feinde ihres Mannes irre zu führen und eine Grabschändung zu verhindern. Das Gebäude, bekannt als „Manastin Khumbuzu“ oder „Der Ghumbez des Manas“, wurde vermutlich 1334 errichtet. In der Nähe steht ein Museum, das Manas und seiner Legende gewidmet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhaltliche Zusammenfassung==&lt;br /&gt;
=== Teil 1 ===&lt;br /&gt;
* 1-39: Beschreibung der Vorfahren des Manas und Hoffnung an seine Fähigkeiten.&lt;br /&gt;
* 40-72: Geburt Manas und Prophezeiungen und Bestätigung durch den schon sprechenden in der Wiege liegenden Manas - er will den Muslimen den Weg öffnen.&lt;br /&gt;
* 73-143: Beauftragung Durch den Vater Jakyp Kan an Bakai Kan, Manas die Welt zu zeigen.&lt;br /&gt;
* 144-152: Bakai Kan bestätigt den Auftrag.&lt;br /&gt;
* 153-164: kurzbeschreibung welche Fähigkeiten Manas zum vierzehnten Lebensjahr erwarb.&lt;br /&gt;
=== Teil 2 ===&lt;br /&gt;
* 1-16: Geburt Alman Bets, als Sohn Kara Kans.&lt;br /&gt;
* 17-65: Held Köktschö begründet sein Volk und trifft dabei Alman Bet.&lt;br /&gt;
* 66-101: Die beiden Helden lernen sich kennen.&lt;br /&gt;
* 102-125: In der rede zu religiösen dingen ensteht der Wunsch Alman Bets, den Koran zu sehen.&lt;br /&gt;
* 125-164: Köktschö gitb Alman Bet die Möglichkeit den Koran zu lesen. Alman Bet will daraufhin Muslime werden&lt;br /&gt;
* 165-177: Alman Bet und Köktschö werden Freunde.&lt;br /&gt;
* 178-200: Alman Bet beschliesst, sein eigenes Volk, die Oirot, zu Muslime zu machen und inmitten der Muslimen flussaufwärts anzusiedeln (evtl metaphorisch gemeint).&lt;br /&gt;
* 201-231: Alman Bet ritt zu seinem Vater und versucht ihn zu überzeugen, dass Kara Kans Volk konvertiert&lt;br /&gt;
* 232-274: Kara Kan bezeugt seinem Volk Treue und beauftragt sein Volk, Alman Bet zu töten, die sich in einen Hinterhalt legen. &lt;br /&gt;
* 275-306: Alman Bet tritt wiederum vor seinen Vater und versucht ihn zu bekehren, dieser lehnt aber ab und verstösst ihn.&lt;br /&gt;
* 307-335: Alman Bet spricht mit seiner Mutter, damit sie ihn nicht auch verstösse.&lt;br /&gt;
* 336-449: Beim Verlassen trifft er auf das im Hinterhalt liegende Heer, töte alle Fürsten der Oirot.&lt;br /&gt;
* 450-511: Alman Bet bietet sich als Freund und Unterstützer für Köktschö an und wird von diesem auch zu sich eingeladen (die Teile der Familie nomadisieren zusammen).&lt;br /&gt;
* 512-552: Das Volk und vorallem die Frauen bereiten sich auf die Ankunft Alman Bets vor.&lt;br /&gt;
* 553-590: Begrüssung Alman Bets durch die Frauen Köktschös&lt;br /&gt;
* 591-619: Kleine Zwistigkeit zwischen Köktschö und seiner Frau Ak Erkätsch, weil sie sein Pferd nicht hält bei seinem Absteigen.&lt;br /&gt;
* 620-697: Alman Bet wird besonders gut bewirtet und ihm wird eine Schlafstätte zugewiesen - am nächsten Morgen werden ihm zum Frühstück sogar zwei Stuten geschlachtet.&lt;br /&gt;
* 698-719: Alman Bet lebte nun bei Köktschö und mehrte so seht den Wohlstand der Sippe, dass bei den Gefährten Köktschös Neid entstand.&lt;br /&gt;
* 720-759: Die Gefährten intrigieren indem sie Alman Bet vor Köktschö bezichtigen, Ak Erkätsch des nachts beigewohnt zu haben.&lt;br /&gt;
* 760-827: Köktschö lässt nach Alman Bet rufen, bevor dieser jedoch zu ihm reitet, offenbart er seine Verwirrung dem Vater Köktschös. Bei Köktschö wird er missachtet umd tritt einer verwirrten Gesellschaft gegenüber.&lt;br /&gt;
* 828-856: Alman Bet werden Vorwürfe gemacht, ob er seinen Gastgebern vieles entwenden würde und ob Ak Erkätsch sich ihm ergeben hat.&lt;br /&gt;
* 857-863: &amp;quot;Gegen Gott hilft keine List&amp;quot; und Verlangen nach Brandwein - evtl. ein Eingeständnis* 864-892: Köktschö bittet Alman Bet darum Pferde und Kleidung für die Abreise zu erbitten, doch Alman Bet bittet um Köktschös eigenes Pferd und seine Kleidung.  &lt;br /&gt;
* 893-914: Diskurs über die Frage, wonach Alman Bet bitten dürfte (Blauer vs. gelber Schecke und ähnliches).&lt;br /&gt;
* 915-927: Köktschtö fragt, warum Alman Bet nicht geht.* 928-999: Eskalation des Gesrpächs bis zur Verfluchung und Racheandeutung.&lt;br /&gt;
* 1002-1002: Alman Bet kündigt die Freundschaft auf.&lt;br /&gt;
* 1003-1006: Alman Bet zieht ab.&lt;br /&gt;
* 1007-1059: Ak Erkätsch macht sich hübsch und bietet Alman Bet ihre Hilfe an, Köktschö umzustimmen, Alman Bet doch das passende Pferd und die passende Kleidung zu geben.&lt;br /&gt;
* 1060-1094: Ak Erkätsch erklärt Köktschö, dass er zugrund gerichtet wird, wenn er Alman Bet ohne die erbetenen Dinge ziehen lässt. Köktschö soll Alman Bet auch erst am achten Tag entlassen, auch der Götter (&amp;amp; Kydir) wegen.&lt;br /&gt;
* 1095-1099: Köktschö will sich nicht überzeugen lassen, auch wenn Ak Erkätsch ihn verliesse.&lt;br /&gt;
* 1100-1110: Ak Erkätsch sagt ihm, dass Alman Bet ansonsten gewaltsam ihm sein Pferd entreissen würde und er Pferschaaren verlieren würde.&lt;br /&gt;
* 1111-1114: Köktschö willl seinen blauen Schecken und den blauen Panzer an Alman Bet übergeben und lässt nach ihm rufen.&lt;br /&gt;
* 1115-1123: Alman Bet ist aber betrunken und lagert laut den Freunden im Schatten einer Tanne.&lt;br /&gt;
* 1123-1132: Bei genauer Prüfung durch Ak Erkätsch ist er aber dann doch bereits fortgeritten - anstelle des blauen Falben nun mit einem Fuchs.&lt;br /&gt;
* 1132-1134: Mamas hat einen Traum&lt;br /&gt;
* 1135-1172: Auflistung der herbeigerufenen Gefährten&lt;br /&gt;
* 1172-1215: Jakyp, Vater des Mamas, soll den Traum deuten; in-Aussicht-Stellung von Belohnung, verbunden mit Drohung (&amp;quot;deutet richtig er den Traum... Deuten meinen träum er falsch...&amp;quot;; (1206/1209). Deutet der Vater den Traum falsch, kommt dessen Sohn(!) nach Sibirien, USW (1210);&lt;br /&gt;
* 1216-1297: Manas selbst macht sich zum Vater auf, mit paradepferd prunkpanzer und legendärem Schwert, wiederholt das brimborium um den Traum, erneuert die Drohung bei fehldeutung (1283ff). Das Volk hat schon Angst um den Vater (und auch die Mutter)-scheinbar nicht zu unrecht.&lt;br /&gt;
* 1298-1312: entspann adschy bai  (&amp;quot;der verwirrtes stets gelöset...&amp;quot;) die Situation: manas soll seinen Traum doch erstmal schildern.&lt;br /&gt;
* 1313-1328: tut manas das endlich (Inhalt: Wild und geflügel fällt tot um, wenn Mamas mit Hund und Pferd zur Jagd geht...!?)&lt;br /&gt;
* 1329-1360: nimmt Adschy Bai die Gefahr auf sich, den Traum zu deuten: &amp;quot; eines Fürsten trefflich Kind ... Wird wohl bei dir sich niederlassen.&amp;quot; (1343-46)&lt;br /&gt;
* 1361-1435: ist Manas begeistert, schenkt Adschy seinen Panzer, erweitert die Deutung dahingehend, dass er &amp;quot;des Fürsten Kind&amp;quot; als Alman Bet identifiziert.Es werden Vorbereitungen getroffen, dem Helden entgegenzufiebern, obgleich man nicht weiß, ob der in friedlicher Absicht kommt.&lt;br /&gt;
* 1436: beginnt der Zug des Heeres, dem Alman Bet entgegen.&lt;br /&gt;
* 1436-68: eine Teezeremonie&lt;br /&gt;
* 1497: macht Manas einen Reiter in de Ferne aus.&lt;br /&gt;
* 1513: erspäht auch Alman Bet etwas, dem er folgt und erkennt 1540-48, daß er einem Größeren, Mächtigerem folgt.&lt;br /&gt;
* 1553-1576: trifft Manas Vorbereitungen zum Empfang des Fremden, von dessen Absichten man noch nichts weiß.&lt;br /&gt;
* 1577: kommt Alman Bet, (Und ab hier drängt sich mir der Vergleich mit der ANkunft Siegfrieds bei den Burgundern auf) fängt eine Lerche im Galopp, verweigert das Gespräch mit dem Empfangskommittee, will nur mit dem Fürsten sprechen, wird 1648 von Adschy Bai tatsächlich zu Manas vorgelassen. Das Ganze hätte auch fürchterlich schiefgehen können. Der Text deutet es an&lt;br /&gt;
* 1609-1610: &amp;quot;Alman Bet und Held Manas, wie nur werden sie sich grüßen?&amp;quot;- per Handschlag oder per Schwertstreich... Und in Alman Bets fatalistischem Ausruf, als er bei Manas eintritt:&amp;quot;Gottes Wille ist&#039;s, wer kann gegen seine Macht sich stemmen?&amp;quot;(1642/43) -tut es aber nicht!&lt;br /&gt;
* 1690: Herzliche Begrüßung&lt;br /&gt;
* 1700-1704: Teezeremonie&lt;br /&gt;
* -1745: Kostbare GeSchenke des Manas, die Alman Bet aber nicht annimmt, mit Ausnähme eines Pferdes (1745)&lt;br /&gt;
* -1757: Manas will jetzt einen wegtrittst veranstalten (1757  ff) Jakyp Bai soll alles richten. Dieser verunsichert die Boten ab 1800 mit seinen Nachfragen nach deren Kenntnis der Herkunft ihres Volkes. Die sind unwissend. Jakyb deutet Überlegenheit Alman Bets an (1812/13); Wettreiten&lt;br /&gt;
* 1831-39: wer ist Gewinner?&lt;br /&gt;
* 1841-1862: kommt Mutter des Manas. Anblich des Manas uns Alman Bets erzeugt bei ihr Milchfluß. Alman Bet schlägt vor, daß jeder der beiden aus einer Brust trinke möge. Sie tun das und erzeugen so eine Brüderschaft, welche sich durch das anschließendßende Zechen verfestigt oder geradezu erst wirksam wird (1862)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 3 ===&lt;br /&gt;
* 1-351: Kampf zwischen Manas und Köktschö. Der Anlass des Kampfes ist unklar. 185ff.: Manas begehrt Köktschös Pferde und Herden, will sie zusammentreiben und Alman Bet geben. Hatto (73-74) verweist auch auf I,2: Köktschö behandelt Alman Bet zunächst als Nicht-Muslim in kritischer Distanz. 411-459: Manas sagt dem Zaren, dass er wegen Alaman Bet, dem K. Pferde verweigerte, ausritt und Köktschös Herden raubte.&lt;br /&gt;
* 10ff.: Manas beugt sich vor dem (russischen) Zaren, zugleich Lob von Manas&#039; Heldenkraft.&lt;br /&gt;
* 161ff.: Manas dringt auf einen tödlichen Zweikampf mit K., mit Flinte und Schwert.&lt;br /&gt;
* 232ff: Manas trifft nicht, wird selbst von K. ins Herz getroffen, schlägt angeblich heilende Medizin von Köktschö aus und flieht.&lt;br /&gt;
* 281-284: Manas betet: &amp;quot;In der Hand des Schöpfers stand er, in dem Schutz des weissen Zaren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 285-324: Manas ruft seine Freunde an, verbringt 20 Nächte &amp;quot;unterhalb der Erde&amp;quot;, im &amp;quot;Jenseits&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 325-350: Unklarer Handlungsanschluss. K. stoppt den fliehenden Manas, der, K. selbst verfehlend, mit demselben Schwerthieb dessen Pferd erlegt.&lt;br /&gt;
* 351-375: Manas übergibt Alman Bet die Herde, reitet zum weißen Zaren.&lt;br /&gt;
* 376-513: Gespräch mit dem Zaren.&lt;br /&gt;
* 514-660: Manas kehrt zu seinem Vater Jakyp Bai zurück. Gespräch mit seinem Vater.&lt;br /&gt;
* 563ff.: Manas will eine Frau von seinem Vater. &amp;quot;Ruht&#039; noch nie in Mädchen Armen&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 661-744: Jakyp begibt sich auf Brautsuche. Reitet zu Temir Kan. Spricht zunächst mit Mängdi Bai, der zu Temir Kan gehört und als Unruhestifter beschrieben wird. Jakyp fragt nach der Tochter Temir Kans, Kanykäi, (schon in 632-633 vor Jakyp als Manas&#039; mögliche Braut erwähnt) und sagt, er hätte vorher (?) schon vergeblich der Chinesen, Perser, Kirgisen und Inder Volk nach schönen Frauen durchstreift.&lt;br /&gt;
* 744-763: Mängdi Bai reitet zu Temir Kan, um ihm Jakyps Bitte zu vermitteln, kritisiert dessen Anliegen aber (er hätte keine Brautgeschenke mitgebracht etc.).&lt;br /&gt;
* 764-1003: Temir Kan beschimpft Bai als &amp;quot;zum Zank geborenen Sklaven&amp;quot;, reitet zu Jakyp. Kan will Manas seine Tochter nur geben, wenn Manas mit dem &amp;quot;Schießen, Schlagen und Stechen&amp;quot; aufhört, Jakyp empört sich, sagt Kan, dass Manas sich seine Tocher mit Gewalt holen könnte. Daraufhin berät sich Kan mit seiner Frau und seiner Tochter, Bai und Fürsten. 937ff.: Nachdem Bai wieder Jakyp kritisiert hat, verweisen die Fürsten auf Manas&#039; Stärke, raten, Jakyp ehrenvoll zu empfangen, und fordern, dass Manas Brautgeschenke bringt. &lt;br /&gt;
* 1004-1120: Jakyp reitet zu Manas zurück, dieser akzeptiert die Forderung nach Brautgeschenken und macht sich mit seinen 40 Freunden auf den Weg zu Temir Kan.&lt;br /&gt;
* 1121 - 1160 Mengdi Bai meldet Temir Kan den Manas und seine vierzig Freunde, die jedoch nicht auf Kriegszug sind, sondern Brautgeld für Kanykäi in Form von Pferden bringen. Die Herden müssen zur Erfüllung des Brautpreises vier Täler füllen. &lt;br /&gt;
* 1161 - 1199 Mengdi Bai bewirtet in seinem Haus nur die vierzig Freunde des Manas mit Honigbranntwein, während Manas allein in der Steppe bleibt und in der Hitze Durst leidet.&lt;br /&gt;
* 1200 - 1233 Die Gefährten bemerken, dass Manas allein in der Steppe verblieben ist und eilen um Vergebung bittend zu ihm. Dieser will entgegen ihrer Befürchtungen seine Gefährten jedoch nicht töten, sondern nur zu Verstand bringen. Darauf errichten sie ihm in der Steppe ein Zelt mit vierzig Flügeln.&lt;br /&gt;
* 1234 - 1259 Die Schwägerinnen / Brautgeschwister der Kanykäi kommen geschmückt zu Manas, der Gold und Silbergeld in Fülle vor ihnen ausbreitet.&lt;br /&gt;
* 1260 - 1279 Manas reitet allein zum Zelt der bislang unberührten Kanykäi. Dort isst er unbemerkt von ihrem Honig, trinkt Kumiss und &amp;quot;drückt das im Schlaf versunkene Mädchen heftig an sich&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* 1280 - 1331 Die Fürstentochter Kanykäi erwacht und zieht ein Messer. Sie fordert den ihr unbekannten Manas auf, sie loszulassen und vom Lager aufzustehen. Als dieser sich als Manas vorstellt, welcher unzählige Stuten hergetrieben habe, fragt sie ihn, ob er einer der Hirten ihres Vaters sei. Als Manas die Kanykäi nun als verzärtelt bezeichnet, zerschneidet diese sein Gelenk am Unterarm mit ihrem Messer.&lt;br /&gt;
* 1332 - 1380 Manas tobt und will nun lieber Junggeselle bleiben. Er bezeichnet Känykäi als Metze und Schlechteste ihres Volkes. Er will an ihr Rache nehmen und sie selbst Tiere hüten lassen.&lt;br /&gt;
* 1381 -1419 Die Schwiegermutter versucht noch erfolglos, zwischen Manas und Kanykäi zu vermitteln. Da ihm aber ein Weib widersprochen hatte, steigt Manas mit seinen vierzig Gefährten noch in der Nacht zu Pferde.&lt;br /&gt;
* 1420 - 1480 Die Diener von Manas treiben die Pferde Jakyp Kan´s und Temir Kan´s weg. Manas Gefährten - allen voran Alman Bet - dringen alles niederstechend auf das Heer Temir Kan´s ein, um Kanykäi gewaltsam zu holen.&lt;br /&gt;
* 1481 - 1529 Kanykäi ahnt ihr Verderben, legt als Friedensstifterin seidene Kleidung an und bringt vierzig Mädchen den Gefährten des Manas zum Geschenk. Manas sieht die von ihm als &amp;quot;schlechte Dirne&amp;quot; bezeichnete Kanykäi mit ihren vierzig Mädchen als Beute kommen und lässt sogleich vierzig Lager errichten, um die Gefangenen &amp;quot;zu greifen, bei den Handgelenken zu fassen und zur Besinnung zu bringen&amp;quot;.  &lt;br /&gt;
* 1530 - 1541 Kanykäi fleht zu Manas und bietet diesem sogar an, ihr ( der Dirne ) doch die Zunge abzuschneiden, wie man einem fliehenden Vogel die Federn abschneidet. Manas merkt, dass Kanykäi nun &amp;quot;zu Sinnen gekommen&amp;quot; ist und stellt klar, dass Vögel sich nur fliegend auf ein Zelt setzen.           &lt;br /&gt;
* 1542 - 1626 Das Mädchen in der Jurte Alman Bet´s ist hässlich, weshalb dieser eine andere fordert, da er mit Manas doch gleichgestellt sei. Kanykäi fordert daraufhin Altyn Ai auf, sich für Alman Bet so glänzend schön zu machen, dass dieser staunend in Ohnmacht falle. &lt;br /&gt;
* 1627 - 1679 Temir Kan sammelt seine Reichtümer um sie Manas ebenso wie sein Mädchen zu geben. Mengdi Bai will ihn abhalten und berichtet Temir Kan, dass dessen Tochter Kanykäi dem Manas widersprochen habe. Da habe dieser das Volk vernichtet und dessen Habe geraubt. Manas habe der Kanykäi die beredte Zunge ausgerissen und sie &amp;quot;wie ein Schaf zu Schand gebracht&amp;quot;. Dafür sollte Temir Kan den Manas umbringen. Temir Kan weist Mengdi Bai jedoch zunächst an, 90 Kamele mit Gold, Silber und Seide zu überbringen.&lt;br /&gt;
* 1680 - 1699 In ihrem Haus diesseits vom Kalmückenvolke befielt Mengdi Bai den beiden Dieben Köktschö Kös und Kamang Kös dem Manas vergifteten Honig-Branntwein darzubieten. Diese stellen daraufhin ein Zelt auf, in dem der eintreffende Manas den vergifteten Branntwein trinkt. &lt;br /&gt;
* 1700 - 1791 Manas versagt die Kraft und er ruft sterbend seine Genossen. Diese fragen ihn, wo sie ohne ihn leben sollen. Er rät ihnen, sich nach seinem Tod den Russen zu ergeben, da es unter dem mächtigen Zaren allen gut gehe und dort stets Recht geschehe. Dann entschwindet die &amp;quot;Fliegenseele&amp;quot; des Manas zu der &amp;quot;wahren Heimat&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* 1792 - 1807 Die vierzig Gefährten errichten ein Grabgebäude für Manas und beerdigen ihn darin nach Trauerfeierlichkeiten mit diversen Opfergaben. &lt;br /&gt;
* 1808 - 1942 Die Gefährten reiten zu Jakyp Kan und berichteten vom Tod des Manas. Sie fordern ihn auf, nicht vor Trauer zu versinken und wie früher zu Lebzeiten des Manas zu handeln. Sie und insbesondere Alman Bet würden noch leben und ihm eine Stütze sein. Jakyp Kan erinnert daran, dass Alman Bet an allen Unternehmungen des mit ihm vertrauten Manas beteiligt war, aber diesem stets der Ruhm blieb. Wenn der von Manas stammende Wohlstand abnehmen werde, müsse er, Jakyp Kan, fortziehen und aus Not auf die Suche gehen.      &lt;br /&gt;
* 1955 ff Manas ist tot, Jakyp regelt die Nachfolge (u.a. 1971 f: &amp;quot;den Befehl bei Kriegeszügen übergebet Alman Bet&amp;quot;). Obwohl es zunächst nicht den Anschein erweckt, leidet Jakyp doch sehr am Verlust des Sohnes (2019). Manas&#039; Tod hat auch materielle Folgen (2026 &amp;quot;der Reichtum nahm jetzt ab&amp;quot;, Jakyp, &amp;quot;wackelnd wie ein Trappenvogel... Will in Armut weiterleben&amp;quot; 2034 ff). Wir lernen 2043 ff. etwas über das Leben an einem Fürstenhof: Manas&#039; Schwester hat offenbar nie das Haus verlassen - ein Privileg! Kanikäi, von Manas einst geraubt und vergewaltigt, pflegt offenbar die ganze Familie (2063 ff).&lt;br /&gt;
* Ab 2070 kommen die Tiere des Manas ins Spiel: der Falbe, der Falke, der Jagdhund. Diese drei Leiden ernstlich unter dem Verlust des Manas und wiederum &amp;quot;von der Stimme dieser dreie wurden tief erregt die Herzen Aller&amp;quot; (2101 f)&lt;br /&gt;
* 2106: Und so schickte Gott der Herr seine Engel - das zurechtzurücken! Sollte es ein Guter gewesen sein, der da verschieden ist, so soll er wiederauferstehen. Die Engel treten aus das Grab und es wird zum Weißen Haus (2184 f). &amp;quot;manas Stand lebendig auf.&amp;quot; (2188), weiß zunächst wohl nicht, dass er tot war (2200).&lt;br /&gt;
* 2203: Kanykäi sieht ihn im Traum, woraufhin Jakyp 2240 die 40 Gefährten des Manas holen lässt.&lt;br /&gt;
* 2252 ff. wird klar, dass die drei Tiere nicht mehr sind, wo sie waren - der eigentliche und endgültige Schock für Jakyp (2280-90). Jako ist übrigens 80 Jahre alt (2308 - oder 90 (2327)) steigt aber aufs Pferd und reitet zu Alman Bet (2338). Die 40 nehmen seine Hoffnungen und Sorgen nicht so ernst wie erhofft (2372. f) - &amp;quot; Jakyp ritt zurück jetzt wieder&amp;quot; (2392).&lt;br /&gt;
* 2454 wird der Koran als Bezugsquelle ausdrücklich erwähnt. Man entdeckt 2466 ff, dass das Grab durch eine Art Palast ersetzt ist und findet auch die Tiere, außerdem den Manas - bei ihm natürlich &amp;quot;ein trefflich schönes Mädchen&amp;quot; (2487). Manas weiß zunächst nicht, wer er einst gewesen, ist &amp;quot; ein anderer geworden&amp;quot;(2542-48), erkennt dann aber Frau, Vater, Mutter, deren Milch er wieder trinkt (2621). &lt;br /&gt;
* 2636-46: Bestätigung der ruhmreichen Rolle Kanykäis während Manas&#039; Abwesnheit. Für diesen scheint seinen Auferstehung eine Läuterung gewesen zu sein: &amp;quot;Die bescheerte Speise essend, über alle Völker herrschend, sich vom Zaren Segen holend,lebtenherrlich jetzt Manas, alle Feinde flohen ihn,so erreichte er sein Ende.&amp;quot;(2681-86) - Bis ans Ende seiner Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 4 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1 ff: Bok Murun soll eine Gastmahl zu Ehren des Abgangs von Kan Kökötoi veranstalten und bestimmt den Boten die Gästeliste und die Forderungen an die Gäste. Wenn die Gäste nicht kommen, sollen sie gezwungen werden.&lt;br /&gt;
* 65 ff: Es werden die Gäste genau umschrieben - unter ihnen auch Manas, Köktschö, Chinesen, Russen - Freund und Feind.&lt;br /&gt;
* 175 ff: Bok Murun berät sich, wie er das Fest bereiten soll, was Mahl, Pferderennen, &amp;quot;wie das Himmelreich gewinnen&amp;quot;, wo die Gäste versammeln und wie die Reise zur Vorbereitung des Festes unternehmen.&lt;br /&gt;
* 245 ff: Jemand (Manas?) wird als Hitzkopf beschrieben, der kommen mag wenn er will.&lt;br /&gt;
* 252 ff: Perspektivwechsel auf die Boten, die die Gäste einladen - Manas (zusammen mit Alman Bet); Umgang mit den Boten; die Boten erwarten den Tod; Manas spricht nicht zu ihnen.&lt;br /&gt;
* 281 ff: Wegen eines schlechten Spiels mit Alman Bet ist Manas stark erzürnt; Alman Bet versucht ihn zu besänftigen, aber Manas erkärt die Notwedigkeit seiner Taten wider dem Boten. Der Bote wird letzlich durch Manas Gefährten gevierteilt.&lt;br /&gt;
* 383 ff: Am nächsten Morgen ruft er nur in Hemd und Unterhosen alle 40 (?) Gefährten zum Aufbruch und Ritt zu Bok Muruns Gastmahl; Beschreibung von Einzelheiten des Aufbruchs (Zelt, Tigerdecke, etc.)&lt;br /&gt;
* 395 ff: Manas bechreibt, dass man sich die Beute hole, sollte man nichts (im Pferderennen?) erringen können.&lt;br /&gt;
* 405 ff: In der Nähe des Gastmahls (die Muslime und Gjauren von weitem sehend) erkennt er den Kampf zwischen den Gästen und will sie auseienander treiben.&lt;br /&gt;
* 438 ff: Die Beschreibung der Kämpfe, in die sich Manas einmischt und alle vertreibt bzw. besiegt und so die Kämpfe beendet.&lt;br /&gt;
* 473 ff: Vier Tage später kommt Bok Murun (oder Koschoi?) zu Manas; Manas klagt seine Verspätung an, doch Bok Murun versucht ihn zu besänftigen.&lt;br /&gt;
* 520 ff: Bok Murun befragt Koschoi , wie das Fest zu bereiten sei und wie die Gjauren und Muslime zu gewinnen (gegen sie gewinnen?); &amp;quot;Manas mög die Haufen ordnen;&amp;quot;Manas verweigert den Auftrag (obwohl doch schon erledigt???).&lt;br /&gt;
* 540 ff: Sprung zur Ankündigung der Pferderennen durch Uerbü, was aber Manas wiederum so erzürnen lässt, dass er Uerbü jadt.&lt;br /&gt;
* 584 ff: Kan Koschoi soll die Ordnung des Festes bestimmen; Koschoi lehnt aber ab, da es ihn nicht interessiert; Manas macht daraufhin seinen Vorschlag, wie das Fest organisiert sein soll (Fest und Rennen erst im Frühling als Vorschlag); Koschoi stimmt zu.&lt;br /&gt;
* 616 ff: Lange Beschreibung der Pferde, die die Späher beim Abritt beobachten, und Beschreibung des herbstlichen Abrittes.&lt;br /&gt;
* 773 ff: Währen Bok Murun sein Volk &amp;quot;besichtigt&amp;quot;, verlangt der Fürst der Chinesen Kongyr Bai das Pferd Bok Muruns Manykär und droht ansonsten.&lt;br /&gt;
* 808 ff: Bok Murun will sich mit seinem Volk beraten. Man rädt ihm, sich wiederum mit Manas zu beraten.&lt;br /&gt;
* 828 ff: Manas berichtet von ähnlichen Geschichten und berät. Abschluß:&amp;quot;Was (Warum etwa) willst du ihm dieses geben&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 917 ff: Das Fest beginnt mit einem Wettlauf, zu dem Joloi eine Alte schickt, die drei Monate rennt und am Ende die Mitläufer betrunken macht und so fast gewinnt; Er Töschtük gewinnt aber dann doch.&lt;br /&gt;
* 976 ff: Als nächste gibt es einen Ringkampf; als Preis 60 Pferde; Manas versucht jemanden zu finden, der für ihn kämpft gegen Held Joloi.&lt;br /&gt;
* 1110-1149: Ein Kämpfer ist gefunden - Koschoi; Manas bittet ihn, besondere Hosen, die Manas hat fertigen lassen, zu tragen.&lt;br /&gt;
* 1150-1165: Koschoi zieht sich die Lederhosen an.&lt;br /&gt;
* 1166-1181: Koschoi will Manas&#039; Hosen auch nach dem Kampf, sollte er gewinnen, behalten.&lt;br /&gt;
* 1186-1258: Der Ringkampf zwischen Koschoi und Joloi. Koschoi gewinnt, nachdem er, von Joloi auf den Boden gedrückt, vom ergrimmten Manas mit der Knute geschlagen worden ist.&lt;br /&gt;
* 1259-1341: Bok Murun ruft zum Lanzen-Wettkampf zu Pferd. Manas gewinnt gegen Kongyr Bai,&amp;quot;dem Fürsten Chinas&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 1342-1402: Bok Murun bindet ein Kamel an einer Grube mit 60 Silberbarren (Jamben) an - es ist der Gewinn - und fragt, wer es &amp;quot;mit den Zähnen lösen könnte&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 1349-1404: Als Orongo, eine Frau &amp;quot;vom Heidenvolke&amp;quot;, es tief gebückt zu lösen versucht, wird sie von Koilu Bai &amp;quot;wie von einem jungen Stier&amp;quot; penetriert. Ausführliche Beschreibung der Szene. Orongo kriegt schließlich den Preis.&lt;br /&gt;
* 1405ff. : Pferderennen nach Kokand. Das zieht sich bis 1550. Manas (der &amp;quot;wilde Trotzkopf&amp;quot; (z.B. 1483 oder 1532) geht ab 1533 in Führung. Dem überholten Joloi wird sein wunderpferd atsch Budan getreten und umgestoßen. Also (1555) entsteht ein &amp;quot;wilder Kampf&amp;quot; mit Lanzen, Beilen, Schwertern, Bögen. Joloi macht Beute 1565 f). Alman bet wird verwundet (1576 ff), wird sogar leicht kritisch gegenüber manas (1605 ff), fängt sich aber prompt einen Auftrag ein: (1615 ff) alman bet soll die Waffen des manas vom Waffenschmied holen. Auch zu köktschö soll er reiten, den (uns bekannten) blauen Schecken holen. Anschließend kann er gleich weiter zu jamgyrtschy um dessen Korallen einzusammeln. An zwei weiteren Stationen soll alman bet dann schließlich noch Segen holen - und los geht&#039;s. Der Schmied namens tökkör liefert (1665 ff). Der &amp;quot;Trotzkopf&amp;quot; manas tituliert den Waffenschmied beständig &amp;quot; Hitzkopf&amp;quot; (1683 ff). Köktschö hingegen scheint den Schecken zu verweigern. Die vierzig Freunde machen sich auf, das gerade zu Rücken (1700 ff). Aber auch des joloi pferdeherden will manisch schnappen (1720ff) und zwar mit List und Tarnung (1725 f). Wieder einmal soll es alman bet richten (1731f). Der kundschaftet das aus und empfiehlt die Tat. In Vorfreude auf den Sieg gegen joloi macht Manas sich Gedanken über die Belohnung für den Schmied (1757-1775): Pferde und Frauen. &lt;br /&gt;
* 1779 ff. hat Jolois Frau einen Traum: sie sieht Manas und das Unheil kommen. Joloi hört aber nicht auf sie (1807 ff), will im Gegenteil selber angreifen, seinerseits Frauen rauben (1836 ff). Jolois Frau wendet sich an den Sohn. Dieser soll dem Manas folgen, der sich (im Traum oder Wahrheit) die Pferdeherden schon genommen zu haben scheint - wie sie richtig sieht in Reaktion auf den Diebstahl ihres Mannes beim Trauertest des bok morun (1668 ff). Die söhne bitten joloi, auf die Verfolgungsjagd gehen zu dürfen (1875 ff). Der will aber selber in den Kampf. Lässt sich aber vorher noch durch den targyl tas mittels gebrannter Schulterblätter die Zukunft weissagen (1902 ff). Dieser rät eindringlich ab (1905-1920). Joloi ist erzürnt, will trotzdem los. Targyl warnt erneut (1931 ff). &amp;quot;Doch joloi folgt seinem Wort nicht&amp;quot; (1946), sondern trinkt einen und schwankt in den Kampf (1950 ff). &lt;br /&gt;
* 1958: Perspektivwechsel! Wir sind jetzt wieder bei manas. Angriff auf joloi, den manas 2012 erblickt. 2027 ff. warnt targyl den betrunkenen joloi erneut. Doch der hört natürlich erneut nicht, spaltet vielmehr dem Warner Den Kiefer (2043). So ist er, unser &amp;quot;kan joloi... der den Stier als Muster nahm sich&amp;quot; (2049 f). Manas der tiegergleiche jagt jetzt Joloi, den bergegleichen (2054 ff). Gemeinsam mit Llman Bet tötet Manas den Joloi letztlich und &amp;quot; zog des Weges weiter&amp;quot;(2084). Die Söhne Jolois wollen Rache, werden aber beide von Alman Bet getötet (2108). Alman Bet berichtet das dem Manas und der befiehlt: &amp;quot;Lasst Jolois Volk uns nun vernichten&amp;quot; (2131). Auch der Schmied soll natürlich, wie versprochen, belohnt werden. Die versprochenen Frauen für den Schmied und seinen Sohn werden dann auch gefangen (2166 ff). &amp;quot;Hier ist meine Schuld getilgt&amp;quot; sprach Manas (2178), sucht jetzt Muße bei Kaniykäi, deren weiches Fleisch er fasst. Als er aufwacht, schreit er aus Herzenslust und erfüllt sein Wort dem Schmied gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 5 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1-40: Jakyp Bai denkt über den Wert von Manas drei Frauen (Kara Börük, Akylai und Kanykäi) nach und hält Kanykäi für die wertvolllste.&lt;br /&gt;
* 41-158: Manas will den Wert von Kanykäi auf die Probe stellen und reitet mit seinen &amp;quot;vierzig Freunden&amp;quot; zu ihr. Kanykäi weiß davon und breitet sich mit zwei Dienerinnen vor. Sie bietet allen reichlich Branntwein an, kleidet sie in &amp;quot;Panzer&amp;quot;, von denen &amp;quot;Flintenkugeln abprallen&amp;quot;, gibt ihnen besondere Stifel und Sättel. Manas bleibt wohl recht lange dort, bis zum &amp;quot;Herbstes grauen Reif&amp;quot;. Während dieser Zeit werden die Pferde fett und die Helden träge.&lt;br /&gt;
* 159-235 : Manas will zu den Kalmücken unter der Herrschaft Ai Kans reiten, um dort &amp;quot;Kunde&amp;quot; zu erhalten. Kanykäi warnt ihn vorher, dass für die Pferde gerade ein Unglücksjahr ist, es ist zugleich das Jahr von Manas&#039; 25. Geburtstag. Manas pfeift drauf, wird wütend und schlägt sie mit der &amp;quot;geflochtenen Knute&amp;quot;, bis sich die Nähte ihres Hemdes lösen. Daraufhin lacht Kanykäi und wünscht ihm eine gute Heimkehr, verweist aber wieder auf das bevorstehende Unglück. Manas ist erneut erbos, verflucht sie, darauf verflucht Kanykäi Manas. Manas reitet ab. &lt;br /&gt;
* 236-273: Kanykäi schickt einen Boten zu Manas, der ihn an das Unglücksjahr und ausstehende Opfergaben erinnern soll, Manas achtet nicht darauf.&lt;br /&gt;
* 274-575 : Alman  Bet sieht recht erschreckt, dass ein &amp;quot;Heide ohne Bart&amp;quot; auf sie zugeritten kommt. Der &amp;quot;Freund&amp;quot; Kyrgyn soll erkunden, wer er ist. Es ist ein &amp;quot;Knabe&amp;quot;. Als sich beide treffen, verstehen sie einander zunächst nicht. Dann kommt auch Alman Bet angeritten. Fragt den Knaben, nach Kyrgyn, erneut nach seinem Namen und seiner Herkunft. Der Knabe präsentiert sich als Bote des Kös Kaman, eines Bruders von Jakyp Bai, der in die Hände der verfeindeten Kalmücken fiel, als Bai sechs Jahre alt gewesen ist. Kaman soll anschließend unter Chinesen und den &amp;quot;Kyrym&amp;quot; gelebt und fünf Söhne haben. Der Knabe fordert einen Lohn für seine Nachricht. Alman Bet reitet jetzt zu Manas und berichtet vom Boten. Manas meint, nichts von Jakyp Bais Bruder zu wissen, will den Boten selbst sehen, der anschließend von Bet zu ihm gebracht wird.&lt;br /&gt;
* 576-647: Manas ordnet an, die Aussage des Boten-Knaben bei Verwandten zu prüfen, ihn reichlich zu entlohnen, wenn es zutrifft, ihn zu &amp;quot;schlachten&amp;quot;, falls er lügt.&lt;br /&gt;
* 648-735: Alman Bet reitet zu Jakyp Bai, der bestätig, dass er einen Bruder namens Kös Kaman hat.&lt;br /&gt;
* 736-774: Als Jakyp Bais Frau, die dabei sitzt, dies hört, äußert sie Furcht darüber, dass die fünf Söhne Kamans über Manas herfallen könnten, und beginnt, Jakyp zu schlagen, doch der lacht und sagt, dass all dies nur zu Manas &amp;quot;Heil&amp;quot; beitrüge, so wie &amp;quot;ein Zweig am Flügel wüchse&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 775-941: Alman Bet reitet zu Kanykäi und fordert von ihr den Botenlohn (Kamele und so weiter), erzählt ihr von Kalman und seinen Söhnen, reitet anschließend weiter zu Manas, der dem Boten nun seinen Lohn verspricht und ihn auffordert, zu Kalman zurückzukehren. Der Bote reitet zurück.&lt;br /&gt;
* 942-1020: Manas verkündet seinen &amp;quot;Freunden&amp;quot;, den Kalman fürstlich empfangen zu wollen, und reitet hierfür zu Kanykäi. Jetzt folgen ausgiebige Festvorbereitungen, Manas erfreut sich erst einmal selbst mit seinen Freunden an Brantwein und Speis und vögelt Kanykäi. &amp;quot;Und sie gackelt wie ein Gänschen, gurgelt wie ein junger Sperber&amp;quot;, als er sie nimmt.  &lt;br /&gt;
* 1021-1176: Kalman und die Kalmücken kommen herbeigeritten, allgemeines Besäufnis. Die Kalmücken sind alle Heiden, Manas beschließt, sie zum Islam zu bekehren, was dann auch der Fall ist. Die Kalmücken lassen sich einen Vollbart wachsen, entfernen ihren Lippenbart, lernen wohl, den Koran zu lesen, und werden bechnitten. Manas, der &amp;quot;Trotzkopf&amp;quot;, lässt die Kunde überall verbreiten und ein Pferderennen abhalten.&lt;br /&gt;
* Verbrüderung der alten und neuen Moslems&lt;br /&gt;
* 1215 Kös Kaman will Manas einladen&lt;br /&gt;
* 1250 ff Alman Bet soll ihn fragen gehen&lt;br /&gt;
* 1264 - 1285 rät Kanykai da aber ab, wittert Gefahr.&lt;br /&gt;
* 1286-1304 erklärt Alman Bet den 40, dass Manas zu betrunken für die Reise ist.&lt;br /&gt;
* 1304-16 will Seräk das nicht hinnehmen.&lt;br /&gt;
* 1217 ff Alman Bet schlägt Seräk daraufhin.&lt;br /&gt;
* 1327-73 schleicht sich Seräk (&amp;quot;mög er verderben&amp;quot;) aber zu Manas, weckt ihn und dieser reitet los. Manas fragt nach Seräks Wunde (1375 ff). Seräk hetzt ( bis 1404) gegen Alman Bet.&lt;br /&gt;
* Manas nimmt Alman Bet in Schütz (&amp;quot;der schlägt auch mich, wenn er inZorn kommt&amp;quot; 1412)&lt;br /&gt;
* 1418 ff. Beim Gelage mit den neuen Glaubensbrüdern wird Manas angegriffen. 1446 mischt sich Kös kamen beschwichtigend ein. Manas geht nach Hause und schläft mit Kanykai.&lt;br /&gt;
* Als er erwacHt (1454 ff) schreit er und ruft die 40 zusammen. man macht sich auf Kalmückenzug (1555)&lt;br /&gt;
* Alman Bet ( mit Köktschögös) soll wieder kundschaften (1587  -1635)&lt;br /&gt;
* 1654 ff. wird Köktschögös erkannt und festgenommen. Dieser wechselt die Seiten, will Manas bekriegen und die Frau rauben (1657)&lt;br /&gt;
* Die Kalmücken Stellen ein Heer auf. &lt;br /&gt;
* 1698 ff. soll Alman Bet wieder kundschaften. 1710 täuscht Köktschögös den Alman Bet.&lt;br /&gt;
1750 empfiehlt Alman Bet dem Manas Ritt und Kämpf. 1780 kundschaftet er wieder einmal. 1839 ff. köpft er einen Alten, den er vorher ausgefragt hat und tarnt sich mit dessen Kleidung.&lt;br /&gt;
* 1870ff reitet Alman Bet auf Befehl des Manas zu Altyn Ai. In deren Jurte wird er durch Unhöflichkeit beleidigt ( um 1895), erzählt (um 1900) eine Geschichte von Tieren, die er verloren habe.  die Leute Altyn Ais wollen ihm ( um1925) töten. Alman Bet entwaffnet den Angreifer, verletzt Altyn Ai durch einen Biss ins Gesicht, verdunkelt (1975 ff) die Jurte mit Feuerrauch und Asche und entkommt.&lt;br /&gt;
* 2006 - 2042 Altyn Ai deutet jetzt Alman Bets Tiergeschichte als eine Art Unheilsprophezeihung für ihre eigene Familie&lt;br /&gt;
* 2043 ff droht Alman Bet daraufhin direkt.&lt;br /&gt;
* Gegenüber Manas fordert Alman B et ab 2081 die Altyn Ai als Botenlohn, vergleicht sie 2100 gar mit Kanykai. manas verwehrt ihm diese Gunst aber 2116 f: falls diese so schön sei wie Kanykai, dann gehörte sie M anas!&lt;br /&gt;
* Alman Bet ist konsterniert (2119 ff). Er fällt fast von Manas ab. bis dieser 2137 sagt, dass das doch nur ein Scherz gewesen sei. &amp;quot;Nimm die Altyn Ai dir, Freund.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* Dann geht es aber endgültig auf Kalmückenfahrt. Ab 2142&lt;br /&gt;
* Der Kampf währt bis zum Abend (2170). Da flieht M anas! - mit ihm Alman Bet. 2184 versucht Kyran Syrgak Alman Bet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Teezeremonien und Pferde-Schenken&lt;br /&gt;
II, 1460ff und 1700ff: Teezeremonien zur Aufnahme von Gesprächen und als Zeichen der Gastfreundschaft. Analog dient die Gabe von Pferden als Freundschaftsbeweis.&lt;br /&gt;
2. Manas der allmächtige Herrscher in allen Lagen als Krieger, Aufbrausender, Berater, Delegierender usw. IV-1150&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Das Himmelreich erreichen: 4.174; 4.520&lt;br /&gt;
Kontext: Fest von Bok Morun, Wettkämpfe. Bedeutung unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Fest bei Bok Morun: Höfische Züge.&lt;br /&gt;
- Pferderennen&lt;br /&gt;
- Ringkampf&lt;br /&gt;
- Wettlauf&lt;br /&gt;
- Pferd-Lanzen-Wettkampf&lt;br /&gt;
- Vielvölker-Zusammenkunft,Freunde und Feinde vereint im Wettkampf&lt;br /&gt;
- Sex&lt;br /&gt;
- jeder bringt was mit&lt;br /&gt;
- sich auszeichnen: Kampf, Besitz (Pferde, Waffen, Kleidung)&lt;br /&gt;
- Kleiderrituale&lt;br /&gt;
- Rituale der Bestimmung des Ablaufs&lt;br /&gt;
- Konfrontationen, Konflikte, Testen eigener Machtbereiche&lt;br /&gt;
- Komik: alte Dame im Pferderennen (4.943)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Komik: alte Dame im Pferderennen (4.943)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Nomadische Lebens- und Kulturform&lt;br /&gt;
- wichtig für den Manas-Kontext&lt;br /&gt;
- 2 Formen: 1. Ziehen dem Vieh und den Weidemöglichkeiten nach. 2. Treiben Handel als eine Art Vermittler zwischen natürlichen Barrieren (Wüste, Berge).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Islam-Referenzen: wirken oft willkürlich eingeschoben, überflüssig.&lt;br /&gt;
Bsp. 4.1256: Ringkampf wird durch Manas eingreifen entschieden, Referenz zu Gott unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Jamben (4.1345): nierenförmige Silberbarren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Schamane-Wahrsager&lt;br /&gt;
In 4/1902ff. wird ein Wahrsager erwähnt, der &amp;quot;Schulterblätter brennt&amp;quot; und hieraus dem Joloi dessen Zukunft prophezeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Epen-Motiv: das zerbrochene Schwert und der Schmied&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Motiv findet sich in mehreren Epen, zentral natürlich im Nibelungenlied. In Manas: ist es Manas&#039; Schwert, das von dem Schmied Tökör repariert wird (4/1620ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Manas und Gilgamesh: Freundschaft&lt;br /&gt;
Manas und Alman bet verhalten sich wie Gilgamesh und Enkidu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Manas und Nibelungenlied: Gunst, Gaben und Bündnisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Epen geht es immer wieder um gegenseitige Gunstbezeugnisse, Gaben und das Schmieden von Bündnissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Einheit in Islamisierung begriffener Turkvölker &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manas verkörpert den Führer eines unter ihm vereinten Verbundes verschiedener Turkvölker, die sich zum einen im Prozess der Islamisierung und zum anderen im Konflikt mit mehreren Großmächten (Chinesen, Russen) befinden. Dabei wird Manas&#039; besondere Geburt (unter einem Apfelbaum mit Prophezeiungen seiner Führerschaft), seine individuelle Kampfstärke und sein wachsender Einfluss durch Freunde, Bündnisse und Siege beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der ewige Wilde (Bezug: I,3)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stärker noch als der junge Gilgamesh und ohne höfische Einbindung, wie im Fall von Siegfried, zeigt Manas in diesem Abschnitt seine schier ungebremste Machtfülle, indem er ohne zu zögern und ohne klare Motivationslage einen tödlichen Zweikampf mit Köktschö sucht, von einer eigentlich tödlichen Verwundung wieder genest, obwohl er zuvor heilende Medikamente ausgeschlagen hat, sich zwar zunächst an einige Rituale der Brautwahl und Vermählung hält, dann aber seinen Trieben freien Lauf lässt und seine Auserwählte unter Androhung brachialer Gewalt an ihn bindet, quasi im Vorbeigehen und wieder in unklarer Motivationslage die Heere des Vaters der Braut und seines Vaters Jakyp (den er vorher schon drohte, selbst zu töten) niedermacht und fröhlich seine &amp;quot;vierzig Freunde&amp;quot;, die für ihn töten und zugleich seinen tödlichen Zorn fürchten, mit einem Harem versieht. Manas hält sich weder an Abmachungen noch an irgendwelche moralischen Codices, geschweige denn an den Koran oder Verpflichtungen aus Verwandtschaftsverhältnissen. Er bewegt sich viel und schnell, auf Pferden, von einer kurzen ruhigen Phase in den nächsten Kampf, begleitet von der weiten Steppe und den Bergen, umringt von mächtigen Feinden. Manas erfährt als Held kaum die Spur eines reflexiven Charakters, ihm scheint keine an Prinzipien gebundene Innerlichkeit anzugehören, er lebt ganz im Außen, in einem weiten Raum, in den er, geleitet durch Reiz und spontane Reaktion, seine Triebe, seine Kraft und seine Jugendlichkeit (&amp;quot;hatte noch nie ein Mädchen in meinem Arm&amp;quot;) ergießt - bis ihn, wie Siegfried, die List der Anderen (hier ein Gift) anscheinend endgültig auslöscht. Alle Arten von begrenzenden Referenzen - Familie, Prophezeiung, Islamisierung, Gebete zu Gott, Unterwelt-Aufenthalte, Erfahrungen von Schmerz, Krieg und Tod, Verlangen nach menschlicher Nähe, Freunde, das Leben in Gemeinschaft, Apelle, er solle mit dem Schlachten aufhören - gehen spurlos an Manas vorbei, sind nur Geäst einer Ornamentik, in dem das Feuer einer Steppe brennt, das keine Schatten in ein Inneres wirft; ein Feuer, das nur brennt, um leuchtend-unversteckt zu sein, was es ist - oder was es meint, sein zu müssen. Genau hier entsteht auf der Interpretationsebene dann auch das klassische Dilemma, dass der beobachtend-lesende Kulturmensch den natürlichen Wilden zwar respektiert, aber als Typus immer in zvilisatorische Entwicklungsmodelle einbaut, die ihn einer primitiven Phase zuordnen. Vielleicht liegt hier auch der Anspruch des Epos an uns: können und sollten wir diese Einordnung fallen lassen, die Andersartigkeit des Wilden nicht als transitorisch aburteilen, sondern als quasi ewige Wahrheit hinter einer anthropologischen Fassade eurozentrierter Aufklärung akzeptieren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Wolfs-Natur als Bindeglied zwischen Glauben und Kultur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Spur zum Verständnis der Glaubenstruktur und des sozialen Überbaus führt in ein als Totemismus betiteltes Wissensfeld, in dem ein (teils als blau-grauer) Wolf eine zentrale Rolle bei den Turkvölkern spielt. Der Wolf wird mit einem Schöpfungsmythos der jeweiligen Stammeslinien verbunden: er kreuzt sich etwa mit einem Menschen, hieraus gehen alle Stammesnachfahren hervor. der Wolf druchdring auch mit fast allen Körperteilen (Magen, Galle, Kopf, Krallen, Fell etc.) das Feld sozialer Praktiken (Geburt, Tod, Gesundheit-Medizin). Sekundärliteratur:  Paul: Weltgeschichte, Position 1312 (Religion und Kunst) und Bajalojewa: Kirgisen, S. 11-26. Wolfs-Referenzen in Manas: 4/1286: &amp;quot;der wolfäig&#039;ge, der graubärt&#039;ge Manas&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Manas- Der Gott auf Erden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manas ist tyrannisch-willkürlich, weise-beratend, wissend und lüsternd, Kind und Mann, kurz alles in Einem, kreisend um ein scheinbar nicht besetztes, leeres Zentrum seiner Identität, fundiert in einer verborgenen Rationalitätsform, die seine Macht legitimiert (eventuell führt die Spur des Wolfes hier hin). Diese Gott-Artigkeit wird im Kontext vom Fest des Bok Morun (4. Abschnitt) sehr deutlich:&lt;br /&gt;
- Willkür: Manas lässt einen Boten vierteilen. Er erwähnt, dass man sich die Beute, den Gewinn selbst holen wird, sollte man auf den Wettkämpfen nicht gewinnen.  4.281, 4.395.&lt;br /&gt;
- Berater und Schlichter zwischen Bok Morun und einem chinesischen Herrscher, Thema: Pferde-Handel.&lt;br /&gt;
- Motivierer-weiser Herrscher, der Ratschläge erteilt: Ringkampf. 4.1110.&lt;br /&gt;
- Ritual-Kenner: weiß, wie man sich Kleiden muss, was dazu gehört.&lt;br /&gt;
- Feste feiern: weiß, wie man das macht.&lt;br /&gt;
- Schlachtführer und Schlichter im Krieg&lt;br /&gt;
- bärenstark, und doch unerfahren-dumm wie ein Kind (&amp;quot;Trotzkopf&amp;quot; genannt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Eine deutsche Übersetzung von 1885 ist vorhanden: Radloff; Wilhelm, 1885. Proben der Volksliteratur der nördlichen türkischen Stämme, V: Der Dialect der Kara-Kirgisen, St. Petersburg.&lt;br /&gt;
*:Manas 377 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_1_Manas.pdf]]&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
*:Einführung S.1-32 [[Media:Radloff 1885.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Joloi Kan 168 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_2_Joloi_Kan.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Er Töschtük 72 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_3_Er_Töschtük.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/jiYQi6VQ6bc YouTube: The Art of Akyns, Kyrgyz Epic Tellers - 4 min.]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/kMDklwoLf34 YouTube: Manas - UNESCO - 10 min.]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=in4VqMvVNWg YouTube: Kirgisische Reiterimpressionen]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=-mzf8ENPMU0 YouTube: Kleiner Manas Sänger in Trance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=VCOGKwMazrU YouTube: Manas Sänger - historische Aufnahmen]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=Hs4pTfKNs-Y YouTube: Kyrgyz Manas Epic &amp;quot;Forty choro warriors flee to China&amp;quot;]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=HfgB-Au5htg YouTube: Manas Performance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=E3_v_dp80R8 YouTube: Manas Performance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=IF4nViV51uc YouTube: Manas als Theater]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=hi39bAgQISE YouTube: Modernere Manasfassung]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=SQB9iy5KHl8 YouTube: Kirgisische Gitrarrespieler]&lt;br /&gt;
* [http://www.unesco.org/culture/ich/index.php?lg=en&amp;amp;pg=00011&amp;amp;RL=00876 Beschreibung durch die UNESCO: Welterbe Manas]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/artl/hatto-manas.shtml The Birth of Manas - A confrontation of two branches of heroic epic poetry in Kirgiz - By A. T. Hatto - Vergleich der Radloffschen Version und Fassung von Sagymbay Orozbakov (1867-1930)]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/folklore/manas/manasintro.html Englische Fassug von 2005, die die wesentlichen Fassungen nochmal neu ins englische übersetzt - unter Berücksichtigung besserer kirgisischer Spachkenntnisse - translated, introduced and annotated by Elmira Köçümkulkïzï1 - Ph.D. Candidate in Near and Middle Eastern Studies - University of Washington (Seattle)]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Die_alttürkische_Religion-1991.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Klimkeit-Buddhism_in_Turkish_Central_Asia-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Gabain-Inhalt_und_magische_Bedeutung_der_alttürkischen_Inschriften-1953.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hatto-Manas-Radloff-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Levin-Where-Rivers-Mountains-Sing-2011.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Mussajew-Epos-Manas-1994.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Die-Araber-vorislamischen-Zeit-Gegenwart-ebook/dp/B005JCYMHG/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390203366&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Die+Araber%3A+Von+der+vorislamischen+Zeit+bis+zur+Gegenwart Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart - Halm, Heinz]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Koran-Kommentar-Konkordanz-Rudi-ParetTaschenbuchausgabe/dp/3170226703/ref=sr_1_2?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390204205&amp;amp;sr=1-2&amp;amp;keywords=paret+koran Der Koran. Textausgabe - Paret, Rudi]&lt;br /&gt;
* [[Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Thrower-Religious-History-Central-Asia-2004.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Reichl-Singing-the-Past-2000.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:J_Paul_-Neue_Fischer_Weltgeschichte_-_Band_10_Zentralasien.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Frühe-Türken-Zentralasien-1992.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hainsworth-Idea-of-Epic-1992.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Krader-Social-Organization-Mongol-Turkic-Pastoral-Nomads-1963.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media: Basilov-Zirin-Nomads-Eurasia-1989.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 10.Februar 2014: Türkisierung Zentralasiens ab ca 6 Jh. n Chr. bis 13 Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herrschervölker in der Mongolei und in Turkestans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 6. Jahrhundert fielen die heute als On-Ok bezeichneten Kök-Türken in Turkestan ein und errichteten in diesem Gebiet ihr westliches Teil-Khanat, dass sich bis zum Jahr 745 halten konnte.&lt;br /&gt;
745 übernehmen die Uighuren bis 840 als ein weiteres Türkvolk neben Oghuzen, Seldschuken &amp;amp; Chasaren die Macht in der Mongolei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uighuren waren zum Teil Nomaden (es gab aber auch stadtartige Siedlungen).&lt;br /&gt;
Ab 840 herrschten die Jenissei-Kirgisen in der Mongolei, Nomaden wurden nach chinesisch Turkestan vertrieben und wurden da teilweise sesshaft.&lt;br /&gt;
(Weitere dokumentierte Türkvölker ab dem 10 jh. : Ghuzen, Garluq, Tughuzghuz, Turkmenen, Usbeken, Karakalpaken, Kasachen, Tataren, Aserbaidschaner, Karäim, Krimtürken, Turk-Mescheten und Türken.)&lt;br /&gt;
Die Islamische Periode startet bei den Türkvölkern ab dem 11.Jahrhundert - Vereinigung der Iranier Persiens und Mittelasiens -&amp;gt; Migrationsbewegung von Persern nach Osten.&lt;br /&gt;
Im 11 Jh. kriegerische Auseinandersetzungen nach Süden mit den Tibetern.&lt;br /&gt;
Während der zweiten Hälfte des 11. und der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war West-Turkestan ein Teil des ausgedehnten Seldschukenreiches (Türkvolk)&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts befand es sich unter der Oberherrschaft der (nichtmuslimischen) Qara-Chitai bevor diese durch die Qarachniden und später den Mongoleneinfall (Dschinghis Khan) verdrängt wurden&lt;br /&gt;
* Türken vs. Araber/Perser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Araber existiert zur Zeit der Orchoninschriften (730) noch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Türkvölker wurden im Unterschied zu Iraniern nicht durch Araber aus dem Westen unterworfen. Die Araber im Westen wehrten nur die Angriffe auf die „Kulturländer“ ab (705-715). Ab 8. Jh. bauten Araber Wälle gegen die Menschen im Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Samaniden (Iranier/Perser) vergrößerten den gebietsmässigen Einfluss des Islam nur unwesentlich, aber der kulturelle Einfluss auf die Türken wuchs, zum Teil kam es kurz vor dem Fall der persischen Sassaniden (9./10. Jh.) auch zu Bündnisse, die den kulturellen und religiösen Austausch verstärkten.&lt;br /&gt;
* Religion&lt;br /&gt;
Türkvölker blieben lange (insbesondere in Ost-Turkestan) schamistisch mit wenig Einfluss durch Buddhismus und Islam. Buddhismus hatte bereits um 600 Einfluss auf die Türken. Nach dem Sieg über die Perser (Sassaniden im 9 Jh) wurden die Türken Zoroaster (siehe Zarathustra). Ab 760 sind Einflüsse der Manichäer (Perser &amp;quot;Mani&amp;quot; als Religionsstifter, Kontakte der Türkvölker nach Babylon) und des Christentums bis nach Ost-Turkestan  (chinesisch Turkestan wurde von Uighuren bewohnt, insofern hier auch budhistische Belege). Die Islam war ursprünglich (ab 7 Jh. im westlichen Teil Mittelasiens) nicht missionarisch tätig - die Türkvölkwer im westlichen Teil Turkestans wurden islamisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Handel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelsbeziehungen zu den Indern und nach China - später zu den Iraniern.&lt;br /&gt;
* Validität der Quellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Historie in der Mongolei und chinesischen Turkestan wurde durch chinesische Schriften dokumentiert, da die Islamische Welt diese Ereignisse kaum wiedergab. Mohammedaner (Araber/Perser) kannten und nutzen zwar die alten Handelswege nach Osten, es gibt aber kaum Berichte von den Türkvölkern im mongolischen Norden - generell gibt es in den umfangreichen geografischen Schriften der Mohammedaner kaum Berichte über die Türkvölker im Osten. Andererseits wurden veraltete Texte über Jahrhunderte wiederholt in der ismamischen Welt wiedergegeben, in denen man den Türken ihrer mächtigen Stellung in der isamaischen Welt nicht gerecht wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache bei den Türkvölkern Zentralasiens wurde mit der Zeit das Persische und blieb im kleineren Maß &lt;br /&gt;
das Türkische, im östlichen Teil nahm das chinesische seinen Einfluß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== auch noch am 10.02.2014: Die Araber (nach Heinz Halm) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Araber ist, wer arabisch spricht - und das tun 280 Mio Menschen. Die Wortbedeutung ist unklar. Der Begriff wird bereits 853 v.Chr. für beduinische (also aus Kamelnomaden bestehende) assyrische Hilfstruppen benutzt. Auch bei Xerxes&#039; Griechenzug 480 v.Chr. sind arabische Bogenschützen auf Kamelen dabei.&lt;br /&gt;
Das Arabische ist eine semitische Sprache, verwandt also z.B. dem Akkadischen, dem Hebräischen, dem Aramäischen...&lt;br /&gt;
Die Schrift hat sich, wie auch die griechische und die lateinische, aus einer phönizischen Urform entwickelt. Sie besteht aus 28 Zeichen - ausschließlich für Konsonanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- 64 v. Chr. kommen die Römer in die Levante, 30 v.Chr. nach Ägypten. Die Araber stehen also zwischen Persien und (Ost-) Rom. Bis zu Mohammed (etwa 570 - 632 n.Chr.) gibt es keine einheitliche politische Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Zur Zeit Mohammeds sind 3 von 5 Stämmen in Medina jüdisch.&lt;br /&gt;
Im geographischen Raum gibt es auch viele Christen. Darüber hinaus werden weit verbreitet arabische Naturgottheiten verehrt. Die Kaba in Mekka ist z.B. ein würfelförmiger Tempel für den Gott Hubal. In Mekka selbst, wohlhabend wegen des vielbesuchten Tempels und der Lage an der &amp;quot;Weihrauchstrasse&amp;quot; vom Jemen nach Damasjus, gibt es keine christlichen oder jüdischen Gemeinden. Hier wird Mohammed um 570 geboren und tritt ab etwa 610 als monotheistischer Prophet auf, wird aber unterdrückt und bedroht, so dass er 622 ins 350 km entfernte Medina auswandert. Bei ihm sind &amp;quot;die Ergebenen&amp;quot; (die &amp;quot;muslimun&amp;quot;, mit ihrer &amp;quot;Ergebung&amp;quot; oder &amp;quot;Hingabe&amp;quot; - dem &amp;quot;Islam&amp;quot;). In Medina entsteht die Urgemeinde, die &amp;quot;Gemeinschaft&amp;quot; (die &amp;quot;umma&amp;quot;) und wird mächtig. Da göttlich eingesetzt, ist die umma unauflösbar. &lt;br /&gt;
Nach 10 Jahren ist praktisch die gesamte arabische Halbinsel islamisch. Auch Christen, auch Juden, auch Mekka schließen sich der neuen religiösen Bewegung an. Der Gründer stirbt 632 in Medina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die 4 ersten Nachfolger (&amp;quot;Kalifen&amp;quot;) sind noch direkte Weggefährten des Mohammed. Sie alle sind Angehörige eines, eigentlich mekkanischen, Stammes. Schon unter den ersten 4 Kalifen gibt es eine starke Expansion des Islam, etwa nach Ägypten und Mesopotamien. Danach wird die weniger religiös inspirierte Familie der Umayyaden für 90 Jahre das Kalifenamt übernehmen und das Machtzentrum nach Damaskus verlegen. Die Nachkommen des 4. Kalifen Ali initiieren eine Aufstand gegen die Umayyaden, der niedergeworfen wird, was ihnen einen Märtyrerstatus ein- und die &amp;quot;Partei&amp;quot; der Schiiten hervorbringt. Die bis heute andauernde Spaltung des Islam ist damit angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Expansion geht weiter: Im 8. Jh. sind etwa Buchara, Samarkant und Taschkent islamisch. Hier ist die &amp;quot;Front&amp;quot; zu den aus den nördlichen Steppen andrängenden Turkvölkern (und der kontextuale Schauplatz der Alman-Bet-Geschichte des Manas). 751 findet am Fluss Talass (in Kirgisien) ein Grenzgefecht mit den Chinesen statt. Etliche kriegsgefangene Chinesen sind Papierwerker, und so kommt die Kunst der Papierherstellung in die arabische Welt. Ein ungeheurer Schub! Somit wird Literatur möglich und Al-Arabiyya, die arabische Sprache ermöglicht einen Kulturtransfer im riesigen Raum von Toledo bis Samarkant. &lt;br /&gt;
Mit gewissen Einschränkungen: Der Iran hatte sich der Arabisierung verschlossen. Hier gilt das (Neu-) Persisch ab dem 10. Jh. als Literatursprache. Die monotheistische Zarathustra-Lehre war dem Islam gewichen, allerdings vornehmlich in dessen schiitischer Ausprägung. &lt;br /&gt;
Ägypten ist durch die Kopten bis ins 15.Jh. ein überwiegend christliches Land geblieben. Die (militärischen) Machtzentren waren aber schnell islamisch. Die koptischen Christen machen heute noch eine etwa 10 % starke Bevölkerungsgruppe aus.&lt;br /&gt;
Wenig arabisiert wurde auch das berberophone Marokko.&lt;br /&gt;
Die Expansion nach Nordosten wird durch Karl Martell bei Poitiers und Tours gestoppt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Umayyaden-Dynastie wird 750 abgelöst durch das &amp;quot;abassidische&amp;quot; Kalifat von Bagdad, das bis 1258 bestehen bleiben wird. Bagdad hat um 800 unter Harun al-Raschid 1 Mio Einwohner. Eine ausgefeilte Bürokratie entsteht mit Ämtern wie etwa dem Wesir (leitender Minister) oder dem Emir (eine Art Gouverneur). Die Bagdader Kalifen sichern ihre Macht durch die teilweise 20.000 Mann starke Militärkaste der &amp;quot;Mamluken&amp;quot;. Das Wort bedeutet Sklave und beschreibt die zu Kriegsdiensten eingesetzten Gefangenen der nomadisierenden Turkvölker Zentralasiens.&lt;br /&gt;
(&amp;quot;Mamluken&amp;quot; in Spanien und Nordafrika sind hingegen überwiegend Osteuropäer = &amp;quot;Slawen&amp;quot;.)&lt;br /&gt;
Die abassidischen Kalifen stehen meistenteils unter der Protektion von &amp;quot;Schutzherren&amp;quot;, zunächst der persischen, schiitischen Buyiden, später der türkischen Seldschuken. Der Seldschukische &amp;quot;Sultan&amp;quot; (=&amp;quot;Herrscher&amp;quot;) residiert in Isfahan und hat neben (oder über) dem Kalifen in Bagdad die faktische Macht der arabischen Welt.&lt;br /&gt;
An 1071 überrennen die Seldschuken das christlich-griechische Kleinasien.&lt;br /&gt;
1258 stehen die Mongolen vor Bagdad.&lt;br /&gt;
Das ist das Ende des Kalifats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Noch einmal zum Kulturtransfer: Die Aristoteles- (bzw. die gesamte Antiken-) Rezeption (Platon fehlt allerdings fast ganz) kommt ab 800 über die christlichen Aramäer ins Arabische - und von dort über Spanien zurück nach Europa. Die &amp;quot;Sarrazenen&amp;quot; (nach dem griechischen Namen eines arabischen Stammes auf dem Sinai) erobern und prägen Al-Andalus. Die &amp;quot;Reconquista&amp;quot; verleibt sich Gebiet, Kultur und Wissen (in einem bis 1492 andauernden Prozess) wieder ein.  &lt;br /&gt;
Ibn Ruschd lebt im 12. Jh. in Cordoba. Auch die von den Indern übernommene Mathematik wird als Wissenschaft weiter etabliert. Viele Begrifflichkeiten (&amp;quot;Algebra&amp;quot;; &amp;quot;Algorithmus&amp;quot;, ...) sind arabischen Ursprungs.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
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		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Manas&amp;diff=636</id>
		<title>Manas</title>
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		<updated>2015-03-08T20:15:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* Teil 5 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 14.Januar 2014 - 20:30 bei Andreas: Vorwort, Episode 1&lt;br /&gt;
* 21.Januar 2014 - 20:30 bei Matthias: Planung der weiteren Schritte&lt;br /&gt;
* 10.Februar 2014 - 20:30 bei Tiemo: Referate aus &amp;quot;12 Vorlesungen über die Geschichte der Türken Mittelasiens&amp;quot; &amp;amp; &amp;quot;Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 6.März 2014 - 20:30 bei Andreas: Referate zum Koran &lt;br /&gt;
* 24.März 2014 - 20:30 bei Matthias: Episode 1 &amp;amp; Anfang 2&lt;br /&gt;
* 12.Mai 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1453&lt;br /&gt;
* 12.Juni 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1862&lt;br /&gt;
* 7.Juli 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1120&lt;br /&gt;
* 14.August 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1940&lt;br /&gt;
* 6.Oktober 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/2486&lt;br /&gt;
* 6.November 2014 - 20:30 bei Andreas gelesen bis IV/1150, und Recherche- und Leseaufträge vergeben zu vorislamischer Religion und Alltagskultur&lt;br /&gt;
* 20.November 2014 - 20:30 bei Tiemo gelesen bis ungefähr IV/1543&lt;br /&gt;
* 4.Dezember 2014 - 20:30 bei Tobias - Lesen: Paul: Weltgeschichte, Position 1312 (Religion und Kunst) und Bajalojewa: Kirgisen, S. 11-26. Kontext: Totemismus-Wolf.[[Media:J_Paul_-Neue_Fischer_Weltgeschichte_-_Band_10_Zentralasien.pdf]] &amp;amp; [[Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf]] Gelesen bis 4/2197 (Ende des 4. Teils)&lt;br /&gt;
* 8. Januar 2015 - 20:30 bei Matthias. Gelesen bis 5/1176&lt;br /&gt;
* 12. Februar 2015 - 20:30 bei Tiemo. Gelesen bis Ende 5&lt;br /&gt;
* 26.Februar 2015 - 20:30 bei Andreas. Gespräch mit Kirgisischem Kulturverein vorbereitet. Zusammenfassung  [[Media:Scharlipp-Frühe-Türken-Zentralasien-1992.pdf]] von Andreas&lt;br /&gt;
* 12. oder 19. März - 19 Uhr bei Tiemo. Treffen mit Kirgisischem Kulturverein. [[Fragen zu Manas für Experten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
Das Manas-Epos handelt von dem Kampf des mythischen kirgisischen Volkshelden Manas und seiner Gefährten und Nachkommen im 9. Jahrhundert gegen die Uiguren und ist das wichtigste Werk der klassischen kirgisischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Werk umfasst fast 500.000 Verse und ist damit zwanzig Mal so lang wie Homers Odyssee und Ilias zusammen. Über viele Generationen nur mündlich von Manaschis, hoch angesehenen, den türkischen Aşıklar ähnlichen Volkssängern in melodischem Redegesang überliefert, wurde das Epos erst 1885 schriftlich niedergelegt. Über seine Ursprünge gibt es verschiedene Ansichten: Manche Literaturforscher gehen vom 6. bis 10. Jahrhundert aus, andere vom 11. und 12., und wieder andere erst vom 15. bis 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute existieren mindestens 65 verschiedene gedruckte Versionen des Werks oder von Teilen davon. Eine neue Übersetzung des Gesamtwerks ins Englische durch Walter May wurde 1995, zum mutmaßlich tausendsten Jubiläum der Geburt von Manas, veröffentlicht und 2004 in zwei Bänden neu gedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des Epos werden heute bei festlichen Gelegenheiten gern und häufig von Manaschis rezitiert, normalerweise begleitet von einer oder mehreren Komuz, einer gezupften dreisaitigen Langhalslaute, die von den Musikern ausgesprochen virtuos gehandhabt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held Manas soll in den Ala-Too-Bergen in der Region Talas in im Nordwesten von Kirgisistan geboren sein. Ein Mausoleum einige Kilometer östlich der Stadt Talas soll seine sterblichen Reste bergen und ist eine beliebte Ausflugs- und Feststätte, wo seit 1995 im Sommer eindrucksvolle kirgisische Reiterspiele aufgeführt werden. Allerdings heißt es in einer Fassadenbeschriftung, dass das Mausoleum „... der ruhmreichsten der Frauen, Kenizek-Khatun, der Tochter des Emirs Abuka“ gewidmet sei. Der Legende zufolge soll Kanikey, die Witwe des Manas, diese Inschrift angeordnet haben, um die Feinde ihres Mannes irre zu führen und eine Grabschändung zu verhindern. Das Gebäude, bekannt als „Manastin Khumbuzu“ oder „Der Ghumbez des Manas“, wurde vermutlich 1334 errichtet. In der Nähe steht ein Museum, das Manas und seiner Legende gewidmet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhaltliche Zusammenfassung==&lt;br /&gt;
=== Teil 1 ===&lt;br /&gt;
* 1-39: Beschreibung der Vorfahren des Manas und Hoffnung an seine Fähigkeiten.&lt;br /&gt;
* 40-72: Geburt Manas und Prophezeiungen und Bestätigung durch den schon sprechenden in der Wiege liegenden Manas - er will den Muslimen den Weg öffnen.&lt;br /&gt;
* 73-143: Beauftragung Durch den Vater Jakyp Kan an Bakai Kan, Manas die Welt zu zeigen.&lt;br /&gt;
* 144-152: Bakai Kan bestätigt den Auftrag.&lt;br /&gt;
* 153-164: kurzbeschreibung welche Fähigkeiten Manas zum vierzehnten Lebensjahr erwarb.&lt;br /&gt;
=== Teil 2 ===&lt;br /&gt;
* 1-16: Geburt Alman Bets, als Sohn Kara Kans.&lt;br /&gt;
* 17-65: Held Köktschö begründet sein Volk und trifft dabei Alman Bet.&lt;br /&gt;
* 66-101: Die beiden Helden lernen sich kennen.&lt;br /&gt;
* 102-125: In der rede zu religiösen dingen ensteht der Wunsch Alman Bets, den Koran zu sehen.&lt;br /&gt;
* 125-164: Köktschö gitb Alman Bet die Möglichkeit den Koran zu lesen. Alman Bet will daraufhin Muslime werden&lt;br /&gt;
* 165-177: Alman Bet und Köktschö werden Freunde.&lt;br /&gt;
* 178-200: Alman Bet beschliesst, sein eigenes Volk, die Oirot, zu Muslime zu machen und inmitten der Muslimen flussaufwärts anzusiedeln (evtl metaphorisch gemeint).&lt;br /&gt;
* 201-231: Alman Bet ritt zu seinem Vater und versucht ihn zu überzeugen, dass Kara Kans Volk konvertiert&lt;br /&gt;
* 232-274: Kara Kan bezeugt seinem Volk Treue und beauftragt sein Volk, Alman Bet zu töten, die sich in einen Hinterhalt legen. &lt;br /&gt;
* 275-306: Alman Bet tritt wiederum vor seinen Vater und versucht ihn zu bekehren, dieser lehnt aber ab und verstösst ihn.&lt;br /&gt;
* 307-335: Alman Bet spricht mit seiner Mutter, damit sie ihn nicht auch verstösse.&lt;br /&gt;
* 336-449: Beim Verlassen trifft er auf das im Hinterhalt liegende Heer, töte alle Fürsten der Oirot.&lt;br /&gt;
* 450-511: Alman Bet bietet sich als Freund und Unterstützer für Köktschö an und wird von diesem auch zu sich eingeladen (die Teile der Familie nomadisieren zusammen).&lt;br /&gt;
* 512-552: Das Volk und vorallem die Frauen bereiten sich auf die Ankunft Alman Bets vor.&lt;br /&gt;
* 553-590: Begrüssung Alman Bets durch die Frauen Köktschös&lt;br /&gt;
* 591-619: Kleine Zwistigkeit zwischen Köktschö und seiner Frau Ak Erkätsch, weil sie sein Pferd nicht hält bei seinem Absteigen.&lt;br /&gt;
* 620-697: Alman Bet wird besonders gut bewirtet und ihm wird eine Schlafstätte zugewiesen - am nächsten Morgen werden ihm zum Frühstück sogar zwei Stuten geschlachtet.&lt;br /&gt;
* 698-719: Alman Bet lebte nun bei Köktschö und mehrte so seht den Wohlstand der Sippe, dass bei den Gefährten Köktschös Neid entstand.&lt;br /&gt;
* 720-759: Die Gefährten intrigieren indem sie Alman Bet vor Köktschö bezichtigen, Ak Erkätsch des nachts beigewohnt zu haben.&lt;br /&gt;
* 760-827: Köktschö lässt nach Alman Bet rufen, bevor dieser jedoch zu ihm reitet, offenbart er seine Verwirrung dem Vater Köktschös. Bei Köktschö wird er missachtet umd tritt einer verwirrten Gesellschaft gegenüber.&lt;br /&gt;
* 828-856: Alman Bet werden Vorwürfe gemacht, ob er seinen Gastgebern vieles entwenden würde und ob Ak Erkätsch sich ihm ergeben hat.&lt;br /&gt;
* 857-863: &amp;quot;Gegen Gott hilft keine List&amp;quot; und Verlangen nach Brandwein - evtl. ein Eingeständnis* 864-892: Köktschö bittet Alman Bet darum Pferde und Kleidung für die Abreise zu erbitten, doch Alman Bet bittet um Köktschös eigenes Pferd und seine Kleidung.  &lt;br /&gt;
* 893-914: Diskurs über die Frage, wonach Alman Bet bitten dürfte (Blauer vs. gelber Schecke und ähnliches).&lt;br /&gt;
* 915-927: Köktschtö fragt, warum Alman Bet nicht geht.* 928-999: Eskalation des Gesrpächs bis zur Verfluchung und Racheandeutung.&lt;br /&gt;
* 1002-1002: Alman Bet kündigt die Freundschaft auf.&lt;br /&gt;
* 1003-1006: Alman Bet zieht ab.&lt;br /&gt;
* 1007-1059: Ak Erkätsch macht sich hübsch und bietet Alman Bet ihre Hilfe an, Köktschö umzustimmen, Alman Bet doch das passende Pferd und die passende Kleidung zu geben.&lt;br /&gt;
* 1060-1094: Ak Erkätsch erklärt Köktschö, dass er zugrund gerichtet wird, wenn er Alman Bet ohne die erbetenen Dinge ziehen lässt. Köktschö soll Alman Bet auch erst am achten Tag entlassen, auch der Götter (&amp;amp; Kydir) wegen.&lt;br /&gt;
* 1095-1099: Köktschö will sich nicht überzeugen lassen, auch wenn Ak Erkätsch ihn verliesse.&lt;br /&gt;
* 1100-1110: Ak Erkätsch sagt ihm, dass Alman Bet ansonsten gewaltsam ihm sein Pferd entreissen würde und er Pferschaaren verlieren würde.&lt;br /&gt;
* 1111-1114: Köktschö willl seinen blauen Schecken und den blauen Panzer an Alman Bet übergeben und lässt nach ihm rufen.&lt;br /&gt;
* 1115-1123: Alman Bet ist aber betrunken und lagert laut den Freunden im Schatten einer Tanne.&lt;br /&gt;
* 1123-1132: Bei genauer Prüfung durch Ak Erkätsch ist er aber dann doch bereits fortgeritten - anstelle des blauen Falben nun mit einem Fuchs.&lt;br /&gt;
* 1132-1134: Mamas hat einen Traum&lt;br /&gt;
* 1135-1172: Auflistung der herbeigerufenen Gefährten&lt;br /&gt;
* 1172-1215: Jakyp, Vater des Mamas, soll den Traum deuten; in-Aussicht-Stellung von Belohnung, verbunden mit Drohung (&amp;quot;deutet richtig er den Traum... Deuten meinen träum er falsch...&amp;quot;; (1206/1209). Deutet der Vater den Traum falsch, kommt dessen Sohn(!) nach Sibirien, USW (1210);&lt;br /&gt;
* 1216-1297: Manas selbst macht sich zum Vater auf, mit paradepferd prunkpanzer und legendärem Schwert, wiederholt das brimborium um den Traum, erneuert die Drohung bei fehldeutung (1283ff). Das Volk hat schon Angst um den Vater (und auch die Mutter)-scheinbar nicht zu unrecht.&lt;br /&gt;
* 1298-1312: entspann adschy bai  (&amp;quot;der verwirrtes stets gelöset...&amp;quot;) die Situation: manas soll seinen Traum doch erstmal schildern.&lt;br /&gt;
* 1313-1328: tut manas das endlich (Inhalt: Wild und geflügel fällt tot um, wenn Mamas mit Hund und Pferd zur Jagd geht...!?)&lt;br /&gt;
* 1329-1360: nimmt Adschy Bai die Gefahr auf sich, den Traum zu deuten: &amp;quot; eines Fürsten trefflich Kind ... Wird wohl bei dir sich niederlassen.&amp;quot; (1343-46)&lt;br /&gt;
* 1361-1435: ist Manas begeistert, schenkt Adschy seinen Panzer, erweitert die Deutung dahingehend, dass er &amp;quot;des Fürsten Kind&amp;quot; als Alman Bet identifiziert.Es werden Vorbereitungen getroffen, dem Helden entgegenzufiebern, obgleich man nicht weiß, ob der in friedlicher Absicht kommt.&lt;br /&gt;
* 1436: beginnt der Zug des Heeres, dem Alman Bet entgegen.&lt;br /&gt;
* 1436-68: eine Teezeremonie&lt;br /&gt;
* 1497: macht Manas einen Reiter in de Ferne aus.&lt;br /&gt;
* 1513: erspäht auch Alman Bet etwas, dem er folgt und erkennt 1540-48, daß er einem Größeren, Mächtigerem folgt.&lt;br /&gt;
* 1553-1576: trifft Manas Vorbereitungen zum Empfang des Fremden, von dessen Absichten man noch nichts weiß.&lt;br /&gt;
* 1577: kommt Alman Bet, (Und ab hier drängt sich mir der Vergleich mit der ANkunft Siegfrieds bei den Burgundern auf) fängt eine Lerche im Galopp, verweigert das Gespräch mit dem Empfangskommittee, will nur mit dem Fürsten sprechen, wird 1648 von Adschy Bai tatsächlich zu Manas vorgelassen. Das Ganze hätte auch fürchterlich schiefgehen können. Der Text deutet es an&lt;br /&gt;
* 1609-1610: &amp;quot;Alman Bet und Held Manas, wie nur werden sie sich grüßen?&amp;quot;- per Handschlag oder per Schwertstreich... Und in Alman Bets fatalistischem Ausruf, als er bei Manas eintritt:&amp;quot;Gottes Wille ist&#039;s, wer kann gegen seine Macht sich stemmen?&amp;quot;(1642/43) -tut es aber nicht!&lt;br /&gt;
* 1690: Herzliche Begrüßung&lt;br /&gt;
* 1700-1704: Teezeremonie&lt;br /&gt;
* -1745: Kostbare GeSchenke des Manas, die Alman Bet aber nicht annimmt, mit Ausnähme eines Pferdes (1745)&lt;br /&gt;
* -1757: Manas will jetzt einen wegtrittst veranstalten (1757  ff) Jakyp Bai soll alles richten. Dieser verunsichert die Boten ab 1800 mit seinen Nachfragen nach deren Kenntnis der Herkunft ihres Volkes. Die sind unwissend. Jakyb deutet Überlegenheit Alman Bets an (1812/13); Wettreiten&lt;br /&gt;
* 1831-39: wer ist Gewinner?&lt;br /&gt;
* 1841-1862: kommt Mutter des Manas. Anblich des Manas uns Alman Bets erzeugt bei ihr Milchfluß. Alman Bet schlägt vor, daß jeder der beiden aus einer Brust trinke möge. Sie tun das und erzeugen so eine Brüderschaft, welche sich durch das anschließendßende Zechen verfestigt oder geradezu erst wirksam wird (1862)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 3 ===&lt;br /&gt;
* 1-351: Kampf zwischen Manas und Köktschö. Der Anlass des Kampfes ist unklar. 185ff.: Manas begehrt Köktschös Pferde und Herden, will sie zusammentreiben und Alman Bet geben. Hatto (73-74) verweist auch auf I,2: Köktschö behandelt Alman Bet zunächst als Nicht-Muslim in kritischer Distanz. 411-459: Manas sagt dem Zaren, dass er wegen Alaman Bet, dem K. Pferde verweigerte, ausritt und Köktschös Herden raubte.&lt;br /&gt;
* 10ff.: Manas beugt sich vor dem (russischen) Zaren, zugleich Lob von Manas&#039; Heldenkraft.&lt;br /&gt;
* 161ff.: Manas dringt auf einen tödlichen Zweikampf mit K., mit Flinte und Schwert.&lt;br /&gt;
* 232ff: Manas trifft nicht, wird selbst von K. ins Herz getroffen, schlägt angeblich heilende Medizin von Köktschö aus und flieht.&lt;br /&gt;
* 281-284: Manas betet: &amp;quot;In der Hand des Schöpfers stand er, in dem Schutz des weissen Zaren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 285-324: Manas ruft seine Freunde an, verbringt 20 Nächte &amp;quot;unterhalb der Erde&amp;quot;, im &amp;quot;Jenseits&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 325-350: Unklarer Handlungsanschluss. K. stoppt den fliehenden Manas, der, K. selbst verfehlend, mit demselben Schwerthieb dessen Pferd erlegt.&lt;br /&gt;
* 351-375: Manas übergibt Alman Bet die Herde, reitet zum weißen Zaren.&lt;br /&gt;
* 376-513: Gespräch mit dem Zaren.&lt;br /&gt;
* 514-660: Manas kehrt zu seinem Vater Jakyp Bai zurück. Gespräch mit seinem Vater.&lt;br /&gt;
* 563ff.: Manas will eine Frau von seinem Vater. &amp;quot;Ruht&#039; noch nie in Mädchen Armen&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 661-744: Jakyp begibt sich auf Brautsuche. Reitet zu Temir Kan. Spricht zunächst mit Mängdi Bai, der zu Temir Kan gehört und als Unruhestifter beschrieben wird. Jakyp fragt nach der Tochter Temir Kans, Kanykäi, (schon in 632-633 vor Jakyp als Manas&#039; mögliche Braut erwähnt) und sagt, er hätte vorher (?) schon vergeblich der Chinesen, Perser, Kirgisen und Inder Volk nach schönen Frauen durchstreift.&lt;br /&gt;
* 744-763: Mängdi Bai reitet zu Temir Kan, um ihm Jakyps Bitte zu vermitteln, kritisiert dessen Anliegen aber (er hätte keine Brautgeschenke mitgebracht etc.).&lt;br /&gt;
* 764-1003: Temir Kan beschimpft Bai als &amp;quot;zum Zank geborenen Sklaven&amp;quot;, reitet zu Jakyp. Kan will Manas seine Tochter nur geben, wenn Manas mit dem &amp;quot;Schießen, Schlagen und Stechen&amp;quot; aufhört, Jakyp empört sich, sagt Kan, dass Manas sich seine Tocher mit Gewalt holen könnte. Daraufhin berät sich Kan mit seiner Frau und seiner Tochter, Bai und Fürsten. 937ff.: Nachdem Bai wieder Jakyp kritisiert hat, verweisen die Fürsten auf Manas&#039; Stärke, raten, Jakyp ehrenvoll zu empfangen, und fordern, dass Manas Brautgeschenke bringt. &lt;br /&gt;
* 1004-1120: Jakyp reitet zu Manas zurück, dieser akzeptiert die Forderung nach Brautgeschenken und macht sich mit seinen 40 Freunden auf den Weg zu Temir Kan.&lt;br /&gt;
* 1121 - 1160 Mengdi Bai meldet Temir Kan den Manas und seine vierzig Freunde, die jedoch nicht auf Kriegszug sind, sondern Brautgeld für Kanykäi in Form von Pferden bringen. Die Herden müssen zur Erfüllung des Brautpreises vier Täler füllen. &lt;br /&gt;
* 1161 - 1199 Mengdi Bai bewirtet in seinem Haus nur die vierzig Freunde des Manas mit Honigbranntwein, während Manas allein in der Steppe bleibt und in der Hitze Durst leidet.&lt;br /&gt;
* 1200 - 1233 Die Gefährten bemerken, dass Manas allein in der Steppe verblieben ist und eilen um Vergebung bittend zu ihm. Dieser will entgegen ihrer Befürchtungen seine Gefährten jedoch nicht töten, sondern nur zu Verstand bringen. Darauf errichten sie ihm in der Steppe ein Zelt mit vierzig Flügeln.&lt;br /&gt;
* 1234 - 1259 Die Schwägerinnen / Brautgeschwister der Kanykäi kommen geschmückt zu Manas, der Gold und Silbergeld in Fülle vor ihnen ausbreitet.&lt;br /&gt;
* 1260 - 1279 Manas reitet allein zum Zelt der bislang unberührten Kanykäi. Dort isst er unbemerkt von ihrem Honig, trinkt Kumiss und &amp;quot;drückt das im Schlaf versunkene Mädchen heftig an sich&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* 1280 - 1331 Die Fürstentochter Kanykäi erwacht und zieht ein Messer. Sie fordert den ihr unbekannten Manas auf, sie loszulassen und vom Lager aufzustehen. Als dieser sich als Manas vorstellt, welcher unzählige Stuten hergetrieben habe, fragt sie ihn, ob er einer der Hirten ihres Vaters sei. Als Manas die Kanykäi nun als verzärtelt bezeichnet, zerschneidet diese sein Gelenk am Unterarm mit ihrem Messer.&lt;br /&gt;
* 1332 - 1380 Manas tobt und will nun lieber Junggeselle bleiben. Er bezeichnet Känykäi als Metze und Schlechteste ihres Volkes. Er will an ihr Rache nehmen und sie selbst Tiere hüten lassen.&lt;br /&gt;
* 1381 -1419 Die Schwiegermutter versucht noch erfolglos, zwischen Manas und Kanykäi zu vermitteln. Da ihm aber ein Weib widersprochen hatte, steigt Manas mit seinen vierzig Gefährten noch in der Nacht zu Pferde.&lt;br /&gt;
* 1420 - 1480 Die Diener von Manas treiben die Pferde Jakyp Kan´s und Temir Kan´s weg. Manas Gefährten - allen voran Alman Bet - dringen alles niederstechend auf das Heer Temir Kan´s ein, um Kanykäi gewaltsam zu holen.&lt;br /&gt;
* 1481 - 1529 Kanykäi ahnt ihr Verderben, legt als Friedensstifterin seidene Kleidung an und bringt vierzig Mädchen den Gefährten des Manas zum Geschenk. Manas sieht die von ihm als &amp;quot;schlechte Dirne&amp;quot; bezeichnete Kanykäi mit ihren vierzig Mädchen als Beute kommen und lässt sogleich vierzig Lager errichten, um die Gefangenen &amp;quot;zu greifen, bei den Handgelenken zu fassen und zur Besinnung zu bringen&amp;quot;.  &lt;br /&gt;
* 1530 - 1541 Kanykäi fleht zu Manas und bietet diesem sogar an, ihr ( der Dirne ) doch die Zunge abzuschneiden, wie man einem fliehenden Vogel die Federn abschneidet. Manas merkt, dass Kanykäi nun &amp;quot;zu Sinnen gekommen&amp;quot; ist und stellt klar, dass Vögel sich nur fliegend auf ein Zelt setzen.           &lt;br /&gt;
* 1542 - 1626 Das Mädchen in der Jurte Alman Bet´s ist hässlich, weshalb dieser eine andere fordert, da er mit Manas doch gleichgestellt sei. Kanykäi fordert daraufhin Altyn Ai auf, sich für Alman Bet so glänzend schön zu machen, dass dieser staunend in Ohnmacht falle. &lt;br /&gt;
* 1627 - 1679 Temir Kan sammelt seine Reichtümer um sie Manas ebenso wie sein Mädchen zu geben. Mengdi Bai will ihn abhalten und berichtet Temir Kan, dass dessen Tochter Kanykäi dem Manas widersprochen habe. Da habe dieser das Volk vernichtet und dessen Habe geraubt. Manas habe der Kanykäi die beredte Zunge ausgerissen und sie &amp;quot;wie ein Schaf zu Schand gebracht&amp;quot;. Dafür sollte Temir Kan den Manas umbringen. Temir Kan weist Mengdi Bai jedoch zunächst an, 90 Kamele mit Gold, Silber und Seide zu überbringen.&lt;br /&gt;
* 1680 - 1699 In ihrem Haus diesseits vom Kalmückenvolke befielt Mengdi Bai den beiden Dieben Köktschö Kös und Kamang Kös dem Manas vergifteten Honig-Branntwein darzubieten. Diese stellen daraufhin ein Zelt auf, in dem der eintreffende Manas den vergifteten Branntwein trinkt. &lt;br /&gt;
* 1700 - 1791 Manas versagt die Kraft und er ruft sterbend seine Genossen. Diese fragen ihn, wo sie ohne ihn leben sollen. Er rät ihnen, sich nach seinem Tod den Russen zu ergeben, da es unter dem mächtigen Zaren allen gut gehe und dort stets Recht geschehe. Dann entschwindet die &amp;quot;Fliegenseele&amp;quot; des Manas zu der &amp;quot;wahren Heimat&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* 1792 - 1807 Die vierzig Gefährten errichten ein Grabgebäude für Manas und beerdigen ihn darin nach Trauerfeierlichkeiten mit diversen Opfergaben. &lt;br /&gt;
* 1808 - 1942 Die Gefährten reiten zu Jakyp Kan und berichteten vom Tod des Manas. Sie fordern ihn auf, nicht vor Trauer zu versinken und wie früher zu Lebzeiten des Manas zu handeln. Sie und insbesondere Alman Bet würden noch leben und ihm eine Stütze sein. Jakyp Kan erinnert daran, dass Alman Bet an allen Unternehmungen des mit ihm vertrauten Manas beteiligt war, aber diesem stets der Ruhm blieb. Wenn der von Manas stammende Wohlstand abnehmen werde, müsse er, Jakyp Kan, fortziehen und aus Not auf die Suche gehen.      &lt;br /&gt;
* 1955 ff Manas ist tot, Jakyp regelt die Nachfolge (u.a. 1971 f: &amp;quot;den Befehl bei Kriegeszügen übergebet Alman Bet&amp;quot;). Obwohl es zunächst nicht den Anschein erweckt, leidet Jakyp doch sehr am Verlust des Sohnes (2019). Manas&#039; Tod hat auch materielle Folgen (2026 &amp;quot;der Reichtum nahm jetzt ab&amp;quot;, Jakyp, &amp;quot;wackelnd wie ein Trappenvogel... Will in Armut weiterleben&amp;quot; 2034 ff). Wir lernen 2043 ff. etwas über das Leben an einem Fürstenhof: Manas&#039; Schwester hat offenbar nie das Haus verlassen - ein Privileg! Kanikäi, von Manas einst geraubt und vergewaltigt, pflegt offenbar die ganze Familie (2063 ff).&lt;br /&gt;
* Ab 2070 kommen die Tiere des Manas ins Spiel: der Falbe, der Falke, der Jagdhund. Diese drei Leiden ernstlich unter dem Verlust des Manas und wiederum &amp;quot;von der Stimme dieser dreie wurden tief erregt die Herzen Aller&amp;quot; (2101 f)&lt;br /&gt;
* 2106: Und so schickte Gott der Herr seine Engel - das zurechtzurücken! Sollte es ein Guter gewesen sein, der da verschieden ist, so soll er wiederauferstehen. Die Engel treten aus das Grab und es wird zum Weißen Haus (2184 f). &amp;quot;manas Stand lebendig auf.&amp;quot; (2188), weiß zunächst wohl nicht, dass er tot war (2200).&lt;br /&gt;
* 2203: Kanykäi sieht ihn im Traum, woraufhin Jakyp 2240 die 40 Gefährten des Manas holen lässt.&lt;br /&gt;
* 2252 ff. wird klar, dass die drei Tiere nicht mehr sind, wo sie waren - der eigentliche und endgültige Schock für Jakyp (2280-90). Jako ist übrigens 80 Jahre alt (2308 - oder 90 (2327)) steigt aber aufs Pferd und reitet zu Alman Bet (2338). Die 40 nehmen seine Hoffnungen und Sorgen nicht so ernst wie erhofft (2372. f) - &amp;quot; Jakyp ritt zurück jetzt wieder&amp;quot; (2392).&lt;br /&gt;
* 2454 wird der Koran als Bezugsquelle ausdrücklich erwähnt. Man entdeckt 2466 ff, dass das Grab durch eine Art Palast ersetzt ist und findet auch die Tiere, außerdem den Manas - bei ihm natürlich &amp;quot;ein trefflich schönes Mädchen&amp;quot; (2487). Manas weiß zunächst nicht, wer er einst gewesen, ist &amp;quot; ein anderer geworden&amp;quot;(2542-48), erkennt dann aber Frau, Vater, Mutter, deren Milch er wieder trinkt (2621). &lt;br /&gt;
* 2636-46: Bestätigung der ruhmreichen Rolle Kanykäis während Manas&#039; Abwesnheit. Für diesen scheint seinen Auferstehung eine Läuterung gewesen zu sein: &amp;quot;Die bescheerte Speise essend, über alle Völker herrschend, sich vom Zaren Segen holend,lebtenherrlich jetzt Manas, alle Feinde flohen ihn,so erreichte er sein Ende.&amp;quot;(2681-86) - Bis ans Ende seiner Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 4 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1 ff: Bok Murun soll eine Gastmahl zu Ehren des Abgangs von Kan Kökötoi veranstalten und bestimmt den Boten die Gästeliste und die Forderungen an die Gäste. Wenn die Gäste nicht kommen, sollen sie gezwungen werden.&lt;br /&gt;
* 65 ff: Es werden die Gäste genau umschrieben - unter ihnen auch Manas, Köktschö, Chinesen, Russen - Freund und Feind.&lt;br /&gt;
* 175 ff: Bok Murun berät sich, wie er das Fest bereiten soll, was Mahl, Pferderennen, &amp;quot;wie das Himmelreich gewinnen&amp;quot;, wo die Gäste versammeln und wie die Reise zur Vorbereitung des Festes unternehmen.&lt;br /&gt;
* 245 ff: Jemand (Manas?) wird als Hitzkopf beschrieben, der kommen mag wenn er will.&lt;br /&gt;
* 252 ff: Perspektivwechsel auf die Boten, die die Gäste einladen - Manas (zusammen mit Alman Bet); Umgang mit den Boten; die Boten erwarten den Tod; Manas spricht nicht zu ihnen.&lt;br /&gt;
* 281 ff: Wegen eines schlechten Spiels mit Alman Bet ist Manas stark erzürnt; Alman Bet versucht ihn zu besänftigen, aber Manas erkärt die Notwedigkeit seiner Taten wider dem Boten. Der Bote wird letzlich durch Manas Gefährten gevierteilt.&lt;br /&gt;
* 383 ff: Am nächsten Morgen ruft er nur in Hemd und Unterhosen alle 40 (?) Gefährten zum Aufbruch und Ritt zu Bok Muruns Gastmahl; Beschreibung von Einzelheiten des Aufbruchs (Zelt, Tigerdecke, etc.)&lt;br /&gt;
* 395 ff: Manas bechreibt, dass man sich die Beute hole, sollte man nichts (im Pferderennen?) erringen können.&lt;br /&gt;
* 405 ff: In der Nähe des Gastmahls (die Muslime und Gjauren von weitem sehend) erkennt er den Kampf zwischen den Gästen und will sie auseienander treiben.&lt;br /&gt;
* 438 ff: Die Beschreibung der Kämpfe, in die sich Manas einmischt und alle vertreibt bzw. besiegt und so die Kämpfe beendet.&lt;br /&gt;
* 473 ff: Vier Tage später kommt Bok Murun (oder Koschoi?) zu Manas; Manas klagt seine Verspätung an, doch Bok Murun versucht ihn zu besänftigen.&lt;br /&gt;
* 520 ff: Bok Murun befragt Koschoi , wie das Fest zu bereiten sei und wie die Gjauren und Muslime zu gewinnen (gegen sie gewinnen?); &amp;quot;Manas mög die Haufen ordnen;&amp;quot;Manas verweigert den Auftrag (obwohl doch schon erledigt???).&lt;br /&gt;
* 540 ff: Sprung zur Ankündigung der Pferderennen durch Uerbü, was aber Manas wiederum so erzürnen lässt, dass er Uerbü jadt.&lt;br /&gt;
* 584 ff: Kan Koschoi soll die Ordnung des Festes bestimmen; Koschoi lehnt aber ab, da es ihn nicht interessiert; Manas macht daraufhin seinen Vorschlag, wie das Fest organisiert sein soll (Fest und Rennen erst im Frühling als Vorschlag); Koschoi stimmt zu.&lt;br /&gt;
* 616 ff: Lange Beschreibung der Pferde, die die Späher beim Abritt beobachten, und Beschreibung des herbstlichen Abrittes.&lt;br /&gt;
* 773 ff: Währen Bok Murun sein Volk &amp;quot;besichtigt&amp;quot;, verlangt der Fürst der Chinesen Kongyr Bai das Pferd Bok Muruns Manykär und droht ansonsten.&lt;br /&gt;
* 808 ff: Bok Murun will sich mit seinem Volk beraten. Man rädt ihm, sich wiederum mit Manas zu beraten.&lt;br /&gt;
* 828 ff: Manas berichtet von ähnlichen Geschichten und berät. Abschluß:&amp;quot;Was (Warum etwa) willst du ihm dieses geben&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 917 ff: Das Fest beginnt mit einem Wettlauf, zu dem Joloi eine Alte schickt, die drei Monate rennt und am Ende die Mitläufer betrunken macht und so fast gewinnt; Er Töschtük gewinnt aber dann doch.&lt;br /&gt;
* 976 ff: Als nächste gibt es einen Ringkampf; als Preis 60 Pferde; Manas versucht jemanden zu finden, der für ihn kämpft gegen Held Joloi.&lt;br /&gt;
* 1110-1149: Ein Kämpfer ist gefunden - Koschoi; Manas bittet ihn, besondere Hosen, die Manas hat fertigen lassen, zu tragen.&lt;br /&gt;
* 1150-1165: Koschoi zieht sich die Lederhosen an.&lt;br /&gt;
* 1166-1181: Koschoi will Manas&#039; Hosen auch nach dem Kampf, sollte er gewinnen, behalten.&lt;br /&gt;
* 1186-1258: Der Ringkampf zwischen Koschoi und Joloi. Koschoi gewinnt, nachdem er, von Joloi auf den Boden gedrückt, vom ergrimmten Manas mit der Knute geschlagen worden ist.&lt;br /&gt;
* 1259-1341: Bok Murun ruft zum Lanzen-Wettkampf zu Pferd. Manas gewinnt gegen Kongyr Bai,&amp;quot;dem Fürsten Chinas&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 1342-1402: Bok Murun bindet ein Kamel an einer Grube mit 60 Silberbarren (Jamben) an - es ist der Gewinn - und fragt, wer es &amp;quot;mit den Zähnen lösen könnte&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 1349-1404: Als Orongo, eine Frau &amp;quot;vom Heidenvolke&amp;quot;, es tief gebückt zu lösen versucht, wird sie von Koilu Bai &amp;quot;wie von einem jungen Stier&amp;quot; penetriert. Ausführliche Beschreibung der Szene. Orongo kriegt schließlich den Preis.&lt;br /&gt;
* 1405ff. : Pferderennen nach Kokand. Das zieht sich bis 1550. Manas (der &amp;quot;wilde Trotzkopf&amp;quot; (z.B. 1483 oder 1532) geht ab 1533 in Führung. Dem überholten Joloi wird sein wunderpferd atsch Budan getreten und umgestoßen. Also (1555) entsteht ein &amp;quot;wilder Kampf&amp;quot; mit Lanzen, Beilen, Schwertern, Bögen. Joloi macht Beute 1565 f). Alman bet wird verwundet (1576 ff), wird sogar leicht kritisch gegenüber manas (1605 ff), fängt sich aber prompt einen Auftrag ein: (1615 ff) alman bet soll die Waffen des manas vom Waffenschmied holen. Auch zu köktschö soll er reiten, den (uns bekannten) blauen Schecken holen. Anschließend kann er gleich weiter zu jamgyrtschy um dessen Korallen einzusammeln. An zwei weiteren Stationen soll alman bet dann schließlich noch Segen holen - und los geht&#039;s. Der Schmied namens tökkör liefert (1665 ff). Der &amp;quot;Trotzkopf&amp;quot; manas tituliert den Waffenschmied beständig &amp;quot; Hitzkopf&amp;quot; (1683 ff). Köktschö hingegen scheint den Schecken zu verweigern. Die vierzig Freunde machen sich auf, das gerade zu Rücken (1700 ff). Aber auch des joloi pferdeherden will manisch schnappen (1720ff) und zwar mit List und Tarnung (1725 f). Wieder einmal soll es alman bet richten (1731f). Der kundschaftet das aus und empfiehlt die Tat. In Vorfreude auf den Sieg gegen joloi macht Manas sich Gedanken über die Belohnung für den Schmied (1757-1775): Pferde und Frauen. &lt;br /&gt;
* 1779 ff. hat Jolois Frau einen Traum: sie sieht Manas und das Unheil kommen. Joloi hört aber nicht auf sie (1807 ff), will im Gegenteil selber angreifen, seinerseits Frauen rauben (1836 ff). Jolois Frau wendet sich an den Sohn. Dieser soll dem Manas folgen, der sich (im Traum oder Wahrheit) die Pferdeherden schon genommen zu haben scheint - wie sie richtig sieht in Reaktion auf den Diebstahl ihres Mannes beim Trauertest des bok morun (1668 ff). Die söhne bitten joloi, auf die Verfolgungsjagd gehen zu dürfen (1875 ff). Der will aber selber in den Kampf. Lässt sich aber vorher noch durch den targyl tas mittels gebrannter Schulterblätter die Zukunft weissagen (1902 ff). Dieser rät eindringlich ab (1905-1920). Joloi ist erzürnt, will trotzdem los. Targyl warnt erneut (1931 ff). &amp;quot;Doch joloi folgt seinem Wort nicht&amp;quot; (1946), sondern trinkt einen und schwankt in den Kampf (1950 ff). &lt;br /&gt;
* 1958: Perspektivwechsel! Wir sind jetzt wieder bei manas. Angriff auf joloi, den manas 2012 erblickt. 2027 ff. warnt targyl den betrunkenen joloi erneut. Doch der hört natürlich erneut nicht, spaltet vielmehr dem Warner Den Kiefer (2043). So ist er, unser &amp;quot;kan joloi... der den Stier als Muster nahm sich&amp;quot; (2049 f). Manas der tiegergleiche jagt jetzt Joloi, den bergegleichen (2054 ff). Gemeinsam mit Llman Bet tötet Manas den Joloi letztlich und &amp;quot; zog des Weges weiter&amp;quot;(2084). Die Söhne Jolois wollen Rache, werden aber beide von Alman Bet getötet (2108). Alman Bet berichtet das dem Manas und der befiehlt: &amp;quot;Lasst Jolois Volk uns nun vernichten&amp;quot; (2131). Auch der Schmied soll natürlich, wie versprochen, belohnt werden. Die versprochenen Frauen für den Schmied und seinen Sohn werden dann auch gefangen (2166 ff). &amp;quot;Hier ist meine Schuld getilgt&amp;quot; sprach Manas (2178), sucht jetzt Muße bei Kaniykäi, deren weiches Fleisch er fasst. Als er aufwacht, schreit er aus Herzenslust und erfüllt sein Wort dem Schmied gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 5 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1-40: Jakyp Bai denkt über den Wert von Manas drei Frauen (Kara Börük, Akylai und Kanykäi) nach und hält Kanykäi für die wertvolllste.&lt;br /&gt;
* 41-158: Manas will den Wert von Kanykäi auf die Probe stellen und reitet mit seinen &amp;quot;vierzig Freunden&amp;quot; zu ihr. Kanykäi weiß davon und breitet sich mit zwei Dienerinnen vor. Sie bietet allen reichlich Branntwein an, kleidet sie in &amp;quot;Panzer&amp;quot;, von denen &amp;quot;Flintenkugeln abprallen&amp;quot;, gibt ihnen besondere Stifel und Sättel. Manas bleibt wohl recht lange dort, bis zum &amp;quot;Herbstes grauen Reif&amp;quot;. Während dieser Zeit werden die Pferde fett und die Helden träge.&lt;br /&gt;
* 159-235 : Manas will zu den Kalmücken unter der Herrschaft Ai Kans reiten, um dort &amp;quot;Kunde&amp;quot; zu erhalten. Kanykäi warnt ihn vorher, dass für die Pferde gerade ein Unglücksjahr ist, es ist zugleich das Jahr von Manas&#039; 25. Geburtstag. Manas pfeift drauf, wird wütend und schlägt sie mit der &amp;quot;geflochtenen Knute&amp;quot;, bis sich die Nähte ihres Hemdes lösen. Daraufhin lacht Kanykäi und wünscht ihm eine gute Heimkehr, verweist aber wieder auf das bevorstehende Unglück. Manas ist erneut erbos, verflucht sie, darauf verflucht Kanykäi Manas. Manas reitet ab. &lt;br /&gt;
* 236-273: Kanykäi schickt einen Boten zu Manas, der ihn an das Unglücksjahr und ausstehende Opfergaben erinnern soll, Manas achtet nicht darauf.&lt;br /&gt;
* 274-575 : Alman  Bet sieht recht erschreckt, dass ein &amp;quot;Heide ohne Bart&amp;quot; auf sie zugeritten kommt. Der &amp;quot;Freund&amp;quot; Kyrgyn soll erkunden, wer er ist. Es ist ein &amp;quot;Knabe&amp;quot;. Als sich beide treffen, verstehen sie einander zunächst nicht. Dann kommt auch Alman Bet angeritten. Fragt den Knaben, nach Kyrgyn, erneut nach seinem Namen und seiner Herkunft. Der Knabe präsentiert sich als Bote des Kös Kaman, eines Bruders von Jakyp Bai, der in die Hände der verfeindeten Kalmücken fiel, als Bai sechs Jahre alt gewesen ist. Kaman soll anschließend unter Chinesen und den &amp;quot;Kyrym&amp;quot; gelebt und fünf Söhne haben. Der Knabe fordert einen Lohn für seine Nachricht. Alman Bet reitet jetzt zu Manas und berichtet vom Boten. Manas meint, nichts von Jakyp Bais Bruder zu wissen, will den Boten selbst sehen, der anschließend von Bet zu ihm gebracht wird.&lt;br /&gt;
* 576-647: Manas ordnet an, die Aussage des Boten-Knaben bei Verwandten zu prüfen, ihn reichlich zu entlohnen, wenn es zutrifft, ihn zu &amp;quot;schlachten&amp;quot;, falls er lügt.&lt;br /&gt;
* 648-735: Alman Bet reitet zu Jakyp Bai, der bestätig, dass er einen Bruder namens Kös Kaman hat.&lt;br /&gt;
* 736-774: Als Jakyp Bais Frau, die dabei sitzt, dies hört, äußert sie Furcht darüber, dass die fünf Söhne Kamans über Manas herfallen könnten, und beginnt, Jakyp zu schlagen, doch der lacht und sagt, dass all dies nur zu Manas &amp;quot;Heil&amp;quot; beitrüge, so wie &amp;quot;ein Zweig am Flügel wüchse&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 775-941: Alman Bet reitet zu Kanykäi und fordert von ihr den Botenlohn (Kamele und so weiter), erzählt ihr von Kalman und seinen Söhnen, reitet anschließend weiter zu Manas, der dem Boten nun seinen Lohn verspricht und ihn auffordert, zu Kalman zurückzukehren. Der Bote reitet zurück.&lt;br /&gt;
* 942-1020: Manas verkündet seinen &amp;quot;Freunden&amp;quot;, den Kalman fürstlich empfangen zu wollen, und reitet hierfür zu Kanykäi. Jetzt folgen ausgiebige Festvorbereitungen, Manas erfreut sich erst einmal selbst mit seinen Freunden an Brantwein und Speis und vögelt Kanykäi. &amp;quot;Und sie gackelt wie ein Gänschen, gurgelt wie ein junger Sperber&amp;quot;, als er sie nimmt.  &lt;br /&gt;
* 1021-1176: Kalman und die Kalmücken kommen herbeigeritten, allgemeines Besäufnis. Die Kalmücken sind alle Heiden, Manas beschließt, sie zum Islam zu bekehren, was dann auch der Fall ist. Die Kalmücken lassen sich einen Vollbart wachsen, entfernen ihren Lippenbart, lernen wohl, den Koran zu lesen, und werden bechnitten. Manas, der &amp;quot;Trotzkopf&amp;quot;, lässt die Kunde überall verbreiten und ein Pferderennen abhalten.&lt;br /&gt;
* Verbrüderung der alten und neuen Moslems&lt;br /&gt;
* 1215 Kös Kaman will Manas einladen&lt;br /&gt;
* 1250 ff Alman Bet soll ihn fragen gehen&lt;br /&gt;
* 1264 - 1285 rät Kanykai da aber ab, wittert Gefahr.&lt;br /&gt;
* 1286-1304 erklärt Alman Bet den 40, dass Manas zu betrunken für die Reise ist.&lt;br /&gt;
* 1304-16 will Seräk das nicht hinnehmen.&lt;br /&gt;
* 1217 ff Alman Bet schlägt Seräk daraufhin.&lt;br /&gt;
* 1327-73 schleicht sich Seräk (&amp;quot;mög er verderben&amp;quot;) aber zu Manas, weckt ihn und dieser reitet los. Manas fragt nach Seräks Wunde (1375 ff). Seräk hetzt ( bis 1404) gegen Alman Bet.&lt;br /&gt;
* Manas nimmt Alman Bet in Schütz (&amp;quot;der schlägt auch mich, wenn er inZorn kommt&amp;quot; 1412)&lt;br /&gt;
* 1418 ff. Beim Gelage mit den neuen Glaubensbrüdern wird Manas angegriffen. 1446 mischt sich Kös kamen beschwichtigend ein. Manas geht nach Hause und schläft mit Kanykai.&lt;br /&gt;
* Als er erwacHt (1454 ff) schreit er und ruft die 40 zusammen. man macht sich auf Kalmückenzug (1555)&lt;br /&gt;
* Alman Bet ( mit Köktschögös) soll wieder kundschaften (1587  -1635)&lt;br /&gt;
* 1654 ff. wird Köktschögös erkannt und festgenommen. Dieser wechselt die Seiten, will Manas bekriegen und die Frau rauben (1657)&lt;br /&gt;
* Die Kalmücken Stellen ein Heer auf. &lt;br /&gt;
* 1698 ff. soll Alman Bet wieder kundschaften. 1710 täuscht Köktschögös den Alman Bet.&lt;br /&gt;
1750 empfiehlt Alman Bet dem Manas Ritt und Kämpf. 1780 kundschaftet er wieder einmal. 1839 ff. köpft er einen Alten, den er vorher ausgefragt hat und tarnt sich mit dessen Kleidung.&lt;br /&gt;
* 1870ff reitet Alman Bet auf Befehl des Manas zu Altyn Ai. In deren Jurte wird er durch Unhöflichkeit beleidigt ( um 1895), erzählt (um 1900) eine Geschichte von Tieren, die er verloren habe.  die Leute Altyn Ais wollen ihm ( um1925) töten. Alman Bet entwaffnet den Angreifer, verletzt Altyn Ai durch einen Biss ins Gesicht, verdunkelt (1975 ff) die Jurte mit Feuerrauch und Asche und entkommt.&lt;br /&gt;
*Fortsetzung folgt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Teezeremonien und Pferde-Schenken&lt;br /&gt;
II, 1460ff und 1700ff: Teezeremonien zur Aufnahme von Gesprächen und als Zeichen der Gastfreundschaft. Analog dient die Gabe von Pferden als Freundschaftsbeweis.&lt;br /&gt;
2. Manas der allmächtige Herrscher in allen Lagen als Krieger, Aufbrausender, Berater, Delegierender usw. IV-1150&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Das Himmelreich erreichen: 4.174; 4.520&lt;br /&gt;
Kontext: Fest von Bok Morun, Wettkämpfe. Bedeutung unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Fest bei Bok Morun: Höfische Züge.&lt;br /&gt;
- Pferderennen&lt;br /&gt;
- Ringkampf&lt;br /&gt;
- Wettlauf&lt;br /&gt;
- Pferd-Lanzen-Wettkampf&lt;br /&gt;
- Vielvölker-Zusammenkunft,Freunde und Feinde vereint im Wettkampf&lt;br /&gt;
- Sex&lt;br /&gt;
- jeder bringt was mit&lt;br /&gt;
- sich auszeichnen: Kampf, Besitz (Pferde, Waffen, Kleidung)&lt;br /&gt;
- Kleiderrituale&lt;br /&gt;
- Rituale der Bestimmung des Ablaufs&lt;br /&gt;
- Konfrontationen, Konflikte, Testen eigener Machtbereiche&lt;br /&gt;
- Komik: alte Dame im Pferderennen (4.943)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Komik: alte Dame im Pferderennen (4.943)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Nomadische Lebens- und Kulturform&lt;br /&gt;
- wichtig für den Manas-Kontext&lt;br /&gt;
- 2 Formen: 1. Ziehen dem Vieh und den Weidemöglichkeiten nach. 2. Treiben Handel als eine Art Vermittler zwischen natürlichen Barrieren (Wüste, Berge).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Islam-Referenzen: wirken oft willkürlich eingeschoben, überflüssig.&lt;br /&gt;
Bsp. 4.1256: Ringkampf wird durch Manas eingreifen entschieden, Referenz zu Gott unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Jamben (4.1345): nierenförmige Silberbarren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Schamane-Wahrsager&lt;br /&gt;
In 4/1902ff. wird ein Wahrsager erwähnt, der &amp;quot;Schulterblätter brennt&amp;quot; und hieraus dem Joloi dessen Zukunft prophezeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Epen-Motiv: das zerbrochene Schwert und der Schmied&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Motiv findet sich in mehreren Epen, zentral natürlich im Nibelungenlied. In Manas: ist es Manas&#039; Schwert, das von dem Schmied Tökör repariert wird (4/1620ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Manas und Gilgamesh: Freundschaft&lt;br /&gt;
Manas und Alman bet verhalten sich wie Gilgamesh und Enkidu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Manas und Nibelungenlied: Gunst, Gaben und Bündnisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Epen geht es immer wieder um gegenseitige Gunstbezeugnisse, Gaben und das Schmieden von Bündnissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Einheit in Islamisierung begriffener Turkvölker &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manas verkörpert den Führer eines unter ihm vereinten Verbundes verschiedener Turkvölker, die sich zum einen im Prozess der Islamisierung und zum anderen im Konflikt mit mehreren Großmächten (Chinesen, Russen) befinden. Dabei wird Manas&#039; besondere Geburt (unter einem Apfelbaum mit Prophezeiungen seiner Führerschaft), seine individuelle Kampfstärke und sein wachsender Einfluss durch Freunde, Bündnisse und Siege beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der ewige Wilde (Bezug: I,3)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stärker noch als der junge Gilgamesh und ohne höfische Einbindung, wie im Fall von Siegfried, zeigt Manas in diesem Abschnitt seine schier ungebremste Machtfülle, indem er ohne zu zögern und ohne klare Motivationslage einen tödlichen Zweikampf mit Köktschö sucht, von einer eigentlich tödlichen Verwundung wieder genest, obwohl er zuvor heilende Medikamente ausgeschlagen hat, sich zwar zunächst an einige Rituale der Brautwahl und Vermählung hält, dann aber seinen Trieben freien Lauf lässt und seine Auserwählte unter Androhung brachialer Gewalt an ihn bindet, quasi im Vorbeigehen und wieder in unklarer Motivationslage die Heere des Vaters der Braut und seines Vaters Jakyp (den er vorher schon drohte, selbst zu töten) niedermacht und fröhlich seine &amp;quot;vierzig Freunde&amp;quot;, die für ihn töten und zugleich seinen tödlichen Zorn fürchten, mit einem Harem versieht. Manas hält sich weder an Abmachungen noch an irgendwelche moralischen Codices, geschweige denn an den Koran oder Verpflichtungen aus Verwandtschaftsverhältnissen. Er bewegt sich viel und schnell, auf Pferden, von einer kurzen ruhigen Phase in den nächsten Kampf, begleitet von der weiten Steppe und den Bergen, umringt von mächtigen Feinden. Manas erfährt als Held kaum die Spur eines reflexiven Charakters, ihm scheint keine an Prinzipien gebundene Innerlichkeit anzugehören, er lebt ganz im Außen, in einem weiten Raum, in den er, geleitet durch Reiz und spontane Reaktion, seine Triebe, seine Kraft und seine Jugendlichkeit (&amp;quot;hatte noch nie ein Mädchen in meinem Arm&amp;quot;) ergießt - bis ihn, wie Siegfried, die List der Anderen (hier ein Gift) anscheinend endgültig auslöscht. Alle Arten von begrenzenden Referenzen - Familie, Prophezeiung, Islamisierung, Gebete zu Gott, Unterwelt-Aufenthalte, Erfahrungen von Schmerz, Krieg und Tod, Verlangen nach menschlicher Nähe, Freunde, das Leben in Gemeinschaft, Apelle, er solle mit dem Schlachten aufhören - gehen spurlos an Manas vorbei, sind nur Geäst einer Ornamentik, in dem das Feuer einer Steppe brennt, das keine Schatten in ein Inneres wirft; ein Feuer, das nur brennt, um leuchtend-unversteckt zu sein, was es ist - oder was es meint, sein zu müssen. Genau hier entsteht auf der Interpretationsebene dann auch das klassische Dilemma, dass der beobachtend-lesende Kulturmensch den natürlichen Wilden zwar respektiert, aber als Typus immer in zvilisatorische Entwicklungsmodelle einbaut, die ihn einer primitiven Phase zuordnen. Vielleicht liegt hier auch der Anspruch des Epos an uns: können und sollten wir diese Einordnung fallen lassen, die Andersartigkeit des Wilden nicht als transitorisch aburteilen, sondern als quasi ewige Wahrheit hinter einer anthropologischen Fassade eurozentrierter Aufklärung akzeptieren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Wolfs-Natur als Bindeglied zwischen Glauben und Kultur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Spur zum Verständnis der Glaubenstruktur und des sozialen Überbaus führt in ein als Totemismus betiteltes Wissensfeld, in dem ein (teils als blau-grauer) Wolf eine zentrale Rolle bei den Turkvölkern spielt. Der Wolf wird mit einem Schöpfungsmythos der jeweiligen Stammeslinien verbunden: er kreuzt sich etwa mit einem Menschen, hieraus gehen alle Stammesnachfahren hervor. der Wolf druchdring auch mit fast allen Körperteilen (Magen, Galle, Kopf, Krallen, Fell etc.) das Feld sozialer Praktiken (Geburt, Tod, Gesundheit-Medizin). Sekundärliteratur:  Paul: Weltgeschichte, Position 1312 (Religion und Kunst) und Bajalojewa: Kirgisen, S. 11-26. Wolfs-Referenzen in Manas: 4/1286: &amp;quot;der wolfäig&#039;ge, der graubärt&#039;ge Manas&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Manas- Der Gott auf Erden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manas ist tyrannisch-willkürlich, weise-beratend, wissend und lüsternd, Kind und Mann, kurz alles in Einem, kreisend um ein scheinbar nicht besetztes, leeres Zentrum seiner Identität, fundiert in einer verborgenen Rationalitätsform, die seine Macht legitimiert (eventuell führt die Spur des Wolfes hier hin). Diese Gott-Artigkeit wird im Kontext vom Fest des Bok Morun (4. Abschnitt) sehr deutlich:&lt;br /&gt;
- Willkür: Manas lässt einen Boten vierteilen. Er erwähnt, dass man sich die Beute, den Gewinn selbst holen wird, sollte man auf den Wettkämpfen nicht gewinnen.  4.281, 4.395.&lt;br /&gt;
- Berater und Schlichter zwischen Bok Morun und einem chinesischen Herrscher, Thema: Pferde-Handel.&lt;br /&gt;
- Motivierer-weiser Herrscher, der Ratschläge erteilt: Ringkampf. 4.1110.&lt;br /&gt;
- Ritual-Kenner: weiß, wie man sich Kleiden muss, was dazu gehört.&lt;br /&gt;
- Feste feiern: weiß, wie man das macht.&lt;br /&gt;
- Schlachtführer und Schlichter im Krieg&lt;br /&gt;
- bärenstark, und doch unerfahren-dumm wie ein Kind (&amp;quot;Trotzkopf&amp;quot; genannt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Eine deutsche Übersetzung von 1885 ist vorhanden: Radloff; Wilhelm, 1885. Proben der Volksliteratur der nördlichen türkischen Stämme, V: Der Dialect der Kara-Kirgisen, St. Petersburg.&lt;br /&gt;
*:Manas 377 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_1_Manas.pdf]]&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
*:Einführung S.1-32 [[Media:Radloff 1885.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Joloi Kan 168 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_2_Joloi_Kan.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Er Töschtük 72 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_3_Er_Töschtük.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/jiYQi6VQ6bc YouTube: The Art of Akyns, Kyrgyz Epic Tellers - 4 min.]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/kMDklwoLf34 YouTube: Manas - UNESCO - 10 min.]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=in4VqMvVNWg YouTube: Kirgisische Reiterimpressionen]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=-mzf8ENPMU0 YouTube: Kleiner Manas Sänger in Trance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=VCOGKwMazrU YouTube: Manas Sänger - historische Aufnahmen]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=Hs4pTfKNs-Y YouTube: Kyrgyz Manas Epic &amp;quot;Forty choro warriors flee to China&amp;quot;]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=HfgB-Au5htg YouTube: Manas Performance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=E3_v_dp80R8 YouTube: Manas Performance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=IF4nViV51uc YouTube: Manas als Theater]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=hi39bAgQISE YouTube: Modernere Manasfassung]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=SQB9iy5KHl8 YouTube: Kirgisische Gitrarrespieler]&lt;br /&gt;
* [http://www.unesco.org/culture/ich/index.php?lg=en&amp;amp;pg=00011&amp;amp;RL=00876 Beschreibung durch die UNESCO: Welterbe Manas]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/artl/hatto-manas.shtml The Birth of Manas - A confrontation of two branches of heroic epic poetry in Kirgiz - By A. T. Hatto - Vergleich der Radloffschen Version und Fassung von Sagymbay Orozbakov (1867-1930)]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/folklore/manas/manasintro.html Englische Fassug von 2005, die die wesentlichen Fassungen nochmal neu ins englische übersetzt - unter Berücksichtigung besserer kirgisischer Spachkenntnisse - translated, introduced and annotated by Elmira Köçümkulkïzï1 - Ph.D. Candidate in Near and Middle Eastern Studies - University of Washington (Seattle)]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Die_alttürkische_Religion-1991.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Klimkeit-Buddhism_in_Turkish_Central_Asia-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Gabain-Inhalt_und_magische_Bedeutung_der_alttürkischen_Inschriften-1953.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hatto-Manas-Radloff-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Levin-Where-Rivers-Mountains-Sing-2011.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Mussajew-Epos-Manas-1994.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Die-Araber-vorislamischen-Zeit-Gegenwart-ebook/dp/B005JCYMHG/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390203366&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Die+Araber%3A+Von+der+vorislamischen+Zeit+bis+zur+Gegenwart Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart - Halm, Heinz]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Koran-Kommentar-Konkordanz-Rudi-ParetTaschenbuchausgabe/dp/3170226703/ref=sr_1_2?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390204205&amp;amp;sr=1-2&amp;amp;keywords=paret+koran Der Koran. Textausgabe - Paret, Rudi]&lt;br /&gt;
* [[Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Thrower-Religious-History-Central-Asia-2004.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Reichl-Singing-the-Past-2000.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:J_Paul_-Neue_Fischer_Weltgeschichte_-_Band_10_Zentralasien.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Frühe-Türken-Zentralasien-1992.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hainsworth-Idea-of-Epic-1992.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Krader-Social-Organization-Mongol-Turkic-Pastoral-Nomads-1963.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media: Basilov-Zirin-Nomads-Eurasia-1989.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 10.Februar 2014: Türkisierung Zentralasiens ab ca 6 Jh. n Chr. bis 13 Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herrschervölker in der Mongolei und in Turkestans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 6. Jahrhundert fielen die heute als On-Ok bezeichneten Kök-Türken in Turkestan ein und errichteten in diesem Gebiet ihr westliches Teil-Khanat, dass sich bis zum Jahr 745 halten konnte.&lt;br /&gt;
745 übernehmen die Uighuren bis 840 als ein weiteres Türkvolk neben Oghuzen, Seldschuken &amp;amp; Chasaren die Macht in der Mongolei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uighuren waren zum Teil Nomaden (es gab aber auch stadtartige Siedlungen).&lt;br /&gt;
Ab 840 herrschten die Jenissei-Kirgisen in der Mongolei, Nomaden wurden nach chinesisch Turkestan vertrieben und wurden da teilweise sesshaft.&lt;br /&gt;
(Weitere dokumentierte Türkvölker ab dem 10 jh. : Ghuzen, Garluq, Tughuzghuz, Turkmenen, Usbeken, Karakalpaken, Kasachen, Tataren, Aserbaidschaner, Karäim, Krimtürken, Turk-Mescheten und Türken.)&lt;br /&gt;
Die Islamische Periode startet bei den Türkvölkern ab dem 11.Jahrhundert - Vereinigung der Iranier Persiens und Mittelasiens -&amp;gt; Migrationsbewegung von Persern nach Osten.&lt;br /&gt;
Im 11 Jh. kriegerische Auseinandersetzungen nach Süden mit den Tibetern.&lt;br /&gt;
Während der zweiten Hälfte des 11. und der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war West-Turkestan ein Teil des ausgedehnten Seldschukenreiches (Türkvolk)&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts befand es sich unter der Oberherrschaft der (nichtmuslimischen) Qara-Chitai bevor diese durch die Qarachniden und später den Mongoleneinfall (Dschinghis Khan) verdrängt wurden&lt;br /&gt;
* Türken vs. Araber/Perser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Araber existiert zur Zeit der Orchoninschriften (730) noch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Türkvölker wurden im Unterschied zu Iraniern nicht durch Araber aus dem Westen unterworfen. Die Araber im Westen wehrten nur die Angriffe auf die „Kulturländer“ ab (705-715). Ab 8. Jh. bauten Araber Wälle gegen die Menschen im Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Samaniden (Iranier/Perser) vergrößerten den gebietsmässigen Einfluss des Islam nur unwesentlich, aber der kulturelle Einfluss auf die Türken wuchs, zum Teil kam es kurz vor dem Fall der persischen Sassaniden (9./10. Jh.) auch zu Bündnisse, die den kulturellen und religiösen Austausch verstärkten.&lt;br /&gt;
* Religion&lt;br /&gt;
Türkvölker blieben lange (insbesondere in Ost-Turkestan) schamistisch mit wenig Einfluss durch Buddhismus und Islam. Buddhismus hatte bereits um 600 Einfluss auf die Türken. Nach dem Sieg über die Perser (Sassaniden im 9 Jh) wurden die Türken Zoroaster (siehe Zarathustra). Ab 760 sind Einflüsse der Manichäer (Perser &amp;quot;Mani&amp;quot; als Religionsstifter, Kontakte der Türkvölker nach Babylon) und des Christentums bis nach Ost-Turkestan  (chinesisch Turkestan wurde von Uighuren bewohnt, insofern hier auch budhistische Belege). Die Islam war ursprünglich (ab 7 Jh. im westlichen Teil Mittelasiens) nicht missionarisch tätig - die Türkvölkwer im westlichen Teil Turkestans wurden islamisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Handel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelsbeziehungen zu den Indern und nach China - später zu den Iraniern.&lt;br /&gt;
* Validität der Quellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Historie in der Mongolei und chinesischen Turkestan wurde durch chinesische Schriften dokumentiert, da die Islamische Welt diese Ereignisse kaum wiedergab. Mohammedaner (Araber/Perser) kannten und nutzen zwar die alten Handelswege nach Osten, es gibt aber kaum Berichte von den Türkvölkern im mongolischen Norden - generell gibt es in den umfangreichen geografischen Schriften der Mohammedaner kaum Berichte über die Türkvölker im Osten. Andererseits wurden veraltete Texte über Jahrhunderte wiederholt in der ismamischen Welt wiedergegeben, in denen man den Türken ihrer mächtigen Stellung in der isamaischen Welt nicht gerecht wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache bei den Türkvölkern Zentralasiens wurde mit der Zeit das Persische und blieb im kleineren Maß &lt;br /&gt;
das Türkische, im östlichen Teil nahm das chinesische seinen Einfluß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== auch noch am 10.02.2014: Die Araber (nach Heinz Halm) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Araber ist, wer arabisch spricht - und das tun 280 Mio Menschen. Die Wortbedeutung ist unklar. Der Begriff wird bereits 853 v.Chr. für beduinische (also aus Kamelnomaden bestehende) assyrische Hilfstruppen benutzt. Auch bei Xerxes&#039; Griechenzug 480 v.Chr. sind arabische Bogenschützen auf Kamelen dabei.&lt;br /&gt;
Das Arabische ist eine semitische Sprache, verwandt also z.B. dem Akkadischen, dem Hebräischen, dem Aramäischen...&lt;br /&gt;
Die Schrift hat sich, wie auch die griechische und die lateinische, aus einer phönizischen Urform entwickelt. Sie besteht aus 28 Zeichen - ausschließlich für Konsonanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- 64 v. Chr. kommen die Römer in die Levante, 30 v.Chr. nach Ägypten. Die Araber stehen also zwischen Persien und (Ost-) Rom. Bis zu Mohammed (etwa 570 - 632 n.Chr.) gibt es keine einheitliche politische Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Zur Zeit Mohammeds sind 3 von 5 Stämmen in Medina jüdisch.&lt;br /&gt;
Im geographischen Raum gibt es auch viele Christen. Darüber hinaus werden weit verbreitet arabische Naturgottheiten verehrt. Die Kaba in Mekka ist z.B. ein würfelförmiger Tempel für den Gott Hubal. In Mekka selbst, wohlhabend wegen des vielbesuchten Tempels und der Lage an der &amp;quot;Weihrauchstrasse&amp;quot; vom Jemen nach Damasjus, gibt es keine christlichen oder jüdischen Gemeinden. Hier wird Mohammed um 570 geboren und tritt ab etwa 610 als monotheistischer Prophet auf, wird aber unterdrückt und bedroht, so dass er 622 ins 350 km entfernte Medina auswandert. Bei ihm sind &amp;quot;die Ergebenen&amp;quot; (die &amp;quot;muslimun&amp;quot;, mit ihrer &amp;quot;Ergebung&amp;quot; oder &amp;quot;Hingabe&amp;quot; - dem &amp;quot;Islam&amp;quot;). In Medina entsteht die Urgemeinde, die &amp;quot;Gemeinschaft&amp;quot; (die &amp;quot;umma&amp;quot;) und wird mächtig. Da göttlich eingesetzt, ist die umma unauflösbar. &lt;br /&gt;
Nach 10 Jahren ist praktisch die gesamte arabische Halbinsel islamisch. Auch Christen, auch Juden, auch Mekka schließen sich der neuen religiösen Bewegung an. Der Gründer stirbt 632 in Medina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die 4 ersten Nachfolger (&amp;quot;Kalifen&amp;quot;) sind noch direkte Weggefährten des Mohammed. Sie alle sind Angehörige eines, eigentlich mekkanischen, Stammes. Schon unter den ersten 4 Kalifen gibt es eine starke Expansion des Islam, etwa nach Ägypten und Mesopotamien. Danach wird die weniger religiös inspirierte Familie der Umayyaden für 90 Jahre das Kalifenamt übernehmen und das Machtzentrum nach Damaskus verlegen. Die Nachkommen des 4. Kalifen Ali initiieren eine Aufstand gegen die Umayyaden, der niedergeworfen wird, was ihnen einen Märtyrerstatus ein- und die &amp;quot;Partei&amp;quot; der Schiiten hervorbringt. Die bis heute andauernde Spaltung des Islam ist damit angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Expansion geht weiter: Im 8. Jh. sind etwa Buchara, Samarkant und Taschkent islamisch. Hier ist die &amp;quot;Front&amp;quot; zu den aus den nördlichen Steppen andrängenden Turkvölkern (und der kontextuale Schauplatz der Alman-Bet-Geschichte des Manas). 751 findet am Fluss Talass (in Kirgisien) ein Grenzgefecht mit den Chinesen statt. Etliche kriegsgefangene Chinesen sind Papierwerker, und so kommt die Kunst der Papierherstellung in die arabische Welt. Ein ungeheurer Schub! Somit wird Literatur möglich und Al-Arabiyya, die arabische Sprache ermöglicht einen Kulturtransfer im riesigen Raum von Toledo bis Samarkant. &lt;br /&gt;
Mit gewissen Einschränkungen: Der Iran hatte sich der Arabisierung verschlossen. Hier gilt das (Neu-) Persisch ab dem 10. Jh. als Literatursprache. Die monotheistische Zarathustra-Lehre war dem Islam gewichen, allerdings vornehmlich in dessen schiitischer Ausprägung. &lt;br /&gt;
Ägypten ist durch die Kopten bis ins 15.Jh. ein überwiegend christliches Land geblieben. Die (militärischen) Machtzentren waren aber schnell islamisch. Die koptischen Christen machen heute noch eine etwa 10 % starke Bevölkerungsgruppe aus.&lt;br /&gt;
Wenig arabisiert wurde auch das berberophone Marokko.&lt;br /&gt;
Die Expansion nach Nordosten wird durch Karl Martell bei Poitiers und Tours gestoppt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Umayyaden-Dynastie wird 750 abgelöst durch das &amp;quot;abassidische&amp;quot; Kalifat von Bagdad, das bis 1258 bestehen bleiben wird. Bagdad hat um 800 unter Harun al-Raschid 1 Mio Einwohner. Eine ausgefeilte Bürokratie entsteht mit Ämtern wie etwa dem Wesir (leitender Minister) oder dem Emir (eine Art Gouverneur). Die Bagdader Kalifen sichern ihre Macht durch die teilweise 20.000 Mann starke Militärkaste der &amp;quot;Mamluken&amp;quot;. Das Wort bedeutet Sklave und beschreibt die zu Kriegsdiensten eingesetzten Gefangenen der nomadisierenden Turkvölker Zentralasiens.&lt;br /&gt;
(&amp;quot;Mamluken&amp;quot; in Spanien und Nordafrika sind hingegen überwiegend Osteuropäer = &amp;quot;Slawen&amp;quot;.)&lt;br /&gt;
Die abassidischen Kalifen stehen meistenteils unter der Protektion von &amp;quot;Schutzherren&amp;quot;, zunächst der persischen, schiitischen Buyiden, später der türkischen Seldschuken. Der Seldschukische &amp;quot;Sultan&amp;quot; (=&amp;quot;Herrscher&amp;quot;) residiert in Isfahan und hat neben (oder über) dem Kalifen in Bagdad die faktische Macht der arabischen Welt.&lt;br /&gt;
An 1071 überrennen die Seldschuken das christlich-griechische Kleinasien.&lt;br /&gt;
1258 stehen die Mongolen vor Bagdad.&lt;br /&gt;
Das ist das Ende des Kalifats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Noch einmal zum Kulturtransfer: Die Aristoteles- (bzw. die gesamte Antiken-) Rezeption (Platon fehlt allerdings fast ganz) kommt ab 800 über die christlichen Aramäer ins Arabische - und von dort über Spanien zurück nach Europa. Die &amp;quot;Sarrazenen&amp;quot; (nach dem griechischen Namen eines arabischen Stammes auf dem Sinai) erobern und prägen Al-Andalus. Die &amp;quot;Reconquista&amp;quot; verleibt sich Gebiet, Kultur und Wissen (in einem bis 1492 andauernden Prozess) wieder ein.  &lt;br /&gt;
Ibn Ruschd lebt im 12. Jh. in Cordoba. Auch die von den Indern übernommene Mathematik wird als Wissenschaft weiter etabliert. Viele Begrifflichkeiten (&amp;quot;Algebra&amp;quot;; &amp;quot;Algorithmus&amp;quot;, ...) sind arabischen Ursprungs.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Manas&amp;diff=635</id>
		<title>Manas</title>
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		<updated>2015-03-08T20:14:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* Teil 5 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 14.Januar 2014 - 20:30 bei Andreas: Vorwort, Episode 1&lt;br /&gt;
* 21.Januar 2014 - 20:30 bei Matthias: Planung der weiteren Schritte&lt;br /&gt;
* 10.Februar 2014 - 20:30 bei Tiemo: Referate aus &amp;quot;12 Vorlesungen über die Geschichte der Türken Mittelasiens&amp;quot; &amp;amp; &amp;quot;Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 6.März 2014 - 20:30 bei Andreas: Referate zum Koran &lt;br /&gt;
* 24.März 2014 - 20:30 bei Matthias: Episode 1 &amp;amp; Anfang 2&lt;br /&gt;
* 12.Mai 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1453&lt;br /&gt;
* 12.Juni 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1862&lt;br /&gt;
* 7.Juli 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1120&lt;br /&gt;
* 14.August 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1940&lt;br /&gt;
* 6.Oktober 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/2486&lt;br /&gt;
* 6.November 2014 - 20:30 bei Andreas gelesen bis IV/1150, und Recherche- und Leseaufträge vergeben zu vorislamischer Religion und Alltagskultur&lt;br /&gt;
* 20.November 2014 - 20:30 bei Tiemo gelesen bis ungefähr IV/1543&lt;br /&gt;
* 4.Dezember 2014 - 20:30 bei Tobias - Lesen: Paul: Weltgeschichte, Position 1312 (Religion und Kunst) und Bajalojewa: Kirgisen, S. 11-26. Kontext: Totemismus-Wolf.[[Media:J_Paul_-Neue_Fischer_Weltgeschichte_-_Band_10_Zentralasien.pdf]] &amp;amp; [[Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf]] Gelesen bis 4/2197 (Ende des 4. Teils)&lt;br /&gt;
* 8. Januar 2015 - 20:30 bei Matthias. Gelesen bis 5/1176&lt;br /&gt;
* 12. Februar 2015 - 20:30 bei Tiemo. Gelesen bis Ende 5&lt;br /&gt;
* 26.Februar 2015 - 20:30 bei Andreas. Gespräch mit Kirgisischem Kulturverein vorbereitet. Zusammenfassung  [[Media:Scharlipp-Frühe-Türken-Zentralasien-1992.pdf]] von Andreas&lt;br /&gt;
* 12. oder 19. März - 19 Uhr bei Tiemo. Treffen mit Kirgisischem Kulturverein. [[Fragen zu Manas für Experten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
Das Manas-Epos handelt von dem Kampf des mythischen kirgisischen Volkshelden Manas und seiner Gefährten und Nachkommen im 9. Jahrhundert gegen die Uiguren und ist das wichtigste Werk der klassischen kirgisischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Werk umfasst fast 500.000 Verse und ist damit zwanzig Mal so lang wie Homers Odyssee und Ilias zusammen. Über viele Generationen nur mündlich von Manaschis, hoch angesehenen, den türkischen Aşıklar ähnlichen Volkssängern in melodischem Redegesang überliefert, wurde das Epos erst 1885 schriftlich niedergelegt. Über seine Ursprünge gibt es verschiedene Ansichten: Manche Literaturforscher gehen vom 6. bis 10. Jahrhundert aus, andere vom 11. und 12., und wieder andere erst vom 15. bis 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute existieren mindestens 65 verschiedene gedruckte Versionen des Werks oder von Teilen davon. Eine neue Übersetzung des Gesamtwerks ins Englische durch Walter May wurde 1995, zum mutmaßlich tausendsten Jubiläum der Geburt von Manas, veröffentlicht und 2004 in zwei Bänden neu gedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des Epos werden heute bei festlichen Gelegenheiten gern und häufig von Manaschis rezitiert, normalerweise begleitet von einer oder mehreren Komuz, einer gezupften dreisaitigen Langhalslaute, die von den Musikern ausgesprochen virtuos gehandhabt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held Manas soll in den Ala-Too-Bergen in der Region Talas in im Nordwesten von Kirgisistan geboren sein. Ein Mausoleum einige Kilometer östlich der Stadt Talas soll seine sterblichen Reste bergen und ist eine beliebte Ausflugs- und Feststätte, wo seit 1995 im Sommer eindrucksvolle kirgisische Reiterspiele aufgeführt werden. Allerdings heißt es in einer Fassadenbeschriftung, dass das Mausoleum „... der ruhmreichsten der Frauen, Kenizek-Khatun, der Tochter des Emirs Abuka“ gewidmet sei. Der Legende zufolge soll Kanikey, die Witwe des Manas, diese Inschrift angeordnet haben, um die Feinde ihres Mannes irre zu führen und eine Grabschändung zu verhindern. Das Gebäude, bekannt als „Manastin Khumbuzu“ oder „Der Ghumbez des Manas“, wurde vermutlich 1334 errichtet. In der Nähe steht ein Museum, das Manas und seiner Legende gewidmet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhaltliche Zusammenfassung==&lt;br /&gt;
=== Teil 1 ===&lt;br /&gt;
* 1-39: Beschreibung der Vorfahren des Manas und Hoffnung an seine Fähigkeiten.&lt;br /&gt;
* 40-72: Geburt Manas und Prophezeiungen und Bestätigung durch den schon sprechenden in der Wiege liegenden Manas - er will den Muslimen den Weg öffnen.&lt;br /&gt;
* 73-143: Beauftragung Durch den Vater Jakyp Kan an Bakai Kan, Manas die Welt zu zeigen.&lt;br /&gt;
* 144-152: Bakai Kan bestätigt den Auftrag.&lt;br /&gt;
* 153-164: kurzbeschreibung welche Fähigkeiten Manas zum vierzehnten Lebensjahr erwarb.&lt;br /&gt;
=== Teil 2 ===&lt;br /&gt;
* 1-16: Geburt Alman Bets, als Sohn Kara Kans.&lt;br /&gt;
* 17-65: Held Köktschö begründet sein Volk und trifft dabei Alman Bet.&lt;br /&gt;
* 66-101: Die beiden Helden lernen sich kennen.&lt;br /&gt;
* 102-125: In der rede zu religiösen dingen ensteht der Wunsch Alman Bets, den Koran zu sehen.&lt;br /&gt;
* 125-164: Köktschö gitb Alman Bet die Möglichkeit den Koran zu lesen. Alman Bet will daraufhin Muslime werden&lt;br /&gt;
* 165-177: Alman Bet und Köktschö werden Freunde.&lt;br /&gt;
* 178-200: Alman Bet beschliesst, sein eigenes Volk, die Oirot, zu Muslime zu machen und inmitten der Muslimen flussaufwärts anzusiedeln (evtl metaphorisch gemeint).&lt;br /&gt;
* 201-231: Alman Bet ritt zu seinem Vater und versucht ihn zu überzeugen, dass Kara Kans Volk konvertiert&lt;br /&gt;
* 232-274: Kara Kan bezeugt seinem Volk Treue und beauftragt sein Volk, Alman Bet zu töten, die sich in einen Hinterhalt legen. &lt;br /&gt;
* 275-306: Alman Bet tritt wiederum vor seinen Vater und versucht ihn zu bekehren, dieser lehnt aber ab und verstösst ihn.&lt;br /&gt;
* 307-335: Alman Bet spricht mit seiner Mutter, damit sie ihn nicht auch verstösse.&lt;br /&gt;
* 336-449: Beim Verlassen trifft er auf das im Hinterhalt liegende Heer, töte alle Fürsten der Oirot.&lt;br /&gt;
* 450-511: Alman Bet bietet sich als Freund und Unterstützer für Köktschö an und wird von diesem auch zu sich eingeladen (die Teile der Familie nomadisieren zusammen).&lt;br /&gt;
* 512-552: Das Volk und vorallem die Frauen bereiten sich auf die Ankunft Alman Bets vor.&lt;br /&gt;
* 553-590: Begrüssung Alman Bets durch die Frauen Köktschös&lt;br /&gt;
* 591-619: Kleine Zwistigkeit zwischen Köktschö und seiner Frau Ak Erkätsch, weil sie sein Pferd nicht hält bei seinem Absteigen.&lt;br /&gt;
* 620-697: Alman Bet wird besonders gut bewirtet und ihm wird eine Schlafstätte zugewiesen - am nächsten Morgen werden ihm zum Frühstück sogar zwei Stuten geschlachtet.&lt;br /&gt;
* 698-719: Alman Bet lebte nun bei Köktschö und mehrte so seht den Wohlstand der Sippe, dass bei den Gefährten Köktschös Neid entstand.&lt;br /&gt;
* 720-759: Die Gefährten intrigieren indem sie Alman Bet vor Köktschö bezichtigen, Ak Erkätsch des nachts beigewohnt zu haben.&lt;br /&gt;
* 760-827: Köktschö lässt nach Alman Bet rufen, bevor dieser jedoch zu ihm reitet, offenbart er seine Verwirrung dem Vater Köktschös. Bei Köktschö wird er missachtet umd tritt einer verwirrten Gesellschaft gegenüber.&lt;br /&gt;
* 828-856: Alman Bet werden Vorwürfe gemacht, ob er seinen Gastgebern vieles entwenden würde und ob Ak Erkätsch sich ihm ergeben hat.&lt;br /&gt;
* 857-863: &amp;quot;Gegen Gott hilft keine List&amp;quot; und Verlangen nach Brandwein - evtl. ein Eingeständnis* 864-892: Köktschö bittet Alman Bet darum Pferde und Kleidung für die Abreise zu erbitten, doch Alman Bet bittet um Köktschös eigenes Pferd und seine Kleidung.  &lt;br /&gt;
* 893-914: Diskurs über die Frage, wonach Alman Bet bitten dürfte (Blauer vs. gelber Schecke und ähnliches).&lt;br /&gt;
* 915-927: Köktschtö fragt, warum Alman Bet nicht geht.* 928-999: Eskalation des Gesrpächs bis zur Verfluchung und Racheandeutung.&lt;br /&gt;
* 1002-1002: Alman Bet kündigt die Freundschaft auf.&lt;br /&gt;
* 1003-1006: Alman Bet zieht ab.&lt;br /&gt;
* 1007-1059: Ak Erkätsch macht sich hübsch und bietet Alman Bet ihre Hilfe an, Köktschö umzustimmen, Alman Bet doch das passende Pferd und die passende Kleidung zu geben.&lt;br /&gt;
* 1060-1094: Ak Erkätsch erklärt Köktschö, dass er zugrund gerichtet wird, wenn er Alman Bet ohne die erbetenen Dinge ziehen lässt. Köktschö soll Alman Bet auch erst am achten Tag entlassen, auch der Götter (&amp;amp; Kydir) wegen.&lt;br /&gt;
* 1095-1099: Köktschö will sich nicht überzeugen lassen, auch wenn Ak Erkätsch ihn verliesse.&lt;br /&gt;
* 1100-1110: Ak Erkätsch sagt ihm, dass Alman Bet ansonsten gewaltsam ihm sein Pferd entreissen würde und er Pferschaaren verlieren würde.&lt;br /&gt;
* 1111-1114: Köktschö willl seinen blauen Schecken und den blauen Panzer an Alman Bet übergeben und lässt nach ihm rufen.&lt;br /&gt;
* 1115-1123: Alman Bet ist aber betrunken und lagert laut den Freunden im Schatten einer Tanne.&lt;br /&gt;
* 1123-1132: Bei genauer Prüfung durch Ak Erkätsch ist er aber dann doch bereits fortgeritten - anstelle des blauen Falben nun mit einem Fuchs.&lt;br /&gt;
* 1132-1134: Mamas hat einen Traum&lt;br /&gt;
* 1135-1172: Auflistung der herbeigerufenen Gefährten&lt;br /&gt;
* 1172-1215: Jakyp, Vater des Mamas, soll den Traum deuten; in-Aussicht-Stellung von Belohnung, verbunden mit Drohung (&amp;quot;deutet richtig er den Traum... Deuten meinen träum er falsch...&amp;quot;; (1206/1209). Deutet der Vater den Traum falsch, kommt dessen Sohn(!) nach Sibirien, USW (1210);&lt;br /&gt;
* 1216-1297: Manas selbst macht sich zum Vater auf, mit paradepferd prunkpanzer und legendärem Schwert, wiederholt das brimborium um den Traum, erneuert die Drohung bei fehldeutung (1283ff). Das Volk hat schon Angst um den Vater (und auch die Mutter)-scheinbar nicht zu unrecht.&lt;br /&gt;
* 1298-1312: entspann adschy bai  (&amp;quot;der verwirrtes stets gelöset...&amp;quot;) die Situation: manas soll seinen Traum doch erstmal schildern.&lt;br /&gt;
* 1313-1328: tut manas das endlich (Inhalt: Wild und geflügel fällt tot um, wenn Mamas mit Hund und Pferd zur Jagd geht...!?)&lt;br /&gt;
* 1329-1360: nimmt Adschy Bai die Gefahr auf sich, den Traum zu deuten: &amp;quot; eines Fürsten trefflich Kind ... Wird wohl bei dir sich niederlassen.&amp;quot; (1343-46)&lt;br /&gt;
* 1361-1435: ist Manas begeistert, schenkt Adschy seinen Panzer, erweitert die Deutung dahingehend, dass er &amp;quot;des Fürsten Kind&amp;quot; als Alman Bet identifiziert.Es werden Vorbereitungen getroffen, dem Helden entgegenzufiebern, obgleich man nicht weiß, ob der in friedlicher Absicht kommt.&lt;br /&gt;
* 1436: beginnt der Zug des Heeres, dem Alman Bet entgegen.&lt;br /&gt;
* 1436-68: eine Teezeremonie&lt;br /&gt;
* 1497: macht Manas einen Reiter in de Ferne aus.&lt;br /&gt;
* 1513: erspäht auch Alman Bet etwas, dem er folgt und erkennt 1540-48, daß er einem Größeren, Mächtigerem folgt.&lt;br /&gt;
* 1553-1576: trifft Manas Vorbereitungen zum Empfang des Fremden, von dessen Absichten man noch nichts weiß.&lt;br /&gt;
* 1577: kommt Alman Bet, (Und ab hier drängt sich mir der Vergleich mit der ANkunft Siegfrieds bei den Burgundern auf) fängt eine Lerche im Galopp, verweigert das Gespräch mit dem Empfangskommittee, will nur mit dem Fürsten sprechen, wird 1648 von Adschy Bai tatsächlich zu Manas vorgelassen. Das Ganze hätte auch fürchterlich schiefgehen können. Der Text deutet es an&lt;br /&gt;
* 1609-1610: &amp;quot;Alman Bet und Held Manas, wie nur werden sie sich grüßen?&amp;quot;- per Handschlag oder per Schwertstreich... Und in Alman Bets fatalistischem Ausruf, als er bei Manas eintritt:&amp;quot;Gottes Wille ist&#039;s, wer kann gegen seine Macht sich stemmen?&amp;quot;(1642/43) -tut es aber nicht!&lt;br /&gt;
* 1690: Herzliche Begrüßung&lt;br /&gt;
* 1700-1704: Teezeremonie&lt;br /&gt;
* -1745: Kostbare GeSchenke des Manas, die Alman Bet aber nicht annimmt, mit Ausnähme eines Pferdes (1745)&lt;br /&gt;
* -1757: Manas will jetzt einen wegtrittst veranstalten (1757  ff) Jakyp Bai soll alles richten. Dieser verunsichert die Boten ab 1800 mit seinen Nachfragen nach deren Kenntnis der Herkunft ihres Volkes. Die sind unwissend. Jakyb deutet Überlegenheit Alman Bets an (1812/13); Wettreiten&lt;br /&gt;
* 1831-39: wer ist Gewinner?&lt;br /&gt;
* 1841-1862: kommt Mutter des Manas. Anblich des Manas uns Alman Bets erzeugt bei ihr Milchfluß. Alman Bet schlägt vor, daß jeder der beiden aus einer Brust trinke möge. Sie tun das und erzeugen so eine Brüderschaft, welche sich durch das anschließendßende Zechen verfestigt oder geradezu erst wirksam wird (1862)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 3 ===&lt;br /&gt;
* 1-351: Kampf zwischen Manas und Köktschö. Der Anlass des Kampfes ist unklar. 185ff.: Manas begehrt Köktschös Pferde und Herden, will sie zusammentreiben und Alman Bet geben. Hatto (73-74) verweist auch auf I,2: Köktschö behandelt Alman Bet zunächst als Nicht-Muslim in kritischer Distanz. 411-459: Manas sagt dem Zaren, dass er wegen Alaman Bet, dem K. Pferde verweigerte, ausritt und Köktschös Herden raubte.&lt;br /&gt;
* 10ff.: Manas beugt sich vor dem (russischen) Zaren, zugleich Lob von Manas&#039; Heldenkraft.&lt;br /&gt;
* 161ff.: Manas dringt auf einen tödlichen Zweikampf mit K., mit Flinte und Schwert.&lt;br /&gt;
* 232ff: Manas trifft nicht, wird selbst von K. ins Herz getroffen, schlägt angeblich heilende Medizin von Köktschö aus und flieht.&lt;br /&gt;
* 281-284: Manas betet: &amp;quot;In der Hand des Schöpfers stand er, in dem Schutz des weissen Zaren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 285-324: Manas ruft seine Freunde an, verbringt 20 Nächte &amp;quot;unterhalb der Erde&amp;quot;, im &amp;quot;Jenseits&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 325-350: Unklarer Handlungsanschluss. K. stoppt den fliehenden Manas, der, K. selbst verfehlend, mit demselben Schwerthieb dessen Pferd erlegt.&lt;br /&gt;
* 351-375: Manas übergibt Alman Bet die Herde, reitet zum weißen Zaren.&lt;br /&gt;
* 376-513: Gespräch mit dem Zaren.&lt;br /&gt;
* 514-660: Manas kehrt zu seinem Vater Jakyp Bai zurück. Gespräch mit seinem Vater.&lt;br /&gt;
* 563ff.: Manas will eine Frau von seinem Vater. &amp;quot;Ruht&#039; noch nie in Mädchen Armen&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 661-744: Jakyp begibt sich auf Brautsuche. Reitet zu Temir Kan. Spricht zunächst mit Mängdi Bai, der zu Temir Kan gehört und als Unruhestifter beschrieben wird. Jakyp fragt nach der Tochter Temir Kans, Kanykäi, (schon in 632-633 vor Jakyp als Manas&#039; mögliche Braut erwähnt) und sagt, er hätte vorher (?) schon vergeblich der Chinesen, Perser, Kirgisen und Inder Volk nach schönen Frauen durchstreift.&lt;br /&gt;
* 744-763: Mängdi Bai reitet zu Temir Kan, um ihm Jakyps Bitte zu vermitteln, kritisiert dessen Anliegen aber (er hätte keine Brautgeschenke mitgebracht etc.).&lt;br /&gt;
* 764-1003: Temir Kan beschimpft Bai als &amp;quot;zum Zank geborenen Sklaven&amp;quot;, reitet zu Jakyp. Kan will Manas seine Tochter nur geben, wenn Manas mit dem &amp;quot;Schießen, Schlagen und Stechen&amp;quot; aufhört, Jakyp empört sich, sagt Kan, dass Manas sich seine Tocher mit Gewalt holen könnte. Daraufhin berät sich Kan mit seiner Frau und seiner Tochter, Bai und Fürsten. 937ff.: Nachdem Bai wieder Jakyp kritisiert hat, verweisen die Fürsten auf Manas&#039; Stärke, raten, Jakyp ehrenvoll zu empfangen, und fordern, dass Manas Brautgeschenke bringt. &lt;br /&gt;
* 1004-1120: Jakyp reitet zu Manas zurück, dieser akzeptiert die Forderung nach Brautgeschenken und macht sich mit seinen 40 Freunden auf den Weg zu Temir Kan.&lt;br /&gt;
* 1121 - 1160 Mengdi Bai meldet Temir Kan den Manas und seine vierzig Freunde, die jedoch nicht auf Kriegszug sind, sondern Brautgeld für Kanykäi in Form von Pferden bringen. Die Herden müssen zur Erfüllung des Brautpreises vier Täler füllen. &lt;br /&gt;
* 1161 - 1199 Mengdi Bai bewirtet in seinem Haus nur die vierzig Freunde des Manas mit Honigbranntwein, während Manas allein in der Steppe bleibt und in der Hitze Durst leidet.&lt;br /&gt;
* 1200 - 1233 Die Gefährten bemerken, dass Manas allein in der Steppe verblieben ist und eilen um Vergebung bittend zu ihm. Dieser will entgegen ihrer Befürchtungen seine Gefährten jedoch nicht töten, sondern nur zu Verstand bringen. Darauf errichten sie ihm in der Steppe ein Zelt mit vierzig Flügeln.&lt;br /&gt;
* 1234 - 1259 Die Schwägerinnen / Brautgeschwister der Kanykäi kommen geschmückt zu Manas, der Gold und Silbergeld in Fülle vor ihnen ausbreitet.&lt;br /&gt;
* 1260 - 1279 Manas reitet allein zum Zelt der bislang unberührten Kanykäi. Dort isst er unbemerkt von ihrem Honig, trinkt Kumiss und &amp;quot;drückt das im Schlaf versunkene Mädchen heftig an sich&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* 1280 - 1331 Die Fürstentochter Kanykäi erwacht und zieht ein Messer. Sie fordert den ihr unbekannten Manas auf, sie loszulassen und vom Lager aufzustehen. Als dieser sich als Manas vorstellt, welcher unzählige Stuten hergetrieben habe, fragt sie ihn, ob er einer der Hirten ihres Vaters sei. Als Manas die Kanykäi nun als verzärtelt bezeichnet, zerschneidet diese sein Gelenk am Unterarm mit ihrem Messer.&lt;br /&gt;
* 1332 - 1380 Manas tobt und will nun lieber Junggeselle bleiben. Er bezeichnet Känykäi als Metze und Schlechteste ihres Volkes. Er will an ihr Rache nehmen und sie selbst Tiere hüten lassen.&lt;br /&gt;
* 1381 -1419 Die Schwiegermutter versucht noch erfolglos, zwischen Manas und Kanykäi zu vermitteln. Da ihm aber ein Weib widersprochen hatte, steigt Manas mit seinen vierzig Gefährten noch in der Nacht zu Pferde.&lt;br /&gt;
* 1420 - 1480 Die Diener von Manas treiben die Pferde Jakyp Kan´s und Temir Kan´s weg. Manas Gefährten - allen voran Alman Bet - dringen alles niederstechend auf das Heer Temir Kan´s ein, um Kanykäi gewaltsam zu holen.&lt;br /&gt;
* 1481 - 1529 Kanykäi ahnt ihr Verderben, legt als Friedensstifterin seidene Kleidung an und bringt vierzig Mädchen den Gefährten des Manas zum Geschenk. Manas sieht die von ihm als &amp;quot;schlechte Dirne&amp;quot; bezeichnete Kanykäi mit ihren vierzig Mädchen als Beute kommen und lässt sogleich vierzig Lager errichten, um die Gefangenen &amp;quot;zu greifen, bei den Handgelenken zu fassen und zur Besinnung zu bringen&amp;quot;.  &lt;br /&gt;
* 1530 - 1541 Kanykäi fleht zu Manas und bietet diesem sogar an, ihr ( der Dirne ) doch die Zunge abzuschneiden, wie man einem fliehenden Vogel die Federn abschneidet. Manas merkt, dass Kanykäi nun &amp;quot;zu Sinnen gekommen&amp;quot; ist und stellt klar, dass Vögel sich nur fliegend auf ein Zelt setzen.           &lt;br /&gt;
* 1542 - 1626 Das Mädchen in der Jurte Alman Bet´s ist hässlich, weshalb dieser eine andere fordert, da er mit Manas doch gleichgestellt sei. Kanykäi fordert daraufhin Altyn Ai auf, sich für Alman Bet so glänzend schön zu machen, dass dieser staunend in Ohnmacht falle. &lt;br /&gt;
* 1627 - 1679 Temir Kan sammelt seine Reichtümer um sie Manas ebenso wie sein Mädchen zu geben. Mengdi Bai will ihn abhalten und berichtet Temir Kan, dass dessen Tochter Kanykäi dem Manas widersprochen habe. Da habe dieser das Volk vernichtet und dessen Habe geraubt. Manas habe der Kanykäi die beredte Zunge ausgerissen und sie &amp;quot;wie ein Schaf zu Schand gebracht&amp;quot;. Dafür sollte Temir Kan den Manas umbringen. Temir Kan weist Mengdi Bai jedoch zunächst an, 90 Kamele mit Gold, Silber und Seide zu überbringen.&lt;br /&gt;
* 1680 - 1699 In ihrem Haus diesseits vom Kalmückenvolke befielt Mengdi Bai den beiden Dieben Köktschö Kös und Kamang Kös dem Manas vergifteten Honig-Branntwein darzubieten. Diese stellen daraufhin ein Zelt auf, in dem der eintreffende Manas den vergifteten Branntwein trinkt. &lt;br /&gt;
* 1700 - 1791 Manas versagt die Kraft und er ruft sterbend seine Genossen. Diese fragen ihn, wo sie ohne ihn leben sollen. Er rät ihnen, sich nach seinem Tod den Russen zu ergeben, da es unter dem mächtigen Zaren allen gut gehe und dort stets Recht geschehe. Dann entschwindet die &amp;quot;Fliegenseele&amp;quot; des Manas zu der &amp;quot;wahren Heimat&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* 1792 - 1807 Die vierzig Gefährten errichten ein Grabgebäude für Manas und beerdigen ihn darin nach Trauerfeierlichkeiten mit diversen Opfergaben. &lt;br /&gt;
* 1808 - 1942 Die Gefährten reiten zu Jakyp Kan und berichteten vom Tod des Manas. Sie fordern ihn auf, nicht vor Trauer zu versinken und wie früher zu Lebzeiten des Manas zu handeln. Sie und insbesondere Alman Bet würden noch leben und ihm eine Stütze sein. Jakyp Kan erinnert daran, dass Alman Bet an allen Unternehmungen des mit ihm vertrauten Manas beteiligt war, aber diesem stets der Ruhm blieb. Wenn der von Manas stammende Wohlstand abnehmen werde, müsse er, Jakyp Kan, fortziehen und aus Not auf die Suche gehen.      &lt;br /&gt;
* 1955 ff Manas ist tot, Jakyp regelt die Nachfolge (u.a. 1971 f: &amp;quot;den Befehl bei Kriegeszügen übergebet Alman Bet&amp;quot;). Obwohl es zunächst nicht den Anschein erweckt, leidet Jakyp doch sehr am Verlust des Sohnes (2019). Manas&#039; Tod hat auch materielle Folgen (2026 &amp;quot;der Reichtum nahm jetzt ab&amp;quot;, Jakyp, &amp;quot;wackelnd wie ein Trappenvogel... Will in Armut weiterleben&amp;quot; 2034 ff). Wir lernen 2043 ff. etwas über das Leben an einem Fürstenhof: Manas&#039; Schwester hat offenbar nie das Haus verlassen - ein Privileg! Kanikäi, von Manas einst geraubt und vergewaltigt, pflegt offenbar die ganze Familie (2063 ff).&lt;br /&gt;
* Ab 2070 kommen die Tiere des Manas ins Spiel: der Falbe, der Falke, der Jagdhund. Diese drei Leiden ernstlich unter dem Verlust des Manas und wiederum &amp;quot;von der Stimme dieser dreie wurden tief erregt die Herzen Aller&amp;quot; (2101 f)&lt;br /&gt;
* 2106: Und so schickte Gott der Herr seine Engel - das zurechtzurücken! Sollte es ein Guter gewesen sein, der da verschieden ist, so soll er wiederauferstehen. Die Engel treten aus das Grab und es wird zum Weißen Haus (2184 f). &amp;quot;manas Stand lebendig auf.&amp;quot; (2188), weiß zunächst wohl nicht, dass er tot war (2200).&lt;br /&gt;
* 2203: Kanykäi sieht ihn im Traum, woraufhin Jakyp 2240 die 40 Gefährten des Manas holen lässt.&lt;br /&gt;
* 2252 ff. wird klar, dass die drei Tiere nicht mehr sind, wo sie waren - der eigentliche und endgültige Schock für Jakyp (2280-90). Jako ist übrigens 80 Jahre alt (2308 - oder 90 (2327)) steigt aber aufs Pferd und reitet zu Alman Bet (2338). Die 40 nehmen seine Hoffnungen und Sorgen nicht so ernst wie erhofft (2372. f) - &amp;quot; Jakyp ritt zurück jetzt wieder&amp;quot; (2392).&lt;br /&gt;
* 2454 wird der Koran als Bezugsquelle ausdrücklich erwähnt. Man entdeckt 2466 ff, dass das Grab durch eine Art Palast ersetzt ist und findet auch die Tiere, außerdem den Manas - bei ihm natürlich &amp;quot;ein trefflich schönes Mädchen&amp;quot; (2487). Manas weiß zunächst nicht, wer er einst gewesen, ist &amp;quot; ein anderer geworden&amp;quot;(2542-48), erkennt dann aber Frau, Vater, Mutter, deren Milch er wieder trinkt (2621). &lt;br /&gt;
* 2636-46: Bestätigung der ruhmreichen Rolle Kanykäis während Manas&#039; Abwesnheit. Für diesen scheint seinen Auferstehung eine Läuterung gewesen zu sein: &amp;quot;Die bescheerte Speise essend, über alle Völker herrschend, sich vom Zaren Segen holend,lebtenherrlich jetzt Manas, alle Feinde flohen ihn,so erreichte er sein Ende.&amp;quot;(2681-86) - Bis ans Ende seiner Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 4 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1 ff: Bok Murun soll eine Gastmahl zu Ehren des Abgangs von Kan Kökötoi veranstalten und bestimmt den Boten die Gästeliste und die Forderungen an die Gäste. Wenn die Gäste nicht kommen, sollen sie gezwungen werden.&lt;br /&gt;
* 65 ff: Es werden die Gäste genau umschrieben - unter ihnen auch Manas, Köktschö, Chinesen, Russen - Freund und Feind.&lt;br /&gt;
* 175 ff: Bok Murun berät sich, wie er das Fest bereiten soll, was Mahl, Pferderennen, &amp;quot;wie das Himmelreich gewinnen&amp;quot;, wo die Gäste versammeln und wie die Reise zur Vorbereitung des Festes unternehmen.&lt;br /&gt;
* 245 ff: Jemand (Manas?) wird als Hitzkopf beschrieben, der kommen mag wenn er will.&lt;br /&gt;
* 252 ff: Perspektivwechsel auf die Boten, die die Gäste einladen - Manas (zusammen mit Alman Bet); Umgang mit den Boten; die Boten erwarten den Tod; Manas spricht nicht zu ihnen.&lt;br /&gt;
* 281 ff: Wegen eines schlechten Spiels mit Alman Bet ist Manas stark erzürnt; Alman Bet versucht ihn zu besänftigen, aber Manas erkärt die Notwedigkeit seiner Taten wider dem Boten. Der Bote wird letzlich durch Manas Gefährten gevierteilt.&lt;br /&gt;
* 383 ff: Am nächsten Morgen ruft er nur in Hemd und Unterhosen alle 40 (?) Gefährten zum Aufbruch und Ritt zu Bok Muruns Gastmahl; Beschreibung von Einzelheiten des Aufbruchs (Zelt, Tigerdecke, etc.)&lt;br /&gt;
* 395 ff: Manas bechreibt, dass man sich die Beute hole, sollte man nichts (im Pferderennen?) erringen können.&lt;br /&gt;
* 405 ff: In der Nähe des Gastmahls (die Muslime und Gjauren von weitem sehend) erkennt er den Kampf zwischen den Gästen und will sie auseienander treiben.&lt;br /&gt;
* 438 ff: Die Beschreibung der Kämpfe, in die sich Manas einmischt und alle vertreibt bzw. besiegt und so die Kämpfe beendet.&lt;br /&gt;
* 473 ff: Vier Tage später kommt Bok Murun (oder Koschoi?) zu Manas; Manas klagt seine Verspätung an, doch Bok Murun versucht ihn zu besänftigen.&lt;br /&gt;
* 520 ff: Bok Murun befragt Koschoi , wie das Fest zu bereiten sei und wie die Gjauren und Muslime zu gewinnen (gegen sie gewinnen?); &amp;quot;Manas mög die Haufen ordnen;&amp;quot;Manas verweigert den Auftrag (obwohl doch schon erledigt???).&lt;br /&gt;
* 540 ff: Sprung zur Ankündigung der Pferderennen durch Uerbü, was aber Manas wiederum so erzürnen lässt, dass er Uerbü jadt.&lt;br /&gt;
* 584 ff: Kan Koschoi soll die Ordnung des Festes bestimmen; Koschoi lehnt aber ab, da es ihn nicht interessiert; Manas macht daraufhin seinen Vorschlag, wie das Fest organisiert sein soll (Fest und Rennen erst im Frühling als Vorschlag); Koschoi stimmt zu.&lt;br /&gt;
* 616 ff: Lange Beschreibung der Pferde, die die Späher beim Abritt beobachten, und Beschreibung des herbstlichen Abrittes.&lt;br /&gt;
* 773 ff: Währen Bok Murun sein Volk &amp;quot;besichtigt&amp;quot;, verlangt der Fürst der Chinesen Kongyr Bai das Pferd Bok Muruns Manykär und droht ansonsten.&lt;br /&gt;
* 808 ff: Bok Murun will sich mit seinem Volk beraten. Man rädt ihm, sich wiederum mit Manas zu beraten.&lt;br /&gt;
* 828 ff: Manas berichtet von ähnlichen Geschichten und berät. Abschluß:&amp;quot;Was (Warum etwa) willst du ihm dieses geben&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 917 ff: Das Fest beginnt mit einem Wettlauf, zu dem Joloi eine Alte schickt, die drei Monate rennt und am Ende die Mitläufer betrunken macht und so fast gewinnt; Er Töschtük gewinnt aber dann doch.&lt;br /&gt;
* 976 ff: Als nächste gibt es einen Ringkampf; als Preis 60 Pferde; Manas versucht jemanden zu finden, der für ihn kämpft gegen Held Joloi.&lt;br /&gt;
* 1110-1149: Ein Kämpfer ist gefunden - Koschoi; Manas bittet ihn, besondere Hosen, die Manas hat fertigen lassen, zu tragen.&lt;br /&gt;
* 1150-1165: Koschoi zieht sich die Lederhosen an.&lt;br /&gt;
* 1166-1181: Koschoi will Manas&#039; Hosen auch nach dem Kampf, sollte er gewinnen, behalten.&lt;br /&gt;
* 1186-1258: Der Ringkampf zwischen Koschoi und Joloi. Koschoi gewinnt, nachdem er, von Joloi auf den Boden gedrückt, vom ergrimmten Manas mit der Knute geschlagen worden ist.&lt;br /&gt;
* 1259-1341: Bok Murun ruft zum Lanzen-Wettkampf zu Pferd. Manas gewinnt gegen Kongyr Bai,&amp;quot;dem Fürsten Chinas&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 1342-1402: Bok Murun bindet ein Kamel an einer Grube mit 60 Silberbarren (Jamben) an - es ist der Gewinn - und fragt, wer es &amp;quot;mit den Zähnen lösen könnte&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 1349-1404: Als Orongo, eine Frau &amp;quot;vom Heidenvolke&amp;quot;, es tief gebückt zu lösen versucht, wird sie von Koilu Bai &amp;quot;wie von einem jungen Stier&amp;quot; penetriert. Ausführliche Beschreibung der Szene. Orongo kriegt schließlich den Preis.&lt;br /&gt;
* 1405ff. : Pferderennen nach Kokand. Das zieht sich bis 1550. Manas (der &amp;quot;wilde Trotzkopf&amp;quot; (z.B. 1483 oder 1532) geht ab 1533 in Führung. Dem überholten Joloi wird sein wunderpferd atsch Budan getreten und umgestoßen. Also (1555) entsteht ein &amp;quot;wilder Kampf&amp;quot; mit Lanzen, Beilen, Schwertern, Bögen. Joloi macht Beute 1565 f). Alman bet wird verwundet (1576 ff), wird sogar leicht kritisch gegenüber manas (1605 ff), fängt sich aber prompt einen Auftrag ein: (1615 ff) alman bet soll die Waffen des manas vom Waffenschmied holen. Auch zu köktschö soll er reiten, den (uns bekannten) blauen Schecken holen. Anschließend kann er gleich weiter zu jamgyrtschy um dessen Korallen einzusammeln. An zwei weiteren Stationen soll alman bet dann schließlich noch Segen holen - und los geht&#039;s. Der Schmied namens tökkör liefert (1665 ff). Der &amp;quot;Trotzkopf&amp;quot; manas tituliert den Waffenschmied beständig &amp;quot; Hitzkopf&amp;quot; (1683 ff). Köktschö hingegen scheint den Schecken zu verweigern. Die vierzig Freunde machen sich auf, das gerade zu Rücken (1700 ff). Aber auch des joloi pferdeherden will manisch schnappen (1720ff) und zwar mit List und Tarnung (1725 f). Wieder einmal soll es alman bet richten (1731f). Der kundschaftet das aus und empfiehlt die Tat. In Vorfreude auf den Sieg gegen joloi macht Manas sich Gedanken über die Belohnung für den Schmied (1757-1775): Pferde und Frauen. &lt;br /&gt;
* 1779 ff. hat Jolois Frau einen Traum: sie sieht Manas und das Unheil kommen. Joloi hört aber nicht auf sie (1807 ff), will im Gegenteil selber angreifen, seinerseits Frauen rauben (1836 ff). Jolois Frau wendet sich an den Sohn. Dieser soll dem Manas folgen, der sich (im Traum oder Wahrheit) die Pferdeherden schon genommen zu haben scheint - wie sie richtig sieht in Reaktion auf den Diebstahl ihres Mannes beim Trauertest des bok morun (1668 ff). Die söhne bitten joloi, auf die Verfolgungsjagd gehen zu dürfen (1875 ff). Der will aber selber in den Kampf. Lässt sich aber vorher noch durch den targyl tas mittels gebrannter Schulterblätter die Zukunft weissagen (1902 ff). Dieser rät eindringlich ab (1905-1920). Joloi ist erzürnt, will trotzdem los. Targyl warnt erneut (1931 ff). &amp;quot;Doch joloi folgt seinem Wort nicht&amp;quot; (1946), sondern trinkt einen und schwankt in den Kampf (1950 ff). &lt;br /&gt;
* 1958: Perspektivwechsel! Wir sind jetzt wieder bei manas. Angriff auf joloi, den manas 2012 erblickt. 2027 ff. warnt targyl den betrunkenen joloi erneut. Doch der hört natürlich erneut nicht, spaltet vielmehr dem Warner Den Kiefer (2043). So ist er, unser &amp;quot;kan joloi... der den Stier als Muster nahm sich&amp;quot; (2049 f). Manas der tiegergleiche jagt jetzt Joloi, den bergegleichen (2054 ff). Gemeinsam mit Llman Bet tötet Manas den Joloi letztlich und &amp;quot; zog des Weges weiter&amp;quot;(2084). Die Söhne Jolois wollen Rache, werden aber beide von Alman Bet getötet (2108). Alman Bet berichtet das dem Manas und der befiehlt: &amp;quot;Lasst Jolois Volk uns nun vernichten&amp;quot; (2131). Auch der Schmied soll natürlich, wie versprochen, belohnt werden. Die versprochenen Frauen für den Schmied und seinen Sohn werden dann auch gefangen (2166 ff). &amp;quot;Hier ist meine Schuld getilgt&amp;quot; sprach Manas (2178), sucht jetzt Muße bei Kaniykäi, deren weiches Fleisch er fasst. Als er aufwacht, schreit er aus Herzenslust und erfüllt sein Wort dem Schmied gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 5 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1-40: Jakyp Bai denkt über den Wert von Manas drei Frauen (Kara Börük, Akylai und Kanykäi) nach und hält Kanykäi für die wertvolllste.&lt;br /&gt;
* 41-158: Manas will den Wert von Kanykäi auf die Probe stellen und reitet mit seinen &amp;quot;vierzig Freunden&amp;quot; zu ihr. Kanykäi weiß davon und breitet sich mit zwei Dienerinnen vor. Sie bietet allen reichlich Branntwein an, kleidet sie in &amp;quot;Panzer&amp;quot;, von denen &amp;quot;Flintenkugeln abprallen&amp;quot;, gibt ihnen besondere Stifel und Sättel. Manas bleibt wohl recht lange dort, bis zum &amp;quot;Herbstes grauen Reif&amp;quot;. Während dieser Zeit werden die Pferde fett und die Helden träge.&lt;br /&gt;
* 159-235 : Manas will zu den Kalmücken unter der Herrschaft Ai Kans reiten, um dort &amp;quot;Kunde&amp;quot; zu erhalten. Kanykäi warnt ihn vorher, dass für die Pferde gerade ein Unglücksjahr ist, es ist zugleich das Jahr von Manas&#039; 25. Geburtstag. Manas pfeift drauf, wird wütend und schlägt sie mit der &amp;quot;geflochtenen Knute&amp;quot;, bis sich die Nähte ihres Hemdes lösen. Daraufhin lacht Kanykäi und wünscht ihm eine gute Heimkehr, verweist aber wieder auf das bevorstehende Unglück. Manas ist erneut erbos, verflucht sie, darauf verflucht Kanykäi Manas. Manas reitet ab. &lt;br /&gt;
* 236-273: Kanykäi schickt einen Boten zu Manas, der ihn an das Unglücksjahr und ausstehende Opfergaben erinnern soll, Manas achtet nicht darauf.&lt;br /&gt;
* 274-575 : Alman  Bet sieht recht erschreckt, dass ein &amp;quot;Heide ohne Bart&amp;quot; auf sie zugeritten kommt. Der &amp;quot;Freund&amp;quot; Kyrgyn soll erkunden, wer er ist. Es ist ein &amp;quot;Knabe&amp;quot;. Als sich beide treffen, verstehen sie einander zunächst nicht. Dann kommt auch Alman Bet angeritten. Fragt den Knaben, nach Kyrgyn, erneut nach seinem Namen und seiner Herkunft. Der Knabe präsentiert sich als Bote des Kös Kaman, eines Bruders von Jakyp Bai, der in die Hände der verfeindeten Kalmücken fiel, als Bai sechs Jahre alt gewesen ist. Kaman soll anschließend unter Chinesen und den &amp;quot;Kyrym&amp;quot; gelebt und fünf Söhne haben. Der Knabe fordert einen Lohn für seine Nachricht. Alman Bet reitet jetzt zu Manas und berichtet vom Boten. Manas meint, nichts von Jakyp Bais Bruder zu wissen, will den Boten selbst sehen, der anschließend von Bet zu ihm gebracht wird.&lt;br /&gt;
* 576-647: Manas ordnet an, die Aussage des Boten-Knaben bei Verwandten zu prüfen, ihn reichlich zu entlohnen, wenn es zutrifft, ihn zu &amp;quot;schlachten&amp;quot;, falls er lügt.&lt;br /&gt;
* 648-735: Alman Bet reitet zu Jakyp Bai, der bestätig, dass er einen Bruder namens Kös Kaman hat.&lt;br /&gt;
* 736-774: Als Jakyp Bais Frau, die dabei sitzt, dies hört, äußert sie Furcht darüber, dass die fünf Söhne Kamans über Manas herfallen könnten, und beginnt, Jakyp zu schlagen, doch der lacht und sagt, dass all dies nur zu Manas &amp;quot;Heil&amp;quot; beitrüge, so wie &amp;quot;ein Zweig am Flügel wüchse&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 775-941: Alman Bet reitet zu Kanykäi und fordert von ihr den Botenlohn (Kamele und so weiter), erzählt ihr von Kalman und seinen Söhnen, reitet anschließend weiter zu Manas, der dem Boten nun seinen Lohn verspricht und ihn auffordert, zu Kalman zurückzukehren. Der Bote reitet zurück.&lt;br /&gt;
* 942-1020: Manas verkündet seinen &amp;quot;Freunden&amp;quot;, den Kalman fürstlich empfangen zu wollen, und reitet hierfür zu Kanykäi. Jetzt folgen ausgiebige Festvorbereitungen, Manas erfreut sich erst einmal selbst mit seinen Freunden an Brantwein und Speis und vögelt Kanykäi. &amp;quot;Und sie gackelt wie ein Gänschen, gurgelt wie ein junger Sperber&amp;quot;, als er sie nimmt.  &lt;br /&gt;
* 1021-1176: Kalman und die Kalmücken kommen herbeigeritten, allgemeines Besäufnis. Die Kalmücken sind alle Heiden, Manas beschließt, sie zum Islam zu bekehren, was dann auch der Fall ist. Die Kalmücken lassen sich einen Vollbart wachsen, entfernen ihren Lippenbart, lernen wohl, den Koran zu lesen, und werden bechnitten. Manas, der &amp;quot;Trotzkopf&amp;quot;, lässt die Kunde überall verbreiten und ein Pferderennen abhalten.&lt;br /&gt;
* Verbrüderung der alten und neuen Moslems&lt;br /&gt;
* 1215 Kös Kaman will Manas einladen&lt;br /&gt;
* 1250 ff Alman Bet soll ihn fragen gehen&lt;br /&gt;
* 1264 - 1285 rät Kanykai da aber ab, wittert Gefahr.&lt;br /&gt;
* 1286-1304 erklärt Alman Bet den 40, dass Manas zu betrunken für die Reise ist.&lt;br /&gt;
* 1304-16 will Seräk das nicht hinnehmen.&lt;br /&gt;
* 1217 ff Alman Bet schlägt Seräk daraufhin.&lt;br /&gt;
* 1327-73 schleicht sich Seräk (&amp;quot;mög er verderben&amp;quot;) aber zu Manas, weckt ihn und dieser reitet los. Manas fragt nach Seräks Wunde (1375 ff). Seräk hetzt ( bis 1404) gegen Alman Bet.&lt;br /&gt;
* Manas nimmt Alman Bet in Schütz (&amp;quot;der schlägt auch mich, wenn er inZorn kommt&amp;quot; 1412)&lt;br /&gt;
* 1418 ff. Beim Gelage mit den neuen Glaubensbrüdern wird Manas angegriffen. 1446 mischt sich Kös kamen beschwichtigend ein. Manas geht nach Hause und schläft mit Kanykai.&lt;br /&gt;
* Als er erwacHt (1454 ff) schreit er und ruft die 40 zusammen. man macht sich auf Kalmückenzug (1555)&lt;br /&gt;
* Alman Bet ( mit Köktschögös) soll wieder kundschaften (1587  -1635)&lt;br /&gt;
* 1654 ff. wird Köktschögös erkannt und festgenommen. Dieser wechselt die Seiten, will Manas bekriegen und die Frau rauben (1657)&lt;br /&gt;
* Die Kalmücken Stellen ein Heer auf. &lt;br /&gt;
* 1698 ff. soll Alman Bet wieder kundschaften. 1710 täuscht Köktschögös den Alman Bet.&lt;br /&gt;
1750 empfiehlt Alman Bet dem Manas Ritt und Kämpf. 1780 kundschaftet er wieder einmal. 1839 ff. köpft er einen Alten, den er vorher ausgefragt hat und tarnt sich mit dessen Kleidung.&lt;br /&gt;
1870ff reitet Alman Bet auf Befehl des Manas zu Altyn Ai. In deren Jurte wird er durch Unhöflichkeit beleidigt ( um 1895), erzählt (um 1900) eine Geschichte von Tieren, die er verloren habe.  die Leute Altyn Ais wollen ihm ( um1925) töten. Alman Bet entwaffnet den Angreifer, verletzt Altyn Ai durch einen Biss ins Gesicht, verdunkelt (1975 ff) die Jurte mit Feuerrauch und Asche und entkommt.&lt;br /&gt;
Fortsetzung folgt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Teezeremonien und Pferde-Schenken&lt;br /&gt;
II, 1460ff und 1700ff: Teezeremonien zur Aufnahme von Gesprächen und als Zeichen der Gastfreundschaft. Analog dient die Gabe von Pferden als Freundschaftsbeweis.&lt;br /&gt;
2. Manas der allmächtige Herrscher in allen Lagen als Krieger, Aufbrausender, Berater, Delegierender usw. IV-1150&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Das Himmelreich erreichen: 4.174; 4.520&lt;br /&gt;
Kontext: Fest von Bok Morun, Wettkämpfe. Bedeutung unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Fest bei Bok Morun: Höfische Züge.&lt;br /&gt;
- Pferderennen&lt;br /&gt;
- Ringkampf&lt;br /&gt;
- Wettlauf&lt;br /&gt;
- Pferd-Lanzen-Wettkampf&lt;br /&gt;
- Vielvölker-Zusammenkunft,Freunde und Feinde vereint im Wettkampf&lt;br /&gt;
- Sex&lt;br /&gt;
- jeder bringt was mit&lt;br /&gt;
- sich auszeichnen: Kampf, Besitz (Pferde, Waffen, Kleidung)&lt;br /&gt;
- Kleiderrituale&lt;br /&gt;
- Rituale der Bestimmung des Ablaufs&lt;br /&gt;
- Konfrontationen, Konflikte, Testen eigener Machtbereiche&lt;br /&gt;
- Komik: alte Dame im Pferderennen (4.943)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Komik: alte Dame im Pferderennen (4.943)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Nomadische Lebens- und Kulturform&lt;br /&gt;
- wichtig für den Manas-Kontext&lt;br /&gt;
- 2 Formen: 1. Ziehen dem Vieh und den Weidemöglichkeiten nach. 2. Treiben Handel als eine Art Vermittler zwischen natürlichen Barrieren (Wüste, Berge).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Islam-Referenzen: wirken oft willkürlich eingeschoben, überflüssig.&lt;br /&gt;
Bsp. 4.1256: Ringkampf wird durch Manas eingreifen entschieden, Referenz zu Gott unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Jamben (4.1345): nierenförmige Silberbarren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Schamane-Wahrsager&lt;br /&gt;
In 4/1902ff. wird ein Wahrsager erwähnt, der &amp;quot;Schulterblätter brennt&amp;quot; und hieraus dem Joloi dessen Zukunft prophezeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Epen-Motiv: das zerbrochene Schwert und der Schmied&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Motiv findet sich in mehreren Epen, zentral natürlich im Nibelungenlied. In Manas: ist es Manas&#039; Schwert, das von dem Schmied Tökör repariert wird (4/1620ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Manas und Gilgamesh: Freundschaft&lt;br /&gt;
Manas und Alman bet verhalten sich wie Gilgamesh und Enkidu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Manas und Nibelungenlied: Gunst, Gaben und Bündnisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Epen geht es immer wieder um gegenseitige Gunstbezeugnisse, Gaben und das Schmieden von Bündnissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Einheit in Islamisierung begriffener Turkvölker &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manas verkörpert den Führer eines unter ihm vereinten Verbundes verschiedener Turkvölker, die sich zum einen im Prozess der Islamisierung und zum anderen im Konflikt mit mehreren Großmächten (Chinesen, Russen) befinden. Dabei wird Manas&#039; besondere Geburt (unter einem Apfelbaum mit Prophezeiungen seiner Führerschaft), seine individuelle Kampfstärke und sein wachsender Einfluss durch Freunde, Bündnisse und Siege beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der ewige Wilde (Bezug: I,3)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stärker noch als der junge Gilgamesh und ohne höfische Einbindung, wie im Fall von Siegfried, zeigt Manas in diesem Abschnitt seine schier ungebremste Machtfülle, indem er ohne zu zögern und ohne klare Motivationslage einen tödlichen Zweikampf mit Köktschö sucht, von einer eigentlich tödlichen Verwundung wieder genest, obwohl er zuvor heilende Medikamente ausgeschlagen hat, sich zwar zunächst an einige Rituale der Brautwahl und Vermählung hält, dann aber seinen Trieben freien Lauf lässt und seine Auserwählte unter Androhung brachialer Gewalt an ihn bindet, quasi im Vorbeigehen und wieder in unklarer Motivationslage die Heere des Vaters der Braut und seines Vaters Jakyp (den er vorher schon drohte, selbst zu töten) niedermacht und fröhlich seine &amp;quot;vierzig Freunde&amp;quot;, die für ihn töten und zugleich seinen tödlichen Zorn fürchten, mit einem Harem versieht. Manas hält sich weder an Abmachungen noch an irgendwelche moralischen Codices, geschweige denn an den Koran oder Verpflichtungen aus Verwandtschaftsverhältnissen. Er bewegt sich viel und schnell, auf Pferden, von einer kurzen ruhigen Phase in den nächsten Kampf, begleitet von der weiten Steppe und den Bergen, umringt von mächtigen Feinden. Manas erfährt als Held kaum die Spur eines reflexiven Charakters, ihm scheint keine an Prinzipien gebundene Innerlichkeit anzugehören, er lebt ganz im Außen, in einem weiten Raum, in den er, geleitet durch Reiz und spontane Reaktion, seine Triebe, seine Kraft und seine Jugendlichkeit (&amp;quot;hatte noch nie ein Mädchen in meinem Arm&amp;quot;) ergießt - bis ihn, wie Siegfried, die List der Anderen (hier ein Gift) anscheinend endgültig auslöscht. Alle Arten von begrenzenden Referenzen - Familie, Prophezeiung, Islamisierung, Gebete zu Gott, Unterwelt-Aufenthalte, Erfahrungen von Schmerz, Krieg und Tod, Verlangen nach menschlicher Nähe, Freunde, das Leben in Gemeinschaft, Apelle, er solle mit dem Schlachten aufhören - gehen spurlos an Manas vorbei, sind nur Geäst einer Ornamentik, in dem das Feuer einer Steppe brennt, das keine Schatten in ein Inneres wirft; ein Feuer, das nur brennt, um leuchtend-unversteckt zu sein, was es ist - oder was es meint, sein zu müssen. Genau hier entsteht auf der Interpretationsebene dann auch das klassische Dilemma, dass der beobachtend-lesende Kulturmensch den natürlichen Wilden zwar respektiert, aber als Typus immer in zvilisatorische Entwicklungsmodelle einbaut, die ihn einer primitiven Phase zuordnen. Vielleicht liegt hier auch der Anspruch des Epos an uns: können und sollten wir diese Einordnung fallen lassen, die Andersartigkeit des Wilden nicht als transitorisch aburteilen, sondern als quasi ewige Wahrheit hinter einer anthropologischen Fassade eurozentrierter Aufklärung akzeptieren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Wolfs-Natur als Bindeglied zwischen Glauben und Kultur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Spur zum Verständnis der Glaubenstruktur und des sozialen Überbaus führt in ein als Totemismus betiteltes Wissensfeld, in dem ein (teils als blau-grauer) Wolf eine zentrale Rolle bei den Turkvölkern spielt. Der Wolf wird mit einem Schöpfungsmythos der jeweiligen Stammeslinien verbunden: er kreuzt sich etwa mit einem Menschen, hieraus gehen alle Stammesnachfahren hervor. der Wolf druchdring auch mit fast allen Körperteilen (Magen, Galle, Kopf, Krallen, Fell etc.) das Feld sozialer Praktiken (Geburt, Tod, Gesundheit-Medizin). Sekundärliteratur:  Paul: Weltgeschichte, Position 1312 (Religion und Kunst) und Bajalojewa: Kirgisen, S. 11-26. Wolfs-Referenzen in Manas: 4/1286: &amp;quot;der wolfäig&#039;ge, der graubärt&#039;ge Manas&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Manas- Der Gott auf Erden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manas ist tyrannisch-willkürlich, weise-beratend, wissend und lüsternd, Kind und Mann, kurz alles in Einem, kreisend um ein scheinbar nicht besetztes, leeres Zentrum seiner Identität, fundiert in einer verborgenen Rationalitätsform, die seine Macht legitimiert (eventuell führt die Spur des Wolfes hier hin). Diese Gott-Artigkeit wird im Kontext vom Fest des Bok Morun (4. Abschnitt) sehr deutlich:&lt;br /&gt;
- Willkür: Manas lässt einen Boten vierteilen. Er erwähnt, dass man sich die Beute, den Gewinn selbst holen wird, sollte man auf den Wettkämpfen nicht gewinnen.  4.281, 4.395.&lt;br /&gt;
- Berater und Schlichter zwischen Bok Morun und einem chinesischen Herrscher, Thema: Pferde-Handel.&lt;br /&gt;
- Motivierer-weiser Herrscher, der Ratschläge erteilt: Ringkampf. 4.1110.&lt;br /&gt;
- Ritual-Kenner: weiß, wie man sich Kleiden muss, was dazu gehört.&lt;br /&gt;
- Feste feiern: weiß, wie man das macht.&lt;br /&gt;
- Schlachtführer und Schlichter im Krieg&lt;br /&gt;
- bärenstark, und doch unerfahren-dumm wie ein Kind (&amp;quot;Trotzkopf&amp;quot; genannt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Eine deutsche Übersetzung von 1885 ist vorhanden: Radloff; Wilhelm, 1885. Proben der Volksliteratur der nördlichen türkischen Stämme, V: Der Dialect der Kara-Kirgisen, St. Petersburg.&lt;br /&gt;
*:Manas 377 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_1_Manas.pdf]]&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
*:Einführung S.1-32 [[Media:Radloff 1885.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Joloi Kan 168 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_2_Joloi_Kan.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Er Töschtük 72 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_3_Er_Töschtük.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/jiYQi6VQ6bc YouTube: The Art of Akyns, Kyrgyz Epic Tellers - 4 min.]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/kMDklwoLf34 YouTube: Manas - UNESCO - 10 min.]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=in4VqMvVNWg YouTube: Kirgisische Reiterimpressionen]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=-mzf8ENPMU0 YouTube: Kleiner Manas Sänger in Trance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=VCOGKwMazrU YouTube: Manas Sänger - historische Aufnahmen]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=Hs4pTfKNs-Y YouTube: Kyrgyz Manas Epic &amp;quot;Forty choro warriors flee to China&amp;quot;]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=HfgB-Au5htg YouTube: Manas Performance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=E3_v_dp80R8 YouTube: Manas Performance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=IF4nViV51uc YouTube: Manas als Theater]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=hi39bAgQISE YouTube: Modernere Manasfassung]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=SQB9iy5KHl8 YouTube: Kirgisische Gitrarrespieler]&lt;br /&gt;
* [http://www.unesco.org/culture/ich/index.php?lg=en&amp;amp;pg=00011&amp;amp;RL=00876 Beschreibung durch die UNESCO: Welterbe Manas]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/artl/hatto-manas.shtml The Birth of Manas - A confrontation of two branches of heroic epic poetry in Kirgiz - By A. T. Hatto - Vergleich der Radloffschen Version und Fassung von Sagymbay Orozbakov (1867-1930)]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/folklore/manas/manasintro.html Englische Fassug von 2005, die die wesentlichen Fassungen nochmal neu ins englische übersetzt - unter Berücksichtigung besserer kirgisischer Spachkenntnisse - translated, introduced and annotated by Elmira Köçümkulkïzï1 - Ph.D. Candidate in Near and Middle Eastern Studies - University of Washington (Seattle)]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Die_alttürkische_Religion-1991.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Klimkeit-Buddhism_in_Turkish_Central_Asia-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Gabain-Inhalt_und_magische_Bedeutung_der_alttürkischen_Inschriften-1953.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hatto-Manas-Radloff-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Levin-Where-Rivers-Mountains-Sing-2011.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Mussajew-Epos-Manas-1994.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Die-Araber-vorislamischen-Zeit-Gegenwart-ebook/dp/B005JCYMHG/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390203366&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Die+Araber%3A+Von+der+vorislamischen+Zeit+bis+zur+Gegenwart Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart - Halm, Heinz]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Koran-Kommentar-Konkordanz-Rudi-ParetTaschenbuchausgabe/dp/3170226703/ref=sr_1_2?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390204205&amp;amp;sr=1-2&amp;amp;keywords=paret+koran Der Koran. Textausgabe - Paret, Rudi]&lt;br /&gt;
* [[Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Thrower-Religious-History-Central-Asia-2004.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Reichl-Singing-the-Past-2000.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:J_Paul_-Neue_Fischer_Weltgeschichte_-_Band_10_Zentralasien.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Frühe-Türken-Zentralasien-1992.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hainsworth-Idea-of-Epic-1992.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Krader-Social-Organization-Mongol-Turkic-Pastoral-Nomads-1963.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media: Basilov-Zirin-Nomads-Eurasia-1989.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 10.Februar 2014: Türkisierung Zentralasiens ab ca 6 Jh. n Chr. bis 13 Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herrschervölker in der Mongolei und in Turkestans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 6. Jahrhundert fielen die heute als On-Ok bezeichneten Kök-Türken in Turkestan ein und errichteten in diesem Gebiet ihr westliches Teil-Khanat, dass sich bis zum Jahr 745 halten konnte.&lt;br /&gt;
745 übernehmen die Uighuren bis 840 als ein weiteres Türkvolk neben Oghuzen, Seldschuken &amp;amp; Chasaren die Macht in der Mongolei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uighuren waren zum Teil Nomaden (es gab aber auch stadtartige Siedlungen).&lt;br /&gt;
Ab 840 herrschten die Jenissei-Kirgisen in der Mongolei, Nomaden wurden nach chinesisch Turkestan vertrieben und wurden da teilweise sesshaft.&lt;br /&gt;
(Weitere dokumentierte Türkvölker ab dem 10 jh. : Ghuzen, Garluq, Tughuzghuz, Turkmenen, Usbeken, Karakalpaken, Kasachen, Tataren, Aserbaidschaner, Karäim, Krimtürken, Turk-Mescheten und Türken.)&lt;br /&gt;
Die Islamische Periode startet bei den Türkvölkern ab dem 11.Jahrhundert - Vereinigung der Iranier Persiens und Mittelasiens -&amp;gt; Migrationsbewegung von Persern nach Osten.&lt;br /&gt;
Im 11 Jh. kriegerische Auseinandersetzungen nach Süden mit den Tibetern.&lt;br /&gt;
Während der zweiten Hälfte des 11. und der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war West-Turkestan ein Teil des ausgedehnten Seldschukenreiches (Türkvolk)&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts befand es sich unter der Oberherrschaft der (nichtmuslimischen) Qara-Chitai bevor diese durch die Qarachniden und später den Mongoleneinfall (Dschinghis Khan) verdrängt wurden&lt;br /&gt;
* Türken vs. Araber/Perser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Araber existiert zur Zeit der Orchoninschriften (730) noch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Türkvölker wurden im Unterschied zu Iraniern nicht durch Araber aus dem Westen unterworfen. Die Araber im Westen wehrten nur die Angriffe auf die „Kulturländer“ ab (705-715). Ab 8. Jh. bauten Araber Wälle gegen die Menschen im Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Samaniden (Iranier/Perser) vergrößerten den gebietsmässigen Einfluss des Islam nur unwesentlich, aber der kulturelle Einfluss auf die Türken wuchs, zum Teil kam es kurz vor dem Fall der persischen Sassaniden (9./10. Jh.) auch zu Bündnisse, die den kulturellen und religiösen Austausch verstärkten.&lt;br /&gt;
* Religion&lt;br /&gt;
Türkvölker blieben lange (insbesondere in Ost-Turkestan) schamistisch mit wenig Einfluss durch Buddhismus und Islam. Buddhismus hatte bereits um 600 Einfluss auf die Türken. Nach dem Sieg über die Perser (Sassaniden im 9 Jh) wurden die Türken Zoroaster (siehe Zarathustra). Ab 760 sind Einflüsse der Manichäer (Perser &amp;quot;Mani&amp;quot; als Religionsstifter, Kontakte der Türkvölker nach Babylon) und des Christentums bis nach Ost-Turkestan  (chinesisch Turkestan wurde von Uighuren bewohnt, insofern hier auch budhistische Belege). Die Islam war ursprünglich (ab 7 Jh. im westlichen Teil Mittelasiens) nicht missionarisch tätig - die Türkvölkwer im westlichen Teil Turkestans wurden islamisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Handel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelsbeziehungen zu den Indern und nach China - später zu den Iraniern.&lt;br /&gt;
* Validität der Quellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Historie in der Mongolei und chinesischen Turkestan wurde durch chinesische Schriften dokumentiert, da die Islamische Welt diese Ereignisse kaum wiedergab. Mohammedaner (Araber/Perser) kannten und nutzen zwar die alten Handelswege nach Osten, es gibt aber kaum Berichte von den Türkvölkern im mongolischen Norden - generell gibt es in den umfangreichen geografischen Schriften der Mohammedaner kaum Berichte über die Türkvölker im Osten. Andererseits wurden veraltete Texte über Jahrhunderte wiederholt in der ismamischen Welt wiedergegeben, in denen man den Türken ihrer mächtigen Stellung in der isamaischen Welt nicht gerecht wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache bei den Türkvölkern Zentralasiens wurde mit der Zeit das Persische und blieb im kleineren Maß &lt;br /&gt;
das Türkische, im östlichen Teil nahm das chinesische seinen Einfluß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== auch noch am 10.02.2014: Die Araber (nach Heinz Halm) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Araber ist, wer arabisch spricht - und das tun 280 Mio Menschen. Die Wortbedeutung ist unklar. Der Begriff wird bereits 853 v.Chr. für beduinische (also aus Kamelnomaden bestehende) assyrische Hilfstruppen benutzt. Auch bei Xerxes&#039; Griechenzug 480 v.Chr. sind arabische Bogenschützen auf Kamelen dabei.&lt;br /&gt;
Das Arabische ist eine semitische Sprache, verwandt also z.B. dem Akkadischen, dem Hebräischen, dem Aramäischen...&lt;br /&gt;
Die Schrift hat sich, wie auch die griechische und die lateinische, aus einer phönizischen Urform entwickelt. Sie besteht aus 28 Zeichen - ausschließlich für Konsonanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- 64 v. Chr. kommen die Römer in die Levante, 30 v.Chr. nach Ägypten. Die Araber stehen also zwischen Persien und (Ost-) Rom. Bis zu Mohammed (etwa 570 - 632 n.Chr.) gibt es keine einheitliche politische Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Zur Zeit Mohammeds sind 3 von 5 Stämmen in Medina jüdisch.&lt;br /&gt;
Im geographischen Raum gibt es auch viele Christen. Darüber hinaus werden weit verbreitet arabische Naturgottheiten verehrt. Die Kaba in Mekka ist z.B. ein würfelförmiger Tempel für den Gott Hubal. In Mekka selbst, wohlhabend wegen des vielbesuchten Tempels und der Lage an der &amp;quot;Weihrauchstrasse&amp;quot; vom Jemen nach Damasjus, gibt es keine christlichen oder jüdischen Gemeinden. Hier wird Mohammed um 570 geboren und tritt ab etwa 610 als monotheistischer Prophet auf, wird aber unterdrückt und bedroht, so dass er 622 ins 350 km entfernte Medina auswandert. Bei ihm sind &amp;quot;die Ergebenen&amp;quot; (die &amp;quot;muslimun&amp;quot;, mit ihrer &amp;quot;Ergebung&amp;quot; oder &amp;quot;Hingabe&amp;quot; - dem &amp;quot;Islam&amp;quot;). In Medina entsteht die Urgemeinde, die &amp;quot;Gemeinschaft&amp;quot; (die &amp;quot;umma&amp;quot;) und wird mächtig. Da göttlich eingesetzt, ist die umma unauflösbar. &lt;br /&gt;
Nach 10 Jahren ist praktisch die gesamte arabische Halbinsel islamisch. Auch Christen, auch Juden, auch Mekka schließen sich der neuen religiösen Bewegung an. Der Gründer stirbt 632 in Medina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die 4 ersten Nachfolger (&amp;quot;Kalifen&amp;quot;) sind noch direkte Weggefährten des Mohammed. Sie alle sind Angehörige eines, eigentlich mekkanischen, Stammes. Schon unter den ersten 4 Kalifen gibt es eine starke Expansion des Islam, etwa nach Ägypten und Mesopotamien. Danach wird die weniger religiös inspirierte Familie der Umayyaden für 90 Jahre das Kalifenamt übernehmen und das Machtzentrum nach Damaskus verlegen. Die Nachkommen des 4. Kalifen Ali initiieren eine Aufstand gegen die Umayyaden, der niedergeworfen wird, was ihnen einen Märtyrerstatus ein- und die &amp;quot;Partei&amp;quot; der Schiiten hervorbringt. Die bis heute andauernde Spaltung des Islam ist damit angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Expansion geht weiter: Im 8. Jh. sind etwa Buchara, Samarkant und Taschkent islamisch. Hier ist die &amp;quot;Front&amp;quot; zu den aus den nördlichen Steppen andrängenden Turkvölkern (und der kontextuale Schauplatz der Alman-Bet-Geschichte des Manas). 751 findet am Fluss Talass (in Kirgisien) ein Grenzgefecht mit den Chinesen statt. Etliche kriegsgefangene Chinesen sind Papierwerker, und so kommt die Kunst der Papierherstellung in die arabische Welt. Ein ungeheurer Schub! Somit wird Literatur möglich und Al-Arabiyya, die arabische Sprache ermöglicht einen Kulturtransfer im riesigen Raum von Toledo bis Samarkant. &lt;br /&gt;
Mit gewissen Einschränkungen: Der Iran hatte sich der Arabisierung verschlossen. Hier gilt das (Neu-) Persisch ab dem 10. Jh. als Literatursprache. Die monotheistische Zarathustra-Lehre war dem Islam gewichen, allerdings vornehmlich in dessen schiitischer Ausprägung. &lt;br /&gt;
Ägypten ist durch die Kopten bis ins 15.Jh. ein überwiegend christliches Land geblieben. Die (militärischen) Machtzentren waren aber schnell islamisch. Die koptischen Christen machen heute noch eine etwa 10 % starke Bevölkerungsgruppe aus.&lt;br /&gt;
Wenig arabisiert wurde auch das berberophone Marokko.&lt;br /&gt;
Die Expansion nach Nordosten wird durch Karl Martell bei Poitiers und Tours gestoppt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Umayyaden-Dynastie wird 750 abgelöst durch das &amp;quot;abassidische&amp;quot; Kalifat von Bagdad, das bis 1258 bestehen bleiben wird. Bagdad hat um 800 unter Harun al-Raschid 1 Mio Einwohner. Eine ausgefeilte Bürokratie entsteht mit Ämtern wie etwa dem Wesir (leitender Minister) oder dem Emir (eine Art Gouverneur). Die Bagdader Kalifen sichern ihre Macht durch die teilweise 20.000 Mann starke Militärkaste der &amp;quot;Mamluken&amp;quot;. Das Wort bedeutet Sklave und beschreibt die zu Kriegsdiensten eingesetzten Gefangenen der nomadisierenden Turkvölker Zentralasiens.&lt;br /&gt;
(&amp;quot;Mamluken&amp;quot; in Spanien und Nordafrika sind hingegen überwiegend Osteuropäer = &amp;quot;Slawen&amp;quot;.)&lt;br /&gt;
Die abassidischen Kalifen stehen meistenteils unter der Protektion von &amp;quot;Schutzherren&amp;quot;, zunächst der persischen, schiitischen Buyiden, später der türkischen Seldschuken. Der Seldschukische &amp;quot;Sultan&amp;quot; (=&amp;quot;Herrscher&amp;quot;) residiert in Isfahan und hat neben (oder über) dem Kalifen in Bagdad die faktische Macht der arabischen Welt.&lt;br /&gt;
An 1071 überrennen die Seldschuken das christlich-griechische Kleinasien.&lt;br /&gt;
1258 stehen die Mongolen vor Bagdad.&lt;br /&gt;
Das ist das Ende des Kalifats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Noch einmal zum Kulturtransfer: Die Aristoteles- (bzw. die gesamte Antiken-) Rezeption (Platon fehlt allerdings fast ganz) kommt ab 800 über die christlichen Aramäer ins Arabische - und von dort über Spanien zurück nach Europa. Die &amp;quot;Sarrazenen&amp;quot; (nach dem griechischen Namen eines arabischen Stammes auf dem Sinai) erobern und prägen Al-Andalus. Die &amp;quot;Reconquista&amp;quot; verleibt sich Gebiet, Kultur und Wissen (in einem bis 1492 andauernden Prozess) wieder ein.  &lt;br /&gt;
Ibn Ruschd lebt im 12. Jh. in Cordoba. Auch die von den Indern übernommene Mathematik wird als Wissenschaft weiter etabliert. Viele Begrifflichkeiten (&amp;quot;Algebra&amp;quot;; &amp;quot;Algorithmus&amp;quot;, ...) sind arabischen Ursprungs.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
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		<title>Manas</title>
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		<updated>2015-03-08T19:48:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* Teil 5 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 14.Januar 2014 - 20:30 bei Andreas: Vorwort, Episode 1&lt;br /&gt;
* 21.Januar 2014 - 20:30 bei Matthias: Planung der weiteren Schritte&lt;br /&gt;
* 10.Februar 2014 - 20:30 bei Tiemo: Referate aus &amp;quot;12 Vorlesungen über die Geschichte der Türken Mittelasiens&amp;quot; &amp;amp; &amp;quot;Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 6.März 2014 - 20:30 bei Andreas: Referate zum Koran &lt;br /&gt;
* 24.März 2014 - 20:30 bei Matthias: Episode 1 &amp;amp; Anfang 2&lt;br /&gt;
* 12.Mai 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1453&lt;br /&gt;
* 12.Juni 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1862&lt;br /&gt;
* 7.Juli 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1120&lt;br /&gt;
* 14.August 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1940&lt;br /&gt;
* 6.Oktober 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/2486&lt;br /&gt;
* 6.November 2014 - 20:30 bei Andreas gelesen bis IV/1150, und Recherche- und Leseaufträge vergeben zu vorislamischer Religion und Alltagskultur&lt;br /&gt;
* 20.November 2014 - 20:30 bei Tiemo gelesen bis ungefähr IV/1543&lt;br /&gt;
* 4.Dezember 2014 - 20:30 bei Tobias - Lesen: Paul: Weltgeschichte, Position 1312 (Religion und Kunst) und Bajalojewa: Kirgisen, S. 11-26. Kontext: Totemismus-Wolf.[[Media:J_Paul_-Neue_Fischer_Weltgeschichte_-_Band_10_Zentralasien.pdf]] &amp;amp; [[Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf]] Gelesen bis 4/2197 (Ende des 4. Teils)&lt;br /&gt;
* 8. Januar 2015 - 20:30 bei Matthias. Gelesen bis 5/1176&lt;br /&gt;
* 12. Februar 2015 - 20:30 bei Tiemo. Gelesen bis Ende 5&lt;br /&gt;
* 26.Februar 2015 - 20:30 bei Andreas. Gespräch mit Kirgisischem Kulturverein vorbereitet. Zusammenfassung  [[Media:Scharlipp-Frühe-Türken-Zentralasien-1992.pdf]] von Andreas&lt;br /&gt;
* 12. oder 19. März - 19 Uhr bei Tiemo. Treffen mit Kirgisischem Kulturverein. [[Fragen zu Manas für Experten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
Das Manas-Epos handelt von dem Kampf des mythischen kirgisischen Volkshelden Manas und seiner Gefährten und Nachkommen im 9. Jahrhundert gegen die Uiguren und ist das wichtigste Werk der klassischen kirgisischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Werk umfasst fast 500.000 Verse und ist damit zwanzig Mal so lang wie Homers Odyssee und Ilias zusammen. Über viele Generationen nur mündlich von Manaschis, hoch angesehenen, den türkischen Aşıklar ähnlichen Volkssängern in melodischem Redegesang überliefert, wurde das Epos erst 1885 schriftlich niedergelegt. Über seine Ursprünge gibt es verschiedene Ansichten: Manche Literaturforscher gehen vom 6. bis 10. Jahrhundert aus, andere vom 11. und 12., und wieder andere erst vom 15. bis 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute existieren mindestens 65 verschiedene gedruckte Versionen des Werks oder von Teilen davon. Eine neue Übersetzung des Gesamtwerks ins Englische durch Walter May wurde 1995, zum mutmaßlich tausendsten Jubiläum der Geburt von Manas, veröffentlicht und 2004 in zwei Bänden neu gedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des Epos werden heute bei festlichen Gelegenheiten gern und häufig von Manaschis rezitiert, normalerweise begleitet von einer oder mehreren Komuz, einer gezupften dreisaitigen Langhalslaute, die von den Musikern ausgesprochen virtuos gehandhabt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held Manas soll in den Ala-Too-Bergen in der Region Talas in im Nordwesten von Kirgisistan geboren sein. Ein Mausoleum einige Kilometer östlich der Stadt Talas soll seine sterblichen Reste bergen und ist eine beliebte Ausflugs- und Feststätte, wo seit 1995 im Sommer eindrucksvolle kirgisische Reiterspiele aufgeführt werden. Allerdings heißt es in einer Fassadenbeschriftung, dass das Mausoleum „... der ruhmreichsten der Frauen, Kenizek-Khatun, der Tochter des Emirs Abuka“ gewidmet sei. Der Legende zufolge soll Kanikey, die Witwe des Manas, diese Inschrift angeordnet haben, um die Feinde ihres Mannes irre zu führen und eine Grabschändung zu verhindern. Das Gebäude, bekannt als „Manastin Khumbuzu“ oder „Der Ghumbez des Manas“, wurde vermutlich 1334 errichtet. In der Nähe steht ein Museum, das Manas und seiner Legende gewidmet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhaltliche Zusammenfassung==&lt;br /&gt;
=== Teil 1 ===&lt;br /&gt;
* 1-39: Beschreibung der Vorfahren des Manas und Hoffnung an seine Fähigkeiten.&lt;br /&gt;
* 40-72: Geburt Manas und Prophezeiungen und Bestätigung durch den schon sprechenden in der Wiege liegenden Manas - er will den Muslimen den Weg öffnen.&lt;br /&gt;
* 73-143: Beauftragung Durch den Vater Jakyp Kan an Bakai Kan, Manas die Welt zu zeigen.&lt;br /&gt;
* 144-152: Bakai Kan bestätigt den Auftrag.&lt;br /&gt;
* 153-164: kurzbeschreibung welche Fähigkeiten Manas zum vierzehnten Lebensjahr erwarb.&lt;br /&gt;
=== Teil 2 ===&lt;br /&gt;
* 1-16: Geburt Alman Bets, als Sohn Kara Kans.&lt;br /&gt;
* 17-65: Held Köktschö begründet sein Volk und trifft dabei Alman Bet.&lt;br /&gt;
* 66-101: Die beiden Helden lernen sich kennen.&lt;br /&gt;
* 102-125: In der rede zu religiösen dingen ensteht der Wunsch Alman Bets, den Koran zu sehen.&lt;br /&gt;
* 125-164: Köktschö gitb Alman Bet die Möglichkeit den Koran zu lesen. Alman Bet will daraufhin Muslime werden&lt;br /&gt;
* 165-177: Alman Bet und Köktschö werden Freunde.&lt;br /&gt;
* 178-200: Alman Bet beschliesst, sein eigenes Volk, die Oirot, zu Muslime zu machen und inmitten der Muslimen flussaufwärts anzusiedeln (evtl metaphorisch gemeint).&lt;br /&gt;
* 201-231: Alman Bet ritt zu seinem Vater und versucht ihn zu überzeugen, dass Kara Kans Volk konvertiert&lt;br /&gt;
* 232-274: Kara Kan bezeugt seinem Volk Treue und beauftragt sein Volk, Alman Bet zu töten, die sich in einen Hinterhalt legen. &lt;br /&gt;
* 275-306: Alman Bet tritt wiederum vor seinen Vater und versucht ihn zu bekehren, dieser lehnt aber ab und verstösst ihn.&lt;br /&gt;
* 307-335: Alman Bet spricht mit seiner Mutter, damit sie ihn nicht auch verstösse.&lt;br /&gt;
* 336-449: Beim Verlassen trifft er auf das im Hinterhalt liegende Heer, töte alle Fürsten der Oirot.&lt;br /&gt;
* 450-511: Alman Bet bietet sich als Freund und Unterstützer für Köktschö an und wird von diesem auch zu sich eingeladen (die Teile der Familie nomadisieren zusammen).&lt;br /&gt;
* 512-552: Das Volk und vorallem die Frauen bereiten sich auf die Ankunft Alman Bets vor.&lt;br /&gt;
* 553-590: Begrüssung Alman Bets durch die Frauen Köktschös&lt;br /&gt;
* 591-619: Kleine Zwistigkeit zwischen Köktschö und seiner Frau Ak Erkätsch, weil sie sein Pferd nicht hält bei seinem Absteigen.&lt;br /&gt;
* 620-697: Alman Bet wird besonders gut bewirtet und ihm wird eine Schlafstätte zugewiesen - am nächsten Morgen werden ihm zum Frühstück sogar zwei Stuten geschlachtet.&lt;br /&gt;
* 698-719: Alman Bet lebte nun bei Köktschö und mehrte so seht den Wohlstand der Sippe, dass bei den Gefährten Köktschös Neid entstand.&lt;br /&gt;
* 720-759: Die Gefährten intrigieren indem sie Alman Bet vor Köktschö bezichtigen, Ak Erkätsch des nachts beigewohnt zu haben.&lt;br /&gt;
* 760-827: Köktschö lässt nach Alman Bet rufen, bevor dieser jedoch zu ihm reitet, offenbart er seine Verwirrung dem Vater Köktschös. Bei Köktschö wird er missachtet umd tritt einer verwirrten Gesellschaft gegenüber.&lt;br /&gt;
* 828-856: Alman Bet werden Vorwürfe gemacht, ob er seinen Gastgebern vieles entwenden würde und ob Ak Erkätsch sich ihm ergeben hat.&lt;br /&gt;
* 857-863: &amp;quot;Gegen Gott hilft keine List&amp;quot; und Verlangen nach Brandwein - evtl. ein Eingeständnis* 864-892: Köktschö bittet Alman Bet darum Pferde und Kleidung für die Abreise zu erbitten, doch Alman Bet bittet um Köktschös eigenes Pferd und seine Kleidung.  &lt;br /&gt;
* 893-914: Diskurs über die Frage, wonach Alman Bet bitten dürfte (Blauer vs. gelber Schecke und ähnliches).&lt;br /&gt;
* 915-927: Köktschtö fragt, warum Alman Bet nicht geht.* 928-999: Eskalation des Gesrpächs bis zur Verfluchung und Racheandeutung.&lt;br /&gt;
* 1002-1002: Alman Bet kündigt die Freundschaft auf.&lt;br /&gt;
* 1003-1006: Alman Bet zieht ab.&lt;br /&gt;
* 1007-1059: Ak Erkätsch macht sich hübsch und bietet Alman Bet ihre Hilfe an, Köktschö umzustimmen, Alman Bet doch das passende Pferd und die passende Kleidung zu geben.&lt;br /&gt;
* 1060-1094: Ak Erkätsch erklärt Köktschö, dass er zugrund gerichtet wird, wenn er Alman Bet ohne die erbetenen Dinge ziehen lässt. Köktschö soll Alman Bet auch erst am achten Tag entlassen, auch der Götter (&amp;amp; Kydir) wegen.&lt;br /&gt;
* 1095-1099: Köktschö will sich nicht überzeugen lassen, auch wenn Ak Erkätsch ihn verliesse.&lt;br /&gt;
* 1100-1110: Ak Erkätsch sagt ihm, dass Alman Bet ansonsten gewaltsam ihm sein Pferd entreissen würde und er Pferschaaren verlieren würde.&lt;br /&gt;
* 1111-1114: Köktschö willl seinen blauen Schecken und den blauen Panzer an Alman Bet übergeben und lässt nach ihm rufen.&lt;br /&gt;
* 1115-1123: Alman Bet ist aber betrunken und lagert laut den Freunden im Schatten einer Tanne.&lt;br /&gt;
* 1123-1132: Bei genauer Prüfung durch Ak Erkätsch ist er aber dann doch bereits fortgeritten - anstelle des blauen Falben nun mit einem Fuchs.&lt;br /&gt;
* 1132-1134: Mamas hat einen Traum&lt;br /&gt;
* 1135-1172: Auflistung der herbeigerufenen Gefährten&lt;br /&gt;
* 1172-1215: Jakyp, Vater des Mamas, soll den Traum deuten; in-Aussicht-Stellung von Belohnung, verbunden mit Drohung (&amp;quot;deutet richtig er den Traum... Deuten meinen träum er falsch...&amp;quot;; (1206/1209). Deutet der Vater den Traum falsch, kommt dessen Sohn(!) nach Sibirien, USW (1210);&lt;br /&gt;
* 1216-1297: Manas selbst macht sich zum Vater auf, mit paradepferd prunkpanzer und legendärem Schwert, wiederholt das brimborium um den Traum, erneuert die Drohung bei fehldeutung (1283ff). Das Volk hat schon Angst um den Vater (und auch die Mutter)-scheinbar nicht zu unrecht.&lt;br /&gt;
* 1298-1312: entspann adschy bai  (&amp;quot;der verwirrtes stets gelöset...&amp;quot;) die Situation: manas soll seinen Traum doch erstmal schildern.&lt;br /&gt;
* 1313-1328: tut manas das endlich (Inhalt: Wild und geflügel fällt tot um, wenn Mamas mit Hund und Pferd zur Jagd geht...!?)&lt;br /&gt;
* 1329-1360: nimmt Adschy Bai die Gefahr auf sich, den Traum zu deuten: &amp;quot; eines Fürsten trefflich Kind ... Wird wohl bei dir sich niederlassen.&amp;quot; (1343-46)&lt;br /&gt;
* 1361-1435: ist Manas begeistert, schenkt Adschy seinen Panzer, erweitert die Deutung dahingehend, dass er &amp;quot;des Fürsten Kind&amp;quot; als Alman Bet identifiziert.Es werden Vorbereitungen getroffen, dem Helden entgegenzufiebern, obgleich man nicht weiß, ob der in friedlicher Absicht kommt.&lt;br /&gt;
* 1436: beginnt der Zug des Heeres, dem Alman Bet entgegen.&lt;br /&gt;
* 1436-68: eine Teezeremonie&lt;br /&gt;
* 1497: macht Manas einen Reiter in de Ferne aus.&lt;br /&gt;
* 1513: erspäht auch Alman Bet etwas, dem er folgt und erkennt 1540-48, daß er einem Größeren, Mächtigerem folgt.&lt;br /&gt;
* 1553-1576: trifft Manas Vorbereitungen zum Empfang des Fremden, von dessen Absichten man noch nichts weiß.&lt;br /&gt;
* 1577: kommt Alman Bet, (Und ab hier drängt sich mir der Vergleich mit der ANkunft Siegfrieds bei den Burgundern auf) fängt eine Lerche im Galopp, verweigert das Gespräch mit dem Empfangskommittee, will nur mit dem Fürsten sprechen, wird 1648 von Adschy Bai tatsächlich zu Manas vorgelassen. Das Ganze hätte auch fürchterlich schiefgehen können. Der Text deutet es an&lt;br /&gt;
* 1609-1610: &amp;quot;Alman Bet und Held Manas, wie nur werden sie sich grüßen?&amp;quot;- per Handschlag oder per Schwertstreich... Und in Alman Bets fatalistischem Ausruf, als er bei Manas eintritt:&amp;quot;Gottes Wille ist&#039;s, wer kann gegen seine Macht sich stemmen?&amp;quot;(1642/43) -tut es aber nicht!&lt;br /&gt;
* 1690: Herzliche Begrüßung&lt;br /&gt;
* 1700-1704: Teezeremonie&lt;br /&gt;
* -1745: Kostbare GeSchenke des Manas, die Alman Bet aber nicht annimmt, mit Ausnähme eines Pferdes (1745)&lt;br /&gt;
* -1757: Manas will jetzt einen wegtrittst veranstalten (1757  ff) Jakyp Bai soll alles richten. Dieser verunsichert die Boten ab 1800 mit seinen Nachfragen nach deren Kenntnis der Herkunft ihres Volkes. Die sind unwissend. Jakyb deutet Überlegenheit Alman Bets an (1812/13); Wettreiten&lt;br /&gt;
* 1831-39: wer ist Gewinner?&lt;br /&gt;
* 1841-1862: kommt Mutter des Manas. Anblich des Manas uns Alman Bets erzeugt bei ihr Milchfluß. Alman Bet schlägt vor, daß jeder der beiden aus einer Brust trinke möge. Sie tun das und erzeugen so eine Brüderschaft, welche sich durch das anschließendßende Zechen verfestigt oder geradezu erst wirksam wird (1862)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 3 ===&lt;br /&gt;
* 1-351: Kampf zwischen Manas und Köktschö. Der Anlass des Kampfes ist unklar. 185ff.: Manas begehrt Köktschös Pferde und Herden, will sie zusammentreiben und Alman Bet geben. Hatto (73-74) verweist auch auf I,2: Köktschö behandelt Alman Bet zunächst als Nicht-Muslim in kritischer Distanz. 411-459: Manas sagt dem Zaren, dass er wegen Alaman Bet, dem K. Pferde verweigerte, ausritt und Köktschös Herden raubte.&lt;br /&gt;
* 10ff.: Manas beugt sich vor dem (russischen) Zaren, zugleich Lob von Manas&#039; Heldenkraft.&lt;br /&gt;
* 161ff.: Manas dringt auf einen tödlichen Zweikampf mit K., mit Flinte und Schwert.&lt;br /&gt;
* 232ff: Manas trifft nicht, wird selbst von K. ins Herz getroffen, schlägt angeblich heilende Medizin von Köktschö aus und flieht.&lt;br /&gt;
* 281-284: Manas betet: &amp;quot;In der Hand des Schöpfers stand er, in dem Schutz des weissen Zaren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 285-324: Manas ruft seine Freunde an, verbringt 20 Nächte &amp;quot;unterhalb der Erde&amp;quot;, im &amp;quot;Jenseits&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 325-350: Unklarer Handlungsanschluss. K. stoppt den fliehenden Manas, der, K. selbst verfehlend, mit demselben Schwerthieb dessen Pferd erlegt.&lt;br /&gt;
* 351-375: Manas übergibt Alman Bet die Herde, reitet zum weißen Zaren.&lt;br /&gt;
* 376-513: Gespräch mit dem Zaren.&lt;br /&gt;
* 514-660: Manas kehrt zu seinem Vater Jakyp Bai zurück. Gespräch mit seinem Vater.&lt;br /&gt;
* 563ff.: Manas will eine Frau von seinem Vater. &amp;quot;Ruht&#039; noch nie in Mädchen Armen&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 661-744: Jakyp begibt sich auf Brautsuche. Reitet zu Temir Kan. Spricht zunächst mit Mängdi Bai, der zu Temir Kan gehört und als Unruhestifter beschrieben wird. Jakyp fragt nach der Tochter Temir Kans, Kanykäi, (schon in 632-633 vor Jakyp als Manas&#039; mögliche Braut erwähnt) und sagt, er hätte vorher (?) schon vergeblich der Chinesen, Perser, Kirgisen und Inder Volk nach schönen Frauen durchstreift.&lt;br /&gt;
* 744-763: Mängdi Bai reitet zu Temir Kan, um ihm Jakyps Bitte zu vermitteln, kritisiert dessen Anliegen aber (er hätte keine Brautgeschenke mitgebracht etc.).&lt;br /&gt;
* 764-1003: Temir Kan beschimpft Bai als &amp;quot;zum Zank geborenen Sklaven&amp;quot;, reitet zu Jakyp. Kan will Manas seine Tochter nur geben, wenn Manas mit dem &amp;quot;Schießen, Schlagen und Stechen&amp;quot; aufhört, Jakyp empört sich, sagt Kan, dass Manas sich seine Tocher mit Gewalt holen könnte. Daraufhin berät sich Kan mit seiner Frau und seiner Tochter, Bai und Fürsten. 937ff.: Nachdem Bai wieder Jakyp kritisiert hat, verweisen die Fürsten auf Manas&#039; Stärke, raten, Jakyp ehrenvoll zu empfangen, und fordern, dass Manas Brautgeschenke bringt. &lt;br /&gt;
* 1004-1120: Jakyp reitet zu Manas zurück, dieser akzeptiert die Forderung nach Brautgeschenken und macht sich mit seinen 40 Freunden auf den Weg zu Temir Kan.&lt;br /&gt;
* 1121 - 1160 Mengdi Bai meldet Temir Kan den Manas und seine vierzig Freunde, die jedoch nicht auf Kriegszug sind, sondern Brautgeld für Kanykäi in Form von Pferden bringen. Die Herden müssen zur Erfüllung des Brautpreises vier Täler füllen. &lt;br /&gt;
* 1161 - 1199 Mengdi Bai bewirtet in seinem Haus nur die vierzig Freunde des Manas mit Honigbranntwein, während Manas allein in der Steppe bleibt und in der Hitze Durst leidet.&lt;br /&gt;
* 1200 - 1233 Die Gefährten bemerken, dass Manas allein in der Steppe verblieben ist und eilen um Vergebung bittend zu ihm. Dieser will entgegen ihrer Befürchtungen seine Gefährten jedoch nicht töten, sondern nur zu Verstand bringen. Darauf errichten sie ihm in der Steppe ein Zelt mit vierzig Flügeln.&lt;br /&gt;
* 1234 - 1259 Die Schwägerinnen / Brautgeschwister der Kanykäi kommen geschmückt zu Manas, der Gold und Silbergeld in Fülle vor ihnen ausbreitet.&lt;br /&gt;
* 1260 - 1279 Manas reitet allein zum Zelt der bislang unberührten Kanykäi. Dort isst er unbemerkt von ihrem Honig, trinkt Kumiss und &amp;quot;drückt das im Schlaf versunkene Mädchen heftig an sich&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* 1280 - 1331 Die Fürstentochter Kanykäi erwacht und zieht ein Messer. Sie fordert den ihr unbekannten Manas auf, sie loszulassen und vom Lager aufzustehen. Als dieser sich als Manas vorstellt, welcher unzählige Stuten hergetrieben habe, fragt sie ihn, ob er einer der Hirten ihres Vaters sei. Als Manas die Kanykäi nun als verzärtelt bezeichnet, zerschneidet diese sein Gelenk am Unterarm mit ihrem Messer.&lt;br /&gt;
* 1332 - 1380 Manas tobt und will nun lieber Junggeselle bleiben. Er bezeichnet Känykäi als Metze und Schlechteste ihres Volkes. Er will an ihr Rache nehmen und sie selbst Tiere hüten lassen.&lt;br /&gt;
* 1381 -1419 Die Schwiegermutter versucht noch erfolglos, zwischen Manas und Kanykäi zu vermitteln. Da ihm aber ein Weib widersprochen hatte, steigt Manas mit seinen vierzig Gefährten noch in der Nacht zu Pferde.&lt;br /&gt;
* 1420 - 1480 Die Diener von Manas treiben die Pferde Jakyp Kan´s und Temir Kan´s weg. Manas Gefährten - allen voran Alman Bet - dringen alles niederstechend auf das Heer Temir Kan´s ein, um Kanykäi gewaltsam zu holen.&lt;br /&gt;
* 1481 - 1529 Kanykäi ahnt ihr Verderben, legt als Friedensstifterin seidene Kleidung an und bringt vierzig Mädchen den Gefährten des Manas zum Geschenk. Manas sieht die von ihm als &amp;quot;schlechte Dirne&amp;quot; bezeichnete Kanykäi mit ihren vierzig Mädchen als Beute kommen und lässt sogleich vierzig Lager errichten, um die Gefangenen &amp;quot;zu greifen, bei den Handgelenken zu fassen und zur Besinnung zu bringen&amp;quot;.  &lt;br /&gt;
* 1530 - 1541 Kanykäi fleht zu Manas und bietet diesem sogar an, ihr ( der Dirne ) doch die Zunge abzuschneiden, wie man einem fliehenden Vogel die Federn abschneidet. Manas merkt, dass Kanykäi nun &amp;quot;zu Sinnen gekommen&amp;quot; ist und stellt klar, dass Vögel sich nur fliegend auf ein Zelt setzen.           &lt;br /&gt;
* 1542 - 1626 Das Mädchen in der Jurte Alman Bet´s ist hässlich, weshalb dieser eine andere fordert, da er mit Manas doch gleichgestellt sei. Kanykäi fordert daraufhin Altyn Ai auf, sich für Alman Bet so glänzend schön zu machen, dass dieser staunend in Ohnmacht falle. &lt;br /&gt;
* 1627 - 1679 Temir Kan sammelt seine Reichtümer um sie Manas ebenso wie sein Mädchen zu geben. Mengdi Bai will ihn abhalten und berichtet Temir Kan, dass dessen Tochter Kanykäi dem Manas widersprochen habe. Da habe dieser das Volk vernichtet und dessen Habe geraubt. Manas habe der Kanykäi die beredte Zunge ausgerissen und sie &amp;quot;wie ein Schaf zu Schand gebracht&amp;quot;. Dafür sollte Temir Kan den Manas umbringen. Temir Kan weist Mengdi Bai jedoch zunächst an, 90 Kamele mit Gold, Silber und Seide zu überbringen.&lt;br /&gt;
* 1680 - 1699 In ihrem Haus diesseits vom Kalmückenvolke befielt Mengdi Bai den beiden Dieben Köktschö Kös und Kamang Kös dem Manas vergifteten Honig-Branntwein darzubieten. Diese stellen daraufhin ein Zelt auf, in dem der eintreffende Manas den vergifteten Branntwein trinkt. &lt;br /&gt;
* 1700 - 1791 Manas versagt die Kraft und er ruft sterbend seine Genossen. Diese fragen ihn, wo sie ohne ihn leben sollen. Er rät ihnen, sich nach seinem Tod den Russen zu ergeben, da es unter dem mächtigen Zaren allen gut gehe und dort stets Recht geschehe. Dann entschwindet die &amp;quot;Fliegenseele&amp;quot; des Manas zu der &amp;quot;wahren Heimat&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* 1792 - 1807 Die vierzig Gefährten errichten ein Grabgebäude für Manas und beerdigen ihn darin nach Trauerfeierlichkeiten mit diversen Opfergaben. &lt;br /&gt;
* 1808 - 1942 Die Gefährten reiten zu Jakyp Kan und berichteten vom Tod des Manas. Sie fordern ihn auf, nicht vor Trauer zu versinken und wie früher zu Lebzeiten des Manas zu handeln. Sie und insbesondere Alman Bet würden noch leben und ihm eine Stütze sein. Jakyp Kan erinnert daran, dass Alman Bet an allen Unternehmungen des mit ihm vertrauten Manas beteiligt war, aber diesem stets der Ruhm blieb. Wenn der von Manas stammende Wohlstand abnehmen werde, müsse er, Jakyp Kan, fortziehen und aus Not auf die Suche gehen.      &lt;br /&gt;
* 1955 ff Manas ist tot, Jakyp regelt die Nachfolge (u.a. 1971 f: &amp;quot;den Befehl bei Kriegeszügen übergebet Alman Bet&amp;quot;). Obwohl es zunächst nicht den Anschein erweckt, leidet Jakyp doch sehr am Verlust des Sohnes (2019). Manas&#039; Tod hat auch materielle Folgen (2026 &amp;quot;der Reichtum nahm jetzt ab&amp;quot;, Jakyp, &amp;quot;wackelnd wie ein Trappenvogel... Will in Armut weiterleben&amp;quot; 2034 ff). Wir lernen 2043 ff. etwas über das Leben an einem Fürstenhof: Manas&#039; Schwester hat offenbar nie das Haus verlassen - ein Privileg! Kanikäi, von Manas einst geraubt und vergewaltigt, pflegt offenbar die ganze Familie (2063 ff).&lt;br /&gt;
* Ab 2070 kommen die Tiere des Manas ins Spiel: der Falbe, der Falke, der Jagdhund. Diese drei Leiden ernstlich unter dem Verlust des Manas und wiederum &amp;quot;von der Stimme dieser dreie wurden tief erregt die Herzen Aller&amp;quot; (2101 f)&lt;br /&gt;
* 2106: Und so schickte Gott der Herr seine Engel - das zurechtzurücken! Sollte es ein Guter gewesen sein, der da verschieden ist, so soll er wiederauferstehen. Die Engel treten aus das Grab und es wird zum Weißen Haus (2184 f). &amp;quot;manas Stand lebendig auf.&amp;quot; (2188), weiß zunächst wohl nicht, dass er tot war (2200).&lt;br /&gt;
* 2203: Kanykäi sieht ihn im Traum, woraufhin Jakyp 2240 die 40 Gefährten des Manas holen lässt.&lt;br /&gt;
* 2252 ff. wird klar, dass die drei Tiere nicht mehr sind, wo sie waren - der eigentliche und endgültige Schock für Jakyp (2280-90). Jako ist übrigens 80 Jahre alt (2308 - oder 90 (2327)) steigt aber aufs Pferd und reitet zu Alman Bet (2338). Die 40 nehmen seine Hoffnungen und Sorgen nicht so ernst wie erhofft (2372. f) - &amp;quot; Jakyp ritt zurück jetzt wieder&amp;quot; (2392).&lt;br /&gt;
* 2454 wird der Koran als Bezugsquelle ausdrücklich erwähnt. Man entdeckt 2466 ff, dass das Grab durch eine Art Palast ersetzt ist und findet auch die Tiere, außerdem den Manas - bei ihm natürlich &amp;quot;ein trefflich schönes Mädchen&amp;quot; (2487). Manas weiß zunächst nicht, wer er einst gewesen, ist &amp;quot; ein anderer geworden&amp;quot;(2542-48), erkennt dann aber Frau, Vater, Mutter, deren Milch er wieder trinkt (2621). &lt;br /&gt;
* 2636-46: Bestätigung der ruhmreichen Rolle Kanykäis während Manas&#039; Abwesnheit. Für diesen scheint seinen Auferstehung eine Läuterung gewesen zu sein: &amp;quot;Die bescheerte Speise essend, über alle Völker herrschend, sich vom Zaren Segen holend,lebtenherrlich jetzt Manas, alle Feinde flohen ihn,so erreichte er sein Ende.&amp;quot;(2681-86) - Bis ans Ende seiner Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 4 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1 ff: Bok Murun soll eine Gastmahl zu Ehren des Abgangs von Kan Kökötoi veranstalten und bestimmt den Boten die Gästeliste und die Forderungen an die Gäste. Wenn die Gäste nicht kommen, sollen sie gezwungen werden.&lt;br /&gt;
* 65 ff: Es werden die Gäste genau umschrieben - unter ihnen auch Manas, Köktschö, Chinesen, Russen - Freund und Feind.&lt;br /&gt;
* 175 ff: Bok Murun berät sich, wie er das Fest bereiten soll, was Mahl, Pferderennen, &amp;quot;wie das Himmelreich gewinnen&amp;quot;, wo die Gäste versammeln und wie die Reise zur Vorbereitung des Festes unternehmen.&lt;br /&gt;
* 245 ff: Jemand (Manas?) wird als Hitzkopf beschrieben, der kommen mag wenn er will.&lt;br /&gt;
* 252 ff: Perspektivwechsel auf die Boten, die die Gäste einladen - Manas (zusammen mit Alman Bet); Umgang mit den Boten; die Boten erwarten den Tod; Manas spricht nicht zu ihnen.&lt;br /&gt;
* 281 ff: Wegen eines schlechten Spiels mit Alman Bet ist Manas stark erzürnt; Alman Bet versucht ihn zu besänftigen, aber Manas erkärt die Notwedigkeit seiner Taten wider dem Boten. Der Bote wird letzlich durch Manas Gefährten gevierteilt.&lt;br /&gt;
* 383 ff: Am nächsten Morgen ruft er nur in Hemd und Unterhosen alle 40 (?) Gefährten zum Aufbruch und Ritt zu Bok Muruns Gastmahl; Beschreibung von Einzelheiten des Aufbruchs (Zelt, Tigerdecke, etc.)&lt;br /&gt;
* 395 ff: Manas bechreibt, dass man sich die Beute hole, sollte man nichts (im Pferderennen?) erringen können.&lt;br /&gt;
* 405 ff: In der Nähe des Gastmahls (die Muslime und Gjauren von weitem sehend) erkennt er den Kampf zwischen den Gästen und will sie auseienander treiben.&lt;br /&gt;
* 438 ff: Die Beschreibung der Kämpfe, in die sich Manas einmischt und alle vertreibt bzw. besiegt und so die Kämpfe beendet.&lt;br /&gt;
* 473 ff: Vier Tage später kommt Bok Murun (oder Koschoi?) zu Manas; Manas klagt seine Verspätung an, doch Bok Murun versucht ihn zu besänftigen.&lt;br /&gt;
* 520 ff: Bok Murun befragt Koschoi , wie das Fest zu bereiten sei und wie die Gjauren und Muslime zu gewinnen (gegen sie gewinnen?); &amp;quot;Manas mög die Haufen ordnen;&amp;quot;Manas verweigert den Auftrag (obwohl doch schon erledigt???).&lt;br /&gt;
* 540 ff: Sprung zur Ankündigung der Pferderennen durch Uerbü, was aber Manas wiederum so erzürnen lässt, dass er Uerbü jadt.&lt;br /&gt;
* 584 ff: Kan Koschoi soll die Ordnung des Festes bestimmen; Koschoi lehnt aber ab, da es ihn nicht interessiert; Manas macht daraufhin seinen Vorschlag, wie das Fest organisiert sein soll (Fest und Rennen erst im Frühling als Vorschlag); Koschoi stimmt zu.&lt;br /&gt;
* 616 ff: Lange Beschreibung der Pferde, die die Späher beim Abritt beobachten, und Beschreibung des herbstlichen Abrittes.&lt;br /&gt;
* 773 ff: Währen Bok Murun sein Volk &amp;quot;besichtigt&amp;quot;, verlangt der Fürst der Chinesen Kongyr Bai das Pferd Bok Muruns Manykär und droht ansonsten.&lt;br /&gt;
* 808 ff: Bok Murun will sich mit seinem Volk beraten. Man rädt ihm, sich wiederum mit Manas zu beraten.&lt;br /&gt;
* 828 ff: Manas berichtet von ähnlichen Geschichten und berät. Abschluß:&amp;quot;Was (Warum etwa) willst du ihm dieses geben&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 917 ff: Das Fest beginnt mit einem Wettlauf, zu dem Joloi eine Alte schickt, die drei Monate rennt und am Ende die Mitläufer betrunken macht und so fast gewinnt; Er Töschtük gewinnt aber dann doch.&lt;br /&gt;
* 976 ff: Als nächste gibt es einen Ringkampf; als Preis 60 Pferde; Manas versucht jemanden zu finden, der für ihn kämpft gegen Held Joloi.&lt;br /&gt;
* 1110-1149: Ein Kämpfer ist gefunden - Koschoi; Manas bittet ihn, besondere Hosen, die Manas hat fertigen lassen, zu tragen.&lt;br /&gt;
* 1150-1165: Koschoi zieht sich die Lederhosen an.&lt;br /&gt;
* 1166-1181: Koschoi will Manas&#039; Hosen auch nach dem Kampf, sollte er gewinnen, behalten.&lt;br /&gt;
* 1186-1258: Der Ringkampf zwischen Koschoi und Joloi. Koschoi gewinnt, nachdem er, von Joloi auf den Boden gedrückt, vom ergrimmten Manas mit der Knute geschlagen worden ist.&lt;br /&gt;
* 1259-1341: Bok Murun ruft zum Lanzen-Wettkampf zu Pferd. Manas gewinnt gegen Kongyr Bai,&amp;quot;dem Fürsten Chinas&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 1342-1402: Bok Murun bindet ein Kamel an einer Grube mit 60 Silberbarren (Jamben) an - es ist der Gewinn - und fragt, wer es &amp;quot;mit den Zähnen lösen könnte&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 1349-1404: Als Orongo, eine Frau &amp;quot;vom Heidenvolke&amp;quot;, es tief gebückt zu lösen versucht, wird sie von Koilu Bai &amp;quot;wie von einem jungen Stier&amp;quot; penetriert. Ausführliche Beschreibung der Szene. Orongo kriegt schließlich den Preis.&lt;br /&gt;
* 1405ff. : Pferderennen nach Kokand. Das zieht sich bis 1550. Manas (der &amp;quot;wilde Trotzkopf&amp;quot; (z.B. 1483 oder 1532) geht ab 1533 in Führung. Dem überholten Joloi wird sein wunderpferd atsch Budan getreten und umgestoßen. Also (1555) entsteht ein &amp;quot;wilder Kampf&amp;quot; mit Lanzen, Beilen, Schwertern, Bögen. Joloi macht Beute 1565 f). Alman bet wird verwundet (1576 ff), wird sogar leicht kritisch gegenüber manas (1605 ff), fängt sich aber prompt einen Auftrag ein: (1615 ff) alman bet soll die Waffen des manas vom Waffenschmied holen. Auch zu köktschö soll er reiten, den (uns bekannten) blauen Schecken holen. Anschließend kann er gleich weiter zu jamgyrtschy um dessen Korallen einzusammeln. An zwei weiteren Stationen soll alman bet dann schließlich noch Segen holen - und los geht&#039;s. Der Schmied namens tökkör liefert (1665 ff). Der &amp;quot;Trotzkopf&amp;quot; manas tituliert den Waffenschmied beständig &amp;quot; Hitzkopf&amp;quot; (1683 ff). Köktschö hingegen scheint den Schecken zu verweigern. Die vierzig Freunde machen sich auf, das gerade zu Rücken (1700 ff). Aber auch des joloi pferdeherden will manisch schnappen (1720ff) und zwar mit List und Tarnung (1725 f). Wieder einmal soll es alman bet richten (1731f). Der kundschaftet das aus und empfiehlt die Tat. In Vorfreude auf den Sieg gegen joloi macht Manas sich Gedanken über die Belohnung für den Schmied (1757-1775): Pferde und Frauen. &lt;br /&gt;
* 1779 ff. hat Jolois Frau einen Traum: sie sieht Manas und das Unheil kommen. Joloi hört aber nicht auf sie (1807 ff), will im Gegenteil selber angreifen, seinerseits Frauen rauben (1836 ff). Jolois Frau wendet sich an den Sohn. Dieser soll dem Manas folgen, der sich (im Traum oder Wahrheit) die Pferdeherden schon genommen zu haben scheint - wie sie richtig sieht in Reaktion auf den Diebstahl ihres Mannes beim Trauertest des bok morun (1668 ff). Die söhne bitten joloi, auf die Verfolgungsjagd gehen zu dürfen (1875 ff). Der will aber selber in den Kampf. Lässt sich aber vorher noch durch den targyl tas mittels gebrannter Schulterblätter die Zukunft weissagen (1902 ff). Dieser rät eindringlich ab (1905-1920). Joloi ist erzürnt, will trotzdem los. Targyl warnt erneut (1931 ff). &amp;quot;Doch joloi folgt seinem Wort nicht&amp;quot; (1946), sondern trinkt einen und schwankt in den Kampf (1950 ff). &lt;br /&gt;
* 1958: Perspektivwechsel! Wir sind jetzt wieder bei manas. Angriff auf joloi, den manas 2012 erblickt. 2027 ff. warnt targyl den betrunkenen joloi erneut. Doch der hört natürlich erneut nicht, spaltet vielmehr dem Warner Den Kiefer (2043). So ist er, unser &amp;quot;kan joloi... der den Stier als Muster nahm sich&amp;quot; (2049 f). Manas der tiegergleiche jagt jetzt Joloi, den bergegleichen (2054 ff). Gemeinsam mit Llman Bet tötet Manas den Joloi letztlich und &amp;quot; zog des Weges weiter&amp;quot;(2084). Die Söhne Jolois wollen Rache, werden aber beide von Alman Bet getötet (2108). Alman Bet berichtet das dem Manas und der befiehlt: &amp;quot;Lasst Jolois Volk uns nun vernichten&amp;quot; (2131). Auch der Schmied soll natürlich, wie versprochen, belohnt werden. Die versprochenen Frauen für den Schmied und seinen Sohn werden dann auch gefangen (2166 ff). &amp;quot;Hier ist meine Schuld getilgt&amp;quot; sprach Manas (2178), sucht jetzt Muße bei Kaniykäi, deren weiches Fleisch er fasst. Als er aufwacht, schreit er aus Herzenslust und erfüllt sein Wort dem Schmied gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 5 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1-40: Jakyp Bai denkt über den Wert von Manas drei Frauen (Kara Börük, Akylai und Kanykäi) nach und hält Kanykäi für die wertvolllste.&lt;br /&gt;
* 41-158: Manas will den Wert von Kanykäi auf die Probe stellen und reitet mit seinen &amp;quot;vierzig Freunden&amp;quot; zu ihr. Kanykäi weiß davon und breitet sich mit zwei Dienerinnen vor. Sie bietet allen reichlich Branntwein an, kleidet sie in &amp;quot;Panzer&amp;quot;, von denen &amp;quot;Flintenkugeln abprallen&amp;quot;, gibt ihnen besondere Stifel und Sättel. Manas bleibt wohl recht lange dort, bis zum &amp;quot;Herbstes grauen Reif&amp;quot;. Während dieser Zeit werden die Pferde fett und die Helden träge.&lt;br /&gt;
* 159-235 : Manas will zu den Kalmücken unter der Herrschaft Ai Kans reiten, um dort &amp;quot;Kunde&amp;quot; zu erhalten. Kanykäi warnt ihn vorher, dass für die Pferde gerade ein Unglücksjahr ist, es ist zugleich das Jahr von Manas&#039; 25. Geburtstag. Manas pfeift drauf, wird wütend und schlägt sie mit der &amp;quot;geflochtenen Knute&amp;quot;, bis sich die Nähte ihres Hemdes lösen. Daraufhin lacht Kanykäi und wünscht ihm eine gute Heimkehr, verweist aber wieder auf das bevorstehende Unglück. Manas ist erneut erbos, verflucht sie, darauf verflucht Kanykäi Manas. Manas reitet ab. &lt;br /&gt;
* 236-273: Kanykäi schickt einen Boten zu Manas, der ihn an das Unglücksjahr und ausstehende Opfergaben erinnern soll, Manas achtet nicht darauf.&lt;br /&gt;
* 274-575 : Alman  Bet sieht recht erschreckt, dass ein &amp;quot;Heide ohne Bart&amp;quot; auf sie zugeritten kommt. Der &amp;quot;Freund&amp;quot; Kyrgyn soll erkunden, wer er ist. Es ist ein &amp;quot;Knabe&amp;quot;. Als sich beide treffen, verstehen sie einander zunächst nicht. Dann kommt auch Alman Bet angeritten. Fragt den Knaben, nach Kyrgyn, erneut nach seinem Namen und seiner Herkunft. Der Knabe präsentiert sich als Bote des Kös Kaman, eines Bruders von Jakyp Bai, der in die Hände der verfeindeten Kalmücken fiel, als Bai sechs Jahre alt gewesen ist. Kaman soll anschließend unter Chinesen und den &amp;quot;Kyrym&amp;quot; gelebt und fünf Söhne haben. Der Knabe fordert einen Lohn für seine Nachricht. Alman Bet reitet jetzt zu Manas und berichtet vom Boten. Manas meint, nichts von Jakyp Bais Bruder zu wissen, will den Boten selbst sehen, der anschließend von Bet zu ihm gebracht wird.&lt;br /&gt;
* 576-647: Manas ordnet an, die Aussage des Boten-Knaben bei Verwandten zu prüfen, ihn reichlich zu entlohnen, wenn es zutrifft, ihn zu &amp;quot;schlachten&amp;quot;, falls er lügt.&lt;br /&gt;
* 648-735: Alman Bet reitet zu Jakyp Bai, der bestätig, dass er einen Bruder namens Kös Kaman hat.&lt;br /&gt;
* 736-774: Als Jakyp Bais Frau, die dabei sitzt, dies hört, äußert sie Furcht darüber, dass die fünf Söhne Kamans über Manas herfallen könnten, und beginnt, Jakyp zu schlagen, doch der lacht und sagt, dass all dies nur zu Manas &amp;quot;Heil&amp;quot; beitrüge, so wie &amp;quot;ein Zweig am Flügel wüchse&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 775-941: Alman Bet reitet zu Kanykäi und fordert von ihr den Botenlohn (Kamele und so weiter), erzählt ihr von Kalman und seinen Söhnen, reitet anschließend weiter zu Manas, der dem Boten nun seinen Lohn verspricht und ihn auffordert, zu Kalman zurückzukehren. Der Bote reitet zurück.&lt;br /&gt;
* 942-1020: Manas verkündet seinen &amp;quot;Freunden&amp;quot;, den Kalman fürstlich empfangen zu wollen, und reitet hierfür zu Kanykäi. Jetzt folgen ausgiebige Festvorbereitungen, Manas erfreut sich erst einmal selbst mit seinen Freunden an Brantwein und Speis und vögelt Kanykäi. &amp;quot;Und sie gackelt wie ein Gänschen, gurgelt wie ein junger Sperber&amp;quot;, als er sie nimmt.  &lt;br /&gt;
* 1021-1176: Kalman und die Kalmücken kommen herbeigeritten, allgemeines Besäufnis. Die Kalmücken sind alle Heiden, Manas beschließt, sie zum Islam zu bekehren, was dann auch der Fall ist. Die Kalmücken lassen sich einen Vollbart wachsen, entfernen ihren Lippenbart, lernen wohl, den Koran zu lesen, und werden bechnitten. Manas, der &amp;quot;Trotzkopf&amp;quot;, lässt die Kunde überall verbreiten und ein Pferderennen abhalten.&lt;br /&gt;
* Verbrüderung der alten und neuen Moslems&lt;br /&gt;
* 1215 Kös Kaman will Manas einladen&lt;br /&gt;
* 1250 ff Alman Bet soll ihn fragen gehen&lt;br /&gt;
* 1264 ff. rät Kanykai da aber ab, wittert Gefahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Teezeremonien und Pferde-Schenken&lt;br /&gt;
II, 1460ff und 1700ff: Teezeremonien zur Aufnahme von Gesprächen und als Zeichen der Gastfreundschaft. Analog dient die Gabe von Pferden als Freundschaftsbeweis.&lt;br /&gt;
2. Manas der allmächtige Herrscher in allen Lagen als Krieger, Aufbrausender, Berater, Delegierender usw. IV-1150&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Das Himmelreich erreichen: 4.174; 4.520&lt;br /&gt;
Kontext: Fest von Bok Morun, Wettkämpfe. Bedeutung unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Fest bei Bok Morun: Höfische Züge.&lt;br /&gt;
- Pferderennen&lt;br /&gt;
- Ringkampf&lt;br /&gt;
- Wettlauf&lt;br /&gt;
- Pferd-Lanzen-Wettkampf&lt;br /&gt;
- Vielvölker-Zusammenkunft,Freunde und Feinde vereint im Wettkampf&lt;br /&gt;
- Sex&lt;br /&gt;
- jeder bringt was mit&lt;br /&gt;
- sich auszeichnen: Kampf, Besitz (Pferde, Waffen, Kleidung)&lt;br /&gt;
- Kleiderrituale&lt;br /&gt;
- Rituale der Bestimmung des Ablaufs&lt;br /&gt;
- Konfrontationen, Konflikte, Testen eigener Machtbereiche&lt;br /&gt;
- Komik: alte Dame im Pferderennen (4.943)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Komik: alte Dame im Pferderennen (4.943)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Nomadische Lebens- und Kulturform&lt;br /&gt;
- wichtig für den Manas-Kontext&lt;br /&gt;
- 2 Formen: 1. Ziehen dem Vieh und den Weidemöglichkeiten nach. 2. Treiben Handel als eine Art Vermittler zwischen natürlichen Barrieren (Wüste, Berge).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Islam-Referenzen: wirken oft willkürlich eingeschoben, überflüssig.&lt;br /&gt;
Bsp. 4.1256: Ringkampf wird durch Manas eingreifen entschieden, Referenz zu Gott unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Jamben (4.1345): nierenförmige Silberbarren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Schamane-Wahrsager&lt;br /&gt;
In 4/1902ff. wird ein Wahrsager erwähnt, der &amp;quot;Schulterblätter brennt&amp;quot; und hieraus dem Joloi dessen Zukunft prophezeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Epen-Motiv: das zerbrochene Schwert und der Schmied&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Motiv findet sich in mehreren Epen, zentral natürlich im Nibelungenlied. In Manas: ist es Manas&#039; Schwert, das von dem Schmied Tökör repariert wird (4/1620ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Manas und Gilgamesh: Freundschaft&lt;br /&gt;
Manas und Alman bet verhalten sich wie Gilgamesh und Enkidu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Manas und Nibelungenlied: Gunst, Gaben und Bündnisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Epen geht es immer wieder um gegenseitige Gunstbezeugnisse, Gaben und das Schmieden von Bündnissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Einheit in Islamisierung begriffener Turkvölker &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manas verkörpert den Führer eines unter ihm vereinten Verbundes verschiedener Turkvölker, die sich zum einen im Prozess der Islamisierung und zum anderen im Konflikt mit mehreren Großmächten (Chinesen, Russen) befinden. Dabei wird Manas&#039; besondere Geburt (unter einem Apfelbaum mit Prophezeiungen seiner Führerschaft), seine individuelle Kampfstärke und sein wachsender Einfluss durch Freunde, Bündnisse und Siege beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der ewige Wilde (Bezug: I,3)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stärker noch als der junge Gilgamesh und ohne höfische Einbindung, wie im Fall von Siegfried, zeigt Manas in diesem Abschnitt seine schier ungebremste Machtfülle, indem er ohne zu zögern und ohne klare Motivationslage einen tödlichen Zweikampf mit Köktschö sucht, von einer eigentlich tödlichen Verwundung wieder genest, obwohl er zuvor heilende Medikamente ausgeschlagen hat, sich zwar zunächst an einige Rituale der Brautwahl und Vermählung hält, dann aber seinen Trieben freien Lauf lässt und seine Auserwählte unter Androhung brachialer Gewalt an ihn bindet, quasi im Vorbeigehen und wieder in unklarer Motivationslage die Heere des Vaters der Braut und seines Vaters Jakyp (den er vorher schon drohte, selbst zu töten) niedermacht und fröhlich seine &amp;quot;vierzig Freunde&amp;quot;, die für ihn töten und zugleich seinen tödlichen Zorn fürchten, mit einem Harem versieht. Manas hält sich weder an Abmachungen noch an irgendwelche moralischen Codices, geschweige denn an den Koran oder Verpflichtungen aus Verwandtschaftsverhältnissen. Er bewegt sich viel und schnell, auf Pferden, von einer kurzen ruhigen Phase in den nächsten Kampf, begleitet von der weiten Steppe und den Bergen, umringt von mächtigen Feinden. Manas erfährt als Held kaum die Spur eines reflexiven Charakters, ihm scheint keine an Prinzipien gebundene Innerlichkeit anzugehören, er lebt ganz im Außen, in einem weiten Raum, in den er, geleitet durch Reiz und spontane Reaktion, seine Triebe, seine Kraft und seine Jugendlichkeit (&amp;quot;hatte noch nie ein Mädchen in meinem Arm&amp;quot;) ergießt - bis ihn, wie Siegfried, die List der Anderen (hier ein Gift) anscheinend endgültig auslöscht. Alle Arten von begrenzenden Referenzen - Familie, Prophezeiung, Islamisierung, Gebete zu Gott, Unterwelt-Aufenthalte, Erfahrungen von Schmerz, Krieg und Tod, Verlangen nach menschlicher Nähe, Freunde, das Leben in Gemeinschaft, Apelle, er solle mit dem Schlachten aufhören - gehen spurlos an Manas vorbei, sind nur Geäst einer Ornamentik, in dem das Feuer einer Steppe brennt, das keine Schatten in ein Inneres wirft; ein Feuer, das nur brennt, um leuchtend-unversteckt zu sein, was es ist - oder was es meint, sein zu müssen. Genau hier entsteht auf der Interpretationsebene dann auch das klassische Dilemma, dass der beobachtend-lesende Kulturmensch den natürlichen Wilden zwar respektiert, aber als Typus immer in zvilisatorische Entwicklungsmodelle einbaut, die ihn einer primitiven Phase zuordnen. Vielleicht liegt hier auch der Anspruch des Epos an uns: können und sollten wir diese Einordnung fallen lassen, die Andersartigkeit des Wilden nicht als transitorisch aburteilen, sondern als quasi ewige Wahrheit hinter einer anthropologischen Fassade eurozentrierter Aufklärung akzeptieren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Wolfs-Natur als Bindeglied zwischen Glauben und Kultur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Spur zum Verständnis der Glaubenstruktur und des sozialen Überbaus führt in ein als Totemismus betiteltes Wissensfeld, in dem ein (teils als blau-grauer) Wolf eine zentrale Rolle bei den Turkvölkern spielt. Der Wolf wird mit einem Schöpfungsmythos der jeweiligen Stammeslinien verbunden: er kreuzt sich etwa mit einem Menschen, hieraus gehen alle Stammesnachfahren hervor. der Wolf druchdring auch mit fast allen Körperteilen (Magen, Galle, Kopf, Krallen, Fell etc.) das Feld sozialer Praktiken (Geburt, Tod, Gesundheit-Medizin). Sekundärliteratur:  Paul: Weltgeschichte, Position 1312 (Religion und Kunst) und Bajalojewa: Kirgisen, S. 11-26. Wolfs-Referenzen in Manas: 4/1286: &amp;quot;der wolfäig&#039;ge, der graubärt&#039;ge Manas&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Manas- Der Gott auf Erden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manas ist tyrannisch-willkürlich, weise-beratend, wissend und lüsternd, Kind und Mann, kurz alles in Einem, kreisend um ein scheinbar nicht besetztes, leeres Zentrum seiner Identität, fundiert in einer verborgenen Rationalitätsform, die seine Macht legitimiert (eventuell führt die Spur des Wolfes hier hin). Diese Gott-Artigkeit wird im Kontext vom Fest des Bok Morun (4. Abschnitt) sehr deutlich:&lt;br /&gt;
- Willkür: Manas lässt einen Boten vierteilen. Er erwähnt, dass man sich die Beute, den Gewinn selbst holen wird, sollte man auf den Wettkämpfen nicht gewinnen.  4.281, 4.395.&lt;br /&gt;
- Berater und Schlichter zwischen Bok Morun und einem chinesischen Herrscher, Thema: Pferde-Handel.&lt;br /&gt;
- Motivierer-weiser Herrscher, der Ratschläge erteilt: Ringkampf. 4.1110.&lt;br /&gt;
- Ritual-Kenner: weiß, wie man sich Kleiden muss, was dazu gehört.&lt;br /&gt;
- Feste feiern: weiß, wie man das macht.&lt;br /&gt;
- Schlachtführer und Schlichter im Krieg&lt;br /&gt;
- bärenstark, und doch unerfahren-dumm wie ein Kind (&amp;quot;Trotzkopf&amp;quot; genannt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Eine deutsche Übersetzung von 1885 ist vorhanden: Radloff; Wilhelm, 1885. Proben der Volksliteratur der nördlichen türkischen Stämme, V: Der Dialect der Kara-Kirgisen, St. Petersburg.&lt;br /&gt;
*:Manas 377 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_1_Manas.pdf]]&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
*:Einführung S.1-32 [[Media:Radloff 1885.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Joloi Kan 168 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_2_Joloi_Kan.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Er Töschtük 72 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_3_Er_Töschtük.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/jiYQi6VQ6bc YouTube: The Art of Akyns, Kyrgyz Epic Tellers - 4 min.]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/kMDklwoLf34 YouTube: Manas - UNESCO - 10 min.]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=in4VqMvVNWg YouTube: Kirgisische Reiterimpressionen]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=-mzf8ENPMU0 YouTube: Kleiner Manas Sänger in Trance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=VCOGKwMazrU YouTube: Manas Sänger - historische Aufnahmen]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=Hs4pTfKNs-Y YouTube: Kyrgyz Manas Epic &amp;quot;Forty choro warriors flee to China&amp;quot;]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=HfgB-Au5htg YouTube: Manas Performance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=E3_v_dp80R8 YouTube: Manas Performance]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=IF4nViV51uc YouTube: Manas als Theater]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=hi39bAgQISE YouTube: Modernere Manasfassung]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=SQB9iy5KHl8 YouTube: Kirgisische Gitrarrespieler]&lt;br /&gt;
* [http://www.unesco.org/culture/ich/index.php?lg=en&amp;amp;pg=00011&amp;amp;RL=00876 Beschreibung durch die UNESCO: Welterbe Manas]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/artl/hatto-manas.shtml The Birth of Manas - A confrontation of two branches of heroic epic poetry in Kirgiz - By A. T. Hatto - Vergleich der Radloffschen Version und Fassung von Sagymbay Orozbakov (1867-1930)]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/folklore/manas/manasintro.html Englische Fassug von 2005, die die wesentlichen Fassungen nochmal neu ins englische übersetzt - unter Berücksichtigung besserer kirgisischer Spachkenntnisse - translated, introduced and annotated by Elmira Köçümkulkïzï1 - Ph.D. Candidate in Near and Middle Eastern Studies - University of Washington (Seattle)]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Die_alttürkische_Religion-1991.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Klimkeit-Buddhism_in_Turkish_Central_Asia-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Gabain-Inhalt_und_magische_Bedeutung_der_alttürkischen_Inschriften-1953.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hatto-Manas-Radloff-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Levin-Where-Rivers-Mountains-Sing-2011.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Mussajew-Epos-Manas-1994.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Die-Araber-vorislamischen-Zeit-Gegenwart-ebook/dp/B005JCYMHG/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390203366&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Die+Araber%3A+Von+der+vorislamischen+Zeit+bis+zur+Gegenwart Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart - Halm, Heinz]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Koran-Kommentar-Konkordanz-Rudi-ParetTaschenbuchausgabe/dp/3170226703/ref=sr_1_2?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390204205&amp;amp;sr=1-2&amp;amp;keywords=paret+koran Der Koran. Textausgabe - Paret, Rudi]&lt;br /&gt;
* [[Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Thrower-Religious-History-Central-Asia-2004.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Reichl-Singing-the-Past-2000.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:J_Paul_-Neue_Fischer_Weltgeschichte_-_Band_10_Zentralasien.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Frühe-Türken-Zentralasien-1992.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hainsworth-Idea-of-Epic-1992.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Krader-Social-Organization-Mongol-Turkic-Pastoral-Nomads-1963.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media: Basilov-Zirin-Nomads-Eurasia-1989.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 10.Februar 2014: Türkisierung Zentralasiens ab ca 6 Jh. n Chr. bis 13 Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herrschervölker in der Mongolei und in Turkestans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 6. Jahrhundert fielen die heute als On-Ok bezeichneten Kök-Türken in Turkestan ein und errichteten in diesem Gebiet ihr westliches Teil-Khanat, dass sich bis zum Jahr 745 halten konnte.&lt;br /&gt;
745 übernehmen die Uighuren bis 840 als ein weiteres Türkvolk neben Oghuzen, Seldschuken &amp;amp; Chasaren die Macht in der Mongolei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uighuren waren zum Teil Nomaden (es gab aber auch stadtartige Siedlungen).&lt;br /&gt;
Ab 840 herrschten die Jenissei-Kirgisen in der Mongolei, Nomaden wurden nach chinesisch Turkestan vertrieben und wurden da teilweise sesshaft.&lt;br /&gt;
(Weitere dokumentierte Türkvölker ab dem 10 jh. : Ghuzen, Garluq, Tughuzghuz, Turkmenen, Usbeken, Karakalpaken, Kasachen, Tataren, Aserbaidschaner, Karäim, Krimtürken, Turk-Mescheten und Türken.)&lt;br /&gt;
Die Islamische Periode startet bei den Türkvölkern ab dem 11.Jahrhundert - Vereinigung der Iranier Persiens und Mittelasiens -&amp;gt; Migrationsbewegung von Persern nach Osten.&lt;br /&gt;
Im 11 Jh. kriegerische Auseinandersetzungen nach Süden mit den Tibetern.&lt;br /&gt;
Während der zweiten Hälfte des 11. und der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war West-Turkestan ein Teil des ausgedehnten Seldschukenreiches (Türkvolk)&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts befand es sich unter der Oberherrschaft der (nichtmuslimischen) Qara-Chitai bevor diese durch die Qarachniden und später den Mongoleneinfall (Dschinghis Khan) verdrängt wurden&lt;br /&gt;
* Türken vs. Araber/Perser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Araber existiert zur Zeit der Orchoninschriften (730) noch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Türkvölker wurden im Unterschied zu Iraniern nicht durch Araber aus dem Westen unterworfen. Die Araber im Westen wehrten nur die Angriffe auf die „Kulturländer“ ab (705-715). Ab 8. Jh. bauten Araber Wälle gegen die Menschen im Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Samaniden (Iranier/Perser) vergrößerten den gebietsmässigen Einfluss des Islam nur unwesentlich, aber der kulturelle Einfluss auf die Türken wuchs, zum Teil kam es kurz vor dem Fall der persischen Sassaniden (9./10. Jh.) auch zu Bündnisse, die den kulturellen und religiösen Austausch verstärkten.&lt;br /&gt;
* Religion&lt;br /&gt;
Türkvölker blieben lange (insbesondere in Ost-Turkestan) schamistisch mit wenig Einfluss durch Buddhismus und Islam. Buddhismus hatte bereits um 600 Einfluss auf die Türken. Nach dem Sieg über die Perser (Sassaniden im 9 Jh) wurden die Türken Zoroaster (siehe Zarathustra). Ab 760 sind Einflüsse der Manichäer (Perser &amp;quot;Mani&amp;quot; als Religionsstifter, Kontakte der Türkvölker nach Babylon) und des Christentums bis nach Ost-Turkestan  (chinesisch Turkestan wurde von Uighuren bewohnt, insofern hier auch budhistische Belege). Die Islam war ursprünglich (ab 7 Jh. im westlichen Teil Mittelasiens) nicht missionarisch tätig - die Türkvölkwer im westlichen Teil Turkestans wurden islamisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Handel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelsbeziehungen zu den Indern und nach China - später zu den Iraniern.&lt;br /&gt;
* Validität der Quellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Historie in der Mongolei und chinesischen Turkestan wurde durch chinesische Schriften dokumentiert, da die Islamische Welt diese Ereignisse kaum wiedergab. Mohammedaner (Araber/Perser) kannten und nutzen zwar die alten Handelswege nach Osten, es gibt aber kaum Berichte von den Türkvölkern im mongolischen Norden - generell gibt es in den umfangreichen geografischen Schriften der Mohammedaner kaum Berichte über die Türkvölker im Osten. Andererseits wurden veraltete Texte über Jahrhunderte wiederholt in der ismamischen Welt wiedergegeben, in denen man den Türken ihrer mächtigen Stellung in der isamaischen Welt nicht gerecht wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache bei den Türkvölkern Zentralasiens wurde mit der Zeit das Persische und blieb im kleineren Maß &lt;br /&gt;
das Türkische, im östlichen Teil nahm das chinesische seinen Einfluß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== auch noch am 10.02.2014: Die Araber (nach Heinz Halm) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Araber ist, wer arabisch spricht - und das tun 280 Mio Menschen. Die Wortbedeutung ist unklar. Der Begriff wird bereits 853 v.Chr. für beduinische (also aus Kamelnomaden bestehende) assyrische Hilfstruppen benutzt. Auch bei Xerxes&#039; Griechenzug 480 v.Chr. sind arabische Bogenschützen auf Kamelen dabei.&lt;br /&gt;
Das Arabische ist eine semitische Sprache, verwandt also z.B. dem Akkadischen, dem Hebräischen, dem Aramäischen...&lt;br /&gt;
Die Schrift hat sich, wie auch die griechische und die lateinische, aus einer phönizischen Urform entwickelt. Sie besteht aus 28 Zeichen - ausschließlich für Konsonanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- 64 v. Chr. kommen die Römer in die Levante, 30 v.Chr. nach Ägypten. Die Araber stehen also zwischen Persien und (Ost-) Rom. Bis zu Mohammed (etwa 570 - 632 n.Chr.) gibt es keine einheitliche politische Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Zur Zeit Mohammeds sind 3 von 5 Stämmen in Medina jüdisch.&lt;br /&gt;
Im geographischen Raum gibt es auch viele Christen. Darüber hinaus werden weit verbreitet arabische Naturgottheiten verehrt. Die Kaba in Mekka ist z.B. ein würfelförmiger Tempel für den Gott Hubal. In Mekka selbst, wohlhabend wegen des vielbesuchten Tempels und der Lage an der &amp;quot;Weihrauchstrasse&amp;quot; vom Jemen nach Damasjus, gibt es keine christlichen oder jüdischen Gemeinden. Hier wird Mohammed um 570 geboren und tritt ab etwa 610 als monotheistischer Prophet auf, wird aber unterdrückt und bedroht, so dass er 622 ins 350 km entfernte Medina auswandert. Bei ihm sind &amp;quot;die Ergebenen&amp;quot; (die &amp;quot;muslimun&amp;quot;, mit ihrer &amp;quot;Ergebung&amp;quot; oder &amp;quot;Hingabe&amp;quot; - dem &amp;quot;Islam&amp;quot;). In Medina entsteht die Urgemeinde, die &amp;quot;Gemeinschaft&amp;quot; (die &amp;quot;umma&amp;quot;) und wird mächtig. Da göttlich eingesetzt, ist die umma unauflösbar. &lt;br /&gt;
Nach 10 Jahren ist praktisch die gesamte arabische Halbinsel islamisch. Auch Christen, auch Juden, auch Mekka schließen sich der neuen religiösen Bewegung an. Der Gründer stirbt 632 in Medina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die 4 ersten Nachfolger (&amp;quot;Kalifen&amp;quot;) sind noch direkte Weggefährten des Mohammed. Sie alle sind Angehörige eines, eigentlich mekkanischen, Stammes. Schon unter den ersten 4 Kalifen gibt es eine starke Expansion des Islam, etwa nach Ägypten und Mesopotamien. Danach wird die weniger religiös inspirierte Familie der Umayyaden für 90 Jahre das Kalifenamt übernehmen und das Machtzentrum nach Damaskus verlegen. Die Nachkommen des 4. Kalifen Ali initiieren eine Aufstand gegen die Umayyaden, der niedergeworfen wird, was ihnen einen Märtyrerstatus ein- und die &amp;quot;Partei&amp;quot; der Schiiten hervorbringt. Die bis heute andauernde Spaltung des Islam ist damit angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Expansion geht weiter: Im 8. Jh. sind etwa Buchara, Samarkant und Taschkent islamisch. Hier ist die &amp;quot;Front&amp;quot; zu den aus den nördlichen Steppen andrängenden Turkvölkern (und der kontextuale Schauplatz der Alman-Bet-Geschichte des Manas). 751 findet am Fluss Talass (in Kirgisien) ein Grenzgefecht mit den Chinesen statt. Etliche kriegsgefangene Chinesen sind Papierwerker, und so kommt die Kunst der Papierherstellung in die arabische Welt. Ein ungeheurer Schub! Somit wird Literatur möglich und Al-Arabiyya, die arabische Sprache ermöglicht einen Kulturtransfer im riesigen Raum von Toledo bis Samarkant. &lt;br /&gt;
Mit gewissen Einschränkungen: Der Iran hatte sich der Arabisierung verschlossen. Hier gilt das (Neu-) Persisch ab dem 10. Jh. als Literatursprache. Die monotheistische Zarathustra-Lehre war dem Islam gewichen, allerdings vornehmlich in dessen schiitischer Ausprägung. &lt;br /&gt;
Ägypten ist durch die Kopten bis ins 15.Jh. ein überwiegend christliches Land geblieben. Die (militärischen) Machtzentren waren aber schnell islamisch. Die koptischen Christen machen heute noch eine etwa 10 % starke Bevölkerungsgruppe aus.&lt;br /&gt;
Wenig arabisiert wurde auch das berberophone Marokko.&lt;br /&gt;
Die Expansion nach Nordosten wird durch Karl Martell bei Poitiers und Tours gestoppt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Umayyaden-Dynastie wird 750 abgelöst durch das &amp;quot;abassidische&amp;quot; Kalifat von Bagdad, das bis 1258 bestehen bleiben wird. Bagdad hat um 800 unter Harun al-Raschid 1 Mio Einwohner. Eine ausgefeilte Bürokratie entsteht mit Ämtern wie etwa dem Wesir (leitender Minister) oder dem Emir (eine Art Gouverneur). Die Bagdader Kalifen sichern ihre Macht durch die teilweise 20.000 Mann starke Militärkaste der &amp;quot;Mamluken&amp;quot;. Das Wort bedeutet Sklave und beschreibt die zu Kriegsdiensten eingesetzten Gefangenen der nomadisierenden Turkvölker Zentralasiens.&lt;br /&gt;
(&amp;quot;Mamluken&amp;quot; in Spanien und Nordafrika sind hingegen überwiegend Osteuropäer = &amp;quot;Slawen&amp;quot;.)&lt;br /&gt;
Die abassidischen Kalifen stehen meistenteils unter der Protektion von &amp;quot;Schutzherren&amp;quot;, zunächst der persischen, schiitischen Buyiden, später der türkischen Seldschuken. Der Seldschukische &amp;quot;Sultan&amp;quot; (=&amp;quot;Herrscher&amp;quot;) residiert in Isfahan und hat neben (oder über) dem Kalifen in Bagdad die faktische Macht der arabischen Welt.&lt;br /&gt;
An 1071 überrennen die Seldschuken das christlich-griechische Kleinasien.&lt;br /&gt;
1258 stehen die Mongolen vor Bagdad.&lt;br /&gt;
Das ist das Ende des Kalifats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Noch einmal zum Kulturtransfer: Die Aristoteles- (bzw. die gesamte Antiken-) Rezeption (Platon fehlt allerdings fast ganz) kommt ab 800 über die christlichen Aramäer ins Arabische - und von dort über Spanien zurück nach Europa. Die &amp;quot;Sarrazenen&amp;quot; (nach dem griechischen Namen eines arabischen Stammes auf dem Sinai) erobern und prägen Al-Andalus. Die &amp;quot;Reconquista&amp;quot; verleibt sich Gebiet, Kultur und Wissen (in einem bis 1492 andauernden Prozess) wieder ein.  &lt;br /&gt;
Ibn Ruschd lebt im 12. Jh. in Cordoba. Auch die von den Indern übernommene Mathematik wird als Wissenschaft weiter etabliert. Viele Begrifflichkeiten (&amp;quot;Algebra&amp;quot;; &amp;quot;Algorithmus&amp;quot;, ...) sind arabischen Ursprungs.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Manas&amp;diff=613</id>
		<title>Manas</title>
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		<updated>2015-01-05T20:36:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 14.Januar 2014 - 20:30 bei Andreas: Vorwort, Episode 1&lt;br /&gt;
* 21.Januar 2014 - 20:30 bei Matthias: Planung der weiteren Schritte&lt;br /&gt;
* 10.Februar 2014 - 20:30 bei Tiemo: Referate aus &amp;quot;12 Vorlesungen über die Geschichte der Türken Mittelasiens&amp;quot; &amp;amp; &amp;quot;Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 6.März 2014 - 20:30 bei Andreas: Referate zum Koran &lt;br /&gt;
* 24.März 2014 - 20:30 bei Matthias: Episode 1 &amp;amp; Anfang 2&lt;br /&gt;
* 12.Mai 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1453&lt;br /&gt;
* 12.Juni 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1862&lt;br /&gt;
* 7.Juli 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1120&lt;br /&gt;
* 14.August 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1940&lt;br /&gt;
* 6.Oktober 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/2486&lt;br /&gt;
* 6.November 2014 - 20:30 bei Andreas gelesen bis IV/1150, und Recherche- und Leseaufträge vergeben zu vorislamischer Religion und Alltagskultur&lt;br /&gt;
* 20.November 2014 - 20:30 bei Tiemo gelesen bis ungefähr IV/1543&lt;br /&gt;
* 4.Dezember 2014 - 20:30 bei Tobias - Lesen: Paul: Weltgeschichte, Position 1312 (Religion und Kunst) und Bajalojewa: Kirgisen, S. 11-26. Kontext: Totemismus-Wolf.[[Media:J_Paul_-Neue_Fischer_Weltgeschichte_-_Band_10_Zentralasien.pdf]] &amp;amp; [[Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf]]Gelesen bis 4/2197 (Ende des 4. Teils).&lt;br /&gt;
* 8. Januar 2015 - 20:30 bei Matthias.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
Das Manas-Epos handelt von dem Kampf des mythischen kirgisischen Volkshelden Manas und seiner Gefährten und Nachkommen im 9. Jahrhundert gegen die Uiguren und ist das wichtigste Werk der klassischen kirgisischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Werk umfasst fast 500.000 Verse und ist damit zwanzig Mal so lang wie Homers Odyssee und Ilias zusammen. Über viele Generationen nur mündlich von Manaschis, hoch angesehenen, den türkischen Aşıklar ähnlichen Volkssängern in melodischem Redegesang überliefert, wurde das Epos erst 1885 schriftlich niedergelegt. Über seine Ursprünge gibt es verschiedene Ansichten: Manche Literaturforscher gehen vom 6. bis 10. Jahrhundert aus, andere vom 11. und 12., und wieder andere erst vom 15. bis 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute existieren mindestens 65 verschiedene gedruckte Versionen des Werks oder von Teilen davon. Eine neue Übersetzung des Gesamtwerks ins Englische durch Walter May wurde 1995, zum mutmaßlich tausendsten Jubiläum der Geburt von Manas, veröffentlicht und 2004 in zwei Bänden neu gedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des Epos werden heute bei festlichen Gelegenheiten gern und häufig von Manaschis rezitiert, normalerweise begleitet von einer oder mehreren Komuz, einer gezupften dreisaitigen Langhalslaute, die von den Musikern ausgesprochen virtuos gehandhabt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held Manas soll in den Ala-Too-Bergen in der Region Talas in im Nordwesten von Kirgisistan geboren sein. Ein Mausoleum einige Kilometer östlich der Stadt Talas soll seine sterblichen Reste bergen und ist eine beliebte Ausflugs- und Feststätte, wo seit 1995 im Sommer eindrucksvolle kirgisische Reiterspiele aufgeführt werden. Allerdings heißt es in einer Fassadenbeschriftung, dass das Mausoleum „... der ruhmreichsten der Frauen, Kenizek-Khatun, der Tochter des Emirs Abuka“ gewidmet sei. Der Legende zufolge soll Kanikey, die Witwe des Manas, diese Inschrift angeordnet haben, um die Feinde ihres Mannes irre zu führen und eine Grabschändung zu verhindern. Das Gebäude, bekannt als „Manastin Khumbuzu“ oder „Der Ghumbez des Manas“, wurde vermutlich 1334 errichtet. In der Nähe steht ein Museum, das Manas und seiner Legende gewidmet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhaltliche Zusammenfassung==&lt;br /&gt;
=== Teil 1 ===&lt;br /&gt;
* 1-39: Beschreibung der Vorfahren des Manas und Hoffnung an seine Fähigkeiten.&lt;br /&gt;
* 40-72: Geburt Manas und Prophezeiungen und Bestätigung durch den schon sprechenden in der Wiege liegenden Manas - er will den Muslimen den Weg öffnen.&lt;br /&gt;
* 73-143: Beauftragung Durch den Vater Jakyp Kan an Bakai Kan, Manas die Welt zu zeigen.&lt;br /&gt;
* 144-152: Bakai Kan bestätigt den Auftrag.&lt;br /&gt;
* 153-164: kurzbeschreibung welche Fähigkeiten Manas zum vierzehnten Lebensjahr erwarb.&lt;br /&gt;
=== Teil 2 ===&lt;br /&gt;
* 1-16: Geburt Alman Bets, als Sohn Kara Kans.&lt;br /&gt;
* 17-65: Held Köktschö begründet sein Volk und trifft dabei Alman Bet.&lt;br /&gt;
* 66-101: Die beiden Helden lernen sich kennen.&lt;br /&gt;
* 102-125: In der rede zu religiösen dingen ensteht der Wunsch Alman Bets, den Koran zu sehen.&lt;br /&gt;
* 125-164: Köktschö gitb Alman Bet die Möglichkeit den Koran zu lesen. Alman Bet will daraufhin Muslime werden&lt;br /&gt;
* 165-177: Alman Bet und Köktschö werden Freunde.&lt;br /&gt;
* 178-200: Alman Bet beschliesst, sein eigenes Volk, die Oirot, zu Muslime zu machen und inmitten der Muslimen flussaufwärts anzusiedeln (evtl metaphorisch gemeint).&lt;br /&gt;
* 201-231: Alman Bet ritt zu seinem Vater und versucht ihn zu überzeugen, dass Kara Kans Volk konvertiert&lt;br /&gt;
* 232-274: Kara Kan bezeugt seinem Volk Treue und beauftragt sein Volk, Alman Bet zu töten, die sich in einen Hinterhalt legen. &lt;br /&gt;
* 275-306: Alman Bet tritt wiederum vor seinen Vater und versucht ihn zu bekehren, dieser lehnt aber ab und verstösst ihn.&lt;br /&gt;
* 307-335: Alman Bet spricht mit seiner Mutter, damit sie ihn nicht auch verstösse.&lt;br /&gt;
* 336-449: Beim Verlassen trifft er auf das im Hinterhalt liegende Heer, töte alle Fürsten der Oirot.&lt;br /&gt;
* 450-511: Alman Bet bietet sich als Freund und Unterstützer für Köktschö an und wird von diesem auch zu sich eingeladen (die Teile der Familie nomadisieren zusammen).&lt;br /&gt;
* 512-552: Das Volk und vorallem die Frauen bereiten sich auf die Ankunft Alman Bets vor.&lt;br /&gt;
* 553-590: Begrüssung Alman Bets durch die Frauen Köktschös&lt;br /&gt;
* 591-619: Kleine Zwistigkeit zwischen Köktschö und seiner Frau Ak Erkätsch, weil sie sein Pferd nicht hält bei seinem Absteigen.&lt;br /&gt;
* 620-697: Alman Bet wird besonders gut bewirtet und ihm wird eine Schlafstätte zugewiesen - am nächsten Morgen werden ihm zum Frühstück sogar zwei Stuten geschlachtet.&lt;br /&gt;
* 698-719: Alman Bet lebte nun bei Köktschö und mehrte so seht den Wohlstand der Sippe, dass bei den Gefährten Köktschös Neid entstand.&lt;br /&gt;
* 720-759: Die Gefährten intrigieren indem sie Alman Bet vor Köktschö bezichtigen, Ak Erkätsch des nachts beigewohnt zu haben.&lt;br /&gt;
* 760-827: Köktschö lässt nach Alman Bet rufen, bevor dieser jedoch zu ihm reitet, offenbart er seine Verwirrung dem Vater Köktschös. Bei Köktschö wird er missachtet umd tritt einer verwirrten Gesellschaft gegenüber.&lt;br /&gt;
* 828-856: Alman Bet werden Vorwürfe gemacht, ob er seinen Gastgebern vieles entwenden würde und ob Ak Erkätsch sich ihm ergeben hat.&lt;br /&gt;
* 857-863: &amp;quot;Gegen Gott hilft keine List&amp;quot; und Verlangen nach Brandwein - evtl. ein Eingeständnis* 864-892: Köktschö bittet Alman Bet darum Pferde und Kleidung für die Abreise zu erbitten, doch Alman Bet bittet um Köktschös eigenes Pferd und seine Kleidung.  &lt;br /&gt;
* 893-914: Diskurs über die Frage, wonach Alman Bet bitten dürfte (Blauer vs. gelber Schecke und ähnliches).&lt;br /&gt;
* 915-927: Köktschtö fragt, warum Alman Bet nicht geht.* 928-999: Eskalation des Gesrpächs bis zur Verfluchung und Racheandeutung.&lt;br /&gt;
* 1002-1002: Alman Bet kündigt die Freundschaft auf.&lt;br /&gt;
* 1003-1006: Alman Bet zieht ab.&lt;br /&gt;
* 1007-1059: Ak Erkätsch macht sich hübsch und bietet Alman Bet ihre Hilfe an, Köktschö umzustimmen, Alman Bet doch das passende Pferd und die passende Kleidung zu geben.&lt;br /&gt;
* 1060-1094: Ak Erkätsch erklärt Köktschö, dass er zugrund gerichtet wird, wenn er Alman Bet ohne die erbetenen Dinge ziehen lässt. Köktschö soll Alman Bet auch erst am achten Tag entlassen, auch der Götter (&amp;amp; Kydir) wegen.&lt;br /&gt;
* 1095-1099: Köktschö will sich nicht überzeugen lassen, auch wenn Ak Erkätsch ihn verliesse.&lt;br /&gt;
* 1100-1110: Ak Erkätsch sagt ihm, dass Alman Bet ansonsten gewaltsam ihm sein Pferd entreissen würde und er Pferschaaren verlieren würde.&lt;br /&gt;
* 1111-1114: Köktschö willl seinen blauen Schecken und den blauen Panzer an Alman Bet übergeben und lässt nach ihm rufen.&lt;br /&gt;
* 1115-1123: Alman Bet ist aber betrunken und lagert laut den Freunden im Schatten einer Tanne.&lt;br /&gt;
* 1123-1132: Bei genauer Prüfung durch Ak Erkätsch ist er aber dann doch bereits fortgeritten - anstelle des blauen Falben nun mit einem Fuchs.&lt;br /&gt;
* 1132-1134: Mamas hat einen Traum&lt;br /&gt;
* 1135-1172: Auflistung der herbeigerufenen Gefährten&lt;br /&gt;
* 1172-1215: Jakyp, Vater des Mamas, soll den Traum deuten; in-Aussicht-Stellung von Belohnung, verbunden mit Drohung (&amp;quot;deutet richtig er den Traum... Deuten meinen träum er falsch...&amp;quot;; (1206/1209). Deutet der Vater den Traum falsch, kommt dessen Sohn(!) nach Sibirien, USW (1210);&lt;br /&gt;
* 1216-1297: Manas selbst macht sich zum Vater auf, mit paradepferd prunkpanzer und legendärem Schwert, wiederholt das brimborium um den Traum, erneuert die Drohung bei fehldeutung (1283ff). Das Volk hat schon Angst um den Vater (und auch die Mutter)-scheinbar nicht zu unrecht.&lt;br /&gt;
* 1298-1312: entspann adschy bai  (&amp;quot;der verwirrtes stets gelöset...&amp;quot;) die Situation: manas soll seinen Traum doch erstmal schildern.&lt;br /&gt;
* 1313-1328: tut manas das endlich (Inhalt: Wild und geflügel fällt tot um, wenn Mamas mit Hund und Pferd zur Jagd geht...!?)&lt;br /&gt;
* 1329-1360: nimmt Adschy Bai die Gefahr auf sich, den Traum zu deuten: &amp;quot; eines Fürsten trefflich Kind ... Wird wohl bei dir sich niederlassen.&amp;quot; (1343-46)&lt;br /&gt;
* 1361-1435: ist Manas begeistert, schenkt Adschy seinen Panzer, erweitert die Deutung dahingehend, dass er &amp;quot;des Fürsten Kind&amp;quot; als Alman Bet identifiziert.Es werden Vorbereitungen getroffen, dem Helden entgegenzufiebern, obgleich man nicht weiß, ob der in friedlicher Absicht kommt.&lt;br /&gt;
* 1436: beginnt der Zug des Heeres, dem Alman Bet entgegen.&lt;br /&gt;
* 1436-68: eine Teezeremonie&lt;br /&gt;
* 1497: macht Manas einen Reiter in de Ferne aus.&lt;br /&gt;
* 1513: erspäht auch Alman Bet etwas, dem er folgt und erkennt 1540-48, daß er einem Größeren, Mächtigerem folgt.&lt;br /&gt;
* 1553-1576: trifft Manas Vorbereitungen zum Empfang des Fremden, von dessen Absichten man noch nichts weiß.&lt;br /&gt;
* 1577: kommt Alman Bet, (Und ab hier drängt sich mir der Vergleich mit der ANkunft Siegfrieds bei den Burgundern auf) fängt eine Lerche im Galopp, verweigert das Gespräch mit dem Empfangskommittee, will nur mit dem Fürsten sprechen, wird 1648 von Adschy Bai tatsächlich zu Manas vorgelassen. Das Ganze hätte auch fürchterlich schiefgehen können. Der Text deutet es an&lt;br /&gt;
* 1609-1610: &amp;quot;Alman Bet und Held Manas, wie nur werden sie sich grüßen?&amp;quot;- per Handschlag oder per Schwertstreich... Und in Alman Bets fatalistischem Ausruf, als er bei Manas eintritt:&amp;quot;Gottes Wille ist&#039;s, wer kann gegen seine Macht sich stemmen?&amp;quot;(1642/43) -tut es aber nicht!&lt;br /&gt;
* 1690: Herzliche Begrüßung&lt;br /&gt;
* 1700-1704: Teezeremonie&lt;br /&gt;
* -1745: Kostbare GeSchenke des Manas, die Alman Bet aber nicht annimmt, mit Ausnähme eines Pferdes (1745)&lt;br /&gt;
* -1757: Manas will jetzt einen wegtrittst veranstalten (1757  ff) Jakyp Bai soll alles richten. Dieser verunsichert die Boten ab 1800 mit seinen Nachfragen nach deren Kenntnis der Herkunft ihres Volkes. Die sind unwissend. Jakyb deutet Überlegenheit Alman Bets an (1812/13); Wettreiten&lt;br /&gt;
* 1831-39: wer ist Gewinner?&lt;br /&gt;
* 1841-1862: kommt Mutter des Manas. Anblich des Manas uns Alman Bets erzeugt bei ihr Milchfluß. Alman Bet schlägt vor, daß jeder der beiden aus einer Brust trinke möge. Sie tun das und erzeugen so eine Brüderschaft, welche sich durch das anschließendßende Zechen verfestigt oder geradezu erst wirksam wird (1862)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 3 ===&lt;br /&gt;
* 1-351: Kampf zwischen Manas und Köktschö. Der Anlass des Kampfes ist unklar. 185ff.: Manas begehrt Köktschös Pferde und Herden, will sie zusammentreiben und Alman Bet geben. Hatto (73-74) verweist auch auf I,2: Köktschö behandelt Alman Bet zunächst als Nicht-Muslim in kritischer Distanz. 411-459: Manas sagt dem Zaren, dass er wegen Alaman Bet, dem K. Pferde verweigerte, ausritt und Köktschös Herden raubte.&lt;br /&gt;
* 10ff.: Manas beugt sich vor dem (russischen) Zaren, zugleich Lob von Manas&#039; Heldenkraft.&lt;br /&gt;
* 161ff.: Manas dringt auf einen tödlichen Zweikampf mit K., mit Flinte und Schwert.&lt;br /&gt;
* 232ff: Manas trifft nicht, wird selbst von K. ins Herz getroffen, schlägt angeblich heilende Medizin von Köktschö aus und flieht.&lt;br /&gt;
* 281-284: Manas betet: &amp;quot;In der Hand des Schöpfers stand er, in dem Schutz des weissen Zaren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 285-324: Manas ruft seine Freunde an, verbringt 20 Nächte &amp;quot;unterhalb der Erde&amp;quot;, im &amp;quot;Jenseits&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 325-350: Unklarer Handlungsanschluss. K. stoppt den fliehenden Manas, der, K. selbst verfehlend, mit demselben Schwerthieb dessen Pferd erlegt.&lt;br /&gt;
* 351-375: Manas übergibt Alman Bet die Herde, reitet zum weißen Zaren.&lt;br /&gt;
* 376-513: Gespräch mit dem Zaren.&lt;br /&gt;
* 514-660: Manas kehrt zu seinem Vater Jakyp Bai zurück. Gespräch mit seinem Vater.&lt;br /&gt;
* 563ff.: Manas will eine Frau von seinem Vater. &amp;quot;Ruht&#039; noch nie in Mädchen Armen&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 661-744: Jakyp begibt sich auf Brautsuche. Reitet zu Temir Kan. Spricht zunächst mit Mängdi Bai, der zu Temir Kan gehört und als Unruhestifter beschrieben wird. Jakyp fragt nach der Tochter Temir Kans, Kanykäi, (schon in 632-633 vor Jakyp als Manas&#039; mögliche Braut erwähnt) und sagt, er hätte vorher (?) schon vergeblich der Chinesen, Perser, Kirgisen und Inder Volk nach schönen Frauen durchstreift.&lt;br /&gt;
* 744-763: Mängdi Bai reitet zu Temir Kan, um ihm Jakyps Bitte zu vermitteln, kritisiert dessen Anliegen aber (er hätte keine Brautgeschenke mitgebracht etc.).&lt;br /&gt;
* 764-1003: Temir Kan beschimpft Bai als &amp;quot;zum Zank geborenen Sklaven&amp;quot;, reitet zu Jakyp. Kan will Manas seine Tochter nur geben, wenn Manas mit dem &amp;quot;Schießen, Schlagen und Stechen&amp;quot; aufhört, Jakyp empört sich, sagt Kan, dass Manas sich seine Tocher mit Gewalt holen könnte. Daraufhin berät sich Kan mit seiner Frau und seiner Tochter, Bai und Fürsten. 937ff.: Nachdem Bai wieder Jakyp kritisiert hat, verweisen die Fürsten auf Manas&#039; Stärke, raten, Jakyp ehrenvoll zu empfangen, und fordern, dass Manas Brautgeschenke bringt. &lt;br /&gt;
* 1004-1120: Jakyp reitet zu Manas zurück, dieser akzeptiert die Forderung nach Brautgeschenken und macht sich mit seinen 40 Freunden auf den Weg zu Temir Kan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1121-1940: Nachzutragen durch MATTHIAS&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1955 ff Manas ist tot, Jakyp regelt die Nachfolge (u.a. 1971 f: &amp;quot;den Befehl bei Kriegeszügen übergebet Alman Bet&amp;quot;). Obwohl es zunächst nicht den Anschein erweckt, leidet Jakyp doch sehr am Verlust des Sohnes (2019). Manas&#039; Tod hat auch materielle Folgen (2026 &amp;quot;der Reichtum nahm jetzt ab&amp;quot;, Jakyp, &amp;quot;wackelnd wie ein Trappenvogel... Will in Armut weiterleben&amp;quot; 2034 ff). Wir lernen 2043 ff. etwas über das Leben an einem Fürstenhof: Manas&#039; Schwester hat offenbar nie das Haus verlassen - ein Privileg! Kanikäi, von Manas einst geraubt und vergewaltigt, pflegt offenbar die ganze Familie (2063 ff).&lt;br /&gt;
* Ab 2070 kommen die Tiere des Manas ins Spiel: der Falbe, der Falke, der Jagdhund. Diese drei Leiden ernstlich unter dem Verlust des Manas und wiederum &amp;quot;von der Stimme dieser dreie wurden tief erregt die Herzen Aller&amp;quot; (2101 f)&lt;br /&gt;
* 2106: Und so schickte Gott der Herr seine Engel - das zurechtzurücken! Sollte es ein Guter gewesen sein, der da verschieden ist, so soll er wiederauferstehen. Die Engel treten aus das Grab und es wird zum Weißen Haus (2184 f). &amp;quot;manas Stand lebendig auf.&amp;quot; (2188), weiß zunächst wohl nicht, dass er tot war (2200).&lt;br /&gt;
* 2203: Kanykäi sieht ihn im Traum, woraufhin Jakyp 2240 die 40 Gefährten des Manas holen lässt.&lt;br /&gt;
* 2252 ff. wird klar, dass die drei Tiere nicht mehr sind, wo sie waren - der eigentliche und endgültige Schock für Jakyp (2280-90). Jako ist übrigens 80 Jahre alt (2308 - oder 90 (2327)) steigt aber aufs Pferd und reitet zu Alman Bet (2338). Die 40 nehmen seine Hoffnungen und Sorgen nicht so ernst wie erhofft (2372. f) - &amp;quot; Jakyp ritt zurück jetzt wieder&amp;quot; (2392).&lt;br /&gt;
* 2454 wird der Koran als Bezugsquelle ausdrücklich erwähnt. Man entdeckt 2466 ff, dass das Grab durch eine Art Palast ersetzt ist und findet auch die Tiere, außerdem den Manas - bei ihm natürlich &amp;quot;ein trefflich schönes Mädchen&amp;quot; (2487). Manas weiß zunächst nicht, wer er einst gewesen, ist &amp;quot; ein anderer geworden&amp;quot;(2542-48), erkennt dann aber Frau, Vater, Mutter, deren Milch er wieder trinkt (2621). &lt;br /&gt;
* 2636-46: Bestätigung der ruhmreichen Rolle Kanykäis während Manas&#039; Abwesnheit. Für diesen scheint seinen Auferstehung eine Läuterung gewesen zu sein: &amp;quot;Die bescheerte Speise essend, über alle Völker herrschend, sich vom Zaren Segen holend,lebtenherrlich jetzt Manas, alle Feinde flohen ihn,so erreichte er sein Ende.&amp;quot;(2681-86) - Bis ans Ende seiner Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 4 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1 ff: Bok Murun soll eine Gastmahl zu Ehren des Abgangs von Kan Kökötoi veranstalten und bestimmt den Boten die Gästeliste und die Forderungen an die Gäste. Wenn die Gäste nicht kommen, sollen sie gezwungen werden.&lt;br /&gt;
* 65 ff: Es werden die Gäste genau umschrieben - unter ihnen auch Manas, Köktschö, Chinesen, Russen - Freund und Feind.&lt;br /&gt;
* 175 ff: Bok Murun berät sich, wie er das Fest bereiten soll, was Mahl, Pferderennen, &amp;quot;wie das Himmelreich gewinnen&amp;quot;, wo die Gäste versammeln und wie die Reise zur Vorbereitung des Festes unternehmen.&lt;br /&gt;
* 245 ff: Jemand (Manas?) wird als Hitzkopf beschrieben, der kommen mag wenn er will.&lt;br /&gt;
* 252 ff: Perspektivwechsel auf die Boten, die die Gäste einladen - Manas (zusammen mit Alman Bet); Umgang mit den Boten; die Boten erwarten den Tod; Manas spricht nicht zu ihnen.&lt;br /&gt;
* 281 ff: Wegen eines schlechten Spiels mit Alman Bet ist Manas stark erzürnt; Alman Bet versucht ihn zu besänftigen, aber Manas erkärt die Notwedigkeit seiner Taten wider dem Boten. Der Bote wird letzlich durch Manas Gefährten gevierteilt.&lt;br /&gt;
* 383 ff: Am nächsten Morgen ruft er nur in Hemd und Unterhosen alle 40 (?) Gefährten zum Aufbruch und Ritt zu Bok Muruns Gastmahl; Beschreibung von Einzelheiten des Aufbruchs (Zelt, Tigerdecke, etc.)&lt;br /&gt;
* 395 ff: Manas bechreibt, dass man sich die Beute hole, sollte man nichts (im Pferderennen?) erringen können.&lt;br /&gt;
* 405 ff: In der Nähe des Gastmahls (die Muslime und Gjauren von weitem sehend) erkennt er den Kampf zwischen den Gästen und will sie auseienander treiben.&lt;br /&gt;
* 438 ff: Die Beschreibung der Kämpfe, in die sich Manas einmischt und alle vertreibt bzw. besiegt und so die Kämpfe beendet.&lt;br /&gt;
* 473 ff: Vier Tage später kommt Bok Murun (oder Koschoi?) zu Manas; Manas klagt seine Verspätung an, doch Bok Murun versucht ihn zu besänftigen.&lt;br /&gt;
* 520 ff: Bok Murun befragt Koschoi , wie das Fest zu bereiten sei und wie die Gjauren und Muslime zu gewinnen (gegen sie gewinnen?); &amp;quot;Manas mög die Haufen ordnen;&amp;quot;Manas verweigert den Auftrag (obwohl doch schon erledigt???).&lt;br /&gt;
* 540 ff: Sprung zur Ankündigung der Pferderennen durch Uerbü, was aber Manas wiederum so erzürnen lässt, dass er Uerbü jadt.&lt;br /&gt;
* 584 ff: Kan Koschoi soll die Ordnung des Festes bestimmen; Koschoi lehnt aber ab, da es ihn nicht interessiert; Manas macht daraufhin seinen Vorschlag, wie das Fest organisiert sein soll (Fest und Rennen erst im Frühling als Vorschlag); Koschoi stimmt zu.&lt;br /&gt;
* 616 ff: Lange Beschreibung der Pferde, die die Späher beim Abritt beobachten, und Beschreibung des herbstlichen Abrittes.&lt;br /&gt;
* 773 ff: Währen Bok Murun sein Volk &amp;quot;besichtigt&amp;quot;, verlangt der Fürst der Chinesen Kongyr Bai das Pferd Bok Muruns Manykär und droht ansonsten.&lt;br /&gt;
* 808 ff: Bok Murun will sich mit seinem Volk beraten. Man rädt ihm, sich wiederum mit Manas zu beraten.&lt;br /&gt;
* 828 ff: Manas berichtet von ähnlichen Geschichten und berät. Abschluß:&amp;quot;Was (Warum etwa) willst du ihm dieses geben&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 917 ff: Das Fest beginnt mit einem Wettlauf, zu dem Joloi eine Alte schickt, die drei Monate rennt und am Ende die Mitläufer betrunken macht und so fast gewinnt; Er Töschtük gewinnt aber dann doch.&lt;br /&gt;
* 976 ff: Als nächste gibt es einen Ringkampf; als Preis 60 Pferde; Manas versucht jemanden zu finden, der für ihn kämpft gegen Held Joloi.&lt;br /&gt;
* 1110-1149: Ein Kämpfer ist gefunden - Koschoi; Manas bittet ihn, besondere Hosen, die Manas hat fertigen lassen, zu tragen.&lt;br /&gt;
* 1150-1165: Koschoi zieht sich die Lederhosen an.&lt;br /&gt;
* 1166-1181: Koschoi will Manas&#039; Hosen auch nach dem Kampf, sollte er gewinnen, behalten.&lt;br /&gt;
* 1186-1258: Der Ringkampf zwischen Koschoi und Joloi. Koschoi gewinnt, nachdem er, von Joloi auf den Boden gedrückt, vom ergrimmten Manas mit der Knute geschlagen worden ist.&lt;br /&gt;
* 1259-1341: Bok Murun ruft zum Lanzen-Wettkampf zu Pferd. Manas gewinnt gegen Kongyr Bai,&amp;quot;dem Fürsten Chinas&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 1342-1402: Bok Murun bindet ein Kamel an einer Grube mit 60 Silberbarren (Jamben) an - es ist der Gewinn - und fragt, wer es &amp;quot;mit den Zähnen lösen könnte&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 1349-1404: Als Orongo, eine Frau &amp;quot;vom Heidenvolke&amp;quot;, es tief gebückt zu lösen versucht, wird sie von Koilu Bai &amp;quot;wie von einem jungen Stier&amp;quot; penetriert. Ausführliche Beschreibung der Szene. Orongo kriegt schließlich den Preis.&lt;br /&gt;
* 1405ff. : Pferderennen nach Kokand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zieht sich bis 1550. Manas (der &amp;quot;wilde Trotzkopf&amp;quot; (z.B. 1483 oder 1532) geht ab 1533 in Führung. Dem überholten Joloi wird sein wunderpferd atsch Budan getreten und umgestoßen. Also (1555) entsteht ein &amp;quot;wilder Kampf&amp;quot; mit Lanzen, Beilen, Schwertern, Bögen. Joloi macht Beute 1565 f). Alman bet wird verwundet (1576 ff), wird sogar leicht kritisch gegenüber manas (1605 ff), fängt sich aber prompt einen Auftrag ein: (1615 ff) alman bet soll die Waffen des manas vom Waffenschmied holen. Auch zu köktschö soll er reiten, den (uns bekannten) blauen Schecken holen. Anschließend kann er gleich weiter zu jamgyrtschy um dessen Korallen einzusammeln. An zwei weiteren Stationen soll alman bet dann schließlich noch Segen holen - und los geht&#039;s. Der Schmied namens tökkör liefert (1665 ff). Der &amp;quot;Trotzkopf&amp;quot; manas tituliert den Waffenschmied beständig &amp;quot; Hitzkopf&amp;quot; (1683 ff). Köktschö hingegen scheint den Schecken zu verweigern. Die vierzig Freunde machen sich auf, das gerade zu Rücken (1700 ff). Aber auch des joloi pferdeherden will manisch schnappen (1720ff) und zwar mit List und Tarnung (1725 f). Wieder einmal soll es alman bet richten (1731f). Der kundschaftet das aus und empfiehlt die Tat. In Vorfreude auf den Sieg gegen joloi macht Manas sich Gedanken über die Belohnung für den Schmied (1757-1775): Pferde und Frauen. &lt;br /&gt;
1779 ff. hat Jolois Frau einen Traum: sie sieht Manas und das Unheil kommen. Joloi hört aber nicht auf sie (1807 ff), will im Gegenteil selber angreifen, seinerseits Frauen rauben ((1836 ff). Jolois Frau wendet sich an den Sohn. Dieser soll dem manas folgen, der sich ( im Traum oder Wahrheit) die pferdeherden schon genommen zu haben scheint - wie sie richtig sieht in Reaktion auf den Diebstahl ihres Mannes beim trauertest des bok morun (1668 ff). Die söhne bitten joloi, auf die Verfolgungsjagd gehen zu dürfen (1875 ff). Der will aber selber in den Kampf. Lässt sich aber vorher noch durch den targyl tas mittels gebrannter Schulterblätter die Zukunft weissagen(1902 ff). Dieser rät eindringlich ab (1905-1920). Joloi ist erzürnt, will trotzdem los. Targyl warnt erneut (1931 ff). &amp;quot;Doch joloi folgt seinem Wort nicht&amp;quot;(1946) , sondern trinkt einen und schwankt in den Kampf (1950 ff). &lt;br /&gt;
1958: Perspektivwechsel! Wir sind jetzt wieder bei manas. Angriff auf joloi, den manas 2012 erblickt. 2027 ff. Warnt targyl den betrunkenen joloi erneut. Doch der hört natürlich erneut nicht, spaltet vielmehr dem Warner Den Kiefer (2043). So ist er, unser &amp;quot;kan joloi...der den Stier als Muster nahm sich&amp;quot;(2049 f). Manas der tiegergleiche jagt jetzt joloi, den bergegleichen (2954 ff). Gemeinsam mit alman net tötet manas den Joloi letztlich und &amp;quot; zog des Weges weiter&amp;quot;(2084). Die söhne des joloi wollen räche, werden aber beide von Alman bet getötet (2108). Alman&lt;br /&gt;
 Bet berichtet das dem Manas und der befiehlt: &amp;quot; lasst jolois Volk uns nun vernichten&amp;quot;(2131). Auch der Schmied soll natürlich, wie versprochen, belohnt werden. &lt;br /&gt;
Die versprochenen Frauen für den Schmied und seinen Sohn werden dann auch gefangen (2166 ff). &amp;quot;Hier ist meine schuld getilgt&amp;quot; sprach Manas (2178), sucht jetzt muße bei kaniykäi, deren weiches Fleisch er fasst. Als er aufwacht schreit er aus herzenslust und erfüllt sein Wort dem Schmied gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Teezeremonien und Pferde-Schenken&lt;br /&gt;
II, 1460ff und 1700ff: Teezeremonien zur Aufnahme von Gesprächen und als Zeichen der Gastfreundschaft. Analog dient die Gabe von Pferden als Freundschaftsbeweis.&lt;br /&gt;
2. Manas der allmächtige Herrscher in allen Lagen als Krieger, Aufbrausender, Berater, Delegierender usw. IV-1150&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Das Himmelreich erreichen: 4.174; 4.520&lt;br /&gt;
Kontext: Fest von Bok Morun, Wettkämpfe. Bedeutung unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Fest bei Bok Morun: Höfische Züge.&lt;br /&gt;
- Pferderennen&lt;br /&gt;
- Ringkampf&lt;br /&gt;
- Wettlauf&lt;br /&gt;
- Pferd-Lanzen-Wettkampf&lt;br /&gt;
- Vielvölker-Zusammenkunft,Freunde und Feinde vereint im Wettkampf&lt;br /&gt;
- Sex&lt;br /&gt;
- jeder bringt was mit&lt;br /&gt;
- sich auszeichnen: Kampf, Besitz (Pferde, Waffen, Kleidung)&lt;br /&gt;
- Kleiderrituale&lt;br /&gt;
- Rituale der Bestimmung des Ablaufs&lt;br /&gt;
- Konfrontationen, Konflikte, Testen eigener Machtbereiche&lt;br /&gt;
- Komik: alte Dame im Pferderennen (4.943)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Komik: alte Dame im Pferderennen (4.943)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Nomadische Lebens- und Kulturform&lt;br /&gt;
- wichtig für den Manas-Kontext&lt;br /&gt;
- 2 Formen: 1. Ziehen dem Vieh und den Weidemöglichkeiten nach. 2. Treiben Handel als eine Art Vermittler zwischen natürlichen Barrieren (Wüste, Berge).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Islam-Referenzen: wirken oft willkürlich eingeschoben, überflüssig.&lt;br /&gt;
Bsp. 4.1256: Ringkampf wird durch Manas eingreifen entschieden, Referenz zu Gott unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Jamben (4.1345): nierenförmige Silberbarren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Schamane-Wahrsager&lt;br /&gt;
In 4/1902ff. wird ein Wahrsager erwähnt, der &amp;quot;Schulterblätter brennt&amp;quot; und hieraus dem Joloi dessen Zukunft prophezeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Epen-Motiv: das zerbrochene Schwert und der Schmied&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Motiv findet sich in mehreren Epen, zentral natürlich im Nibelungenlied. In Manas: ist es Manas&#039; Schwert, das von dem Schmied Tökör repariert wird (4/1620ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Manas und Gilgamesh: Freundschaft&lt;br /&gt;
Manas und Alman bet verhalten sich wie Gilgamesh und Enkidu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Manas und Nibelungenlied: Gunst, Gaben und Bündnisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Epen geht es immer wieder um gegenseitige Gunstbezeugnisse, Gaben und das Schmieden von Bündnissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Einheit in Islamisierung begriffener Turkvölker &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manas verkörpert den Führer eines unter ihm vereinten Verbundes verschiedener Turkvölker, die sich zum einen im Prozess der Islamisierung und zum anderen im Konflikt mit mehreren Großmächten (Chinesen, Russen) befinden. Dabei wird Manas&#039; besondere Geburt (unter einem Apfelbaum mit Prophezeiungen seiner Führerschaft), seine individuelle Kampfstärke und sein wachsender Einfluss durch Freunde, Bündnisse und Siege beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der ewige Wilde (Bezug: I,3)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stärker noch als der junge Gilgamesh und ohne höfische Einbindung, wie im Fall von Siegfried, zeigt Manas in diesem Abschnitt seine schier ungebremste Machtfülle, indem er ohne zu zögern und ohne klare Motivationslage einen tödlichen Zweikampf mit Köktschö sucht, von einer eigentlich tödlichen Verwundung wieder genest, obwohl er zuvor heilende Medikamente ausgeschlagen hat, sich zwar zunächst an einige Rituale der Brautwahl und Vermählung hält, dann aber seinen Trieben freien Lauf lässt und seine Auserwählte unter Androhung brachialer Gewalt an ihn bindet, quasi im Vorbeigehen und wieder in unklarer Motivationslage die Heere des Vaters der Braut und seines Vaters Jakyp (den er vorher schon drohte, selbst zu töten) niedermacht und fröhlich seine &amp;quot;vierzig Freunde&amp;quot;, die für ihn töten und zugleich seinen tödlichen Zorn fürchten, mit einem Harem versieht. Manas hält sich weder an Abmachungen noch an irgendwelche moralischen Codices, geschweige denn an den Koran oder Verpflichtungen aus Verwandtschaftsverhältnissen. Er bewegt sich viel und schnell, auf Pferden, von einer kurzen ruhigen Phase in den nächsten Kampf, begleitet von der weiten Steppe und den Bergen, umringt von mächtigen Feinden. Manas erfährt als Held kaum die Spur eines reflexiven Charakters, ihm scheint keine an Prinzipien gebundene Innerlichkeit anzugehören, er lebt ganz im Außen, in einem weiten Raum, in den er, geleitet durch Reiz und spontane Reaktion, seine Triebe, seine Kraft und seine Jugendlichkeit (&amp;quot;hatte noch nie ein Mädchen in meinem Arm&amp;quot;) ergießt - bis ihn, wie Siegfried, die List der Anderen (hier ein Gift) anscheinend endgültig auslöscht. Alle Arten von begrenzenden Referenzen - Familie, Prophezeiung, Islamisierung, Gebete zu Gott, Unterwelt-Aufenthalte, Erfahrungen von Schmerz, Krieg und Tod, Verlangen nach menschlicher Nähe, Freunde, das Leben in Gemeinschaft, Apelle, er solle mit dem Schlachten aufhören - gehen spurlos an Manas vorbei, sind nur Geäst einer Ornamentik, in dem das Feuer einer Steppe brennt, das keine Schatten in ein Inneres wirft; ein Feuer, das nur brennt, um leuchtend-unversteckt zu sein, was es ist - oder was es meint, sein zu müssen. Genau hier entsteht auf der Interpretationsebene dann auch das klassische Dilemma, dass der beobachtend-lesende Kulturmensch den natürlichen Wilden zwar respektiert, aber als Typus immer in zvilisatorische Entwicklungsmodelle einbaut, die ihn einer primitiven Phase zuordnen. Vielleicht liegt hier auch der Anspruch des Epos an uns: können und sollten wir diese Einordnung fallen lassen, die Andersartigkeit des Wilden nicht als transitorisch aburteilen, sondern als quasi ewige Wahrheit hinter einer anthropologischen Fassade eurozentrierter Aufklärung akzeptieren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Wolfs-Natur als Bindeglied zwischen Glauben und Kultur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Spur zum Verständnis der Glaubenstruktur und des sozialen Überbaus führt in ein als Totemismus betiteltes Wissensfeld, in dem ein (teils als blau-grauer) Wolf eine zentrale Rolle bei den Turkvölkern spielt. Der Wolf wird mit einem Schöpfungsmythos der jeweiligen Stammeslinien verbunden: er kreuzt sich etwa mit einem Menschen, hieraus gehen alle Stammesnachfahren hervor. der Wolf druchdring auch mit fast allen Körperteilen (Magen, Galle, Kopf, Krallen, Fell etc.) das Feld sozialer Praktiken (Geburt, Tod, Gesundheit-Medizin). Sekundärliteratur:  Paul: Weltgeschichte, Position 1312 (Religion und Kunst) und Bajalojewa: Kirgisen, S. 11-26. Wolfs-Referenzen in Manas: 4/1286: &amp;quot;der wolfäig&#039;ge, der graubärt&#039;ge Manas&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Manas- Der Gott auf Erden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manas ist tyrannisch-willkürlich, weise-beratend, wissend und lüsternd, Kind und Mann, kurz alles in Einem, kreisend um ein scheinbar nicht besetztes, leeres Zentrum seiner Identität, fundiert in einer verborgenen Rationalitätsform, die seine Macht legitimiert (eventuell führt die Spur des Wolfes hier hin). Diese Gott-Artigkeit wird im Kontext vom Fest des Bok Morun (4. Abschnitt) sehr deutlich:&lt;br /&gt;
- Willkür: Manas lässt einen Boten vierteilen. Er erwähnt, dass man sich die Beute, den Gewinn selbst holen wird, sollte man auf den Wettkämpfen nicht gewinnen.  4.281, 4.395.&lt;br /&gt;
- Berater und Schlichter zwischen Bok Morun und einem chinesischen Herrscher, Thema: Pferde-Handel.&lt;br /&gt;
- Motivierer-weiser Herrscher, der Ratschläge erteilt: Ringkampf. 4.1110.&lt;br /&gt;
- Ritual-Kenner: weiß, wie man sich Kleiden muss, was dazu gehört.&lt;br /&gt;
- Feste feiern: weiß, wie man das macht.&lt;br /&gt;
- Schlachtführer und Schlichter im Krieg&lt;br /&gt;
- bärenstark, und doch unerfahren-dumm wie ein Kind (&amp;quot;Trotzkopf&amp;quot; genannt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Eine deutsche Übersetzung von 1885 ist vorhanden: Radloff; Wilhelm, 1885. Proben der Volksliteratur der nördlichen türkischen Stämme, V: Der Dialect der Kara-Kirgisen, St. Petersburg.&lt;br /&gt;
*:Manas 377 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_1_Manas.pdf]]&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
*:Einführung S.1-32 [[Media:Radloff 1885.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Joloi Kan 168 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_2_Joloi_Kan.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Er Töschtük 72 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_3_Er_Töschtük.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/jiYQi6VQ6bc YouTube: The Art of Akyns, Kyrgyz Epic Tellers - 4 min.]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/kMDklwoLf34 YouTube: Manas - UNESCO - 10 min.]&lt;br /&gt;
* [http://www.unesco.org/culture/ich/index.php?lg=en&amp;amp;pg=00011&amp;amp;RL=00876 Beschreibung durch die UNESCO: Welterbe Manas]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/artl/hatto-manas.shtml The Birth of Manas - A confrontation of two branches of heroic epic poetry in Kirgiz - By A. T. Hatto - Vergleich der Radloffschen Version und Fassung von Sagymbay Orozbakov (1867-1930)]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/folklore/manas/manasintro.html Englische Fassug von 2005, die die wesentlichen Fassungen nochmal neu ins englische übersetzt - unter Berücksichtigung besserer kirgisischer Spachkenntnisse - translated, introduced and annotated by Elmira Köçümkulkïzï1 - Ph.D. Candidate in Near and Middle Eastern Studies - University of Washington (Seattle)]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Die_alttürkische_Religion-1991.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Klimkeit-Buddhism_in_Turkish_Central_Asia-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Gabain-Inhalt_und_magische_Bedeutung_der_alttürkischen_Inschriften-1953.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hatto-Manas-Radloff-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Levin-Where-Rivers-Mountains-Sing-2011.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Mussajew-Epos-Manas-1994.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Die-Araber-vorislamischen-Zeit-Gegenwart-ebook/dp/B005JCYMHG/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390203366&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Die+Araber%3A+Von+der+vorislamischen+Zeit+bis+zur+Gegenwart Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart - Halm, Heinz]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Koran-Kommentar-Konkordanz-Rudi-ParetTaschenbuchausgabe/dp/3170226703/ref=sr_1_2?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390204205&amp;amp;sr=1-2&amp;amp;keywords=paret+koran Der Koran. Textausgabe - Paret, Rudi]&lt;br /&gt;
* [[Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Thrower-Religious-History-Central-Asia-2004.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Reichl-Singing-the-Past-2000.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:J_Paul_-Neue_Fischer_Weltgeschichte_-_Band_10_Zentralasien.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Frühe-Türken-Zentralasien-1992.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 10.Februar 2014: Türkisierung Zentralasiens ab ca 6 Jh. n Chr. bis 13 Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herrschervölker in der Mongolei und in Turkestans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 6. Jahrhundert fielen die heute als On-Ok bezeichneten Kök-Türken in Turkestan ein und errichteten in diesem Gebiet ihr westliches Teil-Khanat, dass sich bis zum Jahr 745 halten konnte.&lt;br /&gt;
745 übernehmen die Uighuren bis 840 als ein weiteres Türkvolk neben Oghuzen, Seldschuken &amp;amp; Chasaren die Macht in der Mongolei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uighuren waren zum Teil Nomaden (es gab aber auch stadtartige Siedlungen).&lt;br /&gt;
Ab 840 herrschten die Jenissei-Kirgisen in der Mongolei, Nomaden wurden nach chinesisch Turkestan vertrieben und wurden da teilweise sesshaft.&lt;br /&gt;
(Weitere dokumentierte Türkvölker ab dem 10 jh. : Ghuzen, Garluq, Tughuzghuz, Turkmenen, Usbeken, Karakalpaken, Kasachen, Tataren, Aserbaidschaner, Karäim, Krimtürken, Turk-Mescheten und Türken.)&lt;br /&gt;
Die Islamische Periode startet bei den Türkvölkern ab dem 11.Jahrhundert - Vereinigung der Iranier Persiens und Mittelasiens -&amp;gt; Migrationsbewegung von Persern nach Osten.&lt;br /&gt;
Im 11 Jh. kriegerische Auseinandersetzungen nach Süden mit den Tibetern.&lt;br /&gt;
Während der zweiten Hälfte des 11. und der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war West-Turkestan ein Teil des ausgedehnten Seldschukenreiches (Türkvolk)&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts befand es sich unter der Oberherrschaft der (nichtmuslimischen) Qara-Chitai bevor diese durch die Qarachniden und später den Mongoleneinfall (Dschinghis Khan) verdrängt wurden&lt;br /&gt;
* Türken vs. Araber/Perser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Araber existiert zur Zeit der Orchoninschriften (730) noch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Türkvölker wurden im Unterschied zu Iraniern nicht durch Araber aus dem Westen unterworfen. Die Araber im Westen wehrten nur die Angriffe auf die „Kulturländer“ ab (705-715). Ab 8. Jh. bauten Araber Wälle gegen die Menschen im Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Samaniden (Iranier/Perser) vergrößerten den gebietsmässigen Einfluss des Islam nur unwesentlich, aber der kulturelle Einfluss auf die Türken wuchs, zum Teil kam es kurz vor dem Fall der persischen Sassaniden (9./10. Jh.) auch zu Bündnisse, die den kulturellen und religiösen Austausch verstärkten.&lt;br /&gt;
* Religion&lt;br /&gt;
Türkvölker blieben lange (insbesondere in Ost-Turkestan) schamistisch mit wenig Einfluss durch Buddhismus und Islam. Buddhismus hatte bereits um 600 Einfluss auf die Türken. Nach dem Sieg über die Perser (Sassaniden im 9 Jh) wurden die Türken Zoroaster (siehe Zarathustra). Ab 760 sind Einflüsse der Manichäer (Perser &amp;quot;Mani&amp;quot; als Religionsstifter, Kontakte der Türkvölker nach Babylon) und des Christentums bis nach Ost-Turkestan  (chinesisch Turkestan wurde von Uighuren bewohnt, insofern hier auch budhistische Belege). Die Islam war ursprünglich (ab 7 Jh. im westlichen Teil Mittelasiens) nicht missionarisch tätig - die Türkvölkwer im westlichen Teil Turkestans wurden islamisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Handel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelsbeziehungen zu den Indern und nach China - später zu den Iraniern.&lt;br /&gt;
* Validität der Quellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Historie in der Mongolei und chinesischen Turkestan wurde durch chinesische Schriften dokumentiert, da die Islamische Welt diese Ereignisse kaum wiedergab. Mohammedaner (Araber/Perser) kannten und nutzen zwar die alten Handelswege nach Osten, es gibt aber kaum Berichte von den Türkvölkern im mongolischen Norden - generell gibt es in den umfangreichen geografischen Schriften der Mohammedaner kaum Berichte über die Türkvölker im Osten. Andererseits wurden veraltete Texte über Jahrhunderte wiederholt in der ismamischen Welt wiedergegeben, in denen man den Türken ihrer mächtigen Stellung in der isamaischen Welt nicht gerecht wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache bei den Türkvölkern Zentralasiens wurde mit der Zeit das Persische und blieb im kleineren Maß &lt;br /&gt;
das Türkische, im östlichen Teil nahm das chinesische seinen Einfluß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== auch noch am 10.02.2014: Die Araber (nach Heinz Halm) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Araber ist, wer arabisch spricht - und das tun 280 Mio Menschen. Die Wortbedeutung ist unklar. Der Begriff wird bereits 853 v.Chr. für beduinische (also aus Kamelnomaden bestehende) assyrische Hilfstruppen benutzt. Auch bei Xerxes&#039; Griechenzug 480 v.Chr. sind arabische Bogenschützen auf Kamelen dabei.&lt;br /&gt;
Das Arabische ist eine semitische Sprache, verwandt also z.B. dem Akkadischen, dem Hebräischen, dem Aramäischen...&lt;br /&gt;
Die Schrift hat sich, wie auch die griechische und die lateinische, aus einer phönizischen Urform entwickelt. Sie besteht aus 28 Zeichen - ausschließlich für Konsonanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- 64 v. Chr. kommen die Römer in die Levante, 30 v.Chr. nach Ägypten. Die Araber stehen also zwischen Persien und (Ost-) Rom. Bis zu Mohammed (etwa 570 - 632 n.Chr.) gibt es keine einheitliche politische Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Zur Zeit Mohammeds sind 3 von 5 Stämmen in Medina jüdisch.&lt;br /&gt;
Im geographischen Raum gibt es auch viele Christen. Darüber hinaus werden weit verbreitet arabische Naturgottheiten verehrt. Die Kaba in Mekka ist z.B. ein würfelförmiger Tempel für den Gott Hubal. In Mekka selbst, wohlhabend wegen des vielbesuchten Tempels und der Lage an der &amp;quot;Weihrauchstrasse&amp;quot; vom Jemen nach Damasjus, gibt es keine christlichen oder jüdischen Gemeinden. Hier wird Mohammed um 570 geboren und tritt ab etwa 610 als monotheistischer Prophet auf, wird aber unterdrückt und bedroht, so dass er 622 ins 350 km entfernte Medina auswandert. Bei ihm sind &amp;quot;die Ergebenen&amp;quot; (die &amp;quot;muslimun&amp;quot;, mit ihrer &amp;quot;Ergebung&amp;quot; oder &amp;quot;Hingabe&amp;quot; - dem &amp;quot;Islam&amp;quot;). In Medina entsteht die Urgemeinde, die &amp;quot;Gemeinschaft&amp;quot; (die &amp;quot;umma&amp;quot;) und wird mächtig. Da göttlich eingesetzt, ist die umma unauflösbar. &lt;br /&gt;
Nach 10 Jahren ist praktisch die gesamte arabische Halbinsel islamisch. Auch Christen, auch Juden, auch Mekka schließen sich der neuen religiösen Bewegung an. Der Gründer stirbt 632 in Medina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die 4 ersten Nachfolger (&amp;quot;Kalifen&amp;quot;) sind noch direkte Weggefährten des Mohammed. Sie alle sind Angehörige eines, eigentlich mekkanischen, Stammes. Schon unter den ersten 4 Kalifen gibt es eine starke Expansion des Islam, etwa nach Ägypten und Mesopotamien. Danach wird die weniger religiös inspirierte Familie der Umayyaden für 90 Jahre das Kalifenamt übernehmen und das Machtzentrum nach Damaskus verlegen. Die Nachkommen des 4. Kalifen Ali initiieren eine Aufstand gegen die Umayyaden, der niedergeworfen wird, was ihnen einen Märtyrerstatus ein- und die &amp;quot;Partei&amp;quot; der Schiiten hervorbringt. Die bis heute andauernde Spaltung des Islam ist damit angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Expansion geht weiter: Im 8. Jh. sind etwa Buchara, Samarkant und Taschkent islamisch. Hier ist die &amp;quot;Front&amp;quot; zu den aus den nördlichen Steppen andrängenden Turkvölkern (und der kontextuale Schauplatz der Alman-Bet-Geschichte des Manas). 751 findet am Fluss Talass (in Kirgisien) ein Grenzgefecht mit den Chinesen statt. Etliche kriegsgefangene Chinesen sind Papierwerker, und so kommt die Kunst der Papierherstellung in die arabische Welt. Ein ungeheurer Schub! Somit wird Literatur möglich und Al-Arabiyya, die arabische Sprache ermöglicht einen Kulturtransfer im riesigen Raum von Toledo bis Samarkant. &lt;br /&gt;
Mit gewissen Einschränkungen: Der Iran hatte sich der Arabisierung verschlossen. Hier gilt das (Neu-) Persisch ab dem 10. Jh. als Literatursprache. Die monotheistische Zarathustra-Lehre war dem Islam gewichen, allerdings vornehmlich in dessen schiitischer Ausprägung. &lt;br /&gt;
Ägypten ist durch die Kopten bis ins 15.Jh. ein überwiegend christliches Land geblieben. Die (militärischen) Machtzentren waren aber schnell islamisch. Die koptischen Christen machen heute noch eine etwa 10 % starke Bevölkerungsgruppe aus.&lt;br /&gt;
Wenig arabisiert wurde auch das berberophone Marokko.&lt;br /&gt;
Die Expansion nach Nordosten wird durch Karl Martell bei Poitiers und Tours gestoppt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Umayyaden-Dynastie wird 750 abgelöst durch das &amp;quot;abassidische&amp;quot; Kalifat von Bagdad, das bis 1258 bestehen bleiben wird. Bagdad hat um 800 unter Harun al-Raschid 1 Mio Einwohner. Eine ausgefeilte Bürokratie entsteht mit Ämtern wie etwa dem Wesir (leitender Minister) oder dem Emir (eine Art Gouverneur). Die Bagdader Kalifen sichern ihre Macht durch die teilweise 20.000 Mann starke Militärkaste der &amp;quot;Mamluken&amp;quot;. Das Wort bedeutet Sklave und beschreibt die zu Kriegsdiensten eingesetzten Gefangenen der nomadisierenden Turkvölker Zentralasiens.&lt;br /&gt;
(&amp;quot;Mamluken&amp;quot; in Spanien und Nordafrika sind hingegen überwiegend Osteuropäer = &amp;quot;Slawen&amp;quot;.)&lt;br /&gt;
Die abassidischen Kalifen stehen meistenteils unter der Protektion von &amp;quot;Schutzherren&amp;quot;, zunächst der persischen, schiitischen Buyiden, später der türkischen Seldschuken. Der Seldschukische &amp;quot;Sultan&amp;quot; (=&amp;quot;Herrscher&amp;quot;) residiert in Isfahan und hat neben (oder über) dem Kalifen in Bagdad die faktische Macht der arabischen Welt.&lt;br /&gt;
An 1071 überrennen die Seldschuken das christlich-griechische Kleinasien.&lt;br /&gt;
1258 stehen die Mongolen vor Bagdad.&lt;br /&gt;
Das ist das Ende des Kalifats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Noch einmal zum Kulturtransfer: Die Aristoteles- (bzw. die gesamte Antiken-) Rezeption (Platon fehlt allerdings fast ganz) kommt ab 800 über die christlichen Aramäer ins Arabische - und von dort über Spanien zurück nach Europa. Die &amp;quot;Sarrazenen&amp;quot; (nach dem griechischen Namen eines arabischen Stammes auf dem Sinai) erobern und prägen Al-Andalus. Die &amp;quot;Reconquista&amp;quot; verleibt sich Gebiet, Kultur und Wissen (in einem bis 1492 andauernden Prozess) wieder ein.  &lt;br /&gt;
Ibn Ruschd lebt im 12. Jh. in Cordoba. Auch die von den Indern übernommene Mathematik wird als Wissenschaft weiter etabliert. Viele Begrifflichkeiten (&amp;quot;Algebra&amp;quot;; &amp;quot;Algorithmus&amp;quot;, ...) sind arabischen Ursprungs.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
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		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Manas&amp;diff=584</id>
		<title>Manas</title>
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		<updated>2014-11-05T21:35:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: Jawoll&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 14.Januar 2014 - 20:30 bei Andreas: Vorwort, Episode 1&lt;br /&gt;
* 21.Januar 2014 - 20:30 bei Matthias: Planung der weiteren Schritte&lt;br /&gt;
* 10.Februar 2014 - 20:30 bei Tiemo: Referate aus &amp;quot;12 Vorlesungen über die Geschichte der Türken Mittelasiens&amp;quot; &amp;amp; &amp;quot;Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 6.März 2014 - 20:30 bei Andreas: Referate zum Koran &lt;br /&gt;
* 24.März 2014 - 20:30 bei Matthias: Episode 1 &amp;amp; Anfang 2&lt;br /&gt;
* 12.Mai 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1453&lt;br /&gt;
* 12.Juni 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1862&lt;br /&gt;
* 7.Juli 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1120&lt;br /&gt;
* 14.August 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1940&lt;br /&gt;
* 6.Oktober 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/2486&lt;br /&gt;
* 6.November 2014 - 20:30 bei Andreas&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
Das Manas-Epos handelt von dem Kampf des mythischen kirgisischen Volkshelden Manas und seiner Gefährten und Nachkommen im 9. Jahrhundert gegen die Uiguren und ist das wichtigste Werk der klassischen kirgisischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Werk umfasst fast 500.000 Verse und ist damit zwanzig Mal so lang wie Homers Odyssee und Ilias zusammen. Über viele Generationen nur mündlich von Manaschis, hoch angesehenen, den türkischen Aşıklar ähnlichen Volkssängern in melodischem Redegesang überliefert, wurde das Epos erst 1885 schriftlich niedergelegt. Über seine Ursprünge gibt es verschiedene Ansichten: Manche Literaturforscher gehen vom 6. bis 10. Jahrhundert aus, andere vom 11. und 12., und wieder andere erst vom 15. bis 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute existieren mindestens 65 verschiedene gedruckte Versionen des Werks oder von Teilen davon. Eine neue Übersetzung des Gesamtwerks ins Englische durch Walter May wurde 1995, zum mutmaßlich tausendsten Jubiläum der Geburt von Manas, veröffentlicht und 2004 in zwei Bänden neu gedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des Epos werden heute bei festlichen Gelegenheiten gern und häufig von Manaschis rezitiert, normalerweise begleitet von einer oder mehreren Komuz, einer gezupften dreisaitigen Langhalslaute, die von den Musikern ausgesprochen virtuos gehandhabt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held Manas soll in den Ala-Too-Bergen in der Region Talas in im Nordwesten von Kirgisistan geboren sein. Ein Mausoleum einige Kilometer östlich der Stadt Talas soll seine sterblichen Reste bergen und ist eine beliebte Ausflugs- und Feststätte, wo seit 1995 im Sommer eindrucksvolle kirgisische Reiterspiele aufgeführt werden. Allerdings heißt es in einer Fassadenbeschriftung, dass das Mausoleum „... der ruhmreichsten der Frauen, Kenizek-Khatun, der Tochter des Emirs Abuka“ gewidmet sei. Der Legende zufolge soll Kanikey, die Witwe des Manas, diese Inschrift angeordnet haben, um die Feinde ihres Mannes irre zu führen und eine Grabschändung zu verhindern. Das Gebäude, bekannt als „Manastin Khumbuzu“ oder „Der Ghumbez des Manas“, wurde vermutlich 1334 errichtet. In der Nähe steht ein Museum, das Manas und seiner Legende gewidmet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhaltliche Zusammenfassung==&lt;br /&gt;
=== Teil 1 ===&lt;br /&gt;
* 1-39: Beschreibung der Vorfahren des Manas und Hoffnung an seine Fähigkeiten.&lt;br /&gt;
* 40-72: Geburt Manas und Prophezeiungen und Bestätigung durch den schon sprechenden in der Wiege liegenden Manas - er will den Muslimen den Weg öffnen.&lt;br /&gt;
* 73-143: Beauftragung Durch den Vater Jakyp Kan an Bakai Kan, Manas die Welt zu zeigen.&lt;br /&gt;
* 144-152: Bakai Kan bestätigt den Auftrag.&lt;br /&gt;
* 153-164: kurzbeschreibung welche Fähigkeiten Manas zum vierzehnten Lebensjahr erwarb.&lt;br /&gt;
=== Teil 2 ===&lt;br /&gt;
* 1-16: Geburt Alman Bets, als Sohn Kara Kans.&lt;br /&gt;
* 17-65: Held Köktschö begründet sein Volk und trifft dabei Alman Bet.&lt;br /&gt;
* 66-101: Die beiden Helden lernen sich kennen.&lt;br /&gt;
* 102-125: In der rede zu religiösen dingen ensteht der Wunsch Alman Bets, den Koran zu sehen.&lt;br /&gt;
* 125-164: Köktschö gitb Alman Bet die Möglichkeit den Koran zu lesen. Alman Bet will daraufhin Muslime werden&lt;br /&gt;
* 165-177: Alman Bet und Köktschö werden Freunde.&lt;br /&gt;
* 178-200: Alman Bet beschliesst, sein eigenes Volk, die Oirot, zu Muslime zu machen und inmitten der Muslimen flussaufwärts anzusiedeln (evtl metaphorisch gemeint).&lt;br /&gt;
* 201-231: Alman Bet ritt zu seinem Vater und versucht ihn zu überzeugen, dass Kara Kans Volk konvertiert&lt;br /&gt;
* 232-274: Kara Kan bezeugt seinem Volk Treue und beauftragt sein Volk, Alman Bet zu töten, die sich in einen Hinterhalt legen. &lt;br /&gt;
* 275-306: Alman Bet tritt wiederum vor seinen Vater und versucht ihn zu bekehren, dieser lehnt aber ab und verstösst ihn.&lt;br /&gt;
* 307-335: Alman Bet spricht mit seiner Mutter, damit sie ihn nicht auch verstösse.&lt;br /&gt;
* 336-449: Beim Verlassen trifft er auf das im Hinterhalt liegende Heer, töte alle Fürsten der Oirot.&lt;br /&gt;
* 450-511: Alman Bet bietet sich als Freund und Unterstützer für Köktschö an und wird von diesem auch zu sich eingeladen (die Teile der Familie nomadisieren zusammen).&lt;br /&gt;
* 512-552: Das Volk und vorallem die Frauen bereiten sich auf die Ankunft Alman Bets vor.&lt;br /&gt;
* 553-590: Begrüssung Alman Bets durch die Frauen Köktschös&lt;br /&gt;
* 591-619: Kleine Zwistigkeit zwischen Köktschö und seiner Frau Ak Erkätsch, weil sie sein Pferd nicht hält bei seinem Absteigen.&lt;br /&gt;
* 620-697: Alman Bet wird besonders gut bewirtet und ihm wird eine Schlafstätte zugewiesen - am nächsten Morgen werden ihm zum Frühstück sogar zwei Stuten geschlachtet.&lt;br /&gt;
* 698-719: Alman Bet lebte nun bei Köktschö und mehrte so seht den Wohlstand der Sippe, dass bei den Gefährten Köktschös Neid entstand.&lt;br /&gt;
* 720-759: Die Gefährten intrigieren indem sie Alman Bet vor Köktschö bezichtigen, Ak Erkätsch des nachts beigewohnt zu haben.&lt;br /&gt;
* 760-827: Köktschö lässt nach Alman Bet rufen, bevor dieser jedoch zu ihm reitet, offenbart er seine Verwirrung dem Vater Köktschös. Bei Köktschö wird er missachtet umd tritt einer verwirrten Gesellschaft gegenüber.&lt;br /&gt;
* 828-856: Alman Bet werden Vorwürfe gemacht, ob er seinen Gastgebern vieles entwenden würde und ob Ak Erkätsch sich ihm ergeben hat.&lt;br /&gt;
* 857-863: &amp;quot;Gegen Gott hilft keine List&amp;quot; und Verlangen nach Brandwein - evtl. ein Eingeständnis* 864-892: Köktschö bittet Alman Bet darum Pferde und Kleidung für die Abreise zu erbitten, doch Alman Bet bittet um Köktschös eigenes Pferd und seine Kleidung.  &lt;br /&gt;
* 893-914: Diskurs über die Frage, wonach Alman Bet bitten dürfte (Blauer vs. gelber Schecke und ähnliches).&lt;br /&gt;
* 915-927: Köktschtö fragt, warum Alman Bet nicht geht.* 928-999: Eskalation des Gesrpächs bis zur Verfluchung und Racheandeutung.&lt;br /&gt;
* 1002-1002: Alman Bet kündigt die Freundschaft auf.&lt;br /&gt;
* 1003-1006: Alman Bet zieht ab.&lt;br /&gt;
* 1007-1059: Ak Erkätsch macht sich hübsch und bietet Alman Bet ihre Hilfe an, Köktschö umzustimmen, Alman Bet doch das passende Pferd und die passende Kleidung zu geben.&lt;br /&gt;
* 1060-1094: Ak Erkätsch erklärt Köktschö, dass er zugrund gerichtet wird, wenn er Alman Bet ohne die erbetenen Dinge ziehen lässt. Köktschö soll Alman Bet auch erst am achten Tag entlassen, auch der Götter (&amp;amp; Kydir) wegen.&lt;br /&gt;
* 1095-1099: Köktschö will sich nicht überzeugen lassen, auch wenn Ak Erkätsch ihn verliesse.&lt;br /&gt;
* 1100-1110: Ak Erkätsch sagt ihm, dass Alman Bet ansonsten gewaltsam ihm sein Pferd entreissen würde und er Pferschaaren verlieren würde.&lt;br /&gt;
* 1111-1114: Köktschö willl seinen blauen Schecken und den blauen Panzer an Alman Bet übergeben und lässt nach ihm rufen.&lt;br /&gt;
* 1115-1123: Alman Bet ist aber betrunken und lagert laut den Freunden im Schatten einer Tanne.&lt;br /&gt;
* 1123-1132: Bei genauer Prüfung durch Ak Erkätsch ist er aber dann doch bereits fortgeritten - anstelle des blauen Falben nun mit einem Fuchs.&lt;br /&gt;
* 1132-1134: Mamas hat einen Traum&lt;br /&gt;
* 1135-1172: Auflistung der herbeigerufenen Gefährten&lt;br /&gt;
* 1172-1215: Jakyp, Vater des Mamas, soll den Traum deuten; in-Aussicht-Stellung von Belohnung, verbunden mit Drohung (&amp;quot;deutet richtig er den Traum... Deuten meinen träum er falsch...&amp;quot;; (1206/1209). Deutet der Vater den Traum falsch, kommt dessen Sohn(!) nach Sibirien, USW (1210);&lt;br /&gt;
* 1216-1297: Manas selbst macht sich zum Vater auf, mit paradepferd prunkpanzer und legendärem Schwert, wiederholt das brimborium um den Traum, erneuert die Drohung bei fehldeutung (1283ff). Das Volk hat schon Angst um den Vater (und auch die Mutter)-scheinbar nicht zu unrecht.&lt;br /&gt;
* 1298-1312: entspann adschy bai  (&amp;quot;der verwirrtes stets gelöset...&amp;quot;) die Situation: manas soll seinen Traum doch erstmal schildern.&lt;br /&gt;
* 1313-1328: tut manas das endlich (Inhalt: Wild und geflügel fällt tot um, wenn Mamas mit Hund und Pferd zur Jagd geht...!?)&lt;br /&gt;
* 1329-1360: nimmt Adschy Bai die Gefahr auf sich, den Traum zu deuten: &amp;quot; eines Fürsten trefflich Kind ... Wird wohl bei dir sich niederlassen.&amp;quot; (1343-46)&lt;br /&gt;
* 1361-1435: ist Manas begeistert, schenkt Adschy seinen Panzer, erweitert die Deutung dahingehend, dass er &amp;quot;des Fürsten Kind&amp;quot; als Alman Bet identifiziert.Es werden Vorbereitungen getroffen, dem Helden entgegenzufiebern, obgleich man nicht weiß, ob der in friedlicher Absicht kommt.&lt;br /&gt;
* 1436: beginnt der Zug des Heeres, dem Alman Bet entgegen.&lt;br /&gt;
* 1436-68: eine Teezeremonie&lt;br /&gt;
* 1497: macht Manas einen Reiter in de Ferne aus.&lt;br /&gt;
* 1513: erspäht auch Alman Bet etwas, dem er folgt und erkennt 1540-48, daß er einem Größeren, Mächtigerem folgt.&lt;br /&gt;
* 1553-1576: trifft Manas Vorbereitungen zum Empfang des Fremden, von dessen Absichten man noch nichts weiß.&lt;br /&gt;
* 1577: kommt Alman Bet, (Und ab hier drängt sich mir der Vergleich mit der ANkunft Siegfrieds bei den Burgundern auf) fängt eine Lerche im Galopp, verweigert das Gespräch mit dem Empfangskommittee, will nur mit dem Fürsten sprechen, wird 1648 von Adschy Bai tatsächlich zu Manas vorgelassen. Das Ganze hätte auch fürchterlich schiefgehen können. Der Text deutet es an&lt;br /&gt;
* 1609-1610: &amp;quot;Alman Bet und Held Manas, wie nur werden sie sich grüßen?&amp;quot;- per Handschlag oder per Schwertstreich... Und in Alman Bets fatalistischem Ausruf, als er bei Manas eintritt:&amp;quot;Gottes Wille ist&#039;s, wer kann gegen seine Macht sich stemmen?&amp;quot;(1642/43) -tut es aber nicht!&lt;br /&gt;
* 1690: Herzliche Begrüßung&lt;br /&gt;
* 1700-1704: Teezeremonie&lt;br /&gt;
* -1745: Kostbare GeSchenke des Manas, die Alman Bet aber nicht annimmt, mit Ausnähme eines Pferdes (1745)&lt;br /&gt;
* -1757: Manas will jetzt einen wegtrittst veranstalten (1757  ff) Jakyp Bai soll alles richten. Dieser verunsichert die Boten ab 1800 mit seinen Nachfragen nach deren Kenntnis der Herkunft ihres Volkes. Die sind unwissend. Jakyb deutet Überlegenheit Alman Bets an (1812/13); Wettreiten&lt;br /&gt;
* 1831-39: wer ist Gewinner?&lt;br /&gt;
* 1841-1862: kommt Mutter des Manas. Anblich des Manas uns Alman Bets erzeugt bei ihr Milchfluß. Alman Bet schlägt vor, daß jeder der beiden aus einer Brust trinke möge. Sie tun das und erzeugen so eine Brüderschaft, welche sich durch das anschließendßende Zechen verfestigt oder geradezu erst wirksam wird (1862)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 3 ===&lt;br /&gt;
* 1-351: Kampf zwischen Manas und Köktschö. Der Anlass des Kampfes ist unklar. 185ff.: Manas begehrt Köktschös Pferde und Herden, will sie zusammentreiben und Alman Bet geben. Hatto (73-74) verweist auch auf I,2: Köktschö behandelt Alman Bet zunächst als Nicht-Muslim in kritischer Distanz. 411-459: Manas sagt dem Zaren, dass er wegen Alaman Bet, dem K. Pferde verweigerte, ausritt und Köktschös Herden raubte.&lt;br /&gt;
* 10ff.: Manas beugt sich vor dem (russischen) Zaren, zugleich Lob von Manas&#039; Heldenkraft.&lt;br /&gt;
* 161ff.: Manas dringt auf einen tödlichen Zweikampf mit K., mit Flinte und Schwert.&lt;br /&gt;
* 232ff: Manas trifft nicht, wird selbst von K. ins Herz getroffen, schlägt angeblich heilende Medizin von Köktschö aus und flieht.&lt;br /&gt;
* 281-284: Manas betet: &amp;quot;In der Hand des Schöpfers stand er, in dem Schutz des weissen Zaren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 285-324: Manas ruft seine Freunde an, verbringt 20 Nächte &amp;quot;unterhalb der Erde&amp;quot;, im &amp;quot;Jenseits&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 325-350: Unklarer Handlungsanschluss. K. stoppt den fliehenden Manas, der, K. selbst verfehlend, mit demselben Schwerthieb dessen Pferd erlegt.&lt;br /&gt;
* 351-375: Manas übergibt Alman Bet die Herde, reitet zum weißen Zaren.&lt;br /&gt;
* 376-513: Gespräch mit dem Zaren.&lt;br /&gt;
* 514-660: Manas kehrt zu seinem Vater Jakyp Bai zurück. Gespräch mit seinem Vater.&lt;br /&gt;
* 563ff.: Manas will eine Frau von seinem Vater. &amp;quot;Ruht&#039; noch nie in Mädchen Armen&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 661-744: Jakyp begibt sich auf Brautsuche. Reitet zu Temir Kan. Spricht zunächst mit Mängdi Bai, der zu Temir Kan gehört und als Unruhestifter beschrieben wird. Jakyp fragt nach der Tochter Temir Kans, Kanykäi, (schon in 632-633 vor Jakyp als Manas&#039; mögliche Braut erwähnt) und sagt, er hätte vorher (?) schon vergeblich der Chinesen, Perser, Kirgisen und Inder Volk nach schönen Frauen durchstreift.&lt;br /&gt;
* 744-763: Mängdi Bai reitet zu Temir Kan, um ihm Jakyps Bitte zu vermitteln, kritisiert dessen Anliegen aber (er hätte keine Brautgeschenke mitgebracht etc.).&lt;br /&gt;
* 764-1003: Temir Kan beschimpft Bai als &amp;quot;zum Zank geborenen Sklaven&amp;quot;, reitet zu Jakyp. Kan will Manas seine Tochter nur geben, wenn Manas mit dem &amp;quot;Schießen, Schlagen und Stechen&amp;quot; aufhört, Jakyp empört sich, sagt Kan, dass Manas sich seine Tocher mit Gewalt holen könnte. Daraufhin berät sich Kan mit seiner Frau und seiner Tochter, Bai und Fürsten. 937ff.: Nachdem Bai wieder Jakyp kritisiert hat, verweisen die Fürsten auf Manas&#039; Stärke, raten, Jakyp ehrenvoll zu empfangen, und fordern, dass Manas Brautgeschenke bringt. &lt;br /&gt;
* 1004-1120: Jakyp reitet zu Manas zurück, dieser akzeptiert die Forderung nach Brautgeschenken und macht sich mit seinen 40 Freunden auf den Weg zu Temir Kan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1955 ff Manas ist tot, Jakyp regelt die Nachfolge (u.a. 1971 f: &amp;quot;den Befehl bei Kriegeszügen übergebet Alman Bet&amp;quot;).&lt;br /&gt;
Obwohl es zunächst nicht den Anschein erweckt, leidet Jakyp doch sehr am Verlust des Sohnes (2019).&lt;br /&gt;
Manas&#039; Tod hat Au materielle Folgen (2026 &amp;quot;der Reichtum nahm jetzt ab&amp;quot;, Jakyp, &amp;quot;wackelnd wie ein Trappenvogel... Will in Armut weiterleben&amp;quot; 2034 ff).&lt;br /&gt;
Wir lernen 2043 ff. etwas über das Leben an einem Fürstenhof : Manas&#039; Schwester hat offenbar nie das Haus verlassen - ein Privileg!&lt;br /&gt;
Kanikäi, von Manas einst geraubt und vergewaltigt, pflegt offenbar die ganze Familie (2063 ff).&lt;br /&gt;
Ab 2070 kommen die Tiere des Manas ins Spiel: der F albe, der Falke, der Jagdhund. Diese drei Leiden ernstlich unter dem Verlust des Manas und wiederum &amp;quot;von der Stimme dieser dreie wurden tief erregt die Herzen Aller&amp;quot; (2101 f)&lt;br /&gt;
2106: Und so schickte Gott der Herr seine Engel - das zurechtzurücken! Sollte es ein Guter gewesen sein, der da verschieden ist, so soll er wiederauferstehen.&lt;br /&gt;
Die Engel treten aus das Grab und es wird zum Weißen Haus (2184 f). &amp;quot;manas Stand lebendig auf.&amp;quot; (2188), weiß zunächst wohl nicht, dass er tot war (2200)&lt;br /&gt;
2203: Kanykäi sieht ihn im Traum, woraufhin Jakyp 2240 die 40 Gefährten des Manas holen lässt.&lt;br /&gt;
2252 ff. wird klar, dass die drei Tiere nicht mehr sind, wo sie waren - der eigentliche und endgültige Schock für Jakyp (2280-90).&lt;br /&gt;
Jako ist übrigens 80 Jahre alt (2308 - oder 90 (2327)) steigt aber aufs Pferd und reitet zu Alman Bet (2338).&lt;br /&gt;
Die 40 nehmen seine Hoffnungen und Sorgen nicht so ernst wie erhofft (2372. f) - &amp;quot; Jakyp ritt zurück jetzt wieder&amp;quot; (2392)&lt;br /&gt;
2454 wird der Koran als Bezugsquelle ausdrücklich erwähnt. Man entdeckt 2466 ff, dass das Grab durch eine Art Palast ersetzt ist und findet auch die Tiere, außerdem den Manas - bei ihm natürlich &amp;quot;ein trefflich schönes Mädchen&amp;quot; (2487).&lt;br /&gt;
manas weiß zunächst nicht, wer er einst gewesen, ist &amp;quot; ein anderer geworden&amp;quot;(2542-48), erkennt dann aber Frau, Vater, Mutter, deren Milch er wieder trinkt (2621). &lt;br /&gt;
2636-46 Bestätigung der ruhmreichen Rolle Kanykäis während Manas&#039; Abwesnheit.&lt;br /&gt;
Für diesen scheint seinenAuferstehung eine Läuterung gewesen zu sein:&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die bescheerte Speise essend, über alle Völker herrschend, sich vom Zaren Segen holend,lebtenherrlich jetzt Manas, alle Feinde flohen ihn,so erreichte er sein Ende.&amp;quot;(2681-86) - Bis ans Ende seiner Tage.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Teezeremonien und Pferde-Schenken&lt;br /&gt;
II, 1460ff und 1700ff: Teezeremonien zur Aufnahme von Gesprächen und als Zeichen der Gastfreundschaft. Analog dient die Gabe von Pferden als Freundschaftsbeweis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Manas und Gilgamesh: Freundschaft&lt;br /&gt;
Manas und Alman bet verhalten sich wie Gilgamesh und Enkidu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Manas und Nibelungenlied: Gunst, Gaben und Bündnisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Epen geht es immer wieder um gegenseitige Gunstbezeugnisse, Gaben und das Schmieden von Bündnissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Einheit in Islamisierung begriffener Turkvölker &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manas verkörpert den Führer eines unter ihm vereinten Verbundes verschiedener Turkvölker, die sich zum einen im Prozess der Islamisierung und zum anderen im Konflikt mit mehreren Großmächten (Chinesen, Russen) befinden. Dabei wird Manas&#039; besondere Geburt (unter einem Apfelbaum mit Prophezeiungen seiner Führerschaft), seine individuelle Kampfstärke und sein wachsender Einfluss durch Freunde, Bündnisse und Siege beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der ewige Wilde (Bezug: I,3)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stärker noch als der junge Gilgamesh und ohne höfische Einbindung, wie im Fall von Siegfried, zeigt Manas in diesem Abschnitt seine schier ungebremste Machtfülle, indem er ohne zu zögern und ohne klare Motivationslage einen tödlichen Zweikampf mit Köktschö sucht, von einer eigentlich tödlichen Verwundung wieder genest, obwohl er zuvor heilende Medikamente ausgeschlagen hat, sich zwar zunächst an einige Rituale der Brautwahl und Vermählung hält, dann aber seinen Trieben freien Lauf lässt und seine Auserwählte unter Androhung brachialer Gewalt an ihn bindet, quasi im Vorbeigehen und wieder in unklarer Motivationslage die Heere des Vaters der Braut und seines Vaters Jakyp (den er vorher schon drohte, selbst zu töten) niedermacht und fröhlich seine &amp;quot;vierzig Freunde&amp;quot;, die für ihn töten und zugleich seinen tödlichen Zorn fürchten, mit einem Harem versieht. Manas hält sich weder an Abmachungen noch an irgendwelche moralischen Codices, geschweige denn an den Koran oder Verpflichtungen aus Verwandtschaftsverhältnissen. Er bewegt sich viel und schnell, auf Pferden, von einer kurzen ruhigen Phase in den nächsten Kampf, begleitet von der weiten Steppe und den Bergen, umringt von mächtigen Feinden. Manas erfährt als Held kaum die Spur eines reflexiven Charakters, ihm scheint keine an Prinzipien gebundene Innerlichkeit anzugehören, er lebt ganz im Außen, in einem weiten Raum, in den er, geleitet durch Reiz und spontane Reaktion, seine Triebe, seine Kraft und seine Jugendlichkeit (&amp;quot;hatte noch nie ein Mädchen in meinem Arm&amp;quot;) ergießt - bis ihn, wie Siegfried, die List der Anderen (hier ein Gift) anscheinend endgültig auslöscht. Alle Arten von begrenzenden Referenzen - Familie, Prophezeiung, Islamisierung, Gebete zu Gott, Unterwelt-Aufenthalte, Erfahrungen von Schmerz, Krieg und Tod, Verlangen nach menschlicher Nähe, Freunde, das Leben in Gemeinschaft, Apelle, er solle mit dem Schlachten aufhören - gehen spurlos an Manas vorbei, sind nur Geäst einer Ornamentik, in dem das Feuer einer Steppe brennt, das keine Schatten in ein Inneres wirft; ein Feuer, das nur brennt, um leuchtend-unversteckt zu sein, was es ist - oder was es meint, sein zu müssen. Genau hier entsteht auf der Interpretationsebene dann auch das klassische Dilemma, dass der beobachtend-lesende Kulturmensch den natürlichen Wilden zwar respektiert, aber als Typus immer in zvilisatorische Entwicklungsmodelle einbaut, die ihn einer primitiven Phase zuordnen. Vielleicht liegt hier auch der Anspruch des Epos an uns: können und sollten wir diese Einordnung fallen lassen, die Andersartigkeit des Wilden nicht als transitorisch aburteilen, sondern als quasi ewige Wahrheit hinter einer anthropologischen Fassade eurozentrierter Aufklärung akzeptieren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Eine deutsche Übersetzung von 1885 ist vorhanden: Radloff; Wilhelm, 1885. Proben der Volksliteratur der nördlichen türkischen Stämme, V: Der Dialect der Kara-Kirgisen, St. Petersburg.&lt;br /&gt;
*:Manas 377 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_1_Manas.pdf]]&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
*:Einführung S.1-32 [[Media:Radloff 1885.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Joloi Kan 168 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_2_Joloi_Kan.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Er Töschtük 72 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_3_Er_Töschtük.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/jiYQi6VQ6bc YouTube: The Art of Akyns, Kyrgyz Epic Tellers - 4 min.]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/kMDklwoLf34 YouTube: Manas - UNESCO - 10 min.]&lt;br /&gt;
* [http://www.unesco.org/culture/ich/index.php?lg=en&amp;amp;pg=00011&amp;amp;RL=00876 Beschreibung durch die UNESCO: Welterbe Manas]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/artl/hatto-manas.shtml The Birth of Manas - A confrontation of two branches of heroic epic poetry in Kirgiz - By A. T. Hatto - Vergleich der Radloffschen Version und Fassung von Sagymbay Orozbakov (1867-1930)]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/folklore/manas/manasintro.html Englische Fassug von 2005, die die wesentlichen Fassungen nochmal neu ins englische übersetzt - unter Berücksichtigung besserer kirgisischer Spachkenntnisse - translated, introduced and annotated by Elmira Köçümkulkïzï1 - Ph.D. Candidate in Near and Middle Eastern Studies - University of Washington (Seattle)]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Die_alttürkische_Religion-1991.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Klimkeit-Buddhism_in_Turkish_Central_Asia-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Gabain-Inhalt_und_magische_Bedeutung_der_alttürkischen_Inschriften-1953.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hatto-Manas-Radloff-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Levin-Where-Rivers-Mountains-Sing-2011.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Mussajew-Epos-Manas-1994.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Die-Araber-vorislamischen-Zeit-Gegenwart-ebook/dp/B005JCYMHG/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390203366&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Die+Araber%3A+Von+der+vorislamischen+Zeit+bis+zur+Gegenwart Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart - Halm, Heinz]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Koran-Kommentar-Konkordanz-Rudi-ParetTaschenbuchausgabe/dp/3170226703/ref=sr_1_2?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390204205&amp;amp;sr=1-2&amp;amp;keywords=paret+koran Der Koran. Textausgabe - Paret, Rudi]&lt;br /&gt;
* [[Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Thrower-Religious-History-Central-Asia-2004.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Reichl-Singing-the-Past-2000.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 10.Februar 2014: Türkisierung Zentralasiens ab ca 6 Jh. n Chr. bis 13 Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herrschervölker in der Mongolei und in Turkestans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 6. Jahrhundert fielen die heute als On-Ok bezeichneten Kök-Türken in Turkestan ein und errichteten in diesem Gebiet ihr westliches Teil-Khanat, dass sich bis zum Jahr 745 halten konnte.&lt;br /&gt;
745 übernehmen die Uighuren bis 840 als ein weiteres Türkvolk neben Oghuzen, Seldschuken &amp;amp; Chasaren die Macht in der Mongolei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uighuren waren zum Teil Nomaden (es gab aber auch stadtartige Siedlungen).&lt;br /&gt;
Ab 840 herrschten die Jenissei-Kirgisen in der Mongolei, Nomaden wurden nach chinesisch Turkestan vertrieben und wurden da teilweise sesshaft.&lt;br /&gt;
(Weitere dokumentierte Türkvölker ab dem 10 jh. : Ghuzen, Garluq, Tughuzghuz, Turkmenen, Usbeken, Karakalpaken, Kasachen, Tataren, Aserbaidschaner, Karäim, Krimtürken, Turk-Mescheten und Türken.)&lt;br /&gt;
Die Islamische Periode startet bei den Türkvölkern ab dem 11.Jahrhundert - Vereinigung der Iranier Persiens und Mittelasiens -&amp;gt; Migrationsbewegung von Persern nach Osten.&lt;br /&gt;
Im 11 Jh. kriegerische Auseinandersetzungen nach Süden mit den Tibetern.&lt;br /&gt;
Während der zweiten Hälfte des 11. und der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war West-Turkestan ein Teil des ausgedehnten Seldschukenreiches (Türkvolk)&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts befand es sich unter der Oberherrschaft der (nichtmuslimischen) Qara-Chitai bevor diese durch die Qarachniden und später den Mongoleneinfall (Dschinghis Khan) verdrängt wurden&lt;br /&gt;
* Türken vs. Araber/Perser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Araber existiert zur Zeit der Orchoninschriften (730) noch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Türkvölker wurden im Unterschied zu Iraniern nicht durch Araber aus dem Westen unterworfen. Die Araber im Westen wehrten nur die Angriffe auf die „Kulturländer“ ab (705-715). Ab 8. Jh. bauten Araber Wälle gegen die Menschen im Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Samaniden (Iranier/Perser) vergrößerten den gebietsmässigen Einfluss des Islam nur unwesentlich, aber der kulturelle Einfluss auf die Türken wuchs, zum Teil kam es kurz vor dem Fall der persischen Sassaniden (9./10. Jh.) auch zu Bündnisse, die den kulturellen und religiösen Austausch verstärkten.&lt;br /&gt;
* Religion&lt;br /&gt;
Türkvölker blieben lange (insbesondere in Ost-Turkestan) schamistisch mit wenig Einfluss durch Buddhismus und Islam. Buddhismus hatte bereits um 600 Einfluss auf die Türken. Nach dem Sieg über die Perser (Sassaniden im 9 Jh) wurden die Türken Zoroaster (siehe Zarathustra). Ab 760 sind Einflüsse der Manichäer (Perser &amp;quot;Mani&amp;quot; als Religionsstifter, Kontakte der Türkvölker nach Babylon) und des Christentums bis nach Ost-Turkestan  (chinesisch Turkestan wurde von Uighuren bewohnt, insofern hier auch budhistische Belege). Die Islam war ursprünglich (ab 7 Jh. im westlichen Teil Mittelasiens) nicht missionarisch tätig - die Türkvölkwer im westlichen Teil Turkestans wurden islamisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Handel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelsbeziehungen zu den Indern und nach China - später zu den Iraniern.&lt;br /&gt;
* Validität der Quellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Historie in der Mongolei und chinesischen Turkestan wurde durch chinesische Schriften dokumentiert, da die Islamische Welt diese Ereignisse kaum wiedergab. Mohammedaner (Araber/Perser) kannten und nutzen zwar die alten Handelswege nach Osten, es gibt aber kaum Berichte von den Türkvölkern im mongolischen Norden - generell gibt es in den umfangreichen geografischen Schriften der Mohammedaner kaum Berichte über die Türkvölker im Osten. Andererseits wurden veraltete Texte über Jahrhunderte wiederholt in der ismamischen Welt wiedergegeben, in denen man den Türken ihrer mächtigen Stellung in der isamaischen Welt nicht gerecht wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache bei den Türkvölkern Zentralasiens wurde mit der Zeit das Persische und blieb im kleineren Maß &lt;br /&gt;
das Türkische, im östlichen Teil nahm das chinesische seinen Einfluß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== auch noch am 10.02.2014: Die Araber (nach Heinz Halm) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Araber ist, wer arabisch spricht - und das tun 280 Mio Menschen. Die Wortbedeutung ist unklar. Der Begriff wird bereits 853 v.Chr. für beduinische (also aus Kamelnomaden bestehende) assyrische Hilfstruppen benutzt. Auch bei Xerxes&#039; Griechenzug 480 v.Chr. sind arabische Bogenschützen auf Kamelen dabei.&lt;br /&gt;
Das Arabische ist eine semitische Sprache, verwandt also z.B. dem Akkadischen, dem Hebräischen, dem Aramäischen...&lt;br /&gt;
Die Schrift hat sich, wie auch die griechische und die lateinische, aus einer phönizischen Urform entwickelt. Sie besteht aus 28 Zeichen - ausschließlich für Konsonanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- 64 v. Chr. kommen die Römer in die Levante, 30 v.Chr. nach Ägypten. Die Araber stehen also zwischen Persien und (Ost-) Rom. Bis zu Mohammed (etwa 570 - 632 n.Chr.) gibt es keine einheitliche politische Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Zur Zeit Mohammeds sind 3 von 5 Stämmen in Medina jüdisch.&lt;br /&gt;
Im geographischen Raum gibt es auch viele Christen. Darüber hinaus werden weit verbreitet arabische Naturgottheiten verehrt. Die Kaba in Mekka ist z.B. ein würfelförmiger Tempel für den Gott Hubal. In Mekka selbst, wohlhabend wegen des vielbesuchten Tempels und der Lage an der &amp;quot;Weihrauchstrasse&amp;quot; vom Jemen nach Damasjus, gibt es keine christlichen oder jüdischen Gemeinden. Hier wird Mohammed um 570 geboren und tritt ab etwa 610 als monotheistischer Prophet auf, wird aber unterdrückt und bedroht, so dass er 622 ins 350 km entfernte Medina auswandert. Bei ihm sind &amp;quot;die Ergebenen&amp;quot; (die &amp;quot;muslimun&amp;quot;, mit ihrer &amp;quot;Ergebung&amp;quot; oder &amp;quot;Hingabe&amp;quot; - dem &amp;quot;Islam&amp;quot;). In Medina entsteht die Urgemeinde, die &amp;quot;Gemeinschaft&amp;quot; (die &amp;quot;umma&amp;quot;) und wird mächtig. Da göttlich eingesetzt, ist die umma unauflösbar. &lt;br /&gt;
Nach 10 Jahren ist praktisch die gesamte arabische Halbinsel islamisch. Auch Christen, auch Juden, auch Mekka schließen sich der neuen religiösen Bewegung an. Der Gründer stirbt 632 in Medina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die 4 ersten Nachfolger (&amp;quot;Kalifen&amp;quot;) sind noch direkte Weggefährten des Mohammed. Sie alle sind Angehörige eines, eigentlich mekkanischen, Stammes. Schon unter den ersten 4 Kalifen gibt es eine starke Expansion des Islam, etwa nach Ägypten und Mesopotamien. Danach wird die weniger religiös inspirierte Familie der Umayyaden für 90 Jahre das Kalifenamt übernehmen und das Machtzentrum nach Damaskus verlegen. Die Nachkommen des 4. Kalifen Ali initiieren eine Aufstand gegen die Umayyaden, der niedergeworfen wird, was ihnen einen Märtyrerstatus ein- und die &amp;quot;Partei&amp;quot; der Schiiten hervorbringt. Die bis heute andauernde Spaltung des Islam ist damit angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Expansion geht weiter: Im 8. Jh. sind etwa Buchara, Samarkant und Taschkent islamisch. Hier ist die &amp;quot;Front&amp;quot; zu den aus den nördlichen Steppen andrängenden Turkvölkern (und der kontextuale Schauplatz der Alman-Bet-Geschichte des Manas). 751 findet am Fluss Talass (in Kirgisien) ein Grenzgefecht mit den Chinesen statt. Etliche kriegsgefangene Chinesen sind Papierwerker, und so kommt die Kunst der Papierherstellung in die arabische Welt. Ein ungeheurer Schub! Somit wird Literatur möglich und Al-Arabiyya, die arabische Sprache ermöglicht einen Kulturtransfer im riesigen Raum von Toledo bis Samarkant. &lt;br /&gt;
Mit gewissen Einschränkungen: Der Iran hatte sich der Arabisierung verschlossen. Hier gilt das (Neu-) Persisch ab dem 10. Jh. als Literatursprache. Die monotheistische Zarathustra-Lehre war dem Islam gewichen, allerdings vornehmlich in dessen schiitischer Ausprägung. &lt;br /&gt;
Ägypten ist durch die Kopten bis ins 15.Jh. ein überwiegend christliches Land geblieben. Die (militärischen) Machtzentren waren aber schnell islamisch. Die koptischen Christen machen heute noch eine etwa 10 % starke Bevölkerungsgruppe aus.&lt;br /&gt;
Wenig arabisiert wurde auch das berberophone Marokko.&lt;br /&gt;
Die Expansion nach Nordosten wird durch Karl Martell bei Poitiers und Tours gestoppt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Umayyaden-Dynastie wird 750 abgelöst durch das &amp;quot;abassidische&amp;quot; Kalifat von Bagdad, das bis 1258 bestehen bleiben wird. Bagdad hat um 800 unter Harun al-Raschid 1 Mio Einwohner. Eine ausgefeilte Bürokratie entsteht mit Ämtern wie etwa dem Wesir (leitender Minister) oder dem Emir (eine Art Gouverneur). Die Bagdader Kalifen sichern ihre Macht durch die teilweise 20.000 Mann starke Militärkaste der &amp;quot;Mamluken&amp;quot;. Das Wort bedeutet Sklave und beschreibt die zu Kriegsdiensten eingesetzten Gefangenen der nomadisierenden Turkvölker Zentralasiens.&lt;br /&gt;
(&amp;quot;Mamluken&amp;quot; in Spanien und Nordafrika sind hingegen überwiegend Osteuropäer = &amp;quot;Slawen&amp;quot;.)&lt;br /&gt;
Die abassidischen Kalifen stehen meistenteils unter der Protektion von &amp;quot;Schutzherren&amp;quot;, zunächst der persischen, schiitischen Buyiden, später der türkischen Seldschuken. Der Seldschukische &amp;quot;Sultan&amp;quot; (=&amp;quot;Herrscher&amp;quot;) residiert in Isfahan und hat neben (oder über) dem Kalifen in Bagdad die faktische Macht der arabischen Welt.&lt;br /&gt;
An 1071 überrennen die Seldschuken das christlich-griechische Kleinasien.&lt;br /&gt;
1258 stehen die Mongolen vor Bagdad.&lt;br /&gt;
Das ist das Ende des Kalifats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Noch einmal zum Kulturtransfer: Die Aristoteles- (bzw. die gesamte Antiken-) Rezeption (Platon fehlt allerdings fast ganz) kommt ab 800 über die christlichen Aramäer ins Arabische - und von dort über Spanien zurück nach Europa. Die &amp;quot;Sarrazenen&amp;quot; (nach dem griechischen Namen eines arabischen Stammes auf dem Sinai) erobern und prägen Al-Andalus. Die &amp;quot;Reconquista&amp;quot; verleibt sich Gebiet, Kultur und Wissen (in einem bis 1492 andauernden Prozess) wieder ein.  &lt;br /&gt;
Ibn Ruschd lebt im 12. Jh. in Cordoba. Auch die von den Indern übernommene Mathematik wird als Wissenschaft weiter etabliert. Viele Begrifflichkeiten (&amp;quot;Algebra&amp;quot;; &amp;quot;Algorithmus&amp;quot;, ...) sind arabischen Ursprungs.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
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		<title>Manas</title>
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		<updated>2014-11-05T21:31:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: Letzte Zusammenfassung bis 2686&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 14.Januar 2014 - 20:30 bei Andreas: Vorwort, Episode 1&lt;br /&gt;
* 21.Januar 2014 - 20:30 bei Matthias: Planung der weiteren Schritte&lt;br /&gt;
* 10.Februar 2014 - 20:30 bei Tiemo: Referate aus &amp;quot;12 Vorlesungen über die Geschichte der Türken Mittelasiens&amp;quot; &amp;amp; &amp;quot;Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 6.März 2014 - 20:30 bei Andreas: Referate zum Koran &lt;br /&gt;
* 24.März 2014 - 20:30 bei Matthias: Episode 1 &amp;amp; Anfang 2&lt;br /&gt;
* 12.Mai 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1453&lt;br /&gt;
* 12.Juni 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1862&lt;br /&gt;
* 7.Juli 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1120&lt;br /&gt;
* 14.August 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1940&lt;br /&gt;
* 6.Oktober 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/2486&lt;br /&gt;
* 6.November 2014 - 20:30 bei Andreas&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
Das Manas-Epos handelt von dem Kampf des mythischen kirgisischen Volkshelden Manas und seiner Gefährten und Nachkommen im 9. Jahrhundert gegen die Uiguren und ist das wichtigste Werk der klassischen kirgisischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Werk umfasst fast 500.000 Verse und ist damit zwanzig Mal so lang wie Homers Odyssee und Ilias zusammen. Über viele Generationen nur mündlich von Manaschis, hoch angesehenen, den türkischen Aşıklar ähnlichen Volkssängern in melodischem Redegesang überliefert, wurde das Epos erst 1885 schriftlich niedergelegt. Über seine Ursprünge gibt es verschiedene Ansichten: Manche Literaturforscher gehen vom 6. bis 10. Jahrhundert aus, andere vom 11. und 12., und wieder andere erst vom 15. bis 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute existieren mindestens 65 verschiedene gedruckte Versionen des Werks oder von Teilen davon. Eine neue Übersetzung des Gesamtwerks ins Englische durch Walter May wurde 1995, zum mutmaßlich tausendsten Jubiläum der Geburt von Manas, veröffentlicht und 2004 in zwei Bänden neu gedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des Epos werden heute bei festlichen Gelegenheiten gern und häufig von Manaschis rezitiert, normalerweise begleitet von einer oder mehreren Komuz, einer gezupften dreisaitigen Langhalslaute, die von den Musikern ausgesprochen virtuos gehandhabt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held Manas soll in den Ala-Too-Bergen in der Region Talas in im Nordwesten von Kirgisistan geboren sein. Ein Mausoleum einige Kilometer östlich der Stadt Talas soll seine sterblichen Reste bergen und ist eine beliebte Ausflugs- und Feststätte, wo seit 1995 im Sommer eindrucksvolle kirgisische Reiterspiele aufgeführt werden. Allerdings heißt es in einer Fassadenbeschriftung, dass das Mausoleum „... der ruhmreichsten der Frauen, Kenizek-Khatun, der Tochter des Emirs Abuka“ gewidmet sei. Der Legende zufolge soll Kanikey, die Witwe des Manas, diese Inschrift angeordnet haben, um die Feinde ihres Mannes irre zu führen und eine Grabschändung zu verhindern. Das Gebäude, bekannt als „Manastin Khumbuzu“ oder „Der Ghumbez des Manas“, wurde vermutlich 1334 errichtet. In der Nähe steht ein Museum, das Manas und seiner Legende gewidmet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhaltliche Zusammenfassung==&lt;br /&gt;
=== Teil 1 ===&lt;br /&gt;
* 1-39: Beschreibung der Vorfahren des Manas und Hoffnung an seine Fähigkeiten.&lt;br /&gt;
* 40-72: Geburt Manas und Prophezeiungen und Bestätigung durch den schon sprechenden in der Wiege liegenden Manas - er will den Muslimen den Weg öffnen.&lt;br /&gt;
* 73-143: Beauftragung Durch den Vater Jakyp Kan an Bakai Kan, Manas die Welt zu zeigen.&lt;br /&gt;
* 144-152: Bakai Kan bestätigt den Auftrag.&lt;br /&gt;
* 153-164: kurzbeschreibung welche Fähigkeiten Manas zum vierzehnten Lebensjahr erwarb.&lt;br /&gt;
=== Teil 2 ===&lt;br /&gt;
* 1-16: Geburt Alman Bets, als Sohn Kara Kans.&lt;br /&gt;
* 17-65: Held Köktschö begründet sein Volk und trifft dabei Alman Bet.&lt;br /&gt;
* 66-101: Die beiden Helden lernen sich kennen.&lt;br /&gt;
* 102-125: In der rede zu religiösen dingen ensteht der Wunsch Alman Bets, den Koran zu sehen.&lt;br /&gt;
* 125-164: Köktschö gitb Alman Bet die Möglichkeit den Koran zu lesen. Alman Bet will daraufhin Muslime werden&lt;br /&gt;
* 165-177: Alman Bet und Köktschö werden Freunde.&lt;br /&gt;
* 178-200: Alman Bet beschliesst, sein eigenes Volk, die Oirot, zu Muslime zu machen und inmitten der Muslimen flussaufwärts anzusiedeln (evtl metaphorisch gemeint).&lt;br /&gt;
* 201-231: Alman Bet ritt zu seinem Vater und versucht ihn zu überzeugen, dass Kara Kans Volk konvertiert&lt;br /&gt;
* 232-274: Kara Kan bezeugt seinem Volk Treue und beauftragt sein Volk, Alman Bet zu töten, die sich in einen Hinterhalt legen. &lt;br /&gt;
* 275-306: Alman Bet tritt wiederum vor seinen Vater und versucht ihn zu bekehren, dieser lehnt aber ab und verstösst ihn.&lt;br /&gt;
* 307-335: Alman Bet spricht mit seiner Mutter, damit sie ihn nicht auch verstösse.&lt;br /&gt;
* 336-449: Beim Verlassen trifft er auf das im Hinterhalt liegende Heer, töte alle Fürsten der Oirot.&lt;br /&gt;
* 450-511: Alman Bet bietet sich als Freund und Unterstützer für Köktschö an und wird von diesem auch zu sich eingeladen (die Teile der Familie nomadisieren zusammen).&lt;br /&gt;
* 512-552: Das Volk und vorallem die Frauen bereiten sich auf die Ankunft Alman Bets vor.&lt;br /&gt;
* 553-590: Begrüssung Alman Bets durch die Frauen Köktschös&lt;br /&gt;
* 591-619: Kleine Zwistigkeit zwischen Köktschö und seiner Frau Ak Erkätsch, weil sie sein Pferd nicht hält bei seinem Absteigen.&lt;br /&gt;
* 620-697: Alman Bet wird besonders gut bewirtet und ihm wird eine Schlafstätte zugewiesen - am nächsten Morgen werden ihm zum Frühstück sogar zwei Stuten geschlachtet.&lt;br /&gt;
* 698-719: Alman Bet lebte nun bei Köktschö und mehrte so seht den Wohlstand der Sippe, dass bei den Gefährten Köktschös Neid entstand.&lt;br /&gt;
* 720-759: Die Gefährten intrigieren indem sie Alman Bet vor Köktschö bezichtigen, Ak Erkätsch des nachts beigewohnt zu haben.&lt;br /&gt;
* 760-827: Köktschö lässt nach Alman Bet rufen, bevor dieser jedoch zu ihm reitet, offenbart er seine Verwirrung dem Vater Köktschös. Bei Köktschö wird er missachtet umd tritt einer verwirrten Gesellschaft gegenüber.&lt;br /&gt;
* 828-856: Alman Bet werden Vorwürfe gemacht, ob er seinen Gastgebern vieles entwenden würde und ob Ak Erkätsch sich ihm ergeben hat.&lt;br /&gt;
* 857-863: &amp;quot;Gegen Gott hilft keine List&amp;quot; und Verlangen nach Brandwein - evtl. ein Eingeständnis* 864-892: Köktschö bittet Alman Bet darum Pferde und Kleidung für die Abreise zu erbitten, doch Alman Bet bittet um Köktschös eigenes Pferd und seine Kleidung.  &lt;br /&gt;
* 893-914: Diskurs über die Frage, wonach Alman Bet bitten dürfte (Blauer vs. gelber Schecke und ähnliches).&lt;br /&gt;
* 915-927: Köktschtö fragt, warum Alman Bet nicht geht.* 928-999: Eskalation des Gesrpächs bis zur Verfluchung und Racheandeutung.&lt;br /&gt;
* 1002-1002: Alman Bet kündigt die Freundschaft auf.&lt;br /&gt;
* 1003-1006: Alman Bet zieht ab.&lt;br /&gt;
* 1007-1059: Ak Erkätsch macht sich hübsch und bietet Alman Bet ihre Hilfe an, Köktschö umzustimmen, Alman Bet doch das passende Pferd und die passende Kleidung zu geben.&lt;br /&gt;
* 1060-1094: Ak Erkätsch erklärt Köktschö, dass er zugrund gerichtet wird, wenn er Alman Bet ohne die erbetenen Dinge ziehen lässt. Köktschö soll Alman Bet auch erst am achten Tag entlassen, auch der Götter (&amp;amp; Kydir) wegen.&lt;br /&gt;
* 1095-1099: Köktschö will sich nicht überzeugen lassen, auch wenn Ak Erkätsch ihn verliesse.&lt;br /&gt;
* 1100-1110: Ak Erkätsch sagt ihm, dass Alman Bet ansonsten gewaltsam ihm sein Pferd entreissen würde und er Pferschaaren verlieren würde.&lt;br /&gt;
* 1111-1114: Köktschö willl seinen blauen Schecken und den blauen Panzer an Alman Bet übergeben und lässt nach ihm rufen.&lt;br /&gt;
* 1115-1123: Alman Bet ist aber betrunken und lagert laut den Freunden im Schatten einer Tanne.&lt;br /&gt;
* 1123-1132: Bei genauer Prüfung durch Ak Erkätsch ist er aber dann doch bereits fortgeritten - anstelle des blauen Falben nun mit einem Fuchs.&lt;br /&gt;
* 1132-1134: Mamas hat einen Traum&lt;br /&gt;
* 1135-1172: Auflistung der herbeigerufenen Gefährten&lt;br /&gt;
* 1172-1215: Jakyp, Vater des Mamas, soll den Traum deuten; in-Aussicht-Stellung von Belohnung, verbunden mit Drohung (&amp;quot;deutet richtig er den Traum... Deuten meinen träum er falsch...&amp;quot;; (1206/1209). Deutet der Vater den Traum falsch, kommt dessen Sohn(!) nach Sibirien, USW (1210);&lt;br /&gt;
* 1216-1297: Manas selbst macht sich zum Vater auf, mit paradepferd prunkpanzer und legendärem Schwert, wiederholt das brimborium um den Traum, erneuert die Drohung bei fehldeutung (1283ff). Das Volk hat schon Angst um den Vater (und auch die Mutter)-scheinbar nicht zu unrecht.&lt;br /&gt;
* 1298-1312: entspann adschy bai  (&amp;quot;der verwirrtes stets gelöset...&amp;quot;) die Situation: manas soll seinen Traum doch erstmal schildern.&lt;br /&gt;
* 1313-1328: tut manas das endlich (Inhalt: Wild und geflügel fällt tot um, wenn Mamas mit Hund und Pferd zur Jagd geht...!?)&lt;br /&gt;
* 1329-1360: nimmt Adschy Bai die Gefahr auf sich, den Traum zu deuten: &amp;quot; eines Fürsten trefflich Kind ... Wird wohl bei dir sich niederlassen.&amp;quot; (1343-46)&lt;br /&gt;
* 1361-1435: ist Manas begeistert, schenkt Adschy seinen Panzer, erweitert die Deutung dahingehend, dass er &amp;quot;des Fürsten Kind&amp;quot; als Alman Bet identifiziert.Es werden Vorbereitungen getroffen, dem Helden entgegenzufiebern, obgleich man nicht weiß, ob der in friedlicher Absicht kommt.&lt;br /&gt;
* 1436: beginnt der Zug des Heeres, dem Alman Bet entgegen.&lt;br /&gt;
* 1436-68: eine Teezeremonie&lt;br /&gt;
* 1497: macht Manas einen Reiter in de Ferne aus.&lt;br /&gt;
* 1513: erspäht auch Alman Bet etwas, dem er folgt und erkennt 1540-48, daß er einem Größeren, Mächtigerem folgt.&lt;br /&gt;
* 1553-1576: trifft Manas Vorbereitungen zum Empfang des Fremden, von dessen Absichten man noch nichts weiß.&lt;br /&gt;
* 1577: kommt Alman Bet, (Und ab hier drängt sich mir der Vergleich mit der ANkunft Siegfrieds bei den Burgundern auf) fängt eine Lerche im Galopp, verweigert das Gespräch mit dem Empfangskommittee, will nur mit dem Fürsten sprechen, wird 1648 von Adschy Bai tatsächlich zu Manas vorgelassen. Das Ganze hätte auch fürchterlich schiefgehen können. Der Text deutet es an&lt;br /&gt;
* 1609-1610: &amp;quot;Alman Bet und Held Manas, wie nur werden sie sich grüßen?&amp;quot;- per Handschlag oder per Schwertstreich... Und in Alman Bets fatalistischem Ausruf, als er bei Manas eintritt:&amp;quot;Gottes Wille ist&#039;s, wer kann gegen seine Macht sich stemmen?&amp;quot;(1642/43) -tut es aber nicht!&lt;br /&gt;
* 1690: Herzliche Begrüßung&lt;br /&gt;
* 1700-1704: Teezeremonie&lt;br /&gt;
* -1745: Kostbare GeSchenke des Manas, die Alman Bet aber nicht annimmt, mit Ausnähme eines Pferdes (1745)&lt;br /&gt;
* -1757: Manas will jetzt einen wegtrittst veranstalten (1757  ff) Jakyp Bai soll alles richten. Dieser verunsichert die Boten ab 1800 mit seinen Nachfragen nach deren Kenntnis der Herkunft ihres Volkes. Die sind unwissend. Jakyb deutet Überlegenheit Alman Bets an (1812/13); Wettreiten&lt;br /&gt;
* 1831-39: wer ist Gewinner?&lt;br /&gt;
* 1841-1862: kommt Mutter des Manas. Anblich des Manas uns Alman Bets erzeugt bei ihr Milchfluß. Alman Bet schlägt vor, daß jeder der beiden aus einer Brust trinke möge. Sie tun das und erzeugen so eine Brüderschaft, welche sich durch das anschließendßende Zechen verfestigt oder geradezu erst wirksam wird (1862)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 3 ===&lt;br /&gt;
* 1-351: Kampf zwischen Manas und Köktschö. Der Anlass des Kampfes ist unklar. 185ff.: Manas begehrt Köktschös Pferde und Herden, will sie zusammentreiben und Alman Bet geben. Hatto (73-74) verweist auch auf I,2: Köktschö behandelt Alman Bet zunächst als Nicht-Muslim in kritischer Distanz. 411-459: Manas sagt dem Zaren, dass er wegen Alaman Bet, dem K. Pferde verweigerte, ausritt und Köktschös Herden raubte.&lt;br /&gt;
* 10ff.: Manas beugt sich vor dem (russischen) Zaren, zugleich Lob von Manas&#039; Heldenkraft.&lt;br /&gt;
* 161ff.: Manas dringt auf einen tödlichen Zweikampf mit K., mit Flinte und Schwert.&lt;br /&gt;
* 232ff: Manas trifft nicht, wird selbst von K. ins Herz getroffen, schlägt angeblich heilende Medizin von Köktschö aus und flieht.&lt;br /&gt;
* 281-284: Manas betet: &amp;quot;In der Hand des Schöpfers stand er, in dem Schutz des weissen Zaren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 285-324: Manas ruft seine Freunde an, verbringt 20 Nächte &amp;quot;unterhalb der Erde&amp;quot;, im &amp;quot;Jenseits&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* 325-350: Unklarer Handlungsanschluss. K. stoppt den fliehenden Manas, der, K. selbst verfehlend, mit demselben Schwerthieb dessen Pferd erlegt.&lt;br /&gt;
* 351-375: Manas übergibt Alman Bet die Herde, reitet zum weißen Zaren.&lt;br /&gt;
* 376-513: Gespräch mit dem Zaren.&lt;br /&gt;
* 514-660: Manas kehrt zu seinem Vater Jakyp Bai zurück. Gespräch mit seinem Vater.&lt;br /&gt;
* 563ff.: Manas will eine Frau von seinem Vater. &amp;quot;Ruht&#039; noch nie in Mädchen Armen&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 661-744: Jakyp begibt sich auf Brautsuche. Reitet zu Temir Kan. Spricht zunächst mit Mängdi Bai, der zu Temir Kan gehört und als Unruhestifter beschrieben wird. Jakyp fragt nach der Tochter Temir Kans, Kanykäi, (schon in 632-633 vor Jakyp als Manas&#039; mögliche Braut erwähnt) und sagt, er hätte vorher (?) schon vergeblich der Chinesen, Perser, Kirgisen und Inder Volk nach schönen Frauen durchstreift.&lt;br /&gt;
* 744-763: Mängdi Bai reitet zu Temir Kan, um ihm Jakyps Bitte zu vermitteln, kritisiert dessen Anliegen aber (er hätte keine Brautgeschenke mitgebracht etc.).&lt;br /&gt;
* 764-1003: Temir Kan beschimpft Bai als &amp;quot;zum Zank geborenen Sklaven&amp;quot;, reitet zu Jakyp. Kan will Manas seine Tochter nur geben, wenn Manas mit dem &amp;quot;Schießen, Schlagen und Stechen&amp;quot; aufhört, Jakyp empört sich, sagt Kan, dass Manas sich seine Tocher mit Gewalt holen könnte. Daraufhin berät sich Kan mit seiner Frau und seiner Tochter, Bai und Fürsten. 937ff.: Nachdem Bai wieder Jakyp kritisiert hat, verweisen die Fürsten auf Manas&#039; Stärke, raten, Jakyp ehrenvoll zu empfangen, und fordern, dass Manas Brautgeschenke bringt. &lt;br /&gt;
* 1004-1120: Jakyp reitet zu Manas zurück, dieser akzeptiert die Forderung nach Brautgeschenken und macht sich mit seinen 40 Freunden auf den Weg zu Temir Kan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1955 ff Manas ist tot, Jakyp regelt die Nachfolge (u.a. 1971 f: &amp;quot;den Befehl bei Kriegeszügen übergebet Alman Bet&amp;quot;).&lt;br /&gt;
Obwohl es zunächst nicht den Anschein erweckt, leidet Jakyp doch sehr am Verlust des Sohnes (2019).&lt;br /&gt;
Manas&#039; Tod hat Au materielle Folgen (2026 &amp;quot;der Reichtum nahm jetzt ab&amp;quot;, Jakyp, &amp;quot;wackelnd wie ein Trappenvogel... Will in Armut weiterleben&amp;quot; 2034 ff).&lt;br /&gt;
Wir lernen 2043 ff. etwas über das Leben an einem Fürstenhof : Manas&#039; Schwester hat offenbar nie das Haus verlassen - ein Privileg!&lt;br /&gt;
Kanikäi, von Manas einst geraubt und vergewaltigt, pflegt offenbar die ganze Familie (2063 ff).&lt;br /&gt;
Ab 2070 kommen die Tiere des Manas ins Spiel: der F albe, der Falke, der Jagdhund. Diese drei Leiden ernstlich unter dem Verlust des Manas und wiederum &amp;quot;von der Stimme dieser dreie wurden tief erregt die Herzen Aller&amp;quot; (2101 f)&lt;br /&gt;
2106: Und so schickte Gott der Herr seine Engel - das zurechtzurücken! Sollte es ein Guter gewesen sein, der da verschieden ist, so soll er wiederauferstehen.&lt;br /&gt;
Die Engel treten aus das Grab und es wird zum Weißen Haus (2184 f). &amp;quot;manas Stand lebendig auf.&amp;quot; (2188), weiß zunächst wohl nicht, dass er tot war (2200)&lt;br /&gt;
2203: Kanykäi sieht ihn im Traum, woraufhin Jakyp 2240 die 40 Gefährten des Manas holen lässt.&lt;br /&gt;
2252 ff. wird klar, dass die drei Tiere nicht mehr sind, wo sie waren - der eigentliche und endgültige Schock für Jakyp (2280-90).&lt;br /&gt;
Jako ist übrigens 80 Jahre alt (2308 - oder 90 (2327)) steigt aber aufs Pferd und reitet zu Alman Bet (2338).&lt;br /&gt;
Die 40 nehmen seine Hoffnungen und Sorgen nicht so ernst wie erhofft (2372. f) - &amp;quot; Jakyp ritt zurück jetzt wieder&amp;quot; (2392)&lt;br /&gt;
2454 wird der Koran als Bezugsquelle ausdrücklich erwähnt. Man entdeckt 2466 ff, dass das Grab durch eine Art Palast ersetzt ist und findet auch die Tiere, außerdem den Manas - bei ihm natürlich &amp;quot;ein trefflich schönes Mädchen&amp;quot; (2487).&lt;br /&gt;
manas weiß zunächst nicht, wer er einst gewesen, ist &amp;quot; ein anderer geworden&amp;quot;(2542-48), erkennt dann aber Frau, Vater, Mutter, deren Milch er wieder trinkt (2621). &lt;br /&gt;
2636-46 Bestätigung der ruhmreichen Rolle Kanykäis während Manas&#039; Abwesnheit.&lt;br /&gt;
Für diesen scheint seinenAuferstehung eine Läuterung gewesen zu sein:&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die bescheuerte Speise essend, über alle Völker herrschend, sich vom Zaren Segen holend,lebtenherrlich jetzt Manas, alle Feinde flohen ihn,so erreichte er sein Ende.&amp;quot;(2681-86) - Bis ans Ende seiner Tage.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Teezeremonien und Pferde-Schenken&lt;br /&gt;
II, 1460ff und 1700ff: Teezeremonien zur Aufnahme von Gesprächen und als Zeichen der Gastfreundschaft. Analog dient die Gabe von Pferden als Freundschaftsbeweis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Manas und Gilgamesh: Freundschaft&lt;br /&gt;
Manas und Alman bet verhalten sich wie Gilgamesh und Enkidu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Manas und Nibelungenlied: Gunst, Gaben und Bündnisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Epen geht es immer wieder um gegenseitige Gunstbezeugnisse, Gaben und das Schmieden von Bündnissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Einheit in Islamisierung begriffener Turkvölker &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manas verkörpert den Führer eines unter ihm vereinten Verbundes verschiedener Turkvölker, die sich zum einen im Prozess der Islamisierung und zum anderen im Konflikt mit mehreren Großmächten (Chinesen, Russen) befinden. Dabei wird Manas&#039; besondere Geburt (unter einem Apfelbaum mit Prophezeiungen seiner Führerschaft), seine individuelle Kampfstärke und sein wachsender Einfluss durch Freunde, Bündnisse und Siege beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der ewige Wilde (Bezug: I,3)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stärker noch als der junge Gilgamesh und ohne höfische Einbindung, wie im Fall von Siegfried, zeigt Manas in diesem Abschnitt seine schier ungebremste Machtfülle, indem er ohne zu zögern und ohne klare Motivationslage einen tödlichen Zweikampf mit Köktschö sucht, von einer eigentlich tödlichen Verwundung wieder genest, obwohl er zuvor heilende Medikamente ausgeschlagen hat, sich zwar zunächst an einige Rituale der Brautwahl und Vermählung hält, dann aber seinen Trieben freien Lauf lässt und seine Auserwählte unter Androhung brachialer Gewalt an ihn bindet, quasi im Vorbeigehen und wieder in unklarer Motivationslage die Heere des Vaters der Braut und seines Vaters Jakyp (den er vorher schon drohte, selbst zu töten) niedermacht und fröhlich seine &amp;quot;vierzig Freunde&amp;quot;, die für ihn töten und zugleich seinen tödlichen Zorn fürchten, mit einem Harem versieht. Manas hält sich weder an Abmachungen noch an irgendwelche moralischen Codices, geschweige denn an den Koran oder Verpflichtungen aus Verwandtschaftsverhältnissen. Er bewegt sich viel und schnell, auf Pferden, von einer kurzen ruhigen Phase in den nächsten Kampf, begleitet von der weiten Steppe und den Bergen, umringt von mächtigen Feinden. Manas erfährt als Held kaum die Spur eines reflexiven Charakters, ihm scheint keine an Prinzipien gebundene Innerlichkeit anzugehören, er lebt ganz im Außen, in einem weiten Raum, in den er, geleitet durch Reiz und spontane Reaktion, seine Triebe, seine Kraft und seine Jugendlichkeit (&amp;quot;hatte noch nie ein Mädchen in meinem Arm&amp;quot;) ergießt - bis ihn, wie Siegfried, die List der Anderen (hier ein Gift) anscheinend endgültig auslöscht. Alle Arten von begrenzenden Referenzen - Familie, Prophezeiung, Islamisierung, Gebete zu Gott, Unterwelt-Aufenthalte, Erfahrungen von Schmerz, Krieg und Tod, Verlangen nach menschlicher Nähe, Freunde, das Leben in Gemeinschaft, Apelle, er solle mit dem Schlachten aufhören - gehen spurlos an Manas vorbei, sind nur Geäst einer Ornamentik, in dem das Feuer einer Steppe brennt, das keine Schatten in ein Inneres wirft; ein Feuer, das nur brennt, um leuchtend-unversteckt zu sein, was es ist - oder was es meint, sein zu müssen. Genau hier entsteht auf der Interpretationsebene dann auch das klassische Dilemma, dass der beobachtend-lesende Kulturmensch den natürlichen Wilden zwar respektiert, aber als Typus immer in zvilisatorische Entwicklungsmodelle einbaut, die ihn einer primitiven Phase zuordnen. Vielleicht liegt hier auch der Anspruch des Epos an uns: können und sollten wir diese Einordnung fallen lassen, die Andersartigkeit des Wilden nicht als transitorisch aburteilen, sondern als quasi ewige Wahrheit hinter einer anthropologischen Fassade eurozentrierter Aufklärung akzeptieren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Eine deutsche Übersetzung von 1885 ist vorhanden: Radloff; Wilhelm, 1885. Proben der Volksliteratur der nördlichen türkischen Stämme, V: Der Dialect der Kara-Kirgisen, St. Petersburg.&lt;br /&gt;
*:Manas 377 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_1_Manas.pdf]]&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
*:Einführung S.1-32 [[Media:Radloff 1885.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Joloi Kan 168 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_2_Joloi_Kan.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Er Töschtük 72 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_3_Er_Töschtük.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/jiYQi6VQ6bc YouTube: The Art of Akyns, Kyrgyz Epic Tellers - 4 min.]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/kMDklwoLf34 YouTube: Manas - UNESCO - 10 min.]&lt;br /&gt;
* [http://www.unesco.org/culture/ich/index.php?lg=en&amp;amp;pg=00011&amp;amp;RL=00876 Beschreibung durch die UNESCO: Welterbe Manas]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/artl/hatto-manas.shtml The Birth of Manas - A confrontation of two branches of heroic epic poetry in Kirgiz - By A. T. Hatto - Vergleich der Radloffschen Version und Fassung von Sagymbay Orozbakov (1867-1930)]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/folklore/manas/manasintro.html Englische Fassug von 2005, die die wesentlichen Fassungen nochmal neu ins englische übersetzt - unter Berücksichtigung besserer kirgisischer Spachkenntnisse - translated, introduced and annotated by Elmira Köçümkulkïzï1 - Ph.D. Candidate in Near and Middle Eastern Studies - University of Washington (Seattle)]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Die_alttürkische_Religion-1991.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Klimkeit-Buddhism_in_Turkish_Central_Asia-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Gabain-Inhalt_und_magische_Bedeutung_der_alttürkischen_Inschriften-1953.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hatto-Manas-Radloff-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Levin-Where-Rivers-Mountains-Sing-2011.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Mussajew-Epos-Manas-1994.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Die-Araber-vorislamischen-Zeit-Gegenwart-ebook/dp/B005JCYMHG/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390203366&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Die+Araber%3A+Von+der+vorislamischen+Zeit+bis+zur+Gegenwart Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart - Halm, Heinz]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Koran-Kommentar-Konkordanz-Rudi-ParetTaschenbuchausgabe/dp/3170226703/ref=sr_1_2?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390204205&amp;amp;sr=1-2&amp;amp;keywords=paret+koran Der Koran. Textausgabe - Paret, Rudi]&lt;br /&gt;
* [[Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Thrower-Religious-History-Central-Asia-2004.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Reichl-Singing-the-Past-2000.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 10.Februar 2014: Türkisierung Zentralasiens ab ca 6 Jh. n Chr. bis 13 Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herrschervölker in der Mongolei und in Turkestans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 6. Jahrhundert fielen die heute als On-Ok bezeichneten Kök-Türken in Turkestan ein und errichteten in diesem Gebiet ihr westliches Teil-Khanat, dass sich bis zum Jahr 745 halten konnte.&lt;br /&gt;
745 übernehmen die Uighuren bis 840 als ein weiteres Türkvolk neben Oghuzen, Seldschuken &amp;amp; Chasaren die Macht in der Mongolei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uighuren waren zum Teil Nomaden (es gab aber auch stadtartige Siedlungen).&lt;br /&gt;
Ab 840 herrschten die Jenissei-Kirgisen in der Mongolei, Nomaden wurden nach chinesisch Turkestan vertrieben und wurden da teilweise sesshaft.&lt;br /&gt;
(Weitere dokumentierte Türkvölker ab dem 10 jh. : Ghuzen, Garluq, Tughuzghuz, Turkmenen, Usbeken, Karakalpaken, Kasachen, Tataren, Aserbaidschaner, Karäim, Krimtürken, Turk-Mescheten und Türken.)&lt;br /&gt;
Die Islamische Periode startet bei den Türkvölkern ab dem 11.Jahrhundert - Vereinigung der Iranier Persiens und Mittelasiens -&amp;gt; Migrationsbewegung von Persern nach Osten.&lt;br /&gt;
Im 11 Jh. kriegerische Auseinandersetzungen nach Süden mit den Tibetern.&lt;br /&gt;
Während der zweiten Hälfte des 11. und der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war West-Turkestan ein Teil des ausgedehnten Seldschukenreiches (Türkvolk)&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts befand es sich unter der Oberherrschaft der (nichtmuslimischen) Qara-Chitai bevor diese durch die Qarachniden und später den Mongoleneinfall (Dschinghis Khan) verdrängt wurden&lt;br /&gt;
* Türken vs. Araber/Perser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Araber existiert zur Zeit der Orchoninschriften (730) noch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Türkvölker wurden im Unterschied zu Iraniern nicht durch Araber aus dem Westen unterworfen. Die Araber im Westen wehrten nur die Angriffe auf die „Kulturländer“ ab (705-715). Ab 8. Jh. bauten Araber Wälle gegen die Menschen im Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Samaniden (Iranier/Perser) vergrößerten den gebietsmässigen Einfluss des Islam nur unwesentlich, aber der kulturelle Einfluss auf die Türken wuchs, zum Teil kam es kurz vor dem Fall der persischen Sassaniden (9./10. Jh.) auch zu Bündnisse, die den kulturellen und religiösen Austausch verstärkten.&lt;br /&gt;
* Religion&lt;br /&gt;
Türkvölker blieben lange (insbesondere in Ost-Turkestan) schamistisch mit wenig Einfluss durch Buddhismus und Islam. Buddhismus hatte bereits um 600 Einfluss auf die Türken. Nach dem Sieg über die Perser (Sassaniden im 9 Jh) wurden die Türken Zoroaster (siehe Zarathustra). Ab 760 sind Einflüsse der Manichäer (Perser &amp;quot;Mani&amp;quot; als Religionsstifter, Kontakte der Türkvölker nach Babylon) und des Christentums bis nach Ost-Turkestan  (chinesisch Turkestan wurde von Uighuren bewohnt, insofern hier auch budhistische Belege). Die Islam war ursprünglich (ab 7 Jh. im westlichen Teil Mittelasiens) nicht missionarisch tätig - die Türkvölkwer im westlichen Teil Turkestans wurden islamisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Handel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelsbeziehungen zu den Indern und nach China - später zu den Iraniern.&lt;br /&gt;
* Validität der Quellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Historie in der Mongolei und chinesischen Turkestan wurde durch chinesische Schriften dokumentiert, da die Islamische Welt diese Ereignisse kaum wiedergab. Mohammedaner (Araber/Perser) kannten und nutzen zwar die alten Handelswege nach Osten, es gibt aber kaum Berichte von den Türkvölkern im mongolischen Norden - generell gibt es in den umfangreichen geografischen Schriften der Mohammedaner kaum Berichte über die Türkvölker im Osten. Andererseits wurden veraltete Texte über Jahrhunderte wiederholt in der ismamischen Welt wiedergegeben, in denen man den Türken ihrer mächtigen Stellung in der isamaischen Welt nicht gerecht wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache bei den Türkvölkern Zentralasiens wurde mit der Zeit das Persische und blieb im kleineren Maß &lt;br /&gt;
das Türkische, im östlichen Teil nahm das chinesische seinen Einfluß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== auch noch am 10.02.2014: Die Araber (nach Heinz Halm) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Araber ist, wer arabisch spricht - und das tun 280 Mio Menschen. Die Wortbedeutung ist unklar. Der Begriff wird bereits 853 v.Chr. für beduinische (also aus Kamelnomaden bestehende) assyrische Hilfstruppen benutzt. Auch bei Xerxes&#039; Griechenzug 480 v.Chr. sind arabische Bogenschützen auf Kamelen dabei.&lt;br /&gt;
Das Arabische ist eine semitische Sprache, verwandt also z.B. dem Akkadischen, dem Hebräischen, dem Aramäischen...&lt;br /&gt;
Die Schrift hat sich, wie auch die griechische und die lateinische, aus einer phönizischen Urform entwickelt. Sie besteht aus 28 Zeichen - ausschließlich für Konsonanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- 64 v. Chr. kommen die Römer in die Levante, 30 v.Chr. nach Ägypten. Die Araber stehen also zwischen Persien und (Ost-) Rom. Bis zu Mohammed (etwa 570 - 632 n.Chr.) gibt es keine einheitliche politische Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Zur Zeit Mohammeds sind 3 von 5 Stämmen in Medina jüdisch.&lt;br /&gt;
Im geographischen Raum gibt es auch viele Christen. Darüber hinaus werden weit verbreitet arabische Naturgottheiten verehrt. Die Kaba in Mekka ist z.B. ein würfelförmiger Tempel für den Gott Hubal. In Mekka selbst, wohlhabend wegen des vielbesuchten Tempels und der Lage an der &amp;quot;Weihrauchstrasse&amp;quot; vom Jemen nach Damasjus, gibt es keine christlichen oder jüdischen Gemeinden. Hier wird Mohammed um 570 geboren und tritt ab etwa 610 als monotheistischer Prophet auf, wird aber unterdrückt und bedroht, so dass er 622 ins 350 km entfernte Medina auswandert. Bei ihm sind &amp;quot;die Ergebenen&amp;quot; (die &amp;quot;muslimun&amp;quot;, mit ihrer &amp;quot;Ergebung&amp;quot; oder &amp;quot;Hingabe&amp;quot; - dem &amp;quot;Islam&amp;quot;). In Medina entsteht die Urgemeinde, die &amp;quot;Gemeinschaft&amp;quot; (die &amp;quot;umma&amp;quot;) und wird mächtig. Da göttlich eingesetzt, ist die umma unauflösbar. &lt;br /&gt;
Nach 10 Jahren ist praktisch die gesamte arabische Halbinsel islamisch. Auch Christen, auch Juden, auch Mekka schließen sich der neuen religiösen Bewegung an. Der Gründer stirbt 632 in Medina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die 4 ersten Nachfolger (&amp;quot;Kalifen&amp;quot;) sind noch direkte Weggefährten des Mohammed. Sie alle sind Angehörige eines, eigentlich mekkanischen, Stammes. Schon unter den ersten 4 Kalifen gibt es eine starke Expansion des Islam, etwa nach Ägypten und Mesopotamien. Danach wird die weniger religiös inspirierte Familie der Umayyaden für 90 Jahre das Kalifenamt übernehmen und das Machtzentrum nach Damaskus verlegen. Die Nachkommen des 4. Kalifen Ali initiieren eine Aufstand gegen die Umayyaden, der niedergeworfen wird, was ihnen einen Märtyrerstatus ein- und die &amp;quot;Partei&amp;quot; der Schiiten hervorbringt. Die bis heute andauernde Spaltung des Islam ist damit angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Expansion geht weiter: Im 8. Jh. sind etwa Buchara, Samarkant und Taschkent islamisch. Hier ist die &amp;quot;Front&amp;quot; zu den aus den nördlichen Steppen andrängenden Turkvölkern (und der kontextuale Schauplatz der Alman-Bet-Geschichte des Manas). 751 findet am Fluss Talass (in Kirgisien) ein Grenzgefecht mit den Chinesen statt. Etliche kriegsgefangene Chinesen sind Papierwerker, und so kommt die Kunst der Papierherstellung in die arabische Welt. Ein ungeheurer Schub! Somit wird Literatur möglich und Al-Arabiyya, die arabische Sprache ermöglicht einen Kulturtransfer im riesigen Raum von Toledo bis Samarkant. &lt;br /&gt;
Mit gewissen Einschränkungen: Der Iran hatte sich der Arabisierung verschlossen. Hier gilt das (Neu-) Persisch ab dem 10. Jh. als Literatursprache. Die monotheistische Zarathustra-Lehre war dem Islam gewichen, allerdings vornehmlich in dessen schiitischer Ausprägung. &lt;br /&gt;
Ägypten ist durch die Kopten bis ins 15.Jh. ein überwiegend christliches Land geblieben. Die (militärischen) Machtzentren waren aber schnell islamisch. Die koptischen Christen machen heute noch eine etwa 10 % starke Bevölkerungsgruppe aus.&lt;br /&gt;
Wenig arabisiert wurde auch das berberophone Marokko.&lt;br /&gt;
Die Expansion nach Nordosten wird durch Karl Martell bei Poitiers und Tours gestoppt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Umayyaden-Dynastie wird 750 abgelöst durch das &amp;quot;abassidische&amp;quot; Kalifat von Bagdad, das bis 1258 bestehen bleiben wird. Bagdad hat um 800 unter Harun al-Raschid 1 Mio Einwohner. Eine ausgefeilte Bürokratie entsteht mit Ämtern wie etwa dem Wesir (leitender Minister) oder dem Emir (eine Art Gouverneur). Die Bagdader Kalifen sichern ihre Macht durch die teilweise 20.000 Mann starke Militärkaste der &amp;quot;Mamluken&amp;quot;. Das Wort bedeutet Sklave und beschreibt die zu Kriegsdiensten eingesetzten Gefangenen der nomadisierenden Turkvölker Zentralasiens.&lt;br /&gt;
(&amp;quot;Mamluken&amp;quot; in Spanien und Nordafrika sind hingegen überwiegend Osteuropäer = &amp;quot;Slawen&amp;quot;.)&lt;br /&gt;
Die abassidischen Kalifen stehen meistenteils unter der Protektion von &amp;quot;Schutzherren&amp;quot;, zunächst der persischen, schiitischen Buyiden, später der türkischen Seldschuken. Der Seldschukische &amp;quot;Sultan&amp;quot; (=&amp;quot;Herrscher&amp;quot;) residiert in Isfahan und hat neben (oder über) dem Kalifen in Bagdad die faktische Macht der arabischen Welt.&lt;br /&gt;
An 1071 überrennen die Seldschuken das christlich-griechische Kleinasien.&lt;br /&gt;
1258 stehen die Mongolen vor Bagdad.&lt;br /&gt;
Das ist das Ende des Kalifats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Noch einmal zum Kulturtransfer: Die Aristoteles- (bzw. die gesamte Antiken-) Rezeption (Platon fehlt allerdings fast ganz) kommt ab 800 über die christlichen Aramäer ins Arabische - und von dort über Spanien zurück nach Europa. Die &amp;quot;Sarrazenen&amp;quot; (nach dem griechischen Namen eines arabischen Stammes auf dem Sinai) erobern und prägen Al-Andalus. Die &amp;quot;Reconquista&amp;quot; verleibt sich Gebiet, Kultur und Wissen (in einem bis 1492 andauernden Prozess) wieder ein.  &lt;br /&gt;
Ibn Ruschd lebt im 12. Jh. in Cordoba. Auch die von den Indern übernommene Mathematik wird als Wissenschaft weiter etabliert. Viele Begrifflichkeiten (&amp;quot;Algebra&amp;quot;; &amp;quot;Algorithmus&amp;quot;, ...) sind arabischen Ursprungs.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Manas&amp;diff=562</id>
		<title>Manas</title>
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		<updated>2014-07-06T18:56:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: Teil3-3&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 14.Januar 2014 - 20:30 bei Andreas: Vorwort, Episode 1&lt;br /&gt;
* 21.Januar 2014 - 20:30 bei Matthias: Planung der weiteren Schritte&lt;br /&gt;
* 10.Februar 2014 - 20:30 bei Tiemo: Referate aus &amp;quot;12 Vorlesungen über die Geschichte der Türken Mittelasiens&amp;quot; &amp;amp; &amp;quot;Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 6.März 2014 - 20:30 bei Andreas: Referate zum Koran &lt;br /&gt;
* 24.März 2014 - 20:30 bei Matthias: Episode 1 &amp;amp; Anfang 2&lt;br /&gt;
* 12.Mai 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1453&lt;br /&gt;
* 12.Juni 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1862&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
Das Manas-Epos handelt von dem Kampf des mythischen kirgisischen Volkshelden Manas und seiner Gefährten und Nachkommen im 9. Jahrhundert gegen die Uiguren und ist das wichtigste Werk der klassischen kirgisischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Werk umfasst fast 500.000 Verse und ist damit zwanzig Mal so lang wie Homers Odyssee und Ilias zusammen. Über viele Generationen nur mündlich von Manaschis, hoch angesehenen, den türkischen Aşıklar ähnlichen Volkssängern in melodischem Redegesang überliefert, wurde das Epos erst 1885 schriftlich niedergelegt. Über seine Ursprünge gibt es verschiedene Ansichten: Manche Literaturforscher gehen vom 6. bis 10. Jahrhundert aus, andere vom 11. und 12., und wieder andere erst vom 15. bis 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute existieren mindestens 65 verschiedene gedruckte Versionen des Werks oder von Teilen davon. Eine neue Übersetzung des Gesamtwerks ins Englische durch Walter May wurde 1995, zum mutmaßlich tausendsten Jubiläum der Geburt von Manas, veröffentlicht und 2004 in zwei Bänden neu gedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des Epos werden heute bei festlichen Gelegenheiten gern und häufig von Manaschis rezitiert, normalerweise begleitet von einer oder mehreren Komuz, einer gezupften dreisaitigen Langhalslaute, die von den Musikern ausgesprochen virtuos gehandhabt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held Manas soll in den Ala-Too-Bergen in der Region Talas in im Nordwesten von Kirgisistan geboren sein. Ein Mausoleum einige Kilometer östlich der Stadt Talas soll seine sterblichen Reste bergen und ist eine beliebte Ausflugs- und Feststätte, wo seit 1995 im Sommer eindrucksvolle kirgisische Reiterspiele aufgeführt werden. Allerdings heißt es in einer Fassadenbeschriftung, dass das Mausoleum „... der ruhmreichsten der Frauen, Kenizek-Khatun, der Tochter des Emirs Abuka“ gewidmet sei. Der Legende zufolge soll Kanikey, die Witwe des Manas, diese Inschrift angeordnet haben, um die Feinde ihres Mannes irre zu führen und eine Grabschändung zu verhindern. Das Gebäude, bekannt als „Manastin Khumbuzu“ oder „Der Ghumbez des Manas“, wurde vermutlich 1334 errichtet. In der Nähe steht ein Museum, das Manas und seiner Legende gewidmet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhaltliche Zusammenfassung==&lt;br /&gt;
=== Teil 1 ===&lt;br /&gt;
* 1-39: Beschreibung der Vorfahren des Manas und Hoffnung an seine Fähigkeiten.&lt;br /&gt;
* 40-72: Geburt Manas und Prophezeiungen und Bestätigung durch den schon sprechenden in der Wiege liegenden Manas - er will den Muslimen den Weg öffnen.&lt;br /&gt;
* 73-143: Beauftragung Durch den Vater Jakyp Kan an Bakai Kan, Manas die Welt zu zeigen.&lt;br /&gt;
* 144-152: Bakai Kan bestätigt den Auftrag.&lt;br /&gt;
* 153-164: kurzbeschreibung welche Fähigkeiten Manas zum vierzehnten Lebensjahr erwarb.&lt;br /&gt;
=== Teil 2 ===&lt;br /&gt;
* 1-16: Geburt Alman Bets, als Sohn Kara Kans.&lt;br /&gt;
* 17-65: Held Köktschö begründet sein Volk und trifft dabei Alman Bet.&lt;br /&gt;
* 66-101: Die beiden Helden lernen sich kennen.&lt;br /&gt;
* 102-125: In der rede zu religiösen dingen ensteht der Wunsch Alman Bets, den Koran zu sehen.&lt;br /&gt;
* 125-164: Köktschö gitb Alman Bet die Möglichkeit den Koran zu lesen. Alman Bet will daraufhin Muslime werden&lt;br /&gt;
* 165-177: Alman Bet und Köktschö werden Freunde.&lt;br /&gt;
* 178-200: Alman Bet beschliesst, sein eigenes Volk, die Oirot, zu Muslime zu machen und inmitten der Muslimen flussaufwärts anzusiedeln (evtl metaphorisch gemeint).&lt;br /&gt;
* 201-231: Alman Bet ritt zu seinem Vater und versucht ihn zu überzeugen, dass Kara Kans Volk konvertiert&lt;br /&gt;
* 232-274: Kara Kan bezeugt seinem Volk Treue und beauftragt sein Volk, Alman Bet zu töten, die sich in einen Hinterhalt legen. &lt;br /&gt;
* 275-306: Alman Bet tritt wiederum vor seinen Vater und versucht ihn zu bekehren, dieser lehnt aber ab und verstösst ihn.&lt;br /&gt;
* 307-335: Alman Bet spricht mit seiner Mutter, damit sie ihn nicht auch verstösse.&lt;br /&gt;
* 336-449: Beim Verlassen trifft er auf das im Hinterhalt liegende Heer, töte alle Fürsten der Oirot.&lt;br /&gt;
* 450-511: Alman Bet bietet sich als Freund und Unterstützer für Köktschö an und wird von diesem auch zu sich eingeladen (die Teile der Familie nomadisieren zusammen).&lt;br /&gt;
* 512-552: Das Volk und vorallem die Frauen bereiten sich auf die Ankunft Alman Bets vor.&lt;br /&gt;
* 553-590: Begrüssung Alman Bets durch die Frauen Köktschös&lt;br /&gt;
* 591-619: Kleine Zwistigkeit zwischen Köktschö und seiner Frau Ak Erkätsch, weil sie sein Pferd nicht hält bei seinem Absteigen.&lt;br /&gt;
* 620-697: Alman Bet wird besonders gut bewirtet und ihm wird eine Schlafstätte zugewiesen - am nächsten Morgen werden ihm zum Frühstück sogar zwei Stuten geschlachtet.&lt;br /&gt;
* 698-719: Alman Bet lebte nun bei Köktschö und mehrte so seht den Wohlstand der Sippe, dass bei den Gefährten Köktschös Neid entstand.&lt;br /&gt;
* 720-759: Die Gefährten intrigieren indem sie Alman Bet vor Köktschö bezichtigen, Ak Erkätsch des nachts beigewohnt zu haben.&lt;br /&gt;
* 760-827: Köktschö lässt nach Alman Bet rufen, bevor dieser jedoch zu ihm reitet, offenbart er seine Verwirrung dem Vater Köktschös. Bei Köktschö wird er missachtet umd tritt einer verwirrten Gesellschaft gegenüber.&lt;br /&gt;
* 828-856: Alman Bet werden Vorwürfe gemacht, ob er seinen Gastgebern vieles entwenden würde und ob Ak Erkätsch sich ihm ergeben hat.&lt;br /&gt;
* 857-863: &amp;quot;Gegen Gott hilft keine List&amp;quot; und Verlangen nach Brandwein - evtl. ein Eingeständnis* 864-892: Köktschö bittet Alman Bet darum Pferde und Kleidung für die Abreise zu erbitten, doch Alman Bet bittet um Köktschös eigenes Pferd und seine Kleidung.  &lt;br /&gt;
* 893-914: Diskurs über die Frage, wonach Alman Bet bitten dürfte (Blauer vs. gelber Schecke und ähnliches).&lt;br /&gt;
* 915-927: Köktschtö fragt, warum Alman Bet nicht geht.* 928-999: Eskalation des Gesrpächs bis zur Verfluchung und Racheandeutung.&lt;br /&gt;
* 1002-1002: Alman Bet kündigt die Freundschaft auf.&lt;br /&gt;
* 1003-1006: Alman Bet zieht ab.&lt;br /&gt;
* 1007-1059: Ak Erkätsch macht sich hübsch und bietet Alman Bet ihre Hilfe an, Köktschö umzustimmen, Alman Bet doch das passende Pferd und die passende Kleidung zu geben.&lt;br /&gt;
* 1060-1094: Ak Erkätsch erklärt Köktschö, dass er zugrund gerichtet wird, wenn er Alman Bet ohne die erbetenen Dinge ziehen lässt. Köktschö soll Alman Bet auch erst am achten Tag entlassen, auch der Götter (&amp;amp; Kydir) wegen.&lt;br /&gt;
* 1095-1099: Köktschö will sich nicht überzeugen lassen, auch wenn Ak Erkätsch ihn verliesse.&lt;br /&gt;
* 1100-1110: Ak Erkätsch sagt ihm, dass Alman Bet ansonsten gewaltsam ihm sein Pferd entreissen würde und er Pferschaaren verlieren würde.&lt;br /&gt;
* 1111-1114: Köktschö willl seinen blauen Schecken und den blauen Panzer an Alman Bet übergeben und lässt nach ihm rufen.&lt;br /&gt;
* 1115-1123: Alman Bet ist aber betrunken und lagert laut den Freunden im Schatten einer Tanne.&lt;br /&gt;
* 1123-1132: Bei genauer Prüfung durch Ak Erkätsch ist er aber dann doch bereits fortgeritten - anstelle des blauen Falben nun mit einem Fuchs.&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
* -1862:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 3 ===&lt;br /&gt;
1132-34 Mamas hat einen Traum&lt;br /&gt;
1135-72 Auflistung der herbeigerufenen Gefährten&lt;br /&gt;
1172-1215 jakyp, Vater des Mamas, soll den Traum deuten; in-Aussicht-Stellung von Belohnung, verbunden mit Drohung (&amp;quot;deutet richtig er den Traum... Deuten meinen träum er falsch...&amp;quot;; 1206/1209). Deutet der Vater den Traum falsch, kommt dessen Sohn(!) nach Sibirien, USW (1210);&lt;br /&gt;
1216-97 manas selbst macht sich zum Vater auf, mit paradepferd prunkpanzer und legendärem Schwert, wiederholt das brimborium um den Traum, erneuert die Drohung bei fehldeutung (1283ff). Das Vol hat schon Angst um den Vater (und auch die Mutter)-scheinbar nicht zu unrecht.&lt;br /&gt;
1298-1312 entspann adschy bai  (&amp;quot;der verwirrtes stets gelöset...&amp;quot;) die Situation: manas soll seinen Traum doch erstmal schildern.&lt;br /&gt;
1313-28 tut manas das endlich (Inhalt: Wild und geflügel fällt tot um, wenn Mamas mit Hund und Pferd zur Jagd geht...!?)&lt;br /&gt;
1329-60 nimmt Adschy Bai die Gefahr auf sich, den Traum zu deuten: &amp;quot; eines Fürsten trefflich Kind ... Wird wohl bei dir sich niederlassen.&amp;quot; (1343-46)&lt;br /&gt;
1361-1435 ist Manas begeistert, schenkt Adschy seinen Panzer, erweitert die Deutung dahingehend, dass er &amp;quot;des Fürsten Kind&amp;quot; als Alman Bet identifiziert.&lt;br /&gt;
Es werden Vorbereitungen getroffen, dem Helden entgegenzufiebern, obgleich man nicht weiß, ob der in friedlicher Absicht kommt.&lt;br /&gt;
1436 beginnt der Zug des Heeres, dem Alman Bet entgegen.&lt;br /&gt;
1463-68 eine teezeremonie&lt;br /&gt;
1497 macht Manas einen Reiter in de Ferne aus.&lt;br /&gt;
1513 erspäht auch Alman Bet etwas, dem er folgt und erkennt 1540-48, daß er einem Größeren, Mächtigerem folgt.&lt;br /&gt;
1553-76 trifft Manas Vorbereitungen zum Empfang des Fremden, von dessen Absichten man noch nichts weiß.&lt;br /&gt;
1577 kommt Alman Bet, &lt;br /&gt;
(Und ab hier drängt sich mir der Vergleich mit der ANkunft Siegfrieds bei den Burgundern auf)&lt;br /&gt;
fängt eine Lerche im Galopp, verweigert das Gespräch mit dem Empfangskommittee, will nur mit dem Fürsten sprechen, wird 1648 von Adschy Bai tatsächlich zu Manas vorgelassen.&lt;br /&gt;
Das Ganze hätte auch fürchterlich schiefgehen können. Der Text deutet es an 1609/10 &amp;quot;Alman Bet und Held Manas, wie nur werden sie sich grüßen?&amp;quot;- per Handschlag oder per Schwertstreich...&lt;br /&gt;
Und in Alman Bets fatalistischem Ausruf, als er bei Manas eintritt:&amp;quot;Gottes Wille ist&#039;s, wer kann gegen seine Macht sich stemmen?&amp;quot;(1642/43)&lt;br /&gt;
-tut es aber nicht!&lt;br /&gt;
Herzlich Begrüßung 1690&lt;br /&gt;
Teezeremonie1700-04&lt;br /&gt;
Kostbare GeSchenke des Manas, die Alman Bet aber nicht annimmt, mit Ausnähme eines Pferdes (1745)&lt;br /&gt;
Manas will jetzt einen wegtrittst veranstalten (1757  ff)&lt;br /&gt;
Jakyp Bai soll alles richten.&lt;br /&gt;
Dieser verunsichert die Boten ab 1800 mit seinen Nachfragen nach deren Kenntnis der Herkunft ihres Volkes. Die sind unwissend. Jakyb deutet Überlegenheit Alman Bets an (1812/13) &lt;br /&gt;
?Wetteeiten 1831-39: wer ist Gewinner?&lt;br /&gt;
1841 kommt Mutter des Manas. Anblich des Manas uns Alman Bets erzeugt bei ihr Milchfluß. Alman Bet schlägt vor, daß jeder der beiden aus einer Brust trinke möge. Sie tun das und erzeugen so eine Brüderschaft, welche sich durch das anschließendßende Zechen verfestigt oder geradezu erst wirksam wird (1862)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Eine deutsche Übersetzung von 1885 ist vorhanden: Radloff; Wilhelm, 1885. Proben der Volksliteratur der nördlichen türkischen Stämme, V: Der Dialect der Kara-Kirgisen, St. Petersburg.&lt;br /&gt;
*:Manas 377 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_1_Manas.pdf]]&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
*:Einführung S.1-32 [[Media:Radloff 1885.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Joloi Kan 168 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_2_Joloi_Kan.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Er Töschtük 72 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_3_Er_Töschtük.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/jiYQi6VQ6bc YouTube: The Art of Akyns, Kyrgyz Epic Tellers - 4 min.]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/kMDklwoLf34 YouTube: Manas - UNESCO - 10 min.]&lt;br /&gt;
* [http://www.unesco.org/culture/ich/index.php?lg=en&amp;amp;pg=00011&amp;amp;RL=00876 Beschreibung durch die UNESCO: Welterbe Manas]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/artl/hatto-manas.shtml The Birth of Manas - A confrontation of two branches of heroic epic poetry in Kirgiz - By A. T. Hatto - Vergleich der Radloffschen Version und Fassung von Sagymbay Orozbakov (1867-1930)]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/folklore/manas/manasintro.html Englische Fassug von 2005, die die wesentlichen Fassungen nochmal neu ins englische übersetzt - unter Berücksichtigung besserer kirgisischer Spachkenntnisse - translated, introduced and annotated by Elmira Köçümkulkïzï1 - Ph.D. Candidate in Near and Middle Eastern Studies - University of Washington (Seattle)]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Die_alttürkische_Religion-1991.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Klimkeit-Buddhism_in_Turkish_Central_Asia-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Gabain-Inhalt_und_magische_Bedeutung_der_alttürkischen_Inschriften-1953.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hatto-Manas-Radloff-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Levin-Where-Rivers-Mountains-Sing-2011.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Mussajew-Epos-Manas-1994.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Die-Araber-vorislamischen-Zeit-Gegenwart-ebook/dp/B005JCYMHG/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390203366&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Die+Araber%3A+Von+der+vorislamischen+Zeit+bis+zur+Gegenwart Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart - Halm, Heinz]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Koran-Kommentar-Konkordanz-Rudi-ParetTaschenbuchausgabe/dp/3170226703/ref=sr_1_2?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390204205&amp;amp;sr=1-2&amp;amp;keywords=paret+koran Der Koran. Textausgabe - Paret, Rudi]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 10.Februar 2014: Türkisierung Zentralasiens ab ca 6 Jh. n Chr. bis 13 Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herrschervölker in der Mongolei und in Turkestans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 6. Jahrhundert fielen die heute als On-Ok bezeichneten Kök-Türken in Turkestan ein und errichteten in diesem Gebiet ihr westliches Teil-Khanat, dass sich bis zum Jahr 745 halten konnte.&lt;br /&gt;
745 übernehmen die Uighuren bis 840 als ein weiteres Türkvolk neben Oghuzen, Seldschuken &amp;amp; Chasaren die Macht in der Mongolei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uighuren waren zum Teil Nomaden (es gab aber auch stadtartige Siedlungen).&lt;br /&gt;
Ab 840 herrschten die Jenissei-Kirgisen in der Mongolei, Nomaden wurden nach chinesisch Turkestan vertrieben und wurden da teilweise sesshaft.&lt;br /&gt;
(Weitere dokumentierte Türkvölker ab dem 10 jh. : Ghuzen, Garluq, Tughuzghuz, Turkmenen, Usbeken, Karakalpaken, Kasachen, Tataren, Aserbaidschaner, Karäim, Krimtürken, Turk-Mescheten und Türken.)&lt;br /&gt;
Die Islamische Periode startet bei den Türkvölkern ab dem 11.Jahrhundert - Vereinigung der Iranier Persiens und Mittelasiens -&amp;gt; Migrationsbewegung von Persern nach Osten.&lt;br /&gt;
Im 11 Jh. kriegerische Auseinandersetzungen nach Süden mit den Tibetern.&lt;br /&gt;
Während der zweiten Hälfte des 11. und der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war West-Turkestan ein Teil des ausgedehnten Seldschukenreiches (Türkvolk)&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts befand es sich unter der Oberherrschaft der (nichtmuslimischen) Qara-Chitai bevor diese durch die Qarachniden und später den Mongoleneinfall (Dschinghis Khan) verdrängt wurden&lt;br /&gt;
* Türken vs. Araber/Perser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Araber existiert zur Zeit der Orchoninschriften (730) noch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Türkvölker wurden im Unterschied zu Iraniern nicht durch Araber aus dem Westen unterworfen. Die Araber im Westen wehrten nur die Angriffe auf die „Kulturländer“ ab (705-715). Ab 8. Jh. bauten Araber Wälle gegen die Menschen im Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Samaniden (Iranier/Perser) vergrößerten den gebietsmässigen Einfluss des Islam nur unwesentlich, aber der kulturelle Einfluss auf die Türken wuchs, zum Teil kam es kurz vor dem Fall der persischen Sassaniden (9./10. Jh.) auch zu Bündnisse, die den kulturellen und religiösen Austausch verstärkten.&lt;br /&gt;
* Religion&lt;br /&gt;
Türkvölker blieben lange (insbesondere in Ost-Turkestan) schamistisch mit wenig Einfluss durch Buddhismus und Islam. Buddhismus hatte bereits um 600 Einfluss auf die Türken. Nach dem Sieg über die Perser (Sassaniden im 9 Jh) wurden die Türken Zoroaster (siehe Zarathustra). Ab 760 sind Einflüsse der Manichäer (Perser &amp;quot;Mani&amp;quot; als Religionsstifter, Kontakte der Türkvölker nach Babylon) und des Christentums bis nach Ost-Turkestan  (chinesisch Turkestan wurde von Uighuren bewohnt, insofern hier auch budhistische Belege). Die Islam war ursprünglich (ab 7 Jh. im westlichen Teil Mittelasiens) nicht missionarisch tätig - die Türkvölkwer im westlichen Teil Turkestans wurden islamisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Handel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelsbeziehungen zu den Indern und nach China - später zu den Iraniern.&lt;br /&gt;
* Validität der Quellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Historie in der Mongolei und chinesischen Turkestan wurde durch chinesische Schriften dokumentiert, da die Islamische Welt diese Ereignisse kaum wiedergab. Mohammedaner (Araber/Perser) kannten und nutzen zwar die alten Handelswege nach Osten, es gibt aber kaum Berichte von den Türkvölkern im mongolischen Norden - generell gibt es in den umfangreichen geografischen Schriften der Mohammedaner kaum Berichte über die Türkvölker im Osten. Andererseits wurden veraltete Texte über Jahrhunderte wiederholt in der ismamischen Welt wiedergegeben, in denen man den Türken ihrer mächtigen Stellung in der isamaischen Welt nicht gerecht wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache bei den Türkvölkern Zentralasiens wurde mit der Zeit das Persische und blieb im kleineren Maß &lt;br /&gt;
das Türkische, im östlichen Teil nahm das chinesische seinen Einfluß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== auch noch am 10.02.2014: Die Araber (nach Heinz Halm) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Araber ist, wer arabisch spricht - und das tun 280 Mio Menschen. Die Wortbedeutung ist unklar. Der Begriff wird bereits 853 v.Chr. für beduinische (also aus Kamelnomaden bestehende) assyrische Hilfstruppen benutzt. Auch bei Xerxes&#039; Griechenzug 480 v.Chr. sind arabische Bogenschützen auf Kamelen dabei.&lt;br /&gt;
Das Arabische ist eine semitische Sprache, verwandt also z.B. dem Akkadischen, dem Hebräischen, dem Aramäischen...&lt;br /&gt;
Die Schrift hat sich, wie auch die griechische und die lateinische, aus einer phönizischen Urform entwickelt. Sie besteht aus 28 Zeichen - ausschließlich für Konsonanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- 64 v. Chr. kommen die Römer in die Levante, 30 v.Chr. nach Ägypten. Die Araber stehen also zwischen Persien und (Ost-) Rom. Bis zu Mohammed (etwa 570 - 632 n.Chr.) gibt es keine einheitliche politische Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Zur Zeit Mohammeds sind 3 von 5 Stämmen in Medina jüdisch.&lt;br /&gt;
Im geographischen Raum gibt es auch viele Christen. Darüber hinaus werden weit verbreitet arabische Naturgottheiten verehrt. Die Kaba in Mekka ist z.B. ein würfelförmiger Tempel für den Gott Hubal. In Mekka selbst, wohlhabend wegen des vielbesuchten Tempels und der Lage an der &amp;quot;Weihrauchstrasse&amp;quot; vom Jemen nach Damasjus, gibt es keine christlichen oder jüdischen Gemeinden. Hier wird Mohammed um 570 geboren und tritt ab etwa 610 als monotheistischer Prophet auf, wird aber unterdrückt und bedroht, so dass er 622 ins 350 km entfernte Medina auswandert. Bei ihm sind &amp;quot;die Ergebenen&amp;quot; (die &amp;quot;muslimun&amp;quot;, mit ihrer &amp;quot;Ergebung&amp;quot; oder &amp;quot;Hingabe&amp;quot; - dem &amp;quot;Islam&amp;quot;). In Medina entsteht die Urgemeinde, die &amp;quot;Gemeinschaft&amp;quot; (die &amp;quot;umma&amp;quot;) und wird mächtig. Da göttlich eingesetzt, ist die umma unauflösbar. &lt;br /&gt;
Nach 10 Jahren ist praktisch die gesamte arabische Halbinsel islamisch. Auch Christen, auch Juden, auch Mekka schließen sich der neuen religiösen Bewegung an. Der Gründer stirbt 632 in Medina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die 4 ersten Nachfolger (&amp;quot;Kalifen&amp;quot;) sind noch direkte Weggefährten des Mohammed. Sie alle sind Angehörige eines, eigentlich mekkanischen, Stammes. Schon unter den ersten 4 Kalifen gibt es eine starke Expansion des Islam, etwa nach Ägypten und Mesopotamien. Danach wird die weniger religiös inspirierte Familie der Umayyaden für 90 Jahre das Kalifenamt übernehmen und das Machtzentrum nach Damaskus verlegen. Die Nachkommen des 4. Kalifen Ali initiieren eine Aufstand gegen die Umayyaden, der niedergeworfen wird, was ihnen einen Märtyrerstatus ein- und die &amp;quot;Partei&amp;quot; der Schiiten hervorbringt. Die bis heute andauernde Spaltung des Islam ist damit angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Expansion geht weiter: Im 8. Jh. sind etwa Buchara, Samarkant und Taschkent islamisch. Hier ist die &amp;quot;Front&amp;quot; zu den aus den nördlichen Steppen andrängenden Turkvölkern (und der kontextuale Schauplatz der Alman-Bet-Geschichte des Manas). 751 findet am Fluss Talass (in Kirgisien) ein Grenzgefecht mit den Chinesen statt. Etliche kriegsgefangene Chinesen sind Papierwerker, und so kommt die Kunst der Papierherstellung in die arabische Welt. Ein ungeheurer Schub! Somit wird Literatur möglich und Al-Arabiyya, die arabische Sprache ermöglicht einen Kulturtransfer im riesigen Raum von Toledo bis Samarkant. &lt;br /&gt;
Mit gewissen Einschränkungen: Der Iran hatte sich der Arabisierung verschlossen. Hier gilt das (Neu-) Persisch ab dem 10. Jh. als Literatursprache. Die monotheistische Zarathustra-Lehre war dem Islam gewichen, allerdings vornehmlich in dessen schiitischer Ausprägung. &lt;br /&gt;
Ägypten ist durch die Kopten bis ins 15.Jh. ein überwiegend christliches Land geblieben. Die (militärischen) Machtzentren waren aber schnell islamisch. Die koptischen Christen machen heute noch eine etwa 10 % starke Bevölkerungsgruppe aus.&lt;br /&gt;
Wenig arabisiert wurde auch das berberophone Marokko.&lt;br /&gt;
Die Expansion nach Nordosten wird durch Karl Martell bei Poitiers und Tours gestoppt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Umayyaden-Dynastie wird 750 abgelöst durch das &amp;quot;abassidische&amp;quot; Kalifat von Bagdad, das bis 1258 bestehen bleiben wird. Bagdad hat um 800 unter Harun al-Raschid 1 Mio Einwohner. Eine ausgefeilte Bürokratie entsteht mit Ämtern wie etwa dem Wesir (leitender Minister) oder dem Emir (eine Art Gouverneur). Die Bagdader Kalifen sichern ihre Macht durch die teilweise 20.000 Mann starke Militärkaste der &amp;quot;Mamluken&amp;quot;. Das Wort bedeutet Sklave und beschreibt die zu Kriegsdiensten eingesetzten Gefangenen der nomadisierenden Turkvölker Zentralasiens.&lt;br /&gt;
(&amp;quot;Mamluken&amp;quot; in Spanien und Nordafrika sind hingegen überwiegend Osteuropäer = &amp;quot;Slawen&amp;quot;.)&lt;br /&gt;
Die abassidischen Kalifen stehen meistenteils unter der Protektion von &amp;quot;Schutzherren&amp;quot;, zunächst der persischen, schiitischen Buyiden, später der türkischen Seldschuken. Der Seldschukische &amp;quot;Sultan&amp;quot; (=&amp;quot;Herrscher&amp;quot;) residiert in Isfahan und hat neben (oder über) dem Kalifen in Bagdad die faktische Macht der arabischen Welt.&lt;br /&gt;
An 1071 überrennen die Seldschuken das christlich-griechische Kleinasien.&lt;br /&gt;
1258 stehen die Mongolen vor Bagdad.&lt;br /&gt;
Das ist das Ende des Kalifats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Noch einmal zum Kulturtransfer: Die Aristoteles- (bzw. die gesamte Antiken-) Rezeption (Platon fehlt allerdings fast ganz) kommt ab 800 über die christlichen Aramäer ins Arabische - und von dort über Spanien zurück nach Europa. Die &amp;quot;Sarrazenen&amp;quot; (nach dem griechischen Namen eines arabischen Stammes auf dem Sinai) erobern und prägen Al-Andalus. Die &amp;quot;Reconquista&amp;quot; verleibt sich Gebiet, Kultur und Wissen (in einem bis 1492 andauernden Prozess) wieder ein.  &lt;br /&gt;
Ibn Ruschd lebt im 12. Jh. in Cordoba. Auch die von den Indern übernommene Mathematik wird als Wissenschaft weiter etabliert. Viele Begrifflichkeiten (&amp;quot;Algebra&amp;quot;; &amp;quot;Algorithmus&amp;quot;, ...) sind arabischen Ursprungs.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Manas&amp;diff=561</id>
		<title>Manas</title>
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		<updated>2014-07-06T17:54:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: Teil3-3&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 14.Januar 2014 - 20:30 bei Andreas: Vorwort, Episode 1&lt;br /&gt;
* 21.Januar 2014 - 20:30 bei Matthias: Planung der weiteren Schritte&lt;br /&gt;
* 10.Februar 2014 - 20:30 bei Tiemo: Referate aus &amp;quot;12 Vorlesungen über die Geschichte der Türken Mittelasiens&amp;quot; &amp;amp; &amp;quot;Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 6.März 2014 - 20:30 bei Andreas: Referate zum Koran &lt;br /&gt;
* 24.März 2014 - 20:30 bei Matthias: Episode 1 &amp;amp; Anfang 2&lt;br /&gt;
* 12.Mai 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1453&lt;br /&gt;
* 12.Juni 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1862&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
Das Manas-Epos handelt von dem Kampf des mythischen kirgisischen Volkshelden Manas und seiner Gefährten und Nachkommen im 9. Jahrhundert gegen die Uiguren und ist das wichtigste Werk der klassischen kirgisischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Werk umfasst fast 500.000 Verse und ist damit zwanzig Mal so lang wie Homers Odyssee und Ilias zusammen. Über viele Generationen nur mündlich von Manaschis, hoch angesehenen, den türkischen Aşıklar ähnlichen Volkssängern in melodischem Redegesang überliefert, wurde das Epos erst 1885 schriftlich niedergelegt. Über seine Ursprünge gibt es verschiedene Ansichten: Manche Literaturforscher gehen vom 6. bis 10. Jahrhundert aus, andere vom 11. und 12., und wieder andere erst vom 15. bis 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute existieren mindestens 65 verschiedene gedruckte Versionen des Werks oder von Teilen davon. Eine neue Übersetzung des Gesamtwerks ins Englische durch Walter May wurde 1995, zum mutmaßlich tausendsten Jubiläum der Geburt von Manas, veröffentlicht und 2004 in zwei Bänden neu gedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des Epos werden heute bei festlichen Gelegenheiten gern und häufig von Manaschis rezitiert, normalerweise begleitet von einer oder mehreren Komuz, einer gezupften dreisaitigen Langhalslaute, die von den Musikern ausgesprochen virtuos gehandhabt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held Manas soll in den Ala-Too-Bergen in der Region Talas in im Nordwesten von Kirgisistan geboren sein. Ein Mausoleum einige Kilometer östlich der Stadt Talas soll seine sterblichen Reste bergen und ist eine beliebte Ausflugs- und Feststätte, wo seit 1995 im Sommer eindrucksvolle kirgisische Reiterspiele aufgeführt werden. Allerdings heißt es in einer Fassadenbeschriftung, dass das Mausoleum „... der ruhmreichsten der Frauen, Kenizek-Khatun, der Tochter des Emirs Abuka“ gewidmet sei. Der Legende zufolge soll Kanikey, die Witwe des Manas, diese Inschrift angeordnet haben, um die Feinde ihres Mannes irre zu führen und eine Grabschändung zu verhindern. Das Gebäude, bekannt als „Manastin Khumbuzu“ oder „Der Ghumbez des Manas“, wurde vermutlich 1334 errichtet. In der Nähe steht ein Museum, das Manas und seiner Legende gewidmet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhaltliche Zusammenfassung==&lt;br /&gt;
=== Teil 1 ===&lt;br /&gt;
* 1-39: Beschreibung der Vorfahren des Manas und Hoffnung an seine Fähigkeiten.&lt;br /&gt;
* 40-72: Geburt Manas und Prophezeiungen und Bestätigung durch den schon sprechenden in der Wiege liegenden Manas - er will den Muslimen den Weg öffnen.&lt;br /&gt;
* 73-143: Beauftragung Durch den Vater Jakyp Kan an Bakai Kan, Manas die Welt zu zeigen.&lt;br /&gt;
* 144-152: Bakai Kan bestätigt den Auftrag.&lt;br /&gt;
* 153-164: kurzbeschreibung welche Fähigkeiten Manas zum vierzehnten Lebensjahr erwarb.&lt;br /&gt;
=== Teil 2 ===&lt;br /&gt;
* 1-16: Geburt Alman Bets, als Sohn Kara Kans.&lt;br /&gt;
* 17-65: Held Köktschö begründet sein Volk und trifft dabei Alman Bet.&lt;br /&gt;
* 66-101: Die beiden Helden lernen sich kennen.&lt;br /&gt;
* 102-125: In der rede zu religiösen dingen ensteht der Wunsch Alman Bets, den Koran zu sehen.&lt;br /&gt;
* 125-164: Köktschö gitb Alman Bet die Möglichkeit den Koran zu lesen. Alman Bet will daraufhin Muslime werden&lt;br /&gt;
* 165-177: Alman Bet und Köktschö werden Freunde.&lt;br /&gt;
* 178-200: Alman Bet beschliesst, sein eigenes Volk, die Oirot, zu Muslime zu machen und inmitten der Muslimen flussaufwärts anzusiedeln (evtl metaphorisch gemeint).&lt;br /&gt;
* 201-231: Alman Bet ritt zu seinem Vater und versucht ihn zu überzeugen, dass Kara Kans Volk konvertiert&lt;br /&gt;
* 232-274: Kara Kan bezeugt seinem Volk Treue und beauftragt sein Volk, Alman Bet zu töten, die sich in einen Hinterhalt legen. &lt;br /&gt;
* 275-306: Alman Bet tritt wiederum vor seinen Vater und versucht ihn zu bekehren, dieser lehnt aber ab und verstösst ihn.&lt;br /&gt;
* 307-335: Alman Bet spricht mit seiner Mutter, damit sie ihn nicht auch verstösse.&lt;br /&gt;
* 336-449: Beim Verlassen trifft er auf das im Hinterhalt liegende Heer, töte alle Fürsten der Oirot.&lt;br /&gt;
* 450-511: Alman Bet bietet sich als Freund und Unterstützer für Köktschö an und wird von diesem auch zu sich eingeladen (die Teile der Familie nomadisieren zusammen).&lt;br /&gt;
* 512-552: Das Volk und vorallem die Frauen bereiten sich auf die Ankunft Alman Bets vor.&lt;br /&gt;
* 553-590: Begrüssung Alman Bets durch die Frauen Köktschös&lt;br /&gt;
* 591-619: Kleine Zwistigkeit zwischen Köktschö und seiner Frau Ak Erkätsch, weil sie sein Pferd nicht hält bei seinem Absteigen.&lt;br /&gt;
* 620-697: Alman Bet wird besonders gut bewirtet und ihm wird eine Schlafstätte zugewiesen - am nächsten Morgen werden ihm zum Frühstück sogar zwei Stuten geschlachtet.&lt;br /&gt;
* 698-719: Alman Bet lebte nun bei Köktschö und mehrte so seht den Wohlstand der Sippe, dass bei den Gefährten Köktschös Neid entstand.&lt;br /&gt;
* 720-759: Die Gefährten intrigieren indem sie Alman Bet vor Köktschö bezichtigen, Ak Erkätsch des nachts beigewohnt zu haben.&lt;br /&gt;
* 760-827: Köktschö lässt nach Alman Bet rufen, bevor dieser jedoch zu ihm reitet, offenbart er seine Verwirrung dem Vater Köktschös. Bei Köktschö wird er missachtet umd tritt einer verwirrten Gesellschaft gegenüber.&lt;br /&gt;
* 828-856: Alman Bet werden Vorwürfe gemacht, ob er seinen Gastgebern vieles entwenden würde und ob Ak Erkätsch sich ihm ergeben hat.&lt;br /&gt;
* 857-863: &amp;quot;Gegen Gott hilft keine List&amp;quot; und Verlangen nach Brandwein - evtl. ein Eingeständnis* 864-892: Köktschö bittet Alman Bet darum Pferde und Kleidung für die Abreise zu erbitten, doch Alman Bet bittet um Köktschös eigenes Pferd und seine Kleidung.  &lt;br /&gt;
* 893-914: Diskurs über die Frage, wonach Alman Bet bitten dürfte (Blauer vs. gelber Schecke und ähnliches).&lt;br /&gt;
* 915-927: Köktschtö fragt, warum Alman Bet nicht geht.* 928-999: Eskalation des Gesrpächs bis zur Verfluchung und Racheandeutung.&lt;br /&gt;
* 1002-1002: Alman Bet kündigt die Freundschaft auf.&lt;br /&gt;
* 1003-1006: Alman Bet zieht ab.&lt;br /&gt;
* 1007-1059: Ak Erkätsch macht sich hübsch und bietet Alman Bet ihre Hilfe an, Köktschö umzustimmen, Alman Bet doch das passende Pferd und die passende Kleidung zu geben.&lt;br /&gt;
* 1060-1094: Ak Erkätsch erklärt Köktschö, dass er zugrund gerichtet wird, wenn er Alman Bet ohne die erbetenen Dinge ziehen lässt. Köktschö soll Alman Bet auch erst am achten Tag entlassen, auch der Götter (&amp;amp; Kydir) wegen.&lt;br /&gt;
* 1095-1099: Köktschö will sich nicht überzeugen lassen, auch wenn Ak Erkätsch ihn verliesse.&lt;br /&gt;
* 1100-1110: Ak Erkätsch sagt ihm, dass Alman Bet ansonsten gewaltsam ihm sein Pferd entreissen würde und er Pferschaaren verlieren würde.&lt;br /&gt;
* 1111-1114: Köktschö willl seinen blauen Schecken und den blauen Panzer an Alman Bet übergeben und lässt nach ihm rufen.&lt;br /&gt;
* 1115-1123: Alman Bet ist aber betrunken und lagert laut den Freunden im Schatten einer Tanne.&lt;br /&gt;
* 1123-1132: Bei genauer Prüfung durch Ak Erkätsch ist er aber dann doch bereits fortgeritten - anstelle des blauen Falben nun mit einem Fuchs.&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
* -1862:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil 3 ===&lt;br /&gt;
1132-34 Mamas hat einen Traum&lt;br /&gt;
1135-72 Auflistung der herbeigerufenen Gefährten&lt;br /&gt;
1172-1215 jakyp, Vater des Mamas, soll den Traum deuten; in-Aussicht-Stellung von Belohnung, verbunden mit Drohung (&amp;quot;deutet richtig er den Traum... Deuten meinen träum er falsch...&amp;quot;; 1206/1209). Deutet der Vater den Traum falsch, kommt dessen Sohn(!) nach Sibirien, USW (1210);&lt;br /&gt;
1216-97 manas selbst macht sich zum Vater auf, mit paradepferd prunkpanzer und legendärem Schwert, wiederholt das brimborium um den Traum, erneuert die Drohung bei fehldeutung (1283ff). Das Vol hat schon Angst um den Vater (und auch die Mutter)-scheinbar nicht zu unrecht.&lt;br /&gt;
1298-1312 entspann adschy bai  (&amp;quot;der verwirrtes stets gelöset...&amp;quot;) die Situation: manas soll seinen Traum doch erstmal schildern.&lt;br /&gt;
1313-28 tut manas das endlich (Inhalt: Wild und geflügel fällt tot um, wenn Mamas mit Hund und Pferd zur Jagd geht...!?)&lt;br /&gt;
1329-60 nimmt Adschy Bai die Gefahr auf sich, den Traum zu deuten: &amp;quot; eines Fürsten trefflich Kind ... Wird wohl bei dir sich niederlassen.&amp;quot; (1343-46)&lt;br /&gt;
1361-1435 ist Manas begeistert, schenkt Adschy seinen Panzer, erweitert die Deutung dahingehend, dass er &amp;quot;des Fürsten Kind&amp;quot; als Alman Bet identifiziert.&lt;br /&gt;
Es werden Vorbereitungen getroffen, dem Helden entgegenzufiebern, obgleich man nicht weiß, ob der in friedlicher Absicht kommt.&lt;br /&gt;
1436 beginnt der Zug des Heeres, dem Alman Bet entgegen.&lt;br /&gt;
1463-68 eine teezeremonie&lt;br /&gt;
1497 macht Manas einen Reiter in de Ferne aus.&lt;br /&gt;
1513 erspäht auch Alman Bet etwas, dem er folgt und erkennt 1540-48, daß er einem Größeren, Mächtigerem folgt.&lt;br /&gt;
1553-76 trifft Manas Vorbereitungen zum Empfang des Fremden, von dessen Absichten man noch nichts weiß.&lt;br /&gt;
1577 kommt Alman Bet, &lt;br /&gt;
(Und ab hier drängt sich mir der Vergleich mit der ANkunft Siegfrieds bei den Burgundrn auf)&lt;br /&gt;
fängt eine Lerche im Galopp, verweigert das Gespräch mit dem Empfangskommittee, will nur mit dem Fürsten sprechen, wird 1648 von Adschy Bai tatsächlich zu Manas vorgelassen.&lt;br /&gt;
Das Ganze hätte auch fürchterlich schiefgehen können. Der Text deutet es an 1609/10 &amp;quot;Alman Bet und Held Manas, wie nur werden sie sich grüßen?&amp;quot;- per Handschlag oder per Schwertstreich...&lt;br /&gt;
Und in Alman Bets fatalistischem Ausruf, als er bei Manas eintritt:&amp;quot;Gottes Wille ist&#039;s, wer kann gegen seine Macht sich stemmen?&amp;quot;(1642/43)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Eine deutsche Übersetzung von 1885 ist vorhanden: Radloff; Wilhelm, 1885. Proben der Volksliteratur der nördlichen türkischen Stämme, V: Der Dialect der Kara-Kirgisen, St. Petersburg.&lt;br /&gt;
*:Manas 377 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_1_Manas.pdf]]&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
*:Einführung S.1-32 [[Media:Radloff 1885.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Joloi Kan 168 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_2_Joloi_Kan.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Er Töschtük 72 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_3_Er_Töschtük.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/jiYQi6VQ6bc YouTube: The Art of Akyns, Kyrgyz Epic Tellers - 4 min.]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/kMDklwoLf34 YouTube: Manas - UNESCO - 10 min.]&lt;br /&gt;
* [http://www.unesco.org/culture/ich/index.php?lg=en&amp;amp;pg=00011&amp;amp;RL=00876 Beschreibung durch die UNESCO: Welterbe Manas]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/artl/hatto-manas.shtml The Birth of Manas - A confrontation of two branches of heroic epic poetry in Kirgiz - By A. T. Hatto - Vergleich der Radloffschen Version und Fassung von Sagymbay Orozbakov (1867-1930)]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/folklore/manas/manasintro.html Englische Fassug von 2005, die die wesentlichen Fassungen nochmal neu ins englische übersetzt - unter Berücksichtigung besserer kirgisischer Spachkenntnisse - translated, introduced and annotated by Elmira Köçümkulkïzï1 - Ph.D. Candidate in Near and Middle Eastern Studies - University of Washington (Seattle)]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Die_alttürkische_Religion-1991.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Klimkeit-Buddhism_in_Turkish_Central_Asia-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Gabain-Inhalt_und_magische_Bedeutung_der_alttürkischen_Inschriften-1953.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hatto-Manas-Radloff-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Levin-Where-Rivers-Mountains-Sing-2011.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Mussajew-Epos-Manas-1994.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Die-Araber-vorislamischen-Zeit-Gegenwart-ebook/dp/B005JCYMHG/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390203366&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Die+Araber%3A+Von+der+vorislamischen+Zeit+bis+zur+Gegenwart Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart - Halm, Heinz]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Koran-Kommentar-Konkordanz-Rudi-ParetTaschenbuchausgabe/dp/3170226703/ref=sr_1_2?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390204205&amp;amp;sr=1-2&amp;amp;keywords=paret+koran Der Koran. Textausgabe - Paret, Rudi]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 10.Februar 2014: Türkisierung Zentralasiens ab ca 6 Jh. n Chr. bis 13 Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herrschervölker in der Mongolei und in Turkestans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 6. Jahrhundert fielen die heute als On-Ok bezeichneten Kök-Türken in Turkestan ein und errichteten in diesem Gebiet ihr westliches Teil-Khanat, dass sich bis zum Jahr 745 halten konnte.&lt;br /&gt;
745 übernehmen die Uighuren bis 840 als ein weiteres Türkvolk neben Oghuzen, Seldschuken &amp;amp; Chasaren die Macht in der Mongolei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uighuren waren zum Teil Nomaden (es gab aber auch stadtartige Siedlungen).&lt;br /&gt;
Ab 840 herrschten die Jenissei-Kirgisen in der Mongolei, Nomaden wurden nach chinesisch Turkestan vertrieben und wurden da teilweise sesshaft.&lt;br /&gt;
(Weitere dokumentierte Türkvölker ab dem 10 jh. : Ghuzen, Garluq, Tughuzghuz, Turkmenen, Usbeken, Karakalpaken, Kasachen, Tataren, Aserbaidschaner, Karäim, Krimtürken, Turk-Mescheten und Türken.)&lt;br /&gt;
Die Islamische Periode startet bei den Türkvölkern ab dem 11.Jahrhundert - Vereinigung der Iranier Persiens und Mittelasiens -&amp;gt; Migrationsbewegung von Persern nach Osten.&lt;br /&gt;
Im 11 Jh. kriegerische Auseinandersetzungen nach Süden mit den Tibetern.&lt;br /&gt;
Während der zweiten Hälfte des 11. und der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war West-Turkestan ein Teil des ausgedehnten Seldschukenreiches (Türkvolk)&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts befand es sich unter der Oberherrschaft der (nichtmuslimischen) Qara-Chitai bevor diese durch die Qarachniden und später den Mongoleneinfall (Dschinghis Khan) verdrängt wurden&lt;br /&gt;
* Türken vs. Araber/Perser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Araber existiert zur Zeit der Orchoninschriften (730) noch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Türkvölker wurden im Unterschied zu Iraniern nicht durch Araber aus dem Westen unterworfen. Die Araber im Westen wehrten nur die Angriffe auf die „Kulturländer“ ab (705-715). Ab 8. Jh. bauten Araber Wälle gegen die Menschen im Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Samaniden (Iranier/Perser) vergrößerten den gebietsmässigen Einfluss des Islam nur unwesentlich, aber der kulturelle Einfluss auf die Türken wuchs, zum Teil kam es kurz vor dem Fall der persischen Sassaniden (9./10. Jh.) auch zu Bündnisse, die den kulturellen und religiösen Austausch verstärkten.&lt;br /&gt;
* Religion&lt;br /&gt;
Türkvölker blieben lange (insbesondere in Ost-Turkestan) schamistisch mit wenig Einfluss durch Buddhismus und Islam. Buddhismus hatte bereits um 600 Einfluss auf die Türken. Nach dem Sieg über die Perser (Sassaniden im 9 Jh) wurden die Türken Zoroaster (siehe Zarathustra). Ab 760 sind Einflüsse der Manichäer (Perser &amp;quot;Mani&amp;quot; als Religionsstifter, Kontakte der Türkvölker nach Babylon) und des Christentums bis nach Ost-Turkestan  (chinesisch Turkestan wurde von Uighuren bewohnt, insofern hier auch budhistische Belege). Die Islam war ursprünglich (ab 7 Jh. im westlichen Teil Mittelasiens) nicht missionarisch tätig - die Türkvölkwer im westlichen Teil Turkestans wurden islamisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Handel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelsbeziehungen zu den Indern und nach China - später zu den Iraniern.&lt;br /&gt;
* Validität der Quellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Historie in der Mongolei und chinesischen Turkestan wurde durch chinesische Schriften dokumentiert, da die Islamische Welt diese Ereignisse kaum wiedergab. Mohammedaner (Araber/Perser) kannten und nutzen zwar die alten Handelswege nach Osten, es gibt aber kaum Berichte von den Türkvölkern im mongolischen Norden - generell gibt es in den umfangreichen geografischen Schriften der Mohammedaner kaum Berichte über die Türkvölker im Osten. Andererseits wurden veraltete Texte über Jahrhunderte wiederholt in der ismamischen Welt wiedergegeben, in denen man den Türken ihrer mächtigen Stellung in der isamaischen Welt nicht gerecht wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache bei den Türkvölkern Zentralasiens wurde mit der Zeit das Persische und blieb im kleineren Maß &lt;br /&gt;
das Türkische, im östlichen Teil nahm das chinesische seinen Einfluß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== auch noch am 10.02.2014: Die Araber (nach Heinz Halm) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Araber ist, wer arabisch spricht - und das tun 280 Mio Menschen. Die Wortbedeutung ist unklar. Der Begriff wird bereits 853 v.Chr. für beduinische (also aus Kamelnomaden bestehende) assyrische Hilfstruppen benutzt. Auch bei Xerxes&#039; Griechenzug 480 v.Chr. sind arabische Bogenschützen auf Kamelen dabei.&lt;br /&gt;
Das Arabische ist eine semitische Sprache, verwandt also z.B. dem Akkadischen, dem Hebräischen, dem Aramäischen...&lt;br /&gt;
Die Schrift hat sich, wie auch die griechische und die lateinische, aus einer phönizischen Urform entwickelt. Sie besteht aus 28 Zeichen - ausschließlich für Konsonanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- 64 v. Chr. kommen die Römer in die Levante, 30 v.Chr. nach Ägypten. Die Araber stehen also zwischen Persien und (Ost-) Rom. Bis zu Mohammed (etwa 570 - 632 n.Chr.) gibt es keine einheitliche politische Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Zur Zeit Mohammeds sind 3 von 5 Stämmen in Medina jüdisch.&lt;br /&gt;
Im geographischen Raum gibt es auch viele Christen. Darüber hinaus werden weit verbreitet arabische Naturgottheiten verehrt. Die Kaba in Mekka ist z.B. ein würfelförmiger Tempel für den Gott Hubal. In Mekka selbst, wohlhabend wegen des vielbesuchten Tempels und der Lage an der &amp;quot;Weihrauchstrasse&amp;quot; vom Jemen nach Damasjus, gibt es keine christlichen oder jüdischen Gemeinden. Hier wird Mohammed um 570 geboren und tritt ab etwa 610 als monotheistischer Prophet auf, wird aber unterdrückt und bedroht, so dass er 622 ins 350 km entfernte Medina auswandert. Bei ihm sind &amp;quot;die Ergebenen&amp;quot; (die &amp;quot;muslimun&amp;quot;, mit ihrer &amp;quot;Ergebung&amp;quot; oder &amp;quot;Hingabe&amp;quot; - dem &amp;quot;Islam&amp;quot;). In Medina entsteht die Urgemeinde, die &amp;quot;Gemeinschaft&amp;quot; (die &amp;quot;umma&amp;quot;) und wird mächtig. Da göttlich eingesetzt, ist die umma unauflösbar. &lt;br /&gt;
Nach 10 Jahren ist praktisch die gesamte arabische Halbinsel islamisch. Auch Christen, auch Juden, auch Mekka schließen sich der neuen religiösen Bewegung an. Der Gründer stirbt 632 in Medina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die 4 ersten Nachfolger (&amp;quot;Kalifen&amp;quot;) sind noch direkte Weggefährten des Mohammed. Sie alle sind Angehörige eines, eigentlich mekkanischen, Stammes. Schon unter den ersten 4 Kalifen gibt es eine starke Expansion des Islam, etwa nach Ägypten und Mesopotamien. Danach wird die weniger religiös inspirierte Familie der Umayyaden für 90 Jahre das Kalifenamt übernehmen und das Machtzentrum nach Damaskus verlegen. Die Nachkommen des 4. Kalifen Ali initiieren eine Aufstand gegen die Umayyaden, der niedergeworfen wird, was ihnen einen Märtyrerstatus ein- und die &amp;quot;Partei&amp;quot; der Schiiten hervorbringt. Die bis heute andauernde Spaltung des Islam ist damit angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Expansion geht weiter: Im 8. Jh. sind etwa Buchara, Samarkant und Taschkent islamisch. Hier ist die &amp;quot;Front&amp;quot; zu den aus den nördlichen Steppen andrängenden Turkvölkern (und der kontextuale Schauplatz der Alman-Bet-Geschichte des Manas). 751 findet am Fluss Talass (in Kirgisien) ein Grenzgefecht mit den Chinesen statt. Etliche kriegsgefangene Chinesen sind Papierwerker, und so kommt die Kunst der Papierherstellung in die arabische Welt. Ein ungeheurer Schub! Somit wird Literatur möglich und Al-Arabiyya, die arabische Sprache ermöglicht einen Kulturtransfer im riesigen Raum von Toledo bis Samarkant. &lt;br /&gt;
Mit gewissen Einschränkungen: Der Iran hatte sich der Arabisierung verschlossen. Hier gilt das (Neu-) Persisch ab dem 10. Jh. als Literatursprache. Die monotheistische Zarathustra-Lehre war dem Islam gewichen, allerdings vornehmlich in dessen schiitischer Ausprägung. &lt;br /&gt;
Ägypten ist durch die Kopten bis ins 15.Jh. ein überwiegend christliches Land geblieben. Die (militärischen) Machtzentren waren aber schnell islamisch. Die koptischen Christen machen heute noch eine etwa 10 % starke Bevölkerungsgruppe aus.&lt;br /&gt;
Wenig arabisiert wurde auch das berberophone Marokko.&lt;br /&gt;
Die Expansion nach Nordosten wird durch Karl Martell bei Poitiers und Tours gestoppt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Umayyaden-Dynastie wird 750 abgelöst durch das &amp;quot;abassidische&amp;quot; Kalifat von Bagdad, das bis 1258 bestehen bleiben wird. Bagdad hat um 800 unter Harun al-Raschid 1 Mio Einwohner. Eine ausgefeilte Bürokratie entsteht mit Ämtern wie etwa dem Wesir (leitender Minister) oder dem Emir (eine Art Gouverneur). Die Bagdader Kalifen sichern ihre Macht durch die teilweise 20.000 Mann starke Militärkaste der &amp;quot;Mamluken&amp;quot;. Das Wort bedeutet Sklave und beschreibt die zu Kriegsdiensten eingesetzten Gefangenen der nomadisierenden Turkvölker Zentralasiens.&lt;br /&gt;
(&amp;quot;Mamluken&amp;quot; in Spanien und Nordafrika sind hingegen überwiegend Osteuropäer = &amp;quot;Slawen&amp;quot;.)&lt;br /&gt;
Die abassidischen Kalifen stehen meistenteils unter der Protektion von &amp;quot;Schutzherren&amp;quot;, zunächst der persischen, schiitischen Buyiden, später der türkischen Seldschuken. Der Seldschukische &amp;quot;Sultan&amp;quot; (=&amp;quot;Herrscher&amp;quot;) residiert in Isfahan und hat neben (oder über) dem Kalifen in Bagdad die faktische Macht der arabischen Welt.&lt;br /&gt;
An 1071 überrennen die Seldschuken das christlich-griechische Kleinasien.&lt;br /&gt;
1258 stehen die Mongolen vor Bagdad.&lt;br /&gt;
Das ist das Ende des Kalifats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Noch einmal zum Kulturtransfer: Die Aristoteles- (bzw. die gesamte Antiken-) Rezeption (Platon fehlt allerdings fast ganz) kommt ab 800 über die christlichen Aramäer ins Arabische - und von dort über Spanien zurück nach Europa. Die &amp;quot;Sarrazenen&amp;quot; (nach dem griechischen Namen eines arabischen Stammes auf dem Sinai) erobern und prägen Al-Andalus. Die &amp;quot;Reconquista&amp;quot; verleibt sich Gebiet, Kultur und Wissen (in einem bis 1492 andauernden Prozess) wieder ein.  &lt;br /&gt;
Ibn Ruschd lebt im 12. Jh. in Cordoba. Auch die von den Indern übernommene Mathematik wird als Wissenschaft weiter etabliert. Viele Begrifflichkeiten (&amp;quot;Algebra&amp;quot;; &amp;quot;Algorithmus&amp;quot;, ...) sind arabischen Ursprungs.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Manas&amp;diff=558</id>
		<title>Manas</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://epenzirkel.eu/index.php?title=Manas&amp;diff=558"/>
		<updated>2014-07-06T17:04:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: Teil3-2&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 14.Januar 2014 - 20:30 bei Andreas: Vorwort, Episode 1&lt;br /&gt;
* 21.Januar 2014 - 20:30 bei Matthias: Planung der weiteren Schritte&lt;br /&gt;
* 10.Februar 2014 - 20:30 bei Tiemo: Referate aus &amp;quot;12 Vorlesungen über die Geschichte der Türken Mittelasiens&amp;quot; &amp;amp; &amp;quot;Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 6.März 2014 - 20:30 bei Andreas: Referate zum Koran &lt;br /&gt;
* 24.März 2014 - 20:30 bei Matthias: Episode 1 &amp;amp; Anfang 2&lt;br /&gt;
* 12.Mai 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1453&lt;br /&gt;
* 12.Juni 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1862&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
Das Manas-Epos handelt von dem Kampf des mythischen kirgisischen Volkshelden Manas und seiner Gefährten und Nachkommen im 9. Jahrhundert gegen die Uiguren und ist das wichtigste Werk der klassischen kirgisischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Werk umfasst fast 500.000 Verse und ist damit zwanzig Mal so lang wie Homers Odyssee und Ilias zusammen. Über viele Generationen nur mündlich von Manaschis, hoch angesehenen, den türkischen Aşıklar ähnlichen Volkssängern in melodischem Redegesang überliefert, wurde das Epos erst 1885 schriftlich niedergelegt. Über seine Ursprünge gibt es verschiedene Ansichten: Manche Literaturforscher gehen vom 6. bis 10. Jahrhundert aus, andere vom 11. und 12., und wieder andere erst vom 15. bis 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute existieren mindestens 65 verschiedene gedruckte Versionen des Werks oder von Teilen davon. Eine neue Übersetzung des Gesamtwerks ins Englische durch Walter May wurde 1995, zum mutmaßlich tausendsten Jubiläum der Geburt von Manas, veröffentlicht und 2004 in zwei Bänden neu gedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des Epos werden heute bei festlichen Gelegenheiten gern und häufig von Manaschis rezitiert, normalerweise begleitet von einer oder mehreren Komuz, einer gezupften dreisaitigen Langhalslaute, die von den Musikern ausgesprochen virtuos gehandhabt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held Manas soll in den Ala-Too-Bergen in der Region Talas in im Nordwesten von Kirgisistan geboren sein. Ein Mausoleum einige Kilometer östlich der Stadt Talas soll seine sterblichen Reste bergen und ist eine beliebte Ausflugs- und Feststätte, wo seit 1995 im Sommer eindrucksvolle kirgisische Reiterspiele aufgeführt werden. Allerdings heißt es in einer Fassadenbeschriftung, dass das Mausoleum „... der ruhmreichsten der Frauen, Kenizek-Khatun, der Tochter des Emirs Abuka“ gewidmet sei. Der Legende zufolge soll Kanikey, die Witwe des Manas, diese Inschrift angeordnet haben, um die Feinde ihres Mannes irre zu führen und eine Grabschändung zu verhindern. Das Gebäude, bekannt als „Manastin Khumbuzu“ oder „Der Ghumbez des Manas“, wurde vermutlich 1334 errichtet. In der Nähe steht ein Museum, das Manas und seiner Legende gewidmet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhaltliche Zusammenfassung==&lt;br /&gt;
=== Teil 1 ===&lt;br /&gt;
* 1-39: Beschreibung der Vorfahren des Manas und Hoffnung an seine Fähigkeiten.&lt;br /&gt;
* 40-72: Geburt Manas und Prophezeiungen und Bestätigung durch den schon sprechenden in der Wiege liegenden Manas - er will den Muslimen den Weg öffnen.&lt;br /&gt;
* 73-143: Beauftragung Durch den Vater Jakyp Kan an Bakai Kan, Manas die Welt zu zeigen.&lt;br /&gt;
* 144-152: Bakai Kan bestätigt den Auftrag.&lt;br /&gt;
* 153-164: kurzbeschreibung welche Fähigkeiten Manas zum vierzehnten Lebensjahr erwarb.&lt;br /&gt;
=== Teil 2 ===&lt;br /&gt;
* 1-16: Geburt Alman Bets, als Sohn Kara Kans.&lt;br /&gt;
* 17-65: Held Köktschö begründet sein Volk und trifft dabei Alman Bet.&lt;br /&gt;
* 66-101: Die beiden Helden lernen sich kennen.&lt;br /&gt;
* 102-125: In der rede zu religiösen dingen ensteht der Wunsch Alman Bets, den Koran zu sehen.&lt;br /&gt;
* 125-164: Köktschö gitb Alman Bet die Möglichkeit den Koran zu lesen. Alman Bet will daraufhin Muslime werden&lt;br /&gt;
* 165-177: Alman Bet und Köktschö werden Freunde.&lt;br /&gt;
* 178-200: Alman Bet beschliesst, sein eigenes Volk, die Oirot, zu Muslime zu machen und inmitten der Muslimen flussaufwärts anzusiedeln (evtl metaphorisch gemeint).&lt;br /&gt;
* 201-231: Alman Bet ritt zu seinem Vater und versucht ihn zu überzeugen, dass Kara Kans Volk konvertiert&lt;br /&gt;
* 232-274: Kara Kan bezeugt seinem Volk Treue und beauftragt sein Volk, Alman Bet zu töten, die sich in einen Hinterhalt legen. &lt;br /&gt;
* 275-306: Alman Bet tritt wiederum vor seinen Vater und versucht ihn zu bekehren, dieser lehnt aber ab und verstösst ihn.&lt;br /&gt;
* 307-335: Alman Bet spricht mit seiner Mutter, damit sie ihn nicht auch verstösse.&lt;br /&gt;
* 336-449: Beim Verlassen trifft er auf das im Hinterhalt liegende Heer, töte alle Fürsten der Oirot.&lt;br /&gt;
* 450-511: Alman Bet bietet sich als Freund und Unterstützer für Köktschö an und wird von diesem auch zu sich eingeladen (die Teile der Familie nomadisieren zusammen).&lt;br /&gt;
* 512-552: Das Volk und vorallem die Frauen bereiten sich auf die Ankunft Alman Bets vor.&lt;br /&gt;
* 553-590: Begrüssung Alman Bets durch die Frauen Köktschös&lt;br /&gt;
* 591-619: Kleine Zwistigkeit zwischen Köktschö und seiner Frau Ak Erkätsch, weil sie sein Pferd nicht hält bei seinem Absteigen.&lt;br /&gt;
* 620-697: Alman Bet wird besonders gut bewirtet und ihm wird eine Schlafstätte zugewiesen - am nächsten Morgen werden ihm zum Frühstück sogar zwei Stuten geschlachtet.&lt;br /&gt;
* 698-719: Alman Bet lebte nun bei Köktschö und mehrte so seht den Wohlstand der Sippe, dass bei den Gefährten Köktschös Neid entstand.&lt;br /&gt;
* 720-759: Die Gefährten intrigieren indem sie Alman Bet vor Köktschö bezichtigen, Ak Erkätsch des nachts beigewohnt zu haben.&lt;br /&gt;
* 760-827: Köktschö lässt nach Alman Bet rufen, bevor dieser jedoch zu ihm reitet, offenbart er seine Verwirrung dem Vater Köktschös. Bei Köktschö wird er missachtet umd tritt einer verwirrten Gesellschaft gegenüber.&lt;br /&gt;
* 828-856: Alman Bet werden Vorwürfe gemacht, ob er seinen Gastgebern vieles entwenden würde und ob Ak Erkätsch sich ihm ergeben hat.&lt;br /&gt;
* 857-892: Köktschö bittet Alman Bet darum Pferde und Kleidung für die Abreise zu erbitten, doch Alman Bet bittet um ...  &lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
* -1132:&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
* -1862:&lt;br /&gt;
=== Teil 3 ===&lt;br /&gt;
1132-34 Mamas hat einen Traum&lt;br /&gt;
1135-72 Auflistung der herbeigerufenen Gefährten&lt;br /&gt;
1172-1215 jakyp, Vater des Mamas, soll den Traum deuten; in-Aussicht-Stellung von Belohnung, verbunden mit Drohung (&amp;quot;deutet richtig er den Traum... Deuten meinen träum er falsch...&amp;quot;; 1206/1209). Deutet der Vater den Traum falsch, kommt dessen Sohn(!) nach Sibirien, USW (1210);&lt;br /&gt;
1216-97 manas selbst macht sich zum Vater auf, mit paradepferd prunkpanzer und legendärem Schwert, wiederholt das brimborium um den Traum, erneuert die Drohung bei fehldeutung (1283ff). Das Vol hat schon Angst um den Vater (und auch die Mutter)-scheinbar nicht zu unrecht.&lt;br /&gt;
1298-1312 entspann adschy bai  (&amp;quot;der verwirrtes stets gelöset...&amp;quot;) die Situation: manas soll seinen Traum doch erstmal schildern.&lt;br /&gt;
1313-28 tut manas das endlich (Inhalt: Wild und geflügel fällt tot um, wenn Mamas mit Hund und Pferd zur Jagd geht...!?)&lt;br /&gt;
1329-60 nimmt Adschy Bai die Gefahr auf sich, den Traum zu deuten: &amp;quot; eines Fürsten trefflich Kind ... Wird wohl bei dir sich niederlassen.&amp;quot; (1343-46)&lt;br /&gt;
1361- ist Manas begeistert, schenkt Adschy seinen Panzer, erweitert die Deutung dahingehend, dass er &amp;quot;des Fürsten Kind&amp;quot; als Alman Bet identifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Eine deutsche Übersetzung von 1885 ist vorhanden: Radloff; Wilhelm, 1885. Proben der Volksliteratur der nördlichen türkischen Stämme, V: Der Dialect der Kara-Kirgisen, St. Petersburg.&lt;br /&gt;
*:Manas 377 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_1_Manas.pdf]]&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
*:Einführung S.1-32 [[Media:Radloff 1885.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Joloi Kan 168 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_2_Joloi_Kan.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Er Töschtük 72 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_3_Er_Töschtük.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/jiYQi6VQ6bc YouTube: The Art of Akyns, Kyrgyz Epic Tellers - 4 min.]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/kMDklwoLf34 YouTube: Manas - UNESCO - 10 min.]&lt;br /&gt;
* [http://www.unesco.org/culture/ich/index.php?lg=en&amp;amp;pg=00011&amp;amp;RL=00876 Beschreibung durch die UNESCO: Welterbe Manas]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/artl/hatto-manas.shtml The Birth of Manas - A confrontation of two branches of heroic epic poetry in Kirgiz - By A. T. Hatto - Vergleich der Radloffschen Version und Fassung von Sagymbay Orozbakov (1867-1930)]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/folklore/manas/manasintro.html Englische Fassug von 2005, die die wesentlichen Fassungen nochmal neu ins englische übersetzt - unter Berücksichtigung besserer kirgisischer Spachkenntnisse - translated, introduced and annotated by Elmira Köçümkulkïzï1 - Ph.D. Candidate in Near and Middle Eastern Studies - University of Washington (Seattle)]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Die_alttürkische_Religion-1991.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Klimkeit-Buddhism_in_Turkish_Central_Asia-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Gabain-Inhalt_und_magische_Bedeutung_der_alttürkischen_Inschriften-1953.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hatto-Manas-Radloff-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Levin-Where-Rivers-Mountains-Sing-2011.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Mussajew-Epos-Manas-1994.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Die-Araber-vorislamischen-Zeit-Gegenwart-ebook/dp/B005JCYMHG/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390203366&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Die+Araber%3A+Von+der+vorislamischen+Zeit+bis+zur+Gegenwart Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart - Halm, Heinz]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Koran-Kommentar-Konkordanz-Rudi-ParetTaschenbuchausgabe/dp/3170226703/ref=sr_1_2?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390204205&amp;amp;sr=1-2&amp;amp;keywords=paret+koran Der Koran. Textausgabe - Paret, Rudi]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 10.Februar 2014: Türkisierung Zentralasiens ab ca 6 Jh. n Chr. bis 13 Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herrschervölker in der Mongolei und in Turkestans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 6. Jahrhundert fielen die heute als On-Ok bezeichneten Kök-Türken in Turkestan ein und errichteten in diesem Gebiet ihr westliches Teil-Khanat, dass sich bis zum Jahr 745 halten konnte.&lt;br /&gt;
745 übernehmen die Uighuren bis 840 als ein weiteres Türkvolk neben Oghuzen, Seldschuken &amp;amp; Chasaren die Macht in der Mongolei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uighuren waren zum Teil Nomaden (es gab aber auch stadtartige Siedlungen).&lt;br /&gt;
Ab 840 herrschten die Jenissei-Kirgisen in der Mongolei, Nomaden wurden nach chinesisch Turkestan vertrieben und wurden da teilweise sesshaft.&lt;br /&gt;
(Weitere dokumentierte Türkvölker ab dem 10 jh. : Ghuzen, Garluq, Tughuzghuz, Turkmenen, Usbeken, Karakalpaken, Kasachen, Tataren, Aserbaidschaner, Karäim, Krimtürken, Turk-Mescheten und Türken.)&lt;br /&gt;
Die Islamische Periode startet bei den Türkvölkern ab dem 11.Jahrhundert - Vereinigung der Iranier Persiens und Mittelasiens -&amp;gt; Migrationsbewegung von Persern nach Osten.&lt;br /&gt;
Im 11 Jh. kriegerische Auseinandersetzungen nach Süden mit den Tibetern.&lt;br /&gt;
Während der zweiten Hälfte des 11. und der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war West-Turkestan ein Teil des ausgedehnten Seldschukenreiches (Türkvolk)&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts befand es sich unter der Oberherrschaft der (nichtmuslimischen) Qara-Chitai bevor diese durch die Qarachniden und später den Mongoleneinfall (Dschinghis Khan) verdrängt wurden&lt;br /&gt;
* Türken vs. Araber/Perser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Araber existiert zur Zeit der Orchoninschriften (730) noch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Türkvölker wurden im Unterschied zu Iraniern nicht durch Araber aus dem Westen unterworfen. Die Araber im Westen wehrten nur die Angriffe auf die „Kulturländer“ ab (705-715). Ab 8. Jh. bauten Araber Wälle gegen die Menschen im Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Samaniden (Iranier/Perser) vergrößerten den gebietsmässigen Einfluss des Islam nur unwesentlich, aber der kulturelle Einfluss auf die Türken wuchs, zum Teil kam es kurz vor dem Fall der persischen Sassaniden (9./10. Jh.) auch zu Bündnisse, die den kulturellen und religiösen Austausch verstärkten.&lt;br /&gt;
* Religion&lt;br /&gt;
Türkvölker blieben lange (insbesondere in Ost-Turkestan) schamistisch mit wenig Einfluss durch Buddhismus und Islam. Buddhismus hatte bereits um 600 Einfluss auf die Türken. Nach dem Sieg über die Perser (Sassaniden im 9 Jh) wurden die Türken Zoroaster (siehe Zarathustra). Ab 760 sind Einflüsse der Manichäer (Perser &amp;quot;Mani&amp;quot; als Religionsstifter, Kontakte der Türkvölker nach Babylon) und des Christentums bis nach Ost-Turkestan  (chinesisch Turkestan wurde von Uighuren bewohnt, insofern hier auch budhistische Belege). Die Islam war ursprünglich (ab 7 Jh. im westlichen Teil Mittelasiens) nicht missionarisch tätig - die Türkvölkwer im westlichen Teil Turkestans wurden islamisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Handel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelsbeziehungen zu den Indern und nach China - später zu den Iraniern.&lt;br /&gt;
* Validität der Quellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Historie in der Mongolei und chinesischen Turkestan wurde durch chinesische Schriften dokumentiert, da die Islamische Welt diese Ereignisse kaum wiedergab. Mohammedaner (Araber/Perser) kannten und nutzen zwar die alten Handelswege nach Osten, es gibt aber kaum Berichte von den Türkvölkern im mongolischen Norden - generell gibt es in den umfangreichen geografischen Schriften der Mohammedaner kaum Berichte über die Türkvölker im Osten. Andererseits wurden veraltete Texte über Jahrhunderte wiederholt in der ismamischen Welt wiedergegeben, in denen man den Türken ihrer mächtigen Stellung in der isamaischen Welt nicht gerecht wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache bei den Türkvölkern Zentralasiens wurde mit der Zeit das Persische und blieb im kleineren Maß &lt;br /&gt;
das Türkische, im östlichen Teil nahm das chinesische seinen Einfluß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== auch noch am 10.02.2014: Die Araber (nach Heinz Halm) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Araber ist, wer arabisch spricht - und das tun 280 Mio Menschen. Die Wortbedeutung ist unklar. Der Begriff wird bereits 853 v.Chr. für beduinische (also aus Kamelnomaden bestehende) assyrische Hilfstruppen benutzt. Auch bei Xerxes&#039; Griechenzug 480 v.Chr. sind arabische Bogenschützen auf Kamelen dabei.&lt;br /&gt;
Das Arabische ist eine semitische Sprache, verwandt also z.B. dem Akkadischen, dem Hebräischen, dem Aramäischen...&lt;br /&gt;
Die Schrift hat sich, wie auch die griechische und die lateinische, aus einer phönizischen Urform entwickelt. Sie besteht aus 28 Zeichen - ausschließlich für Konsonanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- 64 v. Chr. kommen die Römer in die Levante, 30 v.Chr. nach Ägypten. Die Araber stehen also zwischen Persien und (Ost-) Rom. Bis zu Mohammed (etwa 570 - 632 n.Chr.) gibt es keine einheitliche politische Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Zur Zeit Mohammeds sind 3 von 5 Stämmen in Medina jüdisch.&lt;br /&gt;
Im geographischen Raum gibt es auch viele Christen. Darüber hinaus werden weit verbreitet arabische Naturgottheiten verehrt. Die Kaba in Mekka ist z.B. ein würfelförmiger Tempel für den Gott Hubal. In Mekka selbst, wohlhabend wegen des vielbesuchten Tempels und der Lage an der &amp;quot;Weihrauchstrasse&amp;quot; vom Jemen nach Damasjus, gibt es keine christlichen oder jüdischen Gemeinden. Hier wird Mohammed um 570 geboren und tritt ab etwa 610 als monotheistischer Prophet auf, wird aber unterdrückt und bedroht, so dass er 622 ins 350 km entfernte Medina auswandert. Bei ihm sind &amp;quot;die Ergebenen&amp;quot; (die &amp;quot;muslimun&amp;quot;, mit ihrer &amp;quot;Ergebung&amp;quot; oder &amp;quot;Hingabe&amp;quot; - dem &amp;quot;Islam&amp;quot;). In Medina entsteht die Urgemeinde, die &amp;quot;Gemeinschaft&amp;quot; (die &amp;quot;umma&amp;quot;) und wird mächtig. Da göttlich eingesetzt, ist die umma unauflösbar. &lt;br /&gt;
Nach 10 Jahren ist praktisch die gesamte arabische Halbinsel islamisch. Auch Christen, auch Juden, auch Mekka schließen sich der neuen religiösen Bewegung an. Der Gründer stirbt 632 in Medina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die 4 ersten Nachfolger (&amp;quot;Kalifen&amp;quot;) sind noch direkte Weggefährten des Mohammed. Sie alle sind Angehörige eines, eigentlich mekkanischen, Stammes. Schon unter den ersten 4 Kalifen gibt es eine starke Expansion des Islam, etwa nach Ägypten und Mesopotamien. Danach wird die weniger religiös inspirierte Familie der Umayyaden für 90 Jahre das Kalifenamt übernehmen und das Machtzentrum nach Damaskus verlegen. Die Nachkommen des 4. Kalifen Ali initiieren eine Aufstand gegen die Umayyaden, der niedergeworfen wird, was ihnen einen Märtyrerstatus ein- und die &amp;quot;Partei&amp;quot; der Schiiten hervorbringt. Die bis heute andauernde Spaltung des Islam ist damit angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Expansion geht weiter: Im 8. Jh. sind etwa Buchara, Samarkant und Taschkent islamisch. Hier ist die &amp;quot;Front&amp;quot; zu den aus den nördlichen Steppen andrängenden Turkvölkern (und der kontextuale Schauplatz der Alman-Bet-Geschichte des Manas). 751 findet am Fluss Talass (in Kirgisien) ein Grenzgefecht mit den Chinesen statt. Etliche kriegsgefangene Chinesen sind Papierwerker, und so kommt die Kunst der Papierherstellung in die arabische Welt. Ein ungeheurer Schub! Somit wird Literatur möglich und Al-Arabiyya, die arabische Sprache ermöglicht einen Kulturtransfer im riesigen Raum von Toledo bis Samarkant. &lt;br /&gt;
Mit gewissen Einschränkungen: Der Iran hatte sich der Arabisierung verschlossen. Hier gilt das (Neu-) Persisch ab dem 10. Jh. als Literatursprache. Die monotheistische Zarathustra-Lehre war dem Islam gewichen, allerdings vornehmlich in dessen schiitischer Ausprägung. &lt;br /&gt;
Ägypten ist durch die Kopten bis ins 15.Jh. ein überwiegend christliches Land geblieben. Die (militärischen) Machtzentren waren aber schnell islamisch. Die koptischen Christen machen heute noch eine etwa 10 % starke Bevölkerungsgruppe aus.&lt;br /&gt;
Wenig arabisiert wurde auch das berberophone Marokko.&lt;br /&gt;
Die Expansion nach Nordosten wird durch Karl Martell bei Poitiers und Tours gestoppt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Umayyaden-Dynastie wird 750 abgelöst durch das &amp;quot;abassidische&amp;quot; Kalifat von Bagdad, das bis 1258 bestehen bleiben wird. Bagdad hat um 800 unter Harun al-Raschid 1 Mio Einwohner. Eine ausgefeilte Bürokratie entsteht mit Ämtern wie etwa dem Wesir (leitender Minister) oder dem Emir (eine Art Gouverneur). Die Bagdader Kalifen sichern ihre Macht durch die teilweise 20.000 Mann starke Militärkaste der &amp;quot;Mamluken&amp;quot;. Das Wort bedeutet Sklave und beschreibt die zu Kriegsdiensten eingesetzten Gefangenen der nomadisierenden Turkvölker Zentralasiens.&lt;br /&gt;
(&amp;quot;Mamluken&amp;quot; in Spanien und Nordafrika sind hingegen überwiegend Osteuropäer = &amp;quot;Slawen&amp;quot;.)&lt;br /&gt;
Die abassidischen Kalifen stehen meistenteils unter der Protektion von &amp;quot;Schutzherren&amp;quot;, zunächst der persischen, schiitischen Buyiden, später der türkischen Seldschuken. Der Seldschukische &amp;quot;Sultan&amp;quot; (=&amp;quot;Herrscher&amp;quot;) residiert in Isfahan und hat neben (oder über) dem Kalifen in Bagdad die faktische Macht der arabischen Welt.&lt;br /&gt;
An 1071 überrennen die Seldschuken das christlich-griechische Kleinasien.&lt;br /&gt;
1258 stehen die Mongolen vor Bagdad.&lt;br /&gt;
Das ist das Ende des Kalifats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Noch einmal zum Kulturtransfer: Die Aristoteles- (bzw. die gesamte Antiken-) Rezeption (Platon fehlt allerdings fast ganz) kommt ab 800 über die christlichen Aramäer ins Arabische - und von dort über Spanien zurück nach Europa. Die &amp;quot;Sarrazenen&amp;quot; (nach dem griechischen Namen eines arabischen Stammes auf dem Sinai) erobern und prägen Al-Andalus. Die &amp;quot;Reconquista&amp;quot; verleibt sich Gebiet, Kultur und Wissen (in einem bis 1492 andauernden Prozess) wieder ein.  &lt;br /&gt;
Ibn Ruschd lebt im 12. Jh. in Cordoba. Auch die von den Indern übernommene Mathematik wird als Wissenschaft weiter etabliert. Viele Begrifflichkeiten (&amp;quot;Algebra&amp;quot;; &amp;quot;Algorithmus&amp;quot;, ...) sind arabischen Ursprungs.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Manas&amp;diff=557</id>
		<title>Manas</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://epenzirkel.eu/index.php?title=Manas&amp;diff=557"/>
		<updated>2014-07-06T07:17:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: Teil3 inhaltsangabe&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 14.Januar 2014 - 20:30 bei Andreas: Vorwort, Episode 1&lt;br /&gt;
* 21.Januar 2014 - 20:30 bei Matthias: Planung der weiteren Schritte&lt;br /&gt;
* 10.Februar 2014 - 20:30 bei Tiemo: Referate aus &amp;quot;12 Vorlesungen über die Geschichte der Türken Mittelasiens&amp;quot; &amp;amp; &amp;quot;Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 6.März 2014 - 20:30 bei Andreas: Referate zum Koran &lt;br /&gt;
* 24.März 2014 - 20:30 bei Matthias: Episode 1 &amp;amp; Anfang 2&lt;br /&gt;
* 12.Mai 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1453&lt;br /&gt;
* 12.Juni 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1862&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
Das Manas-Epos handelt von dem Kampf des mythischen kirgisischen Volkshelden Manas und seiner Gefährten und Nachkommen im 9. Jahrhundert gegen die Uiguren und ist das wichtigste Werk der klassischen kirgisischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Werk umfasst fast 500.000 Verse und ist damit zwanzig Mal so lang wie Homers Odyssee und Ilias zusammen. Über viele Generationen nur mündlich von Manaschis, hoch angesehenen, den türkischen Aşıklar ähnlichen Volkssängern in melodischem Redegesang überliefert, wurde das Epos erst 1885 schriftlich niedergelegt. Über seine Ursprünge gibt es verschiedene Ansichten: Manche Literaturforscher gehen vom 6. bis 10. Jahrhundert aus, andere vom 11. und 12., und wieder andere erst vom 15. bis 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute existieren mindestens 65 verschiedene gedruckte Versionen des Werks oder von Teilen davon. Eine neue Übersetzung des Gesamtwerks ins Englische durch Walter May wurde 1995, zum mutmaßlich tausendsten Jubiläum der Geburt von Manas, veröffentlicht und 2004 in zwei Bänden neu gedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des Epos werden heute bei festlichen Gelegenheiten gern und häufig von Manaschis rezitiert, normalerweise begleitet von einer oder mehreren Komuz, einer gezupften dreisaitigen Langhalslaute, die von den Musikern ausgesprochen virtuos gehandhabt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held Manas soll in den Ala-Too-Bergen in der Region Talas in im Nordwesten von Kirgisistan geboren sein. Ein Mausoleum einige Kilometer östlich der Stadt Talas soll seine sterblichen Reste bergen und ist eine beliebte Ausflugs- und Feststätte, wo seit 1995 im Sommer eindrucksvolle kirgisische Reiterspiele aufgeführt werden. Allerdings heißt es in einer Fassadenbeschriftung, dass das Mausoleum „... der ruhmreichsten der Frauen, Kenizek-Khatun, der Tochter des Emirs Abuka“ gewidmet sei. Der Legende zufolge soll Kanikey, die Witwe des Manas, diese Inschrift angeordnet haben, um die Feinde ihres Mannes irre zu führen und eine Grabschändung zu verhindern. Das Gebäude, bekannt als „Manastin Khumbuzu“ oder „Der Ghumbez des Manas“, wurde vermutlich 1334 errichtet. In der Nähe steht ein Museum, das Manas und seiner Legende gewidmet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhaltliche Zusammenfassung==&lt;br /&gt;
=== Teil 1 ===&lt;br /&gt;
* 1-39: Beschreibung der Vorfahren des Manas und Hoffnung an seine Fähigkeiten.&lt;br /&gt;
* 40-72: Geburt Manas und Prophezeiungen und Bestätigung durch den schon sprechenden in der Wiege liegenden Manas - er will den Muslimen den Weg öffnen.&lt;br /&gt;
* 73-143: Beauftragung Durch den Vater Jakyp Kan an Bakai Kan, Manas die Welt zu zeigen.&lt;br /&gt;
* 144-152: Bakai Kan bestätigt den Auftrag.&lt;br /&gt;
* 153-164: kurzbeschreibung welche Fähigkeiten Manas zum vierzehnten Lebensjahr erwarb.&lt;br /&gt;
=== Teil 2 ===&lt;br /&gt;
* 1-16: Geburt Alman Bets, als Sohn Kara Kans.&lt;br /&gt;
* 17-65: Held Köktschö begründet sein Volk und trifft dabei Alman Bet.&lt;br /&gt;
* 66-101: Die beiden Helden lernen sich kennen.&lt;br /&gt;
* 102-125: In der rede zu religiösen dingen ensteht der Wunsch Alman Bets, den Koran zu sehen.&lt;br /&gt;
* 125-164: Köktschö gitb Alman Bet die Möglichkeit den Koran zu lesen. Alman Bet will daraufhin Muslime werden&lt;br /&gt;
* 165-177: Alman Bet und Köktschö werden Freunde.&lt;br /&gt;
* 178-200: Alman Bet beschliesst, sein eigenes Volk, die Oirot, zu Muslime zu machen und inmitten der Muslimen flussaufwärts anzusiedeln (evtl metaphorisch gemeint).&lt;br /&gt;
* 201-231: Alman Bet ritt zu seinem Vater und versucht ihn zu überzeugen, dass Kara Kans Volk konvertiert&lt;br /&gt;
* 232-274: Kara Kan bezeugt seinem Volk Treue und beauftragt sein Volk, Alman Bet zu töten, die sich in einen Hinterhalt legen. &lt;br /&gt;
* 275-306: Alman Bet tritt wiederum vor seinen Vater und versucht ihn zu bekehren, dieser lehnt aber ab und verstösst ihn.&lt;br /&gt;
* 307-335: Alman Bet spricht mit seiner Mutter, damit sie ihn nicht auch verstösse.&lt;br /&gt;
* 336-449: Beim Verlassen trifft er auf das im Hinterhalt liegende Heer, töte alle Fürsten der Oirot.&lt;br /&gt;
* 450-511: Alman Bet bietet sich als Freund und Unterstützer für Köktschö an und wird von diesem auch zu sich eingeladen (die Teile der Familie nomadisieren zusammen).&lt;br /&gt;
* 512-552: Das Volk und vorallem die Frauen bereiten sich auf die Ankunft Alman Bets vor.&lt;br /&gt;
* 553-590: Begrüssung Alman Bets durch die Frauen Köktschös&lt;br /&gt;
* 591-619: Kleine Zwistigkeit zwischen Köktschö und seiner Frau Ak Erkätsch, weil sie sein Pferd nicht hält bei seinem Absteigen.&lt;br /&gt;
* 620-697: Alman Bet wird besonders gut bewirtet und ihm wird eine Schlafstätte zugewiesen - am nächsten Morgen werden ihm zum Frühstück sogar zwei Stuten geschlachtet.&lt;br /&gt;
* 698-719: Alman Bet lebte nun bei Köktschö und mehrte so seht den Wohlstand der Sippe, dass bei den Gefährten Köktschös Neid entstand.&lt;br /&gt;
* 720-759: Die Gefährten intrigieren indem sie Alman Bet vor Köktschö bezichtigen, Ak Erkätsch des nachts beigewohnt zu haben.&lt;br /&gt;
* 760-827: Köktschö lässt nach Alman Bet rufen, bevor dieser jedoch zu ihm reitet, offenbart er seine Verwirrung dem Vater Köktschös. Bei Köktschö wird er missachtet umd tritt einer verwirrten Gesellschaft gegenüber.&lt;br /&gt;
* 828-856: Alman Bet werden Vorwürfe gemacht, ob er seinen Gastgebern vieles entwenden würde und ob Ak Erkätsch sich ihm ergeben hat.&lt;br /&gt;
* 857-892: Köktschö bittet Alman Bet darum Pferde und Kleidung für die Abreise zu erbitten, doch Alman Bet bittet um ...  &lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
* -1132:&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
* -1862:&lt;br /&gt;
=== Teil 3 ===&lt;br /&gt;
1132-34 Mamas hat einen Traum&lt;br /&gt;
1135-72 Auflistung der herbeigerufenen Gefährten&lt;br /&gt;
1172-1215 jakyp, Vater des Mamas, soll den Traum deuten; in-Aussicht-Stellung von Belohnung, verbunden mit Drohung (&amp;quot;deutet richtig er den Traum... Deuten meinen träum er falsch...&amp;quot;; 1206/1209). Deutet der Vater den Traum falsch, kommt dessen Sohn(!) nach Sibirien, USW (1210);&lt;br /&gt;
1216-97 manas selbst macht sich zum Vater auf, mit paradepferd prunkpanzer und legendärem Schwert, wiederholt das brimborium um den Traum, erneuert die Drohung bei fehldeutung (1283ff). Das Vol hat schon Angst um den Vater (und auch die Mutter)-scheinbar nicht zu unrecht.&lt;br /&gt;
1298-1312 entspann adschy bai  (&amp;quot;der verwirrtes stets gelöset...&amp;quot;) die Situation: manas soll seinen Traum doch erstmal schildern.&lt;br /&gt;
1313-28 tut manas das endlich (Inhalt: Wild und geflügel fällt tot um, wenn Mamas mit Hund und Pferd zur Jagd geht...!?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Eine deutsche Übersetzung von 1885 ist vorhanden: Radloff; Wilhelm, 1885. Proben der Volksliteratur der nördlichen türkischen Stämme, V: Der Dialect der Kara-Kirgisen, St. Petersburg.&lt;br /&gt;
*:Manas 377 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_1_Manas.pdf]]&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
*:Einführung S.1-32 [[Media:Radloff 1885.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Joloi Kan 168 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_2_Joloi_Kan.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Er Töschtük 72 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_3_Er_Töschtük.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/jiYQi6VQ6bc YouTube: The Art of Akyns, Kyrgyz Epic Tellers - 4 min.]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/kMDklwoLf34 YouTube: Manas - UNESCO - 10 min.]&lt;br /&gt;
* [http://www.unesco.org/culture/ich/index.php?lg=en&amp;amp;pg=00011&amp;amp;RL=00876 Beschreibung durch die UNESCO: Welterbe Manas]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/artl/hatto-manas.shtml The Birth of Manas - A confrontation of two branches of heroic epic poetry in Kirgiz - By A. T. Hatto - Vergleich der Radloffschen Version und Fassung von Sagymbay Orozbakov (1867-1930)]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/folklore/manas/manasintro.html Englische Fassug von 2005, die die wesentlichen Fassungen nochmal neu ins englische übersetzt - unter Berücksichtigung besserer kirgisischer Spachkenntnisse - translated, introduced and annotated by Elmira Köçümkulkïzï1 - Ph.D. Candidate in Near and Middle Eastern Studies - University of Washington (Seattle)]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Die_alttürkische_Religion-1991.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Klimkeit-Buddhism_in_Turkish_Central_Asia-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Gabain-Inhalt_und_magische_Bedeutung_der_alttürkischen_Inschriften-1953.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hatto-Manas-Radloff-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Levin-Where-Rivers-Mountains-Sing-2011.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Mussajew-Epos-Manas-1994.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Die-Araber-vorislamischen-Zeit-Gegenwart-ebook/dp/B005JCYMHG/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390203366&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Die+Araber%3A+Von+der+vorislamischen+Zeit+bis+zur+Gegenwart Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart - Halm, Heinz]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Koran-Kommentar-Konkordanz-Rudi-ParetTaschenbuchausgabe/dp/3170226703/ref=sr_1_2?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390204205&amp;amp;sr=1-2&amp;amp;keywords=paret+koran Der Koran. Textausgabe - Paret, Rudi]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 10.Februar 2014: Türkisierung Zentralasiens ab ca 6 Jh. n Chr. bis 13 Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herrschervölker in der Mongolei und in Turkestans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 6. Jahrhundert fielen die heute als On-Ok bezeichneten Kök-Türken in Turkestan ein und errichteten in diesem Gebiet ihr westliches Teil-Khanat, dass sich bis zum Jahr 745 halten konnte.&lt;br /&gt;
745 übernehmen die Uighuren bis 840 als ein weiteres Türkvolk neben Oghuzen, Seldschuken &amp;amp; Chasaren die Macht in der Mongolei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uighuren waren zum Teil Nomaden (es gab aber auch stadtartige Siedlungen).&lt;br /&gt;
Ab 840 herrschten die Jenissei-Kirgisen in der Mongolei, Nomaden wurden nach chinesisch Turkestan vertrieben und wurden da teilweise sesshaft.&lt;br /&gt;
(Weitere dokumentierte Türkvölker ab dem 10 jh. : Ghuzen, Garluq, Tughuzghuz, Turkmenen, Usbeken, Karakalpaken, Kasachen, Tataren, Aserbaidschaner, Karäim, Krimtürken, Turk-Mescheten und Türken.)&lt;br /&gt;
Die Islamische Periode startet bei den Türkvölkern ab dem 11.Jahrhundert - Vereinigung der Iranier Persiens und Mittelasiens -&amp;gt; Migrationsbewegung von Persern nach Osten.&lt;br /&gt;
Im 11 Jh. kriegerische Auseinandersetzungen nach Süden mit den Tibetern.&lt;br /&gt;
Während der zweiten Hälfte des 11. und der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war West-Turkestan ein Teil des ausgedehnten Seldschukenreiches (Türkvolk)&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts befand es sich unter der Oberherrschaft der (nichtmuslimischen) Qara-Chitai bevor diese durch die Qarachniden und später den Mongoleneinfall (Dschinghis Khan) verdrängt wurden&lt;br /&gt;
* Türken vs. Araber/Perser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Araber existiert zur Zeit der Orchoninschriften (730) noch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Türkvölker wurden im Unterschied zu Iraniern nicht durch Araber aus dem Westen unterworfen. Die Araber im Westen wehrten nur die Angriffe auf die „Kulturländer“ ab (705-715). Ab 8. Jh. bauten Araber Wälle gegen die Menschen im Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Samaniden (Iranier/Perser) vergrößerten den gebietsmässigen Einfluss des Islam nur unwesentlich, aber der kulturelle Einfluss auf die Türken wuchs, zum Teil kam es kurz vor dem Fall der persischen Sassaniden (9./10. Jh.) auch zu Bündnisse, die den kulturellen und religiösen Austausch verstärkten.&lt;br /&gt;
* Religion&lt;br /&gt;
Türkvölker blieben lange (insbesondere in Ost-Turkestan) schamistisch mit wenig Einfluss durch Buddhismus und Islam. Buddhismus hatte bereits um 600 Einfluss auf die Türken. Nach dem Sieg über die Perser (Sassaniden im 9 Jh) wurden die Türken Zoroaster (siehe Zarathustra). Ab 760 sind Einflüsse der Manichäer (Perser &amp;quot;Mani&amp;quot; als Religionsstifter, Kontakte der Türkvölker nach Babylon) und des Christentums bis nach Ost-Turkestan  (chinesisch Turkestan wurde von Uighuren bewohnt, insofern hier auch budhistische Belege). Die Islam war ursprünglich (ab 7 Jh. im westlichen Teil Mittelasiens) nicht missionarisch tätig - die Türkvölkwer im westlichen Teil Turkestans wurden islamisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Handel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelsbeziehungen zu den Indern und nach China - später zu den Iraniern.&lt;br /&gt;
* Validität der Quellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Historie in der Mongolei und chinesischen Turkestan wurde durch chinesische Schriften dokumentiert, da die Islamische Welt diese Ereignisse kaum wiedergab. Mohammedaner (Araber/Perser) kannten und nutzen zwar die alten Handelswege nach Osten, es gibt aber kaum Berichte von den Türkvölkern im mongolischen Norden - generell gibt es in den umfangreichen geografischen Schriften der Mohammedaner kaum Berichte über die Türkvölker im Osten. Andererseits wurden veraltete Texte über Jahrhunderte wiederholt in der ismamischen Welt wiedergegeben, in denen man den Türken ihrer mächtigen Stellung in der isamaischen Welt nicht gerecht wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache bei den Türkvölkern Zentralasiens wurde mit der Zeit das Persische und blieb im kleineren Maß &lt;br /&gt;
das Türkische, im östlichen Teil nahm das chinesische seinen Einfluß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== auch noch am 10.02.2014: Die Araber (nach Heinz Halm) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Araber ist, wer arabisch spricht - und das tun 280 Mio Menschen. Die Wortbedeutung ist unklar. Der Begriff wird bereits 853 v.Chr. für beduinische (also aus Kamelnomaden bestehende) assyrische Hilfstruppen benutzt. Auch bei Xerxes&#039; Griechenzug 480 v.Chr. sind arabische Bogenschützen auf Kamelen dabei.&lt;br /&gt;
Das Arabische ist eine semitische Sprache, verwandt also z.B. dem Akkadischen, dem Hebräischen, dem Aramäischen...&lt;br /&gt;
Die Schrift hat sich, wie auch die griechische und die lateinische, aus einer phönizischen Urform entwickelt. Sie besteht aus 28 Zeichen - ausschließlich für Konsonanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- 64 v. Chr. kommen die Römer in die Levante, 30 v.Chr. nach Ägypten. Die Araber stehen also zwischen Persien und (Ost-) Rom. Bis zu Mohammed (etwa 570 - 632 n.Chr.) gibt es keine einheitliche politische Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Zur Zeit Mohammeds sind 3 von 5 Stämmen in Medina jüdisch.&lt;br /&gt;
Im geographischen Raum gibt es auch viele Christen. Darüber hinaus werden weit verbreitet arabische Naturgottheiten verehrt. Die Kaba in Mekka ist z.B. ein würfelförmiger Tempel für den Gott Hubal. In Mekka selbst, wohlhabend wegen des vielbesuchten Tempels und der Lage an der &amp;quot;Weihrauchstrasse&amp;quot; vom Jemen nach Damasjus, gibt es keine christlichen oder jüdischen Gemeinden. Hier wird Mohammed um 570 geboren und tritt ab etwa 610 als monotheistischer Prophet auf, wird aber unterdrückt und bedroht, so dass er 622 ins 350 km entfernte Medina auswandert. Bei ihm sind &amp;quot;die Ergebenen&amp;quot; (die &amp;quot;muslimun&amp;quot;, mit ihrer &amp;quot;Ergebung&amp;quot; oder &amp;quot;Hingabe&amp;quot; - dem &amp;quot;Islam&amp;quot;). In Medina entsteht die Urgemeinde, die &amp;quot;Gemeinschaft&amp;quot; (die &amp;quot;umma&amp;quot;) und wird mächtig. Da göttlich eingesetzt, ist die umma unauflösbar. &lt;br /&gt;
Nach 10 Jahren ist praktisch die gesamte arabische Halbinsel islamisch. Auch Christen, auch Juden, auch Mekka schließen sich der neuen religiösen Bewegung an. Der Gründer stirbt 632 in Medina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die 4 ersten Nachfolger (&amp;quot;Kalifen&amp;quot;) sind noch direkte Weggefährten des Mohammed. Sie alle sind Angehörige eines, eigentlich mekkanischen, Stammes. Schon unter den ersten 4 Kalifen gibt es eine starke Expansion des Islam, etwa nach Ägypten und Mesopotamien. Danach wird die weniger religiös inspirierte Familie der Umayyaden für 90 Jahre das Kalifenamt übernehmen und das Machtzentrum nach Damaskus verlegen. Die Nachkommen des 4. Kalifen Ali initiieren eine Aufstand gegen die Umayyaden, der niedergeworfen wird, was ihnen einen Märtyrerstatus ein- und die &amp;quot;Partei&amp;quot; der Schiiten hervorbringt. Die bis heute andauernde Spaltung des Islam ist damit angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Expansion geht weiter: Im 8. Jh. sind etwa Buchara, Samarkant und Taschkent islamisch. Hier ist die &amp;quot;Front&amp;quot; zu den aus den nördlichen Steppen andrängenden Turkvölkern (und der kontextuale Schauplatz der Alman-Bet-Geschichte des Manas). 751 findet am Fluss Talass (in Kirgisien) ein Grenzgefecht mit den Chinesen statt. Etliche kriegsgefangene Chinesen sind Papierwerker, und so kommt die Kunst der Papierherstellung in die arabische Welt. Ein ungeheurer Schub! Somit wird Literatur möglich und Al-Arabiyya, die arabische Sprache ermöglicht einen Kulturtransfer im riesigen Raum von Toledo bis Samarkant. &lt;br /&gt;
Mit gewissen Einschränkungen: Der Iran hatte sich der Arabisierung verschlossen. Hier gilt das (Neu-) Persisch ab dem 10. Jh. als Literatursprache. Die monotheistische Zarathustra-Lehre war dem Islam gewichen, allerdings vornehmlich in dessen schiitischer Ausprägung. &lt;br /&gt;
Ägypten ist durch die Kopten bis ins 15.Jh. ein überwiegend christliches Land geblieben. Die (militärischen) Machtzentren waren aber schnell islamisch. Die koptischen Christen machen heute noch eine etwa 10 % starke Bevölkerungsgruppe aus.&lt;br /&gt;
Wenig arabisiert wurde auch das berberophone Marokko.&lt;br /&gt;
Die Expansion nach Nordosten wird durch Karl Martell bei Poitiers und Tours gestoppt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Umayyaden-Dynastie wird 750 abgelöst durch das &amp;quot;abassidische&amp;quot; Kalifat von Bagdad, das bis 1258 bestehen bleiben wird. Bagdad hat um 800 unter Harun al-Raschid 1 Mio Einwohner. Eine ausgefeilte Bürokratie entsteht mit Ämtern wie etwa dem Wesir (leitender Minister) oder dem Emir (eine Art Gouverneur). Die Bagdader Kalifen sichern ihre Macht durch die teilweise 20.000 Mann starke Militärkaste der &amp;quot;Mamluken&amp;quot;. Das Wort bedeutet Sklave und beschreibt die zu Kriegsdiensten eingesetzten Gefangenen der nomadisierenden Turkvölker Zentralasiens.&lt;br /&gt;
(&amp;quot;Mamluken&amp;quot; in Spanien und Nordafrika sind hingegen überwiegend Osteuropäer = &amp;quot;Slawen&amp;quot;.)&lt;br /&gt;
Die abassidischen Kalifen stehen meistenteils unter der Protektion von &amp;quot;Schutzherren&amp;quot;, zunächst der persischen, schiitischen Buyiden, später der türkischen Seldschuken. Der Seldschukische &amp;quot;Sultan&amp;quot; (=&amp;quot;Herrscher&amp;quot;) residiert in Isfahan und hat neben (oder über) dem Kalifen in Bagdad die faktische Macht der arabischen Welt.&lt;br /&gt;
An 1071 überrennen die Seldschuken das christlich-griechische Kleinasien.&lt;br /&gt;
1258 stehen die Mongolen vor Bagdad.&lt;br /&gt;
Das ist das Ende des Kalifats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Noch einmal zum Kulturtransfer: Die Aristoteles- (bzw. die gesamte Antiken-) Rezeption (Platon fehlt allerdings fast ganz) kommt ab 800 über die christlichen Aramäer ins Arabische - und von dort über Spanien zurück nach Europa. Die &amp;quot;Sarrazenen&amp;quot; (nach dem griechischen Namen eines arabischen Stammes auf dem Sinai) erobern und prägen Al-Andalus. Die &amp;quot;Reconquista&amp;quot; verleibt sich Gebiet, Kultur und Wissen (in einem bis 1492 andauernden Prozess) wieder ein.  &lt;br /&gt;
Ibn Ruschd lebt im 12. Jh. in Cordoba. Auch die von den Indern übernommene Mathematik wird als Wissenschaft weiter etabliert. Viele Begrifflichkeiten (&amp;quot;Algebra&amp;quot;; &amp;quot;Algorithmus&amp;quot;, ...) sind arabischen Ursprungs.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Manas&amp;diff=539</id>
		<title>Manas</title>
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		<updated>2014-03-23T21:24:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: Araber&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 14.Januar 2014 - 20:30 bei Andreas: Vorwort, Episode 1&lt;br /&gt;
* 21.Januar 2014 - 20:30 bei Matthias: Planung der weiteren Schritte&lt;br /&gt;
* 10.Februar 2014 - 20:30 bei Tiemo: Referate aus &amp;quot;12 Vorlesungen über die Geschichte der Türken Mittelasiens&amp;quot; &amp;amp; &amp;quot;Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 6.März 2014 - 20:30 bei Andreas: Referate zum Koran &lt;br /&gt;
* 24.März 2014 - 20:30 bei Matthias&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
Das Manas-Epos handelt von dem Kampf des mythischen kirgisischen Volkshelden Manas und seiner Gefährten und Nachkommen im 9. Jahrhundert gegen die Uiguren und ist das wichtigste Werk der klassischen kirgisischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Werk umfasst fast 500.000 Verse und ist damit zwanzig Mal so lang wie Homers Odyssee und Ilias zusammen. Über viele Generationen nur mündlich von Manaschis, hoch angesehenen, den türkischen Aşıklar ähnlichen Volkssängern in melodischem Redegesang überliefert, wurde das Epos erst 1885 schriftlich niedergelegt. Über seine Ursprünge gibt es verschiedene Ansichten: Manche Literaturforscher gehen vom 6. bis 10. Jahrhundert aus, andere vom 11. und 12., und wieder andere erst vom 15. bis 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute existieren mindestens 65 verschiedene gedruckte Versionen des Werks oder von Teilen davon. Eine neue Übersetzung des Gesamtwerks ins Englische durch Walter May wurde 1995, zum mutmaßlich tausendsten Jubiläum der Geburt von Manas, veröffentlicht und 2004 in zwei Bänden neu gedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des Epos werden heute bei festlichen Gelegenheiten gern und häufig von Manaschis rezitiert, normalerweise begleitet von einer oder mehreren Komuz, einer gezupften dreisaitigen Langhalslaute, die von den Musikern ausgesprochen virtuos gehandhabt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held Manas soll in den Ala-Too-Bergen in der Region Talas in im Nordwesten von Kirgisistan geboren sein. Ein Mausoleum einige Kilometer östlich der Stadt Talas soll seine sterblichen Reste bergen und ist eine beliebte Ausflugs- und Feststätte, wo seit 1995 im Sommer eindrucksvolle kirgisische Reiterspiele aufgeführt werden. Allerdings heißt es in einer Fassadenbeschriftung, dass das Mausoleum „... der ruhmreichsten der Frauen, Kenizek-Khatun, der Tochter des Emirs Abuka“ gewidmet sei. Der Legende zufolge soll Kanikey, die Witwe des Manas, diese Inschrift angeordnet haben, um die Feinde ihres Mannes irre zu führen und eine Grabschändung zu verhindern. Das Gebäude, bekannt als „Manastin Khumbuzu“ oder „Der Ghumbez des Manas“, wurde vermutlich 1334 errichtet. In der Nähe steht ein Museum, das Manas und seiner Legende gewidmet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Eine deutsche Übersetzung von 1885 ist vorhanden: Radloff; Wilhelm, 1885. Proben der Volksliteratur der nördlichen türkischen Stämme, V: Der Dialect der Kara-Kirgisen, St. Petersburg.&lt;br /&gt;
*:Manas 377 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_1_Manas.pdf]]&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
*:Einführung S.1-32 [[Media:Radloff 1885.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Joloi Kan 168 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_2_Joloi_Kan.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Er Töschtük 72 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_3_Er_Töschtük.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/jiYQi6VQ6bc YouTube: The Art of Akyns, Kyrgyz Epic Tellers - 4 min.]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/kMDklwoLf34 YouTube: Manas - UNESCO - 10 min.]&lt;br /&gt;
* [http://www.unesco.org/culture/ich/index.php?lg=en&amp;amp;pg=00011&amp;amp;RL=00876 Beschreibung durch die UNESCO: Welterbe Manas]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/artl/hatto-manas.shtml The Birth of Manas - A confrontation of two branches of heroic epic poetry in Kirgiz - By A. T. Hatto - Vergleich der Radloffschen Version und Fassung von Sagymbay Orozbakov (1867-1930)]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/folklore/manas/manasintro.html Englische Fassug von 2005, die die wesentlichen Fassungen nochmal neu ins englische übersetzt - unter Berücksichtigung besserer kirgisischer Spachkenntnisse - translated, introduced and annotated by Elmira Köçümkulkïzï1 - Ph.D. Candidate in Near and Middle Eastern Studies - University of Washington (Seattle)]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Die_alttürkische_Religion-1991.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Klimkeit-Buddhism_in_Turkish_Central_Asia-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Gabain-Inhalt_und_magische_Bedeutung_der_alttürkischen_Inschriften-1953.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hatto-Manas-Radloff-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Levin-Where-Rivers-Mountains-Sing-2011.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Mussajew-Epos-Manas-1994.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Die-Araber-vorislamischen-Zeit-Gegenwart-ebook/dp/B005JCYMHG/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390203366&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Die+Araber%3A+Von+der+vorislamischen+Zeit+bis+zur+Gegenwart Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart - Halm, Heinz]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Koran-Kommentar-Konkordanz-Rudi-ParetTaschenbuchausgabe/dp/3170226703/ref=sr_1_2?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390204205&amp;amp;sr=1-2&amp;amp;keywords=paret+koran Der Koran. Textausgabe - Paret, Rudi]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 10.Februar 2014: Türkisierung Zentralasiens ab ca 6 Jh. n Chr. bis 13 Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herrschervölker in der Mongolei und in Turkestans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 6. Jahrhundert fielen die heute als On-Ok bezeichneten Kök-Türken in Turkestan ein und errichteten in diesem Gebiet ihr westliches Teil-Khanat, dass sich bis zum Jahr 745 halten konnte.&lt;br /&gt;
745 übernehmen die Uighuren bis 840 als ein weiteres Türkvolk neben Oghuzen, Seldschuken &amp;amp; Chasaren die Macht in der Mongolei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uighuren waren zum Teil Nomaden (es gab aber auch stadtartige Siedlungen).&lt;br /&gt;
Ab 840 herrschten die Jenissei-Kirgisen in der Mongolei, Nomaden wurden nach chinesisch Turkestan vertrieben und wurden da teilweise sesshaft.&lt;br /&gt;
(Weitere dokumentierte Türkvölker ab dem 10 jh. : Ghuzen, Garluq, Tughuzghuz, Turkmenen, Usbeken, Karakalpaken, Kasachen, Tataren, Aserbaidschaner, Karäim, Krimtürken, Turk-Mescheten und Türken.)&lt;br /&gt;
Die Islamische Periode startet bei den Türkvölkern ab dem 11.Jahrhundert - Vereinigung der Iranier Persiens und Mittelasiens -&amp;gt; Migrationsbewegung von Persern nach Osten.&lt;br /&gt;
Im 11 Jh. kriegerische Auseinandersetzungen nach Süden mit den Tibetern.&lt;br /&gt;
Während der zweiten Hälfte des 11. und der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war West-Turkestan ein Teil des ausgedehnten Seldschukenreiches (Türkvolk)&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts befand es sich unter der Oberherrschaft der (nichtmuslimischen) Qara-Chitai bevor diese durch die Qarachniden und später den Mongoleneinfall (Dschinghis Khan) verdrängt wurden&lt;br /&gt;
* Türken vs. Araber/Perser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Araber existiert zur Zeit der Orchoninschriften (730) noch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Türkvölker wurden im Unterschied zu Iraniern nicht durch Araber aus dem Westen unterworfen. Die Araber im Westen wehrten nur die Angriffe auf die „Kulturländer“ ab (705-715). Ab 8. Jh. bauten Araber Wälle gegen die Menschen im Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Samaniden (Iranier/Perser) vergrößerten den gebietsmässigen Einfluss des Islam nur unwesentlich, aber der kulturelle Einfluss auf die Türken wuchs, zum Teil kam es kurz vor dem Fall der persischen Sassaniden (9./10. Jh.) auch zu Bündnisse, die den kulturellen und religiösen Austausch verstärkten.&lt;br /&gt;
* Religion&lt;br /&gt;
Türkvölker blieben lange (insbesondere in Ost-Turkestan) schamistisch mit wenig Einfluss durch Buddhismus und Islam. Buddhismus hatte bereits um 600 Einfluss auf die Türken. Nach dem Sieg über die Perser (Sassaniden im 9 Jh) wurden die Türken Zoroaster (siehe Zarathustra). Ab 760 sind Einflüsse der Manichäer (Perser &amp;quot;Mani&amp;quot; als Religionsstifter, Kontakte der Türkvölker nach Babylon) und des Christentums bis nach Ost-Turkestan  (chinesisch Turkestan wurde von Uighuren bewohnt, insofern hier auch budhistische Belege). Die Islam war ursprünglich (ab 7 Jh. im westlichen Teil Mittelasiens) nicht missionarisch tätig - die Türkvölkwer im westlichen Teil Turkestans wurden islamisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Handel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelsbeziehungen zu den Indern und nach China - später zu den Iraniern.&lt;br /&gt;
* Validität der Quellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Historie in der Mongolei und chinesischen Turkestan wurde durch chinesische Schriften dokumentiert, da die Islamische Welt diese Ereignisse kaum wiedergab. Mohammedaner (Araber/Perser) kannten und nutzen zwar die alten Handelswege nach Osten, es gibt aber kaum Berichte von den Türkvölkern im mongolischen Norden - generell gibt es in den umfangreichen geografischen Schriften der Mohammedaner kaum Berichte über die Türkvölker im Osten. Andererseits wurden veraltete Texte über Jahrhunderte wiederholt in der ismamischen Welt wiedergegeben, in denen man den Türken ihrer mächtigen Stellung in der isamaischen Welt nicht gerecht wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache bei den Türkvölkern Zentralasiens wurde mit der Zeit das Persische und blieb im kleineren Maß &lt;br /&gt;
das Türkische, im östlichen Teil nahm das chinesische seinen Einfluß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4.2 auch noch am 10.02.2014: Die Araber (nach Heinz Halm)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Araber ist, wer arabisch spricht - und das tun 280 Mio Menschen. Die Wortbedeutung ist unklar. Der Begriff wird bereits 853 v.Chr. für beduinische (also aus Kamelnomaden bestehende) assyrische Hilfstruppen benutzt. Auch bei Xerxes&#039; Griechenzug 480 v.Chr. sind arabische Bogenschützen auf Kamelen dabei.&lt;br /&gt;
Das Arabische ist eine semitische Sprache, verwandt also z.B. dem Akkadischen, dem Hebräischen, dem Aramäischen...&lt;br /&gt;
Die Schrift hat sich, wie auch die griechische und die lateinische, aus einer phönizischen Urform entwickelt. Sie besteht aus 28 Zeichen - ausschließlich für Konsonanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- 64 v. Chr. kommen die Römer in die Levante, 30 v.Chr. nach Ägypten. Die Araber stehen also zwischen Persien und (Ost-) Rom. Bis zu Mohammed (etwa 570 - 632 n.Chr.) gibt es keine einheitliche politische Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Zur Zeit Mohammeds sind 3 von 5 Stämmen in Medina jüdisch.&lt;br /&gt;
Im geographischen Raum gibt es auch viele Christen. Darüber hinaus werden weit verbreitet arabische Naturgottheiten verehrt. Die Kaba in Mekka ist z.B. ein würfelförmiger Tempel für den Gott Hubal. In Mekka selbst, wohlhabend wegen des vielbesuchten Tempels und der Lage an der &amp;quot;Weihrauchstrasse&amp;quot; vom Jemen nach Damasjus, gibt es keine christlichen oder jüdischen Gemeinden. Hier wird Mohammed um 570 geboren und tritt ab etwa 610 als monotheistischer Prophet auf, wird aber unterdrückt und bedroht, so dass er 622 ins 350 km entfernte Medina auswandert. Bei ihm sind &amp;quot;die Ergebenen&amp;quot; (die &amp;quot;muslimun&amp;quot;, mit ihrer &amp;quot;Ergebung&amp;quot; oder &amp;quot;Hingabe&amp;quot; - dem &amp;quot;Islam&amp;quot;). In Medina entsteht die Urgemeinde, die &amp;quot;Gemeinschaft&amp;quot; (die &amp;quot;umma&amp;quot;) und wird mächtig. Da göttlich eingesetzt, ist die umma unauflösbar. &lt;br /&gt;
Nach 10 Jahren ist praktisch die gesamte arabische Halbinsel islamisch. Auch Christen, auch Juden, auch Mekka schließen sich der neuen religiösen Bewegung an. Der Gründer stirbt 632 in Medina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die 4 ersten Nachfolger (&amp;quot;Kalifen&amp;quot;) sind noch direkte Weggefährten des Mohammed. Sie alle sind Angehörige eines, eigentlich mekkanischen, Stammes. Schon unter den ersten 4 Kalifen gibt es eine starke Expansion des Islam, etwa nach Ägypten und Mesopotamien. Danach wird die weniger religiös inspirierte Familie der Umayyaden für 90 Jahre das Kalifenamt übernehmen und das Machtzentrum nach Damaskus verlegen. Die Nachkommen des 4. Kalifen Ali initiieren eine Aufstand gegen die Umayyaden, der niedergeworfen wird, was ihnen einen Märtyrerstatus ein- und die &amp;quot;Partei&amp;quot; der Schiiten hervorbringt. Die bis heute andauernde Spaltung des Islam ist damit angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Expansion geht weiter: Im 8. Jh. sind etwa Buchara, Samarkant und Taschkent islamisch. Hier ist die &amp;quot;Front&amp;quot; zu den aus den nördlichen Steppen andrängenden Turkvölkern (und der kontextuale Schauplatz der Alman-Bet-Geschichte des Manas). 751 findet am Fluss Talass (in Kirgisien) ein Grenzgefecht mit den Chinesen statt. Etliche kriegsgefangene Chinesen sind Papierwerker, und so kommt die Kunst der Papierherstellung in die arabische Welt. Ein ungeheurer Schub! Somit wird Literatur möglich und Al-Arabiyya, die arabische Sprache ermöglicht einen Kulturtransfer im riesigen Raum von Toledo bis Samarkant. &lt;br /&gt;
Mit gewissen Einschränkungen: Der Iran hatte sich der Arabisierung verschlossen. Hier gilt das (Neu-) Persisch ab dem 10. Jh. als Literatursprache. Die monotheistische Zarathustra-Lehre war dem Islam gewichen, allerdings vornehmlich in dessen schiitischer Ausprägung. &lt;br /&gt;
Ägypten ist durch die Kopten bis ins 15.Jh. ein überwiegend christliches Land geblieben. Die (militärischen) Machtzentren waren aber schnell islamisch. Die koptischen Christen machen heute noch eine etwa 10 % starke Bevölkerungsgruppe aus.&lt;br /&gt;
Wenig arabisiert wurde auch das berberophone Marokko.&lt;br /&gt;
Die Expansion nach Nordosten wird durch Karl Martell bei Poitiers und Tours gestoppt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Umayyaden-Dynastie wird 750 abgelöst durch das &amp;quot;abassidische&amp;quot; Kalifat von Bagdad, das bis 1258 bestehen bleiben wird. Bagdad hat um 800 unter Harun al-Raschid 1 Mio Einwohner. Eine ausgefeilte Bürokratie entsteht mit Ämtern wie etwa dem Wesir (leitender Minister) oder dem Emir (eine Art Gouverneur). Die Bagdader Kalifen sichern ihre Macht durch die teilweise 20.000 Mann starke Militärkaste der &amp;quot;Mamluken&amp;quot;. Das Wort bedeutet Sklave und beschreibt die zu Kriegsdiensten eingesetzten Gefangenen der nomadisierenden Turkvölker Zentralasiens.&lt;br /&gt;
(&amp;quot;Mamluken&amp;quot; in Spanien und Nordafrika sind hingegen überwiegend Osteuropäer = &amp;quot;Slawen&amp;quot;.)&lt;br /&gt;
Die abassidischen Kalifen stehen meistenteils unter der Protektion von &amp;quot;Schutzherren&amp;quot;, zunächst der persischen, schiitischen Buyiden, später der türkischen Seldschuken. Der Seldschukische &amp;quot;Sultan&amp;quot; (=&amp;quot;Herrscher&amp;quot;) residiert in Isfahan und hat neben (oder über) dem Kalifen in Bagdad die faktische Macht der arabischen Welt.&lt;br /&gt;
An 1071 überrennen die Seldschuken das christlich-griechische Kleinasien.&lt;br /&gt;
1258 stehen die Mongolen vor Bagdad.&lt;br /&gt;
Das ist das Ende des Kalifats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Noch einmal zum Kulturtransfer: Die Aristoteles- (bzw. die gesamte Antiken-) Rezeption (Platon fehlt allerdings fast ganz) kommt ab 800 über die christlichen Aramäer ins Arabische - und von dort über Spanien zurück nach Europa. Die &amp;quot;Sarrazenen&amp;quot; (nach dem griechischen Namen eines arabischen Stammes auf dem Sinai) erobern und prägen Al-Andalus. Die &amp;quot;Reconquista&amp;quot; verleibt sich Gebiet, Kultur und Wissen (in einem bis 1492 andauernden Prozess) wieder ein.  &lt;br /&gt;
Ibn Ruschd lebt im 12. Jh. in Cordoba. Auch die von den Indern übernommene Mathematik wird als Wissenschaft weiter etabliert. Viele Begrifflichkeiten (&amp;quot;Algebra&amp;quot;; &amp;quot;Algorithmus&amp;quot;, ...) sind arabischen Ursprungs.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Manas&amp;diff=538</id>
		<title>Manas</title>
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		<updated>2014-03-23T21:15:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: Araber&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 14.Januar 2014 - 20:30 bei Andreas: Vorwort, Episode 1&lt;br /&gt;
* 21.Januar 2014 - 20:30 bei Matthias: Planung der weiteren Schritte&lt;br /&gt;
* 10.Februar 2014 - 20:30 bei Tiemo: Referate aus &amp;quot;12 Vorlesungen über die Geschichte der Türken Mittelasiens&amp;quot; &amp;amp; &amp;quot;Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 6.März 2014 - 20:30 bei Andreas: Referate zum Koran &lt;br /&gt;
* 24.März 2014 - 20:30 bei Matthias&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
Das Manas-Epos handelt von dem Kampf des mythischen kirgisischen Volkshelden Manas und seiner Gefährten und Nachkommen im 9. Jahrhundert gegen die Uiguren und ist das wichtigste Werk der klassischen kirgisischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Werk umfasst fast 500.000 Verse und ist damit zwanzig Mal so lang wie Homers Odyssee und Ilias zusammen. Über viele Generationen nur mündlich von Manaschis, hoch angesehenen, den türkischen Aşıklar ähnlichen Volkssängern in melodischem Redegesang überliefert, wurde das Epos erst 1885 schriftlich niedergelegt. Über seine Ursprünge gibt es verschiedene Ansichten: Manche Literaturforscher gehen vom 6. bis 10. Jahrhundert aus, andere vom 11. und 12., und wieder andere erst vom 15. bis 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute existieren mindestens 65 verschiedene gedruckte Versionen des Werks oder von Teilen davon. Eine neue Übersetzung des Gesamtwerks ins Englische durch Walter May wurde 1995, zum mutmaßlich tausendsten Jubiläum der Geburt von Manas, veröffentlicht und 2004 in zwei Bänden neu gedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des Epos werden heute bei festlichen Gelegenheiten gern und häufig von Manaschis rezitiert, normalerweise begleitet von einer oder mehreren Komuz, einer gezupften dreisaitigen Langhalslaute, die von den Musikern ausgesprochen virtuos gehandhabt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held Manas soll in den Ala-Too-Bergen in der Region Talas in im Nordwesten von Kirgisistan geboren sein. Ein Mausoleum einige Kilometer östlich der Stadt Talas soll seine sterblichen Reste bergen und ist eine beliebte Ausflugs- und Feststätte, wo seit 1995 im Sommer eindrucksvolle kirgisische Reiterspiele aufgeführt werden. Allerdings heißt es in einer Fassadenbeschriftung, dass das Mausoleum „... der ruhmreichsten der Frauen, Kenizek-Khatun, der Tochter des Emirs Abuka“ gewidmet sei. Der Legende zufolge soll Kanikey, die Witwe des Manas, diese Inschrift angeordnet haben, um die Feinde ihres Mannes irre zu führen und eine Grabschändung zu verhindern. Das Gebäude, bekannt als „Manastin Khumbuzu“ oder „Der Ghumbez des Manas“, wurde vermutlich 1334 errichtet. In der Nähe steht ein Museum, das Manas und seiner Legende gewidmet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Eine deutsche Übersetzung von 1885 ist vorhanden: Radloff; Wilhelm, 1885. Proben der Volksliteratur der nördlichen türkischen Stämme, V: Der Dialect der Kara-Kirgisen, St. Petersburg.&lt;br /&gt;
*:Manas 377 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_1_Manas.pdf]]&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
*:Einführung S.1-32 [[Media:Radloff 1885.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Joloi Kan 168 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_2_Joloi_Kan.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Er Töschtük 72 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_3_Er_Töschtük.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/jiYQi6VQ6bc YouTube: The Art of Akyns, Kyrgyz Epic Tellers - 4 min.]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/kMDklwoLf34 YouTube: Manas - UNESCO - 10 min.]&lt;br /&gt;
* [http://www.unesco.org/culture/ich/index.php?lg=en&amp;amp;pg=00011&amp;amp;RL=00876 Beschreibung durch die UNESCO: Welterbe Manas]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/artl/hatto-manas.shtml The Birth of Manas - A confrontation of two branches of heroic epic poetry in Kirgiz - By A. T. Hatto - Vergleich der Radloffschen Version und Fassung von Sagymbay Orozbakov (1867-1930)]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/folklore/manas/manasintro.html Englische Fassug von 2005, die die wesentlichen Fassungen nochmal neu ins englische übersetzt - unter Berücksichtigung besserer kirgisischer Spachkenntnisse - translated, introduced and annotated by Elmira Köçümkulkïzï1 - Ph.D. Candidate in Near and Middle Eastern Studies - University of Washington (Seattle)]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Die_alttürkische_Religion-1991.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Klimkeit-Buddhism_in_Turkish_Central_Asia-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Gabain-Inhalt_und_magische_Bedeutung_der_alttürkischen_Inschriften-1953.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hatto-Manas-Radloff-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Levin-Where-Rivers-Mountains-Sing-2011.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Mussajew-Epos-Manas-1994.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Die-Araber-vorislamischen-Zeit-Gegenwart-ebook/dp/B005JCYMHG/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390203366&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Die+Araber%3A+Von+der+vorislamischen+Zeit+bis+zur+Gegenwart Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart - Halm, Heinz]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Koran-Kommentar-Konkordanz-Rudi-ParetTaschenbuchausgabe/dp/3170226703/ref=sr_1_2?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390204205&amp;amp;sr=1-2&amp;amp;keywords=paret+koran Der Koran. Textausgabe - Paret, Rudi]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 10.Februar 2014: Türkisierung Zentralasiens ab ca 6 Jh. n Chr. bis 13 Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herrschervölker in der Mongolei und in Turkestans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 6. Jahrhundert fielen die heute als On-Ok bezeichneten Kök-Türken in Turkestan ein und errichteten in diesem Gebiet ihr westliches Teil-Khanat, dass sich bis zum Jahr 745 halten konnte.&lt;br /&gt;
745 übernehmen die Uighuren bis 840 als ein weiteres Türkvolk neben Oghuzen, Seldschuken &amp;amp; Chasaren die Macht in der Mongolei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uighuren waren zum Teil Nomaden (es gab aber auch stadtartige Siedlungen).&lt;br /&gt;
Ab 840 herrschten die Jenissei-Kirgisen in der Mongolei, Nomaden wurden nach chinesisch Turkestan vertrieben und wurden da teilweise sesshaft.&lt;br /&gt;
(Weitere dokumentierte Türkvölker ab dem 10 jh. : Ghuzen, Garluq, Tughuzghuz, Turkmenen, Usbeken, Karakalpaken, Kasachen, Tataren, Aserbaidschaner, Karäim, Krimtürken, Turk-Mescheten und Türken.)&lt;br /&gt;
Die Islamische Periode startet bei den Türkvölkern ab dem 11.Jahrhundert - Vereinigung der Iranier Persiens und Mittelasiens -&amp;gt; Migrationsbewegung von Persern nach Osten.&lt;br /&gt;
Im 11 Jh. kriegerische Auseinandersetzungen nach Süden mit den Tibetern.&lt;br /&gt;
Während der zweiten Hälfte des 11. und der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war West-Turkestan ein Teil des ausgedehnten Seldschukenreiches (Türkvolk)&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts befand es sich unter der Oberherrschaft der (nichtmuslimischen) Qara-Chitai bevor diese durch die Qarachniden und später den Mongoleneinfall (Dschinghis Khan) verdrängt wurden&lt;br /&gt;
* Türken vs. Araber/Perser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Araber existiert zur Zeit der Orchoninschriften (730) noch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Türkvölker wurden im Unterschied zu Iraniern nicht durch Araber aus dem Westen unterworfen. Die Araber im Westen wehrten nur die Angriffe auf die „Kulturländer“ ab (705-715). Ab 8. Jh. bauten Araber Wälle gegen die Menschen im Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Samaniden (Iranier/Perser) vergrößerten den gebietsmässigen Einfluss des Islam nur unwesentlich, aber der kulturelle Einfluss auf die Türken wuchs, zum Teil kam es kurz vor dem Fall der persischen Sassaniden (9./10. Jh.) auch zu Bündnisse, die den kulturellen und religiösen Austausch verstärkten.&lt;br /&gt;
* Religion&lt;br /&gt;
Türkvölker blieben lange (insbesondere in Ost-Turkestan) schamistisch mit wenig Einfluss durch Buddhismus und Islam. Buddhismus hatte bereits um 600 Einfluss auf die Türken. Nach dem Sieg über die Perser (Sassaniden im 9 Jh) wurden die Türken Zoroaster (siehe Zarathustra). Ab 760 sind Einflüsse der Manichäer (Perser &amp;quot;Mani&amp;quot; als Religionsstifter, Kontakte der Türkvölker nach Babylon) und des Christentums bis nach Ost-Turkestan  (chinesisch Turkestan wurde von Uighuren bewohnt, insofern hier auch budhistische Belege). Die Islam war ursprünglich (ab 7 Jh. im westlichen Teil Mittelasiens) nicht missionarisch tätig - die Türkvölkwer im westlichen Teil Turkestans wurden islamisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Handel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelsbeziehungen zu den Indern und nach China - später zu den Iraniern.&lt;br /&gt;
* Validität der Quellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Historie in der Mongolei und chinesischen Turkestan wurde durch chinesische Schriften dokumentiert, da die Islamische Welt diese Ereignisse kaum wiedergab. Mohammedaner (Araber/Perser) kannten und nutzen zwar die alten Handelswege nach Osten, es gibt aber kaum Berichte von den Türkvölkern im mongolischen Norden - generell gibt es in den umfangreichen geografischen Schriften der Mohammedaner kaum Berichte über die Türkvölker im Osten. Andererseits wurden veraltete Texte über Jahrhunderte wiederholt in der ismamischen Welt wiedergegeben, in denen man den Türken ihrer mächtigen Stellung in der isamaischen Welt nicht gerecht wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache bei den Türkvölkern Zentralasiens wurde mit der Zeit das Persische und blieb im kleineren Maß &lt;br /&gt;
das Türkische, im östlichen Teil nahm das chinesische seinen Einfluß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4.2 auch noch am 10.02.2014: Die Araber (nach Heinz Halm)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Araber ist, wer arabisch spricht - und das tun 280 Mio Menschen. Die Wortbedeutung ist unklar. Der Begriff wird bereits 853 v.Chr. für beduinische (also aus Kamelnomaden bestehende) assyrische Hilfstruppen benutzt. Auch bei Xerxes&#039; Griechenzug 480 v.Chr. sind arabische Bogenschützen auf Kamelen dabei.&lt;br /&gt;
Das Arabische ist eine semitische Sprache, verwandt also z.B. dem Akkadisch, dem Hebräisch, dem Aramäisch...&lt;br /&gt;
Die Schrift hat sich, wie auch die griechische und die lateinische, aus einer phönizischen Urform entwickelt. Sie besteht aus 28 Zeichen - ausschließlich für Konsonanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- 64 v. Chr. kommen die Römer in die Levante, 30 v.Chr. nach Ägypten. Die Araber stehen also zwischen Persien und (Ost-) Rom. Bis zu Mohammed (etwa 570 - 632 n.Chr.) gibt es keine einheitliche politische Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Zur Zeit Mohammeds sind 3 von 5 Stämmen in Medina jüdisch.&lt;br /&gt;
Im geographischen Raum gibt es auch viele Christen. Darüber hinaus werden weit verbreitet arabische Naturgottheiten verehrt. Die Kaba in Mekka ist z.B. ein würfelförmiger Tempel für den Gott Hubal. In Mekka selbst, wohlhabend wegen des vielbesuchten Tempels und der Lage an der &amp;quot;Weihrauchstrasse&amp;quot; vom Jemen nach Damasjus, gibt es keine christlichen oder jüdischen Gemeinden. Hier wird Mohammed um 570 geboren und tritt ab etwa 610 als monotheistischer Prophet auf, wird aber unterdrückt und bedroht, so dass er 622 ins 350 km entfernte Medina auswandert. Bei ihm sind &amp;quot;die Ergebenen&amp;quot; (die &amp;quot;muslimun&amp;quot;, mit ihrer &amp;quot;Ergebung&amp;quot; oder &amp;quot;Hingabe&amp;quot; - dem &amp;quot;Islam&amp;quot;). In Medina entsteht die Urgemeinde, die &amp;quot;Gemeinschaft&amp;quot; (die &amp;quot;umma&amp;quot;)und wird mächtig. Da göttlich eingesetzt, ist die umma unauflösbar. &lt;br /&gt;
Nach 10 Jahren ist praktisch die gesamte arabische Halbinsel islamisch. Auch Christen, auch Juden, auch Mekka schließen sich der neuen religiösen Bewegung an. Der Gründer stirbt 632 in Medina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die 4 ersten Nachfolger (&amp;quot;Kalifen&amp;quot;) sind noch direkte Weggefährten des Mohammed. SIe alle sind Angehörige eines, eigentlich mekkanischen, Stammes. Schon unter den ersten 4 Kalifen gibt es eine starke Expansion des Islam, etwa nach Ägypten und Mesopotamien. Danach wird die weniger religiös inspirierte Familie der Umayyaden für 90 Jahre das Kalifenamt übernehmen und das Machtzentrum nach Damaskus verlegen. Die Nachkommen des 4. Kalifen Ali initiieren eine Aufstand gegen die Umayyaden, der niedergeworfen wird, was ihnen einen Märtyrerstatus ein- und die &amp;quot;Partei&amp;quot; der Schiiten hervorbringt. Die bis heute andauernde Spaltung des Islam ist damit angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Expansion geht weiter: Im 8. Jh. sind etwa Buchara, Samarkant und Taschkent islamisch. Hier ist die &amp;quot;Front&amp;quot; zu den aus den nördlichen Steppen andrängenden Turkvölkern (und der kontextuale Schauplatz der Alman-Bet-Geschichte des Manas). 751 findet am Fluss Talass (in Kirgisien) ein Grenzgefecht mit den Chinesen statt. Etliche kriegsgefangene Chinesen sind Papierwerker, und so kommt die Kunst der Papierherstellung in die arabische Welt. Somit wird Literatur möglich und Al-Arabbyya, die arabische Sprache ermöglicht einen Kulturtransfer im Raum von Toledo bis Samarkant. &lt;br /&gt;
Mit gewissen Einschränkungen: Der Iran hatte sich der Arabisierung verschlossen. Hier gilt das (Neu-) Persisch ab dem 10. Jh. als Literatursprache. Die monotheistische Zarathustra-Lehre war dem Islam gewichen, allerdings vornehmlich in dessen schiitischer Ausprägung. &lt;br /&gt;
Ägypten ist durch die Kopten bis ins 15.Jh. ein überwiegend christliches Land geblieben. Die (militärischen) Machtzentren waren aber schnell islamisch. Die koptischen Christen machen heute noch eine etwa 10 % starke Bevölkerungsgruppe aus.&lt;br /&gt;
Wenig arabisiert wurde auch das berberophone Marokko.&lt;br /&gt;
Die Expansion nach Nordosten wird durch Karl Martell bei Poitiers und Tours gestoppt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Umayyaden-Dynastie wird 750 abgelöst durch das &amp;quot;abassidische&amp;quot; Kalifat von Bagdad, das bis 1258 bestehen bleiben wird. Bagdad hat um 800 unter Harun al-Raschid 1 Mio Einwohner. Eine ausgefeilte Bürokratie entsteht mit Ämter wie etwa dem Wesir (leitender Minister) oder dem Emir (eine Art Gouverneur). Die Bagdader Kalifen sichern ihre Macht durch die teilweise 20.000 Mann starke Militärkaste der &amp;quot;Mamluken&amp;quot;. Das Wort bedeutet Sklave und beschreibt die zu Kriegsdiensten eingesetzten Gefangenen der nomadisierenden Turkvölker Zentralasiens.&lt;br /&gt;
(&amp;quot;Mamluken&amp;quot; in Spanien und Nordafrika sind hingegen überwiegend Osteuropäer = &amp;quot;Slawen&amp;quot;.)&lt;br /&gt;
Die abassidischen Kalifen stehen meistenteils unter der Protektion von &amp;quot;Schutzherren&amp;quot;, zunächst der persischen, schiitischen Buyiden, später der türkischen Seldschuken. Der Seldschukische &amp;quot;Sultan&amp;quot; (=Herrscher) residiert in Isfahan und hat neben (oder über) dem Kalifen in Bagdad die faktische Macht der arabischen Welt.&lt;br /&gt;
An 1071 überrennen die Seldschuken das christlich-griechische Kleinasien.&lt;br /&gt;
1258 stehen die Mongolen vor Bagdad.&lt;br /&gt;
Das ist das Ende des Kalifats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Noch einmal zum Kulturtransfer: Die Aristoteles- (bzw. die ganze Antiken-) Rezeption (Platon fehlt allerdings fast ganz) kommt ab 800 über die christlichen Aramäer ins Arabische - und von dort über Spanien zurück nach Europa. Die &amp;quot;Sarrazenen&amp;quot; (nach dem griechischen Namen eines arabischen Stammes auf dem Sinai) erobern und prägen Al-Andalus. Die &amp;quot;Reconquista&amp;quot; verleibt sich Gebiet, Kultur und Wissen (in einem bis 1492 andauernden Prozess) wieder ein.  &lt;br /&gt;
Ibn Ruschd lebt im 12. Jh. in Cordoba. Auch die von den Indern übernommene Mathematik wird als Wissenschaft weiter etabliert. Viele Begrifflichkeiten (&amp;quot;Algebra&amp;quot;; &amp;quot;Algorithmus&amp;quot;, ...) sind arabischen Ursprungs.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Manas&amp;diff=537</id>
		<title>Manas</title>
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		<updated>2014-03-22T21:44:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: Araber-Ergänzung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
* 14.Januar 2014 - 20:30 bei Andreas: Vorwort, Episode 1&lt;br /&gt;
* 21.Januar 2014 - 20:30 bei Matthias: Planung der weiteren Schritte&lt;br /&gt;
* 10.Februar 2014 - 20:30 bei Tiemo: Referate aus &amp;quot;12 Vorlesungen über die Geschichte der Türken Mittelasiens&amp;quot; &amp;amp; &amp;quot;Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart&amp;quot;&lt;br /&gt;
* 6.März 2014 - 20:30 bei Andreas: Referate zum Koran &lt;br /&gt;
* 24.März 2014 - 20:30 bei Matthias&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Enzyklopädische Einführung==&lt;br /&gt;
Das Manas-Epos handelt von dem Kampf des mythischen kirgisischen Volkshelden Manas und seiner Gefährten und Nachkommen im 9. Jahrhundert gegen die Uiguren und ist das wichtigste Werk der klassischen kirgisischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Werk umfasst fast 500.000 Verse und ist damit zwanzig Mal so lang wie Homers Odyssee und Ilias zusammen. Über viele Generationen nur mündlich von Manaschis, hoch angesehenen, den türkischen Aşıklar ähnlichen Volkssängern in melodischem Redegesang überliefert, wurde das Epos erst 1885 schriftlich niedergelegt. Über seine Ursprünge gibt es verschiedene Ansichten: Manche Literaturforscher gehen vom 6. bis 10. Jahrhundert aus, andere vom 11. und 12., und wieder andere erst vom 15. bis 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute existieren mindestens 65 verschiedene gedruckte Versionen des Werks oder von Teilen davon. Eine neue Übersetzung des Gesamtwerks ins Englische durch Walter May wurde 1995, zum mutmaßlich tausendsten Jubiläum der Geburt von Manas, veröffentlicht und 2004 in zwei Bänden neu gedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des Epos werden heute bei festlichen Gelegenheiten gern und häufig von Manaschis rezitiert, normalerweise begleitet von einer oder mehreren Komuz, einer gezupften dreisaitigen Langhalslaute, die von den Musikern ausgesprochen virtuos gehandhabt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held Manas soll in den Ala-Too-Bergen in der Region Talas in im Nordwesten von Kirgisistan geboren sein. Ein Mausoleum einige Kilometer östlich der Stadt Talas soll seine sterblichen Reste bergen und ist eine beliebte Ausflugs- und Feststätte, wo seit 1995 im Sommer eindrucksvolle kirgisische Reiterspiele aufgeführt werden. Allerdings heißt es in einer Fassadenbeschriftung, dass das Mausoleum „... der ruhmreichsten der Frauen, Kenizek-Khatun, der Tochter des Emirs Abuka“ gewidmet sei. Der Legende zufolge soll Kanikey, die Witwe des Manas, diese Inschrift angeordnet haben, um die Feinde ihres Mannes irre zu führen und eine Grabschändung zu verhindern. Das Gebäude, bekannt als „Manastin Khumbuzu“ oder „Der Ghumbez des Manas“, wurde vermutlich 1334 errichtet. In der Nähe steht ein Museum, das Manas und seiner Legende gewidmet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fragen, Kurzeinträge===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Übergreifende Thesen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur, Quellen Links ===&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Eine deutsche Übersetzung von 1885 ist vorhanden: Radloff; Wilhelm, 1885. Proben der Volksliteratur der nördlichen türkischen Stämme, V: Der Dialect der Kara-Kirgisen, St. Petersburg.&lt;br /&gt;
*:Manas 377 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_1_Manas.pdf]]&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
*:Einführung S.1-32 [[Media:Radloff 1885.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Joloi Kan 168 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_2_Joloi_Kan.pdf]]&lt;br /&gt;
*:Er Töschtük 72 S. [[Media:Radloff-Volksliteratur-Nördliche-Türkische-Stämme-1885_3_Er_Töschtük.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/jiYQi6VQ6bc YouTube: The Art of Akyns, Kyrgyz Epic Tellers - 4 min.]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/kMDklwoLf34 YouTube: Manas - UNESCO - 10 min.]&lt;br /&gt;
* [http://www.unesco.org/culture/ich/index.php?lg=en&amp;amp;pg=00011&amp;amp;RL=00876 Beschreibung durch die UNESCO: Welterbe Manas]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/artl/hatto-manas.shtml The Birth of Manas - A confrontation of two branches of heroic epic poetry in Kirgiz - By A. T. Hatto - Vergleich der Radloffschen Version und Fassung von Sagymbay Orozbakov (1867-1930)]&lt;br /&gt;
* [http://www.silk-road.com/folklore/manas/manasintro.html Englische Fassug von 2005, die die wesentlichen Fassungen nochmal neu ins englische übersetzt - unter Berücksichtigung besserer kirgisischer Spachkenntnisse - translated, introduced and annotated by Elmira Köçümkulkïzï1 - Ph.D. Candidate in Near and Middle Eastern Studies - University of Washington (Seattle)]&lt;br /&gt;
* [[Media:Scharlipp-Die_alttürkische_Religion-1991.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Klimkeit-Buddhism_in_Turkish_Central_Asia-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Gabain-Inhalt_und_magische_Bedeutung_der_alttürkischen_Inschriften-1953.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Hatto-Manas-Radloff-1990.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Levin-Where-Rivers-Mountains-Sing-2011.pdf]]&lt;br /&gt;
* [[Media:Mussajew-Epos-Manas-1994.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Die-Araber-vorislamischen-Zeit-Gegenwart-ebook/dp/B005JCYMHG/ref=sr_1_1?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390203366&amp;amp;sr=1-1&amp;amp;keywords=Die+Araber%3A+Von+der+vorislamischen+Zeit+bis+zur+Gegenwart Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart - Halm, Heinz]&lt;br /&gt;
* [http://www.amazon.de/Koran-Kommentar-Konkordanz-Rudi-ParetTaschenbuchausgabe/dp/3170226703/ref=sr_1_2?s=books&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;qid=1390204205&amp;amp;sr=1-2&amp;amp;keywords=paret+koran Der Koran. Textausgabe - Paret, Rudi]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 10.Februar 2014: Türkisierung Zentralasiens ab ca 6 Jh. n Chr. bis 13 Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus [[Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herrschervölker in der Mongolei und in Turkestans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 6. Jahrhundert fielen die heute als On-Ok bezeichneten Kök-Türken in Turkestan ein und errichteten in diesem Gebiet ihr westliches Teil-Khanat, dass sich bis zum Jahr 745 halten konnte.&lt;br /&gt;
745 übernehmen die Uighuren bis 840 als ein weiteres Türkvolk neben Oghuzen, Seldschuken &amp;amp; Chasaren die Macht in der Mongolei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uighuren waren zum Teil Nomaden (es gab aber auch stadtartige Siedlungen).&lt;br /&gt;
Ab 840 herrschten die Jenissei-Kirgisen in der Mongolei, Nomaden wurden nach chinesisch Turkestan vertrieben und wurden da teilweise sesshaft.&lt;br /&gt;
(Weitere dokumentierte Türkvölker ab dem 10 jh. : Ghuzen, Garluq, Tughuzghuz, Turkmenen, Usbeken, Karakalpaken, Kasachen, Tataren, Aserbaidschaner, Karäim, Krimtürken, Turk-Mescheten und Türken.)&lt;br /&gt;
Die Islamische Periode startet bei den Türkvölkern ab dem 11.Jahrhundert - Vereinigung der Iranier Persiens und Mittelasiens -&amp;gt; Migrationsbewegung von Persern nach Osten.&lt;br /&gt;
Im 11 Jh. kriegerische Auseinandersetzungen nach Süden mit den Tibetern.&lt;br /&gt;
Während der zweiten Hälfte des 11. und der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war West-Turkestan ein Teil des ausgedehnten Seldschukenreiches (Türkvolk)&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts befand es sich unter der Oberherrschaft der (nichtmuslimischen) Qara-Chitai bevor diese durch die Qarachniden und später den Mongoleneinfall (Dschinghis Khan) verdrängt wurden&lt;br /&gt;
* Türken vs. Araber/Perser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Araber existiert zur Zeit der Orchoninschriften (730) noch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Türkvölker wurden im Unterschied zu Iraniern nicht durch Araber aus dem Westen unterworfen. Die Araber im Westen wehrten nur die Angriffe auf die „Kulturländer“ ab (705-715). Ab 8. Jh. bauten Araber Wälle gegen die Menschen im Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Samaniden (Iranier/Perser) vergrößerten den gebietsmässigen Einfluss des Islam nur unwesentlich, aber der kulturelle Einfluss auf die Türken wuchs, zum Teil kam es kurz vor dem Fall der persischen Sassaniden (9./10. Jh.) auch zu Bündnisse, die den kulturellen und religiösen Austausch verstärkten.&lt;br /&gt;
* Religion&lt;br /&gt;
Türkvölker blieben lange (insbesondere in Ost-Turkestan) schamistisch mit wenig Einfluss durch Buddhismus und Islam. Buddhismus hatte bereits um 600 Einfluss auf die Türken. Nach dem Sieg über die Perser (Sassaniden im 9 Jh) wurden die Türken Zoroaster (siehe Zarathustra). Ab 760 sind Einflüsse der Manichäer (Perser &amp;quot;Mani&amp;quot; als Religionsstifter, Kontakte der Türkvölker nach Babylon) und des Christentums bis nach Ost-Turkestan  (chinesisch Turkestan wurde von Uighuren bewohnt, insofern hier auch budhistische Belege). Die Islam war ursprünglich (ab 7 Jh. im westlichen Teil Mittelasiens) nicht missionarisch tätig - die Türkvölkwer im westlichen Teil Turkestans wurden islamisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Handel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelsbeziehungen zu den Indern und nach China - später zu den Iraniern.&lt;br /&gt;
* Validität der Quellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Historie in der Mongolei und chinesischen Turkestan wurde durch chinesische Schriften dokumentiert, da die Islamische Welt diese Ereignisse kaum wiedergab. Mohammedaner (Araber/Perser) kannten und nutzen zwar die alten Handelswege nach Osten, es gibt aber kaum Berichte von den Türkvölkern im mongolischen Norden - generell gibt es in den umfangreichen geografischen Schriften der Mohammedaner kaum Berichte über die Türkvölker im Osten. Andererseits wurden veraltete Texte über Jahrhunderte wiederholt in der ismamischen Welt wiedergegeben, in denen man den Türken ihrer mächtigen Stellung in der isamaischen Welt nicht gerecht wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprache bei den Türkvölkern Zentralasiens wurde mit der Zeit das Persische und blieb im kleineren Maß &lt;br /&gt;
das Türkische, im östlichen Teil nahm das chinesische seinen Einfluß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4.2 auch noch am 10.02.2014: Die Araber (nach Heinz Halm)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Araber ist, wer arabisch spricht - und das tun 280 Mio Menschen. Die Wortbedeutung ist unklar. Der Begriff wird bereits 853 v.Chr. für beduinische (also aus Kamelnomaden bestehende) assyrische Hilfstruppen benutzt. Auch bei Xerxes&#039; Griechenzug 480 v.Chr. sind arabische Bogenschützen auf Kamelen dabei.&lt;br /&gt;
Das Arabische ist eine semitische Sprache, verwandt also z.B. dem Akkadisch, dem Hebräisch, dem Aramäisch...&lt;br /&gt;
Die Schrift hat sich, wie auch die griechische und die lateinische, aus einer phönizischen Urform entwickelt. Sie besteht aus 28 Zeichen - ausschließlich für Konsonanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- 64 v. Chr. kommen die Römer in die Levante, 30 v.Chr. nach Ägypten. Die Araber stehen also zwischen Persien und (Ost-) Rom. Bis zu Mohammed (etwa 570 - 632 n.Chr.) gibt es keine einheitliche politische Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Zur Zeit Mohammeds sind 3 von 5 Stämmen in Medina jüdisch.&lt;br /&gt;
Im geographischen Raum gibt es auch viele Christen. Darüber hinaus werden weit verbreitet arabische Naturgottheiten verehrt. Die Kaba in Mekka ist z.B. ein würfelförmiger Tempel für den Gott Hubal. In Mekka selbst, wohlhabend wegen des vielbesuchten Tempels und der Lage an der &amp;quot;Weihrauchstrasse&amp;quot; vom Jemen nach Damasjus, gibt es keine christlichen oder jüdischen Gemeinden. Hier wird Mohammed um 570 geboren und tritt ab etwa 610 als monotheistischer Prophet auf, wird aber unterdrückt und bedroht, so dass er 622 ins 350 km entfernte Medina auswandert. Bei ihm sind &amp;quot;die Ergebenen&amp;quot; (die &amp;quot;muslimun&amp;quot;, mit ihrer &amp;quot;Ergebung&amp;quot; oder &amp;quot;Hingabe&amp;quot; - dem &amp;quot;Islam&amp;quot;). In Medina entsteht die Urgemeinde, die &amp;quot;Gemeinschaft&amp;quot; (die &amp;quot;umma&amp;quot;)und wird mächtig. Da göttlich eingesetzt, ist die umma unauflösbar. &lt;br /&gt;
Nach 10 Jahren ist praktisch die gesamte arabische Halbinsel islamisch. Auch Christen, auch Juden, auch Mekka schließen sich der neuen religiösen Bewegung an. Der Gründer stirbt 632 in Medina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die 4 ersten Nachfolger (&amp;quot;Kalifen&amp;quot;) sind noch direkte Weggefährten des Mohammed. SIe alle sind Angehörige eines, eigentlich mekkanischen, Stammes. Schon unter den ersten 4 Kalifen gibt es eine starke Expansion des Islam, etwa nach Ägypten und Mesopotamien. Danach wird die weniger religiös inspirierte Familie der Umayyaden für 90 Jahre das Kalifenamt übernehmen und das Machtzentrum nach Damaskus verlegen. Die Nachkommen des 4. Kalifen Ali initiieren eine Aufstand gegen die Umayyaden, der niedergeworfen wird, was ihnen einen Märtyrerstatus ein- und die &amp;quot;Partei&amp;quot; der Schiiten hervorbringt. Die bis heute andauernde Spaltung des Islam ist damit angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Die Expansion geht weiter: Im 8. Jh. sind etwa Buchara, Samarkant und Taschkent islamisch. Hier ist die &amp;quot;Front&amp;quot; zu den aus den nördlichen Steppen andrängenden Turkvölkern (und der kontextuale Schauplatz der Alman-Bet-Geschichte des Manas). Die Expansion nach Nordosten wird durch Karl Martell bei Poitiers und Tours gestoppt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fortsetzung folgt&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Odyssee&amp;diff=517</id>
		<title>Odyssee</title>
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		<updated>2014-01-08T21:48:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* Resümee */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Symposien==&lt;br /&gt;
[[Bild:mapodysseewolf.jpg|right|thumb|Rekonstruierte Reiseroute]]&lt;br /&gt;
* 1. Juni Rapfenangeln in Alt Schadow - siehe auch [http://www.schneelaeufer.de/2011_Rapfen unsere Fotos]&lt;br /&gt;
* 23. Juni 2011 - 20:30 Uhr bei Matthias. Themen: Übersicht über die griechische Götterwelt (Andreas), zur Person Homers (Matthias), Versionen und Tonscherben - Textgenese (Tiemo)&lt;br /&gt;
* 17. August 2011 - 20:30 Uhr bei Tobias. Themen: ...&lt;br /&gt;
* 27. Mai 2012 - Bulettenessen&lt;br /&gt;
* 1. Juni 2012 - 20:30 bei Matthias: Lesen I-III&lt;br /&gt;
* 3. Juli 2012 - 19:00-22:00 bei Matthias: Lesen IV-V.&lt;br /&gt;
* 20. September 2012 - 20:30 Uhr bei Tobias: Lesen VI-VII. Diksussion über den epischen Zyklus. Texte: Monro 1884, West 1988, Burgess 2004. &lt;br /&gt;
* 18. Oktober 2012 - 20:30 bei Tiemo: Lesen VIII-IX&lt;br /&gt;
* 12. November 2012 - 20:00 bei Andreas: Lesen X-XI&lt;br /&gt;
* 26. November 2012 - 20:00 bei Matthias: Lesen XII (ohne Tobias)&lt;br /&gt;
* 20. Dezember 2012 - 20:30 bei Tiemo: Lesen XIII (ohne Matthias)&lt;br /&gt;
* 14. Januar 2013 - 20:30 bei Tobias: Lesen XIV&lt;br /&gt;
* 25.(morgens 9 Uhr bei Tiemo Abfahrt) -27. Januar 2013 - im [[Slawenland]] unterwegs campierend.&lt;br /&gt;
* 4. Februar 2013 - 20:30 bei Andreas: Lesen XV-XVI. Themen für Kontext-Sitzungen: 1. Odysseus in anderen Texten (Ilias, Kleine Ilias etc.) 2. Sekundärliteratur-Besprechung 3. Rekonstruktion der Stationen der Irrfahrt, eventuell in Kombination mit dem TerraX-Film. 4. Odysseus-Film mit Kirk Douglas.&lt;br /&gt;
* 11. Februar 2013 - 20:30 bei Matthias: Lesen XVII&lt;br /&gt;
* 28. Februar 2013 - 20:30 bei Tiemo: Lesen XVIII.&lt;br /&gt;
* 11. März 2013 - 20:30 bei Tobias: Lesen XIX-XX.&lt;br /&gt;
* 18. März 2013 - 20:30 bei Andreas: Lesen XXI-XXII. Odyssee im Kontext: Aufsätze vorbereiten!&lt;br /&gt;
* 17. April 2013 - 20:30 bei Tiemo: Lesen XXIII; Kontext: Matthias - Tactic; Andreas - Adorno.&lt;br /&gt;
* 6. Mai 2013 - 21:00 bei Matthias: Lesen XXIV&lt;br /&gt;
* 10. Juni 2013 - 21:00 bei Andreas: Kontext: Matthias - Odysseus im Trojanischen Krieg und der Odyssee; Tiemo - Gilgamesch und die homerischen Epen; die Adormo-Horkheimer-These (Sirenen).&lt;br /&gt;
* 28.Oktober 2013 - 20:30 bei Tiemo: Filmabend&lt;br /&gt;
* 14.November 2013 - 20:30 bei Tiemo: Filmabend&lt;br /&gt;
* 16.Dezember 2013 - 20:30 in der kleinen Markthalle - Legiendamm 32: Jahresausklang&lt;br /&gt;
* 7.Januar 2014 - 20:30 bei Tobias: Abschluß und Planung für nächste Themen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fragen, Kurzeinträge ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1) II-III: Adlermotiv der Weissagung (etwa II/148): der Adler als Mittler zwischen Gott und Mensch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2) III: Kuhritual: ausführliche Schlachtungsbeschreibung, Gewalt (Axthieb), Braten von Fleisch etc. Warum diese sinnlich-physische Nähe zum Ritual? Übergang Leben-Tod am Bsp. der Tiere?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3) II/III: Doppelbewegung: Odysseus ist auf der Rückkehr, Telemachos verlässt die Heimat (fährt mit Athene zu Pylos etc.), um zu erkunden, wo der Vater ist. Was bedeutet die Doppelbewegung? Negativer Fokus auf Machtvakuum am Hof des Odysseus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4) Enge Verknüpfung mit der Ilias, immer wieder Verweise und wiederholende Kurzgeschichten. (etwa in IV/V)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5) V, 450: der Meeresgot Proteus verwandelt sich in alle möglichen Tiere und Gestalten. (Metamorphose)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6) IV, 577: heimtückischer Saalkampf Aigisthos-Agamemnon im Rückblick: Ähnlichkeiten zum Nibelungenlied?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7) VII, 216-218: die Macht des Hungers über den Menschen: nichts ist unbändiger als zürnender Hunger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8) VII, 223: Etwas verwirrend ist, dass Odysseus jetzt unbedingt in seine Heimat will, sofort aufbrechen will, während er nach sieben Jahren bei Kalypso keineswegs so stürmisch aufbrach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9) VI, 117ff: Die Szene mit dem erwachenden stinkenden Odyssesus, der wie ein &#039;Leu des Gebirges&#039; auftaucht, und den tanzenden weißen Jungfrauen hat etwas Witziges, regt zum Lachen an, nimmt der Tragik ihre Schärfe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10) Gibt es einen Rüdiger in der Odyssee, eine Tragik der Treue?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11) XXII: auffällig ist die wütende, undifferenzierte Gewalt von Odysseus, der einfach alle und alles tötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12) XXI: das Bogen-Spannen korreliert mit der Dynamik des Plots, dem bevorstehenden Höhepunkt, der Rache, gedoppelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10) In der Odyssee finden sich wiederholt Verweise auf den listenreichen, verschlagenen Odysseus (etwa: XIII, 290ff.), ohne auf spezifische Ereignisse zu verweisen. Es wäre zu prüfen, inwiefern die Gestalt des Odysseus in anderen Geschichten auch so charakterisiert wird, und welche Ereignisse hierzu Anlass geben. (Illias, Kleine Illias etc.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11) XV, 160ff, 524ff; und XVII, 160: Weissagende Vögel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12) XVI, 206: wie in der Japanischen Geschicte der Heike: der Mensch steigt und fällt mit der Gunst der Götter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13) XVI, 206: Macht der Götter, Menschen zu verwandeln. Athene berührt Odyssesus mit einer goldenen Rute, er wechselt vom Bettler zum Herrscher, und umgekehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14) Tiere spielen immer wieder eine wichtige Rolle.&lt;br /&gt;
Beständig: Rinder, Ziegen, Schafe und Schweine werden verspeit, dienen dem Bedürfnis und der Lust.&lt;br /&gt;
Schweine: sind Objekt der Sorge durch Schweinehirten und repräsnetieren das Tier, in das Menschen bevorzugt verwandelt werden.&lt;br /&gt;
Hunde: sind Teil des Haushalts, begleiten Menschen, dienen als Schimpfwort und stellen intime Weggefährten dar, wie Odysseus&#039; Hund Argos, der ihn, selbst sterbend, wiedererkennt (XVII, 291ff.).&lt;br /&gt;
Adler: Zeichenträger des Traums (etwa XIX, 538)&lt;br /&gt;
Nachtigall: schöner Gesang (XIX, 518)&lt;br /&gt;
Eber: repräsentieren unbändige Natur-Kraft, die ein Mensch im Konflikt überwinden kann, auch wenn der Eber Spuren des Konflikts hinterlässt. Anhand genau solcher Spuren wird Odysseus entdeckt (XIX, 439ff).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15) Hallen-Motiv (etwa XIX): in der Halle verdichten sich die Ereignisse, kommt es zur Entscheidung, sammlen sich alle Kräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16) XX, 345ff: Die Szene wirkt modern: das Unbewußte der Freier zeigt sich, nach einer Intervention Athenes, in Form &#039;gräßlichverzuckter Gesichter&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Reise-Entfremdung-Rückkehr: Selbstfindung, Weisheit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Odyssee, Gilgamesch, Beowulf und Nibelungen geht es immer zentral um eine Ausfahrt, ein sich entfernen von der sogenannten Heimat, der Geburtsstadt, des eigenen Landes, der eigenen Leute (zur Definition dieses Ursprungs: siehe Fragekatalog in den ersten beiden Gesängen der Odyssee an die Heimat des Fremden, etwa die verkleidete Pallas Athene oder an Telemachos bei Nestor). Durch die Entfremdung kommt es zu einer Auseinandersetzung, Veränderung des Entfremdeten und erneuten Rückkehr in das Bekannte, das nun verändert wird oder einen neuen Status erhält, der jeweils neu zu bestimmen wäre. Im NL wird diese Rückkehr durch den Tod Siegfrieds als Kontinuität einer Person unterbrochen, aber durch die Rückkehr von Hagen etc. an Siegfrieds Hof fortgesetzt. Der Bruch der Rückkehr ist handlungstragend, Rückkehr ist rächende Wiedereinrichtung des Rechten, analog zur rückkehrenden Irrfahrt von Odysseus. Vernetzte Themen: der Fremde, der Held, Entwicklung, Rache/Vergeltung, Gastfreudnschaft. V, 158: Die &amp;quot;große Wüste des Meeres&amp;quot; ist oft der Ort der Irrfahrt, der Entfremdung, das Meer ist &amp;quot;ungeheuer&amp;quot; (278), &amp;quot;tief&amp;quot;, &amp;quot;unermeßlich&amp;quot; (174). Zwischen Meer und Land bildet sich in dieser Hinsicht eine Differenz, hinzeu kommt der ewige Streit zwischen Zeus und Poseidon. Menschen müssen sich gegen das Meer wappnen, nicht so sehr auf dem Land. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der entfremdete Held&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stark auf ein oder zwei Protagonisten zentriert, geht es in allen Epen um einen zentralen Entfremdungsprozess durch Schlüsselereignisse (Krieg, Irrfahrt, Götterintervention, enttäuschte Liebe oder Freundschaft, Tücke ...). Thema vernetzt mit: Erfahrung (durch Entfremdung, Schlüsselereignis. IV, 107-109: Entfremdung durch lange Abwesenheit (Odysseus). VI, 206: irrender Fremdling: sowie mit: Identität: Rückkehr-Motif. Odysseus nähert sich, in einer fast tänzelnden, sich verhüllenden und enthüllenden Bewegung seiner Frau in XIX an. Rückkehr wird damit auch zu einer Art Selbstinszenierung der eigenen Identität, durch &amp;quot;wahrheitsgleiche Erdichtungen&amp;quot;, Erinnerungen an prägende Ereignisse und deren bleibende Zeichen (das Eber-Mal, XIX, 439ff.), Kämpfe der Aneignung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Entwicklung durch Erfahrung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erfahrungen, vor allem durch Alter (Summe der Erfahrungen, Weisheit) und Schlüsselereignisse (tiefe Erfahrungen) spielen neben dem Transfer von Wissensebenen (etwa von der göttlichen zu der menschlichen) eine Erzählungs-konstituierende Rolle, außer in den NL bzw. ohne positive Rückläufigkeit im NL (Erfahrung wird in die Geschichte nicht re-investiert)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Schlüsselereignis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Epen sind auf eine relativ kleine Anzahl von Schlüsselereignissen hin konzipiert, die eine weit über die betroffenden Personen hinaus geltende Bedeutung tragen. Verbundne mit: Meta-Erzählungen, Schicksal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Meta-Erzählungen und Schicksal&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, wie die Odyssee Teil eines Großzyklus (Argonauten etc.) ist, tritt das Motiv verwebter Geschichten (vielleicht nicht so strak in Gilgamesch?) in allen Epen auf, und zwar durch komplexe &#039;Gewebe&#039; syn- und diachron. Anschaulich in der Odyssee als Gewebe der Horen (? Stelle suchen). Das Erzähl-Gewebe ist Teil eines Schicksals, das weder von Göttern noch von Menschen ganz kontrolliert und scheinbar passiv &#039;gestrickt wird&#039; (Horen, Nornen etc.). IV-V Gesang: Bis auf Zeus (IV, 80: kein Sterblicher wettei´fert mit Zeus; 103-4: Kein Gott kann sich gegen den Willen von Zeus stellen) scheinen alle Götter nur in Hoheits- (Poseidon: Wasser, aber keinesfalls uneingeschränkt) und begrenzten Machteinflusssphären bestimmen zu können, wissen aber zugleich über eine Art Schicksal, das sie nicht bestimmen, aber modifzieren können: etwa Poseidon, der Odysseus bei seiner Meer- und Floßreise zu den Phaiaken viel Leid zufügen will. Auf einer anderen Ebene gibt es eine Art freien menschlichen Willen, ein Moment des Arbiträren und Zufälle. V, 436: Odysseus wäre durch eine rollende Woge beinahe &amp;quot;wider sein Schicksal gestorben&amp;quot;, wenn ihn Pallas Athene nicht mit &amp;quot;schnellem Verstande gerüstet&amp;quot; hätte. VI, 197: Was ihm das Schicksal bestimmt und die unerbittlichen Schwestern Ihm bei seiner Geburt in den werndenden Faden gesponnen. XIX, 139ff: Penelopeia webt ein großes Gewand, über Jahre, um die Freier abzuhalten, ihr Schicksal verzögernd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Gastfreundschaft und Rituale&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eng verbundne mit den Themen der Entfremdung, des Fremden und der Freundschaft, ist Gastfreundschaft ein verbindendes Thema, dessen Eigengehalt schwer zu bestimmen ist. Es verbindet zunächst die Ausfahrten, indem eine Person von A in B ankommt, dann verbindet es Teilnehmer eines Schlüsselereignisses untereinander, dann allgemein Freunde und Menschen und Götter. Es ist verbunden mit Ritualen und formellen (höfischen) Abläufen, die sich auch im Götterritual (Kuh-Schlachten in der Odyssee 3. Gesang etc.) wiederfínden. In der Odyssee wird der Bruch der Gastfreudnschaft, deren Pervertierung durch die Freier, zum Grundmotiv der rächenden Rückkehr. Zur Gastfreundschaft gehören elementar: Wein/Met, Rinder/Schweine, Feuer, Erzählungen und Gesänge, Respekt/Aufmerksamkeit/Achtung, Demut. IV: Menelaos Gastfreundschaft gegenüber Telemachos. IV, 68: Gastfreundschaft reagiert auf Begierden und Bedürfnisse (Schlaf, Hunger), hohes Moment der Lust und Befriedigung, etwa das &amp;quot;Stillen der Begierde nach Trank und Speise&amp;quot;. Meist durch Fleisch und roten Wein. Gesang XIV-XV: hier geht es zentral um Gastfreundschaft, das Aufnehmen eines Fremden (Odysseus) durch seinen Sauhirten Eumaios, und die hiermit verbundenen Werte und Tugenden, im Kontrast zum respektlosen Verhalten der Freier. Gastfreundschaft ist verbunden mit Themen der Treue, der Heimkehr, der Kontinuität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Epischer Zyklus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homers&#039; Ilias und Odyssee sind Teil eines größeren sogenannten Zyklus von Erzählungen (oder Epen), die weit vorher beginnen und viel später aufhören (etwa die Einnahme und Zerstörung von Troja beinhalten). Die Anzahl ist nicht genau bekannt, bei Proclus (siehe unten) werden wohl 9 aufgeführt. Nach Jonathan Burgess (Performance and the Epic Cycle, 2004) sowie anderen verweist dieser Umstand zunächst auf die rhapsodische Zeit vor der schrifltichen Abfassung und Kanonisierung von Homers Epen: In dieser Vorzeit wurden wohl nie alle Erzählungen in einer einzigen Aufführung vorgetragen, da es viel zu lange dauern würde (Performanz-Aspekt). Vielmehr muss man sich auf Ausschnitte beschränkt haben, die in sich viele Referenzen enthielten (Referenz- und Verschachtelungsprinzip). Daraus resultierte eine Verwobenheit als fortgesetzter Dialog einer nie endenden Geschichte im Sinne ihres Erzähltwerdens, und wohl auch im Sinne ihrer Erweiterbarkeit. Die Unsterblichkeit der Götter garantierte des Weiteren eine potentiell uneingeschränkte Fortsetzbarkeit. Burgess (2004, 15) bringt noch einen anderen Aspekt ins Spiel mit Verweis auf K. Dowden (Homer&#039;s sense of text, 1996): alle Epen oder Erzählungen des Zyklus speisen sich aus einem mmythischen Supertext, dessen Zusammenhang nur immer wieder ausschnittsweise aktualisiert und präsentiert wird, ohne genauen Anfang und genaues Ende. Zu bedenken ist also, ob Epen immer oder typischerweise eine solche Einbettung mit sich bringen, und wie diese Einbettung zu verstehen ist. Zu denken wäre etwa an: Edda und Nibelungenlied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Ziel der Irrfahrt: Ruhm und Reichtum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutet sich in XIII an. Athene erwähnt Ruhm als Ziel der Leitung Telemachos. Am Ende wird vor der Reise zur Frau erst einmal der Schatz (das Gut)in Sicherheit gebracht, bei dem vorweg auch die Angst entstand, es könne durch die Phäaken minimiert sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ergänzung zu 7.:&lt;br /&gt;
Als epischen Zyklus bezeichnet man eine Sammlung von Geschichten, die mit dem Trojanischen Krieg zusammenhängen und bereits in vor-homerischer Zeit rhapsodisch verbreitet waren. Homers Illias und Odyssee sind ein Teil dieses Zyklus, aus ihm heraus geboren und ihn fortsetzend durch Variationen und neue Vernetzungen. Da jedoch die Quellenlage über den Zyklus Datierungen und Umfangsbestimmungen kaum zulässt, bleibt unklar, auf welche Weise Homer interveniert. In jedem Fall bewegt er sich aber in einer Art Supertext-Medium des Zyklus, dessen Tradierung und Modifizierung eventuell um 800 vor Christus in einen Doppelprozess von oraler Praxis und schriftlicher Fixierung überging. Ausgehend von einem altgriechischen Text mit dem Titel &#039;&#039;Chrestomatheia&#039;&#039; von einem Autor names Proclus – wobei unklar ist, um welche Person es sich genau handelt, eine Zeitspanne zwischen 200 bis 500 nach Christus bietet sich an –, findet sich folgende, bei Wikipedia gelistete Abfolge von Erzählungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;prettytable&amp;quot;&lt;br /&gt;
| &amp;lt;center&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Titel&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &amp;lt;center&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Umfang (Bücher)&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &amp;lt;center&amp;gt;&#039;&#039;&#039;gewöhnliche Zuschreibung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &amp;lt;center&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Inhalt&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Kypria&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 11&lt;br /&gt;
| Stasinos&lt;br /&gt;
| Die Ereignisse, die zum Trojanischen Krieg führen, und die ersten neun Jahre des Konfliktes, insbesondere das Urteil des Paris&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Ilias&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 24&lt;br /&gt;
| Homer&lt;br /&gt;
| Achilleus&#039; Zorn gegen König Agamemnon und dann den trojanischen Prinzen Hektor, der mit der Tötung Hektors durch Achilleus aus Rache für den Tod des Patroklos endet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Aithiopis&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 5&lt;br /&gt;
| Arktinos von Milet&lt;br /&gt;
| Die Ankunft der trojanischen Alliierten, der Amazone Penthesileia und des Memnon; ihr Tod durch die Hand des Achilleus aus Rache für den Tod des Antilochos; der Tod des Achilleus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Kleine Ilias&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 4&lt;br /&gt;
| Lesches&lt;br /&gt;
| Ereignisse nach dem Tod des Achilles: Streit zwischen Aias und Odysseus um die Waffen des gefallenen Achilles und Bau des Trojanischen Pferdes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Iliu persis&#039;&#039; („Fall von Troja“)&lt;br /&gt;
| 2&lt;br /&gt;
| Arktinos von Milet&lt;br /&gt;
| Die Zerstörung von Troja durch die Griechen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Nostoi&#039;&#039; („Heimkehrer“)&lt;br /&gt;
| 5&lt;br /&gt;
| Agias oder Eumelos&lt;br /&gt;
| Die Heimkehr der griechischen Streitkräfte und die mit ihrer Ankunft verbundenen Ereignisse, die mit der Rückkehr des Agamemnon und Menelaos schließen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Odyssee&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 24&lt;br /&gt;
| Homer&lt;br /&gt;
| Das Ende der Reise des Odysseus und seine Rache an den Freiern seiner Frau Penelope, die sein Eigentum während seiner Abwesenheit verprasst haben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Telegonie&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 2&lt;br /&gt;
| Eugammon&lt;br /&gt;
| Die Reise des Odysseus nach Thesprotia und die Rückkehr nach Ithaka, der Tod durch die Hand des illegitimen Sohnes Telegonos&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine Einführung in den akademischen Diskurs über den epischen Zyklus, siehe: Burgess, Jonathan S.: The Tradition of the Trojan War in Homer &amp;amp; the Epic Cycle. Baltimore and London: The John Hopkins University Press 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Beowulf und Odysseus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beowulf sucht die Monster; Odysseus versucht, sie, sofern möglich, zu meiden oder durch List zu umgehen oder zu besiegen. Odysseus ist auf der Rückfahrt, die zur Irrfahrt wird; Beolwulf verlässt die Heimat und bleibt in der Fremde (und in der Nähe der Monster). Beowulf kämpft nackt und instinktiv gegen Grendel; Odysseus setzt List und Technik (Cyclop, Sirenen) ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. James Bond und Odysseus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ließe sich ein Band knüpfen, das, Adorno/Horkheimers These stützend, von Odysseus zu James Bond reicht? Beide setzen, in Differenz zu Beowulf, List und Technik ein, berufen sich auf ihre Gewandheit, ihre Technik, ihre List, ihr Sich-aus-sich-selbst-Gestalten-Können, ihre Fähigkeit, Probleme selbst zu lösen (Odysseus: Cyclop. Sirene). Odysseus tritt aber noch in einer Art Dialektik zwischen Dulder (Natur- und Göttergewalt) und lsitenreicher Macher (XII, 211: durch &#039;&#039;&#039;meine&#039;&#039;&#039; Tugend (arete)und Weisheit/Rat (boule) entflohen wir dem Cyclopen; so auch im Griechischen: αλλα και ενθεν εμη αρετη βουλη τε νοω τε εκφυγομενον). Bond ist nur noch er selbst, aus sich selbst, aber eben auch, wie Odysseus, durch Technik und List vermittelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Gilgamesh und Odysseus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Adorno/Horkheimer zeichnet das Epos Odysseus eine organisierende Logik der Reise aus, die von dysseus selbst (dem Individuum ausgeht), beruhend auf seinem Willen zur Heimkehr entgegen der Gott- und Naturgewalten. Diese Logik zerstört den Mythos und führt die Erzählung als Epos in Richtung des modernen Romans. In Gilgamesh geht es allerding auch um einen geplanten Ausflug inklusive Rückkehr, und Konflikte mit den Göttern und Naturgewalten. Wo liegt hier eventuell eine entscheidende Differenz? Oder überwiegt doch die Ähnlichkeit?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Gresseth besteht eine sich in den Epen wiederspiegelnde Verbindung des Gilgamesch Epos zu den homerischen Epen. Gleiche kulturelle Kräfte sind aktiv. Beiden Autoren (Homer und den Autor des Gilgmesh) ist gemein, dass sie keine Abenteuergeschichte entwerfen, sondern eine Aussage treffen wollen. Analogien bestehen in &amp;quot;otherworld-journey (Alkinoos/Utnapischtim), magic ship, magic sleep (Aeolus/Utnapischtim), waking test, a visit to an immortalized human, friendship with dieying friend&amp;quot;. Beide &amp;quot;menschlichen Helden&amp;quot; (vs &amp;quot;shamanistic hero&amp;quot;) kehren ohne Erfolg (empty handed with no supernatural secrets - aber mit einem &amp;quot;Namen&amp;quot;) zurück an den Anfangspunkt. Jeweils gefunden werden kann eine Art des &amp;quot;heroic realism&amp;quot;, indem die Helden den Göttlichen Kräften entgegen stehen, widersprechen oder sogar zurückweichen. Bereits bei Gilgamesch erscheint &amp;quot;a first glimpse of the idea of humanity&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Dulden und Reflexivität: Odysseus, Gilgamesch, Bibel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Odysseus&#039; Dulden scheint nicht zu Reflexivität oder zur Erkenntnis eines größeren Sachverhalts zu führen, wie bei Gilgamesch (etwa der Tod von Enkidu) oder bei Hiob, sondern ist entweder rein passiv aufgrund von Ohnmacht gegenüber (mythischer/göttlicher) Übermacht (etwa: Poseidons Zorn) oder strategische Zurückhaltung (etwa: bei den Freiern, Atinoos-Rede, Schemel-Wurf: XVII, hier etwa: 238). Dulden hat im zweiten Sinne auch mit Planen und praktischer Vernunft zu tun. Vgl. XIX, 212: Strake emotionale Kontrolle von Odysseus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Narben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den behandelten Epen sind Narben (im weiteren Sinne genommen) nicht Resultate des Zufälligen, die sich etwa aus Versehen morgens beim Rasieren einstellen, sondern Zeichen des Konflikts und der Widerständigkeit des Menschen gegen (mythische) Naturgewalten. In der Odyssee ist es die Narbe des Ebers, die er in Odysseus&#039; Hüfte schlug und die ihm als entscheidende Referenz dient, nach seiner Rückkehr, durch Athene unkenntlich in einen Bettler verwandelt, seine Identität zu beweisen. Durch den Eber schreibt sich Natur in den Körper Odysseus&#039; ein und wird zum Zeichen seiner gelebten Zeit in dieser Welt, Zeichen seiner Widerständigkeit, Zeichen seines Selbst. In den Nibelungen trägt Siegfried als Zeichen des Konflikts und des Widerstands gegen eine Naturgewaltdas das Blut des Drachens auf seiner Haut, doch mit einer Lücke, einem Spalt versehen, durch die hindurch Hagens Speer eine tödliche Narbe reißt, um das zu vernichten, was in Siegfried als mythisch-archaische Kraft ungebändigte Natur ist, die das Höfische, die höfische Ordnung bedroht. Beowulf hat keine Narbe, trägt kein Zeichen Grendels. Hier bleiben Menschen und Monster getrennt, verschmelzen nicht in einer Welt. Beowulf altert in seiner Welt, während die Mythische immerzu bestehen bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Auskehr und Heimkehr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Gilgamesh und Odyssee geht es um eine Heimkehr, in Beowulf und den Nibelungen um eine Auskehr. Die Nibelungen zerbrechen, Beowulf zerreibt sich gealtert an den Monstern,  Gilgamesh und Odysseus finden zu sich selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
15. Hof und Natur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der entscheidende Konflikt der Nibelungen entwickelt sich innerhalb der Mauern des Höfischen, Siegfrieds Natur ragt nur bedrohend in sie hinein, während die Dynamik in der Odyssee von Konfrontationen mit der Natur, ihren mythischen Mächten ausgeht, und von hier aus in das Höfische übergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Sinnenfreude&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen behandelten Epen - Gilgamesch, Beowulf, Nibelungen und Odyssee - geht es immer wieder zentral um Sinnesfreuden - Essen, Wein/Met, Frauen, Feste, Gastaufnahme - als Motor der Freude, des Zu-sich-Kommens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
17. Höfisches&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vergleich zum Nibelungenlied scheinen höfische Strukturen, Regeln, Tugenden eine untergeordnete Rolle zu spielen. Jeder &amp;quot;Held&amp;quot; muss sich selber gegen jeden anderen beweisen und von jedem anderen prüfen lassen (selbst dem eigenen Vater gegenüber).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
18. Lust, mythischer Verlust des Selbst: Beowulf und Odyssee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lust-Erfahrung des Sich-Verlierens im Anderen (als Natur, Ursprungs-Geschichte, ...) spielt als Motiv eine konträre Rolle in beiden Epen. Im Anschluss an Adorno/Horkheimer, ist die Lust im Gesang der Sirenen verkörpert, nach dem Odysseus verlangt, den er aber als ein in sich verfestigtes Subjekt, das nach Selsbtkontrolle strebt, nicht mehr hören kann, ohne Gefahr zu laufen, sich aufgeben zu müssen. Daher bindet er sich an, um den Gesang zu hören, der Lockung aber wiederstehen zu können. Diese Konstellatin ist der Anfang der Dialektik der Aufklärung. In Beowulf findet sich eine andere Konstellation. Hier ereignet sich in der Methalle das Moment der Lust als Konvivalität, als gemeinsames Ritual des Trinkens, Essens und Singens - also auch des Vortragens vom Stoff der Epen -, des Met-Rausches, der Sinneslust mit dem anderen Geschlecht und des gemeinsamen Schlafens und Träumens in einer Halle. Diese Halle wird jedoch von Außen durch Monster bedroht, die ihrerseits die Lust der Menschen nicht ertragen können (ihren Gesang). Aus dieser Konstellation geht die zentrale Handlungslinie der Erzählung hervor. Im Beowulf wird also die mythisch-ritualisierte Lusterfahrung gegen die mythischen Monster geschützt, eine Art Dialektik innerhalb des Mythischen selbst, in der das Zwischenmenschliche zugleich eine konstitutive Rolle spielt (Ritual), in der Odyssee schützt sich Odysseus als aufgeklärtes Subjekt, das um die Gefahr der mythischen Lust weiß, gegen die Sirenen als äußere mythische Mächte, denen der Eintritt in das Subjekt (das individuierte Körper-Haus gegenüber der gemeinschafltichen Methalle) verwehrt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19. Existenz als Abenteuer: Suche, Scheitern und Widerständigkeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit aller Vorsicht könnte man als einen Metarahmen der Epen Gilgamesh, Beowulf, Nibelungen und Odyssee das Thema der (individuellen) Existenz als Abenteuer formulieren. In allen Epen verlässt der Protagonist (ein Individuum, in den Nibelungen dann auch eine Gruppe) seine Heimat auf der Suche nach Mehr (Ansehen, Neugierde, Kampf mit großen Gegnern, Vergeltung), erfährt sein Scheitern und liebt sich in gewisser Weise doch in seiner Widerständigkeit bis in den Tod (oder Nahe dran).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übergreifende Thesen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. List, Erfindung, Erfahrung: Menschliche Autonomie (im Rahmen der Adorno-These)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Odyssee kommt es zu einer Autonomisierung der Gestaltung des Handlungsverlauf durch handelnde Menschen mit List, Erfindung und Erfahrung, gegenüber der Götterwelt und den Naturgewalten. Es gilt zu prüfen, inwieweit diese rezeptionsgeschichtlich gewichtige Einschätzung unter dem Titel der Individualisierung des Weltbezugs und der Immanenz menschlichen Seins (Selbstverantwortlichkeit, Selbstreferentialität, etc., etwa bei Adorno/Horkheimer)zutrifft, oder ob der Mensch doch nur Marionette der Götter und eines unbekannten Schicksals ist. Stellen:&lt;br /&gt;
- II/32-34: (Zeus): Welche Klagen erheben die Sterblichen wider die Götter! Nur von uns, wie sie schrein, kommt alles Übel; und dennoch Schaffen die Toren sich selbst, dem Schicksal entgegen, ihr Elend.&lt;br /&gt;
- I/II: Zeus und Athene planen den Verlauf der Handlung, in den Telemachos und Odysseus eingebunden werden sollen. Ist das schon Vorherbestimmung oder nur Götter-Strategie?&lt;br /&gt;
- Es geht immer wieder um den listenreichen, erfindungsreichen Odysseus, und, spiegelbildlich dazu, um die listenreiche Penelope (II/115ff.).&lt;br /&gt;
- II/III: Weissagung, Deutung des Schicksals als dem Individuum vorauslaufende Entscheidungsebene im Adlermotif (etwa II/148, wiederkehrend im III): von Zeus geschickte Adler verkünden zeichenhaft das, was eintreten wird.&lt;br /&gt;
- II/101ff.: Interessante Doppelbewegung eines gewebten Schicksals durch die Horen (Gewebe allerdings hier nicht im Text) und eines Gewebes der Penelope, mit dem sie die Hochzeit hinausschiebt, da es nicht fertig wird. Pallas, könnte man hier weiterdenken, nimmt das Schicksals-Gewebe selbst in die Hand, webst es, löst es wieder auf etc., hält dadurch die Handlung in einer Schwebe.&lt;br /&gt;
- Erfahrung durch Alter, vor allem im Kontext der Versammlung, des Rats, sehr häufig.&lt;br /&gt;
- der Kriegserfahrene (sehr häufig).&lt;br /&gt;
- II/252: klügliche reden&lt;br /&gt;
- II/347: sorgsame Klugheit&lt;br /&gt;
- II/373: (Telemachos) Ich handle nicht ohne die Götter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- IV, 388ff.: Überwältigung des Meeresgottes Proteus durch eine List, die von seiner Tochter Eidothea kommt.&lt;br /&gt;
- V, 250ff: Odysseus baut sich ein Floß, allerdings auf Anweisung und nach der Bauanleitung von Kalypso. Vorher saß er recht verzweifelt am Gestade. Allgemein scheint es, dass die Götter gewisse Bedingungen und gewisses Material sowie Technik bereitstellen, die Menschen aber dann, wie beim Floß, selbst am Steuer sitzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen ein Dispositiv menschlicher Autonomie, vor allem im Sinne Adornos und Horkhemiers in der Dialektik der Aufklärung, spricht das schemahafte, zum Teil detailgenaue Vorbereiten menschlicher Handlungsabläufe durch eine Anweisungskette, die vom göttlichen Ratschluss im Olymp zu der Vermittlung auf der Erde oder in der Unterwelt, etwa durch Hermes und Athene, reicht. Die verkleidete Gestalt der vermittelnden göttlichen Instanzen verstärkt den Eindruck, dass Menschen sich nur autonom wähnen. Diese Fehlinterpretation ihrer eigenen Fähigkeiten zeigt sich in XII/211. (Und nicht größere drohet uns jetzt, als da der Kyklope. Mit unmenschlicher Kraft im dunkeln Felsen uns einschloß. Dennoch entflohn wir auch jener durch meine Tugend und Weisheit) Erschwerend wirkt weiterhin, dass ein wirklich reflexiver Widerstand und ein diskussionsartiges, kritisches Aufgreifen von Handlungsoptionen in der Odyssee kaum relevant werden. Textstellen zur Kritik menschlicher Autonomie:&lt;br /&gt;
- X. Gesang (Laistrygonen und Kirke), 277ff.: Odysseus wird vom verkleideten Hermes genau auf die Begegnung mit Kirke vorbereitet, von der Mischung des Giftrankes bis zum Zeitpunkt des Schwertziehens und dem Liebesakt mit ihr. Im Odysseus-Kirke-Konflikt ist kein Raum für List oder Erfindung. Odysseus wirk vielmehr wie eine Marionette. Selten zeigt sich Odysseus doch eigenständig - sogar widerständig gegen die Götter. XII/226 (Jetzo dacht&#039; ich nicht mehr des schreckenvollen Gebotes. Welches mir Kirke geboten, mich nicht zum Kampfe zu rüsten. Sondern ich gürtete mich mit stattlichen Waffen, und faßte Zween weitschattende Speer&#039; in der Hand, und stieg auf des Schiffes)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- XII, 350: Eurylochos&#039; Widerstand gegen Odysseus und den göttlichen Rat, wird negativ gedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Odysseus&#039; Status als Listenreicher wir von anderen Geschichten, etwa des epischen Zyklus (Kleine Ilias: Holzpferd-Erfinder) gespeist.&lt;br /&gt;
- XIV, 190ff: Odysseus erfindet eine Geschichte, um seine Identität vor Eumaios zu verbergen.&lt;br /&gt;
- XIV-XVI: Odysseus, der Geschichtenerfinder, der Prüfer der Treue, der Stratege der Racheschlacht. XVI, 285ff: Odysseus schlachtet die Freier nicht einfach nieder, wie ein &#039;echter&#039; Held (Achilleus), sondern wartet wie ein Dulder. In seiner Geduld und seinem Warten steckt Reflexivität und Planung, organisation des kommenden Ereignisses. 165ff: Athene sagt Odysseus nur kurz, sich Telemachos zu zeigen und dann die Freier  zu töten. Odysseus organisiert und plant das Ereignis der Rache recht genau, der Dieb der Waffen, eine Geschichte, die den Freiern den Grund für die Waffenentnahme verschleiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Stützung von Adorno/Horkheimer: Entscheidend ist das Tandem Athene-Odysseus, das eine Art Zwischenebene zwischen gehorchenden, den mythischen Mächten ausgesetzten Menschen und den Macht-erfüllten Göttern durch technisch-praktische, widerständige Vernunft/List etabliert. Diese Zwischenebene ist spezifisch für die Odyssee (oder gibt es sie etwa auch in Gilgamesch?).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Transgression: nach der Heimkehr Odysseus zeigt sich im Moticv der planenden Rache (ab XVII) eine große Autonomie von Odysseus, die auf einen Übergang hindeutet von seiner anfänglichen Ohnmacht (gegenüber Poseidon) hin zur kontrollierenden und siegessicheren Abwägung der Gefahr unter den Freiern, die nur noch minimal auf Athenes Hilfe beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- XIX, 165ff.: &#039;wahrheitsgleiche Erfindungen&#039; (204): Odysseus erfindet analoge Geschichten, in denen sich Ereignisketten, aber nicht Protagonisten und Orte, gleich bleiben. Diese Erfindungen dienen bestimmten Zwecken (etwa des Aufschubs oder der Verheimlichung). Chronisch tauchen sie nach Fragen auf, die Herkunft, Identität etc. betreffen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Versammlung und Rat&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durchgängiges Thema. Viele wichtige Entscheidungen werden durch Rat und Beratung im Zwiegespräch oder in der Versammlung unter Göttern und Menschen beschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Vater-Sohn-Beziehung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
I-III: Telemachos als Ebenbild seines Vaters, will seinem Vater gerecht werden, ihn Rächen etc. Unterordnung vom Sohn, Stärke der Vorfahren, Schwäche der Nachkommen. IV: Menelaos befindet: Telemachos ähnelt seinem Vater physisch (Hände, etc.) und in seinem Charakter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Einebnung der Götter-Mensch-Beziehung, Ambivalenz der Macht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Götter-Mensch-Ebenen sind ineinander verwoben, durch miteinander zu erfüllende Absichten, Schicksalsbestimmungen, Leidenschaften, Liebe, Vorzüge, Listen etc. Alle Ebenen sprechen miteinander, verhaken sich, versuchen zu richten, beanspruchen Entscheidungsmacht, scheitern aber wieder, in einem ambivalenten Beziehungs- und Machtgefüge, das scheinbar zwischen Himmel und Erde seinen Ort hat. IV, 388ff.: Meeresgott Proteus kann durch Menschen überwältigt werden. Zugleich aber IV, 397: schwer wird ein Gott von Sterblichen bezwungen. IV, 352-353: Rituale und vor allem Opferungen für Götter müssen strikt eingehalten werden, sonst folgt Strafe. IV, 503-509: Strafe für Übermut, Lästern gegenüber den Göttern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Irrfahrt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier könnte das in der Moderne so bestimmende Thema des Sich-Verlierens in der Welt als menschliche Exisztenzkonstante anklingen, eng gekoppelt an das Thema der Selsbtfindung, der Individualisierung, der List und der Weisheit. IV-V: Das Thema der Irrfahrt ist eng an das Medium Meer gekoppelt, die &amp;quot;große Wüste des Meeres&amp;quot;, von dem man aus irgendwo wieder an Land kommt. Temporäre Landepunkte sind meist Inseln, auf denen etwa lokale Gottheiten (Kalypso, Meeresgötter etc.) wohnen, die vom Götterrat/Zeus Aufträge erhalten können (vermittelt durch Hermes). VI: Die Irrfahrt wird hier deutlich als eine Bewegung des ankommenden Aufbrechens. Odysseus strandet bei den Phäaken, muss aber sofort die Insel wieder verlassen. Die Phäaken sind selbst ein vielfach herumgereistes Volk, vertrieben von den Zyklopen, Poseidon, der Meergott, steht ihnen nahe, sie bauen vor allem Schiffe, also Mobiles, der Weiterfahrt dienlich. (doch sind die Phäaken Fremden &#039;nicht allzu gewogen, VII, 32) Weiterhin spielt das Moment des Erwachens eine Rolle: das Meer verwirrt und erschöpft Odysseus, doch bedeutet Meer zugleich Bewegung, mögliche Heimkehr, unumgängliches Medium des Weiterkommens zwischen Inseln. An Land erwacht er, reinigt sich von der Irrfahrt, wird empfangen, spürt menschliche Wärme (das Humane erscheint wie eine Insel im Sturm), weibliche Reize (wie schon bei Kalypso), lernt also auch das Verlockende der Fremde und der Irrfahrt kennen, doch zieht es ihn wieder auf das Meer, zur Abfahrt, zur Konfrontation mit den Naturkräften, bis zum nächsten Erwachen und Reinigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Erzählstruktur&lt;br /&gt;
I-V: Der Schwung der Erzählung, und das dominante Reseau für Verweise, ist die Ilias. Bis zum 5. Gesang ist die Erzählung recht ereignisarm, aber sehr reich an Verweisen, die oft an Namen und Einzelpersonen sowie ihre Geschichten  gekoppelt sind. Insfoern zeigt sich die Odyssee als eine sehr breit vernetzte Erzählung, die eher langsam fortschreitet. Hinzu kommt die Abwesenheit des Protagonisten bis zum 4. Gesang, hiervor die Telemachie/Telemachos, beide Handlungsstränge (Telemachos/Odyssee) werden später im 15. oder 16. Gesang wieder zusammengeführt. Gabelungsstruktur. &lt;br /&gt;
XV, 221ff: Einbau langer Genealogien, viele Referenzen zu anderen Geschichten, deren Motive (Untreue-Treue, Schicksal, Leid, Irrfahrt) indirekt die Motive der Hauptgeschichte stärken. Dazu teils zirkuläre, ringförmige Struktur der Erzählungen, und Ineinander-Verwoben-Sein. Siehe hierzu auch den Kommentar von Hxter/Fitzgerald.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Odysseus, der Antiheld?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Odysseus handelt oft so, wie die Götter es wollen, und überwindet seine Gegner nach göttlichen Anweisungen - Ausnahmen hiervon stellt etwa der Zyklopen-Konflikt dar. Dazu ist auffällig, dass es mehrmals - bei Kalypso und Kirke - sehr lange Aufenthalte bei Frauen verbringt, mit denen er sich offensichtlich bei Speis und Trank vergnügt. Bei Kirke bleibt er ein Jahr - obwohl er vorher sagte, vor Heimkehr-Schmerz fast zu sterben, und sich in das offene Meer werfen wollte, als sein Schiff durch strake Winde in die falsche Richtung trieb. (x. Gesang)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Die Unterwelt - Ort der Geschichte, Quelle des Supertexts?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im XI. Gesang hört Odysseus im Hades von den Toten das Gewebe, das die Geschichte der Menschen und Götter formt, als ein Referenzraum schier unendlicher Einzelschicksale, Götter, Helden und normale Menschen vereinend. Odysseus erfährt hier zugleich von Theiresias seine Zukunft, insofern scheint ein Supertext präsent, der auch zukünftige Ereignisse umfasst. Odysseus flieht letzten Endes von diesem Ort, als ihn zu viele Geschichten und Tote umdrängen, ganz so, als verlöre er sich in ihnen. Zugleich ist die Unterwelt aber negativ konnotiert, eine Welt des Verrotens, der Untätigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Schwelle und Ereignis&lt;br /&gt;
XVI, 12: Telemachos steht im Moment der Wiedererkennung in der Schwelle der Sauhirten-Hütte, XVI, 415: penelope steht in der Schwelle zum Haus der Freier, um Telemachos zu retten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Literatur, Quellen &amp;amp; Links===&lt;br /&gt;
====Basisliteratur====&lt;br /&gt;
* [http://www.digbib.org/Homer_8JHvChr/De_Odyssee Die Odyssee von Johann Heinrich Voß bei DigBib.Org]&lt;br /&gt;
* [http://www.gradesaver.com/the-odyssey/study-guide/short-summary The Odyssey Summary]&lt;br /&gt;
* [http://www.bookdrum.com/books/the-odyssey/9780140449112/glossary.html The Odyssey Glossary]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Zusatzquellen====&lt;br /&gt;
*[[Media:Bowra-Heldendichtung-1964.pdf‎]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Powell-Homer-2007.pdf‎]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Doherty-Odyssee-Oxford-Readings-2009.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hölscher-Odyssee-Epos-Märchen-Roman-1989.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Heubeck-Introduction-Commentary-Odyssey-1988-Auszug.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Burgess-Performance-Epic-Cycle-2004.pdf‎]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Monro-Epic-Cycle-1884.pdf‎]]&lt;br /&gt;
*[[Media:West-Rise-Greek-Epic-1988.pdf‎]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Dowden-Homer&#039;s-sense-of-text-1996.pdf‎]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Aufbau_der_Odyssee_Fabian_Zogg_Feb_08.pdf‎‎]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Schoder-Odysseus-Route-1987.pdf‎]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Rudermann-Odysseus-Enlightenment-1999.pdf‎‎]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Rainer-Hybris-Odysseus-1991.pdf‎]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Pache-Odysseus-at-Troy-2000.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McDonell-Tactic-Odysseus-1936.pdf‎]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kullmann-Gods-Men-Odyssey-1985.pdf‎‎]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gresseth-Gilgamesh-Epic-Homer-1975.pdf‎]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Finkelberg-Odysseus-Hero-1995.pdf‎]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Comay-Adorno-Sirene-Song-2000.pdf‎‎]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Coleman-Odysseus-Iliad-1927.pdf]]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/zpfHCfJlu5o TV-Beitrag ZDF; Terra X - 27 - Kreuzfahrt mit Odysseus - Im Kielwasser eines Mythos - Teil 1]&lt;br /&gt;
* [http://youtu.be/Pw9Y9kUMgF4 TV-Beitrag ZDF; Terra X - 28 - Kreuzfahrt mit Odysseus - Im Kielwasser eines Mythos - Teil 2]&lt;br /&gt;
*[[Media:Adorno-horkheimer-odyssee.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Urhebergeschützt====&lt;br /&gt;
der Benutzername ist Gilgamesch - das Passwort ist der Freund&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/Odyssee.zip Hörspiel - 280 MB] - Quelle: http://www.amazon.de/Ilias-Odyssee-CDs-Walter-Jens/dp/3939375039&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
===Textgenese===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Antike ====&lt;br /&gt;
* Urfassungen jahrhundertelang durch Sänger (Rhapsoden) - metrische Rhythmus und Verse als Gedächtnisstütze&lt;br /&gt;
* Erste Schriftliche Fassungen entstanden 720 v.Chr. - dabei Einfügung der einführenden Gesänge der Telemachie&lt;br /&gt;
** evtl. Zusammenfügung - Odysseus kommt heim und tötet Freier und Seefahrergesch.&lt;br /&gt;
* 6 Jhd. v. Chr - Erstellung einer neuen textkritische Fassung auf Staatskosten in Athen durch Peisistratos&lt;br /&gt;
* ca. 500 v. Chr. - Versuch der Lokalilsierung der Geschichte durch Herodot&lt;br /&gt;
*Weitere frühe Zeugnisse des gewaltigen Einflusses der „Odyssee“ sind die Tragödien „Aias“ (450 v. Chr.) und „Philoktet“ (409 v. Chr.) des Sophokles sowie „Hekabe“ (424 v. Chr.) des Euripides?. Auch das Werk des römischen Dichters Ovid ist reich an Bezügen auf die „Odyssee“ und seinen Helden, wobei der Held Odysseus nicht nur gelobt, sondern auch getadelt und verspottet wird. &lt;br /&gt;
*300 v. Chr.- Berliner Homer Papyrus - Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin&lt;br /&gt;
*300 v. Chr. - Erster versuch der lokalisierug durch Erastothenes&lt;br /&gt;
* 288 v. Chr. Fassungen auf denen  die Heutigen vermutlich basieren -  erstellt durch drei Bibliotheksvorsteher der Bibliothek von Alexandria&lt;br /&gt;
**Zenodotos von Ephesos teilt in 24 Bücher auf&lt;br /&gt;
*200 v. Chr.- Londoner Homer Papyrius&lt;br /&gt;
* Vergil („zweiter Homer“) nahm sie sich zum Vorbild, als er die Aeneis schuf. Er schildert darin das Schicksal des trojanischen Helden Aeneas, den es nach der Zerstörung der Stadt ebenfalls in aller Herren Länder verschlägt, bevor er sich in Italien niederlässt und zum mythischen Stammvater der Römer wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neuzeit ====&lt;br /&gt;
*Die älteste erhaltene Handschrift der ganzen Odyssee wurde im Konstantinopel des 12. Jahrhunderts angefertig&lt;br /&gt;
*Inkunabeln, Erstdrucke, der Odyssee stammen aus dem 15. Jahrhundert&lt;br /&gt;
*17. Jahrhundert Erste Übertragungen&lt;br /&gt;
**Salomon Certon 1604 ins Französische &lt;br /&gt;
**George Chapman (1616) und von Alexander Pope (1713) ins Englische.&lt;br /&gt;
**Johann Heinrich Voss (1781) ins Deutsche (metrische Übersetzung gilt als Klassiker) Gustav Schwab (19. Jahrhundert.) -&amp;gt; bekannteste Prosa-Übertragung &lt;br /&gt;
*1795 Homerforschung beginnt durch Wolf - These: Hat Homer evtl. nur Telemachie eingefügt? Grundlage von Wolfs Theorie war die Schriftlosigkeit der frühen Jahrhunderte; 1871 wurde die Schriftlichkeit der frühen Griechen jedoch durch einen Fund von etwa 740 v. Chr. bewiesen&lt;br /&gt;
*nach Schoch (1926) Versuch einer astronomischen datierung - These: Odysseus kam 1178 zurueck nach Ithaka&lt;br /&gt;
*durch die Odyssee inspiriert&lt;br /&gt;
**Odysseus gilt daher als literarisches Vorbild für so unterschiedliche Figuren wie Goethes „Faust“ oder Jules Vernes Kapitän Nemo, dessen lateinischer Name (deutsch: „Niemand“) der Kyklopen-Episode entnommen ist.&lt;br /&gt;
**Ulysses von James Joyce (1922) - Es schildert einen Tag, den 16. Juni 1904, im Leben des Anzeigenverkäufers Leopold Bloom, der durch Dublin streift, dabei alltägliche Dinge erlebt – die aber exakt mit Odysseus’ Abenteuern korrespondieren – und der spät nachts zu seiner Frau Molly heimkehrt.&lt;br /&gt;
**Musik und Film&lt;br /&gt;
***Il ritorno d&#039;Ulisse in patria (Die Heimkehr des Odysseus, Venedig 1641) von Claudio Monteverdi&lt;br /&gt;
***Georg Friedrich Händels letzte Oper Deidamia (London 1741)&lt;br /&gt;
***Der Komponist August Bungert schuf nach der Odyssee in den Jahren 1898–1903 nach dem Vorbild von Richard Wagners Der Ring des Nibelungen eine ähnliche Tetralogie mit vier Opern unter dem Titel Homerische Welt mit den vier Teilen Kirke, Nausikaa, Odysseus’ Heimkehr und Odysseus’ Tod.&lt;br /&gt;
***Die Odyssee von Fritz Lang - nicht fertiggestellt&lt;br /&gt;
***Die Fahrten des Odysseus mit Kirk Douglas (1954)&lt;br /&gt;
***Jean-Luc Godards Die Verachtung (1963) spielt am Set einer Odyssee-Verfilmung von Fritz Lang (gespielt von Fritz Lang)&lt;br /&gt;
***Stanley Kubricks Science-Fiction-Klassiker 2001: Odyssee im Weltraum (1968)&lt;br /&gt;
***O Brother, Where Art Thou? von Ethan und Joel Coen greift Elemente der Odyssee (2000)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Homer===&lt;br /&gt;
===Griechische Götterwelt===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Götter –und Göttinnen&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Rolleder Göttinnen „... kann uns auch generellüber den sozialen Status der Frau in der damaligen Zeit wertvolle Hinweisegeben. Dies, weil die religiösen Anschauungen einer Gesellschaft in vielerHinsicht den Gesellschaftsaufbau widerspiegeln, dem diese Anschauungenentsprungen sind. Eine große Anzahl weiblicher Gottheiten mit hohem Statusdeutet z.B. darauf hin, daß die Frau generell in dieser Gesellschaft großesAnsehen genoß.“ [1]&lt;br /&gt;
Die unsüberlieferten Berichte von Göttern der Griechen ergeben sich größtenteils ausden Epen Homers und der TheogonieHesiods. Die vorolympischen Götter, die wir hier vernachlässigen wollen,tauchen nur bei Hesiod auf. &lt;br /&gt;
Hesiods „...Ansichten über Götter und Menschenprägten die Vorstellungen der Griechen von ihren Göttern, gründeten aberwahrscheinlich selbst auf dem Glauben, der von der Bevölkerung in derGesamtheit geteilt wurde; so konnte seine Theogonie zur maßgeblichengriechischen Genealogie und Entwicklungsgeschichte der Götter werden.“ [2]&lt;br /&gt;
Sie istauch insofern von Bedeutung, daß das olympische Göttergefüge auf Vorläuferzurückblickte, die weiblichen Gottheiten Raum eingeräumt hatten.[3]     &lt;br /&gt;
Diefolgende Darstellung der olympischen Göttinnen kann nur eine zeitumspannendesein und erfaßt nicht das Götterbild des 5. Jh., denn eine Differenzierungbezogen auf einzelne Jahrhunderte ist hier aufgrund der Quellenproblematik kaumzu leisten.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
DiePersönlichkeit der zwölf wichtigstenolympischen Götter und Göttinnen sei an dieser Stelle kurz zusammengefaßt:&lt;br /&gt;
Zeus, derHerr der Götter, gilt als Träger der Rechtshoheit und verbindet in sich Kraftund Gerechtigkeit. Er wird aufgrund seiner Macht zum Garanten von Recht undOrdnung in der Gesellschaft.&lt;br /&gt;
SeineEhefrau ist Hera. Sie gilt als Beschützerin der rechtmäßigen Ehe und damiteiner familiären Ordnung und einer Gesellschaft, die die Menschen davorbewahren soll, wieder in einen Urzustand der Wildheit zurückzufallen.[4]Die Beziehung von Zeus und Hera wird als Dauerkrieg mit sexuellenUnterbrechungen dargestellt. Obwohl Hera im Unterschied zu Zeus stets treubleibt, ist sie ihm jedoch nicht bedingungslos unterworfen, sondern fordert ihnheraus und überlistet ihn teilweise auch. Über die Geburt der Athena aus Zeus’Haupt ist Hera dermaßen zornig, daß sie daraufhin ohne männliche Beteiligungden Hephaistos gebiert[5]:im Gegensatz zu der kriegerischen Athene ein Krüppel und damit ein Symbol fürdie Folgen von eigenständigem Handeln von Frauen.&lt;br /&gt;
Hephaistos,der Gott des Handwerkes, ist mit Aphrodite verheiratet, wird von dieser aberaufgrund seiner Lahmheit verschmäht. &lt;br /&gt;
Aphroditeals Göttin der Liebe und Zeugung verkörpert einen grundsätzlich anderenBereich. Schon ihre Geburt aus dem Schaum des Meeres, der die Geschlechtsteiledes Gottes Uranos umgab, versinnbildlicht ihre Rolle als Göttin derFruchtbarkeit.[6] Alsquasi Gegengöttin zur Schützerin der Ehe - Hera - wird sie mit erotischemBegehren in Verbindung gebracht und verkörpert, obwohl verheiratet, nicht immindesten Ehe und Familie. Aphrodite begeht als einzige Göttin u.a. mit Ares,der aufgrund seiner Raserei und seines unstillbaren Tötungsdranges alsKriegsgott gilt[7],Ehebruch, was ihr als Liebesgöttin, zudem mit einem unvollkommenen Mannunglücklich verbunden, scheinbar nicht negativ angerechnet wurde.[8]&lt;br /&gt;
Die Verbindungder weiblichsten der Göttinnen mit dem männlichsten der Götter wurde wohl alsgleichsam natürlich akzeptiert.&lt;br /&gt;
AlsVerkörperin der „unkontrollierbarenUrkraft der Sexualität“ [9]wird sie oftmals mit den orientalischenFruchtbarkeitsgöttinnen in Zusammenhang gebracht.[10]Die Gefährlichkeit, die Aphrodite zugeschrieben wird, macht vor allem dieTatsache aus, daß sie gut scheint, aber dabei Böses vollbringt. Eine Parallele,die auf die erste Frau Pandora verweist.[11]Auch die Verbindung von sexueller Attraktivität,  Leichtfertigkeit und Trügerei geht in dieseRichtung. Allerdings ist in PlatonsSymposion die Rede davon, daß Aphrodite doppelter Natur sei. Als AphroditeUranos, von Uranos ohne Zutun einer Frau gezeugt, steht sie für die reingeistige Liebe, als Aphrodite Pandemos, hervorgegangen aus einer Beziehungzwischen Zeus und Dione, verkörpert sie die sinnliche Liebe, die sowohlhomosexuell als auch heterosexuell sein konnte, während die geistige Liebeausschließlich eine Beziehung zwischen Männern symbolisierte[12].Aufgrund ihrer sinnlichen Seite galt Aphrodite den Prostituierten als heilig.[13]&lt;br /&gt;
Es wirdoftmals der Schluß gezogen, Aphrodite verkörpere die Schöpfungskraft der Naturund Hephaistos die der Technik.[14]&lt;br /&gt;
EineTochter des Zeus ist Athena, die auch zur Göttin der Polis Athen gemacht wurde.[15]Athena wird gewöhnlich mit Helm, Ägis und Speer dargestellt und „repräsentiert deshalb das patriarchalePrinzip unter den Frauen und die Tüchtigkeit des Männlichen.“ [16]Aufgrund ihrer Bewaffnung wird ihr eine Beschützerrollezugeschrieben. Sie ist gleichzeitig die Wahrerin der praktischen Intelligenzund damit gemeinsam mit ihrem Bruder Hephaistos sämtlichen (männlichen wieweiblichen) Handwerks. Hier, wo es um die praktische Seite geht, kann siescheinbar Männern wie Frauen zur Seite stehen.[17]In ihrer doppelten Funktion wurde sie als Schutzgöttin Athens verehrt. EineErscheinung, die keineswegs eine Ausnahme war. In etlichen griechischen Poleisfanden sich weibliche Schutzgottheiten[18],in vielen „Gründungsmütter“, auf die sich die Gesellschaft zurückführte und dienamentlich erwähnt sind.[19]Die weibliche Gottheit sollte hier zum einen Fruchtbarkeit und Ernährung unddamit das Wohlergehen der Bevölkerung schützen, zum anderen galt sie alsbewaffnete Beschützerin.[20]&lt;br /&gt;
Athena, diezum Teil in männlicher Gestalt ihren Günstlingen erscheint, ist der Typ dermaskulinen Frau, die ihren Aufgaben dadurch gerecht wird, daß sie in weitenTeilen ihre Weiblichkeit und Sexualität zurückdrängt. Als von einem Manngeborene Jungfrau ergreift sie ihrerseits bei Auseinandersetzungen stets fürdie Männer Partei, und schon ihre Geburt ohne weibliche Beteiligung ist einAusdruck dafür, daß der Vater der eigentliche und bedeutende Elternteil desKindes ist, über den als wesentlicher Bestandteil Weisheit vermittelt wird.&lt;br /&gt;
WeiteresKind des Zeus ist Apollon, der als vielfältige Gottheit von großer Bedeutungist. Apollon als Gott des Lichts, als Reiniger und Heiler besitzt großeWeisheit und kann außerdem in die Zukunft blicken. Er steht von daher an der Spitzegroßer Heiligtümer, so z.B. des Orakels von Delphi. Er ist außerdem der Garantvon Harmonie, Schönheit und der ästhetisch definierten Ordnung der Welt undspielte eine große Rolle im Bereich der Kultur, der Musik und Poesie.[21]&lt;br /&gt;
DenGegenpol zu Apollon bildet Dionysos - vermutlich orientalischen Ursprungs. AuchDionysos wird von Zeus allein aus seinem Schenkel geboren, in den er ihnverpflanzt hatte, als Dionysos’  Mutterstarb. Frauen spielen somit zwar bei der Zeugung, aber nicht bei derEntwicklung und Hervorbringung des Kindes eine zwingende Rolle.[22]&lt;br /&gt;
DasGegenstück zu Dionysos ist Demeter, die für die Fruchtbarkeit der Erde und dieKreisläufe der Natur steht, was besonders im Demeter/Persephone Mythos zumAusdruck kommt. Diese Göttin, die auch besonders mit dem Ackerbau in Verbindunggebracht wird, wurde besonders von Frauen verehrt.[23]&lt;br /&gt;
Auch dieZwillingsschwester des Apollon, Artemis, wird mit den Räumen außerhalb derPolis verknüpft, da sie oftmals als im Wald mit Pfeil und Bogen jagenddargestellt wird. Sie soll auch deshalb von den Amazonen verehrt worden sein.[24]Diese jungfräuliche Göttin versinnbildlicht die Riten der jungen Frauen, denÜbertritt vom Jungfrauendasein zum Ehefrauenleben und ist die Schutzgöttin desweiblichen Lebenszyklus. Sie wurde  vonFrauen kultisch geehrt.[25]  Artemis versinnbildlicht u.a. Menstruation,Niederkunft und Tod.[26]&lt;br /&gt;
Hermes,auch als Götterbote bekannt, symbolisiert die Figur des Boten und desReisenden. Diese Aufgabe umfaßt das Knüpfen von zwischenmenschlichen Kontaktenebenso wie jede Form von Handel und das Geleiten der Toten von der diesseitigenin die jenseitige Welt.[27]&lt;br /&gt;
Poseidon,der Bruder des Zeus, der als Beschützer der Seefahrer für die Griechen vongroßer Bedeutung war, ist als Gottheit vermutlich mykenischen Ursprungs. Ihmfällt im Gegensatz zu Zeus, der Himmel und Erde beherrscht, die Macht über dasMeer zu.[28]&lt;br /&gt;
Im Kreiseder olympischen Göttinnen befinden sich somit solche, die in vielem ihrenmenschlichen Pendants ähneln, mit der Ausnahme, daß sie nicht altern und sterben.Sie weisen dabei jedoch untereinander beträchtliche Unterschiede bezüglichihrer äußeren Erscheinung und ihrer Persönlichkeit, ihrer Funktion und ihrerBeziehung zu Menschen und anderen Göttern auf.[29]&lt;br /&gt;
Auffälligist, daß von vier bedeutenden olympischen Göttinnen zwei Jungfrauen sind:Athena und Artemis. Pomeroy geht hierbei davon aus, daß es sich bei ihnen nichtum Jungfrauen im Sinne von körperlicher Unberührtheit handelt, sondern daß sievielmehr als Jungfrauen verehrt wurden, weil sie nie eine monogame Eheeingingen.[30]Diese Göttinnen genießen aufgrund ihrer Ungebundenheit große Freiheit undUnabhängigkeit. Sie sind kraftvoll, haben männliche Züge und können sich selbstverteidigen. Zeus garantiert den jungfräulichen Göttinnen Schutz und Ehre. Sozeichnet in der Theogonie Zeus diejungfräuliche Göttin Hekate vor allen aus, überreicht ihr wertvolle Geschenkeund räumt ihr vielfältige Freiheiten ein.[31]Die Göttinnen mit den kraftvollsten und männlichsten Zügen dürften Athena undArtemis sein, die jedoch teilweise ebenfalls weibliche Tätigkeiten ausüben z.B.Weben. Andere jungfräuliche Göttinnen führen ein eher frauliches Leben, so z.B.Hestia, die Schwester des Zeus, die permanent inmitten des Haushaltes sitzt undden Herd bedient.[32]&lt;br /&gt;
Dennochsind diese jungfräulichen Göttinnen seltene Ausnahmen. Der Großteil derGöttinnen ist verheiratet und hat Kinder.[33]Daß Göttinnen ihre Eigenständigkeit während der Ehe suchen und ggf. ihrenEhemann betrügen, ist mit Aphrodite der absolute Ausnahmefall.[34]&lt;br /&gt;
VieleGottheiten unterhalten Beziehungen zu Menschen, die sowohl freundschaftlicherwie sexueller Natur sein können. Freundschaftliche Beziehungen zu Menschenunterhalten oftmals die jungfräulichen Göttinnen Athena oder Artemis.[35]Beziehungen zwischen Göttinnen und Menschen sowohl sexueller wie auchfreundschaftlicher Art sind ausgeglichener als die zwischen männlichen Götternund sterblichen Frauen, wo nahezu immer Sexualität im Spiel ist und der Gotteindeutig das dominierende Element darstellt. Erotische Beziehungen von Göttinnenzu sterblichen Männern werden von den Göttern oftmals mit Eifersucht betrachtetund teilweise auch gerächt.[36]Scheinbar erwarten die Götter, daß die Göttinnen nur mit Männern gleichenStandes, also mit Göttern, verkehren, während sie selbst ungestraft sexuelleBeziehungen sowohl zu Sterblichen als auch zu Unsterblichen unterhalten dürfen.Eine Erscheinung, die an die athenische Gesellschaft erinnert, wo der Bürgervollkommene sexuelle Freiheit genoß, während eine Bürgerin ihrem Ehemann treuzu sein und vor der Ehe jungfräulich zu bleiben hatte. Die Betrachtung derBeziehung zwischen Göttern und sterblichen Frauen ergibt, daß diese Affärenoftmals mit großem Leid für die Frauen verbunden sind. Abgesehen davon, daß dieVergewaltigung durch Götter kein Einzelfall ist, hat die Frau, oftmals passivesOpfer des Gottes, ein Kind auszutragen und ihr Dasein als ledige Mutter zufristen. Beispiele für erotische Beziehungen zwischen männlichen Göttern undsterblichen Männern sind gering, aber vorhanden. Offenbar wurde die sexuelleAnziehungskraft zwischen Männern im Mythos wenn auch nicht vertieft, so dochakzeptiert.[37] &lt;br /&gt;
Neben dersexuellen Freizügigkeit, die bei männlichen Göttern nie Anstoß erregt, wirdeinigen von ihnen, so Zeus oder Apollon, ein Tätigkeitsfeld zugesprochen, dasalle menschlichen Bereiche umfaßt und in dieser Form von keiner Göttin erreichtwird.[38]&lt;br /&gt;
„So übernehmen beispielsweise Zeus und Apollon dieRolle des Herrschers, des Intellektuellen, des Richters, des Kriegers, desVaters und des Partners sowohl in homosexuellen wie in heterosexuellenLiebesbeziehungen.“ [39]&lt;br /&gt;
Die Rolleder Götter im olympischen Geschlechtergefüge ist sowohl nach innen wie nachaußen eine dominante. Auch wenn die Göttinnen und deren Kinder über besondereRechte und Pflichten verfügen, befinden sie sich doch in untergeordneterStellung und die griechische Götterwelt stellt sich als patriarchalischeOrdnung dar.[40]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[1] Valgard/Wessel, a.a.O., S.203.&lt;br /&gt;
[2] Pomeroy, a.a.O., S. 2.&lt;br /&gt;
[3] So z.B. der ErdgöttinGaia.&lt;br /&gt;
[4] Hierzu Cambiano in: Vernant,Mensch, a.a.O., S. 109.&lt;br /&gt;
[5] Nach Pomeroy, a.a.O., S.10 f.&lt;br /&gt;
[6] Dieser Gedanke beiLefkowitz, Töchter, a.a.O., S. 140.&lt;br /&gt;
[7] Dazu Vegetti in: Vernant, Mensch, a.a.O., S. 313.&lt;br /&gt;
[8] Nach Pomeroy, a.a.O., S.9.&lt;br /&gt;
[9] Vegetti in: Vernant, Mensch, a.a.O., S. 312.&lt;br /&gt;
[10] Siehe ebd.&lt;br /&gt;
[11] So Lefkowitz, Töchter, a.a.O., S. 140.&lt;br /&gt;
[12] Das wird auch in Platons Symposion deutlich.&lt;br /&gt;
[13] Vgl. Pomeroy, a.a.O., S. 9.&lt;br /&gt;
[14] So Vegetti in: Vernant, Mensch, a.a.O., S. 312 f.&lt;br /&gt;
[15] Vgl. Cambiano, ebd., S. 110 f.&lt;br /&gt;
[16] Ebd., S. 110.&lt;br /&gt;
[17] Nach Pomeroy, a.a.O., S.7.&lt;br /&gt;
[18] Z.B. in Samos oderEphesos.&lt;br /&gt;
[19] Siehe Lefkowitz, Töchter, a.a.O., S. 41.&lt;br /&gt;
[20] Dazu Pomeroy, a.a.O., S.6.&lt;br /&gt;
[21] Vgl. Vegetti in: Vernant,Mensch, a.a.O., S. 310 f.&lt;br /&gt;
[22] Nach Lefkowitz, Heroines, a.a.O., S. 21.&lt;br /&gt;
[23] Hierzu Vegetti in:Vernant, Mensch,a.a.O., S. 312.&lt;br /&gt;
[24] Dazu Pomeroy, a.a.O., S.8.&lt;br /&gt;
[25] Hierzu Vegetti in:Vernant, Mensch, a.a.O., S. 311.&lt;br /&gt;
[26] Vgl. Pomeroy, a.a.O., S. 8.&lt;br /&gt;
[27] Vgl. Vegetti in: Vernant,Mensch,  S. 312.&lt;br /&gt;
[28] Hierzu Cambiano, ebd., S.110.&lt;br /&gt;
[29] Vgl. Pomeroy, a.a.O., S.5.&lt;br /&gt;
[30] Dieser Gedanke ebd., S.8.&lt;br /&gt;
[31] Hierzu Hesiod nachLefkowitz, Töchter, a.a.O., S. 36 f.&lt;br /&gt;
[32] Dazu ebd, S. 73.&lt;br /&gt;
[33] So ebd. S. 37.&lt;br /&gt;
[34] Nach Lefkowitz, Heroines, a.a.O., S. 43.&lt;br /&gt;
[35] Wobei Artemis dieDistanziertere ist, während das Verhältnis von Athena zu den Menschen oftmalsvon Hilfsbereitschaft und Vertrauen geprägt ist.&lt;br /&gt;
[36] So wurde Jason nachseiner Liebesaffäre mit Demeter vom tödlichen Blitzschlag des Zeus getroffen.&lt;br /&gt;
[37] Siehe Pomeroy, a.a.O., S.14 ff.&lt;br /&gt;
[38] Hierzu ebd., S. 11 f.&lt;br /&gt;
[39] Ebd., S. 12.&lt;br /&gt;
[40] Siehe Lefkowitz, Töchter, a.a.O., S. 38.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur Entwicklung der Schrift in Griechenland ===&lt;br /&gt;
Schon Jahrhunderte vor Entstehung des griechischen Alphabets war die griechische Sprache schriftlich festgehalten worden. Die mykenische Kultur verwendete vom 14. bis 12. Jahrhundert v. Chr. eine Silbenschrift, die aus der Schrift der Minoer Kretas entwickelt worden war. Nach dem Untergang der mykenischen Kultur geriet sie aber während der sogenannten „dunklen Jahrhunderte“ (12.–9. Jahrhundert v. Chr.) wieder in Vergessenheit. Einzig auf Zypern hielt sich die kyprische Schrift, die den kretisch-minoischen Schriften nahe stand. Das griechische Alphabet steht in keiner Verbindung dieser Silbenschrift.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Alphabet stammt von dem phönizischen Alphabet ab. Die genauen Umstände sowie Ort und Zeit der Entstehung sind weitgehend unbekannt. Wahrscheinlich geschah die Übernahme im 9. Jahrhundert v. Chr., auch wenn manche Forscher einen früheren Zeitpunkt annehmen. Als Entstehungsorte werden Euböa, Kreta, Rhodos und Zypernvorgeschlagen. Die ersten überlieferten griechischen Inschriften, auf der Dipylon-Kanne von Athenund dem Nestorbecher von Pithekussai, stammen aus dem frühen 8. Jahrhundert v. Chr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Resümee==&lt;br /&gt;
Ich hatte jetzt hier die Resümees von Matthias und Tobias erwartet, die ja schon vorlagen.&lt;br /&gt;
Aber dann fängt es eben mit meinem (wenn auch im Zirkel nicht ganz konsensfähigen) Fazit an:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adorno hat Recht!&lt;br /&gt;
Die Odyssee ist der Anfang vom Ende der Götter. (Die Götterdämmerung!):&lt;br /&gt;
Odysseus selber ist zwar zutiefst im alten Glauben an den göttlichen Kosmos und seine Magie verwurzelt. U.a. zeigt sich das darin, dass er sich Polyphem gegenüber als &amp;quot;Odysseus&amp;quot; zu erkennen gibt, zu erkennen geben muss. Er tut das aus tief empfundener Angst, tatsächlich &amp;quot;Niemand&amp;quot;, nicht existent zu sein, wenn seine entsprechende Selbstbenennung gehört, akzeptiert und unwidersprochen bliebe. Das Wort hat Zauberkraft.&lt;br /&gt;
Und auch wenn der &amp;quot;listenreiche&amp;quot; Odysseus (oder, wie ich finde treffender, &amp;quot;der göttliche Dulder&amp;quot;) diesbezüglich sehr traditionell und auch kaum aus sich heraus listig, klug ist, so zeigt die Odyssee doch, dass List als Instrument zur Entzauberung des Göttlichen funktioniert.&lt;br /&gt;
Interessanteste Figur ist für mich &amp;quot;Zeus blauäugichte Tochter Athene&amp;quot;. Sie treibt ein perfides Spiel: Sie ist es, die dem &amp;quot;herrlichen Dulder&amp;quot; die Instrumente zur Entzauberung des Göttlichen an die Hand gibt (z.B. durch minutiösen Fahrplan zur Versenkung der Sirenen (denn die werden - wir wissen es - nie wieder singen)), um später das Göttliche als Institution noch einmal zu retten, indem Sie den Helden in eine Situation treibt, aus der er ohne sie, ohne göttliche Hilfe und damit Anerkennung des Göttlichen, nicht mehr heraus kommt (vgl. XX, 45 ff).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Augenblick hat das gereicht, langfristig nicht. Athene hat hier einen historischen Fehler begangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andreas, 8.1.14&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
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		<title>Odyssee</title>
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		<updated>2012-06-15T11:11:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* Griechische Götterwelt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==1. Symposien==&lt;br /&gt;
* 1.Juni Rapfenangeln in Alt Schadow - siehe auch [http://www.schneelaeufer.de/2011_Rapfen unsere Fotos]&lt;br /&gt;
* 23. Juni 2011 - 20:30 Uhr bei Matthias. Themen: Übersicht über die griechische Götterwelt (Andreas), zur Person Homers (Matthias), Versionen und Tonscherben - Textgenese (Tiemo)&lt;br /&gt;
* 17. August 2011 - 20:30 Uhr bei Tobias. Themen: ...&lt;br /&gt;
* 27.Mai 2012 - Bulettenessen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1. Juni - 20:30 bei Matthias: Lesen I-III&lt;br /&gt;
* ??? - 20:30 bei Tiemo: Lesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==2. Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fragen, Kurzeinträge ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1) II-III: Adlermotiv der Weissagung (etwa II/148): der Adler als Mittler zwischen Gott und Mensch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2) III: Kuhritual: ausführliche Schlachtungsbeschreibung, Gewalt (Axthieb), Braten von Fleisch etc. Warum diese sinnlich-physische Nähe zum Ritual? Übergang Leben-Tod am Bsp. der Tiere?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3) II/III: Doppelbewegung: Odysseus ist auf der Rückkehr, Telemachos verlässt die Heimat (fährt mit Athene zu Pylos etc.), um zu erkunden, wo der Vater ist. Was bedeutet die Doppelbewegung? Negativer Fokus auf Machtvakuum am Hof des Odysseus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Reise-Entfremdung-Rückkehr: Selbstfindung, Weisheit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Odyssee, Gilgamesch, Beowulf und Nibelungen geht es immer zentral um eine Ausfahrt, ein sich entfernen von der sogenannten Heimat, der Geburtsstadt, des eigenen Landes, der eigenen Leute (zur Definition dieses Ursprungs: siehe Fragekatalog in den ersten beiden Gesängen der Odyssee an die Heimat des Fremden, etwa die verkleidete Pallas Athene oder an Telemachos bei Nestor). Durch die Entfremdung kommt es zu einer Auseinandersetzung, Veränderung des Entfremdeten und erneuten Rückkehr in das Bekannte, das nun verändert wird oder einen neuen Status erhält, der jeweils neu zu bestimmen wäre. Im NL wird diese Rückkehr durch den Tod Siegfrieds als Kontinuität einer Person unterbrochen, aber durch die Rückkehr von Hagen etc. an Siegfrieds Hof fortgesetzt. Der Bruch der Rückkehr ist handlungstragend, Rückkehr ist rächende Wiedereinrichtung des Rechten, analog zur rückkehrenden Irrfahrt von Odysseus. Vernetzte Themen: der Fremde, der Held, Entwicklung, Rache/Vergeltung, Gastfreudnschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der entfremdete Held&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stark auf ein oder zwei Protagonisten zentriert, geht es in allen Epen um einen zentralen Entfremdungsprozess durch Schlüsselereignisse (Krieg, Irrfahrt, Götterintervention, enttäuschte Liebe oder Freundschaft, Tücke ...). Thema vernetzt mit: Erfahrung (durch Entfremdung, Schlüsselereignis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Entwicklung durch Erfahrung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erfahrungen, vor allem durch Alter (Summe der Erfahrungen, Weisheit) und Schlüsselereignisse (tiefe Erfahrungen) spielen neben dem Transfer von Wissensebenen (etwa von der göttlichen zu der menschlichen) eine Erzählungs-konstituierende Rolle, außer in den NL bzw. ohne positive Rückläufigkeit im NL (Erfahrung wird in die Geschichte nicht re-investiert)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Schlüsselereignis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Epen sind auf eine relativ kleine Anzahl von Schlüsselereignissen hin konzipiert, die eine weit über die betroffenden Personen hinaus geltende Bedeutung tragen. Verbundne mit: Meta-Erzählungen, Schicksal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Meta-Erzählungen und Schicksal&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, wie die Odyssee teils eines Großzyklus (Argonauten etc.) ist, tritt das Motiv verwebter Geschichten (vielleicht nicht so strak in Gilgamesch?) in allen Epen auf, und zwar durch komplexe &#039;Gewebe&#039; syn- und diachron. Anschaulich in der Odyssee als Gewebe der Horen? Stelle suchen. Das Erzähl-Gewebe ist teil eines Schicksals, das weder von Göttern noch von Menschen ganz kontrolliert wird und scheinbar passiv &#039;gestrickt wird&#039; (Horen, Nornen etc.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Gastfreundschaft und Rituale&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eng verbundne mit den Themen der Entfremdung, des Fremden und der Freundshcaft, ist Gastfreundschaft ein verbindendes Thema, dessen Eigengehalt schwer zu bestimmen ist. Es verbindet zunächst die Ausfahrten, indem eine Person von A in B ankommt, dann verbindet es Teilnehmer eines Schlüsselereignisses untereinander, dann allgemein Freunde und Menschen und Götter. Es ist verbunden mit Ritualen und formellen (höfischen) Abläufen, die sich auch im Götterritual (Kuh schlachen in der Odysee 3. Gesang etc.) wiederfínden. In der Odysee wird der Bruch der Gastfreudnschaft, deren Pervertierung durch die Freier, zum Grundmotiv der rächenden Rückkehr. Zur Gastfreundschaft gehören elementar: Wein/Met, Rinder/Schweine, Feuer, Erzählungen und Gesänge, Respekt/Aufmerksamkeit/Achtung, Demut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übergreifende Thesen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. List, Erfindung, Erfahrung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Odyssee kommt es zu einer Autonomisierung der Gestaltung des Handlungsverlauf durch handelnde Menschen mit List, Erfindung und Erfahrung, gegenüber der Götterwelt und den Naturgewalten. Es gilt zu prüfen, inwieweit diese rezeptionsgeschichtlich gewichtige Einschätzung unter dem Titel der Individualisierung des Weltbezugs und der Immanenz menschlichen Seins (Selbstverantwortlichkeit, Selbstreferentialität, etc., etwa bei Adorno/Horkheimer)zutrifft, oder ob der Mensch dorch nur Marionette der Götter und eines unbekannten Schicksals ist. Stellen:&lt;br /&gt;
- II/32-34: (Zeus): Welche Klagen erheben die Sterblichen wider die Götter! Nur von uns, wie sie schrein, kommt alles Übel; und dennoch Schaffen die Toren sich selbst, dem Schicksal entgegen, ihr Elend.&lt;br /&gt;
- I/II: Zeus und Athene planen den Verlauf der Handlung, in den Telemachos und Odysseus eingebunden werden sollen. Ist das schon Vorherbestimmung oder nur Götter-Strategie?&lt;br /&gt;
- es geht immer wieder um den listenreichen, erfindungsreichen Odysseus, und, spiegelbildlich dazu, um die listenreiche Penelope (II/115ff.).&lt;br /&gt;
- II/III: Weissagung, Deutung des Schicksals als dem Individuum vorauslaufende Entscheidungsebene im Adlermotif (etwa II/148, wiederkehrend im III): von Zeus geschickte Adler verkünden zeichenhaft das, was eintreten wird.&lt;br /&gt;
- II/101ff.: Interesante Doppelbewegung eines gewebten Schicksals durch die Horen (gewebe allerdings hier nicht im Text) und eines Gewebes der Penelope, mit dem sie die Hochzeit hinaisschiebt, da es nicht fertig wird. Pallas, könnt eman hier weiterdenken, nimmt das Schicksals-Gewebe selbst in die Hand, webst es, löst es wieder auf etc., hält dadurch die Handlung in einer Schwebe.&lt;br /&gt;
- Erfahrung durch Alter, vor allem im Kontext der Versammlung, des Rats, sehr häufig.&lt;br /&gt;
- der Kriegserfahrene (sehr häufig).&lt;br /&gt;
- II/252: klügliche reden&lt;br /&gt;
- II/347: sorgsame Klugheit&lt;br /&gt;
- II/373: (Telemachos) Ich handle nicht ohne die Götter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Versammlung und Rat&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durchgängiges Thema. Viele wichtige Entscheidungen werden durch Rat und Beratung im Zwiegespräch oder in der Versammlung unter Göttern und Menschen beschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Vater-Sohn-Beziehung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
I-III: Telemachos als Ebenbild seines Vaters, seinem Vater gerecht werden, ihn Rächen etc. Unterordnung vom Sohn, Stärke der Vorfahren, Schwäche der Nachkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Einebnung der Götter-Mensch-Beziehung, Ambivalenz der Macht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Götter-Mensch-Ebenen sind ineinander verwoben, durch miteinander zu erfüllende Absichten, Schicksalsbestimmungen, Leidenschaften, Liebe, Vorzüge, Listen etc. Alle Ebenen sprechen miteinander, verhaken sich, versuchen zu richten, beanspruchen Entscheidungsmacht, scheitern aber wieder, in einem ambivalenten Beziehungs- und Machtgefüge, das scheinbar zwischen Himmel und Erde seinen Ort hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Irrfahrt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier könnte das in der Moderne so bestimmende Thema des Sich-Verlierens in der Welt als menschliche Exisztenzkonstante anklingen, eng gekoppelt an das Thema der Selsbtfindung, der Individualisierung, der List und der Weisheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Literatur, Quellen &amp;amp; Links===&lt;br /&gt;
====Basisliteratur====&lt;br /&gt;
* [http://www.digbib.org/Homer_8JHvChr/De_Odyssee Die Odyssee von Johann Heinrich Voß bei DigBib.Org]&lt;br /&gt;
* [http://www.gradesaver.com/the-odyssey/study-guide/short-summary The Odyssey Summary]&lt;br /&gt;
* [http://www.bookdrum.com/books/the-odyssey/9780140449112/glossary.html The Odyssey Glossary]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Zusatzquellen====&lt;br /&gt;
*[[Media:Bowra-Heldendichtung-1964.pdf‎]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Powell-Homer-2007.pdf‎]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Doherty-Odyssee-Oxford-Readings-2009.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hölscher-Odyssee-Epos-Märchen-Roman-1989.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Heubeck-Introduction-Commentary-Odyssey-1988-Auszug.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Urhebergeschützt====&lt;br /&gt;
der Benutzername ist Gilgamesch - das Passwort ist der Freund&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/Odyssee.zip Hörspiel - 280 MB] - Quelle: http://www.amazon.de/Ilias-Odyssee-CDs-Walter-Jens/dp/3939375039&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==3. Ausführliche Themen==&lt;br /&gt;
===Textgenese===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Antike ====&lt;br /&gt;
* Urfassungen jahrhundertelang durch Sänger (Rhapsoden) - metrische Rhythmus und Verse als Gedächtnisstütze&lt;br /&gt;
* Erste Schriftliche Fassungen entstanden 720 v.Chr. - dabei Einfügung der einführenden Gesänge der Telemachie&lt;br /&gt;
** evtl. Zusammenfügung - Odysseus kommt heim und tötet Freier und Seefahrergesch.&lt;br /&gt;
* 6 Jhd. v. Chr - Erstellung einer neuen textkritische Fassung auf Staatskosten in Athen durch Peisistratos&lt;br /&gt;
* ca. 500 v. Chr. - Versuch der Lokalilsierung der Geschichte durch Herodot&lt;br /&gt;
*Weitere frühe Zeugnisse des gewaltigen Einflusses der „Odyssee“ sind die Tragödien „Aias“ (450 v. Chr.) und „Philoktet“ (409 v. Chr.) des Sophokles sowie „Hekabe“ (424 v. Chr.) des Euripides?. Auch das Werk des römischen Dichters Ovid ist reich an Bezügen auf die „Odyssee“ und seinen Helden, wobei der Held Odysseus nicht nur gelobt, sondern auch getadelt und verspottet wird. &lt;br /&gt;
*300 v. Chr.- Berliner Homer Papyrus - Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin&lt;br /&gt;
*300 v. Chr. - Erster versuch der lokalisierug durch Erastothenes&lt;br /&gt;
* 288 v. Chr. Fassungen auf denen  die Heutigen vermutlich basieren -  erstellt durch drei Bibliotheksvorsteher der Bibliothek von Alexandria&lt;br /&gt;
**Zenodotos von Ephesos teilt in 24 Bücher auf&lt;br /&gt;
*200 v. Chr.- Londoner Homer Papyrius&lt;br /&gt;
* Vergil („zweiter Homer“) nahm sie sich zum Vorbild, als er die Aeneis schuf. Er schildert darin das Schicksal des trojanischen Helden Aeneas, den es nach der Zerstörung der Stadt ebenfalls in aller Herren Länder verschlägt, bevor er sich in Italien niederlässt und zum mythischen Stammvater der Römer wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neuzeit ====&lt;br /&gt;
*Die älteste erhaltene Handschrift der ganzen Odyssee wurde im Konstantinopel des 12. Jahrhunderts angefertig&lt;br /&gt;
*Inkunabeln, Erstdrucke, der Odyssee stammen aus dem 15. Jahrhundert&lt;br /&gt;
*17. Jahrhundert Erste Übertragungen&lt;br /&gt;
**Salomon Certon 1604 ins Französische &lt;br /&gt;
**George Chapman (1616) und von Alexander Pope (1713) ins Englische.&lt;br /&gt;
**Johann Heinrich Voss (1781) ins Deutsche (metrische Übersetzung gilt als Klassiker) Gustav Schwab (19. Jahrhundert.) -&amp;gt; bekannteste Prosa-Übertragung &lt;br /&gt;
*1795 Homerforschung beginnt durch Wolf - These: Hat Homer evtl. nur Telemachie eingefügt? Grundlage von Wolfs Theorie war die Schriftlosigkeit der frühen Jahrhunderte; 1871 wurde die Schriftlichkeit der frühen Griechen jedoch durch einen Fund von etwa 740 v. Chr. bewiesen&lt;br /&gt;
*nach Schoch (1926) Versuch einer astronomischen datierung - These: Odysseus kam 1178 zurueck nach Ithaka&lt;br /&gt;
*durch die Odyssee inspiriert&lt;br /&gt;
**Odysseus gilt daher als literarisches Vorbild für so unterschiedliche Figuren wie Goethes „Faust“ oder Jules Vernes Kapitän Nemo, dessen lateinischer Name (deutsch: „Niemand“) der Kyklopen-Episode entnommen ist.&lt;br /&gt;
**Ulysses von James Joyce (1922) - Es schildert einen Tag, den 16. Juni 1904, im Leben des Anzeigenverkäufers Leopold Bloom, der durch Dublin streift, dabei alltägliche Dinge erlebt – die aber exakt mit Odysseus’ Abenteuern korrespondieren – und der spät nachts zu seiner Frau Molly heimkehrt.&lt;br /&gt;
**Musik und Film&lt;br /&gt;
***Il ritorno d&#039;Ulisse in patria (Die Heimkehr des Odysseus, Venedig 1641) von Claudio Monteverdi&lt;br /&gt;
***Georg Friedrich Händels letzte Oper Deidamia (London 1741)&lt;br /&gt;
***Der Komponist August Bungert schuf nach der Odyssee in den Jahren 1898–1903 nach dem Vorbild von Richard Wagners Der Ring des Nibelungen eine ähnliche Tetralogie mit vier Opern unter dem Titel Homerische Welt mit den vier Teilen Kirke, Nausikaa, Odysseus’ Heimkehr und Odysseus’ Tod.&lt;br /&gt;
***Die Odyssee von Fritz Lang - nicht fertiggestellt&lt;br /&gt;
***Die Fahrten des Odysseus mit Kirk Douglas (1954)&lt;br /&gt;
***Jean-Luc Godards Die Verachtung (1963) spielt am Set einer Odyssee-Verfilmung von Fritz Lang (gespielt von Fritz Lang)&lt;br /&gt;
***Stanley Kubricks Science-Fiction-Klassiker 2001: Odyssee im Weltraum (1968)&lt;br /&gt;
***O Brother, Where Art Thou? von Ethan und Joel Coen greift Elemente der Odyssee (2000)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Homer===&lt;br /&gt;
===Griechische Götterwelt===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Götter –und Göttinnen&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Rolleder Göttinnen „... kann uns auch generellüber den sozialen Status der Frau in der damaligen Zeit wertvolle Hinweisegeben. Dies, weil die religiösen Anschauungen einer Gesellschaft in vielerHinsicht den Gesellschaftsaufbau widerspiegeln, dem diese Anschauungenentsprungen sind. Eine große Anzahl weiblicher Gottheiten mit hohem Statusdeutet z.B. darauf hin, daß die Frau generell in dieser Gesellschaft großesAnsehen genoß.“ [1]&lt;br /&gt;
Die unsüberlieferten Berichte von Göttern der Griechen ergeben sich größtenteils ausden Epen Homers und der TheogonieHesiods. Die vorolympischen Götter, die wir hier vernachlässigen wollen,tauchen nur bei Hesiod auf. &lt;br /&gt;
Hesiods „...Ansichten über Götter und Menschenprägten die Vorstellungen der Griechen von ihren Göttern, gründeten aberwahrscheinlich selbst auf dem Glauben, der von der Bevölkerung in derGesamtheit geteilt wurde; so konnte seine Theogonie zur maßgeblichengriechischen Genealogie und Entwicklungsgeschichte der Götter werden.“ [2]&lt;br /&gt;
Sie istauch insofern von Bedeutung, daß das olympische Göttergefüge auf Vorläuferzurückblickte, die weiblichen Gottheiten Raum eingeräumt hatten.[3]     &lt;br /&gt;
Diefolgende Darstellung der olympischen Göttinnen kann nur eine zeitumspannendesein und erfaßt nicht das Götterbild des 5. Jh., denn eine Differenzierungbezogen auf einzelne Jahrhunderte ist hier aufgrund der Quellenproblematik kaumzu leisten.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
DiePersönlichkeit der zwölf wichtigstenolympischen Götter und Göttinnen sei an dieser Stelle kurz zusammengefaßt:&lt;br /&gt;
Zeus, derHerr der Götter, gilt als Träger der Rechtshoheit und verbindet in sich Kraftund Gerechtigkeit. Er wird aufgrund seiner Macht zum Garanten von Recht undOrdnung in der Gesellschaft.&lt;br /&gt;
SeineEhefrau ist Hera. Sie gilt als Beschützerin der rechtmäßigen Ehe und damiteiner familiären Ordnung und einer Gesellschaft, die die Menschen davorbewahren soll, wieder in einen Urzustand der Wildheit zurückzufallen.[4]Die Beziehung von Zeus und Hera wird als Dauerkrieg mit sexuellenUnterbrechungen dargestellt. Obwohl Hera im Unterschied zu Zeus stets treubleibt, ist sie ihm jedoch nicht bedingungslos unterworfen, sondern fordert ihnheraus und überlistet ihn teilweise auch. Über die Geburt der Athena aus Zeus’Haupt ist Hera dermaßen zornig, daß sie daraufhin ohne männliche Beteiligungden Hephaistos gebiert[5]:im Gegensatz zu der kriegerischen Athene ein Krüppel und damit ein Symbol fürdie Folgen von eigenständigem Handeln von Frauen.&lt;br /&gt;
Hephaistos,der Gott des Handwerkes, ist mit Aphrodite verheiratet, wird von dieser aberaufgrund seiner Lahmheit verschmäht. &lt;br /&gt;
Aphroditeals Göttin der Liebe und Zeugung verkörpert einen grundsätzlich anderenBereich. Schon ihre Geburt aus dem Schaum des Meeres, der die Geschlechtsteiledes Gottes Uranos umgab, versinnbildlicht ihre Rolle als Göttin derFruchtbarkeit.[6] Alsquasi Gegengöttin zur Schützerin der Ehe - Hera - wird sie mit erotischemBegehren in Verbindung gebracht und verkörpert, obwohl verheiratet, nicht immindesten Ehe und Familie. Aphrodite begeht als einzige Göttin u.a. mit Ares,der aufgrund seiner Raserei und seines unstillbaren Tötungsdranges alsKriegsgott gilt[7],Ehebruch, was ihr als Liebesgöttin, zudem mit einem unvollkommenen Mannunglücklich verbunden, scheinbar nicht negativ angerechnet wurde.[8]&lt;br /&gt;
Die Verbindungder weiblichsten der Göttinnen mit dem männlichsten der Götter wurde wohl alsgleichsam natürlich akzeptiert.&lt;br /&gt;
AlsVerkörperin der „unkontrollierbarenUrkraft der Sexualität“ [9]wird sie oftmals mit den orientalischenFruchtbarkeitsgöttinnen in Zusammenhang gebracht.[10]Die Gefährlichkeit, die Aphrodite zugeschrieben wird, macht vor allem dieTatsache aus, daß sie gut scheint, aber dabei Böses vollbringt. Eine Parallele,die auf die erste Frau Pandora verweist.[11]Auch die Verbindung von sexueller Attraktivität,  Leichtfertigkeit und Trügerei geht in dieseRichtung. Allerdings ist in PlatonsSymposion die Rede davon, daß Aphrodite doppelter Natur sei. Als AphroditeUranos, von Uranos ohne Zutun einer Frau gezeugt, steht sie für die reingeistige Liebe, als Aphrodite Pandemos, hervorgegangen aus einer Beziehungzwischen Zeus und Dione, verkörpert sie die sinnliche Liebe, die sowohlhomosexuell als auch heterosexuell sein konnte, während die geistige Liebeausschließlich eine Beziehung zwischen Männern symbolisierte[12].Aufgrund ihrer sinnlichen Seite galt Aphrodite den Prostituierten als heilig.[13]&lt;br /&gt;
Es wirdoftmals der Schluß gezogen, Aphrodite verkörpere die Schöpfungskraft der Naturund Hephaistos die der Technik.[14]&lt;br /&gt;
EineTochter des Zeus ist Athena, die auch zur Göttin der Polis Athen gemacht wurde.[15]Athena wird gewöhnlich mit Helm, Ägis und Speer dargestellt und „repräsentiert deshalb das patriarchalePrinzip unter den Frauen und die Tüchtigkeit des Männlichen.“ [16]Aufgrund ihrer Bewaffnung wird ihr eine Beschützerrollezugeschrieben. Sie ist gleichzeitig die Wahrerin der praktischen Intelligenzund damit gemeinsam mit ihrem Bruder Hephaistos sämtlichen (männlichen wieweiblichen) Handwerks. Hier, wo es um die praktische Seite geht, kann siescheinbar Männern wie Frauen zur Seite stehen.[17]In ihrer doppelten Funktion wurde sie als Schutzgöttin Athens verehrt. EineErscheinung, die keineswegs eine Ausnahme war. In etlichen griechischen Poleisfanden sich weibliche Schutzgottheiten[18],in vielen „Gründungsmütter“, auf die sich die Gesellschaft zurückführte und dienamentlich erwähnt sind.[19]Die weibliche Gottheit sollte hier zum einen Fruchtbarkeit und Ernährung unddamit das Wohlergehen der Bevölkerung schützen, zum anderen galt sie alsbewaffnete Beschützerin.[20]&lt;br /&gt;
Athena, diezum Teil in männlicher Gestalt ihren Günstlingen erscheint, ist der Typ dermaskulinen Frau, die ihren Aufgaben dadurch gerecht wird, daß sie in weitenTeilen ihre Weiblichkeit und Sexualität zurückdrängt. Als von einem Manngeborene Jungfrau ergreift sie ihrerseits bei Auseinandersetzungen stets fürdie Männer Partei, und schon ihre Geburt ohne weibliche Beteiligung ist einAusdruck dafür, daß der Vater der eigentliche und bedeutende Elternteil desKindes ist, über den als wesentlicher Bestandteil Weisheit vermittelt wird.&lt;br /&gt;
WeiteresKind des Zeus ist Apollon, der als vielfältige Gottheit von großer Bedeutungist. Apollon als Gott des Lichts, als Reiniger und Heiler besitzt großeWeisheit und kann außerdem in die Zukunft blicken. Er steht von daher an der Spitzegroßer Heiligtümer, so z.B. des Orakels von Delphi. Er ist außerdem der Garantvon Harmonie, Schönheit und der ästhetisch definierten Ordnung der Welt undspielte eine große Rolle im Bereich der Kultur, der Musik und Poesie.[21]&lt;br /&gt;
DenGegenpol zu Apollon bildet Dionysos - vermutlich orientalischen Ursprungs. AuchDionysos wird von Zeus allein aus seinem Schenkel geboren, in den er ihnverpflanzt hatte, als Dionysos’  Mutterstarb. Frauen spielen somit zwar bei der Zeugung, aber nicht bei derEntwicklung und Hervorbringung des Kindes eine zwingende Rolle.[22]&lt;br /&gt;
DasGegenstück zu Dionysos ist Demeter, die für die Fruchtbarkeit der Erde und dieKreisläufe der Natur steht, was besonders im Demeter/Persephone Mythos zumAusdruck kommt. Diese Göttin, die auch besonders mit dem Ackerbau in Verbindunggebracht wird, wurde besonders von Frauen verehrt.[23]&lt;br /&gt;
Auch dieZwillingsschwester des Apollon, Artemis, wird mit den Räumen außerhalb derPolis verknüpft, da sie oftmals als im Wald mit Pfeil und Bogen jagenddargestellt wird. Sie soll auch deshalb von den Amazonen verehrt worden sein.[24]Diese jungfräuliche Göttin versinnbildlicht die Riten der jungen Frauen, denÜbertritt vom Jungfrauendasein zum Ehefrauenleben und ist die Schutzgöttin desweiblichen Lebenszyklus. Sie wurde  vonFrauen kultisch geehrt.[25]  Artemis versinnbildlicht u.a. Menstruation,Niederkunft und Tod.[26]&lt;br /&gt;
Hermes,auch als Götterbote bekannt, symbolisiert die Figur des Boten und desReisenden. Diese Aufgabe umfaßt das Knüpfen von zwischenmenschlichen Kontaktenebenso wie jede Form von Handel und das Geleiten der Toten von der diesseitigenin die jenseitige Welt.[27]&lt;br /&gt;
Poseidon,der Bruder des Zeus, der als Beschützer der Seefahrer für die Griechen vongroßer Bedeutung war, ist als Gottheit vermutlich mykenischen Ursprungs. Ihmfällt im Gegensatz zu Zeus, der Himmel und Erde beherrscht, die Macht über dasMeer zu.[28]&lt;br /&gt;
Im Kreiseder olympischen Göttinnen befinden sich somit solche, die in vielem ihrenmenschlichen Pendants ähneln, mit der Ausnahme, daß sie nicht altern und sterben.Sie weisen dabei jedoch untereinander beträchtliche Unterschiede bezüglichihrer äußeren Erscheinung und ihrer Persönlichkeit, ihrer Funktion und ihrerBeziehung zu Menschen und anderen Göttern auf.[29]&lt;br /&gt;
Auffälligist, daß von vier bedeutenden olympischen Göttinnen zwei Jungfrauen sind:Athena und Artemis. Pomeroy geht hierbei davon aus, daß es sich bei ihnen nichtum Jungfrauen im Sinne von körperlicher Unberührtheit handelt, sondern daß sievielmehr als Jungfrauen verehrt wurden, weil sie nie eine monogame Eheeingingen.[30]Diese Göttinnen genießen aufgrund ihrer Ungebundenheit große Freiheit undUnabhängigkeit. Sie sind kraftvoll, haben männliche Züge und können sich selbstverteidigen. Zeus garantiert den jungfräulichen Göttinnen Schutz und Ehre. Sozeichnet in der Theogonie Zeus diejungfräuliche Göttin Hekate vor allen aus, überreicht ihr wertvolle Geschenkeund räumt ihr vielfältige Freiheiten ein.[31]Die Göttinnen mit den kraftvollsten und männlichsten Zügen dürften Athena undArtemis sein, die jedoch teilweise ebenfalls weibliche Tätigkeiten ausüben z.B.Weben. Andere jungfräuliche Göttinnen führen ein eher frauliches Leben, so z.B.Hestia, die Schwester des Zeus, die permanent inmitten des Haushaltes sitzt undden Herd bedient.[32]&lt;br /&gt;
Dennochsind diese jungfräulichen Göttinnen seltene Ausnahmen. Der Großteil derGöttinnen ist verheiratet und hat Kinder.[33]Daß Göttinnen ihre Eigenständigkeit während der Ehe suchen und ggf. ihrenEhemann betrügen, ist mit Aphrodite der absolute Ausnahmefall.[34]&lt;br /&gt;
VieleGottheiten unterhalten Beziehungen zu Menschen, die sowohl freundschaftlicherwie sexueller Natur sein können. Freundschaftliche Beziehungen zu Menschenunterhalten oftmals die jungfräulichen Göttinnen Athena oder Artemis.[35]Beziehungen zwischen Göttinnen und Menschen sowohl sexueller wie auchfreundschaftlicher Art sind ausgeglichener als die zwischen männlichen Götternund sterblichen Frauen, wo nahezu immer Sexualität im Spiel ist und der Gotteindeutig das dominierende Element darstellt. Erotische Beziehungen von Göttinnenzu sterblichen Männern werden von den Göttern oftmals mit Eifersucht betrachtetund teilweise auch gerächt.[36]Scheinbar erwarten die Götter, daß die Göttinnen nur mit Männern gleichenStandes, also mit Göttern, verkehren, während sie selbst ungestraft sexuelleBeziehungen sowohl zu Sterblichen als auch zu Unsterblichen unterhalten dürfen.Eine Erscheinung, die an die athenische Gesellschaft erinnert, wo der Bürgervollkommene sexuelle Freiheit genoß, während eine Bürgerin ihrem Ehemann treuzu sein und vor der Ehe jungfräulich zu bleiben hatte. Die Betrachtung derBeziehung zwischen Göttern und sterblichen Frauen ergibt, daß diese Affärenoftmals mit großem Leid für die Frauen verbunden sind. Abgesehen davon, daß dieVergewaltigung durch Götter kein Einzelfall ist, hat die Frau, oftmals passivesOpfer des Gottes, ein Kind auszutragen und ihr Dasein als ledige Mutter zufristen. Beispiele für erotische Beziehungen zwischen männlichen Göttern undsterblichen Männern sind gering, aber vorhanden. Offenbar wurde die sexuelleAnziehungskraft zwischen Männern im Mythos wenn auch nicht vertieft, so dochakzeptiert.[37] &lt;br /&gt;
Neben dersexuellen Freizügigkeit, die bei männlichen Göttern nie Anstoß erregt, wirdeinigen von ihnen, so Zeus oder Apollon, ein Tätigkeitsfeld zugesprochen, dasalle menschlichen Bereiche umfaßt und in dieser Form von keiner Göttin erreichtwird.[38]&lt;br /&gt;
„So übernehmen beispielsweise Zeus und Apollon dieRolle des Herrschers, des Intellektuellen, des Richters, des Kriegers, desVaters und des Partners sowohl in homosexuellen wie in heterosexuellenLiebesbeziehungen.“ [39]&lt;br /&gt;
Die Rolleder Götter im olympischen Geschlechtergefüge ist sowohl nach innen wie nachaußen eine dominante. Auch wenn die Göttinnen und deren Kinder über besondereRechte und Pflichten verfügen, befinden sie sich doch in untergeordneterStellung und die griechische Götterwelt stellt sich als patriarchalischeOrdnung dar.[40]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[1] Valgard/Wessel, a.a.O., S.203.&lt;br /&gt;
[2] Pomeroy, a.a.O., S. 2.&lt;br /&gt;
[3] So z.B. der ErdgöttinGaia.&lt;br /&gt;
[4] Hierzu Cambiano in: Vernant,Mensch, a.a.O., S. 109.&lt;br /&gt;
[5] Nach Pomeroy, a.a.O., S.10 f.&lt;br /&gt;
[6] Dieser Gedanke beiLefkowitz, Töchter, a.a.O., S. 140.&lt;br /&gt;
[7] Dazu Vegetti in: Vernant, Mensch, a.a.O., S. 313.&lt;br /&gt;
[8] Nach Pomeroy, a.a.O., S.9.&lt;br /&gt;
[9] Vegetti in: Vernant, Mensch, a.a.O., S. 312.&lt;br /&gt;
[10] Siehe ebd.&lt;br /&gt;
[11] So Lefkowitz, Töchter, a.a.O., S. 140.&lt;br /&gt;
[12] Das wird auch in Platons Symposion deutlich.&lt;br /&gt;
[13] Vgl. Pomeroy, a.a.O., S. 9.&lt;br /&gt;
[14] So Vegetti in: Vernant, Mensch, a.a.O., S. 312 f.&lt;br /&gt;
[15] Vgl. Cambiano, ebd., S. 110 f.&lt;br /&gt;
[16] Ebd., S. 110.&lt;br /&gt;
[17] Nach Pomeroy, a.a.O., S.7.&lt;br /&gt;
[18] Z.B. in Samos oderEphesos.&lt;br /&gt;
[19] Siehe Lefkowitz, Töchter, a.a.O., S. 41.&lt;br /&gt;
[20] Dazu Pomeroy, a.a.O., S.6.&lt;br /&gt;
[21] Vgl. Vegetti in: Vernant,Mensch, a.a.O., S. 310 f.&lt;br /&gt;
[22] Nach Lefkowitz, Heroines, a.a.O., S. 21.&lt;br /&gt;
[23] Hierzu Vegetti in:Vernant, Mensch,a.a.O., S. 312.&lt;br /&gt;
[24] Dazu Pomeroy, a.a.O., S.8.&lt;br /&gt;
[25] Hierzu Vegetti in:Vernant, Mensch, a.a.O., S. 311.&lt;br /&gt;
[26] Vgl. Pomeroy, a.a.O., S. 8.&lt;br /&gt;
[27] Vgl. Vegetti in: Vernant,Mensch,  S. 312.&lt;br /&gt;
[28] Hierzu Cambiano, ebd., S.110.&lt;br /&gt;
[29] Vgl. Pomeroy, a.a.O., S.5.&lt;br /&gt;
[30] Dieser Gedanke ebd., S.8.&lt;br /&gt;
[31] Hierzu Hesiod nachLefkowitz, Töchter, a.a.O., S. 36 f.&lt;br /&gt;
[32] Dazu ebd, S. 73.&lt;br /&gt;
[33] So ebd. S. 37.&lt;br /&gt;
[34] Nach Lefkowitz, Heroines, a.a.O., S. 43.&lt;br /&gt;
[35] Wobei Artemis dieDistanziertere ist, während das Verhältnis von Athena zu den Menschen oftmalsvon Hilfsbereitschaft und Vertrauen geprägt ist.&lt;br /&gt;
[36] So wurde Jason nachseiner Liebesaffäre mit Demeter vom tödlichen Blitzschlag des Zeus getroffen.&lt;br /&gt;
[37] Siehe Pomeroy, a.a.O., S.14 ff.&lt;br /&gt;
[38] Hierzu ebd., S. 11 f.&lt;br /&gt;
[39] Ebd., S. 12.&lt;br /&gt;
[40] Siehe Lefkowitz, Töchter, a.a.O., S. 38.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Spezialthemen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zur Entwicklung der Schrift in Griechenland ====&lt;br /&gt;
Schon Jahrhunderte vor Entstehung des griechischen Alphabets war die griechische Sprache schriftlich festgehalten worden. Die mykenische Kultur verwendete vom 14. bis 12. Jahrhundert v. Chr. eine Silbenschrift, die aus der Schrift der Minoer Kretas entwickelt worden war. Nach dem Untergang der mykenischen Kultur geriet sie aber während der sogenannten „dunklen Jahrhunderte“ (12.–9. Jahrhundert v. Chr.) wieder in Vergessenheit. Einzig auf Zypern hielt sich die kyprische Schrift, die den kretisch-minoischen Schriften nahe stand. Das griechische Alphabet steht in keiner Verbindung dieser Silbenschrift.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Alphabet stammt von dem phönizischen Alphabet ab. Die genauen Umstände sowie Ort und Zeit der Entstehung sind weitgehend unbekannt. Wahrscheinlich geschah die Übernahme im 9. Jahrhundert v. Chr., auch wenn manche Forscher einen früheren Zeitpunkt annehmen. Als Entstehungsorte werden Euböa, Kreta, Rhodos und Zypernvorgeschlagen. Die ersten überlieferten griechischen Inschriften, auf der Dipylon-Kanne von Athenund dem Nestorbecher von Pithekussai, stammen aus dem frühen 8. Jahrhundert v. Chr.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Nibelungenlied&amp;diff=247</id>
		<title>Nibelungenlied</title>
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		<updated>2011-02-27T17:00:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* Ergänzende Handschriften und Texte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== &#039;&#039;&#039;Symposien&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
*13.08.2009 - 20:30 Uhr bei Tobias. Themen: Einführung und erste Textpassagen, Nachwort Grosse. Wir lesen Brackert: Ende 3. Aventiure.&lt;br /&gt;
*2.09.2009 - 20:30 bei Tiemo 4. und 5. Aventiure gelesen&lt;br /&gt;
*12.9.2009 - 20:00 Wanderhütte bei Dörscheid am Rhein. Bis Ende 9. Av. gelesen. siehe auch [http://www.schneelaeufer.de/2009_Rhein unsere Fotos]&lt;br /&gt;
*30.09.2009 - 20:45 bei Tiemo. Andreas: Die Edda und das Nibelungenlied. Gelesen bis Ende 14.Av.&lt;br /&gt;
*14.10.2009 - 20:30 bei Matthias. Matthias-Vortrag: historischer Kontext Siegfried-Arminius, Burgunden-Römer; Dietrich von Bern. Bis Ende 16. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*05.01.2011 - 20:00 bei Matthias. Erstmal wieder reinkommen. Bis Ende 18. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*26.01.2011 - 20:30 bei Andreas. Bis Ende 20. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*10.02.2011 - 20:00 bei Matthias. Bis Ende 24. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*23.02.2011 - 20:30 bei Tobias. Bis Ende 28. Av. gelesen. Kurze Diskussion über Reflexions-Lektüre: Blumenberg: Arbeit am Mythos. Adorno/Horkheimer: Dialektik der Aufklärung. Planung einer kritischen Lektüre der Rezeption des NL während des Nationalsozialismus.&lt;br /&gt;
*28.02.2011 - 20.30 bei Matthias&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Thesen, Kurzeinträge, Literatur. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Fragestellungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Was unterscheidet Mythologie von Religion? Wenn es im ersten Teil vom NL um mythologische Resonanz geht, stellt sich die Frage, ob hinter dieser Mythologie ein Sinn steht, eine Antwort auf die Frage nach Ursprung und Ende, oder eben Sinn auf ganz andere Weise generiert: Liebe, Treue, Kampf? Es stellt sich auch die Frage, inwiefern Epen die Roman-Funktion übernahmen, die Lukács definierte: der Roman ersetzt das in der Moderne nicht erfüllte Bedürfnis nach Transzendenz, nach einem metaphysischen Zuhause.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Wie wichtig ist das Treue-Motiv? Zumindest das Wort ist dominant. &amp;lt;span style=&amp;quot;color: color&amp;quot;&amp;gt;Was ist Treue? Wer ist treu?&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Was baut eigentlich den übergreifenden Spannungsbogen im NL auf? Worum geht es?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Was für ein Held ist Siegfried (Hybris, naiv, unbescholten etc.)? Vor allem Eines: unbekümmert! - Gegenpol des &amp;quot;Kümmerers&amp;quot;, des grimmen Hagen - grimm ob der Last des ständigen Bedenkens, Grübelns. Seliger Siegfried! Und überhaupt: was zeichnet einen Helden aus, was ist ein Anti-Held? Übt NL Kritik am Helden-Epos, indem Helden unmöglich werden? (NL weniger Helden- als vielmehr höfisches Epos. Heldenepos: 1 menschlicher Held. NL: diverse ausgezeichnete Recken einerseits und andererseits Überlagerung durch das Höfische.) Ironisiert NL die Heldenfrage? Siegfrieds Vorstellung am Hof Worms ist Hybris-artig: Ich schlage alle, ich nehme mir alles. Keine Spur von Weisheit. AV2, 55: Holt sich gewaltsam, was er will. 88: schlachtet für den Nibelungenschatz 700 Krieger und 12 Riesen, später aus Spaß Löwen, Elche, Bären, Wisente...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hybris-, Minne- und Treue-Motiv: wie verhalten sie sich zueinander? Ist Minne Glaubensersatz an das Transzendente, damit Immanenz-Erscheinung? Was ist/bedeutet Liebe zu einer Frau und zu einem Mann?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Welche Rolle spielen Frauen? Mit Kriemhield geht&#039;s los, sie verbindet die beiden großen Teile, sie initiiert große Ereignisserien.&lt;br /&gt;
Krimhild, die Klammer des Epos.   &lt;br /&gt;
Brunhild, die Klammer zu den alten Sagen.&lt;br /&gt;
Wenn Frauen aktiv werden, dann öffnet sich der Himmel und es regnet Unheil und Grauen. Sie dürfen nicht unterschätzt werden. Sie dürfen gar nicht zu (widernatürlicher) Aktivität gereizt werden, müssen also gut behandelt werden. Dann kann die natürliche Ordnung bestehen bleiben.&lt;br /&gt;
   Frauen sind der Ausblick in eine individualistische Zukunft (siehe erweiterte Minne-These V 5)&lt;br /&gt;
Ein bestimmtes Verhalten Frauen gegenüber macht auch das &amp;quot;Höfische&amp;quot; aus (siehe auch Subversions-These V 10).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hagen, der Wissende: AV 3, 84: berichtet über Siegfrieds große Taten, erkennt ihn, erwähnt ganz kurz den Drachenkampf (100).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Siegfrieds Riss im schützenden Hautpanzer ist zugleich Möglichkeit des grundlegenden Risses in der Großhandlung.&lt;br /&gt;
(Vgl I. 12, IV. 6, V. 9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Siegfried: kämpft mit dem Schwert Balmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Kriemhild träumt in AV1, 11: von ihrem Schicksal, stemmt sich dagegen (keinen Mann kennenlernen), doch dann verliebt sie sich in S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Was heißt es, ein „wahrer Ritter“ zu sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Gibt es eine &amp;quot;Epos-Entwicklung&amp;quot; vom Gilgamesch (Menschliche Handlungen werden durch uneinheitliche Gottesmacht gelenkt), über Beowulf (Menschen handeln selbstständiger, sind aber mystischen  Kräften - Drachen &amp;amp; Monstern, ausgesetzt) zum Nibelungenlied (bei dem der Mensch nur noch durch rein menschliche gegenseitige Beeinflussung nicht seine Handlung voll kontrolliert)? (Vgl. I. 8, IV. 6, V. 9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Was verbindet die verschiedenen Epen? - Länge, Verse, übergreifende Themen mit Völkern, Ländern und vielen handelnden Personen und mystischen Kräften (Göttern, Monstren, Drachen, und mystischen zwischenmenschlichen Strukturen)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. V150 Schicksalsmotiv: Sterben wird, wer dem Tod verfallen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. V155: Wahre Freundschaft: Vertrauen, Tapferkeit, Dank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. V175: Übermuts-Motiv. V381: Eifer bringt Unheil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. V198: andauernde körperliche Konfrontation: scharfe Schwerter, tiefe Wunden, Blutströme, Frauen, die Leid ertragen, Kampf, Sein-Leben-Lassen ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. V207: Siegfried hat das Schwert Balmung. Tatsächlich: er hat es einfach. Die, vermutlich bekannte, Geschichte dieser trefflichen Waffe ist dem NL-Dichter nicht wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19. V224, 238: Liebesmotiv Kriemhild-Siegfried ist an den Sorge und Kampf gebunden: Übermittlung von Nachrichten über den Zustand, Freude über erschlagene Gegner, den Sieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. V230: Siegfried vereint alle Tugenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. V232: Es geht darum, die Ehre ohne Makel zu bewahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Warum ist Siegfried so stark? Vermutung: externer Verweis auf die Edda-Geschichten. man kennt den überstarken Siegfried bereits ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Schlacht gegen die Sachsen: alle sind Helden, nur die Burgunder sind Über-Helden. Das Nibelungenlied protzt nur so vor Lob nach allen Seiten über Tapferkeit, Schönheit etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Das Niblungenlied etabliert ein Wettkampf auf allen Ebenen (vgl. V271): vom richtigen Kampf, zum anschließenden Turnier, zum Kampf mit Brünhilde im Bett ... Liest man hier etwas Krankhaftes, ein Sich- ständig-beweisen-müssen? Ist es eine Unruhe der Immanenz, in der keiner göttlich sanktioniert einfach besser ist? Ständiger Konkurrenzkampf als Ausdruck sozialer und/oder wirtschaftlicher Verschiebungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. Gibt es im Nibelungenlied eine richtige Reflexionsebene? einen Weisen, einen Alten? Bei Siegfried scheint es ja quasi aus seiner Natur herauszuwachsen. Als Siegrfried &amp;amp; Co. zum Brünhilde-Ausflug rüsten, klingt alles spontan, Entscheidungen werden erst kurz vor den Ereignissen getroffen, kurz und wenig überzeugend, vielmehr naiv, ohne Bedenken der Folgen. Eben unbekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. V296: Neid!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. V324, 328: Ankündigung von Siegfrieds Tod und des Tods der anderen Helden. Es gibt eine Art Schicksalsmotiv, unbewusst auf der Ebene der Akteure - bis auf Kriemhild und ihren Traum, den sie aber offensichtlich nicht ernst nimmt. Erst der Erzähler hat im Nachhinein den Überblick ... V337: immer wieder Vorgriffe auf den Ereignisverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. V336: Tarnmantel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. V360: sich schön kleiden, zur Hochzeit, Seide,Brokant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Am Ende der 6. Aventiure scheint Siegrfried schlauer zu werden, während der Planung zum Brünhilde-Ausflug. Was bedeutet der Ausdruck &#039;listig&#039; hier? Was ist nicht-listig? Und: wie steht es um die Paare listig-weise, listig-naiv?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31. Warum interveniert Hagen nicht entschieden vor dem Brünhilde-Auszug? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. Was heißt Liebe im NB?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Der Königinnenstreit (Av. 14) ist der Punkt an dem sich eine Spirale ohne Umkehr bis zur Vernichtung der Nibelungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Warum riskiert Siegfried, dass Brünhild von Kriemhield Ring und Gürtel zu sehen bekommt und die unaufhaltsame Krise einleitet? In der 11. Av. (714) wird Siegfried in der Siegmund-Nachfolge zum gerechten Herrscher inkl. Rechtsprechung, in der 14. Av. zeigt die aufgebrachte Kriemhild (B. bezeichnet S. als einen Eigenmann)Ring und Gürtel, die ihr S. wohl plus Geschichte gab! Wie erklärt sich diese Einfältigkeit? Ist es eigentlich, aus der Sicht der Zeitgenossen, unwichtig, wie genau die Krise eingeleitet wird, da sie als Schicksal so wie so irgendwann kommt? Ist daher auch die Konsistenz von S.s Charakter dem untergeordnet?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Gunther, der König, zeigt wiederholt Schwächen: seine Leidenschaft für Brünhild, sein Einlenken in Hagens Mordplan (872ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. 16. Av. 934ff.: Auffallend ist, dass S. hier als &amp;quot;Jäger&amp;quot; ein Tier nach dem schlachtet, wie ein Massaker, und dann selbst aufgespießt wird. Intensives Todesthema.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Was ist ein &amp;quot;Held&amp;quot; und ein  &amp;quot;Heldenepos&amp;quot;? Wann kommt dieser Diskurs auf? Im NL werden die Recken oft auch &amp;quot;Helden&amp;quot; (mhd) genannt. Es scheint, es meint einfach nur: tatkräftiger Mann, einer, der Ereignisse beeinflussen kann, einer, der Macht und Herrschaft erfolgreich ausübt, unter gewissen moralischen Rahmenbedingungen (H.s Ermordung S.s ist keine Heldentat).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
38. Was war das weibliche Schönheitsideal der Zeit? War die mannsstarke Brünhilde erotisch? Warum ist sie so anziehend für Gunther?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
39. Um Siegfried herum geht es immer wieder um Freundschaft, gute Freunde, etwa V 1054.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40. Warum wird aus Siegfrieds Sohn keine Rache-Träger? (V 1090)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41. Wie groß ist der Kreis der Mittwisser um den Mordplan für Siegdried? Siehe 865.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42. Nach Siegfrieds Tod gibt es keine große Aufruhr, es geht eher ums vertuschen, Räuber-Geschichte etc. V 1000.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
43. Kriemhild liebt Siegfried innig, klassisch, oder? V 924.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44. Übermut-Motiv: etwa bei Brünhild.V 1100.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45. 20. Av.: Wusste Rüdiger vor dem Werbezug für Etzel und seinem Kriemhild-Versprechen (sie bedingungslos zu rächen, sofern es zu Kränkungen kommt)von Siegfrids Ermordung? Es scheint nicht so. Rüdiger (1201) kommt gut mit Hagen und anderen aus. 1733: Als &amp;quot;Kunde&amp;quot; ist an Etzels Hof bekannt, dass Hagen Siegfried erschlug. Etzel scheint aber nichts davpn zu wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46. 20.-21. Av.: Es geht immer wieder darum, Kriemhild &#039;fröhlich&#039; zu machen. Was ist das für eine Stimmung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47. 20.-21. Av: Zusammenhalt wird immer wieder mit einem Appell an Freundschaft (&#039;Freunde&#039;) in Verbindung egbracht. Etwa 1246, 1282.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48. 1214: Es scheint erstaunlich, dass sie Hagen nicht gegen die anderen durchsetzt (Verhinderung der Werbung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49. In der 19. Av. kommt es zum Klimax der Aufweichung des Höfischen und der Werte. In Brackert (1994) ist hierzu ein guter Kommentar (keiner straft Hagen etc.), S. 284, Note 113: man zürnt, greift aber nicht ein, zögert, vertagt ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
50. Brünhilde verschwindet mit dem Gunter-Siegfrid-Komplex als Akteurin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
51. 1335, 1353: Erstaunlich ist das Lob der Vielfalt von Brauchtümern, des Harmonierens von Heiden und  Christen an Etzels Hof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52. In welchem zeitlichen Verhältnis steht das Nibelungenlied zu anderen höfischen Romanen und den Artus-Erzählungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
53. 1756: zu bedenken: Hagen war als Kind und Kind-Gefangener bei Etzel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
54. 1676: immer wieder geht es im NL um das Motiv der &amp;quot;Heimatlosigkeit&amp;quot;, und zwar als Leben in einem fremden Land (Rüdiger, Kriemhild).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
I b&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakterisierungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Siegfried&lt;br /&gt;
  Unbekümmert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Hagen&lt;br /&gt;
  Grimm. sehend. gefühlsmäßig getrieben, in der konkreten Handlung aber immer rational. Der Kümmerer.&lt;br /&gt;
Strukturfanatiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kriemhild&lt;br /&gt;
  Im Wandel. Zunächst unschuldig. Am Ende schuldig. Immer Opfer.&lt;br /&gt;
  Kriemhild ist die Zeichensetzerin - die unvermögende Setzerin, nicht die Herrin der Zeichen. (Gütel, Ring, Schulterblattkeuz, Träume)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gunther&lt;br /&gt;
  Unbehaglich, entscheidungsschwach, inkonsequent, Zauderer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gernot&lt;br /&gt;
  Der Diplomat&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Datierungen/Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 970: Entstehung: Wende 12./13. Jh., unklar. Die Inhalte entstammen unterschiedlichen Sagenkreisen, die nicht miteinander verbunden sind. Sie haben wahrscheinlich schon Jahrhunderte vor den uns bekannten Texten existiert und werden in kürzeren mündlichen Fassungen von Generation zu Generation bewahrt worden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 980: Drei Handschriften, entdeckt zwischen 1750-1770. Erforschung ab 1810 an der HU.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Grosse 1011-1012: Wir kennen den Autor des &#039;&#039;Nibelungenliedes &#039;&#039;nicht. ... Es mag sein, daß die Gattung der Heldenepik mit ihrem Übergang von der Oralität zur Skripturalität die Anonymität mit sich gebracht hat, wie sie ja auch bei den ähnlich tradierten Texten der Sagen und Märchen üblich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Erzählform, Stil ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 988: Im Unterschied zu den höfischen Epen der Stauferzeit hat das &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;keine paarweise gereimten vierhebigen Verse, sondern (in der HS B) 2379 Strophen. Jede Strophe besteht aus vier Langzeilen, die aus der germanischen Dichtung bekannt sind. Jede Langzeile hat zwei Halbzeilen, den An- und den Abvers: 2,1 &#039;&#039;ez wuohs in Burgonden ein viI edel magedin. &#039;&#039;Die beiden Halbverse sind durch eine metrisch gekennzeichnete Zäsur getrennt. Die Abverse der ersten und zweiten Langzeile und die der dritten und vierten reimen sich ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 995: Nicht die Entwicklung der Personen bestimmt den Handlungsverlauf, sondern es greifen einzelne Ereignisse wie Glieder einer Kette ineinander, welche die Aktionen und Reaktionen der Handelnden bestimmen. Jede Situation fordert zu Taten heraus. Dabei braucht eine psychische, für den heutigen Leser nachvollziehbare Entwicklung der Charaktere nicht gegeben zu sein. Die erwartete Handlungsfähigkeit und ihr Ergebnis wachsen aus der jeweiligen Situation und ihrer Personenkonstellation heraus und passen sich in den szenischen Ablauf ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3.Grosse 2003, 999-1001: Zeitstruktur: Die angegebenen Zeiträume markieren den Abstand in relativer, aber nicht absoluter Art. Sie haben weder die Funktion einer Uhr noch die eines Kalenders. So werden auch die Menschen nicht älter. Die Ritter kämpfen im Sachsenkrieg ebenso schlagkräftig wie 37 Jahre später am Hofe Etzels; Kriemhild wäre etwa fünfzig bei der Geburt ihres zweiten Sohnes, Giselher wird bis zuletzt der junge Mann &#039;&#039;(daz kint) &#039;&#039;genannt. Raumstruktur: präziser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Grosse 2003, 1001ff.: Widersprüche im Handlungsverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Vergleiche mit anderen Erzählungen und Topoi ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Kriemhild und Helena: die Schönsten im Lande (AV1), geben Anlass zum Krieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Siegfried und Enkidu: Wildheit, Naiviät, gezähmt durch die Verhandlungstechnik Gernots (AV3, 123ff.). Dann wird er ein guter Hof-Gefährte, Turniere etc. Dann Treue zu Gunter bis zum Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Siegfried und Arminius: [Matthias]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Das Ankunfts/Fremden-Thema in NL und Beowulf: AV 3, Worms, Ritual des Fremden (Siegfried), der letztlich für Liebe dienen will (wie Beowulf für Ruhm).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hagen und Unferth? Parallelen? Hagen und Unferth berichten über die Taten des Helden, und bekommen unangenehm seine Stärke zu spüren, werden (zumindest zeitweise) Gegner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Grendel-Siegfried: haben eine undurchdringbare Haut. Insofern ist Siegfried auch Monster (VERGLEICHBAR DEM; DAS ER VORHER SELBST ERSCHLUG?)(Vgl. I.8, I.12, V.9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Siegfrieds ungeschützte Hautstelle auf dem Rücken und Achills Ferse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Hagen warnt vor dem Auszug (1203ff.) wie Enkidu vor Humbaba-Reise, wird dann zum entschlossenen Mitstreiter.&lt;br /&gt;
   Beide sind irgendwie Verwandte, irgendwie auch Dienstpflichtige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Das Nibelungenlied ist kein Heldenepos - es gibt keine durchgängige menschliche Heldengestalt, wie Beowulf oder Gilgamesch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. NL und Lieder-Edda: viele Überschneidungen, die von Andreas noch konkret ergänzt werden müssten. Da die Lieder-Edda wohl 1370, das NL 1320 (?) abgefasst wurden, stellt sich hier die Frage der Rezeptionsrichtung und nach einem gemeinsamen Metaerzählungsraum. Wandert etwa im Rahmen der sog. Völkerwanderungen und der anschließednen Christianisierung eine mittel-nordeuropäische (heidnische) Religion nach Skandinavien etc. aus, so dass die Göttersagen der Lieder-Edda den Kontrapart der Teile bilden, die sowohl in der Edda als auch im NL als Heldensagen vorkommen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Laut Volker Honemann (bei Wein am 10.10.09) ist der Inhalt Edda eher als vorher bekannt anzusehen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Bülow-Rede 1909 (&amp;quot;Nibelungentreue&amp;quot;) ist vergleichsweise unschuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Kain erschlägt Abel, den Begnadeten, den Liebling der Götter. (Ein Gedanke von Fernau, S. 96)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Edda:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(um 1220 Snorri-Edda, auch Prosa-Edda, eher unscharf auch Jüngere Edda genannt;&lt;br /&gt;
um 1270 Lieder-Edda, eher unscharf auch Ältere Edda, eher falsch auch Saemundar-Edda genannt;&lt;br /&gt;
Edda = Elternmutter / Großmutter)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hier einige Motive der Lieder-Edda, die engste Verwandtschaft mit dem NL aufweisen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 18, Helgi Hiörwards Sohn:&lt;br /&gt;
Ein &amp;quot;Atli&amp;quot;, der für jemand anderes um &amp;quot;Sigurlinn&amp;quot; freit, kann die Vögel verstehen. Helgi, dem Sohn der Sigurlinn (und Wiedergeburt von Helgi dem Hundingstöter (s. LE 19)) singt eine Walküre (die er später heiraten wird) von einem besonderen Schwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 19, Das 1. Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn Helgi, der &amp;quot;Freund der Wölfe&amp;quot;, Sinfiötlis Bruder, erschlägt im Alter von 15 Jahren den Hunding.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 20, Das andere Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
&amp;quot;Sigmund, Wölsungs Sohn ... und seine Nachkommen heißen Wölsungen und Ülfinge (Wölfinge).&amp;quot;&lt;br /&gt;
König &amp;quot;Högni&amp;quot; hat eine Tochter &amp;quot;Sigrun&amp;quot;. Sie ist Walküre.&lt;br /&gt;
Helgi und Sigrun heiraten. Sigruns Bruder erschlägt Helgi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 21, Sinfiötlis Ende:&lt;br /&gt;
Sigmund, Wölsungs Sohn, ist mit Borghild verheiratet, der Schwester &amp;quot;Gunnars&amp;quot;. Sinfiötli erschlägt seinen Onkel Gunnar, woraufhin Borghild Sinfiötli vergiften will.&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn mit Hjördis ist wiederum Sigurd, der &amp;quot;allervorderste&amp;quot;.&lt;br /&gt;
(Sinfiötli ist nach Simrock der &amp;quot;Fitela&amp;quot; des Beowulfliedes.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 22, Das 1. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd wird geweissagt,&lt;br /&gt;
der mächtigste Mann auf Erden zu werden, dass er den &amp;quot;Wurm&amp;quot; auf der &amp;quot;Gnitaheide&amp;quot; sowie Regin und Fafnir fällen und den Hort heimführen wird, dass er die auf dem Felsen schlafende Fürstentochter erwecken wird. Er wird Brünhild lieben, sie aber an Giukis Hof vergessen durch die Tücke Griemhilds, welche ihm dann die eigene Tochter Gudrun geben wird. Er wird für Gunnar um Brünhild werben. Er wird mit Gunnar die Gestalt wechseln. Högni wird dabei sein. Sigurd wird keusch bei Brünhild liegen aber die Brüder Gunnar, Högni, Guthorm werden sein Verderben bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 23, Das andere Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Regin übernimmt Sigurds Erziehung. Fafnir und Regin bekommen die Goldbuße der Asen. Fafnir übervorteilt Regin. Fafnir liegt als Wurm auf der Gnitaheide. Regin schafft Sigurd das Schwert &amp;quot;Gram&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 24, Das Lied von Fafnir:&lt;br /&gt;
Sigurd ersticht den Fafnir-Wurm.&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Gold, der Schatz, die Ringe verderben Dich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Durch Drachenblut kann Sigurd die Vögel verstehen, die weisen ihm den Weg zu Giukis Tochter.&lt;br /&gt;
Sigfrida schläft auf einem Felsen, feuerumlodert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 25, Das Lied von Sigfrida:&lt;br /&gt;
Sigurd erweckt die Walküre Sigfrida.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 26, Bruchstücke eines Brünhildsliedes:&lt;br /&gt;
Gunnar will Sigurd töten. Högni vermutet, dass Brünhild aus Eifersucht auf Gudrun dahinter steckt. Sie töten Sigurd. Ein Rabe ruft: &amp;quot;In Euch wird Atli das Eisen röten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 27, Das 3. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd freit Gudrun. Fahrt zu Brünhild. Sigurd gewinnt Brünhild dem Gunnar (das Schwert liegt zwischen Ihnen). Högni will Gunnar nicht helfen, Sigurd zu töten, wie Brünhild es verlangt. Aber Guthorm, der jüngste Bruder, tötet SIgurd.&lt;br /&gt;
Brünhild ist die Schwester Atlis.&lt;br /&gt;
Gudrun, dem Atli vermählt, tötet diesen im Bett.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 28, Brünhilds Todesfahrt:&lt;br /&gt;
Gudrun hat Brünhild und Sigurd fälschlich beschuldigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 29, Das 1. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Gudrun hat von Fafnirs Herz gegessen, kann die Vögel verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 30, Der Mord der Niflunge:&lt;br /&gt;
Atli, mit Gudrun vermählt, tötet Gunnar und Högni, weil sie am Tode Brünhilds schuld tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 31, Das andere Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich ist bei Atli.&lt;br /&gt;
Gunnar und Högni wollen Gudrun Lösegeld für den toten Sigurd zahlen.&lt;br /&gt;
Gudrun wird dem Atli vermählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 32, Das 3. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich wird bei Atli der Unzucht mit Gudrun beschuldigt.&lt;br /&gt;
Ein Gottesurteil entlastet Gudrun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 34, Die Atlisage:&lt;br /&gt;
Gudrun rächt den Tod ihrer Brüder an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 35, Grönländisches Atlilied:&lt;br /&gt;
Nibelungenschlachtung an Atlis Hof. Rache Gudruns an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Odysseus: Hagen und Odysseus sind listig (mhd: liste, vgl. 1479). Was unterscheidet ihre Listigkeit? Auch Krimhild ist listig, planerisch, kann sich verstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Artus-Erzählungen: hier ist der Gral, das Christliche konstituierend, nicht so im Nibelungelied.&lt;br /&gt;
An Etzels Hof sind auch die Heiden gut. Sind es &amp;quot;edle Wilde&amp;quot; im Sinne Karl Mays?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. Siegfried ist Friedrich Barbarossa - so zumindest Richard Wagner 1848: &amp;quot;Dort, im Kyffhäuser, sitzt er nun, der alte Rotbart Friedrich, um ihn die Schätze der Nibelungen, zu Seite ihm das schafe Schwert, das einst den grimmigen Drachen erschlug.&amp;quot; Wagner (hier zitiert nach Münkler) kommt von der etymologischen Konstruktion &lt;br /&gt;
Nibelungen - Wibelungen - Waiblingen - Ghibellinen&lt;br /&gt;
auf den Weg von den Nibelungen zu den Staufern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Übergreifende Thesen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Immannenz-Epos: Im Gegensatz zur Völsungensaga und Wagners Aneignung, geht es, ähnlich wie im Beowulf, um eine immanente Handlungsdynamik ohne (göttliche) Metaebene. Ereignisse generieren Ereignisserien, deren Teil Helden und alle andere Personen sind. Doch was sind die Ereignis-generierenden Elemente? Taten. Also: was sind Taten? Gefragt wäre eine Typologie von Taten (wichtig/unwichtig, von wem etc.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Gunther-These: Im NB geht es um einen (Gilgamesh-artigen) archaischen Herrscher, der ohne Rücksicht auf sein Volk eigenmächtig-leidenschaftlich handelt. Seine Entscheidung, Brünhilde zu erlangen, leitet die entscheidende Wende ein. Ihm fehlt ein Enkidu, Hagen interveniert zu spät, verstärkt letztlich die Schicksalsspirale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, glaube ich nicht. Gunther ist kein Tatmensch. Er ist Zauderer. Seine wenigen eigenen Entscheidungen (Brunhild, Etzel) sind dann auch fatal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Trieb-These: NB muss aus der Perspektive der Autoren als ein nicht harmonisiertes Triebspiel unterschiedlicher Kräftekonstellationen gelesen werden (Minne, Sex, Kampf, Töten, Sieg etc.), die sich ineinander so verwringen, dass daraus eine unentrinnbare Schicksalsspirale wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Held-ohne-Ort-These: Siegfried hat keinen richtigen Ort in der Geschichte (Ja scheinbar vergisst er selbst seinen Ort: Auf dem Rheinzug kommen die Recken mehrfach an Worms vorbei, ohne dass er aussteigen oder den Umstand auch nur erwähnen würde.), er wandert ständig, behauptet sich, um annerkannt zu werden, sich endlich stabil zu sozialisieren und Freunde zu gewinnen. Doch wirkt seine Energie letztlich als ein treibendes Moment der Tragik, die alle umkommen lässt, indem er Wünsche/Triebe für andere realisiert, die den ganzen Burgunder Hof unhaltbar destabilisieren. S. ist also ein Held ohne Ort, einer, der in der höfisch-verwalteten Gesellschaft archaisch-überholt wirkt. Hierher könnte auch der standpunktlose S. gehören, der seine destabilisierenden Kräfte überall einsetzt, ohne entschieden gegen das zu stehen, was er selbst für Falsch hält. Hagen versucht hingegen beständig, S. einzuordnen (erste Ankunft von S.,etc.) und später auszuschließen. S. als der Übermensch, der das ganze Hofsystem von Wettkämpfen und Minne als beständiges Sich-Beweisen und Verbessern und Messen außer Kraft setzt, da er einfach der stärkste, schönste, listigste, lustigste ist etc., wird genau vor seinem Tod in der Jagdszene der 15. Av. deutlich. Umgekehrt und spiegelbildlich erfodert seine Auslösung aus der Hofgemeinschaft (sein Tod) eine Aufhebung der Hof-Formalien (Treue, guter Rat, Tugend etc.). In der 16. Av. kollabiert das Hofsystem, zentrale Werte werden ausgehöhlt, sinnleer (vor allem: Treue, Vertrauen). Hagen führt in 993 als Motiv der Ermordung an: Angst vor S., Schmach von ihm (sórge, leit), seiner Herrschaft (hêrschaft)ein Ende setzen. S.  der Ortlose könnte in dieser Perspektive als auch als der Unberechenbare erscheinen, wie ein wildes Tier, das sich in alle Richtungen wenden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Minne-These: NB ist eigentlich eine höfischer Minne-Erzählung. Siegfried kämpft für Kriemhild, Gunther will Brünhilde. Ihre blind-individualistiche Liebe harmonisiert nicht, ihre Verschränkung führt in den Untergang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehe ich nicht. &lt;br /&gt;
Gunther liebt nicht, schon gar nicht individualistisch. Er folgt irgend einer fixen Idee, eingeimpft oder wenigstens kompatibel mit einer gesellschaftlichen Erwatung an ihn.&lt;br /&gt;
Siegfried liebt nicht. Vielleicht begehrt er (vielleicht nicht mal das). Minne ist für ihn ein Spiel (wie Alles). Eventuell ist auch das ein Zug des Höfischen Epos: Tapfere Recken werben halt um schöne Damen...&lt;br /&gt;
Andere Minne-These:&lt;br /&gt;
Die Frauen können (schon individualistisch und leidenschaftlich) lieben.&lt;br /&gt;
Kriemhild tut das.&lt;br /&gt;
Brunhild tut das.&lt;br /&gt;
(Beide den Siegfried - seliger Siegfried)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Hagen-These-1: Hagens zwar durch seinen Unmut gegenüber S. sich anbahnender, doch in seiner Radikalität am Ende der 14. Av. in seiner Radikalität überraschender Mordplan könnte nicht auf einer Motiv-Logik, sondern auf einer Taten-Logik beruhen: S. hat die Krise ermöglicht: erstens als Täter im Bett mit Brünhild, zweitens als Täter des Weitergebens der Geschichte und der Dinge (Ring, Gürtel) an Kriemhild. Als Täter verkörpert S. die Schuld, er muss entfernt werden, damit verschwindet sozusagen auch die Ursache. Dabei ist unwichtig, was Leute sich wünschen, vorstellen oder beabsichtigen. Entscheidend ist Tat und Resultat. Des Weiteren kommt die Taten-Logik aus einer Gunthers Königshoheit überschreitenden älteren Legitimations-Schicht: Ob Gunther will oder nicht und S. Gunthers Unschuld öffentlich beteuert oder nicht, die Situation (als Resultante von Taten: grundlegende doppelte Ehre-Verletzung (Gunther und Brünhild), die mit dem repräsentativen Status des König- und Königin-Seins unvereinbar ist) ist objektiv-gebietend, sie lässt nur eine Lösung zu und fordert sie zugleich. Kein Kommunikations-Bedarf aufgrund der Vereinfachung: der Täter ist qua Tat schuld. Dass Hagen einer anderen Moral folgt, wird auch in 1001 deutlich: er strahlt eine ungewöhnliche Kälte aus, will S. selbst nach Worms tragen, Kriemhilds Tränen &amp;quot;rühren&amp;quot; ihn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hort-These: (vorgreifend) Die tragische Dynamik des NL ist motiviert durch die Gier der Burgunden, vor allem von Hagen, nach dem Nibelungen-Hort und den entsprechenden magischen Dingen. Die Burgunden nehmen später selbst den Namen der Nibelungen an (?, prüfen). Zu klären wären in dieser Hinsicht u. a., warumm der Hort letzten Endes versenkt (?) wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Kriemhild-These-1: Kriemhild ist eine tragischer Prophetin, eine Fortführung und Transformation der Kassandra-Figur, indem K. nicht nur das Unheil träumend voraussieht, ohne es verhindern zu können, sondern auch selbst die entscheidenen &amp;quot;Zeichen&amp;quot; setzt und exponiert (Zeigen des Ringes, Gürtels, Setzen des Kreuzes auf S.s Hemd), die zur Krise führen. Ihr Schicksal sehend ist sie blind als Tätige, wirkungslos als Warnende. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Schicksal-Widerstands-These: An mehreren Stellen des NLs fragt sich, warum gegen evident problematische Entscheidungen Einzelner (Gunthers B.-Hochzeitsfahrt, die Einladung von S. und K. durch B., Hagens Vorschlag der Ermordung von S. etc.) kein wirkmächtiger Einspruch erhoben wird, kein nachhaltiger Konflikt entsteht, obwohl es doch ständig um den &amp;quot;Rat&amp;quot; guter Freunde und um &amp;quot;Treue&amp;quot; geht. Alle Teilnehmer erscheinen in dieser Perspektive wie passive Puppen von K.s Traum, gelenkt von unischtbaren Fäden, ihre Entscheidungen sind nur Wirkungen anderer Ursachen, keine eigenmächtigen Selbstsetzungen. Die Unfähigkeit zum diskursiven Konflikt und der problemorientierten Kommunikation kontrastiert auch stark mit der ständigen Betonung der körperlichen Stärke der &amp;quot;Recken&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Politik-These: Nach Ursula Schulze (Das Nibelungelied, Reclam 1997, 214, 223) wird in S. s Tod zentral für die ganze Problemlage des NLs deutlich, dass der Starke wehrlos gegen perfide Intrige ist (214): &amp;quot;Die erzählte Geschichte führt vor, dass politisches Handeln nicht im offenen Kräftemessen, sondern in der Überlistung besteht.&amp;quot; Hagen (214) handele zwar aus heterogenen Motiven (Sühne für die Entehrung B.s, Ausschalten potentieller Gefahr von S., Machtzuwachs durch Gewinn von S.s Besitz),doch seien sie allesamt politisch zu nennen. Schulze unterstreicht dies durch das rekurrente Motiv der Täuschung (212). Tobias Kommentar: Im Ansatz (Täuschung, Kraft gegen Organisation) interessant, in der Schlussfolgerung (Politik) aber schief, da unterbestimmt, unscharf. Dazu kommt, dass Schulze an anderer Stelle behauptet, Hagen handele (wie S. und Brünhild) archaisch. K.s Rache ist archaisch (ohne Staatsprinzip), auch in dieser Hinsicht besteht Klärungsbedarf - denn die politische Intrige geht ja nicht auf, sondern zerschellt quasi am Schild. Kurz: ich finde, ohne ihr zu Nahe treten zu wollen, Schulzes Lösung fade. Sie reiht das NL reibungslos in eine allzuoft iterierte Metageschichte des Fortschritts der Moderne ein. Probleme einer Kontinuität der Triebe in die Moderne/in das Höfische hinein (Triebthese), des bewussten Treuebruchs, der Täuschung als nicht hintergehbare Grundverfassung menschlichen Seins in einer entgötterten Welt (man denke an Descartes), Schicksal und Schuld usw. werden einfach ins Politische absorbiert und damit zugleich neutralisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Inversions-These (an Immanenz-These anschließend): Das Böse ist nicht mehr Draußen, in einem (klar) vom Guten getrennten, eher abstrakten Anderen, es wird auch nicht mehr gesetzt oder göttlich verwaltet, sondern das Böse ist der Andere, der Freund, die Geliebte, der Fremde. Es kommt nicht mehr wie Grendl vom dunklen Berg zur Tür hinein, in das Heim des Inneren, sondern lauert schon immer, als Argwohn, Verdacht, im Inneren. Siegfried weiss davon nichts, und stirbt. Durch die Inversion differenziert sich das Böse (wird etwa zum Fiesen, Grimmigen) und wird perspektivisch, kontextuell, tritt in ein neues Verhältnis zum Guten. Zugleich scheint das Böse abgeleitet. Vielleicht erklärt sich auch hieraus das Ambivalente von Hagens Person.&lt;br /&gt;
Ja, das erklärt mir den Hagen: Es gibt keine Monster (wie im Beowulf) mehr (außer dem Drachen, der nur noch seinen Schatten wirft). Siegfried ist das Monster. Er hatte Kontakt zum letzten echten Monster, er ist überstark, unverwundbar - bringt die Welt so aus dem Gleichgewicht (vgl. I.8, I.12, IV. 6). Hagen sieht das, spürt das, muss handeln. (Andreas)&lt;br /&gt;
1699: Inversion der Gabe (gut-schlecht): Die Gabe Rüdigers an Gunther (nach der Heirat von Rüdigers Tocher mit Giselher), ein Schwert, wird genau zu dem, was Rüdiger später tötet.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Subversions-These: Im NL wird das Höfische ausgehöhlt, das alte Wertesystem zersetzt, von Hagens Speer durchbohrt, von Gernots Fürstenhafter Lüge (1097: er wisse von nichts,kenne keinen Täter, siehe dagegen 865: Kreis der Mitwissenden über den Komplott)zum Gespött. Zugleich droht durch den Überhelden Siegfried, dem spielenden blinden Giganten, eine Entleerung aller Spannung des Höfischen, indem er immer schon Sieger ist, das Magische (Drachen etc.)und die Natur (Bären, wilde Eber 961) bannt, auf den Sattel bindet, Wälder &#039;leert&#039;, so dass nichts mehr zur Jagd übrig bleibt, Mensch und &#039;Tier&#039; ist (1002), das Wilde der Natur (in Form des Bärens) nach Belieben demütigend auf andere entlässt. Siegfried, der archaische Held, der keine Angst kennt und dem sein eigener Tod, immer angezeigt und präsent durch den Riss, das Lindenblatt, seiner Panzerung und Kriemhilds wiederholte Warnvisionen, unbewusst ist, &#039;büßt&#039; schließlich für seine höfische Erziehung (980. [Fortsetzung nach Lektüre der 21-24 Av.] In der 21. Av (Wie Kriemhild zu den Hunnen zog) dominiert das Höfische ohne Patzer und Riss durch Harmonie (Triebausgleich, Befriedigung) und klare Rollenverteilung entlang der Themen: 1. Turnier, Tapferkeit, Begafft von Frauen 2. Gastfreundschaft, Bewirtung, Unterkunft/Quartier 3. Kleiderordnung, Waffenordnung 4. Dem anderen Dienen (Mann-Frau etc.) 5. Begleitung, Schutz 6. Küssen 7. Turteln 8. Ausschau halten, Sorgen. 9. Reichtum, Überfluss 10. Bewegung und Wohnen zwischen Burgen, die Gefährliche Zwischenbereiche miteinander verbindet, jedoch innerhalb von geschützten Einflusszonen (Reise) 11. Geschenke 12. Wertschätzung gewinnen 13. Empfang bei Eintritt in Hoheitszonen. All dies shcließt V. 1368 ab: &amp;quot;dass da ein jeder zu aller Zeit die Unterhaltung fand, wonach ihm Herz und Sinn stand&amp;quot;. In Av. 22 bricht die höfische Harmonie schon wieder auf, es kommt zu Tränen und Erinnerung (1371), zur Ankündigung von Leid. In Av. 23 brüllt schon der Grund, der eigentliche Anlass des Auszugs durch die Frohe Gesellschaft hindurch, Mord, Plan, Rache. 1352: Selbst der Kuß ist formalisiert, vorgeschrieben. 1666: die junge Markgräfin küsst Hagen nur auf Befehl.&lt;br /&gt;
Frauen spielen eine Rolle, werden wichtig - und das Verhalten ihnen gegenüber macht das &amp;quot;Höfische&amp;quot; aus. Frauen öffnen der Geschichte Möglichkeiten, Erzählvarianten (siehe I. 6). - In der 25. Aventüre kommt es zu einer weiteren Kulmination der Subversion: dichte Abfolge höfischer Schlüsselthemen (Treue, Schwur, Leibe, Freudnschaft, Gastfreundschaft, Geselligkeit, Vertrauen, Sorge, Geschenke/Gabe), jedoch vor dem Subtext, dass Hagen planen könnte, ein möglichst festes Bündnis mit Rüdiger (der zu Etzel gehört, aber von den Burgunden kommt) einzugehen (gesteigert durch die Verheiratung von Rüdigers Tochter mit Giselher).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Hagen-Kriemhild-These (1): Kriemhild verbindet mit Hagen, dass sie metikulös ihre Rache plant, Trieb, Gefühl und Tat in ein tödliches Kalkül einbindet. Dies wird vir allem in der 20. Av. deutlich: Kriemhild willigt in die Etzel-Heirat erst ein, nachdem Rüdiger ihr bedingunglose Rache gegen alle Kränkung zusagt (1256) - mit der Einschränkung, Kriemhilds und seiner eigenen Ehre nicht zuwider handeln zu können (1266). Rüdiger greift mit seiner Zusage nicht eigenwillig vor, sondern, so scheint es, macht nur explizit, was nach einer Heirat mit Etzel gilt: Kriemhilds Kräkung wäre zugleich Etzels. 1396-1399: Krimhilds langer Plan der Rache, Einladung an Etzels Hof. 1431: Hagen kennt Kriemhilds Pläne, beide Strategen erkennen sich, kennen sich. Er kennt den Grund, warum Fremde kommen. Hagen (1471) geht mit an Etzels Hof, sieht aber eine Chance, wieder heil heimzukommen, mit 1000 Recken. Hagen fügt sich also nicht dem Schicksal. will nicht sein Ende, sondern fügt sich nur dem Widerstand der anderen, die ihre Schwester sehen wollen, ihn irgendwie feige aussehen lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12.Hagen-Kriemhild-These (2): Hagens scheinbare Motivlosigkeit liegt in Wahrheit im Selbstbezug seiner Taten: Hagen handelt für sich, für seine Begierden, vor allem für seine Macht. Hierfür benutzt er nur andere Personen und vor allem Gunters höfischen Apparat (das wäre &amp;quot;modern&amp;quot;). Hagen nimmt die Schuld der Taten auf sich, stärkt damit sein institutionelles Schutzschild, bestimmt aber zugleich zunehmend und für seinen eigenen Nutzen, was entschieden wird, höhlt alle Werte aus; es ist diese Entwertung der Werte, die im Konflikt mit der Handlungsmatrix von Kriemhild in eine nicht mehr auflösbare, fatale Schicksalslogik führt. Diese Hagen-Tendenz wird vor allem in der 20. Av deutlich: 1273: es geht um die Gefahr einer neuen Feindschaft gegen ihn, 1274: die drei Könige setzen sich nicht mehr gegen Hagens Entscheidung, Kriemhild auch den Rest des Schatzes zu nehmen, durch, sie resignieren vielmehr. Hagens indvidualisierte Handlungslogik, die in keine traditionelle Matrix eingebettet ist, kontrastiert mit der (höfisch-archaischen) Liebe-Schuld-Rache-Matrix, die Kriemhilds Handlungen leitet (1730: Kriemhild weint beständig um Siegfrid). Auch sie kalkuliert, aber dieses Kalkül steht im Dienste der Matrix, hat nur in ihr Sinn. Zugleich hasst Hagen Kriemhild, da sie durch Siegfrid/Nibelungenschatz/Etzel kontinuierlich eine starke Macht darstelltt, eine mächtige Frau ist, für die Hagen keinen Siegfrid hat. Genau so, wie Hagen ständig neue Strategien aufstellt, transformiert Kriemhilds Macht beständig. 1368: Kriemhilds Machtanwuchs an Etzels Hof. Siegrid war ohne Argwohn, und verschwindet, er hatte die Ambivlaenz des Gut-Bösen nicht, kannte es nicht. Auch Etzel erscheint arglos (1402: getriuwe was sin muot). 1754: Zugleich spiegelt Kriemhild Hagen, Kriemhild hat eine &amp;quot;arge List&amp;quot;. 1738ff: Duell Hagen-Kriemhild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Hagen-Steuermann-These: Hagen wird im zweiten Teil des NL neben Kriemhild zur zentralen, Entscheidungen direkt einleitenden oder ausführenden Instanz, die nicht mehr verdeckt (unter dem König Gunther), sondern offen agiert. Dies wird besonders in der 25. Aventüre deutlich: Hagen verfügt über die Gewalt, Passagen zu eröffnen (und zu schließen), durch die er andere in größere Handlungskomplexe quasi unwiderruflich einschließt. Er ist derjenige, der die &amp;quot;Zuversicht&amp;quot; der ganzen Burgunder-Truppe repräsentiert (1510), wahrsagende, mythische Kräfte (Meerjungfrauen) zur Aussage zwingt (die Meerfrauen 1533ff., und zwar durch den Raub ihrer Kleider), sich dem von diesen Kräften geweissagten Fatum widersetzt, indem er es der Prüfung unterzieht (er versucht, den Kaplan zu ertränken, der laut Weissagung der einzige Überlebende sein wird 1575ff.), der lügen oder Taten verschweigen darf (auch gegenüber den König Gunther, 1620) und der tötet, nämlich den von anderen Mächten (Etzel) eingesetzten Fährmann des Passagen-Flusses (der zwischen Leben und Tod vermittelt), nur um sogleich selbst zum Fährmann zu werden: &amp;quot;Hagen war der Steuermann&amp;quot; (Hagene was da meister) (1572. Des Weiteren misstraut Hagen Träumen und setzt vielmehr auf seine eigene Urteilskraft (1510). Hagen, der wiederholt Ehre entwertete, wird damit selbst als Führer Köngigs-gleich zu dem der, der bestimmt und repräsentiert, was Ehre ist. Er wird zum &amp;quot;Schutzherr der Nibelungen&amp;quot; (1726). Die erneute Kulmination höfischer Werte und Gesten in der 25. Aventüre am Hofe Rüdigers, der zu Etzel gehörender Burgunder ist (Schwur, Treue, Freude, Freundschaft, Gastfreundschaft, Gabe, Wechselseitigkeit, Heirat) dient nur, maximal gesteigert durch die Heirat von Rüdigers Tocher mit Gislher, der Bindung Rüdigers an den Burgundenzug.&lt;br /&gt;
Hagen, der Herrscher, wird nicht aufgrund seiner Schönheit geliebt, nicht aufgrund seiner übermäßigen Kraft geehrt (1610: verliert den Kampf gegen Gelfrat, Dankwart muss Hagen schützen). Die Frauen lieben ihn nicht (1666, Hagen, der Grimmige). Hagen ist vielmehr der Siegfrid-Töter, der Anti-Siegfried, der steuert, der ökonomisch Ziele anstrebt, die aber immer wieder nur in ihn als Führer zurücklaufen, ohne über ihn hinauszugehen. Hagen hat alle in den Strudel der Gewalt hineingezogen, der Hass Kriemhilds gilt, das macht der NL Erzähler des öfteren deutlich, nur ihm, aber wenn Hagen, dann, in der Vision des Führers, alle mit ihm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Literatur, Quellen &amp;amp; Links ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Allgemeines ====&lt;br /&gt;
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Nibelungenlied  aus W...dia :-))]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Akademisch ====&lt;br /&gt;
*[http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_lmno/nibel.html Fachinformationen der FU Berlin zum Nibelungenlied]&lt;br /&gt;
*[http://www.nibelungenrezeption.de/ Projekt zur Rezeption des Nibelungenstoffes Universität Duisburg]&lt;br /&gt;
*[https://www.uni-muenster.de/Germanistik/Lehrende/honemann_v/index.html Intimus Volker Honemann]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Brackert, Helmut: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. 2 Bde. (1. Aufl. 1970) Neuauflage. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch 1994/2008.&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Das-Nibelungenlied-Mittelhochdeutscher-Text-%C3%9Cbertragung/dp/3596901316/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1249835276&amp;amp;sr=1-2 Brackert - Unsere Wahl]&lt;br /&gt;
*Grosse, Siegfried: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. Nach dem Text von Karl Bartsch und Hehrtut de Boor. [Handschrift B] (1. Aufl. 1997) Stuttgart: Reclam 2003&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Nibelungenlied-Mittelhochdeutsch-Neuhochdeutsch-Siegfried-Grosse/dp/3150506441/ref=sr_1_4?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247993309&amp;amp;sr=1-4 Grosse - Zur Lektüre von Volker Honemann empfohlen]&lt;br /&gt;
* Edda, übersetzt und mit Erläuterungen begleitet von Karl Simrock, 1. Auflage 1851, hier : Phaidon Verlag, Essen 1987&lt;br /&gt;
* Wagner, Richard, Libretto zum &amp;quot;Ring&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula : Nibelungen und Kudrun, in: Epische Stoffe des Mittelalters, hg. von Volker Mertens und Ulrich Müller, Stuttgart 1984, S. 111-137 [[Media:Schulze_1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*Hoffmann, Werner: &#039;&#039;Das Siegfriedbild in der Forschung&#039;&#039;. Darmstadt 1979.&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula: Das Nibelungenlied. Ditzingen 1997.&lt;br /&gt;
*[[Media:Willson-Blood-and-Wounds-in-the-Nibelungenlied-1960.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Thelen-Source-Function-Gunthers-Bridal-Quest-1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Schirokauer-Nibelungenlied-1954.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McConnell-Psychological-Approach-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McCarthy-Rhetoric-Nibelungenlied-1972.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Lionarons-Otherworld-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kirchberger-The-Crown-in-the-Nibelungenlied-1956.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:King-Review-Homer-Nibelungenlied-1988.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Homann-Hagen-Figure-Lies-1982.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hoffmann-Siegfriedbild-in-der-Forschung-1979.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Haymes-Heroic-Chivalric-Aristocratic-Ethos-Nibelungelnlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hasty-Conquest-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Grosse-Nibelungenlied-Nachwort-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Key-Concepts-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Hagen-Problem-of-Individuality-1976.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Classen-Siegfried-Downfall-of-a-Hero-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Bülow-Nibelungentreue-Rede-29-3-1909.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Brady-Historical-Prototype-Siegfried-1933.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Goebel-Original-Form-Legend-Sigfrid-1897.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kratz-Proposed-Sources-Nibelungenlied-1962.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wesentliche Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://public.univie.ac.at/index.php?id=14531 Transkriptionen der mittelhochdeutschen Versionen A, B, und C]&lt;br /&gt;
*[http://www.blb-karlsruhe.de/blb/blbhtml/nib/uebersicht.html Die Nibelungen-Handschrift C - digital - Faksimile der nunmehr Karlsruher (ehemals Donaueschinger) Hs. C]&lt;br /&gt;
*[http://www.fh-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/nib_intr.html Handschriften A, B, C (Bibliotheca Augustana)]&lt;br /&gt;
*[http://wissen-im-netz.info/literatur/simrock/nibel/index.htm  Das Nibelungenlied übersetzt von Karl Simrock]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/reichert_nhd.pdf Hermann Reichert, Nibelungenlied-Lehrwerk. Sprachlicher Kommentar, mittelhochdeutsche Grammatik, Wörterbuch. Passend zum Text der St. Galler Fassung („B“).]&lt;br /&gt;
*[http://web.archive.org/web/20061128181429/http://www.nibelungenlied.com/ Edition des Linzer Fragments M]&lt;br /&gt;
*[http://cgi-host.uni-marburg.de/~mrep/liste_inhalt.php?id=271 Überlieferungsübersicht, Nachweis weiterer Abbildungen von Fragmenten und Handschriften]&lt;br /&gt;
*v. Bülow, Bernhard, Reden (Band III), herausgegeben von Otto Hötzsch, Georg Reimer, Berlin 1909&lt;br /&gt;
*Fernau, Joachim, Disteln für Hagen, Herbig, München / Berlin 1966&lt;br /&gt;
*Münkler, Herfied, Die Deutschen und ihre Mythen, Rowohlt, Berlin 2009&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Medien ====&lt;br /&gt;
*[http://dvdbiblog.wordpress.com/2008/03/04/die-nibelungen-von-fritz-lang/ DVD-Filmprojekt für 2009/2010]&lt;br /&gt;
*[http://www.schaubuehne.de/spielplan/detailansicht.php?id_event_date=247891&amp;amp;id_event_cluster=74733&amp;amp;id_language=1#inhalt Hebbels Nibelungenlied in der Schaubühne 2009]&lt;br /&gt;
* Das Nibelungenlied von Eberhard Kummer gesungen - Die erste und einzige, komplette Einspielung des gesamten Nibelungenlieds aufgrund einer Live-Aufnahme des Phonogramm-Archivs der Akademie der Öst.Wissenschaften. Der Aufnahme liegen fünf sechsstündige Darbietungen im Okt. und Nov. 2006 im „Kulturquartier“ in 1190 Wien zugrunde. E.Kummer singt im Hildebrandston und begleitet sich auf einer keltischen Schoßharfe. Die Einspielung umfasst zwei MP3 CDs (ca. 30 Stunden Musikzeit) und wurde im „The Chaucer Studio“ der Brigham Young University Provo (UT) hergestellt. Vertrieb : E.Kummer, Chaucer Studio&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &#039;&#039;&#039;Urhebergeschützt&#039;&#039;&#039; ====&lt;br /&gt;
- der Benutzername ist Gilgamesch - das Passwort ist der Freund&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/Nibelungen.zip Hörspiel - 420 MB] - Quelle: http://www.amazon.de/Die-Nibelungen-Heldensage-Collectors-Heldensage/dp/B001D2DDDU/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247949744&amp;amp;sr=1-1&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/071214_nibelungen1_exp_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Der Nibelungen-Code: Deckname Siegfried - 512 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/071214_nibelungen2_exp_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Der Nibelungen-Code - Kriemhilds Todesspiel - 518 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090318_varus1_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Varusschlacht - Kampf um Germanien: Teil 1 - 529 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090318_varus2_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Varusschlacht - Kampf um Germanien: Teil 2 - 527 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_voelkerwand_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Kimbern und Teutonen: Teil 1 - 505 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_varusschl_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Varusschlacht und Gotensaga : Teil 2 - 524 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_kampfumrom_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Der Kampf um Rom : Teil 3 - 522 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_erbendesimp_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Die Erben des Imperiums : Teil 4 - 517 MB]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausführliche Themen: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Sprache, Schrift ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Geographie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Religion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Kulturgeschichtliche Aspekte, Geschichte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 975-977: Im &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;lassen sich für den zweiten Teil mit der Niederlage der Burgunden in der Zeit der Völkerwanderung eher historische Ansatzpunkte finden als für den ersten Teil, der mit den Figuren Brünhild (Isenstein) und Siegfried (Drachen, Tarnkappe, Hort) Verbindungen zur germanischen Mythologie und zum Märchen zeigt. ... Zwischen 406 und 413 hat es wahrscheinlich unter König Gundahar ein Burgundenreich am Mittelrhein gegeben (Hoffmann, 1992, S. 42 ff.) ... König Attila (Etzel) starb 453 in der Hochzeitsnacht mit der Germanin Hildico - nach zeitgenössischen Berichten an einem Blutsturz, also 16 Jahre nach Gundahar. Dieses unkämpferische Ende hat früh Gerüchte entstehen lassen, Hildico habe ihren Mann umgebracht, um Verwandte zu rächen, die 437 im Kampf gegen die Hunnen umgekommen sind. Damals hatte Attila das hunnische Heer nicht angeführt. ... Für Hagen gibt es kein historisches Vorbild. ... Zur Erklärung der Siegfried-Figur ist, besonders von Höfler, auf Arminius hingewiesen worden (Hoffmann, 1979). Beide sind als junge Männer von Verwandten heimtückisch ermordet worden, und Xanten, Siegfrieds Heimatstadt, ist auch Ausgangspunkt für die Arminius-Überlieferung. Aber die Verbindung des heroischen Siegfried mit der mythischen Sagenwelt und die Dominanz traditioneller, märchenhafter Erzählmotive führen nicht zu einer historisch begründeten Fixierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Mythentheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VII. Spezialthemen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Nibelungen von Fritz Lang ====&lt;br /&gt;
[[Bild:saal.jpg|right]]Nach der Fertigstellung des zweiteiligen „Dr. Mabuse“ wandte Fritz Lang sich dem mythologischen Stoff der Nibelungensage zu. Zwei Jahre verwendete er dafür, den Stoff zu verfilmen und es wurde sein bis dahin größter Erfolg. Aus der Stoffmasse mit ihren unterschiedlichen Versionen und den verschiedenen Bearbeitungen, die sie schon erfahren hatte, folgte Lang weitgehend dem eigentlichen Nibelungenlied, wobei er einige Vereinfachungen und Zuspitzungen vornahm. Der Stoff selbst war jedoch vorgegeben und wurde auch kaum entgegen der Überlieferung interpretiert. Langs Leistung besteht in der Illustrierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtwerk ist aufgespaltet in zwei Teile, wie die ursprüngliche Sage dies vorgibt. Im ersten Teil erfahren wir die bekannte Geschichte von Siegfried (Paul Richter), der den Drachen tötet, durch ein Bad in dessen Blut unverwundbar wird und den Nibelungenschatz gewinnt. Er kommt nach Worms an den Hof der Burgunder und hilft König Gunther (Theodor Loos) die amazonenhafte Brunhild (Hanna Ralph), Königin von Island, im Wettkampf zu besiegen und zur Frau zu bekommen. Im Gegenzug erhält er Gunthers Schwester Kriemhild (Margarete Schön) zur Gattin. Im berühmten Streit der Königinnen erfährt Brunhild von Kriemhild, dass es in Wahrheit Siegfried war, der sie besiegte. Um diesen Schandfleck zu beseitigen, lässt Gunther sich von dem düsteren Hagen (Hans Adalbert Schlettow) dazu drängen, Siegfrieds Ermordung zuzustimmen. Den Mord selbst führt Hagen aus, der sich unter einem Vorwand von Kriemhild die verwundbare Stelle markieren lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Teil „Kriemhilds Rache“ steht ganz im Zeichen von Kriemhilds Racheschwur. Kriemhild wird die Frau des Hunnenkönigs Etzel (Rudolf Klein-Rogge) und lädt einige Jahre später Gunther, Hagen und die übrigen Burgunder an den Hof des Hunnenkönigs ein. Sie will Rache an Hagen nehmen und als die Burgunder in Treue zu ihm stehen, dehnt sie ihre Rache auf alle, einschließlich ihrer Brüder aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erster Teil: Siegfried&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann hier nicht darum gehen, den Stoff selbst zu kritisieren, sondern es geht nur darum, was Lang daraus machte. Er entschied sich bei seiner Gestaltung zu vollkommener Stilisierung und Künstlichkeit. Die mythischen Anfangsszenen sind bewusst unwirklich gehalten und halten in ihrer atmosphärischen Wirkung einem Vergleich mit neueren Fantasy-Filmen durchaus stand. Die Welt der Anfangsszenen ist märchenhaft und unterweltlich. Lang arbeitet mit faszinierenden Licht- und Schattenspielen. Er verzichtete bewusst auf Außenaufnahmen und ließ im Studio einen Wald aus gewaltigen säulenartigen Stämmen aufbauen. Die Drachenszene war zu ihrer Zeit etwas nie Gesehenes und Lang war bemüht, die besten Techniker der Zeit um sich zu versammeln. Besonders surreal wirkt eine Szene, in der wir eine Gruppe angeketteter Zwerge sehen, die einen Kessel voll Gold tragen und die beim Tod ihres Königs Alberich (Georg John) versteinern, wobei ihre Gesichtszüge erhalten bleiben. Der Film verblüffte seine Zuschauer mit beeindruckenden Überblendungen, etwa beim Eindringen in die Nibelungenhöhle, oder bei den Szenen mit der magischen Tarnkappe, wie z.B. beim Wettstreit mit Brunhild, wo der unsichtbare Siegfried Gunther die Hand beim Speerwurf führt.&lt;br /&gt;
Die Welt der Burgunder wird geprägt durch ihre monumentale Architektur. Hier dominieren kahle Räume und riesige hohe Hallen. Diese Welt ist streng geometrisch aufgebaut. Wir finden überall symmetrische Muster, sei es im Boden oder bei den Gewändern. Die Menschen wirken klein vor dieser Architektur, etwa in den Domszenen, wo die Personen absolut symmetrisch bis hin zur Farbe der Gewänder vor dem imposanten Dom gruppiert werden. Die Menschen werden dieser Architektur völlig untergeordnet oder besser eingeordnet. Sie werden zum Teil der Architektur, zum bloßen Ornament. Berühmt ist hier die Szene, wo Brunhild bei ihrem Einzug in Worms über eine lebende Brücke vom Schiff an Land geht. Die Personen bewegen sich langsam und statuarisch und immer in strenger Symmetrie, sei es in Reihen oder spiegelbildlich. Eine psychologische Vertiefung erfolgt nicht und wird vom Stoff auch nicht gefordert. Die Personen sind reine Archetypen, sie vollziehen vom Schicksal vorgegebene Handlungsmuster. Die Atmosphäre bei den Burgundern hat insgesamt etwas Totes, was bildlich in den langen Gewändern, den leeren Räumen und der allgegenwärtigen Ritualisierung zum Ausdruck kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In deutlichem Kontrast zum statuarischen Worms steht das Island Brunhilds. Der Burgfelsen ragt aus einem unzugänglichen Flammenmeer hervor, womit visualisiert wird, worum es beim Wettkampf mit der Königin geht: um die Bezwingung ihrer Jungfräulichkeit. Wie die Märchenwelt, aus der Siegfried nach Worms kam, wird auch Brunhilds Welt als heidnisch gezeichnet. Eine Schamanin gibt der Königin vor urzeitlicher Höhlenmalerei ihre Weissagungen. Am deutlichsten unterscheidet sich die Welt Brunhilds durch ihre Bewegungschoreographie von der Welt der Burgunder. Die Amazonen verkörpern in ihren raschen, ungestümen Bewegungen das wilde und natürliche Leben. Der Film deutet so auch die Interpretationsmöglichkeit an, dass Brunhild das Leben ist, das die tote Welt der Burgunder braucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hauptthema des Films gilt gemeinhin die Treue und in der Tat gibt es kaum einen Begriff, der häufiger auf den Schrifttafeln auftaucht, als Treue. Dies ist mit Sicherheit auf den Einfluss von Fritz Langs verhängnisvoller Ehefrau Thea von Harbou zurückzuführen, die hier, wie in vielen anderen Filmen Langs, für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Sieht man sich den Film jedoch wirklich an, so stellt man sehr bald fest, dass sein eigentliches Thema keineswegs die Treue, sondern im Gegenteil der Verrat ist. Siegfried kommt nach Worms, um Kriemhild zur Frau zu gewinnen und er wird von Anfang an von den Burgundern für ihre Pläne zum Betrug an Brunhild benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gunther, der ewig zögernde und schwache König der Burgunder braucht Siegfried, der als einziger in der Lage ist, die übermenschliche Brunhild im Wettkampf zu besiegen. Dafür erhält er Kriemhild als Belohnung. Dies ist der Plan Hagens, der grauen Eminenz seines Königs. Und Siegfried zögert nicht einen Moment, in den Betrug einzuwilligen. Die archaische ungebändigte Kraft Brunhilds wird durch List bezwungen. Und dies wird mit dem hohlen Pathos von Treueschwüren verbrämt. „Halte mir Wort Gunther, wie ich dir Wort hielt.“, sagt Siegfried auf einer Texttafel und es schließt sich der Treueschwur der Blutsbrüder Siegfried und Gunther an. Lang macht mit seinen Bildern und seiner Schnittfolge ganz klar, wie er den Mythos versteht. So sehen wir die Blutsbrüderszene gegengeschnitten mit der betrogenen und zweifelnden Brunhild, die ahnt, das etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann, aber auch mit der naiven und gutgläubigen Kriemhild, die sich auf ihre Hochzeit vorbereitet. Bei den Burgundern ist alles auf Lüge aufgebaut, die ganze vorgebliche Freundschaft und beide Ehen sind auf Lüge gebaut. Und wo bleibt die Treue? Es ist die gegenseitige Treue beim Betrug. Es ist die Treue unter Ganoven.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der Betrug setzt sich fort. Noch einmal muss Brunhild betrogen werden, diesmal in der Hochzeitsnacht. Diesmal zögert Siegfried, doch lässt er sich sehr schnell durch Phrasen wieder einbinden. „Willst du den Freund im Stich lassen?“, fragt ihn Hagen. Und Gunther schweigt dazu und lässt wie immer Hagen für sich reden und Siegfried für sich handeln. Gunther und Hagen werden als die düsteren Intriganten dargestellt, die meist im Schatten sitzen und nur beobachten. Siegfried ist der nützliche Idiot, der sich verwenden lässt.&lt;br /&gt;
Die Betrogenen sind die beiden Frauen, vor allem Brunhild. Sie ahnen mehr, als dass sie wüssten, und so kommt es in der berühmten Treppenszene zum Streit der Königinnen. Brunhild verlangt als vermeintliche Herrin Siegfrieds den Vortritt und Kriemhild zeigt ihr aus gekränkter Eitelkeit den Armreif, den Siegfried der Amazone in der Hochzeitsnacht in Gunthers Gestalt abgenommen hat. Der Streit der Frauen hat seinen Ursprung im Lügengebäude der Männer. Bereut nun einer den Betrug? „Dein Schwatzen war schlimmer als ein Mord, Siegfried“, ruft Hagen. Dann geht es nur noch darum, die Folgen zu beseitigen. Brunhild verlangt aus verletzter Ehre den Tod Siegfrieds und Gunther ist zerrissen wie je: „Soll ich ihn töten, weil er mir treu war?“ Doch Brunhild überzeugt ihn mit dem Argument, Siegfried hätte sie entjungfert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegfried war das Werkzeug beim Betrug der Burgunder. Solange alles geheim war, pflegte man den Schein von Treue und Blutsbrüderschaft. Das zählt jetzt alles nicht mehr. Es geht nur noch darum, den lästig gewordenen Helfer und Mitwisser zu beseitigen. Dem ersten Verrat an Brunhild folgt der zweite an Siegfried. Man veranstaltet eine Jagd und Hagen belügt Kriemhild, um die verwundbare Stelle Siegfrieds zu erfahren. Dann ermordet er Siegfried hinterrücks, als dieser an einer Quelle trinkt. Brunhild, die Barbarin ist es, die zu Gunther sagt: „Um eines Weibes willen erschlugst du deinen treuen Freund“, und sie ist es, die an der Totenbahre Siegfrieds Selbstmord begeht. Kriemhild fordert Gerechtigkeit von ihrem Bruder. Sie verlangt, den Mörder zu bestrafen. Aber Gunther und seine Brüder stellen sich vor Hagen: „Treue um Treue. Seine Tat ist die unsere. Unsere Brust ist sein Schild“. In diesem Moment wird Kriemhilds Verwandlung sichtbar und sie schwört die Rache, die sich im zweiten Teil erfüllen wird. Die Treue- und Ehrbegriffe der Burgunder reichen nicht weiter als die einer Mafia-Bande. Lang macht dies besonders deutlich, wenn er durch seine bildliche Darstellung die schwülstigen Zwischentitel konterkariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Teil: Kriemhilds Rache:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ging es im ersten Teil um Betrug und Verrat, und zwar um mehrfachen Verrat, so steht der zweite Teil ganz unter dem Thema Rache. Kriemhild nutzt zunächst ihr Erbe, den Nibelungenschatz, um damit Verbündete gegen Hagen und ihren Bruder Gunther zu werben. Als Hagen ihr den Schatz raubt und ihn im Rhein versenkt, geht sie auf den Antrag des Hunnenkönigs Etzel ein und verlässt Worms. Sie lehnt ausdrücklich jede Versöhnung mit Gunther ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch stärker als im ersten Teil nimmt jetzt Hagen die zentrale Stellung auf der Seite der Burgunder ein. Er erscheint durchgehend in einem schwarzen Gewand mit Umhang und mit einem gewaltigen Flügelhelm. Um den finsteren Eindruck zu verstärken hat er im Film nur ein Auge. Er ist das Urbild des rationalen Bösewichts, der ohne Skrupel zu jedem Verbrechen im Dienst seines Herrn oder des Staates bereit ist. Er ist die fleischgewordene Staatsräson und kann als Folie für viele faszinierende Filmbösewichter von Dr. Seltsam bis Darth Vader gelten.&lt;br /&gt;
Ihm gegenüber steht jetzt Kriemhild, die sich vom naiven Jungmädchen zur Rachegöttin gewandelt hat. Im Gegensatz zum ersten Teil, wo sie wie Siegfried immer weiß gekleidet war, trägt sie jetzt schwarz. Sie bewegt sich kaum und wenn, dann nur sehr langsam. Damit bildet unter den ständig wimmelnden Hunnen eine Art Statue, was ihren Charakter als Rachegöttin noch verstärkt. Jeden Mann, der ihr begegnet versucht sie auf ihre Rache einzuschwören, sei es der biedere Rüdiger (Rudolf Rittner), sei es ihr neuer Gemahl Etzel oder dessen Bruder Blaodel (Georg John).&lt;br /&gt;
Die Welt der Hunnen steht in scharfem Kontrast zur Welt der Burgunder. Die Hunnen sind in ständiger Bewegung, sie werden als Barbaren gezeichnet, die in Erdhöhlen leben, sie sind orgiastisch und lebensfreudig. Statt der Gemessenheit des ersten Teils mit seinen langen Kamera-Einstellungen dominiert jetzt dynamische Beweglichkeit. Langs Nibelungenfilm stellt das Aufeinanderprallen dieser Welten ohne die platte Schwarzweiß-Malerei vieler neuerer Fantasyfilme dar. Hier steht nicht Gut gegen Böse, sondern es entsteht wirkliche Tragik, da Schuld und Unschuld auf beiden Seiten sich die Waage halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriemhild veranlasst Etzel, die Burgunder an seinen Hof einzuladen. Ihr Verlangen nach Rache jedoch weist er zurück. „Heilig ist der Gast“, sagt Etzel und wird damit zum Vertreter eines archaischen Moralbegriffs, der hoch über der Falschheit der Burgunder steht. Überhaupt wird Etzel, trotz seines wilden Äußeren, als sehr menschlich gezeichnet. Im Gegensatz zur starren Mimik der Burgunder drückt er seine Gefühle immer direkt aus. Wir sehen seine Liebe und Freude, wenn er mit seinem kleinen Sohn zusammen ist und wir sehen später seine abgrundtiefe Trauer, wenn Hagen diesen Knaben töten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz Hagens Abraten reisen die Burgunder zu Etzel und werden von ihm freundlich empfangen, während Kriemhild Etzels Bruder zum hinterhältigen Angriff auf die Knechte der Burgunder überredet. Es folgt ein Gemetzel, bei dem die in der Halle eingeschlossenen Burgunder sich gegen die Angriffe der Leute Etzels und seiner Verbündeten erwehren. Da die Kämpfe ohne Sieger bleiben, lässt Kriemhild das Dach der Halle anzünden. Der nächste Morgen sieht einzig Hagen und Gunther als Überlebende. Solange noch einer seiner Könige lebt, wird er den Ort des Nibelungenschatzes nicht verraten, sagt Hagen. Und als Kriemhild ihren Bruder Gunther töten und seinen abgeschlagenen Kopf vorzeigen lässt, da lacht Hagen: Jetzt wissen nur noch ich und Gott, wo der Schatz liegt. Kriemhild erschlägt ihn eigenhändig, um damit ihre maßlose Rache zu vollenden und sie wird daraufhin von Meister Hildebrand (Georg August Koch), einem letzten Gefolgsmann Etzels, getötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Notwendigkeit und Unbedingtheit, die so charakteristisch sind für die Stoffe der antiken und der germanischen Mythologie, steuert das Geschehen von Anfang an auf sein tragisches Finale zu. Vielleicht sind solche Stoffe nur mit den Mitteln des Stummfilms wirklich angemessen zu verfilmen. Dem archaischen Stoff korrespondiert hier die archaische Form. Ein Problem vieler neuerer Mythenfilme besteht ja darin, dass die pathetischen Dialoge unglaubwürdig wirken oder dass eine psychologische Figurenzeichnung dem Stoff nicht angemessen ist. Mythische Figuren handeln nicht als moderne Personen, sondern sie sind Archetypen, in denen Ideen und Weltanschauungen personifiziert werden. Fritz Lang hat sein Ziel einer adäquaten filmischen Umsetzung des Nibelungenmythos in beeindruckenden Bildern gemeistert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte der Nibelungen ist wahrscheinlich der deutscheste aller Stoffe. Fritz Lang akzeptierte dies ganz bewusst, wenn er seinem Film die Widmung „Dem deutschen Volke“ voranstellte. Wobei zu berücksichtigen ist, dass Langs Werk 1924 in die Kinos kam, neun Jahre vor der Machtergreifung der Nazis. Dennoch gab es Kritiker, die in Langs Darstellung Parallelen zur Ästhetik des Faschismus finden wollten. Es lässt sich nicht bestreiten, dass mit Begriffen wie „Nibelungentreue“ oder mit der Glorifizierung der Siegfried-Figur der Nibelungenstoff für ideologische Zwecke missbraucht wurde. Es sollte aber deutlich geworden sein, dass dies im Film keinerlei Grundlage findet, sowenig wie im Stoff des Nibelungenmythos selbst. Im Gegenteil gilt es, das Werk vor faschistoiden Vereinnahmungen in Schutz zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Filmdaten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (1): Siegfried - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou und Fritz Lang, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Walter Ruttmann, Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Paul Richter, Margarete Schön, Hanna Ralph, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Rudolf Klein-Rogge, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (2): Kriemhilds Rache - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Eugen Schüfftan (Optische Spezialeffekte), Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Margarete Schön, Rudolf Klein-Rogge, Georg John, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.filmzentrale.com/rezis/nibelungensk.htm entnommen aus der Filmzentrale]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Thesen zum geschichtlichen Hintergrund der Handlung und der Personen des Nibelungenliedes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorbemerkung :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der geschichtliche Hintergrund zerfällt vermutlich ebenso wie die Handlung des Epos in zwei Teile, die Ermordung des Helden Siegfrieds und den Untergang der Burgunder im Kampf gegen die Hunnen. Schon früh wurde deshalb spekuliert, dass es sich eigentlich um zwei unterschiedliche Erzählungen handelte, welche nur dramaturgisch durch einen dünnen Handlungsfaden verbunden wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der erste Teil durch seine sagenhaften Anklänge geschichtlich schwerer einzuordnen ist, geht es im zweiten Teil nach wohl vorherrschender Meinung um den Untergang des Burgunderreiches während der Umwälzungen der Völkerwanderung. Aufgrund der besseren Überlieferungslage sind die insoweit handelnden Personen wie Attila alias Etzel oder Theoderich der Große alias Dietrich von Bern historisch leichter zu identifizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bereits am Beispiel dieser beiden verbürgten geschichtlichen Heroen fällt auf, dass im Nibelungenlied verschiedene „Heldengestalten“ miteinander agieren, welche sich tatsächlich niemals begegnet sind. So war Attila bei der Geburt Theoderichs bereits verstorben. Auch verbrachte Theoderich seine Jugend nicht als Geisel bei den Hunnen, sondern am Hof des oströmischen Kaisers Leo I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Das Reich der Burgunden als Hintergrund von „Krimhilds Rache“ :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Neckar - Taunus Raum kommend, drang der germanische Stamm der Burgunden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
( später auch Burgunder genannt ) um den Jahreswechsel 406 / 407 im Zuge der Zerfalls- erscheinungen des römischen Limes über den Rhein vor. Ca. 413 schlossen sie mit dem weströmischen Reich einen Bündnisvertrag, welcher ihnen als „Foederati“ gegen Stellung von Truppen einen großen Siedlungsraum im Rheingebiet zugestand. Ob es sich dabei tatsächlich um das mittelrheinische Gebiet um die Stadt Worms herum handelte, ist noch strittig. Als die Burgunden unter ihrem Anführer Gundahar ab 430 begannen, sich weiter nach Westen in römisches Provinzgebiet auszudehnen, kam es erneut zum offenen Konflikt mit dem West-reich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unschwer ist in der Person des Gundahar die Person des Gunthers aus dem Nibelungenlied zu identifizieren. Anders als dort ist sein historischer Gegenspieler jedoch nicht der Hunne Attila, sondern der römische Heermeister Flavius Aetius.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der um 390 geborene Aetius war in seiner Jugend zunächst als Geisel bei den Hunnen aufgewachsen. Nach einer glanzvollen militärischen Karriere als „Magister militum“ des weströmischen Reiches floh er aufgrund einer Palastintrige erneut zu den Hunnen. Mit deren Hilfe kehrte er 433 an den weströmischen Hof zurück, wo er als Heermeister das marode Reich ein letztes Mal militärisch stabilisieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu zählte insbesondere der Feldzug gegen die Burgunden, wobei sich Aetius aufgrund seiner Beziehungen auch hunnischer Hilfstruppen bediente. In den folgenden Kämpfen der Jahre 435 / 436 wurde das Reich der Burgunden von den Truppen des Aetius vernichtet und Gundahar getötet. Anschließend siedelte der siegreiche Feldherr die überlebenden Burgunden im Rhonetal / Savoyen als Puffer gegen die germanischen Alemannen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Das Leben Attilas als Hintergrund von „Krimhilds Rache“ : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hunnenkönig Attila trat nach den historischen Quellen bei dem Feldzug gegen die Burgunden selbst nicht in Erscheinung. Er regierte die Hunnen seit 434. Nach der Ermordung seines Bruders Bleda 444 / 445 wurde er ihr unbeschränkter Großkönig mit Herrschaftssitz in der ungarischen Tiefebene an der Theiß. Während er Feldzüge gegen Ostrom unternahm, unterhielt er zum weströmischen Reich, vermutlich aufgrund des dortigen Heermeisters Flavius Aetius ( s.o. ), überraschend gute Beziehungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nach einem als Heiratsangebot getarnten Hilfserbitten der verzweifelten Schwester des weströmischen Kaisers Valentinian III forderte Attila sogleich die Hälfte Westroms als „Brautgeschenk“. In der Folge fiel er mit seinen überlegenen Reiterhorden in das Reich ein und konnte erst nach langen wechselhaften Kämpfen im Jahr 451 in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern von Flavius Aetius und einem Vielvölkerheer aus Römern, Westgoten und anderen Germanen ( vermutlich auch Burgundern ) zurückgeschlagen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
452 fiel Attila erneut mit seinem Heer in Italien ein. Diesmal wurde sein Kriegszug nach anfänglichen Erfolgen letztlich wohl durch Seuchen und Versorgungsprobleme gestoppt, welche der Römer Aetius durch die ausweichende Militärtaktik der „verbrannten Erde“ noch gesteigert hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser wiederholten Niederlage zog sich Attila in seinen Herrschaftsraum zurück und starb 453 während der Hochzeitsnacht mit seiner germanischen Braut Ildikó, der Tochter eines gotischen oder gar burgundischen Fürsten. Die Todesursache war entweder ein Blutsturz oder beigebrachtes Gift.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Ildikó auch als Hildiko bzw. neuhochdeutsch „Hildchen“ übersetzt werden kann, sieht man in dieser Braut des Attila ein mögliches Vorbild für die Krimhild der Nibelungensage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der mächtige Heermeister Flavius Aetius wurde 454 während einer Audienz vom damaligen Kaiser Valentinian III eigenhändig umgebracht. Gelegentlich wird der Römer Aetius aufgrund seiner historischen Rolle als der eigentliche „Etzel“ des Nibelungenliedes angesehen. Auch waren es historisch gesehen letztlich die Römer, welche den Untergang der Burgunden / Nibelungen und den Tod Gundahars / Gunthers zu verantworten hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Das Leben des Arminius / Hermann als Hintergrund von „Siegfrieds Tod“ :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Rollen des Gunther, des Etzel und der Krimhild aufgrund der historischen Geschehnisse leicht(er) zuzuordnen sind, stellt sich für den ersten Teil des Nibelungenliedes die zentrale Frage, welche historische Persönlichkeit eine derartige Wirkungskraft ausgeübt haben könnte, um aus dem Dunkel der sagenhaften Überlieferungen ein Vorbild für die Figur des Helden Siegfried zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angeführte „zeitgenössische“ Personen der Völkerwanderung werden dem nicht ansatzweise gerecht. Aus den langen Auseinandersetzungen zwischen Römern und Germanen , um die geht es letztlich trotz aller Verzerrungen auch im Nibelungenlied ( s.o. ), ragt jedoch ein Mann hervor, dessen Leben und Sterben in den grundlegenden Motiven auf den Sagenheld Siegfried wie eine Schablone zutrifft : Arminius, der Fürst der Cherusker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;a. Das Motiv der Herkunft und Namensgebung&#039;&#039;&#039; :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Versionen der nordischen Sagas wächst Siegfried in der Wildnis auf, gesäugt von einer Hirschkuh. Ggf. stellt dies eine Parallele zur römischen Sage von der Romulus und Remus säugenden Wölfin dar. Nach verschiedenen Deutungen des Stammesnamens der Cherusker ist wohl der Hirsch, germanisch &#039;&#039;herut&#039;&#039;, als deren „Wappentier“ anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Nibelungenlied wird der Name von Siegfrieds Vater mit Siegmund angegeben. Nach den römischen Quellen lautet der Name von Arminius Vater Sigimer oder Segimer. Die Silbe Sig bzw. Seg war bei den Cherusker offenbar recht gebräuchlich ( siehe z.B. auch Segestes ) und deutete wohl auf Auszeichnung im Kampf hin. Der Name der Mutter des Arminius bleibt unerwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch sein germanischer Name ist unbekannt. Der Name Arminius wurde ihm von den Römern wie üblich erst bei der Verleihung des römischen Bürgerrechts gegeben. Er steht wohl am ehesten für „der Blauäugige“ (von &#039;&#039;armenium&#039;&#039; - „bergblau“). So wurde der Bruder des Arminius von den Römern auch nur schlicht Flavus, „der Blonde“, genannt. Der Name Hermann taucht erst später im Mittelalter auf und wurde angeblich von Luther geprägt. Angesichts der hohen Stellung seines Vaters Sigimer ist der gleichbleibende Namensteildes „Sig“ bei dem germanischen Namen des Arminius naheliegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Herkunft Siegfrieds wird im Nibelungenlied Xanten angegeben. Die historische Stadt Xanten ist römischen Ursprungs und diente unter dem Namen Vetera als eines der zentralen Lager der römischen Rheinlegionen. Arminius ist zunächst selbst ein Mitglied dieses Heeres, welches später von ihm vernichtend geschlagen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;b. Das Motiv des mutigen Kämpfers : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Siegfried im Nibelungenlied war Arminius nicht nur ein Anführer seines Volkes, sondern auch ein im Kampf erfahrener und herausragend erfolgreicher Krieger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im römischen Militärdienst ab spätestens 4 bis 9 n.Chr. zeichnete sich Arminius als Führer von germanischen Hilfstruppen in den Feldzügen des späteren Kaisers Tiberius in Germanien und / oder Pannonien derart persönlich aus, das er in einer bis dahin beispiellosen Karriere als Germane sogar in den römischen Ritterstand aufsteigen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der persönlich mit ihm bekannte römische Historiker Paterculus, selbst ein ranghoher Soldat, schilderte den späteren Gegner Arminius nach den gemeinsam verbrachten Kriegsjahren wie folgt : “ Er war tüchtig im Kampf und rasch in seinem Denken, ein beweglicherer Geist als es die Barbaren für gewöhnlich sind. Das Feuer seines Geistes verriet sich schon im Blick seiner Augen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;c. Das Motiv des Drachenkampfes :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich durch die persönlich erlebte römische Herrschaftspraxis in der germanischen Provinz entschied sich Arminius jedoch trotz geringer Erfolgsaussichten für den Kampf gegen die zu dieser Zeit geradezu übermächtig wirkende „Weltmacht“ Rom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungeachtet aller persönlichen Gefahren und trotz Verrats seiner Pläne organisierte Arminius, quasi vor den Augen des recht vertrauensseligen Statthalters Varus, einen erfolgreichen germanischen Aufstand der durch das Inferno der Schlacht im Teutoburger Wald bzw. Varusschlacht um 9 n.Chr. mit einem Schlag die römische Herrschaft in Germanien jenseits des Rheins beendete und Rom in seinen Grundfesten erschütterte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Motiv des Kampfes gegen einen schier übermächtigen Gegner findet sich bei Siegfried in Form des Drachenkampfes wieder. Die insoweit deutlich detaillierten Edda-Schilderungen über den Drachenkampf lassen überraschende Parallelen zu den jüngsten Erkenntnissen über den mutmaßlichen Ablauf der Varrusschlacht aus dem Raum um Kalkriese erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So stellt Siegfried dem Ungeheuer auf dessen Weg zum Wasser mit einer Erdgrube eine Falle. Darin verborgen sticht er dem Lindwurm in das Herz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kalkriese wurde eine Erdwallanlage aufgefunden, mit der die dahinter verschanzten Germanen unter Arminius den auf dem Rückmarsch zum Rhein befindlichen römischen Legionen den Weg abgeschnitten haben sollen. Vermutlich kam es dort zu dem Endpunkt eines sich über mehrere Tage hinziehenden Kampfes, in welchem die Legionäre in ihrer verwundbaren Marschformation von den Germanen angegriffen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der sich über viele Kilometer erstreckende Zug der Römer unter dem Befehl des Statthalters Varus, bestehend aus den drei kampfstärksten Legionen des Reiches, jeder der bis zu 18.000 Berufssoldaten mit Kettenhemd, Helm und eisenbeschlagenem Schild, wird wohl selbst von heutigen Autoren noch als „lindwurmartig“ bezeichnet. Den drei Legionen voran wurden die römischen Feldzeichen getragen. Zu Zeiten des Arminius waren dies die römischen Adler. Bereits vor der Völkerwanderung wurde der Adler im römischen Heer jedoch durch den eindrucksvollen Kopf eines Drachen ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Standartentraeger.png|thumb|Nachbildung eines römischen Standartenträgers der Kavallerie nebst drachenköpfigem Feldzeichen aus der späten Kaiserzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;d. Das Motiv des Blutbades und der Unverwundbarkeit :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Sieg über den Drachen nimmt Siegfried ein Bad in dessen Blut, um hierdurch für seine Feinde unverwundbar zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Sieg des Arminius und seiner Verbündeten ist absolut. Die drei Legionen nebst Tross und Hilfstruppen werden so vollständig vernichtet, dass sie auf kaiserliche Weisung hin nie wieder aufgestellt werden. Der Statthalter Varus stürzt sich auf dem Schlachtfeld in sein Schwert. Das seit langer Zeit sieggewohnte römische Reich ist nach heutigen Maßstäben geradezu traumatisiert. Der damalige Kaiser Augustus soll mit dem Ruf „Varus, Varus gib mir meine Legionen zurück“ aufgelöst durch seinen Palast geirrt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem morastigen Schlachtfeld lagen unter Berücksichtigung der germanischen Verluste bis zu 25.000 Tote nebst Pferden und Maultieren. Nach den römischen Quellen und den Erkenntnissen bei Kalkriese hatte es zuvor bzw. während des Kampfes in Strömen geregnet. Selbst für die damaligen Verhältnisse muss das Kampfgebiet einen apokalyptischen Eindruck geboten haben, zumal Schlachten dieser Größenordnung auf germanischem Gebiet bisher kaum stattgefunden hatten. Nach vorsichtigen Schätzungen moderner Militärhistoriker dürften aufgrund der Schwere der damaligen Kampfverletzungen allein 50.000 Liter menschlichen Blutes den aufgeweichten Boden, die Regenpfützen und die umliegenden Wassertümpel getränkt haben. Verletzte und wohl auch gefangene Römer wurden noch vor Ort massakriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Fragmentfunden aus Kalkriese gingen die Sieger dazu über, den toten Legionären die Rüstungen vom Leib zu reißen. In dem zu dieser Zeit noch eher kleinbäuerlich geprägten Germanien waren Metalle nur spärlich verfügbar. Fast nur Adlige konnten sich Schilder, Kettenhemden, Helme oder Schwerter aus Metall leisten. Der einfache Krieger zog mit dem im Feuer gehärteten Speer und einem Schild aus Holz in die Schlacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nunmehr aber verfügte die Allianz des Arminius neben ihrer spärlicheren Hilfstruppen-ausrüstung mit einem Schlag über zehntausende hochwertige Rüstungen nebst Helmen und Schilden aus den römischen Legionsbeständen. Der weitere Kriegsverlauf belegt die folgende „Unüberwindbarkeit“ der Kämpfer des Arminius.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;e. Das Motiv des Hortes und der darin befindlichen Schätze : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem Sieg über den Drachen gelangt Siegfried an unermessliche Reichtümer aus dem Hort der Nibelungen, darunter eine Tarnkappe und einen Stab der Beredsamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arminius fielen neben den unbezahlbar wertvollen Waffen der Rheinlegionen auch deren gesamte Habseligkeiten, die prachtvolle Ausstattung des römischen Statthalters und wohl unzählige Trossangehörige als Sklaven in die Hände. Römische Städte und Ansiedlungen auf germanischem Gebiet, wie z.B. Waldgirmes, wurden zerstört und vollständig geplündert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie zuvor bei der Planung des Aufstandes unter den Augen der Römer gelang es Arminius mit einer bis dahin nahezu einmaligen diplomatischen Leistung ein dauerhaftes Bündnis aus verschiedenen, traditionell zerstrittenen germanischen Stämmen zu schmieden. Dieses erwies sich als stark genug, um den römischen Rache- und Rückeroberungsfeldzügen der Jahre ab 14 bis 17 n.Chr. erfolgreich standzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der römische Feldherr Germanicus setzte während dieser mehrjährigen Feldzüge zeitgleich nahezu ein Drittel des gesamten römischen Heeres der damaligen Zeit ein. Arminius griff seinerseits immer wieder auf eine ausweichende Guerillastrategie zurück. Überraschende Angriffe auf die Marschkolonnen des Gegners und kontrollierte Absetzbewegungen in den schützenden Wald bei einem problematischen Kampfverlauf kennzeichneten die bevorzugte Taktik des Arminius. Angesichts dramatischer römischer Verluste und geringer Erfolge befahl der nunmehrige römische Kaiser Tiberius, ein früherer Kampfgefährte des Arminius (s.o.), im Jahr 17 n.Chr. seinem Feldherrn Germanicus den endgültigen Abbruch der Feldzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der weiteren Folge nahm es Arminus noch im selben Jahr mit Marbod, dem äußerst mächtigen König der Markomannen und dessen unabhängigen Großreich im heutigen Tschechien bzw. Böhmen auf. Dieses verfügte nach römischen Quellen über ein Heer von ca. 75.000 Kriegern und hatte bis dahin selbst für Rom eine nachhaltige Gefahr dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und auch in diesem Kampf gelang dem Stammesbündnis unter Führung des Arminius der Sieg. Und dies trotz des verräterischen Überlaufens seines Onkels Inguiomerus zu den verfeindeten Markomannen. Der gedemütigte Marbod musste im Jahr 19 n.Chr. schließlich sogar in ein römisches Exil fliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Krieg erwies sich der geschickte Kämpfer und Diplomat Arminius damit trotz seiner militärisch übermächtig wirkenden Gegner als unbesiegbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;f. Das Motiv des Verrats und der Ermordung durch die eigenen Verwandten : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der unverwundbare Siegfried wird von den gekränkten und neidischen Verwandten seiner Ehefrau mittels einer List hinterrücks ermordet. Die Tat wird von dem grimmen Hagen ausgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Berichten des Tacitus zum Tod des Arminius ist festgehalten, dass dieser ca. 19 / 21 n.Chr. durch die „Hinterlist seiner Verwandten fiel“. Er hatte wohl auf dem Weg zu einer Art „Königswürde“ zu viel Macht erlangt und erschien nach Wegfall des äußeren Feindes im internen Gefüge der Stammesfürsten schlicht zu gefährlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mörder des Arminus wird namentlich nicht genannt. Ausgehend von dem spärlichen Berichten des Tacitus verblieben jedoch nach dem Verrat des Onkels Inguiomerus ( s.o. ) nur noch zwei in Betracht kommende Verwandte : Flavus, sein Bruder, und Segestes, der Schwiegervater des Arminius. Beide stehen während der kriegerischen Auseinandersetzungen zumeist auf Seiten der Römer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Segestes soll Arminius sogar noch (erfolglos) an Varus verraten haben. Obwohl oder gerade weil Arminius seine Tochter Thusnelda zur Ehefrau genommen hatte, betrieb Segestes auch später noch dessen Vernichtung. Schließlich begab sich Segestes im Verlauf der geschilderten Feldzüge 15 n.Chr. nebst seiner Tochter sogar persönlich in die helfenden Hände der Römer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bruder Flavus blieb als Anführer von Hilfstruppen bis zum Ende der Kämpfe 17 n.Chr. seinem einstmaligen Schwur auf den römischen Kaiser treu. Wie Hagen in verschiedenen Edda-Versionen verlor Flavus nach den römischen Quellen während der Kämpfe ein Auge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich der Feldzüge lieferten sich Arminius und Flavus über die Weser hinweg ein sehr persönliches Wortgefecht, wobei laut des römischen Geschichtsschreibers nur das schnell fließende Wasser ein sofortiges Blutvergießen verhinderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessanterweise wird Hagen von Tronje in mehreren Deutungen des Ortsnames Tronje ein römischer Hintergrund zugewiesen. So wird das sagenhafte Troja als das Ursprungsland der ersten römischen Siedler oder das in der Nähe von Xanten gelegene Römerlager Colonia Ulpia Trajana als mögliche „Herkunft“ Hagens angeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der historisch verbürgte Flavus an den Feldzügen des Germanicus teilnahm ( s.o. ), ist sein Standort in diesem Militärbereich zumindest möglich. Er hatte jedenfalls nach dem Ende des offenen Kampfes, ggf. im naheliegenden Zusammenspiel mit einem im Hintergrund die Fäden ziehenden Schwiegervater Segestes, ein Motiv und räumlich gesehen wohl auch Gelegenheit zum geschilderten „hinterlistigen“ Mord an Arminius. Bezeichnenderweise wurde erst dem in Rom geborenen Sohn des Flavus mit Namen Italicus von den führungslosen Cheruskern im Jahr 47 n.Chr. die Herrschaft über den Stamm angetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor diesem Hintergrund sei noch angeführt, dass in der dem Nibelungenlied ähnlichen Thidrekssaga der dort als „Högni von Troia“ bezeichnete Hagen kurz vor seinem Tod mit einer „hunnischen“ (s.o.) Sklavin einen Sohn zeugt und dieser den Schlüssel zum Hort Siegfrieds übergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;g. Das Motiv der treuen Ehefrau am fremden Hof und des gemeinsamen Sohnes : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krimhild bleibt Siegfried nach dessen Ermordung in aufrechter Liebe und Trauer verbunden. Sie rächt seinen Tod am Hofe der Hunnen an ihren Verwandten. Der gemeinsame Sohn wird ohne nähere Beschreibungen in das Nibelungenreich gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tragische Beziehung zwischen Arminius und seiner Ehefrau Thusnelda ist wohl das erste überlieferte „Liebesdrama“ aus dem deutschen Raum. Nach wiederholten Zerwürfnissen mit seinem im Machtgefüge konkurrierenden Schwiegervater Segestes muss Arminius miterleben, wie dieser im Jahr 15 n.Chr. die schwangere Thusnelda nach Rom verbringen lässt. Zur Haltung Thusneldas in dieser Situation schreibt der römische Historiker Tacitus wörtlich : „Sie stand mit dem Herzen mehr auf der Seite ihres Mannes als ihres Vaters. Sie ließ sich keine Träne entlocken und kein flehendes Wort verlauten; die Hände im Schoß zusammengelegt, blickte sie auf ihren schwangeren Leib.“ Sie sah Arminius niemals wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sohn des Arminius mit dem überlieferten Namen Thumelikus wird während des so erzwungenen Aufenthalts im römischen Reich geboren. Seinen Vater hat er weder sehen, noch rächen können. Seine Spur verliert sich letztlich im Dunkel der Geschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der einst so mächtige Stamm der Cherusker hinterlässt bald keine geschichtlichen Spuren mehr. Nach andauernden internen Zwistigkeiten, befördert durch die erfolgreiche römische Diplomatie des „Teile und Herrsche“ geht auch dieser Volksstamm ähnlich wie später die Burgunder sinnbildlich unter. Mutmaßlich gehen die Angehörigen der Cherusker später in dem sich langsam bildenden Stammesverbund der Franken auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;h. Das Motiv des Gedenkens in Liedern und Gesängen : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Helden Siegfried wurde im germanischen Sprachraum dauerhaft in den Überlieferungen der Edda und letztlich auch im Nibelungenlied gedacht. Sämtliche Schilderungen wurden deutlich nach den dramatischen Ereignissen um den Cherusker Arminius niedergeschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine germanische Geschichtsschreibung fehlte zu dessen Zeit noch und wurde durch die mündliche Überlieferung und Gesänge ersetzt. Eine noch im späteren Mittelalter bei den Volkssagen zu beobachtende märchenhafte bzw. symbolische Verfremdung und / oder Überhöhung der wahren Personen und Ereignisse ist einer derartigen Überlieferungsform geradezu innewohnend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich berichtet der römische Historiker Tacitus in seinen zu Beginn des 2. Jahrhunderts n.Chr. verfassten und lange verschollenen „Annalen“ bzgl. des germanischen Gedenkens an Arminius wörtlich : „Noch heute besingt man ihn bei den barbarischen Völkern.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst seine römischen Feinde fällten über ihn ein historisches Urteil, welches Arminius bei den germanischen Völkern unsterblich gemacht haben mag. So heißt es bei Tacitus weiter :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Arminius hat nicht wie andere Heerführer und Könige das römische Volk in seinen Anfängen herausgefordert, sondern das in höchster Blüte stehende Reich. In den Schlachten kämpfte er mit wechselndem Erfolg, im Krieg blieb er unbesiegt. Er war ohne Zweifel der Befreier Germaniens.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den sicheren Nachweis, dass das Schicksal des Arminius in der Form der Siegfriedsage und dem Nibelungenlied verewigt wurde, bleibt die Geschichte leider wohl für immer schuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Thesen bleiben auch unter den Experten aus den unterschiedlichsten Gründen heftig umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber welcher Sänger oder Barde würde wohl einen solchen Menschen mit all seiner persönlichen Tragik jemals der Vergessenheit preisgegeben haben !?&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Nibelungenlied&amp;diff=246</id>
		<title>Nibelungenlied</title>
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		<updated>2011-02-27T16:57:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* IV. Vergleiche mit anderen Erzählungen und Topoi */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== &#039;&#039;&#039;Symposien&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
*13.08.2009 - 20:30 Uhr bei Tobias. Themen: Einführung und erste Textpassagen, Nachwort Grosse. Wir lesen Brackert: Ende 3. Aventiure.&lt;br /&gt;
*2.09.2009 - 20:30 bei Tiemo 4. und 5. Aventiure gelesen&lt;br /&gt;
*12.9.2009 - 20:00 Wanderhütte bei Dörscheid am Rhein. Bis Ende 9. Av. gelesen. siehe auch [http://www.schneelaeufer.de/2009_Rhein unsere Fotos]&lt;br /&gt;
*30.09.2009 - 20:45 bei Tiemo. Andreas: Die Edda und das Nibelungenlied. Gelesen bis Ende 14.Av.&lt;br /&gt;
*14.10.2009 - 20:30 bei Matthias. Matthias-Vortrag: historischer Kontext Siegfried-Arminius, Burgunden-Römer; Dietrich von Bern. Bis Ende 16. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*05.01.2011 - 20:00 bei Matthias. Erstmal wieder reinkommen. Bis Ende 18. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*26.01.2011 - 20:30 bei Andreas. Bis Ende 20. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*10.02.2011 - 20:00 bei Matthias. Bis Ende 24. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*23.02.2011 - 20:30 bei Tobias. Bis Ende 28. Av. gelesen. Kurze Diskussion über Reflexions-Lektüre: Blumenberg: Arbeit am Mythos. Adorno/Horkheimer: Dialektik der Aufklärung. Planung einer kritischen Lektüre der Rezeption des NL während des Nationalsozialismus.&lt;br /&gt;
*28.02.2011 - 20.30 bei Matthias&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Thesen, Kurzeinträge, Literatur. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Fragestellungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Was unterscheidet Mythologie von Religion? Wenn es im ersten Teil vom NL um mythologische Resonanz geht, stellt sich die Frage, ob hinter dieser Mythologie ein Sinn steht, eine Antwort auf die Frage nach Ursprung und Ende, oder eben Sinn auf ganz andere Weise generiert: Liebe, Treue, Kampf? Es stellt sich auch die Frage, inwiefern Epen die Roman-Funktion übernahmen, die Lukács definierte: der Roman ersetzt das in der Moderne nicht erfüllte Bedürfnis nach Transzendenz, nach einem metaphysischen Zuhause.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Wie wichtig ist das Treue-Motiv? Zumindest das Wort ist dominant. &amp;lt;span style=&amp;quot;color: color&amp;quot;&amp;gt;Was ist Treue? Wer ist treu?&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Was baut eigentlich den übergreifenden Spannungsbogen im NL auf? Worum geht es?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Was für ein Held ist Siegfried (Hybris, naiv, unbescholten etc.)? Vor allem Eines: unbekümmert! - Gegenpol des &amp;quot;Kümmerers&amp;quot;, des grimmen Hagen - grimm ob der Last des ständigen Bedenkens, Grübelns. Seliger Siegfried! Und überhaupt: was zeichnet einen Helden aus, was ist ein Anti-Held? Übt NL Kritik am Helden-Epos, indem Helden unmöglich werden? (NL weniger Helden- als vielmehr höfisches Epos. Heldenepos: 1 menschlicher Held. NL: diverse ausgezeichnete Recken einerseits und andererseits Überlagerung durch das Höfische.) Ironisiert NL die Heldenfrage? Siegfrieds Vorstellung am Hof Worms ist Hybris-artig: Ich schlage alle, ich nehme mir alles. Keine Spur von Weisheit. AV2, 55: Holt sich gewaltsam, was er will. 88: schlachtet für den Nibelungenschatz 700 Krieger und 12 Riesen, später aus Spaß Löwen, Elche, Bären, Wisente...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hybris-, Minne- und Treue-Motiv: wie verhalten sie sich zueinander? Ist Minne Glaubensersatz an das Transzendente, damit Immanenz-Erscheinung? Was ist/bedeutet Liebe zu einer Frau und zu einem Mann?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Welche Rolle spielen Frauen? Mit Kriemhield geht&#039;s los, sie verbindet die beiden großen Teile, sie initiiert große Ereignisserien.&lt;br /&gt;
Krimhild, die Klammer des Epos.   &lt;br /&gt;
Brunhild, die Klammer zu den alten Sagen.&lt;br /&gt;
Wenn Frauen aktiv werden, dann öffnet sich der Himmel und es regnet Unheil und Grauen. Sie dürfen nicht unterschätzt werden. Sie dürfen gar nicht zu (widernatürlicher) Aktivität gereizt werden, müssen also gut behandelt werden. Dann kann die natürliche Ordnung bestehen bleiben.&lt;br /&gt;
   Frauen sind der Ausblick in eine individualistische Zukunft (siehe erweiterte Minne-These V 5)&lt;br /&gt;
Ein bestimmtes Verhalten Frauen gegenüber macht auch das &amp;quot;Höfische&amp;quot; aus (siehe auch Subversions-These V 10).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hagen, der Wissende: AV 3, 84: berichtet über Siegfrieds große Taten, erkennt ihn, erwähnt ganz kurz den Drachenkampf (100).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Siegfrieds Riss im schützenden Hautpanzer ist zugleich Möglichkeit des grundlegenden Risses in der Großhandlung.&lt;br /&gt;
(Vgl I. 12, IV. 6, V. 9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Siegfried: kämpft mit dem Schwert Balmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Kriemhild träumt in AV1, 11: von ihrem Schicksal, stemmt sich dagegen (keinen Mann kennenlernen), doch dann verliebt sie sich in S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Was heißt es, ein „wahrer Ritter“ zu sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Gibt es eine &amp;quot;Epos-Entwicklung&amp;quot; vom Gilgamesch (Menschliche Handlungen werden durch uneinheitliche Gottesmacht gelenkt), über Beowulf (Menschen handeln selbstständiger, sind aber mystischen  Kräften - Drachen &amp;amp; Monstern, ausgesetzt) zum Nibelungenlied (bei dem der Mensch nur noch durch rein menschliche gegenseitige Beeinflussung nicht seine Handlung voll kontrolliert)? (Vgl. I. 8, IV. 6, V. 9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Was verbindet die verschiedenen Epen? - Länge, Verse, übergreifende Themen mit Völkern, Ländern und vielen handelnden Personen und mystischen Kräften (Göttern, Monstren, Drachen, und mystischen zwischenmenschlichen Strukturen)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. V150 Schicksalsmotiv: Sterben wird, wer dem Tod verfallen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. V155: Wahre Freundschaft: Vertrauen, Tapferkeit, Dank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. V175: Übermuts-Motiv. V381: Eifer bringt Unheil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. V198: andauernde körperliche Konfrontation: scharfe Schwerter, tiefe Wunden, Blutströme, Frauen, die Leid ertragen, Kampf, Sein-Leben-Lassen ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. V207: Siegfried hat das Schwert Balmung. Tatsächlich: er hat es einfach. Die, vermutlich bekannte, Geschichte dieser trefflichen Waffe ist dem NL-Dichter nicht wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19. V224, 238: Liebesmotiv Kriemhild-Siegfried ist an den Sorge und Kampf gebunden: Übermittlung von Nachrichten über den Zustand, Freude über erschlagene Gegner, den Sieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. V230: Siegfried vereint alle Tugenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. V232: Es geht darum, die Ehre ohne Makel zu bewahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Warum ist Siegfried so stark? Vermutung: externer Verweis auf die Edda-Geschichten. man kennt den überstarken Siegfried bereits ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Schlacht gegen die Sachsen: alle sind Helden, nur die Burgunder sind Über-Helden. Das Nibelungenlied protzt nur so vor Lob nach allen Seiten über Tapferkeit, Schönheit etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Das Niblungenlied etabliert ein Wettkampf auf allen Ebenen (vgl. V271): vom richtigen Kampf, zum anschließenden Turnier, zum Kampf mit Brünhilde im Bett ... Liest man hier etwas Krankhaftes, ein Sich- ständig-beweisen-müssen? Ist es eine Unruhe der Immanenz, in der keiner göttlich sanktioniert einfach besser ist? Ständiger Konkurrenzkampf als Ausdruck sozialer und/oder wirtschaftlicher Verschiebungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. Gibt es im Nibelungenlied eine richtige Reflexionsebene? einen Weisen, einen Alten? Bei Siegfried scheint es ja quasi aus seiner Natur herauszuwachsen. Als Siegrfried &amp;amp; Co. zum Brünhilde-Ausflug rüsten, klingt alles spontan, Entscheidungen werden erst kurz vor den Ereignissen getroffen, kurz und wenig überzeugend, vielmehr naiv, ohne Bedenken der Folgen. Eben unbekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. V296: Neid!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. V324, 328: Ankündigung von Siegfrieds Tod und des Tods der anderen Helden. Es gibt eine Art Schicksalsmotiv, unbewusst auf der Ebene der Akteure - bis auf Kriemhild und ihren Traum, den sie aber offensichtlich nicht ernst nimmt. Erst der Erzähler hat im Nachhinein den Überblick ... V337: immer wieder Vorgriffe auf den Ereignisverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. V336: Tarnmantel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. V360: sich schön kleiden, zur Hochzeit, Seide,Brokant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Am Ende der 6. Aventiure scheint Siegrfried schlauer zu werden, während der Planung zum Brünhilde-Ausflug. Was bedeutet der Ausdruck &#039;listig&#039; hier? Was ist nicht-listig? Und: wie steht es um die Paare listig-weise, listig-naiv?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31. Warum interveniert Hagen nicht entschieden vor dem Brünhilde-Auszug? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. Was heißt Liebe im NB?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Der Königinnenstreit (Av. 14) ist der Punkt an dem sich eine Spirale ohne Umkehr bis zur Vernichtung der Nibelungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Warum riskiert Siegfried, dass Brünhild von Kriemhield Ring und Gürtel zu sehen bekommt und die unaufhaltsame Krise einleitet? In der 11. Av. (714) wird Siegfried in der Siegmund-Nachfolge zum gerechten Herrscher inkl. Rechtsprechung, in der 14. Av. zeigt die aufgebrachte Kriemhild (B. bezeichnet S. als einen Eigenmann)Ring und Gürtel, die ihr S. wohl plus Geschichte gab! Wie erklärt sich diese Einfältigkeit? Ist es eigentlich, aus der Sicht der Zeitgenossen, unwichtig, wie genau die Krise eingeleitet wird, da sie als Schicksal so wie so irgendwann kommt? Ist daher auch die Konsistenz von S.s Charakter dem untergeordnet?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Gunther, der König, zeigt wiederholt Schwächen: seine Leidenschaft für Brünhild, sein Einlenken in Hagens Mordplan (872ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. 16. Av. 934ff.: Auffallend ist, dass S. hier als &amp;quot;Jäger&amp;quot; ein Tier nach dem schlachtet, wie ein Massaker, und dann selbst aufgespießt wird. Intensives Todesthema.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Was ist ein &amp;quot;Held&amp;quot; und ein  &amp;quot;Heldenepos&amp;quot;? Wann kommt dieser Diskurs auf? Im NL werden die Recken oft auch &amp;quot;Helden&amp;quot; (mhd) genannt. Es scheint, es meint einfach nur: tatkräftiger Mann, einer, der Ereignisse beeinflussen kann, einer, der Macht und Herrschaft erfolgreich ausübt, unter gewissen moralischen Rahmenbedingungen (H.s Ermordung S.s ist keine Heldentat).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
38. Was war das weibliche Schönheitsideal der Zeit? War die mannsstarke Brünhilde erotisch? Warum ist sie so anziehend für Gunther?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
39. Um Siegfried herum geht es immer wieder um Freundschaft, gute Freunde, etwa V 1054.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40. Warum wird aus Siegfrieds Sohn keine Rache-Träger? (V 1090)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41. Wie groß ist der Kreis der Mittwisser um den Mordplan für Siegdried? Siehe 865.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42. Nach Siegfrieds Tod gibt es keine große Aufruhr, es geht eher ums vertuschen, Räuber-Geschichte etc. V 1000.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
43. Kriemhild liebt Siegfried innig, klassisch, oder? V 924.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44. Übermut-Motiv: etwa bei Brünhild.V 1100.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45. 20. Av.: Wusste Rüdiger vor dem Werbezug für Etzel und seinem Kriemhild-Versprechen (sie bedingungslos zu rächen, sofern es zu Kränkungen kommt)von Siegfrids Ermordung? Es scheint nicht so. Rüdiger (1201) kommt gut mit Hagen und anderen aus. 1733: Als &amp;quot;Kunde&amp;quot; ist an Etzels Hof bekannt, dass Hagen Siegfried erschlug. Etzel scheint aber nichts davpn zu wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46. 20.-21. Av.: Es geht immer wieder darum, Kriemhild &#039;fröhlich&#039; zu machen. Was ist das für eine Stimmung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47. 20.-21. Av: Zusammenhalt wird immer wieder mit einem Appell an Freundschaft (&#039;Freunde&#039;) in Verbindung egbracht. Etwa 1246, 1282.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48. 1214: Es scheint erstaunlich, dass sie Hagen nicht gegen die anderen durchsetzt (Verhinderung der Werbung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49. In der 19. Av. kommt es zum Klimax der Aufweichung des Höfischen und der Werte. In Brackert (1994) ist hierzu ein guter Kommentar (keiner straft Hagen etc.), S. 284, Note 113: man zürnt, greift aber nicht ein, zögert, vertagt ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
50. Brünhilde verschwindet mit dem Gunter-Siegfrid-Komplex als Akteurin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
51. 1335, 1353: Erstaunlich ist das Lob der Vielfalt von Brauchtümern, des Harmonierens von Heiden und  Christen an Etzels Hof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52. In welchem zeitlichen Verhältnis steht das Nibelungenlied zu anderen höfischen Romanen und den Artus-Erzählungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
53. 1756: zu bedenken: Hagen war als Kind und Kind-Gefangener bei Etzel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
54. 1676: immer wieder geht es im NL um das Motiv der &amp;quot;Heimatlosigkeit&amp;quot;, und zwar als Leben in einem fremden Land (Rüdiger, Kriemhild).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
I b&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakterisierungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Siegfried&lt;br /&gt;
  Unbekümmert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Hagen&lt;br /&gt;
  Grimm. sehend. gefühlsmäßig getrieben, in der konkreten Handlung aber immer rational. Der Kümmerer.&lt;br /&gt;
Strukturfanatiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kriemhild&lt;br /&gt;
  Im Wandel. Zunächst unschuldig. Am Ende schuldig. Immer Opfer.&lt;br /&gt;
  Kriemhild ist die Zeichensetzerin - die unvermögende Setzerin, nicht die Herrin der Zeichen. (Gütel, Ring, Schulterblattkeuz, Träume)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gunther&lt;br /&gt;
  Unbehaglich, entscheidungsschwach, inkonsequent, Zauderer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gernot&lt;br /&gt;
  Der Diplomat&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Datierungen/Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 970: Entstehung: Wende 12./13. Jh., unklar. Die Inhalte entstammen unterschiedlichen Sagenkreisen, die nicht miteinander verbunden sind. Sie haben wahrscheinlich schon Jahrhunderte vor den uns bekannten Texten existiert und werden in kürzeren mündlichen Fassungen von Generation zu Generation bewahrt worden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 980: Drei Handschriften, entdeckt zwischen 1750-1770. Erforschung ab 1810 an der HU.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Grosse 1011-1012: Wir kennen den Autor des &#039;&#039;Nibelungenliedes &#039;&#039;nicht. ... Es mag sein, daß die Gattung der Heldenepik mit ihrem Übergang von der Oralität zur Skripturalität die Anonymität mit sich gebracht hat, wie sie ja auch bei den ähnlich tradierten Texten der Sagen und Märchen üblich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Erzählform, Stil ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 988: Im Unterschied zu den höfischen Epen der Stauferzeit hat das &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;keine paarweise gereimten vierhebigen Verse, sondern (in der HS B) 2379 Strophen. Jede Strophe besteht aus vier Langzeilen, die aus der germanischen Dichtung bekannt sind. Jede Langzeile hat zwei Halbzeilen, den An- und den Abvers: 2,1 &#039;&#039;ez wuohs in Burgonden ein viI edel magedin. &#039;&#039;Die beiden Halbverse sind durch eine metrisch gekennzeichnete Zäsur getrennt. Die Abverse der ersten und zweiten Langzeile und die der dritten und vierten reimen sich ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 995: Nicht die Entwicklung der Personen bestimmt den Handlungsverlauf, sondern es greifen einzelne Ereignisse wie Glieder einer Kette ineinander, welche die Aktionen und Reaktionen der Handelnden bestimmen. Jede Situation fordert zu Taten heraus. Dabei braucht eine psychische, für den heutigen Leser nachvollziehbare Entwicklung der Charaktere nicht gegeben zu sein. Die erwartete Handlungsfähigkeit und ihr Ergebnis wachsen aus der jeweiligen Situation und ihrer Personenkonstellation heraus und passen sich in den szenischen Ablauf ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3.Grosse 2003, 999-1001: Zeitstruktur: Die angegebenen Zeiträume markieren den Abstand in relativer, aber nicht absoluter Art. Sie haben weder die Funktion einer Uhr noch die eines Kalenders. So werden auch die Menschen nicht älter. Die Ritter kämpfen im Sachsenkrieg ebenso schlagkräftig wie 37 Jahre später am Hofe Etzels; Kriemhild wäre etwa fünfzig bei der Geburt ihres zweiten Sohnes, Giselher wird bis zuletzt der junge Mann &#039;&#039;(daz kint) &#039;&#039;genannt. Raumstruktur: präziser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Grosse 2003, 1001ff.: Widersprüche im Handlungsverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Vergleiche mit anderen Erzählungen und Topoi ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Kriemhild und Helena: die Schönsten im Lande (AV1), geben Anlass zum Krieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Siegfried und Enkidu: Wildheit, Naiviät, gezähmt durch die Verhandlungstechnik Gernots (AV3, 123ff.). Dann wird er ein guter Hof-Gefährte, Turniere etc. Dann Treue zu Gunter bis zum Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Siegfried und Arminius: [Matthias]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Das Ankunfts/Fremden-Thema in NL und Beowulf: AV 3, Worms, Ritual des Fremden (Siegfried), der letztlich für Liebe dienen will (wie Beowulf für Ruhm).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hagen und Unferth? Parallelen? Hagen und Unferth berichten über die Taten des Helden, und bekommen unangenehm seine Stärke zu spüren, werden (zumindest zeitweise) Gegner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Grendel-Siegfried: haben eine undurchdringbare Haut. Insofern ist Siegfried auch Monster (VERGLEICHBAR DEM; DAS ER VORHER SELBST ERSCHLUG?)(Vgl. I.8, I.12, V.9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Siegfrieds ungeschützte Hautstelle auf dem Rücken und Achills Ferse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Hagen warnt vor dem Auszug (1203ff.) wie Enkidu vor Humbaba-Reise, wird dann zum entschlossenen Mitstreiter.&lt;br /&gt;
   Beide sind irgendwie Verwandte, irgendwie auch Dienstpflichtige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Das Nibelungenlied ist kein Heldenepos - es gibt keine durchgängige menschliche Heldengestalt, wie Beowulf oder Gilgamesch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. NL und Lieder-Edda: viele Überschneidungen, die von Andreas noch konkret ergänzt werden müssten. Da die Lieder-Edda wohl 1370, das NL 1320 (?) abgefasst wurden, stellt sich hier die Frage der Rezeptionsrichtung und nach einem gemeinsamen Metaerzählungsraum. Wandert etwa im Rahmen der sog. Völkerwanderungen und der anschließednen Christianisierung eine mittel-nordeuropäische (heidnische) Religion nach Skandinavien etc. aus, so dass die Göttersagen der Lieder-Edda den Kontrapart der Teile bilden, die sowohl in der Edda als auch im NL als Heldensagen vorkommen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Laut Volker Honemann (bei Wein am 10.10.09) ist der Inhalt Edda eher als vorher bekannt anzusehen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Bülow-Rede 1909 (&amp;quot;Nibelungentreue&amp;quot;) ist vergleichsweise unschuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Kain erschlägt Abel, den Begnadeten, den Liebling der Götter. (Ein Gedanke von Fernau, S. 96)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Edda:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(um 1220 Snorri-Edda, auch Prosa-Edda, eher unscharf auch Jüngere Edda genannt;&lt;br /&gt;
um 1270 Lieder-Edda, eher unscharf auch Ältere Edda, eher falsch auch Saemundar-Edda genannt;&lt;br /&gt;
Edda = Elternmutter / Großmutter)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hier einige Motive der Lieder-Edda, die engste Verwandtschaft mit dem NL aufweisen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 18, Helgi Hiörwards Sohn:&lt;br /&gt;
Ein &amp;quot;Atli&amp;quot;, der für jemand anderes um &amp;quot;Sigurlinn&amp;quot; freit, kann die Vögel verstehen. Helgi, dem Sohn der Sigurlinn (und Wiedergeburt von Helgi dem Hundingstöter (s. LE 19)) singt eine Walküre (die er später heiraten wird) von einem besonderen Schwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 19, Das 1. Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn Helgi, der &amp;quot;Freund der Wölfe&amp;quot;, Sinfiötlis Bruder, erschlägt im Alter von 15 Jahren den Hunding.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 20, Das andere Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
&amp;quot;Sigmund, Wölsungs Sohn ... und seine Nachkommen heißen Wölsungen und Ülfinge (Wölfinge).&amp;quot;&lt;br /&gt;
König &amp;quot;Högni&amp;quot; hat eine Tochter &amp;quot;Sigrun&amp;quot;. Sie ist Walküre.&lt;br /&gt;
Helgi und Sigrun heiraten. Sigruns Bruder erschlägt Helgi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 21, Sinfiötlis Ende:&lt;br /&gt;
Sigmund, Wölsungs Sohn, ist mit Borghild verheiratet, der Schwester &amp;quot;Gunnars&amp;quot;. Sinfiötli erschlägt seinen Onkel Gunnar, woraufhin Borghild Sinfiötli vergiften will.&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn mit Hjördis ist wiederum Sigurd, der &amp;quot;allervorderste&amp;quot;.&lt;br /&gt;
(Sinfiötli ist nach Simrock der &amp;quot;Fitela&amp;quot; des Beowulfliedes.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 22, Das 1. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd wird geweissagt,&lt;br /&gt;
der mächtigste Mann auf Erden zu werden, dass er den &amp;quot;Wurm&amp;quot; auf der &amp;quot;Gnitaheide&amp;quot; sowie Regin und Fafnir fällen und den Hort heimführen wird, dass er die auf dem Felsen schlafende Fürstentochter erwecken wird. Er wird Brünhild lieben, sie aber an Giukis Hof vergessen durch die Tücke Griemhilds, welche ihm dann die eigene Tochter Gudrun geben wird. Er wird für Gunnar um Brünhild werben. Er wird mit Gunnar die Gestalt wechseln. Högni wird dabei sein. Sigurd wird keusch bei Brünhild liegen aber die Brüder Gunnar, Högni, Guthorm werden sein Verderben bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 23, Das andere Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Regin übernimmt Sigurds Erziehung. Fafnir und Regin bekommen die Goldbuße der Asen. Fafnir übervorteilt Regin. Fafnir liegt als Wurm auf der Gnitaheide. Regin schafft Sigurd das Schwert &amp;quot;Gram&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 24, Das Lied von Fafnir:&lt;br /&gt;
Sigurd ersticht den Fafnir-Wurm.&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Gold, der Schatz, die Ringe verderben Dich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Durch Drachenblut kann Sigurd die Vögel verstehen, die weisen ihm den Weg zu Giukis Tochter.&lt;br /&gt;
Sigfrida schläft auf einem Felsen, feuerumlodert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 25, Das Lied von Sigfrida:&lt;br /&gt;
Sigurd erweckt die Walküre Sigfrida.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 26, Bruchstücke eines Brünhildsliedes:&lt;br /&gt;
Gunnar will Sigurd töten. Högni vermutet, dass Brünhild aus Eifersucht auf Gudrun dahinter steckt. Sie töten Sigurd. Ein Rabe ruft: &amp;quot;In Euch wird Atli das Eisen röten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 27, Das 3. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd freit Gudrun. Fahrt zu Brünhild. Sigurd gewinnt Brünhild dem Gunnar (das Schwert liegt zwischen Ihnen). Högni will Gunnar nicht helfen, Sigurd zu töten, wie Brünhild es verlangt. Aber Guthorm, der jüngste Bruder, tötet SIgurd.&lt;br /&gt;
Brünhild ist die Schwester Atlis.&lt;br /&gt;
Gudrun, dem Atli vermählt, tötet diesen im Bett.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 28, Brünhilds Todesfahrt:&lt;br /&gt;
Gudrun hat Brünhild und Sigurd fälschlich beschuldigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 29, Das 1. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Gudrun hat von Fafnirs Herz gegessen, kann die Vögel verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 30, Der Mord der Niflunge:&lt;br /&gt;
Atli, mit Gudrun vermählt, tötet Gunnar und Högni, weil sie am Tode Brünhilds schuld tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 31, Das andere Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich ist bei Atli.&lt;br /&gt;
Gunnar und Högni wollen Gudrun Lösegeld für den toten Sigurd zahlen.&lt;br /&gt;
Gudrun wird dem Atli vermählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 32, Das 3. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich wird bei Atli der Unzucht mit Gudrun beschuldigt.&lt;br /&gt;
Ein Gottesurteil entlastet Gudrun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 34, Die Atlisage:&lt;br /&gt;
Gudrun rächt den Tod ihrer Brüder an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 35, Grönländisches Atlilied:&lt;br /&gt;
Nibelungenschlachtung an Atlis Hof. Rache Gudruns an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Odysseus: Hagen und Odysseus sind listig (mhd: liste, vgl. 1479). Was unterscheidet ihre Listigkeit? Auch Krimhild ist listig, planerisch, kann sich verstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Artus-Erzählungen: hier ist der Gral, das Christliche konstituierend, nicht so im Nibelungelied.&lt;br /&gt;
An Etzels Hof sind auch die Heiden gut. Sind es &amp;quot;edle Wilde&amp;quot; im Sinne Karl Mays?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. Siegfried ist Friedrich Barbarossa - so zumindest Richard Wagner 1848: &amp;quot;Dort, im Kyffhäuser, sitzt er nun, der alte Rotbart Friedrich, um ihn die Schätze der Nibelungen, zu Seite ihm das schafe Schwert, das einst den grimmigen Drachen erschlug.&amp;quot; Wagner (hier zitiert nach Münkler) kommt von der etymologischen Konstruktion &lt;br /&gt;
Nibelungen - Wibelungen - Waiblingen - Ghibellinen&lt;br /&gt;
auf den Weg von den Nibelungen zu den Staufern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Übergreifende Thesen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Immannenz-Epos: Im Gegensatz zur Völsungensaga und Wagners Aneignung, geht es, ähnlich wie im Beowulf, um eine immanente Handlungsdynamik ohne (göttliche) Metaebene. Ereignisse generieren Ereignisserien, deren Teil Helden und alle andere Personen sind. Doch was sind die Ereignis-generierenden Elemente? Taten. Also: was sind Taten? Gefragt wäre eine Typologie von Taten (wichtig/unwichtig, von wem etc.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Gunther-These: Im NB geht es um einen (Gilgamesh-artigen) archaischen Herrscher, der ohne Rücksicht auf sein Volk eigenmächtig-leidenschaftlich handelt. Seine Entscheidung, Brünhilde zu erlangen, leitet die entscheidende Wende ein. Ihm fehlt ein Enkidu, Hagen interveniert zu spät, verstärkt letztlich die Schicksalsspirale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, glaube ich nicht. Gunther ist kein Tatmensch. Er ist Zauderer. Seine wenigen eigenen Entscheidungen (Brunhild, Etzel) sind dann auch fatal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Trieb-These: NB muss aus der Perspektive der Autoren als ein nicht harmonisiertes Triebspiel unterschiedlicher Kräftekonstellationen gelesen werden (Minne, Sex, Kampf, Töten, Sieg etc.), die sich ineinander so verwringen, dass daraus eine unentrinnbare Schicksalsspirale wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Held-ohne-Ort-These: Siegfried hat keinen richtigen Ort in der Geschichte (Ja scheinbar vergisst er selbst seinen Ort: Auf dem Rheinzug kommen die Recken mehrfach an Worms vorbei, ohne dass er aussteigen oder den Umstand auch nur erwähnen würde.), er wandert ständig, behauptet sich, um annerkannt zu werden, sich endlich stabil zu sozialisieren und Freunde zu gewinnen. Doch wirkt seine Energie letztlich als ein treibendes Moment der Tragik, die alle umkommen lässt, indem er Wünsche/Triebe für andere realisiert, die den ganzen Burgunder Hof unhaltbar destabilisieren. S. ist also ein Held ohne Ort, einer, der in der höfisch-verwalteten Gesellschaft archaisch-überholt wirkt. Hierher könnte auch der standpunktlose S. gehören, der seine destabilisierenden Kräfte überall einsetzt, ohne entschieden gegen das zu stehen, was er selbst für Falsch hält. Hagen versucht hingegen beständig, S. einzuordnen (erste Ankunft von S.,etc.) und später auszuschließen. S. als der Übermensch, der das ganze Hofsystem von Wettkämpfen und Minne als beständiges Sich-Beweisen und Verbessern und Messen außer Kraft setzt, da er einfach der stärkste, schönste, listigste, lustigste ist etc., wird genau vor seinem Tod in der Jagdszene der 15. Av. deutlich. Umgekehrt und spiegelbildlich erfodert seine Auslösung aus der Hofgemeinschaft (sein Tod) eine Aufhebung der Hof-Formalien (Treue, guter Rat, Tugend etc.). In der 16. Av. kollabiert das Hofsystem, zentrale Werte werden ausgehöhlt, sinnleer (vor allem: Treue, Vertrauen). Hagen führt in 993 als Motiv der Ermordung an: Angst vor S., Schmach von ihm (sórge, leit), seiner Herrschaft (hêrschaft)ein Ende setzen. S.  der Ortlose könnte in dieser Perspektive als auch als der Unberechenbare erscheinen, wie ein wildes Tier, das sich in alle Richtungen wenden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Minne-These: NB ist eigentlich eine höfischer Minne-Erzählung. Siegfried kämpft für Kriemhild, Gunther will Brünhilde. Ihre blind-individualistiche Liebe harmonisiert nicht, ihre Verschränkung führt in den Untergang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehe ich nicht. &lt;br /&gt;
Gunther liebt nicht, schon gar nicht individualistisch. Er folgt irgend einer fixen Idee, eingeimpft oder wenigstens kompatibel mit einer gesellschaftlichen Erwatung an ihn.&lt;br /&gt;
Siegfried liebt nicht. Vielleicht begehrt er (vielleicht nicht mal das). Minne ist für ihn ein Spiel (wie Alles). Eventuell ist auch das ein Zug des Höfischen Epos: Tapfere Recken werben halt um schöne Damen...&lt;br /&gt;
Andere Minne-These:&lt;br /&gt;
Die Frauen können (schon individualistisch und leidenschaftlich) lieben.&lt;br /&gt;
Kriemhild tut das.&lt;br /&gt;
Brunhild tut das.&lt;br /&gt;
(Beide den Siegfried - seliger Siegfried)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Hagen-These-1: Hagens zwar durch seinen Unmut gegenüber S. sich anbahnender, doch in seiner Radikalität am Ende der 14. Av. in seiner Radikalität überraschender Mordplan könnte nicht auf einer Motiv-Logik, sondern auf einer Taten-Logik beruhen: S. hat die Krise ermöglicht: erstens als Täter im Bett mit Brünhild, zweitens als Täter des Weitergebens der Geschichte und der Dinge (Ring, Gürtel) an Kriemhild. Als Täter verkörpert S. die Schuld, er muss entfernt werden, damit verschwindet sozusagen auch die Ursache. Dabei ist unwichtig, was Leute sich wünschen, vorstellen oder beabsichtigen. Entscheidend ist Tat und Resultat. Des Weiteren kommt die Taten-Logik aus einer Gunthers Königshoheit überschreitenden älteren Legitimations-Schicht: Ob Gunther will oder nicht und S. Gunthers Unschuld öffentlich beteuert oder nicht, die Situation (als Resultante von Taten: grundlegende doppelte Ehre-Verletzung (Gunther und Brünhild), die mit dem repräsentativen Status des König- und Königin-Seins unvereinbar ist) ist objektiv-gebietend, sie lässt nur eine Lösung zu und fordert sie zugleich. Kein Kommunikations-Bedarf aufgrund der Vereinfachung: der Täter ist qua Tat schuld. Dass Hagen einer anderen Moral folgt, wird auch in 1001 deutlich: er strahlt eine ungewöhnliche Kälte aus, will S. selbst nach Worms tragen, Kriemhilds Tränen &amp;quot;rühren&amp;quot; ihn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hort-These: (vorgreifend) Die tragische Dynamik des NL ist motiviert durch die Gier der Burgunden, vor allem von Hagen, nach dem Nibelungen-Hort und den entsprechenden magischen Dingen. Die Burgunden nehmen später selbst den Namen der Nibelungen an (?, prüfen). Zu klären wären in dieser Hinsicht u. a., warumm der Hort letzten Endes versenkt (?) wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Kriemhild-These-1: Kriemhild ist eine tragischer Prophetin, eine Fortführung und Transformation der Kassandra-Figur, indem K. nicht nur das Unheil träumend voraussieht, ohne es verhindern zu können, sondern auch selbst die entscheidenen &amp;quot;Zeichen&amp;quot; setzt und exponiert (Zeigen des Ringes, Gürtels, Setzen des Kreuzes auf S.s Hemd), die zur Krise führen. Ihr Schicksal sehend ist sie blind als Tätige, wirkungslos als Warnende. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Schicksal-Widerstands-These: An mehreren Stellen des NLs fragt sich, warum gegen evident problematische Entscheidungen Einzelner (Gunthers B.-Hochzeitsfahrt, die Einladung von S. und K. durch B., Hagens Vorschlag der Ermordung von S. etc.) kein wirkmächtiger Einspruch erhoben wird, kein nachhaltiger Konflikt entsteht, obwohl es doch ständig um den &amp;quot;Rat&amp;quot; guter Freunde und um &amp;quot;Treue&amp;quot; geht. Alle Teilnehmer erscheinen in dieser Perspektive wie passive Puppen von K.s Traum, gelenkt von unischtbaren Fäden, ihre Entscheidungen sind nur Wirkungen anderer Ursachen, keine eigenmächtigen Selbstsetzungen. Die Unfähigkeit zum diskursiven Konflikt und der problemorientierten Kommunikation kontrastiert auch stark mit der ständigen Betonung der körperlichen Stärke der &amp;quot;Recken&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Politik-These: Nach Ursula Schulze (Das Nibelungelied, Reclam 1997, 214, 223) wird in S. s Tod zentral für die ganze Problemlage des NLs deutlich, dass der Starke wehrlos gegen perfide Intrige ist (214): &amp;quot;Die erzählte Geschichte führt vor, dass politisches Handeln nicht im offenen Kräftemessen, sondern in der Überlistung besteht.&amp;quot; Hagen (214) handele zwar aus heterogenen Motiven (Sühne für die Entehrung B.s, Ausschalten potentieller Gefahr von S., Machtzuwachs durch Gewinn von S.s Besitz),doch seien sie allesamt politisch zu nennen. Schulze unterstreicht dies durch das rekurrente Motiv der Täuschung (212). Tobias Kommentar: Im Ansatz (Täuschung, Kraft gegen Organisation) interessant, in der Schlussfolgerung (Politik) aber schief, da unterbestimmt, unscharf. Dazu kommt, dass Schulze an anderer Stelle behauptet, Hagen handele (wie S. und Brünhild) archaisch. K.s Rache ist archaisch (ohne Staatsprinzip), auch in dieser Hinsicht besteht Klärungsbedarf - denn die politische Intrige geht ja nicht auf, sondern zerschellt quasi am Schild. Kurz: ich finde, ohne ihr zu Nahe treten zu wollen, Schulzes Lösung fade. Sie reiht das NL reibungslos in eine allzuoft iterierte Metageschichte des Fortschritts der Moderne ein. Probleme einer Kontinuität der Triebe in die Moderne/in das Höfische hinein (Triebthese), des bewussten Treuebruchs, der Täuschung als nicht hintergehbare Grundverfassung menschlichen Seins in einer entgötterten Welt (man denke an Descartes), Schicksal und Schuld usw. werden einfach ins Politische absorbiert und damit zugleich neutralisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Inversions-These (an Immanenz-These anschließend): Das Böse ist nicht mehr Draußen, in einem (klar) vom Guten getrennten, eher abstrakten Anderen, es wird auch nicht mehr gesetzt oder göttlich verwaltet, sondern das Böse ist der Andere, der Freund, die Geliebte, der Fremde. Es kommt nicht mehr wie Grendl vom dunklen Berg zur Tür hinein, in das Heim des Inneren, sondern lauert schon immer, als Argwohn, Verdacht, im Inneren. Siegfried weiss davon nichts, und stirbt. Durch die Inversion differenziert sich das Böse (wird etwa zum Fiesen, Grimmigen) und wird perspektivisch, kontextuell, tritt in ein neues Verhältnis zum Guten. Zugleich scheint das Böse abgeleitet. Vielleicht erklärt sich auch hieraus das Ambivalente von Hagens Person.&lt;br /&gt;
Ja, das erklärt mir den Hagen: Es gibt keine Monster (wie im Beowulf) mehr (außer dem Drachen, der nur noch seinen Schatten wirft). Siegfried ist das Monster. Er hatte Kontakt zum letzten echten Monster, er ist überstark, unverwundbar - bringt die Welt so aus dem Gleichgewicht (vgl. I.8, I.12, IV. 6). Hagen sieht das, spürt das, muss handeln. (Andreas)&lt;br /&gt;
1699: Inversion der Gabe (gut-schlecht): Die Gabe Rüdigers an Gunther (nach der Heirat von Rüdigers Tocher mit Giselher), ein Schwert, wird genau zu dem, was Rüdiger später tötet.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Subversions-These: Im NL wird das Höfische ausgehöhlt, das alte Wertesystem zersetzt, von Hagens Speer durchbohrt, von Gernots Fürstenhafter Lüge (1097: er wisse von nichts,kenne keinen Täter, siehe dagegen 865: Kreis der Mitwissenden über den Komplott)zum Gespött. Zugleich droht durch den Überhelden Siegfried, dem spielenden blinden Giganten, eine Entleerung aller Spannung des Höfischen, indem er immer schon Sieger ist, das Magische (Drachen etc.)und die Natur (Bären, wilde Eber 961) bannt, auf den Sattel bindet, Wälder &#039;leert&#039;, so dass nichts mehr zur Jagd übrig bleibt, Mensch und &#039;Tier&#039; ist (1002), das Wilde der Natur (in Form des Bärens) nach Belieben demütigend auf andere entlässt. Siegfried, der archaische Held, der keine Angst kennt und dem sein eigener Tod, immer angezeigt und präsent durch den Riss, das Lindenblatt, seiner Panzerung und Kriemhilds wiederholte Warnvisionen, unbewusst ist, &#039;büßt&#039; schließlich für seine höfische Erziehung (980. [Fortsetzung nach Lektüre der 21-24 Av.] In der 21. Av (Wie Kriemhild zu den Hunnen zog) dominiert das Höfische ohne Patzer und Riss durch Harmonie (Triebausgleich, Befriedigung) und klare Rollenverteilung entlang der Themen: 1. Turnier, Tapferkeit, Begafft von Frauen 2. Gastfreundschaft, Bewirtung, Unterkunft/Quartier 3. Kleiderordnung, Waffenordnung 4. Dem anderen Dienen (Mann-Frau etc.) 5. Begleitung, Schutz 6. Küssen 7. Turteln 8. Ausschau halten, Sorgen. 9. Reichtum, Überfluss 10. Bewegung und Wohnen zwischen Burgen, die Gefährliche Zwischenbereiche miteinander verbindet, jedoch innerhalb von geschützten Einflusszonen (Reise) 11. Geschenke 12. Wertschätzung gewinnen 13. Empfang bei Eintritt in Hoheitszonen. All dies shcließt V. 1368 ab: &amp;quot;dass da ein jeder zu aller Zeit die Unterhaltung fand, wonach ihm Herz und Sinn stand&amp;quot;. In Av. 22 bricht die höfische Harmonie schon wieder auf, es kommt zu Tränen und Erinnerung (1371), zur Ankündigung von Leid. In Av. 23 brüllt schon der Grund, der eigentliche Anlass des Auszugs durch die Frohe Gesellschaft hindurch, Mord, Plan, Rache. 1352: Selbst der Kuß ist formalisiert, vorgeschrieben. 1666: die junge Markgräfin küsst Hagen nur auf Befehl.&lt;br /&gt;
Frauen spielen eine Rolle, werden wichtig - und das Verhalten ihnen gegenüber macht das &amp;quot;Höfische&amp;quot; aus. Frauen öffnen der Geschichte Möglichkeiten, Erzählvarianten (siehe I. 6). - In der 25. Aventüre kommt es zu einer weiteren Kulmination der Subversion: dichte Abfolge höfischer Schlüsselthemen (Treue, Schwur, Leibe, Freudnschaft, Gastfreundschaft, Geselligkeit, Vertrauen, Sorge, Geschenke/Gabe), jedoch vor dem Subtext, dass Hagen planen könnte, ein möglichst festes Bündnis mit Rüdiger (der zu Etzel gehört, aber von den Burgunden kommt) einzugehen (gesteigert durch die Verheiratung von Rüdigers Tochter mit Giselher).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Hagen-Kriemhild-These (1): Kriemhild verbindet mit Hagen, dass sie metikulös ihre Rache plant, Trieb, Gefühl und Tat in ein tödliches Kalkül einbindet. Dies wird vir allem in der 20. Av. deutlich: Kriemhild willigt in die Etzel-Heirat erst ein, nachdem Rüdiger ihr bedingunglose Rache gegen alle Kränkung zusagt (1256) - mit der Einschränkung, Kriemhilds und seiner eigenen Ehre nicht zuwider handeln zu können (1266). Rüdiger greift mit seiner Zusage nicht eigenwillig vor, sondern, so scheint es, macht nur explizit, was nach einer Heirat mit Etzel gilt: Kriemhilds Kräkung wäre zugleich Etzels. 1396-1399: Krimhilds langer Plan der Rache, Einladung an Etzels Hof. 1431: Hagen kennt Kriemhilds Pläne, beide Strategen erkennen sich, kennen sich. Er kennt den Grund, warum Fremde kommen. Hagen (1471) geht mit an Etzels Hof, sieht aber eine Chance, wieder heil heimzukommen, mit 1000 Recken. Hagen fügt sich also nicht dem Schicksal. will nicht sein Ende, sondern fügt sich nur dem Widerstand der anderen, die ihre Schwester sehen wollen, ihn irgendwie feige aussehen lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12.Hagen-Kriemhild-These (2): Hagens scheinbare Motivlosigkeit liegt in Wahrheit im Selbstbezug seiner Taten: Hagen handelt für sich, für seine Begierden, vor allem für seine Macht. Hierfür benutzt er nur andere Personen und vor allem Gunters höfischen Apparat (das wäre &amp;quot;modern&amp;quot;). Hagen nimmt die Schuld der Taten auf sich, stärkt damit sein institutionelles Schutzschild, bestimmt aber zugleich zunehmend und für seinen eigenen Nutzen, was entschieden wird, höhlt alle Werte aus; es ist diese Entwertung der Werte, die im Konflikt mit der Handlungsmatrix von Kriemhild in eine nicht mehr auflösbare, fatale Schicksalslogik führt. Diese Hagen-Tendenz wird vor allem in der 20. Av deutlich: 1273: es geht um die Gefahr einer neuen Feindschaft gegen ihn, 1274: die drei Könige setzen sich nicht mehr gegen Hagens Entscheidung, Kriemhild auch den Rest des Schatzes zu nehmen, durch, sie resignieren vielmehr. Hagens indvidualisierte Handlungslogik, die in keine traditionelle Matrix eingebettet ist, kontrastiert mit der (höfisch-archaischen) Liebe-Schuld-Rache-Matrix, die Kriemhilds Handlungen leitet (1730: Kriemhild weint beständig um Siegfrid). Auch sie kalkuliert, aber dieses Kalkül steht im Dienste der Matrix, hat nur in ihr Sinn. Zugleich hasst Hagen Kriemhild, da sie durch Siegfrid/Nibelungenschatz/Etzel kontinuierlich eine starke Macht darstelltt, eine mächtige Frau ist, für die Hagen keinen Siegfrid hat. Genau so, wie Hagen ständig neue Strategien aufstellt, transformiert Kriemhilds Macht beständig. 1368: Kriemhilds Machtanwuchs an Etzels Hof. Siegrid war ohne Argwohn, und verschwindet, er hatte die Ambivlaenz des Gut-Bösen nicht, kannte es nicht. Auch Etzel erscheint arglos (1402: getriuwe was sin muot). 1754: Zugleich spiegelt Kriemhild Hagen, Kriemhild hat eine &amp;quot;arge List&amp;quot;. 1738ff: Duell Hagen-Kriemhild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Hagen-Steuermann-These: Hagen wird im zweiten Teil des NL neben Kriemhild zur zentralen, Entscheidungen direkt einleitenden oder ausführenden Instanz, die nicht mehr verdeckt (unter dem König Gunther), sondern offen agiert. Dies wird besonders in der 25. Aventüre deutlich: Hagen verfügt über die Gewalt, Passagen zu eröffnen (und zu schließen), durch die er andere in größere Handlungskomplexe quasi unwiderruflich einschließt. Er ist derjenige, der die &amp;quot;Zuversicht&amp;quot; der ganzen Burgunder-Truppe repräsentiert (1510), wahrsagende, mythische Kräfte (Meerjungfrauen) zur Aussage zwingt (die Meerfrauen 1533ff., und zwar durch den Raub ihrer Kleider), sich dem von diesen Kräften geweissagten Fatum widersetzt, indem er es der Prüfung unterzieht (er versucht, den Kaplan zu ertränken, der laut Weissagung der einzige Überlebende sein wird 1575ff.), der lügen oder Taten verschweigen darf (auch gegenüber den König Gunther, 1620) und der tötet, nämlich den von anderen Mächten (Etzel) eingesetzten Fährmann des Passagen-Flusses (der zwischen Leben und Tod vermittelt), nur um sogleich selbst zum Fährmann zu werden: &amp;quot;Hagen war der Steuermann&amp;quot; (Hagene was da meister) (1572. Des Weiteren misstraut Hagen Träumen und setzt vielmehr auf seine eigene Urteilskraft (1510). Hagen, der wiederholt Ehre entwertete, wird damit selbst als Führer Köngigs-gleich zu dem der, der bestimmt und repräsentiert, was Ehre ist. Er wird zum &amp;quot;Schutzherr der Nibelungen&amp;quot; (1726). Die erneute Kulmination höfischer Werte und Gesten in der 25. Aventüre am Hofe Rüdigers, der zu Etzel gehörender Burgunder ist (Schwur, Treue, Freude, Freundschaft, Gastfreundschaft, Gabe, Wechselseitigkeit, Heirat) dient nur, maximal gesteigert durch die Heirat von Rüdigers Tocher mit Gislher, der Bindung Rüdigers an den Burgundenzug.&lt;br /&gt;
Hagen, der Herrscher, wird nicht aufgrund seiner Schönheit geliebt, nicht aufgrund seiner übermäßigen Kraft geehrt (1610: verliert den Kampf gegen Gelfrat, Dankwart muss Hagen schützen). Die Frauen lieben ihn nicht (1666, Hagen, der Grimmige). Hagen ist vielmehr der Siegfrid-Töter, der Anti-Siegfried, der steuert, der ökonomisch Ziele anstrebt, die aber immer wieder nur in ihn als Führer zurücklaufen, ohne über ihn hinauszugehen. Hagen hat alle in den Strudel der Gewalt hineingezogen, der Hass Kriemhilds gilt, das macht der NL Erzähler des öfteren deutlich, nur ihm, aber wenn Hagen, dann, in der Vision des Führers, alle mit ihm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Literatur, Quellen &amp;amp; Links ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Allgemeines ====&lt;br /&gt;
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Nibelungenlied  aus W...dia :-))]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Akademisch ====&lt;br /&gt;
*[http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_lmno/nibel.html Fachinformationen der FU Berlin zum Nibelungenlied]&lt;br /&gt;
*[http://www.nibelungenrezeption.de/ Projekt zur Rezeption des Nibelungenstoffes Universität Duisburg]&lt;br /&gt;
*[https://www.uni-muenster.de/Germanistik/Lehrende/honemann_v/index.html Intimus Volker Honemann]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Brackert, Helmut: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. 2 Bde. (1. Aufl. 1970) Neuauflage. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch 1994/2008.&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Das-Nibelungenlied-Mittelhochdeutscher-Text-%C3%9Cbertragung/dp/3596901316/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1249835276&amp;amp;sr=1-2 Brackert - Unsere Wahl]&lt;br /&gt;
*Grosse, Siegfried: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. Nach dem Text von Karl Bartsch und Hehrtut de Boor. [Handschrift B] (1. Aufl. 1997) Stuttgart: Reclam 2003&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Nibelungenlied-Mittelhochdeutsch-Neuhochdeutsch-Siegfried-Grosse/dp/3150506441/ref=sr_1_4?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247993309&amp;amp;sr=1-4 Grosse - Zur Lektüre von Volker Honemann empfohlen]&lt;br /&gt;
* Edda, übersetzt und mit Erläuterungen begleitet von Karl Simrock, 1. Auflage 1851, hier : Phaidon Verlag, Essen 1987&lt;br /&gt;
* Wagner, Richard, Libretto zum &amp;quot;Ring&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula : Nibelungen und Kudrun, in: Epische Stoffe des Mittelalters, hg. von Volker Mertens und Ulrich Müller, Stuttgart 1984, S. 111-137 [[Media:Schulze_1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*Hoffmann, Werner: &#039;&#039;Das Siegfriedbild in der Forschung&#039;&#039;. Darmstadt 1979.&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula: Das Nibelungenlied. Ditzingen 1997.&lt;br /&gt;
*[[Media:Willson-Blood-and-Wounds-in-the-Nibelungenlied-1960.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Thelen-Source-Function-Gunthers-Bridal-Quest-1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Schirokauer-Nibelungenlied-1954.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McConnell-Psychological-Approach-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McCarthy-Rhetoric-Nibelungenlied-1972.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Lionarons-Otherworld-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kirchberger-The-Crown-in-the-Nibelungenlied-1956.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:King-Review-Homer-Nibelungenlied-1988.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Homann-Hagen-Figure-Lies-1982.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hoffmann-Siegfriedbild-in-der-Forschung-1979.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Haymes-Heroic-Chivalric-Aristocratic-Ethos-Nibelungelnlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hasty-Conquest-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Grosse-Nibelungenlied-Nachwort-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Key-Concepts-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Hagen-Problem-of-Individuality-1976.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Classen-Siegfried-Downfall-of-a-Hero-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Bülow-Nibelungentreue-Rede-29-3-1909.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Brady-Historical-Prototype-Siegfried-1933.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Goebel-Original-Form-Legend-Sigfrid-1897.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kratz-Proposed-Sources-Nibelungenlied-1962.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wesentliche Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://public.univie.ac.at/index.php?id=14531 Transkriptionen der mittelhochdeutschen Versionen A, B, und C]&lt;br /&gt;
*[http://www.blb-karlsruhe.de/blb/blbhtml/nib/uebersicht.html Die Nibelungen-Handschrift C - digital - Faksimile der nunmehr Karlsruher (ehemals Donaueschinger) Hs. C]&lt;br /&gt;
*[http://www.fh-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/nib_intr.html Handschriften A, B, C (Bibliotheca Augustana)]&lt;br /&gt;
*[http://wissen-im-netz.info/literatur/simrock/nibel/index.htm  Das Nibelungenlied übersetzt von Karl Simrock]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/reichert_nhd.pdf Hermann Reichert, Nibelungenlied-Lehrwerk. Sprachlicher Kommentar, mittelhochdeutsche Grammatik, Wörterbuch. Passend zum Text der St. Galler Fassung („B“).]&lt;br /&gt;
*[http://web.archive.org/web/20061128181429/http://www.nibelungenlied.com/ Edition des Linzer Fragments M]&lt;br /&gt;
*[http://cgi-host.uni-marburg.de/~mrep/liste_inhalt.php?id=271 Überlieferungsübersicht, Nachweis weiterer Abbildungen von Fragmenten und Handschriften]&lt;br /&gt;
*v. Bülow, Bernhard, Reden (Band III), herausgegeben von Otto Hötzsch, Georg Reimer, Berlin 1909&lt;br /&gt;
*Fernau, Joachim, Disteln für Hagen, Herbig, München / Berlin 1966&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Medien ====&lt;br /&gt;
*[http://dvdbiblog.wordpress.com/2008/03/04/die-nibelungen-von-fritz-lang/ DVD-Filmprojekt für 2009/2010]&lt;br /&gt;
*[http://www.schaubuehne.de/spielplan/detailansicht.php?id_event_date=247891&amp;amp;id_event_cluster=74733&amp;amp;id_language=1#inhalt Hebbels Nibelungenlied in der Schaubühne 2009]&lt;br /&gt;
* Das Nibelungenlied von Eberhard Kummer gesungen - Die erste und einzige, komplette Einspielung des gesamten Nibelungenlieds aufgrund einer Live-Aufnahme des Phonogramm-Archivs der Akademie der Öst.Wissenschaften. Der Aufnahme liegen fünf sechsstündige Darbietungen im Okt. und Nov. 2006 im „Kulturquartier“ in 1190 Wien zugrunde. E.Kummer singt im Hildebrandston und begleitet sich auf einer keltischen Schoßharfe. Die Einspielung umfasst zwei MP3 CDs (ca. 30 Stunden Musikzeit) und wurde im „The Chaucer Studio“ der Brigham Young University Provo (UT) hergestellt. Vertrieb : E.Kummer, Chaucer Studio&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &#039;&#039;&#039;Urhebergeschützt&#039;&#039;&#039; ====&lt;br /&gt;
- der Benutzername ist Gilgamesch - das Passwort ist der Freund&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/Nibelungen.zip Hörspiel - 420 MB] - Quelle: http://www.amazon.de/Die-Nibelungen-Heldensage-Collectors-Heldensage/dp/B001D2DDDU/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247949744&amp;amp;sr=1-1&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/071214_nibelungen1_exp_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Der Nibelungen-Code: Deckname Siegfried - 512 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/071214_nibelungen2_exp_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Der Nibelungen-Code - Kriemhilds Todesspiel - 518 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090318_varus1_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Varusschlacht - Kampf um Germanien: Teil 1 - 529 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090318_varus2_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Varusschlacht - Kampf um Germanien: Teil 2 - 527 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_voelkerwand_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Kimbern und Teutonen: Teil 1 - 505 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_varusschl_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Varusschlacht und Gotensaga : Teil 2 - 524 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_kampfumrom_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Der Kampf um Rom : Teil 3 - 522 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_erbendesimp_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Die Erben des Imperiums : Teil 4 - 517 MB]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausführliche Themen: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Sprache, Schrift ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Geographie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Religion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Kulturgeschichtliche Aspekte, Geschichte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 975-977: Im &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;lassen sich für den zweiten Teil mit der Niederlage der Burgunden in der Zeit der Völkerwanderung eher historische Ansatzpunkte finden als für den ersten Teil, der mit den Figuren Brünhild (Isenstein) und Siegfried (Drachen, Tarnkappe, Hort) Verbindungen zur germanischen Mythologie und zum Märchen zeigt. ... Zwischen 406 und 413 hat es wahrscheinlich unter König Gundahar ein Burgundenreich am Mittelrhein gegeben (Hoffmann, 1992, S. 42 ff.) ... König Attila (Etzel) starb 453 in der Hochzeitsnacht mit der Germanin Hildico - nach zeitgenössischen Berichten an einem Blutsturz, also 16 Jahre nach Gundahar. Dieses unkämpferische Ende hat früh Gerüchte entstehen lassen, Hildico habe ihren Mann umgebracht, um Verwandte zu rächen, die 437 im Kampf gegen die Hunnen umgekommen sind. Damals hatte Attila das hunnische Heer nicht angeführt. ... Für Hagen gibt es kein historisches Vorbild. ... Zur Erklärung der Siegfried-Figur ist, besonders von Höfler, auf Arminius hingewiesen worden (Hoffmann, 1979). Beide sind als junge Männer von Verwandten heimtückisch ermordet worden, und Xanten, Siegfrieds Heimatstadt, ist auch Ausgangspunkt für die Arminius-Überlieferung. Aber die Verbindung des heroischen Siegfried mit der mythischen Sagenwelt und die Dominanz traditioneller, märchenhafter Erzählmotive führen nicht zu einer historisch begründeten Fixierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Mythentheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VII. Spezialthemen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Nibelungen von Fritz Lang ====&lt;br /&gt;
[[Bild:saal.jpg|right]]Nach der Fertigstellung des zweiteiligen „Dr. Mabuse“ wandte Fritz Lang sich dem mythologischen Stoff der Nibelungensage zu. Zwei Jahre verwendete er dafür, den Stoff zu verfilmen und es wurde sein bis dahin größter Erfolg. Aus der Stoffmasse mit ihren unterschiedlichen Versionen und den verschiedenen Bearbeitungen, die sie schon erfahren hatte, folgte Lang weitgehend dem eigentlichen Nibelungenlied, wobei er einige Vereinfachungen und Zuspitzungen vornahm. Der Stoff selbst war jedoch vorgegeben und wurde auch kaum entgegen der Überlieferung interpretiert. Langs Leistung besteht in der Illustrierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtwerk ist aufgespaltet in zwei Teile, wie die ursprüngliche Sage dies vorgibt. Im ersten Teil erfahren wir die bekannte Geschichte von Siegfried (Paul Richter), der den Drachen tötet, durch ein Bad in dessen Blut unverwundbar wird und den Nibelungenschatz gewinnt. Er kommt nach Worms an den Hof der Burgunder und hilft König Gunther (Theodor Loos) die amazonenhafte Brunhild (Hanna Ralph), Königin von Island, im Wettkampf zu besiegen und zur Frau zu bekommen. Im Gegenzug erhält er Gunthers Schwester Kriemhild (Margarete Schön) zur Gattin. Im berühmten Streit der Königinnen erfährt Brunhild von Kriemhild, dass es in Wahrheit Siegfried war, der sie besiegte. Um diesen Schandfleck zu beseitigen, lässt Gunther sich von dem düsteren Hagen (Hans Adalbert Schlettow) dazu drängen, Siegfrieds Ermordung zuzustimmen. Den Mord selbst führt Hagen aus, der sich unter einem Vorwand von Kriemhild die verwundbare Stelle markieren lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Teil „Kriemhilds Rache“ steht ganz im Zeichen von Kriemhilds Racheschwur. Kriemhild wird die Frau des Hunnenkönigs Etzel (Rudolf Klein-Rogge) und lädt einige Jahre später Gunther, Hagen und die übrigen Burgunder an den Hof des Hunnenkönigs ein. Sie will Rache an Hagen nehmen und als die Burgunder in Treue zu ihm stehen, dehnt sie ihre Rache auf alle, einschließlich ihrer Brüder aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erster Teil: Siegfried&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann hier nicht darum gehen, den Stoff selbst zu kritisieren, sondern es geht nur darum, was Lang daraus machte. Er entschied sich bei seiner Gestaltung zu vollkommener Stilisierung und Künstlichkeit. Die mythischen Anfangsszenen sind bewusst unwirklich gehalten und halten in ihrer atmosphärischen Wirkung einem Vergleich mit neueren Fantasy-Filmen durchaus stand. Die Welt der Anfangsszenen ist märchenhaft und unterweltlich. Lang arbeitet mit faszinierenden Licht- und Schattenspielen. Er verzichtete bewusst auf Außenaufnahmen und ließ im Studio einen Wald aus gewaltigen säulenartigen Stämmen aufbauen. Die Drachenszene war zu ihrer Zeit etwas nie Gesehenes und Lang war bemüht, die besten Techniker der Zeit um sich zu versammeln. Besonders surreal wirkt eine Szene, in der wir eine Gruppe angeketteter Zwerge sehen, die einen Kessel voll Gold tragen und die beim Tod ihres Königs Alberich (Georg John) versteinern, wobei ihre Gesichtszüge erhalten bleiben. Der Film verblüffte seine Zuschauer mit beeindruckenden Überblendungen, etwa beim Eindringen in die Nibelungenhöhle, oder bei den Szenen mit der magischen Tarnkappe, wie z.B. beim Wettstreit mit Brunhild, wo der unsichtbare Siegfried Gunther die Hand beim Speerwurf führt.&lt;br /&gt;
Die Welt der Burgunder wird geprägt durch ihre monumentale Architektur. Hier dominieren kahle Räume und riesige hohe Hallen. Diese Welt ist streng geometrisch aufgebaut. Wir finden überall symmetrische Muster, sei es im Boden oder bei den Gewändern. Die Menschen wirken klein vor dieser Architektur, etwa in den Domszenen, wo die Personen absolut symmetrisch bis hin zur Farbe der Gewänder vor dem imposanten Dom gruppiert werden. Die Menschen werden dieser Architektur völlig untergeordnet oder besser eingeordnet. Sie werden zum Teil der Architektur, zum bloßen Ornament. Berühmt ist hier die Szene, wo Brunhild bei ihrem Einzug in Worms über eine lebende Brücke vom Schiff an Land geht. Die Personen bewegen sich langsam und statuarisch und immer in strenger Symmetrie, sei es in Reihen oder spiegelbildlich. Eine psychologische Vertiefung erfolgt nicht und wird vom Stoff auch nicht gefordert. Die Personen sind reine Archetypen, sie vollziehen vom Schicksal vorgegebene Handlungsmuster. Die Atmosphäre bei den Burgundern hat insgesamt etwas Totes, was bildlich in den langen Gewändern, den leeren Räumen und der allgegenwärtigen Ritualisierung zum Ausdruck kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In deutlichem Kontrast zum statuarischen Worms steht das Island Brunhilds. Der Burgfelsen ragt aus einem unzugänglichen Flammenmeer hervor, womit visualisiert wird, worum es beim Wettkampf mit der Königin geht: um die Bezwingung ihrer Jungfräulichkeit. Wie die Märchenwelt, aus der Siegfried nach Worms kam, wird auch Brunhilds Welt als heidnisch gezeichnet. Eine Schamanin gibt der Königin vor urzeitlicher Höhlenmalerei ihre Weissagungen. Am deutlichsten unterscheidet sich die Welt Brunhilds durch ihre Bewegungschoreographie von der Welt der Burgunder. Die Amazonen verkörpern in ihren raschen, ungestümen Bewegungen das wilde und natürliche Leben. Der Film deutet so auch die Interpretationsmöglichkeit an, dass Brunhild das Leben ist, das die tote Welt der Burgunder braucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hauptthema des Films gilt gemeinhin die Treue und in der Tat gibt es kaum einen Begriff, der häufiger auf den Schrifttafeln auftaucht, als Treue. Dies ist mit Sicherheit auf den Einfluss von Fritz Langs verhängnisvoller Ehefrau Thea von Harbou zurückzuführen, die hier, wie in vielen anderen Filmen Langs, für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Sieht man sich den Film jedoch wirklich an, so stellt man sehr bald fest, dass sein eigentliches Thema keineswegs die Treue, sondern im Gegenteil der Verrat ist. Siegfried kommt nach Worms, um Kriemhild zur Frau zu gewinnen und er wird von Anfang an von den Burgundern für ihre Pläne zum Betrug an Brunhild benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gunther, der ewig zögernde und schwache König der Burgunder braucht Siegfried, der als einziger in der Lage ist, die übermenschliche Brunhild im Wettkampf zu besiegen. Dafür erhält er Kriemhild als Belohnung. Dies ist der Plan Hagens, der grauen Eminenz seines Königs. Und Siegfried zögert nicht einen Moment, in den Betrug einzuwilligen. Die archaische ungebändigte Kraft Brunhilds wird durch List bezwungen. Und dies wird mit dem hohlen Pathos von Treueschwüren verbrämt. „Halte mir Wort Gunther, wie ich dir Wort hielt.“, sagt Siegfried auf einer Texttafel und es schließt sich der Treueschwur der Blutsbrüder Siegfried und Gunther an. Lang macht mit seinen Bildern und seiner Schnittfolge ganz klar, wie er den Mythos versteht. So sehen wir die Blutsbrüderszene gegengeschnitten mit der betrogenen und zweifelnden Brunhild, die ahnt, das etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann, aber auch mit der naiven und gutgläubigen Kriemhild, die sich auf ihre Hochzeit vorbereitet. Bei den Burgundern ist alles auf Lüge aufgebaut, die ganze vorgebliche Freundschaft und beide Ehen sind auf Lüge gebaut. Und wo bleibt die Treue? Es ist die gegenseitige Treue beim Betrug. Es ist die Treue unter Ganoven.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der Betrug setzt sich fort. Noch einmal muss Brunhild betrogen werden, diesmal in der Hochzeitsnacht. Diesmal zögert Siegfried, doch lässt er sich sehr schnell durch Phrasen wieder einbinden. „Willst du den Freund im Stich lassen?“, fragt ihn Hagen. Und Gunther schweigt dazu und lässt wie immer Hagen für sich reden und Siegfried für sich handeln. Gunther und Hagen werden als die düsteren Intriganten dargestellt, die meist im Schatten sitzen und nur beobachten. Siegfried ist der nützliche Idiot, der sich verwenden lässt.&lt;br /&gt;
Die Betrogenen sind die beiden Frauen, vor allem Brunhild. Sie ahnen mehr, als dass sie wüssten, und so kommt es in der berühmten Treppenszene zum Streit der Königinnen. Brunhild verlangt als vermeintliche Herrin Siegfrieds den Vortritt und Kriemhild zeigt ihr aus gekränkter Eitelkeit den Armreif, den Siegfried der Amazone in der Hochzeitsnacht in Gunthers Gestalt abgenommen hat. Der Streit der Frauen hat seinen Ursprung im Lügengebäude der Männer. Bereut nun einer den Betrug? „Dein Schwatzen war schlimmer als ein Mord, Siegfried“, ruft Hagen. Dann geht es nur noch darum, die Folgen zu beseitigen. Brunhild verlangt aus verletzter Ehre den Tod Siegfrieds und Gunther ist zerrissen wie je: „Soll ich ihn töten, weil er mir treu war?“ Doch Brunhild überzeugt ihn mit dem Argument, Siegfried hätte sie entjungfert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegfried war das Werkzeug beim Betrug der Burgunder. Solange alles geheim war, pflegte man den Schein von Treue und Blutsbrüderschaft. Das zählt jetzt alles nicht mehr. Es geht nur noch darum, den lästig gewordenen Helfer und Mitwisser zu beseitigen. Dem ersten Verrat an Brunhild folgt der zweite an Siegfried. Man veranstaltet eine Jagd und Hagen belügt Kriemhild, um die verwundbare Stelle Siegfrieds zu erfahren. Dann ermordet er Siegfried hinterrücks, als dieser an einer Quelle trinkt. Brunhild, die Barbarin ist es, die zu Gunther sagt: „Um eines Weibes willen erschlugst du deinen treuen Freund“, und sie ist es, die an der Totenbahre Siegfrieds Selbstmord begeht. Kriemhild fordert Gerechtigkeit von ihrem Bruder. Sie verlangt, den Mörder zu bestrafen. Aber Gunther und seine Brüder stellen sich vor Hagen: „Treue um Treue. Seine Tat ist die unsere. Unsere Brust ist sein Schild“. In diesem Moment wird Kriemhilds Verwandlung sichtbar und sie schwört die Rache, die sich im zweiten Teil erfüllen wird. Die Treue- und Ehrbegriffe der Burgunder reichen nicht weiter als die einer Mafia-Bande. Lang macht dies besonders deutlich, wenn er durch seine bildliche Darstellung die schwülstigen Zwischentitel konterkariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Teil: Kriemhilds Rache:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ging es im ersten Teil um Betrug und Verrat, und zwar um mehrfachen Verrat, so steht der zweite Teil ganz unter dem Thema Rache. Kriemhild nutzt zunächst ihr Erbe, den Nibelungenschatz, um damit Verbündete gegen Hagen und ihren Bruder Gunther zu werben. Als Hagen ihr den Schatz raubt und ihn im Rhein versenkt, geht sie auf den Antrag des Hunnenkönigs Etzel ein und verlässt Worms. Sie lehnt ausdrücklich jede Versöhnung mit Gunther ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch stärker als im ersten Teil nimmt jetzt Hagen die zentrale Stellung auf der Seite der Burgunder ein. Er erscheint durchgehend in einem schwarzen Gewand mit Umhang und mit einem gewaltigen Flügelhelm. Um den finsteren Eindruck zu verstärken hat er im Film nur ein Auge. Er ist das Urbild des rationalen Bösewichts, der ohne Skrupel zu jedem Verbrechen im Dienst seines Herrn oder des Staates bereit ist. Er ist die fleischgewordene Staatsräson und kann als Folie für viele faszinierende Filmbösewichter von Dr. Seltsam bis Darth Vader gelten.&lt;br /&gt;
Ihm gegenüber steht jetzt Kriemhild, die sich vom naiven Jungmädchen zur Rachegöttin gewandelt hat. Im Gegensatz zum ersten Teil, wo sie wie Siegfried immer weiß gekleidet war, trägt sie jetzt schwarz. Sie bewegt sich kaum und wenn, dann nur sehr langsam. Damit bildet unter den ständig wimmelnden Hunnen eine Art Statue, was ihren Charakter als Rachegöttin noch verstärkt. Jeden Mann, der ihr begegnet versucht sie auf ihre Rache einzuschwören, sei es der biedere Rüdiger (Rudolf Rittner), sei es ihr neuer Gemahl Etzel oder dessen Bruder Blaodel (Georg John).&lt;br /&gt;
Die Welt der Hunnen steht in scharfem Kontrast zur Welt der Burgunder. Die Hunnen sind in ständiger Bewegung, sie werden als Barbaren gezeichnet, die in Erdhöhlen leben, sie sind orgiastisch und lebensfreudig. Statt der Gemessenheit des ersten Teils mit seinen langen Kamera-Einstellungen dominiert jetzt dynamische Beweglichkeit. Langs Nibelungenfilm stellt das Aufeinanderprallen dieser Welten ohne die platte Schwarzweiß-Malerei vieler neuerer Fantasyfilme dar. Hier steht nicht Gut gegen Böse, sondern es entsteht wirkliche Tragik, da Schuld und Unschuld auf beiden Seiten sich die Waage halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriemhild veranlasst Etzel, die Burgunder an seinen Hof einzuladen. Ihr Verlangen nach Rache jedoch weist er zurück. „Heilig ist der Gast“, sagt Etzel und wird damit zum Vertreter eines archaischen Moralbegriffs, der hoch über der Falschheit der Burgunder steht. Überhaupt wird Etzel, trotz seines wilden Äußeren, als sehr menschlich gezeichnet. Im Gegensatz zur starren Mimik der Burgunder drückt er seine Gefühle immer direkt aus. Wir sehen seine Liebe und Freude, wenn er mit seinem kleinen Sohn zusammen ist und wir sehen später seine abgrundtiefe Trauer, wenn Hagen diesen Knaben töten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz Hagens Abraten reisen die Burgunder zu Etzel und werden von ihm freundlich empfangen, während Kriemhild Etzels Bruder zum hinterhältigen Angriff auf die Knechte der Burgunder überredet. Es folgt ein Gemetzel, bei dem die in der Halle eingeschlossenen Burgunder sich gegen die Angriffe der Leute Etzels und seiner Verbündeten erwehren. Da die Kämpfe ohne Sieger bleiben, lässt Kriemhild das Dach der Halle anzünden. Der nächste Morgen sieht einzig Hagen und Gunther als Überlebende. Solange noch einer seiner Könige lebt, wird er den Ort des Nibelungenschatzes nicht verraten, sagt Hagen. Und als Kriemhild ihren Bruder Gunther töten und seinen abgeschlagenen Kopf vorzeigen lässt, da lacht Hagen: Jetzt wissen nur noch ich und Gott, wo der Schatz liegt. Kriemhild erschlägt ihn eigenhändig, um damit ihre maßlose Rache zu vollenden und sie wird daraufhin von Meister Hildebrand (Georg August Koch), einem letzten Gefolgsmann Etzels, getötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Notwendigkeit und Unbedingtheit, die so charakteristisch sind für die Stoffe der antiken und der germanischen Mythologie, steuert das Geschehen von Anfang an auf sein tragisches Finale zu. Vielleicht sind solche Stoffe nur mit den Mitteln des Stummfilms wirklich angemessen zu verfilmen. Dem archaischen Stoff korrespondiert hier die archaische Form. Ein Problem vieler neuerer Mythenfilme besteht ja darin, dass die pathetischen Dialoge unglaubwürdig wirken oder dass eine psychologische Figurenzeichnung dem Stoff nicht angemessen ist. Mythische Figuren handeln nicht als moderne Personen, sondern sie sind Archetypen, in denen Ideen und Weltanschauungen personifiziert werden. Fritz Lang hat sein Ziel einer adäquaten filmischen Umsetzung des Nibelungenmythos in beeindruckenden Bildern gemeistert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte der Nibelungen ist wahrscheinlich der deutscheste aller Stoffe. Fritz Lang akzeptierte dies ganz bewusst, wenn er seinem Film die Widmung „Dem deutschen Volke“ voranstellte. Wobei zu berücksichtigen ist, dass Langs Werk 1924 in die Kinos kam, neun Jahre vor der Machtergreifung der Nazis. Dennoch gab es Kritiker, die in Langs Darstellung Parallelen zur Ästhetik des Faschismus finden wollten. Es lässt sich nicht bestreiten, dass mit Begriffen wie „Nibelungentreue“ oder mit der Glorifizierung der Siegfried-Figur der Nibelungenstoff für ideologische Zwecke missbraucht wurde. Es sollte aber deutlich geworden sein, dass dies im Film keinerlei Grundlage findet, sowenig wie im Stoff des Nibelungenmythos selbst. Im Gegenteil gilt es, das Werk vor faschistoiden Vereinnahmungen in Schutz zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Filmdaten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (1): Siegfried - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou und Fritz Lang, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Walter Ruttmann, Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Paul Richter, Margarete Schön, Hanna Ralph, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Rudolf Klein-Rogge, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (2): Kriemhilds Rache - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Eugen Schüfftan (Optische Spezialeffekte), Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Margarete Schön, Rudolf Klein-Rogge, Georg John, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.filmzentrale.com/rezis/nibelungensk.htm entnommen aus der Filmzentrale]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Thesen zum geschichtlichen Hintergrund der Handlung und der Personen des Nibelungenliedes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorbemerkung :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der geschichtliche Hintergrund zerfällt vermutlich ebenso wie die Handlung des Epos in zwei Teile, die Ermordung des Helden Siegfrieds und den Untergang der Burgunder im Kampf gegen die Hunnen. Schon früh wurde deshalb spekuliert, dass es sich eigentlich um zwei unterschiedliche Erzählungen handelte, welche nur dramaturgisch durch einen dünnen Handlungsfaden verbunden wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der erste Teil durch seine sagenhaften Anklänge geschichtlich schwerer einzuordnen ist, geht es im zweiten Teil nach wohl vorherrschender Meinung um den Untergang des Burgunderreiches während der Umwälzungen der Völkerwanderung. Aufgrund der besseren Überlieferungslage sind die insoweit handelnden Personen wie Attila alias Etzel oder Theoderich der Große alias Dietrich von Bern historisch leichter zu identifizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bereits am Beispiel dieser beiden verbürgten geschichtlichen Heroen fällt auf, dass im Nibelungenlied verschiedene „Heldengestalten“ miteinander agieren, welche sich tatsächlich niemals begegnet sind. So war Attila bei der Geburt Theoderichs bereits verstorben. Auch verbrachte Theoderich seine Jugend nicht als Geisel bei den Hunnen, sondern am Hof des oströmischen Kaisers Leo I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Das Reich der Burgunden als Hintergrund von „Krimhilds Rache“ :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Neckar - Taunus Raum kommend, drang der germanische Stamm der Burgunden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
( später auch Burgunder genannt ) um den Jahreswechsel 406 / 407 im Zuge der Zerfalls- erscheinungen des römischen Limes über den Rhein vor. Ca. 413 schlossen sie mit dem weströmischen Reich einen Bündnisvertrag, welcher ihnen als „Foederati“ gegen Stellung von Truppen einen großen Siedlungsraum im Rheingebiet zugestand. Ob es sich dabei tatsächlich um das mittelrheinische Gebiet um die Stadt Worms herum handelte, ist noch strittig. Als die Burgunden unter ihrem Anführer Gundahar ab 430 begannen, sich weiter nach Westen in römisches Provinzgebiet auszudehnen, kam es erneut zum offenen Konflikt mit dem West-reich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unschwer ist in der Person des Gundahar die Person des Gunthers aus dem Nibelungenlied zu identifizieren. Anders als dort ist sein historischer Gegenspieler jedoch nicht der Hunne Attila, sondern der römische Heermeister Flavius Aetius.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der um 390 geborene Aetius war in seiner Jugend zunächst als Geisel bei den Hunnen aufgewachsen. Nach einer glanzvollen militärischen Karriere als „Magister militum“ des weströmischen Reiches floh er aufgrund einer Palastintrige erneut zu den Hunnen. Mit deren Hilfe kehrte er 433 an den weströmischen Hof zurück, wo er als Heermeister das marode Reich ein letztes Mal militärisch stabilisieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu zählte insbesondere der Feldzug gegen die Burgunden, wobei sich Aetius aufgrund seiner Beziehungen auch hunnischer Hilfstruppen bediente. In den folgenden Kämpfen der Jahre 435 / 436 wurde das Reich der Burgunden von den Truppen des Aetius vernichtet und Gundahar getötet. Anschließend siedelte der siegreiche Feldherr die überlebenden Burgunden im Rhonetal / Savoyen als Puffer gegen die germanischen Alemannen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Das Leben Attilas als Hintergrund von „Krimhilds Rache“ : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hunnenkönig Attila trat nach den historischen Quellen bei dem Feldzug gegen die Burgunden selbst nicht in Erscheinung. Er regierte die Hunnen seit 434. Nach der Ermordung seines Bruders Bleda 444 / 445 wurde er ihr unbeschränkter Großkönig mit Herrschaftssitz in der ungarischen Tiefebene an der Theiß. Während er Feldzüge gegen Ostrom unternahm, unterhielt er zum weströmischen Reich, vermutlich aufgrund des dortigen Heermeisters Flavius Aetius ( s.o. ), überraschend gute Beziehungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nach einem als Heiratsangebot getarnten Hilfserbitten der verzweifelten Schwester des weströmischen Kaisers Valentinian III forderte Attila sogleich die Hälfte Westroms als „Brautgeschenk“. In der Folge fiel er mit seinen überlegenen Reiterhorden in das Reich ein und konnte erst nach langen wechselhaften Kämpfen im Jahr 451 in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern von Flavius Aetius und einem Vielvölkerheer aus Römern, Westgoten und anderen Germanen ( vermutlich auch Burgundern ) zurückgeschlagen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
452 fiel Attila erneut mit seinem Heer in Italien ein. Diesmal wurde sein Kriegszug nach anfänglichen Erfolgen letztlich wohl durch Seuchen und Versorgungsprobleme gestoppt, welche der Römer Aetius durch die ausweichende Militärtaktik der „verbrannten Erde“ noch gesteigert hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser wiederholten Niederlage zog sich Attila in seinen Herrschaftsraum zurück und starb 453 während der Hochzeitsnacht mit seiner germanischen Braut Ildikó, der Tochter eines gotischen oder gar burgundischen Fürsten. Die Todesursache war entweder ein Blutsturz oder beigebrachtes Gift.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Ildikó auch als Hildiko bzw. neuhochdeutsch „Hildchen“ übersetzt werden kann, sieht man in dieser Braut des Attila ein mögliches Vorbild für die Krimhild der Nibelungensage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der mächtige Heermeister Flavius Aetius wurde 454 während einer Audienz vom damaligen Kaiser Valentinian III eigenhändig umgebracht. Gelegentlich wird der Römer Aetius aufgrund seiner historischen Rolle als der eigentliche „Etzel“ des Nibelungenliedes angesehen. Auch waren es historisch gesehen letztlich die Römer, welche den Untergang der Burgunden / Nibelungen und den Tod Gundahars / Gunthers zu verantworten hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Das Leben des Arminius / Hermann als Hintergrund von „Siegfrieds Tod“ :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Rollen des Gunther, des Etzel und der Krimhild aufgrund der historischen Geschehnisse leicht(er) zuzuordnen sind, stellt sich für den ersten Teil des Nibelungenliedes die zentrale Frage, welche historische Persönlichkeit eine derartige Wirkungskraft ausgeübt haben könnte, um aus dem Dunkel der sagenhaften Überlieferungen ein Vorbild für die Figur des Helden Siegfried zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angeführte „zeitgenössische“ Personen der Völkerwanderung werden dem nicht ansatzweise gerecht. Aus den langen Auseinandersetzungen zwischen Römern und Germanen , um die geht es letztlich trotz aller Verzerrungen auch im Nibelungenlied ( s.o. ), ragt jedoch ein Mann hervor, dessen Leben und Sterben in den grundlegenden Motiven auf den Sagenheld Siegfried wie eine Schablone zutrifft : Arminius, der Fürst der Cherusker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;a. Das Motiv der Herkunft und Namensgebung&#039;&#039;&#039; :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Versionen der nordischen Sagas wächst Siegfried in der Wildnis auf, gesäugt von einer Hirschkuh. Ggf. stellt dies eine Parallele zur römischen Sage von der Romulus und Remus säugenden Wölfin dar. Nach verschiedenen Deutungen des Stammesnamens der Cherusker ist wohl der Hirsch, germanisch &#039;&#039;herut&#039;&#039;, als deren „Wappentier“ anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Nibelungenlied wird der Name von Siegfrieds Vater mit Siegmund angegeben. Nach den römischen Quellen lautet der Name von Arminius Vater Sigimer oder Segimer. Die Silbe Sig bzw. Seg war bei den Cherusker offenbar recht gebräuchlich ( siehe z.B. auch Segestes ) und deutete wohl auf Auszeichnung im Kampf hin. Der Name der Mutter des Arminius bleibt unerwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch sein germanischer Name ist unbekannt. Der Name Arminius wurde ihm von den Römern wie üblich erst bei der Verleihung des römischen Bürgerrechts gegeben. Er steht wohl am ehesten für „der Blauäugige“ (von &#039;&#039;armenium&#039;&#039; - „bergblau“). So wurde der Bruder des Arminius von den Römern auch nur schlicht Flavus, „der Blonde“, genannt. Der Name Hermann taucht erst später im Mittelalter auf und wurde angeblich von Luther geprägt. Angesichts der hohen Stellung seines Vaters Sigimer ist der gleichbleibende Namensteildes „Sig“ bei dem germanischen Namen des Arminius naheliegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Herkunft Siegfrieds wird im Nibelungenlied Xanten angegeben. Die historische Stadt Xanten ist römischen Ursprungs und diente unter dem Namen Vetera als eines der zentralen Lager der römischen Rheinlegionen. Arminius ist zunächst selbst ein Mitglied dieses Heeres, welches später von ihm vernichtend geschlagen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;b. Das Motiv des mutigen Kämpfers : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Siegfried im Nibelungenlied war Arminius nicht nur ein Anführer seines Volkes, sondern auch ein im Kampf erfahrener und herausragend erfolgreicher Krieger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im römischen Militärdienst ab spätestens 4 bis 9 n.Chr. zeichnete sich Arminius als Führer von germanischen Hilfstruppen in den Feldzügen des späteren Kaisers Tiberius in Germanien und / oder Pannonien derart persönlich aus, das er in einer bis dahin beispiellosen Karriere als Germane sogar in den römischen Ritterstand aufsteigen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der persönlich mit ihm bekannte römische Historiker Paterculus, selbst ein ranghoher Soldat, schilderte den späteren Gegner Arminius nach den gemeinsam verbrachten Kriegsjahren wie folgt : “ Er war tüchtig im Kampf und rasch in seinem Denken, ein beweglicherer Geist als es die Barbaren für gewöhnlich sind. Das Feuer seines Geistes verriet sich schon im Blick seiner Augen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;c. Das Motiv des Drachenkampfes :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich durch die persönlich erlebte römische Herrschaftspraxis in der germanischen Provinz entschied sich Arminius jedoch trotz geringer Erfolgsaussichten für den Kampf gegen die zu dieser Zeit geradezu übermächtig wirkende „Weltmacht“ Rom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungeachtet aller persönlichen Gefahren und trotz Verrats seiner Pläne organisierte Arminius, quasi vor den Augen des recht vertrauensseligen Statthalters Varus, einen erfolgreichen germanischen Aufstand der durch das Inferno der Schlacht im Teutoburger Wald bzw. Varusschlacht um 9 n.Chr. mit einem Schlag die römische Herrschaft in Germanien jenseits des Rheins beendete und Rom in seinen Grundfesten erschütterte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Motiv des Kampfes gegen einen schier übermächtigen Gegner findet sich bei Siegfried in Form des Drachenkampfes wieder. Die insoweit deutlich detaillierten Edda-Schilderungen über den Drachenkampf lassen überraschende Parallelen zu den jüngsten Erkenntnissen über den mutmaßlichen Ablauf der Varrusschlacht aus dem Raum um Kalkriese erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So stellt Siegfried dem Ungeheuer auf dessen Weg zum Wasser mit einer Erdgrube eine Falle. Darin verborgen sticht er dem Lindwurm in das Herz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kalkriese wurde eine Erdwallanlage aufgefunden, mit der die dahinter verschanzten Germanen unter Arminius den auf dem Rückmarsch zum Rhein befindlichen römischen Legionen den Weg abgeschnitten haben sollen. Vermutlich kam es dort zu dem Endpunkt eines sich über mehrere Tage hinziehenden Kampfes, in welchem die Legionäre in ihrer verwundbaren Marschformation von den Germanen angegriffen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der sich über viele Kilometer erstreckende Zug der Römer unter dem Befehl des Statthalters Varus, bestehend aus den drei kampfstärksten Legionen des Reiches, jeder der bis zu 18.000 Berufssoldaten mit Kettenhemd, Helm und eisenbeschlagenem Schild, wird wohl selbst von heutigen Autoren noch als „lindwurmartig“ bezeichnet. Den drei Legionen voran wurden die römischen Feldzeichen getragen. Zu Zeiten des Arminius waren dies die römischen Adler. Bereits vor der Völkerwanderung wurde der Adler im römischen Heer jedoch durch den eindrucksvollen Kopf eines Drachen ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Standartentraeger.png|thumb|Nachbildung eines römischen Standartenträgers der Kavallerie nebst drachenköpfigem Feldzeichen aus der späten Kaiserzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;d. Das Motiv des Blutbades und der Unverwundbarkeit :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Sieg über den Drachen nimmt Siegfried ein Bad in dessen Blut, um hierdurch für seine Feinde unverwundbar zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Sieg des Arminius und seiner Verbündeten ist absolut. Die drei Legionen nebst Tross und Hilfstruppen werden so vollständig vernichtet, dass sie auf kaiserliche Weisung hin nie wieder aufgestellt werden. Der Statthalter Varus stürzt sich auf dem Schlachtfeld in sein Schwert. Das seit langer Zeit sieggewohnte römische Reich ist nach heutigen Maßstäben geradezu traumatisiert. Der damalige Kaiser Augustus soll mit dem Ruf „Varus, Varus gib mir meine Legionen zurück“ aufgelöst durch seinen Palast geirrt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem morastigen Schlachtfeld lagen unter Berücksichtigung der germanischen Verluste bis zu 25.000 Tote nebst Pferden und Maultieren. Nach den römischen Quellen und den Erkenntnissen bei Kalkriese hatte es zuvor bzw. während des Kampfes in Strömen geregnet. Selbst für die damaligen Verhältnisse muss das Kampfgebiet einen apokalyptischen Eindruck geboten haben, zumal Schlachten dieser Größenordnung auf germanischem Gebiet bisher kaum stattgefunden hatten. Nach vorsichtigen Schätzungen moderner Militärhistoriker dürften aufgrund der Schwere der damaligen Kampfverletzungen allein 50.000 Liter menschlichen Blutes den aufgeweichten Boden, die Regenpfützen und die umliegenden Wassertümpel getränkt haben. Verletzte und wohl auch gefangene Römer wurden noch vor Ort massakriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Fragmentfunden aus Kalkriese gingen die Sieger dazu über, den toten Legionären die Rüstungen vom Leib zu reißen. In dem zu dieser Zeit noch eher kleinbäuerlich geprägten Germanien waren Metalle nur spärlich verfügbar. Fast nur Adlige konnten sich Schilder, Kettenhemden, Helme oder Schwerter aus Metall leisten. Der einfache Krieger zog mit dem im Feuer gehärteten Speer und einem Schild aus Holz in die Schlacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nunmehr aber verfügte die Allianz des Arminius neben ihrer spärlicheren Hilfstruppen-ausrüstung mit einem Schlag über zehntausende hochwertige Rüstungen nebst Helmen und Schilden aus den römischen Legionsbeständen. Der weitere Kriegsverlauf belegt die folgende „Unüberwindbarkeit“ der Kämpfer des Arminius.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;e. Das Motiv des Hortes und der darin befindlichen Schätze : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem Sieg über den Drachen gelangt Siegfried an unermessliche Reichtümer aus dem Hort der Nibelungen, darunter eine Tarnkappe und einen Stab der Beredsamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arminius fielen neben den unbezahlbar wertvollen Waffen der Rheinlegionen auch deren gesamte Habseligkeiten, die prachtvolle Ausstattung des römischen Statthalters und wohl unzählige Trossangehörige als Sklaven in die Hände. Römische Städte und Ansiedlungen auf germanischem Gebiet, wie z.B. Waldgirmes, wurden zerstört und vollständig geplündert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie zuvor bei der Planung des Aufstandes unter den Augen der Römer gelang es Arminius mit einer bis dahin nahezu einmaligen diplomatischen Leistung ein dauerhaftes Bündnis aus verschiedenen, traditionell zerstrittenen germanischen Stämmen zu schmieden. Dieses erwies sich als stark genug, um den römischen Rache- und Rückeroberungsfeldzügen der Jahre ab 14 bis 17 n.Chr. erfolgreich standzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der römische Feldherr Germanicus setzte während dieser mehrjährigen Feldzüge zeitgleich nahezu ein Drittel des gesamten römischen Heeres der damaligen Zeit ein. Arminius griff seinerseits immer wieder auf eine ausweichende Guerillastrategie zurück. Überraschende Angriffe auf die Marschkolonnen des Gegners und kontrollierte Absetzbewegungen in den schützenden Wald bei einem problematischen Kampfverlauf kennzeichneten die bevorzugte Taktik des Arminius. Angesichts dramatischer römischer Verluste und geringer Erfolge befahl der nunmehrige römische Kaiser Tiberius, ein früherer Kampfgefährte des Arminius (s.o.), im Jahr 17 n.Chr. seinem Feldherrn Germanicus den endgültigen Abbruch der Feldzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der weiteren Folge nahm es Arminus noch im selben Jahr mit Marbod, dem äußerst mächtigen König der Markomannen und dessen unabhängigen Großreich im heutigen Tschechien bzw. Böhmen auf. Dieses verfügte nach römischen Quellen über ein Heer von ca. 75.000 Kriegern und hatte bis dahin selbst für Rom eine nachhaltige Gefahr dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und auch in diesem Kampf gelang dem Stammesbündnis unter Führung des Arminius der Sieg. Und dies trotz des verräterischen Überlaufens seines Onkels Inguiomerus zu den verfeindeten Markomannen. Der gedemütigte Marbod musste im Jahr 19 n.Chr. schließlich sogar in ein römisches Exil fliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Krieg erwies sich der geschickte Kämpfer und Diplomat Arminius damit trotz seiner militärisch übermächtig wirkenden Gegner als unbesiegbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;f. Das Motiv des Verrats und der Ermordung durch die eigenen Verwandten : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der unverwundbare Siegfried wird von den gekränkten und neidischen Verwandten seiner Ehefrau mittels einer List hinterrücks ermordet. Die Tat wird von dem grimmen Hagen ausgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Berichten des Tacitus zum Tod des Arminius ist festgehalten, dass dieser ca. 19 / 21 n.Chr. durch die „Hinterlist seiner Verwandten fiel“. Er hatte wohl auf dem Weg zu einer Art „Königswürde“ zu viel Macht erlangt und erschien nach Wegfall des äußeren Feindes im internen Gefüge der Stammesfürsten schlicht zu gefährlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mörder des Arminus wird namentlich nicht genannt. Ausgehend von dem spärlichen Berichten des Tacitus verblieben jedoch nach dem Verrat des Onkels Inguiomerus ( s.o. ) nur noch zwei in Betracht kommende Verwandte : Flavus, sein Bruder, und Segestes, der Schwiegervater des Arminius. Beide stehen während der kriegerischen Auseinandersetzungen zumeist auf Seiten der Römer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Segestes soll Arminius sogar noch (erfolglos) an Varus verraten haben. Obwohl oder gerade weil Arminius seine Tochter Thusnelda zur Ehefrau genommen hatte, betrieb Segestes auch später noch dessen Vernichtung. Schließlich begab sich Segestes im Verlauf der geschilderten Feldzüge 15 n.Chr. nebst seiner Tochter sogar persönlich in die helfenden Hände der Römer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bruder Flavus blieb als Anführer von Hilfstruppen bis zum Ende der Kämpfe 17 n.Chr. seinem einstmaligen Schwur auf den römischen Kaiser treu. Wie Hagen in verschiedenen Edda-Versionen verlor Flavus nach den römischen Quellen während der Kämpfe ein Auge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich der Feldzüge lieferten sich Arminius und Flavus über die Weser hinweg ein sehr persönliches Wortgefecht, wobei laut des römischen Geschichtsschreibers nur das schnell fließende Wasser ein sofortiges Blutvergießen verhinderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessanterweise wird Hagen von Tronje in mehreren Deutungen des Ortsnames Tronje ein römischer Hintergrund zugewiesen. So wird das sagenhafte Troja als das Ursprungsland der ersten römischen Siedler oder das in der Nähe von Xanten gelegene Römerlager Colonia Ulpia Trajana als mögliche „Herkunft“ Hagens angeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der historisch verbürgte Flavus an den Feldzügen des Germanicus teilnahm ( s.o. ), ist sein Standort in diesem Militärbereich zumindest möglich. Er hatte jedenfalls nach dem Ende des offenen Kampfes, ggf. im naheliegenden Zusammenspiel mit einem im Hintergrund die Fäden ziehenden Schwiegervater Segestes, ein Motiv und räumlich gesehen wohl auch Gelegenheit zum geschilderten „hinterlistigen“ Mord an Arminius. Bezeichnenderweise wurde erst dem in Rom geborenen Sohn des Flavus mit Namen Italicus von den führungslosen Cheruskern im Jahr 47 n.Chr. die Herrschaft über den Stamm angetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor diesem Hintergrund sei noch angeführt, dass in der dem Nibelungenlied ähnlichen Thidrekssaga der dort als „Högni von Troia“ bezeichnete Hagen kurz vor seinem Tod mit einer „hunnischen“ (s.o.) Sklavin einen Sohn zeugt und dieser den Schlüssel zum Hort Siegfrieds übergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;g. Das Motiv der treuen Ehefrau am fremden Hof und des gemeinsamen Sohnes : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krimhild bleibt Siegfried nach dessen Ermordung in aufrechter Liebe und Trauer verbunden. Sie rächt seinen Tod am Hofe der Hunnen an ihren Verwandten. Der gemeinsame Sohn wird ohne nähere Beschreibungen in das Nibelungenreich gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tragische Beziehung zwischen Arminius und seiner Ehefrau Thusnelda ist wohl das erste überlieferte „Liebesdrama“ aus dem deutschen Raum. Nach wiederholten Zerwürfnissen mit seinem im Machtgefüge konkurrierenden Schwiegervater Segestes muss Arminius miterleben, wie dieser im Jahr 15 n.Chr. die schwangere Thusnelda nach Rom verbringen lässt. Zur Haltung Thusneldas in dieser Situation schreibt der römische Historiker Tacitus wörtlich : „Sie stand mit dem Herzen mehr auf der Seite ihres Mannes als ihres Vaters. Sie ließ sich keine Träne entlocken und kein flehendes Wort verlauten; die Hände im Schoß zusammengelegt, blickte sie auf ihren schwangeren Leib.“ Sie sah Arminius niemals wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sohn des Arminius mit dem überlieferten Namen Thumelikus wird während des so erzwungenen Aufenthalts im römischen Reich geboren. Seinen Vater hat er weder sehen, noch rächen können. Seine Spur verliert sich letztlich im Dunkel der Geschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der einst so mächtige Stamm der Cherusker hinterlässt bald keine geschichtlichen Spuren mehr. Nach andauernden internen Zwistigkeiten, befördert durch die erfolgreiche römische Diplomatie des „Teile und Herrsche“ geht auch dieser Volksstamm ähnlich wie später die Burgunder sinnbildlich unter. Mutmaßlich gehen die Angehörigen der Cherusker später in dem sich langsam bildenden Stammesverbund der Franken auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;h. Das Motiv des Gedenkens in Liedern und Gesängen : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Helden Siegfried wurde im germanischen Sprachraum dauerhaft in den Überlieferungen der Edda und letztlich auch im Nibelungenlied gedacht. Sämtliche Schilderungen wurden deutlich nach den dramatischen Ereignissen um den Cherusker Arminius niedergeschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine germanische Geschichtsschreibung fehlte zu dessen Zeit noch und wurde durch die mündliche Überlieferung und Gesänge ersetzt. Eine noch im späteren Mittelalter bei den Volkssagen zu beobachtende märchenhafte bzw. symbolische Verfremdung und / oder Überhöhung der wahren Personen und Ereignisse ist einer derartigen Überlieferungsform geradezu innewohnend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich berichtet der römische Historiker Tacitus in seinen zu Beginn des 2. Jahrhunderts n.Chr. verfassten und lange verschollenen „Annalen“ bzgl. des germanischen Gedenkens an Arminius wörtlich : „Noch heute besingt man ihn bei den barbarischen Völkern.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst seine römischen Feinde fällten über ihn ein historisches Urteil, welches Arminius bei den germanischen Völkern unsterblich gemacht haben mag. So heißt es bei Tacitus weiter :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Arminius hat nicht wie andere Heerführer und Könige das römische Volk in seinen Anfängen herausgefordert, sondern das in höchster Blüte stehende Reich. In den Schlachten kämpfte er mit wechselndem Erfolg, im Krieg blieb er unbesiegt. Er war ohne Zweifel der Befreier Germaniens.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den sicheren Nachweis, dass das Schicksal des Arminius in der Form der Siegfriedsage und dem Nibelungenlied verewigt wurde, bleibt die Geschichte leider wohl für immer schuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Thesen bleiben auch unter den Experten aus den unterschiedlichsten Gründen heftig umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber welcher Sänger oder Barde würde wohl einen solchen Menschen mit all seiner persönlichen Tragik jemals der Vergessenheit preisgegeben haben !?&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
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		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Nibelungenlied&amp;diff=245</id>
		<title>Nibelungenlied</title>
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		<updated>2011-02-27T16:49:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* Symposien */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== &#039;&#039;&#039;Symposien&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
*13.08.2009 - 20:30 Uhr bei Tobias. Themen: Einführung und erste Textpassagen, Nachwort Grosse. Wir lesen Brackert: Ende 3. Aventiure.&lt;br /&gt;
*2.09.2009 - 20:30 bei Tiemo 4. und 5. Aventiure gelesen&lt;br /&gt;
*12.9.2009 - 20:00 Wanderhütte bei Dörscheid am Rhein. Bis Ende 9. Av. gelesen. siehe auch [http://www.schneelaeufer.de/2009_Rhein unsere Fotos]&lt;br /&gt;
*30.09.2009 - 20:45 bei Tiemo. Andreas: Die Edda und das Nibelungenlied. Gelesen bis Ende 14.Av.&lt;br /&gt;
*14.10.2009 - 20:30 bei Matthias. Matthias-Vortrag: historischer Kontext Siegfried-Arminius, Burgunden-Römer; Dietrich von Bern. Bis Ende 16. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*05.01.2011 - 20:00 bei Matthias. Erstmal wieder reinkommen. Bis Ende 18. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*26.01.2011 - 20:30 bei Andreas. Bis Ende 20. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*10.02.2011 - 20:00 bei Matthias. Bis Ende 24. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*23.02.2011 - 20:30 bei Tobias. Bis Ende 28. Av. gelesen. Kurze Diskussion über Reflexions-Lektüre: Blumenberg: Arbeit am Mythos. Adorno/Horkheimer: Dialektik der Aufklärung. Planung einer kritischen Lektüre der Rezeption des NL während des Nationalsozialismus.&lt;br /&gt;
*28.02.2011 - 20.30 bei Matthias&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Thesen, Kurzeinträge, Literatur. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Fragestellungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Was unterscheidet Mythologie von Religion? Wenn es im ersten Teil vom NL um mythologische Resonanz geht, stellt sich die Frage, ob hinter dieser Mythologie ein Sinn steht, eine Antwort auf die Frage nach Ursprung und Ende, oder eben Sinn auf ganz andere Weise generiert: Liebe, Treue, Kampf? Es stellt sich auch die Frage, inwiefern Epen die Roman-Funktion übernahmen, die Lukács definierte: der Roman ersetzt das in der Moderne nicht erfüllte Bedürfnis nach Transzendenz, nach einem metaphysischen Zuhause.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Wie wichtig ist das Treue-Motiv? Zumindest das Wort ist dominant. &amp;lt;span style=&amp;quot;color: color&amp;quot;&amp;gt;Was ist Treue? Wer ist treu?&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Was baut eigentlich den übergreifenden Spannungsbogen im NL auf? Worum geht es?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Was für ein Held ist Siegfried (Hybris, naiv, unbescholten etc.)? Vor allem Eines: unbekümmert! - Gegenpol des &amp;quot;Kümmerers&amp;quot;, des grimmen Hagen - grimm ob der Last des ständigen Bedenkens, Grübelns. Seliger Siegfried! Und überhaupt: was zeichnet einen Helden aus, was ist ein Anti-Held? Übt NL Kritik am Helden-Epos, indem Helden unmöglich werden? (NL weniger Helden- als vielmehr höfisches Epos. Heldenepos: 1 menschlicher Held. NL: diverse ausgezeichnete Recken einerseits und andererseits Überlagerung durch das Höfische.) Ironisiert NL die Heldenfrage? Siegfrieds Vorstellung am Hof Worms ist Hybris-artig: Ich schlage alle, ich nehme mir alles. Keine Spur von Weisheit. AV2, 55: Holt sich gewaltsam, was er will. 88: schlachtet für den Nibelungenschatz 700 Krieger und 12 Riesen, später aus Spaß Löwen, Elche, Bären, Wisente...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hybris-, Minne- und Treue-Motiv: wie verhalten sie sich zueinander? Ist Minne Glaubensersatz an das Transzendente, damit Immanenz-Erscheinung? Was ist/bedeutet Liebe zu einer Frau und zu einem Mann?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Welche Rolle spielen Frauen? Mit Kriemhield geht&#039;s los, sie verbindet die beiden großen Teile, sie initiiert große Ereignisserien.&lt;br /&gt;
Krimhild, die Klammer des Epos.   &lt;br /&gt;
Brunhild, die Klammer zu den alten Sagen.&lt;br /&gt;
Wenn Frauen aktiv werden, dann öffnet sich der Himmel und es regnet Unheil und Grauen. Sie dürfen nicht unterschätzt werden. Sie dürfen gar nicht zu (widernatürlicher) Aktivität gereizt werden, müssen also gut behandelt werden. Dann kann die natürliche Ordnung bestehen bleiben.&lt;br /&gt;
   Frauen sind der Ausblick in eine individualistische Zukunft (siehe erweiterte Minne-These V 5)&lt;br /&gt;
Ein bestimmtes Verhalten Frauen gegenüber macht auch das &amp;quot;Höfische&amp;quot; aus (siehe auch Subversions-These V 10).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hagen, der Wissende: AV 3, 84: berichtet über Siegfrieds große Taten, erkennt ihn, erwähnt ganz kurz den Drachenkampf (100).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Siegfrieds Riss im schützenden Hautpanzer ist zugleich Möglichkeit des grundlegenden Risses in der Großhandlung.&lt;br /&gt;
(Vgl I. 12, IV. 6, V. 9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Siegfried: kämpft mit dem Schwert Balmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Kriemhild träumt in AV1, 11: von ihrem Schicksal, stemmt sich dagegen (keinen Mann kennenlernen), doch dann verliebt sie sich in S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Was heißt es, ein „wahrer Ritter“ zu sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Gibt es eine &amp;quot;Epos-Entwicklung&amp;quot; vom Gilgamesch (Menschliche Handlungen werden durch uneinheitliche Gottesmacht gelenkt), über Beowulf (Menschen handeln selbstständiger, sind aber mystischen  Kräften - Drachen &amp;amp; Monstern, ausgesetzt) zum Nibelungenlied (bei dem der Mensch nur noch durch rein menschliche gegenseitige Beeinflussung nicht seine Handlung voll kontrolliert)? (Vgl. I. 8, IV. 6, V. 9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Was verbindet die verschiedenen Epen? - Länge, Verse, übergreifende Themen mit Völkern, Ländern und vielen handelnden Personen und mystischen Kräften (Göttern, Monstren, Drachen, und mystischen zwischenmenschlichen Strukturen)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. V150 Schicksalsmotiv: Sterben wird, wer dem Tod verfallen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. V155: Wahre Freundschaft: Vertrauen, Tapferkeit, Dank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. V175: Übermuts-Motiv. V381: Eifer bringt Unheil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. V198: andauernde körperliche Konfrontation: scharfe Schwerter, tiefe Wunden, Blutströme, Frauen, die Leid ertragen, Kampf, Sein-Leben-Lassen ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. V207: Siegfried hat das Schwert Balmung. Tatsächlich: er hat es einfach. Die, vermutlich bekannte, Geschichte dieser trefflichen Waffe ist dem NL-Dichter nicht wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19. V224, 238: Liebesmotiv Kriemhild-Siegfried ist an den Sorge und Kampf gebunden: Übermittlung von Nachrichten über den Zustand, Freude über erschlagene Gegner, den Sieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. V230: Siegfried vereint alle Tugenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. V232: Es geht darum, die Ehre ohne Makel zu bewahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Warum ist Siegfried so stark? Vermutung: externer Verweis auf die Edda-Geschichten. man kennt den überstarken Siegfried bereits ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Schlacht gegen die Sachsen: alle sind Helden, nur die Burgunder sind Über-Helden. Das Nibelungenlied protzt nur so vor Lob nach allen Seiten über Tapferkeit, Schönheit etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Das Niblungenlied etabliert ein Wettkampf auf allen Ebenen (vgl. V271): vom richtigen Kampf, zum anschließenden Turnier, zum Kampf mit Brünhilde im Bett ... Liest man hier etwas Krankhaftes, ein Sich- ständig-beweisen-müssen? Ist es eine Unruhe der Immanenz, in der keiner göttlich sanktioniert einfach besser ist? Ständiger Konkurrenzkampf als Ausdruck sozialer und/oder wirtschaftlicher Verschiebungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. Gibt es im Nibelungenlied eine richtige Reflexionsebene? einen Weisen, einen Alten? Bei Siegfried scheint es ja quasi aus seiner Natur herauszuwachsen. Als Siegrfried &amp;amp; Co. zum Brünhilde-Ausflug rüsten, klingt alles spontan, Entscheidungen werden erst kurz vor den Ereignissen getroffen, kurz und wenig überzeugend, vielmehr naiv, ohne Bedenken der Folgen. Eben unbekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. V296: Neid!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. V324, 328: Ankündigung von Siegfrieds Tod und des Tods der anderen Helden. Es gibt eine Art Schicksalsmotiv, unbewusst auf der Ebene der Akteure - bis auf Kriemhild und ihren Traum, den sie aber offensichtlich nicht ernst nimmt. Erst der Erzähler hat im Nachhinein den Überblick ... V337: immer wieder Vorgriffe auf den Ereignisverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. V336: Tarnmantel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. V360: sich schön kleiden, zur Hochzeit, Seide,Brokant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Am Ende der 6. Aventiure scheint Siegrfried schlauer zu werden, während der Planung zum Brünhilde-Ausflug. Was bedeutet der Ausdruck &#039;listig&#039; hier? Was ist nicht-listig? Und: wie steht es um die Paare listig-weise, listig-naiv?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31. Warum interveniert Hagen nicht entschieden vor dem Brünhilde-Auszug? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. Was heißt Liebe im NB?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Der Königinnenstreit (Av. 14) ist der Punkt an dem sich eine Spirale ohne Umkehr bis zur Vernichtung der Nibelungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Warum riskiert Siegfried, dass Brünhild von Kriemhield Ring und Gürtel zu sehen bekommt und die unaufhaltsame Krise einleitet? In der 11. Av. (714) wird Siegfried in der Siegmund-Nachfolge zum gerechten Herrscher inkl. Rechtsprechung, in der 14. Av. zeigt die aufgebrachte Kriemhild (B. bezeichnet S. als einen Eigenmann)Ring und Gürtel, die ihr S. wohl plus Geschichte gab! Wie erklärt sich diese Einfältigkeit? Ist es eigentlich, aus der Sicht der Zeitgenossen, unwichtig, wie genau die Krise eingeleitet wird, da sie als Schicksal so wie so irgendwann kommt? Ist daher auch die Konsistenz von S.s Charakter dem untergeordnet?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Gunther, der König, zeigt wiederholt Schwächen: seine Leidenschaft für Brünhild, sein Einlenken in Hagens Mordplan (872ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. 16. Av. 934ff.: Auffallend ist, dass S. hier als &amp;quot;Jäger&amp;quot; ein Tier nach dem schlachtet, wie ein Massaker, und dann selbst aufgespießt wird. Intensives Todesthema.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Was ist ein &amp;quot;Held&amp;quot; und ein  &amp;quot;Heldenepos&amp;quot;? Wann kommt dieser Diskurs auf? Im NL werden die Recken oft auch &amp;quot;Helden&amp;quot; (mhd) genannt. Es scheint, es meint einfach nur: tatkräftiger Mann, einer, der Ereignisse beeinflussen kann, einer, der Macht und Herrschaft erfolgreich ausübt, unter gewissen moralischen Rahmenbedingungen (H.s Ermordung S.s ist keine Heldentat).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
38. Was war das weibliche Schönheitsideal der Zeit? War die mannsstarke Brünhilde erotisch? Warum ist sie so anziehend für Gunther?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
39. Um Siegfried herum geht es immer wieder um Freundschaft, gute Freunde, etwa V 1054.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40. Warum wird aus Siegfrieds Sohn keine Rache-Träger? (V 1090)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41. Wie groß ist der Kreis der Mittwisser um den Mordplan für Siegdried? Siehe 865.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42. Nach Siegfrieds Tod gibt es keine große Aufruhr, es geht eher ums vertuschen, Räuber-Geschichte etc. V 1000.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
43. Kriemhild liebt Siegfried innig, klassisch, oder? V 924.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44. Übermut-Motiv: etwa bei Brünhild.V 1100.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45. 20. Av.: Wusste Rüdiger vor dem Werbezug für Etzel und seinem Kriemhild-Versprechen (sie bedingungslos zu rächen, sofern es zu Kränkungen kommt)von Siegfrids Ermordung? Es scheint nicht so. Rüdiger (1201) kommt gut mit Hagen und anderen aus. 1733: Als &amp;quot;Kunde&amp;quot; ist an Etzels Hof bekannt, dass Hagen Siegfried erschlug. Etzel scheint aber nichts davpn zu wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46. 20.-21. Av.: Es geht immer wieder darum, Kriemhild &#039;fröhlich&#039; zu machen. Was ist das für eine Stimmung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47. 20.-21. Av: Zusammenhalt wird immer wieder mit einem Appell an Freundschaft (&#039;Freunde&#039;) in Verbindung egbracht. Etwa 1246, 1282.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48. 1214: Es scheint erstaunlich, dass sie Hagen nicht gegen die anderen durchsetzt (Verhinderung der Werbung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49. In der 19. Av. kommt es zum Klimax der Aufweichung des Höfischen und der Werte. In Brackert (1994) ist hierzu ein guter Kommentar (keiner straft Hagen etc.), S. 284, Note 113: man zürnt, greift aber nicht ein, zögert, vertagt ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
50. Brünhilde verschwindet mit dem Gunter-Siegfrid-Komplex als Akteurin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
51. 1335, 1353: Erstaunlich ist das Lob der Vielfalt von Brauchtümern, des Harmonierens von Heiden und  Christen an Etzels Hof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52. In welchem zeitlichen Verhältnis steht das Nibelungenlied zu anderen höfischen Romanen und den Artus-Erzählungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
53. 1756: zu bedenken: Hagen war als Kind und Kind-Gefangener bei Etzel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
54. 1676: immer wieder geht es im NL um das Motiv der &amp;quot;Heimatlosigkeit&amp;quot;, und zwar als Leben in einem fremden Land (Rüdiger, Kriemhild).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
I b&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakterisierungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Siegfried&lt;br /&gt;
  Unbekümmert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Hagen&lt;br /&gt;
  Grimm. sehend. gefühlsmäßig getrieben, in der konkreten Handlung aber immer rational. Der Kümmerer.&lt;br /&gt;
Strukturfanatiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kriemhild&lt;br /&gt;
  Im Wandel. Zunächst unschuldig. Am Ende schuldig. Immer Opfer.&lt;br /&gt;
  Kriemhild ist die Zeichensetzerin - die unvermögende Setzerin, nicht die Herrin der Zeichen. (Gütel, Ring, Schulterblattkeuz, Träume)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gunther&lt;br /&gt;
  Unbehaglich, entscheidungsschwach, inkonsequent, Zauderer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gernot&lt;br /&gt;
  Der Diplomat&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Datierungen/Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 970: Entstehung: Wende 12./13. Jh., unklar. Die Inhalte entstammen unterschiedlichen Sagenkreisen, die nicht miteinander verbunden sind. Sie haben wahrscheinlich schon Jahrhunderte vor den uns bekannten Texten existiert und werden in kürzeren mündlichen Fassungen von Generation zu Generation bewahrt worden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 980: Drei Handschriften, entdeckt zwischen 1750-1770. Erforschung ab 1810 an der HU.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Grosse 1011-1012: Wir kennen den Autor des &#039;&#039;Nibelungenliedes &#039;&#039;nicht. ... Es mag sein, daß die Gattung der Heldenepik mit ihrem Übergang von der Oralität zur Skripturalität die Anonymität mit sich gebracht hat, wie sie ja auch bei den ähnlich tradierten Texten der Sagen und Märchen üblich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Erzählform, Stil ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 988: Im Unterschied zu den höfischen Epen der Stauferzeit hat das &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;keine paarweise gereimten vierhebigen Verse, sondern (in der HS B) 2379 Strophen. Jede Strophe besteht aus vier Langzeilen, die aus der germanischen Dichtung bekannt sind. Jede Langzeile hat zwei Halbzeilen, den An- und den Abvers: 2,1 &#039;&#039;ez wuohs in Burgonden ein viI edel magedin. &#039;&#039;Die beiden Halbverse sind durch eine metrisch gekennzeichnete Zäsur getrennt. Die Abverse der ersten und zweiten Langzeile und die der dritten und vierten reimen sich ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 995: Nicht die Entwicklung der Personen bestimmt den Handlungsverlauf, sondern es greifen einzelne Ereignisse wie Glieder einer Kette ineinander, welche die Aktionen und Reaktionen der Handelnden bestimmen. Jede Situation fordert zu Taten heraus. Dabei braucht eine psychische, für den heutigen Leser nachvollziehbare Entwicklung der Charaktere nicht gegeben zu sein. Die erwartete Handlungsfähigkeit und ihr Ergebnis wachsen aus der jeweiligen Situation und ihrer Personenkonstellation heraus und passen sich in den szenischen Ablauf ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3.Grosse 2003, 999-1001: Zeitstruktur: Die angegebenen Zeiträume markieren den Abstand in relativer, aber nicht absoluter Art. Sie haben weder die Funktion einer Uhr noch die eines Kalenders. So werden auch die Menschen nicht älter. Die Ritter kämpfen im Sachsenkrieg ebenso schlagkräftig wie 37 Jahre später am Hofe Etzels; Kriemhild wäre etwa fünfzig bei der Geburt ihres zweiten Sohnes, Giselher wird bis zuletzt der junge Mann &#039;&#039;(daz kint) &#039;&#039;genannt. Raumstruktur: präziser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Grosse 2003, 1001ff.: Widersprüche im Handlungsverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Vergleiche mit anderen Erzählungen und Topoi ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Kriemhild und Helena: die Schönsten im Lande (AV1), geben Anlass zum Krieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Siegfried und Enkidu: Wildheit, Naiviät, gezähmt durch die Verhandlungstechnik Gernots (AV3, 123ff.). Dann wird er ein guter Hof-Gefährte, Turniere etc. Dann Treue zu Gunter bis zum Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Siegfried und Arminius: [Matthias]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Das Ankunfts/Fremden-Thema in NL und Beowulf: AV 3, Worms, Ritual des Fremden (Siegfried), der letztlich für Liebe dienen will (wie Beowulf für Ruhm).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hagen und Unferth? Parallelen? Hagen und Unferth berichten über die Taten des Helden, und bekommen unangenehm seine Stärke zu spüren, werden (zumindest zeitweise) Gegner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Grendel-Siegfried: haben eine undurchdringbare Haut. Insofern ist Siegfried auch Monster (VERGLEICHBAR DEM; DAS ER VORHER SELBST ERSCHLUG?)(Vgl. I.8, I.12, V.9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Siegfrieds ungeschützte Hautstelle auf dem Rücken und Achills Ferse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Hagen warnt vor dem Auszug (1203ff.) wie Enkidu vor Humbaba-Reise, wird dann zum entschlossenen Mitstreiter.&lt;br /&gt;
   Beide sind irgendwie Verwandte, irgendwie auch Dienstpflichtige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Das Nibelungenlied ist kein Heldenepos - es gibt keine durchgängige menschliche Heldengestalt, wie Beowulf oder Gilgamesch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. NL und Lieder-Edda: viele Überschneidungen, die von Andreas noch konkret ergänzt werden müssten. Da die Lieder-Edda wohl 1370, das NL 1320 (?) abgefasst wurden, stellt sich hier die Frage der Rezeptionsrichtung und nach einem gemeinsamen Metaerzählungsraum. Wandert etwa im Rahmen der sog. Völkerwanderungen und der anschließednen Christianisierung eine mittel-nordeuropäische (heidnische) Religion nach Skandinavien etc. aus, so dass die Göttersagen der Lieder-Edda den Kontrapart der Teile bilden, die sowohl in der Edda als auch im NL als Heldensagen vorkommen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Laut Volker Honemann (bei Wein am 10.10.09) ist der Inhalt Edda eher als vorher bekannt anzusehen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Bülow-Rede 1909 (&amp;quot;Nibelungentreue&amp;quot;) ist vergleichsweise unschuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Kain erschlägt Abel, den Begnadeten, den Liebling der Götter. (Ein Gedanke von Fernau, S. 96)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Edda:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(um 1220 Snorri-Edda, auch Prosa-Edda, eher unscharf auch Jüngere Edda genannt;&lt;br /&gt;
um 1270 Lieder-Edda, eher unscharf auch Ältere Edda, eher falsch auch Saemundar-Edda genannt;&lt;br /&gt;
Edda = Elternmutter / Großmutter)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hier einige Motive der Lieder-Edda, die engste Verwandtschaft mit dem NL aufweisen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 18, Helgi Hiörwards Sohn:&lt;br /&gt;
Ein &amp;quot;Atli&amp;quot;, der für jemand anderes um &amp;quot;Sigurlinn&amp;quot; freit, kann die Vögel verstehen. Helgi, dem Sohn der Sigurlinn (und Wiedergeburt von Helgi dem Hundingstöter (s. LE 19)) singt eine Walküre (die er später heiraten wird) von einem besonderen Schwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 19, Das 1. Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn Helgi, der &amp;quot;Freund der Wölfe&amp;quot;, Sinfiötlis Bruder, erschlägt im Alter von 15 Jahren den Hunding.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 20, Das andere Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
&amp;quot;Sigmund, Wölsungs Sohn ... und seine Nachkommen heißen Wölsungen und Ülfinge (Wölfinge).&amp;quot;&lt;br /&gt;
König &amp;quot;Högni&amp;quot; hat eine Tochter &amp;quot;Sigrun&amp;quot;. Sie ist Walküre.&lt;br /&gt;
Helgi und Sigrun heiraten. Sigruns Bruder erschlägt Helgi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 21, Sinfiötlis Ende:&lt;br /&gt;
Sigmund, Wölsungs Sohn, ist mit Borghild verheiratet, der Schwester &amp;quot;Gunnars&amp;quot;. Sinfiötli erschlägt seinen Onkel Gunnar, woraufhin Borghild Sinfiötli vergiften will.&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn mit Hjördis ist wiederum Sigurd, der &amp;quot;allervorderste&amp;quot;.&lt;br /&gt;
(Sinfiötli ist nach Simrock der &amp;quot;Fitela&amp;quot; des Beowulfliedes.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 22, Das 1. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd wird geweissagt,&lt;br /&gt;
der mächtigste Mann auf Erden zu werden, dass er den &amp;quot;Wurm&amp;quot; auf der &amp;quot;Gnitaheide&amp;quot; sowie Regin und Fafnir fällen und den Hort heimführen wird, dass er die auf dem Felsen schlafende Fürstentochter erwecken wird. Er wird Brünhild lieben, sie aber an Giukis Hof vergessen durch die Tücke Griemhilds, welche ihm dann die eigene Tochter Gudrun geben wird. Er wird für Gunnar um Brünhild werben. Er wird mit Gunnar die Gestalt wechseln. Högni wird dabei sein. Sigurd wird keusch bei Brünhild liegen aber die Brüder Gunnar, Högni, Guthorm werden sein Verderben bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 23, Das andere Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Regin übernimmt Sigurds Erziehung. Fafnir und Regin bekommen die Goldbuße der Asen. Fafnir übervorteilt Regin. Fafnir liegt als Wurm auf der Gnitaheide. Regin schafft Sigurd das Schwert &amp;quot;Gram&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 24, Das Lied von Fafnir:&lt;br /&gt;
Sigurd ersticht den Fafnir-Wurm.&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Gold, der Schatz, die Ringe verderben Dich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Durch Drachenblut kann Sigurd die Vögel verstehen, die weisen ihm den Weg zu Giukis Tochter.&lt;br /&gt;
Sigfrida schläft auf einem Felsen, feuerumlodert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 25, Das Lied von Sigfrida:&lt;br /&gt;
Sigurd erweckt die Walküre Sigfrida.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 26, Bruchstücke eines Brünhildsliedes:&lt;br /&gt;
Gunnar will Sigurd töten. Högni vermutet, dass Brünhild aus Eifersucht auf Gudrun dahinter steckt. Sie töten Sigurd. Ein Rabe ruft: &amp;quot;In Euch wird Atli das Eisen röten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 27, Das 3. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd freit Gudrun. Fahrt zu Brünhild. Sigurd gewinnt Brünhild dem Gunnar (das Schwert liegt zwischen Ihnen). Högni will Gunnar nicht helfen, Sigurd zu töten, wie Brünhild es verlangt. Aber Guthorm, der jüngste Bruder, tötet SIgurd.&lt;br /&gt;
Brünhild ist die Schwester Atlis.&lt;br /&gt;
Gudrun, dem Atli vermählt, tötet diesen im Bett.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 28, Brünhilds Todesfahrt:&lt;br /&gt;
Gudrun hat Brünhild und Sigurd fälschlich beschuldigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 29, Das 1. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Gudrun hat von Fafnirs Herz gegessen, kann die Vögel verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 30, Der Mord der Niflunge:&lt;br /&gt;
Atli, mit Gudrun vermählt, tötet Gunnar und Högni, weil sie am Tode Brünhilds schuld tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 31, Das andere Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich ist bei Atli.&lt;br /&gt;
Gunnar und Högni wollen Gudrun Lösegeld für den toten Sigurd zahlen.&lt;br /&gt;
Gudrun wird dem Atli vermählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 32, Das 3. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich wird bei Atli der Unzucht mit Gudrun beschuldigt.&lt;br /&gt;
Ein Gottesurteil entlastet Gudrun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 34, Die Atlisage:&lt;br /&gt;
Gudrun rächt den Tod ihrer Brüder an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 35, Grönländisches Atlilied:&lt;br /&gt;
Nibelungenschlachtung an Atlis Hof. Rache Gudruns an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Odysseus: Hagen und Odysseus sind listig (mhd: liste, vgl. 1479). Was unterscheidet ihre Listigkeit? Auch Krimhild ist listig, planerisch, kann sich verstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Artus-Erzählungen: hier ist der Gral, das Christliche konstituierend, nicht so im Nibelungelied.&lt;br /&gt;
An Etzels Hof sind auch die Heiden gut. Sind es &amp;quot;edle Wilde&amp;quot; im Sinne Karl Mays?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Übergreifende Thesen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Immannenz-Epos: Im Gegensatz zur Völsungensaga und Wagners Aneignung, geht es, ähnlich wie im Beowulf, um eine immanente Handlungsdynamik ohne (göttliche) Metaebene. Ereignisse generieren Ereignisserien, deren Teil Helden und alle andere Personen sind. Doch was sind die Ereignis-generierenden Elemente? Taten. Also: was sind Taten? Gefragt wäre eine Typologie von Taten (wichtig/unwichtig, von wem etc.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Gunther-These: Im NB geht es um einen (Gilgamesh-artigen) archaischen Herrscher, der ohne Rücksicht auf sein Volk eigenmächtig-leidenschaftlich handelt. Seine Entscheidung, Brünhilde zu erlangen, leitet die entscheidende Wende ein. Ihm fehlt ein Enkidu, Hagen interveniert zu spät, verstärkt letztlich die Schicksalsspirale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, glaube ich nicht. Gunther ist kein Tatmensch. Er ist Zauderer. Seine wenigen eigenen Entscheidungen (Brunhild, Etzel) sind dann auch fatal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Trieb-These: NB muss aus der Perspektive der Autoren als ein nicht harmonisiertes Triebspiel unterschiedlicher Kräftekonstellationen gelesen werden (Minne, Sex, Kampf, Töten, Sieg etc.), die sich ineinander so verwringen, dass daraus eine unentrinnbare Schicksalsspirale wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Held-ohne-Ort-These: Siegfried hat keinen richtigen Ort in der Geschichte (Ja scheinbar vergisst er selbst seinen Ort: Auf dem Rheinzug kommen die Recken mehrfach an Worms vorbei, ohne dass er aussteigen oder den Umstand auch nur erwähnen würde.), er wandert ständig, behauptet sich, um annerkannt zu werden, sich endlich stabil zu sozialisieren und Freunde zu gewinnen. Doch wirkt seine Energie letztlich als ein treibendes Moment der Tragik, die alle umkommen lässt, indem er Wünsche/Triebe für andere realisiert, die den ganzen Burgunder Hof unhaltbar destabilisieren. S. ist also ein Held ohne Ort, einer, der in der höfisch-verwalteten Gesellschaft archaisch-überholt wirkt. Hierher könnte auch der standpunktlose S. gehören, der seine destabilisierenden Kräfte überall einsetzt, ohne entschieden gegen das zu stehen, was er selbst für Falsch hält. Hagen versucht hingegen beständig, S. einzuordnen (erste Ankunft von S.,etc.) und später auszuschließen. S. als der Übermensch, der das ganze Hofsystem von Wettkämpfen und Minne als beständiges Sich-Beweisen und Verbessern und Messen außer Kraft setzt, da er einfach der stärkste, schönste, listigste, lustigste ist etc., wird genau vor seinem Tod in der Jagdszene der 15. Av. deutlich. Umgekehrt und spiegelbildlich erfodert seine Auslösung aus der Hofgemeinschaft (sein Tod) eine Aufhebung der Hof-Formalien (Treue, guter Rat, Tugend etc.). In der 16. Av. kollabiert das Hofsystem, zentrale Werte werden ausgehöhlt, sinnleer (vor allem: Treue, Vertrauen). Hagen führt in 993 als Motiv der Ermordung an: Angst vor S., Schmach von ihm (sórge, leit), seiner Herrschaft (hêrschaft)ein Ende setzen. S.  der Ortlose könnte in dieser Perspektive als auch als der Unberechenbare erscheinen, wie ein wildes Tier, das sich in alle Richtungen wenden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Minne-These: NB ist eigentlich eine höfischer Minne-Erzählung. Siegfried kämpft für Kriemhild, Gunther will Brünhilde. Ihre blind-individualistiche Liebe harmonisiert nicht, ihre Verschränkung führt in den Untergang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehe ich nicht. &lt;br /&gt;
Gunther liebt nicht, schon gar nicht individualistisch. Er folgt irgend einer fixen Idee, eingeimpft oder wenigstens kompatibel mit einer gesellschaftlichen Erwatung an ihn.&lt;br /&gt;
Siegfried liebt nicht. Vielleicht begehrt er (vielleicht nicht mal das). Minne ist für ihn ein Spiel (wie Alles). Eventuell ist auch das ein Zug des Höfischen Epos: Tapfere Recken werben halt um schöne Damen...&lt;br /&gt;
Andere Minne-These:&lt;br /&gt;
Die Frauen können (schon individualistisch und leidenschaftlich) lieben.&lt;br /&gt;
Kriemhild tut das.&lt;br /&gt;
Brunhild tut das.&lt;br /&gt;
(Beide den Siegfried - seliger Siegfried)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Hagen-These-1: Hagens zwar durch seinen Unmut gegenüber S. sich anbahnender, doch in seiner Radikalität am Ende der 14. Av. in seiner Radikalität überraschender Mordplan könnte nicht auf einer Motiv-Logik, sondern auf einer Taten-Logik beruhen: S. hat die Krise ermöglicht: erstens als Täter im Bett mit Brünhild, zweitens als Täter des Weitergebens der Geschichte und der Dinge (Ring, Gürtel) an Kriemhild. Als Täter verkörpert S. die Schuld, er muss entfernt werden, damit verschwindet sozusagen auch die Ursache. Dabei ist unwichtig, was Leute sich wünschen, vorstellen oder beabsichtigen. Entscheidend ist Tat und Resultat. Des Weiteren kommt die Taten-Logik aus einer Gunthers Königshoheit überschreitenden älteren Legitimations-Schicht: Ob Gunther will oder nicht und S. Gunthers Unschuld öffentlich beteuert oder nicht, die Situation (als Resultante von Taten: grundlegende doppelte Ehre-Verletzung (Gunther und Brünhild), die mit dem repräsentativen Status des König- und Königin-Seins unvereinbar ist) ist objektiv-gebietend, sie lässt nur eine Lösung zu und fordert sie zugleich. Kein Kommunikations-Bedarf aufgrund der Vereinfachung: der Täter ist qua Tat schuld. Dass Hagen einer anderen Moral folgt, wird auch in 1001 deutlich: er strahlt eine ungewöhnliche Kälte aus, will S. selbst nach Worms tragen, Kriemhilds Tränen &amp;quot;rühren&amp;quot; ihn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hort-These: (vorgreifend) Die tragische Dynamik des NL ist motiviert durch die Gier der Burgunden, vor allem von Hagen, nach dem Nibelungen-Hort und den entsprechenden magischen Dingen. Die Burgunden nehmen später selbst den Namen der Nibelungen an (?, prüfen). Zu klären wären in dieser Hinsicht u. a., warumm der Hort letzten Endes versenkt (?) wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Kriemhild-These-1: Kriemhild ist eine tragischer Prophetin, eine Fortführung und Transformation der Kassandra-Figur, indem K. nicht nur das Unheil träumend voraussieht, ohne es verhindern zu können, sondern auch selbst die entscheidenen &amp;quot;Zeichen&amp;quot; setzt und exponiert (Zeigen des Ringes, Gürtels, Setzen des Kreuzes auf S.s Hemd), die zur Krise führen. Ihr Schicksal sehend ist sie blind als Tätige, wirkungslos als Warnende. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Schicksal-Widerstands-These: An mehreren Stellen des NLs fragt sich, warum gegen evident problematische Entscheidungen Einzelner (Gunthers B.-Hochzeitsfahrt, die Einladung von S. und K. durch B., Hagens Vorschlag der Ermordung von S. etc.) kein wirkmächtiger Einspruch erhoben wird, kein nachhaltiger Konflikt entsteht, obwohl es doch ständig um den &amp;quot;Rat&amp;quot; guter Freunde und um &amp;quot;Treue&amp;quot; geht. Alle Teilnehmer erscheinen in dieser Perspektive wie passive Puppen von K.s Traum, gelenkt von unischtbaren Fäden, ihre Entscheidungen sind nur Wirkungen anderer Ursachen, keine eigenmächtigen Selbstsetzungen. Die Unfähigkeit zum diskursiven Konflikt und der problemorientierten Kommunikation kontrastiert auch stark mit der ständigen Betonung der körperlichen Stärke der &amp;quot;Recken&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Politik-These: Nach Ursula Schulze (Das Nibelungelied, Reclam 1997, 214, 223) wird in S. s Tod zentral für die ganze Problemlage des NLs deutlich, dass der Starke wehrlos gegen perfide Intrige ist (214): &amp;quot;Die erzählte Geschichte führt vor, dass politisches Handeln nicht im offenen Kräftemessen, sondern in der Überlistung besteht.&amp;quot; Hagen (214) handele zwar aus heterogenen Motiven (Sühne für die Entehrung B.s, Ausschalten potentieller Gefahr von S., Machtzuwachs durch Gewinn von S.s Besitz),doch seien sie allesamt politisch zu nennen. Schulze unterstreicht dies durch das rekurrente Motiv der Täuschung (212). Tobias Kommentar: Im Ansatz (Täuschung, Kraft gegen Organisation) interessant, in der Schlussfolgerung (Politik) aber schief, da unterbestimmt, unscharf. Dazu kommt, dass Schulze an anderer Stelle behauptet, Hagen handele (wie S. und Brünhild) archaisch. K.s Rache ist archaisch (ohne Staatsprinzip), auch in dieser Hinsicht besteht Klärungsbedarf - denn die politische Intrige geht ja nicht auf, sondern zerschellt quasi am Schild. Kurz: ich finde, ohne ihr zu Nahe treten zu wollen, Schulzes Lösung fade. Sie reiht das NL reibungslos in eine allzuoft iterierte Metageschichte des Fortschritts der Moderne ein. Probleme einer Kontinuität der Triebe in die Moderne/in das Höfische hinein (Triebthese), des bewussten Treuebruchs, der Täuschung als nicht hintergehbare Grundverfassung menschlichen Seins in einer entgötterten Welt (man denke an Descartes), Schicksal und Schuld usw. werden einfach ins Politische absorbiert und damit zugleich neutralisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Inversions-These (an Immanenz-These anschließend): Das Böse ist nicht mehr Draußen, in einem (klar) vom Guten getrennten, eher abstrakten Anderen, es wird auch nicht mehr gesetzt oder göttlich verwaltet, sondern das Böse ist der Andere, der Freund, die Geliebte, der Fremde. Es kommt nicht mehr wie Grendl vom dunklen Berg zur Tür hinein, in das Heim des Inneren, sondern lauert schon immer, als Argwohn, Verdacht, im Inneren. Siegfried weiss davon nichts, und stirbt. Durch die Inversion differenziert sich das Böse (wird etwa zum Fiesen, Grimmigen) und wird perspektivisch, kontextuell, tritt in ein neues Verhältnis zum Guten. Zugleich scheint das Böse abgeleitet. Vielleicht erklärt sich auch hieraus das Ambivalente von Hagens Person.&lt;br /&gt;
Ja, das erklärt mir den Hagen: Es gibt keine Monster (wie im Beowulf) mehr (außer dem Drachen, der nur noch seinen Schatten wirft). Siegfried ist das Monster. Er hatte Kontakt zum letzten echten Monster, er ist überstark, unverwundbar - bringt die Welt so aus dem Gleichgewicht (vgl. I.8, I.12, IV. 6). Hagen sieht das, spürt das, muss handeln. (Andreas)&lt;br /&gt;
1699: Inversion der Gabe (gut-schlecht): Die Gabe Rüdigers an Gunther (nach der Heirat von Rüdigers Tocher mit Giselher), ein Schwert, wird genau zu dem, was Rüdiger später tötet.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Subversions-These: Im NL wird das Höfische ausgehöhlt, das alte Wertesystem zersetzt, von Hagens Speer durchbohrt, von Gernots Fürstenhafter Lüge (1097: er wisse von nichts,kenne keinen Täter, siehe dagegen 865: Kreis der Mitwissenden über den Komplott)zum Gespött. Zugleich droht durch den Überhelden Siegfried, dem spielenden blinden Giganten, eine Entleerung aller Spannung des Höfischen, indem er immer schon Sieger ist, das Magische (Drachen etc.)und die Natur (Bären, wilde Eber 961) bannt, auf den Sattel bindet, Wälder &#039;leert&#039;, so dass nichts mehr zur Jagd übrig bleibt, Mensch und &#039;Tier&#039; ist (1002), das Wilde der Natur (in Form des Bärens) nach Belieben demütigend auf andere entlässt. Siegfried, der archaische Held, der keine Angst kennt und dem sein eigener Tod, immer angezeigt und präsent durch den Riss, das Lindenblatt, seiner Panzerung und Kriemhilds wiederholte Warnvisionen, unbewusst ist, &#039;büßt&#039; schließlich für seine höfische Erziehung (980. [Fortsetzung nach Lektüre der 21-24 Av.] In der 21. Av (Wie Kriemhild zu den Hunnen zog) dominiert das Höfische ohne Patzer und Riss durch Harmonie (Triebausgleich, Befriedigung) und klare Rollenverteilung entlang der Themen: 1. Turnier, Tapferkeit, Begafft von Frauen 2. Gastfreundschaft, Bewirtung, Unterkunft/Quartier 3. Kleiderordnung, Waffenordnung 4. Dem anderen Dienen (Mann-Frau etc.) 5. Begleitung, Schutz 6. Küssen 7. Turteln 8. Ausschau halten, Sorgen. 9. Reichtum, Überfluss 10. Bewegung und Wohnen zwischen Burgen, die Gefährliche Zwischenbereiche miteinander verbindet, jedoch innerhalb von geschützten Einflusszonen (Reise) 11. Geschenke 12. Wertschätzung gewinnen 13. Empfang bei Eintritt in Hoheitszonen. All dies shcließt V. 1368 ab: &amp;quot;dass da ein jeder zu aller Zeit die Unterhaltung fand, wonach ihm Herz und Sinn stand&amp;quot;. In Av. 22 bricht die höfische Harmonie schon wieder auf, es kommt zu Tränen und Erinnerung (1371), zur Ankündigung von Leid. In Av. 23 brüllt schon der Grund, der eigentliche Anlass des Auszugs durch die Frohe Gesellschaft hindurch, Mord, Plan, Rache. 1352: Selbst der Kuß ist formalisiert, vorgeschrieben. 1666: die junge Markgräfin küsst Hagen nur auf Befehl.&lt;br /&gt;
Frauen spielen eine Rolle, werden wichtig - und das Verhalten ihnen gegenüber macht das &amp;quot;Höfische&amp;quot; aus. Frauen öffnen der Geschichte Möglichkeiten, Erzählvarianten (siehe I. 6). - In der 25. Aventüre kommt es zu einer weiteren Kulmination der Subversion: dichte Abfolge höfischer Schlüsselthemen (Treue, Schwur, Leibe, Freudnschaft, Gastfreundschaft, Geselligkeit, Vertrauen, Sorge, Geschenke/Gabe), jedoch vor dem Subtext, dass Hagen planen könnte, ein möglichst festes Bündnis mit Rüdiger (der zu Etzel gehört, aber von den Burgunden kommt) einzugehen (gesteigert durch die Verheiratung von Rüdigers Tochter mit Giselher).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Hagen-Kriemhild-These (1): Kriemhild verbindet mit Hagen, dass sie metikulös ihre Rache plant, Trieb, Gefühl und Tat in ein tödliches Kalkül einbindet. Dies wird vir allem in der 20. Av. deutlich: Kriemhild willigt in die Etzel-Heirat erst ein, nachdem Rüdiger ihr bedingunglose Rache gegen alle Kränkung zusagt (1256) - mit der Einschränkung, Kriemhilds und seiner eigenen Ehre nicht zuwider handeln zu können (1266). Rüdiger greift mit seiner Zusage nicht eigenwillig vor, sondern, so scheint es, macht nur explizit, was nach einer Heirat mit Etzel gilt: Kriemhilds Kräkung wäre zugleich Etzels. 1396-1399: Krimhilds langer Plan der Rache, Einladung an Etzels Hof. 1431: Hagen kennt Kriemhilds Pläne, beide Strategen erkennen sich, kennen sich. Er kennt den Grund, warum Fremde kommen. Hagen (1471) geht mit an Etzels Hof, sieht aber eine Chance, wieder heil heimzukommen, mit 1000 Recken. Hagen fügt sich also nicht dem Schicksal. will nicht sein Ende, sondern fügt sich nur dem Widerstand der anderen, die ihre Schwester sehen wollen, ihn irgendwie feige aussehen lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12.Hagen-Kriemhild-These (2): Hagens scheinbare Motivlosigkeit liegt in Wahrheit im Selbstbezug seiner Taten: Hagen handelt für sich, für seine Begierden, vor allem für seine Macht. Hierfür benutzt er nur andere Personen und vor allem Gunters höfischen Apparat (das wäre &amp;quot;modern&amp;quot;). Hagen nimmt die Schuld der Taten auf sich, stärkt damit sein institutionelles Schutzschild, bestimmt aber zugleich zunehmend und für seinen eigenen Nutzen, was entschieden wird, höhlt alle Werte aus; es ist diese Entwertung der Werte, die im Konflikt mit der Handlungsmatrix von Kriemhild in eine nicht mehr auflösbare, fatale Schicksalslogik führt. Diese Hagen-Tendenz wird vor allem in der 20. Av deutlich: 1273: es geht um die Gefahr einer neuen Feindschaft gegen ihn, 1274: die drei Könige setzen sich nicht mehr gegen Hagens Entscheidung, Kriemhild auch den Rest des Schatzes zu nehmen, durch, sie resignieren vielmehr. Hagens indvidualisierte Handlungslogik, die in keine traditionelle Matrix eingebettet ist, kontrastiert mit der (höfisch-archaischen) Liebe-Schuld-Rache-Matrix, die Kriemhilds Handlungen leitet (1730: Kriemhild weint beständig um Siegfrid). Auch sie kalkuliert, aber dieses Kalkül steht im Dienste der Matrix, hat nur in ihr Sinn. Zugleich hasst Hagen Kriemhild, da sie durch Siegfrid/Nibelungenschatz/Etzel kontinuierlich eine starke Macht darstelltt, eine mächtige Frau ist, für die Hagen keinen Siegfrid hat. Genau so, wie Hagen ständig neue Strategien aufstellt, transformiert Kriemhilds Macht beständig. 1368: Kriemhilds Machtanwuchs an Etzels Hof. Siegrid war ohne Argwohn, und verschwindet, er hatte die Ambivlaenz des Gut-Bösen nicht, kannte es nicht. Auch Etzel erscheint arglos (1402: getriuwe was sin muot). 1754: Zugleich spiegelt Kriemhild Hagen, Kriemhild hat eine &amp;quot;arge List&amp;quot;. 1738ff: Duell Hagen-Kriemhild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Hagen-Steuermann-These: Hagen wird im zweiten Teil des NL neben Kriemhild zur zentralen, Entscheidungen direkt einleitenden oder ausführenden Instanz, die nicht mehr verdeckt (unter dem König Gunther), sondern offen agiert. Dies wird besonders in der 25. Aventüre deutlich: Hagen verfügt über die Gewalt, Passagen zu eröffnen (und zu schließen), durch die er andere in größere Handlungskomplexe quasi unwiderruflich einschließt. Er ist derjenige, der die &amp;quot;Zuversicht&amp;quot; der ganzen Burgunder-Truppe repräsentiert (1510), wahrsagende, mythische Kräfte (Meerjungfrauen) zur Aussage zwingt (die Meerfrauen 1533ff., und zwar durch den Raub ihrer Kleider), sich dem von diesen Kräften geweissagten Fatum widersetzt, indem er es der Prüfung unterzieht (er versucht, den Kaplan zu ertränken, der laut Weissagung der einzige Überlebende sein wird 1575ff.), der lügen oder Taten verschweigen darf (auch gegenüber den König Gunther, 1620) und der tötet, nämlich den von anderen Mächten (Etzel) eingesetzten Fährmann des Passagen-Flusses (der zwischen Leben und Tod vermittelt), nur um sogleich selbst zum Fährmann zu werden: &amp;quot;Hagen war der Steuermann&amp;quot; (Hagene was da meister) (1572. Des Weiteren misstraut Hagen Träumen und setzt vielmehr auf seine eigene Urteilskraft (1510). Hagen, der wiederholt Ehre entwertete, wird damit selbst als Führer Köngigs-gleich zu dem der, der bestimmt und repräsentiert, was Ehre ist. Er wird zum &amp;quot;Schutzherr der Nibelungen&amp;quot; (1726). Die erneute Kulmination höfischer Werte und Gesten in der 25. Aventüre am Hofe Rüdigers, der zu Etzel gehörender Burgunder ist (Schwur, Treue, Freude, Freundschaft, Gastfreundschaft, Gabe, Wechselseitigkeit, Heirat) dient nur, maximal gesteigert durch die Heirat von Rüdigers Tocher mit Gislher, der Bindung Rüdigers an den Burgundenzug.&lt;br /&gt;
Hagen, der Herrscher, wird nicht aufgrund seiner Schönheit geliebt, nicht aufgrund seiner übermäßigen Kraft geehrt (1610: verliert den Kampf gegen Gelfrat, Dankwart muss Hagen schützen). Die Frauen lieben ihn nicht (1666, Hagen, der Grimmige). Hagen ist vielmehr der Siegfrid-Töter, der Anti-Siegfried, der steuert, der ökonomisch Ziele anstrebt, die aber immer wieder nur in ihn als Führer zurücklaufen, ohne über ihn hinauszugehen. Hagen hat alle in den Strudel der Gewalt hineingezogen, der Hass Kriemhilds gilt, das macht der NL Erzähler des öfteren deutlich, nur ihm, aber wenn Hagen, dann, in der Vision des Führers, alle mit ihm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Literatur, Quellen &amp;amp; Links ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Allgemeines ====&lt;br /&gt;
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Nibelungenlied  aus W...dia :-))]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Akademisch ====&lt;br /&gt;
*[http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_lmno/nibel.html Fachinformationen der FU Berlin zum Nibelungenlied]&lt;br /&gt;
*[http://www.nibelungenrezeption.de/ Projekt zur Rezeption des Nibelungenstoffes Universität Duisburg]&lt;br /&gt;
*[https://www.uni-muenster.de/Germanistik/Lehrende/honemann_v/index.html Intimus Volker Honemann]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Brackert, Helmut: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. 2 Bde. (1. Aufl. 1970) Neuauflage. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch 1994/2008.&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Das-Nibelungenlied-Mittelhochdeutscher-Text-%C3%9Cbertragung/dp/3596901316/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1249835276&amp;amp;sr=1-2 Brackert - Unsere Wahl]&lt;br /&gt;
*Grosse, Siegfried: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. Nach dem Text von Karl Bartsch und Hehrtut de Boor. [Handschrift B] (1. Aufl. 1997) Stuttgart: Reclam 2003&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Nibelungenlied-Mittelhochdeutsch-Neuhochdeutsch-Siegfried-Grosse/dp/3150506441/ref=sr_1_4?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247993309&amp;amp;sr=1-4 Grosse - Zur Lektüre von Volker Honemann empfohlen]&lt;br /&gt;
* Edda, übersetzt und mit Erläuterungen begleitet von Karl Simrock, 1. Auflage 1851, hier : Phaidon Verlag, Essen 1987&lt;br /&gt;
* Wagner, Richard, Libretto zum &amp;quot;Ring&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula : Nibelungen und Kudrun, in: Epische Stoffe des Mittelalters, hg. von Volker Mertens und Ulrich Müller, Stuttgart 1984, S. 111-137 [[Media:Schulze_1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*Hoffmann, Werner: &#039;&#039;Das Siegfriedbild in der Forschung&#039;&#039;. Darmstadt 1979.&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula: Das Nibelungenlied. Ditzingen 1997.&lt;br /&gt;
*[[Media:Willson-Blood-and-Wounds-in-the-Nibelungenlied-1960.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Thelen-Source-Function-Gunthers-Bridal-Quest-1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Schirokauer-Nibelungenlied-1954.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McConnell-Psychological-Approach-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McCarthy-Rhetoric-Nibelungenlied-1972.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Lionarons-Otherworld-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kirchberger-The-Crown-in-the-Nibelungenlied-1956.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:King-Review-Homer-Nibelungenlied-1988.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Homann-Hagen-Figure-Lies-1982.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hoffmann-Siegfriedbild-in-der-Forschung-1979.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Haymes-Heroic-Chivalric-Aristocratic-Ethos-Nibelungelnlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hasty-Conquest-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Grosse-Nibelungenlied-Nachwort-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Key-Concepts-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Hagen-Problem-of-Individuality-1976.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Classen-Siegfried-Downfall-of-a-Hero-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Bülow-Nibelungentreue-Rede-29-3-1909.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Brady-Historical-Prototype-Siegfried-1933.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Goebel-Original-Form-Legend-Sigfrid-1897.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kratz-Proposed-Sources-Nibelungenlied-1962.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wesentliche Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://public.univie.ac.at/index.php?id=14531 Transkriptionen der mittelhochdeutschen Versionen A, B, und C]&lt;br /&gt;
*[http://www.blb-karlsruhe.de/blb/blbhtml/nib/uebersicht.html Die Nibelungen-Handschrift C - digital - Faksimile der nunmehr Karlsruher (ehemals Donaueschinger) Hs. C]&lt;br /&gt;
*[http://www.fh-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/nib_intr.html Handschriften A, B, C (Bibliotheca Augustana)]&lt;br /&gt;
*[http://wissen-im-netz.info/literatur/simrock/nibel/index.htm  Das Nibelungenlied übersetzt von Karl Simrock]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/reichert_nhd.pdf Hermann Reichert, Nibelungenlied-Lehrwerk. Sprachlicher Kommentar, mittelhochdeutsche Grammatik, Wörterbuch. Passend zum Text der St. Galler Fassung („B“).]&lt;br /&gt;
*[http://web.archive.org/web/20061128181429/http://www.nibelungenlied.com/ Edition des Linzer Fragments M]&lt;br /&gt;
*[http://cgi-host.uni-marburg.de/~mrep/liste_inhalt.php?id=271 Überlieferungsübersicht, Nachweis weiterer Abbildungen von Fragmenten und Handschriften]&lt;br /&gt;
*v. Bülow, Bernhard, Reden (Band III), herausgegeben von Otto Hötzsch, Georg Reimer, Berlin 1909&lt;br /&gt;
*Fernau, Joachim, Disteln für Hagen, Herbig, München / Berlin 1966&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Medien ====&lt;br /&gt;
*[http://dvdbiblog.wordpress.com/2008/03/04/die-nibelungen-von-fritz-lang/ DVD-Filmprojekt für 2009/2010]&lt;br /&gt;
*[http://www.schaubuehne.de/spielplan/detailansicht.php?id_event_date=247891&amp;amp;id_event_cluster=74733&amp;amp;id_language=1#inhalt Hebbels Nibelungenlied in der Schaubühne 2009]&lt;br /&gt;
* Das Nibelungenlied von Eberhard Kummer gesungen - Die erste und einzige, komplette Einspielung des gesamten Nibelungenlieds aufgrund einer Live-Aufnahme des Phonogramm-Archivs der Akademie der Öst.Wissenschaften. Der Aufnahme liegen fünf sechsstündige Darbietungen im Okt. und Nov. 2006 im „Kulturquartier“ in 1190 Wien zugrunde. E.Kummer singt im Hildebrandston und begleitet sich auf einer keltischen Schoßharfe. Die Einspielung umfasst zwei MP3 CDs (ca. 30 Stunden Musikzeit) und wurde im „The Chaucer Studio“ der Brigham Young University Provo (UT) hergestellt. Vertrieb : E.Kummer, Chaucer Studio&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &#039;&#039;&#039;Urhebergeschützt&#039;&#039;&#039; ====&lt;br /&gt;
- der Benutzername ist Gilgamesch - das Passwort ist der Freund&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/Nibelungen.zip Hörspiel - 420 MB] - Quelle: http://www.amazon.de/Die-Nibelungen-Heldensage-Collectors-Heldensage/dp/B001D2DDDU/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247949744&amp;amp;sr=1-1&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/071214_nibelungen1_exp_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Der Nibelungen-Code: Deckname Siegfried - 512 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/071214_nibelungen2_exp_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Der Nibelungen-Code - Kriemhilds Todesspiel - 518 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090318_varus1_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Varusschlacht - Kampf um Germanien: Teil 1 - 529 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090318_varus2_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Varusschlacht - Kampf um Germanien: Teil 2 - 527 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_voelkerwand_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Kimbern und Teutonen: Teil 1 - 505 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_varusschl_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Varusschlacht und Gotensaga : Teil 2 - 524 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_kampfumrom_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Der Kampf um Rom : Teil 3 - 522 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_erbendesimp_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Die Erben des Imperiums : Teil 4 - 517 MB]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausführliche Themen: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Sprache, Schrift ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Geographie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Religion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Kulturgeschichtliche Aspekte, Geschichte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 975-977: Im &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;lassen sich für den zweiten Teil mit der Niederlage der Burgunden in der Zeit der Völkerwanderung eher historische Ansatzpunkte finden als für den ersten Teil, der mit den Figuren Brünhild (Isenstein) und Siegfried (Drachen, Tarnkappe, Hort) Verbindungen zur germanischen Mythologie und zum Märchen zeigt. ... Zwischen 406 und 413 hat es wahrscheinlich unter König Gundahar ein Burgundenreich am Mittelrhein gegeben (Hoffmann, 1992, S. 42 ff.) ... König Attila (Etzel) starb 453 in der Hochzeitsnacht mit der Germanin Hildico - nach zeitgenössischen Berichten an einem Blutsturz, also 16 Jahre nach Gundahar. Dieses unkämpferische Ende hat früh Gerüchte entstehen lassen, Hildico habe ihren Mann umgebracht, um Verwandte zu rächen, die 437 im Kampf gegen die Hunnen umgekommen sind. Damals hatte Attila das hunnische Heer nicht angeführt. ... Für Hagen gibt es kein historisches Vorbild. ... Zur Erklärung der Siegfried-Figur ist, besonders von Höfler, auf Arminius hingewiesen worden (Hoffmann, 1979). Beide sind als junge Männer von Verwandten heimtückisch ermordet worden, und Xanten, Siegfrieds Heimatstadt, ist auch Ausgangspunkt für die Arminius-Überlieferung. Aber die Verbindung des heroischen Siegfried mit der mythischen Sagenwelt und die Dominanz traditioneller, märchenhafter Erzählmotive führen nicht zu einer historisch begründeten Fixierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Mythentheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VII. Spezialthemen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Nibelungen von Fritz Lang ====&lt;br /&gt;
[[Bild:saal.jpg|right]]Nach der Fertigstellung des zweiteiligen „Dr. Mabuse“ wandte Fritz Lang sich dem mythologischen Stoff der Nibelungensage zu. Zwei Jahre verwendete er dafür, den Stoff zu verfilmen und es wurde sein bis dahin größter Erfolg. Aus der Stoffmasse mit ihren unterschiedlichen Versionen und den verschiedenen Bearbeitungen, die sie schon erfahren hatte, folgte Lang weitgehend dem eigentlichen Nibelungenlied, wobei er einige Vereinfachungen und Zuspitzungen vornahm. Der Stoff selbst war jedoch vorgegeben und wurde auch kaum entgegen der Überlieferung interpretiert. Langs Leistung besteht in der Illustrierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtwerk ist aufgespaltet in zwei Teile, wie die ursprüngliche Sage dies vorgibt. Im ersten Teil erfahren wir die bekannte Geschichte von Siegfried (Paul Richter), der den Drachen tötet, durch ein Bad in dessen Blut unverwundbar wird und den Nibelungenschatz gewinnt. Er kommt nach Worms an den Hof der Burgunder und hilft König Gunther (Theodor Loos) die amazonenhafte Brunhild (Hanna Ralph), Königin von Island, im Wettkampf zu besiegen und zur Frau zu bekommen. Im Gegenzug erhält er Gunthers Schwester Kriemhild (Margarete Schön) zur Gattin. Im berühmten Streit der Königinnen erfährt Brunhild von Kriemhild, dass es in Wahrheit Siegfried war, der sie besiegte. Um diesen Schandfleck zu beseitigen, lässt Gunther sich von dem düsteren Hagen (Hans Adalbert Schlettow) dazu drängen, Siegfrieds Ermordung zuzustimmen. Den Mord selbst führt Hagen aus, der sich unter einem Vorwand von Kriemhild die verwundbare Stelle markieren lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Teil „Kriemhilds Rache“ steht ganz im Zeichen von Kriemhilds Racheschwur. Kriemhild wird die Frau des Hunnenkönigs Etzel (Rudolf Klein-Rogge) und lädt einige Jahre später Gunther, Hagen und die übrigen Burgunder an den Hof des Hunnenkönigs ein. Sie will Rache an Hagen nehmen und als die Burgunder in Treue zu ihm stehen, dehnt sie ihre Rache auf alle, einschließlich ihrer Brüder aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erster Teil: Siegfried&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann hier nicht darum gehen, den Stoff selbst zu kritisieren, sondern es geht nur darum, was Lang daraus machte. Er entschied sich bei seiner Gestaltung zu vollkommener Stilisierung und Künstlichkeit. Die mythischen Anfangsszenen sind bewusst unwirklich gehalten und halten in ihrer atmosphärischen Wirkung einem Vergleich mit neueren Fantasy-Filmen durchaus stand. Die Welt der Anfangsszenen ist märchenhaft und unterweltlich. Lang arbeitet mit faszinierenden Licht- und Schattenspielen. Er verzichtete bewusst auf Außenaufnahmen und ließ im Studio einen Wald aus gewaltigen säulenartigen Stämmen aufbauen. Die Drachenszene war zu ihrer Zeit etwas nie Gesehenes und Lang war bemüht, die besten Techniker der Zeit um sich zu versammeln. Besonders surreal wirkt eine Szene, in der wir eine Gruppe angeketteter Zwerge sehen, die einen Kessel voll Gold tragen und die beim Tod ihres Königs Alberich (Georg John) versteinern, wobei ihre Gesichtszüge erhalten bleiben. Der Film verblüffte seine Zuschauer mit beeindruckenden Überblendungen, etwa beim Eindringen in die Nibelungenhöhle, oder bei den Szenen mit der magischen Tarnkappe, wie z.B. beim Wettstreit mit Brunhild, wo der unsichtbare Siegfried Gunther die Hand beim Speerwurf führt.&lt;br /&gt;
Die Welt der Burgunder wird geprägt durch ihre monumentale Architektur. Hier dominieren kahle Räume und riesige hohe Hallen. Diese Welt ist streng geometrisch aufgebaut. Wir finden überall symmetrische Muster, sei es im Boden oder bei den Gewändern. Die Menschen wirken klein vor dieser Architektur, etwa in den Domszenen, wo die Personen absolut symmetrisch bis hin zur Farbe der Gewänder vor dem imposanten Dom gruppiert werden. Die Menschen werden dieser Architektur völlig untergeordnet oder besser eingeordnet. Sie werden zum Teil der Architektur, zum bloßen Ornament. Berühmt ist hier die Szene, wo Brunhild bei ihrem Einzug in Worms über eine lebende Brücke vom Schiff an Land geht. Die Personen bewegen sich langsam und statuarisch und immer in strenger Symmetrie, sei es in Reihen oder spiegelbildlich. Eine psychologische Vertiefung erfolgt nicht und wird vom Stoff auch nicht gefordert. Die Personen sind reine Archetypen, sie vollziehen vom Schicksal vorgegebene Handlungsmuster. Die Atmosphäre bei den Burgundern hat insgesamt etwas Totes, was bildlich in den langen Gewändern, den leeren Räumen und der allgegenwärtigen Ritualisierung zum Ausdruck kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In deutlichem Kontrast zum statuarischen Worms steht das Island Brunhilds. Der Burgfelsen ragt aus einem unzugänglichen Flammenmeer hervor, womit visualisiert wird, worum es beim Wettkampf mit der Königin geht: um die Bezwingung ihrer Jungfräulichkeit. Wie die Märchenwelt, aus der Siegfried nach Worms kam, wird auch Brunhilds Welt als heidnisch gezeichnet. Eine Schamanin gibt der Königin vor urzeitlicher Höhlenmalerei ihre Weissagungen. Am deutlichsten unterscheidet sich die Welt Brunhilds durch ihre Bewegungschoreographie von der Welt der Burgunder. Die Amazonen verkörpern in ihren raschen, ungestümen Bewegungen das wilde und natürliche Leben. Der Film deutet so auch die Interpretationsmöglichkeit an, dass Brunhild das Leben ist, das die tote Welt der Burgunder braucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hauptthema des Films gilt gemeinhin die Treue und in der Tat gibt es kaum einen Begriff, der häufiger auf den Schrifttafeln auftaucht, als Treue. Dies ist mit Sicherheit auf den Einfluss von Fritz Langs verhängnisvoller Ehefrau Thea von Harbou zurückzuführen, die hier, wie in vielen anderen Filmen Langs, für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Sieht man sich den Film jedoch wirklich an, so stellt man sehr bald fest, dass sein eigentliches Thema keineswegs die Treue, sondern im Gegenteil der Verrat ist. Siegfried kommt nach Worms, um Kriemhild zur Frau zu gewinnen und er wird von Anfang an von den Burgundern für ihre Pläne zum Betrug an Brunhild benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gunther, der ewig zögernde und schwache König der Burgunder braucht Siegfried, der als einziger in der Lage ist, die übermenschliche Brunhild im Wettkampf zu besiegen. Dafür erhält er Kriemhild als Belohnung. Dies ist der Plan Hagens, der grauen Eminenz seines Königs. Und Siegfried zögert nicht einen Moment, in den Betrug einzuwilligen. Die archaische ungebändigte Kraft Brunhilds wird durch List bezwungen. Und dies wird mit dem hohlen Pathos von Treueschwüren verbrämt. „Halte mir Wort Gunther, wie ich dir Wort hielt.“, sagt Siegfried auf einer Texttafel und es schließt sich der Treueschwur der Blutsbrüder Siegfried und Gunther an. Lang macht mit seinen Bildern und seiner Schnittfolge ganz klar, wie er den Mythos versteht. So sehen wir die Blutsbrüderszene gegengeschnitten mit der betrogenen und zweifelnden Brunhild, die ahnt, das etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann, aber auch mit der naiven und gutgläubigen Kriemhild, die sich auf ihre Hochzeit vorbereitet. Bei den Burgundern ist alles auf Lüge aufgebaut, die ganze vorgebliche Freundschaft und beide Ehen sind auf Lüge gebaut. Und wo bleibt die Treue? Es ist die gegenseitige Treue beim Betrug. Es ist die Treue unter Ganoven.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der Betrug setzt sich fort. Noch einmal muss Brunhild betrogen werden, diesmal in der Hochzeitsnacht. Diesmal zögert Siegfried, doch lässt er sich sehr schnell durch Phrasen wieder einbinden. „Willst du den Freund im Stich lassen?“, fragt ihn Hagen. Und Gunther schweigt dazu und lässt wie immer Hagen für sich reden und Siegfried für sich handeln. Gunther und Hagen werden als die düsteren Intriganten dargestellt, die meist im Schatten sitzen und nur beobachten. Siegfried ist der nützliche Idiot, der sich verwenden lässt.&lt;br /&gt;
Die Betrogenen sind die beiden Frauen, vor allem Brunhild. Sie ahnen mehr, als dass sie wüssten, und so kommt es in der berühmten Treppenszene zum Streit der Königinnen. Brunhild verlangt als vermeintliche Herrin Siegfrieds den Vortritt und Kriemhild zeigt ihr aus gekränkter Eitelkeit den Armreif, den Siegfried der Amazone in der Hochzeitsnacht in Gunthers Gestalt abgenommen hat. Der Streit der Frauen hat seinen Ursprung im Lügengebäude der Männer. Bereut nun einer den Betrug? „Dein Schwatzen war schlimmer als ein Mord, Siegfried“, ruft Hagen. Dann geht es nur noch darum, die Folgen zu beseitigen. Brunhild verlangt aus verletzter Ehre den Tod Siegfrieds und Gunther ist zerrissen wie je: „Soll ich ihn töten, weil er mir treu war?“ Doch Brunhild überzeugt ihn mit dem Argument, Siegfried hätte sie entjungfert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegfried war das Werkzeug beim Betrug der Burgunder. Solange alles geheim war, pflegte man den Schein von Treue und Blutsbrüderschaft. Das zählt jetzt alles nicht mehr. Es geht nur noch darum, den lästig gewordenen Helfer und Mitwisser zu beseitigen. Dem ersten Verrat an Brunhild folgt der zweite an Siegfried. Man veranstaltet eine Jagd und Hagen belügt Kriemhild, um die verwundbare Stelle Siegfrieds zu erfahren. Dann ermordet er Siegfried hinterrücks, als dieser an einer Quelle trinkt. Brunhild, die Barbarin ist es, die zu Gunther sagt: „Um eines Weibes willen erschlugst du deinen treuen Freund“, und sie ist es, die an der Totenbahre Siegfrieds Selbstmord begeht. Kriemhild fordert Gerechtigkeit von ihrem Bruder. Sie verlangt, den Mörder zu bestrafen. Aber Gunther und seine Brüder stellen sich vor Hagen: „Treue um Treue. Seine Tat ist die unsere. Unsere Brust ist sein Schild“. In diesem Moment wird Kriemhilds Verwandlung sichtbar und sie schwört die Rache, die sich im zweiten Teil erfüllen wird. Die Treue- und Ehrbegriffe der Burgunder reichen nicht weiter als die einer Mafia-Bande. Lang macht dies besonders deutlich, wenn er durch seine bildliche Darstellung die schwülstigen Zwischentitel konterkariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Teil: Kriemhilds Rache:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ging es im ersten Teil um Betrug und Verrat, und zwar um mehrfachen Verrat, so steht der zweite Teil ganz unter dem Thema Rache. Kriemhild nutzt zunächst ihr Erbe, den Nibelungenschatz, um damit Verbündete gegen Hagen und ihren Bruder Gunther zu werben. Als Hagen ihr den Schatz raubt und ihn im Rhein versenkt, geht sie auf den Antrag des Hunnenkönigs Etzel ein und verlässt Worms. Sie lehnt ausdrücklich jede Versöhnung mit Gunther ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch stärker als im ersten Teil nimmt jetzt Hagen die zentrale Stellung auf der Seite der Burgunder ein. Er erscheint durchgehend in einem schwarzen Gewand mit Umhang und mit einem gewaltigen Flügelhelm. Um den finsteren Eindruck zu verstärken hat er im Film nur ein Auge. Er ist das Urbild des rationalen Bösewichts, der ohne Skrupel zu jedem Verbrechen im Dienst seines Herrn oder des Staates bereit ist. Er ist die fleischgewordene Staatsräson und kann als Folie für viele faszinierende Filmbösewichter von Dr. Seltsam bis Darth Vader gelten.&lt;br /&gt;
Ihm gegenüber steht jetzt Kriemhild, die sich vom naiven Jungmädchen zur Rachegöttin gewandelt hat. Im Gegensatz zum ersten Teil, wo sie wie Siegfried immer weiß gekleidet war, trägt sie jetzt schwarz. Sie bewegt sich kaum und wenn, dann nur sehr langsam. Damit bildet unter den ständig wimmelnden Hunnen eine Art Statue, was ihren Charakter als Rachegöttin noch verstärkt. Jeden Mann, der ihr begegnet versucht sie auf ihre Rache einzuschwören, sei es der biedere Rüdiger (Rudolf Rittner), sei es ihr neuer Gemahl Etzel oder dessen Bruder Blaodel (Georg John).&lt;br /&gt;
Die Welt der Hunnen steht in scharfem Kontrast zur Welt der Burgunder. Die Hunnen sind in ständiger Bewegung, sie werden als Barbaren gezeichnet, die in Erdhöhlen leben, sie sind orgiastisch und lebensfreudig. Statt der Gemessenheit des ersten Teils mit seinen langen Kamera-Einstellungen dominiert jetzt dynamische Beweglichkeit. Langs Nibelungenfilm stellt das Aufeinanderprallen dieser Welten ohne die platte Schwarzweiß-Malerei vieler neuerer Fantasyfilme dar. Hier steht nicht Gut gegen Böse, sondern es entsteht wirkliche Tragik, da Schuld und Unschuld auf beiden Seiten sich die Waage halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriemhild veranlasst Etzel, die Burgunder an seinen Hof einzuladen. Ihr Verlangen nach Rache jedoch weist er zurück. „Heilig ist der Gast“, sagt Etzel und wird damit zum Vertreter eines archaischen Moralbegriffs, der hoch über der Falschheit der Burgunder steht. Überhaupt wird Etzel, trotz seines wilden Äußeren, als sehr menschlich gezeichnet. Im Gegensatz zur starren Mimik der Burgunder drückt er seine Gefühle immer direkt aus. Wir sehen seine Liebe und Freude, wenn er mit seinem kleinen Sohn zusammen ist und wir sehen später seine abgrundtiefe Trauer, wenn Hagen diesen Knaben töten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz Hagens Abraten reisen die Burgunder zu Etzel und werden von ihm freundlich empfangen, während Kriemhild Etzels Bruder zum hinterhältigen Angriff auf die Knechte der Burgunder überredet. Es folgt ein Gemetzel, bei dem die in der Halle eingeschlossenen Burgunder sich gegen die Angriffe der Leute Etzels und seiner Verbündeten erwehren. Da die Kämpfe ohne Sieger bleiben, lässt Kriemhild das Dach der Halle anzünden. Der nächste Morgen sieht einzig Hagen und Gunther als Überlebende. Solange noch einer seiner Könige lebt, wird er den Ort des Nibelungenschatzes nicht verraten, sagt Hagen. Und als Kriemhild ihren Bruder Gunther töten und seinen abgeschlagenen Kopf vorzeigen lässt, da lacht Hagen: Jetzt wissen nur noch ich und Gott, wo der Schatz liegt. Kriemhild erschlägt ihn eigenhändig, um damit ihre maßlose Rache zu vollenden und sie wird daraufhin von Meister Hildebrand (Georg August Koch), einem letzten Gefolgsmann Etzels, getötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Notwendigkeit und Unbedingtheit, die so charakteristisch sind für die Stoffe der antiken und der germanischen Mythologie, steuert das Geschehen von Anfang an auf sein tragisches Finale zu. Vielleicht sind solche Stoffe nur mit den Mitteln des Stummfilms wirklich angemessen zu verfilmen. Dem archaischen Stoff korrespondiert hier die archaische Form. Ein Problem vieler neuerer Mythenfilme besteht ja darin, dass die pathetischen Dialoge unglaubwürdig wirken oder dass eine psychologische Figurenzeichnung dem Stoff nicht angemessen ist. Mythische Figuren handeln nicht als moderne Personen, sondern sie sind Archetypen, in denen Ideen und Weltanschauungen personifiziert werden. Fritz Lang hat sein Ziel einer adäquaten filmischen Umsetzung des Nibelungenmythos in beeindruckenden Bildern gemeistert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte der Nibelungen ist wahrscheinlich der deutscheste aller Stoffe. Fritz Lang akzeptierte dies ganz bewusst, wenn er seinem Film die Widmung „Dem deutschen Volke“ voranstellte. Wobei zu berücksichtigen ist, dass Langs Werk 1924 in die Kinos kam, neun Jahre vor der Machtergreifung der Nazis. Dennoch gab es Kritiker, die in Langs Darstellung Parallelen zur Ästhetik des Faschismus finden wollten. Es lässt sich nicht bestreiten, dass mit Begriffen wie „Nibelungentreue“ oder mit der Glorifizierung der Siegfried-Figur der Nibelungenstoff für ideologische Zwecke missbraucht wurde. Es sollte aber deutlich geworden sein, dass dies im Film keinerlei Grundlage findet, sowenig wie im Stoff des Nibelungenmythos selbst. Im Gegenteil gilt es, das Werk vor faschistoiden Vereinnahmungen in Schutz zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Filmdaten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (1): Siegfried - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou und Fritz Lang, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Walter Ruttmann, Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Paul Richter, Margarete Schön, Hanna Ralph, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Rudolf Klein-Rogge, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (2): Kriemhilds Rache - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Eugen Schüfftan (Optische Spezialeffekte), Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Margarete Schön, Rudolf Klein-Rogge, Georg John, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.filmzentrale.com/rezis/nibelungensk.htm entnommen aus der Filmzentrale]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Thesen zum geschichtlichen Hintergrund der Handlung und der Personen des Nibelungenliedes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorbemerkung :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der geschichtliche Hintergrund zerfällt vermutlich ebenso wie die Handlung des Epos in zwei Teile, die Ermordung des Helden Siegfrieds und den Untergang der Burgunder im Kampf gegen die Hunnen. Schon früh wurde deshalb spekuliert, dass es sich eigentlich um zwei unterschiedliche Erzählungen handelte, welche nur dramaturgisch durch einen dünnen Handlungsfaden verbunden wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der erste Teil durch seine sagenhaften Anklänge geschichtlich schwerer einzuordnen ist, geht es im zweiten Teil nach wohl vorherrschender Meinung um den Untergang des Burgunderreiches während der Umwälzungen der Völkerwanderung. Aufgrund der besseren Überlieferungslage sind die insoweit handelnden Personen wie Attila alias Etzel oder Theoderich der Große alias Dietrich von Bern historisch leichter zu identifizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bereits am Beispiel dieser beiden verbürgten geschichtlichen Heroen fällt auf, dass im Nibelungenlied verschiedene „Heldengestalten“ miteinander agieren, welche sich tatsächlich niemals begegnet sind. So war Attila bei der Geburt Theoderichs bereits verstorben. Auch verbrachte Theoderich seine Jugend nicht als Geisel bei den Hunnen, sondern am Hof des oströmischen Kaisers Leo I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Das Reich der Burgunden als Hintergrund von „Krimhilds Rache“ :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Neckar - Taunus Raum kommend, drang der germanische Stamm der Burgunden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
( später auch Burgunder genannt ) um den Jahreswechsel 406 / 407 im Zuge der Zerfalls- erscheinungen des römischen Limes über den Rhein vor. Ca. 413 schlossen sie mit dem weströmischen Reich einen Bündnisvertrag, welcher ihnen als „Foederati“ gegen Stellung von Truppen einen großen Siedlungsraum im Rheingebiet zugestand. Ob es sich dabei tatsächlich um das mittelrheinische Gebiet um die Stadt Worms herum handelte, ist noch strittig. Als die Burgunden unter ihrem Anführer Gundahar ab 430 begannen, sich weiter nach Westen in römisches Provinzgebiet auszudehnen, kam es erneut zum offenen Konflikt mit dem West-reich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unschwer ist in der Person des Gundahar die Person des Gunthers aus dem Nibelungenlied zu identifizieren. Anders als dort ist sein historischer Gegenspieler jedoch nicht der Hunne Attila, sondern der römische Heermeister Flavius Aetius.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der um 390 geborene Aetius war in seiner Jugend zunächst als Geisel bei den Hunnen aufgewachsen. Nach einer glanzvollen militärischen Karriere als „Magister militum“ des weströmischen Reiches floh er aufgrund einer Palastintrige erneut zu den Hunnen. Mit deren Hilfe kehrte er 433 an den weströmischen Hof zurück, wo er als Heermeister das marode Reich ein letztes Mal militärisch stabilisieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu zählte insbesondere der Feldzug gegen die Burgunden, wobei sich Aetius aufgrund seiner Beziehungen auch hunnischer Hilfstruppen bediente. In den folgenden Kämpfen der Jahre 435 / 436 wurde das Reich der Burgunden von den Truppen des Aetius vernichtet und Gundahar getötet. Anschließend siedelte der siegreiche Feldherr die überlebenden Burgunden im Rhonetal / Savoyen als Puffer gegen die germanischen Alemannen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Das Leben Attilas als Hintergrund von „Krimhilds Rache“ : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hunnenkönig Attila trat nach den historischen Quellen bei dem Feldzug gegen die Burgunden selbst nicht in Erscheinung. Er regierte die Hunnen seit 434. Nach der Ermordung seines Bruders Bleda 444 / 445 wurde er ihr unbeschränkter Großkönig mit Herrschaftssitz in der ungarischen Tiefebene an der Theiß. Während er Feldzüge gegen Ostrom unternahm, unterhielt er zum weströmischen Reich, vermutlich aufgrund des dortigen Heermeisters Flavius Aetius ( s.o. ), überraschend gute Beziehungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nach einem als Heiratsangebot getarnten Hilfserbitten der verzweifelten Schwester des weströmischen Kaisers Valentinian III forderte Attila sogleich die Hälfte Westroms als „Brautgeschenk“. In der Folge fiel er mit seinen überlegenen Reiterhorden in das Reich ein und konnte erst nach langen wechselhaften Kämpfen im Jahr 451 in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern von Flavius Aetius und einem Vielvölkerheer aus Römern, Westgoten und anderen Germanen ( vermutlich auch Burgundern ) zurückgeschlagen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
452 fiel Attila erneut mit seinem Heer in Italien ein. Diesmal wurde sein Kriegszug nach anfänglichen Erfolgen letztlich wohl durch Seuchen und Versorgungsprobleme gestoppt, welche der Römer Aetius durch die ausweichende Militärtaktik der „verbrannten Erde“ noch gesteigert hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser wiederholten Niederlage zog sich Attila in seinen Herrschaftsraum zurück und starb 453 während der Hochzeitsnacht mit seiner germanischen Braut Ildikó, der Tochter eines gotischen oder gar burgundischen Fürsten. Die Todesursache war entweder ein Blutsturz oder beigebrachtes Gift.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Ildikó auch als Hildiko bzw. neuhochdeutsch „Hildchen“ übersetzt werden kann, sieht man in dieser Braut des Attila ein mögliches Vorbild für die Krimhild der Nibelungensage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der mächtige Heermeister Flavius Aetius wurde 454 während einer Audienz vom damaligen Kaiser Valentinian III eigenhändig umgebracht. Gelegentlich wird der Römer Aetius aufgrund seiner historischen Rolle als der eigentliche „Etzel“ des Nibelungenliedes angesehen. Auch waren es historisch gesehen letztlich die Römer, welche den Untergang der Burgunden / Nibelungen und den Tod Gundahars / Gunthers zu verantworten hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Das Leben des Arminius / Hermann als Hintergrund von „Siegfrieds Tod“ :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Rollen des Gunther, des Etzel und der Krimhild aufgrund der historischen Geschehnisse leicht(er) zuzuordnen sind, stellt sich für den ersten Teil des Nibelungenliedes die zentrale Frage, welche historische Persönlichkeit eine derartige Wirkungskraft ausgeübt haben könnte, um aus dem Dunkel der sagenhaften Überlieferungen ein Vorbild für die Figur des Helden Siegfried zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angeführte „zeitgenössische“ Personen der Völkerwanderung werden dem nicht ansatzweise gerecht. Aus den langen Auseinandersetzungen zwischen Römern und Germanen , um die geht es letztlich trotz aller Verzerrungen auch im Nibelungenlied ( s.o. ), ragt jedoch ein Mann hervor, dessen Leben und Sterben in den grundlegenden Motiven auf den Sagenheld Siegfried wie eine Schablone zutrifft : Arminius, der Fürst der Cherusker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;a. Das Motiv der Herkunft und Namensgebung&#039;&#039;&#039; :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Versionen der nordischen Sagas wächst Siegfried in der Wildnis auf, gesäugt von einer Hirschkuh. Ggf. stellt dies eine Parallele zur römischen Sage von der Romulus und Remus säugenden Wölfin dar. Nach verschiedenen Deutungen des Stammesnamens der Cherusker ist wohl der Hirsch, germanisch &#039;&#039;herut&#039;&#039;, als deren „Wappentier“ anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Nibelungenlied wird der Name von Siegfrieds Vater mit Siegmund angegeben. Nach den römischen Quellen lautet der Name von Arminius Vater Sigimer oder Segimer. Die Silbe Sig bzw. Seg war bei den Cherusker offenbar recht gebräuchlich ( siehe z.B. auch Segestes ) und deutete wohl auf Auszeichnung im Kampf hin. Der Name der Mutter des Arminius bleibt unerwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch sein germanischer Name ist unbekannt. Der Name Arminius wurde ihm von den Römern wie üblich erst bei der Verleihung des römischen Bürgerrechts gegeben. Er steht wohl am ehesten für „der Blauäugige“ (von &#039;&#039;armenium&#039;&#039; - „bergblau“). So wurde der Bruder des Arminius von den Römern auch nur schlicht Flavus, „der Blonde“, genannt. Der Name Hermann taucht erst später im Mittelalter auf und wurde angeblich von Luther geprägt. Angesichts der hohen Stellung seines Vaters Sigimer ist der gleichbleibende Namensteildes „Sig“ bei dem germanischen Namen des Arminius naheliegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Herkunft Siegfrieds wird im Nibelungenlied Xanten angegeben. Die historische Stadt Xanten ist römischen Ursprungs und diente unter dem Namen Vetera als eines der zentralen Lager der römischen Rheinlegionen. Arminius ist zunächst selbst ein Mitglied dieses Heeres, welches später von ihm vernichtend geschlagen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;b. Das Motiv des mutigen Kämpfers : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Siegfried im Nibelungenlied war Arminius nicht nur ein Anführer seines Volkes, sondern auch ein im Kampf erfahrener und herausragend erfolgreicher Krieger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im römischen Militärdienst ab spätestens 4 bis 9 n.Chr. zeichnete sich Arminius als Führer von germanischen Hilfstruppen in den Feldzügen des späteren Kaisers Tiberius in Germanien und / oder Pannonien derart persönlich aus, das er in einer bis dahin beispiellosen Karriere als Germane sogar in den römischen Ritterstand aufsteigen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der persönlich mit ihm bekannte römische Historiker Paterculus, selbst ein ranghoher Soldat, schilderte den späteren Gegner Arminius nach den gemeinsam verbrachten Kriegsjahren wie folgt : “ Er war tüchtig im Kampf und rasch in seinem Denken, ein beweglicherer Geist als es die Barbaren für gewöhnlich sind. Das Feuer seines Geistes verriet sich schon im Blick seiner Augen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;c. Das Motiv des Drachenkampfes :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich durch die persönlich erlebte römische Herrschaftspraxis in der germanischen Provinz entschied sich Arminius jedoch trotz geringer Erfolgsaussichten für den Kampf gegen die zu dieser Zeit geradezu übermächtig wirkende „Weltmacht“ Rom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungeachtet aller persönlichen Gefahren und trotz Verrats seiner Pläne organisierte Arminius, quasi vor den Augen des recht vertrauensseligen Statthalters Varus, einen erfolgreichen germanischen Aufstand der durch das Inferno der Schlacht im Teutoburger Wald bzw. Varusschlacht um 9 n.Chr. mit einem Schlag die römische Herrschaft in Germanien jenseits des Rheins beendete und Rom in seinen Grundfesten erschütterte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Motiv des Kampfes gegen einen schier übermächtigen Gegner findet sich bei Siegfried in Form des Drachenkampfes wieder. Die insoweit deutlich detaillierten Edda-Schilderungen über den Drachenkampf lassen überraschende Parallelen zu den jüngsten Erkenntnissen über den mutmaßlichen Ablauf der Varrusschlacht aus dem Raum um Kalkriese erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So stellt Siegfried dem Ungeheuer auf dessen Weg zum Wasser mit einer Erdgrube eine Falle. Darin verborgen sticht er dem Lindwurm in das Herz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kalkriese wurde eine Erdwallanlage aufgefunden, mit der die dahinter verschanzten Germanen unter Arminius den auf dem Rückmarsch zum Rhein befindlichen römischen Legionen den Weg abgeschnitten haben sollen. Vermutlich kam es dort zu dem Endpunkt eines sich über mehrere Tage hinziehenden Kampfes, in welchem die Legionäre in ihrer verwundbaren Marschformation von den Germanen angegriffen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der sich über viele Kilometer erstreckende Zug der Römer unter dem Befehl des Statthalters Varus, bestehend aus den drei kampfstärksten Legionen des Reiches, jeder der bis zu 18.000 Berufssoldaten mit Kettenhemd, Helm und eisenbeschlagenem Schild, wird wohl selbst von heutigen Autoren noch als „lindwurmartig“ bezeichnet. Den drei Legionen voran wurden die römischen Feldzeichen getragen. Zu Zeiten des Arminius waren dies die römischen Adler. Bereits vor der Völkerwanderung wurde der Adler im römischen Heer jedoch durch den eindrucksvollen Kopf eines Drachen ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Standartentraeger.png|thumb|Nachbildung eines römischen Standartenträgers der Kavallerie nebst drachenköpfigem Feldzeichen aus der späten Kaiserzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;d. Das Motiv des Blutbades und der Unverwundbarkeit :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Sieg über den Drachen nimmt Siegfried ein Bad in dessen Blut, um hierdurch für seine Feinde unverwundbar zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Sieg des Arminius und seiner Verbündeten ist absolut. Die drei Legionen nebst Tross und Hilfstruppen werden so vollständig vernichtet, dass sie auf kaiserliche Weisung hin nie wieder aufgestellt werden. Der Statthalter Varus stürzt sich auf dem Schlachtfeld in sein Schwert. Das seit langer Zeit sieggewohnte römische Reich ist nach heutigen Maßstäben geradezu traumatisiert. Der damalige Kaiser Augustus soll mit dem Ruf „Varus, Varus gib mir meine Legionen zurück“ aufgelöst durch seinen Palast geirrt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem morastigen Schlachtfeld lagen unter Berücksichtigung der germanischen Verluste bis zu 25.000 Tote nebst Pferden und Maultieren. Nach den römischen Quellen und den Erkenntnissen bei Kalkriese hatte es zuvor bzw. während des Kampfes in Strömen geregnet. Selbst für die damaligen Verhältnisse muss das Kampfgebiet einen apokalyptischen Eindruck geboten haben, zumal Schlachten dieser Größenordnung auf germanischem Gebiet bisher kaum stattgefunden hatten. Nach vorsichtigen Schätzungen moderner Militärhistoriker dürften aufgrund der Schwere der damaligen Kampfverletzungen allein 50.000 Liter menschlichen Blutes den aufgeweichten Boden, die Regenpfützen und die umliegenden Wassertümpel getränkt haben. Verletzte und wohl auch gefangene Römer wurden noch vor Ort massakriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Fragmentfunden aus Kalkriese gingen die Sieger dazu über, den toten Legionären die Rüstungen vom Leib zu reißen. In dem zu dieser Zeit noch eher kleinbäuerlich geprägten Germanien waren Metalle nur spärlich verfügbar. Fast nur Adlige konnten sich Schilder, Kettenhemden, Helme oder Schwerter aus Metall leisten. Der einfache Krieger zog mit dem im Feuer gehärteten Speer und einem Schild aus Holz in die Schlacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nunmehr aber verfügte die Allianz des Arminius neben ihrer spärlicheren Hilfstruppen-ausrüstung mit einem Schlag über zehntausende hochwertige Rüstungen nebst Helmen und Schilden aus den römischen Legionsbeständen. Der weitere Kriegsverlauf belegt die folgende „Unüberwindbarkeit“ der Kämpfer des Arminius.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;e. Das Motiv des Hortes und der darin befindlichen Schätze : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem Sieg über den Drachen gelangt Siegfried an unermessliche Reichtümer aus dem Hort der Nibelungen, darunter eine Tarnkappe und einen Stab der Beredsamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arminius fielen neben den unbezahlbar wertvollen Waffen der Rheinlegionen auch deren gesamte Habseligkeiten, die prachtvolle Ausstattung des römischen Statthalters und wohl unzählige Trossangehörige als Sklaven in die Hände. Römische Städte und Ansiedlungen auf germanischem Gebiet, wie z.B. Waldgirmes, wurden zerstört und vollständig geplündert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie zuvor bei der Planung des Aufstandes unter den Augen der Römer gelang es Arminius mit einer bis dahin nahezu einmaligen diplomatischen Leistung ein dauerhaftes Bündnis aus verschiedenen, traditionell zerstrittenen germanischen Stämmen zu schmieden. Dieses erwies sich als stark genug, um den römischen Rache- und Rückeroberungsfeldzügen der Jahre ab 14 bis 17 n.Chr. erfolgreich standzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der römische Feldherr Germanicus setzte während dieser mehrjährigen Feldzüge zeitgleich nahezu ein Drittel des gesamten römischen Heeres der damaligen Zeit ein. Arminius griff seinerseits immer wieder auf eine ausweichende Guerillastrategie zurück. Überraschende Angriffe auf die Marschkolonnen des Gegners und kontrollierte Absetzbewegungen in den schützenden Wald bei einem problematischen Kampfverlauf kennzeichneten die bevorzugte Taktik des Arminius. Angesichts dramatischer römischer Verluste und geringer Erfolge befahl der nunmehrige römische Kaiser Tiberius, ein früherer Kampfgefährte des Arminius (s.o.), im Jahr 17 n.Chr. seinem Feldherrn Germanicus den endgültigen Abbruch der Feldzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der weiteren Folge nahm es Arminus noch im selben Jahr mit Marbod, dem äußerst mächtigen König der Markomannen und dessen unabhängigen Großreich im heutigen Tschechien bzw. Böhmen auf. Dieses verfügte nach römischen Quellen über ein Heer von ca. 75.000 Kriegern und hatte bis dahin selbst für Rom eine nachhaltige Gefahr dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und auch in diesem Kampf gelang dem Stammesbündnis unter Führung des Arminius der Sieg. Und dies trotz des verräterischen Überlaufens seines Onkels Inguiomerus zu den verfeindeten Markomannen. Der gedemütigte Marbod musste im Jahr 19 n.Chr. schließlich sogar in ein römisches Exil fliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Krieg erwies sich der geschickte Kämpfer und Diplomat Arminius damit trotz seiner militärisch übermächtig wirkenden Gegner als unbesiegbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;f. Das Motiv des Verrats und der Ermordung durch die eigenen Verwandten : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der unverwundbare Siegfried wird von den gekränkten und neidischen Verwandten seiner Ehefrau mittels einer List hinterrücks ermordet. Die Tat wird von dem grimmen Hagen ausgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Berichten des Tacitus zum Tod des Arminius ist festgehalten, dass dieser ca. 19 / 21 n.Chr. durch die „Hinterlist seiner Verwandten fiel“. Er hatte wohl auf dem Weg zu einer Art „Königswürde“ zu viel Macht erlangt und erschien nach Wegfall des äußeren Feindes im internen Gefüge der Stammesfürsten schlicht zu gefährlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mörder des Arminus wird namentlich nicht genannt. Ausgehend von dem spärlichen Berichten des Tacitus verblieben jedoch nach dem Verrat des Onkels Inguiomerus ( s.o. ) nur noch zwei in Betracht kommende Verwandte : Flavus, sein Bruder, und Segestes, der Schwiegervater des Arminius. Beide stehen während der kriegerischen Auseinandersetzungen zumeist auf Seiten der Römer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Segestes soll Arminius sogar noch (erfolglos) an Varus verraten haben. Obwohl oder gerade weil Arminius seine Tochter Thusnelda zur Ehefrau genommen hatte, betrieb Segestes auch später noch dessen Vernichtung. Schließlich begab sich Segestes im Verlauf der geschilderten Feldzüge 15 n.Chr. nebst seiner Tochter sogar persönlich in die helfenden Hände der Römer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bruder Flavus blieb als Anführer von Hilfstruppen bis zum Ende der Kämpfe 17 n.Chr. seinem einstmaligen Schwur auf den römischen Kaiser treu. Wie Hagen in verschiedenen Edda-Versionen verlor Flavus nach den römischen Quellen während der Kämpfe ein Auge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich der Feldzüge lieferten sich Arminius und Flavus über die Weser hinweg ein sehr persönliches Wortgefecht, wobei laut des römischen Geschichtsschreibers nur das schnell fließende Wasser ein sofortiges Blutvergießen verhinderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessanterweise wird Hagen von Tronje in mehreren Deutungen des Ortsnames Tronje ein römischer Hintergrund zugewiesen. So wird das sagenhafte Troja als das Ursprungsland der ersten römischen Siedler oder das in der Nähe von Xanten gelegene Römerlager Colonia Ulpia Trajana als mögliche „Herkunft“ Hagens angeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der historisch verbürgte Flavus an den Feldzügen des Germanicus teilnahm ( s.o. ), ist sein Standort in diesem Militärbereich zumindest möglich. Er hatte jedenfalls nach dem Ende des offenen Kampfes, ggf. im naheliegenden Zusammenspiel mit einem im Hintergrund die Fäden ziehenden Schwiegervater Segestes, ein Motiv und räumlich gesehen wohl auch Gelegenheit zum geschilderten „hinterlistigen“ Mord an Arminius. Bezeichnenderweise wurde erst dem in Rom geborenen Sohn des Flavus mit Namen Italicus von den führungslosen Cheruskern im Jahr 47 n.Chr. die Herrschaft über den Stamm angetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor diesem Hintergrund sei noch angeführt, dass in der dem Nibelungenlied ähnlichen Thidrekssaga der dort als „Högni von Troia“ bezeichnete Hagen kurz vor seinem Tod mit einer „hunnischen“ (s.o.) Sklavin einen Sohn zeugt und dieser den Schlüssel zum Hort Siegfrieds übergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;g. Das Motiv der treuen Ehefrau am fremden Hof und des gemeinsamen Sohnes : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krimhild bleibt Siegfried nach dessen Ermordung in aufrechter Liebe und Trauer verbunden. Sie rächt seinen Tod am Hofe der Hunnen an ihren Verwandten. Der gemeinsame Sohn wird ohne nähere Beschreibungen in das Nibelungenreich gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tragische Beziehung zwischen Arminius und seiner Ehefrau Thusnelda ist wohl das erste überlieferte „Liebesdrama“ aus dem deutschen Raum. Nach wiederholten Zerwürfnissen mit seinem im Machtgefüge konkurrierenden Schwiegervater Segestes muss Arminius miterleben, wie dieser im Jahr 15 n.Chr. die schwangere Thusnelda nach Rom verbringen lässt. Zur Haltung Thusneldas in dieser Situation schreibt der römische Historiker Tacitus wörtlich : „Sie stand mit dem Herzen mehr auf der Seite ihres Mannes als ihres Vaters. Sie ließ sich keine Träne entlocken und kein flehendes Wort verlauten; die Hände im Schoß zusammengelegt, blickte sie auf ihren schwangeren Leib.“ Sie sah Arminius niemals wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sohn des Arminius mit dem überlieferten Namen Thumelikus wird während des so erzwungenen Aufenthalts im römischen Reich geboren. Seinen Vater hat er weder sehen, noch rächen können. Seine Spur verliert sich letztlich im Dunkel der Geschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der einst so mächtige Stamm der Cherusker hinterlässt bald keine geschichtlichen Spuren mehr. Nach andauernden internen Zwistigkeiten, befördert durch die erfolgreiche römische Diplomatie des „Teile und Herrsche“ geht auch dieser Volksstamm ähnlich wie später die Burgunder sinnbildlich unter. Mutmaßlich gehen die Angehörigen der Cherusker später in dem sich langsam bildenden Stammesverbund der Franken auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;h. Das Motiv des Gedenkens in Liedern und Gesängen : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Helden Siegfried wurde im germanischen Sprachraum dauerhaft in den Überlieferungen der Edda und letztlich auch im Nibelungenlied gedacht. Sämtliche Schilderungen wurden deutlich nach den dramatischen Ereignissen um den Cherusker Arminius niedergeschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine germanische Geschichtsschreibung fehlte zu dessen Zeit noch und wurde durch die mündliche Überlieferung und Gesänge ersetzt. Eine noch im späteren Mittelalter bei den Volkssagen zu beobachtende märchenhafte bzw. symbolische Verfremdung und / oder Überhöhung der wahren Personen und Ereignisse ist einer derartigen Überlieferungsform geradezu innewohnend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich berichtet der römische Historiker Tacitus in seinen zu Beginn des 2. Jahrhunderts n.Chr. verfassten und lange verschollenen „Annalen“ bzgl. des germanischen Gedenkens an Arminius wörtlich : „Noch heute besingt man ihn bei den barbarischen Völkern.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst seine römischen Feinde fällten über ihn ein historisches Urteil, welches Arminius bei den germanischen Völkern unsterblich gemacht haben mag. So heißt es bei Tacitus weiter :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Arminius hat nicht wie andere Heerführer und Könige das römische Volk in seinen Anfängen herausgefordert, sondern das in höchster Blüte stehende Reich. In den Schlachten kämpfte er mit wechselndem Erfolg, im Krieg blieb er unbesiegt. Er war ohne Zweifel der Befreier Germaniens.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den sicheren Nachweis, dass das Schicksal des Arminius in der Form der Siegfriedsage und dem Nibelungenlied verewigt wurde, bleibt die Geschichte leider wohl für immer schuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Thesen bleiben auch unter den Experten aus den unterschiedlichsten Gründen heftig umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber welcher Sänger oder Barde würde wohl einen solchen Menschen mit all seiner persönlichen Tragik jemals der Vergessenheit preisgegeben haben !?&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Nibelungenlied&amp;diff=238</id>
		<title>Nibelungenlied</title>
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		<updated>2011-02-21T13:35:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* IV. Vergleiche mit anderen Erzählungen und Topoi */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== &#039;&#039;&#039;Symposien&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
*13.08.2009 - 20:30 Uhr bei Tobias. Themen: Einführung und erste Textpassagen, Nachwort Grosse. Wir lesen Brackert: Ende 3. Aventiure.&lt;br /&gt;
*2.09.2009 - 20:30 bei Tiemo 4. und 5. Aventiure gelesen&lt;br /&gt;
*12.9.2009 - 20:00 Wanderhütte bei Dörscheid am Rhein. Bis Ende 9. Av. gelesen. siehe auch [http://www.schneelaeufer.de/2009_Rhein unsere Fotos]&lt;br /&gt;
*30.09.2009 - 20:45 bei Tiemo. Andreas: Die Edda und das Nibelungenlied. Gelesen bis Ende 14.Av.&lt;br /&gt;
*14.10.2009 - 20:30 bei Matthias. Matthias-Vortrag: historischer Kontext Siegfried-Arminius, Burgunden-Römer; Dietrich von Bern. Bis Ende 16. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*05.01.2011 - 20:00 bei Matthias. Erstmal wieder reinkommen. Bis Ende 18. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*26.01.2011 - 20:30 bei Andreas. Bis Ende 20. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*10.02.2011 - 20:00 bei Matthias. Bis Ende 24. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*23.02.2011 - 20:30 bei Tobias.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Thesen, Kurzeinträge, Literatur. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Fragestellungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Was unterscheidet Mythologie von Religion? Wenn es im ersten Teil vom NL um mythologische Resonanz geht, stellt sich die Frage, ob hinter dieser Mythologie ein Sinn steht, eine Antwort auf die Frage nach Ursprung und Ende, oder eben Sinn auf ganz andere Weise generiert: Liebe, Treue, Kampf? Es stellt sich auch die Frage, inwiefern Epen die Roman-Funktion übernahmen, die Lukács definierte: der Roman ersetzt das in der Moderne nicht erfüllte Bedürfnis nach Transzendenz, nach einem metaphysischen Zuhause.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Wie wichtig ist das Treue-Motiv? Zumindest das Wort ist dominant. &amp;lt;span style=&amp;quot;color: color&amp;quot;&amp;gt;Was ist Treue? Wer ist treu?&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Was baut eigentlich den übergreifenden Spannungsbogen im NL auf? Worum geht es?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Was für ein Held ist Siegfried (Hybris, naiv, unbescholten etc.)? Vor allem Eines: unbekümmert! - Gegenpol des &amp;quot;Kümmerers&amp;quot;, des grimmen Hagen - grimm ob der Last des ständigen Bedenkens, Grübelns. Seliger Siegfried! Und überhaupt: was zeichnet einen Helden aus, was ist ein Anti-Held? Übt NL Kritik am Helden-Epos, indem Helden unmöglich werden? (NL weniger Helden- als vielmehr höfisches Epos. Heldenepos: 1 menschlicher Held. NL: diverse ausgezeichnete Recken einerseits und andererseits Überlagerung durch das Höfische.) Ironisiert NL die Heldenfrage? Siegfrieds Vorstellung am Hof Worms ist Hybris-artig: Ich schlage alle, ich nehme mir alles. Keine Spur von Weisheit. AV2, 55: Holt sich gewaltsam, was er will. 88: schlachtet für den Nibelungenschatz 700 Krieger und 12 Riesen, später aus Spaß Löwen, Elche, Bären, Wisente...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hybris-, Minne- und Treue-Motiv: wie verhalten sie sich zueinander? Ist Minne Glaubensersatz an das Transzendente, damit Immanenz-Erscheinung? Was ist/bedeutet Liebe zu einer Frau und zu einem Mann?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Welche Rolle spielen Frauen? Mit Kriemhield geht&#039;s los, sie verbindet die beiden großen Teile, sie initiiert große Ereignisserien.&lt;br /&gt;
Krimhild, die Klammer des Epos.   &lt;br /&gt;
Brunhild, die Klammer zu den alten Sagen.&lt;br /&gt;
Wenn Frauen aktiv werden, dann öffnet sich der Himmel und es regnet Unheil und Grauen. Sie dürfen nicht unterschätzt werden. Sie dürfen gar nicht zu (widernatürlicher) Aktivität gereizt werden, müssen also gut behandelt werden. Dann kann die natürliche Ordnung bestehen bleiben.&lt;br /&gt;
   Frauen sind der Ausblick in eine individualistische Zukunft (siehe erweiterte Minne-These V 5)&lt;br /&gt;
Ein bestimmtes Verhalten Frauen gegenüber macht auch das &amp;quot;Höfische&amp;quot; aus (siehe auch Subversions-These V 10).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hagen, der Wissende: AV 3, 84: berichtet über Siegfrieds große Taten, erkennt ihn, erwähnt ganz kurz den Drachenkampf (100).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Siegfrieds Riss im schützenden Hautpanzer ist zugleich Möglichkeit des grundlegenden Risses in der Großhandlung.&lt;br /&gt;
(Vgl I. 12, IV. 6, V. 9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Siegfried: kämpft mit dem Schwert Balmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Kriemhild träumt in AV1, 11: von ihrem Schicksal, stemmt sich dagegen (keinen Mann kennenlernen), doch dann verliebt sie sich in S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Was heißt es, ein „wahrer Ritter“ zu sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Gibt es eine &amp;quot;Epos-Entwicklung&amp;quot; vom Gilgamesch (Menschliche Handlungen werden durch uneinheitliche Gottesmacht gelenkt), über Beowulf (Menschen handeln selbstständiger, sind aber mystischen  Kräften - Drachen &amp;amp; Monstern, ausgesetzt) zum Nibelungenlied (bei dem der Mensch nur noch durch rein menschliche gegenseitige Beeinflussung nicht seine Handlung voll kontrolliert)? (Vgl. I. 8, IV. 6, V. 9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Was verbindet die verschiedenen Epen? - Länge, Verse, übergreifende Themen mit Völkern, Ländern und vielen handelnden Personen und mystischen Kräften (Göttern, Monstren, Drachen, und mystischen zwischenmenschlichen Strukturen)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. V150 Schicksalsmotiv: Sterben wird, wer dem Tod verfallen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. V155: Wahre Freundschaft: Vertrauen, Tapferkeit, Dank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. V175: Übermuts-Motiv. V381: Eifer bringt Unheil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. V198: andauernde körperliche Konfrontation: scharfe Schwerter, tiefe Wunden, Blutströme, Frauen, die Leid ertragen, Kampf, Sein-Leben-Lassen ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. V207: Siegfried hat das Schwert Balmung. Tatsächlich: er hat es einfach. Die, vermutlich bekannte, Geschichte dieser trefflichen Waffe ist dem NL-Dichter nicht wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19. V224, 238: Liebesmotiv Kriemhild-Siegfried ist an den Sorge und Kampf gebunden: Übermittlung von Nachrichten über den Zustand, Freude über erschlagene Gegner, den Sieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. V230: Siegfried vereint alle Tugenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. V232: Es geht darum, die Ehre ohne Makel zu bewahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Warum ist Siegfried so stark? Vermutung: externer Verweis auf die Edda-Geschichten. man kennt den überstarken Siegfried bereits ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Schlacht gegen die Sachsen: alle sind Helden, nur die Burgunder sind Über-Helden. Das Nibelungenlied protzt nur so vor Lob nach allen Seiten über Tapferkeit, Schönheit etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Das Niblungenlied etabliert ein Wettkampf auf allen Ebenen (vgl. V271): vom richtigen Kampf, zum anschließenden Turnier, zum Kampf mit Brünhilde im Bett ... Liest man hier etwas Krankhaftes, ein Sich- ständig-beweisen-müssen? Ist es eine Unruhe der Immanenz, in der keiner göttlich sanktioniert einfach besser ist? Ständiger Konkurrenzkampf als Ausdruck sozialer und/oder wirtschaftlicher Verschiebungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. Gibt es im Nibelungenlied eine richtige Reflexionsebene? einen Weisen, einen Alten? Bei Siegfried scheint es ja quasi aus seiner Natur herauszuwachsen. Als Siegrfried &amp;amp; Co. zum Brünhilde-Ausflug rüsten, klingt alles spontan, Entscheidungen werden erst kurz vor den Ereignissen getroffen, kurz und wenig überzeugend, vielmehr naiv, ohne Bedenken der Folgen. Eben unbekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. V296: Neid!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. V324, 328: Ankündigung von Siegfrieds Tod und des Tods der anderen Helden. Es gibt eine Art Schicksalsmotiv, unbewusst auf der Ebene der Akteure - bis auf Kriemhild und ihren Traum, den sie aber offensichtlich nicht ernst nimmt. Erst der Erzähler hat im Nachhinein den Überblick ... V337: immer wieder Vorgriffe auf den Ereignisverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. V336: Tarnmantel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. V360: sich schön kleiden, zur Hochzeit, Seide,Brokant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Am Ende der 6. Aventiure scheint Siegrfried schlauer zu werden, während der Planung zum Brünhilde-Ausflug. Was bedeutet der Ausdruck &#039;listig&#039; hier? Was ist nicht-listig? Und: wie steht es um die Paare listig-weise, listig-naiv?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31. Warum interveniert Hagen nicht entschieden vor dem Brünhilde-Auszug? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. Was heißt Liebe im NB?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Der Königinnenstreit (Av. 14) ist der Punkt an dem sich eine Spirale ohne Umkehr bis zur Vernichtung der Nibelungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Warum riskiert Siegfried, dass Brünhild von Kriemhield Ring und Gürtel zu sehen bekommt und die unaufhaltsame Krise einleitet? In der 11. Av. (714) wird Siegfried in der Siegmund-Nachfolge zum gerechten Herrscher inkl. Rechtsprechung, in der 14. Av. zeigt die aufgebrachte Kriemhild (B. bezeichnet S. als einen Eigenmann)Ring und Gürtel, die ihr S. wohl plus Geschichte gab! Wie erklärt sich diese Einfältigkeit? Ist es eigentlich, aus der Sicht der Zeitgenossen, unwichtig, wie genau die Krise eingeleitet wird, da sie als Schicksal so wie so irgendwann kommt? Ist daher auch die Konsistenz von S.s Charakter dem untergeordnet?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Gunther, der König, zeigt wiederholt Schwächen: seine Leidenschaft für Brünhild, sein Einlenken in Hagens Mordplan (872ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. 16. Av. 934ff.: Auffallend ist, dass S. hier als &amp;quot;Jäger&amp;quot; ein Tier nach dem schlachtet, wie ein Massaker, und dann selbst aufgespießt wird. Intensives Todesthema.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Was ist ein &amp;quot;Held&amp;quot; und ein  &amp;quot;Heldenepos&amp;quot;? Wann kommt dieser Diskurs auf? Im NL werden die Recken oft auch &amp;quot;Helden&amp;quot; (mhd) genannt. Es scheint, es meint einfach nur: tatkräftiger Mann, einer, der Ereignisse beeinflussen kann, einer, der Macht und Herrschaft erfolgreich ausübt, unter gewissen moralischen Rahmenbedingungen (H.s Ermordung S.s ist keine Heldentat).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
38. Was war das weibliche Schönheitsideal der Zeit? War die mannsstarke Brünhilde erotisch? Warum ist sie so anziehend für Gunther?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
39. Um Siegfried herum geht es immer wieder um Freundschaft, gute Freunde, etwa V 1054.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40. Warum wird aus Siegfrieds Sohn keine Rache-Träger? (V 1090)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41. Wie groß ist der Kreis der Mittwisser um den Mordplan für Siegdried? Siehe 865.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42. Nach Siegfrieds Tod gibt es keine große Aufruhr, es geht eher ums vertuschen, Räuber-Geschichte etc. V 1000.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
43. Kriemhild liebt Siegfried innig, klassisch, oder? V 924.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44. Übermut-Motiv: etwa bei Brünhild.V 1100.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45. 20. Av.: Wusste Rüdiger vor dem Werbezug für Etzel und seinem Kriemhild-Versprechen (sie bedingungslos zu rächen, sofern es zu Kränkungen kommt)von Siegfrids Ermordung? Es scheint nicht so. Rüdiger (1201) kommt gut mit Hagen und anderen aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46. 20.-21. Av.: Es geht immer wieder darum, Kriemhild &#039;fröhlich&#039; zu machen. Was ist das für eine Stimmung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47. 20.-21. Av: Zusammenhalt wird immer wieder mit einem Appell an Freundschaft (&#039;Freunde&#039;) in Verbindung egbracht. Etwa 1246, 1282.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48. 1214: Es cheint erstaunlich, dass sie Hagen nicht gegen die anderen durchsetzt (Verhinderung der Werbung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49. In der 19. Av. kommt es zum Klimax der Aufweichung des Höfischen und der Werte. In Brackert (1994) ist hierzu ein guter Kommentar (keiner straft Hagen etc.), S. 284, Note 113: man zürnt, greift aber nicht ein, zögert, vertagt ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
50. Brünhilde verschwindet mit dem Gunter-Siegfrid-Komplex als Akteurin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
51. 1335, 1353: Erstaunlich ist das Lob der Vielfalt von Brauchtümern, des Harmonierens von Heiden und  Christen an Etzels Hof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52. In welchem zeitlichen Verhältnis steht das Nibelungenlied zu anderen höfischen Romanen und den Artus-Erzählungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
I b&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakterisierungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Siegfried&lt;br /&gt;
  Unbekümmert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Hagen&lt;br /&gt;
  Grimm. sehend. gefühlsmäßig getrieben, in der konkreten Handlung aber immer rational. Der Kümmerer.&lt;br /&gt;
Strukturfanatiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kriemhild&lt;br /&gt;
  Im Wandel. Zunächst unschuldig. Am Ende schuldig. Immer Opfer.&lt;br /&gt;
  Kriemhild ist die Zeichensetzerin - die unvermögende Setzerin, nicht die Herrin der Zeichen. (Gütel, Ring, Schulterblattkeuz, Träume)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gunther&lt;br /&gt;
  Unbehaglich, entscheidungsschwach, inkonsequent, Zauderer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gernot&lt;br /&gt;
  Der Diplomat&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Datierungen/Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 970: Entstehung: Wende 12./13. Jh., unklar. Die Inhalte entstammen unterschiedlichen Sagenkreisen, die nicht miteinander verbunden sind. Sie haben wahrscheinlich schon Jahrhunderte vor den uns bekannten Texten existiert und werden in kürzeren mündlichen Fassungen von Generation zu Generation bewahrt worden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 980: Drei Handschriften, entdeckt zwischen 1750-1770. Erforschung ab 1810 an der HU.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Grosse 1011-1012: Wir kennen den Autor des &#039;&#039;Nibelungenliedes &#039;&#039;nicht. ... Es mag sein, daß die Gattung der Heldenepik mit ihrem Übergang von der Oralität zur Skripturalität die Anonymität mit sich gebracht hat, wie sie ja auch bei den ähnlich tradierten Texten der Sagen und Märchen üblich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Erzählform, Stil ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 988: Im Unterschied zu den höfischen Epen der Stauferzeit hat das &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;keine paarweise gereimten vierhebigen Verse, sondern (in der HS B) 2379 Strophen. Jede Strophe besteht aus vier Langzeilen, die aus der germanischen Dichtung bekannt sind. Jede Langzeile hat zwei Halbzeilen, den An- und den Abvers: 2,1 &#039;&#039;ez wuohs in Burgonden ein viI edel magedin. &#039;&#039;Die beiden Halbverse sind durch eine metrisch gekennzeichnete Zäsur getrennt. Die Abverse der ersten und zweiten Langzeile und die der dritten und vierten reimen sich ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 995: Nicht die Entwicklung der Personen bestimmt den Handlungsverlauf, sondern es greifen einzelne Ereignisse wie Glieder einer Kette ineinander, welche die Aktionen und Reaktionen der Handelnden bestimmen. Jede Situation fordert zu Taten heraus. Dabei braucht eine psychische, für den heutigen Leser nachvollziehbare Entwicklung der Charaktere nicht gegeben zu sein. Die erwartete Handlungsfähigkeit und ihr Ergebnis wachsen aus der jeweiligen Situation und ihrer Personenkonstellation heraus und passen sich in den szenischen Ablauf ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3.Grosse 2003, 999-1001: Zeitstruktur: Die angegebenen Zeiträume markieren den Abstand in relativer, aber nicht absoluter Art. Sie haben weder die Funktion einer Uhr noch die eines Kalenders. So werden auch die Menschen nicht älter. Die Ritter kämpfen im Sachsenkrieg ebenso schlagkräftig wie 37 Jahre später am Hofe Etzels; Kriemhild wäre etwa fünfzig bei der Geburt ihres zweiten Sohnes, Giselher wird bis zuletzt der junge Mann &#039;&#039;(daz kint) &#039;&#039;genannt. Raumstruktur: präziser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Grosse 2003, 1001ff.: Widersprüche im Handlungsverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Vergleiche mit anderen Erzählungen und Topoi ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Kriemhild und Helena: die Schönsten im Lande (AV1), geben Anlass zum Krieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Siegfried und Enkidu: Wildheit, Naiviät, gezähmt durch die Verhandlungstechnik Gernots (AV3, 123ff.). Dann wird er ein guter Hof-Gefährte, Turniere etc. Dann Treue zu Gunter bis zum Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Siegfried und Arminius: [Matthias]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Das Ankunfts/Fremden-Thema in NL und Beowulf: AV 3, Worms, Ritual des Fremden (Siegfried), der letztlich für Liebe dienen will (wie Beowulf für Ruhm).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hagen und Unferth? Parallelen? Hagen und Unferth berichten über die Taten des Helden, und bekommen unangenehm seine Stärke zu spüren, werden (zumindest zeitweise) Gegner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Grendel-Siegfried: haben eine undurchdringbare Haut. Insofern ist Siegfried auch Monster (VERGLEICHBAR DEM; DAS ER VORHER SELBST ERSCHLUG?)(Vgl. I.8, I.12, V.9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Siegfrieds ungeschützte Hautstelle auf dem Rücken und Achills Ferse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Hagen warnt vor dem Auszug (1203ff.) wie Enkidu vor Humbaba-Reise, wird dann zum entschlossenen Mitstreiter.&lt;br /&gt;
   Beide sind irgendwie Verwandte, irgendwie auch Dienstpflichtige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Das Nibelungenlied ist kein Heldenepos - es gibt keine durchgängige menschliche Heldengestalt, wie Beowulf oder Gilgamesch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. NL und Lieder-Edda: viele Überschneidungen, die von Andreas noch konkret ergänzt werden müssten. Da die Lieder-Edda wohl 1370, das NL 1320 (?) abgefasst wurden, stellt sich hier die Frage der Rezeptionsrichtung und nach einem gemeinsamen Metaerzählungsraum. Wandert etwa im Rahmen der sog. Völkerwanderungen und der anschließednen Christianisierung eine mittel-nordeuropäische (heidnische) Religion nach Skandinavien etc. aus, so dass die Göttersagen der Lieder-Edda den Kontrapart der Teile bilden, die sowohl in der Edda als auch im NL als Heldensagen vorkommen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Laut Volker Honemann (bei Wein am 10.10.09) ist der Inhalt Edda eher als vorher bekannt anzusehen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Bülow-Rede 1909 (&amp;quot;Nibelungentreue&amp;quot;) ist vergleichsweise unschuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Kain erschlägt Abel, den Begnadeten, den Liebling der Götter. (Ein Gedanke von Fernau, S. 96)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Edda:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(um 1220 Snorri-Edda, auch Prosa-Edda, eher unscharf auch Jüngere Edda genannt;&lt;br /&gt;
um 1270 Lieder-Edda, eher unscharf auch Ältere Edda, eher falsch auch Saemundar-Edda genannt;&lt;br /&gt;
Edda = Elternmutter / Großmutter)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hier einige Motive der Lieder-Edda, die engste Verwandtschaft mit dem NL aufweisen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 18, Helgi Hiörwards Sohn:&lt;br /&gt;
Ein &amp;quot;Atli&amp;quot;, der für jemand anderes um &amp;quot;Sigurlinn&amp;quot; freit, kann die Vögel verstehen. Helgi, dem Sohn der Sigurlinn (und Wiedergeburt von Helgi dem Hundingstöter (s. LE 19)) singt eine Walküre (die er später heiraten wird) von einem besonderen Schwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 19, Das 1. Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn Helgi, der &amp;quot;Freund der Wölfe&amp;quot;, Sinfiötlis Bruder, erschlägt im Alter von 15 Jahren den Hunding.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 20, Das andere Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
&amp;quot;Sigmund, Wölsungs Sohn ... und seine Nachkommen heißen Wölsungen und Ülfinge (Wölfinge).&amp;quot;&lt;br /&gt;
König &amp;quot;Högni&amp;quot; hat eine Tochter &amp;quot;Sigrun&amp;quot;. Sie ist Walküre.&lt;br /&gt;
Helgi und Sigrun heiraten. Sigruns Bruder erschlägt Helgi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 21, Sinfiötlis Ende:&lt;br /&gt;
Sigmund, Wölsungs Sohn, ist mit Borghild verheiratet, der Schwester &amp;quot;Gunnars&amp;quot;. Sinfiötli erschlägt seinen Onkel Gunnar, woraufhin Borghild Sinfiötli vergiften will.&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn mit Hjördis ist wiederum Sigurd, der &amp;quot;allervorderste&amp;quot;.&lt;br /&gt;
(Sinfiötli ist nach Simrock der &amp;quot;Fitela&amp;quot; des Beowulfliedes.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 22, Das 1. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd wird geweissagt,&lt;br /&gt;
der mächtigste Mann auf Erden zu werden, dass er den &amp;quot;Wurm&amp;quot; auf der &amp;quot;Gnitaheide&amp;quot; sowie Regin und Fafnir fällen und den Hort heimführen wird, dass er die auf dem Felsen schlafende Fürstentochter erwecken wird. Er wird Brünhild lieben, sie aber an Giukis Hof vergessen durch die Tücke Griemhilds, welche ihm dann die eigene Tochter Gudrun geben wird. Er wird für Gunnar um Brünhild werben. Er wird mit Gunnar die Gestalt wechseln. Högni wird dabei sein. Sigurd wird keusch bei Brünhild liegen aber die Brüder Gunnar, Högni, Guthorm werden sein Verderben bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 23, Das andere Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Regin übernimmt Sigurds Erziehung. Fafnir und Regin bekommen die Goldbuße der Asen. Fafnir übervorteilt Regin. Fafnir liegt als Wurm auf der Gnitaheide. Regin schafft Sigurd das Schwert &amp;quot;Gram&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 24, Das Lied von Fafnir:&lt;br /&gt;
Sigurd ersticht den Fafnir-Wurm.&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Gold, der Schatz, die Ringe verderben Dich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Durch Drachenblut kann Sigurd die Vögel verstehen, die weisen ihm den Weg zu Giukis Tochter.&lt;br /&gt;
Sigfrida schläft auf einem Felsen, feuerumlodert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 25, Das Lied von Sigfrida:&lt;br /&gt;
Sigurd erweckt die Walküre Sigfrida.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 26, Bruchstücke eines Brünhildsliedes:&lt;br /&gt;
Gunnar will Sigurd töten. Högni vermutet, dass Brünhild aus Eifersucht auf Gudrun dahinter steckt. Sie töten Sigurd. Ein Rabe ruft: &amp;quot;In Euch wird Atli das Eisen röten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 27, Das 3. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd freit Gudrun. Fahrt zu Brünhild. Sigurd gewinnt Brünhild dem Gunnar (das Schwert liegt zwischen Ihnen). Högni will Gunnar nicht helfen, Sigurd zu töten, wie Brünhild es verlangt. Aber Guthorm, der jüngste Bruder, tötet SIgurd.&lt;br /&gt;
Brünhild ist die Schwester Atlis.&lt;br /&gt;
Gudrun, dem Atli vermählt, tötet diesen im Bett.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 28, Brünhilds Todesfahrt:&lt;br /&gt;
Gudrun hat Brünhild und Sigurd fälschlich beschuldigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 29, Das 1. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Gudrun hat von Fafnirs Herz gegessen, kann die Vögel verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 30, Der Mord der Niflunge:&lt;br /&gt;
Atli, mit Gudrun vermählt, tötet Gunnar und Högni, weil sie am Tode Brünhilds schuld tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 31, Das andere Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich ist bei Atli.&lt;br /&gt;
Gunnar und Högni wollen Gudrun Lösegeld für den toten Sigurd zahlen.&lt;br /&gt;
Gudrun wird dem Atli vermählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 32, Das 3. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich wird bei Atli der Unzucht mit Gudrun beschuldigt.&lt;br /&gt;
Ein Gottesurteil entlastet Gudrun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 34, Die Atlisage:&lt;br /&gt;
Gudrun rächt den Tod ihrer Brüder an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 35, Grönländisches Atlilied:&lt;br /&gt;
Nibelungenschlachtung an Atlis Hof. Rache Gudruns an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Odysseus: Hagen und Odysseus sind listig (mhd: liste, vgl. 1479). Was unterscheidet ihre Listigkeit? Auch Krimhild ist listig, planerisch, kann sich verstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Artus-Erzählungen: hier ist der Gral, das Christliche konstituierend, nicht so im Nibelungelied.&lt;br /&gt;
An Etzels Hof sind auch die Heiden gut. Sind es &amp;quot;edle Wilde&amp;quot; im Sinne Karl Mays?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Übergreifende Thesen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Immannenz-Epos: Im Gegensatz zur Völsungensaga und Wagners Aneignung, geht es, ähnlich wie im Beowulf, um eine immanente Handlungsdynamik ohne (göttliche) Metaebene. Ereignisse generieren Ereignisserien, deren Teil Helden und alle andere Personen sind. Doch was sind die Ereignis-generierenden Elemente? Taten. Also: was sind Taten? Gefragt wäre eine Typologie von Taten (wichtig/unwichtig, von wem etc.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Gunther-These: Im NB geht es um einen (Gilgamesh-artigen) archaischen Herrscher, der ohne Rücksicht auf sein Volk eigenmächtig-leidenschaftlich handelt. Seine Entscheidung, Brünhilde zu erlangen, leitet die entscheidende Wende ein. Ihm fehlt ein Enkidu, Hagen interveniert zu spät, verstärkt letztlich die Schicksalsspirale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, glaube ich nicht. Gunther ist kein Tatmensch. Er ist Zauderer. Seine wenigen eigenen Entscheidungen (Brunhild, Etzel) sind dann auch fatal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Trieb-These: NB muss aus der Perspektive der Autoren als ein nicht harmonisiertes Triebspiel unterschiedlicher Kräftekonstellationen gelesen werden (Minne, Sex, Kampf, Töten, Sieg etc.), die sich ineinander so verwringen, dass daraus eine unentrinnbare Schicksalsspirale wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Held-ohne-Ort-These: Siegfried hat keinen richtigen Ort in der Geschichte (Ja scheinbar vergisst er selbst seinen Ort: Auf dem Rheinzug kommen die Recken mehrfach an Worms vorbei, ohne dass er aussteigen oder den Umstand auch nur erwähnen würde.), er wandert ständig, behauptet sich, um annerkannt zu werden, sich endlich stabil zu sozialisieren und Freunde zu gewinnen. Doch wirkt seine Energie letztlich als ein treibendes Moment der Tragik, die alle umkommen lässt, indem er Wünsche/Triebe für andere realisiert, die den ganzen Burgunder Hof unhaltbar destabilisieren. S. ist also ein Held ohne Ort, einer, der in der höfisch-verwalteten Gesellschaft archaisch-überholt wirkt. Hierher könnte auch der standpunktlose S. gehören, der seine destabilisierenden Kräfte überall einsetzt, ohne entschieden gegen das zu stehen, was er selbst für Falsch hält. Hagen versucht hingegen beständig, S. einzuordnen (erste Ankunft von S.,etc.) und später auszuschließen. S. als der Übermensch, der das ganze Hofsystem von Wettkämpfen und Minne als beständiges Sich-Beweisen und Verbessern und Messen außer Kraft setzt, da er einfach der stärkste, schönste, listigste, lustigste ist etc., wird genau vor seinem Tod in der Jagdszene der 15. Av. deutlich. Umgekehrt und spiegelbildlich erfodert seine Auslösung aus der Hofgemeinschaft (sein Tod) eine Aufhebung der Hof-Formalien (Treue, guter Rat, Tugend etc.). In der 16. Av. kollabiert das Hofsystem, zentrale Werte werden ausgehöhlt, sinnleer (vor allem: Treue, Vertrauen). Hagen führt in 993 als Motiv der Ermordung an: Angst vor S., Schmach von ihm (sórge, leit), seiner Herrschaft (hêrschaft)ein Ende setzen. S.  der Ortlose könnte in dieser Perspektive als auch als der Unberechenbare erscheinen, wie ein wildes Tier, das sich in alle Richtungen wenden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Minne-These: NB ist eigentlich eine höfischer Minne-Erzählung. Siegfried kämpft für Kriemhild, Gunther will Brünhilde. Ihre blind-individualistiche Liebe harmonisiert nicht, ihre Verschränkung führt in den Untergang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehe ich nicht. &lt;br /&gt;
Gunther liebt nicht, schon gar nicht individualistisch. Er folgt irgend einer fixen Idee, eingeimpft oder wenigstens kompatibel mit einer gesellschaftlichen Erwatung an ihn.&lt;br /&gt;
Siegfried liebt nicht. Vielleicht begehrt er (vielleicht nicht mal das). Minne ist für ihn ein Spiel (wie Alles). Eventuell ist auch das ein Zug des Höfischen Epos: Tapfere Recken werben halt um schöne Damen...&lt;br /&gt;
Andere Minne-These:&lt;br /&gt;
Die Frauen können (schon individualistisch und leidenschaftlich) lieben.&lt;br /&gt;
Kriemhild tut das.&lt;br /&gt;
Brunhild tut das.&lt;br /&gt;
(Beide den Siegfried - seliger Siegfried)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Hagen-These-1: Hagens zwar durch seinen Unmut gegenüber S. sich anbahnender, doch in seiner Radikalität am Ende der 14. Av. in seiner Radikalität überraschender Mordplan könnte nicht auf einer Motiv-Logik, sondern auf einer Taten-Logik beruhen: S. hat die Krise ermöglicht: erstens als Täter im Bett mit Brünhild, zweitens als Täter des Weitergebens der Geschichte und der Dinge (Ring, Gürtel) an Kriemhild. Als Täter verkörpert S. die Schuld, er muss entfernt werden, damit verschwindet sozusagen auch die Ursache. Dabei ist unwichtig, was Leute sich wünschen, vorstellen oder beabsichtigen. Entscheidend ist Tat und Resultat. Des Weiteren kommt die Taten-Logik aus einer Gunthers Königshoheit überschreitenden älteren Legitimations-Schicht: Ob Gunther will oder nicht und S. Gunthers Unschuld öffentlich beteuert oder nicht, die Situation (als Resultante von Taten: grundlegende doppelte Ehre-Verletzung (Gunther und Brünhild), die mit dem repräsentativen Status des König- und Königin-Seins unvereinbar ist) ist objektiv-gebietend, sie lässt nur eine Lösung zu und fordert sie zugleich. Kein Kommunikations-Bedarf aufgrund der Vereinfachung: der Täter ist qua Tat schuld. Dass Hagen einer anderen Moral folgt, wird auch in 1001 deutlich: er strahlt eine ungewöhnliche Kälte aus, will S. selbst nach Worms tragen, Kriemhilds Tränen &amp;quot;rühren&amp;quot; ihn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hort-These: (vorgreifend) Die tragische Dynamik des NL ist motiviert durch die Gier der Burgunden, vor allem von Hagen, nach dem Nibelungen-Hort und den entsprechenden magischen Dingen. Die Burgunden nehmen später selbst den Namen der Nibelungen an (?, prüfen). Zu klären wären in dieser Hinsicht u. a., warumm der Hort letzten Endes versenkt (?) wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Kriemhild-These-1: Kriemhild ist eine tragischer Prophetin, eine Fortführung und Transformation der Kassandra-Figur, indem K. nicht nur das Unheil träumend voraussieht, ohne es verhindern zu können, sondern auch selbst die entscheidenen &amp;quot;Zeichen&amp;quot; setzt und exponiert (Zeigen des Ringes, Gürtels, Setzen des Kreuzes auf S.s Hemd), die zur Krise führen. Ihr Schicksal sehend ist sie blind als Tätige, wirkungslos als Warnende. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Schicksal-Widerstands-These: An mehreren Stellen des NLs fragt sich, warum gegen evident problematische Entscheidungen Einzelner (Gunthers B.-Hochzeitsfahrt, die Einladung von S. und K. durch B., Hagens Vorschlag der Ermordung von S. etc.) kein wirkmächtiger Einspruch erhoben wird, kein nachhaltiger Konflikt entsteht, obwohl es doch ständig um den &amp;quot;Rat&amp;quot; guter Freunde und um &amp;quot;Treue&amp;quot; geht. Alle Teilnehmer erscheinen in dieser Perspektive wie passive Puppen von K.s Traum, gelenkt von unischtbaren Fäden, ihre Entscheidungen sind nur Wirkungen anderer Ursachen, keine eigenmächtigen Selbstsetzungen. Die Unfähigkeit zum diskursiven Konflikt und der problemorientierten Kommunikation kontrastiert auch stark mit der ständigen Betonung der körperlichen Stärke der &amp;quot;Recken&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Politik-These: Nach Ursula Schulze (Das Nibelungelied, Reclam 1997, 214, 223) wird in S. s Tod zentral für die ganze Problemlage des NLs deutlich, dass der Starke wehrlos gegen perfide Intrige ist (214): &amp;quot;Die erzählte Geschichte führt vor, dass politisches Handeln nicht im offenen Kräftemessen, sondern in der Überlistung besteht.&amp;quot; Hagen (214) handele zwar aus heterogenen Motiven (Sühne für die Entehrung B.s, Ausschalten potentieller Gefahr von S., Machtzuwachs durch Gewinn von S.s Besitz),doch seien sie allesamt politisch zu nennen. Schulze unterstreicht dies durch das rekurrente Motiv der Täuschung (212). Tobias Kommentar: Im Ansatz (Täuschung, Kraft gegen Organisation) interessant, in der Schlussfolgerung (Politik) aber schief, da unterbestimmt, unscharf. Dazu kommt, dass Schulze an anderer Stelle behauptet, Hagen handele (wie S. und Brünhild) archaisch. K.s Rache ist archaisch (ohne Staatsprinzip), auch in dieser Hinsicht besteht Klärungsbedarf - denn die politische Intrige geht ja nicht auf, sondern zerschellt quasi am Schild. Kurz: ich finde, ohne ihr zu Nahe treten zu wollen, Schulzes Lösung fade. Sie reiht das NL reibungslos in eine allzuoft iterierte Metageschichte des Fortschritts der Moderne ein. Probleme einer Kontinuität der Triebe in die Moderne/in das Höfische hinein (Triebthese), des bewussten Treuebruchs, der Täuschung als nicht hintergehbare Grundverfassung menschlichen Seins in einer entgötterten Welt (man denke an Descartes), Schicksal und Schuld usw. werden einfach ins Politische absorbiert und damit zugleich neutralisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Inversions-These (an Immanenz-These anschließend): Das Böse ist nicht mehr Draußen, in einem (klar) vom Guten getrennten, eher abstrakten Anderen, es wird auch nicht mehr gesetzt oder göttlich verwaltet, sondern das Böse ist der Andere, der Freund, die Geliebte, der Fremde. Es kommt nicht mehr wie Grendl vom dunklen Berg zur Tür hinein, in das Heim des Inneren, sondern lauert schon immer, als Argwohn, Verdacht, im Inneren. Siegfried weiss davon nichts, und stirbt. Durch die Inversion differenziert sich das Böse (wird etwa zum Fiesen, Grimmigen) und wird perspektivisch, kontextuell, tritt in ein neues Verhältnis zum Guten. Zugleich scheint das Böse abgeleitet. Vielleicht erklärt sich auch hieraus das Ambivalente von Hagens Person.&lt;br /&gt;
Ja, das erklärt mir den Hagen: Es gibt keine Monster (wie imBeowulf) me hr (außer dem Drachen, der nur noch seinen Schatten wirft). Siegfried ist das Monster. Er hatte Kontakt zum letzten echten Monster, er ist überstark, unverwundbar - bringt die Welt so aus dem Gleichgewicht (vgl. I.8, I.12, IV. 6). Hagen sieht das, spürt das, muss handeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Subversions-These: Im NL wird das Höfische ausgehöhlt, das alte Wertesystem zersetzt, von Hagens Speer durchbohrt, von Gernots Fürstenhafter Lüge (1097: er wisse von nichts,kenne keinen Täter, siehe dagegen 865: Kreis der Mitwissenden über den Komplott)zum Gespött. Zugleich droht durch den Überhelden Siegfried, dem spielenden blinden Giganten, eine Entleerung aller Spannung des Höfischen, indem er immer schon Sieger ist, das Magische (Drachen etc.)und die Natur (Bären, wilde Eber 961) bannt, auf den Sattel bindet, Wälder &#039;leert&#039;, so dass nichts mehr zur Jagd übrig bleibt, Mensch und &#039;Tier&#039; ist (1002), das Wilde der Natur (in Form des Bärens) nach Belieben demütigend auf andere entlässt. Siegfried, der archaische Held, der keine Angst kennt und dem sein eigener Tod, immer angezeigt und präsent durch den Riss, das Lindenblatt, seiner Panzerung und Kriemhilds wiederholte Warnvisionen, unbewusst ist, &#039;büßt&#039; schließlich für seine höfische Erziehung (980. [Fortsetzung nach Lektüre der 21-24 Av.] In der 21. Av (Wie Kriemhild zu den Hunnen zog) dominiert das Höfische ohne Patzer und Riss durch Harmonie (Triebausgleich, Befriedigung) und klare Rollenverteilung entlang der Themen: 1. Turnier, Tapferkeit, Begafft von Frauen 2. Gastfreundschaft, Bewirtung, Unterkunft/Quartier 3. Kleiderordnung, Waffenordnung 4. Dem anderen Dienen (Mann-Frau etc.) 5. Begleitung, Schutz 6. Küssen 7. Turteln 8. Ausschau halten, Sorgen. 9. Reichtum, Überfluss 10. Bewegung und Wohnen zwischen Burgen, die Gefährliche Zwischenbereiche miteinander verbindet, jedoch innerhalb von geschützten Einflusszonen (Reise) 11. Geschenke 12. Wertschätzung gewinnen 13. Empfang bei Eintritt in Hoheitszonen. All dies shcließt V. 1368 ab: &amp;quot;dass da ein jeder zu aller Zeit die Unterhaltung fand, wonach ihm Herz und Sinn stand&amp;quot;. In Av. 22 bricht die höfische Harmonie schon wieder auf, es kommt zu Tränen und Erinnerung (1371), zur Ankündigung von Leid. In Av. 23 brüllt schon der Grund, der eigentliche Anlass des Auszugs durch die Frohe Gesellschaft hindurch, Mord, Plan, Rache. 1352: Selbst der Kuß ist formalisiert, vorgeschrieben.&lt;br /&gt;
Frauen spielen eine Rolle, werden wichtig - und das Verhalten ihnen gegenüber macht das &amp;quot;Höfische&amp;quot; aus. Frauen öffnen der Geschichte Möglichkeiten, Erzählvarianten (siehe I. 6).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Hagen-Kriemhild-These (1): Kriemhild verbindet mit Hagen, dass sie metikulös ihre Rache plant, Trieb, Gefühl und Tat in ein tödliches Kalkül einbindet. Dies wird vir allem in der 20. Av. deutlich: Kriemhild willigt in die Etzel-Heirat erst ein, nachdem Rüdiger ihr bedingunglose Rache gegen alle Kränkung zusagt (1256) - mit der Einschränkung, Kriemhilds und seiner eigenen Ehre nicht zuwider handeln zu können (1266). Rüdiger greift mit seiner Zusage nicht eigenwillig vor, sondern, so scheint es, macht nur explizit, was nach einer Heirat mit Etzel gilt: Kriemhilds Kräkung wäre zugleich Etzels. 1396-1399: Krimhilds langer Plan der Rache, Einladung an Etzels Hof. 1431: Hagen kennt Kriemhilds Pläne, beide Strategen erkennen sich, kennen sich. Er kennt den Grund, warum Fremde kommen. Hagen (1471) geht mit an Etzels Hof, sieht aber eine Chance, wieder heil heimzukommen, mit 1000 Recken. Hagen fügt sich also nicht dem Schicksal. will nicht sein Ende, sondern fügt sich nur dem Widerstand der anderen, die ihre Schwester sehen wollen, ihn irgendwie feige aussehen lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12.Hagen-Kriemhild-These (2): Hagens scheinbare Motivlosigkeit liegt in Wahrheit im Selbstbezug seiner Taten: Hagen handelt für sich, für seine Begierden, vor allem für seine Macht. Hierfür benutzt er nur andere Personen und vor allem Gunters höfischen Apparat (das wäre &amp;quot;modern&amp;quot;). Hagen nimmt die Schuld der Taten auf sich, stärkt damit sein institutionelles Schutzschild, bestimmt aber zugleich zunehmend und für seinen eigenen Nutzen, was entschieden wird, höhlt alle Werte aus; es ist diese Entwertung der Werte, die im Konflikt mit der Handlungsmatrix von Kriemhild in eine nicht mehr auflösbare, fatale Schicksalslogik führt. Diese Hagen-Tendenz wird vor allem in der 20. Av deutlich: 1273: es geht um die Gefahr einer neuen Feindschaft gegen ihn, 1274: die drei Könige setzen sich nicht mehr gegen Hagens Entscheidung, Kriemhild auch den Rest des Schatzes zu nehmen, durch, sie resignieren vielmehr. Hagens indvidualisierte Handlungslogik, die in keine traditionelle Matrix eingebettet ist, kontrastiert mit der (höfisch-archaischen) Liebe-Schuld-Rache-Matrix, die Kriemhilds Handlungen leitet. Auch sie kalkuliert, aber dieses Kalkül steht im Dienste der Matrix, hat nur in ihr Sinn. Zugleich hasst Hagen Kriemhild, da sie durch Siegfrid/Nibelungenschatz/Etzel kontinuierlich eine starke Macht darstelltt, eine mächtige Frau ist, für die Hagen keinen Siegfrid hat. Genau so, wie Hagen ständig neue Strategien aufstellt, transformiert Kriemhilds Macht beständig. 1368: Kriemhilds Machtanwuchs an Etzels Hof. Siegrid war ohne Argwohn, und verschwindet, er hatte die Ambivlaenz des Gut-Bösen nicht, kannte es nicht. Auch Etzel erscheint arglos (1402: getriuwe was sin muot).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Literatur, Quellen &amp;amp; Links ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Allgemeines ====&lt;br /&gt;
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Nibelungenlied  aus W...dia :-))]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Akademisch ====&lt;br /&gt;
*[http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_lmno/nibel.html Fachinformationen der FU Berlin zum Nibelungenlied]&lt;br /&gt;
*[http://www.nibelungenrezeption.de/ Projekt zur Rezeption des Nibelungenstoffes Universität Duisburg]&lt;br /&gt;
*[https://www.uni-muenster.de/Germanistik/Lehrende/honemann_v/index.html Intimus Volker Honemann]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Brackert, Helmut: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. 2 Bde. (1. Aufl. 1970) Neuauflage. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch 1994/2008.&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Das-Nibelungenlied-Mittelhochdeutscher-Text-%C3%9Cbertragung/dp/3596901316/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1249835276&amp;amp;sr=1-2 Brackert - Unsere Wahl]&lt;br /&gt;
*Grosse, Siegfried: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. Nach dem Text von Karl Bartsch und Hehrtut de Boor. [Handschrift B] (1. Aufl. 1997) Stuttgart: Reclam 2003&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Nibelungenlied-Mittelhochdeutsch-Neuhochdeutsch-Siegfried-Grosse/dp/3150506441/ref=sr_1_4?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247993309&amp;amp;sr=1-4 Grosse - Zur Lektüre von Volker Honemann empfohlen]&lt;br /&gt;
* Edda, übersetzt und mit Erläuterungen begleitet von Karl Simrock, 1. Auflage 1851, hier : Phaidon Verlag, Essen 1987&lt;br /&gt;
* Wagner, Richard, Libretto zum &amp;quot;Ring&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula : Nibelungen und Kudrun, in: Epische Stoffe des Mittelalters, hg. von Volker Mertens und Ulrich Müller, Stuttgart 1984, S. 111-137 [[Media:Schulze_1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*Hoffmann, Werner: &#039;&#039;Das Siegfriedbild in der Forschung&#039;&#039;. Darmstadt 1979.&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula: Das Nibelungenlied. Ditzingen 1997.&lt;br /&gt;
*[[Media:Willson-Blood-and-Wounds-in-the-Nibelungenlied-1960.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Thelen-Source-Function-Gunthers-Bridal-Quest-1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Schirokauer-Nibelungenlied-1954.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McConnell-Psychological-Approach-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McCarthy-Rhetoric-Nibelungenlied-1972.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Lionarons-Otherworld-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kirchberger-The-Crown-in-the-Nibelungenlied-1956.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:King-Review-Homer-Nibelungenlied-1988.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Homann-Hagen-Figure-Lies-1982.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hoffmann-Siegfriedbild-in-der-Forschung-1979.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Haymes-Heroic-Chivalric-Aristocratic-Ethos-Nibelungelnlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hasty-Conquest-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Grosse-Nibelungenlied-Nachwort-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Key-Concepts-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Hagen-Problem-of-Individuality-1976.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Classen-Siegfried-Downfall-of-a-Hero-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Bülow-Nibelungentreue-Rede-29-3-1909.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Brady-Historical-Prototype-Siegfried-1933.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Goebel-Original-Form-Legend-Sigfrid-1897.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kratz-Proposed-Sources-Nibelungenlied-1962.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wesentliche Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://public.univie.ac.at/index.php?id=14531 Transkriptionen der mittelhochdeutschen Versionen A, B, und C]&lt;br /&gt;
*[http://www.blb-karlsruhe.de/blb/blbhtml/nib/uebersicht.html Die Nibelungen-Handschrift C - digital - Faksimile der nunmehr Karlsruher (ehemals Donaueschinger) Hs. C]&lt;br /&gt;
*[http://www.fh-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/nib_intr.html Handschriften A, B, C (Bibliotheca Augustana)]&lt;br /&gt;
*[http://wissen-im-netz.info/literatur/simrock/nibel/index.htm  Das Nibelungenlied übersetzt von Karl Simrock]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/reichert_nhd.pdf Hermann Reichert, Nibelungenlied-Lehrwerk. Sprachlicher Kommentar, mittelhochdeutsche Grammatik, Wörterbuch. Passend zum Text der St. Galler Fassung („B“).]&lt;br /&gt;
*[http://web.archive.org/web/20061128181429/http://www.nibelungenlied.com/ Edition des Linzer Fragments M]&lt;br /&gt;
*[http://cgi-host.uni-marburg.de/~mrep/liste_inhalt.php?id=271 Überlieferungsübersicht, Nachweis weiterer Abbildungen von Fragmenten und Handschriften]&lt;br /&gt;
*v. Bülow, Bernhard, Reden (Band III), herausgegeben von Otto Hötzsch, Georg Reimer, Berlin 1909&lt;br /&gt;
*Fernau, Joachim, Disteln für Hagen, Herbig, München / Berlin 1966&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Medien ====&lt;br /&gt;
*[http://dvdbiblog.wordpress.com/2008/03/04/die-nibelungen-von-fritz-lang/ DVD-Filmprojekt für 2009/2010]&lt;br /&gt;
*[http://www.schaubuehne.de/spielplan/detailansicht.php?id_event_date=247891&amp;amp;id_event_cluster=74733&amp;amp;id_language=1#inhalt Hebbels Nibelungenlied in der Schaubühne 2009]&lt;br /&gt;
* Das Nibelungenlied von Eberhard Kummer gesungen - Die erste und einzige, komplette Einspielung des gesamten Nibelungenlieds aufgrund einer Live-Aufnahme des Phonogramm-Archivs der Akademie der Öst.Wissenschaften. Der Aufnahme liegen fünf sechsstündige Darbietungen im Okt. und Nov. 2006 im „Kulturquartier“ in 1190 Wien zugrunde. E.Kummer singt im Hildebrandston und begleitet sich auf einer keltischen Schoßharfe. Die Einspielung umfasst zwei MP3 CDs (ca. 30 Stunden Musikzeit) und wurde im „The Chaucer Studio“ der Brigham Young University Provo (UT) hergestellt. Vertrieb : E.Kummer, Chaucer Studio&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &#039;&#039;&#039;Urhebergeschützt&#039;&#039;&#039; ====&lt;br /&gt;
- der Benutzername ist Gilgamesch - das Passwort ist der Freund&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/Nibelungen.zip Hörspiel - 420 MB] - Quelle: http://www.amazon.de/Die-Nibelungen-Heldensage-Collectors-Heldensage/dp/B001D2DDDU/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247949744&amp;amp;sr=1-1&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/071214_nibelungen1_exp_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Der Nibelungen-Code: Deckname Siegfried - 512 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/071214_nibelungen2_exp_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Der Nibelungen-Code - Kriemhilds Todesspiel - 518 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090318_varus1_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Varusschlacht - Kampf um Germanien: Teil 1 - 529 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090318_varus2_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Varusschlacht - Kampf um Germanien: Teil 2 - 527 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_voelkerwand_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Kimbern und Teutonen: Teil 1 - 505 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_varusschl_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Varusschlacht und Gotensaga : Teil 2 - 524 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_kampfumrom_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Der Kampf um Rom : Teil 3 - 522 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_erbendesimp_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Die Erben des Imperiums : Teil 4 - 517 MB]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausführliche Themen: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Sprache, Schrift ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Geographie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Religion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Kulturgeschichtliche Aspekte, Geschichte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 975-977: Im &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;lassen sich für den zweiten Teil mit der Niederlage der Burgunden in der Zeit der Völkerwanderung eher historische Ansatzpunkte finden als für den ersten Teil, der mit den Figuren Brünhild (Isenstein) und Siegfried (Drachen, Tarnkappe, Hort) Verbindungen zur germanischen Mythologie und zum Märchen zeigt. ... Zwischen 406 und 413 hat es wahrscheinlich unter König Gundahar ein Burgundenreich am Mittelrhein gegeben (Hoffmann, 1992, S. 42 ff.) ... König Attila (Etzel) starb 453 in der Hochzeitsnacht mit der Germanin Hildico - nach zeitgenössischen Berichten an einem Blutsturz, also 16 Jahre nach Gundahar. Dieses unkämpferische Ende hat früh Gerüchte entstehen lassen, Hildico habe ihren Mann umgebracht, um Verwandte zu rächen, die 437 im Kampf gegen die Hunnen umgekommen sind. Damals hatte Attila das hunnische Heer nicht angeführt. ... Für Hagen gibt es kein historisches Vorbild. ... Zur Erklärung der Siegfried-Figur ist, besonders von Höfler, auf Arminius hingewiesen worden (Hoffmann, 1979). Beide sind als junge Männer von Verwandten heimtückisch ermordet worden, und Xanten, Siegfrieds Heimatstadt, ist auch Ausgangspunkt für die Arminius-Überlieferung. Aber die Verbindung des heroischen Siegfried mit der mythischen Sagenwelt und die Dominanz traditioneller, märchenhafter Erzählmotive führen nicht zu einer historisch begründeten Fixierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Mythentheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VII. Spezialthemen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Nibelungen von Fritz Lang ====&lt;br /&gt;
[[Bild:saal.jpg|right]]Nach der Fertigstellung des zweiteiligen „Dr. Mabuse“ wandte Fritz Lang sich dem mythologischen Stoff der Nibelungensage zu. Zwei Jahre verwendete er dafür, den Stoff zu verfilmen und es wurde sein bis dahin größter Erfolg. Aus der Stoffmasse mit ihren unterschiedlichen Versionen und den verschiedenen Bearbeitungen, die sie schon erfahren hatte, folgte Lang weitgehend dem eigentlichen Nibelungenlied, wobei er einige Vereinfachungen und Zuspitzungen vornahm. Der Stoff selbst war jedoch vorgegeben und wurde auch kaum entgegen der Überlieferung interpretiert. Langs Leistung besteht in der Illustrierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtwerk ist aufgespaltet in zwei Teile, wie die ursprüngliche Sage dies vorgibt. Im ersten Teil erfahren wir die bekannte Geschichte von Siegfried (Paul Richter), der den Drachen tötet, durch ein Bad in dessen Blut unverwundbar wird und den Nibelungenschatz gewinnt. Er kommt nach Worms an den Hof der Burgunder und hilft König Gunther (Theodor Loos) die amazonenhafte Brunhild (Hanna Ralph), Königin von Island, im Wettkampf zu besiegen und zur Frau zu bekommen. Im Gegenzug erhält er Gunthers Schwester Kriemhild (Margarete Schön) zur Gattin. Im berühmten Streit der Königinnen erfährt Brunhild von Kriemhild, dass es in Wahrheit Siegfried war, der sie besiegte. Um diesen Schandfleck zu beseitigen, lässt Gunther sich von dem düsteren Hagen (Hans Adalbert Schlettow) dazu drängen, Siegfrieds Ermordung zuzustimmen. Den Mord selbst führt Hagen aus, der sich unter einem Vorwand von Kriemhild die verwundbare Stelle markieren lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Teil „Kriemhilds Rache“ steht ganz im Zeichen von Kriemhilds Racheschwur. Kriemhild wird die Frau des Hunnenkönigs Etzel (Rudolf Klein-Rogge) und lädt einige Jahre später Gunther, Hagen und die übrigen Burgunder an den Hof des Hunnenkönigs ein. Sie will Rache an Hagen nehmen und als die Burgunder in Treue zu ihm stehen, dehnt sie ihre Rache auf alle, einschließlich ihrer Brüder aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erster Teil: Siegfried&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann hier nicht darum gehen, den Stoff selbst zu kritisieren, sondern es geht nur darum, was Lang daraus machte. Er entschied sich bei seiner Gestaltung zu vollkommener Stilisierung und Künstlichkeit. Die mythischen Anfangsszenen sind bewusst unwirklich gehalten und halten in ihrer atmosphärischen Wirkung einem Vergleich mit neueren Fantasy-Filmen durchaus stand. Die Welt der Anfangsszenen ist märchenhaft und unterweltlich. Lang arbeitet mit faszinierenden Licht- und Schattenspielen. Er verzichtete bewusst auf Außenaufnahmen und ließ im Studio einen Wald aus gewaltigen säulenartigen Stämmen aufbauen. Die Drachenszene war zu ihrer Zeit etwas nie Gesehenes und Lang war bemüht, die besten Techniker der Zeit um sich zu versammeln. Besonders surreal wirkt eine Szene, in der wir eine Gruppe angeketteter Zwerge sehen, die einen Kessel voll Gold tragen und die beim Tod ihres Königs Alberich (Georg John) versteinern, wobei ihre Gesichtszüge erhalten bleiben. Der Film verblüffte seine Zuschauer mit beeindruckenden Überblendungen, etwa beim Eindringen in die Nibelungenhöhle, oder bei den Szenen mit der magischen Tarnkappe, wie z.B. beim Wettstreit mit Brunhild, wo der unsichtbare Siegfried Gunther die Hand beim Speerwurf führt.&lt;br /&gt;
Die Welt der Burgunder wird geprägt durch ihre monumentale Architektur. Hier dominieren kahle Räume und riesige hohe Hallen. Diese Welt ist streng geometrisch aufgebaut. Wir finden überall symmetrische Muster, sei es im Boden oder bei den Gewändern. Die Menschen wirken klein vor dieser Architektur, etwa in den Domszenen, wo die Personen absolut symmetrisch bis hin zur Farbe der Gewänder vor dem imposanten Dom gruppiert werden. Die Menschen werden dieser Architektur völlig untergeordnet oder besser eingeordnet. Sie werden zum Teil der Architektur, zum bloßen Ornament. Berühmt ist hier die Szene, wo Brunhild bei ihrem Einzug in Worms über eine lebende Brücke vom Schiff an Land geht. Die Personen bewegen sich langsam und statuarisch und immer in strenger Symmetrie, sei es in Reihen oder spiegelbildlich. Eine psychologische Vertiefung erfolgt nicht und wird vom Stoff auch nicht gefordert. Die Personen sind reine Archetypen, sie vollziehen vom Schicksal vorgegebene Handlungsmuster. Die Atmosphäre bei den Burgundern hat insgesamt etwas Totes, was bildlich in den langen Gewändern, den leeren Räumen und der allgegenwärtigen Ritualisierung zum Ausdruck kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In deutlichem Kontrast zum statuarischen Worms steht das Island Brunhilds. Der Burgfelsen ragt aus einem unzugänglichen Flammenmeer hervor, womit visualisiert wird, worum es beim Wettkampf mit der Königin geht: um die Bezwingung ihrer Jungfräulichkeit. Wie die Märchenwelt, aus der Siegfried nach Worms kam, wird auch Brunhilds Welt als heidnisch gezeichnet. Eine Schamanin gibt der Königin vor urzeitlicher Höhlenmalerei ihre Weissagungen. Am deutlichsten unterscheidet sich die Welt Brunhilds durch ihre Bewegungschoreographie von der Welt der Burgunder. Die Amazonen verkörpern in ihren raschen, ungestümen Bewegungen das wilde und natürliche Leben. Der Film deutet so auch die Interpretationsmöglichkeit an, dass Brunhild das Leben ist, das die tote Welt der Burgunder braucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hauptthema des Films gilt gemeinhin die Treue und in der Tat gibt es kaum einen Begriff, der häufiger auf den Schrifttafeln auftaucht, als Treue. Dies ist mit Sicherheit auf den Einfluss von Fritz Langs verhängnisvoller Ehefrau Thea von Harbou zurückzuführen, die hier, wie in vielen anderen Filmen Langs, für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Sieht man sich den Film jedoch wirklich an, so stellt man sehr bald fest, dass sein eigentliches Thema keineswegs die Treue, sondern im Gegenteil der Verrat ist. Siegfried kommt nach Worms, um Kriemhild zur Frau zu gewinnen und er wird von Anfang an von den Burgundern für ihre Pläne zum Betrug an Brunhild benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gunther, der ewig zögernde und schwache König der Burgunder braucht Siegfried, der als einziger in der Lage ist, die übermenschliche Brunhild im Wettkampf zu besiegen. Dafür erhält er Kriemhild als Belohnung. Dies ist der Plan Hagens, der grauen Eminenz seines Königs. Und Siegfried zögert nicht einen Moment, in den Betrug einzuwilligen. Die archaische ungebändigte Kraft Brunhilds wird durch List bezwungen. Und dies wird mit dem hohlen Pathos von Treueschwüren verbrämt. „Halte mir Wort Gunther, wie ich dir Wort hielt.“, sagt Siegfried auf einer Texttafel und es schließt sich der Treueschwur der Blutsbrüder Siegfried und Gunther an. Lang macht mit seinen Bildern und seiner Schnittfolge ganz klar, wie er den Mythos versteht. So sehen wir die Blutsbrüderszene gegengeschnitten mit der betrogenen und zweifelnden Brunhild, die ahnt, das etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann, aber auch mit der naiven und gutgläubigen Kriemhild, die sich auf ihre Hochzeit vorbereitet. Bei den Burgundern ist alles auf Lüge aufgebaut, die ganze vorgebliche Freundschaft und beide Ehen sind auf Lüge gebaut. Und wo bleibt die Treue? Es ist die gegenseitige Treue beim Betrug. Es ist die Treue unter Ganoven.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der Betrug setzt sich fort. Noch einmal muss Brunhild betrogen werden, diesmal in der Hochzeitsnacht. Diesmal zögert Siegfried, doch lässt er sich sehr schnell durch Phrasen wieder einbinden. „Willst du den Freund im Stich lassen?“, fragt ihn Hagen. Und Gunther schweigt dazu und lässt wie immer Hagen für sich reden und Siegfried für sich handeln. Gunther und Hagen werden als die düsteren Intriganten dargestellt, die meist im Schatten sitzen und nur beobachten. Siegfried ist der nützliche Idiot, der sich verwenden lässt.&lt;br /&gt;
Die Betrogenen sind die beiden Frauen, vor allem Brunhild. Sie ahnen mehr, als dass sie wüssten, und so kommt es in der berühmten Treppenszene zum Streit der Königinnen. Brunhild verlangt als vermeintliche Herrin Siegfrieds den Vortritt und Kriemhild zeigt ihr aus gekränkter Eitelkeit den Armreif, den Siegfried der Amazone in der Hochzeitsnacht in Gunthers Gestalt abgenommen hat. Der Streit der Frauen hat seinen Ursprung im Lügengebäude der Männer. Bereut nun einer den Betrug? „Dein Schwatzen war schlimmer als ein Mord, Siegfried“, ruft Hagen. Dann geht es nur noch darum, die Folgen zu beseitigen. Brunhild verlangt aus verletzter Ehre den Tod Siegfrieds und Gunther ist zerrissen wie je: „Soll ich ihn töten, weil er mir treu war?“ Doch Brunhild überzeugt ihn mit dem Argument, Siegfried hätte sie entjungfert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegfried war das Werkzeug beim Betrug der Burgunder. Solange alles geheim war, pflegte man den Schein von Treue und Blutsbrüderschaft. Das zählt jetzt alles nicht mehr. Es geht nur noch darum, den lästig gewordenen Helfer und Mitwisser zu beseitigen. Dem ersten Verrat an Brunhild folgt der zweite an Siegfried. Man veranstaltet eine Jagd und Hagen belügt Kriemhild, um die verwundbare Stelle Siegfrieds zu erfahren. Dann ermordet er Siegfried hinterrücks, als dieser an einer Quelle trinkt. Brunhild, die Barbarin ist es, die zu Gunther sagt: „Um eines Weibes willen erschlugst du deinen treuen Freund“, und sie ist es, die an der Totenbahre Siegfrieds Selbstmord begeht. Kriemhild fordert Gerechtigkeit von ihrem Bruder. Sie verlangt, den Mörder zu bestrafen. Aber Gunther und seine Brüder stellen sich vor Hagen: „Treue um Treue. Seine Tat ist die unsere. Unsere Brust ist sein Schild“. In diesem Moment wird Kriemhilds Verwandlung sichtbar und sie schwört die Rache, die sich im zweiten Teil erfüllen wird. Die Treue- und Ehrbegriffe der Burgunder reichen nicht weiter als die einer Mafia-Bande. Lang macht dies besonders deutlich, wenn er durch seine bildliche Darstellung die schwülstigen Zwischentitel konterkariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Teil: Kriemhilds Rache:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ging es im ersten Teil um Betrug und Verrat, und zwar um mehrfachen Verrat, so steht der zweite Teil ganz unter dem Thema Rache. Kriemhild nutzt zunächst ihr Erbe, den Nibelungenschatz, um damit Verbündete gegen Hagen und ihren Bruder Gunther zu werben. Als Hagen ihr den Schatz raubt und ihn im Rhein versenkt, geht sie auf den Antrag des Hunnenkönigs Etzel ein und verlässt Worms. Sie lehnt ausdrücklich jede Versöhnung mit Gunther ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch stärker als im ersten Teil nimmt jetzt Hagen die zentrale Stellung auf der Seite der Burgunder ein. Er erscheint durchgehend in einem schwarzen Gewand mit Umhang und mit einem gewaltigen Flügelhelm. Um den finsteren Eindruck zu verstärken hat er im Film nur ein Auge. Er ist das Urbild des rationalen Bösewichts, der ohne Skrupel zu jedem Verbrechen im Dienst seines Herrn oder des Staates bereit ist. Er ist die fleischgewordene Staatsräson und kann als Folie für viele faszinierende Filmbösewichter von Dr. Seltsam bis Darth Vader gelten.&lt;br /&gt;
Ihm gegenüber steht jetzt Kriemhild, die sich vom naiven Jungmädchen zur Rachegöttin gewandelt hat. Im Gegensatz zum ersten Teil, wo sie wie Siegfried immer weiß gekleidet war, trägt sie jetzt schwarz. Sie bewegt sich kaum und wenn, dann nur sehr langsam. Damit bildet unter den ständig wimmelnden Hunnen eine Art Statue, was ihren Charakter als Rachegöttin noch verstärkt. Jeden Mann, der ihr begegnet versucht sie auf ihre Rache einzuschwören, sei es der biedere Rüdiger (Rudolf Rittner), sei es ihr neuer Gemahl Etzel oder dessen Bruder Blaodel (Georg John).&lt;br /&gt;
Die Welt der Hunnen steht in scharfem Kontrast zur Welt der Burgunder. Die Hunnen sind in ständiger Bewegung, sie werden als Barbaren gezeichnet, die in Erdhöhlen leben, sie sind orgiastisch und lebensfreudig. Statt der Gemessenheit des ersten Teils mit seinen langen Kamera-Einstellungen dominiert jetzt dynamische Beweglichkeit. Langs Nibelungenfilm stellt das Aufeinanderprallen dieser Welten ohne die platte Schwarzweiß-Malerei vieler neuerer Fantasyfilme dar. Hier steht nicht Gut gegen Böse, sondern es entsteht wirkliche Tragik, da Schuld und Unschuld auf beiden Seiten sich die Waage halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriemhild veranlasst Etzel, die Burgunder an seinen Hof einzuladen. Ihr Verlangen nach Rache jedoch weist er zurück. „Heilig ist der Gast“, sagt Etzel und wird damit zum Vertreter eines archaischen Moralbegriffs, der hoch über der Falschheit der Burgunder steht. Überhaupt wird Etzel, trotz seines wilden Äußeren, als sehr menschlich gezeichnet. Im Gegensatz zur starren Mimik der Burgunder drückt er seine Gefühle immer direkt aus. Wir sehen seine Liebe und Freude, wenn er mit seinem kleinen Sohn zusammen ist und wir sehen später seine abgrundtiefe Trauer, wenn Hagen diesen Knaben töten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz Hagens Abraten reisen die Burgunder zu Etzel und werden von ihm freundlich empfangen, während Kriemhild Etzels Bruder zum hinterhältigen Angriff auf die Knechte der Burgunder überredet. Es folgt ein Gemetzel, bei dem die in der Halle eingeschlossenen Burgunder sich gegen die Angriffe der Leute Etzels und seiner Verbündeten erwehren. Da die Kämpfe ohne Sieger bleiben, lässt Kriemhild das Dach der Halle anzünden. Der nächste Morgen sieht einzig Hagen und Gunther als Überlebende. Solange noch einer seiner Könige lebt, wird er den Ort des Nibelungenschatzes nicht verraten, sagt Hagen. Und als Kriemhild ihren Bruder Gunther töten und seinen abgeschlagenen Kopf vorzeigen lässt, da lacht Hagen: Jetzt wissen nur noch ich und Gott, wo der Schatz liegt. Kriemhild erschlägt ihn eigenhändig, um damit ihre maßlose Rache zu vollenden und sie wird daraufhin von Meister Hildebrand (Georg August Koch), einem letzten Gefolgsmann Etzels, getötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Notwendigkeit und Unbedingtheit, die so charakteristisch sind für die Stoffe der antiken und der germanischen Mythologie, steuert das Geschehen von Anfang an auf sein tragisches Finale zu. Vielleicht sind solche Stoffe nur mit den Mitteln des Stummfilms wirklich angemessen zu verfilmen. Dem archaischen Stoff korrespondiert hier die archaische Form. Ein Problem vieler neuerer Mythenfilme besteht ja darin, dass die pathetischen Dialoge unglaubwürdig wirken oder dass eine psychologische Figurenzeichnung dem Stoff nicht angemessen ist. Mythische Figuren handeln nicht als moderne Personen, sondern sie sind Archetypen, in denen Ideen und Weltanschauungen personifiziert werden. Fritz Lang hat sein Ziel einer adäquaten filmischen Umsetzung des Nibelungenmythos in beeindruckenden Bildern gemeistert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte der Nibelungen ist wahrscheinlich der deutscheste aller Stoffe. Fritz Lang akzeptierte dies ganz bewusst, wenn er seinem Film die Widmung „Dem deutschen Volke“ voranstellte. Wobei zu berücksichtigen ist, dass Langs Werk 1924 in die Kinos kam, neun Jahre vor der Machtergreifung der Nazis. Dennoch gab es Kritiker, die in Langs Darstellung Parallelen zur Ästhetik des Faschismus finden wollten. Es lässt sich nicht bestreiten, dass mit Begriffen wie „Nibelungentreue“ oder mit der Glorifizierung der Siegfried-Figur der Nibelungenstoff für ideologische Zwecke missbraucht wurde. Es sollte aber deutlich geworden sein, dass dies im Film keinerlei Grundlage findet, sowenig wie im Stoff des Nibelungenmythos selbst. Im Gegenteil gilt es, das Werk vor faschistoiden Vereinnahmungen in Schutz zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Filmdaten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (1): Siegfried - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou und Fritz Lang, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Walter Ruttmann, Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Paul Richter, Margarete Schön, Hanna Ralph, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Rudolf Klein-Rogge, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (2): Kriemhilds Rache - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Eugen Schüfftan (Optische Spezialeffekte), Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Margarete Schön, Rudolf Klein-Rogge, Georg John, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.filmzentrale.com/rezis/nibelungensk.htm entnommen aus der Filmzentrale]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Thesen zum geschichtlichen Hintergrund der Handlung und der Personen des Nibelungenliedes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorbemerkung :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der geschichtliche Hintergrund zerfällt vermutlich ebenso wie die Handlung des Epos in zwei Teile, die Ermordung des Helden Siegfrieds und den Untergang der Burgunder im Kampf gegen die Hunnen. Schon früh wurde deshalb spekuliert, dass es sich eigentlich um zwei unterschiedliche Erzählungen handelte, welche nur dramaturgisch durch einen dünnen Handlungsfaden verbunden wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der erste Teil durch seine sagenhaften Anklänge geschichtlich schwerer einzuordnen ist, geht es im zweiten Teil nach wohl vorherrschender Meinung um den Untergang des Burgunderreiches während der Umwälzungen der Völkerwanderung. Aufgrund der besseren Überlieferungslage sind die insoweit handelnden Personen wie Attila alias Etzel oder Theoderich der Große alias Dietrich von Bern historisch leichter zu identifizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bereits am Beispiel dieser beiden verbürgten geschichtlichen Heroen fällt auf, dass im Nibelungenlied verschiedene „Heldengestalten“ miteinander agieren, welche sich tatsächlich niemals begegnet sind. So war Attila bei der Geburt Theoderichs bereits verstorben. Auch verbrachte Theoderich seine Jugend nicht als Geisel bei den Hunnen, sondern am Hof des oströmischen Kaisers Leo I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Das Reich der Burgunden als Hintergrund von „Krimhilds Rache“ :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Neckar - Taunus Raum kommend, drang der germanische Stamm der Burgunden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
( später auch Burgunder genannt ) um den Jahreswechsel 406 / 407 im Zuge der Zerfalls- erscheinungen des römischen Limes über den Rhein vor. Ca. 413 schlossen sie mit dem weströmischen Reich einen Bündnisvertrag, welcher ihnen als „Foederati“ gegen Stellung von Truppen einen großen Siedlungsraum im Rheingebiet zugestand. Ob es sich dabei tatsächlich um das mittelrheinische Gebiet um die Stadt Worms herum handelte, ist noch strittig. Als die Burgunden unter ihrem Anführer Gundahar ab 430 begannen, sich weiter nach Westen in römisches Provinzgebiet auszudehnen, kam es erneut zum offenen Konflikt mit dem West-reich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unschwer ist in der Person des Gundahar die Person des Gunthers aus dem Nibelungenlied zu identifizieren. Anders als dort ist sein historischer Gegenspieler jedoch nicht der Hunne Attila, sondern der römische Heermeister Flavius Aetius.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der um 390 geborene Aetius war in seiner Jugend zunächst als Geisel bei den Hunnen aufgewachsen. Nach einer glanzvollen militärischen Karriere als „Magister militum“ des weströmischen Reiches floh er aufgrund einer Palastintrige erneut zu den Hunnen. Mit deren Hilfe kehrte er 433 an den weströmischen Hof zurück, wo er als Heermeister das marode Reich ein letztes Mal militärisch stabilisieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu zählte insbesondere der Feldzug gegen die Burgunden, wobei sich Aetius aufgrund seiner Beziehungen auch hunnischer Hilfstruppen bediente. In den folgenden Kämpfen der Jahre 435 / 436 wurde das Reich der Burgunden von den Truppen des Aetius vernichtet und Gundahar getötet. Anschließend siedelte der siegreiche Feldherr die überlebenden Burgunden im Rhonetal / Savoyen als Puffer gegen die germanischen Alemannen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Das Leben Attilas als Hintergrund von „Krimhilds Rache“ : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hunnenkönig Attila trat nach den historischen Quellen bei dem Feldzug gegen die Burgunden selbst nicht in Erscheinung. Er regierte die Hunnen seit 434. Nach der Ermordung seines Bruders Bleda 444 / 445 wurde er ihr unbeschränkter Großkönig mit Herrschaftssitz in der ungarischen Tiefebene an der Theiß. Während er Feldzüge gegen Ostrom unternahm, unterhielt er zum weströmischen Reich, vermutlich aufgrund des dortigen Heermeisters Flavius Aetius ( s.o. ), überraschend gute Beziehungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nach einem als Heiratsangebot getarnten Hilfserbitten der verzweifelten Schwester des weströmischen Kaisers Valentinian III forderte Attila sogleich die Hälfte Westroms als „Brautgeschenk“. In der Folge fiel er mit seinen überlegenen Reiterhorden in das Reich ein und konnte erst nach langen wechselhaften Kämpfen im Jahr 451 in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern von Flavius Aetius und einem Vielvölkerheer aus Römern, Westgoten und anderen Germanen ( vermutlich auch Burgundern ) zurückgeschlagen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
452 fiel Attila erneut mit seinem Heer in Italien ein. Diesmal wurde sein Kriegszug nach anfänglichen Erfolgen letztlich wohl durch Seuchen und Versorgungsprobleme gestoppt, welche der Römer Aetius durch die ausweichende Militärtaktik der „verbrannten Erde“ noch gesteigert hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser wiederholten Niederlage zog sich Attila in seinen Herrschaftsraum zurück und starb 453 während der Hochzeitsnacht mit seiner germanischen Braut Ildikó, der Tochter eines gotischen oder gar burgundischen Fürsten. Die Todesursache war entweder ein Blutsturz oder beigebrachtes Gift.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Ildikó auch als Hildiko bzw. neuhochdeutsch „Hildchen“ übersetzt werden kann, sieht man in dieser Braut des Attila ein mögliches Vorbild für die Krimhild der Nibelungensage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der mächtige Heermeister Flavius Aetius wurde 454 während einer Audienz vom damaligen Kaiser Valentinian III eigenhändig umgebracht. Gelegentlich wird der Römer Aetius aufgrund seiner historischen Rolle als der eigentliche „Etzel“ des Nibelungenliedes angesehen. Auch waren es historisch gesehen letztlich die Römer, welche den Untergang der Burgunden / Nibelungen und den Tod Gundahars / Gunthers zu verantworten hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Das Leben des Arminius / Hermann als Hintergrund von „Siegfrieds Tod“ :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Rollen des Gunther, des Etzel und der Krimhild aufgrund der historischen Geschehnisse leicht(er) zuzuordnen sind, stellt sich für den ersten Teil des Nibelungenliedes die zentrale Frage, welche historische Persönlichkeit eine derartige Wirkungskraft ausgeübt haben könnte, um aus dem Dunkel der sagenhaften Überlieferungen ein Vorbild für die Figur des Helden Siegfried zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angeführte „zeitgenössische“ Personen der Völkerwanderung werden dem nicht ansatzweise gerecht. Aus den langen Auseinandersetzungen zwischen Römern und Germanen , um die geht es letztlich trotz aller Verzerrungen auch im Nibelungenlied ( s.o. ), ragt jedoch ein Mann hervor, dessen Leben und Sterben in den grundlegenden Motiven auf den Sagenheld Siegfried wie eine Schablone zutrifft : Arminius, der Fürst der Cherusker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;a. Das Motiv der Herkunft und Namensgebung&#039;&#039;&#039; :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Versionen der nordischen Sagas wächst Siegfried in der Wildnis auf, gesäugt von einer Hirschkuh. Ggf. stellt dies eine Parallele zur römischen Sage von der Romulus und Remus säugenden Wölfin dar. Nach verschiedenen Deutungen des Stammesnamens der Cherusker ist wohl der Hirsch, germanisch &#039;&#039;herut&#039;&#039;, als deren „Wappentier“ anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Nibelungenlied wird der Name von Siegfrieds Vater mit Siegmund angegeben. Nach den römischen Quellen lautet der Name von Arminius Vater Sigimer oder Segimer. Die Silbe Sig bzw. Seg war bei den Cherusker offenbar recht gebräuchlich ( siehe z.B. auch Segestes ) und deutete wohl auf Auszeichnung im Kampf hin. Der Name der Mutter des Arminius bleibt unerwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch sein germanischer Name ist unbekannt. Der Name Arminius wurde ihm von den Römern wie üblich erst bei der Verleihung des römischen Bürgerrechts gegeben. Er steht wohl am ehesten für „der Blauäugige“ (von &#039;&#039;armenium&#039;&#039; - „bergblau“). So wurde der Bruder des Arminius von den Römern auch nur schlicht Flavus, „der Blonde“, genannt. Der Name Hermann taucht erst später im Mittelalter auf und wurde angeblich von Luther geprägt. Angesichts der hohen Stellung seines Vaters Sigimer ist der gleichbleibende Namensteildes „Sig“ bei dem germanischen Namen des Arminius naheliegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Herkunft Siegfrieds wird im Nibelungenlied Xanten angegeben. Die historische Stadt Xanten ist römischen Ursprungs und diente unter dem Namen Vetera als eines der zentralen Lager der römischen Rheinlegionen. Arminius ist zunächst selbst ein Mitglied dieses Heeres, welches später von ihm vernichtend geschlagen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;b. Das Motiv des mutigen Kämpfers : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Siegfried im Nibelungenlied war Arminius nicht nur ein Anführer seines Volkes, sondern auch ein im Kampf erfahrener und herausragend erfolgreicher Krieger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im römischen Militärdienst ab spätestens 4 bis 9 n.Chr. zeichnete sich Arminius als Führer von germanischen Hilfstruppen in den Feldzügen des späteren Kaisers Tiberius in Germanien und / oder Pannonien derart persönlich aus, das er in einer bis dahin beispiellosen Karriere als Germane sogar in den römischen Ritterstand aufsteigen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der persönlich mit ihm bekannte römische Historiker Paterculus, selbst ein ranghoher Soldat, schilderte den späteren Gegner Arminius nach den gemeinsam verbrachten Kriegsjahren wie folgt : “ Er war tüchtig im Kampf und rasch in seinem Denken, ein beweglicherer Geist als es die Barbaren für gewöhnlich sind. Das Feuer seines Geistes verriet sich schon im Blick seiner Augen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;c. Das Motiv des Drachenkampfes :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich durch die persönlich erlebte römische Herrschaftspraxis in der germanischen Provinz entschied sich Arminius jedoch trotz geringer Erfolgsaussichten für den Kampf gegen die zu dieser Zeit geradezu übermächtig wirkende „Weltmacht“ Rom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungeachtet aller persönlichen Gefahren und trotz Verrats seiner Pläne organisierte Arminius, quasi vor den Augen des recht vertrauensseligen Statthalters Varus, einen erfolgreichen germanischen Aufstand der durch das Inferno der Schlacht im Teutoburger Wald bzw. Varusschlacht um 9 n.Chr. mit einem Schlag die römische Herrschaft in Germanien jenseits des Rheins beendete und Rom in seinen Grundfesten erschütterte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Motiv des Kampfes gegen einen schier übermächtigen Gegner findet sich bei Siegfried in Form des Drachenkampfes wieder. Die insoweit deutlich detaillierten Edda-Schilderungen über den Drachenkampf lassen überraschende Parallelen zu den jüngsten Erkenntnissen über den mutmaßlichen Ablauf der Varrusschlacht aus dem Raum um Kalkriese erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So stellt Siegfried dem Ungeheuer auf dessen Weg zum Wasser mit einer Erdgrube eine Falle. Darin verborgen sticht er dem Lindwurm in das Herz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kalkriese wurde eine Erdwallanlage aufgefunden, mit der die dahinter verschanzten Germanen unter Arminius den auf dem Rückmarsch zum Rhein befindlichen römischen Legionen den Weg abgeschnitten haben sollen. Vermutlich kam es dort zu dem Endpunkt eines sich über mehrere Tage hinziehenden Kampfes, in welchem die Legionäre in ihrer verwundbaren Marschformation von den Germanen angegriffen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der sich über viele Kilometer erstreckende Zug der Römer unter dem Befehl des Statthalters Varus, bestehend aus den drei kampfstärksten Legionen des Reiches, jeder der bis zu 18.000 Berufssoldaten mit Kettenhemd, Helm und eisenbeschlagenem Schild, wird wohl selbst von heutigen Autoren noch als „lindwurmartig“ bezeichnet. Den drei Legionen voran wurden die römischen Feldzeichen getragen. Zu Zeiten des Arminius waren dies die römischen Adler. Bereits vor der Völkerwanderung wurde der Adler im römischen Heer jedoch durch den eindrucksvollen Kopf eines Drachen ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Standartentraeger.png|thumb|Nachbildung eines römischen Standartenträgers der Kavallerie nebst drachenköpfigem Feldzeichen aus der späten Kaiserzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;d. Das Motiv des Blutbades und der Unverwundbarkeit :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Sieg über den Drachen nimmt Siegfried ein Bad in dessen Blut, um hierdurch für seine Feinde unverwundbar zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Sieg des Arminius und seiner Verbündeten ist absolut. Die drei Legionen nebst Tross und Hilfstruppen werden so vollständig vernichtet, dass sie auf kaiserliche Weisung hin nie wieder aufgestellt werden. Der Statthalter Varus stürzt sich auf dem Schlachtfeld in sein Schwert. Das seit langer Zeit sieggewohnte römische Reich ist nach heutigen Maßstäben geradezu traumatisiert. Der damalige Kaiser Augustus soll mit dem Ruf „Varus, Varus gib mir meine Legionen zurück“ aufgelöst durch seinen Palast geirrt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem morastigen Schlachtfeld lagen unter Berücksichtigung der germanischen Verluste bis zu 25.000 Tote nebst Pferden und Maultieren. Nach den römischen Quellen und den Erkenntnissen bei Kalkriese hatte es zuvor bzw. während des Kampfes in Strömen geregnet. Selbst für die damaligen Verhältnisse muss das Kampfgebiet einen apokalyptischen Eindruck geboten haben, zumal Schlachten dieser Größenordnung auf germanischem Gebiet bisher kaum stattgefunden hatten. Nach vorsichtigen Schätzungen moderner Militärhistoriker dürften aufgrund der Schwere der damaligen Kampfverletzungen allein 50.000 Liter menschlichen Blutes den aufgeweichten Boden, die Regenpfützen und die umliegenden Wassertümpel getränkt haben. Verletzte und wohl auch gefangene Römer wurden noch vor Ort massakriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Fragmentfunden aus Kalkriese gingen die Sieger dazu über, den toten Legionären die Rüstungen vom Leib zu reißen. In dem zu dieser Zeit noch eher kleinbäuerlich geprägten Germanien waren Metalle nur spärlich verfügbar. Fast nur Adlige konnten sich Schilder, Kettenhemden, Helme oder Schwerter aus Metall leisten. Der einfache Krieger zog mit dem im Feuer gehärteten Speer und einem Schild aus Holz in die Schlacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nunmehr aber verfügte die Allianz des Arminius neben ihrer spärlicheren Hilfstruppen-ausrüstung mit einem Schlag über zehntausende hochwertige Rüstungen nebst Helmen und Schilden aus den römischen Legionsbeständen. Der weitere Kriegsverlauf belegt die folgende „Unüberwindbarkeit“ der Kämpfer des Arminius.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;e. Das Motiv des Hortes und der darin befindlichen Schätze : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem Sieg über den Drachen gelangt Siegfried an unermessliche Reichtümer aus dem Hort der Nibelungen, darunter eine Tarnkappe und einen Stab der Beredsamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arminius fielen neben den unbezahlbar wertvollen Waffen der Rheinlegionen auch deren gesamte Habseligkeiten, die prachtvolle Ausstattung des römischen Statthalters und wohl unzählige Trossangehörige als Sklaven in die Hände. Römische Städte und Ansiedlungen auf germanischem Gebiet, wie z.B. Waldgirmes, wurden zerstört und vollständig geplündert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie zuvor bei der Planung des Aufstandes unter den Augen der Römer gelang es Arminius mit einer bis dahin nahezu einmaligen diplomatischen Leistung ein dauerhaftes Bündnis aus verschiedenen, traditionell zerstrittenen germanischen Stämmen zu schmieden. Dieses erwies sich als stark genug, um den römischen Rache- und Rückeroberungsfeldzügen der Jahre ab 14 bis 17 n.Chr. erfolgreich standzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der römische Feldherr Germanicus setzte während dieser mehrjährigen Feldzüge zeitgleich nahezu ein Drittel des gesamten römischen Heeres der damaligen Zeit ein. Arminius griff seinerseits immer wieder auf eine ausweichende Guerillastrategie zurück. Überraschende Angriffe auf die Marschkolonnen des Gegners und kontrollierte Absetzbewegungen in den schützenden Wald bei einem problematischen Kampfverlauf kennzeichneten die bevorzugte Taktik des Arminius. Angesichts dramatischer römischer Verluste und geringer Erfolge befahl der nunmehrige römische Kaiser Tiberius, ein früherer Kampfgefährte des Arminius (s.o.), im Jahr 17 n.Chr. seinem Feldherrn Germanicus den endgültigen Abbruch der Feldzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der weiteren Folge nahm es Arminus noch im selben Jahr mit Marbod, dem äußerst mächtigen König der Markomannen und dessen unabhängigen Großreich im heutigen Tschechien bzw. Böhmen auf. Dieses verfügte nach römischen Quellen über ein Heer von ca. 75.000 Kriegern und hatte bis dahin selbst für Rom eine nachhaltige Gefahr dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und auch in diesem Kampf gelang dem Stammesbündnis unter Führung des Arminius der Sieg. Und dies trotz des verräterischen Überlaufens seines Onkels Inguiomerus zu den verfeindeten Markomannen. Der gedemütigte Marbod musste im Jahr 19 n.Chr. schließlich sogar in ein römisches Exil fliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Krieg erwies sich der geschickte Kämpfer und Diplomat Arminius damit trotz seiner militärisch übermächtig wirkenden Gegner als unbesiegbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;f. Das Motiv des Verrats und der Ermordung durch die eigenen Verwandten : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der unverwundbare Siegfried wird von den gekränkten und neidischen Verwandten seiner Ehefrau mittels einer List hinterrücks ermordet. Die Tat wird von dem grimmen Hagen ausgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Berichten des Tacitus zum Tod des Arminius ist festgehalten, dass dieser ca. 19 / 21 n.Chr. durch die „Hinterlist seiner Verwandten fiel“. Er hatte wohl auf dem Weg zu einer Art „Königswürde“ zu viel Macht erlangt und erschien nach Wegfall des äußeren Feindes im internen Gefüge der Stammesfürsten schlicht zu gefährlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mörder des Arminus wird namentlich nicht genannt. Ausgehend von dem spärlichen Berichten des Tacitus verblieben jedoch nach dem Verrat des Onkels Inguiomerus ( s.o. ) nur noch zwei in Betracht kommende Verwandte : Flavus, sein Bruder, und Segestes, der Schwiegervater des Arminius. Beide stehen während der kriegerischen Auseinandersetzungen zumeist auf Seiten der Römer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Segestes soll Arminius sogar noch (erfolglos) an Varus verraten haben. Obwohl oder gerade weil Arminius seine Tochter Thusnelda zur Ehefrau genommen hatte, betrieb Segestes auch später noch dessen Vernichtung. Schließlich begab sich Segestes im Verlauf der geschilderten Feldzüge 15 n.Chr. nebst seiner Tochter sogar persönlich in die helfenden Hände der Römer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bruder Flavus blieb als Anführer von Hilfstruppen bis zum Ende der Kämpfe 17 n.Chr. seinem einstmaligen Schwur auf den römischen Kaiser treu. Wie Hagen in verschiedenen Edda-Versionen verlor Flavus nach den römischen Quellen während der Kämpfe ein Auge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich der Feldzüge lieferten sich Arminius und Flavus über die Weser hinweg ein sehr persönliches Wortgefecht, wobei laut des römischen Geschichtsschreibers nur das schnell fließende Wasser ein sofortiges Blutvergießen verhinderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessanterweise wird Hagen von Tronje in mehreren Deutungen des Ortsnames Tronje ein römischer Hintergrund zugewiesen. So wird das sagenhafte Troja als das Ursprungsland der ersten römischen Siedler oder das in der Nähe von Xanten gelegene Römerlager Colonia Ulpia Trajana als mögliche „Herkunft“ Hagens angeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der historisch verbürgte Flavus an den Feldzügen des Germanicus teilnahm ( s.o. ), ist sein Standort in diesem Militärbereich zumindest möglich. Er hatte jedenfalls nach dem Ende des offenen Kampfes, ggf. im naheliegenden Zusammenspiel mit einem im Hintergrund die Fäden ziehenden Schwiegervater Segestes, ein Motiv und räumlich gesehen wohl auch Gelegenheit zum geschilderten „hinterlistigen“ Mord an Arminius. Bezeichnenderweise wurde erst dem in Rom geborenen Sohn des Flavus mit Namen Italicus von den führungslosen Cheruskern im Jahr 47 n.Chr. die Herrschaft über den Stamm angetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor diesem Hintergrund sei noch angeführt, dass in der dem Nibelungenlied ähnlichen Thidrekssaga der dort als „Högni von Troia“ bezeichnete Hagen kurz vor seinem Tod mit einer „hunnischen“ (s.o.) Sklavin einen Sohn zeugt und dieser den Schlüssel zum Hort Siegfrieds übergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;g. Das Motiv der treuen Ehefrau am fremden Hof und des gemeinsamen Sohnes : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krimhild bleibt Siegfried nach dessen Ermordung in aufrechter Liebe und Trauer verbunden. Sie rächt seinen Tod am Hofe der Hunnen an ihren Verwandten. Der gemeinsame Sohn wird ohne nähere Beschreibungen in das Nibelungenreich gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tragische Beziehung zwischen Arminius und seiner Ehefrau Thusnelda ist wohl das erste überlieferte „Liebesdrama“ aus dem deutschen Raum. Nach wiederholten Zerwürfnissen mit seinem im Machtgefüge konkurrierenden Schwiegervater Segestes muss Arminius miterleben, wie dieser im Jahr 15 n.Chr. die schwangere Thusnelda nach Rom verbringen lässt. Zur Haltung Thusneldas in dieser Situation schreibt der römische Historiker Tacitus wörtlich : „Sie stand mit dem Herzen mehr auf der Seite ihres Mannes als ihres Vaters. Sie ließ sich keine Träne entlocken und kein flehendes Wort verlauten; die Hände im Schoß zusammengelegt, blickte sie auf ihren schwangeren Leib.“ Sie sah Arminius niemals wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sohn des Arminius mit dem überlieferten Namen Thumelikus wird während des so erzwungenen Aufenthalts im römischen Reich geboren. Seinen Vater hat er weder sehen, noch rächen können. Seine Spur verliert sich letztlich im Dunkel der Geschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der einst so mächtige Stamm der Cherusker hinterlässt bald keine geschichtlichen Spuren mehr. Nach andauernden internen Zwistigkeiten, befördert durch die erfolgreiche römische Diplomatie des „Teile und Herrsche“ geht auch dieser Volksstamm ähnlich wie später die Burgunder sinnbildlich unter. Mutmaßlich gehen die Angehörigen der Cherusker später in dem sich langsam bildenden Stammesverbund der Franken auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;h. Das Motiv des Gedenkens in Liedern und Gesängen : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Helden Siegfried wurde im germanischen Sprachraum dauerhaft in den Überlieferungen der Edda und letztlich auch im Nibelungenlied gedacht. Sämtliche Schilderungen wurden deutlich nach den dramatischen Ereignissen um den Cherusker Arminius niedergeschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine germanische Geschichtsschreibung fehlte zu dessen Zeit noch und wurde durch die mündliche Überlieferung und Gesänge ersetzt. Eine noch im späteren Mittelalter bei den Volkssagen zu beobachtende märchenhafte bzw. symbolische Verfremdung und / oder Überhöhung der wahren Personen und Ereignisse ist einer derartigen Überlieferungsform geradezu innewohnend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich berichtet der römische Historiker Tacitus in seinen zu Beginn des 2. Jahrhunderts n.Chr. verfassten und lange verschollenen „Annalen“ bzgl. des germanischen Gedenkens an Arminius wörtlich : „Noch heute besingt man ihn bei den barbarischen Völkern.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst seine römischen Feinde fällten über ihn ein historisches Urteil, welches Arminius bei den germanischen Völkern unsterblich gemacht haben mag. So heißt es bei Tacitus weiter :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Arminius hat nicht wie andere Heerführer und Könige das römische Volk in seinen Anfängen herausgefordert, sondern das in höchster Blüte stehende Reich. In den Schlachten kämpfte er mit wechselndem Erfolg, im Krieg blieb er unbesiegt. Er war ohne Zweifel der Befreier Germaniens.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den sicheren Nachweis, dass das Schicksal des Arminius in der Form der Siegfriedsage und dem Nibelungenlied verewigt wurde, bleibt die Geschichte leider wohl für immer schuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Thesen bleiben auch unter den Experten aus den unterschiedlichsten Gründen heftig umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber welcher Sänger oder Barde würde wohl einen solchen Menschen mit all seiner persönlichen Tragik jemals der Vergessenheit preisgegeben haben !?&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
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		<title>Nibelungenlied</title>
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		<updated>2011-02-21T13:34:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* I. Fragestellungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== &#039;&#039;&#039;Symposien&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
*13.08.2009 - 20:30 Uhr bei Tobias. Themen: Einführung und erste Textpassagen, Nachwort Grosse. Wir lesen Brackert: Ende 3. Aventiure.&lt;br /&gt;
*2.09.2009 - 20:30 bei Tiemo 4. und 5. Aventiure gelesen&lt;br /&gt;
*12.9.2009 - 20:00 Wanderhütte bei Dörscheid am Rhein. Bis Ende 9. Av. gelesen. siehe auch [http://www.schneelaeufer.de/2009_Rhein unsere Fotos]&lt;br /&gt;
*30.09.2009 - 20:45 bei Tiemo. Andreas: Die Edda und das Nibelungenlied. Gelesen bis Ende 14.Av.&lt;br /&gt;
*14.10.2009 - 20:30 bei Matthias. Matthias-Vortrag: historischer Kontext Siegfried-Arminius, Burgunden-Römer; Dietrich von Bern. Bis Ende 16. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*05.01.2011 - 20:00 bei Matthias. Erstmal wieder reinkommen. Bis Ende 18. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*26.01.2011 - 20:30 bei Andreas. Bis Ende 20. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*10.02.2011 - 20:00 bei Matthias. Bis Ende 24. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*23.02.2011 - 20:30 bei Tobias.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Thesen, Kurzeinträge, Literatur. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Fragestellungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Was unterscheidet Mythologie von Religion? Wenn es im ersten Teil vom NL um mythologische Resonanz geht, stellt sich die Frage, ob hinter dieser Mythologie ein Sinn steht, eine Antwort auf die Frage nach Ursprung und Ende, oder eben Sinn auf ganz andere Weise generiert: Liebe, Treue, Kampf? Es stellt sich auch die Frage, inwiefern Epen die Roman-Funktion übernahmen, die Lukács definierte: der Roman ersetzt das in der Moderne nicht erfüllte Bedürfnis nach Transzendenz, nach einem metaphysischen Zuhause.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Wie wichtig ist das Treue-Motiv? Zumindest das Wort ist dominant. &amp;lt;span style=&amp;quot;color: color&amp;quot;&amp;gt;Was ist Treue? Wer ist treu?&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Was baut eigentlich den übergreifenden Spannungsbogen im NL auf? Worum geht es?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Was für ein Held ist Siegfried (Hybris, naiv, unbescholten etc.)? Vor allem Eines: unbekümmert! - Gegenpol des &amp;quot;Kümmerers&amp;quot;, des grimmen Hagen - grimm ob der Last des ständigen Bedenkens, Grübelns. Seliger Siegfried! Und überhaupt: was zeichnet einen Helden aus, was ist ein Anti-Held? Übt NL Kritik am Helden-Epos, indem Helden unmöglich werden? (NL weniger Helden- als vielmehr höfisches Epos. Heldenepos: 1 menschlicher Held. NL: diverse ausgezeichnete Recken einerseits und andererseits Überlagerung durch das Höfische.) Ironisiert NL die Heldenfrage? Siegfrieds Vorstellung am Hof Worms ist Hybris-artig: Ich schlage alle, ich nehme mir alles. Keine Spur von Weisheit. AV2, 55: Holt sich gewaltsam, was er will. 88: schlachtet für den Nibelungenschatz 700 Krieger und 12 Riesen, später aus Spaß Löwen, Elche, Bären, Wisente...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hybris-, Minne- und Treue-Motiv: wie verhalten sie sich zueinander? Ist Minne Glaubensersatz an das Transzendente, damit Immanenz-Erscheinung? Was ist/bedeutet Liebe zu einer Frau und zu einem Mann?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Welche Rolle spielen Frauen? Mit Kriemhield geht&#039;s los, sie verbindet die beiden großen Teile, sie initiiert große Ereignisserien.&lt;br /&gt;
Krimhild, die Klammer des Epos.   &lt;br /&gt;
Brunhild, die Klammer zu den alten Sagen.&lt;br /&gt;
Wenn Frauen aktiv werden, dann öffnet sich der Himmel und es regnet Unheil und Grauen. Sie dürfen nicht unterschätzt werden. Sie dürfen gar nicht zu (widernatürlicher) Aktivität gereizt werden, müssen also gut behandelt werden. Dann kann die natürliche Ordnung bestehen bleiben.&lt;br /&gt;
   Frauen sind der Ausblick in eine individualistische Zukunft (siehe erweiterte Minne-These V 5)&lt;br /&gt;
Ein bestimmtes Verhalten Frauen gegenüber macht auch das &amp;quot;Höfische&amp;quot; aus (siehe auch Subversions-These V 10).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hagen, der Wissende: AV 3, 84: berichtet über Siegfrieds große Taten, erkennt ihn, erwähnt ganz kurz den Drachenkampf (100).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Siegfrieds Riss im schützenden Hautpanzer ist zugleich Möglichkeit des grundlegenden Risses in der Großhandlung.&lt;br /&gt;
(Vgl I. 12, IV. 6, V. 9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Siegfried: kämpft mit dem Schwert Balmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Kriemhild träumt in AV1, 11: von ihrem Schicksal, stemmt sich dagegen (keinen Mann kennenlernen), doch dann verliebt sie sich in S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Was heißt es, ein „wahrer Ritter“ zu sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Gibt es eine &amp;quot;Epos-Entwicklung&amp;quot; vom Gilgamesch (Menschliche Handlungen werden durch uneinheitliche Gottesmacht gelenkt), über Beowulf (Menschen handeln selbstständiger, sind aber mystischen  Kräften - Drachen &amp;amp; Monstern, ausgesetzt) zum Nibelungenlied (bei dem der Mensch nur noch durch rein menschliche gegenseitige Beeinflussung nicht seine Handlung voll kontrolliert)? (Vgl. I. 8, IV. 6, V. 9)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Was verbindet die verschiedenen Epen? - Länge, Verse, übergreifende Themen mit Völkern, Ländern und vielen handelnden Personen und mystischen Kräften (Göttern, Monstren, Drachen, und mystischen zwischenmenschlichen Strukturen)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. V150 Schicksalsmotiv: Sterben wird, wer dem Tod verfallen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. V155: Wahre Freundschaft: Vertrauen, Tapferkeit, Dank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. V175: Übermuts-Motiv. V381: Eifer bringt Unheil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. V198: andauernde körperliche Konfrontation: scharfe Schwerter, tiefe Wunden, Blutströme, Frauen, die Leid ertragen, Kampf, Sein-Leben-Lassen ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. V207: Siegfried hat das Schwert Balmung. Tatsächlich: er hat es einfach. Die, vermutlich bekannte, Geschichte dieser trefflichen Waffe ist dem NL-Dichter nicht wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19. V224, 238: Liebesmotiv Kriemhild-Siegfried ist an den Sorge und Kampf gebunden: Übermittlung von Nachrichten über den Zustand, Freude über erschlagene Gegner, den Sieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. V230: Siegfried vereint alle Tugenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. V232: Es geht darum, die Ehre ohne Makel zu bewahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Warum ist Siegfried so stark? Vermutung: externer Verweis auf die Edda-Geschichten. man kennt den überstarken Siegfried bereits ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Schlacht gegen die Sachsen: alle sind Helden, nur die Burgunder sind Über-Helden. Das Nibelungenlied protzt nur so vor Lob nach allen Seiten über Tapferkeit, Schönheit etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Das Niblungenlied etabliert ein Wettkampf auf allen Ebenen (vgl. V271): vom richtigen Kampf, zum anschließenden Turnier, zum Kampf mit Brünhilde im Bett ... Liest man hier etwas Krankhaftes, ein Sich- ständig-beweisen-müssen? Ist es eine Unruhe der Immanenz, in der keiner göttlich sanktioniert einfach besser ist? Ständiger Konkurrenzkampf als Ausdruck sozialer und/oder wirtschaftlicher Verschiebungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. Gibt es im Nibelungenlied eine richtige Reflexionsebene? einen Weisen, einen Alten? Bei Siegfried scheint es ja quasi aus seiner Natur herauszuwachsen. Als Siegrfried &amp;amp; Co. zum Brünhilde-Ausflug rüsten, klingt alles spontan, Entscheidungen werden erst kurz vor den Ereignissen getroffen, kurz und wenig überzeugend, vielmehr naiv, ohne Bedenken der Folgen. Eben unbekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. V296: Neid!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. V324, 328: Ankündigung von Siegfrieds Tod und des Tods der anderen Helden. Es gibt eine Art Schicksalsmotiv, unbewusst auf der Ebene der Akteure - bis auf Kriemhild und ihren Traum, den sie aber offensichtlich nicht ernst nimmt. Erst der Erzähler hat im Nachhinein den Überblick ... V337: immer wieder Vorgriffe auf den Ereignisverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. V336: Tarnmantel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. V360: sich schön kleiden, zur Hochzeit, Seide,Brokant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Am Ende der 6. Aventiure scheint Siegrfried schlauer zu werden, während der Planung zum Brünhilde-Ausflug. Was bedeutet der Ausdruck &#039;listig&#039; hier? Was ist nicht-listig? Und: wie steht es um die Paare listig-weise, listig-naiv?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31. Warum interveniert Hagen nicht entschieden vor dem Brünhilde-Auszug? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. Was heißt Liebe im NB?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Der Königinnenstreit (Av. 14) ist der Punkt an dem sich eine Spirale ohne Umkehr bis zur Vernichtung der Nibelungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Warum riskiert Siegfried, dass Brünhild von Kriemhield Ring und Gürtel zu sehen bekommt und die unaufhaltsame Krise einleitet? In der 11. Av. (714) wird Siegfried in der Siegmund-Nachfolge zum gerechten Herrscher inkl. Rechtsprechung, in der 14. Av. zeigt die aufgebrachte Kriemhild (B. bezeichnet S. als einen Eigenmann)Ring und Gürtel, die ihr S. wohl plus Geschichte gab! Wie erklärt sich diese Einfältigkeit? Ist es eigentlich, aus der Sicht der Zeitgenossen, unwichtig, wie genau die Krise eingeleitet wird, da sie als Schicksal so wie so irgendwann kommt? Ist daher auch die Konsistenz von S.s Charakter dem untergeordnet?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Gunther, der König, zeigt wiederholt Schwächen: seine Leidenschaft für Brünhild, sein Einlenken in Hagens Mordplan (872ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. 16. Av. 934ff.: Auffallend ist, dass S. hier als &amp;quot;Jäger&amp;quot; ein Tier nach dem schlachtet, wie ein Massaker, und dann selbst aufgespießt wird. Intensives Todesthema.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Was ist ein &amp;quot;Held&amp;quot; und ein  &amp;quot;Heldenepos&amp;quot;? Wann kommt dieser Diskurs auf? Im NL werden die Recken oft auch &amp;quot;Helden&amp;quot; (mhd) genannt. Es scheint, es meint einfach nur: tatkräftiger Mann, einer, der Ereignisse beeinflussen kann, einer, der Macht und Herrschaft erfolgreich ausübt, unter gewissen moralischen Rahmenbedingungen (H.s Ermordung S.s ist keine Heldentat).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
38. Was war das weibliche Schönheitsideal der Zeit? War die mannsstarke Brünhilde erotisch? Warum ist sie so anziehend für Gunther?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
39. Um Siegfried herum geht es immer wieder um Freundschaft, gute Freunde, etwa V 1054.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40. Warum wird aus Siegfrieds Sohn keine Rache-Träger? (V 1090)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41. Wie groß ist der Kreis der Mittwisser um den Mordplan für Siegdried? Siehe 865.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42. Nach Siegfrieds Tod gibt es keine große Aufruhr, es geht eher ums vertuschen, Räuber-Geschichte etc. V 1000.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
43. Kriemhild liebt Siegfried innig, klassisch, oder? V 924.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44. Übermut-Motiv: etwa bei Brünhild.V 1100.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45. 20. Av.: Wusste Rüdiger vor dem Werbezug für Etzel und seinem Kriemhild-Versprechen (sie bedingungslos zu rächen, sofern es zu Kränkungen kommt)von Siegfrids Ermordung? Es scheint nicht so. Rüdiger (1201) kommt gut mit Hagen und anderen aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46. 20.-21. Av.: Es geht immer wieder darum, Kriemhild &#039;fröhlich&#039; zu machen. Was ist das für eine Stimmung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47. 20.-21. Av: Zusammenhalt wird immer wieder mit einem Appell an Freundschaft (&#039;Freunde&#039;) in Verbindung egbracht. Etwa 1246, 1282.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48. 1214: Es cheint erstaunlich, dass sie Hagen nicht gegen die anderen durchsetzt (Verhinderung der Werbung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49. In der 19. Av. kommt es zum Klimax der Aufweichung des Höfischen und der Werte. In Brackert (1994) ist hierzu ein guter Kommentar (keiner straft Hagen etc.), S. 284, Note 113: man zürnt, greift aber nicht ein, zögert, vertagt ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
50. Brünhilde verschwindet mit dem Gunter-Siegfrid-Komplex als Akteurin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
51. 1335, 1353: Erstaunlich ist das Lob der Vielfalt von Brauchtümern, des Harmonierens von Heiden und  Christen an Etzels Hof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52. In welchem zeitlichen Verhältnis steht das Nibelungenlied zu anderen höfischen Romanen und den Artus-Erzählungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
I b&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakterisierungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Siegfried&lt;br /&gt;
  Unbekümmert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Hagen&lt;br /&gt;
  Grimm. sehend. gefühlsmäßig getrieben, in der konkreten Handlung aber immer rational. Der Kümmerer.&lt;br /&gt;
Strukturfanatiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kriemhild&lt;br /&gt;
  Im Wandel. Zunächst unschuldig. Am Ende schuldig. Immer Opfer.&lt;br /&gt;
  Kriemhild ist die Zeichensetzerin - die unvermögende Setzerin, nicht die Herrin der Zeichen. (Gütel, Ring, Schulterblattkeuz, Träume)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gunther&lt;br /&gt;
  Unbehaglich, entscheidungsschwach, inkonsequent, Zauderer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gernot&lt;br /&gt;
  Der Diplomat&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Datierungen/Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 970: Entstehung: Wende 12./13. Jh., unklar. Die Inhalte entstammen unterschiedlichen Sagenkreisen, die nicht miteinander verbunden sind. Sie haben wahrscheinlich schon Jahrhunderte vor den uns bekannten Texten existiert und werden in kürzeren mündlichen Fassungen von Generation zu Generation bewahrt worden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 980: Drei Handschriften, entdeckt zwischen 1750-1770. Erforschung ab 1810 an der HU.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Grosse 1011-1012: Wir kennen den Autor des &#039;&#039;Nibelungenliedes &#039;&#039;nicht. ... Es mag sein, daß die Gattung der Heldenepik mit ihrem Übergang von der Oralität zur Skripturalität die Anonymität mit sich gebracht hat, wie sie ja auch bei den ähnlich tradierten Texten der Sagen und Märchen üblich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Erzählform, Stil ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 988: Im Unterschied zu den höfischen Epen der Stauferzeit hat das &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;keine paarweise gereimten vierhebigen Verse, sondern (in der HS B) 2379 Strophen. Jede Strophe besteht aus vier Langzeilen, die aus der germanischen Dichtung bekannt sind. Jede Langzeile hat zwei Halbzeilen, den An- und den Abvers: 2,1 &#039;&#039;ez wuohs in Burgonden ein viI edel magedin. &#039;&#039;Die beiden Halbverse sind durch eine metrisch gekennzeichnete Zäsur getrennt. Die Abverse der ersten und zweiten Langzeile und die der dritten und vierten reimen sich ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 995: Nicht die Entwicklung der Personen bestimmt den Handlungsverlauf, sondern es greifen einzelne Ereignisse wie Glieder einer Kette ineinander, welche die Aktionen und Reaktionen der Handelnden bestimmen. Jede Situation fordert zu Taten heraus. Dabei braucht eine psychische, für den heutigen Leser nachvollziehbare Entwicklung der Charaktere nicht gegeben zu sein. Die erwartete Handlungsfähigkeit und ihr Ergebnis wachsen aus der jeweiligen Situation und ihrer Personenkonstellation heraus und passen sich in den szenischen Ablauf ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3.Grosse 2003, 999-1001: Zeitstruktur: Die angegebenen Zeiträume markieren den Abstand in relativer, aber nicht absoluter Art. Sie haben weder die Funktion einer Uhr noch die eines Kalenders. So werden auch die Menschen nicht älter. Die Ritter kämpfen im Sachsenkrieg ebenso schlagkräftig wie 37 Jahre später am Hofe Etzels; Kriemhild wäre etwa fünfzig bei der Geburt ihres zweiten Sohnes, Giselher wird bis zuletzt der junge Mann &#039;&#039;(daz kint) &#039;&#039;genannt. Raumstruktur: präziser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Grosse 2003, 1001ff.: Widersprüche im Handlungsverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Vergleiche mit anderen Erzählungen und Topoi ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Kriemhild und Helena: die Schönsten im Lande (AV1), geben Anlass zum Krieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Siegfried und Enkidu: Wildheit, Naiviät, gezähmt durch die Verhandlungstechnik Gernots (AV3, 123ff.). Dann wird er ein guter Hof-Gefährte, Turniere etc. Dann Treue zu Gunter bis zum Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Siegfried und Arminius: [Matthias]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Das Ankunfts/Fremden-Thema in NL und Beowulf: AV 3, Worms, Ritual des Fremden (Siegfried), der letztlich für Liebe dienen will (wie Beowulf für Ruhm).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hagen und Unferth? Parallelen? Hagen und Unferth berichten über die Taten des Helden, und bekommen unangenehm seine Stärke zu spüren, werden (zumindest zeitweise) Gegner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Grendel-Siegfried: haben eine undurchdringbare Haut. Insofern ist Siegfried auch Monster (VERGLEICHBAR DEM; DAS ER VORHER SELBST ERSCHLUG?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Siegfrieds ungeschützte Hautstelle auf dem Rücken und Achills Ferse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Hagen warnt vor dem Auszug (1203ff.) wie Enkidu vor Humbaba-Reise, wird dann zum entschlossenen Mitstreiter.&lt;br /&gt;
   Beide sind irgendwie Verwandte, irgendwie auch Dienstpflichtige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Das Nibelungenlied ist kein Heldenepos - es gibt keine durchgängige menschliche Heldengestalt, wie Beowulf oder Gilgamesch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. NL und Lieder-Edda: viele Überschneidungen, die von Andreas noch konkret ergänzt werden müssten. Da die Lieder-Edda wohl 1370, das NL 1320 (?) abgefasst wurden, stellt sich hier die Frage der Rezeptionsrichtung und nach einem gemeinsamen Metaerzählungsraum. Wandert etwa im Rahmen der sog. Völkerwanderungen und der anschließednen Christianisierung eine mittel-nordeuropäische (heidnische) Religion nach Skandinavien etc. aus, so dass die Göttersagen der Lieder-Edda den Kontrapart der Teile bilden, die sowohl in der Edda als auch im NL als Heldensagen vorkommen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Laut Volker Honemann (bei Wein am 10.10.09) ist der Inhalt Edda eher als vorher bekannt anzusehen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Bülow-Rede 1909 (&amp;quot;Nibelungentreue&amp;quot;) ist vergleichsweise unschuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Kain erschlägt Abel, den Begnadeten, den Liebling der Götter. (Ein Gedanke von Fernau, S. 96)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Edda:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(um 1220 Snorri-Edda, auch Prosa-Edda, eher unscharf auch Jüngere Edda genannt;&lt;br /&gt;
um 1270 Lieder-Edda, eher unscharf auch Ältere Edda, eher falsch auch Saemundar-Edda genannt;&lt;br /&gt;
Edda = Elternmutter / Großmutter)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hier einige Motive der Lieder-Edda, die engste Verwandtschaft mit dem NL aufweisen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 18, Helgi Hiörwards Sohn:&lt;br /&gt;
Ein &amp;quot;Atli&amp;quot;, der für jemand anderes um &amp;quot;Sigurlinn&amp;quot; freit, kann die Vögel verstehen. Helgi, dem Sohn der Sigurlinn (und Wiedergeburt von Helgi dem Hundingstöter (s. LE 19)) singt eine Walküre (die er später heiraten wird) von einem besonderen Schwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 19, Das 1. Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn Helgi, der &amp;quot;Freund der Wölfe&amp;quot;, Sinfiötlis Bruder, erschlägt im Alter von 15 Jahren den Hunding.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 20, Das andere Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
&amp;quot;Sigmund, Wölsungs Sohn ... und seine Nachkommen heißen Wölsungen und Ülfinge (Wölfinge).&amp;quot;&lt;br /&gt;
König &amp;quot;Högni&amp;quot; hat eine Tochter &amp;quot;Sigrun&amp;quot;. Sie ist Walküre.&lt;br /&gt;
Helgi und Sigrun heiraten. Sigruns Bruder erschlägt Helgi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 21, Sinfiötlis Ende:&lt;br /&gt;
Sigmund, Wölsungs Sohn, ist mit Borghild verheiratet, der Schwester &amp;quot;Gunnars&amp;quot;. Sinfiötli erschlägt seinen Onkel Gunnar, woraufhin Borghild Sinfiötli vergiften will.&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn mit Hjördis ist wiederum Sigurd, der &amp;quot;allervorderste&amp;quot;.&lt;br /&gt;
(Sinfiötli ist nach Simrock der &amp;quot;Fitela&amp;quot; des Beowulfliedes.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 22, Das 1. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd wird geweissagt,&lt;br /&gt;
der mächtigste Mann auf Erden zu werden, dass er den &amp;quot;Wurm&amp;quot; auf der &amp;quot;Gnitaheide&amp;quot; sowie Regin und Fafnir fällen und den Hort heimführen wird, dass er die auf dem Felsen schlafende Fürstentochter erwecken wird. Er wird Brünhild lieben, sie aber an Giukis Hof vergessen durch die Tücke Griemhilds, welche ihm dann die eigene Tochter Gudrun geben wird. Er wird für Gunnar um Brünhild werben. Er wird mit Gunnar die Gestalt wechseln. Högni wird dabei sein. Sigurd wird keusch bei Brünhild liegen aber die Brüder Gunnar, Högni, Guthorm werden sein Verderben bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 23, Das andere Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Regin übernimmt Sigurds Erziehung. Fafnir und Regin bekommen die Goldbuße der Asen. Fafnir übervorteilt Regin. Fafnir liegt als Wurm auf der Gnitaheide. Regin schafft Sigurd das Schwert &amp;quot;Gram&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 24, Das Lied von Fafnir:&lt;br /&gt;
Sigurd ersticht den Fafnir-Wurm.&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Gold, der Schatz, die Ringe verderben Dich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Durch Drachenblut kann Sigurd die Vögel verstehen, die weisen ihm den Weg zu Giukis Tochter.&lt;br /&gt;
Sigfrida schläft auf einem Felsen, feuerumlodert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 25, Das Lied von Sigfrida:&lt;br /&gt;
Sigurd erweckt die Walküre Sigfrida.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 26, Bruchstücke eines Brünhildsliedes:&lt;br /&gt;
Gunnar will Sigurd töten. Högni vermutet, dass Brünhild aus Eifersucht auf Gudrun dahinter steckt. Sie töten Sigurd. Ein Rabe ruft: &amp;quot;In Euch wird Atli das Eisen röten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 27, Das 3. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd freit Gudrun. Fahrt zu Brünhild. Sigurd gewinnt Brünhild dem Gunnar (das Schwert liegt zwischen Ihnen). Högni will Gunnar nicht helfen, Sigurd zu töten, wie Brünhild es verlangt. Aber Guthorm, der jüngste Bruder, tötet SIgurd.&lt;br /&gt;
Brünhild ist die Schwester Atlis.&lt;br /&gt;
Gudrun, dem Atli vermählt, tötet diesen im Bett.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 28, Brünhilds Todesfahrt:&lt;br /&gt;
Gudrun hat Brünhild und Sigurd fälschlich beschuldigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 29, Das 1. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Gudrun hat von Fafnirs Herz gegessen, kann die Vögel verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 30, Der Mord der Niflunge:&lt;br /&gt;
Atli, mit Gudrun vermählt, tötet Gunnar und Högni, weil sie am Tode Brünhilds schuld tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 31, Das andere Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich ist bei Atli.&lt;br /&gt;
Gunnar und Högni wollen Gudrun Lösegeld für den toten Sigurd zahlen.&lt;br /&gt;
Gudrun wird dem Atli vermählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 32, Das 3. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich wird bei Atli der Unzucht mit Gudrun beschuldigt.&lt;br /&gt;
Ein Gottesurteil entlastet Gudrun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 34, Die Atlisage:&lt;br /&gt;
Gudrun rächt den Tod ihrer Brüder an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 35, Grönländisches Atlilied:&lt;br /&gt;
Nibelungenschlachtung an Atlis Hof. Rache Gudruns an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Odysseus: Hagen und Odysseus sind listig (mhd: liste, vgl. 1479). Was unterscheidet ihre Listigkeit? Auch Krimhild ist listig, planerisch, kann sich verstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Artus-Erzählungen: hier ist der Gral, das Christliche konstituierend, nicht so im Nibelungelied.&lt;br /&gt;
An Etzels Hof sind auch die Heiden gut. Sind es &amp;quot;edle Wilde&amp;quot; im Sinne Karl Mays?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Übergreifende Thesen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Immannenz-Epos: Im Gegensatz zur Völsungensaga und Wagners Aneignung, geht es, ähnlich wie im Beowulf, um eine immanente Handlungsdynamik ohne (göttliche) Metaebene. Ereignisse generieren Ereignisserien, deren Teil Helden und alle andere Personen sind. Doch was sind die Ereignis-generierenden Elemente? Taten. Also: was sind Taten? Gefragt wäre eine Typologie von Taten (wichtig/unwichtig, von wem etc.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Gunther-These: Im NB geht es um einen (Gilgamesh-artigen) archaischen Herrscher, der ohne Rücksicht auf sein Volk eigenmächtig-leidenschaftlich handelt. Seine Entscheidung, Brünhilde zu erlangen, leitet die entscheidende Wende ein. Ihm fehlt ein Enkidu, Hagen interveniert zu spät, verstärkt letztlich die Schicksalsspirale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, glaube ich nicht. Gunther ist kein Tatmensch. Er ist Zauderer. Seine wenigen eigenen Entscheidungen (Brunhild, Etzel) sind dann auch fatal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Trieb-These: NB muss aus der Perspektive der Autoren als ein nicht harmonisiertes Triebspiel unterschiedlicher Kräftekonstellationen gelesen werden (Minne, Sex, Kampf, Töten, Sieg etc.), die sich ineinander so verwringen, dass daraus eine unentrinnbare Schicksalsspirale wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Held-ohne-Ort-These: Siegfried hat keinen richtigen Ort in der Geschichte (Ja scheinbar vergisst er selbst seinen Ort: Auf dem Rheinzug kommen die Recken mehrfach an Worms vorbei, ohne dass er aussteigen oder den Umstand auch nur erwähnen würde.), er wandert ständig, behauptet sich, um annerkannt zu werden, sich endlich stabil zu sozialisieren und Freunde zu gewinnen. Doch wirkt seine Energie letztlich als ein treibendes Moment der Tragik, die alle umkommen lässt, indem er Wünsche/Triebe für andere realisiert, die den ganzen Burgunder Hof unhaltbar destabilisieren. S. ist also ein Held ohne Ort, einer, der in der höfisch-verwalteten Gesellschaft archaisch-überholt wirkt. Hierher könnte auch der standpunktlose S. gehören, der seine destabilisierenden Kräfte überall einsetzt, ohne entschieden gegen das zu stehen, was er selbst für Falsch hält. Hagen versucht hingegen beständig, S. einzuordnen (erste Ankunft von S.,etc.) und später auszuschließen. S. als der Übermensch, der das ganze Hofsystem von Wettkämpfen und Minne als beständiges Sich-Beweisen und Verbessern und Messen außer Kraft setzt, da er einfach der stärkste, schönste, listigste, lustigste ist etc., wird genau vor seinem Tod in der Jagdszene der 15. Av. deutlich. Umgekehrt und spiegelbildlich erfodert seine Auslösung aus der Hofgemeinschaft (sein Tod) eine Aufhebung der Hof-Formalien (Treue, guter Rat, Tugend etc.). In der 16. Av. kollabiert das Hofsystem, zentrale Werte werden ausgehöhlt, sinnleer (vor allem: Treue, Vertrauen). Hagen führt in 993 als Motiv der Ermordung an: Angst vor S., Schmach von ihm (sórge, leit), seiner Herrschaft (hêrschaft)ein Ende setzen. S.  der Ortlose könnte in dieser Perspektive als auch als der Unberechenbare erscheinen, wie ein wildes Tier, das sich in alle Richtungen wenden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Minne-These: NB ist eigentlich eine höfischer Minne-Erzählung. Siegfried kämpft für Kriemhild, Gunther will Brünhilde. Ihre blind-individualistiche Liebe harmonisiert nicht, ihre Verschränkung führt in den Untergang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehe ich nicht. &lt;br /&gt;
Gunther liebt nicht, schon gar nicht individualistisch. Er folgt irgend einer fixen Idee, eingeimpft oder wenigstens kompatibel mit einer gesellschaftlichen Erwatung an ihn.&lt;br /&gt;
Siegfried liebt nicht. Vielleicht begehrt er (vielleicht nicht mal das). Minne ist für ihn ein Spiel (wie Alles). Eventuell ist auch das ein Zug des Höfischen Epos: Tapfere Recken werben halt um schöne Damen...&lt;br /&gt;
Andere Minne-These:&lt;br /&gt;
Die Frauen können (schon individualistisch und leidenschaftlich) lieben.&lt;br /&gt;
Kriemhild tut das.&lt;br /&gt;
Brunhild tut das.&lt;br /&gt;
(Beide den Siegfried - seliger Siegfried)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Hagen-These-1: Hagens zwar durch seinen Unmut gegenüber S. sich anbahnender, doch in seiner Radikalität am Ende der 14. Av. in seiner Radikalität überraschender Mordplan könnte nicht auf einer Motiv-Logik, sondern auf einer Taten-Logik beruhen: S. hat die Krise ermöglicht: erstens als Täter im Bett mit Brünhild, zweitens als Täter des Weitergebens der Geschichte und der Dinge (Ring, Gürtel) an Kriemhild. Als Täter verkörpert S. die Schuld, er muss entfernt werden, damit verschwindet sozusagen auch die Ursache. Dabei ist unwichtig, was Leute sich wünschen, vorstellen oder beabsichtigen. Entscheidend ist Tat und Resultat. Des Weiteren kommt die Taten-Logik aus einer Gunthers Königshoheit überschreitenden älteren Legitimations-Schicht: Ob Gunther will oder nicht und S. Gunthers Unschuld öffentlich beteuert oder nicht, die Situation (als Resultante von Taten: grundlegende doppelte Ehre-Verletzung (Gunther und Brünhild), die mit dem repräsentativen Status des König- und Königin-Seins unvereinbar ist) ist objektiv-gebietend, sie lässt nur eine Lösung zu und fordert sie zugleich. Kein Kommunikations-Bedarf aufgrund der Vereinfachung: der Täter ist qua Tat schuld. Dass Hagen einer anderen Moral folgt, wird auch in 1001 deutlich: er strahlt eine ungewöhnliche Kälte aus, will S. selbst nach Worms tragen, Kriemhilds Tränen &amp;quot;rühren&amp;quot; ihn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hort-These: (vorgreifend) Die tragische Dynamik des NL ist motiviert durch die Gier der Burgunden, vor allem von Hagen, nach dem Nibelungen-Hort und den entsprechenden magischen Dingen. Die Burgunden nehmen später selbst den Namen der Nibelungen an (?, prüfen). Zu klären wären in dieser Hinsicht u. a., warumm der Hort letzten Endes versenkt (?) wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Kriemhild-These-1: Kriemhild ist eine tragischer Prophetin, eine Fortführung und Transformation der Kassandra-Figur, indem K. nicht nur das Unheil träumend voraussieht, ohne es verhindern zu können, sondern auch selbst die entscheidenen &amp;quot;Zeichen&amp;quot; setzt und exponiert (Zeigen des Ringes, Gürtels, Setzen des Kreuzes auf S.s Hemd), die zur Krise führen. Ihr Schicksal sehend ist sie blind als Tätige, wirkungslos als Warnende. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Schicksal-Widerstands-These: An mehreren Stellen des NLs fragt sich, warum gegen evident problematische Entscheidungen Einzelner (Gunthers B.-Hochzeitsfahrt, die Einladung von S. und K. durch B., Hagens Vorschlag der Ermordung von S. etc.) kein wirkmächtiger Einspruch erhoben wird, kein nachhaltiger Konflikt entsteht, obwohl es doch ständig um den &amp;quot;Rat&amp;quot; guter Freunde und um &amp;quot;Treue&amp;quot; geht. Alle Teilnehmer erscheinen in dieser Perspektive wie passive Puppen von K.s Traum, gelenkt von unischtbaren Fäden, ihre Entscheidungen sind nur Wirkungen anderer Ursachen, keine eigenmächtigen Selbstsetzungen. Die Unfähigkeit zum diskursiven Konflikt und der problemorientierten Kommunikation kontrastiert auch stark mit der ständigen Betonung der körperlichen Stärke der &amp;quot;Recken&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Politik-These: Nach Ursula Schulze (Das Nibelungelied, Reclam 1997, 214, 223) wird in S. s Tod zentral für die ganze Problemlage des NLs deutlich, dass der Starke wehrlos gegen perfide Intrige ist (214): &amp;quot;Die erzählte Geschichte führt vor, dass politisches Handeln nicht im offenen Kräftemessen, sondern in der Überlistung besteht.&amp;quot; Hagen (214) handele zwar aus heterogenen Motiven (Sühne für die Entehrung B.s, Ausschalten potentieller Gefahr von S., Machtzuwachs durch Gewinn von S.s Besitz),doch seien sie allesamt politisch zu nennen. Schulze unterstreicht dies durch das rekurrente Motiv der Täuschung (212). Tobias Kommentar: Im Ansatz (Täuschung, Kraft gegen Organisation) interessant, in der Schlussfolgerung (Politik) aber schief, da unterbestimmt, unscharf. Dazu kommt, dass Schulze an anderer Stelle behauptet, Hagen handele (wie S. und Brünhild) archaisch. K.s Rache ist archaisch (ohne Staatsprinzip), auch in dieser Hinsicht besteht Klärungsbedarf - denn die politische Intrige geht ja nicht auf, sondern zerschellt quasi am Schild. Kurz: ich finde, ohne ihr zu Nahe treten zu wollen, Schulzes Lösung fade. Sie reiht das NL reibungslos in eine allzuoft iterierte Metageschichte des Fortschritts der Moderne ein. Probleme einer Kontinuität der Triebe in die Moderne/in das Höfische hinein (Triebthese), des bewussten Treuebruchs, der Täuschung als nicht hintergehbare Grundverfassung menschlichen Seins in einer entgötterten Welt (man denke an Descartes), Schicksal und Schuld usw. werden einfach ins Politische absorbiert und damit zugleich neutralisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Inversions-These (an Immanenz-These anschließend): Das Böse ist nicht mehr Draußen, in einem (klar) vom Guten getrennten, eher abstrakten Anderen, es wird auch nicht mehr gesetzt oder göttlich verwaltet, sondern das Böse ist der Andere, der Freund, die Geliebte, der Fremde. Es kommt nicht mehr wie Grendl vom dunklen Berg zur Tür hinein, in das Heim des Inneren, sondern lauert schon immer, als Argwohn, Verdacht, im Inneren. Siegfried weiss davon nichts, und stirbt. Durch die Inversion differenziert sich das Böse (wird etwa zum Fiesen, Grimmigen) und wird perspektivisch, kontextuell, tritt in ein neues Verhältnis zum Guten. Zugleich scheint das Böse abgeleitet. Vielleicht erklärt sich auch hieraus das Ambivalente von Hagens Person.&lt;br /&gt;
Ja, das erklärt mir den Hagen: Es gibt keine Monster (wie imBeowulf) me hr (außer dem Drachen, der nur noch seinen Schatten wirft). Siegfried ist das Monster. Er hatte Kontakt zum letzten echten Monster, er ist überstark, unverwundbar - bringt die Welt so aus dem Gleichgewicht (vgl. I.8, I.12, IV. 6). Hagen sieht das, spürt das, muss handeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Subversions-These: Im NL wird das Höfische ausgehöhlt, das alte Wertesystem zersetzt, von Hagens Speer durchbohrt, von Gernots Fürstenhafter Lüge (1097: er wisse von nichts,kenne keinen Täter, siehe dagegen 865: Kreis der Mitwissenden über den Komplott)zum Gespött. Zugleich droht durch den Überhelden Siegfried, dem spielenden blinden Giganten, eine Entleerung aller Spannung des Höfischen, indem er immer schon Sieger ist, das Magische (Drachen etc.)und die Natur (Bären, wilde Eber 961) bannt, auf den Sattel bindet, Wälder &#039;leert&#039;, so dass nichts mehr zur Jagd übrig bleibt, Mensch und &#039;Tier&#039; ist (1002), das Wilde der Natur (in Form des Bärens) nach Belieben demütigend auf andere entlässt. Siegfried, der archaische Held, der keine Angst kennt und dem sein eigener Tod, immer angezeigt und präsent durch den Riss, das Lindenblatt, seiner Panzerung und Kriemhilds wiederholte Warnvisionen, unbewusst ist, &#039;büßt&#039; schließlich für seine höfische Erziehung (980. [Fortsetzung nach Lektüre der 21-24 Av.] In der 21. Av (Wie Kriemhild zu den Hunnen zog) dominiert das Höfische ohne Patzer und Riss durch Harmonie (Triebausgleich, Befriedigung) und klare Rollenverteilung entlang der Themen: 1. Turnier, Tapferkeit, Begafft von Frauen 2. Gastfreundschaft, Bewirtung, Unterkunft/Quartier 3. Kleiderordnung, Waffenordnung 4. Dem anderen Dienen (Mann-Frau etc.) 5. Begleitung, Schutz 6. Küssen 7. Turteln 8. Ausschau halten, Sorgen. 9. Reichtum, Überfluss 10. Bewegung und Wohnen zwischen Burgen, die Gefährliche Zwischenbereiche miteinander verbindet, jedoch innerhalb von geschützten Einflusszonen (Reise) 11. Geschenke 12. Wertschätzung gewinnen 13. Empfang bei Eintritt in Hoheitszonen. All dies shcließt V. 1368 ab: &amp;quot;dass da ein jeder zu aller Zeit die Unterhaltung fand, wonach ihm Herz und Sinn stand&amp;quot;. In Av. 22 bricht die höfische Harmonie schon wieder auf, es kommt zu Tränen und Erinnerung (1371), zur Ankündigung von Leid. In Av. 23 brüllt schon der Grund, der eigentliche Anlass des Auszugs durch die Frohe Gesellschaft hindurch, Mord, Plan, Rache. 1352: Selbst der Kuß ist formalisiert, vorgeschrieben.&lt;br /&gt;
Frauen spielen eine Rolle, werden wichtig - und das Verhalten ihnen gegenüber macht das &amp;quot;Höfische&amp;quot; aus. Frauen öffnen der Geschichte Möglichkeiten, Erzählvarianten (siehe I. 6).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Hagen-Kriemhild-These (1): Kriemhild verbindet mit Hagen, dass sie metikulös ihre Rache plant, Trieb, Gefühl und Tat in ein tödliches Kalkül einbindet. Dies wird vir allem in der 20. Av. deutlich: Kriemhild willigt in die Etzel-Heirat erst ein, nachdem Rüdiger ihr bedingunglose Rache gegen alle Kränkung zusagt (1256) - mit der Einschränkung, Kriemhilds und seiner eigenen Ehre nicht zuwider handeln zu können (1266). Rüdiger greift mit seiner Zusage nicht eigenwillig vor, sondern, so scheint es, macht nur explizit, was nach einer Heirat mit Etzel gilt: Kriemhilds Kräkung wäre zugleich Etzels. 1396-1399: Krimhilds langer Plan der Rache, Einladung an Etzels Hof. 1431: Hagen kennt Kriemhilds Pläne, beide Strategen erkennen sich, kennen sich. Er kennt den Grund, warum Fremde kommen. Hagen (1471) geht mit an Etzels Hof, sieht aber eine Chance, wieder heil heimzukommen, mit 1000 Recken. Hagen fügt sich also nicht dem Schicksal. will nicht sein Ende, sondern fügt sich nur dem Widerstand der anderen, die ihre Schwester sehen wollen, ihn irgendwie feige aussehen lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12.Hagen-Kriemhild-These (2): Hagens scheinbare Motivlosigkeit liegt in Wahrheit im Selbstbezug seiner Taten: Hagen handelt für sich, für seine Begierden, vor allem für seine Macht. Hierfür benutzt er nur andere Personen und vor allem Gunters höfischen Apparat (das wäre &amp;quot;modern&amp;quot;). Hagen nimmt die Schuld der Taten auf sich, stärkt damit sein institutionelles Schutzschild, bestimmt aber zugleich zunehmend und für seinen eigenen Nutzen, was entschieden wird, höhlt alle Werte aus; es ist diese Entwertung der Werte, die im Konflikt mit der Handlungsmatrix von Kriemhild in eine nicht mehr auflösbare, fatale Schicksalslogik führt. Diese Hagen-Tendenz wird vor allem in der 20. Av deutlich: 1273: es geht um die Gefahr einer neuen Feindschaft gegen ihn, 1274: die drei Könige setzen sich nicht mehr gegen Hagens Entscheidung, Kriemhild auch den Rest des Schatzes zu nehmen, durch, sie resignieren vielmehr. Hagens indvidualisierte Handlungslogik, die in keine traditionelle Matrix eingebettet ist, kontrastiert mit der (höfisch-archaischen) Liebe-Schuld-Rache-Matrix, die Kriemhilds Handlungen leitet. Auch sie kalkuliert, aber dieses Kalkül steht im Dienste der Matrix, hat nur in ihr Sinn. Zugleich hasst Hagen Kriemhild, da sie durch Siegfrid/Nibelungenschatz/Etzel kontinuierlich eine starke Macht darstelltt, eine mächtige Frau ist, für die Hagen keinen Siegfrid hat. Genau so, wie Hagen ständig neue Strategien aufstellt, transformiert Kriemhilds Macht beständig. 1368: Kriemhilds Machtanwuchs an Etzels Hof. Siegrid war ohne Argwohn, und verschwindet, er hatte die Ambivlaenz des Gut-Bösen nicht, kannte es nicht. Auch Etzel erscheint arglos (1402: getriuwe was sin muot).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Literatur, Quellen &amp;amp; Links ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Allgemeines ====&lt;br /&gt;
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Nibelungenlied  aus W...dia :-))]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Akademisch ====&lt;br /&gt;
*[http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_lmno/nibel.html Fachinformationen der FU Berlin zum Nibelungenlied]&lt;br /&gt;
*[http://www.nibelungenrezeption.de/ Projekt zur Rezeption des Nibelungenstoffes Universität Duisburg]&lt;br /&gt;
*[https://www.uni-muenster.de/Germanistik/Lehrende/honemann_v/index.html Intimus Volker Honemann]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Brackert, Helmut: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. 2 Bde. (1. Aufl. 1970) Neuauflage. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch 1994/2008.&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Das-Nibelungenlied-Mittelhochdeutscher-Text-%C3%9Cbertragung/dp/3596901316/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1249835276&amp;amp;sr=1-2 Brackert - Unsere Wahl]&lt;br /&gt;
*Grosse, Siegfried: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. Nach dem Text von Karl Bartsch und Hehrtut de Boor. [Handschrift B] (1. Aufl. 1997) Stuttgart: Reclam 2003&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Nibelungenlied-Mittelhochdeutsch-Neuhochdeutsch-Siegfried-Grosse/dp/3150506441/ref=sr_1_4?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247993309&amp;amp;sr=1-4 Grosse - Zur Lektüre von Volker Honemann empfohlen]&lt;br /&gt;
* Edda, übersetzt und mit Erläuterungen begleitet von Karl Simrock, 1. Auflage 1851, hier : Phaidon Verlag, Essen 1987&lt;br /&gt;
* Wagner, Richard, Libretto zum &amp;quot;Ring&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula : Nibelungen und Kudrun, in: Epische Stoffe des Mittelalters, hg. von Volker Mertens und Ulrich Müller, Stuttgart 1984, S. 111-137 [[Media:Schulze_1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*Hoffmann, Werner: &#039;&#039;Das Siegfriedbild in der Forschung&#039;&#039;. Darmstadt 1979.&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula: Das Nibelungenlied. Ditzingen 1997.&lt;br /&gt;
*[[Media:Willson-Blood-and-Wounds-in-the-Nibelungenlied-1960.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Thelen-Source-Function-Gunthers-Bridal-Quest-1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Schirokauer-Nibelungenlied-1954.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McConnell-Psychological-Approach-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McCarthy-Rhetoric-Nibelungenlied-1972.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Lionarons-Otherworld-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kirchberger-The-Crown-in-the-Nibelungenlied-1956.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:King-Review-Homer-Nibelungenlied-1988.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Homann-Hagen-Figure-Lies-1982.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hoffmann-Siegfriedbild-in-der-Forschung-1979.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Haymes-Heroic-Chivalric-Aristocratic-Ethos-Nibelungelnlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hasty-Conquest-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Grosse-Nibelungenlied-Nachwort-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Key-Concepts-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Hagen-Problem-of-Individuality-1976.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Classen-Siegfried-Downfall-of-a-Hero-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Bülow-Nibelungentreue-Rede-29-3-1909.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Brady-Historical-Prototype-Siegfried-1933.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Goebel-Original-Form-Legend-Sigfrid-1897.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kratz-Proposed-Sources-Nibelungenlied-1962.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wesentliche Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://public.univie.ac.at/index.php?id=14531 Transkriptionen der mittelhochdeutschen Versionen A, B, und C]&lt;br /&gt;
*[http://www.blb-karlsruhe.de/blb/blbhtml/nib/uebersicht.html Die Nibelungen-Handschrift C - digital - Faksimile der nunmehr Karlsruher (ehemals Donaueschinger) Hs. C]&lt;br /&gt;
*[http://www.fh-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/nib_intr.html Handschriften A, B, C (Bibliotheca Augustana)]&lt;br /&gt;
*[http://wissen-im-netz.info/literatur/simrock/nibel/index.htm  Das Nibelungenlied übersetzt von Karl Simrock]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/reichert_nhd.pdf Hermann Reichert, Nibelungenlied-Lehrwerk. Sprachlicher Kommentar, mittelhochdeutsche Grammatik, Wörterbuch. Passend zum Text der St. Galler Fassung („B“).]&lt;br /&gt;
*[http://web.archive.org/web/20061128181429/http://www.nibelungenlied.com/ Edition des Linzer Fragments M]&lt;br /&gt;
*[http://cgi-host.uni-marburg.de/~mrep/liste_inhalt.php?id=271 Überlieferungsübersicht, Nachweis weiterer Abbildungen von Fragmenten und Handschriften]&lt;br /&gt;
*v. Bülow, Bernhard, Reden (Band III), herausgegeben von Otto Hötzsch, Georg Reimer, Berlin 1909&lt;br /&gt;
*Fernau, Joachim, Disteln für Hagen, Herbig, München / Berlin 1966&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Medien ====&lt;br /&gt;
*[http://dvdbiblog.wordpress.com/2008/03/04/die-nibelungen-von-fritz-lang/ DVD-Filmprojekt für 2009/2010]&lt;br /&gt;
*[http://www.schaubuehne.de/spielplan/detailansicht.php?id_event_date=247891&amp;amp;id_event_cluster=74733&amp;amp;id_language=1#inhalt Hebbels Nibelungenlied in der Schaubühne 2009]&lt;br /&gt;
* Das Nibelungenlied von Eberhard Kummer gesungen - Die erste und einzige, komplette Einspielung des gesamten Nibelungenlieds aufgrund einer Live-Aufnahme des Phonogramm-Archivs der Akademie der Öst.Wissenschaften. Der Aufnahme liegen fünf sechsstündige Darbietungen im Okt. und Nov. 2006 im „Kulturquartier“ in 1190 Wien zugrunde. E.Kummer singt im Hildebrandston und begleitet sich auf einer keltischen Schoßharfe. Die Einspielung umfasst zwei MP3 CDs (ca. 30 Stunden Musikzeit) und wurde im „The Chaucer Studio“ der Brigham Young University Provo (UT) hergestellt. Vertrieb : E.Kummer, Chaucer Studio&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &#039;&#039;&#039;Urhebergeschützt&#039;&#039;&#039; ====&lt;br /&gt;
- der Benutzername ist Gilgamesch - das Passwort ist der Freund&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/Nibelungen.zip Hörspiel - 420 MB] - Quelle: http://www.amazon.de/Die-Nibelungen-Heldensage-Collectors-Heldensage/dp/B001D2DDDU/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247949744&amp;amp;sr=1-1&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/071214_nibelungen1_exp_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Der Nibelungen-Code: Deckname Siegfried - 512 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/071214_nibelungen2_exp_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Der Nibelungen-Code - Kriemhilds Todesspiel - 518 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090318_varus1_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Varusschlacht - Kampf um Germanien: Teil 1 - 529 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090318_varus2_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Varusschlacht - Kampf um Germanien: Teil 2 - 527 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_voelkerwand_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Kimbern und Teutonen: Teil 1 - 505 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_varusschl_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Varusschlacht und Gotensaga : Teil 2 - 524 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_kampfumrom_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Der Kampf um Rom : Teil 3 - 522 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_erbendesimp_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Die Erben des Imperiums : Teil 4 - 517 MB]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausführliche Themen: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Sprache, Schrift ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Geographie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Religion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Kulturgeschichtliche Aspekte, Geschichte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 975-977: Im &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;lassen sich für den zweiten Teil mit der Niederlage der Burgunden in der Zeit der Völkerwanderung eher historische Ansatzpunkte finden als für den ersten Teil, der mit den Figuren Brünhild (Isenstein) und Siegfried (Drachen, Tarnkappe, Hort) Verbindungen zur germanischen Mythologie und zum Märchen zeigt. ... Zwischen 406 und 413 hat es wahrscheinlich unter König Gundahar ein Burgundenreich am Mittelrhein gegeben (Hoffmann, 1992, S. 42 ff.) ... König Attila (Etzel) starb 453 in der Hochzeitsnacht mit der Germanin Hildico - nach zeitgenössischen Berichten an einem Blutsturz, also 16 Jahre nach Gundahar. Dieses unkämpferische Ende hat früh Gerüchte entstehen lassen, Hildico habe ihren Mann umgebracht, um Verwandte zu rächen, die 437 im Kampf gegen die Hunnen umgekommen sind. Damals hatte Attila das hunnische Heer nicht angeführt. ... Für Hagen gibt es kein historisches Vorbild. ... Zur Erklärung der Siegfried-Figur ist, besonders von Höfler, auf Arminius hingewiesen worden (Hoffmann, 1979). Beide sind als junge Männer von Verwandten heimtückisch ermordet worden, und Xanten, Siegfrieds Heimatstadt, ist auch Ausgangspunkt für die Arminius-Überlieferung. Aber die Verbindung des heroischen Siegfried mit der mythischen Sagenwelt und die Dominanz traditioneller, märchenhafter Erzählmotive führen nicht zu einer historisch begründeten Fixierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Mythentheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VII. Spezialthemen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Nibelungen von Fritz Lang ====&lt;br /&gt;
[[Bild:saal.jpg|right]]Nach der Fertigstellung des zweiteiligen „Dr. Mabuse“ wandte Fritz Lang sich dem mythologischen Stoff der Nibelungensage zu. Zwei Jahre verwendete er dafür, den Stoff zu verfilmen und es wurde sein bis dahin größter Erfolg. Aus der Stoffmasse mit ihren unterschiedlichen Versionen und den verschiedenen Bearbeitungen, die sie schon erfahren hatte, folgte Lang weitgehend dem eigentlichen Nibelungenlied, wobei er einige Vereinfachungen und Zuspitzungen vornahm. Der Stoff selbst war jedoch vorgegeben und wurde auch kaum entgegen der Überlieferung interpretiert. Langs Leistung besteht in der Illustrierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtwerk ist aufgespaltet in zwei Teile, wie die ursprüngliche Sage dies vorgibt. Im ersten Teil erfahren wir die bekannte Geschichte von Siegfried (Paul Richter), der den Drachen tötet, durch ein Bad in dessen Blut unverwundbar wird und den Nibelungenschatz gewinnt. Er kommt nach Worms an den Hof der Burgunder und hilft König Gunther (Theodor Loos) die amazonenhafte Brunhild (Hanna Ralph), Königin von Island, im Wettkampf zu besiegen und zur Frau zu bekommen. Im Gegenzug erhält er Gunthers Schwester Kriemhild (Margarete Schön) zur Gattin. Im berühmten Streit der Königinnen erfährt Brunhild von Kriemhild, dass es in Wahrheit Siegfried war, der sie besiegte. Um diesen Schandfleck zu beseitigen, lässt Gunther sich von dem düsteren Hagen (Hans Adalbert Schlettow) dazu drängen, Siegfrieds Ermordung zuzustimmen. Den Mord selbst führt Hagen aus, der sich unter einem Vorwand von Kriemhild die verwundbare Stelle markieren lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Teil „Kriemhilds Rache“ steht ganz im Zeichen von Kriemhilds Racheschwur. Kriemhild wird die Frau des Hunnenkönigs Etzel (Rudolf Klein-Rogge) und lädt einige Jahre später Gunther, Hagen und die übrigen Burgunder an den Hof des Hunnenkönigs ein. Sie will Rache an Hagen nehmen und als die Burgunder in Treue zu ihm stehen, dehnt sie ihre Rache auf alle, einschließlich ihrer Brüder aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erster Teil: Siegfried&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann hier nicht darum gehen, den Stoff selbst zu kritisieren, sondern es geht nur darum, was Lang daraus machte. Er entschied sich bei seiner Gestaltung zu vollkommener Stilisierung und Künstlichkeit. Die mythischen Anfangsszenen sind bewusst unwirklich gehalten und halten in ihrer atmosphärischen Wirkung einem Vergleich mit neueren Fantasy-Filmen durchaus stand. Die Welt der Anfangsszenen ist märchenhaft und unterweltlich. Lang arbeitet mit faszinierenden Licht- und Schattenspielen. Er verzichtete bewusst auf Außenaufnahmen und ließ im Studio einen Wald aus gewaltigen säulenartigen Stämmen aufbauen. Die Drachenszene war zu ihrer Zeit etwas nie Gesehenes und Lang war bemüht, die besten Techniker der Zeit um sich zu versammeln. Besonders surreal wirkt eine Szene, in der wir eine Gruppe angeketteter Zwerge sehen, die einen Kessel voll Gold tragen und die beim Tod ihres Königs Alberich (Georg John) versteinern, wobei ihre Gesichtszüge erhalten bleiben. Der Film verblüffte seine Zuschauer mit beeindruckenden Überblendungen, etwa beim Eindringen in die Nibelungenhöhle, oder bei den Szenen mit der magischen Tarnkappe, wie z.B. beim Wettstreit mit Brunhild, wo der unsichtbare Siegfried Gunther die Hand beim Speerwurf führt.&lt;br /&gt;
Die Welt der Burgunder wird geprägt durch ihre monumentale Architektur. Hier dominieren kahle Räume und riesige hohe Hallen. Diese Welt ist streng geometrisch aufgebaut. Wir finden überall symmetrische Muster, sei es im Boden oder bei den Gewändern. Die Menschen wirken klein vor dieser Architektur, etwa in den Domszenen, wo die Personen absolut symmetrisch bis hin zur Farbe der Gewänder vor dem imposanten Dom gruppiert werden. Die Menschen werden dieser Architektur völlig untergeordnet oder besser eingeordnet. Sie werden zum Teil der Architektur, zum bloßen Ornament. Berühmt ist hier die Szene, wo Brunhild bei ihrem Einzug in Worms über eine lebende Brücke vom Schiff an Land geht. Die Personen bewegen sich langsam und statuarisch und immer in strenger Symmetrie, sei es in Reihen oder spiegelbildlich. Eine psychologische Vertiefung erfolgt nicht und wird vom Stoff auch nicht gefordert. Die Personen sind reine Archetypen, sie vollziehen vom Schicksal vorgegebene Handlungsmuster. Die Atmosphäre bei den Burgundern hat insgesamt etwas Totes, was bildlich in den langen Gewändern, den leeren Räumen und der allgegenwärtigen Ritualisierung zum Ausdruck kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In deutlichem Kontrast zum statuarischen Worms steht das Island Brunhilds. Der Burgfelsen ragt aus einem unzugänglichen Flammenmeer hervor, womit visualisiert wird, worum es beim Wettkampf mit der Königin geht: um die Bezwingung ihrer Jungfräulichkeit. Wie die Märchenwelt, aus der Siegfried nach Worms kam, wird auch Brunhilds Welt als heidnisch gezeichnet. Eine Schamanin gibt der Königin vor urzeitlicher Höhlenmalerei ihre Weissagungen. Am deutlichsten unterscheidet sich die Welt Brunhilds durch ihre Bewegungschoreographie von der Welt der Burgunder. Die Amazonen verkörpern in ihren raschen, ungestümen Bewegungen das wilde und natürliche Leben. Der Film deutet so auch die Interpretationsmöglichkeit an, dass Brunhild das Leben ist, das die tote Welt der Burgunder braucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hauptthema des Films gilt gemeinhin die Treue und in der Tat gibt es kaum einen Begriff, der häufiger auf den Schrifttafeln auftaucht, als Treue. Dies ist mit Sicherheit auf den Einfluss von Fritz Langs verhängnisvoller Ehefrau Thea von Harbou zurückzuführen, die hier, wie in vielen anderen Filmen Langs, für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Sieht man sich den Film jedoch wirklich an, so stellt man sehr bald fest, dass sein eigentliches Thema keineswegs die Treue, sondern im Gegenteil der Verrat ist. Siegfried kommt nach Worms, um Kriemhild zur Frau zu gewinnen und er wird von Anfang an von den Burgundern für ihre Pläne zum Betrug an Brunhild benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gunther, der ewig zögernde und schwache König der Burgunder braucht Siegfried, der als einziger in der Lage ist, die übermenschliche Brunhild im Wettkampf zu besiegen. Dafür erhält er Kriemhild als Belohnung. Dies ist der Plan Hagens, der grauen Eminenz seines Königs. Und Siegfried zögert nicht einen Moment, in den Betrug einzuwilligen. Die archaische ungebändigte Kraft Brunhilds wird durch List bezwungen. Und dies wird mit dem hohlen Pathos von Treueschwüren verbrämt. „Halte mir Wort Gunther, wie ich dir Wort hielt.“, sagt Siegfried auf einer Texttafel und es schließt sich der Treueschwur der Blutsbrüder Siegfried und Gunther an. Lang macht mit seinen Bildern und seiner Schnittfolge ganz klar, wie er den Mythos versteht. So sehen wir die Blutsbrüderszene gegengeschnitten mit der betrogenen und zweifelnden Brunhild, die ahnt, das etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann, aber auch mit der naiven und gutgläubigen Kriemhild, die sich auf ihre Hochzeit vorbereitet. Bei den Burgundern ist alles auf Lüge aufgebaut, die ganze vorgebliche Freundschaft und beide Ehen sind auf Lüge gebaut. Und wo bleibt die Treue? Es ist die gegenseitige Treue beim Betrug. Es ist die Treue unter Ganoven.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der Betrug setzt sich fort. Noch einmal muss Brunhild betrogen werden, diesmal in der Hochzeitsnacht. Diesmal zögert Siegfried, doch lässt er sich sehr schnell durch Phrasen wieder einbinden. „Willst du den Freund im Stich lassen?“, fragt ihn Hagen. Und Gunther schweigt dazu und lässt wie immer Hagen für sich reden und Siegfried für sich handeln. Gunther und Hagen werden als die düsteren Intriganten dargestellt, die meist im Schatten sitzen und nur beobachten. Siegfried ist der nützliche Idiot, der sich verwenden lässt.&lt;br /&gt;
Die Betrogenen sind die beiden Frauen, vor allem Brunhild. Sie ahnen mehr, als dass sie wüssten, und so kommt es in der berühmten Treppenszene zum Streit der Königinnen. Brunhild verlangt als vermeintliche Herrin Siegfrieds den Vortritt und Kriemhild zeigt ihr aus gekränkter Eitelkeit den Armreif, den Siegfried der Amazone in der Hochzeitsnacht in Gunthers Gestalt abgenommen hat. Der Streit der Frauen hat seinen Ursprung im Lügengebäude der Männer. Bereut nun einer den Betrug? „Dein Schwatzen war schlimmer als ein Mord, Siegfried“, ruft Hagen. Dann geht es nur noch darum, die Folgen zu beseitigen. Brunhild verlangt aus verletzter Ehre den Tod Siegfrieds und Gunther ist zerrissen wie je: „Soll ich ihn töten, weil er mir treu war?“ Doch Brunhild überzeugt ihn mit dem Argument, Siegfried hätte sie entjungfert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegfried war das Werkzeug beim Betrug der Burgunder. Solange alles geheim war, pflegte man den Schein von Treue und Blutsbrüderschaft. Das zählt jetzt alles nicht mehr. Es geht nur noch darum, den lästig gewordenen Helfer und Mitwisser zu beseitigen. Dem ersten Verrat an Brunhild folgt der zweite an Siegfried. Man veranstaltet eine Jagd und Hagen belügt Kriemhild, um die verwundbare Stelle Siegfrieds zu erfahren. Dann ermordet er Siegfried hinterrücks, als dieser an einer Quelle trinkt. Brunhild, die Barbarin ist es, die zu Gunther sagt: „Um eines Weibes willen erschlugst du deinen treuen Freund“, und sie ist es, die an der Totenbahre Siegfrieds Selbstmord begeht. Kriemhild fordert Gerechtigkeit von ihrem Bruder. Sie verlangt, den Mörder zu bestrafen. Aber Gunther und seine Brüder stellen sich vor Hagen: „Treue um Treue. Seine Tat ist die unsere. Unsere Brust ist sein Schild“. In diesem Moment wird Kriemhilds Verwandlung sichtbar und sie schwört die Rache, die sich im zweiten Teil erfüllen wird. Die Treue- und Ehrbegriffe der Burgunder reichen nicht weiter als die einer Mafia-Bande. Lang macht dies besonders deutlich, wenn er durch seine bildliche Darstellung die schwülstigen Zwischentitel konterkariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Teil: Kriemhilds Rache:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ging es im ersten Teil um Betrug und Verrat, und zwar um mehrfachen Verrat, so steht der zweite Teil ganz unter dem Thema Rache. Kriemhild nutzt zunächst ihr Erbe, den Nibelungenschatz, um damit Verbündete gegen Hagen und ihren Bruder Gunther zu werben. Als Hagen ihr den Schatz raubt und ihn im Rhein versenkt, geht sie auf den Antrag des Hunnenkönigs Etzel ein und verlässt Worms. Sie lehnt ausdrücklich jede Versöhnung mit Gunther ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch stärker als im ersten Teil nimmt jetzt Hagen die zentrale Stellung auf der Seite der Burgunder ein. Er erscheint durchgehend in einem schwarzen Gewand mit Umhang und mit einem gewaltigen Flügelhelm. Um den finsteren Eindruck zu verstärken hat er im Film nur ein Auge. Er ist das Urbild des rationalen Bösewichts, der ohne Skrupel zu jedem Verbrechen im Dienst seines Herrn oder des Staates bereit ist. Er ist die fleischgewordene Staatsräson und kann als Folie für viele faszinierende Filmbösewichter von Dr. Seltsam bis Darth Vader gelten.&lt;br /&gt;
Ihm gegenüber steht jetzt Kriemhild, die sich vom naiven Jungmädchen zur Rachegöttin gewandelt hat. Im Gegensatz zum ersten Teil, wo sie wie Siegfried immer weiß gekleidet war, trägt sie jetzt schwarz. Sie bewegt sich kaum und wenn, dann nur sehr langsam. Damit bildet unter den ständig wimmelnden Hunnen eine Art Statue, was ihren Charakter als Rachegöttin noch verstärkt. Jeden Mann, der ihr begegnet versucht sie auf ihre Rache einzuschwören, sei es der biedere Rüdiger (Rudolf Rittner), sei es ihr neuer Gemahl Etzel oder dessen Bruder Blaodel (Georg John).&lt;br /&gt;
Die Welt der Hunnen steht in scharfem Kontrast zur Welt der Burgunder. Die Hunnen sind in ständiger Bewegung, sie werden als Barbaren gezeichnet, die in Erdhöhlen leben, sie sind orgiastisch und lebensfreudig. Statt der Gemessenheit des ersten Teils mit seinen langen Kamera-Einstellungen dominiert jetzt dynamische Beweglichkeit. Langs Nibelungenfilm stellt das Aufeinanderprallen dieser Welten ohne die platte Schwarzweiß-Malerei vieler neuerer Fantasyfilme dar. Hier steht nicht Gut gegen Böse, sondern es entsteht wirkliche Tragik, da Schuld und Unschuld auf beiden Seiten sich die Waage halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriemhild veranlasst Etzel, die Burgunder an seinen Hof einzuladen. Ihr Verlangen nach Rache jedoch weist er zurück. „Heilig ist der Gast“, sagt Etzel und wird damit zum Vertreter eines archaischen Moralbegriffs, der hoch über der Falschheit der Burgunder steht. Überhaupt wird Etzel, trotz seines wilden Äußeren, als sehr menschlich gezeichnet. Im Gegensatz zur starren Mimik der Burgunder drückt er seine Gefühle immer direkt aus. Wir sehen seine Liebe und Freude, wenn er mit seinem kleinen Sohn zusammen ist und wir sehen später seine abgrundtiefe Trauer, wenn Hagen diesen Knaben töten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz Hagens Abraten reisen die Burgunder zu Etzel und werden von ihm freundlich empfangen, während Kriemhild Etzels Bruder zum hinterhältigen Angriff auf die Knechte der Burgunder überredet. Es folgt ein Gemetzel, bei dem die in der Halle eingeschlossenen Burgunder sich gegen die Angriffe der Leute Etzels und seiner Verbündeten erwehren. Da die Kämpfe ohne Sieger bleiben, lässt Kriemhild das Dach der Halle anzünden. Der nächste Morgen sieht einzig Hagen und Gunther als Überlebende. Solange noch einer seiner Könige lebt, wird er den Ort des Nibelungenschatzes nicht verraten, sagt Hagen. Und als Kriemhild ihren Bruder Gunther töten und seinen abgeschlagenen Kopf vorzeigen lässt, da lacht Hagen: Jetzt wissen nur noch ich und Gott, wo der Schatz liegt. Kriemhild erschlägt ihn eigenhändig, um damit ihre maßlose Rache zu vollenden und sie wird daraufhin von Meister Hildebrand (Georg August Koch), einem letzten Gefolgsmann Etzels, getötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Notwendigkeit und Unbedingtheit, die so charakteristisch sind für die Stoffe der antiken und der germanischen Mythologie, steuert das Geschehen von Anfang an auf sein tragisches Finale zu. Vielleicht sind solche Stoffe nur mit den Mitteln des Stummfilms wirklich angemessen zu verfilmen. Dem archaischen Stoff korrespondiert hier die archaische Form. Ein Problem vieler neuerer Mythenfilme besteht ja darin, dass die pathetischen Dialoge unglaubwürdig wirken oder dass eine psychologische Figurenzeichnung dem Stoff nicht angemessen ist. Mythische Figuren handeln nicht als moderne Personen, sondern sie sind Archetypen, in denen Ideen und Weltanschauungen personifiziert werden. Fritz Lang hat sein Ziel einer adäquaten filmischen Umsetzung des Nibelungenmythos in beeindruckenden Bildern gemeistert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte der Nibelungen ist wahrscheinlich der deutscheste aller Stoffe. Fritz Lang akzeptierte dies ganz bewusst, wenn er seinem Film die Widmung „Dem deutschen Volke“ voranstellte. Wobei zu berücksichtigen ist, dass Langs Werk 1924 in die Kinos kam, neun Jahre vor der Machtergreifung der Nazis. Dennoch gab es Kritiker, die in Langs Darstellung Parallelen zur Ästhetik des Faschismus finden wollten. Es lässt sich nicht bestreiten, dass mit Begriffen wie „Nibelungentreue“ oder mit der Glorifizierung der Siegfried-Figur der Nibelungenstoff für ideologische Zwecke missbraucht wurde. Es sollte aber deutlich geworden sein, dass dies im Film keinerlei Grundlage findet, sowenig wie im Stoff des Nibelungenmythos selbst. Im Gegenteil gilt es, das Werk vor faschistoiden Vereinnahmungen in Schutz zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Filmdaten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (1): Siegfried - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou und Fritz Lang, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Walter Ruttmann, Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Paul Richter, Margarete Schön, Hanna Ralph, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Rudolf Klein-Rogge, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (2): Kriemhilds Rache - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Eugen Schüfftan (Optische Spezialeffekte), Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Margarete Schön, Rudolf Klein-Rogge, Georg John, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.filmzentrale.com/rezis/nibelungensk.htm entnommen aus der Filmzentrale]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Thesen zum geschichtlichen Hintergrund der Handlung und der Personen des Nibelungenliedes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorbemerkung :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der geschichtliche Hintergrund zerfällt vermutlich ebenso wie die Handlung des Epos in zwei Teile, die Ermordung des Helden Siegfrieds und den Untergang der Burgunder im Kampf gegen die Hunnen. Schon früh wurde deshalb spekuliert, dass es sich eigentlich um zwei unterschiedliche Erzählungen handelte, welche nur dramaturgisch durch einen dünnen Handlungsfaden verbunden wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der erste Teil durch seine sagenhaften Anklänge geschichtlich schwerer einzuordnen ist, geht es im zweiten Teil nach wohl vorherrschender Meinung um den Untergang des Burgunderreiches während der Umwälzungen der Völkerwanderung. Aufgrund der besseren Überlieferungslage sind die insoweit handelnden Personen wie Attila alias Etzel oder Theoderich der Große alias Dietrich von Bern historisch leichter zu identifizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bereits am Beispiel dieser beiden verbürgten geschichtlichen Heroen fällt auf, dass im Nibelungenlied verschiedene „Heldengestalten“ miteinander agieren, welche sich tatsächlich niemals begegnet sind. So war Attila bei der Geburt Theoderichs bereits verstorben. Auch verbrachte Theoderich seine Jugend nicht als Geisel bei den Hunnen, sondern am Hof des oströmischen Kaisers Leo I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Das Reich der Burgunden als Hintergrund von „Krimhilds Rache“ :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Neckar - Taunus Raum kommend, drang der germanische Stamm der Burgunden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
( später auch Burgunder genannt ) um den Jahreswechsel 406 / 407 im Zuge der Zerfalls- erscheinungen des römischen Limes über den Rhein vor. Ca. 413 schlossen sie mit dem weströmischen Reich einen Bündnisvertrag, welcher ihnen als „Foederati“ gegen Stellung von Truppen einen großen Siedlungsraum im Rheingebiet zugestand. Ob es sich dabei tatsächlich um das mittelrheinische Gebiet um die Stadt Worms herum handelte, ist noch strittig. Als die Burgunden unter ihrem Anführer Gundahar ab 430 begannen, sich weiter nach Westen in römisches Provinzgebiet auszudehnen, kam es erneut zum offenen Konflikt mit dem West-reich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unschwer ist in der Person des Gundahar die Person des Gunthers aus dem Nibelungenlied zu identifizieren. Anders als dort ist sein historischer Gegenspieler jedoch nicht der Hunne Attila, sondern der römische Heermeister Flavius Aetius.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der um 390 geborene Aetius war in seiner Jugend zunächst als Geisel bei den Hunnen aufgewachsen. Nach einer glanzvollen militärischen Karriere als „Magister militum“ des weströmischen Reiches floh er aufgrund einer Palastintrige erneut zu den Hunnen. Mit deren Hilfe kehrte er 433 an den weströmischen Hof zurück, wo er als Heermeister das marode Reich ein letztes Mal militärisch stabilisieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu zählte insbesondere der Feldzug gegen die Burgunden, wobei sich Aetius aufgrund seiner Beziehungen auch hunnischer Hilfstruppen bediente. In den folgenden Kämpfen der Jahre 435 / 436 wurde das Reich der Burgunden von den Truppen des Aetius vernichtet und Gundahar getötet. Anschließend siedelte der siegreiche Feldherr die überlebenden Burgunden im Rhonetal / Savoyen als Puffer gegen die germanischen Alemannen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Das Leben Attilas als Hintergrund von „Krimhilds Rache“ : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hunnenkönig Attila trat nach den historischen Quellen bei dem Feldzug gegen die Burgunden selbst nicht in Erscheinung. Er regierte die Hunnen seit 434. Nach der Ermordung seines Bruders Bleda 444 / 445 wurde er ihr unbeschränkter Großkönig mit Herrschaftssitz in der ungarischen Tiefebene an der Theiß. Während er Feldzüge gegen Ostrom unternahm, unterhielt er zum weströmischen Reich, vermutlich aufgrund des dortigen Heermeisters Flavius Aetius ( s.o. ), überraschend gute Beziehungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nach einem als Heiratsangebot getarnten Hilfserbitten der verzweifelten Schwester des weströmischen Kaisers Valentinian III forderte Attila sogleich die Hälfte Westroms als „Brautgeschenk“. In der Folge fiel er mit seinen überlegenen Reiterhorden in das Reich ein und konnte erst nach langen wechselhaften Kämpfen im Jahr 451 in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern von Flavius Aetius und einem Vielvölkerheer aus Römern, Westgoten und anderen Germanen ( vermutlich auch Burgundern ) zurückgeschlagen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
452 fiel Attila erneut mit seinem Heer in Italien ein. Diesmal wurde sein Kriegszug nach anfänglichen Erfolgen letztlich wohl durch Seuchen und Versorgungsprobleme gestoppt, welche der Römer Aetius durch die ausweichende Militärtaktik der „verbrannten Erde“ noch gesteigert hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser wiederholten Niederlage zog sich Attila in seinen Herrschaftsraum zurück und starb 453 während der Hochzeitsnacht mit seiner germanischen Braut Ildikó, der Tochter eines gotischen oder gar burgundischen Fürsten. Die Todesursache war entweder ein Blutsturz oder beigebrachtes Gift.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Ildikó auch als Hildiko bzw. neuhochdeutsch „Hildchen“ übersetzt werden kann, sieht man in dieser Braut des Attila ein mögliches Vorbild für die Krimhild der Nibelungensage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der mächtige Heermeister Flavius Aetius wurde 454 während einer Audienz vom damaligen Kaiser Valentinian III eigenhändig umgebracht. Gelegentlich wird der Römer Aetius aufgrund seiner historischen Rolle als der eigentliche „Etzel“ des Nibelungenliedes angesehen. Auch waren es historisch gesehen letztlich die Römer, welche den Untergang der Burgunden / Nibelungen und den Tod Gundahars / Gunthers zu verantworten hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Das Leben des Arminius / Hermann als Hintergrund von „Siegfrieds Tod“ :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Rollen des Gunther, des Etzel und der Krimhild aufgrund der historischen Geschehnisse leicht(er) zuzuordnen sind, stellt sich für den ersten Teil des Nibelungenliedes die zentrale Frage, welche historische Persönlichkeit eine derartige Wirkungskraft ausgeübt haben könnte, um aus dem Dunkel der sagenhaften Überlieferungen ein Vorbild für die Figur des Helden Siegfried zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angeführte „zeitgenössische“ Personen der Völkerwanderung werden dem nicht ansatzweise gerecht. Aus den langen Auseinandersetzungen zwischen Römern und Germanen , um die geht es letztlich trotz aller Verzerrungen auch im Nibelungenlied ( s.o. ), ragt jedoch ein Mann hervor, dessen Leben und Sterben in den grundlegenden Motiven auf den Sagenheld Siegfried wie eine Schablone zutrifft : Arminius, der Fürst der Cherusker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;a. Das Motiv der Herkunft und Namensgebung&#039;&#039;&#039; :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Versionen der nordischen Sagas wächst Siegfried in der Wildnis auf, gesäugt von einer Hirschkuh. Ggf. stellt dies eine Parallele zur römischen Sage von der Romulus und Remus säugenden Wölfin dar. Nach verschiedenen Deutungen des Stammesnamens der Cherusker ist wohl der Hirsch, germanisch &#039;&#039;herut&#039;&#039;, als deren „Wappentier“ anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Nibelungenlied wird der Name von Siegfrieds Vater mit Siegmund angegeben. Nach den römischen Quellen lautet der Name von Arminius Vater Sigimer oder Segimer. Die Silbe Sig bzw. Seg war bei den Cherusker offenbar recht gebräuchlich ( siehe z.B. auch Segestes ) und deutete wohl auf Auszeichnung im Kampf hin. Der Name der Mutter des Arminius bleibt unerwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch sein germanischer Name ist unbekannt. Der Name Arminius wurde ihm von den Römern wie üblich erst bei der Verleihung des römischen Bürgerrechts gegeben. Er steht wohl am ehesten für „der Blauäugige“ (von &#039;&#039;armenium&#039;&#039; - „bergblau“). So wurde der Bruder des Arminius von den Römern auch nur schlicht Flavus, „der Blonde“, genannt. Der Name Hermann taucht erst später im Mittelalter auf und wurde angeblich von Luther geprägt. Angesichts der hohen Stellung seines Vaters Sigimer ist der gleichbleibende Namensteildes „Sig“ bei dem germanischen Namen des Arminius naheliegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Herkunft Siegfrieds wird im Nibelungenlied Xanten angegeben. Die historische Stadt Xanten ist römischen Ursprungs und diente unter dem Namen Vetera als eines der zentralen Lager der römischen Rheinlegionen. Arminius ist zunächst selbst ein Mitglied dieses Heeres, welches später von ihm vernichtend geschlagen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;b. Das Motiv des mutigen Kämpfers : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Siegfried im Nibelungenlied war Arminius nicht nur ein Anführer seines Volkes, sondern auch ein im Kampf erfahrener und herausragend erfolgreicher Krieger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im römischen Militärdienst ab spätestens 4 bis 9 n.Chr. zeichnete sich Arminius als Führer von germanischen Hilfstruppen in den Feldzügen des späteren Kaisers Tiberius in Germanien und / oder Pannonien derart persönlich aus, das er in einer bis dahin beispiellosen Karriere als Germane sogar in den römischen Ritterstand aufsteigen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der persönlich mit ihm bekannte römische Historiker Paterculus, selbst ein ranghoher Soldat, schilderte den späteren Gegner Arminius nach den gemeinsam verbrachten Kriegsjahren wie folgt : “ Er war tüchtig im Kampf und rasch in seinem Denken, ein beweglicherer Geist als es die Barbaren für gewöhnlich sind. Das Feuer seines Geistes verriet sich schon im Blick seiner Augen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;c. Das Motiv des Drachenkampfes :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich durch die persönlich erlebte römische Herrschaftspraxis in der germanischen Provinz entschied sich Arminius jedoch trotz geringer Erfolgsaussichten für den Kampf gegen die zu dieser Zeit geradezu übermächtig wirkende „Weltmacht“ Rom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungeachtet aller persönlichen Gefahren und trotz Verrats seiner Pläne organisierte Arminius, quasi vor den Augen des recht vertrauensseligen Statthalters Varus, einen erfolgreichen germanischen Aufstand der durch das Inferno der Schlacht im Teutoburger Wald bzw. Varusschlacht um 9 n.Chr. mit einem Schlag die römische Herrschaft in Germanien jenseits des Rheins beendete und Rom in seinen Grundfesten erschütterte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Motiv des Kampfes gegen einen schier übermächtigen Gegner findet sich bei Siegfried in Form des Drachenkampfes wieder. Die insoweit deutlich detaillierten Edda-Schilderungen über den Drachenkampf lassen überraschende Parallelen zu den jüngsten Erkenntnissen über den mutmaßlichen Ablauf der Varrusschlacht aus dem Raum um Kalkriese erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So stellt Siegfried dem Ungeheuer auf dessen Weg zum Wasser mit einer Erdgrube eine Falle. Darin verborgen sticht er dem Lindwurm in das Herz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kalkriese wurde eine Erdwallanlage aufgefunden, mit der die dahinter verschanzten Germanen unter Arminius den auf dem Rückmarsch zum Rhein befindlichen römischen Legionen den Weg abgeschnitten haben sollen. Vermutlich kam es dort zu dem Endpunkt eines sich über mehrere Tage hinziehenden Kampfes, in welchem die Legionäre in ihrer verwundbaren Marschformation von den Germanen angegriffen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der sich über viele Kilometer erstreckende Zug der Römer unter dem Befehl des Statthalters Varus, bestehend aus den drei kampfstärksten Legionen des Reiches, jeder der bis zu 18.000 Berufssoldaten mit Kettenhemd, Helm und eisenbeschlagenem Schild, wird wohl selbst von heutigen Autoren noch als „lindwurmartig“ bezeichnet. Den drei Legionen voran wurden die römischen Feldzeichen getragen. Zu Zeiten des Arminius waren dies die römischen Adler. Bereits vor der Völkerwanderung wurde der Adler im römischen Heer jedoch durch den eindrucksvollen Kopf eines Drachen ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Standartentraeger.png|thumb|Nachbildung eines römischen Standartenträgers der Kavallerie nebst drachenköpfigem Feldzeichen aus der späten Kaiserzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;d. Das Motiv des Blutbades und der Unverwundbarkeit :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Sieg über den Drachen nimmt Siegfried ein Bad in dessen Blut, um hierdurch für seine Feinde unverwundbar zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Sieg des Arminius und seiner Verbündeten ist absolut. Die drei Legionen nebst Tross und Hilfstruppen werden so vollständig vernichtet, dass sie auf kaiserliche Weisung hin nie wieder aufgestellt werden. Der Statthalter Varus stürzt sich auf dem Schlachtfeld in sein Schwert. Das seit langer Zeit sieggewohnte römische Reich ist nach heutigen Maßstäben geradezu traumatisiert. Der damalige Kaiser Augustus soll mit dem Ruf „Varus, Varus gib mir meine Legionen zurück“ aufgelöst durch seinen Palast geirrt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem morastigen Schlachtfeld lagen unter Berücksichtigung der germanischen Verluste bis zu 25.000 Tote nebst Pferden und Maultieren. Nach den römischen Quellen und den Erkenntnissen bei Kalkriese hatte es zuvor bzw. während des Kampfes in Strömen geregnet. Selbst für die damaligen Verhältnisse muss das Kampfgebiet einen apokalyptischen Eindruck geboten haben, zumal Schlachten dieser Größenordnung auf germanischem Gebiet bisher kaum stattgefunden hatten. Nach vorsichtigen Schätzungen moderner Militärhistoriker dürften aufgrund der Schwere der damaligen Kampfverletzungen allein 50.000 Liter menschlichen Blutes den aufgeweichten Boden, die Regenpfützen und die umliegenden Wassertümpel getränkt haben. Verletzte und wohl auch gefangene Römer wurden noch vor Ort massakriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Fragmentfunden aus Kalkriese gingen die Sieger dazu über, den toten Legionären die Rüstungen vom Leib zu reißen. In dem zu dieser Zeit noch eher kleinbäuerlich geprägten Germanien waren Metalle nur spärlich verfügbar. Fast nur Adlige konnten sich Schilder, Kettenhemden, Helme oder Schwerter aus Metall leisten. Der einfache Krieger zog mit dem im Feuer gehärteten Speer und einem Schild aus Holz in die Schlacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nunmehr aber verfügte die Allianz des Arminius neben ihrer spärlicheren Hilfstruppen-ausrüstung mit einem Schlag über zehntausende hochwertige Rüstungen nebst Helmen und Schilden aus den römischen Legionsbeständen. Der weitere Kriegsverlauf belegt die folgende „Unüberwindbarkeit“ der Kämpfer des Arminius.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;e. Das Motiv des Hortes und der darin befindlichen Schätze : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem Sieg über den Drachen gelangt Siegfried an unermessliche Reichtümer aus dem Hort der Nibelungen, darunter eine Tarnkappe und einen Stab der Beredsamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arminius fielen neben den unbezahlbar wertvollen Waffen der Rheinlegionen auch deren gesamte Habseligkeiten, die prachtvolle Ausstattung des römischen Statthalters und wohl unzählige Trossangehörige als Sklaven in die Hände. Römische Städte und Ansiedlungen auf germanischem Gebiet, wie z.B. Waldgirmes, wurden zerstört und vollständig geplündert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie zuvor bei der Planung des Aufstandes unter den Augen der Römer gelang es Arminius mit einer bis dahin nahezu einmaligen diplomatischen Leistung ein dauerhaftes Bündnis aus verschiedenen, traditionell zerstrittenen germanischen Stämmen zu schmieden. Dieses erwies sich als stark genug, um den römischen Rache- und Rückeroberungsfeldzügen der Jahre ab 14 bis 17 n.Chr. erfolgreich standzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der römische Feldherr Germanicus setzte während dieser mehrjährigen Feldzüge zeitgleich nahezu ein Drittel des gesamten römischen Heeres der damaligen Zeit ein. Arminius griff seinerseits immer wieder auf eine ausweichende Guerillastrategie zurück. Überraschende Angriffe auf die Marschkolonnen des Gegners und kontrollierte Absetzbewegungen in den schützenden Wald bei einem problematischen Kampfverlauf kennzeichneten die bevorzugte Taktik des Arminius. Angesichts dramatischer römischer Verluste und geringer Erfolge befahl der nunmehrige römische Kaiser Tiberius, ein früherer Kampfgefährte des Arminius (s.o.), im Jahr 17 n.Chr. seinem Feldherrn Germanicus den endgültigen Abbruch der Feldzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der weiteren Folge nahm es Arminus noch im selben Jahr mit Marbod, dem äußerst mächtigen König der Markomannen und dessen unabhängigen Großreich im heutigen Tschechien bzw. Böhmen auf. Dieses verfügte nach römischen Quellen über ein Heer von ca. 75.000 Kriegern und hatte bis dahin selbst für Rom eine nachhaltige Gefahr dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und auch in diesem Kampf gelang dem Stammesbündnis unter Führung des Arminius der Sieg. Und dies trotz des verräterischen Überlaufens seines Onkels Inguiomerus zu den verfeindeten Markomannen. Der gedemütigte Marbod musste im Jahr 19 n.Chr. schließlich sogar in ein römisches Exil fliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Krieg erwies sich der geschickte Kämpfer und Diplomat Arminius damit trotz seiner militärisch übermächtig wirkenden Gegner als unbesiegbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;f. Das Motiv des Verrats und der Ermordung durch die eigenen Verwandten : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der unverwundbare Siegfried wird von den gekränkten und neidischen Verwandten seiner Ehefrau mittels einer List hinterrücks ermordet. Die Tat wird von dem grimmen Hagen ausgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Berichten des Tacitus zum Tod des Arminius ist festgehalten, dass dieser ca. 19 / 21 n.Chr. durch die „Hinterlist seiner Verwandten fiel“. Er hatte wohl auf dem Weg zu einer Art „Königswürde“ zu viel Macht erlangt und erschien nach Wegfall des äußeren Feindes im internen Gefüge der Stammesfürsten schlicht zu gefährlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mörder des Arminus wird namentlich nicht genannt. Ausgehend von dem spärlichen Berichten des Tacitus verblieben jedoch nach dem Verrat des Onkels Inguiomerus ( s.o. ) nur noch zwei in Betracht kommende Verwandte : Flavus, sein Bruder, und Segestes, der Schwiegervater des Arminius. Beide stehen während der kriegerischen Auseinandersetzungen zumeist auf Seiten der Römer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Segestes soll Arminius sogar noch (erfolglos) an Varus verraten haben. Obwohl oder gerade weil Arminius seine Tochter Thusnelda zur Ehefrau genommen hatte, betrieb Segestes auch später noch dessen Vernichtung. Schließlich begab sich Segestes im Verlauf der geschilderten Feldzüge 15 n.Chr. nebst seiner Tochter sogar persönlich in die helfenden Hände der Römer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bruder Flavus blieb als Anführer von Hilfstruppen bis zum Ende der Kämpfe 17 n.Chr. seinem einstmaligen Schwur auf den römischen Kaiser treu. Wie Hagen in verschiedenen Edda-Versionen verlor Flavus nach den römischen Quellen während der Kämpfe ein Auge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich der Feldzüge lieferten sich Arminius und Flavus über die Weser hinweg ein sehr persönliches Wortgefecht, wobei laut des römischen Geschichtsschreibers nur das schnell fließende Wasser ein sofortiges Blutvergießen verhinderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessanterweise wird Hagen von Tronje in mehreren Deutungen des Ortsnames Tronje ein römischer Hintergrund zugewiesen. So wird das sagenhafte Troja als das Ursprungsland der ersten römischen Siedler oder das in der Nähe von Xanten gelegene Römerlager Colonia Ulpia Trajana als mögliche „Herkunft“ Hagens angeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der historisch verbürgte Flavus an den Feldzügen des Germanicus teilnahm ( s.o. ), ist sein Standort in diesem Militärbereich zumindest möglich. Er hatte jedenfalls nach dem Ende des offenen Kampfes, ggf. im naheliegenden Zusammenspiel mit einem im Hintergrund die Fäden ziehenden Schwiegervater Segestes, ein Motiv und räumlich gesehen wohl auch Gelegenheit zum geschilderten „hinterlistigen“ Mord an Arminius. Bezeichnenderweise wurde erst dem in Rom geborenen Sohn des Flavus mit Namen Italicus von den führungslosen Cheruskern im Jahr 47 n.Chr. die Herrschaft über den Stamm angetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor diesem Hintergrund sei noch angeführt, dass in der dem Nibelungenlied ähnlichen Thidrekssaga der dort als „Högni von Troia“ bezeichnete Hagen kurz vor seinem Tod mit einer „hunnischen“ (s.o.) Sklavin einen Sohn zeugt und dieser den Schlüssel zum Hort Siegfrieds übergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;g. Das Motiv der treuen Ehefrau am fremden Hof und des gemeinsamen Sohnes : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krimhild bleibt Siegfried nach dessen Ermordung in aufrechter Liebe und Trauer verbunden. Sie rächt seinen Tod am Hofe der Hunnen an ihren Verwandten. Der gemeinsame Sohn wird ohne nähere Beschreibungen in das Nibelungenreich gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tragische Beziehung zwischen Arminius und seiner Ehefrau Thusnelda ist wohl das erste überlieferte „Liebesdrama“ aus dem deutschen Raum. Nach wiederholten Zerwürfnissen mit seinem im Machtgefüge konkurrierenden Schwiegervater Segestes muss Arminius miterleben, wie dieser im Jahr 15 n.Chr. die schwangere Thusnelda nach Rom verbringen lässt. Zur Haltung Thusneldas in dieser Situation schreibt der römische Historiker Tacitus wörtlich : „Sie stand mit dem Herzen mehr auf der Seite ihres Mannes als ihres Vaters. Sie ließ sich keine Träne entlocken und kein flehendes Wort verlauten; die Hände im Schoß zusammengelegt, blickte sie auf ihren schwangeren Leib.“ Sie sah Arminius niemals wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sohn des Arminius mit dem überlieferten Namen Thumelikus wird während des so erzwungenen Aufenthalts im römischen Reich geboren. Seinen Vater hat er weder sehen, noch rächen können. Seine Spur verliert sich letztlich im Dunkel der Geschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der einst so mächtige Stamm der Cherusker hinterlässt bald keine geschichtlichen Spuren mehr. Nach andauernden internen Zwistigkeiten, befördert durch die erfolgreiche römische Diplomatie des „Teile und Herrsche“ geht auch dieser Volksstamm ähnlich wie später die Burgunder sinnbildlich unter. Mutmaßlich gehen die Angehörigen der Cherusker später in dem sich langsam bildenden Stammesverbund der Franken auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;h. Das Motiv des Gedenkens in Liedern und Gesängen : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Helden Siegfried wurde im germanischen Sprachraum dauerhaft in den Überlieferungen der Edda und letztlich auch im Nibelungenlied gedacht. Sämtliche Schilderungen wurden deutlich nach den dramatischen Ereignissen um den Cherusker Arminius niedergeschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine germanische Geschichtsschreibung fehlte zu dessen Zeit noch und wurde durch die mündliche Überlieferung und Gesänge ersetzt. Eine noch im späteren Mittelalter bei den Volkssagen zu beobachtende märchenhafte bzw. symbolische Verfremdung und / oder Überhöhung der wahren Personen und Ereignisse ist einer derartigen Überlieferungsform geradezu innewohnend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich berichtet der römische Historiker Tacitus in seinen zu Beginn des 2. Jahrhunderts n.Chr. verfassten und lange verschollenen „Annalen“ bzgl. des germanischen Gedenkens an Arminius wörtlich : „Noch heute besingt man ihn bei den barbarischen Völkern.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst seine römischen Feinde fällten über ihn ein historisches Urteil, welches Arminius bei den germanischen Völkern unsterblich gemacht haben mag. So heißt es bei Tacitus weiter :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Arminius hat nicht wie andere Heerführer und Könige das römische Volk in seinen Anfängen herausgefordert, sondern das in höchster Blüte stehende Reich. In den Schlachten kämpfte er mit wechselndem Erfolg, im Krieg blieb er unbesiegt. Er war ohne Zweifel der Befreier Germaniens.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den sicheren Nachweis, dass das Schicksal des Arminius in der Form der Siegfriedsage und dem Nibelungenlied verewigt wurde, bleibt die Geschichte leider wohl für immer schuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Thesen bleiben auch unter den Experten aus den unterschiedlichsten Gründen heftig umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber welcher Sänger oder Barde würde wohl einen solchen Menschen mit all seiner persönlichen Tragik jemals der Vergessenheit preisgegeben haben !?&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
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	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Nibelungenlied&amp;diff=236</id>
		<title>Nibelungenlied</title>
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		<updated>2011-02-21T13:32:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* V. Übergreifende Thesen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== &#039;&#039;&#039;Symposien&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
*13.08.2009 - 20:30 Uhr bei Tobias. Themen: Einführung und erste Textpassagen, Nachwort Grosse. Wir lesen Brackert: Ende 3. Aventiure.&lt;br /&gt;
*2.09.2009 - 20:30 bei Tiemo 4. und 5. Aventiure gelesen&lt;br /&gt;
*12.9.2009 - 20:00 Wanderhütte bei Dörscheid am Rhein. Bis Ende 9. Av. gelesen. siehe auch [http://www.schneelaeufer.de/2009_Rhein unsere Fotos]&lt;br /&gt;
*30.09.2009 - 20:45 bei Tiemo. Andreas: Die Edda und das Nibelungenlied. Gelesen bis Ende 14.Av.&lt;br /&gt;
*14.10.2009 - 20:30 bei Matthias. Matthias-Vortrag: historischer Kontext Siegfried-Arminius, Burgunden-Römer; Dietrich von Bern. Bis Ende 16. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*05.01.2011 - 20:00 bei Matthias. Erstmal wieder reinkommen. Bis Ende 18. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*26.01.2011 - 20:30 bei Andreas. Bis Ende 20. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*10.02.2011 - 20:00 bei Matthias. Bis Ende 24. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*23.02.2011 - 20:30 bei Tobias.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Thesen, Kurzeinträge, Literatur. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Fragestellungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Was unterscheidet Mythologie von Religion? Wenn es im ersten Teil vom NL um mythologische Resonanz geht, stellt sich die Frage, ob hinter dieser Mythologie ein Sinn steht, eine Antwort auf die Frage nach Ursprung und Ende, oder eben Sinn auf ganz andere Weise generiert: Liebe, Treue, Kampf? Es stellt sich auch die Frage, inwiefern Epen die Roman-Funktion übernahmen, die Lukács definierte: der Roman ersetzt das in der Moderne nicht erfüllte Bedürfnis nach Transzendenz, nach einem metaphysischen Zuhause.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Wie wichtig ist das Treue-Motiv? Zumindest das Wort ist dominant. &amp;lt;span style=&amp;quot;color: color&amp;quot;&amp;gt;Was ist Treue? Wer ist treu?&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Was baut eigentlich den übergreifenden Spannungsbogen im NL auf? Worum geht es?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Was für ein Held ist Siegfried (Hybris, naiv, unbescholten etc.)? Vor allem Eines: unbekümmert! - Gegenpol des &amp;quot;Kümmerers&amp;quot;, des grimmen Hagen - grimm ob der Last des ständigen Bedenkens, Grübelns. Seliger Siegfried! Und überhaupt: was zeichnet einen Helden aus, was ist ein Anti-Held? Übt NL Kritik am Helden-Epos, indem Helden unmöglich werden? (NL weniger Helden- als vielmehr höfisches Epos. Heldenepos: 1 menschlicher Held. NL: diverse ausgezeichnete Recken einerseits und andererseits Überlagerung durch das Höfische.) Ironisiert NL die Heldenfrage? Siegfrieds Vorstellung am Hof Worms ist Hybris-artig: Ich schlage alle, ich nehme mir alles. Keine Spur von Weisheit. AV2, 55: Holt sich gewaltsam, was er will. 88: schlachtet für den Nibelungenschatz 700 Krieger und 12 Riesen, später aus Spaß Löwen, Elche, Bären, Wisente...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hybris-, Minne- und Treue-Motiv: wie verhalten sie sich zueinander? Ist Minne Glaubensersatz an das Transzendente, damit Immanenz-Erscheinung? Was ist/bedeutet Liebe zu einer Frau und zu einem Mann?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Welche Rolle spielen Frauen? Mit Kriemhield geht&#039;s los, sie verbindet die beiden großen Teile, sie initiiert große Ereignisserien.&lt;br /&gt;
Krimhild, die Klammer des Epos.   &lt;br /&gt;
Brunhild, die Klammer zu den alten Sagen.&lt;br /&gt;
Wenn Frauen aktiv werden, dann öffnet sich der Himmel und es regnet Unheil und Grauen. Sie dürfen nicht unterschätzt werden. Sie dürfen gar nicht zu (widernatürlicher) Aktivität gereizt werden, müssen also gut behandelt werden. Dann kann die natürliche Ordnung bestehen bleiben.&lt;br /&gt;
   Frauen sind der Ausblick in eine individualistische Zukunft (siehe erweiterte Minne-These V 5)&lt;br /&gt;
Ein bestimmtes Verhalten Frauen gegenüber macht auch das &amp;quot;Höfische&amp;quot; aus (siehe auch Subversions-These V 10).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hagen, der Wissende: AV 3, 84: berichtet über Siegfrieds große Taten, erkennt ihn, erwähnt ganz kurz den Drachenkampf (100).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Siegfrieds Riss im schützenden Hautpanzer ist zugleich Möglichkeit des grundlegenden Risses in der Großhandlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Siegfried: kämpft mit dem Schwert Balmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Kriemhild träumt in AV1, 11: von ihrem Schicksal, stemmt sich dagegen (keinen Mann kennenlernen), doch dann verliebt sie sich in S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Was heißt es, ein „wahrer Ritter“ zu sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Gibt es eine &amp;quot;Epos-Entwicklung&amp;quot; vom Gilgamesch (Menschliche Handlungen werden durch uneinheitliche Gottesmacht gelenkt), über Beowulf (Menschen handeln selbstständiger, sind aber mystischen  Kräften - Drachen &amp;amp; Monstern, ausgesetzt) zum Nibelungenlied (bei dem der Mensch nur noch durch rein menschliche gegenseitige Beeinflussung nicht seine Handlung voll kontrolliert)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Was verbindet die verschiedenen Epen? - Länge, Verse, übergreifende Themen mit Völkern, Ländern und vielen handelnden Personen und mystischen Kräften (Göttern, Monstren, Drachen, und mystischen zwischenmenschlichen Strukturen)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. V150 Schicksalsmotiv: Sterben wird, wer dem Tod verfallen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. V155: Wahre Freundschaft: Vertrauen, Tapferkeit, Dank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. V175: Übermuts-Motiv. V381: Eifer bringt Unheil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. V198: andauernde körperliche Konfrontation: scharfe Schwerter, tiefe Wunden, Blutströme, Frauen, die Leid ertragen, Kampf, Sein-Leben-Lassen ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. V207: Siegfried hat das Schwert Balmung. Tatsächlich: er hat es einfach. Die, vermutlich bekannte, Geschichte dieser trefflichen Waffe ist dem NL-Dichter nicht wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19. V224, 238: Liebesmotiv Kriemhild-Siegfried ist an den Sorge und Kampf gebunden: Übermittlung von Nachrichten über den Zustand, Freude über erschlagene Gegner, den Sieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. V230: Siegfried vereint alle Tugenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. V232: Es geht darum, die Ehre ohne Makel zu bewahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Warum ist Siegfried so stark? Vermutung: externer Verweis auf die Edda-Geschichten. man kennt den überstarken Siegfried bereits ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Schlacht gegen die Sachsen: alle sind Helden, nur die Burgunder sind Über-Helden. Das Nibelungenlied protzt nur so vor Lob nach allen Seiten über Tapferkeit, Schönheit etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Das Niblungenlied etabliert ein Wettkampf auf allen Ebenen (vgl. V271): vom richtigen Kampf, zum anschließenden Turnier, zum Kampf mit Brünhilde im Bett ... Liest man hier etwas Krankhaftes, ein Sich- ständig-beweisen-müssen? Ist es eine Unruhe der Immanenz, in der keiner göttlich sanktioniert einfach besser ist? Ständiger Konkurrenzkampf als Ausdruck sozialer und/oder wirtschaftlicher Verschiebungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. Gibt es im Nibelungenlied eine richtige Reflexionsebene? einen Weisen, einen Alten? Bei Siegfried scheint es ja quasi aus seiner Natur herauszuwachsen. Als Siegrfried &amp;amp; Co. zum Brünhilde-Ausflug rüsten, klingt alles spontan, Entscheidungen werden erst kurz vor den Ereignissen getroffen, kurz und wenig überzeugend, vielmehr naiv, ohne Bedenken der Folgen. Eben unbekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. V296: Neid!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. V324, 328: Ankündigung von Siegfrieds Tod und des Tods der anderen Helden. Es gibt eine Art Schicksalsmotiv, unbewusst auf der Ebene der Akteure - bis auf Kriemhild und ihren Traum, den sie aber offensichtlich nicht ernst nimmt. Erst der Erzähler hat im Nachhinein den Überblick ... V337: immer wieder Vorgriffe auf den Ereignisverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. V336: Tarnmantel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. V360: sich schön kleiden, zur Hochzeit, Seide,Brokant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Am Ende der 6. Aventiure scheint Siegrfried schlauer zu werden, während der Planung zum Brünhilde-Ausflug. Was bedeutet der Ausdruck &#039;listig&#039; hier? Was ist nicht-listig? Und: wie steht es um die Paare listig-weise, listig-naiv?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31. Warum interveniert Hagen nicht entschieden vor dem Brünhilde-Auszug? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. Was heißt Liebe im NB?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Der Königinnenstreit (Av. 14) ist der Punkt an dem sich eine Spirale ohne Umkehr bis zur Vernichtung der Nibelungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Warum riskiert Siegfried, dass Brünhild von Kriemhield Ring und Gürtel zu sehen bekommt und die unaufhaltsame Krise einleitet? In der 11. Av. (714) wird Siegfried in der Siegmund-Nachfolge zum gerechten Herrscher inkl. Rechtsprechung, in der 14. Av. zeigt die aufgebrachte Kriemhild (B. bezeichnet S. als einen Eigenmann)Ring und Gürtel, die ihr S. wohl plus Geschichte gab! Wie erklärt sich diese Einfältigkeit? Ist es eigentlich, aus der Sicht der Zeitgenossen, unwichtig, wie genau die Krise eingeleitet wird, da sie als Schicksal so wie so irgendwann kommt? Ist daher auch die Konsistenz von S.s Charakter dem untergeordnet?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Gunther, der König, zeigt wiederholt Schwächen: seine Leidenschaft für Brünhild, sein Einlenken in Hagens Mordplan (872ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. 16. Av. 934ff.: Auffallend ist, dass S. hier als &amp;quot;Jäger&amp;quot; ein Tier nach dem schlachtet, wie ein Massaker, und dann selbst aufgespießt wird. Intensives Todesthema.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Was ist ein &amp;quot;Held&amp;quot; und ein  &amp;quot;Heldenepos&amp;quot;? Wann kommt dieser Diskurs auf? Im NL werden die Recken oft auch &amp;quot;Helden&amp;quot; (mhd) genannt. Es scheint, es meint einfach nur: tatkräftiger Mann, einer, der Ereignisse beeinflussen kann, einer, der Macht und Herrschaft erfolgreich ausübt, unter gewissen moralischen Rahmenbedingungen (H.s Ermordung S.s ist keine Heldentat).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
38. Was war das weibliche Schönheitsideal der Zeit? War die mannsstarke Brünhilde erotisch? Warum ist sie so anziehend für Gunther?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
39. Um Siegfried herum geht es immer wieder um Freundschaft, gute Freunde, etwa V 1054.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40. Warum wird aus Siegfrieds Sohn keine Rache-Träger? (V 1090)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41. Wie groß ist der Kreis der Mittwisser um den Mordplan für Siegdried? Siehe 865.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42. Nach Siegfrieds Tod gibt es keine große Aufruhr, es geht eher ums vertuschen, Räuber-Geschichte etc. V 1000.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
43. Kriemhild liebt Siegfried innig, klassisch, oder? V 924.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44. Übermut-Motiv: etwa bei Brünhild.V 1100.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45. 20. Av.: Wusste Rüdiger vor dem Werbezug für Etzel und seinem Kriemhild-Versprechen (sie bedingungslos zu rächen, sofern es zu Kränkungen kommt)von Siegfrids Ermordung? Es scheint nicht so. Rüdiger (1201) kommt gut mit Hagen und anderen aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46. 20.-21. Av.: Es geht immer wieder darum, Kriemhild &#039;fröhlich&#039; zu machen. Was ist das für eine Stimmung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47. 20.-21. Av: Zusammenhalt wird immer wieder mit einem Appell an Freundschaft (&#039;Freunde&#039;) in Verbindung egbracht. Etwa 1246, 1282.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48. 1214: Es cheint erstaunlich, dass sie Hagen nicht gegen die anderen durchsetzt (Verhinderung der Werbung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49. In der 19. Av. kommt es zum Klimax der Aufweichung des Höfischen und der Werte. In Brackert (1994) ist hierzu ein guter Kommentar (keiner straft Hagen etc.), S. 284, Note 113: man zürnt, greift aber nicht ein, zögert, vertagt ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
50. Brünhilde verschwindet mit dem Gunter-Siegfrid-Komplex als Akteurin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
51. 1335, 1353: Erstaunlich ist das Lob der Vielfalt von Brauchtümern, des Harmonierens von Heiden und  Christen an Etzels Hof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52. In welchem zeitlichen Verhältnis steht das Nibelungenlied zu anderen höfischen Romanen und den Artus-Erzählungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
I b&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakterisierungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Siegfried&lt;br /&gt;
  Unbekümmert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Hagen&lt;br /&gt;
  Grimm. sehend. gefühlsmäßig getrieben, in der konkreten Handlung aber immer rational. Der Kümmerer.&lt;br /&gt;
Strukturfanatiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kriemhild&lt;br /&gt;
  Im Wandel. Zunächst unschuldig. Am Ende schuldig. Immer Opfer.&lt;br /&gt;
  Kriemhild ist die Zeichensetzerin - die unvermögende Setzerin, nicht die Herrin der Zeichen. (Gütel, Ring, Schulterblattkeuz, Träume)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gunther&lt;br /&gt;
  Unbehaglich, entscheidungsschwach, inkonsequent, Zauderer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gernot&lt;br /&gt;
  Der Diplomat&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Datierungen/Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 970: Entstehung: Wende 12./13. Jh., unklar. Die Inhalte entstammen unterschiedlichen Sagenkreisen, die nicht miteinander verbunden sind. Sie haben wahrscheinlich schon Jahrhunderte vor den uns bekannten Texten existiert und werden in kürzeren mündlichen Fassungen von Generation zu Generation bewahrt worden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 980: Drei Handschriften, entdeckt zwischen 1750-1770. Erforschung ab 1810 an der HU.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Grosse 1011-1012: Wir kennen den Autor des &#039;&#039;Nibelungenliedes &#039;&#039;nicht. ... Es mag sein, daß die Gattung der Heldenepik mit ihrem Übergang von der Oralität zur Skripturalität die Anonymität mit sich gebracht hat, wie sie ja auch bei den ähnlich tradierten Texten der Sagen und Märchen üblich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Erzählform, Stil ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 988: Im Unterschied zu den höfischen Epen der Stauferzeit hat das &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;keine paarweise gereimten vierhebigen Verse, sondern (in der HS B) 2379 Strophen. Jede Strophe besteht aus vier Langzeilen, die aus der germanischen Dichtung bekannt sind. Jede Langzeile hat zwei Halbzeilen, den An- und den Abvers: 2,1 &#039;&#039;ez wuohs in Burgonden ein viI edel magedin. &#039;&#039;Die beiden Halbverse sind durch eine metrisch gekennzeichnete Zäsur getrennt. Die Abverse der ersten und zweiten Langzeile und die der dritten und vierten reimen sich ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 995: Nicht die Entwicklung der Personen bestimmt den Handlungsverlauf, sondern es greifen einzelne Ereignisse wie Glieder einer Kette ineinander, welche die Aktionen und Reaktionen der Handelnden bestimmen. Jede Situation fordert zu Taten heraus. Dabei braucht eine psychische, für den heutigen Leser nachvollziehbare Entwicklung der Charaktere nicht gegeben zu sein. Die erwartete Handlungsfähigkeit und ihr Ergebnis wachsen aus der jeweiligen Situation und ihrer Personenkonstellation heraus und passen sich in den szenischen Ablauf ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3.Grosse 2003, 999-1001: Zeitstruktur: Die angegebenen Zeiträume markieren den Abstand in relativer, aber nicht absoluter Art. Sie haben weder die Funktion einer Uhr noch die eines Kalenders. So werden auch die Menschen nicht älter. Die Ritter kämpfen im Sachsenkrieg ebenso schlagkräftig wie 37 Jahre später am Hofe Etzels; Kriemhild wäre etwa fünfzig bei der Geburt ihres zweiten Sohnes, Giselher wird bis zuletzt der junge Mann &#039;&#039;(daz kint) &#039;&#039;genannt. Raumstruktur: präziser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Grosse 2003, 1001ff.: Widersprüche im Handlungsverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Vergleiche mit anderen Erzählungen und Topoi ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Kriemhild und Helena: die Schönsten im Lande (AV1), geben Anlass zum Krieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Siegfried und Enkidu: Wildheit, Naiviät, gezähmt durch die Verhandlungstechnik Gernots (AV3, 123ff.). Dann wird er ein guter Hof-Gefährte, Turniere etc. Dann Treue zu Gunter bis zum Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Siegfried und Arminius: [Matthias]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Das Ankunfts/Fremden-Thema in NL und Beowulf: AV 3, Worms, Ritual des Fremden (Siegfried), der letztlich für Liebe dienen will (wie Beowulf für Ruhm).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hagen und Unferth? Parallelen? Hagen und Unferth berichten über die Taten des Helden, und bekommen unangenehm seine Stärke zu spüren, werden (zumindest zeitweise) Gegner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Grendel-Siegfried: haben eine undurchdringbare Haut. Insofern ist Siegfried auch Monster (VERGLEICHBAR DEM; DAS ER VORHER SELBST ERSCHLUG?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Siegfrieds ungeschützte Hautstelle auf dem Rücken und Achills Ferse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Hagen warnt vor dem Auszug (1203ff.) wie Enkidu vor Humbaba-Reise, wird dann zum entschlossenen Mitstreiter.&lt;br /&gt;
   Beide sind irgendwie Verwandte, irgendwie auch Dienstpflichtige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Das Nibelungenlied ist kein Heldenepos - es gibt keine durchgängige menschliche Heldengestalt, wie Beowulf oder Gilgamesch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. NL und Lieder-Edda: viele Überschneidungen, die von Andreas noch konkret ergänzt werden müssten. Da die Lieder-Edda wohl 1370, das NL 1320 (?) abgefasst wurden, stellt sich hier die Frage der Rezeptionsrichtung und nach einem gemeinsamen Metaerzählungsraum. Wandert etwa im Rahmen der sog. Völkerwanderungen und der anschließednen Christianisierung eine mittel-nordeuropäische (heidnische) Religion nach Skandinavien etc. aus, so dass die Göttersagen der Lieder-Edda den Kontrapart der Teile bilden, die sowohl in der Edda als auch im NL als Heldensagen vorkommen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Laut Volker Honemann (bei Wein am 10.10.09) ist der Inhalt Edda eher als vorher bekannt anzusehen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Bülow-Rede 1909 (&amp;quot;Nibelungentreue&amp;quot;) ist vergleichsweise unschuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Kain erschlägt Abel, den Begnadeten, den Liebling der Götter. (Ein Gedanke von Fernau, S. 96)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Edda:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(um 1220 Snorri-Edda, auch Prosa-Edda, eher unscharf auch Jüngere Edda genannt;&lt;br /&gt;
um 1270 Lieder-Edda, eher unscharf auch Ältere Edda, eher falsch auch Saemundar-Edda genannt;&lt;br /&gt;
Edda = Elternmutter / Großmutter)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hier einige Motive der Lieder-Edda, die engste Verwandtschaft mit dem NL aufweisen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 18, Helgi Hiörwards Sohn:&lt;br /&gt;
Ein &amp;quot;Atli&amp;quot;, der für jemand anderes um &amp;quot;Sigurlinn&amp;quot; freit, kann die Vögel verstehen. Helgi, dem Sohn der Sigurlinn (und Wiedergeburt von Helgi dem Hundingstöter (s. LE 19)) singt eine Walküre (die er später heiraten wird) von einem besonderen Schwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 19, Das 1. Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn Helgi, der &amp;quot;Freund der Wölfe&amp;quot;, Sinfiötlis Bruder, erschlägt im Alter von 15 Jahren den Hunding.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 20, Das andere Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
&amp;quot;Sigmund, Wölsungs Sohn ... und seine Nachkommen heißen Wölsungen und Ülfinge (Wölfinge).&amp;quot;&lt;br /&gt;
König &amp;quot;Högni&amp;quot; hat eine Tochter &amp;quot;Sigrun&amp;quot;. Sie ist Walküre.&lt;br /&gt;
Helgi und Sigrun heiraten. Sigruns Bruder erschlägt Helgi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 21, Sinfiötlis Ende:&lt;br /&gt;
Sigmund, Wölsungs Sohn, ist mit Borghild verheiratet, der Schwester &amp;quot;Gunnars&amp;quot;. Sinfiötli erschlägt seinen Onkel Gunnar, woraufhin Borghild Sinfiötli vergiften will.&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn mit Hjördis ist wiederum Sigurd, der &amp;quot;allervorderste&amp;quot;.&lt;br /&gt;
(Sinfiötli ist nach Simrock der &amp;quot;Fitela&amp;quot; des Beowulfliedes.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 22, Das 1. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd wird geweissagt,&lt;br /&gt;
der mächtigste Mann auf Erden zu werden, dass er den &amp;quot;Wurm&amp;quot; auf der &amp;quot;Gnitaheide&amp;quot; sowie Regin und Fafnir fällen und den Hort heimführen wird, dass er die auf dem Felsen schlafende Fürstentochter erwecken wird. Er wird Brünhild lieben, sie aber an Giukis Hof vergessen durch die Tücke Griemhilds, welche ihm dann die eigene Tochter Gudrun geben wird. Er wird für Gunnar um Brünhild werben. Er wird mit Gunnar die Gestalt wechseln. Högni wird dabei sein. Sigurd wird keusch bei Brünhild liegen aber die Brüder Gunnar, Högni, Guthorm werden sein Verderben bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 23, Das andere Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Regin übernimmt Sigurds Erziehung. Fafnir und Regin bekommen die Goldbuße der Asen. Fafnir übervorteilt Regin. Fafnir liegt als Wurm auf der Gnitaheide. Regin schafft Sigurd das Schwert &amp;quot;Gram&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 24, Das Lied von Fafnir:&lt;br /&gt;
Sigurd ersticht den Fafnir-Wurm.&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Gold, der Schatz, die Ringe verderben Dich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Durch Drachenblut kann Sigurd die Vögel verstehen, die weisen ihm den Weg zu Giukis Tochter.&lt;br /&gt;
Sigfrida schläft auf einem Felsen, feuerumlodert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 25, Das Lied von Sigfrida:&lt;br /&gt;
Sigurd erweckt die Walküre Sigfrida.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 26, Bruchstücke eines Brünhildsliedes:&lt;br /&gt;
Gunnar will Sigurd töten. Högni vermutet, dass Brünhild aus Eifersucht auf Gudrun dahinter steckt. Sie töten Sigurd. Ein Rabe ruft: &amp;quot;In Euch wird Atli das Eisen röten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 27, Das 3. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd freit Gudrun. Fahrt zu Brünhild. Sigurd gewinnt Brünhild dem Gunnar (das Schwert liegt zwischen Ihnen). Högni will Gunnar nicht helfen, Sigurd zu töten, wie Brünhild es verlangt. Aber Guthorm, der jüngste Bruder, tötet SIgurd.&lt;br /&gt;
Brünhild ist die Schwester Atlis.&lt;br /&gt;
Gudrun, dem Atli vermählt, tötet diesen im Bett.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 28, Brünhilds Todesfahrt:&lt;br /&gt;
Gudrun hat Brünhild und Sigurd fälschlich beschuldigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 29, Das 1. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Gudrun hat von Fafnirs Herz gegessen, kann die Vögel verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 30, Der Mord der Niflunge:&lt;br /&gt;
Atli, mit Gudrun vermählt, tötet Gunnar und Högni, weil sie am Tode Brünhilds schuld tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 31, Das andere Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich ist bei Atli.&lt;br /&gt;
Gunnar und Högni wollen Gudrun Lösegeld für den toten Sigurd zahlen.&lt;br /&gt;
Gudrun wird dem Atli vermählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 32, Das 3. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich wird bei Atli der Unzucht mit Gudrun beschuldigt.&lt;br /&gt;
Ein Gottesurteil entlastet Gudrun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 34, Die Atlisage:&lt;br /&gt;
Gudrun rächt den Tod ihrer Brüder an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 35, Grönländisches Atlilied:&lt;br /&gt;
Nibelungenschlachtung an Atlis Hof. Rache Gudruns an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Odysseus: Hagen und Odysseus sind listig (mhd: liste, vgl. 1479). Was unterscheidet ihre Listigkeit? Auch Krimhild ist listig, planerisch, kann sich verstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Artus-Erzählungen: hier ist der Gral, das Christliche konstituierend, nicht so im Nibelungelied.&lt;br /&gt;
An Etzels Hof sind auch die Heiden gut. Sind es &amp;quot;edle Wilde&amp;quot; im Sinne Karl Mays?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Übergreifende Thesen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Immannenz-Epos: Im Gegensatz zur Völsungensaga und Wagners Aneignung, geht es, ähnlich wie im Beowulf, um eine immanente Handlungsdynamik ohne (göttliche) Metaebene. Ereignisse generieren Ereignisserien, deren Teil Helden und alle andere Personen sind. Doch was sind die Ereignis-generierenden Elemente? Taten. Also: was sind Taten? Gefragt wäre eine Typologie von Taten (wichtig/unwichtig, von wem etc.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Gunther-These: Im NB geht es um einen (Gilgamesh-artigen) archaischen Herrscher, der ohne Rücksicht auf sein Volk eigenmächtig-leidenschaftlich handelt. Seine Entscheidung, Brünhilde zu erlangen, leitet die entscheidende Wende ein. Ihm fehlt ein Enkidu, Hagen interveniert zu spät, verstärkt letztlich die Schicksalsspirale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, glaube ich nicht. Gunther ist kein Tatmensch. Er ist Zauderer. Seine wenigen eigenen Entscheidungen (Brunhild, Etzel) sind dann auch fatal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Trieb-These: NB muss aus der Perspektive der Autoren als ein nicht harmonisiertes Triebspiel unterschiedlicher Kräftekonstellationen gelesen werden (Minne, Sex, Kampf, Töten, Sieg etc.), die sich ineinander so verwringen, dass daraus eine unentrinnbare Schicksalsspirale wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Held-ohne-Ort-These: Siegfried hat keinen richtigen Ort in der Geschichte (Ja scheinbar vergisst er selbst seinen Ort: Auf dem Rheinzug kommen die Recken mehrfach an Worms vorbei, ohne dass er aussteigen oder den Umstand auch nur erwähnen würde.), er wandert ständig, behauptet sich, um annerkannt zu werden, sich endlich stabil zu sozialisieren und Freunde zu gewinnen. Doch wirkt seine Energie letztlich als ein treibendes Moment der Tragik, die alle umkommen lässt, indem er Wünsche/Triebe für andere realisiert, die den ganzen Burgunder Hof unhaltbar destabilisieren. S. ist also ein Held ohne Ort, einer, der in der höfisch-verwalteten Gesellschaft archaisch-überholt wirkt. Hierher könnte auch der standpunktlose S. gehören, der seine destabilisierenden Kräfte überall einsetzt, ohne entschieden gegen das zu stehen, was er selbst für Falsch hält. Hagen versucht hingegen beständig, S. einzuordnen (erste Ankunft von S.,etc.) und später auszuschließen. S. als der Übermensch, der das ganze Hofsystem von Wettkämpfen und Minne als beständiges Sich-Beweisen und Verbessern und Messen außer Kraft setzt, da er einfach der stärkste, schönste, listigste, lustigste ist etc., wird genau vor seinem Tod in der Jagdszene der 15. Av. deutlich. Umgekehrt und spiegelbildlich erfodert seine Auslösung aus der Hofgemeinschaft (sein Tod) eine Aufhebung der Hof-Formalien (Treue, guter Rat, Tugend etc.). In der 16. Av. kollabiert das Hofsystem, zentrale Werte werden ausgehöhlt, sinnleer (vor allem: Treue, Vertrauen). Hagen führt in 993 als Motiv der Ermordung an: Angst vor S., Schmach von ihm (sórge, leit), seiner Herrschaft (hêrschaft)ein Ende setzen. S.  der Ortlose könnte in dieser Perspektive als auch als der Unberechenbare erscheinen, wie ein wildes Tier, das sich in alle Richtungen wenden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Minne-These: NB ist eigentlich eine höfischer Minne-Erzählung. Siegfried kämpft für Kriemhild, Gunther will Brünhilde. Ihre blind-individualistiche Liebe harmonisiert nicht, ihre Verschränkung führt in den Untergang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehe ich nicht. &lt;br /&gt;
Gunther liebt nicht, schon gar nicht individualistisch. Er folgt irgend einer fixen Idee, eingeimpft oder wenigstens kompatibel mit einer gesellschaftlichen Erwatung an ihn.&lt;br /&gt;
Siegfried liebt nicht. Vielleicht begehrt er (vielleicht nicht mal das). Minne ist für ihn ein Spiel (wie Alles). Eventuell ist auch das ein Zug des Höfischen Epos: Tapfere Recken werben halt um schöne Damen...&lt;br /&gt;
Andere Minne-These:&lt;br /&gt;
Die Frauen können (schon individualistisch und leidenschaftlich) lieben.&lt;br /&gt;
Kriemhild tut das.&lt;br /&gt;
Brunhild tut das.&lt;br /&gt;
(Beide den Siegfried - seliger Siegfried)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Hagen-These-1: Hagens zwar durch seinen Unmut gegenüber S. sich anbahnender, doch in seiner Radikalität am Ende der 14. Av. in seiner Radikalität überraschender Mordplan könnte nicht auf einer Motiv-Logik, sondern auf einer Taten-Logik beruhen: S. hat die Krise ermöglicht: erstens als Täter im Bett mit Brünhild, zweitens als Täter des Weitergebens der Geschichte und der Dinge (Ring, Gürtel) an Kriemhild. Als Täter verkörpert S. die Schuld, er muss entfernt werden, damit verschwindet sozusagen auch die Ursache. Dabei ist unwichtig, was Leute sich wünschen, vorstellen oder beabsichtigen. Entscheidend ist Tat und Resultat. Des Weiteren kommt die Taten-Logik aus einer Gunthers Königshoheit überschreitenden älteren Legitimations-Schicht: Ob Gunther will oder nicht und S. Gunthers Unschuld öffentlich beteuert oder nicht, die Situation (als Resultante von Taten: grundlegende doppelte Ehre-Verletzung (Gunther und Brünhild), die mit dem repräsentativen Status des König- und Königin-Seins unvereinbar ist) ist objektiv-gebietend, sie lässt nur eine Lösung zu und fordert sie zugleich. Kein Kommunikations-Bedarf aufgrund der Vereinfachung: der Täter ist qua Tat schuld. Dass Hagen einer anderen Moral folgt, wird auch in 1001 deutlich: er strahlt eine ungewöhnliche Kälte aus, will S. selbst nach Worms tragen, Kriemhilds Tränen &amp;quot;rühren&amp;quot; ihn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hort-These: (vorgreifend) Die tragische Dynamik des NL ist motiviert durch die Gier der Burgunden, vor allem von Hagen, nach dem Nibelungen-Hort und den entsprechenden magischen Dingen. Die Burgunden nehmen später selbst den Namen der Nibelungen an (?, prüfen). Zu klären wären in dieser Hinsicht u. a., warumm der Hort letzten Endes versenkt (?) wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Kriemhild-These-1: Kriemhild ist eine tragischer Prophetin, eine Fortführung und Transformation der Kassandra-Figur, indem K. nicht nur das Unheil träumend voraussieht, ohne es verhindern zu können, sondern auch selbst die entscheidenen &amp;quot;Zeichen&amp;quot; setzt und exponiert (Zeigen des Ringes, Gürtels, Setzen des Kreuzes auf S.s Hemd), die zur Krise führen. Ihr Schicksal sehend ist sie blind als Tätige, wirkungslos als Warnende. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Schicksal-Widerstands-These: An mehreren Stellen des NLs fragt sich, warum gegen evident problematische Entscheidungen Einzelner (Gunthers B.-Hochzeitsfahrt, die Einladung von S. und K. durch B., Hagens Vorschlag der Ermordung von S. etc.) kein wirkmächtiger Einspruch erhoben wird, kein nachhaltiger Konflikt entsteht, obwohl es doch ständig um den &amp;quot;Rat&amp;quot; guter Freunde und um &amp;quot;Treue&amp;quot; geht. Alle Teilnehmer erscheinen in dieser Perspektive wie passive Puppen von K.s Traum, gelenkt von unischtbaren Fäden, ihre Entscheidungen sind nur Wirkungen anderer Ursachen, keine eigenmächtigen Selbstsetzungen. Die Unfähigkeit zum diskursiven Konflikt und der problemorientierten Kommunikation kontrastiert auch stark mit der ständigen Betonung der körperlichen Stärke der &amp;quot;Recken&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Politik-These: Nach Ursula Schulze (Das Nibelungelied, Reclam 1997, 214, 223) wird in S. s Tod zentral für die ganze Problemlage des NLs deutlich, dass der Starke wehrlos gegen perfide Intrige ist (214): &amp;quot;Die erzählte Geschichte führt vor, dass politisches Handeln nicht im offenen Kräftemessen, sondern in der Überlistung besteht.&amp;quot; Hagen (214) handele zwar aus heterogenen Motiven (Sühne für die Entehrung B.s, Ausschalten potentieller Gefahr von S., Machtzuwachs durch Gewinn von S.s Besitz),doch seien sie allesamt politisch zu nennen. Schulze unterstreicht dies durch das rekurrente Motiv der Täuschung (212). Tobias Kommentar: Im Ansatz (Täuschung, Kraft gegen Organisation) interessant, in der Schlussfolgerung (Politik) aber schief, da unterbestimmt, unscharf. Dazu kommt, dass Schulze an anderer Stelle behauptet, Hagen handele (wie S. und Brünhild) archaisch. K.s Rache ist archaisch (ohne Staatsprinzip), auch in dieser Hinsicht besteht Klärungsbedarf - denn die politische Intrige geht ja nicht auf, sondern zerschellt quasi am Schild. Kurz: ich finde, ohne ihr zu Nahe treten zu wollen, Schulzes Lösung fade. Sie reiht das NL reibungslos in eine allzuoft iterierte Metageschichte des Fortschritts der Moderne ein. Probleme einer Kontinuität der Triebe in die Moderne/in das Höfische hinein (Triebthese), des bewussten Treuebruchs, der Täuschung als nicht hintergehbare Grundverfassung menschlichen Seins in einer entgötterten Welt (man denke an Descartes), Schicksal und Schuld usw. werden einfach ins Politische absorbiert und damit zugleich neutralisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Inversions-These (an Immanenz-These anschließend): Das Böse ist nicht mehr Draußen, in einem (klar) vom Guten getrennten, eher abstrakten Anderen, es wird auch nicht mehr gesetzt oder göttlich verwaltet, sondern das Böse ist der Andere, der Freund, die Geliebte, der Fremde. Es kommt nicht mehr wie Grendl vom dunklen Berg zur Tür hinein, in das Heim des Inneren, sondern lauert schon immer, als Argwohn, Verdacht, im Inneren. Siegfried weiss davon nichts, und stirbt. Durch die Inversion differenziert sich das Böse (wird etwa zum Fiesen, Grimmigen) und wird perspektivisch, kontextuell, tritt in ein neues Verhältnis zum Guten. Zugleich scheint das Böse abgeleitet. Vielleicht erklärt sich auch hieraus das Ambivalente von Hagens Person.&lt;br /&gt;
Ja, das erklärt mir den Hagen: Es gibt keine Monster (wie imBeowulf) me hr (außer dem Drachen, der nur noch seinen Schatten wirft). Siegfried ist das Monster. Er hatte Kontakt zum letzten echten Monster, er ist überstark, unverwundbar - bringt die Welt so aus dem Gleichgewicht (vgl. I.8, I.12, IV. 6). Hagen sieht das, spürt das, muss handeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Subversions-These: Im NL wird das Höfische ausgehöhlt, das alte Wertesystem zersetzt, von Hagens Speer durchbohrt, von Gernots Fürstenhafter Lüge (1097: er wisse von nichts,kenne keinen Täter, siehe dagegen 865: Kreis der Mitwissenden über den Komplott)zum Gespött. Zugleich droht durch den Überhelden Siegfried, dem spielenden blinden Giganten, eine Entleerung aller Spannung des Höfischen, indem er immer schon Sieger ist, das Magische (Drachen etc.)und die Natur (Bären, wilde Eber 961) bannt, auf den Sattel bindet, Wälder &#039;leert&#039;, so dass nichts mehr zur Jagd übrig bleibt, Mensch und &#039;Tier&#039; ist (1002), das Wilde der Natur (in Form des Bärens) nach Belieben demütigend auf andere entlässt. Siegfried, der archaische Held, der keine Angst kennt und dem sein eigener Tod, immer angezeigt und präsent durch den Riss, das Lindenblatt, seiner Panzerung und Kriemhilds wiederholte Warnvisionen, unbewusst ist, &#039;büßt&#039; schließlich für seine höfische Erziehung (980. [Fortsetzung nach Lektüre der 21-24 Av.] In der 21. Av (Wie Kriemhild zu den Hunnen zog) dominiert das Höfische ohne Patzer und Riss durch Harmonie (Triebausgleich, Befriedigung) und klare Rollenverteilung entlang der Themen: 1. Turnier, Tapferkeit, Begafft von Frauen 2. Gastfreundschaft, Bewirtung, Unterkunft/Quartier 3. Kleiderordnung, Waffenordnung 4. Dem anderen Dienen (Mann-Frau etc.) 5. Begleitung, Schutz 6. Küssen 7. Turteln 8. Ausschau halten, Sorgen. 9. Reichtum, Überfluss 10. Bewegung und Wohnen zwischen Burgen, die Gefährliche Zwischenbereiche miteinander verbindet, jedoch innerhalb von geschützten Einflusszonen (Reise) 11. Geschenke 12. Wertschätzung gewinnen 13. Empfang bei Eintritt in Hoheitszonen. All dies shcließt V. 1368 ab: &amp;quot;dass da ein jeder zu aller Zeit die Unterhaltung fand, wonach ihm Herz und Sinn stand&amp;quot;. In Av. 22 bricht die höfische Harmonie schon wieder auf, es kommt zu Tränen und Erinnerung (1371), zur Ankündigung von Leid. In Av. 23 brüllt schon der Grund, der eigentliche Anlass des Auszugs durch die Frohe Gesellschaft hindurch, Mord, Plan, Rache. 1352: Selbst der Kuß ist formalisiert, vorgeschrieben.&lt;br /&gt;
Frauen spielen eine Rolle, werden wichtig - und das Verhalten ihnen gegenüber macht das &amp;quot;Höfische&amp;quot; aus. Frauen öffnen der Geschichte Möglichkeiten, Erzählvarianten (siehe I. 6).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Hagen-Kriemhild-These (1): Kriemhild verbindet mit Hagen, dass sie metikulös ihre Rache plant, Trieb, Gefühl und Tat in ein tödliches Kalkül einbindet. Dies wird vir allem in der 20. Av. deutlich: Kriemhild willigt in die Etzel-Heirat erst ein, nachdem Rüdiger ihr bedingunglose Rache gegen alle Kränkung zusagt (1256) - mit der Einschränkung, Kriemhilds und seiner eigenen Ehre nicht zuwider handeln zu können (1266). Rüdiger greift mit seiner Zusage nicht eigenwillig vor, sondern, so scheint es, macht nur explizit, was nach einer Heirat mit Etzel gilt: Kriemhilds Kräkung wäre zugleich Etzels. 1396-1399: Krimhilds langer Plan der Rache, Einladung an Etzels Hof. 1431: Hagen kennt Kriemhilds Pläne, beide Strategen erkennen sich, kennen sich. Er kennt den Grund, warum Fremde kommen. Hagen (1471) geht mit an Etzels Hof, sieht aber eine Chance, wieder heil heimzukommen, mit 1000 Recken. Hagen fügt sich also nicht dem Schicksal. will nicht sein Ende, sondern fügt sich nur dem Widerstand der anderen, die ihre Schwester sehen wollen, ihn irgendwie feige aussehen lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12.Hagen-Kriemhild-These (2): Hagens scheinbare Motivlosigkeit liegt in Wahrheit im Selbstbezug seiner Taten: Hagen handelt für sich, für seine Begierden, vor allem für seine Macht. Hierfür benutzt er nur andere Personen und vor allem Gunters höfischen Apparat (das wäre &amp;quot;modern&amp;quot;). Hagen nimmt die Schuld der Taten auf sich, stärkt damit sein institutionelles Schutzschild, bestimmt aber zugleich zunehmend und für seinen eigenen Nutzen, was entschieden wird, höhlt alle Werte aus; es ist diese Entwertung der Werte, die im Konflikt mit der Handlungsmatrix von Kriemhild in eine nicht mehr auflösbare, fatale Schicksalslogik führt. Diese Hagen-Tendenz wird vor allem in der 20. Av deutlich: 1273: es geht um die Gefahr einer neuen Feindschaft gegen ihn, 1274: die drei Könige setzen sich nicht mehr gegen Hagens Entscheidung, Kriemhild auch den Rest des Schatzes zu nehmen, durch, sie resignieren vielmehr. Hagens indvidualisierte Handlungslogik, die in keine traditionelle Matrix eingebettet ist, kontrastiert mit der (höfisch-archaischen) Liebe-Schuld-Rache-Matrix, die Kriemhilds Handlungen leitet. Auch sie kalkuliert, aber dieses Kalkül steht im Dienste der Matrix, hat nur in ihr Sinn. Zugleich hasst Hagen Kriemhild, da sie durch Siegfrid/Nibelungenschatz/Etzel kontinuierlich eine starke Macht darstelltt, eine mächtige Frau ist, für die Hagen keinen Siegfrid hat. Genau so, wie Hagen ständig neue Strategien aufstellt, transformiert Kriemhilds Macht beständig. 1368: Kriemhilds Machtanwuchs an Etzels Hof. Siegrid war ohne Argwohn, und verschwindet, er hatte die Ambivlaenz des Gut-Bösen nicht, kannte es nicht. Auch Etzel erscheint arglos (1402: getriuwe was sin muot).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Literatur, Quellen &amp;amp; Links ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Allgemeines ====&lt;br /&gt;
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Nibelungenlied  aus W...dia :-))]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Akademisch ====&lt;br /&gt;
*[http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_lmno/nibel.html Fachinformationen der FU Berlin zum Nibelungenlied]&lt;br /&gt;
*[http://www.nibelungenrezeption.de/ Projekt zur Rezeption des Nibelungenstoffes Universität Duisburg]&lt;br /&gt;
*[https://www.uni-muenster.de/Germanistik/Lehrende/honemann_v/index.html Intimus Volker Honemann]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Brackert, Helmut: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. 2 Bde. (1. Aufl. 1970) Neuauflage. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch 1994/2008.&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Das-Nibelungenlied-Mittelhochdeutscher-Text-%C3%9Cbertragung/dp/3596901316/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1249835276&amp;amp;sr=1-2 Brackert - Unsere Wahl]&lt;br /&gt;
*Grosse, Siegfried: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. Nach dem Text von Karl Bartsch und Hehrtut de Boor. [Handschrift B] (1. Aufl. 1997) Stuttgart: Reclam 2003&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Nibelungenlied-Mittelhochdeutsch-Neuhochdeutsch-Siegfried-Grosse/dp/3150506441/ref=sr_1_4?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247993309&amp;amp;sr=1-4 Grosse - Zur Lektüre von Volker Honemann empfohlen]&lt;br /&gt;
* Edda, übersetzt und mit Erläuterungen begleitet von Karl Simrock, 1. Auflage 1851, hier : Phaidon Verlag, Essen 1987&lt;br /&gt;
* Wagner, Richard, Libretto zum &amp;quot;Ring&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula : Nibelungen und Kudrun, in: Epische Stoffe des Mittelalters, hg. von Volker Mertens und Ulrich Müller, Stuttgart 1984, S. 111-137 [[Media:Schulze_1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*Hoffmann, Werner: &#039;&#039;Das Siegfriedbild in der Forschung&#039;&#039;. Darmstadt 1979.&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula: Das Nibelungenlied. Ditzingen 1997.&lt;br /&gt;
*[[Media:Willson-Blood-and-Wounds-in-the-Nibelungenlied-1960.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Thelen-Source-Function-Gunthers-Bridal-Quest-1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Schirokauer-Nibelungenlied-1954.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McConnell-Psychological-Approach-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McCarthy-Rhetoric-Nibelungenlied-1972.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Lionarons-Otherworld-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kirchberger-The-Crown-in-the-Nibelungenlied-1956.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:King-Review-Homer-Nibelungenlied-1988.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Homann-Hagen-Figure-Lies-1982.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hoffmann-Siegfriedbild-in-der-Forschung-1979.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Haymes-Heroic-Chivalric-Aristocratic-Ethos-Nibelungelnlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hasty-Conquest-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Grosse-Nibelungenlied-Nachwort-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Key-Concepts-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Hagen-Problem-of-Individuality-1976.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Classen-Siegfried-Downfall-of-a-Hero-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Bülow-Nibelungentreue-Rede-29-3-1909.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Brady-Historical-Prototype-Siegfried-1933.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Goebel-Original-Form-Legend-Sigfrid-1897.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kratz-Proposed-Sources-Nibelungenlied-1962.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wesentliche Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://public.univie.ac.at/index.php?id=14531 Transkriptionen der mittelhochdeutschen Versionen A, B, und C]&lt;br /&gt;
*[http://www.blb-karlsruhe.de/blb/blbhtml/nib/uebersicht.html Die Nibelungen-Handschrift C - digital - Faksimile der nunmehr Karlsruher (ehemals Donaueschinger) Hs. C]&lt;br /&gt;
*[http://www.fh-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/nib_intr.html Handschriften A, B, C (Bibliotheca Augustana)]&lt;br /&gt;
*[http://wissen-im-netz.info/literatur/simrock/nibel/index.htm  Das Nibelungenlied übersetzt von Karl Simrock]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/reichert_nhd.pdf Hermann Reichert, Nibelungenlied-Lehrwerk. Sprachlicher Kommentar, mittelhochdeutsche Grammatik, Wörterbuch. Passend zum Text der St. Galler Fassung („B“).]&lt;br /&gt;
*[http://web.archive.org/web/20061128181429/http://www.nibelungenlied.com/ Edition des Linzer Fragments M]&lt;br /&gt;
*[http://cgi-host.uni-marburg.de/~mrep/liste_inhalt.php?id=271 Überlieferungsübersicht, Nachweis weiterer Abbildungen von Fragmenten und Handschriften]&lt;br /&gt;
*v. Bülow, Bernhard, Reden (Band III), herausgegeben von Otto Hötzsch, Georg Reimer, Berlin 1909&lt;br /&gt;
*Fernau, Joachim, Disteln für Hagen, Herbig, München / Berlin 1966&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Medien ====&lt;br /&gt;
*[http://dvdbiblog.wordpress.com/2008/03/04/die-nibelungen-von-fritz-lang/ DVD-Filmprojekt für 2009/2010]&lt;br /&gt;
*[http://www.schaubuehne.de/spielplan/detailansicht.php?id_event_date=247891&amp;amp;id_event_cluster=74733&amp;amp;id_language=1#inhalt Hebbels Nibelungenlied in der Schaubühne 2009]&lt;br /&gt;
* Das Nibelungenlied von Eberhard Kummer gesungen - Die erste und einzige, komplette Einspielung des gesamten Nibelungenlieds aufgrund einer Live-Aufnahme des Phonogramm-Archivs der Akademie der Öst.Wissenschaften. Der Aufnahme liegen fünf sechsstündige Darbietungen im Okt. und Nov. 2006 im „Kulturquartier“ in 1190 Wien zugrunde. E.Kummer singt im Hildebrandston und begleitet sich auf einer keltischen Schoßharfe. Die Einspielung umfasst zwei MP3 CDs (ca. 30 Stunden Musikzeit) und wurde im „The Chaucer Studio“ der Brigham Young University Provo (UT) hergestellt. Vertrieb : E.Kummer, Chaucer Studio&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &#039;&#039;&#039;Urhebergeschützt&#039;&#039;&#039; ====&lt;br /&gt;
- der Benutzername ist Gilgamesch - das Passwort ist der Freund&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/Nibelungen.zip Hörspiel - 420 MB] - Quelle: http://www.amazon.de/Die-Nibelungen-Heldensage-Collectors-Heldensage/dp/B001D2DDDU/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247949744&amp;amp;sr=1-1&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/071214_nibelungen1_exp_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Der Nibelungen-Code: Deckname Siegfried - 512 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/071214_nibelungen2_exp_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Der Nibelungen-Code - Kriemhilds Todesspiel - 518 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090318_varus1_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Varusschlacht - Kampf um Germanien: Teil 1 - 529 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090318_varus2_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Varusschlacht - Kampf um Germanien: Teil 2 - 527 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_voelkerwand_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Kimbern und Teutonen: Teil 1 - 505 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_varusschl_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Varusschlacht und Gotensaga : Teil 2 - 524 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_kampfumrom_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Der Kampf um Rom : Teil 3 - 522 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_erbendesimp_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Die Erben des Imperiums : Teil 4 - 517 MB]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausführliche Themen: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Sprache, Schrift ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Geographie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Religion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Kulturgeschichtliche Aspekte, Geschichte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 975-977: Im &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;lassen sich für den zweiten Teil mit der Niederlage der Burgunden in der Zeit der Völkerwanderung eher historische Ansatzpunkte finden als für den ersten Teil, der mit den Figuren Brünhild (Isenstein) und Siegfried (Drachen, Tarnkappe, Hort) Verbindungen zur germanischen Mythologie und zum Märchen zeigt. ... Zwischen 406 und 413 hat es wahrscheinlich unter König Gundahar ein Burgundenreich am Mittelrhein gegeben (Hoffmann, 1992, S. 42 ff.) ... König Attila (Etzel) starb 453 in der Hochzeitsnacht mit der Germanin Hildico - nach zeitgenössischen Berichten an einem Blutsturz, also 16 Jahre nach Gundahar. Dieses unkämpferische Ende hat früh Gerüchte entstehen lassen, Hildico habe ihren Mann umgebracht, um Verwandte zu rächen, die 437 im Kampf gegen die Hunnen umgekommen sind. Damals hatte Attila das hunnische Heer nicht angeführt. ... Für Hagen gibt es kein historisches Vorbild. ... Zur Erklärung der Siegfried-Figur ist, besonders von Höfler, auf Arminius hingewiesen worden (Hoffmann, 1979). Beide sind als junge Männer von Verwandten heimtückisch ermordet worden, und Xanten, Siegfrieds Heimatstadt, ist auch Ausgangspunkt für die Arminius-Überlieferung. Aber die Verbindung des heroischen Siegfried mit der mythischen Sagenwelt und die Dominanz traditioneller, märchenhafter Erzählmotive führen nicht zu einer historisch begründeten Fixierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Mythentheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VII. Spezialthemen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Nibelungen von Fritz Lang ====&lt;br /&gt;
[[Bild:saal.jpg|right]]Nach der Fertigstellung des zweiteiligen „Dr. Mabuse“ wandte Fritz Lang sich dem mythologischen Stoff der Nibelungensage zu. Zwei Jahre verwendete er dafür, den Stoff zu verfilmen und es wurde sein bis dahin größter Erfolg. Aus der Stoffmasse mit ihren unterschiedlichen Versionen und den verschiedenen Bearbeitungen, die sie schon erfahren hatte, folgte Lang weitgehend dem eigentlichen Nibelungenlied, wobei er einige Vereinfachungen und Zuspitzungen vornahm. Der Stoff selbst war jedoch vorgegeben und wurde auch kaum entgegen der Überlieferung interpretiert. Langs Leistung besteht in der Illustrierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtwerk ist aufgespaltet in zwei Teile, wie die ursprüngliche Sage dies vorgibt. Im ersten Teil erfahren wir die bekannte Geschichte von Siegfried (Paul Richter), der den Drachen tötet, durch ein Bad in dessen Blut unverwundbar wird und den Nibelungenschatz gewinnt. Er kommt nach Worms an den Hof der Burgunder und hilft König Gunther (Theodor Loos) die amazonenhafte Brunhild (Hanna Ralph), Königin von Island, im Wettkampf zu besiegen und zur Frau zu bekommen. Im Gegenzug erhält er Gunthers Schwester Kriemhild (Margarete Schön) zur Gattin. Im berühmten Streit der Königinnen erfährt Brunhild von Kriemhild, dass es in Wahrheit Siegfried war, der sie besiegte. Um diesen Schandfleck zu beseitigen, lässt Gunther sich von dem düsteren Hagen (Hans Adalbert Schlettow) dazu drängen, Siegfrieds Ermordung zuzustimmen. Den Mord selbst führt Hagen aus, der sich unter einem Vorwand von Kriemhild die verwundbare Stelle markieren lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Teil „Kriemhilds Rache“ steht ganz im Zeichen von Kriemhilds Racheschwur. Kriemhild wird die Frau des Hunnenkönigs Etzel (Rudolf Klein-Rogge) und lädt einige Jahre später Gunther, Hagen und die übrigen Burgunder an den Hof des Hunnenkönigs ein. Sie will Rache an Hagen nehmen und als die Burgunder in Treue zu ihm stehen, dehnt sie ihre Rache auf alle, einschließlich ihrer Brüder aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erster Teil: Siegfried&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann hier nicht darum gehen, den Stoff selbst zu kritisieren, sondern es geht nur darum, was Lang daraus machte. Er entschied sich bei seiner Gestaltung zu vollkommener Stilisierung und Künstlichkeit. Die mythischen Anfangsszenen sind bewusst unwirklich gehalten und halten in ihrer atmosphärischen Wirkung einem Vergleich mit neueren Fantasy-Filmen durchaus stand. Die Welt der Anfangsszenen ist märchenhaft und unterweltlich. Lang arbeitet mit faszinierenden Licht- und Schattenspielen. Er verzichtete bewusst auf Außenaufnahmen und ließ im Studio einen Wald aus gewaltigen säulenartigen Stämmen aufbauen. Die Drachenszene war zu ihrer Zeit etwas nie Gesehenes und Lang war bemüht, die besten Techniker der Zeit um sich zu versammeln. Besonders surreal wirkt eine Szene, in der wir eine Gruppe angeketteter Zwerge sehen, die einen Kessel voll Gold tragen und die beim Tod ihres Königs Alberich (Georg John) versteinern, wobei ihre Gesichtszüge erhalten bleiben. Der Film verblüffte seine Zuschauer mit beeindruckenden Überblendungen, etwa beim Eindringen in die Nibelungenhöhle, oder bei den Szenen mit der magischen Tarnkappe, wie z.B. beim Wettstreit mit Brunhild, wo der unsichtbare Siegfried Gunther die Hand beim Speerwurf führt.&lt;br /&gt;
Die Welt der Burgunder wird geprägt durch ihre monumentale Architektur. Hier dominieren kahle Räume und riesige hohe Hallen. Diese Welt ist streng geometrisch aufgebaut. Wir finden überall symmetrische Muster, sei es im Boden oder bei den Gewändern. Die Menschen wirken klein vor dieser Architektur, etwa in den Domszenen, wo die Personen absolut symmetrisch bis hin zur Farbe der Gewänder vor dem imposanten Dom gruppiert werden. Die Menschen werden dieser Architektur völlig untergeordnet oder besser eingeordnet. Sie werden zum Teil der Architektur, zum bloßen Ornament. Berühmt ist hier die Szene, wo Brunhild bei ihrem Einzug in Worms über eine lebende Brücke vom Schiff an Land geht. Die Personen bewegen sich langsam und statuarisch und immer in strenger Symmetrie, sei es in Reihen oder spiegelbildlich. Eine psychologische Vertiefung erfolgt nicht und wird vom Stoff auch nicht gefordert. Die Personen sind reine Archetypen, sie vollziehen vom Schicksal vorgegebene Handlungsmuster. Die Atmosphäre bei den Burgundern hat insgesamt etwas Totes, was bildlich in den langen Gewändern, den leeren Räumen und der allgegenwärtigen Ritualisierung zum Ausdruck kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In deutlichem Kontrast zum statuarischen Worms steht das Island Brunhilds. Der Burgfelsen ragt aus einem unzugänglichen Flammenmeer hervor, womit visualisiert wird, worum es beim Wettkampf mit der Königin geht: um die Bezwingung ihrer Jungfräulichkeit. Wie die Märchenwelt, aus der Siegfried nach Worms kam, wird auch Brunhilds Welt als heidnisch gezeichnet. Eine Schamanin gibt der Königin vor urzeitlicher Höhlenmalerei ihre Weissagungen. Am deutlichsten unterscheidet sich die Welt Brunhilds durch ihre Bewegungschoreographie von der Welt der Burgunder. Die Amazonen verkörpern in ihren raschen, ungestümen Bewegungen das wilde und natürliche Leben. Der Film deutet so auch die Interpretationsmöglichkeit an, dass Brunhild das Leben ist, das die tote Welt der Burgunder braucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hauptthema des Films gilt gemeinhin die Treue und in der Tat gibt es kaum einen Begriff, der häufiger auf den Schrifttafeln auftaucht, als Treue. Dies ist mit Sicherheit auf den Einfluss von Fritz Langs verhängnisvoller Ehefrau Thea von Harbou zurückzuführen, die hier, wie in vielen anderen Filmen Langs, für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Sieht man sich den Film jedoch wirklich an, so stellt man sehr bald fest, dass sein eigentliches Thema keineswegs die Treue, sondern im Gegenteil der Verrat ist. Siegfried kommt nach Worms, um Kriemhild zur Frau zu gewinnen und er wird von Anfang an von den Burgundern für ihre Pläne zum Betrug an Brunhild benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gunther, der ewig zögernde und schwache König der Burgunder braucht Siegfried, der als einziger in der Lage ist, die übermenschliche Brunhild im Wettkampf zu besiegen. Dafür erhält er Kriemhild als Belohnung. Dies ist der Plan Hagens, der grauen Eminenz seines Königs. Und Siegfried zögert nicht einen Moment, in den Betrug einzuwilligen. Die archaische ungebändigte Kraft Brunhilds wird durch List bezwungen. Und dies wird mit dem hohlen Pathos von Treueschwüren verbrämt. „Halte mir Wort Gunther, wie ich dir Wort hielt.“, sagt Siegfried auf einer Texttafel und es schließt sich der Treueschwur der Blutsbrüder Siegfried und Gunther an. Lang macht mit seinen Bildern und seiner Schnittfolge ganz klar, wie er den Mythos versteht. So sehen wir die Blutsbrüderszene gegengeschnitten mit der betrogenen und zweifelnden Brunhild, die ahnt, das etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann, aber auch mit der naiven und gutgläubigen Kriemhild, die sich auf ihre Hochzeit vorbereitet. Bei den Burgundern ist alles auf Lüge aufgebaut, die ganze vorgebliche Freundschaft und beide Ehen sind auf Lüge gebaut. Und wo bleibt die Treue? Es ist die gegenseitige Treue beim Betrug. Es ist die Treue unter Ganoven.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der Betrug setzt sich fort. Noch einmal muss Brunhild betrogen werden, diesmal in der Hochzeitsnacht. Diesmal zögert Siegfried, doch lässt er sich sehr schnell durch Phrasen wieder einbinden. „Willst du den Freund im Stich lassen?“, fragt ihn Hagen. Und Gunther schweigt dazu und lässt wie immer Hagen für sich reden und Siegfried für sich handeln. Gunther und Hagen werden als die düsteren Intriganten dargestellt, die meist im Schatten sitzen und nur beobachten. Siegfried ist der nützliche Idiot, der sich verwenden lässt.&lt;br /&gt;
Die Betrogenen sind die beiden Frauen, vor allem Brunhild. Sie ahnen mehr, als dass sie wüssten, und so kommt es in der berühmten Treppenszene zum Streit der Königinnen. Brunhild verlangt als vermeintliche Herrin Siegfrieds den Vortritt und Kriemhild zeigt ihr aus gekränkter Eitelkeit den Armreif, den Siegfried der Amazone in der Hochzeitsnacht in Gunthers Gestalt abgenommen hat. Der Streit der Frauen hat seinen Ursprung im Lügengebäude der Männer. Bereut nun einer den Betrug? „Dein Schwatzen war schlimmer als ein Mord, Siegfried“, ruft Hagen. Dann geht es nur noch darum, die Folgen zu beseitigen. Brunhild verlangt aus verletzter Ehre den Tod Siegfrieds und Gunther ist zerrissen wie je: „Soll ich ihn töten, weil er mir treu war?“ Doch Brunhild überzeugt ihn mit dem Argument, Siegfried hätte sie entjungfert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegfried war das Werkzeug beim Betrug der Burgunder. Solange alles geheim war, pflegte man den Schein von Treue und Blutsbrüderschaft. Das zählt jetzt alles nicht mehr. Es geht nur noch darum, den lästig gewordenen Helfer und Mitwisser zu beseitigen. Dem ersten Verrat an Brunhild folgt der zweite an Siegfried. Man veranstaltet eine Jagd und Hagen belügt Kriemhild, um die verwundbare Stelle Siegfrieds zu erfahren. Dann ermordet er Siegfried hinterrücks, als dieser an einer Quelle trinkt. Brunhild, die Barbarin ist es, die zu Gunther sagt: „Um eines Weibes willen erschlugst du deinen treuen Freund“, und sie ist es, die an der Totenbahre Siegfrieds Selbstmord begeht. Kriemhild fordert Gerechtigkeit von ihrem Bruder. Sie verlangt, den Mörder zu bestrafen. Aber Gunther und seine Brüder stellen sich vor Hagen: „Treue um Treue. Seine Tat ist die unsere. Unsere Brust ist sein Schild“. In diesem Moment wird Kriemhilds Verwandlung sichtbar und sie schwört die Rache, die sich im zweiten Teil erfüllen wird. Die Treue- und Ehrbegriffe der Burgunder reichen nicht weiter als die einer Mafia-Bande. Lang macht dies besonders deutlich, wenn er durch seine bildliche Darstellung die schwülstigen Zwischentitel konterkariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Teil: Kriemhilds Rache:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ging es im ersten Teil um Betrug und Verrat, und zwar um mehrfachen Verrat, so steht der zweite Teil ganz unter dem Thema Rache. Kriemhild nutzt zunächst ihr Erbe, den Nibelungenschatz, um damit Verbündete gegen Hagen und ihren Bruder Gunther zu werben. Als Hagen ihr den Schatz raubt und ihn im Rhein versenkt, geht sie auf den Antrag des Hunnenkönigs Etzel ein und verlässt Worms. Sie lehnt ausdrücklich jede Versöhnung mit Gunther ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch stärker als im ersten Teil nimmt jetzt Hagen die zentrale Stellung auf der Seite der Burgunder ein. Er erscheint durchgehend in einem schwarzen Gewand mit Umhang und mit einem gewaltigen Flügelhelm. Um den finsteren Eindruck zu verstärken hat er im Film nur ein Auge. Er ist das Urbild des rationalen Bösewichts, der ohne Skrupel zu jedem Verbrechen im Dienst seines Herrn oder des Staates bereit ist. Er ist die fleischgewordene Staatsräson und kann als Folie für viele faszinierende Filmbösewichter von Dr. Seltsam bis Darth Vader gelten.&lt;br /&gt;
Ihm gegenüber steht jetzt Kriemhild, die sich vom naiven Jungmädchen zur Rachegöttin gewandelt hat. Im Gegensatz zum ersten Teil, wo sie wie Siegfried immer weiß gekleidet war, trägt sie jetzt schwarz. Sie bewegt sich kaum und wenn, dann nur sehr langsam. Damit bildet unter den ständig wimmelnden Hunnen eine Art Statue, was ihren Charakter als Rachegöttin noch verstärkt. Jeden Mann, der ihr begegnet versucht sie auf ihre Rache einzuschwören, sei es der biedere Rüdiger (Rudolf Rittner), sei es ihr neuer Gemahl Etzel oder dessen Bruder Blaodel (Georg John).&lt;br /&gt;
Die Welt der Hunnen steht in scharfem Kontrast zur Welt der Burgunder. Die Hunnen sind in ständiger Bewegung, sie werden als Barbaren gezeichnet, die in Erdhöhlen leben, sie sind orgiastisch und lebensfreudig. Statt der Gemessenheit des ersten Teils mit seinen langen Kamera-Einstellungen dominiert jetzt dynamische Beweglichkeit. Langs Nibelungenfilm stellt das Aufeinanderprallen dieser Welten ohne die platte Schwarzweiß-Malerei vieler neuerer Fantasyfilme dar. Hier steht nicht Gut gegen Böse, sondern es entsteht wirkliche Tragik, da Schuld und Unschuld auf beiden Seiten sich die Waage halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriemhild veranlasst Etzel, die Burgunder an seinen Hof einzuladen. Ihr Verlangen nach Rache jedoch weist er zurück. „Heilig ist der Gast“, sagt Etzel und wird damit zum Vertreter eines archaischen Moralbegriffs, der hoch über der Falschheit der Burgunder steht. Überhaupt wird Etzel, trotz seines wilden Äußeren, als sehr menschlich gezeichnet. Im Gegensatz zur starren Mimik der Burgunder drückt er seine Gefühle immer direkt aus. Wir sehen seine Liebe und Freude, wenn er mit seinem kleinen Sohn zusammen ist und wir sehen später seine abgrundtiefe Trauer, wenn Hagen diesen Knaben töten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz Hagens Abraten reisen die Burgunder zu Etzel und werden von ihm freundlich empfangen, während Kriemhild Etzels Bruder zum hinterhältigen Angriff auf die Knechte der Burgunder überredet. Es folgt ein Gemetzel, bei dem die in der Halle eingeschlossenen Burgunder sich gegen die Angriffe der Leute Etzels und seiner Verbündeten erwehren. Da die Kämpfe ohne Sieger bleiben, lässt Kriemhild das Dach der Halle anzünden. Der nächste Morgen sieht einzig Hagen und Gunther als Überlebende. Solange noch einer seiner Könige lebt, wird er den Ort des Nibelungenschatzes nicht verraten, sagt Hagen. Und als Kriemhild ihren Bruder Gunther töten und seinen abgeschlagenen Kopf vorzeigen lässt, da lacht Hagen: Jetzt wissen nur noch ich und Gott, wo der Schatz liegt. Kriemhild erschlägt ihn eigenhändig, um damit ihre maßlose Rache zu vollenden und sie wird daraufhin von Meister Hildebrand (Georg August Koch), einem letzten Gefolgsmann Etzels, getötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Notwendigkeit und Unbedingtheit, die so charakteristisch sind für die Stoffe der antiken und der germanischen Mythologie, steuert das Geschehen von Anfang an auf sein tragisches Finale zu. Vielleicht sind solche Stoffe nur mit den Mitteln des Stummfilms wirklich angemessen zu verfilmen. Dem archaischen Stoff korrespondiert hier die archaische Form. Ein Problem vieler neuerer Mythenfilme besteht ja darin, dass die pathetischen Dialoge unglaubwürdig wirken oder dass eine psychologische Figurenzeichnung dem Stoff nicht angemessen ist. Mythische Figuren handeln nicht als moderne Personen, sondern sie sind Archetypen, in denen Ideen und Weltanschauungen personifiziert werden. Fritz Lang hat sein Ziel einer adäquaten filmischen Umsetzung des Nibelungenmythos in beeindruckenden Bildern gemeistert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte der Nibelungen ist wahrscheinlich der deutscheste aller Stoffe. Fritz Lang akzeptierte dies ganz bewusst, wenn er seinem Film die Widmung „Dem deutschen Volke“ voranstellte. Wobei zu berücksichtigen ist, dass Langs Werk 1924 in die Kinos kam, neun Jahre vor der Machtergreifung der Nazis. Dennoch gab es Kritiker, die in Langs Darstellung Parallelen zur Ästhetik des Faschismus finden wollten. Es lässt sich nicht bestreiten, dass mit Begriffen wie „Nibelungentreue“ oder mit der Glorifizierung der Siegfried-Figur der Nibelungenstoff für ideologische Zwecke missbraucht wurde. Es sollte aber deutlich geworden sein, dass dies im Film keinerlei Grundlage findet, sowenig wie im Stoff des Nibelungenmythos selbst. Im Gegenteil gilt es, das Werk vor faschistoiden Vereinnahmungen in Schutz zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Filmdaten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (1): Siegfried - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou und Fritz Lang, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Walter Ruttmann, Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Paul Richter, Margarete Schön, Hanna Ralph, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Rudolf Klein-Rogge, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (2): Kriemhilds Rache - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Eugen Schüfftan (Optische Spezialeffekte), Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Margarete Schön, Rudolf Klein-Rogge, Georg John, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.filmzentrale.com/rezis/nibelungensk.htm entnommen aus der Filmzentrale]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Thesen zum geschichtlichen Hintergrund der Handlung und der Personen des Nibelungenliedes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorbemerkung :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der geschichtliche Hintergrund zerfällt vermutlich ebenso wie die Handlung des Epos in zwei Teile, die Ermordung des Helden Siegfrieds und den Untergang der Burgunder im Kampf gegen die Hunnen. Schon früh wurde deshalb spekuliert, dass es sich eigentlich um zwei unterschiedliche Erzählungen handelte, welche nur dramaturgisch durch einen dünnen Handlungsfaden verbunden wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der erste Teil durch seine sagenhaften Anklänge geschichtlich schwerer einzuordnen ist, geht es im zweiten Teil nach wohl vorherrschender Meinung um den Untergang des Burgunderreiches während der Umwälzungen der Völkerwanderung. Aufgrund der besseren Überlieferungslage sind die insoweit handelnden Personen wie Attila alias Etzel oder Theoderich der Große alias Dietrich von Bern historisch leichter zu identifizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bereits am Beispiel dieser beiden verbürgten geschichtlichen Heroen fällt auf, dass im Nibelungenlied verschiedene „Heldengestalten“ miteinander agieren, welche sich tatsächlich niemals begegnet sind. So war Attila bei der Geburt Theoderichs bereits verstorben. Auch verbrachte Theoderich seine Jugend nicht als Geisel bei den Hunnen, sondern am Hof des oströmischen Kaisers Leo I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Das Reich der Burgunden als Hintergrund von „Krimhilds Rache“ :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Neckar - Taunus Raum kommend, drang der germanische Stamm der Burgunden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
( später auch Burgunder genannt ) um den Jahreswechsel 406 / 407 im Zuge der Zerfalls- erscheinungen des römischen Limes über den Rhein vor. Ca. 413 schlossen sie mit dem weströmischen Reich einen Bündnisvertrag, welcher ihnen als „Foederati“ gegen Stellung von Truppen einen großen Siedlungsraum im Rheingebiet zugestand. Ob es sich dabei tatsächlich um das mittelrheinische Gebiet um die Stadt Worms herum handelte, ist noch strittig. Als die Burgunden unter ihrem Anführer Gundahar ab 430 begannen, sich weiter nach Westen in römisches Provinzgebiet auszudehnen, kam es erneut zum offenen Konflikt mit dem West-reich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unschwer ist in der Person des Gundahar die Person des Gunthers aus dem Nibelungenlied zu identifizieren. Anders als dort ist sein historischer Gegenspieler jedoch nicht der Hunne Attila, sondern der römische Heermeister Flavius Aetius.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der um 390 geborene Aetius war in seiner Jugend zunächst als Geisel bei den Hunnen aufgewachsen. Nach einer glanzvollen militärischen Karriere als „Magister militum“ des weströmischen Reiches floh er aufgrund einer Palastintrige erneut zu den Hunnen. Mit deren Hilfe kehrte er 433 an den weströmischen Hof zurück, wo er als Heermeister das marode Reich ein letztes Mal militärisch stabilisieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu zählte insbesondere der Feldzug gegen die Burgunden, wobei sich Aetius aufgrund seiner Beziehungen auch hunnischer Hilfstruppen bediente. In den folgenden Kämpfen der Jahre 435 / 436 wurde das Reich der Burgunden von den Truppen des Aetius vernichtet und Gundahar getötet. Anschließend siedelte der siegreiche Feldherr die überlebenden Burgunden im Rhonetal / Savoyen als Puffer gegen die germanischen Alemannen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Das Leben Attilas als Hintergrund von „Krimhilds Rache“ : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hunnenkönig Attila trat nach den historischen Quellen bei dem Feldzug gegen die Burgunden selbst nicht in Erscheinung. Er regierte die Hunnen seit 434. Nach der Ermordung seines Bruders Bleda 444 / 445 wurde er ihr unbeschränkter Großkönig mit Herrschaftssitz in der ungarischen Tiefebene an der Theiß. Während er Feldzüge gegen Ostrom unternahm, unterhielt er zum weströmischen Reich, vermutlich aufgrund des dortigen Heermeisters Flavius Aetius ( s.o. ), überraschend gute Beziehungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nach einem als Heiratsangebot getarnten Hilfserbitten der verzweifelten Schwester des weströmischen Kaisers Valentinian III forderte Attila sogleich die Hälfte Westroms als „Brautgeschenk“. In der Folge fiel er mit seinen überlegenen Reiterhorden in das Reich ein und konnte erst nach langen wechselhaften Kämpfen im Jahr 451 in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern von Flavius Aetius und einem Vielvölkerheer aus Römern, Westgoten und anderen Germanen ( vermutlich auch Burgundern ) zurückgeschlagen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
452 fiel Attila erneut mit seinem Heer in Italien ein. Diesmal wurde sein Kriegszug nach anfänglichen Erfolgen letztlich wohl durch Seuchen und Versorgungsprobleme gestoppt, welche der Römer Aetius durch die ausweichende Militärtaktik der „verbrannten Erde“ noch gesteigert hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser wiederholten Niederlage zog sich Attila in seinen Herrschaftsraum zurück und starb 453 während der Hochzeitsnacht mit seiner germanischen Braut Ildikó, der Tochter eines gotischen oder gar burgundischen Fürsten. Die Todesursache war entweder ein Blutsturz oder beigebrachtes Gift.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Ildikó auch als Hildiko bzw. neuhochdeutsch „Hildchen“ übersetzt werden kann, sieht man in dieser Braut des Attila ein mögliches Vorbild für die Krimhild der Nibelungensage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der mächtige Heermeister Flavius Aetius wurde 454 während einer Audienz vom damaligen Kaiser Valentinian III eigenhändig umgebracht. Gelegentlich wird der Römer Aetius aufgrund seiner historischen Rolle als der eigentliche „Etzel“ des Nibelungenliedes angesehen. Auch waren es historisch gesehen letztlich die Römer, welche den Untergang der Burgunden / Nibelungen und den Tod Gundahars / Gunthers zu verantworten hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Das Leben des Arminius / Hermann als Hintergrund von „Siegfrieds Tod“ :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Rollen des Gunther, des Etzel und der Krimhild aufgrund der historischen Geschehnisse leicht(er) zuzuordnen sind, stellt sich für den ersten Teil des Nibelungenliedes die zentrale Frage, welche historische Persönlichkeit eine derartige Wirkungskraft ausgeübt haben könnte, um aus dem Dunkel der sagenhaften Überlieferungen ein Vorbild für die Figur des Helden Siegfried zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angeführte „zeitgenössische“ Personen der Völkerwanderung werden dem nicht ansatzweise gerecht. Aus den langen Auseinandersetzungen zwischen Römern und Germanen , um die geht es letztlich trotz aller Verzerrungen auch im Nibelungenlied ( s.o. ), ragt jedoch ein Mann hervor, dessen Leben und Sterben in den grundlegenden Motiven auf den Sagenheld Siegfried wie eine Schablone zutrifft : Arminius, der Fürst der Cherusker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;a. Das Motiv der Herkunft und Namensgebung&#039;&#039;&#039; :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Versionen der nordischen Sagas wächst Siegfried in der Wildnis auf, gesäugt von einer Hirschkuh. Ggf. stellt dies eine Parallele zur römischen Sage von der Romulus und Remus säugenden Wölfin dar. Nach verschiedenen Deutungen des Stammesnamens der Cherusker ist wohl der Hirsch, germanisch &#039;&#039;herut&#039;&#039;, als deren „Wappentier“ anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Nibelungenlied wird der Name von Siegfrieds Vater mit Siegmund angegeben. Nach den römischen Quellen lautet der Name von Arminius Vater Sigimer oder Segimer. Die Silbe Sig bzw. Seg war bei den Cherusker offenbar recht gebräuchlich ( siehe z.B. auch Segestes ) und deutete wohl auf Auszeichnung im Kampf hin. Der Name der Mutter des Arminius bleibt unerwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch sein germanischer Name ist unbekannt. Der Name Arminius wurde ihm von den Römern wie üblich erst bei der Verleihung des römischen Bürgerrechts gegeben. Er steht wohl am ehesten für „der Blauäugige“ (von &#039;&#039;armenium&#039;&#039; - „bergblau“). So wurde der Bruder des Arminius von den Römern auch nur schlicht Flavus, „der Blonde“, genannt. Der Name Hermann taucht erst später im Mittelalter auf und wurde angeblich von Luther geprägt. Angesichts der hohen Stellung seines Vaters Sigimer ist der gleichbleibende Namensteildes „Sig“ bei dem germanischen Namen des Arminius naheliegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Herkunft Siegfrieds wird im Nibelungenlied Xanten angegeben. Die historische Stadt Xanten ist römischen Ursprungs und diente unter dem Namen Vetera als eines der zentralen Lager der römischen Rheinlegionen. Arminius ist zunächst selbst ein Mitglied dieses Heeres, welches später von ihm vernichtend geschlagen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;b. Das Motiv des mutigen Kämpfers : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Siegfried im Nibelungenlied war Arminius nicht nur ein Anführer seines Volkes, sondern auch ein im Kampf erfahrener und herausragend erfolgreicher Krieger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im römischen Militärdienst ab spätestens 4 bis 9 n.Chr. zeichnete sich Arminius als Führer von germanischen Hilfstruppen in den Feldzügen des späteren Kaisers Tiberius in Germanien und / oder Pannonien derart persönlich aus, das er in einer bis dahin beispiellosen Karriere als Germane sogar in den römischen Ritterstand aufsteigen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der persönlich mit ihm bekannte römische Historiker Paterculus, selbst ein ranghoher Soldat, schilderte den späteren Gegner Arminius nach den gemeinsam verbrachten Kriegsjahren wie folgt : “ Er war tüchtig im Kampf und rasch in seinem Denken, ein beweglicherer Geist als es die Barbaren für gewöhnlich sind. Das Feuer seines Geistes verriet sich schon im Blick seiner Augen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;c. Das Motiv des Drachenkampfes :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich durch die persönlich erlebte römische Herrschaftspraxis in der germanischen Provinz entschied sich Arminius jedoch trotz geringer Erfolgsaussichten für den Kampf gegen die zu dieser Zeit geradezu übermächtig wirkende „Weltmacht“ Rom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungeachtet aller persönlichen Gefahren und trotz Verrats seiner Pläne organisierte Arminius, quasi vor den Augen des recht vertrauensseligen Statthalters Varus, einen erfolgreichen germanischen Aufstand der durch das Inferno der Schlacht im Teutoburger Wald bzw. Varusschlacht um 9 n.Chr. mit einem Schlag die römische Herrschaft in Germanien jenseits des Rheins beendete und Rom in seinen Grundfesten erschütterte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Motiv des Kampfes gegen einen schier übermächtigen Gegner findet sich bei Siegfried in Form des Drachenkampfes wieder. Die insoweit deutlich detaillierten Edda-Schilderungen über den Drachenkampf lassen überraschende Parallelen zu den jüngsten Erkenntnissen über den mutmaßlichen Ablauf der Varrusschlacht aus dem Raum um Kalkriese erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So stellt Siegfried dem Ungeheuer auf dessen Weg zum Wasser mit einer Erdgrube eine Falle. Darin verborgen sticht er dem Lindwurm in das Herz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kalkriese wurde eine Erdwallanlage aufgefunden, mit der die dahinter verschanzten Germanen unter Arminius den auf dem Rückmarsch zum Rhein befindlichen römischen Legionen den Weg abgeschnitten haben sollen. Vermutlich kam es dort zu dem Endpunkt eines sich über mehrere Tage hinziehenden Kampfes, in welchem die Legionäre in ihrer verwundbaren Marschformation von den Germanen angegriffen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der sich über viele Kilometer erstreckende Zug der Römer unter dem Befehl des Statthalters Varus, bestehend aus den drei kampfstärksten Legionen des Reiches, jeder der bis zu 18.000 Berufssoldaten mit Kettenhemd, Helm und eisenbeschlagenem Schild, wird wohl selbst von heutigen Autoren noch als „lindwurmartig“ bezeichnet. Den drei Legionen voran wurden die römischen Feldzeichen getragen. Zu Zeiten des Arminius waren dies die römischen Adler. Bereits vor der Völkerwanderung wurde der Adler im römischen Heer jedoch durch den eindrucksvollen Kopf eines Drachen ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Standartentraeger.png|thumb|Nachbildung eines römischen Standartenträgers der Kavallerie nebst drachenköpfigem Feldzeichen aus der späten Kaiserzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;d. Das Motiv des Blutbades und der Unverwundbarkeit :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Sieg über den Drachen nimmt Siegfried ein Bad in dessen Blut, um hierdurch für seine Feinde unverwundbar zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Sieg des Arminius und seiner Verbündeten ist absolut. Die drei Legionen nebst Tross und Hilfstruppen werden so vollständig vernichtet, dass sie auf kaiserliche Weisung hin nie wieder aufgestellt werden. Der Statthalter Varus stürzt sich auf dem Schlachtfeld in sein Schwert. Das seit langer Zeit sieggewohnte römische Reich ist nach heutigen Maßstäben geradezu traumatisiert. Der damalige Kaiser Augustus soll mit dem Ruf „Varus, Varus gib mir meine Legionen zurück“ aufgelöst durch seinen Palast geirrt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem morastigen Schlachtfeld lagen unter Berücksichtigung der germanischen Verluste bis zu 25.000 Tote nebst Pferden und Maultieren. Nach den römischen Quellen und den Erkenntnissen bei Kalkriese hatte es zuvor bzw. während des Kampfes in Strömen geregnet. Selbst für die damaligen Verhältnisse muss das Kampfgebiet einen apokalyptischen Eindruck geboten haben, zumal Schlachten dieser Größenordnung auf germanischem Gebiet bisher kaum stattgefunden hatten. Nach vorsichtigen Schätzungen moderner Militärhistoriker dürften aufgrund der Schwere der damaligen Kampfverletzungen allein 50.000 Liter menschlichen Blutes den aufgeweichten Boden, die Regenpfützen und die umliegenden Wassertümpel getränkt haben. Verletzte und wohl auch gefangene Römer wurden noch vor Ort massakriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Fragmentfunden aus Kalkriese gingen die Sieger dazu über, den toten Legionären die Rüstungen vom Leib zu reißen. In dem zu dieser Zeit noch eher kleinbäuerlich geprägten Germanien waren Metalle nur spärlich verfügbar. Fast nur Adlige konnten sich Schilder, Kettenhemden, Helme oder Schwerter aus Metall leisten. Der einfache Krieger zog mit dem im Feuer gehärteten Speer und einem Schild aus Holz in die Schlacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nunmehr aber verfügte die Allianz des Arminius neben ihrer spärlicheren Hilfstruppen-ausrüstung mit einem Schlag über zehntausende hochwertige Rüstungen nebst Helmen und Schilden aus den römischen Legionsbeständen. Der weitere Kriegsverlauf belegt die folgende „Unüberwindbarkeit“ der Kämpfer des Arminius.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;e. Das Motiv des Hortes und der darin befindlichen Schätze : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem Sieg über den Drachen gelangt Siegfried an unermessliche Reichtümer aus dem Hort der Nibelungen, darunter eine Tarnkappe und einen Stab der Beredsamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arminius fielen neben den unbezahlbar wertvollen Waffen der Rheinlegionen auch deren gesamte Habseligkeiten, die prachtvolle Ausstattung des römischen Statthalters und wohl unzählige Trossangehörige als Sklaven in die Hände. Römische Städte und Ansiedlungen auf germanischem Gebiet, wie z.B. Waldgirmes, wurden zerstört und vollständig geplündert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie zuvor bei der Planung des Aufstandes unter den Augen der Römer gelang es Arminius mit einer bis dahin nahezu einmaligen diplomatischen Leistung ein dauerhaftes Bündnis aus verschiedenen, traditionell zerstrittenen germanischen Stämmen zu schmieden. Dieses erwies sich als stark genug, um den römischen Rache- und Rückeroberungsfeldzügen der Jahre ab 14 bis 17 n.Chr. erfolgreich standzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der römische Feldherr Germanicus setzte während dieser mehrjährigen Feldzüge zeitgleich nahezu ein Drittel des gesamten römischen Heeres der damaligen Zeit ein. Arminius griff seinerseits immer wieder auf eine ausweichende Guerillastrategie zurück. Überraschende Angriffe auf die Marschkolonnen des Gegners und kontrollierte Absetzbewegungen in den schützenden Wald bei einem problematischen Kampfverlauf kennzeichneten die bevorzugte Taktik des Arminius. Angesichts dramatischer römischer Verluste und geringer Erfolge befahl der nunmehrige römische Kaiser Tiberius, ein früherer Kampfgefährte des Arminius (s.o.), im Jahr 17 n.Chr. seinem Feldherrn Germanicus den endgültigen Abbruch der Feldzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der weiteren Folge nahm es Arminus noch im selben Jahr mit Marbod, dem äußerst mächtigen König der Markomannen und dessen unabhängigen Großreich im heutigen Tschechien bzw. Böhmen auf. Dieses verfügte nach römischen Quellen über ein Heer von ca. 75.000 Kriegern und hatte bis dahin selbst für Rom eine nachhaltige Gefahr dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und auch in diesem Kampf gelang dem Stammesbündnis unter Führung des Arminius der Sieg. Und dies trotz des verräterischen Überlaufens seines Onkels Inguiomerus zu den verfeindeten Markomannen. Der gedemütigte Marbod musste im Jahr 19 n.Chr. schließlich sogar in ein römisches Exil fliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Krieg erwies sich der geschickte Kämpfer und Diplomat Arminius damit trotz seiner militärisch übermächtig wirkenden Gegner als unbesiegbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;f. Das Motiv des Verrats und der Ermordung durch die eigenen Verwandten : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der unverwundbare Siegfried wird von den gekränkten und neidischen Verwandten seiner Ehefrau mittels einer List hinterrücks ermordet. Die Tat wird von dem grimmen Hagen ausgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Berichten des Tacitus zum Tod des Arminius ist festgehalten, dass dieser ca. 19 / 21 n.Chr. durch die „Hinterlist seiner Verwandten fiel“. Er hatte wohl auf dem Weg zu einer Art „Königswürde“ zu viel Macht erlangt und erschien nach Wegfall des äußeren Feindes im internen Gefüge der Stammesfürsten schlicht zu gefährlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mörder des Arminus wird namentlich nicht genannt. Ausgehend von dem spärlichen Berichten des Tacitus verblieben jedoch nach dem Verrat des Onkels Inguiomerus ( s.o. ) nur noch zwei in Betracht kommende Verwandte : Flavus, sein Bruder, und Segestes, der Schwiegervater des Arminius. Beide stehen während der kriegerischen Auseinandersetzungen zumeist auf Seiten der Römer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Segestes soll Arminius sogar noch (erfolglos) an Varus verraten haben. Obwohl oder gerade weil Arminius seine Tochter Thusnelda zur Ehefrau genommen hatte, betrieb Segestes auch später noch dessen Vernichtung. Schließlich begab sich Segestes im Verlauf der geschilderten Feldzüge 15 n.Chr. nebst seiner Tochter sogar persönlich in die helfenden Hände der Römer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bruder Flavus blieb als Anführer von Hilfstruppen bis zum Ende der Kämpfe 17 n.Chr. seinem einstmaligen Schwur auf den römischen Kaiser treu. Wie Hagen in verschiedenen Edda-Versionen verlor Flavus nach den römischen Quellen während der Kämpfe ein Auge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich der Feldzüge lieferten sich Arminius und Flavus über die Weser hinweg ein sehr persönliches Wortgefecht, wobei laut des römischen Geschichtsschreibers nur das schnell fließende Wasser ein sofortiges Blutvergießen verhinderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessanterweise wird Hagen von Tronje in mehreren Deutungen des Ortsnames Tronje ein römischer Hintergrund zugewiesen. So wird das sagenhafte Troja als das Ursprungsland der ersten römischen Siedler oder das in der Nähe von Xanten gelegene Römerlager Colonia Ulpia Trajana als mögliche „Herkunft“ Hagens angeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der historisch verbürgte Flavus an den Feldzügen des Germanicus teilnahm ( s.o. ), ist sein Standort in diesem Militärbereich zumindest möglich. Er hatte jedenfalls nach dem Ende des offenen Kampfes, ggf. im naheliegenden Zusammenspiel mit einem im Hintergrund die Fäden ziehenden Schwiegervater Segestes, ein Motiv und räumlich gesehen wohl auch Gelegenheit zum geschilderten „hinterlistigen“ Mord an Arminius. Bezeichnenderweise wurde erst dem in Rom geborenen Sohn des Flavus mit Namen Italicus von den führungslosen Cheruskern im Jahr 47 n.Chr. die Herrschaft über den Stamm angetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor diesem Hintergrund sei noch angeführt, dass in der dem Nibelungenlied ähnlichen Thidrekssaga der dort als „Högni von Troia“ bezeichnete Hagen kurz vor seinem Tod mit einer „hunnischen“ (s.o.) Sklavin einen Sohn zeugt und dieser den Schlüssel zum Hort Siegfrieds übergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;g. Das Motiv der treuen Ehefrau am fremden Hof und des gemeinsamen Sohnes : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krimhild bleibt Siegfried nach dessen Ermordung in aufrechter Liebe und Trauer verbunden. Sie rächt seinen Tod am Hofe der Hunnen an ihren Verwandten. Der gemeinsame Sohn wird ohne nähere Beschreibungen in das Nibelungenreich gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tragische Beziehung zwischen Arminius und seiner Ehefrau Thusnelda ist wohl das erste überlieferte „Liebesdrama“ aus dem deutschen Raum. Nach wiederholten Zerwürfnissen mit seinem im Machtgefüge konkurrierenden Schwiegervater Segestes muss Arminius miterleben, wie dieser im Jahr 15 n.Chr. die schwangere Thusnelda nach Rom verbringen lässt. Zur Haltung Thusneldas in dieser Situation schreibt der römische Historiker Tacitus wörtlich : „Sie stand mit dem Herzen mehr auf der Seite ihres Mannes als ihres Vaters. Sie ließ sich keine Träne entlocken und kein flehendes Wort verlauten; die Hände im Schoß zusammengelegt, blickte sie auf ihren schwangeren Leib.“ Sie sah Arminius niemals wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sohn des Arminius mit dem überlieferten Namen Thumelikus wird während des so erzwungenen Aufenthalts im römischen Reich geboren. Seinen Vater hat er weder sehen, noch rächen können. Seine Spur verliert sich letztlich im Dunkel der Geschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der einst so mächtige Stamm der Cherusker hinterlässt bald keine geschichtlichen Spuren mehr. Nach andauernden internen Zwistigkeiten, befördert durch die erfolgreiche römische Diplomatie des „Teile und Herrsche“ geht auch dieser Volksstamm ähnlich wie später die Burgunder sinnbildlich unter. Mutmaßlich gehen die Angehörigen der Cherusker später in dem sich langsam bildenden Stammesverbund der Franken auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;h. Das Motiv des Gedenkens in Liedern und Gesängen : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Helden Siegfried wurde im germanischen Sprachraum dauerhaft in den Überlieferungen der Edda und letztlich auch im Nibelungenlied gedacht. Sämtliche Schilderungen wurden deutlich nach den dramatischen Ereignissen um den Cherusker Arminius niedergeschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine germanische Geschichtsschreibung fehlte zu dessen Zeit noch und wurde durch die mündliche Überlieferung und Gesänge ersetzt. Eine noch im späteren Mittelalter bei den Volkssagen zu beobachtende märchenhafte bzw. symbolische Verfremdung und / oder Überhöhung der wahren Personen und Ereignisse ist einer derartigen Überlieferungsform geradezu innewohnend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich berichtet der römische Historiker Tacitus in seinen zu Beginn des 2. Jahrhunderts n.Chr. verfassten und lange verschollenen „Annalen“ bzgl. des germanischen Gedenkens an Arminius wörtlich : „Noch heute besingt man ihn bei den barbarischen Völkern.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst seine römischen Feinde fällten über ihn ein historisches Urteil, welches Arminius bei den germanischen Völkern unsterblich gemacht haben mag. So heißt es bei Tacitus weiter :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Arminius hat nicht wie andere Heerführer und Könige das römische Volk in seinen Anfängen herausgefordert, sondern das in höchster Blüte stehende Reich. In den Schlachten kämpfte er mit wechselndem Erfolg, im Krieg blieb er unbesiegt. Er war ohne Zweifel der Befreier Germaniens.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den sicheren Nachweis, dass das Schicksal des Arminius in der Form der Siegfriedsage und dem Nibelungenlied verewigt wurde, bleibt die Geschichte leider wohl für immer schuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Thesen bleiben auch unter den Experten aus den unterschiedlichsten Gründen heftig umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber welcher Sänger oder Barde würde wohl einen solchen Menschen mit all seiner persönlichen Tragik jemals der Vergessenheit preisgegeben haben !?&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Nibelungenlied</title>
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		<updated>2011-02-21T13:30:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* V. Übergreifende Thesen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== &#039;&#039;&#039;Symposien&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
*13.08.2009 - 20:30 Uhr bei Tobias. Themen: Einführung und erste Textpassagen, Nachwort Grosse. Wir lesen Brackert: Ende 3. Aventiure.&lt;br /&gt;
*2.09.2009 - 20:30 bei Tiemo 4. und 5. Aventiure gelesen&lt;br /&gt;
*12.9.2009 - 20:00 Wanderhütte bei Dörscheid am Rhein. Bis Ende 9. Av. gelesen. siehe auch [http://www.schneelaeufer.de/2009_Rhein unsere Fotos]&lt;br /&gt;
*30.09.2009 - 20:45 bei Tiemo. Andreas: Die Edda und das Nibelungenlied. Gelesen bis Ende 14.Av.&lt;br /&gt;
*14.10.2009 - 20:30 bei Matthias. Matthias-Vortrag: historischer Kontext Siegfried-Arminius, Burgunden-Römer; Dietrich von Bern. Bis Ende 16. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*05.01.2011 - 20:00 bei Matthias. Erstmal wieder reinkommen. Bis Ende 18. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*26.01.2011 - 20:30 bei Andreas. Bis Ende 20. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*10.02.2011 - 20:00 bei Matthias. Bis Ende 24. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*23.02.2011 - 20:30 bei Tobias.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Thesen, Kurzeinträge, Literatur. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Fragestellungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Was unterscheidet Mythologie von Religion? Wenn es im ersten Teil vom NL um mythologische Resonanz geht, stellt sich die Frage, ob hinter dieser Mythologie ein Sinn steht, eine Antwort auf die Frage nach Ursprung und Ende, oder eben Sinn auf ganz andere Weise generiert: Liebe, Treue, Kampf? Es stellt sich auch die Frage, inwiefern Epen die Roman-Funktion übernahmen, die Lukács definierte: der Roman ersetzt das in der Moderne nicht erfüllte Bedürfnis nach Transzendenz, nach einem metaphysischen Zuhause.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Wie wichtig ist das Treue-Motiv? Zumindest das Wort ist dominant. &amp;lt;span style=&amp;quot;color: color&amp;quot;&amp;gt;Was ist Treue? Wer ist treu?&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Was baut eigentlich den übergreifenden Spannungsbogen im NL auf? Worum geht es?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Was für ein Held ist Siegfried (Hybris, naiv, unbescholten etc.)? Vor allem Eines: unbekümmert! - Gegenpol des &amp;quot;Kümmerers&amp;quot;, des grimmen Hagen - grimm ob der Last des ständigen Bedenkens, Grübelns. Seliger Siegfried! Und überhaupt: was zeichnet einen Helden aus, was ist ein Anti-Held? Übt NL Kritik am Helden-Epos, indem Helden unmöglich werden? (NL weniger Helden- als vielmehr höfisches Epos. Heldenepos: 1 menschlicher Held. NL: diverse ausgezeichnete Recken einerseits und andererseits Überlagerung durch das Höfische.) Ironisiert NL die Heldenfrage? Siegfrieds Vorstellung am Hof Worms ist Hybris-artig: Ich schlage alle, ich nehme mir alles. Keine Spur von Weisheit. AV2, 55: Holt sich gewaltsam, was er will. 88: schlachtet für den Nibelungenschatz 700 Krieger und 12 Riesen, später aus Spaß Löwen, Elche, Bären, Wisente...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hybris-, Minne- und Treue-Motiv: wie verhalten sie sich zueinander? Ist Minne Glaubensersatz an das Transzendente, damit Immanenz-Erscheinung? Was ist/bedeutet Liebe zu einer Frau und zu einem Mann?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Welche Rolle spielen Frauen? Mit Kriemhield geht&#039;s los, sie verbindet die beiden großen Teile, sie initiiert große Ereignisserien.&lt;br /&gt;
Krimhild, die Klammer des Epos.   &lt;br /&gt;
Brunhild, die Klammer zu den alten Sagen.&lt;br /&gt;
Wenn Frauen aktiv werden, dann öffnet sich der Himmel und es regnet Unheil und Grauen. Sie dürfen nicht unterschätzt werden. Sie dürfen gar nicht zu (widernatürlicher) Aktivität gereizt werden, müssen also gut behandelt werden. Dann kann die natürliche Ordnung bestehen bleiben.&lt;br /&gt;
   Frauen sind der Ausblick in eine individualistische Zukunft (siehe erweiterte Minne-These V 5)&lt;br /&gt;
Ein bestimmtes Verhalten Frauen gegenüber macht auch das &amp;quot;Höfische&amp;quot; aus (siehe auch Subversions-These V 10).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hagen, der Wissende: AV 3, 84: berichtet über Siegfrieds große Taten, erkennt ihn, erwähnt ganz kurz den Drachenkampf (100).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Siegfrieds Riss im schützenden Hautpanzer ist zugleich Möglichkeit des grundlegenden Risses in der Großhandlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Siegfried: kämpft mit dem Schwert Balmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Kriemhild träumt in AV1, 11: von ihrem Schicksal, stemmt sich dagegen (keinen Mann kennenlernen), doch dann verliebt sie sich in S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Was heißt es, ein „wahrer Ritter“ zu sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Gibt es eine &amp;quot;Epos-Entwicklung&amp;quot; vom Gilgamesch (Menschliche Handlungen werden durch uneinheitliche Gottesmacht gelenkt), über Beowulf (Menschen handeln selbstständiger, sind aber mystischen  Kräften - Drachen &amp;amp; Monstern, ausgesetzt) zum Nibelungenlied (bei dem der Mensch nur noch durch rein menschliche gegenseitige Beeinflussung nicht seine Handlung voll kontrolliert)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Was verbindet die verschiedenen Epen? - Länge, Verse, übergreifende Themen mit Völkern, Ländern und vielen handelnden Personen und mystischen Kräften (Göttern, Monstren, Drachen, und mystischen zwischenmenschlichen Strukturen)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. V150 Schicksalsmotiv: Sterben wird, wer dem Tod verfallen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. V155: Wahre Freundschaft: Vertrauen, Tapferkeit, Dank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. V175: Übermuts-Motiv. V381: Eifer bringt Unheil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. V198: andauernde körperliche Konfrontation: scharfe Schwerter, tiefe Wunden, Blutströme, Frauen, die Leid ertragen, Kampf, Sein-Leben-Lassen ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. V207: Siegfried hat das Schwert Balmung. Tatsächlich: er hat es einfach. Die, vermutlich bekannte, Geschichte dieser trefflichen Waffe ist dem NL-Dichter nicht wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19. V224, 238: Liebesmotiv Kriemhild-Siegfried ist an den Sorge und Kampf gebunden: Übermittlung von Nachrichten über den Zustand, Freude über erschlagene Gegner, den Sieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. V230: Siegfried vereint alle Tugenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. V232: Es geht darum, die Ehre ohne Makel zu bewahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Warum ist Siegfried so stark? Vermutung: externer Verweis auf die Edda-Geschichten. man kennt den überstarken Siegfried bereits ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Schlacht gegen die Sachsen: alle sind Helden, nur die Burgunder sind Über-Helden. Das Nibelungenlied protzt nur so vor Lob nach allen Seiten über Tapferkeit, Schönheit etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Das Niblungenlied etabliert ein Wettkampf auf allen Ebenen (vgl. V271): vom richtigen Kampf, zum anschließenden Turnier, zum Kampf mit Brünhilde im Bett ... Liest man hier etwas Krankhaftes, ein Sich- ständig-beweisen-müssen? Ist es eine Unruhe der Immanenz, in der keiner göttlich sanktioniert einfach besser ist? Ständiger Konkurrenzkampf als Ausdruck sozialer und/oder wirtschaftlicher Verschiebungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. Gibt es im Nibelungenlied eine richtige Reflexionsebene? einen Weisen, einen Alten? Bei Siegfried scheint es ja quasi aus seiner Natur herauszuwachsen. Als Siegrfried &amp;amp; Co. zum Brünhilde-Ausflug rüsten, klingt alles spontan, Entscheidungen werden erst kurz vor den Ereignissen getroffen, kurz und wenig überzeugend, vielmehr naiv, ohne Bedenken der Folgen. Eben unbekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. V296: Neid!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. V324, 328: Ankündigung von Siegfrieds Tod und des Tods der anderen Helden. Es gibt eine Art Schicksalsmotiv, unbewusst auf der Ebene der Akteure - bis auf Kriemhild und ihren Traum, den sie aber offensichtlich nicht ernst nimmt. Erst der Erzähler hat im Nachhinein den Überblick ... V337: immer wieder Vorgriffe auf den Ereignisverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. V336: Tarnmantel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. V360: sich schön kleiden, zur Hochzeit, Seide,Brokant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Am Ende der 6. Aventiure scheint Siegrfried schlauer zu werden, während der Planung zum Brünhilde-Ausflug. Was bedeutet der Ausdruck &#039;listig&#039; hier? Was ist nicht-listig? Und: wie steht es um die Paare listig-weise, listig-naiv?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31. Warum interveniert Hagen nicht entschieden vor dem Brünhilde-Auszug? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. Was heißt Liebe im NB?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Der Königinnenstreit (Av. 14) ist der Punkt an dem sich eine Spirale ohne Umkehr bis zur Vernichtung der Nibelungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Warum riskiert Siegfried, dass Brünhild von Kriemhield Ring und Gürtel zu sehen bekommt und die unaufhaltsame Krise einleitet? In der 11. Av. (714) wird Siegfried in der Siegmund-Nachfolge zum gerechten Herrscher inkl. Rechtsprechung, in der 14. Av. zeigt die aufgebrachte Kriemhild (B. bezeichnet S. als einen Eigenmann)Ring und Gürtel, die ihr S. wohl plus Geschichte gab! Wie erklärt sich diese Einfältigkeit? Ist es eigentlich, aus der Sicht der Zeitgenossen, unwichtig, wie genau die Krise eingeleitet wird, da sie als Schicksal so wie so irgendwann kommt? Ist daher auch die Konsistenz von S.s Charakter dem untergeordnet?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Gunther, der König, zeigt wiederholt Schwächen: seine Leidenschaft für Brünhild, sein Einlenken in Hagens Mordplan (872ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. 16. Av. 934ff.: Auffallend ist, dass S. hier als &amp;quot;Jäger&amp;quot; ein Tier nach dem schlachtet, wie ein Massaker, und dann selbst aufgespießt wird. Intensives Todesthema.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Was ist ein &amp;quot;Held&amp;quot; und ein  &amp;quot;Heldenepos&amp;quot;? Wann kommt dieser Diskurs auf? Im NL werden die Recken oft auch &amp;quot;Helden&amp;quot; (mhd) genannt. Es scheint, es meint einfach nur: tatkräftiger Mann, einer, der Ereignisse beeinflussen kann, einer, der Macht und Herrschaft erfolgreich ausübt, unter gewissen moralischen Rahmenbedingungen (H.s Ermordung S.s ist keine Heldentat).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
38. Was war das weibliche Schönheitsideal der Zeit? War die mannsstarke Brünhilde erotisch? Warum ist sie so anziehend für Gunther?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
39. Um Siegfried herum geht es immer wieder um Freundschaft, gute Freunde, etwa V 1054.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40. Warum wird aus Siegfrieds Sohn keine Rache-Träger? (V 1090)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41. Wie groß ist der Kreis der Mittwisser um den Mordplan für Siegdried? Siehe 865.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42. Nach Siegfrieds Tod gibt es keine große Aufruhr, es geht eher ums vertuschen, Räuber-Geschichte etc. V 1000.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
43. Kriemhild liebt Siegfried innig, klassisch, oder? V 924.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44. Übermut-Motiv: etwa bei Brünhild.V 1100.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45. 20. Av.: Wusste Rüdiger vor dem Werbezug für Etzel und seinem Kriemhild-Versprechen (sie bedingungslos zu rächen, sofern es zu Kränkungen kommt)von Siegfrids Ermordung? Es scheint nicht so. Rüdiger (1201) kommt gut mit Hagen und anderen aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46. 20.-21. Av.: Es geht immer wieder darum, Kriemhild &#039;fröhlich&#039; zu machen. Was ist das für eine Stimmung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47. 20.-21. Av: Zusammenhalt wird immer wieder mit einem Appell an Freundschaft (&#039;Freunde&#039;) in Verbindung egbracht. Etwa 1246, 1282.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48. 1214: Es cheint erstaunlich, dass sie Hagen nicht gegen die anderen durchsetzt (Verhinderung der Werbung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49. In der 19. Av. kommt es zum Klimax der Aufweichung des Höfischen und der Werte. In Brackert (1994) ist hierzu ein guter Kommentar (keiner straft Hagen etc.), S. 284, Note 113: man zürnt, greift aber nicht ein, zögert, vertagt ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
50. Brünhilde verschwindet mit dem Gunter-Siegfrid-Komplex als Akteurin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
51. 1335, 1353: Erstaunlich ist das Lob der Vielfalt von Brauchtümern, des Harmonierens von Heiden und  Christen an Etzels Hof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52. In welchem zeitlichen Verhältnis steht das Nibelungenlied zu anderen höfischen Romanen und den Artus-Erzählungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
I b&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakterisierungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Siegfried&lt;br /&gt;
  Unbekümmert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Hagen&lt;br /&gt;
  Grimm. sehend. gefühlsmäßig getrieben, in der konkreten Handlung aber immer rational. Der Kümmerer.&lt;br /&gt;
Strukturfanatiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kriemhild&lt;br /&gt;
  Im Wandel. Zunächst unschuldig. Am Ende schuldig. Immer Opfer.&lt;br /&gt;
  Kriemhild ist die Zeichensetzerin - die unvermögende Setzerin, nicht die Herrin der Zeichen. (Gütel, Ring, Schulterblattkeuz, Träume)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gunther&lt;br /&gt;
  Unbehaglich, entscheidungsschwach, inkonsequent, Zauderer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gernot&lt;br /&gt;
  Der Diplomat&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Datierungen/Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 970: Entstehung: Wende 12./13. Jh., unklar. Die Inhalte entstammen unterschiedlichen Sagenkreisen, die nicht miteinander verbunden sind. Sie haben wahrscheinlich schon Jahrhunderte vor den uns bekannten Texten existiert und werden in kürzeren mündlichen Fassungen von Generation zu Generation bewahrt worden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 980: Drei Handschriften, entdeckt zwischen 1750-1770. Erforschung ab 1810 an der HU.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Grosse 1011-1012: Wir kennen den Autor des &#039;&#039;Nibelungenliedes &#039;&#039;nicht. ... Es mag sein, daß die Gattung der Heldenepik mit ihrem Übergang von der Oralität zur Skripturalität die Anonymität mit sich gebracht hat, wie sie ja auch bei den ähnlich tradierten Texten der Sagen und Märchen üblich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Erzählform, Stil ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 988: Im Unterschied zu den höfischen Epen der Stauferzeit hat das &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;keine paarweise gereimten vierhebigen Verse, sondern (in der HS B) 2379 Strophen. Jede Strophe besteht aus vier Langzeilen, die aus der germanischen Dichtung bekannt sind. Jede Langzeile hat zwei Halbzeilen, den An- und den Abvers: 2,1 &#039;&#039;ez wuohs in Burgonden ein viI edel magedin. &#039;&#039;Die beiden Halbverse sind durch eine metrisch gekennzeichnete Zäsur getrennt. Die Abverse der ersten und zweiten Langzeile und die der dritten und vierten reimen sich ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 995: Nicht die Entwicklung der Personen bestimmt den Handlungsverlauf, sondern es greifen einzelne Ereignisse wie Glieder einer Kette ineinander, welche die Aktionen und Reaktionen der Handelnden bestimmen. Jede Situation fordert zu Taten heraus. Dabei braucht eine psychische, für den heutigen Leser nachvollziehbare Entwicklung der Charaktere nicht gegeben zu sein. Die erwartete Handlungsfähigkeit und ihr Ergebnis wachsen aus der jeweiligen Situation und ihrer Personenkonstellation heraus und passen sich in den szenischen Ablauf ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3.Grosse 2003, 999-1001: Zeitstruktur: Die angegebenen Zeiträume markieren den Abstand in relativer, aber nicht absoluter Art. Sie haben weder die Funktion einer Uhr noch die eines Kalenders. So werden auch die Menschen nicht älter. Die Ritter kämpfen im Sachsenkrieg ebenso schlagkräftig wie 37 Jahre später am Hofe Etzels; Kriemhild wäre etwa fünfzig bei der Geburt ihres zweiten Sohnes, Giselher wird bis zuletzt der junge Mann &#039;&#039;(daz kint) &#039;&#039;genannt. Raumstruktur: präziser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Grosse 2003, 1001ff.: Widersprüche im Handlungsverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Vergleiche mit anderen Erzählungen und Topoi ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Kriemhild und Helena: die Schönsten im Lande (AV1), geben Anlass zum Krieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Siegfried und Enkidu: Wildheit, Naiviät, gezähmt durch die Verhandlungstechnik Gernots (AV3, 123ff.). Dann wird er ein guter Hof-Gefährte, Turniere etc. Dann Treue zu Gunter bis zum Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Siegfried und Arminius: [Matthias]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Das Ankunfts/Fremden-Thema in NL und Beowulf: AV 3, Worms, Ritual des Fremden (Siegfried), der letztlich für Liebe dienen will (wie Beowulf für Ruhm).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hagen und Unferth? Parallelen? Hagen und Unferth berichten über die Taten des Helden, und bekommen unangenehm seine Stärke zu spüren, werden (zumindest zeitweise) Gegner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Grendel-Siegfried: haben eine undurchdringbare Haut. Insofern ist Siegfried auch Monster (VERGLEICHBAR DEM; DAS ER VORHER SELBST ERSCHLUG?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Siegfrieds ungeschützte Hautstelle auf dem Rücken und Achills Ferse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Hagen warnt vor dem Auszug (1203ff.) wie Enkidu vor Humbaba-Reise, wird dann zum entschlossenen Mitstreiter.&lt;br /&gt;
   Beide sind irgendwie Verwandte, irgendwie auch Dienstpflichtige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Das Nibelungenlied ist kein Heldenepos - es gibt keine durchgängige menschliche Heldengestalt, wie Beowulf oder Gilgamesch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. NL und Lieder-Edda: viele Überschneidungen, die von Andreas noch konkret ergänzt werden müssten. Da die Lieder-Edda wohl 1370, das NL 1320 (?) abgefasst wurden, stellt sich hier die Frage der Rezeptionsrichtung und nach einem gemeinsamen Metaerzählungsraum. Wandert etwa im Rahmen der sog. Völkerwanderungen und der anschließednen Christianisierung eine mittel-nordeuropäische (heidnische) Religion nach Skandinavien etc. aus, so dass die Göttersagen der Lieder-Edda den Kontrapart der Teile bilden, die sowohl in der Edda als auch im NL als Heldensagen vorkommen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Laut Volker Honemann (bei Wein am 10.10.09) ist der Inhalt Edda eher als vorher bekannt anzusehen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Bülow-Rede 1909 (&amp;quot;Nibelungentreue&amp;quot;) ist vergleichsweise unschuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Kain erschlägt Abel, den Begnadeten, den Liebling der Götter. (Ein Gedanke von Fernau, S. 96)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Edda:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(um 1220 Snorri-Edda, auch Prosa-Edda, eher unscharf auch Jüngere Edda genannt;&lt;br /&gt;
um 1270 Lieder-Edda, eher unscharf auch Ältere Edda, eher falsch auch Saemundar-Edda genannt;&lt;br /&gt;
Edda = Elternmutter / Großmutter)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hier einige Motive der Lieder-Edda, die engste Verwandtschaft mit dem NL aufweisen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 18, Helgi Hiörwards Sohn:&lt;br /&gt;
Ein &amp;quot;Atli&amp;quot;, der für jemand anderes um &amp;quot;Sigurlinn&amp;quot; freit, kann die Vögel verstehen. Helgi, dem Sohn der Sigurlinn (und Wiedergeburt von Helgi dem Hundingstöter (s. LE 19)) singt eine Walküre (die er später heiraten wird) von einem besonderen Schwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 19, Das 1. Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn Helgi, der &amp;quot;Freund der Wölfe&amp;quot;, Sinfiötlis Bruder, erschlägt im Alter von 15 Jahren den Hunding.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 20, Das andere Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
&amp;quot;Sigmund, Wölsungs Sohn ... und seine Nachkommen heißen Wölsungen und Ülfinge (Wölfinge).&amp;quot;&lt;br /&gt;
König &amp;quot;Högni&amp;quot; hat eine Tochter &amp;quot;Sigrun&amp;quot;. Sie ist Walküre.&lt;br /&gt;
Helgi und Sigrun heiraten. Sigruns Bruder erschlägt Helgi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 21, Sinfiötlis Ende:&lt;br /&gt;
Sigmund, Wölsungs Sohn, ist mit Borghild verheiratet, der Schwester &amp;quot;Gunnars&amp;quot;. Sinfiötli erschlägt seinen Onkel Gunnar, woraufhin Borghild Sinfiötli vergiften will.&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn mit Hjördis ist wiederum Sigurd, der &amp;quot;allervorderste&amp;quot;.&lt;br /&gt;
(Sinfiötli ist nach Simrock der &amp;quot;Fitela&amp;quot; des Beowulfliedes.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 22, Das 1. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd wird geweissagt,&lt;br /&gt;
der mächtigste Mann auf Erden zu werden, dass er den &amp;quot;Wurm&amp;quot; auf der &amp;quot;Gnitaheide&amp;quot; sowie Regin und Fafnir fällen und den Hort heimführen wird, dass er die auf dem Felsen schlafende Fürstentochter erwecken wird. Er wird Brünhild lieben, sie aber an Giukis Hof vergessen durch die Tücke Griemhilds, welche ihm dann die eigene Tochter Gudrun geben wird. Er wird für Gunnar um Brünhild werben. Er wird mit Gunnar die Gestalt wechseln. Högni wird dabei sein. Sigurd wird keusch bei Brünhild liegen aber die Brüder Gunnar, Högni, Guthorm werden sein Verderben bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 23, Das andere Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Regin übernimmt Sigurds Erziehung. Fafnir und Regin bekommen die Goldbuße der Asen. Fafnir übervorteilt Regin. Fafnir liegt als Wurm auf der Gnitaheide. Regin schafft Sigurd das Schwert &amp;quot;Gram&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 24, Das Lied von Fafnir:&lt;br /&gt;
Sigurd ersticht den Fafnir-Wurm.&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Gold, der Schatz, die Ringe verderben Dich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Durch Drachenblut kann Sigurd die Vögel verstehen, die weisen ihm den Weg zu Giukis Tochter.&lt;br /&gt;
Sigfrida schläft auf einem Felsen, feuerumlodert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 25, Das Lied von Sigfrida:&lt;br /&gt;
Sigurd erweckt die Walküre Sigfrida.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 26, Bruchstücke eines Brünhildsliedes:&lt;br /&gt;
Gunnar will Sigurd töten. Högni vermutet, dass Brünhild aus Eifersucht auf Gudrun dahinter steckt. Sie töten Sigurd. Ein Rabe ruft: &amp;quot;In Euch wird Atli das Eisen röten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 27, Das 3. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd freit Gudrun. Fahrt zu Brünhild. Sigurd gewinnt Brünhild dem Gunnar (das Schwert liegt zwischen Ihnen). Högni will Gunnar nicht helfen, Sigurd zu töten, wie Brünhild es verlangt. Aber Guthorm, der jüngste Bruder, tötet SIgurd.&lt;br /&gt;
Brünhild ist die Schwester Atlis.&lt;br /&gt;
Gudrun, dem Atli vermählt, tötet diesen im Bett.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 28, Brünhilds Todesfahrt:&lt;br /&gt;
Gudrun hat Brünhild und Sigurd fälschlich beschuldigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 29, Das 1. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Gudrun hat von Fafnirs Herz gegessen, kann die Vögel verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 30, Der Mord der Niflunge:&lt;br /&gt;
Atli, mit Gudrun vermählt, tötet Gunnar und Högni, weil sie am Tode Brünhilds schuld tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 31, Das andere Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich ist bei Atli.&lt;br /&gt;
Gunnar und Högni wollen Gudrun Lösegeld für den toten Sigurd zahlen.&lt;br /&gt;
Gudrun wird dem Atli vermählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 32, Das 3. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich wird bei Atli der Unzucht mit Gudrun beschuldigt.&lt;br /&gt;
Ein Gottesurteil entlastet Gudrun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 34, Die Atlisage:&lt;br /&gt;
Gudrun rächt den Tod ihrer Brüder an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 35, Grönländisches Atlilied:&lt;br /&gt;
Nibelungenschlachtung an Atlis Hof. Rache Gudruns an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Odysseus: Hagen und Odysseus sind listig (mhd: liste, vgl. 1479). Was unterscheidet ihre Listigkeit? Auch Krimhild ist listig, planerisch, kann sich verstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Artus-Erzählungen: hier ist der Gral, das Christliche konstituierend, nicht so im Nibelungelied.&lt;br /&gt;
An Etzels Hof sind auch die Heiden gut. Sind es &amp;quot;edle Wilde&amp;quot; im Sinne Karl Mays?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Übergreifende Thesen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Immannenz-Epos: Im Gegensatz zur Völsungensaga und Wagners Aneignung, geht es, ähnlich wie im Beowulf, um eine immanente Handlungsdynamik ohne (göttliche) Metaebene. Ereignisse generieren Ereignisserien, deren Teil Helden und alle andere Personen sind. Doch was sind die Ereignis-generierenden Elemente? Taten. Also: was sind Taten? Gefragt wäre eine Typologie von Taten (wichtig/unwichtig, von wem etc.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Gunther-These: Im NB geht es um einen (Gilgamesh-artigen) archaischen Herrscher, der ohne Rücksicht auf sein Volk eigenmächtig-leidenschaftlich handelt. Seine Entscheidung, Brünhilde zu erlangen, leitet die entscheidende Wende ein. Ihm fehlt ein Enkidu, Hagen interveniert zu spät, verstärkt letztlich die Schicksalsspirale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, glaube ich nicht. Gunther ist kein Tatmensch. Er ist Zauderer. Seine wenigen eigenen Entscheidungen (Brunhild, Etzel) sind dann auch fatal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Trieb-These: NB muss aus der Perspektive der Autoren als ein nicht harmonisiertes Triebspiel unterschiedlicher Kräftekonstellationen gelesen werden (Minne, Sex, Kampf, Töten, Sieg etc.), die sich ineinander so verwringen, dass daraus eine unentrinnbare Schicksalsspirale wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Held-ohne-Ort-These: Siegfried hat keinen richtigen Ort in der Geschichte (Ja scheinbar vergisst er selbst seinen Ort: Auf dem Rheinzug kommen die Recken mehrfach an Worms vorbei, ohne dass er aussteigen oder den Umstand auch nur erwähnen würde.), er wandert ständig, behauptet sich, um annerkannt zu werden, sich endlich stabil zu sozialisieren und Freunde zu gewinnen. Doch wirkt seine Energie letztlich als ein treibendes Moment der Tragik, die alle umkommen lässt, indem er Wünsche/Triebe für andere realisiert, die den ganzen Burgunder Hof unhaltbar destabilisieren. S. ist also ein Held ohne Ort, einer, der in der höfisch-verwalteten Gesellschaft archaisch-überholt wirkt. Hierher könnte auch der standpunktlose S. gehören, der seine destabilisierenden Kräfte überall einsetzt, ohne entschieden gegen das zu stehen, was er selbst für Falsch hält. Hagen versucht hingegen beständig, S. einzuordnen (erste Ankunft von S.,etc.) und später auszuschließen. S. als der Übermensch, der das ganze Hofsystem von Wettkämpfen und Minne als beständiges Sich-Beweisen und Verbessern und Messen außer Kraft setzt, da er einfach der stärkste, schönste, listigste, lustigste ist etc., wird genau vor seinem Tod in der Jagdszene der 15. Av. deutlich. Umgekehrt und spiegelbildlich erfodert seine Auslösung aus der Hofgemeinschaft (sein Tod) eine Aufhebung der Hof-Formalien (Treue, guter Rat, Tugend etc.). In der 16. Av. kollabiert das Hofsystem, zentrale Werte werden ausgehöhlt, sinnleer (vor allem: Treue, Vertrauen). Hagen führt in 993 als Motiv der Ermordung an: Angst vor S., Schmach von ihm (sórge, leit), seiner Herrschaft (hêrschaft)ein Ende setzen. S.  der Ortlose könnte in dieser Perspektive als auch als der Unberechenbare erscheinen, wie ein wildes Tier, das sich in alle Richtungen wenden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Minne-These: NB ist eigentlich eine höfischer Minne-Erzählung. Siegfried kämpft für Kriemhild, Gunther will Brünhilde. Ihre blind-individualistiche Liebe harmonisiert nicht, ihre Verschränkung führt in den Untergang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehe ich nicht. &lt;br /&gt;
Gunther liebt nicht, schon gar nicht individualistisch. Er folgt irgend einer fixen Idee, eingeimpft oder wenigstens kompatibel mit einer gesellschaftlichen Erwatung an ihn.&lt;br /&gt;
Siegfried liebt nicht. Vielleicht begehrt er (vielleicht nicht mal das). Minne ist für ihn ein Spiel (wie Alles). Eventuell ist auch das ein Zug des Höfischen Epos: Tapfere Recken werben halt um schöne Damen...&lt;br /&gt;
Andere Minne-These:&lt;br /&gt;
Die Frauen können (schon individualistisch und leidenschaftlich) lieben.&lt;br /&gt;
Kriemhild tut das.&lt;br /&gt;
Brunhild tut das.&lt;br /&gt;
(Beide den Siegfried - seliger Siegfried)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Hagen-These-1: Hagens zwar durch seinen Unmut gegenüber S. sich anbahnender, doch in seiner Radikalität am Ende der 14. Av. in seiner Radikalität überraschender Mordplan könnte nicht auf einer Motiv-Logik, sondern auf einer Taten-Logik beruhen: S. hat die Krise ermöglicht: erstens als Täter im Bett mit Brünhild, zweitens als Täter des Weitergebens der Geschichte und der Dinge (Ring, Gürtel) an Kriemhild. Als Täter verkörpert S. die Schuld, er muss entfernt werden, damit verschwindet sozusagen auch die Ursache. Dabei ist unwichtig, was Leute sich wünschen, vorstellen oder beabsichtigen. Entscheidend ist Tat und Resultat. Des Weiteren kommt die Taten-Logik aus einer Gunthers Königshoheit überschreitenden älteren Legitimations-Schicht: Ob Gunther will oder nicht und S. Gunthers Unschuld öffentlich beteuert oder nicht, die Situation (als Resultante von Taten: grundlegende doppelte Ehre-Verletzung (Gunther und Brünhild), die mit dem repräsentativen Status des König- und Königin-Seins unvereinbar ist) ist objektiv-gebietend, sie lässt nur eine Lösung zu und fordert sie zugleich. Kein Kommunikations-Bedarf aufgrund der Vereinfachung: der Täter ist qua Tat schuld. Dass Hagen einer anderen Moral folgt, wird auch in 1001 deutlich: er strahlt eine ungewöhnliche Kälte aus, will S. selbst nach Worms tragen, Kriemhilds Tränen &amp;quot;rühren&amp;quot; ihn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hort-These: (vorgreifend) Die tragische Dynamik des NL ist motiviert durch die Gier der Burgunden, vor allem von Hagen, nach dem Nibelungen-Hort und den entsprechenden magischen Dingen. Die Burgunden nehmen später selbst den Namen der Nibelungen an (?, prüfen). Zu klären wären in dieser Hinsicht u. a., warumm der Hort letzten Endes versenkt (?) wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Kriemhild-These-1: Kriemhild ist eine tragischer Prophetin, eine Fortführung und Transformation der Kassandra-Figur, indem K. nicht nur das Unheil träumend voraussieht, ohne es verhindern zu können, sondern auch selbst die entscheidenen &amp;quot;Zeichen&amp;quot; setzt und exponiert (Zeigen des Ringes, Gürtels, Setzen des Kreuzes auf S.s Hemd), die zur Krise führen. Ihr Schicksal sehend ist sie blind als Tätige, wirkungslos als Warnende. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Schicksal-Widerstands-These: An mehreren Stellen des NLs fragt sich, warum gegen evident problematische Entscheidungen Einzelner (Gunthers B.-Hochzeitsfahrt, die Einladung von S. und K. durch B., Hagens Vorschlag der Ermordung von S. etc.) kein wirkmächtiger Einspruch erhoben wird, kein nachhaltiger Konflikt entsteht, obwohl es doch ständig um den &amp;quot;Rat&amp;quot; guter Freunde und um &amp;quot;Treue&amp;quot; geht. Alle Teilnehmer erscheinen in dieser Perspektive wie passive Puppen von K.s Traum, gelenkt von unischtbaren Fäden, ihre Entscheidungen sind nur Wirkungen anderer Ursachen, keine eigenmächtigen Selbstsetzungen. Die Unfähigkeit zum diskursiven Konflikt und der problemorientierten Kommunikation kontrastiert auch stark mit der ständigen Betonung der körperlichen Stärke der &amp;quot;Recken&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Politik-These: Nach Ursula Schulze (Das Nibelungelied, Reclam 1997, 214, 223) wird in S. s Tod zentral für die ganze Problemlage des NLs deutlich, dass der Starke wehrlos gegen perfide Intrige ist (214): &amp;quot;Die erzählte Geschichte führt vor, dass politisches Handeln nicht im offenen Kräftemessen, sondern in der Überlistung besteht.&amp;quot; Hagen (214) handele zwar aus heterogenen Motiven (Sühne für die Entehrung B.s, Ausschalten potentieller Gefahr von S., Machtzuwachs durch Gewinn von S.s Besitz),doch seien sie allesamt politisch zu nennen. Schulze unterstreicht dies durch das rekurrente Motiv der Täuschung (212). Tobias Kommentar: Im Ansatz (Täuschung, Kraft gegen Organisation) interessant, in der Schlussfolgerung (Politik) aber schief, da unterbestimmt, unscharf. Dazu kommt, dass Schulze an anderer Stelle behauptet, Hagen handele (wie S. und Brünhild) archaisch. K.s Rache ist archaisch (ohne Staatsprinzip), auch in dieser Hinsicht besteht Klärungsbedarf - denn die politische Intrige geht ja nicht auf, sondern zerschellt quasi am Schild. Kurz: ich finde, ohne ihr zu Nahe treten zu wollen, Schulzes Lösung fade. Sie reiht das NL reibungslos in eine allzuoft iterierte Metageschichte des Fortschritts der Moderne ein. Probleme einer Kontinuität der Triebe in die Moderne/in das Höfische hinein (Triebthese), des bewussten Treuebruchs, der Täuschung als nicht hintergehbare Grundverfassung menschlichen Seins in einer entgötterten Welt (man denke an Descartes), Schicksal und Schuld usw. werden einfach ins Politische absorbiert und damit zugleich neutralisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Inversions-These (an Immanenz-These anschließend): Das Böse ist nicht mehr Draußen, in einem (klar) vom Guten getrennten, eher abstrakten Anderen, es wird auch nicht mehr gesetzt oder göttlich verwaltet, sondern das Böse ist der Andere, der Freund, die Geliebte, der Fremde. Es kommt nicht mehr wie Grendl vom dunklen Berg zur Tür hinein, in das Heim des Inneren, sondern lauert schon immer, als Argwohn, Verdacht, im Inneren. Siegfried weiss davon nichts, und stirbt. Durch die Inversion differenziert sich das Böse (wird etwa zum Fiesen, Grimmigen) und wird perspektivisch, kontextuell, tritt in ein neues Verhältnis zum Guten. Zugleich scheint das Böse abgeleitet. Vielleicht erklärt sich auch hieraus das Ambivalente von Hagens Person.&lt;br /&gt;
Ja, das erklärt mir den Hagen: Es gibt keine Monster (wie imBeowulf) me hr (außer dem Drachen, der nur noch seinen Schatten wirft). Siegfried ist das Monster. Er hatte Kontakt zum letzten echten Monster, er ist überstark, unverwundbar - bringt die Welt so aus dem Gleichgewicht (vgl. I.8, I.12, IV. 6). Hagen sieht das, spürt das, muss handeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Subversions-These: Im NL wird das Höfische ausgehöhlt, das alte Wertesystem zersetzt, von Hagens Speer durchbohrt, von Gernots Fürstenhafter Lüge (1097: er wisse von nichts,kenne keinen Täter, siehe dagegen 865: Kreis der Mitwissenden über den Komplott)zum Gespött. Zugleich droht durch den Überhelden Siegfried, dem spielenden blinden Giganten, eine Entleerung aller Spannung des Höfischen, indem er immer schon Sieger ist, das Magische (Drachen etc.)und die Natur (Bären, wilde Eber 961) bannt, auf den Sattel bindet, Wälder &#039;leert&#039;, so dass nichts mehr zur Jagd übrig bleibt, Mensch und &#039;Tier&#039; ist (1002), das Wilde der Natur (in Form des Bärens) nach Belieben demütigend auf andere entlässt. Siegfried, der archaische Held, der keine Angst kennt und dem sein eigener Tod, immer angezeigt und präsent durch den Riss, das Lindenblatt, seiner Panzerung und Kriemhilds wiederholte Warnvisionen, unbewusst ist, &#039;büßt&#039; schließlich für seine höfische Erziehung (980. [Fortsetzung nach Lektüre der 21-24 Av.] In der 21. Av (Wie Kriemhild zu den Hunnen zog) dominiert das Höfische ohne Patzer und Riss durch Harmonie (Triebausgleich, Befriedigung) und klare Rollenverteilung entlang der Themen: 1. Turnier, Tapferkeit, Begafft von Frauen 2. Gastfreundschaft, Bewirtung, Unterkunft/Quartier 3. Kleiderordnung, Waffenordnung 4. Dem anderen Dienen (Mann-Frau etc.) 5. Begleitung, Schutz 6. Küssen 7. Turteln 8. Ausschau halten, Sorgen. 9. Reichtum, Überfluss 10. Bewegung und Wohnen zwischen Burgen, die Gefährliche Zwischenbereiche miteinander verbindet, jedoch innerhalb von geschützten Einflusszonen (Reise) 11. Geschenke 12. Wertschätzung gewinnen 13. Empfang bei Eintritt in Hoheitszonen. All dies shcließt V. 1368 ab: &amp;quot;dass da ein jeder zu aller Zeit die Unterhaltung fand, wonach ihm Herz und Sinn stand&amp;quot;. In Av. 22 bricht die höfische Harmonie schon wieder auf, es kommt zu Tränen und Erinnerung (1371), zur Ankündigung von Leid. In Av. 23 brüllt schon der Grund, der eigentliche Anlass des Auszugs durch die Frohe Gesellschaft hindurch, Mord, Plan, Rache. 1352: Selbst der Kuß ist formalisiert, vorgeschrieben.&lt;br /&gt;
Frauen spielen eine Rolle, werden wichtig - und das Verhalten ihnen gegenüber macht das &amp;quot;Höfische&amp;quot; aus. Frauen öffnen der Geschichte Möglichkeiten, Erzählvarianten (siehe I. 6).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Hagen-Kriemhild-These (1): Kriemhild verbindet mit Hagen, dass sie metikulös ihre Rache plant, Trieb, Gefühl und Tat in ein tödliches Kalkül einbindet. Dies wird vir allem in der 20. Av. deutlich: Kriemhild willigt in die Etzel-Heirat erst ein, nachdem Rüdiger ihr bedingunglose Rache gegen alle Kränkung zusagt (1256) - mit der Einschränkung, Kriemhilds und seiner eigenen Ehre nicht zuwider handeln zu können (1266). Rüdiger greift mit seiner Zusage nicht eigenwillig vor, sondern, so scheint es, macht nur explizit, was nach einer Heirat mit Etzel gilt: Kriemhilds Kräkung wäre zugleich Etzels. 1396-1399: Krimhilds langer Plan der Rache, Einladung an Etzels Hof. 1431: Hagen kennt Kriemhilds Pläne, beide Strategen erkennen sich, kennen sich. Er kennt den Grund, warum Fremde kommen. Hagen (1471) geht mit an Etzels Hof, sieht aber eine Chance, wieder heil heimzukommen, mit 1000 Recken. Hagen fügt sich also nicht dem Schicksal. will nicht sein Ende, sondern fügt sich nur dem Widerstand der anderen, die ihre Schwester sehen wollen, ihn irgendwie feige aussehen lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12.Hagen-Kriemhild-These (2): Hagens scheinbare Motivlosigkeit liegt in Wahrheit im Selbstbezug seiner Taten: Hagen handelt für sich, für seine Begierden, vor allem für seine Macht. Hierfür benutzt er nur andere Personen und vor allem Gunters höfischen Apparat. Hagen nimmt die Schuld der Taten auf sich, stärkt damit sein institutionelles Schutzschild, bestimmt aber zugleich zunehmend und für seinen eigenen Nutzen, was entschieden wird, höhlt alle Werte aus; es ist diese Entwertung der Werte, die im Konflikt mit der Handlungsmatrix von Kriemhild in eine nicht mehr auflösbare, fatale Schicksalslogik führt. Diese Hagen-Tendenz wird vor allem in der 20. Av deutlich: 1273: es geht um die Gefahr einer neuen Feindschaft gegen ihn, 1274: die drei Könige setzen sich nicht mehr gegen Hagens Entscheidung, Kriemhild auch den Rest des Schatzes zu nehmen, durch, sie resignieren vielmehr. Hagens indvidualisierte Handlungslogik, die in keine traditionelle Matrix eingebettet ist, kontrastiert mit der (höfisch-archaischen) Liebe-Schuld-Rache-Matrix, die Kriemhilds Handlungen leitet. Auch sie kalkuliert, aber dieses Kalkül steht im Dienste der Matrix, hat nur in ihr Sinn. Zugleich hasst Hagen Kriemhild, da sie durch Siegfrid/Nibelungenschatz/Etzel kontinuierlich eine starke Macht darstelltt, eine mächtige Frau ist, für die Hagen keinen Siegfrid hat. Genau so, wie Hagen ständig neue Strategien aufstellt, transformiert Kriemhilds Macht beständig. 1368: Kriemhilds Machtanwuchs an Etzels Hof. Siegrid war ohne Argwohn, und verschwindet, er hatte die Ambivlaenz des Gut-Bösen nicht, kannte es nicht. Auch Etzel erscheint arglos (1402: getriuwe was sin muot).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Literatur, Quellen &amp;amp; Links ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Allgemeines ====&lt;br /&gt;
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Nibelungenlied  aus W...dia :-))]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Akademisch ====&lt;br /&gt;
*[http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_lmno/nibel.html Fachinformationen der FU Berlin zum Nibelungenlied]&lt;br /&gt;
*[http://www.nibelungenrezeption.de/ Projekt zur Rezeption des Nibelungenstoffes Universität Duisburg]&lt;br /&gt;
*[https://www.uni-muenster.de/Germanistik/Lehrende/honemann_v/index.html Intimus Volker Honemann]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Brackert, Helmut: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. 2 Bde. (1. Aufl. 1970) Neuauflage. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch 1994/2008.&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Das-Nibelungenlied-Mittelhochdeutscher-Text-%C3%9Cbertragung/dp/3596901316/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1249835276&amp;amp;sr=1-2 Brackert - Unsere Wahl]&lt;br /&gt;
*Grosse, Siegfried: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. Nach dem Text von Karl Bartsch und Hehrtut de Boor. [Handschrift B] (1. Aufl. 1997) Stuttgart: Reclam 2003&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Nibelungenlied-Mittelhochdeutsch-Neuhochdeutsch-Siegfried-Grosse/dp/3150506441/ref=sr_1_4?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247993309&amp;amp;sr=1-4 Grosse - Zur Lektüre von Volker Honemann empfohlen]&lt;br /&gt;
* Edda, übersetzt und mit Erläuterungen begleitet von Karl Simrock, 1. Auflage 1851, hier : Phaidon Verlag, Essen 1987&lt;br /&gt;
* Wagner, Richard, Libretto zum &amp;quot;Ring&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula : Nibelungen und Kudrun, in: Epische Stoffe des Mittelalters, hg. von Volker Mertens und Ulrich Müller, Stuttgart 1984, S. 111-137 [[Media:Schulze_1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*Hoffmann, Werner: &#039;&#039;Das Siegfriedbild in der Forschung&#039;&#039;. Darmstadt 1979.&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula: Das Nibelungenlied. Ditzingen 1997.&lt;br /&gt;
*[[Media:Willson-Blood-and-Wounds-in-the-Nibelungenlied-1960.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Thelen-Source-Function-Gunthers-Bridal-Quest-1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Schirokauer-Nibelungenlied-1954.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McConnell-Psychological-Approach-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McCarthy-Rhetoric-Nibelungenlied-1972.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Lionarons-Otherworld-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kirchberger-The-Crown-in-the-Nibelungenlied-1956.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:King-Review-Homer-Nibelungenlied-1988.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Homann-Hagen-Figure-Lies-1982.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hoffmann-Siegfriedbild-in-der-Forschung-1979.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Haymes-Heroic-Chivalric-Aristocratic-Ethos-Nibelungelnlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hasty-Conquest-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Grosse-Nibelungenlied-Nachwort-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Key-Concepts-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Hagen-Problem-of-Individuality-1976.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Classen-Siegfried-Downfall-of-a-Hero-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Bülow-Nibelungentreue-Rede-29-3-1909.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Brady-Historical-Prototype-Siegfried-1933.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Goebel-Original-Form-Legend-Sigfrid-1897.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kratz-Proposed-Sources-Nibelungenlied-1962.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wesentliche Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://public.univie.ac.at/index.php?id=14531 Transkriptionen der mittelhochdeutschen Versionen A, B, und C]&lt;br /&gt;
*[http://www.blb-karlsruhe.de/blb/blbhtml/nib/uebersicht.html Die Nibelungen-Handschrift C - digital - Faksimile der nunmehr Karlsruher (ehemals Donaueschinger) Hs. C]&lt;br /&gt;
*[http://www.fh-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/nib_intr.html Handschriften A, B, C (Bibliotheca Augustana)]&lt;br /&gt;
*[http://wissen-im-netz.info/literatur/simrock/nibel/index.htm  Das Nibelungenlied übersetzt von Karl Simrock]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/reichert_nhd.pdf Hermann Reichert, Nibelungenlied-Lehrwerk. Sprachlicher Kommentar, mittelhochdeutsche Grammatik, Wörterbuch. Passend zum Text der St. Galler Fassung („B“).]&lt;br /&gt;
*[http://web.archive.org/web/20061128181429/http://www.nibelungenlied.com/ Edition des Linzer Fragments M]&lt;br /&gt;
*[http://cgi-host.uni-marburg.de/~mrep/liste_inhalt.php?id=271 Überlieferungsübersicht, Nachweis weiterer Abbildungen von Fragmenten und Handschriften]&lt;br /&gt;
*v. Bülow, Bernhard, Reden (Band III), herausgegeben von Otto Hötzsch, Georg Reimer, Berlin 1909&lt;br /&gt;
*Fernau, Joachim, Disteln für Hagen, Herbig, München / Berlin 1966&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Medien ====&lt;br /&gt;
*[http://dvdbiblog.wordpress.com/2008/03/04/die-nibelungen-von-fritz-lang/ DVD-Filmprojekt für 2009/2010]&lt;br /&gt;
*[http://www.schaubuehne.de/spielplan/detailansicht.php?id_event_date=247891&amp;amp;id_event_cluster=74733&amp;amp;id_language=1#inhalt Hebbels Nibelungenlied in der Schaubühne 2009]&lt;br /&gt;
* Das Nibelungenlied von Eberhard Kummer gesungen - Die erste und einzige, komplette Einspielung des gesamten Nibelungenlieds aufgrund einer Live-Aufnahme des Phonogramm-Archivs der Akademie der Öst.Wissenschaften. Der Aufnahme liegen fünf sechsstündige Darbietungen im Okt. und Nov. 2006 im „Kulturquartier“ in 1190 Wien zugrunde. E.Kummer singt im Hildebrandston und begleitet sich auf einer keltischen Schoßharfe. Die Einspielung umfasst zwei MP3 CDs (ca. 30 Stunden Musikzeit) und wurde im „The Chaucer Studio“ der Brigham Young University Provo (UT) hergestellt. Vertrieb : E.Kummer, Chaucer Studio&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &#039;&#039;&#039;Urhebergeschützt&#039;&#039;&#039; ====&lt;br /&gt;
- der Benutzername ist Gilgamesch - das Passwort ist der Freund&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/Nibelungen.zip Hörspiel - 420 MB] - Quelle: http://www.amazon.de/Die-Nibelungen-Heldensage-Collectors-Heldensage/dp/B001D2DDDU/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247949744&amp;amp;sr=1-1&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/071214_nibelungen1_exp_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Der Nibelungen-Code: Deckname Siegfried - 512 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/071214_nibelungen2_exp_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Der Nibelungen-Code - Kriemhilds Todesspiel - 518 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090318_varus1_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Varusschlacht - Kampf um Germanien: Teil 1 - 529 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090318_varus2_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Varusschlacht - Kampf um Germanien: Teil 2 - 527 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_voelkerwand_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Kimbern und Teutonen: Teil 1 - 505 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_varusschl_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Varusschlacht und Gotensaga : Teil 2 - 524 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_kampfumrom_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Der Kampf um Rom : Teil 3 - 522 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_erbendesimp_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Die Erben des Imperiums : Teil 4 - 517 MB]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausführliche Themen: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Sprache, Schrift ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Geographie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Religion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Kulturgeschichtliche Aspekte, Geschichte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 975-977: Im &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;lassen sich für den zweiten Teil mit der Niederlage der Burgunden in der Zeit der Völkerwanderung eher historische Ansatzpunkte finden als für den ersten Teil, der mit den Figuren Brünhild (Isenstein) und Siegfried (Drachen, Tarnkappe, Hort) Verbindungen zur germanischen Mythologie und zum Märchen zeigt. ... Zwischen 406 und 413 hat es wahrscheinlich unter König Gundahar ein Burgundenreich am Mittelrhein gegeben (Hoffmann, 1992, S. 42 ff.) ... König Attila (Etzel) starb 453 in der Hochzeitsnacht mit der Germanin Hildico - nach zeitgenössischen Berichten an einem Blutsturz, also 16 Jahre nach Gundahar. Dieses unkämpferische Ende hat früh Gerüchte entstehen lassen, Hildico habe ihren Mann umgebracht, um Verwandte zu rächen, die 437 im Kampf gegen die Hunnen umgekommen sind. Damals hatte Attila das hunnische Heer nicht angeführt. ... Für Hagen gibt es kein historisches Vorbild. ... Zur Erklärung der Siegfried-Figur ist, besonders von Höfler, auf Arminius hingewiesen worden (Hoffmann, 1979). Beide sind als junge Männer von Verwandten heimtückisch ermordet worden, und Xanten, Siegfrieds Heimatstadt, ist auch Ausgangspunkt für die Arminius-Überlieferung. Aber die Verbindung des heroischen Siegfried mit der mythischen Sagenwelt und die Dominanz traditioneller, märchenhafter Erzählmotive führen nicht zu einer historisch begründeten Fixierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Mythentheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VII. Spezialthemen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Nibelungen von Fritz Lang ====&lt;br /&gt;
[[Bild:saal.jpg|right]]Nach der Fertigstellung des zweiteiligen „Dr. Mabuse“ wandte Fritz Lang sich dem mythologischen Stoff der Nibelungensage zu. Zwei Jahre verwendete er dafür, den Stoff zu verfilmen und es wurde sein bis dahin größter Erfolg. Aus der Stoffmasse mit ihren unterschiedlichen Versionen und den verschiedenen Bearbeitungen, die sie schon erfahren hatte, folgte Lang weitgehend dem eigentlichen Nibelungenlied, wobei er einige Vereinfachungen und Zuspitzungen vornahm. Der Stoff selbst war jedoch vorgegeben und wurde auch kaum entgegen der Überlieferung interpretiert. Langs Leistung besteht in der Illustrierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtwerk ist aufgespaltet in zwei Teile, wie die ursprüngliche Sage dies vorgibt. Im ersten Teil erfahren wir die bekannte Geschichte von Siegfried (Paul Richter), der den Drachen tötet, durch ein Bad in dessen Blut unverwundbar wird und den Nibelungenschatz gewinnt. Er kommt nach Worms an den Hof der Burgunder und hilft König Gunther (Theodor Loos) die amazonenhafte Brunhild (Hanna Ralph), Königin von Island, im Wettkampf zu besiegen und zur Frau zu bekommen. Im Gegenzug erhält er Gunthers Schwester Kriemhild (Margarete Schön) zur Gattin. Im berühmten Streit der Königinnen erfährt Brunhild von Kriemhild, dass es in Wahrheit Siegfried war, der sie besiegte. Um diesen Schandfleck zu beseitigen, lässt Gunther sich von dem düsteren Hagen (Hans Adalbert Schlettow) dazu drängen, Siegfrieds Ermordung zuzustimmen. Den Mord selbst führt Hagen aus, der sich unter einem Vorwand von Kriemhild die verwundbare Stelle markieren lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Teil „Kriemhilds Rache“ steht ganz im Zeichen von Kriemhilds Racheschwur. Kriemhild wird die Frau des Hunnenkönigs Etzel (Rudolf Klein-Rogge) und lädt einige Jahre später Gunther, Hagen und die übrigen Burgunder an den Hof des Hunnenkönigs ein. Sie will Rache an Hagen nehmen und als die Burgunder in Treue zu ihm stehen, dehnt sie ihre Rache auf alle, einschließlich ihrer Brüder aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erster Teil: Siegfried&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann hier nicht darum gehen, den Stoff selbst zu kritisieren, sondern es geht nur darum, was Lang daraus machte. Er entschied sich bei seiner Gestaltung zu vollkommener Stilisierung und Künstlichkeit. Die mythischen Anfangsszenen sind bewusst unwirklich gehalten und halten in ihrer atmosphärischen Wirkung einem Vergleich mit neueren Fantasy-Filmen durchaus stand. Die Welt der Anfangsszenen ist märchenhaft und unterweltlich. Lang arbeitet mit faszinierenden Licht- und Schattenspielen. Er verzichtete bewusst auf Außenaufnahmen und ließ im Studio einen Wald aus gewaltigen säulenartigen Stämmen aufbauen. Die Drachenszene war zu ihrer Zeit etwas nie Gesehenes und Lang war bemüht, die besten Techniker der Zeit um sich zu versammeln. Besonders surreal wirkt eine Szene, in der wir eine Gruppe angeketteter Zwerge sehen, die einen Kessel voll Gold tragen und die beim Tod ihres Königs Alberich (Georg John) versteinern, wobei ihre Gesichtszüge erhalten bleiben. Der Film verblüffte seine Zuschauer mit beeindruckenden Überblendungen, etwa beim Eindringen in die Nibelungenhöhle, oder bei den Szenen mit der magischen Tarnkappe, wie z.B. beim Wettstreit mit Brunhild, wo der unsichtbare Siegfried Gunther die Hand beim Speerwurf führt.&lt;br /&gt;
Die Welt der Burgunder wird geprägt durch ihre monumentale Architektur. Hier dominieren kahle Räume und riesige hohe Hallen. Diese Welt ist streng geometrisch aufgebaut. Wir finden überall symmetrische Muster, sei es im Boden oder bei den Gewändern. Die Menschen wirken klein vor dieser Architektur, etwa in den Domszenen, wo die Personen absolut symmetrisch bis hin zur Farbe der Gewänder vor dem imposanten Dom gruppiert werden. Die Menschen werden dieser Architektur völlig untergeordnet oder besser eingeordnet. Sie werden zum Teil der Architektur, zum bloßen Ornament. Berühmt ist hier die Szene, wo Brunhild bei ihrem Einzug in Worms über eine lebende Brücke vom Schiff an Land geht. Die Personen bewegen sich langsam und statuarisch und immer in strenger Symmetrie, sei es in Reihen oder spiegelbildlich. Eine psychologische Vertiefung erfolgt nicht und wird vom Stoff auch nicht gefordert. Die Personen sind reine Archetypen, sie vollziehen vom Schicksal vorgegebene Handlungsmuster. Die Atmosphäre bei den Burgundern hat insgesamt etwas Totes, was bildlich in den langen Gewändern, den leeren Räumen und der allgegenwärtigen Ritualisierung zum Ausdruck kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In deutlichem Kontrast zum statuarischen Worms steht das Island Brunhilds. Der Burgfelsen ragt aus einem unzugänglichen Flammenmeer hervor, womit visualisiert wird, worum es beim Wettkampf mit der Königin geht: um die Bezwingung ihrer Jungfräulichkeit. Wie die Märchenwelt, aus der Siegfried nach Worms kam, wird auch Brunhilds Welt als heidnisch gezeichnet. Eine Schamanin gibt der Königin vor urzeitlicher Höhlenmalerei ihre Weissagungen. Am deutlichsten unterscheidet sich die Welt Brunhilds durch ihre Bewegungschoreographie von der Welt der Burgunder. Die Amazonen verkörpern in ihren raschen, ungestümen Bewegungen das wilde und natürliche Leben. Der Film deutet so auch die Interpretationsmöglichkeit an, dass Brunhild das Leben ist, das die tote Welt der Burgunder braucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hauptthema des Films gilt gemeinhin die Treue und in der Tat gibt es kaum einen Begriff, der häufiger auf den Schrifttafeln auftaucht, als Treue. Dies ist mit Sicherheit auf den Einfluss von Fritz Langs verhängnisvoller Ehefrau Thea von Harbou zurückzuführen, die hier, wie in vielen anderen Filmen Langs, für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Sieht man sich den Film jedoch wirklich an, so stellt man sehr bald fest, dass sein eigentliches Thema keineswegs die Treue, sondern im Gegenteil der Verrat ist. Siegfried kommt nach Worms, um Kriemhild zur Frau zu gewinnen und er wird von Anfang an von den Burgundern für ihre Pläne zum Betrug an Brunhild benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gunther, der ewig zögernde und schwache König der Burgunder braucht Siegfried, der als einziger in der Lage ist, die übermenschliche Brunhild im Wettkampf zu besiegen. Dafür erhält er Kriemhild als Belohnung. Dies ist der Plan Hagens, der grauen Eminenz seines Königs. Und Siegfried zögert nicht einen Moment, in den Betrug einzuwilligen. Die archaische ungebändigte Kraft Brunhilds wird durch List bezwungen. Und dies wird mit dem hohlen Pathos von Treueschwüren verbrämt. „Halte mir Wort Gunther, wie ich dir Wort hielt.“, sagt Siegfried auf einer Texttafel und es schließt sich der Treueschwur der Blutsbrüder Siegfried und Gunther an. Lang macht mit seinen Bildern und seiner Schnittfolge ganz klar, wie er den Mythos versteht. So sehen wir die Blutsbrüderszene gegengeschnitten mit der betrogenen und zweifelnden Brunhild, die ahnt, das etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann, aber auch mit der naiven und gutgläubigen Kriemhild, die sich auf ihre Hochzeit vorbereitet. Bei den Burgundern ist alles auf Lüge aufgebaut, die ganze vorgebliche Freundschaft und beide Ehen sind auf Lüge gebaut. Und wo bleibt die Treue? Es ist die gegenseitige Treue beim Betrug. Es ist die Treue unter Ganoven.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der Betrug setzt sich fort. Noch einmal muss Brunhild betrogen werden, diesmal in der Hochzeitsnacht. Diesmal zögert Siegfried, doch lässt er sich sehr schnell durch Phrasen wieder einbinden. „Willst du den Freund im Stich lassen?“, fragt ihn Hagen. Und Gunther schweigt dazu und lässt wie immer Hagen für sich reden und Siegfried für sich handeln. Gunther und Hagen werden als die düsteren Intriganten dargestellt, die meist im Schatten sitzen und nur beobachten. Siegfried ist der nützliche Idiot, der sich verwenden lässt.&lt;br /&gt;
Die Betrogenen sind die beiden Frauen, vor allem Brunhild. Sie ahnen mehr, als dass sie wüssten, und so kommt es in der berühmten Treppenszene zum Streit der Königinnen. Brunhild verlangt als vermeintliche Herrin Siegfrieds den Vortritt und Kriemhild zeigt ihr aus gekränkter Eitelkeit den Armreif, den Siegfried der Amazone in der Hochzeitsnacht in Gunthers Gestalt abgenommen hat. Der Streit der Frauen hat seinen Ursprung im Lügengebäude der Männer. Bereut nun einer den Betrug? „Dein Schwatzen war schlimmer als ein Mord, Siegfried“, ruft Hagen. Dann geht es nur noch darum, die Folgen zu beseitigen. Brunhild verlangt aus verletzter Ehre den Tod Siegfrieds und Gunther ist zerrissen wie je: „Soll ich ihn töten, weil er mir treu war?“ Doch Brunhild überzeugt ihn mit dem Argument, Siegfried hätte sie entjungfert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegfried war das Werkzeug beim Betrug der Burgunder. Solange alles geheim war, pflegte man den Schein von Treue und Blutsbrüderschaft. Das zählt jetzt alles nicht mehr. Es geht nur noch darum, den lästig gewordenen Helfer und Mitwisser zu beseitigen. Dem ersten Verrat an Brunhild folgt der zweite an Siegfried. Man veranstaltet eine Jagd und Hagen belügt Kriemhild, um die verwundbare Stelle Siegfrieds zu erfahren. Dann ermordet er Siegfried hinterrücks, als dieser an einer Quelle trinkt. Brunhild, die Barbarin ist es, die zu Gunther sagt: „Um eines Weibes willen erschlugst du deinen treuen Freund“, und sie ist es, die an der Totenbahre Siegfrieds Selbstmord begeht. Kriemhild fordert Gerechtigkeit von ihrem Bruder. Sie verlangt, den Mörder zu bestrafen. Aber Gunther und seine Brüder stellen sich vor Hagen: „Treue um Treue. Seine Tat ist die unsere. Unsere Brust ist sein Schild“. In diesem Moment wird Kriemhilds Verwandlung sichtbar und sie schwört die Rache, die sich im zweiten Teil erfüllen wird. Die Treue- und Ehrbegriffe der Burgunder reichen nicht weiter als die einer Mafia-Bande. Lang macht dies besonders deutlich, wenn er durch seine bildliche Darstellung die schwülstigen Zwischentitel konterkariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Teil: Kriemhilds Rache:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ging es im ersten Teil um Betrug und Verrat, und zwar um mehrfachen Verrat, so steht der zweite Teil ganz unter dem Thema Rache. Kriemhild nutzt zunächst ihr Erbe, den Nibelungenschatz, um damit Verbündete gegen Hagen und ihren Bruder Gunther zu werben. Als Hagen ihr den Schatz raubt und ihn im Rhein versenkt, geht sie auf den Antrag des Hunnenkönigs Etzel ein und verlässt Worms. Sie lehnt ausdrücklich jede Versöhnung mit Gunther ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch stärker als im ersten Teil nimmt jetzt Hagen die zentrale Stellung auf der Seite der Burgunder ein. Er erscheint durchgehend in einem schwarzen Gewand mit Umhang und mit einem gewaltigen Flügelhelm. Um den finsteren Eindruck zu verstärken hat er im Film nur ein Auge. Er ist das Urbild des rationalen Bösewichts, der ohne Skrupel zu jedem Verbrechen im Dienst seines Herrn oder des Staates bereit ist. Er ist die fleischgewordene Staatsräson und kann als Folie für viele faszinierende Filmbösewichter von Dr. Seltsam bis Darth Vader gelten.&lt;br /&gt;
Ihm gegenüber steht jetzt Kriemhild, die sich vom naiven Jungmädchen zur Rachegöttin gewandelt hat. Im Gegensatz zum ersten Teil, wo sie wie Siegfried immer weiß gekleidet war, trägt sie jetzt schwarz. Sie bewegt sich kaum und wenn, dann nur sehr langsam. Damit bildet unter den ständig wimmelnden Hunnen eine Art Statue, was ihren Charakter als Rachegöttin noch verstärkt. Jeden Mann, der ihr begegnet versucht sie auf ihre Rache einzuschwören, sei es der biedere Rüdiger (Rudolf Rittner), sei es ihr neuer Gemahl Etzel oder dessen Bruder Blaodel (Georg John).&lt;br /&gt;
Die Welt der Hunnen steht in scharfem Kontrast zur Welt der Burgunder. Die Hunnen sind in ständiger Bewegung, sie werden als Barbaren gezeichnet, die in Erdhöhlen leben, sie sind orgiastisch und lebensfreudig. Statt der Gemessenheit des ersten Teils mit seinen langen Kamera-Einstellungen dominiert jetzt dynamische Beweglichkeit. Langs Nibelungenfilm stellt das Aufeinanderprallen dieser Welten ohne die platte Schwarzweiß-Malerei vieler neuerer Fantasyfilme dar. Hier steht nicht Gut gegen Böse, sondern es entsteht wirkliche Tragik, da Schuld und Unschuld auf beiden Seiten sich die Waage halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriemhild veranlasst Etzel, die Burgunder an seinen Hof einzuladen. Ihr Verlangen nach Rache jedoch weist er zurück. „Heilig ist der Gast“, sagt Etzel und wird damit zum Vertreter eines archaischen Moralbegriffs, der hoch über der Falschheit der Burgunder steht. Überhaupt wird Etzel, trotz seines wilden Äußeren, als sehr menschlich gezeichnet. Im Gegensatz zur starren Mimik der Burgunder drückt er seine Gefühle immer direkt aus. Wir sehen seine Liebe und Freude, wenn er mit seinem kleinen Sohn zusammen ist und wir sehen später seine abgrundtiefe Trauer, wenn Hagen diesen Knaben töten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz Hagens Abraten reisen die Burgunder zu Etzel und werden von ihm freundlich empfangen, während Kriemhild Etzels Bruder zum hinterhältigen Angriff auf die Knechte der Burgunder überredet. Es folgt ein Gemetzel, bei dem die in der Halle eingeschlossenen Burgunder sich gegen die Angriffe der Leute Etzels und seiner Verbündeten erwehren. Da die Kämpfe ohne Sieger bleiben, lässt Kriemhild das Dach der Halle anzünden. Der nächste Morgen sieht einzig Hagen und Gunther als Überlebende. Solange noch einer seiner Könige lebt, wird er den Ort des Nibelungenschatzes nicht verraten, sagt Hagen. Und als Kriemhild ihren Bruder Gunther töten und seinen abgeschlagenen Kopf vorzeigen lässt, da lacht Hagen: Jetzt wissen nur noch ich und Gott, wo der Schatz liegt. Kriemhild erschlägt ihn eigenhändig, um damit ihre maßlose Rache zu vollenden und sie wird daraufhin von Meister Hildebrand (Georg August Koch), einem letzten Gefolgsmann Etzels, getötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Notwendigkeit und Unbedingtheit, die so charakteristisch sind für die Stoffe der antiken und der germanischen Mythologie, steuert das Geschehen von Anfang an auf sein tragisches Finale zu. Vielleicht sind solche Stoffe nur mit den Mitteln des Stummfilms wirklich angemessen zu verfilmen. Dem archaischen Stoff korrespondiert hier die archaische Form. Ein Problem vieler neuerer Mythenfilme besteht ja darin, dass die pathetischen Dialoge unglaubwürdig wirken oder dass eine psychologische Figurenzeichnung dem Stoff nicht angemessen ist. Mythische Figuren handeln nicht als moderne Personen, sondern sie sind Archetypen, in denen Ideen und Weltanschauungen personifiziert werden. Fritz Lang hat sein Ziel einer adäquaten filmischen Umsetzung des Nibelungenmythos in beeindruckenden Bildern gemeistert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte der Nibelungen ist wahrscheinlich der deutscheste aller Stoffe. Fritz Lang akzeptierte dies ganz bewusst, wenn er seinem Film die Widmung „Dem deutschen Volke“ voranstellte. Wobei zu berücksichtigen ist, dass Langs Werk 1924 in die Kinos kam, neun Jahre vor der Machtergreifung der Nazis. Dennoch gab es Kritiker, die in Langs Darstellung Parallelen zur Ästhetik des Faschismus finden wollten. Es lässt sich nicht bestreiten, dass mit Begriffen wie „Nibelungentreue“ oder mit der Glorifizierung der Siegfried-Figur der Nibelungenstoff für ideologische Zwecke missbraucht wurde. Es sollte aber deutlich geworden sein, dass dies im Film keinerlei Grundlage findet, sowenig wie im Stoff des Nibelungenmythos selbst. Im Gegenteil gilt es, das Werk vor faschistoiden Vereinnahmungen in Schutz zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Filmdaten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (1): Siegfried - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou und Fritz Lang, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Walter Ruttmann, Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Paul Richter, Margarete Schön, Hanna Ralph, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Rudolf Klein-Rogge, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (2): Kriemhilds Rache - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Eugen Schüfftan (Optische Spezialeffekte), Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Margarete Schön, Rudolf Klein-Rogge, Georg John, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.filmzentrale.com/rezis/nibelungensk.htm entnommen aus der Filmzentrale]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Thesen zum geschichtlichen Hintergrund der Handlung und der Personen des Nibelungenliedes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorbemerkung :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der geschichtliche Hintergrund zerfällt vermutlich ebenso wie die Handlung des Epos in zwei Teile, die Ermordung des Helden Siegfrieds und den Untergang der Burgunder im Kampf gegen die Hunnen. Schon früh wurde deshalb spekuliert, dass es sich eigentlich um zwei unterschiedliche Erzählungen handelte, welche nur dramaturgisch durch einen dünnen Handlungsfaden verbunden wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der erste Teil durch seine sagenhaften Anklänge geschichtlich schwerer einzuordnen ist, geht es im zweiten Teil nach wohl vorherrschender Meinung um den Untergang des Burgunderreiches während der Umwälzungen der Völkerwanderung. Aufgrund der besseren Überlieferungslage sind die insoweit handelnden Personen wie Attila alias Etzel oder Theoderich der Große alias Dietrich von Bern historisch leichter zu identifizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bereits am Beispiel dieser beiden verbürgten geschichtlichen Heroen fällt auf, dass im Nibelungenlied verschiedene „Heldengestalten“ miteinander agieren, welche sich tatsächlich niemals begegnet sind. So war Attila bei der Geburt Theoderichs bereits verstorben. Auch verbrachte Theoderich seine Jugend nicht als Geisel bei den Hunnen, sondern am Hof des oströmischen Kaisers Leo I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Das Reich der Burgunden als Hintergrund von „Krimhilds Rache“ :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Neckar - Taunus Raum kommend, drang der germanische Stamm der Burgunden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
( später auch Burgunder genannt ) um den Jahreswechsel 406 / 407 im Zuge der Zerfalls- erscheinungen des römischen Limes über den Rhein vor. Ca. 413 schlossen sie mit dem weströmischen Reich einen Bündnisvertrag, welcher ihnen als „Foederati“ gegen Stellung von Truppen einen großen Siedlungsraum im Rheingebiet zugestand. Ob es sich dabei tatsächlich um das mittelrheinische Gebiet um die Stadt Worms herum handelte, ist noch strittig. Als die Burgunden unter ihrem Anführer Gundahar ab 430 begannen, sich weiter nach Westen in römisches Provinzgebiet auszudehnen, kam es erneut zum offenen Konflikt mit dem West-reich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unschwer ist in der Person des Gundahar die Person des Gunthers aus dem Nibelungenlied zu identifizieren. Anders als dort ist sein historischer Gegenspieler jedoch nicht der Hunne Attila, sondern der römische Heermeister Flavius Aetius.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der um 390 geborene Aetius war in seiner Jugend zunächst als Geisel bei den Hunnen aufgewachsen. Nach einer glanzvollen militärischen Karriere als „Magister militum“ des weströmischen Reiches floh er aufgrund einer Palastintrige erneut zu den Hunnen. Mit deren Hilfe kehrte er 433 an den weströmischen Hof zurück, wo er als Heermeister das marode Reich ein letztes Mal militärisch stabilisieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu zählte insbesondere der Feldzug gegen die Burgunden, wobei sich Aetius aufgrund seiner Beziehungen auch hunnischer Hilfstruppen bediente. In den folgenden Kämpfen der Jahre 435 / 436 wurde das Reich der Burgunden von den Truppen des Aetius vernichtet und Gundahar getötet. Anschließend siedelte der siegreiche Feldherr die überlebenden Burgunden im Rhonetal / Savoyen als Puffer gegen die germanischen Alemannen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Das Leben Attilas als Hintergrund von „Krimhilds Rache“ : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hunnenkönig Attila trat nach den historischen Quellen bei dem Feldzug gegen die Burgunden selbst nicht in Erscheinung. Er regierte die Hunnen seit 434. Nach der Ermordung seines Bruders Bleda 444 / 445 wurde er ihr unbeschränkter Großkönig mit Herrschaftssitz in der ungarischen Tiefebene an der Theiß. Während er Feldzüge gegen Ostrom unternahm, unterhielt er zum weströmischen Reich, vermutlich aufgrund des dortigen Heermeisters Flavius Aetius ( s.o. ), überraschend gute Beziehungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nach einem als Heiratsangebot getarnten Hilfserbitten der verzweifelten Schwester des weströmischen Kaisers Valentinian III forderte Attila sogleich die Hälfte Westroms als „Brautgeschenk“. In der Folge fiel er mit seinen überlegenen Reiterhorden in das Reich ein und konnte erst nach langen wechselhaften Kämpfen im Jahr 451 in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern von Flavius Aetius und einem Vielvölkerheer aus Römern, Westgoten und anderen Germanen ( vermutlich auch Burgundern ) zurückgeschlagen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
452 fiel Attila erneut mit seinem Heer in Italien ein. Diesmal wurde sein Kriegszug nach anfänglichen Erfolgen letztlich wohl durch Seuchen und Versorgungsprobleme gestoppt, welche der Römer Aetius durch die ausweichende Militärtaktik der „verbrannten Erde“ noch gesteigert hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser wiederholten Niederlage zog sich Attila in seinen Herrschaftsraum zurück und starb 453 während der Hochzeitsnacht mit seiner germanischen Braut Ildikó, der Tochter eines gotischen oder gar burgundischen Fürsten. Die Todesursache war entweder ein Blutsturz oder beigebrachtes Gift.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Ildikó auch als Hildiko bzw. neuhochdeutsch „Hildchen“ übersetzt werden kann, sieht man in dieser Braut des Attila ein mögliches Vorbild für die Krimhild der Nibelungensage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der mächtige Heermeister Flavius Aetius wurde 454 während einer Audienz vom damaligen Kaiser Valentinian III eigenhändig umgebracht. Gelegentlich wird der Römer Aetius aufgrund seiner historischen Rolle als der eigentliche „Etzel“ des Nibelungenliedes angesehen. Auch waren es historisch gesehen letztlich die Römer, welche den Untergang der Burgunden / Nibelungen und den Tod Gundahars / Gunthers zu verantworten hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Das Leben des Arminius / Hermann als Hintergrund von „Siegfrieds Tod“ :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Rollen des Gunther, des Etzel und der Krimhild aufgrund der historischen Geschehnisse leicht(er) zuzuordnen sind, stellt sich für den ersten Teil des Nibelungenliedes die zentrale Frage, welche historische Persönlichkeit eine derartige Wirkungskraft ausgeübt haben könnte, um aus dem Dunkel der sagenhaften Überlieferungen ein Vorbild für die Figur des Helden Siegfried zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angeführte „zeitgenössische“ Personen der Völkerwanderung werden dem nicht ansatzweise gerecht. Aus den langen Auseinandersetzungen zwischen Römern und Germanen , um die geht es letztlich trotz aller Verzerrungen auch im Nibelungenlied ( s.o. ), ragt jedoch ein Mann hervor, dessen Leben und Sterben in den grundlegenden Motiven auf den Sagenheld Siegfried wie eine Schablone zutrifft : Arminius, der Fürst der Cherusker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;a. Das Motiv der Herkunft und Namensgebung&#039;&#039;&#039; :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Versionen der nordischen Sagas wächst Siegfried in der Wildnis auf, gesäugt von einer Hirschkuh. Ggf. stellt dies eine Parallele zur römischen Sage von der Romulus und Remus säugenden Wölfin dar. Nach verschiedenen Deutungen des Stammesnamens der Cherusker ist wohl der Hirsch, germanisch &#039;&#039;herut&#039;&#039;, als deren „Wappentier“ anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Nibelungenlied wird der Name von Siegfrieds Vater mit Siegmund angegeben. Nach den römischen Quellen lautet der Name von Arminius Vater Sigimer oder Segimer. Die Silbe Sig bzw. Seg war bei den Cherusker offenbar recht gebräuchlich ( siehe z.B. auch Segestes ) und deutete wohl auf Auszeichnung im Kampf hin. Der Name der Mutter des Arminius bleibt unerwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch sein germanischer Name ist unbekannt. Der Name Arminius wurde ihm von den Römern wie üblich erst bei der Verleihung des römischen Bürgerrechts gegeben. Er steht wohl am ehesten für „der Blauäugige“ (von &#039;&#039;armenium&#039;&#039; - „bergblau“). So wurde der Bruder des Arminius von den Römern auch nur schlicht Flavus, „der Blonde“, genannt. Der Name Hermann taucht erst später im Mittelalter auf und wurde angeblich von Luther geprägt. Angesichts der hohen Stellung seines Vaters Sigimer ist der gleichbleibende Namensteildes „Sig“ bei dem germanischen Namen des Arminius naheliegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Herkunft Siegfrieds wird im Nibelungenlied Xanten angegeben. Die historische Stadt Xanten ist römischen Ursprungs und diente unter dem Namen Vetera als eines der zentralen Lager der römischen Rheinlegionen. Arminius ist zunächst selbst ein Mitglied dieses Heeres, welches später von ihm vernichtend geschlagen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;b. Das Motiv des mutigen Kämpfers : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Siegfried im Nibelungenlied war Arminius nicht nur ein Anführer seines Volkes, sondern auch ein im Kampf erfahrener und herausragend erfolgreicher Krieger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im römischen Militärdienst ab spätestens 4 bis 9 n.Chr. zeichnete sich Arminius als Führer von germanischen Hilfstruppen in den Feldzügen des späteren Kaisers Tiberius in Germanien und / oder Pannonien derart persönlich aus, das er in einer bis dahin beispiellosen Karriere als Germane sogar in den römischen Ritterstand aufsteigen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der persönlich mit ihm bekannte römische Historiker Paterculus, selbst ein ranghoher Soldat, schilderte den späteren Gegner Arminius nach den gemeinsam verbrachten Kriegsjahren wie folgt : “ Er war tüchtig im Kampf und rasch in seinem Denken, ein beweglicherer Geist als es die Barbaren für gewöhnlich sind. Das Feuer seines Geistes verriet sich schon im Blick seiner Augen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;c. Das Motiv des Drachenkampfes :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich durch die persönlich erlebte römische Herrschaftspraxis in der germanischen Provinz entschied sich Arminius jedoch trotz geringer Erfolgsaussichten für den Kampf gegen die zu dieser Zeit geradezu übermächtig wirkende „Weltmacht“ Rom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungeachtet aller persönlichen Gefahren und trotz Verrats seiner Pläne organisierte Arminius, quasi vor den Augen des recht vertrauensseligen Statthalters Varus, einen erfolgreichen germanischen Aufstand der durch das Inferno der Schlacht im Teutoburger Wald bzw. Varusschlacht um 9 n.Chr. mit einem Schlag die römische Herrschaft in Germanien jenseits des Rheins beendete und Rom in seinen Grundfesten erschütterte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Motiv des Kampfes gegen einen schier übermächtigen Gegner findet sich bei Siegfried in Form des Drachenkampfes wieder. Die insoweit deutlich detaillierten Edda-Schilderungen über den Drachenkampf lassen überraschende Parallelen zu den jüngsten Erkenntnissen über den mutmaßlichen Ablauf der Varrusschlacht aus dem Raum um Kalkriese erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So stellt Siegfried dem Ungeheuer auf dessen Weg zum Wasser mit einer Erdgrube eine Falle. Darin verborgen sticht er dem Lindwurm in das Herz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kalkriese wurde eine Erdwallanlage aufgefunden, mit der die dahinter verschanzten Germanen unter Arminius den auf dem Rückmarsch zum Rhein befindlichen römischen Legionen den Weg abgeschnitten haben sollen. Vermutlich kam es dort zu dem Endpunkt eines sich über mehrere Tage hinziehenden Kampfes, in welchem die Legionäre in ihrer verwundbaren Marschformation von den Germanen angegriffen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der sich über viele Kilometer erstreckende Zug der Römer unter dem Befehl des Statthalters Varus, bestehend aus den drei kampfstärksten Legionen des Reiches, jeder der bis zu 18.000 Berufssoldaten mit Kettenhemd, Helm und eisenbeschlagenem Schild, wird wohl selbst von heutigen Autoren noch als „lindwurmartig“ bezeichnet. Den drei Legionen voran wurden die römischen Feldzeichen getragen. Zu Zeiten des Arminius waren dies die römischen Adler. Bereits vor der Völkerwanderung wurde der Adler im römischen Heer jedoch durch den eindrucksvollen Kopf eines Drachen ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Standartentraeger.png|thumb|Nachbildung eines römischen Standartenträgers der Kavallerie nebst drachenköpfigem Feldzeichen aus der späten Kaiserzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;d. Das Motiv des Blutbades und der Unverwundbarkeit :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Sieg über den Drachen nimmt Siegfried ein Bad in dessen Blut, um hierdurch für seine Feinde unverwundbar zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Sieg des Arminius und seiner Verbündeten ist absolut. Die drei Legionen nebst Tross und Hilfstruppen werden so vollständig vernichtet, dass sie auf kaiserliche Weisung hin nie wieder aufgestellt werden. Der Statthalter Varus stürzt sich auf dem Schlachtfeld in sein Schwert. Das seit langer Zeit sieggewohnte römische Reich ist nach heutigen Maßstäben geradezu traumatisiert. Der damalige Kaiser Augustus soll mit dem Ruf „Varus, Varus gib mir meine Legionen zurück“ aufgelöst durch seinen Palast geirrt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem morastigen Schlachtfeld lagen unter Berücksichtigung der germanischen Verluste bis zu 25.000 Tote nebst Pferden und Maultieren. Nach den römischen Quellen und den Erkenntnissen bei Kalkriese hatte es zuvor bzw. während des Kampfes in Strömen geregnet. Selbst für die damaligen Verhältnisse muss das Kampfgebiet einen apokalyptischen Eindruck geboten haben, zumal Schlachten dieser Größenordnung auf germanischem Gebiet bisher kaum stattgefunden hatten. Nach vorsichtigen Schätzungen moderner Militärhistoriker dürften aufgrund der Schwere der damaligen Kampfverletzungen allein 50.000 Liter menschlichen Blutes den aufgeweichten Boden, die Regenpfützen und die umliegenden Wassertümpel getränkt haben. Verletzte und wohl auch gefangene Römer wurden noch vor Ort massakriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Fragmentfunden aus Kalkriese gingen die Sieger dazu über, den toten Legionären die Rüstungen vom Leib zu reißen. In dem zu dieser Zeit noch eher kleinbäuerlich geprägten Germanien waren Metalle nur spärlich verfügbar. Fast nur Adlige konnten sich Schilder, Kettenhemden, Helme oder Schwerter aus Metall leisten. Der einfache Krieger zog mit dem im Feuer gehärteten Speer und einem Schild aus Holz in die Schlacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nunmehr aber verfügte die Allianz des Arminius neben ihrer spärlicheren Hilfstruppen-ausrüstung mit einem Schlag über zehntausende hochwertige Rüstungen nebst Helmen und Schilden aus den römischen Legionsbeständen. Der weitere Kriegsverlauf belegt die folgende „Unüberwindbarkeit“ der Kämpfer des Arminius.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;e. Das Motiv des Hortes und der darin befindlichen Schätze : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem Sieg über den Drachen gelangt Siegfried an unermessliche Reichtümer aus dem Hort der Nibelungen, darunter eine Tarnkappe und einen Stab der Beredsamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arminius fielen neben den unbezahlbar wertvollen Waffen der Rheinlegionen auch deren gesamte Habseligkeiten, die prachtvolle Ausstattung des römischen Statthalters und wohl unzählige Trossangehörige als Sklaven in die Hände. Römische Städte und Ansiedlungen auf germanischem Gebiet, wie z.B. Waldgirmes, wurden zerstört und vollständig geplündert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie zuvor bei der Planung des Aufstandes unter den Augen der Römer gelang es Arminius mit einer bis dahin nahezu einmaligen diplomatischen Leistung ein dauerhaftes Bündnis aus verschiedenen, traditionell zerstrittenen germanischen Stämmen zu schmieden. Dieses erwies sich als stark genug, um den römischen Rache- und Rückeroberungsfeldzügen der Jahre ab 14 bis 17 n.Chr. erfolgreich standzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der römische Feldherr Germanicus setzte während dieser mehrjährigen Feldzüge zeitgleich nahezu ein Drittel des gesamten römischen Heeres der damaligen Zeit ein. Arminius griff seinerseits immer wieder auf eine ausweichende Guerillastrategie zurück. Überraschende Angriffe auf die Marschkolonnen des Gegners und kontrollierte Absetzbewegungen in den schützenden Wald bei einem problematischen Kampfverlauf kennzeichneten die bevorzugte Taktik des Arminius. Angesichts dramatischer römischer Verluste und geringer Erfolge befahl der nunmehrige römische Kaiser Tiberius, ein früherer Kampfgefährte des Arminius (s.o.), im Jahr 17 n.Chr. seinem Feldherrn Germanicus den endgültigen Abbruch der Feldzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der weiteren Folge nahm es Arminus noch im selben Jahr mit Marbod, dem äußerst mächtigen König der Markomannen und dessen unabhängigen Großreich im heutigen Tschechien bzw. Böhmen auf. Dieses verfügte nach römischen Quellen über ein Heer von ca. 75.000 Kriegern und hatte bis dahin selbst für Rom eine nachhaltige Gefahr dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und auch in diesem Kampf gelang dem Stammesbündnis unter Führung des Arminius der Sieg. Und dies trotz des verräterischen Überlaufens seines Onkels Inguiomerus zu den verfeindeten Markomannen. Der gedemütigte Marbod musste im Jahr 19 n.Chr. schließlich sogar in ein römisches Exil fliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Krieg erwies sich der geschickte Kämpfer und Diplomat Arminius damit trotz seiner militärisch übermächtig wirkenden Gegner als unbesiegbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;f. Das Motiv des Verrats und der Ermordung durch die eigenen Verwandten : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der unverwundbare Siegfried wird von den gekränkten und neidischen Verwandten seiner Ehefrau mittels einer List hinterrücks ermordet. Die Tat wird von dem grimmen Hagen ausgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Berichten des Tacitus zum Tod des Arminius ist festgehalten, dass dieser ca. 19 / 21 n.Chr. durch die „Hinterlist seiner Verwandten fiel“. Er hatte wohl auf dem Weg zu einer Art „Königswürde“ zu viel Macht erlangt und erschien nach Wegfall des äußeren Feindes im internen Gefüge der Stammesfürsten schlicht zu gefährlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mörder des Arminus wird namentlich nicht genannt. Ausgehend von dem spärlichen Berichten des Tacitus verblieben jedoch nach dem Verrat des Onkels Inguiomerus ( s.o. ) nur noch zwei in Betracht kommende Verwandte : Flavus, sein Bruder, und Segestes, der Schwiegervater des Arminius. Beide stehen während der kriegerischen Auseinandersetzungen zumeist auf Seiten der Römer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Segestes soll Arminius sogar noch (erfolglos) an Varus verraten haben. Obwohl oder gerade weil Arminius seine Tochter Thusnelda zur Ehefrau genommen hatte, betrieb Segestes auch später noch dessen Vernichtung. Schließlich begab sich Segestes im Verlauf der geschilderten Feldzüge 15 n.Chr. nebst seiner Tochter sogar persönlich in die helfenden Hände der Römer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bruder Flavus blieb als Anführer von Hilfstruppen bis zum Ende der Kämpfe 17 n.Chr. seinem einstmaligen Schwur auf den römischen Kaiser treu. Wie Hagen in verschiedenen Edda-Versionen verlor Flavus nach den römischen Quellen während der Kämpfe ein Auge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich der Feldzüge lieferten sich Arminius und Flavus über die Weser hinweg ein sehr persönliches Wortgefecht, wobei laut des römischen Geschichtsschreibers nur das schnell fließende Wasser ein sofortiges Blutvergießen verhinderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessanterweise wird Hagen von Tronje in mehreren Deutungen des Ortsnames Tronje ein römischer Hintergrund zugewiesen. So wird das sagenhafte Troja als das Ursprungsland der ersten römischen Siedler oder das in der Nähe von Xanten gelegene Römerlager Colonia Ulpia Trajana als mögliche „Herkunft“ Hagens angeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der historisch verbürgte Flavus an den Feldzügen des Germanicus teilnahm ( s.o. ), ist sein Standort in diesem Militärbereich zumindest möglich. Er hatte jedenfalls nach dem Ende des offenen Kampfes, ggf. im naheliegenden Zusammenspiel mit einem im Hintergrund die Fäden ziehenden Schwiegervater Segestes, ein Motiv und räumlich gesehen wohl auch Gelegenheit zum geschilderten „hinterlistigen“ Mord an Arminius. Bezeichnenderweise wurde erst dem in Rom geborenen Sohn des Flavus mit Namen Italicus von den führungslosen Cheruskern im Jahr 47 n.Chr. die Herrschaft über den Stamm angetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor diesem Hintergrund sei noch angeführt, dass in der dem Nibelungenlied ähnlichen Thidrekssaga der dort als „Högni von Troia“ bezeichnete Hagen kurz vor seinem Tod mit einer „hunnischen“ (s.o.) Sklavin einen Sohn zeugt und dieser den Schlüssel zum Hort Siegfrieds übergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;g. Das Motiv der treuen Ehefrau am fremden Hof und des gemeinsamen Sohnes : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krimhild bleibt Siegfried nach dessen Ermordung in aufrechter Liebe und Trauer verbunden. Sie rächt seinen Tod am Hofe der Hunnen an ihren Verwandten. Der gemeinsame Sohn wird ohne nähere Beschreibungen in das Nibelungenreich gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tragische Beziehung zwischen Arminius und seiner Ehefrau Thusnelda ist wohl das erste überlieferte „Liebesdrama“ aus dem deutschen Raum. Nach wiederholten Zerwürfnissen mit seinem im Machtgefüge konkurrierenden Schwiegervater Segestes muss Arminius miterleben, wie dieser im Jahr 15 n.Chr. die schwangere Thusnelda nach Rom verbringen lässt. Zur Haltung Thusneldas in dieser Situation schreibt der römische Historiker Tacitus wörtlich : „Sie stand mit dem Herzen mehr auf der Seite ihres Mannes als ihres Vaters. Sie ließ sich keine Träne entlocken und kein flehendes Wort verlauten; die Hände im Schoß zusammengelegt, blickte sie auf ihren schwangeren Leib.“ Sie sah Arminius niemals wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sohn des Arminius mit dem überlieferten Namen Thumelikus wird während des so erzwungenen Aufenthalts im römischen Reich geboren. Seinen Vater hat er weder sehen, noch rächen können. Seine Spur verliert sich letztlich im Dunkel der Geschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der einst so mächtige Stamm der Cherusker hinterlässt bald keine geschichtlichen Spuren mehr. Nach andauernden internen Zwistigkeiten, befördert durch die erfolgreiche römische Diplomatie des „Teile und Herrsche“ geht auch dieser Volksstamm ähnlich wie später die Burgunder sinnbildlich unter. Mutmaßlich gehen die Angehörigen der Cherusker später in dem sich langsam bildenden Stammesverbund der Franken auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;h. Das Motiv des Gedenkens in Liedern und Gesängen : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Helden Siegfried wurde im germanischen Sprachraum dauerhaft in den Überlieferungen der Edda und letztlich auch im Nibelungenlied gedacht. Sämtliche Schilderungen wurden deutlich nach den dramatischen Ereignissen um den Cherusker Arminius niedergeschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine germanische Geschichtsschreibung fehlte zu dessen Zeit noch und wurde durch die mündliche Überlieferung und Gesänge ersetzt. Eine noch im späteren Mittelalter bei den Volkssagen zu beobachtende märchenhafte bzw. symbolische Verfremdung und / oder Überhöhung der wahren Personen und Ereignisse ist einer derartigen Überlieferungsform geradezu innewohnend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich berichtet der römische Historiker Tacitus in seinen zu Beginn des 2. Jahrhunderts n.Chr. verfassten und lange verschollenen „Annalen“ bzgl. des germanischen Gedenkens an Arminius wörtlich : „Noch heute besingt man ihn bei den barbarischen Völkern.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst seine römischen Feinde fällten über ihn ein historisches Urteil, welches Arminius bei den germanischen Völkern unsterblich gemacht haben mag. So heißt es bei Tacitus weiter :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Arminius hat nicht wie andere Heerführer und Könige das römische Volk in seinen Anfängen herausgefordert, sondern das in höchster Blüte stehende Reich. In den Schlachten kämpfte er mit wechselndem Erfolg, im Krieg blieb er unbesiegt. Er war ohne Zweifel der Befreier Germaniens.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den sicheren Nachweis, dass das Schicksal des Arminius in der Form der Siegfriedsage und dem Nibelungenlied verewigt wurde, bleibt die Geschichte leider wohl für immer schuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Thesen bleiben auch unter den Experten aus den unterschiedlichsten Gründen heftig umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber welcher Sänger oder Barde würde wohl einen solchen Menschen mit all seiner persönlichen Tragik jemals der Vergessenheit preisgegeben haben !?&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Nibelungenlied&amp;diff=234</id>
		<title>Nibelungenlied</title>
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		<updated>2011-02-21T13:22:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* IV. Vergleiche mit anderen Erzählungen und Topoi */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== &#039;&#039;&#039;Symposien&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
*13.08.2009 - 20:30 Uhr bei Tobias. Themen: Einführung und erste Textpassagen, Nachwort Grosse. Wir lesen Brackert: Ende 3. Aventiure.&lt;br /&gt;
*2.09.2009 - 20:30 bei Tiemo 4. und 5. Aventiure gelesen&lt;br /&gt;
*12.9.2009 - 20:00 Wanderhütte bei Dörscheid am Rhein. Bis Ende 9. Av. gelesen. siehe auch [http://www.schneelaeufer.de/2009_Rhein unsere Fotos]&lt;br /&gt;
*30.09.2009 - 20:45 bei Tiemo. Andreas: Die Edda und das Nibelungenlied. Gelesen bis Ende 14.Av.&lt;br /&gt;
*14.10.2009 - 20:30 bei Matthias. Matthias-Vortrag: historischer Kontext Siegfried-Arminius, Burgunden-Römer; Dietrich von Bern. Bis Ende 16. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*05.01.2011 - 20:00 bei Matthias. Erstmal wieder reinkommen. Bis Ende 18. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*26.01.2011 - 20:30 bei Andreas. Bis Ende 20. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*10.02.2011 - 20:00 bei Matthias. Bis Ende 24. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*23.02.2011 - 20:30 bei Tobias.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Thesen, Kurzeinträge, Literatur. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Fragestellungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Was unterscheidet Mythologie von Religion? Wenn es im ersten Teil vom NL um mythologische Resonanz geht, stellt sich die Frage, ob hinter dieser Mythologie ein Sinn steht, eine Antwort auf die Frage nach Ursprung und Ende, oder eben Sinn auf ganz andere Weise generiert: Liebe, Treue, Kampf? Es stellt sich auch die Frage, inwiefern Epen die Roman-Funktion übernahmen, die Lukács definierte: der Roman ersetzt das in der Moderne nicht erfüllte Bedürfnis nach Transzendenz, nach einem metaphysischen Zuhause.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Wie wichtig ist das Treue-Motiv? Zumindest das Wort ist dominant. &amp;lt;span style=&amp;quot;color: color&amp;quot;&amp;gt;Was ist Treue? Wer ist treu?&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Was baut eigentlich den übergreifenden Spannungsbogen im NL auf? Worum geht es?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Was für ein Held ist Siegfried (Hybris, naiv, unbescholten etc.)? Vor allem Eines: unbekümmert! - Gegenpol des &amp;quot;Kümmerers&amp;quot;, des grimmen Hagen - grimm ob der Last des ständigen Bedenkens, Grübelns. Seliger Siegfried! Und überhaupt: was zeichnet einen Helden aus, was ist ein Anti-Held? Übt NL Kritik am Helden-Epos, indem Helden unmöglich werden? (NL weniger Helden- als vielmehr höfisches Epos. Heldenepos: 1 menschlicher Held. NL: diverse ausgezeichnete Recken einerseits und andererseits Überlagerung durch das Höfische.) Ironisiert NL die Heldenfrage? Siegfrieds Vorstellung am Hof Worms ist Hybris-artig: Ich schlage alle, ich nehme mir alles. Keine Spur von Weisheit. AV2, 55: Holt sich gewaltsam, was er will. 88: schlachtet für den Nibelungenschatz 700 Krieger und 12 Riesen, später aus Spaß Löwen, Elche, Bären, Wisente...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hybris-, Minne- und Treue-Motiv: wie verhalten sie sich zueinander? Ist Minne Glaubensersatz an das Transzendente, damit Immanenz-Erscheinung? Was ist/bedeutet Liebe zu einer Frau und zu einem Mann?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Welche Rolle spielen Frauen? Mit Kriemhield geht&#039;s los, sie verbindet die beiden großen Teile, sie initiiert große Ereignisserien.&lt;br /&gt;
Krimhild, die Klammer des Epos.   &lt;br /&gt;
Brunhild, die Klammer zu den alten Sagen.&lt;br /&gt;
Wenn Frauen aktiv werden, dann öffnet sich der Himmel und es regnet Unheil und Grauen. Sie dürfen nicht unterschätzt werden. Sie dürfen gar nicht zu (widernatürlicher) Aktivität gereizt werden, müssen also gut behandelt werden. Dann kann die natürliche Ordnung bestehen bleiben.&lt;br /&gt;
   Frauen sind der Ausblick in eine individualistische Zukunft (siehe erweiterte Minne-These V 5)&lt;br /&gt;
Ein bestimmtes Verhalten Frauen gegenüber macht auch das &amp;quot;Höfische&amp;quot; aus (siehe auch Subversions-These V 10).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hagen, der Wissende: AV 3, 84: berichtet über Siegfrieds große Taten, erkennt ihn, erwähnt ganz kurz den Drachenkampf (100).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Siegfrieds Riss im schützenden Hautpanzer ist zugleich Möglichkeit des grundlegenden Risses in der Großhandlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Siegfried: kämpft mit dem Schwert Balmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Kriemhild träumt in AV1, 11: von ihrem Schicksal, stemmt sich dagegen (keinen Mann kennenlernen), doch dann verliebt sie sich in S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Was heißt es, ein „wahrer Ritter“ zu sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Gibt es eine &amp;quot;Epos-Entwicklung&amp;quot; vom Gilgamesch (Menschliche Handlungen werden durch uneinheitliche Gottesmacht gelenkt), über Beowulf (Menschen handeln selbstständiger, sind aber mystischen  Kräften - Drachen &amp;amp; Monstern, ausgesetzt) zum Nibelungenlied (bei dem der Mensch nur noch durch rein menschliche gegenseitige Beeinflussung nicht seine Handlung voll kontrolliert)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Was verbindet die verschiedenen Epen? - Länge, Verse, übergreifende Themen mit Völkern, Ländern und vielen handelnden Personen und mystischen Kräften (Göttern, Monstren, Drachen, und mystischen zwischenmenschlichen Strukturen)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. V150 Schicksalsmotiv: Sterben wird, wer dem Tod verfallen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. V155: Wahre Freundschaft: Vertrauen, Tapferkeit, Dank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. V175: Übermuts-Motiv. V381: Eifer bringt Unheil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. V198: andauernde körperliche Konfrontation: scharfe Schwerter, tiefe Wunden, Blutströme, Frauen, die Leid ertragen, Kampf, Sein-Leben-Lassen ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. V207: Siegfried hat das Schwert Balmung. Tatsächlich: er hat es einfach. Die, vermutlich bekannte, Geschichte dieser trefflichen Waffe ist dem NL-Dichter nicht wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19. V224, 238: Liebesmotiv Kriemhild-Siegfried ist an den Sorge und Kampf gebunden: Übermittlung von Nachrichten über den Zustand, Freude über erschlagene Gegner, den Sieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. V230: Siegfried vereint alle Tugenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. V232: Es geht darum, die Ehre ohne Makel zu bewahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Warum ist Siegfried so stark? Vermutung: externer Verweis auf die Edda-Geschichten. man kennt den überstarken Siegfried bereits ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Schlacht gegen die Sachsen: alle sind Helden, nur die Burgunder sind Über-Helden. Das Nibelungenlied protzt nur so vor Lob nach allen Seiten über Tapferkeit, Schönheit etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Das Niblungenlied etabliert ein Wettkampf auf allen Ebenen (vgl. V271): vom richtigen Kampf, zum anschließenden Turnier, zum Kampf mit Brünhilde im Bett ... Liest man hier etwas Krankhaftes, ein Sich- ständig-beweisen-müssen? Ist es eine Unruhe der Immanenz, in der keiner göttlich sanktioniert einfach besser ist? Ständiger Konkurrenzkampf als Ausdruck sozialer und/oder wirtschaftlicher Verschiebungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. Gibt es im Nibelungenlied eine richtige Reflexionsebene? einen Weisen, einen Alten? Bei Siegfried scheint es ja quasi aus seiner Natur herauszuwachsen. Als Siegrfried &amp;amp; Co. zum Brünhilde-Ausflug rüsten, klingt alles spontan, Entscheidungen werden erst kurz vor den Ereignissen getroffen, kurz und wenig überzeugend, vielmehr naiv, ohne Bedenken der Folgen. Eben unbekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. V296: Neid!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. V324, 328: Ankündigung von Siegfrieds Tod und des Tods der anderen Helden. Es gibt eine Art Schicksalsmotiv, unbewusst auf der Ebene der Akteure - bis auf Kriemhild und ihren Traum, den sie aber offensichtlich nicht ernst nimmt. Erst der Erzähler hat im Nachhinein den Überblick ... V337: immer wieder Vorgriffe auf den Ereignisverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. V336: Tarnmantel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. V360: sich schön kleiden, zur Hochzeit, Seide,Brokant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Am Ende der 6. Aventiure scheint Siegrfried schlauer zu werden, während der Planung zum Brünhilde-Ausflug. Was bedeutet der Ausdruck &#039;listig&#039; hier? Was ist nicht-listig? Und: wie steht es um die Paare listig-weise, listig-naiv?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31. Warum interveniert Hagen nicht entschieden vor dem Brünhilde-Auszug? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. Was heißt Liebe im NB?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Der Königinnenstreit (Av. 14) ist der Punkt an dem sich eine Spirale ohne Umkehr bis zur Vernichtung der Nibelungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Warum riskiert Siegfried, dass Brünhild von Kriemhield Ring und Gürtel zu sehen bekommt und die unaufhaltsame Krise einleitet? In der 11. Av. (714) wird Siegfried in der Siegmund-Nachfolge zum gerechten Herrscher inkl. Rechtsprechung, in der 14. Av. zeigt die aufgebrachte Kriemhild (B. bezeichnet S. als einen Eigenmann)Ring und Gürtel, die ihr S. wohl plus Geschichte gab! Wie erklärt sich diese Einfältigkeit? Ist es eigentlich, aus der Sicht der Zeitgenossen, unwichtig, wie genau die Krise eingeleitet wird, da sie als Schicksal so wie so irgendwann kommt? Ist daher auch die Konsistenz von S.s Charakter dem untergeordnet?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Gunther, der König, zeigt wiederholt Schwächen: seine Leidenschaft für Brünhild, sein Einlenken in Hagens Mordplan (872ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. 16. Av. 934ff.: Auffallend ist, dass S. hier als &amp;quot;Jäger&amp;quot; ein Tier nach dem schlachtet, wie ein Massaker, und dann selbst aufgespießt wird. Intensives Todesthema.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Was ist ein &amp;quot;Held&amp;quot; und ein  &amp;quot;Heldenepos&amp;quot;? Wann kommt dieser Diskurs auf? Im NL werden die Recken oft auch &amp;quot;Helden&amp;quot; (mhd) genannt. Es scheint, es meint einfach nur: tatkräftiger Mann, einer, der Ereignisse beeinflussen kann, einer, der Macht und Herrschaft erfolgreich ausübt, unter gewissen moralischen Rahmenbedingungen (H.s Ermordung S.s ist keine Heldentat).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
38. Was war das weibliche Schönheitsideal der Zeit? War die mannsstarke Brünhilde erotisch? Warum ist sie so anziehend für Gunther?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
39. Um Siegfried herum geht es immer wieder um Freundschaft, gute Freunde, etwa V 1054.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40. Warum wird aus Siegfrieds Sohn keine Rache-Träger? (V 1090)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41. Wie groß ist der Kreis der Mittwisser um den Mordplan für Siegdried? Siehe 865.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42. Nach Siegfrieds Tod gibt es keine große Aufruhr, es geht eher ums vertuschen, Räuber-Geschichte etc. V 1000.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
43. Kriemhild liebt Siegfried innig, klassisch, oder? V 924.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44. Übermut-Motiv: etwa bei Brünhild.V 1100.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45. 20. Av.: Wusste Rüdiger vor dem Werbezug für Etzel und seinem Kriemhild-Versprechen (sie bedingungslos zu rächen, sofern es zu Kränkungen kommt)von Siegfrids Ermordung? Es scheint nicht so. Rüdiger (1201) kommt gut mit Hagen und anderen aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46. 20.-21. Av.: Es geht immer wieder darum, Kriemhild &#039;fröhlich&#039; zu machen. Was ist das für eine Stimmung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47. 20.-21. Av: Zusammenhalt wird immer wieder mit einem Appell an Freundschaft (&#039;Freunde&#039;) in Verbindung egbracht. Etwa 1246, 1282.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48. 1214: Es cheint erstaunlich, dass sie Hagen nicht gegen die anderen durchsetzt (Verhinderung der Werbung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49. In der 19. Av. kommt es zum Klimax der Aufweichung des Höfischen und der Werte. In Brackert (1994) ist hierzu ein guter Kommentar (keiner straft Hagen etc.), S. 284, Note 113: man zürnt, greift aber nicht ein, zögert, vertagt ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
50. Brünhilde verschwindet mit dem Gunter-Siegfrid-Komplex als Akteurin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
51. 1335, 1353: Erstaunlich ist das Lob der Vielfalt von Brauchtümern, des Harmonierens von Heiden und  Christen an Etzels Hof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52. In welchem zeitlichen Verhältnis steht das Nibelungenlied zu anderen höfischen Romanen und den Artus-Erzählungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
I b&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakterisierungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Siegfried&lt;br /&gt;
  Unbekümmert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Hagen&lt;br /&gt;
  Grimm. sehend. gefühlsmäßig getrieben, in der konkreten Handlung aber immer rational. Der Kümmerer.&lt;br /&gt;
Strukturfanatiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kriemhild&lt;br /&gt;
  Im Wandel. Zunächst unschuldig. Am Ende schuldig. Immer Opfer.&lt;br /&gt;
  Kriemhild ist die Zeichensetzerin - die unvermögende Setzerin, nicht die Herrin der Zeichen. (Gütel, Ring, Schulterblattkeuz, Träume)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gunther&lt;br /&gt;
  Unbehaglich, entscheidungsschwach, inkonsequent, Zauderer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gernot&lt;br /&gt;
  Der Diplomat&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Datierungen/Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 970: Entstehung: Wende 12./13. Jh., unklar. Die Inhalte entstammen unterschiedlichen Sagenkreisen, die nicht miteinander verbunden sind. Sie haben wahrscheinlich schon Jahrhunderte vor den uns bekannten Texten existiert und werden in kürzeren mündlichen Fassungen von Generation zu Generation bewahrt worden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 980: Drei Handschriften, entdeckt zwischen 1750-1770. Erforschung ab 1810 an der HU.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Grosse 1011-1012: Wir kennen den Autor des &#039;&#039;Nibelungenliedes &#039;&#039;nicht. ... Es mag sein, daß die Gattung der Heldenepik mit ihrem Übergang von der Oralität zur Skripturalität die Anonymität mit sich gebracht hat, wie sie ja auch bei den ähnlich tradierten Texten der Sagen und Märchen üblich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Erzählform, Stil ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 988: Im Unterschied zu den höfischen Epen der Stauferzeit hat das &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;keine paarweise gereimten vierhebigen Verse, sondern (in der HS B) 2379 Strophen. Jede Strophe besteht aus vier Langzeilen, die aus der germanischen Dichtung bekannt sind. Jede Langzeile hat zwei Halbzeilen, den An- und den Abvers: 2,1 &#039;&#039;ez wuohs in Burgonden ein viI edel magedin. &#039;&#039;Die beiden Halbverse sind durch eine metrisch gekennzeichnete Zäsur getrennt. Die Abverse der ersten und zweiten Langzeile und die der dritten und vierten reimen sich ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 995: Nicht die Entwicklung der Personen bestimmt den Handlungsverlauf, sondern es greifen einzelne Ereignisse wie Glieder einer Kette ineinander, welche die Aktionen und Reaktionen der Handelnden bestimmen. Jede Situation fordert zu Taten heraus. Dabei braucht eine psychische, für den heutigen Leser nachvollziehbare Entwicklung der Charaktere nicht gegeben zu sein. Die erwartete Handlungsfähigkeit und ihr Ergebnis wachsen aus der jeweiligen Situation und ihrer Personenkonstellation heraus und passen sich in den szenischen Ablauf ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3.Grosse 2003, 999-1001: Zeitstruktur: Die angegebenen Zeiträume markieren den Abstand in relativer, aber nicht absoluter Art. Sie haben weder die Funktion einer Uhr noch die eines Kalenders. So werden auch die Menschen nicht älter. Die Ritter kämpfen im Sachsenkrieg ebenso schlagkräftig wie 37 Jahre später am Hofe Etzels; Kriemhild wäre etwa fünfzig bei der Geburt ihres zweiten Sohnes, Giselher wird bis zuletzt der junge Mann &#039;&#039;(daz kint) &#039;&#039;genannt. Raumstruktur: präziser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Grosse 2003, 1001ff.: Widersprüche im Handlungsverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Vergleiche mit anderen Erzählungen und Topoi ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Kriemhild und Helena: die Schönsten im Lande (AV1), geben Anlass zum Krieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Siegfried und Enkidu: Wildheit, Naiviät, gezähmt durch die Verhandlungstechnik Gernots (AV3, 123ff.). Dann wird er ein guter Hof-Gefährte, Turniere etc. Dann Treue zu Gunter bis zum Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Siegfried und Arminius: [Matthias]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Das Ankunfts/Fremden-Thema in NL und Beowulf: AV 3, Worms, Ritual des Fremden (Siegfried), der letztlich für Liebe dienen will (wie Beowulf für Ruhm).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hagen und Unferth? Parallelen? Hagen und Unferth berichten über die Taten des Helden, und bekommen unangenehm seine Stärke zu spüren, werden (zumindest zeitweise) Gegner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Grendel-Siegfried: haben eine undurchdringbare Haut. Insofern ist Siegfried auch Monster (VERGLEICHBAR DEM; DAS ER VORHER SELBST ERSCHLUG?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Siegfrieds ungeschützte Hautstelle auf dem Rücken und Achills Ferse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Hagen warnt vor dem Auszug (1203ff.) wie Enkidu vor Humbaba-Reise, wird dann zum entschlossenen Mitstreiter.&lt;br /&gt;
   Beide sind irgendwie Verwandte, irgendwie auch Dienstpflichtige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Das Nibelungenlied ist kein Heldenepos - es gibt keine durchgängige menschliche Heldengestalt, wie Beowulf oder Gilgamesch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. NL und Lieder-Edda: viele Überschneidungen, die von Andreas noch konkret ergänzt werden müssten. Da die Lieder-Edda wohl 1370, das NL 1320 (?) abgefasst wurden, stellt sich hier die Frage der Rezeptionsrichtung und nach einem gemeinsamen Metaerzählungsraum. Wandert etwa im Rahmen der sog. Völkerwanderungen und der anschließednen Christianisierung eine mittel-nordeuropäische (heidnische) Religion nach Skandinavien etc. aus, so dass die Göttersagen der Lieder-Edda den Kontrapart der Teile bilden, die sowohl in der Edda als auch im NL als Heldensagen vorkommen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Laut Volker Honemann (bei Wein am 10.10.09) ist der Inhalt Edda eher als vorher bekannt anzusehen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Bülow-Rede 1909 (&amp;quot;Nibelungentreue&amp;quot;) ist vergleichsweise unschuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Kain erschlägt Abel, den Begnadeten, den Liebling der Götter. (Ein Gedanke von Fernau, S. 96)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Edda:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(um 1220 Snorri-Edda, auch Prosa-Edda, eher unscharf auch Jüngere Edda genannt;&lt;br /&gt;
um 1270 Lieder-Edda, eher unscharf auch Ältere Edda, eher falsch auch Saemundar-Edda genannt;&lt;br /&gt;
Edda = Elternmutter / Großmutter)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hier einige Motive der Lieder-Edda, die engste Verwandtschaft mit dem NL aufweisen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 18, Helgi Hiörwards Sohn:&lt;br /&gt;
Ein &amp;quot;Atli&amp;quot;, der für jemand anderes um &amp;quot;Sigurlinn&amp;quot; freit, kann die Vögel verstehen. Helgi, dem Sohn der Sigurlinn (und Wiedergeburt von Helgi dem Hundingstöter (s. LE 19)) singt eine Walküre (die er später heiraten wird) von einem besonderen Schwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 19, Das 1. Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn Helgi, der &amp;quot;Freund der Wölfe&amp;quot;, Sinfiötlis Bruder, erschlägt im Alter von 15 Jahren den Hunding.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 20, Das andere Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
&amp;quot;Sigmund, Wölsungs Sohn ... und seine Nachkommen heißen Wölsungen und Ülfinge (Wölfinge).&amp;quot;&lt;br /&gt;
König &amp;quot;Högni&amp;quot; hat eine Tochter &amp;quot;Sigrun&amp;quot;. Sie ist Walküre.&lt;br /&gt;
Helgi und Sigrun heiraten. Sigruns Bruder erschlägt Helgi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 21, Sinfiötlis Ende:&lt;br /&gt;
Sigmund, Wölsungs Sohn, ist mit Borghild verheiratet, der Schwester &amp;quot;Gunnars&amp;quot;. Sinfiötli erschlägt seinen Onkel Gunnar, woraufhin Borghild Sinfiötli vergiften will.&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn mit Hjördis ist wiederum Sigurd, der &amp;quot;allervorderste&amp;quot;.&lt;br /&gt;
(Sinfiötli ist nach Simrock der &amp;quot;Fitela&amp;quot; des Beowulfliedes.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 22, Das 1. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd wird geweissagt,&lt;br /&gt;
der mächtigste Mann auf Erden zu werden, dass er den &amp;quot;Wurm&amp;quot; auf der &amp;quot;Gnitaheide&amp;quot; sowie Regin und Fafnir fällen und den Hort heimführen wird, dass er die auf dem Felsen schlafende Fürstentochter erwecken wird. Er wird Brünhild lieben, sie aber an Giukis Hof vergessen durch die Tücke Griemhilds, welche ihm dann die eigene Tochter Gudrun geben wird. Er wird für Gunnar um Brünhild werben. Er wird mit Gunnar die Gestalt wechseln. Högni wird dabei sein. Sigurd wird keusch bei Brünhild liegen aber die Brüder Gunnar, Högni, Guthorm werden sein Verderben bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 23, Das andere Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Regin übernimmt Sigurds Erziehung. Fafnir und Regin bekommen die Goldbuße der Asen. Fafnir übervorteilt Regin. Fafnir liegt als Wurm auf der Gnitaheide. Regin schafft Sigurd das Schwert &amp;quot;Gram&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 24, Das Lied von Fafnir:&lt;br /&gt;
Sigurd ersticht den Fafnir-Wurm.&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Gold, der Schatz, die Ringe verderben Dich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Durch Drachenblut kann Sigurd die Vögel verstehen, die weisen ihm den Weg zu Giukis Tochter.&lt;br /&gt;
Sigfrida schläft auf einem Felsen, feuerumlodert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 25, Das Lied von Sigfrida:&lt;br /&gt;
Sigurd erweckt die Walküre Sigfrida.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 26, Bruchstücke eines Brünhildsliedes:&lt;br /&gt;
Gunnar will Sigurd töten. Högni vermutet, dass Brünhild aus Eifersucht auf Gudrun dahinter steckt. Sie töten Sigurd. Ein Rabe ruft: &amp;quot;In Euch wird Atli das Eisen röten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 27, Das 3. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd freit Gudrun. Fahrt zu Brünhild. Sigurd gewinnt Brünhild dem Gunnar (das Schwert liegt zwischen Ihnen). Högni will Gunnar nicht helfen, Sigurd zu töten, wie Brünhild es verlangt. Aber Guthorm, der jüngste Bruder, tötet SIgurd.&lt;br /&gt;
Brünhild ist die Schwester Atlis.&lt;br /&gt;
Gudrun, dem Atli vermählt, tötet diesen im Bett.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 28, Brünhilds Todesfahrt:&lt;br /&gt;
Gudrun hat Brünhild und Sigurd fälschlich beschuldigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 29, Das 1. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Gudrun hat von Fafnirs Herz gegessen, kann die Vögel verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 30, Der Mord der Niflunge:&lt;br /&gt;
Atli, mit Gudrun vermählt, tötet Gunnar und Högni, weil sie am Tode Brünhilds schuld tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 31, Das andere Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich ist bei Atli.&lt;br /&gt;
Gunnar und Högni wollen Gudrun Lösegeld für den toten Sigurd zahlen.&lt;br /&gt;
Gudrun wird dem Atli vermählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 32, Das 3. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich wird bei Atli der Unzucht mit Gudrun beschuldigt.&lt;br /&gt;
Ein Gottesurteil entlastet Gudrun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 34, Die Atlisage:&lt;br /&gt;
Gudrun rächt den Tod ihrer Brüder an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 35, Grönländisches Atlilied:&lt;br /&gt;
Nibelungenschlachtung an Atlis Hof. Rache Gudruns an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Odysseus: Hagen und Odysseus sind listig (mhd: liste, vgl. 1479). Was unterscheidet ihre Listigkeit? Auch Krimhild ist listig, planerisch, kann sich verstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Artus-Erzählungen: hier ist der Gral, das Christliche konstituierend, nicht so im Nibelungelied.&lt;br /&gt;
An Etzels Hof sind auch die Heiden gut. Sind es &amp;quot;edle Wilde&amp;quot; im Sinne Karl Mays?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Übergreifende Thesen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Immannenz-Epos: Im Gegensatz zur Völsungensaga und Wagners Aneignung, geht es, ähnlich wie im Beowulf, um eine immanente Handlungsdynamik ohne (göttliche) Metaebene. Ereignisse generieren Ereignisserien, deren Teil Helden und alle andere Personen sind. Doch was sind die Ereignis-generierenden Elemente? Taten. Also: was sind Taten? Gefragt wäre eine Typologie von Taten (wichtig/unwichtig, von wem etc.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Gunther-These: Im NB geht es um einen (Gilgamesh-artigen) archaischen Herrscher, der ohne Rücksicht auf sein Volk eigenmächtig-leidenschaftlich handelt. Seine Entscheidung, Brünhilde zu erlangen, leitet die entscheidende Wende ein. Ihm fehlt ein Enkidu, Hagen interveniert zu spät, verstärkt letztlich die Schicksalsspirale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, glaube ich nicht. Gunther ist kein Tatmensch. Er ist Zauderer. Seine wenigen eigenen Entscheidungen (Brunhild, Etzel) sind dann auch fatal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Trieb-These: NB muss aus der Perspektive der Autoren als ein nicht harmonisiertes Triebspiel unterschiedlicher Kräftekonstellationen gelesen werden (Minne, Sex, Kampf, Töten, Sieg etc.), die sich ineinander so verwringen, dass daraus eine unentrinnbare Schicksalsspirale wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Held-ohne-Ort-These: Siegfried hat keinen richtigen Ort in der Geschichte (Ja scheinbar vergisst er selbst seinen Ort: Auf dem Rheinzug kommen die Recken mehrfach an Worms vorbei, ohne dass er aussteigen oder den Umstand auch nur erwähnen würde.), er wandert ständig, behauptet sich, um annerkannt zu werden, sich endlich stabil zu sozialisieren und Freunde zu gewinnen. Doch wirkt seine Energie letztlich als ein treibendes Moment der Tragik, die alle umkommen lässt, indem er Wünsche/Triebe für andere realisiert, die den ganzen Burgunder Hof unhaltbar destabilisieren. S. ist also ein Held ohne Ort, einer, der in der höfisch-verwalteten Gesellschaft archaisch-überholt wirkt. Hierher könnte auch der standpunktlose S. gehören, der seine destabilisierenden Kräfte überall einsetzt, ohne entschieden gegen das zu stehen, was er selbst für Falsch hält. Hagen versucht hingegen beständig, S. einzuordnen (erste Ankunft von S.,etc.) und später auszuschließen. S. als der Übermensch, der das ganze Hofsystem von Wettkämpfen und Minne als beständiges Sich-Beweisen und Verbessern und Messen außer Kraft setzt, da er einfach der stärkste, schönste, listigste, lustigste ist etc., wird genau vor seinem Tod in der Jagdszene der 15. Av. deutlich. Umgekehrt und spiegelbildlich erfodert seine Auslösung aus der Hofgemeinschaft (sein Tod) eine Aufhebung der Hof-Formalien (Treue, guter Rat, Tugend etc.). In der 16. Av. kollabiert das Hofsystem, zentrale Werte werden ausgehöhlt, sinnleer (vor allem: Treue, Vertrauen). Hagen führt in 993 als Motiv der Ermordung an: Angst vor S., Schmach von ihm (sórge, leit), seiner Herrschaft (hêrschaft)ein Ende setzen. S.  der Ortlose könnte in dieser Perspektive als auch als der Unberechenbare erscheinen, wie ein wildes Tier, das sich in alle Richtungen wenden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Minne-These: NB ist eigentlich eine höfischer Minne-Erzählung. Siegfried kämpft für Kriemhild, Gunther will Brünhilde. Ihre blind-individualistiche Liebe harmonisiert nicht, ihre Verschränkung führt in den Untergang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehe ich nicht. &lt;br /&gt;
Gunther liebt nicht, schon gar nicht individualistisch. Er folgt irgend einer fixen Idee, eingeimpft oder wenigstens kompatibel mit einer gesellschaftlichen Erwatung an ihn.&lt;br /&gt;
Siegfried liebt nicht. Vielleicht begehrt er (vielleicht nicht mal das). Minne ist für ihn ein Spiel (wie Alles). Eventuell ist auch das ein Zug des Höfischen Epos: Tapfere Recken werben halt um schöne Damen...&lt;br /&gt;
Andere Minne-These:&lt;br /&gt;
Die Frauen können (schon individualistisch und leidenschaftlich) lieben.&lt;br /&gt;
Kriemhild tut das.&lt;br /&gt;
Brunhild tut das.&lt;br /&gt;
(Beide den Siegfried - seliger Siegfried)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Hagen-These-1: Hagens zwar durch seinen Unmut gegenüber S. sich anbahnender, doch in seiner Radikalität am Ende der 14. Av. in seiner Radikalität überraschender Mordplan könnte nicht auf einer Motiv-Logik, sondern auf einer Taten-Logik beruhen: S. hat die Krise ermöglicht: erstens als Täter im Bett mit Brünhild, zweitens als Täter des Weitergebens der Geschichte und der Dinge (Ring, Gürtel) an Kriemhild. Als Täter verkörpert S. die Schuld, er muss entfernt werden, damit verschwindet sozusagen auch die Ursache. Dabei ist unwichtig, was Leute sich wünschen, vorstellen oder beabsichtigen. Entscheidend ist Tat und Resultat. Des Weiteren kommt die Taten-Logik aus einer Gunthers Königshoheit überschreitenden älteren Legitimations-Schicht: Ob Gunther will oder nicht und S. Gunthers Unschuld öffentlich beteuert oder nicht, die Situation (als Resultante von Taten: grundlegende doppelte Ehre-Verletzung (Gunther und Brünhild), die mit dem repräsentativen Status des König- und Königin-Seins unvereinbar ist) ist objektiv-gebietend, sie lässt nur eine Lösung zu und fordert sie zugleich. Kein Kommunikations-Bedarf aufgrund der Vereinfachung: der Täter ist qua Tat schuld. Dass Hagen einer anderen Moral folgt, wird auch in 1001 deutlich: er strahlt eine ungewöhnliche Kälte aus, will S. selbst nach Worms tragen, Kriemhilds Tränen &amp;quot;rühren&amp;quot; ihn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hort-These: (vorgreifend) Die tragische Dynamik des NL ist motiviert durch die Gier der Burgunden, vor allem von Hagen, nach dem Nibelungen-Hort und den entsprechenden magischen Dingen. Die Burgunden nehmen später selbst den Namen der Nibelungen an (?, prüfen). Zu klären wären in dieser Hinsicht u. a., warumm der Hort letzten Endes versenkt (?) wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Kriemhild-These-1: Kriemhild ist eine tragischer Prophetin, eine Fortführung und Transformation der Kassandra-Figur, indem K. nicht nur das Unheil träumend voraussieht, ohne es verhindern zu können, sondern auch selbst die entscheidenen &amp;quot;Zeichen&amp;quot; setzt und exponiert (Zeigen des Ringes, Gürtels, Setzen des Kreuzes auf S.s Hemd), die zur Krise führen. Ihr Schicksal sehend ist sie blind als Tätige, wirkungslos als Warnende. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Schicksal-Widerstands-These: An mehreren Stellen des NLs fragt sich, warum gegen evident problematische Entscheidungen Einzelner (Gunthers B.-Hochzeitsfahrt, die Einladung von S. und K. durch B., Hagens Vorschlag der Ermordung von S. etc.) kein wirkmächtiger Einspruch erhoben wird, kein nachhaltiger Konflikt entsteht, obwohl es doch ständig um den &amp;quot;Rat&amp;quot; guter Freunde und um &amp;quot;Treue&amp;quot; geht. Alle Teilnehmer erscheinen in dieser Perspektive wie passive Puppen von K.s Traum, gelenkt von unischtbaren Fäden, ihre Entscheidungen sind nur Wirkungen anderer Ursachen, keine eigenmächtigen Selbstsetzungen. Die Unfähigkeit zum diskursiven Konflikt und der problemorientierten Kommunikation kontrastiert auch stark mit der ständigen Betonung der körperlichen Stärke der &amp;quot;Recken&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Politik-These: Nach Ursula Schulze (Das Nibelungelied, Reclam 1997, 214, 223) wird in S. s Tod zentral für die ganze Problemlage des NLs deutlich, dass der Starke wehrlos gegen perfide Intrige ist (214): &amp;quot;Die erzählte Geschichte führt vor, dass politisches Handeln nicht im offenen Kräftemessen, sondern in der Überlistung besteht.&amp;quot; Hagen (214) handele zwar aus heterogenen Motiven (Sühne für die Entehrung B.s, Ausschalten potentieller Gefahr von S., Machtzuwachs durch Gewinn von S.s Besitz),doch seien sie allesamt politisch zu nennen. Schulze unterstreicht dies durch das rekurrente Motiv der Täuschung (212). Tobias Kommentar: Im Ansatz (Täuschung, Kraft gegen Organisation) interessant, in der Schlussfolgerung (Politik) aber schief, da unterbestimmt, unscharf. Dazu kommt, dass Schulze an anderer Stelle behauptet, Hagen handele (wie S. und Brünhild) archaisch. K.s Rache ist archaisch (ohne Staatsprinzip), auch in dieser Hinsicht besteht Klärungsbedarf - denn die politische Intrige geht ja nicht auf, sondern zerschellt quasi am Schild. Kurz: ich finde, ohne ihr zu Nahe treten zu wollen, Schulzes Lösung fade. Sie reiht das NL reibungslos in eine allzuoft iterierte Metageschichte des Fortschritts der Moderne ein. Probleme einer Kontinuität der Triebe in die Moderne/in das Höfische hinein (Triebthese), des bewussten Treuebruchs, der Täuschung als nicht hintergehbare Grundverfassung menschlichen Seins in einer entgötterten Welt (man denke an Descartes), Schicksal und Schuld usw. werden einfach ins Politische absorbiert und damit zugleich neutralisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Inversions-These (an Immanenz-These anschließend): Das Böse ist nicht mehr Draußen, in einem (klar) vom Guten getrennten, eher abstrakten Anderen, es wird auch nicht mehr gesetzt oder göttlich verwaltet, sondern das Böse ist der Andere, der Freund, die Geliebte, der Fremde. Es kommt nicht mehr wie Grendl vom dunklen Berg zur Tür hinein, in das Heim des Inneren, sondern lauert schon immer, als Argwohn, Verdacht, im Inneren. Siegfried weiss davon nichts, und stirbt. Durch die Inversion differenziert sich das Böse (wird etwa zum Fiesen, Grimmigen) und wird perspektivisch, kontextuell, tritt in ein neues Verhältnis zum Guten. Zugleich scheint das Böse abgeleitet. Vielleicht erklärt sich auch hieraus das Ambivalente von Hagens Person.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Subversions-These: Im NL wird das Höfische ausgehöhlt, das alte Wertesystem zersetzt, von Hagens Speer durchbohrt, von Gernots Fürstenhafter Lüge (1097: er wisse von nichts,kenne keinen Täter, siehe dagegen 865: Kreis der Mitwissenden über den Komplott)zum Gespött. Zugleich droht durch den Überhelden Siegfried, dem spielenden blinden Giganten, eine Entleerung aller Spannung des Höfischen, indem er immer schon Sieger ist, das Magische (Drachen etc.)und die Natur (Bären, wilde Eber 961) bannt, auf den Sattel bindet, Wälder &#039;leert&#039;, so dass nichts mehr zur Jagd übrig bleibt, Mensch und &#039;Tier&#039; ist (1002), das Wilde der Natur (in Form des Bärens) nach Belieben demütigend auf andere entlässt. Siegfried, der archaische Held, der keine Angst kennt und dem sein eigener Tod, immer angezeigt und präsent durch den Riss, das Lindenblatt, seiner Panzerung und Kriemhilds wiederholte Warnvisionen, unbewusst ist, &#039;büßt&#039; schließlich für seine höfische Erziehung (980. [Fortsetzung nach Lektüre der 21-24 Av.] In der 21. Av (Wie Kriemhild zu den Hunnen zog) dominiert das Höfische ohne Patzer und Riss durch Harmonie (Triebausgleich, Befriedigung) und klare Rollenverteilung entlang der Themen: 1. Turnier, Tapferkeit, Begafft von Frauen 2. Gastfreundschaft, Bewirtung, Unterkunft/Quartier 3. Kleiderordnung, Waffenordnung 4. Dem anderen Dienen (Mann-Frau etc.) 5. Begleitung, Schutz 6. Küssen 7. Turteln 8. Ausschau halten, Sorgen. 9. Reichtum, Überfluss 10. Bewegung und Wohnen zwischen Burgen, die Gefährliche Zwischenbereiche miteinander verbindet, jedoch innerhalb von geschützten Einflusszonen (Reise) 11. Geschenke 12. Wertschätzung gewinnen 13. Empfang bei Eintritt in Hoheitszonen. All dies shcließt V. 1368 ab: &amp;quot;dass da ein jeder zu aller Zeit die Unterhaltung fand, wonach ihm Herz und Sinn stand&amp;quot;. In Av. 22 bricht die höfische Harmonie schon wieder auf, es kommt zu Tränen und Erinnerung (1371), zur Ankündigung von Leid. In Av. 23 brüllt schon der Grund, der eigentliche Anlass des Auszugs durch die Frohe Gesellschaft hindurch, Mord, Plan, Rache. 1352: Selbst der Kuß ist formalisiert, vorgeschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Hagen-Kriemhild-These (1): Kriemhild verbindet mit Hagen, dass sie metikulös ihre Rache plant, Trieb, Gefühl und Tat in ein tödliches Kalkül einbindet. Dies wird vir allem in der 20. Av. deutlich: Kriemhild willigt in die Etzel-Heirat erst ein, nachdem Rüdiger ihr bedingunglose Rache gegen alle Kränkung zusagt (1256) - mit der Einschränkung, Kriemhilds und seiner eigenen Ehre nicht zuwider handeln zu können (1266). Rüdiger greift mit seiner Zusage nicht eigenwillig vor, sondern, so scheint es, macht nur explizit, was nach einer Heirat mit Etzel gilt: Kriemhilds Kräkung wäre zugleich Etzels. 1396-1399: Krimhilds langer Plan der Rache, Einladung an Etzels Hof. 1431: Hagen kennt Kriemhilds Pläne, beide Strategen erkennen sich, kennen sich. Er kennt den Grund, warum Fremde kommen. Hagen (1471) geht mit an Etzels Hof, sieht aber eine Chance, wieder heil heimzukommen, mit 1000 Recken. Hagen fügt sich also nicht dem Schicksal. will nicht sein Ende, sondern fügt sich nur dem Widerstand der anderen, die ihre Schwester sehen wollen, ihn irgendwie feige aussehen lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12.Hagen-Kriemhild-These (2): Hagens scheinbare Motivlosigkeit liegt in Wahrheit im Selbstbezug seiner Taten: Hagen handelt für sich, für seine Begierden, vor allem für seine Macht. Hierfür benutzt er nur andere Personen und vor allem Gunters höfischen Apparat. Hagen nimmt die Schuld der Taten auf sich, stärkt damit sein institutionelles Schutzschild, bestimmt aber zugleich zunehmend und für seinen eigenen Nutzen, was entschieden wird, höhlt alle Werte aus; es ist diese Entwertung der Werte, die im Konflikt mit der Handlungsmatrix von Kriemhild in eine nicht mehr auflösbare, fatale Schicksalslogik führt. Diese Hagen-Tendenz wird vor allem in der 20. Av deutlich: 1273: es geht um die Gefahr einer neuen Feindschaft gegen ihn, 1274: die drei Könige setzen sich nicht mehr gegen Hagens Entscheidung, Kriemhild auch den Rest des Schatzes zu nehmen, durch, sie resignieren vielmehr. Hagens indvidualisierte Handlungslogik, die in keine traditionelle Matrix eingebettet ist, kontrastiert mit der (höfisch-archaischen) Liebe-Schuld-Rache-Matrix, die Kriemhilds Handlungen leitet. Auch sie kalkuliert, aber dieses Kalkül steht im Dienste der Matrix, hat nur in ihr Sinn. Zugleich hasst Hagen Kriemhild, da sie durch Siegfrid/Nibelungenschatz/Etzel kontinuierlich eine starke Macht darstelltt, eine mächtige Frau ist, für die Hagen keinen Siegfrid hat. Genau so, wie Hagen ständig neue Strategien aufstellt, transformiert Kriemhilds Macht beständig. 1368: Kriemhilds Machtanwuchs an Etzels Hof. Siegrid war ohne Argwohn, und verschwindet, er hatte die Ambivlaenz des Gut-Bösen nicht, kannte es nicht. Auch Etzel erscheint arglos (1402: getriuwe was sin muot).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Literatur, Quellen &amp;amp; Links ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Allgemeines ====&lt;br /&gt;
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Nibelungenlied  aus W...dia :-))]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Akademisch ====&lt;br /&gt;
*[http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_lmno/nibel.html Fachinformationen der FU Berlin zum Nibelungenlied]&lt;br /&gt;
*[http://www.nibelungenrezeption.de/ Projekt zur Rezeption des Nibelungenstoffes Universität Duisburg]&lt;br /&gt;
*[https://www.uni-muenster.de/Germanistik/Lehrende/honemann_v/index.html Intimus Volker Honemann]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Brackert, Helmut: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. 2 Bde. (1. Aufl. 1970) Neuauflage. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch 1994/2008.&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Das-Nibelungenlied-Mittelhochdeutscher-Text-%C3%9Cbertragung/dp/3596901316/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1249835276&amp;amp;sr=1-2 Brackert - Unsere Wahl]&lt;br /&gt;
*Grosse, Siegfried: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. Nach dem Text von Karl Bartsch und Hehrtut de Boor. [Handschrift B] (1. Aufl. 1997) Stuttgart: Reclam 2003&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Nibelungenlied-Mittelhochdeutsch-Neuhochdeutsch-Siegfried-Grosse/dp/3150506441/ref=sr_1_4?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247993309&amp;amp;sr=1-4 Grosse - Zur Lektüre von Volker Honemann empfohlen]&lt;br /&gt;
* Edda, übersetzt und mit Erläuterungen begleitet von Karl Simrock, 1. Auflage 1851, hier : Phaidon Verlag, Essen 1987&lt;br /&gt;
* Wagner, Richard, Libretto zum &amp;quot;Ring&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula : Nibelungen und Kudrun, in: Epische Stoffe des Mittelalters, hg. von Volker Mertens und Ulrich Müller, Stuttgart 1984, S. 111-137 [[Media:Schulze_1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*Hoffmann, Werner: &#039;&#039;Das Siegfriedbild in der Forschung&#039;&#039;. Darmstadt 1979.&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula: Das Nibelungenlied. Ditzingen 1997.&lt;br /&gt;
*[[Media:Willson-Blood-and-Wounds-in-the-Nibelungenlied-1960.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Thelen-Source-Function-Gunthers-Bridal-Quest-1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Schirokauer-Nibelungenlied-1954.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McConnell-Psychological-Approach-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McCarthy-Rhetoric-Nibelungenlied-1972.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Lionarons-Otherworld-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kirchberger-The-Crown-in-the-Nibelungenlied-1956.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:King-Review-Homer-Nibelungenlied-1988.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Homann-Hagen-Figure-Lies-1982.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hoffmann-Siegfriedbild-in-der-Forschung-1979.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Haymes-Heroic-Chivalric-Aristocratic-Ethos-Nibelungelnlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hasty-Conquest-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Grosse-Nibelungenlied-Nachwort-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Key-Concepts-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Hagen-Problem-of-Individuality-1976.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Classen-Siegfried-Downfall-of-a-Hero-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Bülow-Nibelungentreue-Rede-29-3-1909.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Brady-Historical-Prototype-Siegfried-1933.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Goebel-Original-Form-Legend-Sigfrid-1897.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kratz-Proposed-Sources-Nibelungenlied-1962.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wesentliche Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://public.univie.ac.at/index.php?id=14531 Transkriptionen der mittelhochdeutschen Versionen A, B, und C]&lt;br /&gt;
*[http://www.blb-karlsruhe.de/blb/blbhtml/nib/uebersicht.html Die Nibelungen-Handschrift C - digital - Faksimile der nunmehr Karlsruher (ehemals Donaueschinger) Hs. C]&lt;br /&gt;
*[http://www.fh-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/nib_intr.html Handschriften A, B, C (Bibliotheca Augustana)]&lt;br /&gt;
*[http://wissen-im-netz.info/literatur/simrock/nibel/index.htm  Das Nibelungenlied übersetzt von Karl Simrock]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/reichert_nhd.pdf Hermann Reichert, Nibelungenlied-Lehrwerk. Sprachlicher Kommentar, mittelhochdeutsche Grammatik, Wörterbuch. Passend zum Text der St. Galler Fassung („B“).]&lt;br /&gt;
*[http://web.archive.org/web/20061128181429/http://www.nibelungenlied.com/ Edition des Linzer Fragments M]&lt;br /&gt;
*[http://cgi-host.uni-marburg.de/~mrep/liste_inhalt.php?id=271 Überlieferungsübersicht, Nachweis weiterer Abbildungen von Fragmenten und Handschriften]&lt;br /&gt;
*v. Bülow, Bernhard, Reden (Band III), herausgegeben von Otto Hötzsch, Georg Reimer, Berlin 1909&lt;br /&gt;
*Fernau, Joachim, Disteln für Hagen, Herbig, München / Berlin 1966&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Medien ====&lt;br /&gt;
*[http://dvdbiblog.wordpress.com/2008/03/04/die-nibelungen-von-fritz-lang/ DVD-Filmprojekt für 2009/2010]&lt;br /&gt;
*[http://www.schaubuehne.de/spielplan/detailansicht.php?id_event_date=247891&amp;amp;id_event_cluster=74733&amp;amp;id_language=1#inhalt Hebbels Nibelungenlied in der Schaubühne 2009]&lt;br /&gt;
* Das Nibelungenlied von Eberhard Kummer gesungen - Die erste und einzige, komplette Einspielung des gesamten Nibelungenlieds aufgrund einer Live-Aufnahme des Phonogramm-Archivs der Akademie der Öst.Wissenschaften. Der Aufnahme liegen fünf sechsstündige Darbietungen im Okt. und Nov. 2006 im „Kulturquartier“ in 1190 Wien zugrunde. E.Kummer singt im Hildebrandston und begleitet sich auf einer keltischen Schoßharfe. Die Einspielung umfasst zwei MP3 CDs (ca. 30 Stunden Musikzeit) und wurde im „The Chaucer Studio“ der Brigham Young University Provo (UT) hergestellt. Vertrieb : E.Kummer, Chaucer Studio&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &#039;&#039;&#039;Urhebergeschützt&#039;&#039;&#039; ====&lt;br /&gt;
- der Benutzername ist Gilgamesch - das Passwort ist der Freund&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/Nibelungen.zip Hörspiel - 420 MB] - Quelle: http://www.amazon.de/Die-Nibelungen-Heldensage-Collectors-Heldensage/dp/B001D2DDDU/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247949744&amp;amp;sr=1-1&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/071214_nibelungen1_exp_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Der Nibelungen-Code: Deckname Siegfried - 512 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/071214_nibelungen2_exp_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Der Nibelungen-Code - Kriemhilds Todesspiel - 518 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090318_varus1_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Varusschlacht - Kampf um Germanien: Teil 1 - 529 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090318_varus2_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Varusschlacht - Kampf um Germanien: Teil 2 - 527 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_voelkerwand_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Kimbern und Teutonen: Teil 1 - 505 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_varusschl_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Varusschlacht und Gotensaga : Teil 2 - 524 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_kampfumrom_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Der Kampf um Rom : Teil 3 - 522 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_erbendesimp_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Die Erben des Imperiums : Teil 4 - 517 MB]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausführliche Themen: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Sprache, Schrift ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Geographie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Religion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Kulturgeschichtliche Aspekte, Geschichte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 975-977: Im &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;lassen sich für den zweiten Teil mit der Niederlage der Burgunden in der Zeit der Völkerwanderung eher historische Ansatzpunkte finden als für den ersten Teil, der mit den Figuren Brünhild (Isenstein) und Siegfried (Drachen, Tarnkappe, Hort) Verbindungen zur germanischen Mythologie und zum Märchen zeigt. ... Zwischen 406 und 413 hat es wahrscheinlich unter König Gundahar ein Burgundenreich am Mittelrhein gegeben (Hoffmann, 1992, S. 42 ff.) ... König Attila (Etzel) starb 453 in der Hochzeitsnacht mit der Germanin Hildico - nach zeitgenössischen Berichten an einem Blutsturz, also 16 Jahre nach Gundahar. Dieses unkämpferische Ende hat früh Gerüchte entstehen lassen, Hildico habe ihren Mann umgebracht, um Verwandte zu rächen, die 437 im Kampf gegen die Hunnen umgekommen sind. Damals hatte Attila das hunnische Heer nicht angeführt. ... Für Hagen gibt es kein historisches Vorbild. ... Zur Erklärung der Siegfried-Figur ist, besonders von Höfler, auf Arminius hingewiesen worden (Hoffmann, 1979). Beide sind als junge Männer von Verwandten heimtückisch ermordet worden, und Xanten, Siegfrieds Heimatstadt, ist auch Ausgangspunkt für die Arminius-Überlieferung. Aber die Verbindung des heroischen Siegfried mit der mythischen Sagenwelt und die Dominanz traditioneller, märchenhafter Erzählmotive führen nicht zu einer historisch begründeten Fixierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Mythentheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VII. Spezialthemen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Nibelungen von Fritz Lang ====&lt;br /&gt;
[[Bild:saal.jpg|right]]Nach der Fertigstellung des zweiteiligen „Dr. Mabuse“ wandte Fritz Lang sich dem mythologischen Stoff der Nibelungensage zu. Zwei Jahre verwendete er dafür, den Stoff zu verfilmen und es wurde sein bis dahin größter Erfolg. Aus der Stoffmasse mit ihren unterschiedlichen Versionen und den verschiedenen Bearbeitungen, die sie schon erfahren hatte, folgte Lang weitgehend dem eigentlichen Nibelungenlied, wobei er einige Vereinfachungen und Zuspitzungen vornahm. Der Stoff selbst war jedoch vorgegeben und wurde auch kaum entgegen der Überlieferung interpretiert. Langs Leistung besteht in der Illustrierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtwerk ist aufgespaltet in zwei Teile, wie die ursprüngliche Sage dies vorgibt. Im ersten Teil erfahren wir die bekannte Geschichte von Siegfried (Paul Richter), der den Drachen tötet, durch ein Bad in dessen Blut unverwundbar wird und den Nibelungenschatz gewinnt. Er kommt nach Worms an den Hof der Burgunder und hilft König Gunther (Theodor Loos) die amazonenhafte Brunhild (Hanna Ralph), Königin von Island, im Wettkampf zu besiegen und zur Frau zu bekommen. Im Gegenzug erhält er Gunthers Schwester Kriemhild (Margarete Schön) zur Gattin. Im berühmten Streit der Königinnen erfährt Brunhild von Kriemhild, dass es in Wahrheit Siegfried war, der sie besiegte. Um diesen Schandfleck zu beseitigen, lässt Gunther sich von dem düsteren Hagen (Hans Adalbert Schlettow) dazu drängen, Siegfrieds Ermordung zuzustimmen. Den Mord selbst führt Hagen aus, der sich unter einem Vorwand von Kriemhild die verwundbare Stelle markieren lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Teil „Kriemhilds Rache“ steht ganz im Zeichen von Kriemhilds Racheschwur. Kriemhild wird die Frau des Hunnenkönigs Etzel (Rudolf Klein-Rogge) und lädt einige Jahre später Gunther, Hagen und die übrigen Burgunder an den Hof des Hunnenkönigs ein. Sie will Rache an Hagen nehmen und als die Burgunder in Treue zu ihm stehen, dehnt sie ihre Rache auf alle, einschließlich ihrer Brüder aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erster Teil: Siegfried&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann hier nicht darum gehen, den Stoff selbst zu kritisieren, sondern es geht nur darum, was Lang daraus machte. Er entschied sich bei seiner Gestaltung zu vollkommener Stilisierung und Künstlichkeit. Die mythischen Anfangsszenen sind bewusst unwirklich gehalten und halten in ihrer atmosphärischen Wirkung einem Vergleich mit neueren Fantasy-Filmen durchaus stand. Die Welt der Anfangsszenen ist märchenhaft und unterweltlich. Lang arbeitet mit faszinierenden Licht- und Schattenspielen. Er verzichtete bewusst auf Außenaufnahmen und ließ im Studio einen Wald aus gewaltigen säulenartigen Stämmen aufbauen. Die Drachenszene war zu ihrer Zeit etwas nie Gesehenes und Lang war bemüht, die besten Techniker der Zeit um sich zu versammeln. Besonders surreal wirkt eine Szene, in der wir eine Gruppe angeketteter Zwerge sehen, die einen Kessel voll Gold tragen und die beim Tod ihres Königs Alberich (Georg John) versteinern, wobei ihre Gesichtszüge erhalten bleiben. Der Film verblüffte seine Zuschauer mit beeindruckenden Überblendungen, etwa beim Eindringen in die Nibelungenhöhle, oder bei den Szenen mit der magischen Tarnkappe, wie z.B. beim Wettstreit mit Brunhild, wo der unsichtbare Siegfried Gunther die Hand beim Speerwurf führt.&lt;br /&gt;
Die Welt der Burgunder wird geprägt durch ihre monumentale Architektur. Hier dominieren kahle Räume und riesige hohe Hallen. Diese Welt ist streng geometrisch aufgebaut. Wir finden überall symmetrische Muster, sei es im Boden oder bei den Gewändern. Die Menschen wirken klein vor dieser Architektur, etwa in den Domszenen, wo die Personen absolut symmetrisch bis hin zur Farbe der Gewänder vor dem imposanten Dom gruppiert werden. Die Menschen werden dieser Architektur völlig untergeordnet oder besser eingeordnet. Sie werden zum Teil der Architektur, zum bloßen Ornament. Berühmt ist hier die Szene, wo Brunhild bei ihrem Einzug in Worms über eine lebende Brücke vom Schiff an Land geht. Die Personen bewegen sich langsam und statuarisch und immer in strenger Symmetrie, sei es in Reihen oder spiegelbildlich. Eine psychologische Vertiefung erfolgt nicht und wird vom Stoff auch nicht gefordert. Die Personen sind reine Archetypen, sie vollziehen vom Schicksal vorgegebene Handlungsmuster. Die Atmosphäre bei den Burgundern hat insgesamt etwas Totes, was bildlich in den langen Gewändern, den leeren Räumen und der allgegenwärtigen Ritualisierung zum Ausdruck kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In deutlichem Kontrast zum statuarischen Worms steht das Island Brunhilds. Der Burgfelsen ragt aus einem unzugänglichen Flammenmeer hervor, womit visualisiert wird, worum es beim Wettkampf mit der Königin geht: um die Bezwingung ihrer Jungfräulichkeit. Wie die Märchenwelt, aus der Siegfried nach Worms kam, wird auch Brunhilds Welt als heidnisch gezeichnet. Eine Schamanin gibt der Königin vor urzeitlicher Höhlenmalerei ihre Weissagungen. Am deutlichsten unterscheidet sich die Welt Brunhilds durch ihre Bewegungschoreographie von der Welt der Burgunder. Die Amazonen verkörpern in ihren raschen, ungestümen Bewegungen das wilde und natürliche Leben. Der Film deutet so auch die Interpretationsmöglichkeit an, dass Brunhild das Leben ist, das die tote Welt der Burgunder braucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hauptthema des Films gilt gemeinhin die Treue und in der Tat gibt es kaum einen Begriff, der häufiger auf den Schrifttafeln auftaucht, als Treue. Dies ist mit Sicherheit auf den Einfluss von Fritz Langs verhängnisvoller Ehefrau Thea von Harbou zurückzuführen, die hier, wie in vielen anderen Filmen Langs, für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Sieht man sich den Film jedoch wirklich an, so stellt man sehr bald fest, dass sein eigentliches Thema keineswegs die Treue, sondern im Gegenteil der Verrat ist. Siegfried kommt nach Worms, um Kriemhild zur Frau zu gewinnen und er wird von Anfang an von den Burgundern für ihre Pläne zum Betrug an Brunhild benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gunther, der ewig zögernde und schwache König der Burgunder braucht Siegfried, der als einziger in der Lage ist, die übermenschliche Brunhild im Wettkampf zu besiegen. Dafür erhält er Kriemhild als Belohnung. Dies ist der Plan Hagens, der grauen Eminenz seines Königs. Und Siegfried zögert nicht einen Moment, in den Betrug einzuwilligen. Die archaische ungebändigte Kraft Brunhilds wird durch List bezwungen. Und dies wird mit dem hohlen Pathos von Treueschwüren verbrämt. „Halte mir Wort Gunther, wie ich dir Wort hielt.“, sagt Siegfried auf einer Texttafel und es schließt sich der Treueschwur der Blutsbrüder Siegfried und Gunther an. Lang macht mit seinen Bildern und seiner Schnittfolge ganz klar, wie er den Mythos versteht. So sehen wir die Blutsbrüderszene gegengeschnitten mit der betrogenen und zweifelnden Brunhild, die ahnt, das etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann, aber auch mit der naiven und gutgläubigen Kriemhild, die sich auf ihre Hochzeit vorbereitet. Bei den Burgundern ist alles auf Lüge aufgebaut, die ganze vorgebliche Freundschaft und beide Ehen sind auf Lüge gebaut. Und wo bleibt die Treue? Es ist die gegenseitige Treue beim Betrug. Es ist die Treue unter Ganoven.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der Betrug setzt sich fort. Noch einmal muss Brunhild betrogen werden, diesmal in der Hochzeitsnacht. Diesmal zögert Siegfried, doch lässt er sich sehr schnell durch Phrasen wieder einbinden. „Willst du den Freund im Stich lassen?“, fragt ihn Hagen. Und Gunther schweigt dazu und lässt wie immer Hagen für sich reden und Siegfried für sich handeln. Gunther und Hagen werden als die düsteren Intriganten dargestellt, die meist im Schatten sitzen und nur beobachten. Siegfried ist der nützliche Idiot, der sich verwenden lässt.&lt;br /&gt;
Die Betrogenen sind die beiden Frauen, vor allem Brunhild. Sie ahnen mehr, als dass sie wüssten, und so kommt es in der berühmten Treppenszene zum Streit der Königinnen. Brunhild verlangt als vermeintliche Herrin Siegfrieds den Vortritt und Kriemhild zeigt ihr aus gekränkter Eitelkeit den Armreif, den Siegfried der Amazone in der Hochzeitsnacht in Gunthers Gestalt abgenommen hat. Der Streit der Frauen hat seinen Ursprung im Lügengebäude der Männer. Bereut nun einer den Betrug? „Dein Schwatzen war schlimmer als ein Mord, Siegfried“, ruft Hagen. Dann geht es nur noch darum, die Folgen zu beseitigen. Brunhild verlangt aus verletzter Ehre den Tod Siegfrieds und Gunther ist zerrissen wie je: „Soll ich ihn töten, weil er mir treu war?“ Doch Brunhild überzeugt ihn mit dem Argument, Siegfried hätte sie entjungfert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegfried war das Werkzeug beim Betrug der Burgunder. Solange alles geheim war, pflegte man den Schein von Treue und Blutsbrüderschaft. Das zählt jetzt alles nicht mehr. Es geht nur noch darum, den lästig gewordenen Helfer und Mitwisser zu beseitigen. Dem ersten Verrat an Brunhild folgt der zweite an Siegfried. Man veranstaltet eine Jagd und Hagen belügt Kriemhild, um die verwundbare Stelle Siegfrieds zu erfahren. Dann ermordet er Siegfried hinterrücks, als dieser an einer Quelle trinkt. Brunhild, die Barbarin ist es, die zu Gunther sagt: „Um eines Weibes willen erschlugst du deinen treuen Freund“, und sie ist es, die an der Totenbahre Siegfrieds Selbstmord begeht. Kriemhild fordert Gerechtigkeit von ihrem Bruder. Sie verlangt, den Mörder zu bestrafen. Aber Gunther und seine Brüder stellen sich vor Hagen: „Treue um Treue. Seine Tat ist die unsere. Unsere Brust ist sein Schild“. In diesem Moment wird Kriemhilds Verwandlung sichtbar und sie schwört die Rache, die sich im zweiten Teil erfüllen wird. Die Treue- und Ehrbegriffe der Burgunder reichen nicht weiter als die einer Mafia-Bande. Lang macht dies besonders deutlich, wenn er durch seine bildliche Darstellung die schwülstigen Zwischentitel konterkariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Teil: Kriemhilds Rache:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ging es im ersten Teil um Betrug und Verrat, und zwar um mehrfachen Verrat, so steht der zweite Teil ganz unter dem Thema Rache. Kriemhild nutzt zunächst ihr Erbe, den Nibelungenschatz, um damit Verbündete gegen Hagen und ihren Bruder Gunther zu werben. Als Hagen ihr den Schatz raubt und ihn im Rhein versenkt, geht sie auf den Antrag des Hunnenkönigs Etzel ein und verlässt Worms. Sie lehnt ausdrücklich jede Versöhnung mit Gunther ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch stärker als im ersten Teil nimmt jetzt Hagen die zentrale Stellung auf der Seite der Burgunder ein. Er erscheint durchgehend in einem schwarzen Gewand mit Umhang und mit einem gewaltigen Flügelhelm. Um den finsteren Eindruck zu verstärken hat er im Film nur ein Auge. Er ist das Urbild des rationalen Bösewichts, der ohne Skrupel zu jedem Verbrechen im Dienst seines Herrn oder des Staates bereit ist. Er ist die fleischgewordene Staatsräson und kann als Folie für viele faszinierende Filmbösewichter von Dr. Seltsam bis Darth Vader gelten.&lt;br /&gt;
Ihm gegenüber steht jetzt Kriemhild, die sich vom naiven Jungmädchen zur Rachegöttin gewandelt hat. Im Gegensatz zum ersten Teil, wo sie wie Siegfried immer weiß gekleidet war, trägt sie jetzt schwarz. Sie bewegt sich kaum und wenn, dann nur sehr langsam. Damit bildet unter den ständig wimmelnden Hunnen eine Art Statue, was ihren Charakter als Rachegöttin noch verstärkt. Jeden Mann, der ihr begegnet versucht sie auf ihre Rache einzuschwören, sei es der biedere Rüdiger (Rudolf Rittner), sei es ihr neuer Gemahl Etzel oder dessen Bruder Blaodel (Georg John).&lt;br /&gt;
Die Welt der Hunnen steht in scharfem Kontrast zur Welt der Burgunder. Die Hunnen sind in ständiger Bewegung, sie werden als Barbaren gezeichnet, die in Erdhöhlen leben, sie sind orgiastisch und lebensfreudig. Statt der Gemessenheit des ersten Teils mit seinen langen Kamera-Einstellungen dominiert jetzt dynamische Beweglichkeit. Langs Nibelungenfilm stellt das Aufeinanderprallen dieser Welten ohne die platte Schwarzweiß-Malerei vieler neuerer Fantasyfilme dar. Hier steht nicht Gut gegen Böse, sondern es entsteht wirkliche Tragik, da Schuld und Unschuld auf beiden Seiten sich die Waage halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriemhild veranlasst Etzel, die Burgunder an seinen Hof einzuladen. Ihr Verlangen nach Rache jedoch weist er zurück. „Heilig ist der Gast“, sagt Etzel und wird damit zum Vertreter eines archaischen Moralbegriffs, der hoch über der Falschheit der Burgunder steht. Überhaupt wird Etzel, trotz seines wilden Äußeren, als sehr menschlich gezeichnet. Im Gegensatz zur starren Mimik der Burgunder drückt er seine Gefühle immer direkt aus. Wir sehen seine Liebe und Freude, wenn er mit seinem kleinen Sohn zusammen ist und wir sehen später seine abgrundtiefe Trauer, wenn Hagen diesen Knaben töten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz Hagens Abraten reisen die Burgunder zu Etzel und werden von ihm freundlich empfangen, während Kriemhild Etzels Bruder zum hinterhältigen Angriff auf die Knechte der Burgunder überredet. Es folgt ein Gemetzel, bei dem die in der Halle eingeschlossenen Burgunder sich gegen die Angriffe der Leute Etzels und seiner Verbündeten erwehren. Da die Kämpfe ohne Sieger bleiben, lässt Kriemhild das Dach der Halle anzünden. Der nächste Morgen sieht einzig Hagen und Gunther als Überlebende. Solange noch einer seiner Könige lebt, wird er den Ort des Nibelungenschatzes nicht verraten, sagt Hagen. Und als Kriemhild ihren Bruder Gunther töten und seinen abgeschlagenen Kopf vorzeigen lässt, da lacht Hagen: Jetzt wissen nur noch ich und Gott, wo der Schatz liegt. Kriemhild erschlägt ihn eigenhändig, um damit ihre maßlose Rache zu vollenden und sie wird daraufhin von Meister Hildebrand (Georg August Koch), einem letzten Gefolgsmann Etzels, getötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Notwendigkeit und Unbedingtheit, die so charakteristisch sind für die Stoffe der antiken und der germanischen Mythologie, steuert das Geschehen von Anfang an auf sein tragisches Finale zu. Vielleicht sind solche Stoffe nur mit den Mitteln des Stummfilms wirklich angemessen zu verfilmen. Dem archaischen Stoff korrespondiert hier die archaische Form. Ein Problem vieler neuerer Mythenfilme besteht ja darin, dass die pathetischen Dialoge unglaubwürdig wirken oder dass eine psychologische Figurenzeichnung dem Stoff nicht angemessen ist. Mythische Figuren handeln nicht als moderne Personen, sondern sie sind Archetypen, in denen Ideen und Weltanschauungen personifiziert werden. Fritz Lang hat sein Ziel einer adäquaten filmischen Umsetzung des Nibelungenmythos in beeindruckenden Bildern gemeistert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte der Nibelungen ist wahrscheinlich der deutscheste aller Stoffe. Fritz Lang akzeptierte dies ganz bewusst, wenn er seinem Film die Widmung „Dem deutschen Volke“ voranstellte. Wobei zu berücksichtigen ist, dass Langs Werk 1924 in die Kinos kam, neun Jahre vor der Machtergreifung der Nazis. Dennoch gab es Kritiker, die in Langs Darstellung Parallelen zur Ästhetik des Faschismus finden wollten. Es lässt sich nicht bestreiten, dass mit Begriffen wie „Nibelungentreue“ oder mit der Glorifizierung der Siegfried-Figur der Nibelungenstoff für ideologische Zwecke missbraucht wurde. Es sollte aber deutlich geworden sein, dass dies im Film keinerlei Grundlage findet, sowenig wie im Stoff des Nibelungenmythos selbst. Im Gegenteil gilt es, das Werk vor faschistoiden Vereinnahmungen in Schutz zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Filmdaten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (1): Siegfried - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou und Fritz Lang, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Walter Ruttmann, Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Paul Richter, Margarete Schön, Hanna Ralph, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Rudolf Klein-Rogge, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (2): Kriemhilds Rache - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Eugen Schüfftan (Optische Spezialeffekte), Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Margarete Schön, Rudolf Klein-Rogge, Georg John, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.filmzentrale.com/rezis/nibelungensk.htm entnommen aus der Filmzentrale]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Thesen zum geschichtlichen Hintergrund der Handlung und der Personen des Nibelungenliedes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorbemerkung :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der geschichtliche Hintergrund zerfällt vermutlich ebenso wie die Handlung des Epos in zwei Teile, die Ermordung des Helden Siegfrieds und den Untergang der Burgunder im Kampf gegen die Hunnen. Schon früh wurde deshalb spekuliert, dass es sich eigentlich um zwei unterschiedliche Erzählungen handelte, welche nur dramaturgisch durch einen dünnen Handlungsfaden verbunden wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der erste Teil durch seine sagenhaften Anklänge geschichtlich schwerer einzuordnen ist, geht es im zweiten Teil nach wohl vorherrschender Meinung um den Untergang des Burgunderreiches während der Umwälzungen der Völkerwanderung. Aufgrund der besseren Überlieferungslage sind die insoweit handelnden Personen wie Attila alias Etzel oder Theoderich der Große alias Dietrich von Bern historisch leichter zu identifizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bereits am Beispiel dieser beiden verbürgten geschichtlichen Heroen fällt auf, dass im Nibelungenlied verschiedene „Heldengestalten“ miteinander agieren, welche sich tatsächlich niemals begegnet sind. So war Attila bei der Geburt Theoderichs bereits verstorben. Auch verbrachte Theoderich seine Jugend nicht als Geisel bei den Hunnen, sondern am Hof des oströmischen Kaisers Leo I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Das Reich der Burgunden als Hintergrund von „Krimhilds Rache“ :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Neckar - Taunus Raum kommend, drang der germanische Stamm der Burgunden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
( später auch Burgunder genannt ) um den Jahreswechsel 406 / 407 im Zuge der Zerfalls- erscheinungen des römischen Limes über den Rhein vor. Ca. 413 schlossen sie mit dem weströmischen Reich einen Bündnisvertrag, welcher ihnen als „Foederati“ gegen Stellung von Truppen einen großen Siedlungsraum im Rheingebiet zugestand. Ob es sich dabei tatsächlich um das mittelrheinische Gebiet um die Stadt Worms herum handelte, ist noch strittig. Als die Burgunden unter ihrem Anführer Gundahar ab 430 begannen, sich weiter nach Westen in römisches Provinzgebiet auszudehnen, kam es erneut zum offenen Konflikt mit dem West-reich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unschwer ist in der Person des Gundahar die Person des Gunthers aus dem Nibelungenlied zu identifizieren. Anders als dort ist sein historischer Gegenspieler jedoch nicht der Hunne Attila, sondern der römische Heermeister Flavius Aetius.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der um 390 geborene Aetius war in seiner Jugend zunächst als Geisel bei den Hunnen aufgewachsen. Nach einer glanzvollen militärischen Karriere als „Magister militum“ des weströmischen Reiches floh er aufgrund einer Palastintrige erneut zu den Hunnen. Mit deren Hilfe kehrte er 433 an den weströmischen Hof zurück, wo er als Heermeister das marode Reich ein letztes Mal militärisch stabilisieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu zählte insbesondere der Feldzug gegen die Burgunden, wobei sich Aetius aufgrund seiner Beziehungen auch hunnischer Hilfstruppen bediente. In den folgenden Kämpfen der Jahre 435 / 436 wurde das Reich der Burgunden von den Truppen des Aetius vernichtet und Gundahar getötet. Anschließend siedelte der siegreiche Feldherr die überlebenden Burgunden im Rhonetal / Savoyen als Puffer gegen die germanischen Alemannen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Das Leben Attilas als Hintergrund von „Krimhilds Rache“ : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hunnenkönig Attila trat nach den historischen Quellen bei dem Feldzug gegen die Burgunden selbst nicht in Erscheinung. Er regierte die Hunnen seit 434. Nach der Ermordung seines Bruders Bleda 444 / 445 wurde er ihr unbeschränkter Großkönig mit Herrschaftssitz in der ungarischen Tiefebene an der Theiß. Während er Feldzüge gegen Ostrom unternahm, unterhielt er zum weströmischen Reich, vermutlich aufgrund des dortigen Heermeisters Flavius Aetius ( s.o. ), überraschend gute Beziehungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nach einem als Heiratsangebot getarnten Hilfserbitten der verzweifelten Schwester des weströmischen Kaisers Valentinian III forderte Attila sogleich die Hälfte Westroms als „Brautgeschenk“. In der Folge fiel er mit seinen überlegenen Reiterhorden in das Reich ein und konnte erst nach langen wechselhaften Kämpfen im Jahr 451 in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern von Flavius Aetius und einem Vielvölkerheer aus Römern, Westgoten und anderen Germanen ( vermutlich auch Burgundern ) zurückgeschlagen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
452 fiel Attila erneut mit seinem Heer in Italien ein. Diesmal wurde sein Kriegszug nach anfänglichen Erfolgen letztlich wohl durch Seuchen und Versorgungsprobleme gestoppt, welche der Römer Aetius durch die ausweichende Militärtaktik der „verbrannten Erde“ noch gesteigert hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser wiederholten Niederlage zog sich Attila in seinen Herrschaftsraum zurück und starb 453 während der Hochzeitsnacht mit seiner germanischen Braut Ildikó, der Tochter eines gotischen oder gar burgundischen Fürsten. Die Todesursache war entweder ein Blutsturz oder beigebrachtes Gift.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Ildikó auch als Hildiko bzw. neuhochdeutsch „Hildchen“ übersetzt werden kann, sieht man in dieser Braut des Attila ein mögliches Vorbild für die Krimhild der Nibelungensage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der mächtige Heermeister Flavius Aetius wurde 454 während einer Audienz vom damaligen Kaiser Valentinian III eigenhändig umgebracht. Gelegentlich wird der Römer Aetius aufgrund seiner historischen Rolle als der eigentliche „Etzel“ des Nibelungenliedes angesehen. Auch waren es historisch gesehen letztlich die Römer, welche den Untergang der Burgunden / Nibelungen und den Tod Gundahars / Gunthers zu verantworten hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Das Leben des Arminius / Hermann als Hintergrund von „Siegfrieds Tod“ :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Rollen des Gunther, des Etzel und der Krimhild aufgrund der historischen Geschehnisse leicht(er) zuzuordnen sind, stellt sich für den ersten Teil des Nibelungenliedes die zentrale Frage, welche historische Persönlichkeit eine derartige Wirkungskraft ausgeübt haben könnte, um aus dem Dunkel der sagenhaften Überlieferungen ein Vorbild für die Figur des Helden Siegfried zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angeführte „zeitgenössische“ Personen der Völkerwanderung werden dem nicht ansatzweise gerecht. Aus den langen Auseinandersetzungen zwischen Römern und Germanen , um die geht es letztlich trotz aller Verzerrungen auch im Nibelungenlied ( s.o. ), ragt jedoch ein Mann hervor, dessen Leben und Sterben in den grundlegenden Motiven auf den Sagenheld Siegfried wie eine Schablone zutrifft : Arminius, der Fürst der Cherusker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;a. Das Motiv der Herkunft und Namensgebung&#039;&#039;&#039; :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Versionen der nordischen Sagas wächst Siegfried in der Wildnis auf, gesäugt von einer Hirschkuh. Ggf. stellt dies eine Parallele zur römischen Sage von der Romulus und Remus säugenden Wölfin dar. Nach verschiedenen Deutungen des Stammesnamens der Cherusker ist wohl der Hirsch, germanisch &#039;&#039;herut&#039;&#039;, als deren „Wappentier“ anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Nibelungenlied wird der Name von Siegfrieds Vater mit Siegmund angegeben. Nach den römischen Quellen lautet der Name von Arminius Vater Sigimer oder Segimer. Die Silbe Sig bzw. Seg war bei den Cherusker offenbar recht gebräuchlich ( siehe z.B. auch Segestes ) und deutete wohl auf Auszeichnung im Kampf hin. Der Name der Mutter des Arminius bleibt unerwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch sein germanischer Name ist unbekannt. Der Name Arminius wurde ihm von den Römern wie üblich erst bei der Verleihung des römischen Bürgerrechts gegeben. Er steht wohl am ehesten für „der Blauäugige“ (von &#039;&#039;armenium&#039;&#039; - „bergblau“). So wurde der Bruder des Arminius von den Römern auch nur schlicht Flavus, „der Blonde“, genannt. Der Name Hermann taucht erst später im Mittelalter auf und wurde angeblich von Luther geprägt. Angesichts der hohen Stellung seines Vaters Sigimer ist der gleichbleibende Namensteildes „Sig“ bei dem germanischen Namen des Arminius naheliegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Herkunft Siegfrieds wird im Nibelungenlied Xanten angegeben. Die historische Stadt Xanten ist römischen Ursprungs und diente unter dem Namen Vetera als eines der zentralen Lager der römischen Rheinlegionen. Arminius ist zunächst selbst ein Mitglied dieses Heeres, welches später von ihm vernichtend geschlagen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;b. Das Motiv des mutigen Kämpfers : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Siegfried im Nibelungenlied war Arminius nicht nur ein Anführer seines Volkes, sondern auch ein im Kampf erfahrener und herausragend erfolgreicher Krieger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im römischen Militärdienst ab spätestens 4 bis 9 n.Chr. zeichnete sich Arminius als Führer von germanischen Hilfstruppen in den Feldzügen des späteren Kaisers Tiberius in Germanien und / oder Pannonien derart persönlich aus, das er in einer bis dahin beispiellosen Karriere als Germane sogar in den römischen Ritterstand aufsteigen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der persönlich mit ihm bekannte römische Historiker Paterculus, selbst ein ranghoher Soldat, schilderte den späteren Gegner Arminius nach den gemeinsam verbrachten Kriegsjahren wie folgt : “ Er war tüchtig im Kampf und rasch in seinem Denken, ein beweglicherer Geist als es die Barbaren für gewöhnlich sind. Das Feuer seines Geistes verriet sich schon im Blick seiner Augen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;c. Das Motiv des Drachenkampfes :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich durch die persönlich erlebte römische Herrschaftspraxis in der germanischen Provinz entschied sich Arminius jedoch trotz geringer Erfolgsaussichten für den Kampf gegen die zu dieser Zeit geradezu übermächtig wirkende „Weltmacht“ Rom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungeachtet aller persönlichen Gefahren und trotz Verrats seiner Pläne organisierte Arminius, quasi vor den Augen des recht vertrauensseligen Statthalters Varus, einen erfolgreichen germanischen Aufstand der durch das Inferno der Schlacht im Teutoburger Wald bzw. Varusschlacht um 9 n.Chr. mit einem Schlag die römische Herrschaft in Germanien jenseits des Rheins beendete und Rom in seinen Grundfesten erschütterte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Motiv des Kampfes gegen einen schier übermächtigen Gegner findet sich bei Siegfried in Form des Drachenkampfes wieder. Die insoweit deutlich detaillierten Edda-Schilderungen über den Drachenkampf lassen überraschende Parallelen zu den jüngsten Erkenntnissen über den mutmaßlichen Ablauf der Varrusschlacht aus dem Raum um Kalkriese erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So stellt Siegfried dem Ungeheuer auf dessen Weg zum Wasser mit einer Erdgrube eine Falle. Darin verborgen sticht er dem Lindwurm in das Herz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kalkriese wurde eine Erdwallanlage aufgefunden, mit der die dahinter verschanzten Germanen unter Arminius den auf dem Rückmarsch zum Rhein befindlichen römischen Legionen den Weg abgeschnitten haben sollen. Vermutlich kam es dort zu dem Endpunkt eines sich über mehrere Tage hinziehenden Kampfes, in welchem die Legionäre in ihrer verwundbaren Marschformation von den Germanen angegriffen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der sich über viele Kilometer erstreckende Zug der Römer unter dem Befehl des Statthalters Varus, bestehend aus den drei kampfstärksten Legionen des Reiches, jeder der bis zu 18.000 Berufssoldaten mit Kettenhemd, Helm und eisenbeschlagenem Schild, wird wohl selbst von heutigen Autoren noch als „lindwurmartig“ bezeichnet. Den drei Legionen voran wurden die römischen Feldzeichen getragen. Zu Zeiten des Arminius waren dies die römischen Adler. Bereits vor der Völkerwanderung wurde der Adler im römischen Heer jedoch durch den eindrucksvollen Kopf eines Drachen ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Standartentraeger.png|thumb|Nachbildung eines römischen Standartenträgers der Kavallerie nebst drachenköpfigem Feldzeichen aus der späten Kaiserzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;d. Das Motiv des Blutbades und der Unverwundbarkeit :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Sieg über den Drachen nimmt Siegfried ein Bad in dessen Blut, um hierdurch für seine Feinde unverwundbar zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Sieg des Arminius und seiner Verbündeten ist absolut. Die drei Legionen nebst Tross und Hilfstruppen werden so vollständig vernichtet, dass sie auf kaiserliche Weisung hin nie wieder aufgestellt werden. Der Statthalter Varus stürzt sich auf dem Schlachtfeld in sein Schwert. Das seit langer Zeit sieggewohnte römische Reich ist nach heutigen Maßstäben geradezu traumatisiert. Der damalige Kaiser Augustus soll mit dem Ruf „Varus, Varus gib mir meine Legionen zurück“ aufgelöst durch seinen Palast geirrt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem morastigen Schlachtfeld lagen unter Berücksichtigung der germanischen Verluste bis zu 25.000 Tote nebst Pferden und Maultieren. Nach den römischen Quellen und den Erkenntnissen bei Kalkriese hatte es zuvor bzw. während des Kampfes in Strömen geregnet. Selbst für die damaligen Verhältnisse muss das Kampfgebiet einen apokalyptischen Eindruck geboten haben, zumal Schlachten dieser Größenordnung auf germanischem Gebiet bisher kaum stattgefunden hatten. Nach vorsichtigen Schätzungen moderner Militärhistoriker dürften aufgrund der Schwere der damaligen Kampfverletzungen allein 50.000 Liter menschlichen Blutes den aufgeweichten Boden, die Regenpfützen und die umliegenden Wassertümpel getränkt haben. Verletzte und wohl auch gefangene Römer wurden noch vor Ort massakriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Fragmentfunden aus Kalkriese gingen die Sieger dazu über, den toten Legionären die Rüstungen vom Leib zu reißen. In dem zu dieser Zeit noch eher kleinbäuerlich geprägten Germanien waren Metalle nur spärlich verfügbar. Fast nur Adlige konnten sich Schilder, Kettenhemden, Helme oder Schwerter aus Metall leisten. Der einfache Krieger zog mit dem im Feuer gehärteten Speer und einem Schild aus Holz in die Schlacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nunmehr aber verfügte die Allianz des Arminius neben ihrer spärlicheren Hilfstruppen-ausrüstung mit einem Schlag über zehntausende hochwertige Rüstungen nebst Helmen und Schilden aus den römischen Legionsbeständen. Der weitere Kriegsverlauf belegt die folgende „Unüberwindbarkeit“ der Kämpfer des Arminius.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;e. Das Motiv des Hortes und der darin befindlichen Schätze : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem Sieg über den Drachen gelangt Siegfried an unermessliche Reichtümer aus dem Hort der Nibelungen, darunter eine Tarnkappe und einen Stab der Beredsamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arminius fielen neben den unbezahlbar wertvollen Waffen der Rheinlegionen auch deren gesamte Habseligkeiten, die prachtvolle Ausstattung des römischen Statthalters und wohl unzählige Trossangehörige als Sklaven in die Hände. Römische Städte und Ansiedlungen auf germanischem Gebiet, wie z.B. Waldgirmes, wurden zerstört und vollständig geplündert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie zuvor bei der Planung des Aufstandes unter den Augen der Römer gelang es Arminius mit einer bis dahin nahezu einmaligen diplomatischen Leistung ein dauerhaftes Bündnis aus verschiedenen, traditionell zerstrittenen germanischen Stämmen zu schmieden. Dieses erwies sich als stark genug, um den römischen Rache- und Rückeroberungsfeldzügen der Jahre ab 14 bis 17 n.Chr. erfolgreich standzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der römische Feldherr Germanicus setzte während dieser mehrjährigen Feldzüge zeitgleich nahezu ein Drittel des gesamten römischen Heeres der damaligen Zeit ein. Arminius griff seinerseits immer wieder auf eine ausweichende Guerillastrategie zurück. Überraschende Angriffe auf die Marschkolonnen des Gegners und kontrollierte Absetzbewegungen in den schützenden Wald bei einem problematischen Kampfverlauf kennzeichneten die bevorzugte Taktik des Arminius. Angesichts dramatischer römischer Verluste und geringer Erfolge befahl der nunmehrige römische Kaiser Tiberius, ein früherer Kampfgefährte des Arminius (s.o.), im Jahr 17 n.Chr. seinem Feldherrn Germanicus den endgültigen Abbruch der Feldzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der weiteren Folge nahm es Arminus noch im selben Jahr mit Marbod, dem äußerst mächtigen König der Markomannen und dessen unabhängigen Großreich im heutigen Tschechien bzw. Böhmen auf. Dieses verfügte nach römischen Quellen über ein Heer von ca. 75.000 Kriegern und hatte bis dahin selbst für Rom eine nachhaltige Gefahr dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und auch in diesem Kampf gelang dem Stammesbündnis unter Führung des Arminius der Sieg. Und dies trotz des verräterischen Überlaufens seines Onkels Inguiomerus zu den verfeindeten Markomannen. Der gedemütigte Marbod musste im Jahr 19 n.Chr. schließlich sogar in ein römisches Exil fliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Krieg erwies sich der geschickte Kämpfer und Diplomat Arminius damit trotz seiner militärisch übermächtig wirkenden Gegner als unbesiegbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;f. Das Motiv des Verrats und der Ermordung durch die eigenen Verwandten : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der unverwundbare Siegfried wird von den gekränkten und neidischen Verwandten seiner Ehefrau mittels einer List hinterrücks ermordet. Die Tat wird von dem grimmen Hagen ausgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Berichten des Tacitus zum Tod des Arminius ist festgehalten, dass dieser ca. 19 / 21 n.Chr. durch die „Hinterlist seiner Verwandten fiel“. Er hatte wohl auf dem Weg zu einer Art „Königswürde“ zu viel Macht erlangt und erschien nach Wegfall des äußeren Feindes im internen Gefüge der Stammesfürsten schlicht zu gefährlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mörder des Arminus wird namentlich nicht genannt. Ausgehend von dem spärlichen Berichten des Tacitus verblieben jedoch nach dem Verrat des Onkels Inguiomerus ( s.o. ) nur noch zwei in Betracht kommende Verwandte : Flavus, sein Bruder, und Segestes, der Schwiegervater des Arminius. Beide stehen während der kriegerischen Auseinandersetzungen zumeist auf Seiten der Römer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Segestes soll Arminius sogar noch (erfolglos) an Varus verraten haben. Obwohl oder gerade weil Arminius seine Tochter Thusnelda zur Ehefrau genommen hatte, betrieb Segestes auch später noch dessen Vernichtung. Schließlich begab sich Segestes im Verlauf der geschilderten Feldzüge 15 n.Chr. nebst seiner Tochter sogar persönlich in die helfenden Hände der Römer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bruder Flavus blieb als Anführer von Hilfstruppen bis zum Ende der Kämpfe 17 n.Chr. seinem einstmaligen Schwur auf den römischen Kaiser treu. Wie Hagen in verschiedenen Edda-Versionen verlor Flavus nach den römischen Quellen während der Kämpfe ein Auge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich der Feldzüge lieferten sich Arminius und Flavus über die Weser hinweg ein sehr persönliches Wortgefecht, wobei laut des römischen Geschichtsschreibers nur das schnell fließende Wasser ein sofortiges Blutvergießen verhinderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessanterweise wird Hagen von Tronje in mehreren Deutungen des Ortsnames Tronje ein römischer Hintergrund zugewiesen. So wird das sagenhafte Troja als das Ursprungsland der ersten römischen Siedler oder das in der Nähe von Xanten gelegene Römerlager Colonia Ulpia Trajana als mögliche „Herkunft“ Hagens angeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der historisch verbürgte Flavus an den Feldzügen des Germanicus teilnahm ( s.o. ), ist sein Standort in diesem Militärbereich zumindest möglich. Er hatte jedenfalls nach dem Ende des offenen Kampfes, ggf. im naheliegenden Zusammenspiel mit einem im Hintergrund die Fäden ziehenden Schwiegervater Segestes, ein Motiv und räumlich gesehen wohl auch Gelegenheit zum geschilderten „hinterlistigen“ Mord an Arminius. Bezeichnenderweise wurde erst dem in Rom geborenen Sohn des Flavus mit Namen Italicus von den führungslosen Cheruskern im Jahr 47 n.Chr. die Herrschaft über den Stamm angetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor diesem Hintergrund sei noch angeführt, dass in der dem Nibelungenlied ähnlichen Thidrekssaga der dort als „Högni von Troia“ bezeichnete Hagen kurz vor seinem Tod mit einer „hunnischen“ (s.o.) Sklavin einen Sohn zeugt und dieser den Schlüssel zum Hort Siegfrieds übergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;g. Das Motiv der treuen Ehefrau am fremden Hof und des gemeinsamen Sohnes : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krimhild bleibt Siegfried nach dessen Ermordung in aufrechter Liebe und Trauer verbunden. Sie rächt seinen Tod am Hofe der Hunnen an ihren Verwandten. Der gemeinsame Sohn wird ohne nähere Beschreibungen in das Nibelungenreich gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tragische Beziehung zwischen Arminius und seiner Ehefrau Thusnelda ist wohl das erste überlieferte „Liebesdrama“ aus dem deutschen Raum. Nach wiederholten Zerwürfnissen mit seinem im Machtgefüge konkurrierenden Schwiegervater Segestes muss Arminius miterleben, wie dieser im Jahr 15 n.Chr. die schwangere Thusnelda nach Rom verbringen lässt. Zur Haltung Thusneldas in dieser Situation schreibt der römische Historiker Tacitus wörtlich : „Sie stand mit dem Herzen mehr auf der Seite ihres Mannes als ihres Vaters. Sie ließ sich keine Träne entlocken und kein flehendes Wort verlauten; die Hände im Schoß zusammengelegt, blickte sie auf ihren schwangeren Leib.“ Sie sah Arminius niemals wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sohn des Arminius mit dem überlieferten Namen Thumelikus wird während des so erzwungenen Aufenthalts im römischen Reich geboren. Seinen Vater hat er weder sehen, noch rächen können. Seine Spur verliert sich letztlich im Dunkel der Geschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der einst so mächtige Stamm der Cherusker hinterlässt bald keine geschichtlichen Spuren mehr. Nach andauernden internen Zwistigkeiten, befördert durch die erfolgreiche römische Diplomatie des „Teile und Herrsche“ geht auch dieser Volksstamm ähnlich wie später die Burgunder sinnbildlich unter. Mutmaßlich gehen die Angehörigen der Cherusker später in dem sich langsam bildenden Stammesverbund der Franken auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;h. Das Motiv des Gedenkens in Liedern und Gesängen : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Helden Siegfried wurde im germanischen Sprachraum dauerhaft in den Überlieferungen der Edda und letztlich auch im Nibelungenlied gedacht. Sämtliche Schilderungen wurden deutlich nach den dramatischen Ereignissen um den Cherusker Arminius niedergeschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine germanische Geschichtsschreibung fehlte zu dessen Zeit noch und wurde durch die mündliche Überlieferung und Gesänge ersetzt. Eine noch im späteren Mittelalter bei den Volkssagen zu beobachtende märchenhafte bzw. symbolische Verfremdung und / oder Überhöhung der wahren Personen und Ereignisse ist einer derartigen Überlieferungsform geradezu innewohnend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich berichtet der römische Historiker Tacitus in seinen zu Beginn des 2. Jahrhunderts n.Chr. verfassten und lange verschollenen „Annalen“ bzgl. des germanischen Gedenkens an Arminius wörtlich : „Noch heute besingt man ihn bei den barbarischen Völkern.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst seine römischen Feinde fällten über ihn ein historisches Urteil, welches Arminius bei den germanischen Völkern unsterblich gemacht haben mag. So heißt es bei Tacitus weiter :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Arminius hat nicht wie andere Heerführer und Könige das römische Volk in seinen Anfängen herausgefordert, sondern das in höchster Blüte stehende Reich. In den Schlachten kämpfte er mit wechselndem Erfolg, im Krieg blieb er unbesiegt. Er war ohne Zweifel der Befreier Germaniens.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den sicheren Nachweis, dass das Schicksal des Arminius in der Form der Siegfriedsage und dem Nibelungenlied verewigt wurde, bleibt die Geschichte leider wohl für immer schuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Thesen bleiben auch unter den Experten aus den unterschiedlichsten Gründen heftig umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber welcher Sänger oder Barde würde wohl einen solchen Menschen mit all seiner persönlichen Tragik jemals der Vergessenheit preisgegeben haben !?&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Nibelungenlied</title>
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		<updated>2011-02-21T13:19:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* I. Fragestellungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== &#039;&#039;&#039;Symposien&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
*13.08.2009 - 20:30 Uhr bei Tobias. Themen: Einführung und erste Textpassagen, Nachwort Grosse. Wir lesen Brackert: Ende 3. Aventiure.&lt;br /&gt;
*2.09.2009 - 20:30 bei Tiemo 4. und 5. Aventiure gelesen&lt;br /&gt;
*12.9.2009 - 20:00 Wanderhütte bei Dörscheid am Rhein. Bis Ende 9. Av. gelesen. siehe auch [http://www.schneelaeufer.de/2009_Rhein unsere Fotos]&lt;br /&gt;
*30.09.2009 - 20:45 bei Tiemo. Andreas: Die Edda und das Nibelungenlied. Gelesen bis Ende 14.Av.&lt;br /&gt;
*14.10.2009 - 20:30 bei Matthias. Matthias-Vortrag: historischer Kontext Siegfried-Arminius, Burgunden-Römer; Dietrich von Bern. Bis Ende 16. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*05.01.2011 - 20:00 bei Matthias. Erstmal wieder reinkommen. Bis Ende 18. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*26.01.2011 - 20:30 bei Andreas. Bis Ende 20. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*10.02.2011 - 20:00 bei Matthias. Bis Ende 24. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*23.02.2011 - 20:30 bei Tobias.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Thesen, Kurzeinträge, Literatur. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Fragestellungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Was unterscheidet Mythologie von Religion? Wenn es im ersten Teil vom NL um mythologische Resonanz geht, stellt sich die Frage, ob hinter dieser Mythologie ein Sinn steht, eine Antwort auf die Frage nach Ursprung und Ende, oder eben Sinn auf ganz andere Weise generiert: Liebe, Treue, Kampf? Es stellt sich auch die Frage, inwiefern Epen die Roman-Funktion übernahmen, die Lukács definierte: der Roman ersetzt das in der Moderne nicht erfüllte Bedürfnis nach Transzendenz, nach einem metaphysischen Zuhause.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Wie wichtig ist das Treue-Motiv? Zumindest das Wort ist dominant. &amp;lt;span style=&amp;quot;color: color&amp;quot;&amp;gt;Was ist Treue? Wer ist treu?&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Was baut eigentlich den übergreifenden Spannungsbogen im NL auf? Worum geht es?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Was für ein Held ist Siegfried (Hybris, naiv, unbescholten etc.)? Vor allem Eines: unbekümmert! - Gegenpol des &amp;quot;Kümmerers&amp;quot;, des grimmen Hagen - grimm ob der Last des ständigen Bedenkens, Grübelns. Seliger Siegfried! Und überhaupt: was zeichnet einen Helden aus, was ist ein Anti-Held? Übt NL Kritik am Helden-Epos, indem Helden unmöglich werden? (NL weniger Helden- als vielmehr höfisches Epos. Heldenepos: 1 menschlicher Held. NL: diverse ausgezeichnete Recken einerseits und andererseits Überlagerung durch das Höfische.) Ironisiert NL die Heldenfrage? Siegfrieds Vorstellung am Hof Worms ist Hybris-artig: Ich schlage alle, ich nehme mir alles. Keine Spur von Weisheit. AV2, 55: Holt sich gewaltsam, was er will. 88: schlachtet für den Nibelungenschatz 700 Krieger und 12 Riesen, später aus Spaß Löwen, Elche, Bären, Wisente...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hybris-, Minne- und Treue-Motiv: wie verhalten sie sich zueinander? Ist Minne Glaubensersatz an das Transzendente, damit Immanenz-Erscheinung? Was ist/bedeutet Liebe zu einer Frau und zu einem Mann?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Welche Rolle spielen Frauen? Mit Kriemhield geht&#039;s los, sie verbindet die beiden großen Teile, sie initiiert große Ereignisserien.&lt;br /&gt;
Krimhild, die Klammer des Epos.   &lt;br /&gt;
Brunhild, die Klammer zu den alten Sagen.&lt;br /&gt;
Wenn Frauen aktiv werden, dann öffnet sich der Himmel und es regnet Unheil und Grauen. Sie dürfen nicht unterschätzt werden. Sie dürfen gar nicht zu (widernatürlicher) Aktivität gereizt werden, müssen also gut behandelt werden. Dann kann die natürliche Ordnung bestehen bleiben.&lt;br /&gt;
   Frauen sind der Ausblick in eine individualistische Zukunft (siehe erweiterte Minne-These V 5)&lt;br /&gt;
Ein bestimmtes Verhalten Frauen gegenüber macht auch das &amp;quot;Höfische&amp;quot; aus (siehe auch Subversions-These V 10).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hagen, der Wissende: AV 3, 84: berichtet über Siegfrieds große Taten, erkennt ihn, erwähnt ganz kurz den Drachenkampf (100).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Siegfrieds Riss im schützenden Hautpanzer ist zugleich Möglichkeit des grundlegenden Risses in der Großhandlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Siegfried: kämpft mit dem Schwert Balmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Kriemhild träumt in AV1, 11: von ihrem Schicksal, stemmt sich dagegen (keinen Mann kennenlernen), doch dann verliebt sie sich in S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Was heißt es, ein „wahrer Ritter“ zu sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Gibt es eine &amp;quot;Epos-Entwicklung&amp;quot; vom Gilgamesch (Menschliche Handlungen werden durch uneinheitliche Gottesmacht gelenkt), über Beowulf (Menschen handeln selbstständiger, sind aber mystischen  Kräften - Drachen &amp;amp; Monstern, ausgesetzt) zum Nibelungenlied (bei dem der Mensch nur noch durch rein menschliche gegenseitige Beeinflussung nicht seine Handlung voll kontrolliert)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Was verbindet die verschiedenen Epen? - Länge, Verse, übergreifende Themen mit Völkern, Ländern und vielen handelnden Personen und mystischen Kräften (Göttern, Monstren, Drachen, und mystischen zwischenmenschlichen Strukturen)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. V150 Schicksalsmotiv: Sterben wird, wer dem Tod verfallen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. V155: Wahre Freundschaft: Vertrauen, Tapferkeit, Dank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. V175: Übermuts-Motiv. V381: Eifer bringt Unheil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. V198: andauernde körperliche Konfrontation: scharfe Schwerter, tiefe Wunden, Blutströme, Frauen, die Leid ertragen, Kampf, Sein-Leben-Lassen ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. V207: Siegfried hat das Schwert Balmung. Tatsächlich: er hat es einfach. Die, vermutlich bekannte, Geschichte dieser trefflichen Waffe ist dem NL-Dichter nicht wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19. V224, 238: Liebesmotiv Kriemhild-Siegfried ist an den Sorge und Kampf gebunden: Übermittlung von Nachrichten über den Zustand, Freude über erschlagene Gegner, den Sieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. V230: Siegfried vereint alle Tugenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. V232: Es geht darum, die Ehre ohne Makel zu bewahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Warum ist Siegfried so stark? Vermutung: externer Verweis auf die Edda-Geschichten. man kennt den überstarken Siegfried bereits ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Schlacht gegen die Sachsen: alle sind Helden, nur die Burgunder sind Über-Helden. Das Nibelungenlied protzt nur so vor Lob nach allen Seiten über Tapferkeit, Schönheit etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Das Niblungenlied etabliert ein Wettkampf auf allen Ebenen (vgl. V271): vom richtigen Kampf, zum anschließenden Turnier, zum Kampf mit Brünhilde im Bett ... Liest man hier etwas Krankhaftes, ein Sich- ständig-beweisen-müssen? Ist es eine Unruhe der Immanenz, in der keiner göttlich sanktioniert einfach besser ist? Ständiger Konkurrenzkampf als Ausdruck sozialer und/oder wirtschaftlicher Verschiebungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. Gibt es im Nibelungenlied eine richtige Reflexionsebene? einen Weisen, einen Alten? Bei Siegfried scheint es ja quasi aus seiner Natur herauszuwachsen. Als Siegrfried &amp;amp; Co. zum Brünhilde-Ausflug rüsten, klingt alles spontan, Entscheidungen werden erst kurz vor den Ereignissen getroffen, kurz und wenig überzeugend, vielmehr naiv, ohne Bedenken der Folgen. Eben unbekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. V296: Neid!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. V324, 328: Ankündigung von Siegfrieds Tod und des Tods der anderen Helden. Es gibt eine Art Schicksalsmotiv, unbewusst auf der Ebene der Akteure - bis auf Kriemhild und ihren Traum, den sie aber offensichtlich nicht ernst nimmt. Erst der Erzähler hat im Nachhinein den Überblick ... V337: immer wieder Vorgriffe auf den Ereignisverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. V336: Tarnmantel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. V360: sich schön kleiden, zur Hochzeit, Seide,Brokant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Am Ende der 6. Aventiure scheint Siegrfried schlauer zu werden, während der Planung zum Brünhilde-Ausflug. Was bedeutet der Ausdruck &#039;listig&#039; hier? Was ist nicht-listig? Und: wie steht es um die Paare listig-weise, listig-naiv?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31. Warum interveniert Hagen nicht entschieden vor dem Brünhilde-Auszug? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. Was heißt Liebe im NB?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Der Königinnenstreit (Av. 14) ist der Punkt an dem sich eine Spirale ohne Umkehr bis zur Vernichtung der Nibelungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Warum riskiert Siegfried, dass Brünhild von Kriemhield Ring und Gürtel zu sehen bekommt und die unaufhaltsame Krise einleitet? In der 11. Av. (714) wird Siegfried in der Siegmund-Nachfolge zum gerechten Herrscher inkl. Rechtsprechung, in der 14. Av. zeigt die aufgebrachte Kriemhild (B. bezeichnet S. als einen Eigenmann)Ring und Gürtel, die ihr S. wohl plus Geschichte gab! Wie erklärt sich diese Einfältigkeit? Ist es eigentlich, aus der Sicht der Zeitgenossen, unwichtig, wie genau die Krise eingeleitet wird, da sie als Schicksal so wie so irgendwann kommt? Ist daher auch die Konsistenz von S.s Charakter dem untergeordnet?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Gunther, der König, zeigt wiederholt Schwächen: seine Leidenschaft für Brünhild, sein Einlenken in Hagens Mordplan (872ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. 16. Av. 934ff.: Auffallend ist, dass S. hier als &amp;quot;Jäger&amp;quot; ein Tier nach dem schlachtet, wie ein Massaker, und dann selbst aufgespießt wird. Intensives Todesthema.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Was ist ein &amp;quot;Held&amp;quot; und ein  &amp;quot;Heldenepos&amp;quot;? Wann kommt dieser Diskurs auf? Im NL werden die Recken oft auch &amp;quot;Helden&amp;quot; (mhd) genannt. Es scheint, es meint einfach nur: tatkräftiger Mann, einer, der Ereignisse beeinflussen kann, einer, der Macht und Herrschaft erfolgreich ausübt, unter gewissen moralischen Rahmenbedingungen (H.s Ermordung S.s ist keine Heldentat).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
38. Was war das weibliche Schönheitsideal der Zeit? War die mannsstarke Brünhilde erotisch? Warum ist sie so anziehend für Gunther?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
39. Um Siegfried herum geht es immer wieder um Freundschaft, gute Freunde, etwa V 1054.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40. Warum wird aus Siegfrieds Sohn keine Rache-Träger? (V 1090)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41. Wie groß ist der Kreis der Mittwisser um den Mordplan für Siegdried? Siehe 865.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42. Nach Siegfrieds Tod gibt es keine große Aufruhr, es geht eher ums vertuschen, Räuber-Geschichte etc. V 1000.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
43. Kriemhild liebt Siegfried innig, klassisch, oder? V 924.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44. Übermut-Motiv: etwa bei Brünhild.V 1100.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45. 20. Av.: Wusste Rüdiger vor dem Werbezug für Etzel und seinem Kriemhild-Versprechen (sie bedingungslos zu rächen, sofern es zu Kränkungen kommt)von Siegfrids Ermordung? Es scheint nicht so. Rüdiger (1201) kommt gut mit Hagen und anderen aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46. 20.-21. Av.: Es geht immer wieder darum, Kriemhild &#039;fröhlich&#039; zu machen. Was ist das für eine Stimmung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47. 20.-21. Av: Zusammenhalt wird immer wieder mit einem Appell an Freundschaft (&#039;Freunde&#039;) in Verbindung egbracht. Etwa 1246, 1282.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48. 1214: Es cheint erstaunlich, dass sie Hagen nicht gegen die anderen durchsetzt (Verhinderung der Werbung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49. In der 19. Av. kommt es zum Klimax der Aufweichung des Höfischen und der Werte. In Brackert (1994) ist hierzu ein guter Kommentar (keiner straft Hagen etc.), S. 284, Note 113: man zürnt, greift aber nicht ein, zögert, vertagt ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
50. Brünhilde verschwindet mit dem Gunter-Siegfrid-Komplex als Akteurin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
51. 1335, 1353: Erstaunlich ist das Lob der Vielfalt von Brauchtümern, des Harmonierens von Heiden und  Christen an Etzels Hof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52. In welchem zeitlichen Verhältnis steht das Nibelungenlied zu anderen höfischen Romanen und den Artus-Erzählungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
I b&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakterisierungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Siegfried&lt;br /&gt;
  Unbekümmert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Hagen&lt;br /&gt;
  Grimm. sehend. gefühlsmäßig getrieben, in der konkreten Handlung aber immer rational. Der Kümmerer.&lt;br /&gt;
Strukturfanatiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kriemhild&lt;br /&gt;
  Im Wandel. Zunächst unschuldig. Am Ende schuldig. Immer Opfer.&lt;br /&gt;
  Kriemhild ist die Zeichensetzerin - die unvermögende Setzerin, nicht die Herrin der Zeichen. (Gütel, Ring, Schulterblattkeuz, Träume)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gunther&lt;br /&gt;
  Unbehaglich, entscheidungsschwach, inkonsequent, Zauderer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gernot&lt;br /&gt;
  Der Diplomat&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Datierungen/Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 970: Entstehung: Wende 12./13. Jh., unklar. Die Inhalte entstammen unterschiedlichen Sagenkreisen, die nicht miteinander verbunden sind. Sie haben wahrscheinlich schon Jahrhunderte vor den uns bekannten Texten existiert und werden in kürzeren mündlichen Fassungen von Generation zu Generation bewahrt worden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 980: Drei Handschriften, entdeckt zwischen 1750-1770. Erforschung ab 1810 an der HU.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Grosse 1011-1012: Wir kennen den Autor des &#039;&#039;Nibelungenliedes &#039;&#039;nicht. ... Es mag sein, daß die Gattung der Heldenepik mit ihrem Übergang von der Oralität zur Skripturalität die Anonymität mit sich gebracht hat, wie sie ja auch bei den ähnlich tradierten Texten der Sagen und Märchen üblich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Erzählform, Stil ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 988: Im Unterschied zu den höfischen Epen der Stauferzeit hat das &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;keine paarweise gereimten vierhebigen Verse, sondern (in der HS B) 2379 Strophen. Jede Strophe besteht aus vier Langzeilen, die aus der germanischen Dichtung bekannt sind. Jede Langzeile hat zwei Halbzeilen, den An- und den Abvers: 2,1 &#039;&#039;ez wuohs in Burgonden ein viI edel magedin. &#039;&#039;Die beiden Halbverse sind durch eine metrisch gekennzeichnete Zäsur getrennt. Die Abverse der ersten und zweiten Langzeile und die der dritten und vierten reimen sich ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 995: Nicht die Entwicklung der Personen bestimmt den Handlungsverlauf, sondern es greifen einzelne Ereignisse wie Glieder einer Kette ineinander, welche die Aktionen und Reaktionen der Handelnden bestimmen. Jede Situation fordert zu Taten heraus. Dabei braucht eine psychische, für den heutigen Leser nachvollziehbare Entwicklung der Charaktere nicht gegeben zu sein. Die erwartete Handlungsfähigkeit und ihr Ergebnis wachsen aus der jeweiligen Situation und ihrer Personenkonstellation heraus und passen sich in den szenischen Ablauf ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3.Grosse 2003, 999-1001: Zeitstruktur: Die angegebenen Zeiträume markieren den Abstand in relativer, aber nicht absoluter Art. Sie haben weder die Funktion einer Uhr noch die eines Kalenders. So werden auch die Menschen nicht älter. Die Ritter kämpfen im Sachsenkrieg ebenso schlagkräftig wie 37 Jahre später am Hofe Etzels; Kriemhild wäre etwa fünfzig bei der Geburt ihres zweiten Sohnes, Giselher wird bis zuletzt der junge Mann &#039;&#039;(daz kint) &#039;&#039;genannt. Raumstruktur: präziser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Grosse 2003, 1001ff.: Widersprüche im Handlungsverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Vergleiche mit anderen Erzählungen und Topoi ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Kriemhild und Helena: die Schönsten im Lande (AV1), geben Anlass zum Krieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Siegfried und Enkidu: Wildheit, Naiviät, gezähmt durch die Verhandlungstechnik Gernots (AV3, 123ff.). Dann wird er ein guter Hof-Gefährte, Turniere etc. Dann Treue zu Gunter bis zum Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Siegfried und Arminius: [Matthias]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Das Ankunfts/Fremden-Thema in NL und Beowulf: AV 3, Worms, Ritual des Fremden (Siegfried), der letztlich für Liebe dienen will (wie Beowulf für Ruhm).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hagen und Unferth? Parallelen? Hagen und Unferth berichten über die Taten des Helden, und bekommen unangenehm seine Stärke zu spüren, werden (zumindest zeitweise) Gegner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Grendel-Siegfried: haben eine undurchdringbare Haut. Insofern ist Siegfried auch Monster (VERGLEICHBAR DEM; DAS ER VORHER SELBST ERSCHLUG?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Siegfrieds ungeschützte Hautstelle auf dem Rücken und Achills Ferse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Hagen warnt vor dem Auszug (1203ff.) wie Enkidu vor Humbaba-Reise, wird dann zum entschlossenen Mitstreiter.&lt;br /&gt;
   Beide sind irgendwie Verwandte, irgendwie auch Dienstpflichtige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Das Nibelungenlied ist kein Heldenepos - es gibt keine durchgängige menschliche Heldengestalt, wie Beowulf oder Gilgamesch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. NL und Lieder-Edda: viele Überschneidungen, die von Andreas noch konkret ergänzt werden müssten. Da die Lieder-Edda wohl 1370, das NL 1320 (?) abgefasst wurden, stellt sich hier die Frage der Rezeptionsrichtung und nach einem gemeinsamen Metaerzählungsraum. Wandert etwa im Rahmen der sog. Völkerwanderungen und der anschließednen Christianisierung eine mittel-nordeuropäische (heidnische) Religion nach Skandinavien etc. aus, so dass die Göttersagen der Lieder-Edda den Kontrapart der Teile bilden, die sowohl in der Edda als auch im NL als Heldensagen vorkommen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Laut Volker Honemann (bei Wein am 10.10.09) ist der Inhalt Edda eher als vorher bekannt anzusehen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Bülow-Rede 1909 (&amp;quot;Nibelungentreue&amp;quot;) ist vergleichsweise unschuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Kain erschlägt Abel, den Begnadeten, den Liebling der Götter. (Ein Gedanke von Fernau, S. 96)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Edda:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(um 1220 Snorri-Edda, auch Prosa-Edda, eher unscharf auch Jüngere Edda genannt;&lt;br /&gt;
um 1270 Lieder-Edda, eher unscharf auch Ältere Edda, eher falsch auch Saemundar-Edda genannt;&lt;br /&gt;
Edda = Elternmutter / Großmutter)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hier einige Motive der Lieder-Edda, die engste Verwandtschaft mit dem NL aufweisen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 18, Helgi Hiörwards Sohn:&lt;br /&gt;
Ein &amp;quot;Atli&amp;quot;, der für jemand anderes um &amp;quot;Sigurlinn&amp;quot; freit, kann die Vögel verstehen. Helgi, dem Sohn der Sigurlinn (und Wiedergeburt von Helgi dem Hundingstöter (s. LE 19)) singt eine Walküre (die er später heiraten wird) von einem besonderen Schwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 19, Das 1. Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn Helgi, der &amp;quot;Freund der Wölfe&amp;quot;, Sinfiötlis Bruder, erschlägt im Alter von 15 Jahren den Hunding.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 20, Das andere Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
&amp;quot;Sigmund, Wölsungs Sohn ... und seine Nachkommen heißen Wölsungen und Ülfinge (Wölfinge).&amp;quot;&lt;br /&gt;
König &amp;quot;Högni&amp;quot; hat eine Tochter &amp;quot;Sigrun&amp;quot;. Sie ist Walküre.&lt;br /&gt;
Helgi und Sigrun heiraten. Sigruns Bruder erschlägt Helgi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 21, Sinfiötlis Ende:&lt;br /&gt;
Sigmund, Wölsungs Sohn, ist mit Borghild verheiratet, der Schwester &amp;quot;Gunnars&amp;quot;. Sinfiötli erschlägt seinen Onkel Gunnar, woraufhin Borghild Sinfiötli vergiften will.&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn mit Hjördis ist wiederum Sigurd, der &amp;quot;allervorderste&amp;quot;.&lt;br /&gt;
(Sinfiötli ist nach Simrock der &amp;quot;Fitela&amp;quot; des Beowulfliedes.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 22, Das 1. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd wird geweissagt,&lt;br /&gt;
der mächtigste Mann auf Erden zu werden, dass er den &amp;quot;Wurm&amp;quot; auf der &amp;quot;Gnitaheide&amp;quot; sowie Regin und Fafnir fällen und den Hort heimführen wird, dass er die auf dem Felsen schlafende Fürstentochter erwecken wird. Er wird Brünhild lieben, sie aber an Giukis Hof vergessen durch die Tücke Griemhilds, welche ihm dann die eigene Tochter Gudrun geben wird. Er wird für Gunnar um Brünhild werben. Er wird mit Gunnar die Gestalt wechseln. Högni wird dabei sein. Sigurd wird keusch bei Brünhild liegen aber die Brüder Gunnar, Högni, Guthorm werden sein Verderben bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 23, Das andere Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Regin übernimmt Sigurds Erziehung. Fafnir und Regin bekommen die Goldbuße der Asen. Fafnir übervorteilt Regin. Fafnir liegt als Wurm auf der Gnitaheide. Regin schafft Sigurd das Schwert &amp;quot;Gram&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 24, Das Lied von Fafnir:&lt;br /&gt;
Sigurd ersticht den Fafnir-Wurm.&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Gold, der Schatz, die Ringe verderben Dich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Durch Drachenblut kann Sigurd die Vögel verstehen, die weisen ihm den Weg zu Giukis Tochter.&lt;br /&gt;
Sigfrida schläft auf einem Felsen, feuerumlodert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 25, Das Lied von Sigfrida:&lt;br /&gt;
Sigurd erweckt die Walküre Sigfrida.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 26, Bruchstücke eines Brünhildsliedes:&lt;br /&gt;
Gunnar will Sigurd töten. Högni vermutet, dass Brünhild aus Eifersucht auf Gudrun dahinter steckt. Sie töten Sigurd. Ein Rabe ruft: &amp;quot;In Euch wird Atli das Eisen röten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 27, Das 3. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd freit Gudrun. Fahrt zu Brünhild. Sigurd gewinnt Brünhild dem Gunnar (das Schwert liegt zwischen Ihnen). Högni will Gunnar nicht helfen, Sigurd zu töten, wie Brünhild es verlangt. Aber Guthorm, der jüngste Bruder, tötet SIgurd.&lt;br /&gt;
Brünhild ist die Schwester Atlis.&lt;br /&gt;
Gudrun, dem Atli vermählt, tötet diesen im Bett.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 28, Brünhilds Todesfahrt:&lt;br /&gt;
Gudrun hat Brünhild und Sigurd fälschlich beschuldigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 29, Das 1. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Gudrun hat von Fafnirs Herz gegessen, kann die Vögel verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 30, Der Mord der Niflunge:&lt;br /&gt;
Atli, mit Gudrun vermählt, tötet Gunnar und Högni, weil sie am Tode Brünhilds schuld tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 31, Das andere Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich ist bei Atli.&lt;br /&gt;
Gunnar und Högni wollen Gudrun Lösegeld für den toten Sigurd zahlen.&lt;br /&gt;
Gudrun wird dem Atli vermählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 32, Das 3. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich wird bei Atli der Unzucht mit Gudrun beschuldigt.&lt;br /&gt;
Ein Gottesurteil entlastet Gudrun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 34, Die Atlisage:&lt;br /&gt;
Gudrun rächt den Tod ihrer Brüder an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 35, Grönländisches Atlilied:&lt;br /&gt;
Nibelungenschlachtung an Atlis Hof. Rache Gudruns an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Odysseus: Hagen und Odysseus sind listig (mhd: liste, vgl. 1479). Was unterscheidet ihre Listigkeit? Auch Krimhild ist listig, planerisch, kann sich verstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Artus-Erzählungen: hier ist der Gral, das Christliche konstituierend, nicht so im Nibelungelied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Übergreifende Thesen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Immannenz-Epos: Im Gegensatz zur Völsungensaga und Wagners Aneignung, geht es, ähnlich wie im Beowulf, um eine immanente Handlungsdynamik ohne (göttliche) Metaebene. Ereignisse generieren Ereignisserien, deren Teil Helden und alle andere Personen sind. Doch was sind die Ereignis-generierenden Elemente? Taten. Also: was sind Taten? Gefragt wäre eine Typologie von Taten (wichtig/unwichtig, von wem etc.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Gunther-These: Im NB geht es um einen (Gilgamesh-artigen) archaischen Herrscher, der ohne Rücksicht auf sein Volk eigenmächtig-leidenschaftlich handelt. Seine Entscheidung, Brünhilde zu erlangen, leitet die entscheidende Wende ein. Ihm fehlt ein Enkidu, Hagen interveniert zu spät, verstärkt letztlich die Schicksalsspirale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, glaube ich nicht. Gunther ist kein Tatmensch. Er ist Zauderer. Seine wenigen eigenen Entscheidungen (Brunhild, Etzel) sind dann auch fatal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Trieb-These: NB muss aus der Perspektive der Autoren als ein nicht harmonisiertes Triebspiel unterschiedlicher Kräftekonstellationen gelesen werden (Minne, Sex, Kampf, Töten, Sieg etc.), die sich ineinander so verwringen, dass daraus eine unentrinnbare Schicksalsspirale wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Held-ohne-Ort-These: Siegfried hat keinen richtigen Ort in der Geschichte (Ja scheinbar vergisst er selbst seinen Ort: Auf dem Rheinzug kommen die Recken mehrfach an Worms vorbei, ohne dass er aussteigen oder den Umstand auch nur erwähnen würde.), er wandert ständig, behauptet sich, um annerkannt zu werden, sich endlich stabil zu sozialisieren und Freunde zu gewinnen. Doch wirkt seine Energie letztlich als ein treibendes Moment der Tragik, die alle umkommen lässt, indem er Wünsche/Triebe für andere realisiert, die den ganzen Burgunder Hof unhaltbar destabilisieren. S. ist also ein Held ohne Ort, einer, der in der höfisch-verwalteten Gesellschaft archaisch-überholt wirkt. Hierher könnte auch der standpunktlose S. gehören, der seine destabilisierenden Kräfte überall einsetzt, ohne entschieden gegen das zu stehen, was er selbst für Falsch hält. Hagen versucht hingegen beständig, S. einzuordnen (erste Ankunft von S.,etc.) und später auszuschließen. S. als der Übermensch, der das ganze Hofsystem von Wettkämpfen und Minne als beständiges Sich-Beweisen und Verbessern und Messen außer Kraft setzt, da er einfach der stärkste, schönste, listigste, lustigste ist etc., wird genau vor seinem Tod in der Jagdszene der 15. Av. deutlich. Umgekehrt und spiegelbildlich erfodert seine Auslösung aus der Hofgemeinschaft (sein Tod) eine Aufhebung der Hof-Formalien (Treue, guter Rat, Tugend etc.). In der 16. Av. kollabiert das Hofsystem, zentrale Werte werden ausgehöhlt, sinnleer (vor allem: Treue, Vertrauen). Hagen führt in 993 als Motiv der Ermordung an: Angst vor S., Schmach von ihm (sórge, leit), seiner Herrschaft (hêrschaft)ein Ende setzen. S.  der Ortlose könnte in dieser Perspektive als auch als der Unberechenbare erscheinen, wie ein wildes Tier, das sich in alle Richtungen wenden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Minne-These: NB ist eigentlich eine höfischer Minne-Erzählung. Siegfried kämpft für Kriemhild, Gunther will Brünhilde. Ihre blind-individualistiche Liebe harmonisiert nicht, ihre Verschränkung führt in den Untergang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehe ich nicht. &lt;br /&gt;
Gunther liebt nicht, schon gar nicht individualistisch. Er folgt irgend einer fixen Idee, eingeimpft oder wenigstens kompatibel mit einer gesellschaftlichen Erwatung an ihn.&lt;br /&gt;
Siegfried liebt nicht. Vielleicht begehrt er (vielleicht nicht mal das). Minne ist für ihn ein Spiel (wie Alles). Eventuell ist auch das ein Zug des Höfischen Epos: Tapfere Recken werben halt um schöne Damen...&lt;br /&gt;
Andere Minne-These:&lt;br /&gt;
Die Frauen können (schon individualistisch und leidenschaftlich) lieben.&lt;br /&gt;
Kriemhild tut das.&lt;br /&gt;
Brunhild tut das.&lt;br /&gt;
(Beide den Siegfried - seliger Siegfried)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Hagen-These-1: Hagens zwar durch seinen Unmut gegenüber S. sich anbahnender, doch in seiner Radikalität am Ende der 14. Av. in seiner Radikalität überraschender Mordplan könnte nicht auf einer Motiv-Logik, sondern auf einer Taten-Logik beruhen: S. hat die Krise ermöglicht: erstens als Täter im Bett mit Brünhild, zweitens als Täter des Weitergebens der Geschichte und der Dinge (Ring, Gürtel) an Kriemhild. Als Täter verkörpert S. die Schuld, er muss entfernt werden, damit verschwindet sozusagen auch die Ursache. Dabei ist unwichtig, was Leute sich wünschen, vorstellen oder beabsichtigen. Entscheidend ist Tat und Resultat. Des Weiteren kommt die Taten-Logik aus einer Gunthers Königshoheit überschreitenden älteren Legitimations-Schicht: Ob Gunther will oder nicht und S. Gunthers Unschuld öffentlich beteuert oder nicht, die Situation (als Resultante von Taten: grundlegende doppelte Ehre-Verletzung (Gunther und Brünhild), die mit dem repräsentativen Status des König- und Königin-Seins unvereinbar ist) ist objektiv-gebietend, sie lässt nur eine Lösung zu und fordert sie zugleich. Kein Kommunikations-Bedarf aufgrund der Vereinfachung: der Täter ist qua Tat schuld. Dass Hagen einer anderen Moral folgt, wird auch in 1001 deutlich: er strahlt eine ungewöhnliche Kälte aus, will S. selbst nach Worms tragen, Kriemhilds Tränen &amp;quot;rühren&amp;quot; ihn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hort-These: (vorgreifend) Die tragische Dynamik des NL ist motiviert durch die Gier der Burgunden, vor allem von Hagen, nach dem Nibelungen-Hort und den entsprechenden magischen Dingen. Die Burgunden nehmen später selbst den Namen der Nibelungen an (?, prüfen). Zu klären wären in dieser Hinsicht u. a., warumm der Hort letzten Endes versenkt (?) wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Kriemhild-These-1: Kriemhild ist eine tragischer Prophetin, eine Fortführung und Transformation der Kassandra-Figur, indem K. nicht nur das Unheil träumend voraussieht, ohne es verhindern zu können, sondern auch selbst die entscheidenen &amp;quot;Zeichen&amp;quot; setzt und exponiert (Zeigen des Ringes, Gürtels, Setzen des Kreuzes auf S.s Hemd), die zur Krise führen. Ihr Schicksal sehend ist sie blind als Tätige, wirkungslos als Warnende. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Schicksal-Widerstands-These: An mehreren Stellen des NLs fragt sich, warum gegen evident problematische Entscheidungen Einzelner (Gunthers B.-Hochzeitsfahrt, die Einladung von S. und K. durch B., Hagens Vorschlag der Ermordung von S. etc.) kein wirkmächtiger Einspruch erhoben wird, kein nachhaltiger Konflikt entsteht, obwohl es doch ständig um den &amp;quot;Rat&amp;quot; guter Freunde und um &amp;quot;Treue&amp;quot; geht. Alle Teilnehmer erscheinen in dieser Perspektive wie passive Puppen von K.s Traum, gelenkt von unischtbaren Fäden, ihre Entscheidungen sind nur Wirkungen anderer Ursachen, keine eigenmächtigen Selbstsetzungen. Die Unfähigkeit zum diskursiven Konflikt und der problemorientierten Kommunikation kontrastiert auch stark mit der ständigen Betonung der körperlichen Stärke der &amp;quot;Recken&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Politik-These: Nach Ursula Schulze (Das Nibelungelied, Reclam 1997, 214, 223) wird in S. s Tod zentral für die ganze Problemlage des NLs deutlich, dass der Starke wehrlos gegen perfide Intrige ist (214): &amp;quot;Die erzählte Geschichte führt vor, dass politisches Handeln nicht im offenen Kräftemessen, sondern in der Überlistung besteht.&amp;quot; Hagen (214) handele zwar aus heterogenen Motiven (Sühne für die Entehrung B.s, Ausschalten potentieller Gefahr von S., Machtzuwachs durch Gewinn von S.s Besitz),doch seien sie allesamt politisch zu nennen. Schulze unterstreicht dies durch das rekurrente Motiv der Täuschung (212). Tobias Kommentar: Im Ansatz (Täuschung, Kraft gegen Organisation) interessant, in der Schlussfolgerung (Politik) aber schief, da unterbestimmt, unscharf. Dazu kommt, dass Schulze an anderer Stelle behauptet, Hagen handele (wie S. und Brünhild) archaisch. K.s Rache ist archaisch (ohne Staatsprinzip), auch in dieser Hinsicht besteht Klärungsbedarf - denn die politische Intrige geht ja nicht auf, sondern zerschellt quasi am Schild. Kurz: ich finde, ohne ihr zu Nahe treten zu wollen, Schulzes Lösung fade. Sie reiht das NL reibungslos in eine allzuoft iterierte Metageschichte des Fortschritts der Moderne ein. Probleme einer Kontinuität der Triebe in die Moderne/in das Höfische hinein (Triebthese), des bewussten Treuebruchs, der Täuschung als nicht hintergehbare Grundverfassung menschlichen Seins in einer entgötterten Welt (man denke an Descartes), Schicksal und Schuld usw. werden einfach ins Politische absorbiert und damit zugleich neutralisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Inversions-These (an Immanenz-These anschließend): Das Böse ist nicht mehr Draußen, in einem (klar) vom Guten getrennten, eher abstrakten Anderen, es wird auch nicht mehr gesetzt oder göttlich verwaltet, sondern das Böse ist der Andere, der Freund, die Geliebte, der Fremde. Es kommt nicht mehr wie Grendl vom dunklen Berg zur Tür hinein, in das Heim des Inneren, sondern lauert schon immer, als Argwohn, Verdacht, im Inneren. Siegfried weiss davon nichts, und stirbt. Durch die Inversion differenziert sich das Böse (wird etwa zum Fiesen, Grimmigen) und wird perspektivisch, kontextuell, tritt in ein neues Verhältnis zum Guten. Zugleich scheint das Böse abgeleitet. Vielleicht erklärt sich auch hieraus das Ambivalente von Hagens Person.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Subversions-These: Im NL wird das Höfische ausgehöhlt, das alte Wertesystem zersetzt, von Hagens Speer durchbohrt, von Gernots Fürstenhafter Lüge (1097: er wisse von nichts,kenne keinen Täter, siehe dagegen 865: Kreis der Mitwissenden über den Komplott)zum Gespött. Zugleich droht durch den Überhelden Siegfried, dem spielenden blinden Giganten, eine Entleerung aller Spannung des Höfischen, indem er immer schon Sieger ist, das Magische (Drachen etc.)und die Natur (Bären, wilde Eber 961) bannt, auf den Sattel bindet, Wälder &#039;leert&#039;, so dass nichts mehr zur Jagd übrig bleibt, Mensch und &#039;Tier&#039; ist (1002), das Wilde der Natur (in Form des Bärens) nach Belieben demütigend auf andere entlässt. Siegfried, der archaische Held, der keine Angst kennt und dem sein eigener Tod, immer angezeigt und präsent durch den Riss, das Lindenblatt, seiner Panzerung und Kriemhilds wiederholte Warnvisionen, unbewusst ist, &#039;büßt&#039; schließlich für seine höfische Erziehung (980. [Fortsetzung nach Lektüre der 21-24 Av.] In der 21. Av (Wie Kriemhild zu den Hunnen zog) dominiert das Höfische ohne Patzer und Riss durch Harmonie (Triebausgleich, Befriedigung) und klare Rollenverteilung entlang der Themen: 1. Turnier, Tapferkeit, Begafft von Frauen 2. Gastfreundschaft, Bewirtung, Unterkunft/Quartier 3. Kleiderordnung, Waffenordnung 4. Dem anderen Dienen (Mann-Frau etc.) 5. Begleitung, Schutz 6. Küssen 7. Turteln 8. Ausschau halten, Sorgen. 9. Reichtum, Überfluss 10. Bewegung und Wohnen zwischen Burgen, die Gefährliche Zwischenbereiche miteinander verbindet, jedoch innerhalb von geschützten Einflusszonen (Reise) 11. Geschenke 12. Wertschätzung gewinnen 13. Empfang bei Eintritt in Hoheitszonen. All dies shcließt V. 1368 ab: &amp;quot;dass da ein jeder zu aller Zeit die Unterhaltung fand, wonach ihm Herz und Sinn stand&amp;quot;. In Av. 22 bricht die höfische Harmonie schon wieder auf, es kommt zu Tränen und Erinnerung (1371), zur Ankündigung von Leid. In Av. 23 brüllt schon der Grund, der eigentliche Anlass des Auszugs durch die Frohe Gesellschaft hindurch, Mord, Plan, Rache. 1352: Selbst der Kuß ist formalisiert, vorgeschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Hagen-Kriemhild-These (1): Kriemhild verbindet mit Hagen, dass sie metikulös ihre Rache plant, Trieb, Gefühl und Tat in ein tödliches Kalkül einbindet. Dies wird vir allem in der 20. Av. deutlich: Kriemhild willigt in die Etzel-Heirat erst ein, nachdem Rüdiger ihr bedingunglose Rache gegen alle Kränkung zusagt (1256) - mit der Einschränkung, Kriemhilds und seiner eigenen Ehre nicht zuwider handeln zu können (1266). Rüdiger greift mit seiner Zusage nicht eigenwillig vor, sondern, so scheint es, macht nur explizit, was nach einer Heirat mit Etzel gilt: Kriemhilds Kräkung wäre zugleich Etzels. 1396-1399: Krimhilds langer Plan der Rache, Einladung an Etzels Hof. 1431: Hagen kennt Kriemhilds Pläne, beide Strategen erkennen sich, kennen sich. Er kennt den Grund, warum Fremde kommen. Hagen (1471) geht mit an Etzels Hof, sieht aber eine Chance, wieder heil heimzukommen, mit 1000 Recken. Hagen fügt sich also nicht dem Schicksal. will nicht sein Ende, sondern fügt sich nur dem Widerstand der anderen, die ihre Schwester sehen wollen, ihn irgendwie feige aussehen lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12.Hagen-Kriemhild-These (2): Hagens scheinbare Motivlosigkeit liegt in Wahrheit im Selbstbezug seiner Taten: Hagen handelt für sich, für seine Begierden, vor allem für seine Macht. Hierfür benutzt er nur andere Personen und vor allem Gunters höfischen Apparat. Hagen nimmt die Schuld der Taten auf sich, stärkt damit sein institutionelles Schutzschild, bestimmt aber zugleich zunehmend und für seinen eigenen Nutzen, was entschieden wird, höhlt alle Werte aus; es ist diese Entwertung der Werte, die im Konflikt mit der Handlungsmatrix von Kriemhild in eine nicht mehr auflösbare, fatale Schicksalslogik führt. Diese Hagen-Tendenz wird vor allem in der 20. Av deutlich: 1273: es geht um die Gefahr einer neuen Feindschaft gegen ihn, 1274: die drei Könige setzen sich nicht mehr gegen Hagens Entscheidung, Kriemhild auch den Rest des Schatzes zu nehmen, durch, sie resignieren vielmehr. Hagens indvidualisierte Handlungslogik, die in keine traditionelle Matrix eingebettet ist, kontrastiert mit der (höfisch-archaischen) Liebe-Schuld-Rache-Matrix, die Kriemhilds Handlungen leitet. Auch sie kalkuliert, aber dieses Kalkül steht im Dienste der Matrix, hat nur in ihr Sinn. Zugleich hasst Hagen Kriemhild, da sie durch Siegfrid/Nibelungenschatz/Etzel kontinuierlich eine starke Macht darstelltt, eine mächtige Frau ist, für die Hagen keinen Siegfrid hat. Genau so, wie Hagen ständig neue Strategien aufstellt, transformiert Kriemhilds Macht beständig. 1368: Kriemhilds Machtanwuchs an Etzels Hof. Siegrid war ohne Argwohn, und verschwindet, er hatte die Ambivlaenz des Gut-Bösen nicht, kannte es nicht. Auch Etzel erscheint arglos (1402: getriuwe was sin muot).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Literatur, Quellen &amp;amp; Links ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Allgemeines ====&lt;br /&gt;
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Nibelungenlied  aus W...dia :-))]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Akademisch ====&lt;br /&gt;
*[http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_lmno/nibel.html Fachinformationen der FU Berlin zum Nibelungenlied]&lt;br /&gt;
*[http://www.nibelungenrezeption.de/ Projekt zur Rezeption des Nibelungenstoffes Universität Duisburg]&lt;br /&gt;
*[https://www.uni-muenster.de/Germanistik/Lehrende/honemann_v/index.html Intimus Volker Honemann]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Brackert, Helmut: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. 2 Bde. (1. Aufl. 1970) Neuauflage. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch 1994/2008.&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Das-Nibelungenlied-Mittelhochdeutscher-Text-%C3%9Cbertragung/dp/3596901316/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1249835276&amp;amp;sr=1-2 Brackert - Unsere Wahl]&lt;br /&gt;
*Grosse, Siegfried: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. Nach dem Text von Karl Bartsch und Hehrtut de Boor. [Handschrift B] (1. Aufl. 1997) Stuttgart: Reclam 2003&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Nibelungenlied-Mittelhochdeutsch-Neuhochdeutsch-Siegfried-Grosse/dp/3150506441/ref=sr_1_4?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247993309&amp;amp;sr=1-4 Grosse - Zur Lektüre von Volker Honemann empfohlen]&lt;br /&gt;
* Edda, übersetzt und mit Erläuterungen begleitet von Karl Simrock, 1. Auflage 1851, hier : Phaidon Verlag, Essen 1987&lt;br /&gt;
* Wagner, Richard, Libretto zum &amp;quot;Ring&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula : Nibelungen und Kudrun, in: Epische Stoffe des Mittelalters, hg. von Volker Mertens und Ulrich Müller, Stuttgart 1984, S. 111-137 [[Media:Schulze_1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*Hoffmann, Werner: &#039;&#039;Das Siegfriedbild in der Forschung&#039;&#039;. Darmstadt 1979.&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula: Das Nibelungenlied. Ditzingen 1997.&lt;br /&gt;
*[[Media:Willson-Blood-and-Wounds-in-the-Nibelungenlied-1960.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Thelen-Source-Function-Gunthers-Bridal-Quest-1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Schirokauer-Nibelungenlied-1954.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McConnell-Psychological-Approach-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McCarthy-Rhetoric-Nibelungenlied-1972.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Lionarons-Otherworld-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kirchberger-The-Crown-in-the-Nibelungenlied-1956.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:King-Review-Homer-Nibelungenlied-1988.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Homann-Hagen-Figure-Lies-1982.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hoffmann-Siegfriedbild-in-der-Forschung-1979.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Haymes-Heroic-Chivalric-Aristocratic-Ethos-Nibelungelnlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hasty-Conquest-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Grosse-Nibelungenlied-Nachwort-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Key-Concepts-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Hagen-Problem-of-Individuality-1976.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Classen-Siegfried-Downfall-of-a-Hero-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Bülow-Nibelungentreue-Rede-29-3-1909.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Brady-Historical-Prototype-Siegfried-1933.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Goebel-Original-Form-Legend-Sigfrid-1897.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kratz-Proposed-Sources-Nibelungenlied-1962.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wesentliche Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://public.univie.ac.at/index.php?id=14531 Transkriptionen der mittelhochdeutschen Versionen A, B, und C]&lt;br /&gt;
*[http://www.blb-karlsruhe.de/blb/blbhtml/nib/uebersicht.html Die Nibelungen-Handschrift C - digital - Faksimile der nunmehr Karlsruher (ehemals Donaueschinger) Hs. C]&lt;br /&gt;
*[http://www.fh-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/nib_intr.html Handschriften A, B, C (Bibliotheca Augustana)]&lt;br /&gt;
*[http://wissen-im-netz.info/literatur/simrock/nibel/index.htm  Das Nibelungenlied übersetzt von Karl Simrock]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/reichert_nhd.pdf Hermann Reichert, Nibelungenlied-Lehrwerk. Sprachlicher Kommentar, mittelhochdeutsche Grammatik, Wörterbuch. Passend zum Text der St. Galler Fassung („B“).]&lt;br /&gt;
*[http://web.archive.org/web/20061128181429/http://www.nibelungenlied.com/ Edition des Linzer Fragments M]&lt;br /&gt;
*[http://cgi-host.uni-marburg.de/~mrep/liste_inhalt.php?id=271 Überlieferungsübersicht, Nachweis weiterer Abbildungen von Fragmenten und Handschriften]&lt;br /&gt;
*v. Bülow, Bernhard, Reden (Band III), herausgegeben von Otto Hötzsch, Georg Reimer, Berlin 1909&lt;br /&gt;
*Fernau, Joachim, Disteln für Hagen, Herbig, München / Berlin 1966&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Medien ====&lt;br /&gt;
*[http://dvdbiblog.wordpress.com/2008/03/04/die-nibelungen-von-fritz-lang/ DVD-Filmprojekt für 2009/2010]&lt;br /&gt;
*[http://www.schaubuehne.de/spielplan/detailansicht.php?id_event_date=247891&amp;amp;id_event_cluster=74733&amp;amp;id_language=1#inhalt Hebbels Nibelungenlied in der Schaubühne 2009]&lt;br /&gt;
* Das Nibelungenlied von Eberhard Kummer gesungen - Die erste und einzige, komplette Einspielung des gesamten Nibelungenlieds aufgrund einer Live-Aufnahme des Phonogramm-Archivs der Akademie der Öst.Wissenschaften. Der Aufnahme liegen fünf sechsstündige Darbietungen im Okt. und Nov. 2006 im „Kulturquartier“ in 1190 Wien zugrunde. E.Kummer singt im Hildebrandston und begleitet sich auf einer keltischen Schoßharfe. Die Einspielung umfasst zwei MP3 CDs (ca. 30 Stunden Musikzeit) und wurde im „The Chaucer Studio“ der Brigham Young University Provo (UT) hergestellt. Vertrieb : E.Kummer, Chaucer Studio&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &#039;&#039;&#039;Urhebergeschützt&#039;&#039;&#039; ====&lt;br /&gt;
- der Benutzername ist Gilgamesch - das Passwort ist der Freund&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/Nibelungen.zip Hörspiel - 420 MB] - Quelle: http://www.amazon.de/Die-Nibelungen-Heldensage-Collectors-Heldensage/dp/B001D2DDDU/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247949744&amp;amp;sr=1-1&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/071214_nibelungen1_exp_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Der Nibelungen-Code: Deckname Siegfried - 512 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/071214_nibelungen2_exp_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Der Nibelungen-Code - Kriemhilds Todesspiel - 518 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090318_varus1_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Varusschlacht - Kampf um Germanien: Teil 1 - 529 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090318_varus2_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Varusschlacht - Kampf um Germanien: Teil 2 - 527 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_voelkerwand_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Kimbern und Teutonen: Teil 1 - 505 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_varusschl_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Varusschlacht und Gotensaga : Teil 2 - 524 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_kampfumrom_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Der Kampf um Rom : Teil 3 - 522 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_erbendesimp_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Die Erben des Imperiums : Teil 4 - 517 MB]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausführliche Themen: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Sprache, Schrift ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Geographie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Religion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Kulturgeschichtliche Aspekte, Geschichte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 975-977: Im &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;lassen sich für den zweiten Teil mit der Niederlage der Burgunden in der Zeit der Völkerwanderung eher historische Ansatzpunkte finden als für den ersten Teil, der mit den Figuren Brünhild (Isenstein) und Siegfried (Drachen, Tarnkappe, Hort) Verbindungen zur germanischen Mythologie und zum Märchen zeigt. ... Zwischen 406 und 413 hat es wahrscheinlich unter König Gundahar ein Burgundenreich am Mittelrhein gegeben (Hoffmann, 1992, S. 42 ff.) ... König Attila (Etzel) starb 453 in der Hochzeitsnacht mit der Germanin Hildico - nach zeitgenössischen Berichten an einem Blutsturz, also 16 Jahre nach Gundahar. Dieses unkämpferische Ende hat früh Gerüchte entstehen lassen, Hildico habe ihren Mann umgebracht, um Verwandte zu rächen, die 437 im Kampf gegen die Hunnen umgekommen sind. Damals hatte Attila das hunnische Heer nicht angeführt. ... Für Hagen gibt es kein historisches Vorbild. ... Zur Erklärung der Siegfried-Figur ist, besonders von Höfler, auf Arminius hingewiesen worden (Hoffmann, 1979). Beide sind als junge Männer von Verwandten heimtückisch ermordet worden, und Xanten, Siegfrieds Heimatstadt, ist auch Ausgangspunkt für die Arminius-Überlieferung. Aber die Verbindung des heroischen Siegfried mit der mythischen Sagenwelt und die Dominanz traditioneller, märchenhafter Erzählmotive führen nicht zu einer historisch begründeten Fixierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Mythentheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VII. Spezialthemen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Nibelungen von Fritz Lang ====&lt;br /&gt;
[[Bild:saal.jpg|right]]Nach der Fertigstellung des zweiteiligen „Dr. Mabuse“ wandte Fritz Lang sich dem mythologischen Stoff der Nibelungensage zu. Zwei Jahre verwendete er dafür, den Stoff zu verfilmen und es wurde sein bis dahin größter Erfolg. Aus der Stoffmasse mit ihren unterschiedlichen Versionen und den verschiedenen Bearbeitungen, die sie schon erfahren hatte, folgte Lang weitgehend dem eigentlichen Nibelungenlied, wobei er einige Vereinfachungen und Zuspitzungen vornahm. Der Stoff selbst war jedoch vorgegeben und wurde auch kaum entgegen der Überlieferung interpretiert. Langs Leistung besteht in der Illustrierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtwerk ist aufgespaltet in zwei Teile, wie die ursprüngliche Sage dies vorgibt. Im ersten Teil erfahren wir die bekannte Geschichte von Siegfried (Paul Richter), der den Drachen tötet, durch ein Bad in dessen Blut unverwundbar wird und den Nibelungenschatz gewinnt. Er kommt nach Worms an den Hof der Burgunder und hilft König Gunther (Theodor Loos) die amazonenhafte Brunhild (Hanna Ralph), Königin von Island, im Wettkampf zu besiegen und zur Frau zu bekommen. Im Gegenzug erhält er Gunthers Schwester Kriemhild (Margarete Schön) zur Gattin. Im berühmten Streit der Königinnen erfährt Brunhild von Kriemhild, dass es in Wahrheit Siegfried war, der sie besiegte. Um diesen Schandfleck zu beseitigen, lässt Gunther sich von dem düsteren Hagen (Hans Adalbert Schlettow) dazu drängen, Siegfrieds Ermordung zuzustimmen. Den Mord selbst führt Hagen aus, der sich unter einem Vorwand von Kriemhild die verwundbare Stelle markieren lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Teil „Kriemhilds Rache“ steht ganz im Zeichen von Kriemhilds Racheschwur. Kriemhild wird die Frau des Hunnenkönigs Etzel (Rudolf Klein-Rogge) und lädt einige Jahre später Gunther, Hagen und die übrigen Burgunder an den Hof des Hunnenkönigs ein. Sie will Rache an Hagen nehmen und als die Burgunder in Treue zu ihm stehen, dehnt sie ihre Rache auf alle, einschließlich ihrer Brüder aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erster Teil: Siegfried&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann hier nicht darum gehen, den Stoff selbst zu kritisieren, sondern es geht nur darum, was Lang daraus machte. Er entschied sich bei seiner Gestaltung zu vollkommener Stilisierung und Künstlichkeit. Die mythischen Anfangsszenen sind bewusst unwirklich gehalten und halten in ihrer atmosphärischen Wirkung einem Vergleich mit neueren Fantasy-Filmen durchaus stand. Die Welt der Anfangsszenen ist märchenhaft und unterweltlich. Lang arbeitet mit faszinierenden Licht- und Schattenspielen. Er verzichtete bewusst auf Außenaufnahmen und ließ im Studio einen Wald aus gewaltigen säulenartigen Stämmen aufbauen. Die Drachenszene war zu ihrer Zeit etwas nie Gesehenes und Lang war bemüht, die besten Techniker der Zeit um sich zu versammeln. Besonders surreal wirkt eine Szene, in der wir eine Gruppe angeketteter Zwerge sehen, die einen Kessel voll Gold tragen und die beim Tod ihres Königs Alberich (Georg John) versteinern, wobei ihre Gesichtszüge erhalten bleiben. Der Film verblüffte seine Zuschauer mit beeindruckenden Überblendungen, etwa beim Eindringen in die Nibelungenhöhle, oder bei den Szenen mit der magischen Tarnkappe, wie z.B. beim Wettstreit mit Brunhild, wo der unsichtbare Siegfried Gunther die Hand beim Speerwurf führt.&lt;br /&gt;
Die Welt der Burgunder wird geprägt durch ihre monumentale Architektur. Hier dominieren kahle Räume und riesige hohe Hallen. Diese Welt ist streng geometrisch aufgebaut. Wir finden überall symmetrische Muster, sei es im Boden oder bei den Gewändern. Die Menschen wirken klein vor dieser Architektur, etwa in den Domszenen, wo die Personen absolut symmetrisch bis hin zur Farbe der Gewänder vor dem imposanten Dom gruppiert werden. Die Menschen werden dieser Architektur völlig untergeordnet oder besser eingeordnet. Sie werden zum Teil der Architektur, zum bloßen Ornament. Berühmt ist hier die Szene, wo Brunhild bei ihrem Einzug in Worms über eine lebende Brücke vom Schiff an Land geht. Die Personen bewegen sich langsam und statuarisch und immer in strenger Symmetrie, sei es in Reihen oder spiegelbildlich. Eine psychologische Vertiefung erfolgt nicht und wird vom Stoff auch nicht gefordert. Die Personen sind reine Archetypen, sie vollziehen vom Schicksal vorgegebene Handlungsmuster. Die Atmosphäre bei den Burgundern hat insgesamt etwas Totes, was bildlich in den langen Gewändern, den leeren Räumen und der allgegenwärtigen Ritualisierung zum Ausdruck kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In deutlichem Kontrast zum statuarischen Worms steht das Island Brunhilds. Der Burgfelsen ragt aus einem unzugänglichen Flammenmeer hervor, womit visualisiert wird, worum es beim Wettkampf mit der Königin geht: um die Bezwingung ihrer Jungfräulichkeit. Wie die Märchenwelt, aus der Siegfried nach Worms kam, wird auch Brunhilds Welt als heidnisch gezeichnet. Eine Schamanin gibt der Königin vor urzeitlicher Höhlenmalerei ihre Weissagungen. Am deutlichsten unterscheidet sich die Welt Brunhilds durch ihre Bewegungschoreographie von der Welt der Burgunder. Die Amazonen verkörpern in ihren raschen, ungestümen Bewegungen das wilde und natürliche Leben. Der Film deutet so auch die Interpretationsmöglichkeit an, dass Brunhild das Leben ist, das die tote Welt der Burgunder braucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hauptthema des Films gilt gemeinhin die Treue und in der Tat gibt es kaum einen Begriff, der häufiger auf den Schrifttafeln auftaucht, als Treue. Dies ist mit Sicherheit auf den Einfluss von Fritz Langs verhängnisvoller Ehefrau Thea von Harbou zurückzuführen, die hier, wie in vielen anderen Filmen Langs, für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Sieht man sich den Film jedoch wirklich an, so stellt man sehr bald fest, dass sein eigentliches Thema keineswegs die Treue, sondern im Gegenteil der Verrat ist. Siegfried kommt nach Worms, um Kriemhild zur Frau zu gewinnen und er wird von Anfang an von den Burgundern für ihre Pläne zum Betrug an Brunhild benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gunther, der ewig zögernde und schwache König der Burgunder braucht Siegfried, der als einziger in der Lage ist, die übermenschliche Brunhild im Wettkampf zu besiegen. Dafür erhält er Kriemhild als Belohnung. Dies ist der Plan Hagens, der grauen Eminenz seines Königs. Und Siegfried zögert nicht einen Moment, in den Betrug einzuwilligen. Die archaische ungebändigte Kraft Brunhilds wird durch List bezwungen. Und dies wird mit dem hohlen Pathos von Treueschwüren verbrämt. „Halte mir Wort Gunther, wie ich dir Wort hielt.“, sagt Siegfried auf einer Texttafel und es schließt sich der Treueschwur der Blutsbrüder Siegfried und Gunther an. Lang macht mit seinen Bildern und seiner Schnittfolge ganz klar, wie er den Mythos versteht. So sehen wir die Blutsbrüderszene gegengeschnitten mit der betrogenen und zweifelnden Brunhild, die ahnt, das etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann, aber auch mit der naiven und gutgläubigen Kriemhild, die sich auf ihre Hochzeit vorbereitet. Bei den Burgundern ist alles auf Lüge aufgebaut, die ganze vorgebliche Freundschaft und beide Ehen sind auf Lüge gebaut. Und wo bleibt die Treue? Es ist die gegenseitige Treue beim Betrug. Es ist die Treue unter Ganoven.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der Betrug setzt sich fort. Noch einmal muss Brunhild betrogen werden, diesmal in der Hochzeitsnacht. Diesmal zögert Siegfried, doch lässt er sich sehr schnell durch Phrasen wieder einbinden. „Willst du den Freund im Stich lassen?“, fragt ihn Hagen. Und Gunther schweigt dazu und lässt wie immer Hagen für sich reden und Siegfried für sich handeln. Gunther und Hagen werden als die düsteren Intriganten dargestellt, die meist im Schatten sitzen und nur beobachten. Siegfried ist der nützliche Idiot, der sich verwenden lässt.&lt;br /&gt;
Die Betrogenen sind die beiden Frauen, vor allem Brunhild. Sie ahnen mehr, als dass sie wüssten, und so kommt es in der berühmten Treppenszene zum Streit der Königinnen. Brunhild verlangt als vermeintliche Herrin Siegfrieds den Vortritt und Kriemhild zeigt ihr aus gekränkter Eitelkeit den Armreif, den Siegfried der Amazone in der Hochzeitsnacht in Gunthers Gestalt abgenommen hat. Der Streit der Frauen hat seinen Ursprung im Lügengebäude der Männer. Bereut nun einer den Betrug? „Dein Schwatzen war schlimmer als ein Mord, Siegfried“, ruft Hagen. Dann geht es nur noch darum, die Folgen zu beseitigen. Brunhild verlangt aus verletzter Ehre den Tod Siegfrieds und Gunther ist zerrissen wie je: „Soll ich ihn töten, weil er mir treu war?“ Doch Brunhild überzeugt ihn mit dem Argument, Siegfried hätte sie entjungfert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegfried war das Werkzeug beim Betrug der Burgunder. Solange alles geheim war, pflegte man den Schein von Treue und Blutsbrüderschaft. Das zählt jetzt alles nicht mehr. Es geht nur noch darum, den lästig gewordenen Helfer und Mitwisser zu beseitigen. Dem ersten Verrat an Brunhild folgt der zweite an Siegfried. Man veranstaltet eine Jagd und Hagen belügt Kriemhild, um die verwundbare Stelle Siegfrieds zu erfahren. Dann ermordet er Siegfried hinterrücks, als dieser an einer Quelle trinkt. Brunhild, die Barbarin ist es, die zu Gunther sagt: „Um eines Weibes willen erschlugst du deinen treuen Freund“, und sie ist es, die an der Totenbahre Siegfrieds Selbstmord begeht. Kriemhild fordert Gerechtigkeit von ihrem Bruder. Sie verlangt, den Mörder zu bestrafen. Aber Gunther und seine Brüder stellen sich vor Hagen: „Treue um Treue. Seine Tat ist die unsere. Unsere Brust ist sein Schild“. In diesem Moment wird Kriemhilds Verwandlung sichtbar und sie schwört die Rache, die sich im zweiten Teil erfüllen wird. Die Treue- und Ehrbegriffe der Burgunder reichen nicht weiter als die einer Mafia-Bande. Lang macht dies besonders deutlich, wenn er durch seine bildliche Darstellung die schwülstigen Zwischentitel konterkariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Teil: Kriemhilds Rache:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ging es im ersten Teil um Betrug und Verrat, und zwar um mehrfachen Verrat, so steht der zweite Teil ganz unter dem Thema Rache. Kriemhild nutzt zunächst ihr Erbe, den Nibelungenschatz, um damit Verbündete gegen Hagen und ihren Bruder Gunther zu werben. Als Hagen ihr den Schatz raubt und ihn im Rhein versenkt, geht sie auf den Antrag des Hunnenkönigs Etzel ein und verlässt Worms. Sie lehnt ausdrücklich jede Versöhnung mit Gunther ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch stärker als im ersten Teil nimmt jetzt Hagen die zentrale Stellung auf der Seite der Burgunder ein. Er erscheint durchgehend in einem schwarzen Gewand mit Umhang und mit einem gewaltigen Flügelhelm. Um den finsteren Eindruck zu verstärken hat er im Film nur ein Auge. Er ist das Urbild des rationalen Bösewichts, der ohne Skrupel zu jedem Verbrechen im Dienst seines Herrn oder des Staates bereit ist. Er ist die fleischgewordene Staatsräson und kann als Folie für viele faszinierende Filmbösewichter von Dr. Seltsam bis Darth Vader gelten.&lt;br /&gt;
Ihm gegenüber steht jetzt Kriemhild, die sich vom naiven Jungmädchen zur Rachegöttin gewandelt hat. Im Gegensatz zum ersten Teil, wo sie wie Siegfried immer weiß gekleidet war, trägt sie jetzt schwarz. Sie bewegt sich kaum und wenn, dann nur sehr langsam. Damit bildet unter den ständig wimmelnden Hunnen eine Art Statue, was ihren Charakter als Rachegöttin noch verstärkt. Jeden Mann, der ihr begegnet versucht sie auf ihre Rache einzuschwören, sei es der biedere Rüdiger (Rudolf Rittner), sei es ihr neuer Gemahl Etzel oder dessen Bruder Blaodel (Georg John).&lt;br /&gt;
Die Welt der Hunnen steht in scharfem Kontrast zur Welt der Burgunder. Die Hunnen sind in ständiger Bewegung, sie werden als Barbaren gezeichnet, die in Erdhöhlen leben, sie sind orgiastisch und lebensfreudig. Statt der Gemessenheit des ersten Teils mit seinen langen Kamera-Einstellungen dominiert jetzt dynamische Beweglichkeit. Langs Nibelungenfilm stellt das Aufeinanderprallen dieser Welten ohne die platte Schwarzweiß-Malerei vieler neuerer Fantasyfilme dar. Hier steht nicht Gut gegen Böse, sondern es entsteht wirkliche Tragik, da Schuld und Unschuld auf beiden Seiten sich die Waage halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriemhild veranlasst Etzel, die Burgunder an seinen Hof einzuladen. Ihr Verlangen nach Rache jedoch weist er zurück. „Heilig ist der Gast“, sagt Etzel und wird damit zum Vertreter eines archaischen Moralbegriffs, der hoch über der Falschheit der Burgunder steht. Überhaupt wird Etzel, trotz seines wilden Äußeren, als sehr menschlich gezeichnet. Im Gegensatz zur starren Mimik der Burgunder drückt er seine Gefühle immer direkt aus. Wir sehen seine Liebe und Freude, wenn er mit seinem kleinen Sohn zusammen ist und wir sehen später seine abgrundtiefe Trauer, wenn Hagen diesen Knaben töten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz Hagens Abraten reisen die Burgunder zu Etzel und werden von ihm freundlich empfangen, während Kriemhild Etzels Bruder zum hinterhältigen Angriff auf die Knechte der Burgunder überredet. Es folgt ein Gemetzel, bei dem die in der Halle eingeschlossenen Burgunder sich gegen die Angriffe der Leute Etzels und seiner Verbündeten erwehren. Da die Kämpfe ohne Sieger bleiben, lässt Kriemhild das Dach der Halle anzünden. Der nächste Morgen sieht einzig Hagen und Gunther als Überlebende. Solange noch einer seiner Könige lebt, wird er den Ort des Nibelungenschatzes nicht verraten, sagt Hagen. Und als Kriemhild ihren Bruder Gunther töten und seinen abgeschlagenen Kopf vorzeigen lässt, da lacht Hagen: Jetzt wissen nur noch ich und Gott, wo der Schatz liegt. Kriemhild erschlägt ihn eigenhändig, um damit ihre maßlose Rache zu vollenden und sie wird daraufhin von Meister Hildebrand (Georg August Koch), einem letzten Gefolgsmann Etzels, getötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Notwendigkeit und Unbedingtheit, die so charakteristisch sind für die Stoffe der antiken und der germanischen Mythologie, steuert das Geschehen von Anfang an auf sein tragisches Finale zu. Vielleicht sind solche Stoffe nur mit den Mitteln des Stummfilms wirklich angemessen zu verfilmen. Dem archaischen Stoff korrespondiert hier die archaische Form. Ein Problem vieler neuerer Mythenfilme besteht ja darin, dass die pathetischen Dialoge unglaubwürdig wirken oder dass eine psychologische Figurenzeichnung dem Stoff nicht angemessen ist. Mythische Figuren handeln nicht als moderne Personen, sondern sie sind Archetypen, in denen Ideen und Weltanschauungen personifiziert werden. Fritz Lang hat sein Ziel einer adäquaten filmischen Umsetzung des Nibelungenmythos in beeindruckenden Bildern gemeistert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte der Nibelungen ist wahrscheinlich der deutscheste aller Stoffe. Fritz Lang akzeptierte dies ganz bewusst, wenn er seinem Film die Widmung „Dem deutschen Volke“ voranstellte. Wobei zu berücksichtigen ist, dass Langs Werk 1924 in die Kinos kam, neun Jahre vor der Machtergreifung der Nazis. Dennoch gab es Kritiker, die in Langs Darstellung Parallelen zur Ästhetik des Faschismus finden wollten. Es lässt sich nicht bestreiten, dass mit Begriffen wie „Nibelungentreue“ oder mit der Glorifizierung der Siegfried-Figur der Nibelungenstoff für ideologische Zwecke missbraucht wurde. Es sollte aber deutlich geworden sein, dass dies im Film keinerlei Grundlage findet, sowenig wie im Stoff des Nibelungenmythos selbst. Im Gegenteil gilt es, das Werk vor faschistoiden Vereinnahmungen in Schutz zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Filmdaten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (1): Siegfried - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou und Fritz Lang, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Walter Ruttmann, Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Paul Richter, Margarete Schön, Hanna Ralph, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Rudolf Klein-Rogge, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (2): Kriemhilds Rache - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Eugen Schüfftan (Optische Spezialeffekte), Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Margarete Schön, Rudolf Klein-Rogge, Georg John, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.filmzentrale.com/rezis/nibelungensk.htm entnommen aus der Filmzentrale]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Thesen zum geschichtlichen Hintergrund der Handlung und der Personen des Nibelungenliedes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorbemerkung :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der geschichtliche Hintergrund zerfällt vermutlich ebenso wie die Handlung des Epos in zwei Teile, die Ermordung des Helden Siegfrieds und den Untergang der Burgunder im Kampf gegen die Hunnen. Schon früh wurde deshalb spekuliert, dass es sich eigentlich um zwei unterschiedliche Erzählungen handelte, welche nur dramaturgisch durch einen dünnen Handlungsfaden verbunden wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der erste Teil durch seine sagenhaften Anklänge geschichtlich schwerer einzuordnen ist, geht es im zweiten Teil nach wohl vorherrschender Meinung um den Untergang des Burgunderreiches während der Umwälzungen der Völkerwanderung. Aufgrund der besseren Überlieferungslage sind die insoweit handelnden Personen wie Attila alias Etzel oder Theoderich der Große alias Dietrich von Bern historisch leichter zu identifizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bereits am Beispiel dieser beiden verbürgten geschichtlichen Heroen fällt auf, dass im Nibelungenlied verschiedene „Heldengestalten“ miteinander agieren, welche sich tatsächlich niemals begegnet sind. So war Attila bei der Geburt Theoderichs bereits verstorben. Auch verbrachte Theoderich seine Jugend nicht als Geisel bei den Hunnen, sondern am Hof des oströmischen Kaisers Leo I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Das Reich der Burgunden als Hintergrund von „Krimhilds Rache“ :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Neckar - Taunus Raum kommend, drang der germanische Stamm der Burgunden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
( später auch Burgunder genannt ) um den Jahreswechsel 406 / 407 im Zuge der Zerfalls- erscheinungen des römischen Limes über den Rhein vor. Ca. 413 schlossen sie mit dem weströmischen Reich einen Bündnisvertrag, welcher ihnen als „Foederati“ gegen Stellung von Truppen einen großen Siedlungsraum im Rheingebiet zugestand. Ob es sich dabei tatsächlich um das mittelrheinische Gebiet um die Stadt Worms herum handelte, ist noch strittig. Als die Burgunden unter ihrem Anführer Gundahar ab 430 begannen, sich weiter nach Westen in römisches Provinzgebiet auszudehnen, kam es erneut zum offenen Konflikt mit dem West-reich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unschwer ist in der Person des Gundahar die Person des Gunthers aus dem Nibelungenlied zu identifizieren. Anders als dort ist sein historischer Gegenspieler jedoch nicht der Hunne Attila, sondern der römische Heermeister Flavius Aetius.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der um 390 geborene Aetius war in seiner Jugend zunächst als Geisel bei den Hunnen aufgewachsen. Nach einer glanzvollen militärischen Karriere als „Magister militum“ des weströmischen Reiches floh er aufgrund einer Palastintrige erneut zu den Hunnen. Mit deren Hilfe kehrte er 433 an den weströmischen Hof zurück, wo er als Heermeister das marode Reich ein letztes Mal militärisch stabilisieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu zählte insbesondere der Feldzug gegen die Burgunden, wobei sich Aetius aufgrund seiner Beziehungen auch hunnischer Hilfstruppen bediente. In den folgenden Kämpfen der Jahre 435 / 436 wurde das Reich der Burgunden von den Truppen des Aetius vernichtet und Gundahar getötet. Anschließend siedelte der siegreiche Feldherr die überlebenden Burgunden im Rhonetal / Savoyen als Puffer gegen die germanischen Alemannen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Das Leben Attilas als Hintergrund von „Krimhilds Rache“ : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hunnenkönig Attila trat nach den historischen Quellen bei dem Feldzug gegen die Burgunden selbst nicht in Erscheinung. Er regierte die Hunnen seit 434. Nach der Ermordung seines Bruders Bleda 444 / 445 wurde er ihr unbeschränkter Großkönig mit Herrschaftssitz in der ungarischen Tiefebene an der Theiß. Während er Feldzüge gegen Ostrom unternahm, unterhielt er zum weströmischen Reich, vermutlich aufgrund des dortigen Heermeisters Flavius Aetius ( s.o. ), überraschend gute Beziehungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nach einem als Heiratsangebot getarnten Hilfserbitten der verzweifelten Schwester des weströmischen Kaisers Valentinian III forderte Attila sogleich die Hälfte Westroms als „Brautgeschenk“. In der Folge fiel er mit seinen überlegenen Reiterhorden in das Reich ein und konnte erst nach langen wechselhaften Kämpfen im Jahr 451 in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern von Flavius Aetius und einem Vielvölkerheer aus Römern, Westgoten und anderen Germanen ( vermutlich auch Burgundern ) zurückgeschlagen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
452 fiel Attila erneut mit seinem Heer in Italien ein. Diesmal wurde sein Kriegszug nach anfänglichen Erfolgen letztlich wohl durch Seuchen und Versorgungsprobleme gestoppt, welche der Römer Aetius durch die ausweichende Militärtaktik der „verbrannten Erde“ noch gesteigert hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser wiederholten Niederlage zog sich Attila in seinen Herrschaftsraum zurück und starb 453 während der Hochzeitsnacht mit seiner germanischen Braut Ildikó, der Tochter eines gotischen oder gar burgundischen Fürsten. Die Todesursache war entweder ein Blutsturz oder beigebrachtes Gift.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Ildikó auch als Hildiko bzw. neuhochdeutsch „Hildchen“ übersetzt werden kann, sieht man in dieser Braut des Attila ein mögliches Vorbild für die Krimhild der Nibelungensage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der mächtige Heermeister Flavius Aetius wurde 454 während einer Audienz vom damaligen Kaiser Valentinian III eigenhändig umgebracht. Gelegentlich wird der Römer Aetius aufgrund seiner historischen Rolle als der eigentliche „Etzel“ des Nibelungenliedes angesehen. Auch waren es historisch gesehen letztlich die Römer, welche den Untergang der Burgunden / Nibelungen und den Tod Gundahars / Gunthers zu verantworten hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Das Leben des Arminius / Hermann als Hintergrund von „Siegfrieds Tod“ :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Rollen des Gunther, des Etzel und der Krimhild aufgrund der historischen Geschehnisse leicht(er) zuzuordnen sind, stellt sich für den ersten Teil des Nibelungenliedes die zentrale Frage, welche historische Persönlichkeit eine derartige Wirkungskraft ausgeübt haben könnte, um aus dem Dunkel der sagenhaften Überlieferungen ein Vorbild für die Figur des Helden Siegfried zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angeführte „zeitgenössische“ Personen der Völkerwanderung werden dem nicht ansatzweise gerecht. Aus den langen Auseinandersetzungen zwischen Römern und Germanen , um die geht es letztlich trotz aller Verzerrungen auch im Nibelungenlied ( s.o. ), ragt jedoch ein Mann hervor, dessen Leben und Sterben in den grundlegenden Motiven auf den Sagenheld Siegfried wie eine Schablone zutrifft : Arminius, der Fürst der Cherusker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;a. Das Motiv der Herkunft und Namensgebung&#039;&#039;&#039; :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Versionen der nordischen Sagas wächst Siegfried in der Wildnis auf, gesäugt von einer Hirschkuh. Ggf. stellt dies eine Parallele zur römischen Sage von der Romulus und Remus säugenden Wölfin dar. Nach verschiedenen Deutungen des Stammesnamens der Cherusker ist wohl der Hirsch, germanisch &#039;&#039;herut&#039;&#039;, als deren „Wappentier“ anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Nibelungenlied wird der Name von Siegfrieds Vater mit Siegmund angegeben. Nach den römischen Quellen lautet der Name von Arminius Vater Sigimer oder Segimer. Die Silbe Sig bzw. Seg war bei den Cherusker offenbar recht gebräuchlich ( siehe z.B. auch Segestes ) und deutete wohl auf Auszeichnung im Kampf hin. Der Name der Mutter des Arminius bleibt unerwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch sein germanischer Name ist unbekannt. Der Name Arminius wurde ihm von den Römern wie üblich erst bei der Verleihung des römischen Bürgerrechts gegeben. Er steht wohl am ehesten für „der Blauäugige“ (von &#039;&#039;armenium&#039;&#039; - „bergblau“). So wurde der Bruder des Arminius von den Römern auch nur schlicht Flavus, „der Blonde“, genannt. Der Name Hermann taucht erst später im Mittelalter auf und wurde angeblich von Luther geprägt. Angesichts der hohen Stellung seines Vaters Sigimer ist der gleichbleibende Namensteildes „Sig“ bei dem germanischen Namen des Arminius naheliegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Herkunft Siegfrieds wird im Nibelungenlied Xanten angegeben. Die historische Stadt Xanten ist römischen Ursprungs und diente unter dem Namen Vetera als eines der zentralen Lager der römischen Rheinlegionen. Arminius ist zunächst selbst ein Mitglied dieses Heeres, welches später von ihm vernichtend geschlagen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;b. Das Motiv des mutigen Kämpfers : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Siegfried im Nibelungenlied war Arminius nicht nur ein Anführer seines Volkes, sondern auch ein im Kampf erfahrener und herausragend erfolgreicher Krieger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im römischen Militärdienst ab spätestens 4 bis 9 n.Chr. zeichnete sich Arminius als Führer von germanischen Hilfstruppen in den Feldzügen des späteren Kaisers Tiberius in Germanien und / oder Pannonien derart persönlich aus, das er in einer bis dahin beispiellosen Karriere als Germane sogar in den römischen Ritterstand aufsteigen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der persönlich mit ihm bekannte römische Historiker Paterculus, selbst ein ranghoher Soldat, schilderte den späteren Gegner Arminius nach den gemeinsam verbrachten Kriegsjahren wie folgt : “ Er war tüchtig im Kampf und rasch in seinem Denken, ein beweglicherer Geist als es die Barbaren für gewöhnlich sind. Das Feuer seines Geistes verriet sich schon im Blick seiner Augen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;c. Das Motiv des Drachenkampfes :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich durch die persönlich erlebte römische Herrschaftspraxis in der germanischen Provinz entschied sich Arminius jedoch trotz geringer Erfolgsaussichten für den Kampf gegen die zu dieser Zeit geradezu übermächtig wirkende „Weltmacht“ Rom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungeachtet aller persönlichen Gefahren und trotz Verrats seiner Pläne organisierte Arminius, quasi vor den Augen des recht vertrauensseligen Statthalters Varus, einen erfolgreichen germanischen Aufstand der durch das Inferno der Schlacht im Teutoburger Wald bzw. Varusschlacht um 9 n.Chr. mit einem Schlag die römische Herrschaft in Germanien jenseits des Rheins beendete und Rom in seinen Grundfesten erschütterte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Motiv des Kampfes gegen einen schier übermächtigen Gegner findet sich bei Siegfried in Form des Drachenkampfes wieder. Die insoweit deutlich detaillierten Edda-Schilderungen über den Drachenkampf lassen überraschende Parallelen zu den jüngsten Erkenntnissen über den mutmaßlichen Ablauf der Varrusschlacht aus dem Raum um Kalkriese erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So stellt Siegfried dem Ungeheuer auf dessen Weg zum Wasser mit einer Erdgrube eine Falle. Darin verborgen sticht er dem Lindwurm in das Herz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kalkriese wurde eine Erdwallanlage aufgefunden, mit der die dahinter verschanzten Germanen unter Arminius den auf dem Rückmarsch zum Rhein befindlichen römischen Legionen den Weg abgeschnitten haben sollen. Vermutlich kam es dort zu dem Endpunkt eines sich über mehrere Tage hinziehenden Kampfes, in welchem die Legionäre in ihrer verwundbaren Marschformation von den Germanen angegriffen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der sich über viele Kilometer erstreckende Zug der Römer unter dem Befehl des Statthalters Varus, bestehend aus den drei kampfstärksten Legionen des Reiches, jeder der bis zu 18.000 Berufssoldaten mit Kettenhemd, Helm und eisenbeschlagenem Schild, wird wohl selbst von heutigen Autoren noch als „lindwurmartig“ bezeichnet. Den drei Legionen voran wurden die römischen Feldzeichen getragen. Zu Zeiten des Arminius waren dies die römischen Adler. Bereits vor der Völkerwanderung wurde der Adler im römischen Heer jedoch durch den eindrucksvollen Kopf eines Drachen ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Standartentraeger.png|thumb|Nachbildung eines römischen Standartenträgers der Kavallerie nebst drachenköpfigem Feldzeichen aus der späten Kaiserzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;d. Das Motiv des Blutbades und der Unverwundbarkeit :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Sieg über den Drachen nimmt Siegfried ein Bad in dessen Blut, um hierdurch für seine Feinde unverwundbar zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Sieg des Arminius und seiner Verbündeten ist absolut. Die drei Legionen nebst Tross und Hilfstruppen werden so vollständig vernichtet, dass sie auf kaiserliche Weisung hin nie wieder aufgestellt werden. Der Statthalter Varus stürzt sich auf dem Schlachtfeld in sein Schwert. Das seit langer Zeit sieggewohnte römische Reich ist nach heutigen Maßstäben geradezu traumatisiert. Der damalige Kaiser Augustus soll mit dem Ruf „Varus, Varus gib mir meine Legionen zurück“ aufgelöst durch seinen Palast geirrt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem morastigen Schlachtfeld lagen unter Berücksichtigung der germanischen Verluste bis zu 25.000 Tote nebst Pferden und Maultieren. Nach den römischen Quellen und den Erkenntnissen bei Kalkriese hatte es zuvor bzw. während des Kampfes in Strömen geregnet. Selbst für die damaligen Verhältnisse muss das Kampfgebiet einen apokalyptischen Eindruck geboten haben, zumal Schlachten dieser Größenordnung auf germanischem Gebiet bisher kaum stattgefunden hatten. Nach vorsichtigen Schätzungen moderner Militärhistoriker dürften aufgrund der Schwere der damaligen Kampfverletzungen allein 50.000 Liter menschlichen Blutes den aufgeweichten Boden, die Regenpfützen und die umliegenden Wassertümpel getränkt haben. Verletzte und wohl auch gefangene Römer wurden noch vor Ort massakriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Fragmentfunden aus Kalkriese gingen die Sieger dazu über, den toten Legionären die Rüstungen vom Leib zu reißen. In dem zu dieser Zeit noch eher kleinbäuerlich geprägten Germanien waren Metalle nur spärlich verfügbar. Fast nur Adlige konnten sich Schilder, Kettenhemden, Helme oder Schwerter aus Metall leisten. Der einfache Krieger zog mit dem im Feuer gehärteten Speer und einem Schild aus Holz in die Schlacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nunmehr aber verfügte die Allianz des Arminius neben ihrer spärlicheren Hilfstruppen-ausrüstung mit einem Schlag über zehntausende hochwertige Rüstungen nebst Helmen und Schilden aus den römischen Legionsbeständen. Der weitere Kriegsverlauf belegt die folgende „Unüberwindbarkeit“ der Kämpfer des Arminius.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;e. Das Motiv des Hortes und der darin befindlichen Schätze : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem Sieg über den Drachen gelangt Siegfried an unermessliche Reichtümer aus dem Hort der Nibelungen, darunter eine Tarnkappe und einen Stab der Beredsamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arminius fielen neben den unbezahlbar wertvollen Waffen der Rheinlegionen auch deren gesamte Habseligkeiten, die prachtvolle Ausstattung des römischen Statthalters und wohl unzählige Trossangehörige als Sklaven in die Hände. Römische Städte und Ansiedlungen auf germanischem Gebiet, wie z.B. Waldgirmes, wurden zerstört und vollständig geplündert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie zuvor bei der Planung des Aufstandes unter den Augen der Römer gelang es Arminius mit einer bis dahin nahezu einmaligen diplomatischen Leistung ein dauerhaftes Bündnis aus verschiedenen, traditionell zerstrittenen germanischen Stämmen zu schmieden. Dieses erwies sich als stark genug, um den römischen Rache- und Rückeroberungsfeldzügen der Jahre ab 14 bis 17 n.Chr. erfolgreich standzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der römische Feldherr Germanicus setzte während dieser mehrjährigen Feldzüge zeitgleich nahezu ein Drittel des gesamten römischen Heeres der damaligen Zeit ein. Arminius griff seinerseits immer wieder auf eine ausweichende Guerillastrategie zurück. Überraschende Angriffe auf die Marschkolonnen des Gegners und kontrollierte Absetzbewegungen in den schützenden Wald bei einem problematischen Kampfverlauf kennzeichneten die bevorzugte Taktik des Arminius. Angesichts dramatischer römischer Verluste und geringer Erfolge befahl der nunmehrige römische Kaiser Tiberius, ein früherer Kampfgefährte des Arminius (s.o.), im Jahr 17 n.Chr. seinem Feldherrn Germanicus den endgültigen Abbruch der Feldzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der weiteren Folge nahm es Arminus noch im selben Jahr mit Marbod, dem äußerst mächtigen König der Markomannen und dessen unabhängigen Großreich im heutigen Tschechien bzw. Böhmen auf. Dieses verfügte nach römischen Quellen über ein Heer von ca. 75.000 Kriegern und hatte bis dahin selbst für Rom eine nachhaltige Gefahr dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und auch in diesem Kampf gelang dem Stammesbündnis unter Führung des Arminius der Sieg. Und dies trotz des verräterischen Überlaufens seines Onkels Inguiomerus zu den verfeindeten Markomannen. Der gedemütigte Marbod musste im Jahr 19 n.Chr. schließlich sogar in ein römisches Exil fliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Krieg erwies sich der geschickte Kämpfer und Diplomat Arminius damit trotz seiner militärisch übermächtig wirkenden Gegner als unbesiegbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;f. Das Motiv des Verrats und der Ermordung durch die eigenen Verwandten : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der unverwundbare Siegfried wird von den gekränkten und neidischen Verwandten seiner Ehefrau mittels einer List hinterrücks ermordet. Die Tat wird von dem grimmen Hagen ausgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Berichten des Tacitus zum Tod des Arminius ist festgehalten, dass dieser ca. 19 / 21 n.Chr. durch die „Hinterlist seiner Verwandten fiel“. Er hatte wohl auf dem Weg zu einer Art „Königswürde“ zu viel Macht erlangt und erschien nach Wegfall des äußeren Feindes im internen Gefüge der Stammesfürsten schlicht zu gefährlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mörder des Arminus wird namentlich nicht genannt. Ausgehend von dem spärlichen Berichten des Tacitus verblieben jedoch nach dem Verrat des Onkels Inguiomerus ( s.o. ) nur noch zwei in Betracht kommende Verwandte : Flavus, sein Bruder, und Segestes, der Schwiegervater des Arminius. Beide stehen während der kriegerischen Auseinandersetzungen zumeist auf Seiten der Römer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Segestes soll Arminius sogar noch (erfolglos) an Varus verraten haben. Obwohl oder gerade weil Arminius seine Tochter Thusnelda zur Ehefrau genommen hatte, betrieb Segestes auch später noch dessen Vernichtung. Schließlich begab sich Segestes im Verlauf der geschilderten Feldzüge 15 n.Chr. nebst seiner Tochter sogar persönlich in die helfenden Hände der Römer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bruder Flavus blieb als Anführer von Hilfstruppen bis zum Ende der Kämpfe 17 n.Chr. seinem einstmaligen Schwur auf den römischen Kaiser treu. Wie Hagen in verschiedenen Edda-Versionen verlor Flavus nach den römischen Quellen während der Kämpfe ein Auge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich der Feldzüge lieferten sich Arminius und Flavus über die Weser hinweg ein sehr persönliches Wortgefecht, wobei laut des römischen Geschichtsschreibers nur das schnell fließende Wasser ein sofortiges Blutvergießen verhinderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessanterweise wird Hagen von Tronje in mehreren Deutungen des Ortsnames Tronje ein römischer Hintergrund zugewiesen. So wird das sagenhafte Troja als das Ursprungsland der ersten römischen Siedler oder das in der Nähe von Xanten gelegene Römerlager Colonia Ulpia Trajana als mögliche „Herkunft“ Hagens angeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der historisch verbürgte Flavus an den Feldzügen des Germanicus teilnahm ( s.o. ), ist sein Standort in diesem Militärbereich zumindest möglich. Er hatte jedenfalls nach dem Ende des offenen Kampfes, ggf. im naheliegenden Zusammenspiel mit einem im Hintergrund die Fäden ziehenden Schwiegervater Segestes, ein Motiv und räumlich gesehen wohl auch Gelegenheit zum geschilderten „hinterlistigen“ Mord an Arminius. Bezeichnenderweise wurde erst dem in Rom geborenen Sohn des Flavus mit Namen Italicus von den führungslosen Cheruskern im Jahr 47 n.Chr. die Herrschaft über den Stamm angetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor diesem Hintergrund sei noch angeführt, dass in der dem Nibelungenlied ähnlichen Thidrekssaga der dort als „Högni von Troia“ bezeichnete Hagen kurz vor seinem Tod mit einer „hunnischen“ (s.o.) Sklavin einen Sohn zeugt und dieser den Schlüssel zum Hort Siegfrieds übergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;g. Das Motiv der treuen Ehefrau am fremden Hof und des gemeinsamen Sohnes : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krimhild bleibt Siegfried nach dessen Ermordung in aufrechter Liebe und Trauer verbunden. Sie rächt seinen Tod am Hofe der Hunnen an ihren Verwandten. Der gemeinsame Sohn wird ohne nähere Beschreibungen in das Nibelungenreich gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tragische Beziehung zwischen Arminius und seiner Ehefrau Thusnelda ist wohl das erste überlieferte „Liebesdrama“ aus dem deutschen Raum. Nach wiederholten Zerwürfnissen mit seinem im Machtgefüge konkurrierenden Schwiegervater Segestes muss Arminius miterleben, wie dieser im Jahr 15 n.Chr. die schwangere Thusnelda nach Rom verbringen lässt. Zur Haltung Thusneldas in dieser Situation schreibt der römische Historiker Tacitus wörtlich : „Sie stand mit dem Herzen mehr auf der Seite ihres Mannes als ihres Vaters. Sie ließ sich keine Träne entlocken und kein flehendes Wort verlauten; die Hände im Schoß zusammengelegt, blickte sie auf ihren schwangeren Leib.“ Sie sah Arminius niemals wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sohn des Arminius mit dem überlieferten Namen Thumelikus wird während des so erzwungenen Aufenthalts im römischen Reich geboren. Seinen Vater hat er weder sehen, noch rächen können. Seine Spur verliert sich letztlich im Dunkel der Geschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der einst so mächtige Stamm der Cherusker hinterlässt bald keine geschichtlichen Spuren mehr. Nach andauernden internen Zwistigkeiten, befördert durch die erfolgreiche römische Diplomatie des „Teile und Herrsche“ geht auch dieser Volksstamm ähnlich wie später die Burgunder sinnbildlich unter. Mutmaßlich gehen die Angehörigen der Cherusker später in dem sich langsam bildenden Stammesverbund der Franken auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;h. Das Motiv des Gedenkens in Liedern und Gesängen : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Helden Siegfried wurde im germanischen Sprachraum dauerhaft in den Überlieferungen der Edda und letztlich auch im Nibelungenlied gedacht. Sämtliche Schilderungen wurden deutlich nach den dramatischen Ereignissen um den Cherusker Arminius niedergeschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine germanische Geschichtsschreibung fehlte zu dessen Zeit noch und wurde durch die mündliche Überlieferung und Gesänge ersetzt. Eine noch im späteren Mittelalter bei den Volkssagen zu beobachtende märchenhafte bzw. symbolische Verfremdung und / oder Überhöhung der wahren Personen und Ereignisse ist einer derartigen Überlieferungsform geradezu innewohnend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich berichtet der römische Historiker Tacitus in seinen zu Beginn des 2. Jahrhunderts n.Chr. verfassten und lange verschollenen „Annalen“ bzgl. des germanischen Gedenkens an Arminius wörtlich : „Noch heute besingt man ihn bei den barbarischen Völkern.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst seine römischen Feinde fällten über ihn ein historisches Urteil, welches Arminius bei den germanischen Völkern unsterblich gemacht haben mag. So heißt es bei Tacitus weiter :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Arminius hat nicht wie andere Heerführer und Könige das römische Volk in seinen Anfängen herausgefordert, sondern das in höchster Blüte stehende Reich. In den Schlachten kämpfte er mit wechselndem Erfolg, im Krieg blieb er unbesiegt. Er war ohne Zweifel der Befreier Germaniens.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den sicheren Nachweis, dass das Schicksal des Arminius in der Form der Siegfriedsage und dem Nibelungenlied verewigt wurde, bleibt die Geschichte leider wohl für immer schuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Thesen bleiben auch unter den Experten aus den unterschiedlichsten Gründen heftig umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber welcher Sänger oder Barde würde wohl einen solchen Menschen mit all seiner persönlichen Tragik jemals der Vergessenheit preisgegeben haben !?&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Nibelungenlied&amp;diff=232</id>
		<title>Nibelungenlied</title>
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		<updated>2011-02-21T13:17:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* I. Fragestellungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== &#039;&#039;&#039;Symposien&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
*13.08.2009 - 20:30 Uhr bei Tobias. Themen: Einführung und erste Textpassagen, Nachwort Grosse. Wir lesen Brackert: Ende 3. Aventiure.&lt;br /&gt;
*2.09.2009 - 20:30 bei Tiemo 4. und 5. Aventiure gelesen&lt;br /&gt;
*12.9.2009 - 20:00 Wanderhütte bei Dörscheid am Rhein. Bis Ende 9. Av. gelesen. siehe auch [http://www.schneelaeufer.de/2009_Rhein unsere Fotos]&lt;br /&gt;
*30.09.2009 - 20:45 bei Tiemo. Andreas: Die Edda und das Nibelungenlied. Gelesen bis Ende 14.Av.&lt;br /&gt;
*14.10.2009 - 20:30 bei Matthias. Matthias-Vortrag: historischer Kontext Siegfried-Arminius, Burgunden-Römer; Dietrich von Bern. Bis Ende 16. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*05.01.2011 - 20:00 bei Matthias. Erstmal wieder reinkommen. Bis Ende 18. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*26.01.2011 - 20:30 bei Andreas. Bis Ende 20. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*10.02.2011 - 20:00 bei Matthias. Bis Ende 24. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
*23.02.2011 - 20:30 bei Tobias.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Thesen, Kurzeinträge, Literatur. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Fragestellungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Was unterscheidet Mythologie von Religion? Wenn es im ersten Teil vom NL um mythologische Resonanz geht, stellt sich die Frage, ob hinter dieser Mythologie ein Sinn steht, eine Antwort auf die Frage nach Ursprung und Ende, oder eben Sinn auf ganz andere Weise generiert: Liebe, Treue, Kampf? Es stellt sich auch die Frage, inwiefern Epen die Roman-Funktion übernahmen, die Lukács definierte: der Roman ersetzt das in der Moderne nicht erfüllte Bedürfnis nach Transzendenz, nach einem metaphysischen Zuhause.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Wie wichtig ist das Treue-Motiv? Zumindest das Wort ist dominant. &amp;lt;span style=&amp;quot;color: color&amp;quot;&amp;gt;Was ist Treue? Wer ist treu?&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Was baut eigentlich den übergreifenden Spannungsbogen im NL auf? Worum geht es?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Was für ein Held ist Siegfried (Hybris, naiv, unbescholten etc.)? Vor allem Eines: unbekümmert! - Gegenpol des &amp;quot;Kümmerers&amp;quot;, des grimmen Hagen - grimm ob der Last des ständigen Bedenkens, Grübelns. Seliger Siegfried! Und überhaupt: was zeichnet einen Helden aus, was ist ein Anti-Held? Übt NL Kritik am Helden-Epos, indem Helden unmöglich werden? (NL weniger Helden- als vielmehr höfisches Epos. Heldenepos: 1 menschlicher Held. NL: diverse ausgezeichnete Recken einerseits und andererseits Überlagerung durch das Höfische.) Ironisiert NL die Heldenfrage? Siegfrieds Vorstellung am Hof Worms ist Hybris-artig: Ich schlage alle, ich nehme mir alles. Keine Spur von Weisheit. AV2, 55: Holt sich gewaltsam, was er will. 88: schlachtet für den Nibelungenschatz 700 Krieger und 12 Riesen, später aus Spaß Löwen, Elche, Bären, Wisente...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hybris-, Minne- und Treue-Motiv: wie verhalten sie sich zueinander? Ist Minne Glaubensersatz an das Transzendente, damit Immanenz-Erscheinung? Was ist/bedeutet Liebe zu einer Frau und zu einem Mann?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Welche Rolle spielen Frauen? Mit Kriemhield geht&#039;s los, sie verbindet die beiden großen Teile, sie initiiert große Ereignisserien.&lt;br /&gt;
Krimhild, die Klammer des Epos.   &lt;br /&gt;
Brunhild, die Klammer zu den alten Sagen.&lt;br /&gt;
Wenn Frauen aktiv werden, dann öffnet sich der Himmel und es regnet Unheil und Grauen. Sie dürfen nicht unterschätzt werden. Sie dürfen gar nicht zu (widernatürlicher) Aktivität gereizt werden, müssen also gut behandelt werden. Dann kann die natürliche Ordnung bestehen bleiben.&lt;br /&gt;
   Frauen sind der Ausblick in eine individualistische Zukunft (siehe erweiterte Minne-These V 5)&lt;br /&gt;
Ein bestimmtes Verhalten Frauen gegenüber macht auch das &amp;quot;Höfische&amp;quot; aus (siehe auch Subversions-These V 10).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hagen, der Wissende: AV 3, 84: berichtet über Siegfrieds große Taten, erkennt ihn, erwähnt ganz kurz den Drachenkampf (100).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Siegfrieds Riss im schützenden Hautpanzer ist zugleich Möglichkeit des grundlegenden Risses in der Großhandlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Siegfried: kämpft mit dem Schwert Balmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Kriemhild träumt in AV1, 11: von ihrem Schicksal, stemmt sich dagegen (keinen Mann kennenlernen), doch dann verliebt sie sich in S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Was heißt es, ein „wahrer Ritter“ zu sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Gibt es eine &amp;quot;Epos-Entwicklung&amp;quot; vom Gilgamesch (Menschliche Handlungen werden durch uneinheitliche Gottesmacht gelenkt), über Beowulf (Menschen handeln selbstständiger, sind aber mystischen  Kräften - Drachen &amp;amp; Monstern, ausgesetzt) zum Nibelungenlied (bei dem der Mensch nur noch durch rein menschliche gegenseitige Beeinflussung nicht seine Handlung voll kontrolliert)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Was verbindet die verschiedenen Epen? - Länge, Verse, übergreifende Themen mit Völkern, Ländern und vielen handelnden Personen und mystischen Kräften (Göttern, Monstren, Drachen, und mystischen zwischenmenschlichen Strukturen)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. V150 Schicksalsmotiv: Sterben wird, wer dem Tod verfallen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. V155: Wahre Freundschaft: Vertrauen, Tapferkeit, Dank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. V175: Übermuts-Motiv. V381: Eifer bringt Unheil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. V198: andauernde körperliche Konfrontation: scharfe Schwerter, tiefe Wunden, Blutströme, Frauen, die Leid ertragen, Kampf, Sein-Leben-Lassen ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. V207: Siegfried hat das Schwert Balmung. Tatsächlich: er hat es einfach. Die, vermutlich bekannte, Geschichte dieser trefflichen Waffe ist dem NL-Dichter nicht wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19. V224, 238: Liebesmotiv Kriemhild-Siegfried ist an den Sorge und Kampf gebunden: Übermittlung von Nachrichten über den Zustand, Freude über erschlagene Gegner, den Sieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. V230: Siegfried vereint alle Tugenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. V232: Es geht darum, die Ehre ohne Makel zu bewahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Warum ist Siegfried so stark? Vermutung: externer Verweis auf die Edda-Geschichten. man kennt den überstarken Siegfried bereits ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Schlacht gegen die Sachsen: alle sind Helden, nur die Burgunder sind Über-Helden. Das Nibelungenlied protzt nur so vor Lob nach allen Seiten über Tapferkeit, Schönheit etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Das Niblungenlied etabliert ein Wettkampf auf allen Ebenen (vgl. V271): vom richtigen Kampf, zum anschließenden Turnier, zum Kampf mit Brünhilde im Bett ... Liest man hier etwas Krankhaftes, ein Sich- ständig-beweisen-müssen? Ist es eine Unruhe der Immanenz, in der keiner göttlich sanktioniert einfach besser ist? Ständiger Konkurrenzkampf als Ausdruck sozialer und/oder wirtschaftlicher Verschiebungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. Gibt es im Nibelungenlied eine richtige Reflexionsebene? einen Weisen, einen Alten? Bei Siegfried scheint es ja quasi aus seiner Natur herauszuwachsen. Als Siegrfried &amp;amp; Co. zum Brünhilde-Ausflug rüsten, klingt alles spontan, Entscheidungen werden erst kurz vor den Ereignissen getroffen, kurz und wenig überzeugend, vielmehr naiv, ohne Bedenken der Folgen. Eben unbekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. V296: Neid!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. V324, 328: Ankündigung von Siegfrieds Tod und des Tods der anderen Helden. Es gibt eine Art Schicksalsmotiv, unbewusst auf der Ebene der Akteure - bis auf Kriemhild und ihren Traum, den sie aber offensichtlich nicht ernst nimmt. Erst der Erzähler hat im Nachhinein den Überblick ... V337: immer wieder Vorgriffe auf den Ereignisverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. V336: Tarnmantel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. V360: sich schön kleiden, zur Hochzeit, Seide,Brokant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Am Ende der 6. Aventiure scheint Siegrfried schlauer zu werden, während der Planung zum Brünhilde-Ausflug. Was bedeutet der Ausdruck &#039;listig&#039; hier? Was ist nicht-listig? Und: wie steht es um die Paare listig-weise, listig-naiv?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31. Warum interveniert Hagen nicht entschieden vor dem Brünhilde-Auszug? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. Was heißt Liebe im NB?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Der Königinnenstreit (Av. 14) ist der Punkt an dem sich eine Spirale ohne Umkehr bis zur Vernichtung der Nibelungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Warum riskiert Siegfried, dass Brünhild von Kriemhield Ring und Gürtel zu sehen bekommt und die unaufhaltsame Krise einleitet? In der 11. Av. (714) wird Siegfried in der Siegmund-Nachfolge zum gerechten Herrscher inkl. Rechtsprechung, in der 14. Av. zeigt die aufgebrachte Kriemhild (B. bezeichnet S. als einen Eigenmann)Ring und Gürtel, die ihr S. wohl plus Geschichte gab! Wie erklärt sich diese Einfältigkeit? Ist es eigentlich, aus der Sicht der Zeitgenossen, unwichtig, wie genau die Krise eingeleitet wird, da sie als Schicksal so wie so irgendwann kommt? Ist daher auch die Konsistenz von S.s Charakter dem untergeordnet?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Gunther, der König, zeigt wiederholt Schwächen: seine Leidenschaft für Brünhild, sein Einlenken in Hagens Mordplan (872ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. 16. Av. 934ff.: Auffallend ist, dass S. hier als &amp;quot;Jäger&amp;quot; ein Tier nach dem schlachtet, wie ein Massaker, und dann selbst aufgespießt wird. Intensives Todesthema.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Was ist ein &amp;quot;Held&amp;quot; und ein  &amp;quot;Heldenepos&amp;quot;? Wann kommt dieser Diskurs auf? Im NL werden die Recken oft auch &amp;quot;Helden&amp;quot; (mhd) genannt. Es scheint, es meint einfach nur: tatkräftiger Mann, einer, der Ereignisse beeinflussen kann, einer, der Macht und Herrschaft erfolgreich ausübt, unter gewissen moralischen Rahmenbedingungen (H.s Ermordung S.s ist keine Heldentat).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
38. Was war das weibliche Schönheitsideal der Zeit? War die mannsstarke Brünhilde erotisch? Warum ist sie so anziehend für Gunther?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
39. Um Siegfried herum geht es immer wieder um Freundschaft, gute Freunde, etwa V 1054.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40. Warum wird aus Siegfrieds Sohn keine Rache-Träger? (V 1090)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41. Wie groß ist der Kreis der Mittwisser um den Mordplan für Siegdried? Siehe 865.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42. Nach Siegfrieds Tod gibt es keine große Aufruhr, es geht eher ums vertuschen, Räuber-Geschichte etc. V 1000.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
43. Kriemhild liebt Siegfried innig, klassisch, oder? V 924.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44. Übermut-Motiv: etwa bei Brünhild.V 1100.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45. 20. Av.: Wusste Rüdiger vor dem Werbezug für Etzel und seinem Kriemhild-Versprechen (sie bedingungslos zu rächen, sofern es zu Kränkungen kommt)von Siegfrids Ermordung? Es scheint nicht so. Rüdiger (1201) kommt gut mit Hagen und anderen aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46. 20.-21. Av.: Es geht immer wieder darum, Kriemhild &#039;fröhlich&#039; zu machen. Was ist das für eine Stimmung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47. 20.-21. Av: Zusammenhalt wird immer wieder mit einem Appell an Freundschaft (&#039;Freunde&#039;) in Verbindung egbracht. Etwa 1246, 1282.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48. 1214: Es cheint erstaunlich, dass sie Hagen nicht gegen die anderen durchsetzt (Verhinderung der Werbung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49. In der 19. Av. kommt es zum Klimax der Aufweichung des Höfischen und der Werte. In Brackert (1994) ist hierzu ein guter Kommentar (keiner straft Hagen etc.), S. 284, Note 113: man zürnt, greift aber nicht ein, zögert, vertagt ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
50. Brünhilde verschwindet mit dem Gunter-Siegfrid-Komplex als Akteurin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
51. 1335, 1353: Erstaunlich ist das Lob der Vielfalt von Brauchtümern, des Harmonierens von Heiden und  Christen an Etzels Hof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52. In welchem zeitlichen Verhältnis steht das Nibelungenlied zu anderen höfischen Romanen und den Artus-Erzählungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
I b&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakterisierungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Siegfried&lt;br /&gt;
  Unbekümmert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Hagen&lt;br /&gt;
  Grimm. sehend. gefühlsmäßig getrieben, in der konkreten Handlung aber immer rational. Der Kümmerer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kriemhild&lt;br /&gt;
  Im Wandel. Zunächst unschuldig. Am Ende schuldig. Immer Opfer.&lt;br /&gt;
  Kriemhild ist die Zeichensetzerin - die unvermögende Setzerin, nicht die Herrin der Zeichen. (Gütel, Ring, Schulterblattkeuz, Träume)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gunther&lt;br /&gt;
  Unbehaglich, entscheidungsschwach, inkonsequent, Zauderer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gernot&lt;br /&gt;
  Der Diplomat&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Datierungen/Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 970: Entstehung: Wende 12./13. Jh., unklar. Die Inhalte entstammen unterschiedlichen Sagenkreisen, die nicht miteinander verbunden sind. Sie haben wahrscheinlich schon Jahrhunderte vor den uns bekannten Texten existiert und werden in kürzeren mündlichen Fassungen von Generation zu Generation bewahrt worden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 980: Drei Handschriften, entdeckt zwischen 1750-1770. Erforschung ab 1810 an der HU.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Grosse 1011-1012: Wir kennen den Autor des &#039;&#039;Nibelungenliedes &#039;&#039;nicht. ... Es mag sein, daß die Gattung der Heldenepik mit ihrem Übergang von der Oralität zur Skripturalität die Anonymität mit sich gebracht hat, wie sie ja auch bei den ähnlich tradierten Texten der Sagen und Märchen üblich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Erzählform, Stil ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 988: Im Unterschied zu den höfischen Epen der Stauferzeit hat das &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;keine paarweise gereimten vierhebigen Verse, sondern (in der HS B) 2379 Strophen. Jede Strophe besteht aus vier Langzeilen, die aus der germanischen Dichtung bekannt sind. Jede Langzeile hat zwei Halbzeilen, den An- und den Abvers: 2,1 &#039;&#039;ez wuohs in Burgonden ein viI edel magedin. &#039;&#039;Die beiden Halbverse sind durch eine metrisch gekennzeichnete Zäsur getrennt. Die Abverse der ersten und zweiten Langzeile und die der dritten und vierten reimen sich ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 995: Nicht die Entwicklung der Personen bestimmt den Handlungsverlauf, sondern es greifen einzelne Ereignisse wie Glieder einer Kette ineinander, welche die Aktionen und Reaktionen der Handelnden bestimmen. Jede Situation fordert zu Taten heraus. Dabei braucht eine psychische, für den heutigen Leser nachvollziehbare Entwicklung der Charaktere nicht gegeben zu sein. Die erwartete Handlungsfähigkeit und ihr Ergebnis wachsen aus der jeweiligen Situation und ihrer Personenkonstellation heraus und passen sich in den szenischen Ablauf ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3.Grosse 2003, 999-1001: Zeitstruktur: Die angegebenen Zeiträume markieren den Abstand in relativer, aber nicht absoluter Art. Sie haben weder die Funktion einer Uhr noch die eines Kalenders. So werden auch die Menschen nicht älter. Die Ritter kämpfen im Sachsenkrieg ebenso schlagkräftig wie 37 Jahre später am Hofe Etzels; Kriemhild wäre etwa fünfzig bei der Geburt ihres zweiten Sohnes, Giselher wird bis zuletzt der junge Mann &#039;&#039;(daz kint) &#039;&#039;genannt. Raumstruktur: präziser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Grosse 2003, 1001ff.: Widersprüche im Handlungsverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Vergleiche mit anderen Erzählungen und Topoi ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Kriemhild und Helena: die Schönsten im Lande (AV1), geben Anlass zum Krieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Siegfried und Enkidu: Wildheit, Naiviät, gezähmt durch die Verhandlungstechnik Gernots (AV3, 123ff.). Dann wird er ein guter Hof-Gefährte, Turniere etc. Dann Treue zu Gunter bis zum Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Siegfried und Arminius: [Matthias]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Das Ankunfts/Fremden-Thema in NL und Beowulf: AV 3, Worms, Ritual des Fremden (Siegfried), der letztlich für Liebe dienen will (wie Beowulf für Ruhm).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hagen und Unferth? Parallelen? Hagen und Unferth berichten über die Taten des Helden, und bekommen unangenehm seine Stärke zu spüren, werden (zumindest zeitweise) Gegner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Grendel-Siegfried: haben eine undurchdringbare Haut. Insofern ist Siegfried auch Monster (VERGLEICHBAR DEM; DAS ER VORHER SELBST ERSCHLUG?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Siegfrieds ungeschützte Hautstelle auf dem Rücken und Achills Ferse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Hagen warnt vor dem Auszug (1203ff.) wie Enkidu vor Humbaba-Reise, wird dann zum entschlossenen Mitstreiter.&lt;br /&gt;
   Beide sind irgendwie Verwandte, irgendwie auch Dienstpflichtige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Das Nibelungenlied ist kein Heldenepos - es gibt keine durchgängige menschliche Heldengestalt, wie Beowulf oder Gilgamesch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. NL und Lieder-Edda: viele Überschneidungen, die von Andreas noch konkret ergänzt werden müssten. Da die Lieder-Edda wohl 1370, das NL 1320 (?) abgefasst wurden, stellt sich hier die Frage der Rezeptionsrichtung und nach einem gemeinsamen Metaerzählungsraum. Wandert etwa im Rahmen der sog. Völkerwanderungen und der anschließednen Christianisierung eine mittel-nordeuropäische (heidnische) Religion nach Skandinavien etc. aus, so dass die Göttersagen der Lieder-Edda den Kontrapart der Teile bilden, die sowohl in der Edda als auch im NL als Heldensagen vorkommen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Laut Volker Honemann (bei Wein am 10.10.09) ist der Inhalt Edda eher als vorher bekannt anzusehen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Bülow-Rede 1909 (&amp;quot;Nibelungentreue&amp;quot;) ist vergleichsweise unschuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Kain erschlägt Abel, den Begnadeten, den Liebling der Götter. (Ein Gedanke von Fernau, S. 96)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Edda:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(um 1220 Snorri-Edda, auch Prosa-Edda, eher unscharf auch Jüngere Edda genannt;&lt;br /&gt;
um 1270 Lieder-Edda, eher unscharf auch Ältere Edda, eher falsch auch Saemundar-Edda genannt;&lt;br /&gt;
Edda = Elternmutter / Großmutter)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hier einige Motive der Lieder-Edda, die engste Verwandtschaft mit dem NL aufweisen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 18, Helgi Hiörwards Sohn:&lt;br /&gt;
Ein &amp;quot;Atli&amp;quot;, der für jemand anderes um &amp;quot;Sigurlinn&amp;quot; freit, kann die Vögel verstehen. Helgi, dem Sohn der Sigurlinn (und Wiedergeburt von Helgi dem Hundingstöter (s. LE 19)) singt eine Walküre (die er später heiraten wird) von einem besonderen Schwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 19, Das 1. Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn Helgi, der &amp;quot;Freund der Wölfe&amp;quot;, Sinfiötlis Bruder, erschlägt im Alter von 15 Jahren den Hunding.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 20, Das andere Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
&amp;quot;Sigmund, Wölsungs Sohn ... und seine Nachkommen heißen Wölsungen und Ülfinge (Wölfinge).&amp;quot;&lt;br /&gt;
König &amp;quot;Högni&amp;quot; hat eine Tochter &amp;quot;Sigrun&amp;quot;. Sie ist Walküre.&lt;br /&gt;
Helgi und Sigrun heiraten. Sigruns Bruder erschlägt Helgi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 21, Sinfiötlis Ende:&lt;br /&gt;
Sigmund, Wölsungs Sohn, ist mit Borghild verheiratet, der Schwester &amp;quot;Gunnars&amp;quot;. Sinfiötli erschlägt seinen Onkel Gunnar, woraufhin Borghild Sinfiötli vergiften will.&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn mit Hjördis ist wiederum Sigurd, der &amp;quot;allervorderste&amp;quot;.&lt;br /&gt;
(Sinfiötli ist nach Simrock der &amp;quot;Fitela&amp;quot; des Beowulfliedes.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 22, Das 1. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd wird geweissagt,&lt;br /&gt;
der mächtigste Mann auf Erden zu werden, dass er den &amp;quot;Wurm&amp;quot; auf der &amp;quot;Gnitaheide&amp;quot; sowie Regin und Fafnir fällen und den Hort heimführen wird, dass er die auf dem Felsen schlafende Fürstentochter erwecken wird. Er wird Brünhild lieben, sie aber an Giukis Hof vergessen durch die Tücke Griemhilds, welche ihm dann die eigene Tochter Gudrun geben wird. Er wird für Gunnar um Brünhild werben. Er wird mit Gunnar die Gestalt wechseln. Högni wird dabei sein. Sigurd wird keusch bei Brünhild liegen aber die Brüder Gunnar, Högni, Guthorm werden sein Verderben bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 23, Das andere Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Regin übernimmt Sigurds Erziehung. Fafnir und Regin bekommen die Goldbuße der Asen. Fafnir übervorteilt Regin. Fafnir liegt als Wurm auf der Gnitaheide. Regin schafft Sigurd das Schwert &amp;quot;Gram&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 24, Das Lied von Fafnir:&lt;br /&gt;
Sigurd ersticht den Fafnir-Wurm.&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Gold, der Schatz, die Ringe verderben Dich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Durch Drachenblut kann Sigurd die Vögel verstehen, die weisen ihm den Weg zu Giukis Tochter.&lt;br /&gt;
Sigfrida schläft auf einem Felsen, feuerumlodert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 25, Das Lied von Sigfrida:&lt;br /&gt;
Sigurd erweckt die Walküre Sigfrida.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 26, Bruchstücke eines Brünhildsliedes:&lt;br /&gt;
Gunnar will Sigurd töten. Högni vermutet, dass Brünhild aus Eifersucht auf Gudrun dahinter steckt. Sie töten Sigurd. Ein Rabe ruft: &amp;quot;In Euch wird Atli das Eisen röten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 27, Das 3. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd freit Gudrun. Fahrt zu Brünhild. Sigurd gewinnt Brünhild dem Gunnar (das Schwert liegt zwischen Ihnen). Högni will Gunnar nicht helfen, Sigurd zu töten, wie Brünhild es verlangt. Aber Guthorm, der jüngste Bruder, tötet SIgurd.&lt;br /&gt;
Brünhild ist die Schwester Atlis.&lt;br /&gt;
Gudrun, dem Atli vermählt, tötet diesen im Bett.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 28, Brünhilds Todesfahrt:&lt;br /&gt;
Gudrun hat Brünhild und Sigurd fälschlich beschuldigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 29, Das 1. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Gudrun hat von Fafnirs Herz gegessen, kann die Vögel verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 30, Der Mord der Niflunge:&lt;br /&gt;
Atli, mit Gudrun vermählt, tötet Gunnar und Högni, weil sie am Tode Brünhilds schuld tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 31, Das andere Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich ist bei Atli.&lt;br /&gt;
Gunnar und Högni wollen Gudrun Lösegeld für den toten Sigurd zahlen.&lt;br /&gt;
Gudrun wird dem Atli vermählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 32, Das 3. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich wird bei Atli der Unzucht mit Gudrun beschuldigt.&lt;br /&gt;
Ein Gottesurteil entlastet Gudrun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 34, Die Atlisage:&lt;br /&gt;
Gudrun rächt den Tod ihrer Brüder an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 35, Grönländisches Atlilied:&lt;br /&gt;
Nibelungenschlachtung an Atlis Hof. Rache Gudruns an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. Odysseus: Hagen und Odysseus sind listig (mhd: liste, vgl. 1479). Was unterscheidet ihre Listigkeit? Auch Krimhild ist listig, planerisch, kann sich verstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. Artus-Erzählungen: hier ist der Gral, das Christliche konstituierend, nicht so im Nibelungelied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Übergreifende Thesen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Immannenz-Epos: Im Gegensatz zur Völsungensaga und Wagners Aneignung, geht es, ähnlich wie im Beowulf, um eine immanente Handlungsdynamik ohne (göttliche) Metaebene. Ereignisse generieren Ereignisserien, deren Teil Helden und alle andere Personen sind. Doch was sind die Ereignis-generierenden Elemente? Taten. Also: was sind Taten? Gefragt wäre eine Typologie von Taten (wichtig/unwichtig, von wem etc.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Gunther-These: Im NB geht es um einen (Gilgamesh-artigen) archaischen Herrscher, der ohne Rücksicht auf sein Volk eigenmächtig-leidenschaftlich handelt. Seine Entscheidung, Brünhilde zu erlangen, leitet die entscheidende Wende ein. Ihm fehlt ein Enkidu, Hagen interveniert zu spät, verstärkt letztlich die Schicksalsspirale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, glaube ich nicht. Gunther ist kein Tatmensch. Er ist Zauderer. Seine wenigen eigenen Entscheidungen (Brunhild, Etzel) sind dann auch fatal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Trieb-These: NB muss aus der Perspektive der Autoren als ein nicht harmonisiertes Triebspiel unterschiedlicher Kräftekonstellationen gelesen werden (Minne, Sex, Kampf, Töten, Sieg etc.), die sich ineinander so verwringen, dass daraus eine unentrinnbare Schicksalsspirale wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Held-ohne-Ort-These: Siegfried hat keinen richtigen Ort in der Geschichte (Ja scheinbar vergisst er selbst seinen Ort: Auf dem Rheinzug kommen die Recken mehrfach an Worms vorbei, ohne dass er aussteigen oder den Umstand auch nur erwähnen würde.), er wandert ständig, behauptet sich, um annerkannt zu werden, sich endlich stabil zu sozialisieren und Freunde zu gewinnen. Doch wirkt seine Energie letztlich als ein treibendes Moment der Tragik, die alle umkommen lässt, indem er Wünsche/Triebe für andere realisiert, die den ganzen Burgunder Hof unhaltbar destabilisieren. S. ist also ein Held ohne Ort, einer, der in der höfisch-verwalteten Gesellschaft archaisch-überholt wirkt. Hierher könnte auch der standpunktlose S. gehören, der seine destabilisierenden Kräfte überall einsetzt, ohne entschieden gegen das zu stehen, was er selbst für Falsch hält. Hagen versucht hingegen beständig, S. einzuordnen (erste Ankunft von S.,etc.) und später auszuschließen. S. als der Übermensch, der das ganze Hofsystem von Wettkämpfen und Minne als beständiges Sich-Beweisen und Verbessern und Messen außer Kraft setzt, da er einfach der stärkste, schönste, listigste, lustigste ist etc., wird genau vor seinem Tod in der Jagdszene der 15. Av. deutlich. Umgekehrt und spiegelbildlich erfodert seine Auslösung aus der Hofgemeinschaft (sein Tod) eine Aufhebung der Hof-Formalien (Treue, guter Rat, Tugend etc.). In der 16. Av. kollabiert das Hofsystem, zentrale Werte werden ausgehöhlt, sinnleer (vor allem: Treue, Vertrauen). Hagen führt in 993 als Motiv der Ermordung an: Angst vor S., Schmach von ihm (sórge, leit), seiner Herrschaft (hêrschaft)ein Ende setzen. S.  der Ortlose könnte in dieser Perspektive als auch als der Unberechenbare erscheinen, wie ein wildes Tier, das sich in alle Richtungen wenden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Minne-These: NB ist eigentlich eine höfischer Minne-Erzählung. Siegfried kämpft für Kriemhild, Gunther will Brünhilde. Ihre blind-individualistiche Liebe harmonisiert nicht, ihre Verschränkung führt in den Untergang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehe ich nicht. &lt;br /&gt;
Gunther liebt nicht, schon gar nicht individualistisch. Er folgt irgend einer fixen Idee, eingeimpft oder wenigstens kompatibel mit einer gesellschaftlichen Erwatung an ihn.&lt;br /&gt;
Siegfried liebt nicht. Vielleicht begehrt er (vielleicht nicht mal das). Minne ist für ihn ein Spiel (wie Alles). Eventuell ist auch das ein Zug des Höfischen Epos: Tapfere Recken werben halt um schöne Damen...&lt;br /&gt;
Andere Minne-These:&lt;br /&gt;
Die Frauen können (schon individualistisch und leidenschaftlich) lieben.&lt;br /&gt;
Kriemhild tut das.&lt;br /&gt;
Brunhild tut das.&lt;br /&gt;
(Beide den Siegfried - seliger Siegfried)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Hagen-These-1: Hagens zwar durch seinen Unmut gegenüber S. sich anbahnender, doch in seiner Radikalität am Ende der 14. Av. in seiner Radikalität überraschender Mordplan könnte nicht auf einer Motiv-Logik, sondern auf einer Taten-Logik beruhen: S. hat die Krise ermöglicht: erstens als Täter im Bett mit Brünhild, zweitens als Täter des Weitergebens der Geschichte und der Dinge (Ring, Gürtel) an Kriemhild. Als Täter verkörpert S. die Schuld, er muss entfernt werden, damit verschwindet sozusagen auch die Ursache. Dabei ist unwichtig, was Leute sich wünschen, vorstellen oder beabsichtigen. Entscheidend ist Tat und Resultat. Des Weiteren kommt die Taten-Logik aus einer Gunthers Königshoheit überschreitenden älteren Legitimations-Schicht: Ob Gunther will oder nicht und S. Gunthers Unschuld öffentlich beteuert oder nicht, die Situation (als Resultante von Taten: grundlegende doppelte Ehre-Verletzung (Gunther und Brünhild), die mit dem repräsentativen Status des König- und Königin-Seins unvereinbar ist) ist objektiv-gebietend, sie lässt nur eine Lösung zu und fordert sie zugleich. Kein Kommunikations-Bedarf aufgrund der Vereinfachung: der Täter ist qua Tat schuld. Dass Hagen einer anderen Moral folgt, wird auch in 1001 deutlich: er strahlt eine ungewöhnliche Kälte aus, will S. selbst nach Worms tragen, Kriemhilds Tränen &amp;quot;rühren&amp;quot; ihn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hort-These: (vorgreifend) Die tragische Dynamik des NL ist motiviert durch die Gier der Burgunden, vor allem von Hagen, nach dem Nibelungen-Hort und den entsprechenden magischen Dingen. Die Burgunden nehmen später selbst den Namen der Nibelungen an (?, prüfen). Zu klären wären in dieser Hinsicht u. a., warumm der Hort letzten Endes versenkt (?) wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Kriemhild-These-1: Kriemhild ist eine tragischer Prophetin, eine Fortführung und Transformation der Kassandra-Figur, indem K. nicht nur das Unheil träumend voraussieht, ohne es verhindern zu können, sondern auch selbst die entscheidenen &amp;quot;Zeichen&amp;quot; setzt und exponiert (Zeigen des Ringes, Gürtels, Setzen des Kreuzes auf S.s Hemd), die zur Krise führen. Ihr Schicksal sehend ist sie blind als Tätige, wirkungslos als Warnende. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Schicksal-Widerstands-These: An mehreren Stellen des NLs fragt sich, warum gegen evident problematische Entscheidungen Einzelner (Gunthers B.-Hochzeitsfahrt, die Einladung von S. und K. durch B., Hagens Vorschlag der Ermordung von S. etc.) kein wirkmächtiger Einspruch erhoben wird, kein nachhaltiger Konflikt entsteht, obwohl es doch ständig um den &amp;quot;Rat&amp;quot; guter Freunde und um &amp;quot;Treue&amp;quot; geht. Alle Teilnehmer erscheinen in dieser Perspektive wie passive Puppen von K.s Traum, gelenkt von unischtbaren Fäden, ihre Entscheidungen sind nur Wirkungen anderer Ursachen, keine eigenmächtigen Selbstsetzungen. Die Unfähigkeit zum diskursiven Konflikt und der problemorientierten Kommunikation kontrastiert auch stark mit der ständigen Betonung der körperlichen Stärke der &amp;quot;Recken&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Politik-These: Nach Ursula Schulze (Das Nibelungelied, Reclam 1997, 214, 223) wird in S. s Tod zentral für die ganze Problemlage des NLs deutlich, dass der Starke wehrlos gegen perfide Intrige ist (214): &amp;quot;Die erzählte Geschichte führt vor, dass politisches Handeln nicht im offenen Kräftemessen, sondern in der Überlistung besteht.&amp;quot; Hagen (214) handele zwar aus heterogenen Motiven (Sühne für die Entehrung B.s, Ausschalten potentieller Gefahr von S., Machtzuwachs durch Gewinn von S.s Besitz),doch seien sie allesamt politisch zu nennen. Schulze unterstreicht dies durch das rekurrente Motiv der Täuschung (212). Tobias Kommentar: Im Ansatz (Täuschung, Kraft gegen Organisation) interessant, in der Schlussfolgerung (Politik) aber schief, da unterbestimmt, unscharf. Dazu kommt, dass Schulze an anderer Stelle behauptet, Hagen handele (wie S. und Brünhild) archaisch. K.s Rache ist archaisch (ohne Staatsprinzip), auch in dieser Hinsicht besteht Klärungsbedarf - denn die politische Intrige geht ja nicht auf, sondern zerschellt quasi am Schild. Kurz: ich finde, ohne ihr zu Nahe treten zu wollen, Schulzes Lösung fade. Sie reiht das NL reibungslos in eine allzuoft iterierte Metageschichte des Fortschritts der Moderne ein. Probleme einer Kontinuität der Triebe in die Moderne/in das Höfische hinein (Triebthese), des bewussten Treuebruchs, der Täuschung als nicht hintergehbare Grundverfassung menschlichen Seins in einer entgötterten Welt (man denke an Descartes), Schicksal und Schuld usw. werden einfach ins Politische absorbiert und damit zugleich neutralisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Inversions-These (an Immanenz-These anschließend): Das Böse ist nicht mehr Draußen, in einem (klar) vom Guten getrennten, eher abstrakten Anderen, es wird auch nicht mehr gesetzt oder göttlich verwaltet, sondern das Böse ist der Andere, der Freund, die Geliebte, der Fremde. Es kommt nicht mehr wie Grendl vom dunklen Berg zur Tür hinein, in das Heim des Inneren, sondern lauert schon immer, als Argwohn, Verdacht, im Inneren. Siegfried weiss davon nichts, und stirbt. Durch die Inversion differenziert sich das Böse (wird etwa zum Fiesen, Grimmigen) und wird perspektivisch, kontextuell, tritt in ein neues Verhältnis zum Guten. Zugleich scheint das Böse abgeleitet. Vielleicht erklärt sich auch hieraus das Ambivalente von Hagens Person.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Subversions-These: Im NL wird das Höfische ausgehöhlt, das alte Wertesystem zersetzt, von Hagens Speer durchbohrt, von Gernots Fürstenhafter Lüge (1097: er wisse von nichts,kenne keinen Täter, siehe dagegen 865: Kreis der Mitwissenden über den Komplott)zum Gespött. Zugleich droht durch den Überhelden Siegfried, dem spielenden blinden Giganten, eine Entleerung aller Spannung des Höfischen, indem er immer schon Sieger ist, das Magische (Drachen etc.)und die Natur (Bären, wilde Eber 961) bannt, auf den Sattel bindet, Wälder &#039;leert&#039;, so dass nichts mehr zur Jagd übrig bleibt, Mensch und &#039;Tier&#039; ist (1002), das Wilde der Natur (in Form des Bärens) nach Belieben demütigend auf andere entlässt. Siegfried, der archaische Held, der keine Angst kennt und dem sein eigener Tod, immer angezeigt und präsent durch den Riss, das Lindenblatt, seiner Panzerung und Kriemhilds wiederholte Warnvisionen, unbewusst ist, &#039;büßt&#039; schließlich für seine höfische Erziehung (980. [Fortsetzung nach Lektüre der 21-24 Av.] In der 21. Av (Wie Kriemhild zu den Hunnen zog) dominiert das Höfische ohne Patzer und Riss durch Harmonie (Triebausgleich, Befriedigung) und klare Rollenverteilung entlang der Themen: 1. Turnier, Tapferkeit, Begafft von Frauen 2. Gastfreundschaft, Bewirtung, Unterkunft/Quartier 3. Kleiderordnung, Waffenordnung 4. Dem anderen Dienen (Mann-Frau etc.) 5. Begleitung, Schutz 6. Küssen 7. Turteln 8. Ausschau halten, Sorgen. 9. Reichtum, Überfluss 10. Bewegung und Wohnen zwischen Burgen, die Gefährliche Zwischenbereiche miteinander verbindet, jedoch innerhalb von geschützten Einflusszonen (Reise) 11. Geschenke 12. Wertschätzung gewinnen 13. Empfang bei Eintritt in Hoheitszonen. All dies shcließt V. 1368 ab: &amp;quot;dass da ein jeder zu aller Zeit die Unterhaltung fand, wonach ihm Herz und Sinn stand&amp;quot;. In Av. 22 bricht die höfische Harmonie schon wieder auf, es kommt zu Tränen und Erinnerung (1371), zur Ankündigung von Leid. In Av. 23 brüllt schon der Grund, der eigentliche Anlass des Auszugs durch die Frohe Gesellschaft hindurch, Mord, Plan, Rache. 1352: Selbst der Kuß ist formalisiert, vorgeschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Hagen-Kriemhild-These (1): Kriemhild verbindet mit Hagen, dass sie metikulös ihre Rache plant, Trieb, Gefühl und Tat in ein tödliches Kalkül einbindet. Dies wird vir allem in der 20. Av. deutlich: Kriemhild willigt in die Etzel-Heirat erst ein, nachdem Rüdiger ihr bedingunglose Rache gegen alle Kränkung zusagt (1256) - mit der Einschränkung, Kriemhilds und seiner eigenen Ehre nicht zuwider handeln zu können (1266). Rüdiger greift mit seiner Zusage nicht eigenwillig vor, sondern, so scheint es, macht nur explizit, was nach einer Heirat mit Etzel gilt: Kriemhilds Kräkung wäre zugleich Etzels. 1396-1399: Krimhilds langer Plan der Rache, Einladung an Etzels Hof. 1431: Hagen kennt Kriemhilds Pläne, beide Strategen erkennen sich, kennen sich. Er kennt den Grund, warum Fremde kommen. Hagen (1471) geht mit an Etzels Hof, sieht aber eine Chance, wieder heil heimzukommen, mit 1000 Recken. Hagen fügt sich also nicht dem Schicksal. will nicht sein Ende, sondern fügt sich nur dem Widerstand der anderen, die ihre Schwester sehen wollen, ihn irgendwie feige aussehen lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12.Hagen-Kriemhild-These (2): Hagens scheinbare Motivlosigkeit liegt in Wahrheit im Selbstbezug seiner Taten: Hagen handelt für sich, für seine Begierden, vor allem für seine Macht. Hierfür benutzt er nur andere Personen und vor allem Gunters höfischen Apparat. Hagen nimmt die Schuld der Taten auf sich, stärkt damit sein institutionelles Schutzschild, bestimmt aber zugleich zunehmend und für seinen eigenen Nutzen, was entschieden wird, höhlt alle Werte aus; es ist diese Entwertung der Werte, die im Konflikt mit der Handlungsmatrix von Kriemhild in eine nicht mehr auflösbare, fatale Schicksalslogik führt. Diese Hagen-Tendenz wird vor allem in der 20. Av deutlich: 1273: es geht um die Gefahr einer neuen Feindschaft gegen ihn, 1274: die drei Könige setzen sich nicht mehr gegen Hagens Entscheidung, Kriemhild auch den Rest des Schatzes zu nehmen, durch, sie resignieren vielmehr. Hagens indvidualisierte Handlungslogik, die in keine traditionelle Matrix eingebettet ist, kontrastiert mit der (höfisch-archaischen) Liebe-Schuld-Rache-Matrix, die Kriemhilds Handlungen leitet. Auch sie kalkuliert, aber dieses Kalkül steht im Dienste der Matrix, hat nur in ihr Sinn. Zugleich hasst Hagen Kriemhild, da sie durch Siegfrid/Nibelungenschatz/Etzel kontinuierlich eine starke Macht darstelltt, eine mächtige Frau ist, für die Hagen keinen Siegfrid hat. Genau so, wie Hagen ständig neue Strategien aufstellt, transformiert Kriemhilds Macht beständig. 1368: Kriemhilds Machtanwuchs an Etzels Hof. Siegrid war ohne Argwohn, und verschwindet, er hatte die Ambivlaenz des Gut-Bösen nicht, kannte es nicht. Auch Etzel erscheint arglos (1402: getriuwe was sin muot).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Literatur, Quellen &amp;amp; Links ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Allgemeines ====&lt;br /&gt;
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Nibelungenlied  aus W...dia :-))]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Akademisch ====&lt;br /&gt;
*[http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_lmno/nibel.html Fachinformationen der FU Berlin zum Nibelungenlied]&lt;br /&gt;
*[http://www.nibelungenrezeption.de/ Projekt zur Rezeption des Nibelungenstoffes Universität Duisburg]&lt;br /&gt;
*[https://www.uni-muenster.de/Germanistik/Lehrende/honemann_v/index.html Intimus Volker Honemann]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Brackert, Helmut: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. 2 Bde. (1. Aufl. 1970) Neuauflage. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch 1994/2008.&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Das-Nibelungenlied-Mittelhochdeutscher-Text-%C3%9Cbertragung/dp/3596901316/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1249835276&amp;amp;sr=1-2 Brackert - Unsere Wahl]&lt;br /&gt;
*Grosse, Siegfried: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. Nach dem Text von Karl Bartsch und Hehrtut de Boor. [Handschrift B] (1. Aufl. 1997) Stuttgart: Reclam 2003&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Nibelungenlied-Mittelhochdeutsch-Neuhochdeutsch-Siegfried-Grosse/dp/3150506441/ref=sr_1_4?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247993309&amp;amp;sr=1-4 Grosse - Zur Lektüre von Volker Honemann empfohlen]&lt;br /&gt;
* Edda, übersetzt und mit Erläuterungen begleitet von Karl Simrock, 1. Auflage 1851, hier : Phaidon Verlag, Essen 1987&lt;br /&gt;
* Wagner, Richard, Libretto zum &amp;quot;Ring&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula : Nibelungen und Kudrun, in: Epische Stoffe des Mittelalters, hg. von Volker Mertens und Ulrich Müller, Stuttgart 1984, S. 111-137 [[Media:Schulze_1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*Hoffmann, Werner: &#039;&#039;Das Siegfriedbild in der Forschung&#039;&#039;. Darmstadt 1979.&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula: Das Nibelungenlied. Ditzingen 1997.&lt;br /&gt;
*[[Media:Willson-Blood-and-Wounds-in-the-Nibelungenlied-1960.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Thelen-Source-Function-Gunthers-Bridal-Quest-1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Schirokauer-Nibelungenlied-1954.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McConnell-Psychological-Approach-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McCarthy-Rhetoric-Nibelungenlied-1972.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Lionarons-Otherworld-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kirchberger-The-Crown-in-the-Nibelungenlied-1956.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:King-Review-Homer-Nibelungenlied-1988.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Homann-Hagen-Figure-Lies-1982.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hoffmann-Siegfriedbild-in-der-Forschung-1979.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Haymes-Heroic-Chivalric-Aristocratic-Ethos-Nibelungelnlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hasty-Conquest-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Grosse-Nibelungenlied-Nachwort-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Key-Concepts-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Hagen-Problem-of-Individuality-1976.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Classen-Siegfried-Downfall-of-a-Hero-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Bülow-Nibelungentreue-Rede-29-3-1909.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Brady-Historical-Prototype-Siegfried-1933.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Goebel-Original-Form-Legend-Sigfrid-1897.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kratz-Proposed-Sources-Nibelungenlied-1962.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wesentliche Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://public.univie.ac.at/index.php?id=14531 Transkriptionen der mittelhochdeutschen Versionen A, B, und C]&lt;br /&gt;
*[http://www.blb-karlsruhe.de/blb/blbhtml/nib/uebersicht.html Die Nibelungen-Handschrift C - digital - Faksimile der nunmehr Karlsruher (ehemals Donaueschinger) Hs. C]&lt;br /&gt;
*[http://www.fh-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/nib_intr.html Handschriften A, B, C (Bibliotheca Augustana)]&lt;br /&gt;
*[http://wissen-im-netz.info/literatur/simrock/nibel/index.htm  Das Nibelungenlied übersetzt von Karl Simrock]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/reichert_nhd.pdf Hermann Reichert, Nibelungenlied-Lehrwerk. Sprachlicher Kommentar, mittelhochdeutsche Grammatik, Wörterbuch. Passend zum Text der St. Galler Fassung („B“).]&lt;br /&gt;
*[http://web.archive.org/web/20061128181429/http://www.nibelungenlied.com/ Edition des Linzer Fragments M]&lt;br /&gt;
*[http://cgi-host.uni-marburg.de/~mrep/liste_inhalt.php?id=271 Überlieferungsübersicht, Nachweis weiterer Abbildungen von Fragmenten und Handschriften]&lt;br /&gt;
*v. Bülow, Bernhard, Reden (Band III), herausgegeben von Otto Hötzsch, Georg Reimer, Berlin 1909&lt;br /&gt;
*Fernau, Joachim, Disteln für Hagen, Herbig, München / Berlin 1966&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Medien ====&lt;br /&gt;
*[http://dvdbiblog.wordpress.com/2008/03/04/die-nibelungen-von-fritz-lang/ DVD-Filmprojekt für 2009/2010]&lt;br /&gt;
*[http://www.schaubuehne.de/spielplan/detailansicht.php?id_event_date=247891&amp;amp;id_event_cluster=74733&amp;amp;id_language=1#inhalt Hebbels Nibelungenlied in der Schaubühne 2009]&lt;br /&gt;
* Das Nibelungenlied von Eberhard Kummer gesungen - Die erste und einzige, komplette Einspielung des gesamten Nibelungenlieds aufgrund einer Live-Aufnahme des Phonogramm-Archivs der Akademie der Öst.Wissenschaften. Der Aufnahme liegen fünf sechsstündige Darbietungen im Okt. und Nov. 2006 im „Kulturquartier“ in 1190 Wien zugrunde. E.Kummer singt im Hildebrandston und begleitet sich auf einer keltischen Schoßharfe. Die Einspielung umfasst zwei MP3 CDs (ca. 30 Stunden Musikzeit) und wurde im „The Chaucer Studio“ der Brigham Young University Provo (UT) hergestellt. Vertrieb : E.Kummer, Chaucer Studio&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &#039;&#039;&#039;Urhebergeschützt&#039;&#039;&#039; ====&lt;br /&gt;
- der Benutzername ist Gilgamesch - das Passwort ist der Freund&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/Nibelungen.zip Hörspiel - 420 MB] - Quelle: http://www.amazon.de/Die-Nibelungen-Heldensage-Collectors-Heldensage/dp/B001D2DDDU/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247949744&amp;amp;sr=1-1&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/071214_nibelungen1_exp_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Der Nibelungen-Code: Deckname Siegfried - 512 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/071214_nibelungen2_exp_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Der Nibelungen-Code - Kriemhilds Todesspiel - 518 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090318_varus1_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Varusschlacht - Kampf um Germanien: Teil 1 - 529 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090318_varus2_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; TerraX - Varusschlacht - Kampf um Germanien: Teil 2 - 527 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_voelkerwand_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Kimbern und Teutonen: Teil 1 - 505 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_varusschl_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Varusschlacht und Gotensaga : Teil 2 - 524 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_kampfumrom_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Der Kampf um Rom : Teil 3 - 522 MB]&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/nibelungen_varus/090311_sturm_u_europa_erbendesimp_tex_vh.wmv TV-Beitrag ZDF; Sturm über Europa - Die Erben des Imperiums : Teil 4 - 517 MB]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausführliche Themen: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Sprache, Schrift ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Geographie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Religion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Kulturgeschichtliche Aspekte, Geschichte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 975-977: Im &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;lassen sich für den zweiten Teil mit der Niederlage der Burgunden in der Zeit der Völkerwanderung eher historische Ansatzpunkte finden als für den ersten Teil, der mit den Figuren Brünhild (Isenstein) und Siegfried (Drachen, Tarnkappe, Hort) Verbindungen zur germanischen Mythologie und zum Märchen zeigt. ... Zwischen 406 und 413 hat es wahrscheinlich unter König Gundahar ein Burgundenreich am Mittelrhein gegeben (Hoffmann, 1992, S. 42 ff.) ... König Attila (Etzel) starb 453 in der Hochzeitsnacht mit der Germanin Hildico - nach zeitgenössischen Berichten an einem Blutsturz, also 16 Jahre nach Gundahar. Dieses unkämpferische Ende hat früh Gerüchte entstehen lassen, Hildico habe ihren Mann umgebracht, um Verwandte zu rächen, die 437 im Kampf gegen die Hunnen umgekommen sind. Damals hatte Attila das hunnische Heer nicht angeführt. ... Für Hagen gibt es kein historisches Vorbild. ... Zur Erklärung der Siegfried-Figur ist, besonders von Höfler, auf Arminius hingewiesen worden (Hoffmann, 1979). Beide sind als junge Männer von Verwandten heimtückisch ermordet worden, und Xanten, Siegfrieds Heimatstadt, ist auch Ausgangspunkt für die Arminius-Überlieferung. Aber die Verbindung des heroischen Siegfried mit der mythischen Sagenwelt und die Dominanz traditioneller, märchenhafter Erzählmotive führen nicht zu einer historisch begründeten Fixierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Mythentheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VII. Spezialthemen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Nibelungen von Fritz Lang ====&lt;br /&gt;
[[Bild:saal.jpg|right]]Nach der Fertigstellung des zweiteiligen „Dr. Mabuse“ wandte Fritz Lang sich dem mythologischen Stoff der Nibelungensage zu. Zwei Jahre verwendete er dafür, den Stoff zu verfilmen und es wurde sein bis dahin größter Erfolg. Aus der Stoffmasse mit ihren unterschiedlichen Versionen und den verschiedenen Bearbeitungen, die sie schon erfahren hatte, folgte Lang weitgehend dem eigentlichen Nibelungenlied, wobei er einige Vereinfachungen und Zuspitzungen vornahm. Der Stoff selbst war jedoch vorgegeben und wurde auch kaum entgegen der Überlieferung interpretiert. Langs Leistung besteht in der Illustrierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtwerk ist aufgespaltet in zwei Teile, wie die ursprüngliche Sage dies vorgibt. Im ersten Teil erfahren wir die bekannte Geschichte von Siegfried (Paul Richter), der den Drachen tötet, durch ein Bad in dessen Blut unverwundbar wird und den Nibelungenschatz gewinnt. Er kommt nach Worms an den Hof der Burgunder und hilft König Gunther (Theodor Loos) die amazonenhafte Brunhild (Hanna Ralph), Königin von Island, im Wettkampf zu besiegen und zur Frau zu bekommen. Im Gegenzug erhält er Gunthers Schwester Kriemhild (Margarete Schön) zur Gattin. Im berühmten Streit der Königinnen erfährt Brunhild von Kriemhild, dass es in Wahrheit Siegfried war, der sie besiegte. Um diesen Schandfleck zu beseitigen, lässt Gunther sich von dem düsteren Hagen (Hans Adalbert Schlettow) dazu drängen, Siegfrieds Ermordung zuzustimmen. Den Mord selbst führt Hagen aus, der sich unter einem Vorwand von Kriemhild die verwundbare Stelle markieren lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Teil „Kriemhilds Rache“ steht ganz im Zeichen von Kriemhilds Racheschwur. Kriemhild wird die Frau des Hunnenkönigs Etzel (Rudolf Klein-Rogge) und lädt einige Jahre später Gunther, Hagen und die übrigen Burgunder an den Hof des Hunnenkönigs ein. Sie will Rache an Hagen nehmen und als die Burgunder in Treue zu ihm stehen, dehnt sie ihre Rache auf alle, einschließlich ihrer Brüder aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erster Teil: Siegfried&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann hier nicht darum gehen, den Stoff selbst zu kritisieren, sondern es geht nur darum, was Lang daraus machte. Er entschied sich bei seiner Gestaltung zu vollkommener Stilisierung und Künstlichkeit. Die mythischen Anfangsszenen sind bewusst unwirklich gehalten und halten in ihrer atmosphärischen Wirkung einem Vergleich mit neueren Fantasy-Filmen durchaus stand. Die Welt der Anfangsszenen ist märchenhaft und unterweltlich. Lang arbeitet mit faszinierenden Licht- und Schattenspielen. Er verzichtete bewusst auf Außenaufnahmen und ließ im Studio einen Wald aus gewaltigen säulenartigen Stämmen aufbauen. Die Drachenszene war zu ihrer Zeit etwas nie Gesehenes und Lang war bemüht, die besten Techniker der Zeit um sich zu versammeln. Besonders surreal wirkt eine Szene, in der wir eine Gruppe angeketteter Zwerge sehen, die einen Kessel voll Gold tragen und die beim Tod ihres Königs Alberich (Georg John) versteinern, wobei ihre Gesichtszüge erhalten bleiben. Der Film verblüffte seine Zuschauer mit beeindruckenden Überblendungen, etwa beim Eindringen in die Nibelungenhöhle, oder bei den Szenen mit der magischen Tarnkappe, wie z.B. beim Wettstreit mit Brunhild, wo der unsichtbare Siegfried Gunther die Hand beim Speerwurf führt.&lt;br /&gt;
Die Welt der Burgunder wird geprägt durch ihre monumentale Architektur. Hier dominieren kahle Räume und riesige hohe Hallen. Diese Welt ist streng geometrisch aufgebaut. Wir finden überall symmetrische Muster, sei es im Boden oder bei den Gewändern. Die Menschen wirken klein vor dieser Architektur, etwa in den Domszenen, wo die Personen absolut symmetrisch bis hin zur Farbe der Gewänder vor dem imposanten Dom gruppiert werden. Die Menschen werden dieser Architektur völlig untergeordnet oder besser eingeordnet. Sie werden zum Teil der Architektur, zum bloßen Ornament. Berühmt ist hier die Szene, wo Brunhild bei ihrem Einzug in Worms über eine lebende Brücke vom Schiff an Land geht. Die Personen bewegen sich langsam und statuarisch und immer in strenger Symmetrie, sei es in Reihen oder spiegelbildlich. Eine psychologische Vertiefung erfolgt nicht und wird vom Stoff auch nicht gefordert. Die Personen sind reine Archetypen, sie vollziehen vom Schicksal vorgegebene Handlungsmuster. Die Atmosphäre bei den Burgundern hat insgesamt etwas Totes, was bildlich in den langen Gewändern, den leeren Räumen und der allgegenwärtigen Ritualisierung zum Ausdruck kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In deutlichem Kontrast zum statuarischen Worms steht das Island Brunhilds. Der Burgfelsen ragt aus einem unzugänglichen Flammenmeer hervor, womit visualisiert wird, worum es beim Wettkampf mit der Königin geht: um die Bezwingung ihrer Jungfräulichkeit. Wie die Märchenwelt, aus der Siegfried nach Worms kam, wird auch Brunhilds Welt als heidnisch gezeichnet. Eine Schamanin gibt der Königin vor urzeitlicher Höhlenmalerei ihre Weissagungen. Am deutlichsten unterscheidet sich die Welt Brunhilds durch ihre Bewegungschoreographie von der Welt der Burgunder. Die Amazonen verkörpern in ihren raschen, ungestümen Bewegungen das wilde und natürliche Leben. Der Film deutet so auch die Interpretationsmöglichkeit an, dass Brunhild das Leben ist, das die tote Welt der Burgunder braucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hauptthema des Films gilt gemeinhin die Treue und in der Tat gibt es kaum einen Begriff, der häufiger auf den Schrifttafeln auftaucht, als Treue. Dies ist mit Sicherheit auf den Einfluss von Fritz Langs verhängnisvoller Ehefrau Thea von Harbou zurückzuführen, die hier, wie in vielen anderen Filmen Langs, für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Sieht man sich den Film jedoch wirklich an, so stellt man sehr bald fest, dass sein eigentliches Thema keineswegs die Treue, sondern im Gegenteil der Verrat ist. Siegfried kommt nach Worms, um Kriemhild zur Frau zu gewinnen und er wird von Anfang an von den Burgundern für ihre Pläne zum Betrug an Brunhild benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gunther, der ewig zögernde und schwache König der Burgunder braucht Siegfried, der als einziger in der Lage ist, die übermenschliche Brunhild im Wettkampf zu besiegen. Dafür erhält er Kriemhild als Belohnung. Dies ist der Plan Hagens, der grauen Eminenz seines Königs. Und Siegfried zögert nicht einen Moment, in den Betrug einzuwilligen. Die archaische ungebändigte Kraft Brunhilds wird durch List bezwungen. Und dies wird mit dem hohlen Pathos von Treueschwüren verbrämt. „Halte mir Wort Gunther, wie ich dir Wort hielt.“, sagt Siegfried auf einer Texttafel und es schließt sich der Treueschwur der Blutsbrüder Siegfried und Gunther an. Lang macht mit seinen Bildern und seiner Schnittfolge ganz klar, wie er den Mythos versteht. So sehen wir die Blutsbrüderszene gegengeschnitten mit der betrogenen und zweifelnden Brunhild, die ahnt, das etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann, aber auch mit der naiven und gutgläubigen Kriemhild, die sich auf ihre Hochzeit vorbereitet. Bei den Burgundern ist alles auf Lüge aufgebaut, die ganze vorgebliche Freundschaft und beide Ehen sind auf Lüge gebaut. Und wo bleibt die Treue? Es ist die gegenseitige Treue beim Betrug. Es ist die Treue unter Ganoven.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der Betrug setzt sich fort. Noch einmal muss Brunhild betrogen werden, diesmal in der Hochzeitsnacht. Diesmal zögert Siegfried, doch lässt er sich sehr schnell durch Phrasen wieder einbinden. „Willst du den Freund im Stich lassen?“, fragt ihn Hagen. Und Gunther schweigt dazu und lässt wie immer Hagen für sich reden und Siegfried für sich handeln. Gunther und Hagen werden als die düsteren Intriganten dargestellt, die meist im Schatten sitzen und nur beobachten. Siegfried ist der nützliche Idiot, der sich verwenden lässt.&lt;br /&gt;
Die Betrogenen sind die beiden Frauen, vor allem Brunhild. Sie ahnen mehr, als dass sie wüssten, und so kommt es in der berühmten Treppenszene zum Streit der Königinnen. Brunhild verlangt als vermeintliche Herrin Siegfrieds den Vortritt und Kriemhild zeigt ihr aus gekränkter Eitelkeit den Armreif, den Siegfried der Amazone in der Hochzeitsnacht in Gunthers Gestalt abgenommen hat. Der Streit der Frauen hat seinen Ursprung im Lügengebäude der Männer. Bereut nun einer den Betrug? „Dein Schwatzen war schlimmer als ein Mord, Siegfried“, ruft Hagen. Dann geht es nur noch darum, die Folgen zu beseitigen. Brunhild verlangt aus verletzter Ehre den Tod Siegfrieds und Gunther ist zerrissen wie je: „Soll ich ihn töten, weil er mir treu war?“ Doch Brunhild überzeugt ihn mit dem Argument, Siegfried hätte sie entjungfert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegfried war das Werkzeug beim Betrug der Burgunder. Solange alles geheim war, pflegte man den Schein von Treue und Blutsbrüderschaft. Das zählt jetzt alles nicht mehr. Es geht nur noch darum, den lästig gewordenen Helfer und Mitwisser zu beseitigen. Dem ersten Verrat an Brunhild folgt der zweite an Siegfried. Man veranstaltet eine Jagd und Hagen belügt Kriemhild, um die verwundbare Stelle Siegfrieds zu erfahren. Dann ermordet er Siegfried hinterrücks, als dieser an einer Quelle trinkt. Brunhild, die Barbarin ist es, die zu Gunther sagt: „Um eines Weibes willen erschlugst du deinen treuen Freund“, und sie ist es, die an der Totenbahre Siegfrieds Selbstmord begeht. Kriemhild fordert Gerechtigkeit von ihrem Bruder. Sie verlangt, den Mörder zu bestrafen. Aber Gunther und seine Brüder stellen sich vor Hagen: „Treue um Treue. Seine Tat ist die unsere. Unsere Brust ist sein Schild“. In diesem Moment wird Kriemhilds Verwandlung sichtbar und sie schwört die Rache, die sich im zweiten Teil erfüllen wird. Die Treue- und Ehrbegriffe der Burgunder reichen nicht weiter als die einer Mafia-Bande. Lang macht dies besonders deutlich, wenn er durch seine bildliche Darstellung die schwülstigen Zwischentitel konterkariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Teil: Kriemhilds Rache:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ging es im ersten Teil um Betrug und Verrat, und zwar um mehrfachen Verrat, so steht der zweite Teil ganz unter dem Thema Rache. Kriemhild nutzt zunächst ihr Erbe, den Nibelungenschatz, um damit Verbündete gegen Hagen und ihren Bruder Gunther zu werben. Als Hagen ihr den Schatz raubt und ihn im Rhein versenkt, geht sie auf den Antrag des Hunnenkönigs Etzel ein und verlässt Worms. Sie lehnt ausdrücklich jede Versöhnung mit Gunther ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch stärker als im ersten Teil nimmt jetzt Hagen die zentrale Stellung auf der Seite der Burgunder ein. Er erscheint durchgehend in einem schwarzen Gewand mit Umhang und mit einem gewaltigen Flügelhelm. Um den finsteren Eindruck zu verstärken hat er im Film nur ein Auge. Er ist das Urbild des rationalen Bösewichts, der ohne Skrupel zu jedem Verbrechen im Dienst seines Herrn oder des Staates bereit ist. Er ist die fleischgewordene Staatsräson und kann als Folie für viele faszinierende Filmbösewichter von Dr. Seltsam bis Darth Vader gelten.&lt;br /&gt;
Ihm gegenüber steht jetzt Kriemhild, die sich vom naiven Jungmädchen zur Rachegöttin gewandelt hat. Im Gegensatz zum ersten Teil, wo sie wie Siegfried immer weiß gekleidet war, trägt sie jetzt schwarz. Sie bewegt sich kaum und wenn, dann nur sehr langsam. Damit bildet unter den ständig wimmelnden Hunnen eine Art Statue, was ihren Charakter als Rachegöttin noch verstärkt. Jeden Mann, der ihr begegnet versucht sie auf ihre Rache einzuschwören, sei es der biedere Rüdiger (Rudolf Rittner), sei es ihr neuer Gemahl Etzel oder dessen Bruder Blaodel (Georg John).&lt;br /&gt;
Die Welt der Hunnen steht in scharfem Kontrast zur Welt der Burgunder. Die Hunnen sind in ständiger Bewegung, sie werden als Barbaren gezeichnet, die in Erdhöhlen leben, sie sind orgiastisch und lebensfreudig. Statt der Gemessenheit des ersten Teils mit seinen langen Kamera-Einstellungen dominiert jetzt dynamische Beweglichkeit. Langs Nibelungenfilm stellt das Aufeinanderprallen dieser Welten ohne die platte Schwarzweiß-Malerei vieler neuerer Fantasyfilme dar. Hier steht nicht Gut gegen Böse, sondern es entsteht wirkliche Tragik, da Schuld und Unschuld auf beiden Seiten sich die Waage halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriemhild veranlasst Etzel, die Burgunder an seinen Hof einzuladen. Ihr Verlangen nach Rache jedoch weist er zurück. „Heilig ist der Gast“, sagt Etzel und wird damit zum Vertreter eines archaischen Moralbegriffs, der hoch über der Falschheit der Burgunder steht. Überhaupt wird Etzel, trotz seines wilden Äußeren, als sehr menschlich gezeichnet. Im Gegensatz zur starren Mimik der Burgunder drückt er seine Gefühle immer direkt aus. Wir sehen seine Liebe und Freude, wenn er mit seinem kleinen Sohn zusammen ist und wir sehen später seine abgrundtiefe Trauer, wenn Hagen diesen Knaben töten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz Hagens Abraten reisen die Burgunder zu Etzel und werden von ihm freundlich empfangen, während Kriemhild Etzels Bruder zum hinterhältigen Angriff auf die Knechte der Burgunder überredet. Es folgt ein Gemetzel, bei dem die in der Halle eingeschlossenen Burgunder sich gegen die Angriffe der Leute Etzels und seiner Verbündeten erwehren. Da die Kämpfe ohne Sieger bleiben, lässt Kriemhild das Dach der Halle anzünden. Der nächste Morgen sieht einzig Hagen und Gunther als Überlebende. Solange noch einer seiner Könige lebt, wird er den Ort des Nibelungenschatzes nicht verraten, sagt Hagen. Und als Kriemhild ihren Bruder Gunther töten und seinen abgeschlagenen Kopf vorzeigen lässt, da lacht Hagen: Jetzt wissen nur noch ich und Gott, wo der Schatz liegt. Kriemhild erschlägt ihn eigenhändig, um damit ihre maßlose Rache zu vollenden und sie wird daraufhin von Meister Hildebrand (Georg August Koch), einem letzten Gefolgsmann Etzels, getötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Notwendigkeit und Unbedingtheit, die so charakteristisch sind für die Stoffe der antiken und der germanischen Mythologie, steuert das Geschehen von Anfang an auf sein tragisches Finale zu. Vielleicht sind solche Stoffe nur mit den Mitteln des Stummfilms wirklich angemessen zu verfilmen. Dem archaischen Stoff korrespondiert hier die archaische Form. Ein Problem vieler neuerer Mythenfilme besteht ja darin, dass die pathetischen Dialoge unglaubwürdig wirken oder dass eine psychologische Figurenzeichnung dem Stoff nicht angemessen ist. Mythische Figuren handeln nicht als moderne Personen, sondern sie sind Archetypen, in denen Ideen und Weltanschauungen personifiziert werden. Fritz Lang hat sein Ziel einer adäquaten filmischen Umsetzung des Nibelungenmythos in beeindruckenden Bildern gemeistert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte der Nibelungen ist wahrscheinlich der deutscheste aller Stoffe. Fritz Lang akzeptierte dies ganz bewusst, wenn er seinem Film die Widmung „Dem deutschen Volke“ voranstellte. Wobei zu berücksichtigen ist, dass Langs Werk 1924 in die Kinos kam, neun Jahre vor der Machtergreifung der Nazis. Dennoch gab es Kritiker, die in Langs Darstellung Parallelen zur Ästhetik des Faschismus finden wollten. Es lässt sich nicht bestreiten, dass mit Begriffen wie „Nibelungentreue“ oder mit der Glorifizierung der Siegfried-Figur der Nibelungenstoff für ideologische Zwecke missbraucht wurde. Es sollte aber deutlich geworden sein, dass dies im Film keinerlei Grundlage findet, sowenig wie im Stoff des Nibelungenmythos selbst. Im Gegenteil gilt es, das Werk vor faschistoiden Vereinnahmungen in Schutz zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Filmdaten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (1): Siegfried - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou und Fritz Lang, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Walter Ruttmann, Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Paul Richter, Margarete Schön, Hanna Ralph, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Rudolf Klein-Rogge, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (2): Kriemhilds Rache - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Eugen Schüfftan (Optische Spezialeffekte), Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Margarete Schön, Rudolf Klein-Rogge, Georg John, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.filmzentrale.com/rezis/nibelungensk.htm entnommen aus der Filmzentrale]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Thesen zum geschichtlichen Hintergrund der Handlung und der Personen des Nibelungenliedes ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorbemerkung :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der geschichtliche Hintergrund zerfällt vermutlich ebenso wie die Handlung des Epos in zwei Teile, die Ermordung des Helden Siegfrieds und den Untergang der Burgunder im Kampf gegen die Hunnen. Schon früh wurde deshalb spekuliert, dass es sich eigentlich um zwei unterschiedliche Erzählungen handelte, welche nur dramaturgisch durch einen dünnen Handlungsfaden verbunden wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der erste Teil durch seine sagenhaften Anklänge geschichtlich schwerer einzuordnen ist, geht es im zweiten Teil nach wohl vorherrschender Meinung um den Untergang des Burgunderreiches während der Umwälzungen der Völkerwanderung. Aufgrund der besseren Überlieferungslage sind die insoweit handelnden Personen wie Attila alias Etzel oder Theoderich der Große alias Dietrich von Bern historisch leichter zu identifizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bereits am Beispiel dieser beiden verbürgten geschichtlichen Heroen fällt auf, dass im Nibelungenlied verschiedene „Heldengestalten“ miteinander agieren, welche sich tatsächlich niemals begegnet sind. So war Attila bei der Geburt Theoderichs bereits verstorben. Auch verbrachte Theoderich seine Jugend nicht als Geisel bei den Hunnen, sondern am Hof des oströmischen Kaisers Leo I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Das Reich der Burgunden als Hintergrund von „Krimhilds Rache“ :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Neckar - Taunus Raum kommend, drang der germanische Stamm der Burgunden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
( später auch Burgunder genannt ) um den Jahreswechsel 406 / 407 im Zuge der Zerfalls- erscheinungen des römischen Limes über den Rhein vor. Ca. 413 schlossen sie mit dem weströmischen Reich einen Bündnisvertrag, welcher ihnen als „Foederati“ gegen Stellung von Truppen einen großen Siedlungsraum im Rheingebiet zugestand. Ob es sich dabei tatsächlich um das mittelrheinische Gebiet um die Stadt Worms herum handelte, ist noch strittig. Als die Burgunden unter ihrem Anführer Gundahar ab 430 begannen, sich weiter nach Westen in römisches Provinzgebiet auszudehnen, kam es erneut zum offenen Konflikt mit dem West-reich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unschwer ist in der Person des Gundahar die Person des Gunthers aus dem Nibelungenlied zu identifizieren. Anders als dort ist sein historischer Gegenspieler jedoch nicht der Hunne Attila, sondern der römische Heermeister Flavius Aetius.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der um 390 geborene Aetius war in seiner Jugend zunächst als Geisel bei den Hunnen aufgewachsen. Nach einer glanzvollen militärischen Karriere als „Magister militum“ des weströmischen Reiches floh er aufgrund einer Palastintrige erneut zu den Hunnen. Mit deren Hilfe kehrte er 433 an den weströmischen Hof zurück, wo er als Heermeister das marode Reich ein letztes Mal militärisch stabilisieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu zählte insbesondere der Feldzug gegen die Burgunden, wobei sich Aetius aufgrund seiner Beziehungen auch hunnischer Hilfstruppen bediente. In den folgenden Kämpfen der Jahre 435 / 436 wurde das Reich der Burgunden von den Truppen des Aetius vernichtet und Gundahar getötet. Anschließend siedelte der siegreiche Feldherr die überlebenden Burgunden im Rhonetal / Savoyen als Puffer gegen die germanischen Alemannen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Das Leben Attilas als Hintergrund von „Krimhilds Rache“ : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hunnenkönig Attila trat nach den historischen Quellen bei dem Feldzug gegen die Burgunden selbst nicht in Erscheinung. Er regierte die Hunnen seit 434. Nach der Ermordung seines Bruders Bleda 444 / 445 wurde er ihr unbeschränkter Großkönig mit Herrschaftssitz in der ungarischen Tiefebene an der Theiß. Während er Feldzüge gegen Ostrom unternahm, unterhielt er zum weströmischen Reich, vermutlich aufgrund des dortigen Heermeisters Flavius Aetius ( s.o. ), überraschend gute Beziehungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nach einem als Heiratsangebot getarnten Hilfserbitten der verzweifelten Schwester des weströmischen Kaisers Valentinian III forderte Attila sogleich die Hälfte Westroms als „Brautgeschenk“. In der Folge fiel er mit seinen überlegenen Reiterhorden in das Reich ein und konnte erst nach langen wechselhaften Kämpfen im Jahr 451 in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern von Flavius Aetius und einem Vielvölkerheer aus Römern, Westgoten und anderen Germanen ( vermutlich auch Burgundern ) zurückgeschlagen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
452 fiel Attila erneut mit seinem Heer in Italien ein. Diesmal wurde sein Kriegszug nach anfänglichen Erfolgen letztlich wohl durch Seuchen und Versorgungsprobleme gestoppt, welche der Römer Aetius durch die ausweichende Militärtaktik der „verbrannten Erde“ noch gesteigert hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser wiederholten Niederlage zog sich Attila in seinen Herrschaftsraum zurück und starb 453 während der Hochzeitsnacht mit seiner germanischen Braut Ildikó, der Tochter eines gotischen oder gar burgundischen Fürsten. Die Todesursache war entweder ein Blutsturz oder beigebrachtes Gift.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Ildikó auch als Hildiko bzw. neuhochdeutsch „Hildchen“ übersetzt werden kann, sieht man in dieser Braut des Attila ein mögliches Vorbild für die Krimhild der Nibelungensage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der mächtige Heermeister Flavius Aetius wurde 454 während einer Audienz vom damaligen Kaiser Valentinian III eigenhändig umgebracht. Gelegentlich wird der Römer Aetius aufgrund seiner historischen Rolle als der eigentliche „Etzel“ des Nibelungenliedes angesehen. Auch waren es historisch gesehen letztlich die Römer, welche den Untergang der Burgunden / Nibelungen und den Tod Gundahars / Gunthers zu verantworten hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Das Leben des Arminius / Hermann als Hintergrund von „Siegfrieds Tod“ :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Rollen des Gunther, des Etzel und der Krimhild aufgrund der historischen Geschehnisse leicht(er) zuzuordnen sind, stellt sich für den ersten Teil des Nibelungenliedes die zentrale Frage, welche historische Persönlichkeit eine derartige Wirkungskraft ausgeübt haben könnte, um aus dem Dunkel der sagenhaften Überlieferungen ein Vorbild für die Figur des Helden Siegfried zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angeführte „zeitgenössische“ Personen der Völkerwanderung werden dem nicht ansatzweise gerecht. Aus den langen Auseinandersetzungen zwischen Römern und Germanen , um die geht es letztlich trotz aller Verzerrungen auch im Nibelungenlied ( s.o. ), ragt jedoch ein Mann hervor, dessen Leben und Sterben in den grundlegenden Motiven auf den Sagenheld Siegfried wie eine Schablone zutrifft : Arminius, der Fürst der Cherusker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;a. Das Motiv der Herkunft und Namensgebung&#039;&#039;&#039; :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Versionen der nordischen Sagas wächst Siegfried in der Wildnis auf, gesäugt von einer Hirschkuh. Ggf. stellt dies eine Parallele zur römischen Sage von der Romulus und Remus säugenden Wölfin dar. Nach verschiedenen Deutungen des Stammesnamens der Cherusker ist wohl der Hirsch, germanisch &#039;&#039;herut&#039;&#039;, als deren „Wappentier“ anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Nibelungenlied wird der Name von Siegfrieds Vater mit Siegmund angegeben. Nach den römischen Quellen lautet der Name von Arminius Vater Sigimer oder Segimer. Die Silbe Sig bzw. Seg war bei den Cherusker offenbar recht gebräuchlich ( siehe z.B. auch Segestes ) und deutete wohl auf Auszeichnung im Kampf hin. Der Name der Mutter des Arminius bleibt unerwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch sein germanischer Name ist unbekannt. Der Name Arminius wurde ihm von den Römern wie üblich erst bei der Verleihung des römischen Bürgerrechts gegeben. Er steht wohl am ehesten für „der Blauäugige“ (von &#039;&#039;armenium&#039;&#039; - „bergblau“). So wurde der Bruder des Arminius von den Römern auch nur schlicht Flavus, „der Blonde“, genannt. Der Name Hermann taucht erst später im Mittelalter auf und wurde angeblich von Luther geprägt. Angesichts der hohen Stellung seines Vaters Sigimer ist der gleichbleibende Namensteildes „Sig“ bei dem germanischen Namen des Arminius naheliegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Herkunft Siegfrieds wird im Nibelungenlied Xanten angegeben. Die historische Stadt Xanten ist römischen Ursprungs und diente unter dem Namen Vetera als eines der zentralen Lager der römischen Rheinlegionen. Arminius ist zunächst selbst ein Mitglied dieses Heeres, welches später von ihm vernichtend geschlagen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;b. Das Motiv des mutigen Kämpfers : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Siegfried im Nibelungenlied war Arminius nicht nur ein Anführer seines Volkes, sondern auch ein im Kampf erfahrener und herausragend erfolgreicher Krieger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im römischen Militärdienst ab spätestens 4 bis 9 n.Chr. zeichnete sich Arminius als Führer von germanischen Hilfstruppen in den Feldzügen des späteren Kaisers Tiberius in Germanien und / oder Pannonien derart persönlich aus, das er in einer bis dahin beispiellosen Karriere als Germane sogar in den römischen Ritterstand aufsteigen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der persönlich mit ihm bekannte römische Historiker Paterculus, selbst ein ranghoher Soldat, schilderte den späteren Gegner Arminius nach den gemeinsam verbrachten Kriegsjahren wie folgt : “ Er war tüchtig im Kampf und rasch in seinem Denken, ein beweglicherer Geist als es die Barbaren für gewöhnlich sind. Das Feuer seines Geistes verriet sich schon im Blick seiner Augen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;c. Das Motiv des Drachenkampfes :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich durch die persönlich erlebte römische Herrschaftspraxis in der germanischen Provinz entschied sich Arminius jedoch trotz geringer Erfolgsaussichten für den Kampf gegen die zu dieser Zeit geradezu übermächtig wirkende „Weltmacht“ Rom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungeachtet aller persönlichen Gefahren und trotz Verrats seiner Pläne organisierte Arminius, quasi vor den Augen des recht vertrauensseligen Statthalters Varus, einen erfolgreichen germanischen Aufstand der durch das Inferno der Schlacht im Teutoburger Wald bzw. Varusschlacht um 9 n.Chr. mit einem Schlag die römische Herrschaft in Germanien jenseits des Rheins beendete und Rom in seinen Grundfesten erschütterte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Motiv des Kampfes gegen einen schier übermächtigen Gegner findet sich bei Siegfried in Form des Drachenkampfes wieder. Die insoweit deutlich detaillierten Edda-Schilderungen über den Drachenkampf lassen überraschende Parallelen zu den jüngsten Erkenntnissen über den mutmaßlichen Ablauf der Varrusschlacht aus dem Raum um Kalkriese erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So stellt Siegfried dem Ungeheuer auf dessen Weg zum Wasser mit einer Erdgrube eine Falle. Darin verborgen sticht er dem Lindwurm in das Herz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kalkriese wurde eine Erdwallanlage aufgefunden, mit der die dahinter verschanzten Germanen unter Arminius den auf dem Rückmarsch zum Rhein befindlichen römischen Legionen den Weg abgeschnitten haben sollen. Vermutlich kam es dort zu dem Endpunkt eines sich über mehrere Tage hinziehenden Kampfes, in welchem die Legionäre in ihrer verwundbaren Marschformation von den Germanen angegriffen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der sich über viele Kilometer erstreckende Zug der Römer unter dem Befehl des Statthalters Varus, bestehend aus den drei kampfstärksten Legionen des Reiches, jeder der bis zu 18.000 Berufssoldaten mit Kettenhemd, Helm und eisenbeschlagenem Schild, wird wohl selbst von heutigen Autoren noch als „lindwurmartig“ bezeichnet. Den drei Legionen voran wurden die römischen Feldzeichen getragen. Zu Zeiten des Arminius waren dies die römischen Adler. Bereits vor der Völkerwanderung wurde der Adler im römischen Heer jedoch durch den eindrucksvollen Kopf eines Drachen ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Standartentraeger.png|thumb|Nachbildung eines römischen Standartenträgers der Kavallerie nebst drachenköpfigem Feldzeichen aus der späten Kaiserzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;d. Das Motiv des Blutbades und der Unverwundbarkeit :&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Sieg über den Drachen nimmt Siegfried ein Bad in dessen Blut, um hierdurch für seine Feinde unverwundbar zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Sieg des Arminius und seiner Verbündeten ist absolut. Die drei Legionen nebst Tross und Hilfstruppen werden so vollständig vernichtet, dass sie auf kaiserliche Weisung hin nie wieder aufgestellt werden. Der Statthalter Varus stürzt sich auf dem Schlachtfeld in sein Schwert. Das seit langer Zeit sieggewohnte römische Reich ist nach heutigen Maßstäben geradezu traumatisiert. Der damalige Kaiser Augustus soll mit dem Ruf „Varus, Varus gib mir meine Legionen zurück“ aufgelöst durch seinen Palast geirrt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem morastigen Schlachtfeld lagen unter Berücksichtigung der germanischen Verluste bis zu 25.000 Tote nebst Pferden und Maultieren. Nach den römischen Quellen und den Erkenntnissen bei Kalkriese hatte es zuvor bzw. während des Kampfes in Strömen geregnet. Selbst für die damaligen Verhältnisse muss das Kampfgebiet einen apokalyptischen Eindruck geboten haben, zumal Schlachten dieser Größenordnung auf germanischem Gebiet bisher kaum stattgefunden hatten. Nach vorsichtigen Schätzungen moderner Militärhistoriker dürften aufgrund der Schwere der damaligen Kampfverletzungen allein 50.000 Liter menschlichen Blutes den aufgeweichten Boden, die Regenpfützen und die umliegenden Wassertümpel getränkt haben. Verletzte und wohl auch gefangene Römer wurden noch vor Ort massakriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Fragmentfunden aus Kalkriese gingen die Sieger dazu über, den toten Legionären die Rüstungen vom Leib zu reißen. In dem zu dieser Zeit noch eher kleinbäuerlich geprägten Germanien waren Metalle nur spärlich verfügbar. Fast nur Adlige konnten sich Schilder, Kettenhemden, Helme oder Schwerter aus Metall leisten. Der einfache Krieger zog mit dem im Feuer gehärteten Speer und einem Schild aus Holz in die Schlacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nunmehr aber verfügte die Allianz des Arminius neben ihrer spärlicheren Hilfstruppen-ausrüstung mit einem Schlag über zehntausende hochwertige Rüstungen nebst Helmen und Schilden aus den römischen Legionsbeständen. Der weitere Kriegsverlauf belegt die folgende „Unüberwindbarkeit“ der Kämpfer des Arminius.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;e. Das Motiv des Hortes und der darin befindlichen Schätze : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem Sieg über den Drachen gelangt Siegfried an unermessliche Reichtümer aus dem Hort der Nibelungen, darunter eine Tarnkappe und einen Stab der Beredsamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arminius fielen neben den unbezahlbar wertvollen Waffen der Rheinlegionen auch deren gesamte Habseligkeiten, die prachtvolle Ausstattung des römischen Statthalters und wohl unzählige Trossangehörige als Sklaven in die Hände. Römische Städte und Ansiedlungen auf germanischem Gebiet, wie z.B. Waldgirmes, wurden zerstört und vollständig geplündert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie zuvor bei der Planung des Aufstandes unter den Augen der Römer gelang es Arminius mit einer bis dahin nahezu einmaligen diplomatischen Leistung ein dauerhaftes Bündnis aus verschiedenen, traditionell zerstrittenen germanischen Stämmen zu schmieden. Dieses erwies sich als stark genug, um den römischen Rache- und Rückeroberungsfeldzügen der Jahre ab 14 bis 17 n.Chr. erfolgreich standzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der römische Feldherr Germanicus setzte während dieser mehrjährigen Feldzüge zeitgleich nahezu ein Drittel des gesamten römischen Heeres der damaligen Zeit ein. Arminius griff seinerseits immer wieder auf eine ausweichende Guerillastrategie zurück. Überraschende Angriffe auf die Marschkolonnen des Gegners und kontrollierte Absetzbewegungen in den schützenden Wald bei einem problematischen Kampfverlauf kennzeichneten die bevorzugte Taktik des Arminius. Angesichts dramatischer römischer Verluste und geringer Erfolge befahl der nunmehrige römische Kaiser Tiberius, ein früherer Kampfgefährte des Arminius (s.o.), im Jahr 17 n.Chr. seinem Feldherrn Germanicus den endgültigen Abbruch der Feldzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der weiteren Folge nahm es Arminus noch im selben Jahr mit Marbod, dem äußerst mächtigen König der Markomannen und dessen unabhängigen Großreich im heutigen Tschechien bzw. Böhmen auf. Dieses verfügte nach römischen Quellen über ein Heer von ca. 75.000 Kriegern und hatte bis dahin selbst für Rom eine nachhaltige Gefahr dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und auch in diesem Kampf gelang dem Stammesbündnis unter Führung des Arminius der Sieg. Und dies trotz des verräterischen Überlaufens seines Onkels Inguiomerus zu den verfeindeten Markomannen. Der gedemütigte Marbod musste im Jahr 19 n.Chr. schließlich sogar in ein römisches Exil fliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Krieg erwies sich der geschickte Kämpfer und Diplomat Arminius damit trotz seiner militärisch übermächtig wirkenden Gegner als unbesiegbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;f. Das Motiv des Verrats und der Ermordung durch die eigenen Verwandten : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der unverwundbare Siegfried wird von den gekränkten und neidischen Verwandten seiner Ehefrau mittels einer List hinterrücks ermordet. Die Tat wird von dem grimmen Hagen ausgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Berichten des Tacitus zum Tod des Arminius ist festgehalten, dass dieser ca. 19 / 21 n.Chr. durch die „Hinterlist seiner Verwandten fiel“. Er hatte wohl auf dem Weg zu einer Art „Königswürde“ zu viel Macht erlangt und erschien nach Wegfall des äußeren Feindes im internen Gefüge der Stammesfürsten schlicht zu gefährlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mörder des Arminus wird namentlich nicht genannt. Ausgehend von dem spärlichen Berichten des Tacitus verblieben jedoch nach dem Verrat des Onkels Inguiomerus ( s.o. ) nur noch zwei in Betracht kommende Verwandte : Flavus, sein Bruder, und Segestes, der Schwiegervater des Arminius. Beide stehen während der kriegerischen Auseinandersetzungen zumeist auf Seiten der Römer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Segestes soll Arminius sogar noch (erfolglos) an Varus verraten haben. Obwohl oder gerade weil Arminius seine Tochter Thusnelda zur Ehefrau genommen hatte, betrieb Segestes auch später noch dessen Vernichtung. Schließlich begab sich Segestes im Verlauf der geschilderten Feldzüge 15 n.Chr. nebst seiner Tochter sogar persönlich in die helfenden Hände der Römer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bruder Flavus blieb als Anführer von Hilfstruppen bis zum Ende der Kämpfe 17 n.Chr. seinem einstmaligen Schwur auf den römischen Kaiser treu. Wie Hagen in verschiedenen Edda-Versionen verlor Flavus nach den römischen Quellen während der Kämpfe ein Auge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich der Feldzüge lieferten sich Arminius und Flavus über die Weser hinweg ein sehr persönliches Wortgefecht, wobei laut des römischen Geschichtsschreibers nur das schnell fließende Wasser ein sofortiges Blutvergießen verhinderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessanterweise wird Hagen von Tronje in mehreren Deutungen des Ortsnames Tronje ein römischer Hintergrund zugewiesen. So wird das sagenhafte Troja als das Ursprungsland der ersten römischen Siedler oder das in der Nähe von Xanten gelegene Römerlager Colonia Ulpia Trajana als mögliche „Herkunft“ Hagens angeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der historisch verbürgte Flavus an den Feldzügen des Germanicus teilnahm ( s.o. ), ist sein Standort in diesem Militärbereich zumindest möglich. Er hatte jedenfalls nach dem Ende des offenen Kampfes, ggf. im naheliegenden Zusammenspiel mit einem im Hintergrund die Fäden ziehenden Schwiegervater Segestes, ein Motiv und räumlich gesehen wohl auch Gelegenheit zum geschilderten „hinterlistigen“ Mord an Arminius. Bezeichnenderweise wurde erst dem in Rom geborenen Sohn des Flavus mit Namen Italicus von den führungslosen Cheruskern im Jahr 47 n.Chr. die Herrschaft über den Stamm angetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor diesem Hintergrund sei noch angeführt, dass in der dem Nibelungenlied ähnlichen Thidrekssaga der dort als „Högni von Troia“ bezeichnete Hagen kurz vor seinem Tod mit einer „hunnischen“ (s.o.) Sklavin einen Sohn zeugt und dieser den Schlüssel zum Hort Siegfrieds übergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;g. Das Motiv der treuen Ehefrau am fremden Hof und des gemeinsamen Sohnes : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krimhild bleibt Siegfried nach dessen Ermordung in aufrechter Liebe und Trauer verbunden. Sie rächt seinen Tod am Hofe der Hunnen an ihren Verwandten. Der gemeinsame Sohn wird ohne nähere Beschreibungen in das Nibelungenreich gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tragische Beziehung zwischen Arminius und seiner Ehefrau Thusnelda ist wohl das erste überlieferte „Liebesdrama“ aus dem deutschen Raum. Nach wiederholten Zerwürfnissen mit seinem im Machtgefüge konkurrierenden Schwiegervater Segestes muss Arminius miterleben, wie dieser im Jahr 15 n.Chr. die schwangere Thusnelda nach Rom verbringen lässt. Zur Haltung Thusneldas in dieser Situation schreibt der römische Historiker Tacitus wörtlich : „Sie stand mit dem Herzen mehr auf der Seite ihres Mannes als ihres Vaters. Sie ließ sich keine Träne entlocken und kein flehendes Wort verlauten; die Hände im Schoß zusammengelegt, blickte sie auf ihren schwangeren Leib.“ Sie sah Arminius niemals wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sohn des Arminius mit dem überlieferten Namen Thumelikus wird während des so erzwungenen Aufenthalts im römischen Reich geboren. Seinen Vater hat er weder sehen, noch rächen können. Seine Spur verliert sich letztlich im Dunkel der Geschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der einst so mächtige Stamm der Cherusker hinterlässt bald keine geschichtlichen Spuren mehr. Nach andauernden internen Zwistigkeiten, befördert durch die erfolgreiche römische Diplomatie des „Teile und Herrsche“ geht auch dieser Volksstamm ähnlich wie später die Burgunder sinnbildlich unter. Mutmaßlich gehen die Angehörigen der Cherusker später in dem sich langsam bildenden Stammesverbund der Franken auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;h. Das Motiv des Gedenkens in Liedern und Gesängen : &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Helden Siegfried wurde im germanischen Sprachraum dauerhaft in den Überlieferungen der Edda und letztlich auch im Nibelungenlied gedacht. Sämtliche Schilderungen wurden deutlich nach den dramatischen Ereignissen um den Cherusker Arminius niedergeschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine germanische Geschichtsschreibung fehlte zu dessen Zeit noch und wurde durch die mündliche Überlieferung und Gesänge ersetzt. Eine noch im späteren Mittelalter bei den Volkssagen zu beobachtende märchenhafte bzw. symbolische Verfremdung und / oder Überhöhung der wahren Personen und Ereignisse ist einer derartigen Überlieferungsform geradezu innewohnend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich berichtet der römische Historiker Tacitus in seinen zu Beginn des 2. Jahrhunderts n.Chr. verfassten und lange verschollenen „Annalen“ bzgl. des germanischen Gedenkens an Arminius wörtlich : „Noch heute besingt man ihn bei den barbarischen Völkern.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst seine römischen Feinde fällten über ihn ein historisches Urteil, welches Arminius bei den germanischen Völkern unsterblich gemacht haben mag. So heißt es bei Tacitus weiter :&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Arminius hat nicht wie andere Heerführer und Könige das römische Volk in seinen Anfängen herausgefordert, sondern das in höchster Blüte stehende Reich. In den Schlachten kämpfte er mit wechselndem Erfolg, im Krieg blieb er unbesiegt. Er war ohne Zweifel der Befreier Germaniens.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den sicheren Nachweis, dass das Schicksal des Arminius in der Form der Siegfriedsage und dem Nibelungenlied verewigt wurde, bleibt die Geschichte leider wohl für immer schuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Thesen bleiben auch unter den Experten aus den unterschiedlichsten Gründen heftig umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber welcher Sänger oder Barde würde wohl einen solchen Menschen mit all seiner persönlichen Tragik jemals der Vergessenheit preisgegeben haben !?&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Nibelungenlied&amp;diff=186</id>
		<title>Nibelungenlied</title>
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		<updated>2009-11-26T21:06:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* I. Fragestellungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== &#039;&#039;&#039;Symposien&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
*13.08.2009 - 20:30 Uhr bei Tobias. Themen: Einführung und erste Textpassagen, Nachwort Grosse. Wir lesen Brackert: Ende 3. Aventiure.&lt;br /&gt;
*2.09.2009 - 20:30 bei Tiemo 4. und 5. Aventiure gelesen&lt;br /&gt;
*12.9.2009 - 20:00 Wanderhütte bei Dörscheid am Rhein. Bis Ende 9. Av. gelesen. siehe auch [http://www.schneelaeufer.de/2009_Rhein unsere Fotos]&lt;br /&gt;
*30.09.2009 - 20:45 bei Tiemo. Andreas: Die Edda und das Nibelungenlied. Gelesen bis ende 14.Av.&lt;br /&gt;
*14.10.2009 - 20:30 bei Matthias. Matthias-Vortrag: historischer Kontext Siegfried-Arminius, Burgunden-Römer; Dietrich von Bern. Bis Ende 16. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Thesen, Kurzeinträge, Literatur. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Fragestellungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Was unterscheidet Mythologie von Religion? Wenn es im ersten Teil vom NL um mythologische Resonanz geht, stellt sich die Frage, ob hinter dieser Mythologie ein Sinn steht, eine Antwort auf die Frage nach Ursprung und Ende, oder eben Sinn auf ganz andere Weise generiert: Liebe, Treue, Kampf? Es stellt sich auch die Frage, inwiefern Epen die Roman-Funktion übernahmen, die Lukács definierte: der Roman ersetzt das in der Moderne nicht erfüllte Bedürfnis nach Transzendenz, nach einem metaphysischen Zuhause.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Wie wichtig ist das Treue-Motiv? Zumindest das Wort ist dominant. &amp;lt;span style=&amp;quot;color: color&amp;quot;&amp;gt;Was ist Treue? Wer ist treu?&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Was baut eigentlich den übergreifenden Spannungsbogen im NL auf? Worum geht es?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Was für ein Held ist Siegfried (Hybris, naiv, unbescholten etc.)? Vor allem Eines: unbekümmert! - Gegenpol des &amp;quot;Kümmerers&amp;quot;, des grimmen Hagen - grimm ob der Last des ständigen Bedenkens, Grübelns. Seliger Siegfried! Und überhaupt: was zeichnet einen Helden aus, was ist ein Anti-Held? Übt NL Kritik am Helden-Epos, indem Helden unmöglich werden? (NL weniger Helden- als vielmehr höfisches Epos. Heldenepos: 1 menschlicher Held. NL: diverse ausgezeichnete Recken einerseits und andererseits Überlagerung durch das Höfische.) Ironisiert NL die Heldenfrage? Siegfrieds Vorstellung am Hof Worms ist Hybris-artig: Ich schlage alle, ich nehme mir alles. Keine Spur von Weisheit. AV2, 55: Holt sich gewaltsam, was er will. 88: schlachtet für den Nibelungenschatz 700 Krieger und 12 Riesen, später aus Spaß Löwen, Elche, Bären, Wisente...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hybris-, Minne- und Treue-Motiv: wie verhalten sie sich zueinander? Ist Minne Glaubensersatz an das Transzendente, damit Immanenz-Erscheinung? Was ist/bedeutet Liebe zu einer Frau und zu einem Mann?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Welche Rolle spielen Frauen? Mit Kriemhield geht&#039;s los, sie verbindet die beiden großen Teile, sie initiiert große Ereignisserien.&lt;br /&gt;
Krimhild, die Klammer des Epos.   &lt;br /&gt;
Brunhild, die Klammer zu den alten Sagen.&lt;br /&gt;
Wenn Frauen aktiv werden, dann öffnet sich der Himmel und es regnet Unheil und Grauen. Sie dürfen nicht unterschätzt werden. Sie dürfen gar nicht zu (widernatürlicher) Aktivität gereizt werden, müssen also gut behandelt werden. Dann kann die natürliche Ordnung bestehen bleiben.&lt;br /&gt;
   Frauen sind der Ausblick in eine individualistische Zukunft (siehe erweiterte Minne-These V 5)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hagen, der Wissende: AV 3, 84: berichtet über Siegfrieds große Taten, erkennt ihn, erwähnt ganz kurz den Drachenkampf (100).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Siegfrieds Riss im schützenden Hautpanzer ist zugleich Möglichkeit des grundlegenden Risses in der Großhandlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Siegfried: kämpft mit dem Schwert Balmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Kriemhild träumt in AV1, 11: von ihrem Schicksal, stemmt sich dagegen (keinen Mann kennenlernen), doch dann verliebt sie sich in S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Was heißt es, ein „wahrer Ritter“ zu sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Gibt es eine &amp;quot;Epos-Entwicklung&amp;quot; vom Gilgamesch (Menschliche Handlungen werden durch uneinheitliche Gottesmacht gelenkt), über Beowulf (Menschen handeln selbstständiger, sind aber mystischen  Kräften - Drachen &amp;amp; Monstern, ausgesetzt) zum Nibelungenlied (bei dem der Mensch nur noch durch rein menschliche gegenseitige Beeinflussung nicht seine Handlung voll kontrolliert)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Was verbindet die verschiedenen Epen? - Länge, Verse, übergreifende Themen mit Völkern, Ländern und vielen handelnden Personen und mystischen Kräften (Göttern, Monstren, Drachen, und mystischen zwischenmenschlichen Strukturen)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. V150 Schicksalsmotiv: Sterben wird, wer dem Tod verfallen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. V155: Wahre Freundschaft: Vertrauen, Tapferkeit, Dank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. V175: Übermuts-Motiv. V381: Eifer bringt Unheil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. V198: andauernde körperliche Konfrontation: scharfe Schwerter, tiefe Wunden, Blutströme, Frauen, die Leid ertragen, Kampf, Sein-Leben-Lassen ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. V207: Siegfried hat das Schwert Balmung. Tatsächlich: er hat es einfach. Die, vermutlich bekannte, Geschichte dieser trefflichen Waffe ist dem NL-Dichter nicht wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19. V224, 238: Liebesmotiv Kriemhild-Siegfried ist an den Sorge und Kampf gebunden: Übermittlung von Nachrichten über den Zustand, Freude über erschlagene Gegner, den Sieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. V230: Siegfried vereint alle Tugenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. V232: Es geht darum, die Ehre ohne Makel zu bewahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Warum ist Siegfried so stark? Vermutung: externer Verweis auf die Edda-Geschichten. man kennt den überstarken Siegfried bereits ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Schlacht gegen die Sachsen: alle sind Helden, nur die Burgunder sind Über-Helden. Das Nibelungenlied protzt nur so vor Lob nach allen Seiten über Tapferkeit, Schönheit etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Das Niblungenlied etabliert ein Wettkampf auf allen Ebenen (vgl. V271): vom richtigen Kampf, zum anschließenden Turnier, zum Kampf mit Brünhilde im Bett ... Liest man hier etwas Krankhaftes, ein Sich- ständig-beweisen-müssen? Ist es eine Unruhe der Immanenz, in der keiner göttlich sanktioniert einfach besser ist? Ständiger Konkurrenzkampf als Ausdruck sozialer und/oder wirtschaftlicher Verschiebungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. Gibt es im Nibelungenlied eine richtige Reflexionsebene? einen Weisen, einen Alten? Bei Siegfried scheint es ja quasi aus seiner Natur herauszuwachsen. Als Siegrfried &amp;amp; Co. zum Brünhilde-Ausflug rüsten, klingt alles spontan, Entscheidungen werden erst kurz vor den Ereignissen getroffen, kurz und wenig überzeugend, vielmehr naiv, ohne Bedenken der Folgen. Eben unbekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. V296: Neid!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. V324, 328: Ankündigung von Siegfrieds Tod und des Tods der anderen Helden. Es gibt eine Art Schicksalsmotiv, unbewusst auf der Ebene der Akteure - bis auf Kriemhild und ihren Traum, den sie aber offensichtlich nicht ernst nimmt. Erst der Erzähler hat im Nachhinein den Überblick ... V337: immer wieder Vorgriffe auf den Ereignisverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. V336: Tarnmantel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. V360: sich schön kleiden, zur Hochzeit, Seide,Brokant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Am Ende der 6. Aventiure scheint Siegrfried schlauer zu werden, während der Planung zum Brünhilde-Ausflug. Was bedeutet der Ausdruck &#039;listig&#039; hier? Was ist nicht-listig? Und: wie steht es um die Paare listig-weise, listig-naiv?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31. Warum interveniert Hagen nicht entschieden vor dem Brünhilde-Auszug? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. Was heißt Liebe im NB?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Der Königinnenstreit (Av. 14) ist der Punkt an dem sich eine Spirale ohne Umkehr bis zur Vernichtung der Nibelungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Warum riskiert Siegfried, dass Brünhild von Kriemhield Ring und Gürtel zu sehen bekommt und die unaufhaltsame Krise einleitet? In der 11. Av. (714) wird Siegfried in der Siegmund-Nachfolge zum gerechten Herrscher inkl. Rechtsprechung, in der 14. Av. zeigt die aufgebrachte Kriemhild (B. bezeichnet S. als einen Eigenmann)Ring und Gürtel, die ihr S. wohl plus Geschichte gab! Wie erklärt sich diese Einfältigkeit? Ist es eigentlich, aus der Sicht der Zeitgenossen, unwichtig, wie genau die Krise eingeleitet wird, da sie als Schicksal so wie so irgendwann kommt? Ist daher auch die Konsistenz von S.s Charakter dem untergeordnet?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Gunther, der König, zeigt wiederholt Schwächen: seine Leidenschaft für Brünhild, sein Einlenken in Hagens Mordplan (872ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. 16. Av. 934ff.: Auffallend ist, dass S. hier als &amp;quot;Jäger&amp;quot; ein Tier nach dem schlachtet, wie ein Massaker, und dann selbst aufgespießt wird. Intensives Todesthema.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Was ist ein &amp;quot;Held&amp;quot; und ein  &amp;quot;Heldenepos&amp;quot;? Wann kommt dieser Diskurs auf? Im NL werden die Recken oft auch &amp;quot;Helden&amp;quot; (mhd) genannt. Es scheint, es meint einfach nur: tatkräftiger Mann, einer, der Ereignisse beeinflussen kann, einer, der Macht und Herrschaft erfolgreich ausübt, unter gewissen moralischen Rahmenbedingungen (H.s Ermordung S.s ist keine Heldentat).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
I b&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakterisierungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Siegfried&lt;br /&gt;
  Unbekümmert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Hagen&lt;br /&gt;
  Grimm. sehend. gefühlsmäßig getrieben, in der konkreten Handlung aber immer rational. Der Kümmerer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kriemhild&lt;br /&gt;
  Im Wandel. Zunächst unschuldig. Am Ende schuldig. Immer Opfer.&lt;br /&gt;
  Kriemhild ist die Zeichensetzerin - die unvermögende Setzerin, nicht die Herrin der Zeichen. (Gütel, Ring, Schulterblattkeuz, Träume)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gunther&lt;br /&gt;
  Unbehaglich, entscheidungsschwach, inkonsequent, Zauderer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gernot&lt;br /&gt;
  Der Diplomat&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Datierungen/Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 970: Entstehung: Wende 12./13. Jh., unklar. Die Inhalte entstammen unterschiedlichen Sagenkreisen, die nicht miteinander verbunden sind. Sie haben wahrscheinlich schon Jahrhunderte vor den uns bekannten Texten existiert und werden in kürzeren mündlichen Fassungen von Generation zu Generation bewahrt worden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 980: Drei Handschriften, entdeckt zwischen 1750-1770. Erforschung ab 1810 an der HU.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Grosse 1011-1012: Wir kennen den Autor des &#039;&#039;Nibelungenliedes &#039;&#039;nicht. ... Es mag sein, daß die Gattung der Heldenepik mit ihrem Übergang von der Oralität zur Skripturalität die Anonymität mit sich gebracht hat, wie sie ja auch bei den ähnlich tradierten Texten der Sagen und Märchen üblich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Erzählform, Stil ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 988: Im Unterschied zu den höfischen Epen der Stauferzeit hat das &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;keine paarweise gereimten vierhebigen Verse, sondern (in der HS B) 2379 Strophen. Jede Strophe besteht aus vier Langzeilen, die aus der germanischen Dichtung bekannt sind. Jede Langzeile hat zwei Halbzeilen, den An- und den Abvers: 2,1 &#039;&#039;ez wuohs in Burgonden ein viI edel magedin. &#039;&#039;Die beiden Halbverse sind durch eine metrisch gekennzeichnete Zäsur getrennt. Die Abverse der ersten und zweiten Langzeile und die der dritten und vierten reimen sich ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 995: Nicht die Entwicklung der Personen bestimmt den Handlungsverlauf, sondern es greifen einzelne Ereignisse wie Glieder einer Kette ineinander, welche die Aktionen und Reaktionen der Handelnden bestimmen. Jede Situation fordert zu Taten heraus. Dabei braucht eine psychische, für den heutigen Leser nachvollziehbare Entwicklung der Charaktere nicht gegeben zu sein. Die erwartete Handlungsfähigkeit und ihr Ergebnis wachsen aus der jeweiligen Situation und ihrer Personenkonstellation heraus und passen sich in den szenischen Ablauf ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3.Grosse 2003, 999-1001: Zeitstruktur: Die angegebenen Zeiträume markieren den Abstand in relativer, aber nicht absoluter Art. Sie haben weder die Funktion einer Uhr noch die eines Kalenders. So werden auch die Menschen nicht älter. Die Ritter kämpfen im Sachsenkrieg ebenso schlagkräftig wie 37 Jahre später am Hofe Etzels; Kriemhild wäre etwa fünfzig bei der Geburt ihres zweiten Sohnes, Giselher wird bis zuletzt der junge Mann &#039;&#039;(daz kint) &#039;&#039;genannt. Raumstruktur: präziser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Grosse 2003, 1001ff.: Widersprüche im Handlungsverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Vergleiche mit anderen Erzählungen und Topoi ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Kriemhild und Helena: die Schönsten im Lande (AV1), geben Anlass zum Krieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Siegfried und Enkidu: Wildheit, Naiviät, gezähmt durch die Verhandlungstechnik Gernots (AV3, 123ff.). Dann wird er ein guter Hof-Gefährte, Turniere etc. Dann Treue zu Gunter bis zum Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Siegfried und Arminius: [Matthias]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Das Ankunfts/Fremden-Thema in NL und Beowulf: AV 3, Worms, Ritual des Fremden (Siegfried), der letztlich für Liebe dienen will (wie Beowulf für Ruhm).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hagen und Unferth? Parallelen? Hagen und Unferth berichten über die Taten des Helden, und bekommen unangenehm seine Stärke zu spüren, werden (zumindest zeitweise) Gegner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Grendel-Siegfried: haben eine undurchdringbare Haut. Insofern ist Siegfried auch Monster (VERGLEICHBAR DEM; DAS ER VORHER SELBST ERSCHLUG?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Siegfrieds ungeschützte Hautstelle auf dem Rücken und Achills Ferse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Hagen warnt vor dem Auszug (1203ff.) wie Enkidu vor Humbaba-Reise, wird dann zum entschlossenen Mitstreiter.&lt;br /&gt;
   Beide sind irgendwie Verwandte, irgendwie auch Dienstpflichtige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Das Nibelungenlied ist kein Heldenepos - es gibt keine durchgängige menschliche Heldengestalt, wie Beowulf oder Gilgamesch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. NL und Lieder-Edda: viele Überschneidungen, die von Andreas noch konkret ergänzt werden müssten. Da die Lieder-Edda wohl 1370, das NL 1320 (?) abgefasst wurden, stellt sich hier die Frage der Rezeptionsrichtung und nach einem gemeinsamen Metaerzählungsraum. Wandert etwa im Rahmen der sog. Völkerwanderungen und der anschließednen Christianisierung eine mittel-nordeuropäische (heidnische) Religion nach Skandinavien etc. aus, so dass die Göttersagen der Lieder-Edda den Kontrapart der Teile bilden, die sowohl in der Edda als auch im NL als Heldensagen vorkommen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Laut Volker Honemann (bei Wein am 10.10.09) ist der Inhalt Edda eher als vorher bekannt anzusehen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Bülow-Rede 1909 (&amp;quot;Nibelungentreue&amp;quot;) ist vergleichsweise unschuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Kain erschlägt Abel, den Begnadeten, den Liebling der Götter. (Ein Gedanke von Fernau, S. 96)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Edda:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(um 1220 Snorri-Edda, auch Prosa-Edda, eher unscharf auch Jüngere Edda genannt;&lt;br /&gt;
um 1270 Lieder-Edda, eher unscharf auch Ältere Edda, eher falsch auch Saemundar-Edda genannt;&lt;br /&gt;
Edda = Elternmutter / Großmutter)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hier einige Motive der Lieder-Edda, die engste Verwandtschaft mit dem NL aufweisen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 18, Helgi Hiörwards Sohn:&lt;br /&gt;
Ein &amp;quot;Atli&amp;quot;, der für jemand anderes um &amp;quot;Sigurlinn&amp;quot; freit, kann die Vögel verstehen. Helgi, dem Sohn der Sigurlinn (und Wiedergeburt von Helgi dem Hundingstöter (s. LE 19)) singt eine Walküre (die er später heiraten wird) von einem besonderen Schwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 19, Das 1. Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn Helgi, der &amp;quot;Freund der Wölfe&amp;quot;, Sinfiötlis Bruder, erschlägt im Alter von 15 Jahren den Hunding.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 20, Das andere Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
&amp;quot;Sigmund, Wölsungs Sohn ... und seine Nachkommen heißen Wölsungen und Ülfinge (Wölfinge).&amp;quot;&lt;br /&gt;
König &amp;quot;Högni&amp;quot; hat eine Tochter &amp;quot;Sigrun&amp;quot;. Sie ist Walküre.&lt;br /&gt;
Helgi und Sigrun heiraten. Sigruns Bruder erschlägt Helgi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 21, Sinfiötlis Ende:&lt;br /&gt;
Sigmund, Wölsungs Sohn, ist mit Borghild verheiratet, der Schwester &amp;quot;Gunnars&amp;quot;. Sinfiötli erschlägt seinen Onkel Gunnar, woraufhin Borghild Sinfiötli vergiften will.&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn mit Hjördis ist wiederum Sigurd, der &amp;quot;allervorderste&amp;quot;.&lt;br /&gt;
(Sinfiötli ist nach Simrock der &amp;quot;Fitela&amp;quot; des Beowulfliedes.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 22, Das 1. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd wird geweissagt,&lt;br /&gt;
der mächtigste Mann auf Erden zu werden, dass er den &amp;quot;Wurm&amp;quot; auf der &amp;quot;Gnitaheide&amp;quot; sowie Regin und Fafnir fällen und den Hort heimführen wird, dass er die auf dem Felsen schlafende Fürstentochter erwecken wird. Er wird Brünhild lieben, sie aber an Giukis Hof vergessen durch die Tücke Griemhilds, welche ihm dann die eigene Tochter Gudrun geben wird. Er wird für Gunnar um Brünhild werben. Er wird mit Gunnar die Gestalt wechseln. Högni wird dabei sein. Sigurd wird keusch bei Brünhild liegen aber die Brüder Gunnar, Högni, Guthorm werden sein Verderben bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 23, Das andere Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Regin übernimmt Sigurds Erziehung. Fafnir und Regin bekommen die Goldbuße der Asen. Fafnir übervorteilt Regin. Fafnir liegt als Wurm auf der Gnitaheide. Regin schafft Sigurd das Schwert &amp;quot;Gram&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 24, Das Lied von Fafnir:&lt;br /&gt;
Sigurd ersticht den Fafnir-Wurm.&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Gold, der Schatz, die Ringe verderben Dich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Durch Drachenblut kann Sigurd die Vögel verstehen, die weisen ihm den Weg zu Giukis Tochter.&lt;br /&gt;
Sigfrida schläft auf einem Felsen, feuerumlodert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 25, Das Lied von Sigfrida:&lt;br /&gt;
Sigurd erweckt die Walküre Sigfrida.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 26, Bruchstücke eines Brünhildsliedes:&lt;br /&gt;
Gunnar will Sigurd töten. Högni vermutet, dass Brünhild aus Eifersucht auf Gudrun dahinter steckt. Sie töten Sigurd. Ein Rabe ruft: &amp;quot;In Euch wird Atli das Eisen röten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 27, Das 3. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd freit Gudrun. Fahrt zu Brünhild. Sigurd gewinnt Brünhild dem Gunnar (das Schwert liegt zwischen Ihnen). Högni will Gunnar nicht helfen, Sigurd zu töten, wie Brünhild es verlangt. Aber Guthorm, der jüngste Bruder, tötet SIgurd.&lt;br /&gt;
Brünhild ist die Schwester Atlis.&lt;br /&gt;
Gudrun, dem Atli vermählt, tötet diesen im Bett.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 28, Brünhilds Todesfahrt:&lt;br /&gt;
Gudrun hat Brünhild und Sigurd fälschlich beschuldigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 29, Das 1. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Gudrun hat von Fafnirs Herz gegessen, kann die Vögel verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 30, Der Mord der Niflunge:&lt;br /&gt;
Atli, mit Gudrun vermählt, tötet Gunnar und Högni, weil sie am Tode Brünhilds schuld tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 31, Das andere Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich ist bei Atli.&lt;br /&gt;
Gunnar und Högni wollen Gudrun Lösegeld für den toten Sigurd zahlen.&lt;br /&gt;
Gudrun wird dem Atli vermählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 32, Das 3. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich wird bei Atli der Unzucht mit Gudrun beschuldigt.&lt;br /&gt;
Ein Gottesurteil entlastet Gudrun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 34, Die Atlisage:&lt;br /&gt;
Gudrun rächt den Tod ihrer Brüder an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 35, Grönländisches Atlilied:&lt;br /&gt;
Nibelungenschlachtung an Atlis Hof. Rache Gudruns an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Übergreifende Thesen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Immannenz-Epos: Im Gegensatz zur Völsungensaga und Wagners Aneignung, geht es, ähnlich wie im Beowulf, um eine immanente Handlungsdynamik ohne (göttliche) Metaebene. Ereignisse generieren Ereignisserien, deren Teil Helden und alle andere Personen sind. Doch was sind die Ereignis-generierenden Elemente? Taten. Also: was sind Taten? Gefragt wäre eine Typologie von Taten (wichtig/unwichtig, von wem etc.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Gunther-These: Im NB geht es um einen (Gilgamesh-artigen) archaischen Herrscher, der ohne Rücksicht auf sein Volk eigenmächtig-leidenschaftlich handelt. Seine Entscheidung, Brünhilde zu erlangen, leitet die entscheidende Wende ein. Ihm fehlt ein Enkidu, Hagen interveniert zu spät, verstärkt letztlich die Schicksalsspirale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, glaube ich nicht. Gunther ist kein Tatmensch. Er ist Zauderer. Seine wenigen eigenen Entscheidungen (Brunhild, Etzel) sind dann auch fatal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Trieb-These: NB muss aus der Perspektive der Autoren als ein nicht harmonisiertes Triebspiel unterschiedlicher Kräftekonstellationen gelesen werden (Minne, Sex, Kampf, Töten, Sieg etc.), die sich ineinander so verwringen, dass daraus eine unentrinnbare Schicksalsspirale wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Held-ohne-Ort-These: Siegfried hat keinen richtigen Ort in der Geschichte (Ja scheinbar vergisst er selbst seinen Ort: Auf dem Rheinzug kommen die Recken mehrfach an Worms vorbei, ohne dass er aussteigen oder den Umstand auch nur erwähnen würde.), er wandert ständig, behauptet sich, um annerkannt zu werden, sich endlich stabil zu sozialisieren und Freunde zu gewinnen. Doch wirkt seine Energie letztlich als ein treibendes Moment der Tragik, die alle umkommen lässt, indem er Wünsche/Triebe für andere realisiert, die den ganzen Burgunder Hof unhaltbar destabilisieren. S. ist also ein Held ohne Ort, einer, der in der höfisch-verwalteten Gesellschaft archaisch-überholt wirkt. Hierher könnte auch der standpunktlose S. gehören, der seine destabilisierenden Kräfte überall einsetzt, ohne entschieden gegen das zu stehen, was er selbst für Falsch hält. Hagen versucht hingegen beständig, S. einzuordnen (erste Ankunft von S.,etc.) und später auszuschließen. S. als der Übermensch, der das ganze Hofsystem von Wettkämpfen und Minne als beständiges Sich-Beweisen und Verbessern und Messen außer Kraft setzt, da er einfach der stärkste, schönste, listigste, lustigste ist etc., wird genau vor seinem Tod in der Jagdszene der 15. Av. deutlich. Umgekehrt und spiegelbildlich erfodert seine Auslösung aus der Hofgemeinschaft (sein Tod) eine Aufhebung der Hof-Formalien (Treue, guter Rat, Tugend etc.). In der 16. Av. kollabiert das Hofsystem, zentrale Werte werden ausgehöhlt, sinnleer (vor allem: Treue, Vertrauen). Hagen führt in 993 als Motiv der Ermordung an: Angst vor S., Schmach von ihm (sórge, leit), seiner Herrschaft (hêrschaft)ein Ende setzen. S.  der Ortlose könnte in dieser Perspektive als auch als der Unberechenbare erscheinen, wie ein wildes Tier, das sich in alle Richtungen wenden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Minne-These: NB ist eigentlich eine höfischer Minne-Erzählung. Siegfried kämpft für Kriemhild, Gunther will Brünhilde. Ihre blind-individualistiche Liebe harmonisiert nicht, ihre Verschränkung führt in den Untergang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehe ich nicht. &lt;br /&gt;
Gunther liebt nicht, schon gar nicht individualistisch. Er folgt irgend einer fixen Idee, eingeimpft oder wenigstens kompatibel mit einer gesellschaftlichen Erwatung an ihn.&lt;br /&gt;
Siegfried liebt nicht. Vielleicht begehrt er (vielleicht nicht mal das). Minne ist für ihn ein Spiel (wie Alles). Eventuell ist auch das ein Zug des Höfischen Epos: Tapfere Recken werben halt um schöne Damen...&lt;br /&gt;
Andere Minne-These:&lt;br /&gt;
Die Frauen können (schon individualistisch und leidenschaftlich) lieben.&lt;br /&gt;
Kriemhild tut das.&lt;br /&gt;
Brunhild tut das.&lt;br /&gt;
(Beide den Siegfried - seliger Siegfried)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Hagen-These-1: Hagens zwar durch seinen Unmut gegenüber S. sich anbahnender, doch in seiner Radikalität am Ende der 14. Av. in seiner Radikalität überraschender Mordplan könnte nicht auf einer Motiv-Logik, sondern auf einer Taten-Logik beruhen: S. hat die Krise ermöglicht: erstens als Täter im Bett mit Brünhild, zweitens als Täter des Weitergebens der Geschichte und der Dinge (Ring, Gürtel) an Kriemhild. Als Täter verkörpert S. die Schuld, er muss entfernt werden, damit verschwindet sozusagen auch die Ursache. Dabei ist unwichtig, was Leute sich wünschen, vorstellen oder beabsichtigen. Entscheidend ist Tat und Resultat. Des Weiteren kommt die Taten-Logik aus einer Gunthers Königshoheit überschreitenden älteren Legitimations-Schicht: Ob Gunther will oder nicht und S. Gunthers Unschuld öffentlich beteuert oder nicht, die Situation (als Resultante von Taten: grundlegende doppelte Ehre-Verletzung (Gunther und Brünhild), die mit dem repräsentativen Status des König- und Königin-Seins unvereinbar ist) ist objektiv-gebietend, sie lässt nur eine Lösung zu und fordert sie zugleich. Kein Kommunikations-Bedarf aufgrund der Vereinfachung: der Täter ist qua Tat schuld. Dass Hagen einer anderen Moral folgt, wird auch in 1001 deutlich: er strahlt eine ungewöhnliche Kälte aus, will S. selbst nach Worms tragen, Kriemhilds Tränen &amp;quot;rühren&amp;quot; ihn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hort-These: (vorgreifend) Die tragische Dynamik des NL ist motiviert durch die Gier der Burgunden, vor allem von Hagen, nach dem Nibelungen-Hort und den entsprechenden magischen Dingen. Die Burgunden nehmen später selbst den Namen der Nibelungen an (?, prüfen). Zu klären wären in dieser Hinsicht u. a., warumm der Hort letzten Endes versenkt (?) wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Kriemhild-These-1: Kriemhild ist eine tragischer Prophetin, eine Fortführung und Transformation der Kassandra-Figur, indem K. nicht nur das Unheil träumend voraussieht, ohne es verhindern zu können, sondern auch selbst die entscheidenen &amp;quot;Zeichen&amp;quot; setzt und exponiert (Zeigen des Ringes, Gürtels, Setzen des Kreuzes auf S.s Hemd), die zur Krise führen. Ihr Schicksal sehend ist sie blind als Tätige, wirkungslos als Warnende. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Schicksal-Widerstands-These: An mehreren Stellen des NLs fragt sich, warum gegen evident problematische Entscheidungen Einzelner (Gunthers B.-Hochzeitsfahrt, die Einladung von S. und K. durch B., Hagens Vorschlag der Ermordung von S. etc.) kein wirkmächtiger Einspruch erhoben wird, kein nachhaltiger Konflikt entsteht, obwohl es doch ständig um den &amp;quot;Rat&amp;quot; guter Freunde und um &amp;quot;Treue&amp;quot; geht. Alle Teilnehmer erscheinen in dieser Perspektive wie passive Puppen von K.s Traum, gelenkt von unischtbaren Fäden, ihre Entscheidungen sind nur Wirkungen anderer Ursachen, keine eigenmächtigen Selbstsetzungen. Die Unfähigkeit zum diskursiven Konflikt und der problemorientierten Kommunikation kontrastiert auch stark mit der ständigen Betonung der körperlichen Stärke der &amp;quot;Recken&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Politik-These: Nach Ursula Schulze (Das Nibelungelied, Reclam 1997, 214, 223) wird in S. s Tod zentral für die ganze Problemlage des NLs deutlich, dass der Starke wehrlos gegen perfide Intrige ist (214): &amp;quot;Die erzählte Geschichte führt vor, dass politisches Handeln nicht im offenen Kräftemessen, sondern in der Überlistung besteht.&amp;quot; Hagen (214) handele zwar aus heterogenen Motiven (Sühne für die Entehrung B.s, Ausschalten potentieller Gefahr von S., Machtzuwachs durch Gewinn von S.s Besitz),doch seien sie allesamt politisch zu nennen. Schulze unterstreicht dies durch das rekurrente Motiv der Täuschung (212). Tobias Kommentar: Im Ansatz (Täuschung, Kraft gegen Organisation) interessant, in der Schlussfolgerung (Politik) aber schief, da unterbestimmt, unscharf. Dazu kommt, dass Schulze an anderer Stelle behauptet, Hagen handele (wie S. und Brünhild) archaisch. K.s Rache ist archaisch (ohne Staatsprinzip), auch in dieser Hinsicht besteht Klärungsbedarf - denn die politische Intrige geht ja nicht auf, sondern zerschellt quasi am Schild. Kurz: ich finde, ohne ihr zu Nahe treten zu wollen, Schulzes Lösung fade. Sie reiht das NL reibungslos in eine allzuoft iterierte Metageschichte des Fortschritts der Moderne ein. Probleme einer Kontinuität der Triebe in die Moderne/in das Höfische hinein (Triebthese), des bewussten Treuebruchs, der Täuschung als nicht hintergehbare Grundverfassung menschlichen Seins in einer entgötterten Welt (man denke an Descartes), Schicksal und Schuld usw. werden einfach ins Politische absorbiert und damit zugleich neutralisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Literatur, Quellen &amp;amp; Links ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Allgemeines ====&lt;br /&gt;
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Nibelungenlied  aus W...dia :-))]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Akademisch ====&lt;br /&gt;
*[http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_lmno/nibel.html Fachinformationen der FU Berlin zum Nibelungenlied]&lt;br /&gt;
*[http://www.nibelungenrezeption.de/ Projekt zur Rezeption des Nibelungenstoffes Universität Duisburg]&lt;br /&gt;
*[https://www.uni-muenster.de/Germanistik/Lehrende/honemann_v/index.html Intimus Volker Honemann]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Brackert, Helmut: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. 2 Bde. (1. Aufl. 1970) Neuauflage. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch 1994/2008.&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Das-Nibelungenlied-Mittelhochdeutscher-Text-%C3%9Cbertragung/dp/3596901316/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1249835276&amp;amp;sr=1-2 Brackert - Unsere Wahl]&lt;br /&gt;
*Grosse, Siegfried: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. Nach dem Text von Karl Bartsch und Hehrtut de Boor. [Handschrift B] (1. Aufl. 1997) Stuttgart: Reclam 2003&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Nibelungenlied-Mittelhochdeutsch-Neuhochdeutsch-Siegfried-Grosse/dp/3150506441/ref=sr_1_4?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247993309&amp;amp;sr=1-4 Grosse - Zur Lektüre von Volker Honemann empfohlen]&lt;br /&gt;
* Edda, übersetzt und mit Erläuterungen begleitet von Karl Simrock, 1. Auflage 1851, hier : Phaidon Verlag, Essen 1987&lt;br /&gt;
* Wagner, Richard, Libretto zum &amp;quot;Ring&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula : Nibelungen und Kudrun, in: Epische Stoffe des Mittelalters, hg. von Volker Mertens und Ulrich Müller, Stuttgart 1984, S. 111-137 [[Media:Schulze_1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*Hoffmann, Werner: &#039;&#039;Das Siegfriedbild in der Forschung&#039;&#039;. Darmstadt 1979.&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula: Das Nibelungenlied. Ditzingen 1997.&lt;br /&gt;
*[[Media:Willson-Blood-and-Wounds-in-the-Nibelungenlied-1960.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Thelen-Source-Function-Gunthers-Bridal-Quest-1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Schirokauer-Nibelungenlied-1954.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McConnell-Psychological-Approach-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McCarthy-Rhetoric-Nibelungenlied-1972.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Lionarons-Otherworld-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kirchberger-The-Crown-in-the-Nibelungenlied-1956.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:King-Review-Homer-Nibelungenlied-1988.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Homann-Hagen-Figure-Lies-1982.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hoffmann-Siegfriedbild-in-der-Forschung-1979.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Haymes-Heroic-Chivalric-Aristocratic-Ethos-Nibelungelnlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hasty-Conquest-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Grosse-Nibelungenlied-Nachwort-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Key-Concepts-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Hagen-Problem-of-Individuality-1976.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Classen-Siegfried-Downfall-of-a-Hero-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Bülow-Nibelungentreue-Rede-29-3-1909.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Brady-Historical-Prototype-Siegfried-1933.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Goebel-Original-Form-Legend-Sigfrid-1897.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kratz-Proposed-Sources-Nibelungenlied-1962.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wesentliche Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://public.univie.ac.at/index.php?id=14531 Transkriptionen der mittelhochdeutschen Versionen A, B, und C]&lt;br /&gt;
*[http://www.blb-karlsruhe.de/blb/blbhtml/nib/uebersicht.html Die Nibelungen-Handschrift C - digital - Faksimile der nunmehr Karlsruher (ehemals Donaueschinger) Hs. C]&lt;br /&gt;
*[http://www.fh-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/nib_intr.html Handschriften A, B, C (Bibliotheca Augustana)]&lt;br /&gt;
*[http://wissen-im-netz.info/literatur/simrock/nibel/index.htm  Das Nibelungenlied übersetzt von Karl Simrock]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/reichert_nhd.pdf Hermann Reichert, Nibelungenlied-Lehrwerk. Sprachlicher Kommentar, mittelhochdeutsche Grammatik, Wörterbuch. Passend zum Text der St. Galler Fassung („B“).]&lt;br /&gt;
*[http://web.archive.org/web/20061128181429/http://www.nibelungenlied.com/ Edition des Linzer Fragments M]&lt;br /&gt;
*[http://cgi-host.uni-marburg.de/~mrep/liste_inhalt.php?id=271 Überlieferungsübersicht, Nachweis weiterer Abbildungen von Fragmenten und Handschriften]&lt;br /&gt;
*v. Bülow, Bernhard, Reden (Band III), herausgegeben von Otto Hötzsch, Georg Reimer, Berlin 1909&lt;br /&gt;
*Fernau, Joachim, Disteln für Hagen, Herbig, München / Berlin 1966&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Medien ====&lt;br /&gt;
*[http://dvdbiblog.wordpress.com/2008/03/04/die-nibelungen-von-fritz-lang/ DVD-Filmprojekt für 2009/2010]&lt;br /&gt;
*[http://www.schaubuehne.de/spielplan/detailansicht.php?id_event_date=247891&amp;amp;id_event_cluster=74733&amp;amp;id_language=1#inhalt Hebbels Nibelungenlied in der Schaubühne 2009]&lt;br /&gt;
* Das Nibelungenlied von Eberhard Kummer gesungen - Die erste und einzige, komplette Einspielung des gesamten Nibelungenlieds aufgrund einer Live-Aufnahme des Phonogramm-Archivs der Akademie der Öst.Wissenschaften. Der Aufnahme liegen fünf sechsstündige Darbietungen im Okt. und Nov. 2006 im „Kulturquartier“ in 1190 Wien zugrunde. E.Kummer singt im Hildebrandston und begleitet sich auf einer keltischen Schoßharfe. Die Einspielung umfasst zwei MP3 CDs (ca. 30 Stunden Musikzeit) und wurde im „The Chaucer Studio“ der Brigham Young University Provo (UT) hergestellt. Vertrieb : E.Kummer, Chaucer Studio&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &#039;&#039;&#039;Urhebergeschützt&#039;&#039;&#039; ====&lt;br /&gt;
- der Benutzername ist Gilgamesch - das Passwort ist der Freund&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/Nibelungen.zip Hörspiel - 420 MB] - Quelle: http://www.amazon.de/Die-Nibelungen-Heldensage-Collectors-Heldensage/dp/B001D2DDDU/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247949744&amp;amp;sr=1-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausführliche Themen: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Sprache, Schrift ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Geographie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Religion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Kulturgeschichtliche Aspekte, Geschichte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 975-977: Im &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;lassen sich für den zweiten Teil mit der Niederlage der Burgunden in der Zeit der Völkerwanderung eher historische Ansatzpunkte finden als für den ersten Teil, der mit den Figuren Brünhild (Isenstein) und Siegfried (Drachen, Tarnkappe, Hort) Verbindungen zur germanischen Mythologie und zum Märchen zeigt. ... Zwischen 406 und 413 hat es wahrscheinlich unter König Gundahar ein Burgundenreich am Mittelrhein gegeben (Hoffmann, 1992, S. 42 ff.) ... König Attila (Etzel) starb 453 in der Hochzeitsnacht mit der Germanin Hildico - nach zeitgenössischen Berichten an einem Blutsturz, also 16 Jahre nach Gundahar. Dieses unkämpferische Ende hat früh Gerüchte entstehen lassen, Hildico habe ihren Mann umgebracht, um Verwandte zu rächen, die 437 im Kampf gegen die Hunnen umgekommen sind. Damals hatte Attila das hunnische Heer nicht angeführt. ... Für Hagen gibt es kein historisches Vorbild. ... Zur Erklärung der Siegfried-Figur ist, besonders von Höfler, auf Arminius hingewiesen worden (Hoffmann, 1979). Beide sind als junge Männer von Verwandten heimtückisch ermordet worden, und Xanten, Siegfrieds Heimatstadt, ist auch Ausgangspunkt für die Arminius-Überlieferung. Aber die Verbindung des heroischen Siegfried mit der mythischen Sagenwelt und die Dominanz traditioneller, märchenhafter Erzählmotive führen nicht zu einer historisch begründeten Fixierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Mythentheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VII. Spezialthemen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Nibelungen von Fritz Lang ====&lt;br /&gt;
[[Bild:saal.jpg|right]]Nach der Fertigstellung des zweiteiligen „Dr. Mabuse“ wandte Fritz Lang sich dem mythologischen Stoff der Nibelungensage zu. Zwei Jahre verwendete er dafür, den Stoff zu verfilmen und es wurde sein bis dahin größter Erfolg. Aus der Stoffmasse mit ihren unterschiedlichen Versionen und den verschiedenen Bearbeitungen, die sie schon erfahren hatte, folgte Lang weitgehend dem eigentlichen Nibelungenlied, wobei er einige Vereinfachungen und Zuspitzungen vornahm. Der Stoff selbst war jedoch vorgegeben und wurde auch kaum entgegen der Überlieferung interpretiert. Langs Leistung besteht in der Illustrierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtwerk ist aufgespaltet in zwei Teile, wie die ursprüngliche Sage dies vorgibt. Im ersten Teil erfahren wir die bekannte Geschichte von Siegfried (Paul Richter), der den Drachen tötet, durch ein Bad in dessen Blut unverwundbar wird und den Nibelungenschatz gewinnt. Er kommt nach Worms an den Hof der Burgunder und hilft König Gunther (Theodor Loos) die amazonenhafte Brunhild (Hanna Ralph), Königin von Island, im Wettkampf zu besiegen und zur Frau zu bekommen. Im Gegenzug erhält er Gunthers Schwester Kriemhild (Margarete Schön) zur Gattin. Im berühmten Streit der Königinnen erfährt Brunhild von Kriemhild, dass es in Wahrheit Siegfried war, der sie besiegte. Um diesen Schandfleck zu beseitigen, lässt Gunther sich von dem düsteren Hagen (Hans Adalbert Schlettow) dazu drängen, Siegfrieds Ermordung zuzustimmen. Den Mord selbst führt Hagen aus, der sich unter einem Vorwand von Kriemhild die verwundbare Stelle markieren lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Teil „Kriemhilds Rache“ steht ganz im Zeichen von Kriemhilds Racheschwur. Kriemhild wird die Frau des Hunnenkönigs Etzel (Rudolf Klein-Rogge) und lädt einige Jahre später Gunther, Hagen und die übrigen Burgunder an den Hof des Hunnenkönigs ein. Sie will Rache an Hagen nehmen und als die Burgunder in Treue zu ihm stehen, dehnt sie ihre Rache auf alle, einschließlich ihrer Brüder aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erster Teil: Siegfried&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann hier nicht darum gehen, den Stoff selbst zu kritisieren, sondern es geht nur darum, was Lang daraus machte. Er entschied sich bei seiner Gestaltung zu vollkommener Stilisierung und Künstlichkeit. Die mythischen Anfangsszenen sind bewusst unwirklich gehalten und halten in ihrer atmosphärischen Wirkung einem Vergleich mit neueren Fantasy-Filmen durchaus stand. Die Welt der Anfangsszenen ist märchenhaft und unterweltlich. Lang arbeitet mit faszinierenden Licht- und Schattenspielen. Er verzichtete bewusst auf Außenaufnahmen und ließ im Studio einen Wald aus gewaltigen säulenartigen Stämmen aufbauen. Die Drachenszene war zu ihrer Zeit etwas nie Gesehenes und Lang war bemüht, die besten Techniker der Zeit um sich zu versammeln. Besonders surreal wirkt eine Szene, in der wir eine Gruppe angeketteter Zwerge sehen, die einen Kessel voll Gold tragen und die beim Tod ihres Königs Alberich (Georg John) versteinern, wobei ihre Gesichtszüge erhalten bleiben. Der Film verblüffte seine Zuschauer mit beeindruckenden Überblendungen, etwa beim Eindringen in die Nibelungenhöhle, oder bei den Szenen mit der magischen Tarnkappe, wie z.B. beim Wettstreit mit Brunhild, wo der unsichtbare Siegfried Gunther die Hand beim Speerwurf führt.&lt;br /&gt;
Die Welt der Burgunder wird geprägt durch ihre monumentale Architektur. Hier dominieren kahle Räume und riesige hohe Hallen. Diese Welt ist streng geometrisch aufgebaut. Wir finden überall symmetrische Muster, sei es im Boden oder bei den Gewändern. Die Menschen wirken klein vor dieser Architektur, etwa in den Domszenen, wo die Personen absolut symmetrisch bis hin zur Farbe der Gewänder vor dem imposanten Dom gruppiert werden. Die Menschen werden dieser Architektur völlig untergeordnet oder besser eingeordnet. Sie werden zum Teil der Architektur, zum bloßen Ornament. Berühmt ist hier die Szene, wo Brunhild bei ihrem Einzug in Worms über eine lebende Brücke vom Schiff an Land geht. Die Personen bewegen sich langsam und statuarisch und immer in strenger Symmetrie, sei es in Reihen oder spiegelbildlich. Eine psychologische Vertiefung erfolgt nicht und wird vom Stoff auch nicht gefordert. Die Personen sind reine Archetypen, sie vollziehen vom Schicksal vorgegebene Handlungsmuster. Die Atmosphäre bei den Burgundern hat insgesamt etwas Totes, was bildlich in den langen Gewändern, den leeren Räumen und der allgegenwärtigen Ritualisierung zum Ausdruck kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In deutlichem Kontrast zum statuarischen Worms steht das Island Brunhilds. Der Burgfelsen ragt aus einem unzugänglichen Flammenmeer hervor, womit visualisiert wird, worum es beim Wettkampf mit der Königin geht: um die Bezwingung ihrer Jungfräulichkeit. Wie die Märchenwelt, aus der Siegfried nach Worms kam, wird auch Brunhilds Welt als heidnisch gezeichnet. Eine Schamanin gibt der Königin vor urzeitlicher Höhlenmalerei ihre Weissagungen. Am deutlichsten unterscheidet sich die Welt Brunhilds durch ihre Bewegungschoreographie von der Welt der Burgunder. Die Amazonen verkörpern in ihren raschen, ungestümen Bewegungen das wilde und natürliche Leben. Der Film deutet so auch die Interpretationsmöglichkeit an, dass Brunhild das Leben ist, das die tote Welt der Burgunder braucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hauptthema des Films gilt gemeinhin die Treue und in der Tat gibt es kaum einen Begriff, der häufiger auf den Schrifttafeln auftaucht, als Treue. Dies ist mit Sicherheit auf den Einfluss von Fritz Langs verhängnisvoller Ehefrau Thea von Harbou zurückzuführen, die hier, wie in vielen anderen Filmen Langs, für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Sieht man sich den Film jedoch wirklich an, so stellt man sehr bald fest, dass sein eigentliches Thema keineswegs die Treue, sondern im Gegenteil der Verrat ist. Siegfried kommt nach Worms, um Kriemhild zur Frau zu gewinnen und er wird von Anfang an von den Burgundern für ihre Pläne zum Betrug an Brunhild benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gunther, der ewig zögernde und schwache König der Burgunder braucht Siegfried, der als einziger in der Lage ist, die übermenschliche Brunhild im Wettkampf zu besiegen. Dafür erhält er Kriemhild als Belohnung. Dies ist der Plan Hagens, der grauen Eminenz seines Königs. Und Siegfried zögert nicht einen Moment, in den Betrug einzuwilligen. Die archaische ungebändigte Kraft Brunhilds wird durch List bezwungen. Und dies wird mit dem hohlen Pathos von Treueschwüren verbrämt. „Halte mir Wort Gunther, wie ich dir Wort hielt.“, sagt Siegfried auf einer Texttafel und es schließt sich der Treueschwur der Blutsbrüder Siegfried und Gunther an. Lang macht mit seinen Bildern und seiner Schnittfolge ganz klar, wie er den Mythos versteht. So sehen wir die Blutsbrüderszene gegengeschnitten mit der betrogenen und zweifelnden Brunhild, die ahnt, das etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann, aber auch mit der naiven und gutgläubigen Kriemhild, die sich auf ihre Hochzeit vorbereitet. Bei den Burgundern ist alles auf Lüge aufgebaut, die ganze vorgebliche Freundschaft und beide Ehen sind auf Lüge gebaut. Und wo bleibt die Treue? Es ist die gegenseitige Treue beim Betrug. Es ist die Treue unter Ganoven.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der Betrug setzt sich fort. Noch einmal muss Brunhild betrogen werden, diesmal in der Hochzeitsnacht. Diesmal zögert Siegfried, doch lässt er sich sehr schnell durch Phrasen wieder einbinden. „Willst du den Freund im Stich lassen?“, fragt ihn Hagen. Und Gunther schweigt dazu und lässt wie immer Hagen für sich reden und Siegfried für sich handeln. Gunther und Hagen werden als die düsteren Intriganten dargestellt, die meist im Schatten sitzen und nur beobachten. Siegfried ist der nützliche Idiot, der sich verwenden lässt.&lt;br /&gt;
Die Betrogenen sind die beiden Frauen, vor allem Brunhild. Sie ahnen mehr, als dass sie wüssten, und so kommt es in der berühmten Treppenszene zum Streit der Königinnen. Brunhild verlangt als vermeintliche Herrin Siegfrieds den Vortritt und Kriemhild zeigt ihr aus gekränkter Eitelkeit den Armreif, den Siegfried der Amazone in der Hochzeitsnacht in Gunthers Gestalt abgenommen hat. Der Streit der Frauen hat seinen Ursprung im Lügengebäude der Männer. Bereut nun einer den Betrug? „Dein Schwatzen war schlimmer als ein Mord, Siegfried“, ruft Hagen. Dann geht es nur noch darum, die Folgen zu beseitigen. Brunhild verlangt aus verletzter Ehre den Tod Siegfrieds und Gunther ist zerrissen wie je: „Soll ich ihn töten, weil er mir treu war?“ Doch Brunhild überzeugt ihn mit dem Argument, Siegfried hätte sie entjungfert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegfried war das Werkzeug beim Betrug der Burgunder. Solange alles geheim war, pflegte man den Schein von Treue und Blutsbrüderschaft. Das zählt jetzt alles nicht mehr. Es geht nur noch darum, den lästig gewordenen Helfer und Mitwisser zu beseitigen. Dem ersten Verrat an Brunhild folgt der zweite an Siegfried. Man veranstaltet eine Jagd und Hagen belügt Kriemhild, um die verwundbare Stelle Siegfrieds zu erfahren. Dann ermordet er Siegfried hinterrücks, als dieser an einer Quelle trinkt. Brunhild, die Barbarin ist es, die zu Gunther sagt: „Um eines Weibes willen erschlugst du deinen treuen Freund“, und sie ist es, die an der Totenbahre Siegfrieds Selbstmord begeht. Kriemhild fordert Gerechtigkeit von ihrem Bruder. Sie verlangt, den Mörder zu bestrafen. Aber Gunther und seine Brüder stellen sich vor Hagen: „Treue um Treue. Seine Tat ist die unsere. Unsere Brust ist sein Schild“. In diesem Moment wird Kriemhilds Verwandlung sichtbar und sie schwört die Rache, die sich im zweiten Teil erfüllen wird. Die Treue- und Ehrbegriffe der Burgunder reichen nicht weiter als die einer Mafia-Bande. Lang macht dies besonders deutlich, wenn er durch seine bildliche Darstellung die schwülstigen Zwischentitel konterkariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Teil: Kriemhilds Rache:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ging es im ersten Teil um Betrug und Verrat, und zwar um mehrfachen Verrat, so steht der zweite Teil ganz unter dem Thema Rache. Kriemhild nutzt zunächst ihr Erbe, den Nibelungenschatz, um damit Verbündete gegen Hagen und ihren Bruder Gunther zu werben. Als Hagen ihr den Schatz raubt und ihn im Rhein versenkt, geht sie auf den Antrag des Hunnenkönigs Etzel ein und verlässt Worms. Sie lehnt ausdrücklich jede Versöhnung mit Gunther ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch stärker als im ersten Teil nimmt jetzt Hagen die zentrale Stellung auf der Seite der Burgunder ein. Er erscheint durchgehend in einem schwarzen Gewand mit Umhang und mit einem gewaltigen Flügelhelm. Um den finsteren Eindruck zu verstärken hat er im Film nur ein Auge. Er ist das Urbild des rationalen Bösewichts, der ohne Skrupel zu jedem Verbrechen im Dienst seines Herrn oder des Staates bereit ist. Er ist die fleischgewordene Staatsräson und kann als Folie für viele faszinierende Filmbösewichter von Dr. Seltsam bis Darth Vader gelten.&lt;br /&gt;
Ihm gegenüber steht jetzt Kriemhild, die sich vom naiven Jungmädchen zur Rachegöttin gewandelt hat. Im Gegensatz zum ersten Teil, wo sie wie Siegfried immer weiß gekleidet war, trägt sie jetzt schwarz. Sie bewegt sich kaum und wenn, dann nur sehr langsam. Damit bildet unter den ständig wimmelnden Hunnen eine Art Statue, was ihren Charakter als Rachegöttin noch verstärkt. Jeden Mann, der ihr begegnet versucht sie auf ihre Rache einzuschwören, sei es der biedere Rüdiger (Rudolf Rittner), sei es ihr neuer Gemahl Etzel oder dessen Bruder Blaodel (Georg John).&lt;br /&gt;
Die Welt der Hunnen steht in scharfem Kontrast zur Welt der Burgunder. Die Hunnen sind in ständiger Bewegung, sie werden als Barbaren gezeichnet, die in Erdhöhlen leben, sie sind orgiastisch und lebensfreudig. Statt der Gemessenheit des ersten Teils mit seinen langen Kamera-Einstellungen dominiert jetzt dynamische Beweglichkeit. Langs Nibelungenfilm stellt das Aufeinanderprallen dieser Welten ohne die platte Schwarzweiß-Malerei vieler neuerer Fantasyfilme dar. Hier steht nicht Gut gegen Böse, sondern es entsteht wirkliche Tragik, da Schuld und Unschuld auf beiden Seiten sich die Waage halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriemhild veranlasst Etzel, die Burgunder an seinen Hof einzuladen. Ihr Verlangen nach Rache jedoch weist er zurück. „Heilig ist der Gast“, sagt Etzel und wird damit zum Vertreter eines archaischen Moralbegriffs, der hoch über der Falschheit der Burgunder steht. Überhaupt wird Etzel, trotz seines wilden Äußeren, als sehr menschlich gezeichnet. Im Gegensatz zur starren Mimik der Burgunder drückt er seine Gefühle immer direkt aus. Wir sehen seine Liebe und Freude, wenn er mit seinem kleinen Sohn zusammen ist und wir sehen später seine abgrundtiefe Trauer, wenn Hagen diesen Knaben töten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz Hagens Abraten reisen die Burgunder zu Etzel und werden von ihm freundlich empfangen, während Kriemhild Etzels Bruder zum hinterhältigen Angriff auf die Knechte der Burgunder überredet. Es folgt ein Gemetzel, bei dem die in der Halle eingeschlossenen Burgunder sich gegen die Angriffe der Leute Etzels und seiner Verbündeten erwehren. Da die Kämpfe ohne Sieger bleiben, lässt Kriemhild das Dach der Halle anzünden. Der nächste Morgen sieht einzig Hagen und Gunther als Überlebende. Solange noch einer seiner Könige lebt, wird er den Ort des Nibelungenschatzes nicht verraten, sagt Hagen. Und als Kriemhild ihren Bruder Gunther töten und seinen abgeschlagenen Kopf vorzeigen lässt, da lacht Hagen: Jetzt wissen nur noch ich und Gott, wo der Schatz liegt. Kriemhild erschlägt ihn eigenhändig, um damit ihre maßlose Rache zu vollenden und sie wird daraufhin von Meister Hildebrand (Georg August Koch), einem letzten Gefolgsmann Etzels, getötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Notwendigkeit und Unbedingtheit, die so charakteristisch sind für die Stoffe der antiken und der germanischen Mythologie, steuert das Geschehen von Anfang an auf sein tragisches Finale zu. Vielleicht sind solche Stoffe nur mit den Mitteln des Stummfilms wirklich angemessen zu verfilmen. Dem archaischen Stoff korrespondiert hier die archaische Form. Ein Problem vieler neuerer Mythenfilme besteht ja darin, dass die pathetischen Dialoge unglaubwürdig wirken oder dass eine psychologische Figurenzeichnung dem Stoff nicht angemessen ist. Mythische Figuren handeln nicht als moderne Personen, sondern sie sind Archetypen, in denen Ideen und Weltanschauungen personifiziert werden. Fritz Lang hat sein Ziel einer adäquaten filmischen Umsetzung des Nibelungenmythos in beeindruckenden Bildern gemeistert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte der Nibelungen ist wahrscheinlich der deutscheste aller Stoffe. Fritz Lang akzeptierte dies ganz bewusst, wenn er seinem Film die Widmung „Dem deutschen Volke“ voranstellte. Wobei zu berücksichtigen ist, dass Langs Werk 1924 in die Kinos kam, neun Jahre vor der Machtergreifung der Nazis. Dennoch gab es Kritiker, die in Langs Darstellung Parallelen zur Ästhetik des Faschismus finden wollten. Es lässt sich nicht bestreiten, dass mit Begriffen wie „Nibelungentreue“ oder mit der Glorifizierung der Siegfried-Figur der Nibelungenstoff für ideologische Zwecke missbraucht wurde. Es sollte aber deutlich geworden sein, dass dies im Film keinerlei Grundlage findet, sowenig wie im Stoff des Nibelungenmythos selbst. Im Gegenteil gilt es, das Werk vor faschistoiden Vereinnahmungen in Schutz zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Filmdaten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (1): Siegfried - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou und Fritz Lang, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Walter Ruttmann, Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Paul Richter, Margarete Schön, Hanna Ralph, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Rudolf Klein-Rogge, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (2): Kriemhilds Rache - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Eugen Schüfftan (Optische Spezialeffekte), Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Margarete Schön, Rudolf Klein-Rogge, Georg John, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.filmzentrale.com/rezis/nibelungensk.htm entnommen aus der Filmzentrale]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Nibelungenlied&amp;diff=185</id>
		<title>Nibelungenlied</title>
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		<updated>2009-11-26T20:55:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* IV. Vergleiche mit anderen Erzählungen und Topoi */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== &#039;&#039;&#039;Symposien&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
*13.08.2009 - 20:30 Uhr bei Tobias. Themen: Einführung und erste Textpassagen, Nachwort Grosse. Wir lesen Brackert: Ende 3. Aventiure.&lt;br /&gt;
*2.09.2009 - 20:30 bei Tiemo 4. und 5. Aventiure gelesen&lt;br /&gt;
*12.9.2009 - 20:00 Wanderhütte bei Dörscheid am Rhein. Bis Ende 9. Av. gelesen. siehe auch [http://www.schneelaeufer.de/2009_Rhein unsere Fotos]&lt;br /&gt;
*30.09.2009 - 20:45 bei Tiemo. Andreas: Die Edda und das Nibelungenlied. Gelesen bis ende 14.Av.&lt;br /&gt;
*14.10.2009 - 20:30 bei Matthias. Matthias-Vortrag: historischer Kontext Siegfried-Arminius, Burgunden-Römer; Dietrich von Bern. Bis Ende 16. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Thesen, Kurzeinträge, Literatur. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Fragestellungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Was unterscheidet Mythologie von Religion? Wenn es im ersten Teil vom NL um mythologische Resonanz geht, stellt sich die Frage, ob hinter dieser Mythologie ein Sinn steht, eine Antwort auf die Frage nach Ursprung und Ende, oder eben Sinn auf ganz andere Weise generiert: Liebe, Treue, Kampf? Es stellt sich auch die Frage, inwiefern Epen die Roman-Funktion übernahmen, die Lukács definierte: der Roman ersetzt das in der Moderne nicht erfüllte Bedürfnis nach Transzendenz, nach einem metaphysischen Zuhause.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Wie wichtig ist das Treue-Motiv? Zumindest das Wort ist dominant. &amp;lt;span style=&amp;quot;color: color&amp;quot;&amp;gt;Was ist Treue? Wer ist treu?&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Was baut eigentlich den übergreifenden Spannungsbogen im NL auf? Worum geht es?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Was für ein Held ist Siegfried (Hybris, naiv, unbescholten etc.)? Vor allem Eines: unbekümmert! - Gegenpol des &amp;quot;Kümmerers&amp;quot;, des grimmen Hagen - grimm ob der Last des ständigen Bedenkens, Grübelns. Seliger Siegfried! Und überhaupt: was zeichnet einen Helden aus, was ist ein Anti-Held? Übt NL Kritik am Helden-Epos, indem Helden unmöglich werden? (NL weniger Helden- als vielmehr höfisches Epos. Heldenepos: 1 menschlicher Held. NL: diverse ausgezeichnete Recken einerseits und andererseits Überlagerung durch das Höfische.) Ironisiert NL die Heldenfrage? Siegfrieds Vorstellung am Hof Worms ist Hybris-artig: Ich schlage alle, ich nehme mir alles. Keine Spur von Weisheit. AV2, 55: Holt sich gewaltsam, was er will. 88: schlachtet für den Nibelungenschatz 700 Krieger und 12 Riesen, später aus Spaß Löwen, Elche, Bären, Wisente...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hybris-, Minne- und Treue-Motiv: wie verhalten sie sich zueinander? Ist Minne Glaubensersatz an das Transzendente, damit Immanenz-Erscheinung? Was ist/bedeutet Liebe zu einer Frau und zu einem Mann?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Welche Rolle spielen Frauen? Mit Kriemhield geht&#039;s los, sie verbindet die beiden großen Teile, sie initiiert große Ereignisserien.&lt;br /&gt;
   Brunhild, die Klammer zu den alten Sagen.&lt;br /&gt;
   Frauen sind der Ausblick in eine individualistische Zukunft (siehe erweiterte Minne-These V 5)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hagen, der Wissende: AV 3, 84: berichtet über Siegfrieds große Taten, erkennt ihn, erwähnt ganz kurz den Drachenkampf (100).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Siegfrieds Riss im schützenden Hautpanzer ist zugleich Möglichkeit des grundlegenden Risses in der Großhandlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Siegfried: kämpft mit dem Schwert Balmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Kriemhild träumt in AV1, 11: von ihrem Schicksal, stemmt sich dagegen (keinen Mann kennenlernen), doch dann verliebt sie sich in S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Was heißt es, ein „wahrer Ritter“ zu sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Gibt es eine &amp;quot;Epos-Entwicklung&amp;quot; vom Gilgamesch (Menschliche Handlungen werden durch uneinheitliche Gottesmacht gelenkt), über Beowulf (Menschen handeln selbstständiger, sind aber mystischen  Kräften - Drachen &amp;amp; Monstern, ausgesetzt) zum Nibelungenlied (bei dem der Mensch nur noch durch rein menschliche gegenseitige Beeinflussung nicht seine Handlung voll kontrolliert)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Was verbindet die verschiedenen Epen? - Länge, Verse, übergreifende Themen mit Völkern, Ländern und vielen handelnden Personen und mystischen Kräften (Göttern, Monstren, Drachen, und mystischen zwischenmenschlichen Strukturen)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. V150 Schicksalsmotiv: Sterben wird, wer dem Tod verfallen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. V155: Wahre Freundschaft: Vertrauen, Tapferkeit, Dank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. V175: Übermuts-Motiv. V381: Eifer bringt Unheil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. V198: andauernde körperliche Konfrontation: scharfe Schwerter, tiefe Wunden, Blutströme, Frauen, die Leid ertragen, Kampf, Sein-Leben-Lassen ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. V207: Siegfried hat das Schwert Balmung. Tatsächlich: er hat es einfach. Die, vermutlich bekannte, Geschichte dieser trefflichen Waffe ist dem NL-Dichter nicht wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19. V224, 238: Liebesmotiv Kriemhild-Siegfried ist an den Sorge und Kampf gebunden: Übermittlung von Nachrichten über den Zustand, Freude über erschlagene Gegner, den Sieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. V230: Siegfried vereint alle Tugenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. V232: Es geht darum, die Ehre ohne Makel zu bewahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Warum ist Siegfried so stark? Vermutung: externer Verweis auf die Edda-Geschichten. man kennt den überstarken Siegfried bereits ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Schlacht gegen die Sachsen: alle sind Helden, nur die Burgunder sind Über-Helden. Das Nibelungenlied protzt nur so vor Lob nach allen Seiten über Tapferkeit, Schönheit etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Das Niblungenlied etabliert ein Wettkampf auf allen Ebenen (vgl. V271): vom richtigen Kampf, zum anschließenden Turnier, zum Kampf mit Brünhilde im Bett ... Liest man hier etwas Krankhaftes, ein Sich- ständig-beweisen-müssen? Ist es eine Unruhe der Immanenz, in der keiner göttlich sanktioniert einfach besser ist? Ständiger Konkurrenzkampf als Ausdruck sozialer und/oder wirtschaftlicher Verschiebungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. Gibt es im Nibelungenlied eine richtige Reflexionsebene? einen Weisen, einen Alten? Bei Siegfried scheint es ja quasi aus seiner Natur herauszuwachsen. Als Siegrfried &amp;amp; Co. zum Brünhilde-Ausflug rüsten, klingt alles spontan, Entscheidungen werden erst kurz vor den Ereignissen getroffen, kurz und wenig überzeugend, vielmehr naiv, ohne Bedenken der Folgen. Eben unbekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. V296: Neid!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. V324, 328: Ankündigung von Siegfrieds Tod und des Tods der anderen Helden. Es gibt eine Art Schicksalsmotiv, unbewusst auf der Ebene der Akteure - bis auf Kriemhild und ihren Traum, den sie aber offensichtlich nicht ernst nimmt. Erst der Erzähler hat im Nachhinein den Überblick ... V337: immer wieder Vorgriffe auf den Ereignisverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. V336: Tarnmantel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. V360: sich schön kleiden, zur Hochzeit, Seide,Brokant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Am Ende der 6. Aventiure scheint Siegrfried schlauer zu werden, während der Planung zum Brünhilde-Ausflug. Was bedeutet der Ausdruck &#039;listig&#039; hier? Was ist nicht-listig? Und: wie steht es um die Paare listig-weise, listig-naiv?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31. Warum interveniert Hagen nicht entschieden vor dem Brünhilde-Auszug? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. Was heißt Liebe im NB?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Der Königinnenstreit (Av. 14) ist der Punkt an dem sich eine Spirale ohne Umkehr bis zur Vernichtung der Nibelungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Warum riskiert Siegfried, dass Brünhild von Kriemhield Ring und Gürtel zu sehen bekommt und die unaufhaltsame Krise einleitet? In der 11. Av. (714) wird Siegfried in der Siegmund-Nachfolge zum gerechten Herrscher inkl. Rechtsprechung, in der 14. Av. zeigt die aufgebrachte Kriemhild (B. bezeichnet S. als einen Eigenmann)Ring und Gürtel, die ihr S. wohl plus Geschichte gab! Wie erklärt sich diese Einfältigkeit? Ist es eigentlich, aus der Sicht der Zeitgenossen, unwichtig, wie genau die Krise eingeleitet wird, da sie als Schicksal so wie so irgendwann kommt? Ist daher auch die Konsistenz von S.s Charakter dem untergeordnet?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Gunther, der König, zeigt wiederholt Schwächen: seine Leidenschaft für Brünhild, sein Einlenken in Hagens Mordplan (872ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. 16. Av. 934ff.: Auffallend ist, dass S. hier als &amp;quot;Jäger&amp;quot; ein Tier nach dem schlachtet, wie ein Massaker, und dann selbst aufgespießt wird. Intensives Todesthema.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Was ist ein &amp;quot;Held&amp;quot; und ein  &amp;quot;Heldenepos&amp;quot;? Wann kommt dieser Diskurs auf? Im NL werden die Recken oft auch &amp;quot;Helden&amp;quot; (mhd) genannt. Es scheint, es meint einfach nur: tatkräftiger Mann, einer, der Ereignisse beeinflussen kann, einer, der Macht und Herrschaft erfolgreich ausübt, unter gewissen moralischen Rahmenbedingungen (H.s Ermordung S.s ist keine Heldentat).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
I b&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakterisierungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Siegfried&lt;br /&gt;
  Unbekümmert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Hagen&lt;br /&gt;
  Grimm. sehend. gefühlsmäßig getrieben, in der konkreten Handlung aber immer rational. Der Kümmerer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kriemhild&lt;br /&gt;
  Im Wandel. Zunächst unschuldig. Am Ende schuldig. Immer Opfer.&lt;br /&gt;
  Kriemhild ist die Zeichensetzerin - die unvermögende Setzerin, nicht die Herrin der Zeichen. (Gütel, Ring, Schulterblattkeuz, Träume)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gunther&lt;br /&gt;
  Unbehaglich, entscheidungsschwach, inkonsequent, Zauderer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gernot&lt;br /&gt;
  Der Diplomat&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Datierungen/Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 970: Entstehung: Wende 12./13. Jh., unklar. Die Inhalte entstammen unterschiedlichen Sagenkreisen, die nicht miteinander verbunden sind. Sie haben wahrscheinlich schon Jahrhunderte vor den uns bekannten Texten existiert und werden in kürzeren mündlichen Fassungen von Generation zu Generation bewahrt worden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 980: Drei Handschriften, entdeckt zwischen 1750-1770. Erforschung ab 1810 an der HU.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Grosse 1011-1012: Wir kennen den Autor des &#039;&#039;Nibelungenliedes &#039;&#039;nicht. ... Es mag sein, daß die Gattung der Heldenepik mit ihrem Übergang von der Oralität zur Skripturalität die Anonymität mit sich gebracht hat, wie sie ja auch bei den ähnlich tradierten Texten der Sagen und Märchen üblich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Erzählform, Stil ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 988: Im Unterschied zu den höfischen Epen der Stauferzeit hat das &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;keine paarweise gereimten vierhebigen Verse, sondern (in der HS B) 2379 Strophen. Jede Strophe besteht aus vier Langzeilen, die aus der germanischen Dichtung bekannt sind. Jede Langzeile hat zwei Halbzeilen, den An- und den Abvers: 2,1 &#039;&#039;ez wuohs in Burgonden ein viI edel magedin. &#039;&#039;Die beiden Halbverse sind durch eine metrisch gekennzeichnete Zäsur getrennt. Die Abverse der ersten und zweiten Langzeile und die der dritten und vierten reimen sich ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 995: Nicht die Entwicklung der Personen bestimmt den Handlungsverlauf, sondern es greifen einzelne Ereignisse wie Glieder einer Kette ineinander, welche die Aktionen und Reaktionen der Handelnden bestimmen. Jede Situation fordert zu Taten heraus. Dabei braucht eine psychische, für den heutigen Leser nachvollziehbare Entwicklung der Charaktere nicht gegeben zu sein. Die erwartete Handlungsfähigkeit und ihr Ergebnis wachsen aus der jeweiligen Situation und ihrer Personenkonstellation heraus und passen sich in den szenischen Ablauf ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3.Grosse 2003, 999-1001: Zeitstruktur: Die angegebenen Zeiträume markieren den Abstand in relativer, aber nicht absoluter Art. Sie haben weder die Funktion einer Uhr noch die eines Kalenders. So werden auch die Menschen nicht älter. Die Ritter kämpfen im Sachsenkrieg ebenso schlagkräftig wie 37 Jahre später am Hofe Etzels; Kriemhild wäre etwa fünfzig bei der Geburt ihres zweiten Sohnes, Giselher wird bis zuletzt der junge Mann &#039;&#039;(daz kint) &#039;&#039;genannt. Raumstruktur: präziser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Grosse 2003, 1001ff.: Widersprüche im Handlungsverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Vergleiche mit anderen Erzählungen und Topoi ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Kriemhild und Helena: die Schönsten im Lande (AV1), geben Anlass zum Krieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Siegfried und Enkidu: Wildheit, Naiviät, gezähmt durch die Verhandlungstechnik Gernots (AV3, 123ff.). Dann wird er ein guter Hof-Gefährte, Turniere etc. Dann Treue zu Gunter bis zum Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Siegfried und Arminius: [Matthias]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Das Ankunfts/Fremden-Thema in NL und Beowulf: AV 3, Worms, Ritual des Fremden (Siegfried), der letztlich für Liebe dienen will (wie Beowulf für Ruhm).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hagen und Unferth? Parallelen? Hagen und Unferth berichten über die Taten des Helden, und bekommen unangenehm seine Stärke zu spüren, werden (zumindest zeitweise) Gegner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Grendel-Siegfried: haben eine undurchdringbare Haut. Insofern ist Siegfried auch Monster (VERGLEICHBAR DEM; DAS ER VORHER SELBST ERSCHLUG?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Siegfrieds ungeschützte Hautstelle auf dem Rücken und Achills Ferse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Hagen warnt vor dem Auszug (1203ff.) wie Enkidu vor Humbaba-Reise, wird dann zum entschlossenen Mitstreiter.&lt;br /&gt;
   Beide sind irgendwie Verwandte, irgendwie auch Dienstpflichtige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Das Nibelungenlied ist kein Heldenepos - es gibt keine durchgängige menschliche Heldengestalt, wie Beowulf oder Gilgamesch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. NL und Lieder-Edda: viele Überschneidungen, die von Andreas noch konkret ergänzt werden müssten. Da die Lieder-Edda wohl 1370, das NL 1320 (?) abgefasst wurden, stellt sich hier die Frage der Rezeptionsrichtung und nach einem gemeinsamen Metaerzählungsraum. Wandert etwa im Rahmen der sog. Völkerwanderungen und der anschließednen Christianisierung eine mittel-nordeuropäische (heidnische) Religion nach Skandinavien etc. aus, so dass die Göttersagen der Lieder-Edda den Kontrapart der Teile bilden, die sowohl in der Edda als auch im NL als Heldensagen vorkommen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Laut Volker Honemann (bei Wein am 10.10.09) ist der Inhalt Edda eher als vorher bekannt anzusehen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Bülow-Rede 1909 (&amp;quot;Nibelungentreue&amp;quot;) ist vergleichsweise unschuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Kain erschlägt Abel, den Begnadeten, den Liebling der Götter. (Ein Gedanke von Fernau, S. 96)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Edda:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(um 1220 Snorri-Edda, auch Prosa-Edda, eher unscharf auch Jüngere Edda genannt;&lt;br /&gt;
um 1270 Lieder-Edda, eher unscharf auch Ältere Edda, eher falsch auch Saemundar-Edda genannt;&lt;br /&gt;
Edda = Elternmutter / Großmutter)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hier einige Motive der Lieder-Edda, die engste Verwandtschaft mit dem NL aufweisen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 18, Helgi Hiörwards Sohn:&lt;br /&gt;
Ein &amp;quot;Atli&amp;quot;, der für jemand anderes um &amp;quot;Sigurlinn&amp;quot; freit, kann die Vögel verstehen. Helgi, dem Sohn der Sigurlinn (und Wiedergeburt von Helgi dem Hundingstöter (s. LE 19)) singt eine Walküre (die er später heiraten wird) von einem besonderen Schwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 19, Das 1. Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn Helgi, der &amp;quot;Freund der Wölfe&amp;quot;, Sinfiötlis Bruder, erschlägt im Alter von 15 Jahren den Hunding.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 20, Das andere Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
&amp;quot;Sigmund, Wölsungs Sohn ... und seine Nachkommen heißen Wölsungen und Ülfinge (Wölfinge).&amp;quot;&lt;br /&gt;
König &amp;quot;Högni&amp;quot; hat eine Tochter &amp;quot;Sigrun&amp;quot;. Sie ist Walküre.&lt;br /&gt;
Helgi und Sigrun heiraten. Sigruns Bruder erschlägt Helgi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 21, Sinfiötlis Ende:&lt;br /&gt;
Sigmund, Wölsungs Sohn, ist mit Borghild verheiratet, der Schwester &amp;quot;Gunnars&amp;quot;. Sinfiötli erschlägt seinen Onkel Gunnar, woraufhin Borghild Sinfiötli vergiften will.&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn mit Hjördis ist wiederum Sigurd, der &amp;quot;allervorderste&amp;quot;.&lt;br /&gt;
(Sinfiötli ist nach Simrock der &amp;quot;Fitela&amp;quot; des Beowulfliedes.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 22, Das 1. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd wird geweissagt,&lt;br /&gt;
der mächtigste Mann auf Erden zu werden, dass er den &amp;quot;Wurm&amp;quot; auf der &amp;quot;Gnitaheide&amp;quot; sowie Regin und Fafnir fällen und den Hort heimführen wird, dass er die auf dem Felsen schlafende Fürstentochter erwecken wird. Er wird Brünhild lieben, sie aber an Giukis Hof vergessen durch die Tücke Griemhilds, welche ihm dann die eigene Tochter Gudrun geben wird. Er wird für Gunnar um Brünhild werben. Er wird mit Gunnar die Gestalt wechseln. Högni wird dabei sein. Sigurd wird keusch bei Brünhild liegen aber die Brüder Gunnar, Högni, Guthorm werden sein Verderben bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 23, Das andere Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Regin übernimmt Sigurds Erziehung. Fafnir und Regin bekommen die Goldbuße der Asen. Fafnir übervorteilt Regin. Fafnir liegt als Wurm auf der Gnitaheide. Regin schafft Sigurd das Schwert &amp;quot;Gram&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 24, Das Lied von Fafnir:&lt;br /&gt;
Sigurd ersticht den Fafnir-Wurm.&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Gold, der Schatz, die Ringe verderben Dich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Durch Drachenblut kann Sigurd die Vögel verstehen, die weisen ihm den Weg zu Giukis Tochter.&lt;br /&gt;
Sigfrida schläft auf einem Felsen, feuerumlodert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 25, Das Lied von Sigfrida:&lt;br /&gt;
Sigurd erweckt die Walküre Sigfrida.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 26, Bruchstücke eines Brünhildsliedes:&lt;br /&gt;
Gunnar will Sigurd töten. Högni vermutet, dass Brünhild aus Eifersucht auf Gudrun dahinter steckt. Sie töten Sigurd. Ein Rabe ruft: &amp;quot;In Euch wird Atli das Eisen röten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 27, Das 3. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd freit Gudrun. Fahrt zu Brünhild. Sigurd gewinnt Brünhild dem Gunnar (das Schwert liegt zwischen Ihnen). Högni will Gunnar nicht helfen, Sigurd zu töten, wie Brünhild es verlangt. Aber Guthorm, der jüngste Bruder, tötet SIgurd.&lt;br /&gt;
Brünhild ist die Schwester Atlis.&lt;br /&gt;
Gudrun, dem Atli vermählt, tötet diesen im Bett.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 28, Brünhilds Todesfahrt:&lt;br /&gt;
Gudrun hat Brünhild und Sigurd fälschlich beschuldigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 29, Das 1. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Gudrun hat von Fafnirs Herz gegessen, kann die Vögel verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 30, Der Mord der Niflunge:&lt;br /&gt;
Atli, mit Gudrun vermählt, tötet Gunnar und Högni, weil sie am Tode Brünhilds schuld tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 31, Das andere Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich ist bei Atli.&lt;br /&gt;
Gunnar und Högni wollen Gudrun Lösegeld für den toten Sigurd zahlen.&lt;br /&gt;
Gudrun wird dem Atli vermählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 32, Das 3. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich wird bei Atli der Unzucht mit Gudrun beschuldigt.&lt;br /&gt;
Ein Gottesurteil entlastet Gudrun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 34, Die Atlisage:&lt;br /&gt;
Gudrun rächt den Tod ihrer Brüder an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 35, Grönländisches Atlilied:&lt;br /&gt;
Nibelungenschlachtung an Atlis Hof. Rache Gudruns an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Übergreifende Thesen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Immannenz-Epos: Im Gegensatz zur Völsungensaga und Wagners Aneignung, geht es, ähnlich wie im Beowulf, um eine immanente Handlungsdynamik ohne (göttliche) Metaebene. Ereignisse generieren Ereignisserien, deren Teil Helden und alle andere Personen sind. Doch was sind die Ereignis-generierenden Elemente? Taten. Also: was sind Taten? Gefragt wäre eine Typologie von Taten (wichtig/unwichtig, von wem etc.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Gunther-These: Im NB geht es um einen (Gilgamesh-artigen) archaischen Herrscher, der ohne Rücksicht auf sein Volk eigenmächtig-leidenschaftlich handelt. Seine Entscheidung, Brünhilde zu erlangen, leitet die entscheidende Wende ein. Ihm fehlt ein Enkidu, Hagen interveniert zu spät, verstärkt letztlich die Schicksalsspirale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, glaube ich nicht. Gunther ist kein Tatmensch. Er ist Zauderer. Seine wenigen eigenen Entscheidungen (Brunhild, Etzel) sind dann auch fatal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Trieb-These: NB muss aus der Perspektive der Autoren als ein nicht harmonisiertes Triebspiel unterschiedlicher Kräftekonstellationen gelesen werden (Minne, Sex, Kampf, Töten, Sieg etc.), die sich ineinander so verwringen, dass daraus eine unentrinnbare Schicksalsspirale wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Held-ohne-Ort-These: Siegfried hat keinen richtigen Ort in der Geschichte (Ja scheinbar vergisst er selbst seinen Ort: Auf dem Rheinzug kommen die Recken mehrfach an Worms vorbei, ohne dass er aussteigen oder den Umstand auch nur erwähnen würde.), er wandert ständig, behauptet sich, um annerkannt zu werden, sich endlich stabil zu sozialisieren und Freunde zu gewinnen. Doch wirkt seine Energie letztlich als ein treibendes Moment der Tragik, die alle umkommen lässt, indem er Wünsche/Triebe für andere realisiert, die den ganzen Burgunder Hof unhaltbar destabilisieren. S. ist also ein Held ohne Ort, einer, der in der höfisch-verwalteten Gesellschaft archaisch-überholt wirkt. Hierher könnte auch der standpunktlose S. gehören, der seine destabilisierenden Kräfte überall einsetzt, ohne entschieden gegen das zu stehen, was er selbst für Falsch hält. Hagen versucht hingegen beständig, S. einzuordnen (erste Ankunft von S.,etc.) und später auszuschließen. S. als der Übermensch, der das ganze Hofsystem von Wettkämpfen und Minne als beständiges Sich-Beweisen und Verbessern und Messen außer Kraft setzt, da er einfach der stärkste, schönste, listigste, lustigste ist etc., wird genau vor seinem Tod in der Jagdszene der 15. Av. deutlich. Umgekehrt und spiegelbildlich erfodert seine Auslösung aus der Hofgemeinschaft (sein Tod) eine Aufhebung der Hof-Formalien (Treue, guter Rat, Tugend etc.). In der 16. Av. kollabiert das Hofsystem, zentrale Werte werden ausgehöhlt, sinnleer (vor allem: Treue, Vertrauen). Hagen führt in 993 als Motiv der Ermordung an: Angst vor S., Schmach von ihm (sórge, leit), seiner Herrschaft (hêrschaft)ein Ende setzen. S.  der Ortlose könnte in dieser Perspektive als auch als der Unberechenbare erscheinen, wie ein wildes Tier, das sich in alle Richtungen wenden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Minne-These: NB ist eigentlich eine höfischer Minne-Erzählung. Siegfried kämpft für Kriemhild, Gunther will Brünhilde. Ihre blind-individualistiche Liebe harmonisiert nicht, ihre Verschränkung führt in den Untergang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehe ich nicht. &lt;br /&gt;
Gunther liebt nicht, schon gar nicht individualistisch. Er folgt irgend einer fixen Idee, eingeimpft oder wenigstens kompatibel mit einer gesellschaftlichen Erwatung an ihn.&lt;br /&gt;
Siegfried liebt nicht. Vielleicht begehrt er (vielleicht nicht mal das). Minne ist für ihn ein Spiel (wie Alles). Eventuell ist auch das ein Zug des Höfischen Epos: Tapfere Recken werben halt um schöne Damen...&lt;br /&gt;
Andere Minne-These:&lt;br /&gt;
Die Frauen können (schon individualistisch und leidenschaftlich) lieben.&lt;br /&gt;
Kriemhild tut das.&lt;br /&gt;
Brunhild tut das.&lt;br /&gt;
(Beide den Siegfried - seliger Siegfried)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Hagen-These-1: Hagens zwar durch seinen Unmut gegenüber S. sich anbahnender, doch in seiner Radikalität am Ende der 14. Av. in seiner Radikalität überraschender Mordplan könnte nicht auf einer Motiv-Logik, sondern auf einer Taten-Logik beruhen: S. hat die Krise ermöglicht: erstens als Täter im Bett mit Brünhild, zweitens als Täter des Weitergebens der Geschichte und der Dinge (Ring, Gürtel) an Kriemhild. Als Täter verkörpert S. die Schuld, er muss entfernt werden, damit verschwindet sozusagen auch die Ursache. Dabei ist unwichtig, was Leute sich wünschen, vorstellen oder beabsichtigen. Entscheidend ist Tat und Resultat. Des Weiteren kommt die Taten-Logik aus einer Gunthers Königshoheit überschreitenden älteren Legitimations-Schicht: Ob Gunther will oder nicht und S. Gunthers Unschuld öffentlich beteuert oder nicht, die Situation (als Resultante von Taten: grundlegende doppelte Ehre-Verletzung (Gunther und Brünhild), die mit dem repräsentativen Status des König- und Königin-Seins unvereinbar ist) ist objektiv-gebietend, sie lässt nur eine Lösung zu und fordert sie zugleich. Kein Kommunikations-Bedarf aufgrund der Vereinfachung: der Täter ist qua Tat schuld. Dass Hagen einer anderen Moral folgt, wird auch in 1001 deutlich: er strahlt eine ungewöhnliche Kälte aus, will S. selbst nach Worms tragen, Kriemhilds Tränen &amp;quot;rühren&amp;quot; ihn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hort-These: (vorgreifend) Die tragische Dynamik des NL ist motiviert durch die Gier der Burgunden, vor allem von Hagen, nach dem Nibelungen-Hort und den entsprechenden magischen Dingen. Die Burgunden nehmen später selbst den Namen der Nibelungen an (?, prüfen). Zu klären wären in dieser Hinsicht u. a., warumm der Hort letzten Endes versenkt (?) wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Kriemhild-These-1: Kriemhild ist eine tragischer Prophetin, eine Fortführung und Transformation der Kassandra-Figur, indem K. nicht nur das Unheil träumend voraussieht, ohne es verhindern zu können, sondern auch selbst die entscheidenen &amp;quot;Zeichen&amp;quot; setzt und exponiert (Zeigen des Ringes, Gürtels, Setzen des Kreuzes auf S.s Hemd), die zur Krise führen. Ihr Schicksal sehend ist sie blind als Tätige, wirkungslos als Warnende. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Schicksal-Widerstands-These: An mehreren Stellen des NLs fragt sich, warum gegen evident problematische Entscheidungen Einzelner (Gunthers B.-Hochzeitsfahrt, die Einladung von S. und K. durch B., Hagens Vorschlag der Ermordung von S. etc.) kein wirkmächtiger Einspruch erhoben wird, kein nachhaltiger Konflikt entsteht, obwohl es doch ständig um den &amp;quot;Rat&amp;quot; guter Freunde und um &amp;quot;Treue&amp;quot; geht. Alle Teilnehmer erscheinen in dieser Perspektive wie passive Puppen von K.s Traum, gelenkt von unischtbaren Fäden, ihre Entscheidungen sind nur Wirkungen anderer Ursachen, keine eigenmächtigen Selbstsetzungen. Die Unfähigkeit zum diskursiven Konflikt und der problemorientierten Kommunikation kontrastiert auch stark mit der ständigen Betonung der körperlichen Stärke der &amp;quot;Recken&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Politik-These: Nach Ursula Schulze (Das Nibelungelied, Reclam 1997, 214, 223) wird in S. s Tod zentral für die ganze Problemlage des NLs deutlich, dass der Starke wehrlos gegen perfide Intrige ist (214): &amp;quot;Die erzählte Geschichte führt vor, dass politisches Handeln nicht im offenen Kräftemessen, sondern in der Überlistung besteht.&amp;quot; Hagen (214) handele zwar aus heterogenen Motiven (Sühne für die Entehrung B.s, Ausschalten potentieller Gefahr von S., Machtzuwachs durch Gewinn von S.s Besitz),doch seien sie allesamt politisch zu nennen. Schulze unterstreicht dies durch das rekurrente Motiv der Täuschung (212). Tobias Kommentar: Im Ansatz (Täuschung, Kraft gegen Organisation) interessant, in der Schlussfolgerung (Politik) aber schief, da unterbestimmt, unscharf. Dazu kommt, dass Schulze an anderer Stelle behauptet, Hagen handele (wie S. und Brünhild) archaisch. K.s Rache ist archaisch (ohne Staatsprinzip), auch in dieser Hinsicht besteht Klärungsbedarf - denn die politische Intrige geht ja nicht auf, sondern zerschellt quasi am Schild. Kurz: ich finde, ohne ihr zu Nahe treten zu wollen, Schulzes Lösung fade. Sie reiht das NL reibungslos in eine allzuoft iterierte Metageschichte des Fortschritts der Moderne ein. Probleme einer Kontinuität der Triebe in die Moderne/in das Höfische hinein (Triebthese), des bewussten Treuebruchs, der Täuschung als nicht hintergehbare Grundverfassung menschlichen Seins in einer entgötterten Welt (man denke an Descartes), Schicksal und Schuld usw. werden einfach ins Politische absorbiert und damit zugleich neutralisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Literatur, Quellen &amp;amp; Links ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Allgemeines ====&lt;br /&gt;
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Nibelungenlied  aus W...dia :-))]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Akademisch ====&lt;br /&gt;
*[http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_lmno/nibel.html Fachinformationen der FU Berlin zum Nibelungenlied]&lt;br /&gt;
*[http://www.nibelungenrezeption.de/ Projekt zur Rezeption des Nibelungenstoffes Universität Duisburg]&lt;br /&gt;
*[https://www.uni-muenster.de/Germanistik/Lehrende/honemann_v/index.html Intimus Volker Honemann]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Brackert, Helmut: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. 2 Bde. (1. Aufl. 1970) Neuauflage. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch 1994/2008.&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Das-Nibelungenlied-Mittelhochdeutscher-Text-%C3%9Cbertragung/dp/3596901316/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1249835276&amp;amp;sr=1-2 Brackert - Unsere Wahl]&lt;br /&gt;
*Grosse, Siegfried: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. Nach dem Text von Karl Bartsch und Hehrtut de Boor. [Handschrift B] (1. Aufl. 1997) Stuttgart: Reclam 2003&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Nibelungenlied-Mittelhochdeutsch-Neuhochdeutsch-Siegfried-Grosse/dp/3150506441/ref=sr_1_4?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247993309&amp;amp;sr=1-4 Grosse - Zur Lektüre von Volker Honemann empfohlen]&lt;br /&gt;
* Edda, übersetzt und mit Erläuterungen begleitet von Karl Simrock, 1. Auflage 1851, hier : Phaidon Verlag, Essen 1987&lt;br /&gt;
* Wagner, Richard, Libretto zum &amp;quot;Ring&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula : Nibelungen und Kudrun, in: Epische Stoffe des Mittelalters, hg. von Volker Mertens und Ulrich Müller, Stuttgart 1984, S. 111-137 [[Media:Schulze_1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*Hoffmann, Werner: &#039;&#039;Das Siegfriedbild in der Forschung&#039;&#039;. Darmstadt 1979.&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula: Das Nibelungenlied. Ditzingen 1997.&lt;br /&gt;
*[[Media:Willson-Blood-and-Wounds-in-the-Nibelungenlied-1960.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Thelen-Source-Function-Gunthers-Bridal-Quest-1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Schirokauer-Nibelungenlied-1954.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McConnell-Psychological-Approach-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McCarthy-Rhetoric-Nibelungenlied-1972.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Lionarons-Otherworld-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kirchberger-The-Crown-in-the-Nibelungenlied-1956.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:King-Review-Homer-Nibelungenlied-1988.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Homann-Hagen-Figure-Lies-1982.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hoffmann-Siegfriedbild-in-der-Forschung-1979.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Haymes-Heroic-Chivalric-Aristocratic-Ethos-Nibelungelnlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hasty-Conquest-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Grosse-Nibelungenlied-Nachwort-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Key-Concepts-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Hagen-Problem-of-Individuality-1976.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Classen-Siegfried-Downfall-of-a-Hero-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Bülow-Nibelungentreue-Rede-29-3-1909.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Brady-Historical-Prototype-Siegfried-1933.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Goebel-Original-Form-Legend-Sigfrid-1897.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kratz-Proposed-Sources-Nibelungenlied-1962.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wesentliche Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://public.univie.ac.at/index.php?id=14531 Transkriptionen der mittelhochdeutschen Versionen A, B, und C]&lt;br /&gt;
*[http://www.blb-karlsruhe.de/blb/blbhtml/nib/uebersicht.html Die Nibelungen-Handschrift C - digital - Faksimile der nunmehr Karlsruher (ehemals Donaueschinger) Hs. C]&lt;br /&gt;
*[http://www.fh-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/nib_intr.html Handschriften A, B, C (Bibliotheca Augustana)]&lt;br /&gt;
*[http://wissen-im-netz.info/literatur/simrock/nibel/index.htm  Das Nibelungenlied übersetzt von Karl Simrock]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/reichert_nhd.pdf Hermann Reichert, Nibelungenlied-Lehrwerk. Sprachlicher Kommentar, mittelhochdeutsche Grammatik, Wörterbuch. Passend zum Text der St. Galler Fassung („B“).]&lt;br /&gt;
*[http://web.archive.org/web/20061128181429/http://www.nibelungenlied.com/ Edition des Linzer Fragments M]&lt;br /&gt;
*[http://cgi-host.uni-marburg.de/~mrep/liste_inhalt.php?id=271 Überlieferungsübersicht, Nachweis weiterer Abbildungen von Fragmenten und Handschriften]&lt;br /&gt;
*v. Bülow, Bernhard, Reden (Band III), herausgegeben von Otto Hötzsch, Georg Reimer, Berlin 1909&lt;br /&gt;
*Fernau, Joachim, Disteln für Hagen, Herbig, München / Berlin 1966&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Medien ====&lt;br /&gt;
*[http://dvdbiblog.wordpress.com/2008/03/04/die-nibelungen-von-fritz-lang/ DVD-Filmprojekt für 2009/2010]&lt;br /&gt;
*[http://www.schaubuehne.de/spielplan/detailansicht.php?id_event_date=247891&amp;amp;id_event_cluster=74733&amp;amp;id_language=1#inhalt Hebbels Nibelungenlied in der Schaubühne 2009]&lt;br /&gt;
* Das Nibelungenlied von Eberhard Kummer gesungen - Die erste und einzige, komplette Einspielung des gesamten Nibelungenlieds aufgrund einer Live-Aufnahme des Phonogramm-Archivs der Akademie der Öst.Wissenschaften. Der Aufnahme liegen fünf sechsstündige Darbietungen im Okt. und Nov. 2006 im „Kulturquartier“ in 1190 Wien zugrunde. E.Kummer singt im Hildebrandston und begleitet sich auf einer keltischen Schoßharfe. Die Einspielung umfasst zwei MP3 CDs (ca. 30 Stunden Musikzeit) und wurde im „The Chaucer Studio“ der Brigham Young University Provo (UT) hergestellt. Vertrieb : E.Kummer, Chaucer Studio&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &#039;&#039;&#039;Urhebergeschützt&#039;&#039;&#039; ====&lt;br /&gt;
- der Benutzername ist Gilgamesch - das Passwort ist der Freund&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/Nibelungen.zip Hörspiel - 420 MB] - Quelle: http://www.amazon.de/Die-Nibelungen-Heldensage-Collectors-Heldensage/dp/B001D2DDDU/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247949744&amp;amp;sr=1-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausführliche Themen: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Sprache, Schrift ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Geographie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Religion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Kulturgeschichtliche Aspekte, Geschichte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 975-977: Im &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;lassen sich für den zweiten Teil mit der Niederlage der Burgunden in der Zeit der Völkerwanderung eher historische Ansatzpunkte finden als für den ersten Teil, der mit den Figuren Brünhild (Isenstein) und Siegfried (Drachen, Tarnkappe, Hort) Verbindungen zur germanischen Mythologie und zum Märchen zeigt. ... Zwischen 406 und 413 hat es wahrscheinlich unter König Gundahar ein Burgundenreich am Mittelrhein gegeben (Hoffmann, 1992, S. 42 ff.) ... König Attila (Etzel) starb 453 in der Hochzeitsnacht mit der Germanin Hildico - nach zeitgenössischen Berichten an einem Blutsturz, also 16 Jahre nach Gundahar. Dieses unkämpferische Ende hat früh Gerüchte entstehen lassen, Hildico habe ihren Mann umgebracht, um Verwandte zu rächen, die 437 im Kampf gegen die Hunnen umgekommen sind. Damals hatte Attila das hunnische Heer nicht angeführt. ... Für Hagen gibt es kein historisches Vorbild. ... Zur Erklärung der Siegfried-Figur ist, besonders von Höfler, auf Arminius hingewiesen worden (Hoffmann, 1979). Beide sind als junge Männer von Verwandten heimtückisch ermordet worden, und Xanten, Siegfrieds Heimatstadt, ist auch Ausgangspunkt für die Arminius-Überlieferung. Aber die Verbindung des heroischen Siegfried mit der mythischen Sagenwelt und die Dominanz traditioneller, märchenhafter Erzählmotive führen nicht zu einer historisch begründeten Fixierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Mythentheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VII. Spezialthemen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Nibelungen von Fritz Lang ====&lt;br /&gt;
[[Bild:saal.jpg|right]]Nach der Fertigstellung des zweiteiligen „Dr. Mabuse“ wandte Fritz Lang sich dem mythologischen Stoff der Nibelungensage zu. Zwei Jahre verwendete er dafür, den Stoff zu verfilmen und es wurde sein bis dahin größter Erfolg. Aus der Stoffmasse mit ihren unterschiedlichen Versionen und den verschiedenen Bearbeitungen, die sie schon erfahren hatte, folgte Lang weitgehend dem eigentlichen Nibelungenlied, wobei er einige Vereinfachungen und Zuspitzungen vornahm. Der Stoff selbst war jedoch vorgegeben und wurde auch kaum entgegen der Überlieferung interpretiert. Langs Leistung besteht in der Illustrierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtwerk ist aufgespaltet in zwei Teile, wie die ursprüngliche Sage dies vorgibt. Im ersten Teil erfahren wir die bekannte Geschichte von Siegfried (Paul Richter), der den Drachen tötet, durch ein Bad in dessen Blut unverwundbar wird und den Nibelungenschatz gewinnt. Er kommt nach Worms an den Hof der Burgunder und hilft König Gunther (Theodor Loos) die amazonenhafte Brunhild (Hanna Ralph), Königin von Island, im Wettkampf zu besiegen und zur Frau zu bekommen. Im Gegenzug erhält er Gunthers Schwester Kriemhild (Margarete Schön) zur Gattin. Im berühmten Streit der Königinnen erfährt Brunhild von Kriemhild, dass es in Wahrheit Siegfried war, der sie besiegte. Um diesen Schandfleck zu beseitigen, lässt Gunther sich von dem düsteren Hagen (Hans Adalbert Schlettow) dazu drängen, Siegfrieds Ermordung zuzustimmen. Den Mord selbst führt Hagen aus, der sich unter einem Vorwand von Kriemhild die verwundbare Stelle markieren lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Teil „Kriemhilds Rache“ steht ganz im Zeichen von Kriemhilds Racheschwur. Kriemhild wird die Frau des Hunnenkönigs Etzel (Rudolf Klein-Rogge) und lädt einige Jahre später Gunther, Hagen und die übrigen Burgunder an den Hof des Hunnenkönigs ein. Sie will Rache an Hagen nehmen und als die Burgunder in Treue zu ihm stehen, dehnt sie ihre Rache auf alle, einschließlich ihrer Brüder aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erster Teil: Siegfried&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann hier nicht darum gehen, den Stoff selbst zu kritisieren, sondern es geht nur darum, was Lang daraus machte. Er entschied sich bei seiner Gestaltung zu vollkommener Stilisierung und Künstlichkeit. Die mythischen Anfangsszenen sind bewusst unwirklich gehalten und halten in ihrer atmosphärischen Wirkung einem Vergleich mit neueren Fantasy-Filmen durchaus stand. Die Welt der Anfangsszenen ist märchenhaft und unterweltlich. Lang arbeitet mit faszinierenden Licht- und Schattenspielen. Er verzichtete bewusst auf Außenaufnahmen und ließ im Studio einen Wald aus gewaltigen säulenartigen Stämmen aufbauen. Die Drachenszene war zu ihrer Zeit etwas nie Gesehenes und Lang war bemüht, die besten Techniker der Zeit um sich zu versammeln. Besonders surreal wirkt eine Szene, in der wir eine Gruppe angeketteter Zwerge sehen, die einen Kessel voll Gold tragen und die beim Tod ihres Königs Alberich (Georg John) versteinern, wobei ihre Gesichtszüge erhalten bleiben. Der Film verblüffte seine Zuschauer mit beeindruckenden Überblendungen, etwa beim Eindringen in die Nibelungenhöhle, oder bei den Szenen mit der magischen Tarnkappe, wie z.B. beim Wettstreit mit Brunhild, wo der unsichtbare Siegfried Gunther die Hand beim Speerwurf führt.&lt;br /&gt;
Die Welt der Burgunder wird geprägt durch ihre monumentale Architektur. Hier dominieren kahle Räume und riesige hohe Hallen. Diese Welt ist streng geometrisch aufgebaut. Wir finden überall symmetrische Muster, sei es im Boden oder bei den Gewändern. Die Menschen wirken klein vor dieser Architektur, etwa in den Domszenen, wo die Personen absolut symmetrisch bis hin zur Farbe der Gewänder vor dem imposanten Dom gruppiert werden. Die Menschen werden dieser Architektur völlig untergeordnet oder besser eingeordnet. Sie werden zum Teil der Architektur, zum bloßen Ornament. Berühmt ist hier die Szene, wo Brunhild bei ihrem Einzug in Worms über eine lebende Brücke vom Schiff an Land geht. Die Personen bewegen sich langsam und statuarisch und immer in strenger Symmetrie, sei es in Reihen oder spiegelbildlich. Eine psychologische Vertiefung erfolgt nicht und wird vom Stoff auch nicht gefordert. Die Personen sind reine Archetypen, sie vollziehen vom Schicksal vorgegebene Handlungsmuster. Die Atmosphäre bei den Burgundern hat insgesamt etwas Totes, was bildlich in den langen Gewändern, den leeren Räumen und der allgegenwärtigen Ritualisierung zum Ausdruck kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In deutlichem Kontrast zum statuarischen Worms steht das Island Brunhilds. Der Burgfelsen ragt aus einem unzugänglichen Flammenmeer hervor, womit visualisiert wird, worum es beim Wettkampf mit der Königin geht: um die Bezwingung ihrer Jungfräulichkeit. Wie die Märchenwelt, aus der Siegfried nach Worms kam, wird auch Brunhilds Welt als heidnisch gezeichnet. Eine Schamanin gibt der Königin vor urzeitlicher Höhlenmalerei ihre Weissagungen. Am deutlichsten unterscheidet sich die Welt Brunhilds durch ihre Bewegungschoreographie von der Welt der Burgunder. Die Amazonen verkörpern in ihren raschen, ungestümen Bewegungen das wilde und natürliche Leben. Der Film deutet so auch die Interpretationsmöglichkeit an, dass Brunhild das Leben ist, das die tote Welt der Burgunder braucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hauptthema des Films gilt gemeinhin die Treue und in der Tat gibt es kaum einen Begriff, der häufiger auf den Schrifttafeln auftaucht, als Treue. Dies ist mit Sicherheit auf den Einfluss von Fritz Langs verhängnisvoller Ehefrau Thea von Harbou zurückzuführen, die hier, wie in vielen anderen Filmen Langs, für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Sieht man sich den Film jedoch wirklich an, so stellt man sehr bald fest, dass sein eigentliches Thema keineswegs die Treue, sondern im Gegenteil der Verrat ist. Siegfried kommt nach Worms, um Kriemhild zur Frau zu gewinnen und er wird von Anfang an von den Burgundern für ihre Pläne zum Betrug an Brunhild benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gunther, der ewig zögernde und schwache König der Burgunder braucht Siegfried, der als einziger in der Lage ist, die übermenschliche Brunhild im Wettkampf zu besiegen. Dafür erhält er Kriemhild als Belohnung. Dies ist der Plan Hagens, der grauen Eminenz seines Königs. Und Siegfried zögert nicht einen Moment, in den Betrug einzuwilligen. Die archaische ungebändigte Kraft Brunhilds wird durch List bezwungen. Und dies wird mit dem hohlen Pathos von Treueschwüren verbrämt. „Halte mir Wort Gunther, wie ich dir Wort hielt.“, sagt Siegfried auf einer Texttafel und es schließt sich der Treueschwur der Blutsbrüder Siegfried und Gunther an. Lang macht mit seinen Bildern und seiner Schnittfolge ganz klar, wie er den Mythos versteht. So sehen wir die Blutsbrüderszene gegengeschnitten mit der betrogenen und zweifelnden Brunhild, die ahnt, das etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann, aber auch mit der naiven und gutgläubigen Kriemhild, die sich auf ihre Hochzeit vorbereitet. Bei den Burgundern ist alles auf Lüge aufgebaut, die ganze vorgebliche Freundschaft und beide Ehen sind auf Lüge gebaut. Und wo bleibt die Treue? Es ist die gegenseitige Treue beim Betrug. Es ist die Treue unter Ganoven.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der Betrug setzt sich fort. Noch einmal muss Brunhild betrogen werden, diesmal in der Hochzeitsnacht. Diesmal zögert Siegfried, doch lässt er sich sehr schnell durch Phrasen wieder einbinden. „Willst du den Freund im Stich lassen?“, fragt ihn Hagen. Und Gunther schweigt dazu und lässt wie immer Hagen für sich reden und Siegfried für sich handeln. Gunther und Hagen werden als die düsteren Intriganten dargestellt, die meist im Schatten sitzen und nur beobachten. Siegfried ist der nützliche Idiot, der sich verwenden lässt.&lt;br /&gt;
Die Betrogenen sind die beiden Frauen, vor allem Brunhild. Sie ahnen mehr, als dass sie wüssten, und so kommt es in der berühmten Treppenszene zum Streit der Königinnen. Brunhild verlangt als vermeintliche Herrin Siegfrieds den Vortritt und Kriemhild zeigt ihr aus gekränkter Eitelkeit den Armreif, den Siegfried der Amazone in der Hochzeitsnacht in Gunthers Gestalt abgenommen hat. Der Streit der Frauen hat seinen Ursprung im Lügengebäude der Männer. Bereut nun einer den Betrug? „Dein Schwatzen war schlimmer als ein Mord, Siegfried“, ruft Hagen. Dann geht es nur noch darum, die Folgen zu beseitigen. Brunhild verlangt aus verletzter Ehre den Tod Siegfrieds und Gunther ist zerrissen wie je: „Soll ich ihn töten, weil er mir treu war?“ Doch Brunhild überzeugt ihn mit dem Argument, Siegfried hätte sie entjungfert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegfried war das Werkzeug beim Betrug der Burgunder. Solange alles geheim war, pflegte man den Schein von Treue und Blutsbrüderschaft. Das zählt jetzt alles nicht mehr. Es geht nur noch darum, den lästig gewordenen Helfer und Mitwisser zu beseitigen. Dem ersten Verrat an Brunhild folgt der zweite an Siegfried. Man veranstaltet eine Jagd und Hagen belügt Kriemhild, um die verwundbare Stelle Siegfrieds zu erfahren. Dann ermordet er Siegfried hinterrücks, als dieser an einer Quelle trinkt. Brunhild, die Barbarin ist es, die zu Gunther sagt: „Um eines Weibes willen erschlugst du deinen treuen Freund“, und sie ist es, die an der Totenbahre Siegfrieds Selbstmord begeht. Kriemhild fordert Gerechtigkeit von ihrem Bruder. Sie verlangt, den Mörder zu bestrafen. Aber Gunther und seine Brüder stellen sich vor Hagen: „Treue um Treue. Seine Tat ist die unsere. Unsere Brust ist sein Schild“. In diesem Moment wird Kriemhilds Verwandlung sichtbar und sie schwört die Rache, die sich im zweiten Teil erfüllen wird. Die Treue- und Ehrbegriffe der Burgunder reichen nicht weiter als die einer Mafia-Bande. Lang macht dies besonders deutlich, wenn er durch seine bildliche Darstellung die schwülstigen Zwischentitel konterkariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Teil: Kriemhilds Rache:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ging es im ersten Teil um Betrug und Verrat, und zwar um mehrfachen Verrat, so steht der zweite Teil ganz unter dem Thema Rache. Kriemhild nutzt zunächst ihr Erbe, den Nibelungenschatz, um damit Verbündete gegen Hagen und ihren Bruder Gunther zu werben. Als Hagen ihr den Schatz raubt und ihn im Rhein versenkt, geht sie auf den Antrag des Hunnenkönigs Etzel ein und verlässt Worms. Sie lehnt ausdrücklich jede Versöhnung mit Gunther ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch stärker als im ersten Teil nimmt jetzt Hagen die zentrale Stellung auf der Seite der Burgunder ein. Er erscheint durchgehend in einem schwarzen Gewand mit Umhang und mit einem gewaltigen Flügelhelm. Um den finsteren Eindruck zu verstärken hat er im Film nur ein Auge. Er ist das Urbild des rationalen Bösewichts, der ohne Skrupel zu jedem Verbrechen im Dienst seines Herrn oder des Staates bereit ist. Er ist die fleischgewordene Staatsräson und kann als Folie für viele faszinierende Filmbösewichter von Dr. Seltsam bis Darth Vader gelten.&lt;br /&gt;
Ihm gegenüber steht jetzt Kriemhild, die sich vom naiven Jungmädchen zur Rachegöttin gewandelt hat. Im Gegensatz zum ersten Teil, wo sie wie Siegfried immer weiß gekleidet war, trägt sie jetzt schwarz. Sie bewegt sich kaum und wenn, dann nur sehr langsam. Damit bildet unter den ständig wimmelnden Hunnen eine Art Statue, was ihren Charakter als Rachegöttin noch verstärkt. Jeden Mann, der ihr begegnet versucht sie auf ihre Rache einzuschwören, sei es der biedere Rüdiger (Rudolf Rittner), sei es ihr neuer Gemahl Etzel oder dessen Bruder Blaodel (Georg John).&lt;br /&gt;
Die Welt der Hunnen steht in scharfem Kontrast zur Welt der Burgunder. Die Hunnen sind in ständiger Bewegung, sie werden als Barbaren gezeichnet, die in Erdhöhlen leben, sie sind orgiastisch und lebensfreudig. Statt der Gemessenheit des ersten Teils mit seinen langen Kamera-Einstellungen dominiert jetzt dynamische Beweglichkeit. Langs Nibelungenfilm stellt das Aufeinanderprallen dieser Welten ohne die platte Schwarzweiß-Malerei vieler neuerer Fantasyfilme dar. Hier steht nicht Gut gegen Böse, sondern es entsteht wirkliche Tragik, da Schuld und Unschuld auf beiden Seiten sich die Waage halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriemhild veranlasst Etzel, die Burgunder an seinen Hof einzuladen. Ihr Verlangen nach Rache jedoch weist er zurück. „Heilig ist der Gast“, sagt Etzel und wird damit zum Vertreter eines archaischen Moralbegriffs, der hoch über der Falschheit der Burgunder steht. Überhaupt wird Etzel, trotz seines wilden Äußeren, als sehr menschlich gezeichnet. Im Gegensatz zur starren Mimik der Burgunder drückt er seine Gefühle immer direkt aus. Wir sehen seine Liebe und Freude, wenn er mit seinem kleinen Sohn zusammen ist und wir sehen später seine abgrundtiefe Trauer, wenn Hagen diesen Knaben töten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz Hagens Abraten reisen die Burgunder zu Etzel und werden von ihm freundlich empfangen, während Kriemhild Etzels Bruder zum hinterhältigen Angriff auf die Knechte der Burgunder überredet. Es folgt ein Gemetzel, bei dem die in der Halle eingeschlossenen Burgunder sich gegen die Angriffe der Leute Etzels und seiner Verbündeten erwehren. Da die Kämpfe ohne Sieger bleiben, lässt Kriemhild das Dach der Halle anzünden. Der nächste Morgen sieht einzig Hagen und Gunther als Überlebende. Solange noch einer seiner Könige lebt, wird er den Ort des Nibelungenschatzes nicht verraten, sagt Hagen. Und als Kriemhild ihren Bruder Gunther töten und seinen abgeschlagenen Kopf vorzeigen lässt, da lacht Hagen: Jetzt wissen nur noch ich und Gott, wo der Schatz liegt. Kriemhild erschlägt ihn eigenhändig, um damit ihre maßlose Rache zu vollenden und sie wird daraufhin von Meister Hildebrand (Georg August Koch), einem letzten Gefolgsmann Etzels, getötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Notwendigkeit und Unbedingtheit, die so charakteristisch sind für die Stoffe der antiken und der germanischen Mythologie, steuert das Geschehen von Anfang an auf sein tragisches Finale zu. Vielleicht sind solche Stoffe nur mit den Mitteln des Stummfilms wirklich angemessen zu verfilmen. Dem archaischen Stoff korrespondiert hier die archaische Form. Ein Problem vieler neuerer Mythenfilme besteht ja darin, dass die pathetischen Dialoge unglaubwürdig wirken oder dass eine psychologische Figurenzeichnung dem Stoff nicht angemessen ist. Mythische Figuren handeln nicht als moderne Personen, sondern sie sind Archetypen, in denen Ideen und Weltanschauungen personifiziert werden. Fritz Lang hat sein Ziel einer adäquaten filmischen Umsetzung des Nibelungenmythos in beeindruckenden Bildern gemeistert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte der Nibelungen ist wahrscheinlich der deutscheste aller Stoffe. Fritz Lang akzeptierte dies ganz bewusst, wenn er seinem Film die Widmung „Dem deutschen Volke“ voranstellte. Wobei zu berücksichtigen ist, dass Langs Werk 1924 in die Kinos kam, neun Jahre vor der Machtergreifung der Nazis. Dennoch gab es Kritiker, die in Langs Darstellung Parallelen zur Ästhetik des Faschismus finden wollten. Es lässt sich nicht bestreiten, dass mit Begriffen wie „Nibelungentreue“ oder mit der Glorifizierung der Siegfried-Figur der Nibelungenstoff für ideologische Zwecke missbraucht wurde. Es sollte aber deutlich geworden sein, dass dies im Film keinerlei Grundlage findet, sowenig wie im Stoff des Nibelungenmythos selbst. Im Gegenteil gilt es, das Werk vor faschistoiden Vereinnahmungen in Schutz zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Filmdaten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (1): Siegfried - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou und Fritz Lang, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Walter Ruttmann, Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Paul Richter, Margarete Schön, Hanna Ralph, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Rudolf Klein-Rogge, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (2): Kriemhilds Rache - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Eugen Schüfftan (Optische Spezialeffekte), Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Margarete Schön, Rudolf Klein-Rogge, Georg John, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.filmzentrale.com/rezis/nibelungensk.htm entnommen aus der Filmzentrale]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://epenzirkel.eu/index.php?title=Nibelungenlied&amp;diff=184</id>
		<title>Nibelungenlied</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://epenzirkel.eu/index.php?title=Nibelungenlied&amp;diff=184"/>
		<updated>2009-11-26T20:53:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas: /* IV. Vergleiche mit anderen Erzählungen und Topoi */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== &#039;&#039;&#039;Symposien&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
*13.08.2009 - 20:30 Uhr bei Tobias. Themen: Einführung und erste Textpassagen, Nachwort Grosse. Wir lesen Brackert: Ende 3. Aventiure.&lt;br /&gt;
*2.09.2009 - 20:30 bei Tiemo 4. und 5. Aventiure gelesen&lt;br /&gt;
*12.9.2009 - 20:00 Wanderhütte bei Dörscheid am Rhein. Bis Ende 9. Av. gelesen. siehe auch [http://www.schneelaeufer.de/2009_Rhein unsere Fotos]&lt;br /&gt;
*30.09.2009 - 20:45 bei Tiemo. Andreas: Die Edda und das Nibelungenlied. Gelesen bis ende 14.Av.&lt;br /&gt;
*14.10.2009 - 20:30 bei Matthias. Matthias-Vortrag: historischer Kontext Siegfried-Arminius, Burgunden-Römer; Dietrich von Bern. Bis Ende 16. Av. gelesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragen, Thesen, Kurzeinträge, Literatur. ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Fragestellungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Was unterscheidet Mythologie von Religion? Wenn es im ersten Teil vom NL um mythologische Resonanz geht, stellt sich die Frage, ob hinter dieser Mythologie ein Sinn steht, eine Antwort auf die Frage nach Ursprung und Ende, oder eben Sinn auf ganz andere Weise generiert: Liebe, Treue, Kampf? Es stellt sich auch die Frage, inwiefern Epen die Roman-Funktion übernahmen, die Lukács definierte: der Roman ersetzt das in der Moderne nicht erfüllte Bedürfnis nach Transzendenz, nach einem metaphysischen Zuhause.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Wie wichtig ist das Treue-Motiv? Zumindest das Wort ist dominant. &amp;lt;span style=&amp;quot;color: color&amp;quot;&amp;gt;Was ist Treue? Wer ist treu?&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Was baut eigentlich den übergreifenden Spannungsbogen im NL auf? Worum geht es?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Was für ein Held ist Siegfried (Hybris, naiv, unbescholten etc.)? Vor allem Eines: unbekümmert! - Gegenpol des &amp;quot;Kümmerers&amp;quot;, des grimmen Hagen - grimm ob der Last des ständigen Bedenkens, Grübelns. Seliger Siegfried! Und überhaupt: was zeichnet einen Helden aus, was ist ein Anti-Held? Übt NL Kritik am Helden-Epos, indem Helden unmöglich werden? (NL weniger Helden- als vielmehr höfisches Epos. Heldenepos: 1 menschlicher Held. NL: diverse ausgezeichnete Recken einerseits und andererseits Überlagerung durch das Höfische.) Ironisiert NL die Heldenfrage? Siegfrieds Vorstellung am Hof Worms ist Hybris-artig: Ich schlage alle, ich nehme mir alles. Keine Spur von Weisheit. AV2, 55: Holt sich gewaltsam, was er will. 88: schlachtet für den Nibelungenschatz 700 Krieger und 12 Riesen, später aus Spaß Löwen, Elche, Bären, Wisente...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hybris-, Minne- und Treue-Motiv: wie verhalten sie sich zueinander? Ist Minne Glaubensersatz an das Transzendente, damit Immanenz-Erscheinung? Was ist/bedeutet Liebe zu einer Frau und zu einem Mann?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Welche Rolle spielen Frauen? Mit Kriemhield geht&#039;s los, sie verbindet die beiden großen Teile, sie initiiert große Ereignisserien.&lt;br /&gt;
   Brunhild, die Klammer zu den alten Sagen.&lt;br /&gt;
   Frauen sind der Ausblick in eine individualistische Zukunft (siehe erweiterte Minne-These V 5)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hagen, der Wissende: AV 3, 84: berichtet über Siegfrieds große Taten, erkennt ihn, erwähnt ganz kurz den Drachenkampf (100).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Siegfrieds Riss im schützenden Hautpanzer ist zugleich Möglichkeit des grundlegenden Risses in der Großhandlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Siegfried: kämpft mit dem Schwert Balmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. Kriemhild träumt in AV1, 11: von ihrem Schicksal, stemmt sich dagegen (keinen Mann kennenlernen), doch dann verliebt sie sich in S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Was heißt es, ein „wahrer Ritter“ zu sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Gibt es eine &amp;quot;Epos-Entwicklung&amp;quot; vom Gilgamesch (Menschliche Handlungen werden durch uneinheitliche Gottesmacht gelenkt), über Beowulf (Menschen handeln selbstständiger, sind aber mystischen  Kräften - Drachen &amp;amp; Monstern, ausgesetzt) zum Nibelungenlied (bei dem der Mensch nur noch durch rein menschliche gegenseitige Beeinflussung nicht seine Handlung voll kontrolliert)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Was verbindet die verschiedenen Epen? - Länge, Verse, übergreifende Themen mit Völkern, Ländern und vielen handelnden Personen und mystischen Kräften (Göttern, Monstren, Drachen, und mystischen zwischenmenschlichen Strukturen)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. V150 Schicksalsmotiv: Sterben wird, wer dem Tod verfallen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. V155: Wahre Freundschaft: Vertrauen, Tapferkeit, Dank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. V175: Übermuts-Motiv. V381: Eifer bringt Unheil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. V198: andauernde körperliche Konfrontation: scharfe Schwerter, tiefe Wunden, Blutströme, Frauen, die Leid ertragen, Kampf, Sein-Leben-Lassen ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18. V207: Siegfried hat das Schwert Balmung. Tatsächlich: er hat es einfach. Die, vermutlich bekannte, Geschichte dieser trefflichen Waffe ist dem NL-Dichter nicht wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19. V224, 238: Liebesmotiv Kriemhild-Siegfried ist an den Sorge und Kampf gebunden: Übermittlung von Nachrichten über den Zustand, Freude über erschlagene Gegner, den Sieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. V230: Siegfried vereint alle Tugenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. V232: Es geht darum, die Ehre ohne Makel zu bewahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. Warum ist Siegfried so stark? Vermutung: externer Verweis auf die Edda-Geschichten. man kennt den überstarken Siegfried bereits ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. Schlacht gegen die Sachsen: alle sind Helden, nur die Burgunder sind Über-Helden. Das Nibelungenlied protzt nur so vor Lob nach allen Seiten über Tapferkeit, Schönheit etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. Das Niblungenlied etabliert ein Wettkampf auf allen Ebenen (vgl. V271): vom richtigen Kampf, zum anschließenden Turnier, zum Kampf mit Brünhilde im Bett ... Liest man hier etwas Krankhaftes, ein Sich- ständig-beweisen-müssen? Ist es eine Unruhe der Immanenz, in der keiner göttlich sanktioniert einfach besser ist? Ständiger Konkurrenzkampf als Ausdruck sozialer und/oder wirtschaftlicher Verschiebungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. Gibt es im Nibelungenlied eine richtige Reflexionsebene? einen Weisen, einen Alten? Bei Siegfried scheint es ja quasi aus seiner Natur herauszuwachsen. Als Siegrfried &amp;amp; Co. zum Brünhilde-Ausflug rüsten, klingt alles spontan, Entscheidungen werden erst kurz vor den Ereignissen getroffen, kurz und wenig überzeugend, vielmehr naiv, ohne Bedenken der Folgen. Eben unbekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. V296: Neid!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. V324, 328: Ankündigung von Siegfrieds Tod und des Tods der anderen Helden. Es gibt eine Art Schicksalsmotiv, unbewusst auf der Ebene der Akteure - bis auf Kriemhild und ihren Traum, den sie aber offensichtlich nicht ernst nimmt. Erst der Erzähler hat im Nachhinein den Überblick ... V337: immer wieder Vorgriffe auf den Ereignisverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. V336: Tarnmantel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. V360: sich schön kleiden, zur Hochzeit, Seide,Brokant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. Am Ende der 6. Aventiure scheint Siegrfried schlauer zu werden, während der Planung zum Brünhilde-Ausflug. Was bedeutet der Ausdruck &#039;listig&#039; hier? Was ist nicht-listig? Und: wie steht es um die Paare listig-weise, listig-naiv?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31. Warum interveniert Hagen nicht entschieden vor dem Brünhilde-Auszug? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. Was heißt Liebe im NB?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. Der Königinnenstreit (Av. 14) ist der Punkt an dem sich eine Spirale ohne Umkehr bis zur Vernichtung der Nibelungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. Warum riskiert Siegfried, dass Brünhild von Kriemhield Ring und Gürtel zu sehen bekommt und die unaufhaltsame Krise einleitet? In der 11. Av. (714) wird Siegfried in der Siegmund-Nachfolge zum gerechten Herrscher inkl. Rechtsprechung, in der 14. Av. zeigt die aufgebrachte Kriemhild (B. bezeichnet S. als einen Eigenmann)Ring und Gürtel, die ihr S. wohl plus Geschichte gab! Wie erklärt sich diese Einfältigkeit? Ist es eigentlich, aus der Sicht der Zeitgenossen, unwichtig, wie genau die Krise eingeleitet wird, da sie als Schicksal so wie so irgendwann kommt? Ist daher auch die Konsistenz von S.s Charakter dem untergeordnet?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. Gunther, der König, zeigt wiederholt Schwächen: seine Leidenschaft für Brünhild, sein Einlenken in Hagens Mordplan (872ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
36. 16. Av. 934ff.: Auffallend ist, dass S. hier als &amp;quot;Jäger&amp;quot; ein Tier nach dem schlachtet, wie ein Massaker, und dann selbst aufgespießt wird. Intensives Todesthema.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37. Was ist ein &amp;quot;Held&amp;quot; und ein  &amp;quot;Heldenepos&amp;quot;? Wann kommt dieser Diskurs auf? Im NL werden die Recken oft auch &amp;quot;Helden&amp;quot; (mhd) genannt. Es scheint, es meint einfach nur: tatkräftiger Mann, einer, der Ereignisse beeinflussen kann, einer, der Macht und Herrschaft erfolgreich ausübt, unter gewissen moralischen Rahmenbedingungen (H.s Ermordung S.s ist keine Heldentat).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
I b&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakterisierungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Siegfried&lt;br /&gt;
  Unbekümmert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Hagen&lt;br /&gt;
  Grimm. sehend. gefühlsmäßig getrieben, in der konkreten Handlung aber immer rational. Der Kümmerer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kriemhild&lt;br /&gt;
  Im Wandel. Zunächst unschuldig. Am Ende schuldig. Immer Opfer.&lt;br /&gt;
  Kriemhild ist die Zeichensetzerin - die unvermögende Setzerin, nicht die Herrin der Zeichen. (Gütel, Ring, Schulterblattkeuz, Träume)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gunther&lt;br /&gt;
  Unbehaglich, entscheidungsschwach, inkonsequent, Zauderer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Gernot&lt;br /&gt;
  Der Diplomat&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Datierungen/Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 970: Entstehung: Wende 12./13. Jh., unklar. Die Inhalte entstammen unterschiedlichen Sagenkreisen, die nicht miteinander verbunden sind. Sie haben wahrscheinlich schon Jahrhunderte vor den uns bekannten Texten existiert und werden in kürzeren mündlichen Fassungen von Generation zu Generation bewahrt worden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 980: Drei Handschriften, entdeckt zwischen 1750-1770. Erforschung ab 1810 an der HU.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Grosse 1011-1012: Wir kennen den Autor des &#039;&#039;Nibelungenliedes &#039;&#039;nicht. ... Es mag sein, daß die Gattung der Heldenepik mit ihrem Übergang von der Oralität zur Skripturalität die Anonymität mit sich gebracht hat, wie sie ja auch bei den ähnlich tradierten Texten der Sagen und Märchen üblich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Erzählform, Stil ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 988: Im Unterschied zu den höfischen Epen der Stauferzeit hat das &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;keine paarweise gereimten vierhebigen Verse, sondern (in der HS B) 2379 Strophen. Jede Strophe besteht aus vier Langzeilen, die aus der germanischen Dichtung bekannt sind. Jede Langzeile hat zwei Halbzeilen, den An- und den Abvers: 2,1 &#039;&#039;ez wuohs in Burgonden ein viI edel magedin. &#039;&#039;Die beiden Halbverse sind durch eine metrisch gekennzeichnete Zäsur getrennt. Die Abverse der ersten und zweiten Langzeile und die der dritten und vierten reimen sich ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Grosse 2003, 995: Nicht die Entwicklung der Personen bestimmt den Handlungsverlauf, sondern es greifen einzelne Ereignisse wie Glieder einer Kette ineinander, welche die Aktionen und Reaktionen der Handelnden bestimmen. Jede Situation fordert zu Taten heraus. Dabei braucht eine psychische, für den heutigen Leser nachvollziehbare Entwicklung der Charaktere nicht gegeben zu sein. Die erwartete Handlungsfähigkeit und ihr Ergebnis wachsen aus der jeweiligen Situation und ihrer Personenkonstellation heraus und passen sich in den szenischen Ablauf ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3.Grosse 2003, 999-1001: Zeitstruktur: Die angegebenen Zeiträume markieren den Abstand in relativer, aber nicht absoluter Art. Sie haben weder die Funktion einer Uhr noch die eines Kalenders. So werden auch die Menschen nicht älter. Die Ritter kämpfen im Sachsenkrieg ebenso schlagkräftig wie 37 Jahre später am Hofe Etzels; Kriemhild wäre etwa fünfzig bei der Geburt ihres zweiten Sohnes, Giselher wird bis zuletzt der junge Mann &#039;&#039;(daz kint) &#039;&#039;genannt. Raumstruktur: präziser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Grosse 2003, 1001ff.: Widersprüche im Handlungsverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Vergleiche mit anderen Erzählungen und Topoi ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Kriemhild und Helena: die Schönsten im Lande (AV1), geben Anlass zum Krieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Siegfried und Enkidu: Wildheit, Naiviät, gezähmt durch die Verhandlungstechnik Gernots (AV3, 123ff.). Dann wird er ein guter Hof-Gefährte, Turniere etc. Dann Treue zu Gunter bis zum Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Siegfried und Arminius: [Matthias]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Das Ankunfts/Fremden-Thema in NL und Beowulf: AV 3, Worms, Ritual des Fremden (Siegfried), der letztlich für Liebe dienen will (wie Beowulf für Ruhm).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Hagen und Unferth? Parallelen? Hagen und Unferth berichten über die Taten des Helden, und bekommen unangenehm seine Stärke zu spüren, werden (zumindest zeitweise) Gegner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Grendel-Siegfried: haben eine undurchdringbare Haut. Insofern ist Siegfried auch Monster (VERGLEICHBAR DEM; DAS ER VORHER SELBST ERSCHLUG?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Siegfrieds ungeschützte Hautstelle auf dem Rücken und Achilles&#039; Ferse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Hagen warnt vor dem Auszug (1203ff.) wie Enkidu vor Humbaba-Reise, wird dann zum entschlossenen Mitstreiter.&lt;br /&gt;
   Beide sind irgendwie Verwandte, irgendwie auch Dienstpflichtige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Das Nibelungenlied ist kein Heldenepos - es gibt keine durchgängige menschliche Heldengestalt, wie Beowulf oder Gilgamesch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. NL und Lieder-Edda: viele Überschneidungen, die von Andreas noch konkret ergänzt werden müssten. Da die Lieder-Edda wohl 1370, das NL 1320 (?) abgefasst wurden, stellt sich hier die Frage der Rezeptionsrichtung und nach einem gemeinsamen Metaerzählungsraum. Wandert etwa im Rahmen der sog. Völkerwanderungen und der anschließednen Christianisierung eine mittel-nordeuropäische (heidnische) Religion nach Skandinavien etc. aus, so dass die Göttersagen der Lieder-Edda den Kontrapart der Teile bilden, die sowohl in der Edda als auch im NL als Heldensagen vorkommen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Laut Volker Honemann (bei Wein am 10.10.09) ist der Inhalt Edda eher als vorher bekannt anzusehen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Bülow-Rede 1909 (&amp;quot;Nibelungentreue&amp;quot;) ist vergleichsweise unschuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Kain erschlägt Abel, den Begnadeten, den Liebling der Götter. (Ein Gedanke von Fernau, S. 96)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Edda:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(um 1220 Snorri-Edda, auch Prosa-Edda, eher unscharf auch Jüngere Edda genannt;&lt;br /&gt;
um 1270 Lieder-Edda, eher unscharf auch Ältere Edda, eher falsch auch Saemundar-Edda genannt;&lt;br /&gt;
Edda = Elternmutter / Großmutter)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hier einige Motive der Lieder-Edda, die engste Verwandtschaft mit dem NL aufweisen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 18, Helgi Hiörwards Sohn:&lt;br /&gt;
Ein &amp;quot;Atli&amp;quot;, der für jemand anderes um &amp;quot;Sigurlinn&amp;quot; freit, kann die Vögel verstehen. Helgi, dem Sohn der Sigurlinn (und Wiedergeburt von Helgi dem Hundingstöter (s. LE 19)) singt eine Walküre (die er später heiraten wird) von einem besonderen Schwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 19, Das 1. Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn Helgi, der &amp;quot;Freund der Wölfe&amp;quot;, Sinfiötlis Bruder, erschlägt im Alter von 15 Jahren den Hunding.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 20, Das andere Lied von Helgi dem Hundingstöter:&lt;br /&gt;
&amp;quot;Sigmund, Wölsungs Sohn ... und seine Nachkommen heißen Wölsungen und Ülfinge (Wölfinge).&amp;quot;&lt;br /&gt;
König &amp;quot;Högni&amp;quot; hat eine Tochter &amp;quot;Sigrun&amp;quot;. Sie ist Walküre.&lt;br /&gt;
Helgi und Sigrun heiraten. Sigruns Bruder erschlägt Helgi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 21, Sinfiötlis Ende:&lt;br /&gt;
Sigmund, Wölsungs Sohn, ist mit Borghild verheiratet, der Schwester &amp;quot;Gunnars&amp;quot;. Sinfiötli erschlägt seinen Onkel Gunnar, woraufhin Borghild Sinfiötli vergiften will.&lt;br /&gt;
Sigmunds Sohn mit Hjördis ist wiederum Sigurd, der &amp;quot;allervorderste&amp;quot;.&lt;br /&gt;
(Sinfiötli ist nach Simrock der &amp;quot;Fitela&amp;quot; des Beowulfliedes.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 22, Das 1. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd wird geweissagt,&lt;br /&gt;
der mächtigste Mann auf Erden zu werden, dass er den &amp;quot;Wurm&amp;quot; auf der &amp;quot;Gnitaheide&amp;quot; sowie Regin und Fafnir fällen und den Hort heimführen wird, dass er die auf dem Felsen schlafende Fürstentochter erwecken wird. Er wird Brünhild lieben, sie aber an Giukis Hof vergessen durch die Tücke Griemhilds, welche ihm dann die eigene Tochter Gudrun geben wird. Er wird für Gunnar um Brünhild werben. Er wird mit Gunnar die Gestalt wechseln. Högni wird dabei sein. Sigurd wird keusch bei Brünhild liegen aber die Brüder Gunnar, Högni, Guthorm werden sein Verderben bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 23, Das andere Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Regin übernimmt Sigurds Erziehung. Fafnir und Regin bekommen die Goldbuße der Asen. Fafnir übervorteilt Regin. Fafnir liegt als Wurm auf der Gnitaheide. Regin schafft Sigurd das Schwert &amp;quot;Gram&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 24, Das Lied von Fafnir:&lt;br /&gt;
Sigurd ersticht den Fafnir-Wurm.&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Gold, der Schatz, die Ringe verderben Dich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Durch Drachenblut kann Sigurd die Vögel verstehen, die weisen ihm den Weg zu Giukis Tochter.&lt;br /&gt;
Sigfrida schläft auf einem Felsen, feuerumlodert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 25, Das Lied von Sigfrida:&lt;br /&gt;
Sigurd erweckt die Walküre Sigfrida.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 26, Bruchstücke eines Brünhildsliedes:&lt;br /&gt;
Gunnar will Sigurd töten. Högni vermutet, dass Brünhild aus Eifersucht auf Gudrun dahinter steckt. Sie töten Sigurd. Ein Rabe ruft: &amp;quot;In Euch wird Atli das Eisen röten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 27, Das 3. Lied von Sigurd Fafnirstöter:&lt;br /&gt;
Sigurd freit Gudrun. Fahrt zu Brünhild. Sigurd gewinnt Brünhild dem Gunnar (das Schwert liegt zwischen Ihnen). Högni will Gunnar nicht helfen, Sigurd zu töten, wie Brünhild es verlangt. Aber Guthorm, der jüngste Bruder, tötet SIgurd.&lt;br /&gt;
Brünhild ist die Schwester Atlis.&lt;br /&gt;
Gudrun, dem Atli vermählt, tötet diesen im Bett.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 28, Brünhilds Todesfahrt:&lt;br /&gt;
Gudrun hat Brünhild und Sigurd fälschlich beschuldigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 29, Das 1. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Gudrun hat von Fafnirs Herz gegessen, kann die Vögel verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 30, Der Mord der Niflunge:&lt;br /&gt;
Atli, mit Gudrun vermählt, tötet Gunnar und Högni, weil sie am Tode Brünhilds schuld tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 31, Das andere Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich ist bei Atli.&lt;br /&gt;
Gunnar und Högni wollen Gudrun Lösegeld für den toten Sigurd zahlen.&lt;br /&gt;
Gudrun wird dem Atli vermählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 32, Das 3. Gudrunslied:&lt;br /&gt;
Dietrich wird bei Atli der Unzucht mit Gudrun beschuldigt.&lt;br /&gt;
Ein Gottesurteil entlastet Gudrun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 34, Die Atlisage:&lt;br /&gt;
Gudrun rächt den Tod ihrer Brüder an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder-Edda 35, Grönländisches Atlilied:&lt;br /&gt;
Nibelungenschlachtung an Atlis Hof. Rache Gudruns an Atli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Übergreifende Thesen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Immannenz-Epos: Im Gegensatz zur Völsungensaga und Wagners Aneignung, geht es, ähnlich wie im Beowulf, um eine immanente Handlungsdynamik ohne (göttliche) Metaebene. Ereignisse generieren Ereignisserien, deren Teil Helden und alle andere Personen sind. Doch was sind die Ereignis-generierenden Elemente? Taten. Also: was sind Taten? Gefragt wäre eine Typologie von Taten (wichtig/unwichtig, von wem etc.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Gunther-These: Im NB geht es um einen (Gilgamesh-artigen) archaischen Herrscher, der ohne Rücksicht auf sein Volk eigenmächtig-leidenschaftlich handelt. Seine Entscheidung, Brünhilde zu erlangen, leitet die entscheidende Wende ein. Ihm fehlt ein Enkidu, Hagen interveniert zu spät, verstärkt letztlich die Schicksalsspirale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, glaube ich nicht. Gunther ist kein Tatmensch. Er ist Zauderer. Seine wenigen eigenen Entscheidungen (Brunhild, Etzel) sind dann auch fatal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Trieb-These: NB muss aus der Perspektive der Autoren als ein nicht harmonisiertes Triebspiel unterschiedlicher Kräftekonstellationen gelesen werden (Minne, Sex, Kampf, Töten, Sieg etc.), die sich ineinander so verwringen, dass daraus eine unentrinnbare Schicksalsspirale wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Held-ohne-Ort-These: Siegfried hat keinen richtigen Ort in der Geschichte (Ja scheinbar vergisst er selbst seinen Ort: Auf dem Rheinzug kommen die Recken mehrfach an Worms vorbei, ohne dass er aussteigen oder den Umstand auch nur erwähnen würde.), er wandert ständig, behauptet sich, um annerkannt zu werden, sich endlich stabil zu sozialisieren und Freunde zu gewinnen. Doch wirkt seine Energie letztlich als ein treibendes Moment der Tragik, die alle umkommen lässt, indem er Wünsche/Triebe für andere realisiert, die den ganzen Burgunder Hof unhaltbar destabilisieren. S. ist also ein Held ohne Ort, einer, der in der höfisch-verwalteten Gesellschaft archaisch-überholt wirkt. Hierher könnte auch der standpunktlose S. gehören, der seine destabilisierenden Kräfte überall einsetzt, ohne entschieden gegen das zu stehen, was er selbst für Falsch hält. Hagen versucht hingegen beständig, S. einzuordnen (erste Ankunft von S.,etc.) und später auszuschließen. S. als der Übermensch, der das ganze Hofsystem von Wettkämpfen und Minne als beständiges Sich-Beweisen und Verbessern und Messen außer Kraft setzt, da er einfach der stärkste, schönste, listigste, lustigste ist etc., wird genau vor seinem Tod in der Jagdszene der 15. Av. deutlich. Umgekehrt und spiegelbildlich erfodert seine Auslösung aus der Hofgemeinschaft (sein Tod) eine Aufhebung der Hof-Formalien (Treue, guter Rat, Tugend etc.). In der 16. Av. kollabiert das Hofsystem, zentrale Werte werden ausgehöhlt, sinnleer (vor allem: Treue, Vertrauen). Hagen führt in 993 als Motiv der Ermordung an: Angst vor S., Schmach von ihm (sórge, leit), seiner Herrschaft (hêrschaft)ein Ende setzen. S.  der Ortlose könnte in dieser Perspektive als auch als der Unberechenbare erscheinen, wie ein wildes Tier, das sich in alle Richtungen wenden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Minne-These: NB ist eigentlich eine höfischer Minne-Erzählung. Siegfried kämpft für Kriemhild, Gunther will Brünhilde. Ihre blind-individualistiche Liebe harmonisiert nicht, ihre Verschränkung führt in den Untergang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehe ich nicht. &lt;br /&gt;
Gunther liebt nicht, schon gar nicht individualistisch. Er folgt irgend einer fixen Idee, eingeimpft oder wenigstens kompatibel mit einer gesellschaftlichen Erwatung an ihn.&lt;br /&gt;
Siegfried liebt nicht. Vielleicht begehrt er (vielleicht nicht mal das). Minne ist für ihn ein Spiel (wie Alles). Eventuell ist auch das ein Zug des Höfischen Epos: Tapfere Recken werben halt um schöne Damen...&lt;br /&gt;
Andere Minne-These:&lt;br /&gt;
Die Frauen können (schon individualistisch und leidenschaftlich) lieben.&lt;br /&gt;
Kriemhild tut das.&lt;br /&gt;
Brunhild tut das.&lt;br /&gt;
(Beide den Siegfried - seliger Siegfried)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Hagen-These-1: Hagens zwar durch seinen Unmut gegenüber S. sich anbahnender, doch in seiner Radikalität am Ende der 14. Av. in seiner Radikalität überraschender Mordplan könnte nicht auf einer Motiv-Logik, sondern auf einer Taten-Logik beruhen: S. hat die Krise ermöglicht: erstens als Täter im Bett mit Brünhild, zweitens als Täter des Weitergebens der Geschichte und der Dinge (Ring, Gürtel) an Kriemhild. Als Täter verkörpert S. die Schuld, er muss entfernt werden, damit verschwindet sozusagen auch die Ursache. Dabei ist unwichtig, was Leute sich wünschen, vorstellen oder beabsichtigen. Entscheidend ist Tat und Resultat. Des Weiteren kommt die Taten-Logik aus einer Gunthers Königshoheit überschreitenden älteren Legitimations-Schicht: Ob Gunther will oder nicht und S. Gunthers Unschuld öffentlich beteuert oder nicht, die Situation (als Resultante von Taten: grundlegende doppelte Ehre-Verletzung (Gunther und Brünhild), die mit dem repräsentativen Status des König- und Königin-Seins unvereinbar ist) ist objektiv-gebietend, sie lässt nur eine Lösung zu und fordert sie zugleich. Kein Kommunikations-Bedarf aufgrund der Vereinfachung: der Täter ist qua Tat schuld. Dass Hagen einer anderen Moral folgt, wird auch in 1001 deutlich: er strahlt eine ungewöhnliche Kälte aus, will S. selbst nach Worms tragen, Kriemhilds Tränen &amp;quot;rühren&amp;quot; ihn nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Hort-These: (vorgreifend) Die tragische Dynamik des NL ist motiviert durch die Gier der Burgunden, vor allem von Hagen, nach dem Nibelungen-Hort und den entsprechenden magischen Dingen. Die Burgunden nehmen später selbst den Namen der Nibelungen an (?, prüfen). Zu klären wären in dieser Hinsicht u. a., warumm der Hort letzten Endes versenkt (?) wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Kriemhild-These-1: Kriemhild ist eine tragischer Prophetin, eine Fortführung und Transformation der Kassandra-Figur, indem K. nicht nur das Unheil träumend voraussieht, ohne es verhindern zu können, sondern auch selbst die entscheidenen &amp;quot;Zeichen&amp;quot; setzt und exponiert (Zeigen des Ringes, Gürtels, Setzen des Kreuzes auf S.s Hemd), die zur Krise führen. Ihr Schicksal sehend ist sie blind als Tätige, wirkungslos als Warnende. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Schicksal-Widerstands-These: An mehreren Stellen des NLs fragt sich, warum gegen evident problematische Entscheidungen Einzelner (Gunthers B.-Hochzeitsfahrt, die Einladung von S. und K. durch B., Hagens Vorschlag der Ermordung von S. etc.) kein wirkmächtiger Einspruch erhoben wird, kein nachhaltiger Konflikt entsteht, obwohl es doch ständig um den &amp;quot;Rat&amp;quot; guter Freunde und um &amp;quot;Treue&amp;quot; geht. Alle Teilnehmer erscheinen in dieser Perspektive wie passive Puppen von K.s Traum, gelenkt von unischtbaren Fäden, ihre Entscheidungen sind nur Wirkungen anderer Ursachen, keine eigenmächtigen Selbstsetzungen. Die Unfähigkeit zum diskursiven Konflikt und der problemorientierten Kommunikation kontrastiert auch stark mit der ständigen Betonung der körperlichen Stärke der &amp;quot;Recken&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Politik-These: Nach Ursula Schulze (Das Nibelungelied, Reclam 1997, 214, 223) wird in S. s Tod zentral für die ganze Problemlage des NLs deutlich, dass der Starke wehrlos gegen perfide Intrige ist (214): &amp;quot;Die erzählte Geschichte führt vor, dass politisches Handeln nicht im offenen Kräftemessen, sondern in der Überlistung besteht.&amp;quot; Hagen (214) handele zwar aus heterogenen Motiven (Sühne für die Entehrung B.s, Ausschalten potentieller Gefahr von S., Machtzuwachs durch Gewinn von S.s Besitz),doch seien sie allesamt politisch zu nennen. Schulze unterstreicht dies durch das rekurrente Motiv der Täuschung (212). Tobias Kommentar: Im Ansatz (Täuschung, Kraft gegen Organisation) interessant, in der Schlussfolgerung (Politik) aber schief, da unterbestimmt, unscharf. Dazu kommt, dass Schulze an anderer Stelle behauptet, Hagen handele (wie S. und Brünhild) archaisch. K.s Rache ist archaisch (ohne Staatsprinzip), auch in dieser Hinsicht besteht Klärungsbedarf - denn die politische Intrige geht ja nicht auf, sondern zerschellt quasi am Schild. Kurz: ich finde, ohne ihr zu Nahe treten zu wollen, Schulzes Lösung fade. Sie reiht das NL reibungslos in eine allzuoft iterierte Metageschichte des Fortschritts der Moderne ein. Probleme einer Kontinuität der Triebe in die Moderne/in das Höfische hinein (Triebthese), des bewussten Treuebruchs, der Täuschung als nicht hintergehbare Grundverfassung menschlichen Seins in einer entgötterten Welt (man denke an Descartes), Schicksal und Schuld usw. werden einfach ins Politische absorbiert und damit zugleich neutralisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Literatur, Quellen &amp;amp; Links ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Allgemeines ====&lt;br /&gt;
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Nibelungenlied  aus W...dia :-))]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Akademisch ====&lt;br /&gt;
*[http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_lmno/nibel.html Fachinformationen der FU Berlin zum Nibelungenlied]&lt;br /&gt;
*[http://www.nibelungenrezeption.de/ Projekt zur Rezeption des Nibelungenstoffes Universität Duisburg]&lt;br /&gt;
*[https://www.uni-muenster.de/Germanistik/Lehrende/honemann_v/index.html Intimus Volker Honemann]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Basisliteratur ====&lt;br /&gt;
*Brackert, Helmut: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. 2 Bde. (1. Aufl. 1970) Neuauflage. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch 1994/2008.&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Das-Nibelungenlied-Mittelhochdeutscher-Text-%C3%9Cbertragung/dp/3596901316/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1249835276&amp;amp;sr=1-2 Brackert - Unsere Wahl]&lt;br /&gt;
*Grosse, Siegfried: &#039;&#039;Das Nibelungenlied&#039;&#039;. Nach dem Text von Karl Bartsch und Hehrtut de Boor. [Handschrift B] (1. Aufl. 1997) Stuttgart: Reclam 2003&lt;br /&gt;
*[http://www.amazon.de/Nibelungenlied-Mittelhochdeutsch-Neuhochdeutsch-Siegfried-Grosse/dp/3150506441/ref=sr_1_4?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247993309&amp;amp;sr=1-4 Grosse - Zur Lektüre von Volker Honemann empfohlen]&lt;br /&gt;
* Edda, übersetzt und mit Erläuterungen begleitet von Karl Simrock, 1. Auflage 1851, hier : Phaidon Verlag, Essen 1987&lt;br /&gt;
* Wagner, Richard, Libretto zum &amp;quot;Ring&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusatzquellen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula : Nibelungen und Kudrun, in: Epische Stoffe des Mittelalters, hg. von Volker Mertens und Ulrich Müller, Stuttgart 1984, S. 111-137 [[Media:Schulze_1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*Hoffmann, Werner: &#039;&#039;Das Siegfriedbild in der Forschung&#039;&#039;. Darmstadt 1979.&lt;br /&gt;
* Schulze, Ursula: Das Nibelungenlied. Ditzingen 1997.&lt;br /&gt;
*[[Media:Willson-Blood-and-Wounds-in-the-Nibelungenlied-1960.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Thelen-Source-Function-Gunthers-Bridal-Quest-1984.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Schirokauer-Nibelungenlied-1954.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McConnell-Psychological-Approach-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:McCarthy-Rhetoric-Nibelungenlied-1972.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Lionarons-Otherworld-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kirchberger-The-Crown-in-the-Nibelungenlied-1956.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:King-Review-Homer-Nibelungenlied-1988.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Homann-Hagen-Figure-Lies-1982.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hoffmann-Siegfriedbild-in-der-Forschung-1979.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Haymes-Heroic-Chivalric-Aristocratic-Ethos-Nibelungelnlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Hasty-Conquest-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Grosse-Nibelungenlied-Nachwort-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Key-Concepts-Nibelungenlied-1998.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Gentry-Hagen-Problem-of-Individuality-1976.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Classen-Siegfried-Downfall-of-a-Hero-2003.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Bülow-Nibelungentreue-Rede-29-3-1909.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Brady-Historical-Prototype-Siegfried-1933.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Goebel-Original-Form-Legend-Sigfrid-1897.pdf]]&lt;br /&gt;
*[[Media:Kratz-Proposed-Sources-Nibelungenlied-1962.pdf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wesentliche Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://public.univie.ac.at/index.php?id=14531 Transkriptionen der mittelhochdeutschen Versionen A, B, und C]&lt;br /&gt;
*[http://www.blb-karlsruhe.de/blb/blbhtml/nib/uebersicht.html Die Nibelungen-Handschrift C - digital - Faksimile der nunmehr Karlsruher (ehemals Donaueschinger) Hs. C]&lt;br /&gt;
*[http://www.fh-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/nib_intr.html Handschriften A, B, C (Bibliotheca Augustana)]&lt;br /&gt;
*[http://wissen-im-netz.info/literatur/simrock/nibel/index.htm  Das Nibelungenlied übersetzt von Karl Simrock]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Handschriften und Texte ====&lt;br /&gt;
*[http://www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/reichert_nhd.pdf Hermann Reichert, Nibelungenlied-Lehrwerk. Sprachlicher Kommentar, mittelhochdeutsche Grammatik, Wörterbuch. Passend zum Text der St. Galler Fassung („B“).]&lt;br /&gt;
*[http://web.archive.org/web/20061128181429/http://www.nibelungenlied.com/ Edition des Linzer Fragments M]&lt;br /&gt;
*[http://cgi-host.uni-marburg.de/~mrep/liste_inhalt.php?id=271 Überlieferungsübersicht, Nachweis weiterer Abbildungen von Fragmenten und Handschriften]&lt;br /&gt;
*v. Bülow, Bernhard, Reden (Band III), herausgegeben von Otto Hötzsch, Georg Reimer, Berlin 1909&lt;br /&gt;
*Fernau, Joachim, Disteln für Hagen, Herbig, München / Berlin 1966&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Medien ====&lt;br /&gt;
*[http://dvdbiblog.wordpress.com/2008/03/04/die-nibelungen-von-fritz-lang/ DVD-Filmprojekt für 2009/2010]&lt;br /&gt;
*[http://www.schaubuehne.de/spielplan/detailansicht.php?id_event_date=247891&amp;amp;id_event_cluster=74733&amp;amp;id_language=1#inhalt Hebbels Nibelungenlied in der Schaubühne 2009]&lt;br /&gt;
* Das Nibelungenlied von Eberhard Kummer gesungen - Die erste und einzige, komplette Einspielung des gesamten Nibelungenlieds aufgrund einer Live-Aufnahme des Phonogramm-Archivs der Akademie der Öst.Wissenschaften. Der Aufnahme liegen fünf sechsstündige Darbietungen im Okt. und Nov. 2006 im „Kulturquartier“ in 1190 Wien zugrunde. E.Kummer singt im Hildebrandston und begleitet sich auf einer keltischen Schoßharfe. Die Einspielung umfasst zwei MP3 CDs (ca. 30 Stunden Musikzeit) und wurde im „The Chaucer Studio“ der Brigham Young University Provo (UT) hergestellt. Vertrieb : E.Kummer, Chaucer Studio&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &#039;&#039;&#039;Urhebergeschützt&#039;&#039;&#039; ====&lt;br /&gt;
- der Benutzername ist Gilgamesch - das Passwort ist der Freund&lt;br /&gt;
* [http://www.schneelaeufer.de/wiki/copyright/Nibelungen.zip Hörspiel - 420 MB] - Quelle: http://www.amazon.de/Die-Nibelungen-Heldensage-Collectors-Heldensage/dp/B001D2DDDU/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1247949744&amp;amp;sr=1-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausführliche Themen: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== I. Textgenese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== II. Sprache, Schrift ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== III. Geographie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IV. Religion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== V. Kulturgeschichtliche Aspekte, Geschichte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Grosse 2003, 975-977: Im &#039;&#039;Nibelungenlied &#039;&#039;lassen sich für den zweiten Teil mit der Niederlage der Burgunden in der Zeit der Völkerwanderung eher historische Ansatzpunkte finden als für den ersten Teil, der mit den Figuren Brünhild (Isenstein) und Siegfried (Drachen, Tarnkappe, Hort) Verbindungen zur germanischen Mythologie und zum Märchen zeigt. ... Zwischen 406 und 413 hat es wahrscheinlich unter König Gundahar ein Burgundenreich am Mittelrhein gegeben (Hoffmann, 1992, S. 42 ff.) ... König Attila (Etzel) starb 453 in der Hochzeitsnacht mit der Germanin Hildico - nach zeitgenössischen Berichten an einem Blutsturz, also 16 Jahre nach Gundahar. Dieses unkämpferische Ende hat früh Gerüchte entstehen lassen, Hildico habe ihren Mann umgebracht, um Verwandte zu rächen, die 437 im Kampf gegen die Hunnen umgekommen sind. Damals hatte Attila das hunnische Heer nicht angeführt. ... Für Hagen gibt es kein historisches Vorbild. ... Zur Erklärung der Siegfried-Figur ist, besonders von Höfler, auf Arminius hingewiesen worden (Hoffmann, 1979). Beide sind als junge Männer von Verwandten heimtückisch ermordet worden, und Xanten, Siegfrieds Heimatstadt, ist auch Ausgangspunkt für die Arminius-Überlieferung. Aber die Verbindung des heroischen Siegfried mit der mythischen Sagenwelt und die Dominanz traditioneller, märchenhafter Erzählmotive führen nicht zu einer historisch begründeten Fixierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VI. Mythentheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== VII. Spezialthemen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Nibelungen von Fritz Lang ====&lt;br /&gt;
[[Bild:saal.jpg|right]]Nach der Fertigstellung des zweiteiligen „Dr. Mabuse“ wandte Fritz Lang sich dem mythologischen Stoff der Nibelungensage zu. Zwei Jahre verwendete er dafür, den Stoff zu verfilmen und es wurde sein bis dahin größter Erfolg. Aus der Stoffmasse mit ihren unterschiedlichen Versionen und den verschiedenen Bearbeitungen, die sie schon erfahren hatte, folgte Lang weitgehend dem eigentlichen Nibelungenlied, wobei er einige Vereinfachungen und Zuspitzungen vornahm. Der Stoff selbst war jedoch vorgegeben und wurde auch kaum entgegen der Überlieferung interpretiert. Langs Leistung besteht in der Illustrierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtwerk ist aufgespaltet in zwei Teile, wie die ursprüngliche Sage dies vorgibt. Im ersten Teil erfahren wir die bekannte Geschichte von Siegfried (Paul Richter), der den Drachen tötet, durch ein Bad in dessen Blut unverwundbar wird und den Nibelungenschatz gewinnt. Er kommt nach Worms an den Hof der Burgunder und hilft König Gunther (Theodor Loos) die amazonenhafte Brunhild (Hanna Ralph), Königin von Island, im Wettkampf zu besiegen und zur Frau zu bekommen. Im Gegenzug erhält er Gunthers Schwester Kriemhild (Margarete Schön) zur Gattin. Im berühmten Streit der Königinnen erfährt Brunhild von Kriemhild, dass es in Wahrheit Siegfried war, der sie besiegte. Um diesen Schandfleck zu beseitigen, lässt Gunther sich von dem düsteren Hagen (Hans Adalbert Schlettow) dazu drängen, Siegfrieds Ermordung zuzustimmen. Den Mord selbst führt Hagen aus, der sich unter einem Vorwand von Kriemhild die verwundbare Stelle markieren lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Teil „Kriemhilds Rache“ steht ganz im Zeichen von Kriemhilds Racheschwur. Kriemhild wird die Frau des Hunnenkönigs Etzel (Rudolf Klein-Rogge) und lädt einige Jahre später Gunther, Hagen und die übrigen Burgunder an den Hof des Hunnenkönigs ein. Sie will Rache an Hagen nehmen und als die Burgunder in Treue zu ihm stehen, dehnt sie ihre Rache auf alle, einschließlich ihrer Brüder aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erster Teil: Siegfried&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann hier nicht darum gehen, den Stoff selbst zu kritisieren, sondern es geht nur darum, was Lang daraus machte. Er entschied sich bei seiner Gestaltung zu vollkommener Stilisierung und Künstlichkeit. Die mythischen Anfangsszenen sind bewusst unwirklich gehalten und halten in ihrer atmosphärischen Wirkung einem Vergleich mit neueren Fantasy-Filmen durchaus stand. Die Welt der Anfangsszenen ist märchenhaft und unterweltlich. Lang arbeitet mit faszinierenden Licht- und Schattenspielen. Er verzichtete bewusst auf Außenaufnahmen und ließ im Studio einen Wald aus gewaltigen säulenartigen Stämmen aufbauen. Die Drachenszene war zu ihrer Zeit etwas nie Gesehenes und Lang war bemüht, die besten Techniker der Zeit um sich zu versammeln. Besonders surreal wirkt eine Szene, in der wir eine Gruppe angeketteter Zwerge sehen, die einen Kessel voll Gold tragen und die beim Tod ihres Königs Alberich (Georg John) versteinern, wobei ihre Gesichtszüge erhalten bleiben. Der Film verblüffte seine Zuschauer mit beeindruckenden Überblendungen, etwa beim Eindringen in die Nibelungenhöhle, oder bei den Szenen mit der magischen Tarnkappe, wie z.B. beim Wettstreit mit Brunhild, wo der unsichtbare Siegfried Gunther die Hand beim Speerwurf führt.&lt;br /&gt;
Die Welt der Burgunder wird geprägt durch ihre monumentale Architektur. Hier dominieren kahle Räume und riesige hohe Hallen. Diese Welt ist streng geometrisch aufgebaut. Wir finden überall symmetrische Muster, sei es im Boden oder bei den Gewändern. Die Menschen wirken klein vor dieser Architektur, etwa in den Domszenen, wo die Personen absolut symmetrisch bis hin zur Farbe der Gewänder vor dem imposanten Dom gruppiert werden. Die Menschen werden dieser Architektur völlig untergeordnet oder besser eingeordnet. Sie werden zum Teil der Architektur, zum bloßen Ornament. Berühmt ist hier die Szene, wo Brunhild bei ihrem Einzug in Worms über eine lebende Brücke vom Schiff an Land geht. Die Personen bewegen sich langsam und statuarisch und immer in strenger Symmetrie, sei es in Reihen oder spiegelbildlich. Eine psychologische Vertiefung erfolgt nicht und wird vom Stoff auch nicht gefordert. Die Personen sind reine Archetypen, sie vollziehen vom Schicksal vorgegebene Handlungsmuster. Die Atmosphäre bei den Burgundern hat insgesamt etwas Totes, was bildlich in den langen Gewändern, den leeren Räumen und der allgegenwärtigen Ritualisierung zum Ausdruck kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In deutlichem Kontrast zum statuarischen Worms steht das Island Brunhilds. Der Burgfelsen ragt aus einem unzugänglichen Flammenmeer hervor, womit visualisiert wird, worum es beim Wettkampf mit der Königin geht: um die Bezwingung ihrer Jungfräulichkeit. Wie die Märchenwelt, aus der Siegfried nach Worms kam, wird auch Brunhilds Welt als heidnisch gezeichnet. Eine Schamanin gibt der Königin vor urzeitlicher Höhlenmalerei ihre Weissagungen. Am deutlichsten unterscheidet sich die Welt Brunhilds durch ihre Bewegungschoreographie von der Welt der Burgunder. Die Amazonen verkörpern in ihren raschen, ungestümen Bewegungen das wilde und natürliche Leben. Der Film deutet so auch die Interpretationsmöglichkeit an, dass Brunhild das Leben ist, das die tote Welt der Burgunder braucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hauptthema des Films gilt gemeinhin die Treue und in der Tat gibt es kaum einen Begriff, der häufiger auf den Schrifttafeln auftaucht, als Treue. Dies ist mit Sicherheit auf den Einfluss von Fritz Langs verhängnisvoller Ehefrau Thea von Harbou zurückzuführen, die hier, wie in vielen anderen Filmen Langs, für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Sieht man sich den Film jedoch wirklich an, so stellt man sehr bald fest, dass sein eigentliches Thema keineswegs die Treue, sondern im Gegenteil der Verrat ist. Siegfried kommt nach Worms, um Kriemhild zur Frau zu gewinnen und er wird von Anfang an von den Burgundern für ihre Pläne zum Betrug an Brunhild benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gunther, der ewig zögernde und schwache König der Burgunder braucht Siegfried, der als einziger in der Lage ist, die übermenschliche Brunhild im Wettkampf zu besiegen. Dafür erhält er Kriemhild als Belohnung. Dies ist der Plan Hagens, der grauen Eminenz seines Königs. Und Siegfried zögert nicht einen Moment, in den Betrug einzuwilligen. Die archaische ungebändigte Kraft Brunhilds wird durch List bezwungen. Und dies wird mit dem hohlen Pathos von Treueschwüren verbrämt. „Halte mir Wort Gunther, wie ich dir Wort hielt.“, sagt Siegfried auf einer Texttafel und es schließt sich der Treueschwur der Blutsbrüder Siegfried und Gunther an. Lang macht mit seinen Bildern und seiner Schnittfolge ganz klar, wie er den Mythos versteht. So sehen wir die Blutsbrüderszene gegengeschnitten mit der betrogenen und zweifelnden Brunhild, die ahnt, das etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann, aber auch mit der naiven und gutgläubigen Kriemhild, die sich auf ihre Hochzeit vorbereitet. Bei den Burgundern ist alles auf Lüge aufgebaut, die ganze vorgebliche Freundschaft und beide Ehen sind auf Lüge gebaut. Und wo bleibt die Treue? Es ist die gegenseitige Treue beim Betrug. Es ist die Treue unter Ganoven.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der Betrug setzt sich fort. Noch einmal muss Brunhild betrogen werden, diesmal in der Hochzeitsnacht. Diesmal zögert Siegfried, doch lässt er sich sehr schnell durch Phrasen wieder einbinden. „Willst du den Freund im Stich lassen?“, fragt ihn Hagen. Und Gunther schweigt dazu und lässt wie immer Hagen für sich reden und Siegfried für sich handeln. Gunther und Hagen werden als die düsteren Intriganten dargestellt, die meist im Schatten sitzen und nur beobachten. Siegfried ist der nützliche Idiot, der sich verwenden lässt.&lt;br /&gt;
Die Betrogenen sind die beiden Frauen, vor allem Brunhild. Sie ahnen mehr, als dass sie wüssten, und so kommt es in der berühmten Treppenszene zum Streit der Königinnen. Brunhild verlangt als vermeintliche Herrin Siegfrieds den Vortritt und Kriemhild zeigt ihr aus gekränkter Eitelkeit den Armreif, den Siegfried der Amazone in der Hochzeitsnacht in Gunthers Gestalt abgenommen hat. Der Streit der Frauen hat seinen Ursprung im Lügengebäude der Männer. Bereut nun einer den Betrug? „Dein Schwatzen war schlimmer als ein Mord, Siegfried“, ruft Hagen. Dann geht es nur noch darum, die Folgen zu beseitigen. Brunhild verlangt aus verletzter Ehre den Tod Siegfrieds und Gunther ist zerrissen wie je: „Soll ich ihn töten, weil er mir treu war?“ Doch Brunhild überzeugt ihn mit dem Argument, Siegfried hätte sie entjungfert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegfried war das Werkzeug beim Betrug der Burgunder. Solange alles geheim war, pflegte man den Schein von Treue und Blutsbrüderschaft. Das zählt jetzt alles nicht mehr. Es geht nur noch darum, den lästig gewordenen Helfer und Mitwisser zu beseitigen. Dem ersten Verrat an Brunhild folgt der zweite an Siegfried. Man veranstaltet eine Jagd und Hagen belügt Kriemhild, um die verwundbare Stelle Siegfrieds zu erfahren. Dann ermordet er Siegfried hinterrücks, als dieser an einer Quelle trinkt. Brunhild, die Barbarin ist es, die zu Gunther sagt: „Um eines Weibes willen erschlugst du deinen treuen Freund“, und sie ist es, die an der Totenbahre Siegfrieds Selbstmord begeht. Kriemhild fordert Gerechtigkeit von ihrem Bruder. Sie verlangt, den Mörder zu bestrafen. Aber Gunther und seine Brüder stellen sich vor Hagen: „Treue um Treue. Seine Tat ist die unsere. Unsere Brust ist sein Schild“. In diesem Moment wird Kriemhilds Verwandlung sichtbar und sie schwört die Rache, die sich im zweiten Teil erfüllen wird. Die Treue- und Ehrbegriffe der Burgunder reichen nicht weiter als die einer Mafia-Bande. Lang macht dies besonders deutlich, wenn er durch seine bildliche Darstellung die schwülstigen Zwischentitel konterkariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Teil: Kriemhilds Rache:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ging es im ersten Teil um Betrug und Verrat, und zwar um mehrfachen Verrat, so steht der zweite Teil ganz unter dem Thema Rache. Kriemhild nutzt zunächst ihr Erbe, den Nibelungenschatz, um damit Verbündete gegen Hagen und ihren Bruder Gunther zu werben. Als Hagen ihr den Schatz raubt und ihn im Rhein versenkt, geht sie auf den Antrag des Hunnenkönigs Etzel ein und verlässt Worms. Sie lehnt ausdrücklich jede Versöhnung mit Gunther ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch stärker als im ersten Teil nimmt jetzt Hagen die zentrale Stellung auf der Seite der Burgunder ein. Er erscheint durchgehend in einem schwarzen Gewand mit Umhang und mit einem gewaltigen Flügelhelm. Um den finsteren Eindruck zu verstärken hat er im Film nur ein Auge. Er ist das Urbild des rationalen Bösewichts, der ohne Skrupel zu jedem Verbrechen im Dienst seines Herrn oder des Staates bereit ist. Er ist die fleischgewordene Staatsräson und kann als Folie für viele faszinierende Filmbösewichter von Dr. Seltsam bis Darth Vader gelten.&lt;br /&gt;
Ihm gegenüber steht jetzt Kriemhild, die sich vom naiven Jungmädchen zur Rachegöttin gewandelt hat. Im Gegensatz zum ersten Teil, wo sie wie Siegfried immer weiß gekleidet war, trägt sie jetzt schwarz. Sie bewegt sich kaum und wenn, dann nur sehr langsam. Damit bildet unter den ständig wimmelnden Hunnen eine Art Statue, was ihren Charakter als Rachegöttin noch verstärkt. Jeden Mann, der ihr begegnet versucht sie auf ihre Rache einzuschwören, sei es der biedere Rüdiger (Rudolf Rittner), sei es ihr neuer Gemahl Etzel oder dessen Bruder Blaodel (Georg John).&lt;br /&gt;
Die Welt der Hunnen steht in scharfem Kontrast zur Welt der Burgunder. Die Hunnen sind in ständiger Bewegung, sie werden als Barbaren gezeichnet, die in Erdhöhlen leben, sie sind orgiastisch und lebensfreudig. Statt der Gemessenheit des ersten Teils mit seinen langen Kamera-Einstellungen dominiert jetzt dynamische Beweglichkeit. Langs Nibelungenfilm stellt das Aufeinanderprallen dieser Welten ohne die platte Schwarzweiß-Malerei vieler neuerer Fantasyfilme dar. Hier steht nicht Gut gegen Böse, sondern es entsteht wirkliche Tragik, da Schuld und Unschuld auf beiden Seiten sich die Waage halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriemhild veranlasst Etzel, die Burgunder an seinen Hof einzuladen. Ihr Verlangen nach Rache jedoch weist er zurück. „Heilig ist der Gast“, sagt Etzel und wird damit zum Vertreter eines archaischen Moralbegriffs, der hoch über der Falschheit der Burgunder steht. Überhaupt wird Etzel, trotz seines wilden Äußeren, als sehr menschlich gezeichnet. Im Gegensatz zur starren Mimik der Burgunder drückt er seine Gefühle immer direkt aus. Wir sehen seine Liebe und Freude, wenn er mit seinem kleinen Sohn zusammen ist und wir sehen später seine abgrundtiefe Trauer, wenn Hagen diesen Knaben töten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz Hagens Abraten reisen die Burgunder zu Etzel und werden von ihm freundlich empfangen, während Kriemhild Etzels Bruder zum hinterhältigen Angriff auf die Knechte der Burgunder überredet. Es folgt ein Gemetzel, bei dem die in der Halle eingeschlossenen Burgunder sich gegen die Angriffe der Leute Etzels und seiner Verbündeten erwehren. Da die Kämpfe ohne Sieger bleiben, lässt Kriemhild das Dach der Halle anzünden. Der nächste Morgen sieht einzig Hagen und Gunther als Überlebende. Solange noch einer seiner Könige lebt, wird er den Ort des Nibelungenschatzes nicht verraten, sagt Hagen. Und als Kriemhild ihren Bruder Gunther töten und seinen abgeschlagenen Kopf vorzeigen lässt, da lacht Hagen: Jetzt wissen nur noch ich und Gott, wo der Schatz liegt. Kriemhild erschlägt ihn eigenhändig, um damit ihre maßlose Rache zu vollenden und sie wird daraufhin von Meister Hildebrand (Georg August Koch), einem letzten Gefolgsmann Etzels, getötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Notwendigkeit und Unbedingtheit, die so charakteristisch sind für die Stoffe der antiken und der germanischen Mythologie, steuert das Geschehen von Anfang an auf sein tragisches Finale zu. Vielleicht sind solche Stoffe nur mit den Mitteln des Stummfilms wirklich angemessen zu verfilmen. Dem archaischen Stoff korrespondiert hier die archaische Form. Ein Problem vieler neuerer Mythenfilme besteht ja darin, dass die pathetischen Dialoge unglaubwürdig wirken oder dass eine psychologische Figurenzeichnung dem Stoff nicht angemessen ist. Mythische Figuren handeln nicht als moderne Personen, sondern sie sind Archetypen, in denen Ideen und Weltanschauungen personifiziert werden. Fritz Lang hat sein Ziel einer adäquaten filmischen Umsetzung des Nibelungenmythos in beeindruckenden Bildern gemeistert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte der Nibelungen ist wahrscheinlich der deutscheste aller Stoffe. Fritz Lang akzeptierte dies ganz bewusst, wenn er seinem Film die Widmung „Dem deutschen Volke“ voranstellte. Wobei zu berücksichtigen ist, dass Langs Werk 1924 in die Kinos kam, neun Jahre vor der Machtergreifung der Nazis. Dennoch gab es Kritiker, die in Langs Darstellung Parallelen zur Ästhetik des Faschismus finden wollten. Es lässt sich nicht bestreiten, dass mit Begriffen wie „Nibelungentreue“ oder mit der Glorifizierung der Siegfried-Figur der Nibelungenstoff für ideologische Zwecke missbraucht wurde. Es sollte aber deutlich geworden sein, dass dies im Film keinerlei Grundlage findet, sowenig wie im Stoff des Nibelungenmythos selbst. Im Gegenteil gilt es, das Werk vor faschistoiden Vereinnahmungen in Schutz zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Filmdaten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (1): Siegfried - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou und Fritz Lang, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Walter Ruttmann, Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Paul Richter, Margarete Schön, Hanna Ralph, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Rudolf Klein-Rogge, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
*Die Nibelungen (2): Kriemhilds Rache - Stummfilm, Deutschland 1924, Regie: Fritz Lang, Buch: Thea von Harbou, Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau und Eugen Schüfftan (Optische Spezialeffekte), Musik: Gottfried Huppertz, Produzent: Erich Pommer. Mit: Margarete Schön, Rudolf Klein-Rogge, Georg John, Theodor Loos, Hans Adalbert von Schlettow, Bernhard Goetzke, Erwin Biswanger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.filmzentrale.com/rezis/nibelungensk.htm entnommen aus der Filmzentrale]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas</name></author>
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